|
Sechste Verleihung Deutscher Theaterpreis DER FAUST
DER FAUST ist ein nationaler, undotierter Theaterpreis, der auf die
Leistungskraft und künstlerische Ausstrahlung der Theater aufmerksam macht und diese würdigt. Er wird vom Deutschen Bühnenverein gemeinsam mit den Bundesländern, der Kulturstiftung der Länder
und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste vergeben. Mitveranstalter und Förderer 2011 war das Land Hessen. "Die Verleihung des FAUST ist für Hessen mit seiner reichen
Theatertradition eine Ehre. Ich freue mich auf diese Premiere", sagte die Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann.
Erstmalig ist in diesem Jahr die
Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen Partner und Förderer der Veranstaltung gewesen. „Diesen neuen Förderer gewonnen zu haben ist ein Beleg für die Bedeutung des Deutschen
Theaterpreises. Die Sparkassen-Kulturstiftung möchte herausragende Kulturprojekte in ihrer Vielfalt erlebbar machen und fördern. Dies passt gut zum FAUST: Alle Partner wollen Theaterarbeit an
großen und kleinen Orten in all ihren Facetten auszeichnen“, so Klaus Zehelein, Präsident des Deutschen Bühnenvereins.
Ausgezeichnet wurden Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeit wegweisend für das deutsche Theater ist. Die Preisvergabe erfolgte in den Kategorien: - Regie Schauspiel
- Darstellerin/Darsteller Schauspiel - Regie Musiktheater - Sängerdarstellerin/Sängerdarsteller Musiktheater - Choreografie - Darstellerin/Darsteller Tanz
- Regie Kinder- und Jugendtheater - Ausstattung Kostüm/Bühne Zudem gab es den Preis für das Lebenswerk und den Preis des Präsidenten.
 |
Trophäe DER FAUST © Deutscher Bühnenverein
Am 5. November 2011 wurde der Deutsche Theaterpreis DER FAUST zum sechsten Mal verliehen. In diesem Jahr fand die Vergabe in der Oper Frankfurt statt. Den "Preis des
Präsidenten" erhiehlt die Theaterwissenschaftlerin Prof. Dr. Erika Fischer-Lichte. Der Theaterregisseur, Schauspieler und Intendant Wolfgang Engel wurde für sein Lebenswerk
geehrt. DER FAUST ist ein nationaler, undotierter Theaterpreis, der auf die Leistungskraft und künstlerische Ausstrahlung der Theater aufmerksam macht und diese würdigt.
Deutscher Theaterpreis DER FAUST in Frankfurt - Mitwirkende und Übertragungstermin
Der Schauspieler, Kabarettist, Regisseur und Produzent Michael Quast führte als Moderator durch die sechste Verleihung des Deutschen Theaterpreises DER FAUST.
Als Laudatoren überreichten u.a. Prof. Dr. Brigitte Fassbaender, Karoline Herfurth, Prof. Dr. Frank Hörnigk, Sandra Hüller, Volker Ludwig, Matthias Matschke, Christine Schäfer
und Prof. Klaus Zehelein den FAUST in den jeweiligen Kategorien.
3sat berichtete ausführlich am Sonntag, den 6. November 2011 über die Verleihung. Deutschlandradio Kultur und Deutschlandfunk übertrugen die Veranstaltung live im Rahmen
von "Dokumente und Debatten" auf den LW 153 und 177 kHz, der MW 990 kHz, als Live-Stream unter www.dradio.de sowie im neuen Digitalradio DAB+. Im Rahmen der
Sendung "Fazit" sendete Deutschlandradio Kultur ein Kritiker-Gespräch zur Preisverleihung.
Es besteht weiter die Möglichkeit, sich dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST bei Twitter anzuschließen: http://twitter.com/Theaterpreis
Medienpartner der Veranstaltung sind 3sat, Deutschlandradio Kultur, die Frankfurter Rundschau und Die Deutsche Bühne.
Die Nominierten und die Sieger (rot) in den acht Kategorien:
Regie Schauspiel Stephan Kimmig, "Kinder der Sonne", Deutsches Theater Berlin
Luk Perceval, "Hamlet", Thalia Theater Hamburg Hermann Schmidt-Rahmer, "Rechnitz (Der Würgeengel)", Düsseldorfer Schauspielhaus Darstellerin/Darsteller Schauspiel Bettina Hoppe, Cäcilie in "Stella", Städtische Bühnen Frankfurt am Main Valery Tscheplanowa, Maria Stuart in "Maria Stuart", Städtische Bühnen Frankfurt am Main ~ Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen Martin Wuttke, Dr. Jacques Duval in "Schmeiß Dein Ego weg!", Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin
Regie Musiktheater Yona Kim, "Pnima", Staatstheater Stuttgart
Laura Scozzi, "Die Reise nach Reims", Staatstheater Nürnberg Benedikt von Peter, "Intolleranza 1960", Staatsoper Hannover
Sängerdarstellerin/Sängerdarsteller Musiktheater Claudia Barainsky, Medea in "Medea", Städtische Bühnen Frankfurt am Main ~ Koproduktion mit der Wiener Staatsoper
Merja Mäkelä, Adriana in "Adriana Mater", Städtische Bühnen Osnabrück Lauri Vasar, Billy Budd in "Billy Budd", Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg
Choreografie Mei Hong Lin, "Die Brautschminkerin", Staatstheater Darmstadt Christian Spuck, "Poppea//Poppea", Theaterhaus Stuttgart - Gauthier Dance ~ Koproduktion mit Les Théâtres de la Ville de Luxembourg und in Kooperation mit dem Theater Bonn,
der Schauburg München und Achtfeld GmbH Berlin Stephan Thoss, "Blaubarts Geheimnis", Hessisches Staatstheater Wiesbaden Darstellerin/Darsteller Tanz
Marlúcia do Amaral in "Neither" im Rahmen des mehrteiligen Ballettabends b.04, Ballett am Rhein Düsseldorf/Duisburg
Alexandre Riabko, Der Mann in Braun in "Dances at a Gathering" im Rahmen des Ballettabends "Chopin Dances", Hamburg Ballett Giuseppe Spota, Blaubart in "Blaubarts Geheimnis", Hessisches Staatstheater Wiesbaden Regie Kinder- und Jugendtheater Neco Çelik, "Gegen die Wand", Junge Oper Stuttgart
Christopher Gottwald, "Das Kind der Seehundfrau", Theater Pfütze Nürnberg ~ Kooperation mit dem Staatstheater Nürnberg
Daniela Löffner, "Demian", Junges Schauspielhaus Düsseldorf Ausstattung Kostüm / Bühne Klaus Grünberg für Bühne und Licht bei "Rusalka", Komische Oper Berlin
Johannes Schütz für die Gesamtausstattung von "Das Werk/Im Bus/Ein Sturz", Bühnen der Stadt Köln
Natascha von Steiger für das Bühnenbild von "Das Erdbeben in Chili", Staatsschauspiel Dresden ~ Koproduktion mit dem Maxim Gorki Theater Berlin
Die Mitglieder der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste wählten aus den Nominierten die Preisträger aus, die am Abend der Verleihung bekannt gegeben wurden.
Der Preis für das Lebenswerk ging an den Theaterregisseur, Schauspieler und Intendanten Wolfgang Engel 1943 in Schwerin geboren, legte Wolfgang Engel 1965 in Berlin die staatliche Bühnenreifeprüfung ab. Drei Jahre später begann er mit ersten Regiearbeiten in Schwerin. In den
1970er Jahren arbeitete er als Regisseur an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul und am Jugendtheater in Berlin. Ab 1978 lehrte er an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst
Busch in Berlin. 1980 ging er als fester Regisseur an das Staatsschauspiel Dresden, wo ihn seine vielbeachteten Inszenierungen zu einem der wichtigsten Regisseure der DDR
machten. Dort inszenierte er u.a. "Penthesilea" (1986) und "Faust " (1990). Ab 1983 reiste Engel auch zu Regiearbeiten in den Westen, u.a. an das Staatstheater in Saarbrücken,
das Wiener Burgtheater, das Züricher Schauspielhaus, das Berliner Schillertheater und Münchner Residenztheater. 1991 ging er nach Frankfurt am Main und wurde fester
Regisseur am Schauspiel. Von 1995 bis 2008 war Wolfgang Engel Intendant des Schauspielhauses Leipzig. Seitdem arbeitet er als freier Regisseur u.a. am Düsseldorfer
Schauspielhaus ("Joseph und seine Brüder") und am Staatsschauspiel Dresden ("Der Turm"). Überdies inszeniert er seit einigen Jahren auch Opern.
Wolfgang Engel ist einer der prägenden deutschen Theaterregisseure der vergangenen 40 Jahre. Mit seinen zahlreichen Inszenierungen, darunter viele, eher selten gespielte,
klassische Texte, manifestierte er eine große Leidenschaft für die Sprache und damit verbunden für ein provokant gedachtes, politisches Theater, das die Figuren in ihrer
emotionalen Individualität begreift. Seine Leistung besteht darin, den Menschen mittels Bildern und Metaphern ins Zentrum der Betrachtung zu rücken, ohne dabei zu politisieren
oder den Zuschauer ästhetisch zu überfordern. Er hat wesentlich dazu beigetragen, das Theater zu einem Ort der Gegenwart und des kollektiven Denkens zu entwickeln.
Wolfgang Engel setzte sich stark für die friedliche Revolution in der DDR ein und ging nach der Vereinigung der beiden Staaten und Theatersysteme mit großer Offenheit auf die
Kollegen aus dem Westen zu. Ohne sein Engagement wäre dieses friedliche und kreative Zusammenwachsen der Theater in Deutschland so nicht möglich gewesen. Ebenfalls
zu würdigen sind seine Verdienste um das Schauspiel Leipzig. Nicht nur, dass er als Intendant unermüdlich versuchte, das Theater in die Stadt hinein zu öffnen, seine
Aufmerksamkeit galt ebenso der Förderung junger Schauspieltalente, welchen er stets Möglichkeiten der Herausforderung bot. Der Preis des Präsidenten ging an die Theaterwissenschaftlerin Erika Fischer-Lichte
Erika Fischer-Lichte studierte von 1963 bis 1970 Theaterwissenschaft, Slawistik, Germanistik, Philosophie, Psychologie und Pädagogik an der Freien Universität Berlin und an
der Universität Hamburg. Sie promovierte im Fach Slawistik. 1973 wurde sie Professorin am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Johann Wolfgang Goethe-Universität
Frankfurt am Main. 1986 übernahm sie den Lehrstuhl für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Bayreuth, und wurde 1991 Direktorin des
Instituts für Theaterwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit 1996 ist Erika Fischer-Lichte als Professorin und Geschäftsführende Direktorin des Instituts
für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin tätig.
Erika Fischer-Lichtes Arbeiten mit den Schwerpunkten Ästhetik und Kunsttheorie, Theorie und Geschichte des Theaters, Ästhetik des Gegenwartstheaters und Verflechtungen
von Theaterkulturen gehören zu den international bedeutenden und einflussreichsten Positionsbestimmungen nicht nur der Theaterwissenschaften. Mit ihrer dreibändigen
Untersuchung zur "Semiotik des Theaters" (1983) eröffnete sie ein Forschungsfeld, das den Blick auf das Theater neu strukturierte: Die Deutungshoheit über das Theater durch
hermeneutische Operationen an dramatischen Texten wurde zugunsten der Untersuchung der Aufführung selbst als Text ausgesetzt. Die zweibändige "Geschichte des
Dramas" (1990, ebenfalls in vier Sprachen übersetzt) arbeitet folgerichtig die Differenz von "Theater" und dem "Drama als Literatur" aus. Fischer-Lichtes Ansatz, der umfassend
die unterschiedlichen Parameter theatralischen Geschehens in die Perspektive nimmt und inspiriert ist von gegenwärtiger Theaterarbeit, gewinnt in ihrer "Ästhetik des
Performativen" (2004) eine neue Kontur, eine Arbeit, die nicht alleine zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung anreizt, sondern auch den Theaterschaffenden ein Spektrum
produktiver Diskurse eröffnet.
Medienpartner der Veranstaltung sind 3sat, Deutschlandradio Kultur, die Frankfurter Rundschau und Die Deutsche Bühne. 3sat berichtet ausführlich über die Veranstaltung.
Der Automobil-Partner ist Skoda.
Gäste & Mitwirkende Deutscher Theaterpreis DER FAUST 2011
Lina Beckmann Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse Volker Bouffier, Ministerpräsident des Landes Hessen Julia Bremermann Hannelore Elsner Wolfgang Engel
Brigitte Fassbaender Rosemarie Fendel Erika Fischer-Lichte Michel Friedman Dunja Hayali Karoline Herfurth Mathias Hermann Frank Hörnigk Dietrich Hollinderbäumer
Charly Hübner Sandra Hüller Theo Koll Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann Günter Lamprecht Volker Ludwig Matthias Matschke Sunnyi Melles Peter Nottmeier
Albert Ostermaier Ludger Pistor Moritz Rinke Christopher Roman Petra Roth, Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt Clelia Sarto Stephanie Stumph Christine Schäfer
Marie-Lou Sellem Anna Maria Sturm Christine Urspruch Ingeborg Westphal Martin Wuttke Patrycia Ziolkowska Daniela Ziegler
(Stand vom 28. Oktober 11)
[© Deutscher Bühnenverein]
|