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Theater
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Stücke-Infoseiten:
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4 nach 40 36,9 Grad Houellebecq/Brecht 39 Stufen, Die 1002. Nacht, Die
Abalon, one night in bangkok Abenteuer des braven Soldaten Schwejk, Die Abgesoffen Abschaffung der Arten, Die Achtung Deutsch! Ängstlichen und die Brutalen, Die Ajax Alan Turning (Breaking the Code) Alkestis Alle sechzehn Jahre im Sommer Alles Astro Alles für Mama Amokläufer Amphitryon an Goethe (zum 261ten) Andalusische Mirakel, Das andere Seite, Die Anna Karenina Annika, oder Wir sind nichts Antigone Anziehsachen Ariadnes Faden Arsen und Spitzenhäubchen Aschenputtel Atropa – Der Fall Trojas aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui, Der Auftrag, Der Außer Kontrolle Autofahrt ins All
Babel Bacon Talks Bagdad brennt Bartsch, Kindermörder Bash Beautiful Thing Being Lawinky Besucher Betty Between Work and Paradise Biedermann und die Brandstifter Bildung für Rita (Educating Rita) Black ice ~ Ein Lügenspiel Blaubart - Hoffnung der Frauen blaue, blaue Meer, Das blaue Engel, Der Bleib mein schlagendes Herz Blick von der Brücke blinde Geschehen, Das blutsbande Bombsong Bouncing in Bavaria Breaking the Waves Bremer Stadtmusikanten Brüchig Buddenbrocks Büchner. Lenz & Schubert. Schöne Müllerin
Bürgermeister und seine Lieben, Der Bürgschaft, Die Bunbury Burgfestspiele Bad Vilbel
Cabelo Branco é Saudade: Fados Changeling, The Clavigo Clockwork Orange Clybourne Park Clyde & Bonnie
Dantons Tod
Das sind nicht wir, das ist nur Glas Dead Guy, The Dear Wendy Deathtrap dressierte Mann, Der Diener zweier Herren, Der Disney Killer, Der DNA Doktor Faustus Don Camillo und Peppone Don Carlos Don Quijote Draußen vor der Tür Drei Mal Leben Drei Schwestern Dreigroschenoper, Die
dritte Generation, Die Dunkel lockende Welt Durch die Wüste
Easy Rider Edgar und Annabel Egmont Ehrensache Ein eingebildet Kranker Ein Inspektor kommt Ein Mond für die Beladenen Ein Volksfeind Eine Familie Eine ganz normale Familie Eine Odyssee Eine Sommernacht Eins, zwei, drei Einsame Menschen Eiserne Gustav, Der Elektra Emilia Galotti Ende vom Anfang, Das Endspiel Endstation Sehnsucht Eraritjaritjaka
Ernst und seine tiefere Bedeutung Erste Mal, Das Erzählung des Gleichgewichts 4.W
Fahrenheit 451 Falstaff Familie Schroffenstein
Faust FaustIn and out Feelgood Fegefeuer in Ingolstadt Fettes Schwein Feuerzangenbowle, Die Fieber, Das Fisch zu viert Flieg, Oberst, flieg ! Floh im Ohr Frankenstein - Aus dem Leben der Angestellten Frau die gegen Türen rannte, Die Frau Sperlings Raritätenladen Freund Krank, Der Friede den Hütten! Krieg den Palästen! fröhliche Weinberg, Der Frühlings Erwachen Fuchs, Der Fundament
Gähnen der Leere, Das Ganze Kerle Gaslight Gefährliche Liebschaften Geistheilerin, Die Geizige, Der Gelantine Geldgott, Der Genannt Gospodin George Dandin
Gerechten, Die Gertrud Gerüchte... Gerüchte... Geschichten aus dem Wiener Wald Geschichten vom blauen Planeten Geschichten von Mama und Papa Ghostcity Gier Glaube Liebe Hoffnung Glorious Glückliche Zeiten Göttliche Komödie, Die Golden Girls goldene Drachen, Der Goldfischen Good People  Gott des Gemetzels, Der Gotthelm oder Mythos Claus Grimm-Code,Der Grönholm-Methode, Die grosse Erzählung, Die große Gatsby, Der große Welttheater, Das Gut gegen Nordwind gute Mensch von Sezuan, Der |
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Hals der Giraffe, Der Hamlet Hamletmaschine, Die Hanglage Meerblick Harper Regan Harry und Sally Hauptmann von Köpenick, Der Haus sagt, Das haymatlos Heaven (zu Tristan) heilige Johanna der Schlachthöfe, Die Helter Skelter hercules @work Herr der Fiegen, Der
herrschende Klasse, Die  Herzschritt
Heute bin ich blond! Hexenjagd Hinkemann Hochzeitsreise, Die Hörst du mein heimliches Rufen Horns Ende Horror Vacui How love is spelt Hyperion Hysteria
I hired a contract killer I WENT TO THE HOUSE BUT DID NOT ENTER Ich mag Dich wirklich Ich war Staatsfeind Nr. 1 Ich werde hier sein im Licht und im Schatten Ich werde sein ~ Das Drama Rosa Luxemburg idealer Gatte, Ein Ihre Version des Spiels Illusionen Im Dickicht der Städte Im Wald ist man nicht verabredet Im Zweifel für den Angeklagten In jeder Beziehung In seiner frühen Kindheit ein Garten Iphigenie auf Tauris Iwanow
Jason Je t’aime :: je t’aime Jedermann Jesus d’amour, geb. 0 Jesus d`amour, gest./auferst. – Das Evangelium. John Gabriel Borkman Jugend ohne Gott Jungfrau von Orleans, Die
Kabale und Liebe Käthchen von Heilbronn kain!
Kalender Boys Kalender Girls Kampf des Negers und der Hunde Kampfchor Galaktika Kasimir und Karoline Kaspar Häuser Meer Katze auf dem heißen Blechdach, Die Katzelmacher Kaufmann von Venedig, Der Kein Schiff wird kommen KEINOHRHASEN Kiebich und Dutz Killer in me is the killer in you my love, The Kimberlit. Ein Bestarium Kinder des Olymp Kirschgarten, Der Kleinbürgerhochzeit, Die Kleine Hexe, Die Kleiner Mann was nun ? Klimaforscher
Komödie im Dunkeln König Arthur König Lear König Ödipus Königreich Kontrakte des Kaufmanns, Die Kopftod Kredit Krieg der Bilder Krabat Krieg und Frieden Küste Kunstseidene Mädchen, Das
Ladies Night
laiensclub Lasst euch nicht umschlingen ihr 150 000 000! Last Virgin, The Ledarálnakeltüntem Leonce und Lena Letzte der feurigen Liebhaber, Der Letzte Hochhaus, Das Leyla & medschnun Leiden einer jungen Kassiererin, Die Liebe zur Leere, Die Liebelei Liebesruh Liebesspiel Liliom Living with Lady Macbeth Lokomotive, Die Lolita Lorenzaccio le fou Lustige Witwer, Der Luthers Teufel Lulu
Macbeth Madame Bovary Männer und andere Irrtümer Männerbeschaffungsmaßnahmen Männerhort Männersache Making of :: Marilyn  Maria Magdalena Maria Stuart Marin Parade Marquise von O., Die Marx. Engels. Hennes & Mauritz. Medea Mein Freund Harvey Mein Kampf Meine dicke Freundin
Meine Schwester und ich Der Meister und Margarita Meisterklasse Menschenfeind, Der Merlin oder Das wüste Land
Messias, Der Michael Kohlhaas Minna von Barnhelm Misery Möve, Die  Motortown Muschelsucher, Die Mustergatte, Der Mutter Courage und ihre Kinder
Nach den Klippen
Nachlass, Der Nachtasyl Nachtwache nackte Wahnsinnn, Der Nathan der Weise Nervensäge, Die Nibelungen Nippel Jesus Nora Norway today
Opening Night Opferung von Gorge Mastromas, Die Orestie Orphée Oscar Oskar und die Dame in Rosa Othello
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Paarungen Paradiso Parasit, Der Paris, Texas Passagier, Der patriot act Peer Gynt Peggy Picket sieht das Gesicht Gottes Pension Schöller Penthesilea Perfect Bodies, Perfect Minds Perser, Die Perdit Durango Perle Anna, Die Pest, Die Peterchens Mondfahrt Phädra Physiker, Die A Picasso Platonow Präsidentinnen, Die Prinz Friedrich von Homburg Pro Familia Teiresias Produkt, Das Prometheus Punk Rock
Quartett Quai West Quelle, Die
Räuber, Die radikalextreme² Raub der Sabinerinnen, Der Rechnitz (Der Würgeengel) Red Light Red Heat... Reineke Fuchs
Reise! Reiser! Reiz und Schmerz Remake Rosemarie Retten Sie mich! Reden Sie! Irgendwas! Revisor, Der Richard III Roberto Zucco Romeo und Julia Ronja Räubertochter Rosenkranz und Güldenstern sind tot Roter Ritter Parzifal
Sagra del Signore della Nave, La Salome Sammer, Der  Santa Joana dels escorxadors Scarlett-O´Hara-Syndrom, Das Schade, dass sie eine Hure war Schändung Schillers sämtliche Werke... leicht gekürzt Schlafes Bruder Schloss, Das Schonzeit Schwarze Begierde Schwarzes Tier Traurigkeit Sehnsucht der Veronika Voss, Die Shoppen Shopping girls... Seine Braut war das Meer und sie umschlang ihn Sleepless in my dreams Small Things Some Girl(s) Sommergäste Sommernachtstraum, Ein Spätlese spanische Fliege, Die Sparschwein, Das
spielzeiteuropa Sonja Sonny Boys Sozialistische Schauspieler... Stadt aus Glas Stein, Der Steilwand Stella Sterben Sterne Stifters Dinge Stunde, da wir nichts voneinander wußten, Die Sturm, Der Sturmfrei Swing again
Tag der Gnade talentierte Mr. Ripley, Der Tartuffe Tausch, Der Terminal 5 Teufels General, Des Tirant Lo Blanc Tod eines Handlungsreisenden tomorrow, maybe...Über - Leben in Diktaturen Torquato Tasso Tot im Orient-Express Traumfrau Mutter - reloaded Traumnovelle Tropfen auf heiße Steine trunkene Schiff, Das Tschick Zufall zu gefallen, Dem
Über das Marionettentheater. Kleist Ulrike Maria Stuart Unerhörten, Die Unschuldigen, Die Unverhofft Uns geht´s ja noch gold Die Valentin Methode. Ein Humor-Labor Karl Valentin. Triumph des Unwillens Venus im Pelz  Versuchung des heiligen Antonius, Die Viel Lärm um Nichts Vier linke Hände Vom Wege ab. Grimms Märchen Von Lügen und Lastern Von Mäusen und Menschen Von morgens bis mitternachts Vor Sonnenaufgang
Wahlverwandtschaften, Die Warten auf Godot Warum wir also hier sind ~ Kein Traumspiel Was der Butler sah Was ihr wollt Was zu sagen wäre warum Wellen, Die Wenn, dann: was wir tun, wie und warum Wenn eine Dolores heisst... Wer hat Angst vor Virginia Woolfe? Werthers Leiden Weisse Album, Das Weiter Träumen Wie es euch gefällt Wildente, Die
Wilhelm Meister Winterreise Wir lieben und wissen nichts Wir sind schon gut genug! Wolken.Heim Woyzeck/Wozzeck
X-Freunde
Zartbitter Zeit des Verschwindens zeit zu lieben zeit zu sterben zerbrochene Krug, Der Zofen, Die Zum Teufel mit Goethe! Zwei Fremde im Zug  zweite Kapitel, Das Zwanzigtausend Seiten |
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Gastspiel im Schauspiel Frankfurt (Schauspielhaus):
»Abendschau« von George Tabori Eine Koproduktion des Théâtre National du Luxembourg und der Ruhrfestspiele Recklinghausen
Am: 19. Juni 13
Regie: Frank Hoffmann Bühne / Kostüme: Karl Kneidl Musik: René Nuss Licht: Daniel Sestak
Mit: Jacqueline Macaulay, Christiane Rausch; Luc Feit, Wolfram Koch, Ulrich Kuhlmann, Roger Seimetz
»Abendschau« erzählt den Showdown eines Künstlerlebens. Der Mann, der in
seinem Haus in New York mit dem Tod tanzt, ist ein abgehalfterter Entertainer namens Fridolin. Seine Witze zünden nicht mehr, über sie lacht nicht mal mehr der Hund, geschweige denn der Rest
der Familie. Eines Tages werden sie vom od besucht, in wechselnder Gestalt: als Klempner, als Cookiemonster, als Dr. Liptauer, als Boss Goldwhine, als Bluessänger, auch als Bodyguard und
in der Gestalt der Sängerin Gloria. Manchmal ist er böse, gelegentlich unberechenbar, aber immer komisch. Eine Komödie über den Tod und darüber, wie die Menschen (nicht) damit umgehen können
[ © Schauspiel Frankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
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Gastspiel im Schauspiel Frankfurt (Kammerspiele) und im Staatstheater Wiesbaden (Kleines Haus):
Woyzeck on the Highveld ~ Handspring Puppet Company
Schauspiel Frankfurt: 26. Juni 13 (in englischer Sprache) Staatstheater Wiesbaden: 28. Juni 13 (in englischer Sprache)
Regie: William Kentridge / Luc de Wit
Mit: Basil Jones, Adrian Kohler, Janni Younge (Handspring Puppet Company)
Woyzeck als Migrant vor dem Hintergrund der
Industrialisierung im Johannesburg der 50er Jahre: In der Konfrontation von (Holz-)Puppenspiel mit animierten Zeichnungen des Videokünstlers William Kentridge (und einer Prise Vaudeville)
werden feinfühlig-mitreißende Bilder für Woyzecks Innenwelt wie Leidensweg auf die Bühne gezaubert. Ein im wahrsten Sinne des Wortes multimediales Theater, das zugleich die Tradition
»handgemachten« Objekttheaters für das digitale Zeitalter bewahrt und weiterentwickelt. [ © Schauspiel Frankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de www.handspringpuppet.co.za
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LEIPZIGER FESTSPIELE 2013
Vom 1. März bis 23. Juni 2013 finden die LEIPZIGER FESTSPIELE im
Centraltheater statt. Das Publikum erwarten 16 Premieren und eine Fülle an weiteren Programmpunkten. Darunter Konzerte, Lesungen, Filme und Performances.
Sebastian
Hartmann eröffnet die Festspiele am 1. März mit ENTSCHEIDE DICH FÜR DIE LIEBE #1 — TRAUM. Diese Premiere ist der Auftakt einer Russen-Trilogie, die sich mit drei der größten russischen
Autoren und Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts beschäftigt: Dostojewski, Tschechow, Tarkowski. Der zweite Teil der Trilogie feiert mit ENTSCHEIDE DICH FÜR DIE LIEBE #2 — ANGST am 22. März
Premiere in der Festspielarena.
Am 7. März wird der bekannte und renommierte Schauspieler Thomas Thieme seine Inszenierung von TOP MÜLLER SCHLACHT erstmals zur Aufführung bringen. Die
zeitlosen Fragen, die der Autor Heiner Müller in „Die Schlacht“ stellt, kombiniert Regisseur Thomas Thieme mit einer anderen, schwärmerischen Form von Terror und Krieg: der alltäglichen
Schlacht in der Medienwelt.
Musikalisch wird es am 13. März mit der Premiere von RIO REISER: DER TRAUM IST AUS ABER ICH WERDE ALLES GEBEN DASS ER WIRKLICHKEIT WIRD unter der Leitung
von Uwe Bautz und Peter Schneider. Sänger der Revolte, Schauspieler, Politrocker, Kunsthure, Stimme einer Generation war Rio Reiser – das alles (und noch viel mehr) und doch auch wieder
nicht.
Am 19., 20. und 21. März ist ein Abend von Klaus Maria Brandauer in der Festspielarena zu erleben. Von Arno Waschk am Klavier begleitet, begibt er sich auf EINE PILGERFAHRT ZU
BEETHOVEN. KLAUS MARIA BRANDAUER LIEST RICHARD WAGNER. Die „Pilgerfahrt“ ist eine unterhaltsame, skurrile und phantastische Erzählung des jungen Richard Wagner voller Witz.
Ausführliche Informationen zum FESTSPIELPROGRAMM finden sich unter www.schauspiel-leipzig.de
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Berliner Theatertreffen 2013:
Vom 3. bis 19. Mai 2013 feiern die Berliner Festspiele 50 Jahre Theatertreffen. Rund
420 Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sichtete und diskutierte die Kritikerjury in den vergangenen Monaten. Auf der Schlusskonferenz am 10. Februar 13 haben die
sieben Jurorinnen und Juroren ihre Auswahl der zehn bemerkenswertesten Inszenierungen der letzten Saison getroffen.
Die 10 ausgewählten Inszenierungen für das Theatertreffen 2013 sind:
„Disabled Theater“ von Jérôme Bel / Theater Hora – Stiftung Züriwerk, Zürich. R. B. Jérôme Bel / Theater Hora – Stiftung Züriwerk, Zürich / Hebbel am Ufer, Berlin u.a.
„Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ von Bertolt Brecht. Regie Sebastian Baumgarten. Schauspielhaus Zürich.
„Jeder stirbt für sich allein“ nach Hans Fallada. Regie Luk Perceval. Thalia Theater Hamburg.
„Krieg und Frieden“ nach Lew Tolstoi. Regie Sebastian Hartmann. Schauspiel Leipzig / Ruhrfestspiele Recklinghausen.
„Medea“ von Euripides. Regie Michael Thalheimer. Schauspiel Frankfurt.
„Murmel Murmel“ nach Dieter Roth. Regie Herbert Fritsch. Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin.
„Orpheus steigt herab“ von Tennessee Williams. Regie Sebastian Nübling. Münchner Kammerspiele.
„Die Ratten“ von Gerhart Hauptmann. Regie Karin Henkel. Schauspiel Köln.
„Reise durch die Nacht“ von Friederike Mayröcker. Regie Katie Mitchell. Schauspiel Köln.
„Die Straße. Die Stadt. Der Überfall.“ von Elfriede Jelinek. Regie Johan Simons. Münchner Kammerspiele.
Zur Jury gehören die Theaterkritikerinnen und -kritiker Vasco Boenisch, Anke Dürr, Ulrike Kahle-Steinweh, Christoph Leibold, Daniele Muscionico, Christine Wahl und Franz Wille.
Yvonne
Büdenhölzer, Leiterin des Theatertreffens, zur diesjährigen Auswahl: „Seit einem halben Jahrhundert feiert das Theatertreffen nun die herausragenden und zukunftsweisenden Arbeiten des
deutschsprachigen Theaters. Auch in seiner 50. Ausgabe spiegelt das Festival die Vitalität und Vielgestaltigkeit der deutschsprachigen Theaterlandschaft. Besonders bemerkenswert an der
diesjährigen Auswahl ist die Rückbesinnung auf große Stoffe und Geschichten, auf Klassiker und Klassiker der Moderne – flankiert von Stückentwicklungen und neuen Texten. Im Zentrum der
Inszenierungen steht oft eine Neubefragung sozialer Themen oder gesellschaftlicher Werte. Überragende Ensembleleistungen zeigen die Bühne als Ort, an dem existentielle Fragen gestellt werden.“
Über fünf Jahrzehnte lang hat das Festival einen Überblick der künstlerischen Entwicklungen an deutschsprachigen Bühnen geboten und sich zugleich erfolgreich als Publikumsfestival,
Fachmesse und Talenteplattform etabliert. Das Theatertreffen wird am Freitag, den 3. Mai 2013, im Haus der Berliner Festspiele eröffnet und ist von einer Reihe Sonderveranstaltungen zum
Festivaljubiläum geprägt. Ein breites Rahmenprogramm mit Preisverleihungen, Podiumsdiskussionen, Publikumsgesprächen, Public Viewings und Premierenfeiern begleitet die Aufführungen der 10
ausgewählten Inszenierungen. Anfang Mai 2013 geben die Berliner Festspiele eine Publikation mit dem Titel „Die ersten 50 Jahre. Ereignis und Disput: Das Theatertreffen“ im Buchverlag Theater
der Zeit heraus.
Der Stückemarkt feiert in diesem Jahr seinen 35. Geburtstag und zieht Bilanz. Eingeladen sind 35 Autoren, die seit 1978 für den Stückemarkt ausgewählt waren. Es wurden
Werkaufträge für ein neues Kurzstück vergeben, die zahlreiche Künstler in szenischen Lesungen und Hörspielen an drei Festivaltagen in der „PanAm Lounge“ im Eden Haus präsentieren. In einem
szenischen Archiv werden die Arbeiten der bereits verstorbenen Stückemarkt-Autoren zu sehen und zu hören sein. Das Akademieprogramm mit den Formaten Internationales Forum, Theatertreffen-Blog
und Open Campus widmet sich dem künstlerischen Nachwuchs.
Die Kulturstiftung des Bundes fördert das Theatertreffen seit 2004. Die Zusammenarbeit mit 3sat geht in ihr 18. Jahr. Ausgewählte Inszenierungen werden im Mai auf 3sat ausgestrahlt:
Samstag, 04.05. / 20.15 Uhr / Starke Stücke: Medea Samstag, 11.05. / 20.15 Uhr / Starke Stücke: Orpheus steigt herab Samstag, 18.05. / 21.00 Uhr / Starke Stücke: Die heilige Johanna der Schlachthöfe
Zudem am Samstag, 18.05. / 20.15 Uhr / 50 Jahre Theatertreffen Berlin
Weitere Informationen unter: www.berlinerfestspiele.de/theatertreffen
Die 10 ausgewählten Inszenierungen:
„Disabled Theater“ von Jérôme Bel / Theater Hora – Stiftung Züriwerk, Zürich. R.
B. Jérôme Bel / Theater Hora – Stiftung Züriwerk, Zürich / Hebbel am Ufer, Berlin /Auawirleben, Bern / Kunstenfestivaldesarts, Brüssel / Documenta (13) / Festival d’Avignon / Ruhrtriennale /
Festival d’Automne, Paris / Les Spectacles vivants – Centre Pompidou, Paris / La Bâtie – Festival Gèneve. Uraufführung Brüssel 10. Mai 2012. Deutsche Erstaufführung Essen 23. August 2012
Wer ist hier behindert? Die Schauspieler, weil sie das Down-Syndrom haben oder langsamer lernen als der Durchschnitt? Die Zuschauer, weil sie nicht wissen, wie man auf
behinderte Schauspieler „normal“ reagiert? Die Kritiker, weil ihre Kategorien, erprobt am herkömmlichen Repräsentationstheater, hier nicht greifen? Der belgische Choreograf Jérôme Bel und das
Schweizer Theater Hora schütteln unsere Wahrnehmung durcheinander. Wenn die elf Darsteller sich nacheinander auf der Bühne vorstellen, sind sie dann sie selbst oder spielen sie sich? Und wenn
man sich von der Energie, der Unmittelbarkeit ihrer Solotanznummern mitreißen lässt, erliegt man dann nicht wieder einem Klischee? Und wenn wir nicht wollen, dass sie sich uns aussetzen,
meinen wir damit nicht vielleicht, dass wir uns ihnen nicht aussetzen wollen? Dieses Theater ist nicht „disabled“, im Gegenteil: Selten war ein Abend so fähig, den Live-Charakter von Theater
zu nutzen. Nichts ist berechenbar, alles kann schiefgehen. Oder?
„Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ von Bertolt Brecht. Regie Sebastian Baumgarten. Schauspielhaus Zürich. Premiere 29. September 2012 Seit der Geburt des Neoliberalismus Anfang des
Jahrtausends wird Brechts Wirtschaftsklassiker allüberall gespielt und möglichst nahe an die Gegenwart gerückt. Keiner lässt Brechts „Heilige Johanna“ auf den ersten Blick älter aussehen als
Sebastian Baumgarten in Zürich. Ein Pianist umklimpert sie mit jazzigen Rhythmen, Brechts sonst immer etwas antiquiert tönende Blankverse klingen dazu wie ein Libretto aus den 1920er Jahren.
Die Wirtschafts-Männer tragen Latex-Halbmasken wie aus einer alten Ruth-Berghaus-Inszenierung, die ihnen die gröbsten Gefühlsregungen aus dem Gesicht wischen. Dabei sehen die Kings of Cool
unrettbar lächerlich aus mit ihren Cowboyhüten und grotesken Kostümen, als hätte man einen verstaubten Verfremdungs-Fundus im Berliner Ensemble geplündert. Ungefähr so hat man sich in den
1950ern im Osten den Kapitalismus vorgestellt. Doch je weiter die Inszenierung Brechts Vorlage wegrückt, umso näher erscheint die alte Geschichte. An den Gesetzen von Angebot und Nachfrage
hat sich bis heute nichts geändert, Moral und Intelligenz dienen, so vorhanden, hauptsächlich der eigenen Interessenwahrung. Nur eine Lösung ist nicht mehr in Sicht, nicht einmal als Utopie.
Erst ganz am Ende kommt Baumgartens Inszenierung auch äußerlich im Heute an. Der Markt hat sich erholt, es gibt zwar 30 Prozent weniger Lohn, 30 Prozent höhere Preise und 30 Prozent
Arbeitslose, aber so ist das nun mal. 70 Prozent leben ganz ordentlich damit.
„Jeder stirbt für sich allein“ nach Hans Fallada. Regie Luk Perceval. Thalia Theater Hamburg. Premiere 13. Oktober 2012 Wer denkt, dass Moral eine flexible Größe ist, dass in jedem
Täter ein Opfer steckt oder in jedem Opfer ein Täter, dass überhaupt das Gute oder Böse eine Frage der Perspektive sei, sollte sich unbedingt „Jeder stirbt für sich allein“ ansehen. Gerade 18
Karten mit dem lapidaren Satz „Der Führer hat mir meinen Sohn ermordet“ hat das Ehepaar Quangel zwischen 1940 und 1942 erfolgreich verteilt, bevor es in Gestapo-Kerkern gefoltert und ermordet
worden ist. Luk Percevals Inszenierung geht Falladas Widerstandsroman von 1946 konzentriert an, meidet Milieu wie Atmosphäre, und entwirft ein knapp skizziertes Panorama der Mitläufer und
Opportunisten, der Treppenhausspione und Hinterhaus-Erpresser, der kleinen Mitnahmeeffekte und großen Irrtümer, ohne die keine Diktatur funktionieren könnte. Je einfacher und besser das
Thalia-Ensemble die Menschen versteht, die ihre bescheidenen Gewinne einfahren oder auch nur in Ruhe gelassen werden wollen, desto unerträglicher werden sie. Die Gewalt hat einen klammen
Händedruck.
„Krieg und Frieden“ nach Lew Tolstoi. Regie Sebastian Hartmann. Schauspiel Leipzig / Ruhrfestspiele Recklinghausen. Premiere Recklinghausen 10. Mai 2012 / Premiere
Leipzig 20. September 2012 Knapp zweitausend Romanseiten voller Kriegsreporte, Adelssalontratsch, höherer Philosophie und Eheanbahnungsökonomie: Auf die immense Herausforderung von Lew
Tolstois Weltliteraturepos „Krieg und Frieden“ findet Sebastian Hartmann mit seinem Ensemble eine ebenso intelligente wie originelle Antwort. Die Leipziger Romanadaption folgt nämlich weder
dem grassierenden Reader’s-Digest-Nacherzählungstrend noch der diskursiven Aufsprengungsmethode à la Frank Castorf. Statt handlungslinear geht sie motivweise vor und verdichtet wiederkehrende
Topoi zu essentiellen, bildstarken Szenen, die folgerichtig direkt bei den letzten Dingen landen. „Ich“, „Tod“ oder „Glaube“ heißen die Sinneinheiten dieses fünfstündigen Abends, der sich auf
einer symbolträchtig kipp- und hebbaren Bühnenplattform ereignet, angemessen komplex. Dass die Akteure dabei zusehends geradliniger auf unsere Gegenwart zusteuern, ohne diese Bewegung
plakativ vor sich her zu tragen, und dass die vorgestanzten Sinnprodukte folglich immer zerfallsanfälliger werden, ist ebenso konsequent wie der Verzicht auf klare Figurenzuordnungen: Die
großen Universalfragen ereilen die Spezies bekanntermaßen unabhängig von Alter und Geschlecht.
„Medea“ von Euripides. Regie Michael Thalheimer. Schauspiel Frankfurt. Premiere 14. April 2012 Im Gegenwartstheater kennt man die Kolcherin Medea ja vor allem als entrückt-pathosaffine
Großtragödin oder – küchenpsychologisch heruntergedimmt – als betrogene Ehegattin quasi von nebenan. Vor diesem Hintergrund gelingt der Schauspielerin Constanze Becker in Michael Thalheimers
Frankfurter Euripides-Inszenierung wahrhaft Sensationelles: Diese wie jene Stereotypenfalle unterlaufend, lässt Becker im universellen Mythos stets das Konkrete aufscheinen und umgekehrt –
nicht im Ausschlussverfahren, sondern dialektisch; nicht laut tönend, sondern unverkünstelt klar. Tatsächlich lässt einen diese einsam auf einem erhöhten Bühnenvorsprung agierende Medea, die
in Olaf Altmanns angemessen wuchtigem Szenario vom Parkett fast genauso weit entfernt ist wie von ihren Mitspieler/innen, gleichsam beim Denken zuschauen. Derart trägt Thalheimers Abend, ohne
die Fallhöhe der Tragödie zu verringern, angestammte Interpretationsschichten ab und erobert der antiken Figur neue Facetten.
„Murmel Murmel“ nach Dieter Roth. Regie Herbert Fritsch. Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin. Deutsche Erstaufführung 28. März 2012 Der Text stand beim Regisseur Herbert Fritsch
noch nie im Zentrum. In „Murmel Murmel“ ist Fritsch nun endlich so konsequent, sich, die Schauspieler und die Zuschauer vom Wort- und Sinnbalast zu befreien: siebzig Minuten akrobatisches
Körpertheater, famoser Slapstick und rhythmische Tanzgymnastik, unterstützt vom Musiker Ingo Günther und seinem Marimbaphon. Wer will, kann darin einen satirischen Kommentar sehen zur
hysterisch-überdrehten Turbogesellschaft, die mit unendlichem Blabla nichts sagt – man kommt aber auch gut ohne aus, wenn man sich einfach am grandiosen Bühnengeschehen erfreut, an Victoria
Behrs grellen Sechziger-Jahre-Kostümen, an Fritschs psychedelisch an- und abschwellendem Bühnenbild, das mittanzt und dem dadaistischen Kunsttrip den Rhythmus vorgibt. Fritsch erinnert uns
daran, was Theater auch und vor allem ist: eine bunte Schau mit lebendigen Menschen. Bei aller Hysterie hat das Dauer-Gemurmel der Schauspieler, mal solo, mal im Chor, sogar etwas Meditatives.
„Orpheus steigt herab“ von Tennessee Williams. Regie Sebastian Nübling. Münchner Kammerspiele. Premiere 29. September 2012 Ein Stück über Außenseiterhatz in einer
repressiven Gesellschaft, selten gespielt. Sebastian Nübling erliegt nicht der Versuchung, es krampfhaft zu aktualisieren. Und doch enthebt er es dem konkreten Kleinstadtkosmos, den Tennessee
Williams entworfen hat. Ein Kettenkarussell hängt kopfüber vom Schnürboden, unvollständig zunächst. Nach und nach montiert die Gemischtwarenhändlerin Lady Torrance Glühbirnen und Sitze, um es
fahrtüchtig zu machen, unterstützt von Nachtclubsänger Val, der sich in Williams‘ Spießbürger-Hades verloren hat wie einst Orpheus in der Unterwelt. Eine unbeholfene Romanze entspinnt sich
zwischen der verhärmten Lady von Wiebke Puls und dem schwer zu fassenden Val, der in Gestalt des estnischen Schauspielers Risto Kübar nicht einfach das Ausländische verkörpert, sondern das
Andersartige schlechthin. Doch der Versuch dieses traurigen Paars, gemeinsam die Ketten der Gesellschaft zu sprengen, scheitert aufs Grausamste. Die Mehrheitsmeute kläfft bedrohlich, ehe sie
zuletzt gnadenlos zubeißt. Eine schrecklich schöne Inszenierung von zeitloser Gültigkeit.
„Die Ratten“ von Gerhart Hauptmann. Regie Karin Henkel. Schauspiel Köln. Premiere 20. Oktober 2012 Aus einem zirzensisch bizarren Dachboden-Fundus, wie von Fellini entworfen, wird ein
Drama entwickelt: Mit allen Mitteln des Theaters einmal ins menschliche Elend und zurück. Mutter John kauft ein Kind und behauptet, es wäre ihres. Verfolgt zunehmend stur ihre Lügenspur, mit
schrecklichen Folgen für alle involvierten Leben. Der abgehalfterte Direktor Hassenreuter will wieder ein eigenes Theater, das Zuschauer und Kasse bringt, biegt sich deshalb fröhlich nach
allen Seiten, mit entsprechenden Folgen fürs Theater. Mit der klugen Verschränkung und Thematisierung dieser von Gerhart Hauptmann bereits pikant kombinierten Bereiche Lustspiel und Drama
zeigt Regisseurin Karin Henkel, wie heute auf illusionsfreier Bühne eine naturalistische Tragödie entstehen kann. Die bühnenästhetische Debatte wird praktisch geführt: Lina Beckmann als Frau
John entwickelt mit ihren so feinen wie geradlinigen Mitteln eine ergreifende Tragödie, Kate Strong zeigt in mehreren Rollen wunderbar überdrehte, stilisierte Zirkusfiguren, Lena Schwarz
spielt expressionistisch lautstarkes Drama und Bernd Grawert führt seinen Paul John vom harmlos liebevollen Kindsvater bis in die Verzweiflung eines Woyzeck, vom Alltag in den Abgrund. Ganz
großes Theater.
„Reise durch die Nacht“ von Friederike Mayröcker. Regie Katie Mitchell. Schauspiel Köln / Fifty Nine Productions London. Uraufführung 13. Oktober 2012 Ein
schweigsames Paar im Schlafabteil. Mit dem Nachtzug geht es von Paris nach Wien, doch die eigentliche Reise führt hinein in den Kopf der Ich-Erzählerin. Diese Frau löst sich auf – und wir
lesen mit: Fetzen von Erinnerungen, Versatzstücke aus Träumen und Traumata versucht sie, schreibend in ihrer Kladde zu bändigen, um sich ihrer selbst zu vergewissern. Aus Mayröckers
feministischer Einfühlungsepik macht Katie Mitchell eine stupende Studie sehr heutiger Identitätszuschreibungen. In einem Breitbandfilmset reproduzieren emsige Darsteller jene
„Erinnerungsblitze“, die dann als faszinierendes Live-Kino scheinbar kohärent das Leben ergeben, wie es die Protagonistin in ihrem Stream of Consciousness zu (ver)fassen sucht. Berührend,
beklemmend – und ein bisschen perfide. Denn Vorsicht: Was uns ergriffen glauben lässt, wir hätten eine Biografie erfasst, sind doch nur ein paar Gesten, Blicke, stereotype Schlaglichter auf
Ehefrust und Vaterkomplex. Wenn das in unseren Augen schon reicht, ein Leben zu bedeuten – dann gute Nacht.
„Die Straße. Die Stadt. Der Überfall.“ von Elfriede Jelinek. Regie Johan Simons. Münchner Kammerspiele. Uraufführung 27. Oktober 2012 Wie Diamanten funkeln die Eiswürfel auf der
Spielfläche. Doch im Scheinwerferlicht schmilzt die Pracht bald dahin. Alles nur Schein. Um Vergänglichkeit geht es. Und um Mode. Aber was wäre vergänglicher als Mode? Münchens Modemeile
Maximilianstraße (an der auch die Kammerspiele liegen, denen Elfriede Jelinek ihr Stück geschenkt hat) – ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, im doppelten Sinne: Alles ist eitel, alles nichts. Aber
aus einem Nichts kann auch alles werden. So wie erst Kleider Leute machen und das kleine München sich gerne in große Bedeutung hüllt. Seltsame Gestalten flanieren über die Bühne in Johan
Simons‘ Inszenierung: Männer auf High Heels in hautfarbener Damenwäsche, die ihr welkes Fleisch mit Mode-Accessoires bemänteln: Pelzjacken und Luis-Vuitton-Handtaschen. Und mitten unter den
Männern: Sandra Hüller als Fashion Victim, die hochnotkomisch an ihrem schicken neuen Rock verzweifelt, der sie zu einem Niemand degradiert. Weil er nie so an ihr aussehen wird wie an den
Models auf den Plakaten. Theater, jenseits aller Moden und schönen Oberflächen, von existentieller Tiefe.
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Siebente Verleihung Deutscher Theaterpreis DER FAUST
Am 10. November 2012 wurde der Deutsche Theaterpreis DER FAUST zum siebten Mal verliehen. In diesem Jahr fand die Vergabe im Theater Erfurt statt.
Die Mitwirkenden waren u.a. Bibiana Beglau, Yvonne Büdenhölzer, der Chor des Theater Erfurt, Dominique Horwitz, Edgar Selge, das Theater Waidspeicher, Murat Topal und Prof. Klaus
Zehelein.
Ausgezeichnet wurden Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeit wegweisend für das deutsche Theater ist. DER FAUST ist ein nationaler, undotierter Theaterpreis, der auf die
Leistungskraft und künstlerische Ausstrahlung der Theater aufmerksam macht und diese würdigt. Er wird vom Deutschen Bühnenverein gemeinsam mit den Bundesländern, der Kulturstiftung der Länder
und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste vergeben. Mitveranstalter und Förderer 2012 ist der Freistaat Thüringen. Zum zweiten Mal nach 2011 war die Sparkassen-Kulturstiftung
Hessen-Thüringen Partner und Förderer der Veranstaltung.
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Trophäe DER FAUST © Deutscher Bühnenverein
Die Nominierten und Sieger in den acht Kategorien:
Regie Schauspiel: - Martin Kusej, "Die bitteren Tränen der Petra von Kant", Bayerisches Staatsschauspiel
- Sebastian Nübling, "Three Kingdoms", Münchner Kammerspiele, Koproduktion mit dem Theater NO99 Tallinn und dem Lyric Hammersmith Theatre London
- Rüdiger Pape, "Wolke 9", Theater im Bauturm Köln
Darstellerin/Darsteller Schauspiel: - Fabian Hinrichs in "Kill your Darlings! Streets of Berladelphia", Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin, Gefördert im Fonds Wanderlust der Kulturstiftung des Bundes
- Burghart Klaußner, Willy Loman in "Tod eines Handlungsreisenden", St.Pauli Theater Hamburg - Jana Schulz, Viola/Sebastian in "Was ihr wollt", Schauspielhaus Bochum
Regie Musiktheater: - Lorenzo Fioroni, "Carmen", Theater Augsburg
- Lydia Steier, "Saul", Oldenburgisches Staatstheater - Jossi Wieler / Sergio Morabito, "Die glückliche Hand/Schicksal (Osud)", Oper Stuttgart
Sängerdarstellerin/Sängerdarsteller Musiktheater: - Nicole Chevalier, Violetta Valéry in "La traviata", Oper Hannover
- Ana Durlovski, Amina in "Die Nachtwandlerin", Oper Stuttgart - Bo Skovhus, Lear in "Lear", Hamburgische Staatsoper
Choreografie: - Mei Hong Lin, "Romeo und Julia", Staatstheater Darmstadt
- Nanine Linning, "Voice Over", Theater Osnabrück - Martin Schläpfer, "b.09 - Ein Deutsches Requiem", Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg
Darstellerin/Darsteller Tanz: - Jackson Carroll in "Violakonzert" im Rahmen des dreiteiligen Ballettabends b.11, Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg
- William Moore, Olivier Brusson in "Das Fräulein von S.", Stuttgarter Ballett - Jörg Weinöhl in "Nicht ich - Über das Marionettentheater von Kleist", Eine Produktion von Isabel Mundry und Jörg Weinöhl in Rüsselsheim
Regie Kinder- und Jugendtheater: - Barbara Bürk, "Alice im Wunderland", Deutsches Schauspielhaus Hamburg
- Jan Gehler, "Tschick", Staatsschauspiel Dresden - Tobias Ribitzki, "Freunde!", Junge Oper Hannover
Bühne/Kostüm; - Victoria Behr, "Emilia Galotti", Theater Oberhausen - Barbara Ehnes / Chris Kondek, "Quijote. Trip zwischen Welten", Thalia Theater Hamburg
- Paul Zoller, "Le Grand Macabre", Staatstheater Mainz
Den Preis für das Lebenswerk erhielt der Dramatiker, Schriftsteller und Regisseur Tankred Dorst gemeinsam mit seiner Ehefrau und Co-Autorin Ursula Ehler.
Der aus Oberlind bei Sonneberg (Thüringen) stammende Autor und Regisseur studierte an der Universität Bamberg Germanistik und Kunstgeschichte, mit einem Studium der
Theaterwissenschaft in München setzte er seine Ausbildung fort. Seine ersten Theaterstücke (u.a. "Die Kurve", "Gesellschaft im Herbst", "Freiheit für Clemens") kamen 1960 in
Lübeck und Mannheim mit Erfolg auf die Bühne. 1961 folgte in Lübeck die Uraufführung seiner "Großen Schmährede an der Mauer". Daran knüpfte er bis heute mit einer Vielzahl von
Bühnenwerken, Prosa und einigen Verfilmungen vor internationalem Publikum an. 1963 wurde er als Mitglied in die Bayerische Akademie der Schönen Künste aufgenommen.
Seine Ehefrau Ursula Ehler begleitet ihn seit Anfang der 70er Jahre als Assistentin und Co-Autorin. Gemeinsam schrieben sie zahlreiche Dramen, daneben auch
Bühnenadaptionen, Filmskripte, Fernsehspiele, Erzählungen und Libretti.
Auch im Ausland fand Tankred Dorst Beachtung. So erhielt er u.a. 1973 Gastprofessuren in Australien und Neuseeland. 1978 wurde er zum Mitglied der Deutschen Akademie
für Sprache und Dichtung in Darmstadt berufen und 1983 in die Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz aufgenommen. 1990 wurde er mit dem "Georg-Büchner
-Preis" ausgezeichnet.
1992 war er Mitbegründer der "Bonner Biennale". Seitdem ist er auch Teil der künstlerischen Leitung dieses Theaterfestivals, das seit 2004 unter dem Namen "Neue Stücke aus
Europa" vorwiegend am Staatstheater Wiesbaden stattfindet. 2003/2004 hielt er als Gastprofessor Poetikvorlesungen an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. 2006
bekam er den "Samuel-Bogumil-Linde-Preis", der sich an eine Reihe anderer wichtiger Auszeichnungen anschloss. Im selben Jahr inszenierte Dorst bei den Richard-Wagner
-Festspielen in Bayreuth den "Ring des Nibelungen".
Tankred Dorst ist einer der wichtigsten deutschsprachigen Dramatiker der letzten Jahrzehnte. In der intensiven Zusammenarbeit mit seiner Frau Ursula Ehler gehört er zu den
bekanntesten und produktivsten Theaterautoren Deutschlands. Aber auch in anderen Funktionen ist er ein
außerordentlich engagierter Theatermensch. So hat er sich als Mitbegründer des Festivals Neue Stücke in Europa immer auch für andere Dramatiker eingesetzt. Er ist ein stets
offener und neugieriger Beteiligter an Entwicklungen im Theater und interessiert sich über die
Spartengrenzen hinaus auch für Puppentheater und Oper. So hat er kurzfristig den Bayreuther Festspielen durch seine Regie des "Ring des Nibelungen" geholfen. Auch die
jahrzehntewährende Teamarbeit mit seiner Frau Ursula Ehler unterstreicht das diskursive Denken Dorsts, einen unverzichtbaren Teil moderner Theaterschöpfung.
Der Preis des Präsidenten ging an den Dramaturgen und Intendanten Matthias Lilienthal.
Matthias Lilienthal, 1959 in Berlin geboren, studierte Theaterwissenschaft, Geschichte und Germanistik und war von 1988 bis 1991 Dramaturg am Theater Basel. Im Anschluss
wechselte er an die Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und war dort bis 1998 Chefdramaturg und stellvertretender Intendant. Für das Festival "Theater der Welt"
2002 wurde er zum Programmdirektor ernannt. Von 2003 bis 2012 war er künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des Hebbel am Ufer 1, 2 und 3 in Berlin. Er ist zudem der
Initiator des mittlerweile international aufgeführten Projekts "X Wohnungen". Ab Herbst 2012 wird Lilienthal mit jungen Künstlern in Beirut arbeiten. Anschließend folgt eine
Gastprofessur in Peking und 2014 die Leitung des Festivals "Theater der Welt" in Mannheim.
Der uneitle Formatentwickler Matthias Lilienthal hat die deutsche Theaterlandschaft in den letzten Jahren entscheidend verändert. Er begann seine Arbeit als Dramaturg am
Theater Basel, bevor der gebürtige West-Berliner an der Berliner Volksbühne Frank Castorfs große Ära in den 1990er Jahren prägte. Durch seine Kuratierung des Festivals
"Theater der Welt" 2002 in Bonn, Köln, Düsseldorf und Duisburg konfrontierte er die deutsche Theaterwelt mit extrem fremden Theaterwelten. Auch sind seitdem Inszenierungen
in theaterfernen Orten, etwa Privatwohnungen, fester Bestandteil der Theaterkultur. Lilienthal war anschließend bis 2012 Intendant des Berliner HAU, wo er freie Theaterarbeit
mit der Arbeit an einem festen Haus verband, dort gezielt migrantische Stoffe ans Theater holte und sie genreübergreifend erfahrbar machte, indem er Stilrichtungen wie
Tanztheater, Oper und Bildende Kunst miteinander verknüpfte. Nun hat er seine Theatererforschung durch eine Gastdozentur in Beirut und anschließend in Peking noch weiter globalisiert.
Medienpartner der Veranstaltung sind 3sat, Deutschlandradio Kultur und Die Deutsche Bühne. Der Automobil-Partner ist Skoda.
www.buehnenverein.de/de/netzwerke-und-projekte/der-faust.html
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Sechste Verleihung Deutscher Theaterpreis DER FAUST (2011):
DER FAUST ist
ein nationaler, undotierter Theaterpreis, der auf die Leistungskraft und künstlerische Ausstrahlung der Theater aufmerksam macht und diese würdigt. Er wird vom Deutschen Bühnenverein
gemeinsam mit den Bundesländern, der Kulturstiftung der Länder und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste vergeben. Mitveranstalter und Förderer 2011 war das Land Hessen. "Die
Verleihung des FAUST ist für Hessen mit seiner reichen Theatertradition eine Ehre. Ich freue mich auf diese Premiere", sagte die Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann.
Erstmalig ist in diesem Jahr die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen Partner und Förderer der Veranstaltung gewesen. „Diesen neuen Förderer gewonnen zu haben ist ein Beleg für
die Bedeutung des Deutschen Theaterpreises. Die Sparkassen-Kulturstiftung möchte herausragende Kulturprojekte in ihrer Vielfalt erlebbar machen und fördern. Dies passt gut zum FAUST: Alle
Partner wollen Theaterarbeit an großen und kleinen Orten in all ihren Facetten auszeichnen“, so Klaus Zehelein, Präsident des Deutschen Bühnenvereins.
Ausgezeichnet wurden Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeit wegweisend für das deutsche Theater ist. Die Preisvergabe erfolgte in den Kategorien: - Regie Schauspiel
- Darstellerin/Darsteller Schauspiel - Regie Musiktheater - Sängerdarstellerin/Sängerdarsteller Musiktheater - Choreografie - Darstellerin/Darsteller Tanz
- Regie Kinder- und Jugendtheater - Ausstattung Kostüm/Bühne Zudem gab es den Preis für das Lebenswerk und den Preis des Präsidenten.
Am 5. November 2011 wurde der Deutsche Theaterpreis DER FAUST zum sechsten Mal verliehen. In diesem Jahr fand die Vergabe in der Oper Frankfurt statt. Den
"Preis des Präsidenten" erhiehlt die Theaterwissenschaftlerin Prof. Dr. Erika Fischer-Lichte. Der Theaterregisseur, Schauspieler und Intendant Wolfgang Engel wurde für sein
Lebenswerk geehrt. DER FAUST ist ein nationaler, undotierter Theaterpreis, der auf die Leistungskraft und künstlerische Ausstrahlung der Theater aufmerksam macht und diese würdigt.
Deutscher Theaterpreis DER FAUST in Frankfurt - Mitwirkende und Übertragungstermin
Der Schauspieler, Kabarettist, Regisseur und Produzent Michael Quast führte als Moderator durch die sechste Verleihung des Deutschen Theaterpreises DER FAUST. Als Laudatoren überreichten
u.a. Prof. Dr. Brigitte Fassbaender, Karoline Herfurth, Prof. Dr. Frank Hörnigk, Sandra Hüller, Volker Ludwig, Matthias Matschke, Christine Schäfer und Prof. Klaus Zehelein den FAUST in den
jeweiligen Kategorien. 3sat berichtete ausführlich am Sonntag, den 6. November 2011 über die Verleihung. Deutschlandradio Kultur und Deutschlandfunk übertrugen die Veranstaltung live im
Rahmen von "Dokumente und Debatten" auf den LW 153 und 177 kHz, der MW 990 kHz, als Live-Stream unter www.dradio.de sowie im neuen Digitalradio DAB+. Im Rahmen der Sendung
"Fazit" sendete Deutschlandradio Kultur ein Kritiker-Gespräch zur Preisverleihung.
Es besteht weiter die Möglichkeit, sich dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST bei Twitter anzuschließen: http://twitter.com/Theaterpreis
Medienpartner der Veranstaltung sind 3sat, Deutschlandradio Kultur, die Frankfurter Rundschau und Die Deutsche Bühne.
Die Nominierten und die Sieger (rot) in den acht Kategorien:
Regie Schauspiel Stephan Kimmig, "Kinder der Sonne", Deutsches Theater Berlin
Luk Perceval, "Hamlet", Thalia Theater Hamburg Hermann Schmidt-Rahmer, "Rechnitz (Der Würgeengel)", Düsseldorfer Schauspielhaus Darstellerin/Darsteller Schauspiel Bettina Hoppe, Cäcilie in "Stella", Städtische Bühnen Frankfurt am Main Valery Tscheplanowa, Maria Stuart in "Maria Stuart", Städtische Bühnen Frankfurt am Main ~ Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen Martin Wuttke, Dr. Jacques Duval in "Schmeiß Dein Ego weg!", Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin
Regie Musiktheater Yona Kim, "Pnima", Staatstheater Stuttgart
Laura Scozzi, "Die Reise nach Reims", Staatstheater Nürnberg Benedikt von Peter, "Intolleranza 1960", Staatsoper Hannover
Sängerdarstellerin/Sängerdarsteller Musiktheater Claudia Barainsky, Medea in "Medea", Städtische Bühnen Frankfurt am Main ~ Koproduktion mit der Wiener Staatsoper
Merja Mäkelä, Adriana in "Adriana Mater", Städtische Bühnen Osnabrück Lauri Vasar, Billy Budd in "Billy Budd", Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg
Choreografie Mei Hong Lin, "Die Brautschminkerin", Staatstheater Darmstadt Christian Spuck, "Poppea//Poppea", Theaterhaus Stuttgart - Gauthier Dance ~ Koproduktion mit Les Théâtres de la Ville de Luxembourg und in Kooperation mit dem Theater Bonn, der
Schauburg München und Achtfeld GmbH Berlin Stephan Thoss, "Blaubarts Geheimnis", Hessisches Staatstheater Wiesbaden Darstellerin/Darsteller Tanz
Marlúcia do Amaral in "Neither" im Rahmen des mehrteiligen Ballettabends b.04, Ballett am Rhein Düsseldorf/Duisburg
Alexandre Riabko, Der Mann in Braun in "Dances at a Gathering" im Rahmen des Ballettabends "Chopin Dances", Hamburg Ballett Giuseppe Spota, Blaubart in "Blaubarts Geheimnis", Hessisches Staatstheater Wiesbaden Regie Kinder- und Jugendtheater Neco Çelik, "Gegen die Wand", Junge Oper Stuttgart
Christopher Gottwald, "Das Kind der Seehundfrau", Theater Pfütze Nürnberg ~ Kooperation mit dem Staatstheater Nürnberg
Daniela Löffner, "Demian", Junges Schauspielhaus Düsseldorf Ausstattung Kostüm / Bühne Klaus Grünberg für Bühne und Licht bei "Rusalka", Komische Oper Berlin
Johannes Schütz für die Gesamtausstattung von "Das Werk/Im Bus/Ein Sturz", Bühnen der Stadt Köln
Natascha von Steiger für das Bühnenbild von "Das Erdbeben in Chili", Staatsschauspiel Dresden ~ Koproduktion mit dem Maxim Gorki Theater Berlin
Die Mitglieder der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste wählten aus den Nominierten die Preisträger aus, die am Abend der Verleihung bekannt gegeben wurden.
Der Preis für das Lebenswerk ging an den Theaterregisseur, Schauspieler und Intendanten Wolfgang Engel 1943 in Schwerin geboren, legte Wolfgang Engel 1965
in Berlin die staatliche Bühnenreifeprüfung ab. Drei Jahre später begann er mit ersten Regiearbeiten in Schwerin. In den 1970er Jahren arbeitete er als Regisseur an den Landesbühnen Sachsen
in Radebeul und am Jugendtheater in Berlin. Ab 1978 lehrte er an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. 1980 ging er als fester Regisseur an das Staatsschauspiel
Dresden, wo ihn seine vielbeachteten Inszenierungen zu einem der wichtigsten Regisseure der DDR machten. Dort inszenierte er u.a. "Penthesilea" (1986) und "Faust " (1990).
Ab 1983 reiste Engel auch zu Regiearbeiten in den Westen, u.a. an das Staatstheater in Saarbrücken, das Wiener Burgtheater, das Züricher Schauspielhaus, das Berliner Schillertheater und
Münchner Residenztheater. 1991 ging er nach Frankfurt am Main und wurde fester Regisseur am Schauspiel. Von 1995 bis 2008 war Wolfgang Engel Intendant des Schauspielhauses Leipzig. Seitdem
arbeitet er als freier Regisseur u.a. am Düsseldorfer Schauspielhaus ("Joseph und seine Brüder") und am Staatsschauspiel Dresden ("Der Turm"). Überdies inszeniert er seit
einigen Jahren auch Opern. Wolfgang Engel ist einer der prägenden deutschen Theaterregisseure der vergangenen 40 Jahre. Mit seinen zahlreichen Inszenierungen, darunter viele, eher selten
gespielte, klassische Texte, manifestierte er eine große Leidenschaft für die Sprache und damit verbunden für ein provokant gedachtes, politisches Theater, das die Figuren in ihrer
emotionalen Individualität begreift. Seine Leistung besteht darin, den Menschen mittels Bildern und Metaphern ins Zentrum der Betrachtung zu rücken, ohne dabei zu politisieren oder den
Zuschauer ästhetisch zu überfordern. Er hat wesentlich dazu beigetragen, das Theater zu einem Ort der Gegenwart und des kollektiven Denkens zu entwickeln. Wolfgang Engel setzte sich stark für
die friedliche Revolution in der DDR ein und ging nach der Vereinigung der beiden Staaten und Theatersysteme mit großer Offenheit auf die Kollegen aus dem Westen zu. Ohne sein Engagement wäre
dieses friedliche und kreative Zusammenwachsen der Theater in Deutschland so nicht möglich gewesen. Ebenfalls zu würdigen sind seine Verdienste um das Schauspiel Leipzig. Nicht nur, dass er
als Intendant unermüdlich versuchte, das Theater in die Stadt hinein zu öffnen, seine Aufmerksamkeit galt ebenso der Förderung junger Schauspieltalente, welchen er stets Möglichkeiten der
Herausforderung bot. Der Preis des Präsidenten ging an die Theaterwissenschaftlerin Erika Fischer-Lichte Erika
Fischer-Lichte studierte von 1963 bis 1970 Theaterwissenschaft, Slawistik, Germanistik, Philosophie, Psychologie und Pädagogik an der Freien Universität Berlin und an der Universität Hamburg.
Sie promovierte im Fach Slawistik. 1973 wurde sie Professorin am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. 1986 übernahm sie den
Lehrstuhl für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Bayreuth, und wurde 1991 Direktorin des Instituts für Theaterwissenschaft an der Johannes
Gutenberg-Universität Mainz. Seit 1996 ist Erika Fischer-Lichte als Professorin und Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin tätig.
Erika Fischer-Lichtes Arbeiten mit den Schwerpunkten Ästhetik und Kunsttheorie, Theorie und Geschichte des Theaters, Ästhetik des Gegenwartstheaters und Verflechtungen von Theaterkulturen
gehören zu den international bedeutenden und einflussreichsten Positionsbestimmungen nicht nur der Theaterwissenschaften. Mit ihrer dreibändigen Untersuchung zur "Semiotik des
Theaters" (1983) eröffnete sie ein Forschungsfeld, das den Blick auf das Theater neu strukturierte: Die Deutungshoheit über das Theater durch hermeneutische Operationen an dramatischen
Texten wurde zugunsten der Untersuchung der Aufführung selbst als Text ausgesetzt. Die zweibändige "Geschichte des Dramas" (1990, ebenfalls in vier Sprachen übersetzt) arbeitet
folgerichtig die Differenz von "Theater" und dem "Drama als Literatur" aus. Fischer-Lichtes Ansatz, der umfassend die unterschiedlichen Parameter theatralischen Geschehens
in die Perspektive nimmt und inspiriert ist von gegenwärtiger Theaterarbeit, gewinnt in ihrer "Ästhetik des Performativen" (2004) eine neue Kontur, eine Arbeit, die nicht alleine
zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung anreizt, sondern auch den Theaterschaffenden ein Spektrum produktiver Diskurse eröffnet.
Medienpartner der Veranstaltung sind 3sat, Deutschlandradio Kultur, die Frankfurter Rundschau und Die Deutsche Bühne. 3sat berichtet ausführlich über die Veranstaltung.
Der Automobil-Partner ist Skoda.
Gäste & Mitwirkende Deutscher Theaterpreis DER FAUST 2011
Lina Beckmann Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse Volker Bouffier, Ministerpräsident des Landes Hessen Julia Bremermann Hannelore Elsner Wolfgang Engel
Brigitte Fassbaender Rosemarie Fendel Erika Fischer-Lichte Michel Friedman Dunja Hayali Karoline Herfurth Mathias Hermann Frank Hörnigk Dietrich Hollinderbäumer
Charly Hübner Sandra Hüller Theo Koll Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann Günter Lamprecht Volker Ludwig Matthias Matschke Sunnyi Melles Peter Nottmeier
Albert Ostermaier Ludger Pistor Moritz Rinke Christopher Roman Petra Roth, Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt Clelia Sarto Stephanie Stumph Christine Schäfer
Marie-Lou Sellem Anna Maria Sturm Christine Urspruch Ingeborg Westphal Martin Wuttke Patrycia Ziolkowska Daniela Ziegler
(Stand vom 28. Oktober 11)
[© Deutscher Bühnenverein]
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