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VOICES OF CHANGE ~ 22. – 25. April 2010 ~ Theater Bielefeld
Anknüpfend an das Festival VOICES FROM UNDERGROUNDZERO, das im Oktober 2008 in Bielefeld stattgefunden hat, präsentiert das Theater Bielefeld vom 22. – 25. April 2010
wieder brandneue Stücke von amerikanischen Nachwuchsdramatikern in deutschsprachigen Erstaufführungen, Werkstattinszenierungen sowie der Inszenierung eines
amerikanischen Broadway-Stückes. Unter dem Motto VOICES OF CHANGE wird nach den Stimmen gefragt, die sich im Umfeld der Wahl Barack Obamas zum 44. Präsidenten der
Vereinigten Staaten im amerikanischen Theater-Untergrund artikuliert haben.
Künstlerische Leitung: Christine Richter-Nilsson
Co-Kuratorin: Antje Oegel Autoren:
Thomas Bradshaw, Steven Fechter, Tracy Letts, Jason Grote, Branden Jacobs-Jenkins, Anne Washburn, Erin Courtney, Sheila Callaghan, Michael Y. Crowley, Alena
Smith, Itamar Moses, Adam Rapp, Will Eno Regisseure: Peter Kirschke, Anne Sophie Domenz, Felix Rothenhäusler, Marco Štormann, Ulrich Greb, Michael Rau, Verena Hagedorn, Siegmar Schröder
Mit: Ensemble und Jugendclub des Theater Bielefeld, Ensemble des Theaterlabor im Tor 6, Ensemble des Schlosstheater Moers
Karten und Festivalpass: Theaterkasse im Niederwall / 0521 – 51 54 54 / www.theaterbielefeld.de
Konzeption: Kaum ein Begriff scheint die Welt während den amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2008 mehr bewegt zu haben als CHANGE. Der Titel der Wahlkampagne Barack Obamas
wurde zum Symbol für den Übergang in eine bessere Zukunft, eine gerechtere Gesellschaft und friedlichere Welt. Doch ein Jahr später hat sich die Euphorie um CHANGE
deutlich gelegt. Mit dem politischen Wechsel kam auch die KRISE, und über Monate bestimmte das neue Angstwort den Diskurs, wobei Krise immer als »globale Finanzkrise« beschrieben wurde.
Dabei entsprang die Sehnsucht nach politischer Wende und gesellschaftlichem Wandel einer amerikanischen Gesellschaft, die sich am Ende der Amtszeit von George W. Bush
nicht nur in einer wirtschaftlichen, politischen und militärischen, sondern auch tiefen kulturellen Krise befindet. Es ist die Krise des »American Dream«, die bereits vor Obama
ihren Niederschlag in der Sub-Kultur der USA findet. Die Off-Off Theaterszene New York Citys, die weitab von den kommerziellen Unterhaltungsmaschinerien in Hollywood und
am Broadway ihre eigene Identität gefunden hat, ist ein wichtiger Bestandteil dieser amerikanischen Sub-Kultur und Nährboden der neuen amerikanischen Dramatik.
Das Festival VOICES OF CHANGE fragt nach den Zeichen der Krise und sucht die Antworten bei den jungen US-Dramatikern, die ihre Gesellschaft und Kultur in der Krise
beschreiben. Unter der künstlerischen Leitung von Christine Richter-Nilsson und der Co-Kuratorin Antje Oegel sind vom 22. – 25. April 2010 erneut ausgewählte New Yorker
Nachwuchsdramatiker, Theaterregisseure und -produzenten in Bielefeld zu Gast, die CHANGE eine authentische Stimme verleihen. Mit den neuen amerikanischen Stücken will
das Theater Bielefeld den Diskurs über Krise und Wandel in den USA transparent machen und damit ein Forum bieten, gemeinsam mit den New Yorker Gästen auch über die
deutsche Perspektive auf CHANGE nachzudenken.
Programm und Partner: Fünf Theater aus den USA werden mit je einem Autor und seinem neuen Stück beim Festival VOICES OF CHANGE vertreten sein. Diese Stücke werden, wie beim letzten Festival,
in voller Länge in Werkstattinszenierungen und erstmals in deutscher Sprache vorgestellt. Zu den Partnern gehören: das Summer Play Festival, eine Plattform für
Nachwuchsdramatiker, die jährlich acht unbekannten Autoren eine erste Produktion in New York City ermöglicht, das Soho Repertory Theater, das zu den profiliertesten Off-Off
Theatern in Downtown Manhattan gehört, die New Dramatists, die bekannteste und größte Dramatikervereinigung der USA, die Yale School of Drama und das dazu gehörige
Yale Repertory Theatre, das zu den größten Stadttheatern (Regional Theatre) der USA zählt, sowie das von der Hollywood-Schauspielerin Sigourney Weaver gegründete The
Flea Theater in Manhattan.
Für die Einrichtung der Theaterstücke als Werkstattinszenierungen werden auch dieses Mal wieder Nachwuchsregisseure u.a. der Theaterakademie der Hochschule für Musik
und Theater in Hamburg verantwortlich zeichnen.
Das Schlosstheater Moers wird sich ebenfalls wieder mit einer Werkstattinszenierung am Festival beteiligen. Sie setzen die Zusammenarbeit mit Michael Yates Crowley fort, der
sich 2008 eindrücklich mit seinem Stück die Ted Haggard Monologe in Bielefeld vorstellte.
Das Theater Bielefeld zeigt im Rahmen des Festivals Tracy Letts' Familienepos Eine Familie (August: Osage County) in der Inszenierung von Michael Heicks im Stadttheater. Im
Theater am Alten Markt zeichnet Oberspielleiter Christian Schlüter für die deutschsprachige Erstaufführung von Steven Fechters The Woodsman verantwortlich. Im TAMZWEI
wird mit Was übrig bleibt eine weitere deutschsprachige Erstaufführung zu sehen sein und die Zusammenarbeit mit dem afro-amerikanischen Autor Thomas Bradshaw, der
bereits bei VOICES FROM UNDERGROUNDZERO mit seinem Stück Morgengrauen präsentiert wurde, weitergeführt.
Das Festival VOICES OF CHANGE wird gefördert von NRW-Kultursekretariat Wuppertal, US-Generalkonsulat Düsseldorf, Theater- und Konzertfreunde Bielefeld e.V. und S. Fischer Theaterverlag.
Zeitgenössische Dramatik aus NRW Unter diesem Titel lädt die Landesvertretung Nordrhein-Westfalen am 29. und 30. April 2010 ein Schaufenster aus VOICES OF CHANGE nach Berlin ein. Zwei ausgewählte
Werkstattinszenierungen und drei ausgewählte Kurzstücke aus dem Festival werden in Berlin gastieren. Die Dramaturgen Christine Richter-Nilsson und Henning Bochert
zeichnen für Konzeption und Durchführung des NRW-Festivals verantwortlich. Die Veranstaltung steht unter dem Motto »Die Große Krise«. Zu diesem Thema werden vier
Autoren aus NRW, darunter Nuran David Calis, Thomas Melle und Anna Behringer, beauftragt, Kurzstücke zu schreiben, die eigens für die Veranstaltung der Landesvertretung in
Werkstattinszenierungen vorgestellt werden und im Anschluss in einem Theater in NRW zur Uraufführung kommen sollen. Das Programm beinhaltet auch einen runden Tisch mit
der Übersetzer-Plattform Drama Panorama und ein Podium mit Vertretern aus Theater, Politik und Wissenschaft.
Die Stücke:
Kann ein so junges Ereignis wie die letzte US-Präsidentschaftswahl bereits seinen Niederschlag im Theater des Landes finden? Die ausgewählten VOICES OF CHANGE, die das
Theater Bielefeld vom 22. – 25. April in deutschsprachigen Erstaufführungen, Werkstattinszenierungen sowie der Inszenierung eines amerikanischen Broadway-Stückes
präsentiert, zeigen, wie erstaunlich direkt und unmittelbar amerikanische Nachwuchsdramatiker auf die jüngsten Ereignisse reagieren, die auch die Krise des »American Dream« markieren.
Allein zwei Stücke, The Change von Branden Jacobs-Jenkins und Civilization von Jason Grote, verwenden die Wahl Barack Obamas zum Präsidenten als Folie für die Handlung
ihrer Stücke. Branden Jacobs-Jenkins setzt sich aus der afro-amerikanischen Perspektive mit der Konstruktion von Rasse auseinander, Jason Grote treibt die Gier als
Schattenseite des Kapitalismus bis ins Absurde. Michael Yates Crowleys neuer Monolog Righteous Money nimmt die Finanzkrise zum Anlass für ein Stück über einen
Börsenmakler im teuflischen Dialog mit Mammon. Thomas Bradshaw macht in seiner Kapitalismus-Satire Was übrig bleibt deutlich, dass die »Vom Tellerwäscher zum Millionär«
-Zeiten endgültig vorbei sind. Auch die heilige amerikanische Familie als Trägerin des »American Dream« steht auf dem Prüfstein. Sie muss nun den Werten ihrer Kindergeneration
standhalten, wie Alena Smiths in ihrem Stück The Sacrifices aufzeigt. Sogar in Tracy Letts Broadway-tauglichen Variante dieser Dekonstruktion, Eine Familie (August: Osage County), funktioniert die Familie nicht mehr als Ort des Rückzugs und als kathartischer Reinigungsplatz, der bisher am Ende die Lösung aller Probleme herbeizauberte. In Zeiten
von CHANGE gibt es eben kein Happy End.
THE CHANGE von Brandon Jacobs-Jenkins Seit Jahren verkauft John Baker in seinem Coffee-Shop den gleichen Kaffee. Das Viertel, in dem er aufgewachsen ist, ist praktisch nicht wieder zu erkennen. Und seine gesamte
Stammkundschaft ist entweder weggezogen, gestorben oder liegt im Sterben. Doch als er ein freches musikalisches Wunderkind anstellt, um neues Leben in seine Umgebung zu
bringen, beginnen die Dinge sich zu verändern – allerdings nicht gerade zum Besten. Brandon Jacobs-Jenkins hat mit The Change ein poetisches Stück über einen Mann
geschrieben, der versucht, sich mit der Zeit und den nötigen Veränderungen seiner Umgebung zu arrangieren.
Brandon Jacobs-Jenkins war Hausautor am New York Theatre Workshop und Mitglied der ArsNova Playgroup. 2009 gewann er den Princess Grace Award für Autoren und
bekam das Dorothy Strelsin Playwriting Stipendium. Zu seinen abendfüllenden Stücken gehören Appropriate, The Change und Neighbors, das im Februar 2010 im Public
Theater’s PublicLab präsentiert wird. Zudem arbeitet er momentan an einer Adaption von Dion Boucicault’s The Octoroon mit Gavin Quinn als Regisseur. Die Premiere findet im Juni 2010 in New York statt.
CIVILIZATION von Jason Grote Die junge Filmregisseurin Zoë steht am Beginn ihrer Karriere und verdient ihr Geld mit Werbespots. Ihr Mann Mike hat den schlechtbezahlten Job an der Uni bereits gegen ein
obskures Consultingprojekt getauscht und tingelt mit seinem Buch über die Chaostheorie durch Kongresszentren. Die beiden haben sich der Realität des Geschäftslebens
hingegeben und kommen über die Runden – im Gegensatz zu ihren Freunden und Verwandten, die immer wieder um Hilfe bitten. In immer absurderen Bildern zeigt Jason Grote
Figuren, die jede Würde aufgeben, um es im Leben zu etwas zu bringen. Doch ein Racheengel schleicht sich bereits durch die Szenen …
Jason Grote hat bereits zahlreiche Stücke geschrieben, darunter 1001, Maria/Stuart, Box Americana, Hamilton Township und This Storm is What We Call Progress. Seine
Arbeiten für Bühne, Film und Radio sowie seine Prosa wurden z. B. im Museum of Modern Art, Comedy Central, McSweeney's, The Atlantic Theater, Woolly Mammoth Theater,
New York Theater Workshop, Portland Center Stage, Soho Rep und The Brooklyn Rail präsentiert. Er entwickelt derzeit mehrere Filmprojekte, wie z.B. das Drehbuch für What We
Got: DJ Spooky's Quest for the Commons. Jason Grote ist Mitglied bei den Autorenorganisationen PEN und New Dramatists.
RIGHTEOUS MONEY von Michael Yates Crowley Righteous Money ist eine One-Man-Show im amerikanischen Fernseh-Live-Format. Der wütende, profane, bisexuelle und unfassbar reiche Gastgeber der Sendung gibt
unzensierte Ratschläge ans Publikum – übers Geschäftemachen, Portfoliomanagement und Beischlaf mit Assistenten. Was als Parodie von Finanz-Gurus und aufgeblasenen
Bänkern beginnt, wird zu einer scharfen Analyse der aktuellen Finanzkrise und der Lage der Vereinigten Staaten von Amerika in der Gegenwart.
Michael Yates Crowley war 2008/2009 Hausautor der New Yorker Foundation of Arts und ist seit 2008 Artist in Residence am Tribeca Performing Arts Center. Er studierte
Englisch und Astrophysik an der Columbia University, die ihn zweifach mit dem Seymour Brick Memorial Prize in Playwriting auszeichnete. Zudem spielte er in der Off-Off-Broadway Produktion Marat/Sade den Coulmier und hat Gedichte in The Iowa Review veröffentlicht. Crowley ist der Gründer und Kurator von Hearth Gods, einer Lesereihe im
East Village, New York City. Sein Stück The Ted Haggard Monolouges in der Inszenierung von Michael Rau wurde bereits beim letzten Festival VOICES OF UNDERGROUNDZERO in Bielefeld gezeigt. Eine
Verfilmung der Monologe unter der Regie von Alexis Boling erscheint in Kürze.
THE SACRIFICES von Alena Smith Auf den ersten Blick hat die Familie alles, was man braucht. Die Kinder haben eine gute Ausbildung und die Eltern stehen kurz vor dem Ruhestand. Doch bevor alle zu neuen
Ufern aufbrechen, soll es noch einmal einen Urlaub auf einem Karibikkreuzer mit der ganzen Familie geben – so wie früher. Aber als sie aufbrechen, dreht sich der Wind! Der
nihilistische Künstlersohn hat überhaupt keinen Bock auf die idyllische Kreuzfahrt und sabotiert sie, wo er nur kann. Die schwangere Tochter will nicht zurück aufs College,
sondern ihr Baby kriegen und auf einer Farm leben. Die Eltern wollen auf der einen Seite die idyllische Familienvergangenheit beschwören, machen ihren Kindern aber auf der
anderen Seite klar, dass sie nun langsam auf eigenen Füßen stehen sollen. Das Kreuzfahrtschiff wird zum Gefängnis.
Alena Smith ist im Hudson Valley aufgewachsen und lebt nun in Brooklyn, New York. Sie hat bereits zahlreiche Stücke geschrieben, darunter Plucker, The Sacrifices, The Lacy Project, It Or Her, The Piven Monologues, Alice Eat Your Words sowie Saturnalia In Poughkeepsie, die u.a. im Public Theater, beim Summer Play Festival, am Ohio Theater /
Soho Think Tank und im Yale Cabaret aufgeführt wurden. Alena Smith ist Mitglied in der Emerging Writers Group 2009 am Public Theater. 2008-2009 war sie Hausautorin bei der
New York Foundation for the Arts (NYFA).
WAS ÜBRIG BLEIBT von Thomas Bradshaw Der Historiker Michael, die Anwältin Carol und ihr 15-jähriger Sohn Teddy führen ein geordnetes Leben – bis Carol ins Koma fällt und der schöne Schein des Familien-Idylls
zerbricht. In dem Moment, in dem die Hauptverdienerin der Familie ausfällt, droht alles zusammenzubrechen. Für die Hypothek auf der schicken Wohnung, den fast abbezahlten
Studienkredit, die Schulgebühr für die teure Privatschule des Sohns ist plötzlich kein Geld mehr da. Ein neuer Lebensplan muss her und fördert schwelende Selbstzweifel,
heimlichen Drogenkonsum und sexuelle Ausschweifungen zu Tage, die bisher hinter der Heile-Welt-Fassade versteckt geblieben sind. Mit zynischem Witz erzählt Thomas
Bradshaw von Figuren, die alles für einen Lebensstandard geben, der sie von den Verlierern unterscheidet. Und er erzählt davon, wozu diese Menschen fähig sind, um ihr
umkämpftes Glück zu verteidigen.
Thomas Bradshaw wurde 1980 in Short Hills, New Jersey, geboren. Er studierte an der Mac Wellman School of Playwriting in Brooklyn. Er lebt und arbeitet in New York City, wo
in den letzten Jahren zahlreiche seiner Stücke aufgeführt wurden. Die Zeitschrift Village Voice kürte ihn 2007 zum besten provokativen Autor des Jahres. Mit einem Stipendium
der Guggenheim Foundation arbeitet er in diesem Jahr in England und Deutschland. Im Rahmen des Festivals VOICES FROM UNDERGROUNDZERO wurde bereits sein Stück Dawn (Morgengrauen) in Bielefeld vorgestellt.
EINE FAMILIE (AUGUST: OSAGE COUNTY) von Tracy Letts Das alte Familienoberhaupt Beverly Weston, Hochschullehrer und Dichter, hat seine krebskranke Frau Violet allein gelassen. Schnell versammeln sich die drei erwachsenen
Töchter mit ihren Männern und Kindern im Haus der Eltern. Noch bevor der Selbstmord des Vaters gemeldet wird, brechen alte Konflikte auf, treten Familiengeheimnisse ans
Tageslicht, klären sich inzestuöse Liebschaften auf, werden Minderjährige verführt. Mit dem Vater wird ein Teil einer amerikanischen Gründergeneration zu Grabe getragen.
Osage County wurde 1907 gegründet und Beverly Weston war einer der ersten, der in dieser Abgeschiedenheit seine Familie begründet. Doch bereits drei Generationen später
steht alles zur Disposition. Der Schauspieler und Dramatiker Tracy Letts wurde 1965 in Tulsa, Oklahoma geboren. Bereits sein Stück Bug (2004) war ein New Yorker Publikumserfolg und wurde
schließlich unter der Regie von William Friedkin verfilmt. 2007 erhielt er den Pulitzer-Preis und 2008 den Tony Award für das Stück Eine Familie (August: Osage County). Tracy
Letts ist Mitglied der berühmten Steppenwolf Theatre Company in Chicago.
THE WOODSMAN von Steven Fechter Walter wird nach zwölf Jahren verbüßter Gefängnisstrafe wegen sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen auf Bewährung entlassen. Überwacht durch einen Polizeibeamten
und betreut von einem Psychotherapeuten will er nichts lieber als ein normales Leben führen. Er findet Arbeit in einer Lagerhalle, und sein Leben erfährt eine hoffnungsvolle
Wendung, als sich seine Kollegin Nikki auf eine Liebesbeziehung mit ihm einlässt, obwohl er ihr die volle Wahrheit offenbart. Auch als Walter eine Wohnung gegenüber einer
Grundschule bezieht, bleibt er stark und hält den ihm vorgeschriebenen Abstand von 100 Fuß ein. Doch eines Tages muss Walter erschrocken feststellen, dass es jemanden gibt
, der so ist, wie er einmal war… Die Uraufführung von The Woodsman fand im Jahr 2000 im Actor's Studio New York statt. 2004 wurde The Woodsman – Der Dämon in mir
mit Kevin Bacon und Kyra Sedgewick verfilmt und zum internationalen Kritikererfolg.
Steven Fechter wurde 1949 in Kalifornien geboren und lebt mit seiner Frau im East Village, Manhattan. Zu seinen bisher aufgeführten Stücken gehören The Mentee (The Workshop Theater), Schiele (Ohio Theatre, NYC) über das Leben des Künstlers Egon Schiele sowie The Land-Surveyor (Westbeth Theatre, NYC), das auf Kafkas Das
Schloss basiert, The Golden Aurora (NYC Fringe Festival), The Fiend (Ensemble Studio Theatre’s 2009 Octoberfest, NYC) und The Commission (Die Kommission), das im Oktober 2008 am Theater Bielefeld zu seiner deutschsprachigen Erstaufführung kam. Sein Stück The Last Cigarette (veröffentlicht bei SamuelFrench Inc.) wurde landesweit in
den USA aufgeführt. Fechter war Hausautor bei Yaddo und bei New River Dramatists. Er ist Mitglied der The Workshop Theatre Company und The Dramatists Guild.
Unter dem Motto The Great Recession hat das Flea Theater in New York City im Sommer 2009 bei sechs namhaften amerikanischen Nachwuchsdramatikern (Sheila Callaghan,
Erin Courtney, Thomas Bradshaw, Will Eno, Itamer Moses und Adam Rapp) ein Kurzstück in Auftrag gegeben, um aktuell auf die globale Finanzkrise zu reagieren. Im Format des
»10- Minute-Plays« sind Minidramen entstanden, die Ende 2009 in der Spielstätte in Downtown Manhattan zur Uraufführung kamen.
Die Stücke beschreiben die Krise in verschiedenen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens der US-amerikanischen Gesellschaft: Eine hungernde 11er-WG in einem alten
Studioapartment in Manhattan, ein unglückliches Paar in ihrem Wohnzimmer, Arbeitslose und Arbeitssuchende, Studenten, Berufstätige und Künstler, die vor laufender Kamera in
einer TV-Sendung zur aktuellen Rezession befragt werden, Macht und Ohnmacht von Gelddruckern und Geldmanagern bei der Arbeit, Angst, Job und Wohnung zu verlieren,
während einer Szenenprobe. Die sechs Minidramen, zwischen beißender Satire, psychologischem (Sozio)drama und absurder Science Fiction, spiegeln die kulturelle Vielfalt der
»Salad Bowl« New York und entwerfen zugleich ein brandaktuelles Panorama über Opfer, Macher und Beobachter der globalen Krise.
Alle Kurzstücke werden beim Festival VOICES OF CHANGE zum ersten Mal in deutscher Sprache gezeigt und szenisch eingerichtet.
In Koproduktion mit Theaterlabor im Tor 6 In Kooperation mit Schlosstheater Moers, Clubbed Thump, New Dramatists, Soho Repertoty Theater, Summer Play Festival, The Flea Theatre, Yale Repertory Theater sowie
Theaterakademie Hamburg – Hochschule für Musik und Theater und Drama Panorama – Forum für Theater und Übersetzung, gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung Mit freundlicher Unterstützung von Theatre Communications Group, International Theatre Institute / US
Medienpartner Hertz 87,9
www.theater-bielefeld.de
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