kulturfreak

Theater

LEIPZIGER FESTSPIELE 2013

Berliner Theatertreffen 2013 

Internationale Maifestspiele 2013

Deutscher Theaterpreis DER FAUST 2012

Stücke-Infoseiten:

4 nach 40
36,9 Grad Houellebecq/Brecht
39 Stufen, Die
1002. Nacht, Die

Abalon, one night in bangkok
Abenteuer des braven Soldaten Schwejk, Die
Abgesoffen
Abschaffung der Arten, Die
Achtung Deutsch!
Ängstlichen und die Brutalen, Die
Ajax
Alan Turning (Breaking the Code)
Alkestis
Alle sechzehn Jahre im Sommer
Alles Astro
Alles für Mama 
Amokläufer
Amphitryon
an Goethe (zum 261ten)
Andalusische Mirakel, Das
andere Seite, Die
Anna Karenina
Annika, oder Wir sind nichts
Antigone
Anziehsachen
Ariadnes Faden
Arsen und Spitzenhäubchen
Aschenputtel
Atropa – Der Fall Trojas
aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui, Der
Auftrag, Der
Außer Kontrolle
Autofahrt ins All

Babel 
Bacon Talks
Bagdad brennt
Bartsch, Kindermörder
Bash
Beautiful Thing
Being Lawinky 
Besucher
Betty
Between Work and Paradise
Biedermann und die Brandstifter
Bildung für Rita (Educating Rita)
Black ice ~ Ein Lügenspiel
Blaubart - Hoffnung der Frauen
blaue, blaue Meer, Das
blaue Engel, Der
Bleib mein schlagendes Herz
Blick von der Brücke
blinde Geschehen, Das
blutsbande
Bombsong
Bouncing in Bavaria
Breaking the Waves
Bremer Stadtmusikanten
Brüchig
Buddenbrocks
Büchner. Lenz & Schubert. Schöne Müllerin
Bürgermeister und seine Lieben, Der
Bürgschaft, Die
Bunbury
Burgfestspiele Bad Vilbel

Cabelo Branco é Saudade: Fados
Changeling, The
Clavigo 
Clockwork Orange 
Clybourne Park
Clyde & Bonnie

Dantons Tod 
Das sind nicht wir, das ist nur Glas
Dead Guy, The 
Dear Wendy
Deathtrap
dressierte Mann, Der
Diener zweier Herren, Der
Disney Killer, Der
DNA
Doktor Faustus
Don Camillo und Peppone
Don Carlos
Don Quijote
Draußen vor der Tür
Drei Mal Leben
Drei Schwestern
Dreigroschenoper, Die
dritte Generation, Die
Dunkel lockende Welt
Durch die Wüste

Easy Rider
Edgar und Annabel
Egmont
Ehrensache
Ein eingebildet Kranker
Ein Inspektor kommt
Ein Mond für die Beladenen
Ein Volksfeind
Eine Familie
Eine ganz normale Familie
Eine Odyssee
Eine Sommernacht
Eins, zwei, drei
Einsame Menschen
Eiserne Gustav, Der
Elektra 
Emilia Galotti
Ende vom Anfang, Das
Endspiel
Endstation Sehnsucht
Eraritjaritjaka
Ernst und seine tiefere Bedeutung
Erste Mal, Das
Erzählung des Gleichgewichts 4.W

Fahrenheit 451
Falstaff
Familie Schroffenstein
Faust
FaustIn and out
Feelgood
Fegefeuer in Ingolstadt
Fettes Schwein
Feuerzangenbowle, Die
Fieber, Das
Fisch zu viert
Flieg, Oberst, flieg !
Floh im Ohr 
Frankenstein - Aus dem Leben der Angestellten 
Frau die gegen Türen rannte, Die
Frau Sperlings Raritätenladen
Freund Krank, Der
Friede den Hütten! Krieg den Palästen!
fröhliche Weinberg, Der
Frühlings Erwachen
Fuchs, Der
Fundament

Gähnen der Leere, Das
Ganze Kerle
Gaslight
Gefährliche Liebschaften
Geistheilerin, Die
Geizige, Der
Gelantine
Geldgott, Der
Genannt Gospodin
George Dandin
Gerechten, Die
Gertrud
Gerüchte... Gerüchte...
Geschichten aus dem Wiener Wald
Geschichten vom blauen Planeten
Geschichten von Mama und Papa
Ghostcity
Gier
Glaube Liebe Hoffnung
Glorious
Glückliche Zeiten
Göttliche Komödie, Die
Golden Girls
goldene Drachen, Der
Goldfischen
Good People
Gott des Gemetzels, Der
Gotthelm oder Mythos Claus
Grimm-Code,Der
Grönholm-Methode, Die
grosse Erzählung, Die
große Gatsby, Der
große Welttheater, Das
Gut gegen Nordwind
gute Mensch von Sezuan, Der

Hals der Giraffe, Der
Hamlet
Hamletmaschine, Die
Hanglage Meerblick
Harper Regan
Harry und Sally
Hauptmann von Köpenick, Der
Haus sagt, Das
haymatlos
Heaven (zu Tristan)
heilige Johanna der Schlachthöfe, Die
Helter Skelter
hercules @work
Herr der Fiegen, Der
herrschende Klasse, Die
Herzschritt
Heute bin ich blond!
Hexenjagd
Hinkemann
Hochzeitsreise, Die
Hörst du mein heimliches Rufen 
Horns Ende 
Horror Vacui
How love is spelt
Hyperion
Hysteria

I hired a contract killer 
I WENT TO THE HOUSE BUT DID NOT ENTER
Ich mag Dich wirklich
Ich war Staatsfeind Nr. 1
Ich werde hier sein im Licht und im Schatten
Ich werde sein ~ Das Drama Rosa Luxemburg
idealer Gatte, Ein
Ihre Version des Spiels
Illusionen
Im Dickicht der Städte
Im Wald ist man nicht verabredet
Im Zweifel für den Angeklagten
In jeder Beziehung 
In seiner frühen Kindheit ein Garten
Iphigenie auf Tauris
Iwanow

Jason
Je t’aime :: je t’aime
Jedermann
Jesus d’amour, geb. 0
Jesus d`amour, gest./auferst. – Das Evangelium.
John Gabriel Borkman
Jugend ohne Gott
Jungfrau von Orleans, Die 

Kabale und Liebe
Käthchen von Heilbronn
kain!
Kalender Boys
Kalender Girls
Kampf des Negers und der Hunde
Kampfchor Galaktika
Kasimir und Karoline 
Kaspar Häuser Meer
Katze auf dem heißen Blechdach, Die
Katzelmacher
Kaufmann von Venedig, Der
Kein Schiff wird kommen
KEINOHRHASEN
Kiebich und Dutz
Killer in me is the killer in you my love, The
Kimberlit. Ein Bestarium
Kinder des Olymp
Kirschgarten, Der
Kleinbürgerhochzeit, Die
Kleine Hexe, Die
Kleiner Mann was nun ? 
Klimaforscher
Komödie im Dunkeln
König Arthur
König Lear
König Ödipus
Königreich
Kontrakte des Kaufmanns, Die
Kopftod
Kredit
Krieg der Bilder
Krabat
Krieg und Frieden
Küste
Kunstseidene Mädchen, Das

Ladies Night
laiensclub
Lasst euch nicht umschlingen ihr 150 000 000!
Last Virgin, The
Ledarálnakeltüntem
Leonce und Lena
Letzte der feurigen Liebhaber, Der
Letzte Hochhaus, Das
Leyla & medschnun
Leiden einer jungen Kassiererin, Die
Liebe zur Leere, Die
Liebelei
Liebesruh
Liebesspiel
Liliom
Living with Lady Macbeth
Lokomotive, Die
Lolita
Lorenzaccio le fou
Lustige Witwer, Der
Luthers Teufel
Lulu

Macbeth
Madame Bovary
Männer und andere Irrtümer
Männerbeschaffungsmaßnahmen
Männerhort
Männersache
Making of :: Marilyn
Maria Magdalena
Maria Stuart 
Marin Parade
Marquise von O., Die
Marx. Engels. Hennes & Mauritz.
Medea
Mein Freund Harvey
Mein Kampf
Meine dicke Freundin
Meine Schwester und ich
Der Meister und Margarita
Meisterklasse
Menschenfeind, Der
Merlin oder Das wüste Land
Messias, Der  
Michael Kohlhaas
Minna von Barnhelm
Misery
Möve, Die
Motortown
Muschelsucher, Die
Mustergatte, Der
Mutter Courage und ihre Kinder

Nach den Klippen
Nachlass, Der
Nachtasyl 
Nachtwache
nackte Wahnsinnn, Der
Nathan der Weise
Nervensäge, Die
Nibelungen
Nippel Jesus
Nora
Norway today

Opening Night
Opferung von Gorge Mastromas, Die
Orestie
Orphée
Oscar
Oskar und die Dame in Rosa
Othello 

Paarungen
Paradiso
Parasit, Der
Paris, Texas
Passagier, Der
patriot act
Peer Gynt
Peggy Picket sieht das Gesicht Gottes
Pension Schöller
Penthesilea
Perfect Bodies, Perfect Minds
Perser, Die
Perdit Durango
Perle Anna, Die
Pest, Die
Peterchens Mondfahrt
Phädra
Physiker, Die
A Picasso
Platonow
Präsidentinnen, Die
Prinz Friedrich von Homburg
Pro Familia Teiresias
Produkt, Das
Prometheus
Punk Rock

Quartett
Quai West
Quelle, Die

Räuber, Die 
radikalextreme²
Raub der Sabinerinnen, Der
Rechnitz (Der Würgeengel)
Red Light Red Heat...
Reineke Fuchs
Reise! Reiser!
Reiz und Schmerz
Remake Rosemarie
Retten Sie mich! Reden Sie! Irgendwas!
Revisor, Der
Richard III
Roberto Zucco
Romeo und Julia
Ronja Räubertochter
Rosenkranz und Güldenstern sind tot
Roter Ritter Parzifal

Sagra del Signore della Nave, La
Salome
Sammer, Der
Santa Joana dels escorxadors
Scarlett-O´Hara-Syndrom, Das
Schade, dass sie eine Hure war
Schändung
Schillers sämtliche Werke... leicht gekürzt
Schlafes Bruder
Schloss, Das
Schonzeit
Schwarze Begierde
Schwarzes Tier Traurigkeit
Sehnsucht der Veronika Voss, Die
Shoppen
Shopping girls...
Seine Braut war das Meer und sie umschlang ihn
Sleepless in my dreams
Small Things
Some Girl(s)
Sommergäste
Sommernachtstraum, Ein
Spätlese
spanische Fliege, Die
Sparschwein, Das
spielzeiteuropa
Sonja
Sonny Boys
Sozialistische Schauspieler...
Stadt aus Glas
Stein, Der
Steilwand
Stella
Sterben
Sterne
Stifters Dinge
Stunde, da wir nichts voneinander wußten, Die
Sturm, Der
Sturmfrei
Swing again

Tag der Gnade
talentierte Mr. Ripley, Der
Tartuffe
Tausch, Der
Terminal 5
Teufels General, Des
Tirant Lo Blanc
Tod eines Handlungsreisenden
tomorrow, maybe...Über - Leben in Diktaturen
Torquato Tasso
Tot im Orient-Express
Traumfrau Mutter - reloaded
Traumnovelle
Tropfen auf heiße Steine
trunkene Schiff, Das
Tschick
Zufall zu gefallen, Dem

Über das Marionettentheater. Kleist
Ulrike Maria Stuart
Unerhörten, Die
Unschuldigen, Die
Unverhofft
Uns geht´s ja noch gold
 
Die Valentin Methode. Ein Humor-Labor
Karl Valentin. Triumph des Unwillens
Venus im Pelz
Versuchung des heiligen Antonius, Die
Viel Lärm um Nichts
Vier linke Hände
Vom Wege ab. Grimms Märchen
Von Lügen und Lastern
Von Mäusen und Menschen
Von morgens bis mitternachts
Vor Sonnenaufgang

Wahlverwandtschaften, Die
Warten auf Godot
Warum wir also hier sind ~ Kein Traumspiel
Was der Butler sah
Was ihr wollt
Was zu sagen wäre warum
Wellen, Die 
Wenn, dann: was wir tun, wie und warum
Wenn eine Dolores heisst...
Wer hat Angst vor Virginia Woolfe?
Werthers Leiden
Weisse Album, Das
Weiter Träumen
Wie es euch gefällt 
Wildente, Die 
Wilhelm Meister
Winterreise
Wir lieben und wissen nichts
Wir sind schon gut genug!
Wolken.Heim
Woyzeck/Wozzeck

X-Freunde

Zartbitter
Zeit des Verschwindens
zeit zu lieben zeit zu sterben
zerbrochene Krug, Der
Zofen, Die
Zum Teufel mit Goethe!
Zwei Fremde im Zug
zweite Kapitel, Das
Zwanzigtausend Seiten

Gastspiel im Schauspiel Frankfurt (Schauspielhaus):

»Abendschau« von George Tabori
Eine Koproduktion des Théâtre National du Luxembourg und der Ruhrfestspiele Recklinghausen

Am:
19. Juni 13

Regie: Frank Hoffmann
Bühne / Kostüme: Karl Kneidl
Musik: René Nuss
Licht: Daniel Sestak

Mit: Jacqueline Macaulay, Christiane Rausch; Luc Feit, Wolfram Koch, Ulrich Kuhlmann, Roger Seimetz

»Abendschau« erzählt den Showdown eines Künstlerlebens. Der Mann, der in seinem Haus in New York mit dem Tod tanzt, ist ein abgehalfterter Entertainer namens Fridolin. Seine Witze zünden nicht mehr, über sie lacht nicht mal mehr der Hund, geschweige denn der Rest der Familie. Eines Tages werden sie vom od besucht, in wechselnder Gestalt: als Klempner, als Cookiemonster, als Dr. Liptauer, als Boss Goldwhine, als Bluessänger, auch als Bodyguard und in der Gestalt der Sängerin Gloria. Manchmal ist er böse, gelegentlich unberechenbar, aber immer komisch. Eine Komödie über den Tod und darüber, wie die Menschen (nicht) damit umgehen können [ © Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Gastspiel im Schauspiel Frankfurt (Kammerspiele) und im Staatstheater Wiesbaden (Kleines Haus):

Woyzeck on the Highveld ~ Handspring Puppet Company

Schauspiel Frankfurt:
26. Juni 13 (in englischer Sprache)
Staatstheater Wiesbaden: 28. Juni 13 (in englischer Sprache)

Regie: William Kentridge / Luc de Wit

Mit: Basil Jones, Adrian Kohler, Janni Younge (Handspring Puppet Company)

Woyzeck als Migrant vor dem Hintergrund der Industrialisierung im Johannesburg der 50er Jahre: In der Konfrontation von (Holz-)Puppenspiel mit animierten Zeichnungen des Videokünstlers William Kentridge (und einer Prise Vaudeville) werden feinfühlig-mitreißende Bilder für Woyzecks Innenwelt wie Leidensweg auf die Bühne gezaubert. Ein im wahrsten Sinne des Wortes multimediales Theater, das zugleich die Tradition »handgemachten« Objekttheaters für das digitale Zeitalter bewahrt und weiterentwickelt. [ © Schauspiel Frankfurt]


www.schauspielfrankfurt.de www.handspringpuppet.co.za

LEIPZIGER FESTSPIELE 2013

Vom 1. März bis 23. Juni 2013 finden die LEIPZIGER FESTSPIELE im Centraltheater statt. Das Publikum erwarten 16 Premieren und eine Fülle an weiteren Programmpunkten. Darunter Konzerte, Lesungen, Filme und Performances.

Sebastian Hartmann eröffnet die Festspiele am 1. März mit ENTSCHEIDE DICH FÜR DIE LIEBE #1 — TRAUM. Diese Premiere ist der Auftakt einer Russen-Trilogie, die sich mit drei der größten russischen Autoren und Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts beschäftigt: Dostojewski, Tschechow, Tarkowski. Der zweite Teil der Trilogie feiert mit ENTSCHEIDE DICH FÜR DIE LIEBE #2 — ANGST am 22. März Premiere in der Festspielarena.

Am 7. März wird der bekannte und renommierte Schauspieler Thomas Thieme seine Inszenierung von TOP MÜLLER SCHLACHT erstmals zur Aufführung bringen. Die zeitlosen Fragen, die der Autor Heiner Müller in „Die Schlacht“ stellt, kombiniert Regisseur Thomas Thieme mit einer anderen, schwärmerischen Form von Terror und Krieg: der alltäglichen Schlacht in der Medienwelt.

Musikalisch wird es am 13. März mit der Premiere von RIO REISER: DER TRAUM IST AUS ABER ICH WERDE ALLES GEBEN DASS ER WIRKLICHKEIT WIRD unter der Leitung von Uwe Bautz und Peter Schneider. Sänger der Revolte, Schauspieler, Politrocker, Kunsthure, Stimme einer Generation war Rio Reiser – das alles (und noch viel mehr) und doch auch wieder nicht.

Am 19., 20. und 21. März ist ein Abend von Klaus Maria Brandauer in der Festspielarena zu erleben. Von Arno Waschk am Klavier begleitet, begibt er sich auf EINE PILGERFAHRT ZU BEETHOVEN. KLAUS MARIA BRANDAUER LIEST RICHARD WAGNER. Die „Pilgerfahrt“ ist eine unterhaltsame, skurrile und phantastische Erzählung des jungen Richard Wagner voller Witz.

Ausführliche Informationen zum FESTSPIELPROGRAMM finden sich unter
www.schauspiel-leipzig.de

Berliner Theatertreffen 2013:

Vom 3. bis 19. Mai 2013 feiern die Berliner Festspiele 50 Jahre Theatertreffen.
Rund 420 Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sichtete und diskutierte die Kritikerjury in den vergangenen Monaten. Auf der Schlusskonferenz am 10. Februar 13 haben die sieben Jurorinnen und Juroren ihre Auswahl der zehn bemerkenswertesten Inszenierungen der letzten Saison getroffen.

Die 10 ausgewählten Inszenierungen für das Theatertreffen 2013 sind:

„Disabled Theater“ von Jérôme Bel / Theater Hora – Stiftung Züriwerk, Zürich. R. B. Jérôme Bel / Theater Hora – Stiftung Züriwerk, Zürich / Hebbel am Ufer, Berlin u.a.

„Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ von Bertolt Brecht. Regie Sebastian Baumgarten. Schauspielhaus Zürich.

„Jeder stirbt für sich allein“ nach Hans Fallada. Regie Luk Perceval. Thalia Theater Hamburg.

„Krieg und Frieden“ nach Lew Tolstoi. Regie Sebastian Hartmann. Schauspiel Leipzig / Ruhrfestspiele Recklinghausen.

„Medea“ von Euripides. Regie Michael Thalheimer. Schauspiel Frankfurt.

„Murmel Murmel“ nach Dieter Roth. Regie Herbert Fritsch. Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin.

„Orpheus steigt herab“ von Tennessee Williams. Regie Sebastian Nübling. Münchner Kammerspiele.

„Die Ratten“ von Gerhart Hauptmann. Regie Karin Henkel. Schauspiel Köln.

„Reise durch die Nacht“ von Friederike Mayröcker. Regie Katie Mitchell. Schauspiel Köln.

„Die Straße. Die Stadt. Der Überfall.“ von Elfriede Jelinek. Regie Johan Simons. Münchner Kammerspiele.

Zur Jury gehören die Theaterkritikerinnen und -kritiker Vasco Boenisch, Anke Dürr, Ulrike Kahle-Steinweh, Christoph Leibold, Daniele Muscionico, Christine Wahl und Franz Wille.

Yvonne Büdenhölzer, Leiterin des Theatertreffens, zur diesjährigen Auswahl: „Seit einem halben Jahrhundert feiert das Theatertreffen nun die herausragenden und zukunftsweisenden Arbeiten des deutschsprachigen Theaters. Auch in seiner 50. Ausgabe spiegelt das Festival die Vitalität und Vielgestaltigkeit der deutschsprachigen Theaterlandschaft. Besonders bemerkenswert an der diesjährigen Auswahl ist die Rückbesinnung auf große Stoffe und Geschichten, auf Klassiker und Klassiker der Moderne – flankiert von Stückentwicklungen und neuen Texten. Im Zentrum der Inszenierungen steht oft eine Neubefragung sozialer Themen oder gesellschaftlicher Werte. Überragende Ensembleleistungen zeigen die Bühne als Ort, an dem existentielle Fragen gestellt werden.“

Über fünf Jahrzehnte lang hat das Festival einen Überblick der künstlerischen Entwicklungen an deutschsprachigen Bühnen geboten und sich zugleich erfolgreich als Publikumsfestival, Fachmesse und Talenteplattform etabliert. Das Theatertreffen wird am Freitag, den 3. Mai 2013, im Haus der Berliner Festspiele eröffnet und ist von einer Reihe Sonderveranstaltungen zum Festivaljubiläum geprägt. Ein breites Rahmenprogramm mit Preisverleihungen, Podiumsdiskussionen, Publikumsgesprächen, Public Viewings und Premierenfeiern begleitet die Aufführungen der 10 ausgewählten Inszenierungen. Anfang Mai 2013 geben die Berliner Festspiele eine Publikation mit dem Titel „Die ersten 50 Jahre. Ereignis und Disput: Das Theatertreffen“ im Buchverlag Theater der Zeit heraus.

Der Stückemarkt feiert in diesem Jahr seinen 35. Geburtstag und zieht Bilanz. Eingeladen sind 35 Autoren, die seit 1978 für den Stückemarkt ausgewählt waren. Es wurden Werkaufträge für ein neues Kurzstück vergeben, die zahlreiche Künstler in szenischen Lesungen und Hörspielen an drei Festivaltagen in der „PanAm Lounge“ im Eden Haus präsentieren. In einem szenischen Archiv werden die Arbeiten der bereits verstorbenen Stückemarkt-Autoren zu sehen und zu hören sein. Das Akademieprogramm mit den Formaten Internationales Forum, Theatertreffen-Blog und Open Campus widmet sich dem künstlerischen Nachwuchs.

Die Kulturstiftung des Bundes fördert das Theatertreffen seit 2004.
Die Zusammenarbeit mit 3sat geht in ihr 18. Jahr. Ausgewählte Inszenierungen werden im Mai auf 3sat ausgestrahlt:

Samstag, 04.05. / 20.15 Uhr / Starke Stücke:
Medea
Samstag, 11.05. / 20.15 Uhr / Starke Stücke: Orpheus steigt herab
Samstag, 18.05. / 21.00 Uhr / Starke Stücke: Die heilige Johanna der Schlachthöfe

Zudem am
Samstag, 18.05. / 20.15 Uhr /
50 Jahre Theatertreffen Berlin
 
Weitere Informationen unter:
www.berlinerfestspiele.de/theatertreffen

Die 10 ausgewählten Inszenierungen:

„Disabled Theater“ von Jérôme Bel / Theater Hora – Stiftung Züriwerk, Zürich. R. B. Jérôme Bel / Theater Hora – Stiftung Züriwerk, Zürich / Hebbel am Ufer, Berlin /Auawirleben, Bern / Kunstenfestivaldesarts, Brüssel / Documenta (13) / Festival d’Avignon / Ruhrtriennale / Festival d’Automne, Paris / Les Spectacles vivants – Centre Pompidou, Paris / La Bâtie – Festival Gèneve. Uraufführung Brüssel 10. Mai 2012. Deutsche Erstaufführung Essen 23. August 2012
Wer ist hier behindert? Die Schauspieler, weil sie das Down-Syndrom haben oder langsamer lernen als der Durchschnitt? Die Zuschauer, weil sie nicht wissen, wie man auf behinderte Schauspieler „normal“ reagiert? Die Kritiker, weil ihre Kategorien, erprobt am herkömmlichen Repräsentationstheater, hier nicht greifen? Der belgische Choreograf Jérôme Bel und das Schweizer Theater Hora schütteln unsere Wahrnehmung durcheinander. Wenn die elf Darsteller sich nacheinander auf der Bühne vorstellen, sind sie dann sie selbst oder spielen sie sich? Und wenn man sich von der Energie, der Unmittelbarkeit ihrer Solotanznummern mitreißen lässt, erliegt man dann nicht wieder einem Klischee? Und wenn wir nicht wollen, dass sie sich uns aussetzen, meinen wir damit nicht vielleicht, dass wir uns ihnen nicht aussetzen wollen? Dieses Theater ist nicht „disabled“, im Gegenteil: Selten war ein Abend so fähig, den Live-Charakter von Theater zu nutzen. Nichts ist berechenbar, alles kann schiefgehen. Oder?

„Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ von Bertolt Brecht. Regie Sebastian Baumgarten. Schauspielhaus Zürich. Premiere 29. September 2012
Seit der Geburt des Neoliberalismus Anfang des Jahrtausends wird Brechts Wirtschaftsklassiker allüberall gespielt und möglichst nahe an die Gegenwart gerückt. Keiner lässt Brechts „Heilige Johanna“ auf den ersten Blick älter aussehen als Sebastian Baumgarten in Zürich. Ein Pianist umklimpert sie mit jazzigen Rhythmen, Brechts sonst immer etwas antiquiert tönende Blankverse klingen dazu wie ein Libretto aus den 1920er Jahren. Die Wirtschafts-Männer tragen Latex-Halbmasken wie aus einer alten Ruth-Berghaus-Inszenierung, die ihnen die gröbsten Gefühlsregungen aus dem Gesicht wischen.
Dabei sehen die Kings of Cool unrettbar lächerlich aus mit ihren Cowboyhüten und grotesken Kostümen, als hätte man einen verstaubten Verfremdungs-Fundus im Berliner Ensemble geplündert. Ungefähr so hat man sich in den 1950ern im Osten den Kapitalismus vorgestellt. Doch je weiter die Inszenierung Brechts Vorlage wegrückt, umso näher erscheint die alte Geschichte. An den Gesetzen von Angebot und Nachfrage hat sich bis heute nichts geändert, Moral und Intelligenz dienen, so vorhanden, hauptsächlich der eigenen Interessenwahrung. Nur eine Lösung ist nicht mehr in Sicht, nicht einmal als Utopie. Erst ganz am Ende kommt Baumgartens Inszenierung auch äußerlich im Heute an. Der Markt hat sich erholt, es gibt zwar 30 Prozent weniger Lohn, 30 Prozent höhere Preise und 30 Prozent Arbeitslose, aber so ist das nun mal. 70 Prozent leben ganz ordentlich damit.

„Jeder stirbt für sich allein“ nach Hans Fallada. Regie Luk Perceval. Thalia Theater Hamburg. Premiere 13. Oktober 2012
Wer denkt, dass Moral eine flexible Größe ist, dass in jedem Täter ein Opfer steckt oder in jedem Opfer ein Täter, dass überhaupt das Gute oder Böse eine Frage der Perspektive sei, sollte sich unbedingt „Jeder stirbt für sich allein“ ansehen. Gerade 18 Karten mit dem lapidaren Satz „Der Führer hat mir meinen Sohn ermordet“ hat das Ehepaar Quangel zwischen 1940 und 1942 erfolgreich verteilt, bevor es in Gestapo-Kerkern gefoltert und ermordet worden ist. Luk Percevals Inszenierung geht Falladas Widerstandsroman von 1946 konzentriert an, meidet Milieu wie Atmosphäre, und entwirft ein knapp skizziertes Panorama der Mitläufer und Opportunisten, der Treppenhausspione und Hinterhaus-Erpresser, der kleinen Mitnahmeeffekte und großen Irrtümer, ohne die keine Diktatur funktionieren könnte. Je einfacher und besser das Thalia-Ensemble die Menschen versteht, die ihre bescheidenen Gewinne einfahren oder auch nur in Ruhe gelassen werden wollen, desto unerträglicher werden sie. Die Gewalt hat einen klammen Händedruck.

„Krieg und Frieden“ nach Lew Tolstoi. Regie Sebastian Hartmann. Schauspiel Leipzig / Ruhrfestspiele Recklinghausen. Premiere Recklinghausen 10. Mai 2012 / Premiere Leipzig 20. September 2012
Knapp zweitausend Romanseiten voller Kriegsreporte, Adelssalontratsch, höherer Philosophie und Eheanbahnungsökonomie: Auf die immense Herausforderung von Lew Tolstois Weltliteraturepos „Krieg und Frieden“ findet Sebastian Hartmann mit seinem Ensemble eine ebenso intelligente wie originelle Antwort. Die Leipziger Romanadaption folgt nämlich weder dem grassierenden Reader’s-Digest-Nacherzählungstrend noch der diskursiven Aufsprengungsmethode à la Frank Castorf. Statt handlungslinear geht sie motivweise vor und verdichtet wiederkehrende Topoi zu essentiellen, bildstarken Szenen, die folgerichtig direkt bei den letzten Dingen landen. „Ich“, „Tod“ oder „Glaube“ heißen die Sinneinheiten dieses fünfstündigen Abends, der sich auf einer symbolträchtig kipp- und hebbaren Bühnenplattform ereignet, angemessen komplex. Dass die Akteure dabei zusehends geradliniger auf unsere Gegenwart zusteuern, ohne diese Bewegung plakativ vor sich her zu tragen, und dass die vorgestanzten Sinnprodukte folglich immer zerfallsanfälliger werden, ist ebenso konsequent wie der Verzicht auf klare Figurenzuordnungen: Die großen Universalfragen ereilen die Spezies bekanntermaßen unabhängig von Alter und Geschlecht.

„Medea“ von Euripides. Regie Michael Thalheimer. Schauspiel Frankfurt. Premiere 14. April 2012
Im Gegenwartstheater kennt man die Kolcherin Medea ja vor allem als entrückt-pathosaffine Großtragödin oder – küchenpsychologisch heruntergedimmt – als betrogene Ehegattin quasi von nebenan. Vor diesem Hintergrund gelingt der Schauspielerin Constanze Becker in Michael Thalheimers Frankfurter Euripides-Inszenierung wahrhaft Sensationelles: Diese wie jene Stereotypenfalle unterlaufend, lässt Becker im universellen Mythos stets das Konkrete aufscheinen und umgekehrt – nicht im Ausschlussverfahren, sondern dialektisch; nicht laut tönend, sondern unverkünstelt klar. Tatsächlich lässt einen diese einsam auf einem erhöhten Bühnenvorsprung agierende Medea, die in Olaf Altmanns angemessen wuchtigem Szenario vom Parkett fast genauso weit entfernt ist wie von ihren Mitspieler/innen, gleichsam beim Denken zuschauen. Derart trägt Thalheimers Abend, ohne die Fallhöhe der Tragödie zu verringern, angestammte Interpretationsschichten ab und erobert der antiken Figur neue Facetten.

„Murmel Murmel“ nach Dieter Roth. Regie Herbert Fritsch. Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin. Deutsche Erstaufführung 28. März 2012
Der Text stand beim Regisseur Herbert Fritsch noch nie im Zentrum. In „Murmel Murmel“ ist Fritsch nun endlich so konsequent, sich, die Schauspieler und die Zuschauer vom Wort- und Sinnbalast zu befreien: siebzig Minuten akrobatisches Körpertheater, famoser Slapstick und rhythmische Tanzgymnastik, unterstützt vom Musiker Ingo Günther und seinem Marimbaphon. Wer will, kann darin einen satirischen Kommentar sehen zur hysterisch-überdrehten Turbogesellschaft, die mit unendlichem Blabla nichts sagt – man kommt aber auch gut ohne aus, wenn man sich einfach am grandiosen Bühnengeschehen erfreut, an Victoria Behrs grellen Sechziger-Jahre-Kostümen, an Fritschs psychedelisch an- und abschwellendem Bühnenbild, das mittanzt und dem dadaistischen Kunsttrip den Rhythmus vorgibt. Fritsch erinnert uns daran, was Theater auch und vor allem ist: eine bunte Schau mit lebendigen Menschen. Bei aller Hysterie hat das Dauer-Gemurmel der Schauspieler, mal solo, mal im Chor, sogar etwas Meditatives.

„Orpheus steigt herab“ von Tennessee Williams. Regie Sebastian Nübling. Münchner Kammerspiele. Premiere 29. September 2012
Ein Stück über Außenseiterhatz in einer repressiven Gesellschaft, selten gespielt. Sebastian Nübling erliegt nicht der Versuchung, es krampfhaft zu aktualisieren. Und doch enthebt er es dem konkreten Kleinstadtkosmos, den Tennessee Williams entworfen hat. Ein Kettenkarussell hängt kopfüber vom Schnürboden, unvollständig zunächst. Nach und nach montiert die Gemischtwarenhändlerin Lady Torrance Glühbirnen und Sitze, um es fahrtüchtig zu machen, unterstützt von Nachtclubsänger Val, der sich in Williams‘ Spießbürger-Hades verloren hat wie einst Orpheus in der Unterwelt. Eine unbeholfene Romanze entspinnt sich zwischen der verhärmten Lady von Wiebke Puls und dem schwer zu fassenden Val, der in Gestalt des estnischen Schauspielers Risto Kübar nicht einfach das Ausländische verkörpert, sondern das Andersartige schlechthin. Doch der Versuch dieses traurigen Paars, gemeinsam die Ketten der Gesellschaft zu sprengen, scheitert aufs Grausamste. Die Mehrheitsmeute kläfft bedrohlich, ehe sie zuletzt gnadenlos zubeißt. Eine schrecklich schöne Inszenierung von zeitloser Gültigkeit.

„Die Ratten“ von Gerhart Hauptmann. Regie Karin Henkel. Schauspiel Köln. Premiere 20. Oktober 2012
Aus einem zirzensisch bizarren Dachboden-Fundus, wie von Fellini entworfen, wird ein Drama entwickelt: Mit allen Mitteln des Theaters einmal ins menschliche Elend und zurück. Mutter John kauft ein Kind und behauptet, es wäre ihres. Verfolgt zunehmend stur ihre Lügenspur, mit schrecklichen Folgen für alle involvierten Leben. Der abgehalfterte Direktor Hassenreuter will wieder ein eigenes Theater, das Zuschauer und Kasse bringt, biegt sich deshalb fröhlich nach allen Seiten, mit entsprechenden Folgen fürs Theater. Mit der klugen Verschränkung und Thematisierung dieser von Gerhart Hauptmann bereits pikant kombinierten Bereiche Lustspiel und Drama zeigt Regisseurin Karin Henkel, wie heute auf illusionsfreier Bühne eine naturalistische Tragödie entstehen kann. Die bühnenästhetische Debatte wird praktisch geführt: Lina Beckmann als Frau John entwickelt mit ihren so feinen wie geradlinigen Mitteln eine ergreifende Tragödie, Kate Strong zeigt in mehreren Rollen wunderbar überdrehte, stilisierte Zirkusfiguren, Lena Schwarz spielt expressionistisch lautstarkes Drama und Bernd Grawert führt seinen Paul John vom harmlos liebevollen Kindsvater bis in die Verzweiflung eines Woyzeck, vom Alltag in den Abgrund. Ganz großes Theater.

„Reise durch die Nacht“ von Friederike Mayröcker. Regie Katie Mitchell. Schauspiel Köln / Fifty Nine Productions London. Uraufführung 13. Oktober 2012
Ein schweigsames Paar im Schlafabteil. Mit dem Nachtzug geht es von Paris nach Wien, doch die eigentliche Reise führt hinein in den Kopf der Ich-Erzählerin. Diese Frau löst sich auf – und wir lesen mit: Fetzen von Erinnerungen, Versatzstücke aus Träumen und Traumata versucht sie, schreibend in ihrer Kladde zu bändigen, um sich ihrer selbst zu vergewissern. Aus Mayröckers feministischer Einfühlungsepik macht Katie Mitchell eine stupende Studie sehr heutiger Identitätszuschreibungen. In einem Breitbandfilmset reproduzieren emsige Darsteller jene „Erinnerungsblitze“, die dann als faszinierendes Live-Kino scheinbar kohärent das Leben ergeben, wie es die Protagonistin in ihrem Stream of Consciousness zu (ver)fassen sucht. Berührend, beklemmend – und ein bisschen perfide. Denn Vorsicht: Was uns ergriffen glauben lässt, wir hätten eine Biografie erfasst, sind doch nur ein paar Gesten, Blicke, stereotype Schlaglichter auf Ehefrust und Vaterkomplex. Wenn das in unseren Augen schon reicht, ein Leben zu bedeuten – dann gute Nacht.

„Die Straße. Die Stadt. Der Überfall.“ von Elfriede Jelinek. Regie Johan Simons. Münchner Kammerspiele. Uraufführung 27. Oktober 2012
Wie Diamanten funkeln die Eiswürfel auf der Spielfläche. Doch im Scheinwerferlicht schmilzt die Pracht bald dahin. Alles nur Schein. Um Vergänglichkeit geht es. Und um Mode. Aber was wäre vergänglicher als Mode? Münchens Modemeile Maximilianstraße (an der auch die Kammerspiele liegen, denen Elfriede Jelinek ihr Stück geschenkt hat) – ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, im doppelten Sinne: Alles ist eitel, alles nichts. Aber aus einem Nichts kann auch alles werden. So wie erst Kleider Leute machen und das kleine München sich gerne in große Bedeutung hüllt. Seltsame Gestalten flanieren über die Bühne in Johan Simons‘ Inszenierung: Männer auf High Heels in hautfarbener Damenwäsche, die ihr welkes Fleisch mit Mode-Accessoires bemänteln: Pelzjacken und Luis-Vuitton-Handtaschen. Und mitten unter den Männern: Sandra Hüller als Fashion Victim, die hochnotkomisch an ihrem schicken neuen Rock verzweifelt, der sie zu einem Niemand degradiert. Weil er nie so an ihr aussehen wird wie an den Models auf den Plakaten. Theater, jenseits aller Moden und schönen Oberflächen, von existentieller Tiefe.
 

Siebente Verleihung Deutscher Theaterpreis DER FAUST

Am 10. November 2012 wurde der Deutsche Theaterpreis DER FAUST zum siebten Mal verliehen. In diesem Jahr fand die Vergabe im Theater Erfurt statt.

Die Mitwirkenden waren u.a. Bibiana Beglau, Yvonne Büdenhölzer, der Chor des Theater Erfurt, Dominique Horwitz, Edgar Selge, das Theater Waidspeicher, Murat Topal und Prof. Klaus Zehelein.

Ausgezeichnet wurden Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeit wegweisend für das deutsche Theater ist. DER FAUST ist ein nationaler, undotierter Theaterpreis, der auf die Leistungskraft und künstlerische Ausstrahlung der Theater aufmerksam macht und diese würdigt. Er wird vom Deutschen Bühnenverein gemeinsam mit den Bundesländern, der Kulturstiftung der Länder und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste vergeben. Mitveranstalter und Förderer 2012 ist der Freistaat Thüringen. Zum zweiten Mal nach 2011 war die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen Partner und Förderer der Veranstaltung.

Trophäe DER FAUST
© Deutscher Bühnenverein

Die Nominierten und Sieger in den acht Kategorien:

Regie Schauspiel:
- Martin Kusej, "Die bitteren Tränen der Petra von Kant", Bayerisches Staatsschauspiel
- Sebastian Nübling, "Three Kingdoms", Münchner Kammerspiele, Koproduktion mit dem Theater NO99 Tallinn und dem Lyric Hammersmith Theatre London
- Rüdiger Pape, "Wolke 9", Theater im Bauturm Köln

Darstellerin/Darsteller Schauspiel:
- Fabian Hinrichs in "Kill your Darlings! Streets of Berladelphia", Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin, Gefördert im Fonds Wanderlust der Kulturstiftung des Bundes
-
Burghart Klaußner, Willy Loman in "Tod eines Handlungsreisenden", St.Pauli Theater Hamburg
- Jana Schulz, Viola/Sebastian in "Was ihr wollt", Schauspielhaus Bochum

Regie Musiktheater:
- Lorenzo Fioroni, "Carmen", Theater Augsburg
- Lydia Steier, "Saul", Oldenburgisches Staatstheater
-
Jossi Wieler / Sergio Morabito, "Die glückliche Hand/Schicksal (Osud)", Oper Stuttgart

Sängerdarstellerin/Sängerdarsteller Musiktheater:
- Nicole Chevalier, Violetta Valéry in "La traviata", Oper Hannover
-
Ana Durlovski, Amina in "Die Nachtwandlerin", Oper Stuttgart
- Bo Skovhus, Lear in "Lear", Hamburgische Staatsoper

Choreografie:
- Mei Hong Lin, "Romeo und Julia", Staatstheater Darmstadt
- Nanine Linning, "Voice Over", Theater Osnabrück
-
Martin Schläpfer, "b.09 - Ein Deutsches Requiem", Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg

Darstellerin/Darsteller Tanz:
- Jackson Carroll in "Violakonzert" im Rahmen des dreiteiligen Ballettabends b.11, Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg
-
William Moore, Olivier Brusson in "Das Fräulein von S.", Stuttgarter Ballett
- Jörg Weinöhl in "Nicht ich - Über das Marionettentheater von Kleist", Eine Produktion von Isabel Mundry und Jörg Weinöhl in Rüsselsheim

Regie Kinder- und Jugendtheater:
-
Barbara Bürk, "Alice im Wunderland", Deutsches Schauspielhaus Hamburg
- Jan Gehler, "Tschick", Staatsschauspiel Dresden
- Tobias Ribitzki, "Freunde!", Junge Oper Hannover

Bühne/Kostüm;
-
Victoria Behr, "Emilia Galotti", Theater Oberhausen
-
Barbara Ehnes / Chris Kondek, "Quijote. Trip zwischen Welten", Thalia Theater Hamburg
- Paul Zoller, "Le Grand Macabre", Staatstheater Mainz
 

Den Preis für das Lebenswerk erhielt der Dramatiker, Schriftsteller und Regisseur Tankred Dorst gemeinsam mit seiner Ehefrau und Co-Autorin Ursula Ehler.

Der aus Oberlind bei Sonneberg (Thüringen) stammende Autor und Regisseur studierte an der Universität Bamberg Germanistik und Kunstgeschichte, mit einem Studium der Theaterwissenschaft in München setzte er seine Ausbildung fort. Seine ersten Theaterstücke (u.a. "Die Kurve", "Gesellschaft im Herbst", "Freiheit für Clemens") kamen 1960 in Lübeck
und Mannheim mit Erfolg auf die Bühne. 1961 folgte in Lübeck die Uraufführung seiner "Großen Schmährede an der Mauer". Daran knüpfte er bis heute mit einer Vielzahl von Bühnenwerken, Prosa und einigen Verfilmungen vor internationalem Publikum an. 1963 wurde er als Mitglied in die Bayerische Akademie der Schönen Künste aufgenommen. Seine Ehefrau Ursula Ehler begleitet ihn seit Anfang der 70er Jahre als Assistentin und Co-Autorin. Gemeinsam schrieben sie zahlreiche Dramen, daneben auch Bühnenadaptionen, Filmskripte, Fernsehspiele, Erzählungen und Libretti.
Auch im Ausland fand Tankred Dorst Beachtung. So erhielt er u.a. 1973 Gastprofessuren in Australien und Neuseeland. 1978 wurde er zum Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt berufen und 1983 in die Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz aufgenommen. 1990 wurde er mit dem "Georg-Büchner -Preis" ausgezeichnet.
1992 war er Mitbegründer der "Bonner Biennale". Seitdem ist er auch Teil der künstlerischen Leitung dieses Theaterfestivals, das seit 2004 unter dem Namen "Neue Stücke aus Europa" vorwiegend am Staatstheater Wiesbaden stattfindet. 2003/2004 hielt er als Gastprofessor Poetikvorlesungen an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. 2006 bekam er den "Samuel-Bogumil-Linde-Preis", der sich an eine Reihe anderer wichtiger Auszeichnungen anschloss. Im selben Jahr inszenierte Dorst bei den Richard-Wagner -Festspielen in Bayreuth den "Ring des Nibelungen".

Tankred Dorst ist einer der wichtigsten deutschsprachigen Dramatiker der letzten Jahrzehnte. In der intensiven Zusammenarbeit mit seiner Frau Ursula Ehler gehört er zu den bekanntesten und produktivsten Theaterautoren Deutschlands. Aber auch in anderen Funktionen ist er ein
außerordentlich engagierter Theatermensch. So hat er sich als Mitbegründer des Festivals Neue Stücke in Europa immer auch für andere Dramatiker eingesetzt. Er ist ein stets offener und neugieriger Beteiligter an Entwicklungen im Theater und interessiert sich über die
Spartengrenzen hinaus auch für Puppentheater und Oper. So hat er kurzfristig den Bayreuther Festspielen durch seine Regie des "Ring des Nibelungen" geholfen. Auch die jahrzehntewährende Teamarbeit mit seiner Frau Ursula Ehler unterstreicht das diskursive Denken Dorsts, einen unverzichtbaren Teil moderner Theaterschöpfung.

Der Preis des Präsidenten ging an den Dramaturgen und Intendanten Matthias Lilienthal.

Matthias Lilienthal, 1959 in Berlin geboren, studierte Theaterwissenschaft, Geschichte und Germanistik und war von 1988 bis 1991 Dramaturg am Theater Basel. Im Anschluss wechselte er an die Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und war dort bis 1998 Chefdramaturg und stellvertretender Intendant. Für das Festival "Theater der Welt" 2002 wurde er zum Programmdirektor ernannt. Von 2003 bis 2012 war er künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des Hebbel am Ufer 1, 2 und 3 in Berlin. Er ist zudem der Initiator des mittlerweile international aufgeführten Projekts "X Wohnungen". Ab Herbst 2012 wird Lilienthal mit jungen Künstlern in Beirut arbeiten. Anschließend folgt eine Gastprofessur in Peking und 2014 die Leitung des Festivals "Theater der Welt" in Mannheim.

Der uneitle Formatentwickler Matthias Lilienthal hat die deutsche Theaterlandschaft in den letzten Jahren entscheidend verändert. Er begann seine Arbeit als Dramaturg am Theater Basel, bevor der gebürtige West-Berliner an der Berliner Volksbühne Frank Castorfs große Ära in den 1990er Jahren prägte. Durch seine Kuratierung des Festivals "Theater der Welt" 2002 in Bonn, Köln, Düsseldorf und Duisburg konfrontierte er die deutsche Theaterwelt mit extrem fremden Theaterwelten. Auch sind seitdem Inszenierungen in theaterfernen Orten, etwa Privatwohnungen, fester Bestandteil der Theaterkultur. Lilienthal war anschließend bis 2012 Intendant des Berliner HAU, wo er freie Theaterarbeit mit der Arbeit an einem festen Haus verband, dort gezielt migrantische Stoffe ans Theater holte und sie genreübergreifend erfahrbar machte, indem er Stilrichtungen wie Tanztheater, Oper und Bildende Kunst miteinander verknüpfte. Nun hat er seine Theatererforschung durch eine Gastdozentur in Beirut und anschließend in Peking noch weiter globalisiert.
 
Medienpartner der Veranstaltung sind 3sat, Deutschlandradio Kultur und Die Deutsche Bühne. Der Automobil-Partner ist Skoda.

www.buehnenverein.de/de/netzwerke-und-projekte/der-faust.html

Sechste Verleihung Deutscher Theaterpreis DER FAUST (2011):

DER FAUST ist ein nationaler, undotierter Theaterpreis, der auf die Leistungskraft und künstlerische Ausstrahlung der Theater aufmerksam macht und diese würdigt. Er wird vom Deutschen Bühnenverein gemeinsam mit den Bundesländern, der Kulturstiftung der Länder und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste vergeben. Mitveranstalter und Förderer 2011 war das Land Hessen. "Die Verleihung des FAUST ist für Hessen mit seiner reichen Theatertradition eine Ehre. Ich freue mich auf diese Premiere", sagte die Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann.

Erstmalig ist in diesem Jahr die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen Partner und Förderer der Veranstaltung gewesen. „Diesen neuen Förderer gewonnen zu haben ist ein Beleg für die Bedeutung des Deutschen Theaterpreises. Die Sparkassen-Kulturstiftung möchte herausragende Kulturprojekte in ihrer Vielfalt erlebbar machen und fördern. Dies passt gut zum FAUST: Alle Partner wollen Theaterarbeit an großen und kleinen Orten in all ihren Facetten auszeichnen“, so Klaus Zehelein, Präsident des Deutschen Bühnenvereins.

Ausgezeichnet wurden Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeit wegweisend für das deutsche Theater ist. Die Preisvergabe erfolgte in den
Kategorien:
- Regie Schauspiel
- Darstellerin/Darsteller Schauspiel
- Regie Musiktheater
- Sängerdarstellerin/Sängerdarsteller Musiktheater
- Choreografie
- Darstellerin/Darsteller Tanz
- Regie Kinder- und Jugendtheater
- Ausstattung Kostüm/Bühne
Zudem gab es den Preis für das Lebenswerk und den Preis des Präsidenten.

Am 5. November 2011 wurde der Deutsche Theaterpreis DER FAUST zum sechsten Mal verliehen. In diesem Jahr fand die Vergabe in der Oper Frankfurt statt. Den "Preis des Präsidenten" erhiehlt die Theaterwissenschaftlerin Prof. Dr. Erika Fischer-Lichte. Der Theaterregisseur, Schauspieler und Intendant Wolfgang Engel wurde für sein Lebenswerk geehrt. DER FAUST ist ein nationaler, undotierter Theaterpreis, der auf die Leistungskraft und künstlerische Ausstrahlung der Theater aufmerksam macht und diese würdigt.

Deutscher Theaterpreis DER FAUST in Frankfurt - Mitwirkende und Übertragungstermin
Der Schauspieler, Kabarettist, Regisseur und Produzent Michael Quast führte als Moderator durch die sechste Verleihung des Deutschen Theaterpreises DER FAUST.
Als Laudatoren überreichten u.a. Prof. Dr. Brigitte Fassbaender, Karoline Herfurth, Prof. Dr. Frank Hörnigk, Sandra Hüller, Volker Ludwig, Matthias Matschke, Christine Schäfer und Prof. Klaus Zehelein den FAUST in den jeweiligen Kategorien.
3sat berichtete ausführlich am Sonntag, den 6. November 2011 über die Verleihung. Deutschlandradio Kultur und Deutschlandfunk übertrugen die Veranstaltung live im Rahmen von "Dokumente und Debatten" auf den LW 153 und 177 kHz, der MW 990 kHz, als Live-Stream unter www.dradio.de sowie im neuen Digitalradio DAB+. Im Rahmen der Sendung "Fazit" sendete Deutschlandradio Kultur ein Kritiker-Gespräch zur Preisverleihung.
Es besteht weiter die Möglichkeit, sich dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST bei Twitter anzuschließen: http://twitter.com/Theaterpreis
Medienpartner der Veranstaltung sind 3sat, Deutschlandradio Kultur, die Frankfurter Rundschau und Die Deutsche Bühne.

Die Nominierten und die Sieger (rot) in den acht Kategorien:

Regie Schauspiel
Stephan Kimmig, "Kinder der Sonne", Deutsches Theater Berlin
Luk Perceval, "Hamlet", Thalia Theater Hamburg
Hermann Schmidt-Rahmer, "Rechnitz (Der Würgeengel)", Düsseldorfer Schauspielhaus
 
Darstellerin/Darsteller Schauspiel
Bettina Hoppe, Cäcilie in "Stella", Städtische Bühnen Frankfurt am Main
Valery Tscheplanowa, Maria Stuart in "
Maria Stuart", Städtische Bühnen Frankfurt am Main ~ Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen
Martin Wuttke, Dr. Jacques Duval in "Schmeiß Dein Ego weg!", Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin

Regie Musiktheater
Yona Kim, "Pnima", Staatstheater Stuttgart
Laura Scozzi, "Die Reise nach Reims", Staatstheater Nürnberg
Benedikt von Peter, "Intolleranza 1960", Staatsoper Hannover

Sängerdarstellerin/Sängerdarsteller Musiktheater
Claudia Barainsky, Medea in "Medea", Städtische Bühnen Frankfurt am Main ~ Koproduktion mit der Wiener Staatsoper
Merja Mäkelä, Adriana in "Adriana Mater", Städtische Bühnen Osnabrück
Lauri Vasar, Billy Budd in "Billy Budd", Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg

Choreografie
Mei Hong Lin, "Die Brautschminkerin", Staatstheater Darmstadt
Christian Spuck, "Poppea//Poppea", Theaterhaus Stuttgart - Gauthier Dance ~ Koproduktion mit Les Théâtres de la Ville de Luxembourg und in Kooperation mit dem Theater Bonn, der Schauburg München und Achtfeld GmbH Berlin
Stephan Thoss, "Blaubarts Geheimnis", Hessisches Staatstheater Wiesbaden
 
Darstellerin/Darsteller Tanz
Marlúcia do Amaral in "Neither" im Rahmen des mehrteiligen Ballettabends b.04, Ballett am Rhein Düsseldorf/Duisburg
Alexandre Riabko, Der Mann in Braun in "Dances at a Gathering" im Rahmen des Ballettabends "Chopin Dances", Hamburg Ballett
Giuseppe Spota, Blaubart in "Blaubarts Geheimnis", Hessisches Staatstheater Wiesbaden
 
Regie Kinder- und Jugendtheater
Neco Çelik, "Gegen die Wand", Junge Oper Stuttgart
Christopher Gottwald, "Das Kind der Seehundfrau", Theater Pfütze Nürnberg ~ Kooperation mit dem Staatstheater Nürnberg
Daniela Löffner, "Demian", Junges Schauspielhaus Düsseldorf
 
Ausstattung Kostüm / Bühne
Klaus Grünberg für Bühne und Licht bei "Rusalka", Komische Oper Berlin
Johannes Schütz für die Gesamtausstattung von "Das Werk/Im Bus/Ein Sturz", Bühnen der Stadt Köln
Natascha von Steiger für das Bühnenbild von "Das Erdbeben in Chili", Staatsschauspiel Dresden ~ Koproduktion mit dem Maxim Gorki Theater Berlin
 
Die Mitglieder der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste wählten aus den Nominierten die Preisträger aus, die am Abend der Verleihung bekannt gegeben wurden.


Der Preis für das Lebenswerk ging an den Theaterregisseur, Schauspieler und Intendanten Wolfgang Engel
1943 in Schwerin geboren, legte Wolfgang Engel 1965 in Berlin die staatliche Bühnenreifeprüfung ab. Drei Jahre später begann er mit ersten Regiearbeiten in Schwerin. In den 1970er Jahren arbeitete er als Regisseur an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul und am Jugendtheater in Berlin. Ab 1978 lehrte er an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst
Busch in Berlin. 1980 ging er als fester Regisseur an das Staatsschauspiel Dresden, wo ihn seine vielbeachteten Inszenierungen zu einem der wichtigsten Regisseure der DDR machten. Dort inszenierte er u.a. "Penthesilea" (1986) und "Faust " (1990). Ab 1983 reiste Engel auch zu Regiearbeiten in den Westen, u.a. an das Staatstheater in Saarbrücken, das Wiener Burgtheater, das Züricher Schauspielhaus, das Berliner Schillertheater und Münchner Residenztheater. 1991 ging er nach Frankfurt am Main und wurde fester Regisseur am Schauspiel. Von 1995 bis 2008 war Wolfgang Engel Intendant des Schauspielhauses Leipzig. Seitdem arbeitet er als freier Regisseur u.a. am Düsseldorfer Schauspielhaus ("Joseph und seine Brüder") und am Staatsschauspiel Dresden ("Der Turm"). Überdies inszeniert er seit einigen Jahren auch Opern.
Wolfgang Engel ist einer der prägenden deutschen Theaterregisseure der vergangenen 40 Jahre. Mit seinen zahlreichen Inszenierungen, darunter viele, eher selten gespielte, klassische Texte, manifestierte er eine große Leidenschaft für die Sprache und damit verbunden für ein provokant gedachtes, politisches Theater, das die Figuren in ihrer emotionalen Individualität begreift. Seine Leistung besteht darin, den Menschen mittels Bildern und Metaphern ins Zentrum der Betrachtung zu rücken, ohne dabei zu politisieren oder den Zuschauer ästhetisch zu überfordern. Er hat wesentlich dazu beigetragen, das Theater zu einem Ort der Gegenwart und des kollektiven Denkens zu entwickeln. Wolfgang Engel setzte sich stark für die friedliche Revolution in der DDR ein und ging nach der Vereinigung der beiden Staaten und Theatersysteme mit großer Offenheit auf die Kollegen aus dem Westen zu. Ohne sein Engagement wäre dieses friedliche und kreative Zusammenwachsen der Theater in Deutschland so nicht möglich gewesen. Ebenfalls zu würdigen sind seine Verdienste um das Schauspiel Leipzig. Nicht nur, dass er als Intendant unermüdlich versuchte, das Theater in die Stadt hinein zu öffnen, seine Aufmerksamkeit galt ebenso der Förderung junger Schauspieltalente, welchen er stets Möglichkeiten der Herausforderung bot.
 
Der Preis des Präsidenten ging an die Theaterwissenschaftlerin Erika Fischer-Lichte
Erika Fischer-Lichte studierte von 1963 bis 1970 Theaterwissenschaft, Slawistik, Germanistik, Philosophie, Psychologie und Pädagogik an der Freien Universität Berlin und an der Universität Hamburg. Sie promovierte im Fach Slawistik. 1973 wurde sie Professorin am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. 1986 übernahm sie den Lehrstuhl für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Bayreuth, und wurde 1991 Direktorin des Instituts für Theaterwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit 1996 ist Erika Fischer-Lichte als Professorin und Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin tätig.
Erika Fischer-Lichtes Arbeiten mit den Schwerpunkten Ästhetik und Kunsttheorie, Theorie und Geschichte des Theaters, Ästhetik des Gegenwartstheaters und Verflechtungen von Theaterkulturen gehören zu den international bedeutenden und einflussreichsten Positionsbestimmungen nicht nur der Theaterwissenschaften. Mit ihrer dreibändigen Untersuchung zur "Semiotik des Theaters" (1983) eröffnete sie ein Forschungsfeld, das den Blick auf das Theater neu strukturierte: Die Deutungshoheit über das Theater durch hermeneutische Operationen an dramatischen Texten wurde zugunsten der Untersuchung der Aufführung selbst als Text ausgesetzt. Die zweibändige "Geschichte des Dramas" (1990, ebenfalls in vier Sprachen übersetzt) arbeitet folgerichtig die Differenz von "Theater" und dem "Drama als Literatur" aus. Fischer-Lichtes Ansatz, der umfassend die unterschiedlichen Parameter theatralischen Geschehens in die Perspektive nimmt und inspiriert ist von gegenwärtiger Theaterarbeit, gewinnt in ihrer "Ästhetik des Performativen" (2004) eine neue Kontur, eine Arbeit, die nicht alleine zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung anreizt, sondern auch den Theaterschaffenden ein Spektrum produktiver Diskurse eröffnet.

Medienpartner der Veranstaltung sind 3sat, Deutschlandradio Kultur, die Frankfurter Rundschau und Die Deutsche Bühne. 3sat berichtet ausführlich über die Veranstaltung.
Der Automobil-Partner ist Skoda.   

Gäste & Mitwirkende
Deutscher Theaterpreis DER FAUST 2011

Lina Beckmann
Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse
Volker Bouffier, Ministerpräsident des Landes Hessen
Julia Bremermann
Hannelore Elsner
Wolfgang Engel
Brigitte Fassbaender
Rosemarie Fendel
Erika Fischer-Lichte
Michel Friedman
Dunja Hayali
Karoline Herfurth
Mathias Hermann
Frank Hörnigk
Dietrich Hollinderbäumer
Charly Hübner
Sandra Hüller
Theo Koll
Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann
Günter Lamprecht
Volker Ludwig
Matthias Matschke
Sunnyi Melles
Peter Nottmeier
Albert Ostermaier
Ludger Pistor
Moritz Rinke
Christopher Roman
Petra Roth, Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt
Clelia Sarto
Stephanie Stumph
Christine Schäfer
Marie-Lou Sellem
Anna Maria Sturm
Christine Urspruch
Ingeborg Westphal
Martin Wuttke
Patrycia Ziolkowska
Daniela Ziegler

(Stand vom 28. Oktober 11)

[© Deutscher Bühnenverein]

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