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Theater, Stückeinfo: W
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Die Wahlverwandtschaften
Roman von: Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)
Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:
Premiere: 30. März 08 (TiC Werkraum)
Inszenierung:
Hannes Rudolph Bühne: Tobias Schunck Kostüme: Matthias Wulst
Besetzung: Charlotte: Verena Bukal Die Baronesse: Monika Dortschy
Ottilie: Katharina Knap Mittler: Tim Breyvogel Eduard: Thomas Kornack Hauptmann: Zlatko Maltar Der Graf: Thomas Marx
„Diese
Gleichnisreden sind artig und unterhaltend, und wer spielt nicht gern mit Ähnlichkeiten? Aber der Mensch ist doch um so manche Stufe über jene Elemente erhöht..." (Charlotte, Die
Wahlverwandtschaften)
Ein malerischer Landsitz, umgeben von großen Parkanlagen. Eduard und Charlotte, ein verliebtes Ehepaar in den besten Jahren. Als Eduard aber seinen Freund, den
Hauptmann, auf das Anwesen einlädt und Charlotte ihre Nichte Ottilie herbeiholen lässt, setzen wahlverwandte Anziehungskräfte Leidenschaften frei, die Harmonie und Idylle grundlegend
erschüttern. - Wie chemische Stoffe, den Gesetzen der Natur folgend, sich unweigerlich anziehen, bestehende Verbindungen lösen und sich in neue vereinigen, so werden in Goethes Roman die
Menschen scheinbar willenlos zueinander und voneinander weg getrieben. Wie weit ist der „Vernunfts"-Mensch nun also wirklich „um so manche Stufe über jene Elemente erhöht"? In
welchem Maße ist er bestimmt von naturgesetzlichen Vorgängen? Kann er sich davon befreien, und wenn ja: um welchen Preis?
Hannes Rudolph, Jahrgang 1977, schloss 2001 ein Studium der
Psychologie ab. Bereits während des Studiums entstanden erste Inszenierungen in Leipzig und Tübingen. Es folgten Regieassistenzen in Berlin, Salzburg, Bochum, Zürich u. a. bei Konstanze
Lauterbach, Jürgen Gösch, Dieter Giesing, Matthias Hartmann und Schorsch Kamerun. In der Spielzeit 2005/2006 zeigte Hannes Rudolph mit „Salzwasser" von Conor McPherson die erste eigene
Inszenierung am Schauspielhaus Zürich auf der Bühne 5 im Pfauen. (Nominierung als „Beste/r Nachwuchskünstler/in" in der Kritikerumfrage der Zeitschrift „Theater heute" 2006). Seit
Mitte November läuft mit großem Erfolg „Schnitt" von Andreas Liebmann unter Rudolphs Regie in der Bühne 5. [© Staatstheater Mainz]
www.staatstheater-mainz.de
Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:
Premiere: 28. August 07
Regie: Martin Nimz Bühne: Olaf Altmann Kostüme: Cornelia Brückner Dramaturgie: Jan Hein Regieassistenz: Lilli-Hannah Hoepner
Bühnenbildassistenz: Jana Lünsmann Kostümassistenz: Nadja Rudert Souffleuse: Christine Schneider Inspizienz: Joachim Möller
Besetzung:
Charlotte: Sabine Waibel Hauptmann: Christian Kuchenbuch Eduard: Matthias Redlhammer Ottilie: Sandra Bayrhammer Nanny/Tochter Charlottes u.a.:
Julia Penner Der Gehilfe: Sebastian Schindegger Mittler: Ingolf Müller-Beck Graf: Heiner Stadelmann Baronesse: Leslie Malton Gärtner u.a.:
Roland Bayer
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Die Wahlverwandtschaften schauspielfrankfurt
Ottilie (Sandra Bayrhammer) & Charlotte (Sabine Waibel) Foto: Alexander Paul Englert
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Charlotte, Edouard, Ottilie und Otto: Goethe führt die vier Hauptpersonen wie zu einem chemischen Experiment zusammen, um mit ihnen das Spiel der Wahlverwandtschaften
durchzuprobieren: Was ist dieses eigentümliche Verlangen von Körpern, sich zu vereinigen, obwohl sie bereits mit anderen verbunden sind? Charlotte und Edouard genießen
ihren späten Ehefrieden, nachdem sie beide von einer Zwangsheirat geschieden wurden. In ein abgeschiedenes Landhaus zurückgezogen, werden sie zu »Architekten ihres
Liebesglücks und der Natur.« Zu dem Ehepaar stoßen Edouards langjähriger Freund Otto und Charlottes Nichte und Pfl egetochter Ottilie. Das Spiel der Anziehungskräfte beginnt
, Goethe entwickelt mit zwingender Konsequenz die Spannung zwischen »leidenschaftlicher Notwendigkeit« und »heiterer Vernunftfreiheit«, den unlösbaren Konfl ikt zwischen
kultureller Ordnung und elementarer Leidenschaft. Und die Fragestellung des Experiments lautet:
Wo ist der Zwang, dem nicht zu entkommen ist, wo wirkt freies Entscheiden, wenn Menschen wie in einer chemischen Konstellation zusammenfinden? [ © schauspielfrankfurt]
Besprechung auf kulturfreak.de
www.schauspielfrankfurt.de
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Das war ich nicht Nach dem Roman von Kristof Magnusson
Deutsche Erstaufführung: 6. November 11 (Wiesbaden, Staatstheater Wiesbaden)
Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden: Fassung von Ronny Jakubaschk
Premiere:
6. November 11 (Deutsche Erstaufführung)
Inszenierung: Henner Kallmeyer Bühne und Kostüme: Lisa Rohde Dramaturgie: Barbara Wendland
Besetzung:
Meike: Viola Pobitschka Hnry: Rainer Kühn Jasper: Martin Müller
Fast hatten wir es schon vergessen, das liebe Wort „Bankenkrise“. Durch die
Hintertür hat es sich jetzt wieder hereingeschlichen und trägt den Beinamen „UBS“. Wieder einmal schaffte es ein Banker, durch ungebremste und unkontrollierte Spekulationen sein Haus an den
Rand des Ruins und die Finanzwelt ins Wanken zu bringen. Nein, wir sind noch nicht aus dem Gröbsten raus. Deshalb ist es gut, Kristof Magnussons Fiktion zum Ausbruch der Weltwirtschaftskrise
zu spielen. Nach seiner überaus erfolgreichen Komödie Männerhort hat sich der Autor jetzt vom Keller in die schwindelnden Höhen der Chicagoer Börse begeben, wo der junge deutsche Banker
Jasper mit riskanten Spekulationen erst gigantische Gewinne, dann gigantische Verluste einfährt. Unter seinen Opfern befindet sich der berühmte Autor und Pulitzer-Preisträger Henry LaMarck,
auf dessen Jahrhundertroman die Welt und insbesondere seine Übersetzerin Meike schon gespannt warten. Meike vor allem deshalb, weil auch sie sonst am Rand der Pleite stünde.
Kristof
Magnusson lässt in einer geschickt konstruierten Verschachtelung seine drei Figuren erzählen, wie alles gewesen ist: Wie Jasper glaubte gekündigt zu werden, wie es dann seinen Nebenmann traf,
in dessen Account er sich heimlich einloggte, wie er unter falschem Namen zu spekulieren begann und ihm die Sache langsam entglitt; wie Henry LaMarck von einer eigens für ihn arrangierten
Party verschwand und sich im Hotel versteckte, damit niemand etwas von seiner Schreibblockade merkte, wie er dann das Foto dieses jungen Bankers im Wallstreet Journal fand und mit ihm endlich
ein Thema für seinen Roman, wie er Jasper verfolgte und Meike begegnete; wie Meike Henry LaMarck suchte und Jasper fand. Und wie am Ende alle drei nicht ganz freiwillig unter einem Dach
landeten.
„Die perspektivisch wechselnden, jeweils in der Ich-Form gehaltenen Szenen sind so humorvoll und beschwingt zusammengefügt, als wäre ihre Matrix eine famose Boulevardkomödie,
in der sich die Türen in tollem Tempo zu einem Fest von Geben und Nehmen öffnen und schließen: Sie klappern nicht, sie lassen bitten.“ schrieb Irene Bazinger im Januar 2010 in der
Süddeutschen Zeitung. Und tatsächlich liegt es nah, Magnussons brillant recherchierten Gegenwartsstoff für die Bühne zu adaptieren - als rasante Erzählung für drei Schauspieler, die mit den
Versatzstücken dieser Geschichte so leicht und lässig jonglieren können wie die Trader mit ihren Aktien. So lange nichts schiefgeht, jedenfalls. Kristof Magnusson erinnert mit Weitsicht und
diskretem Spott daran, wie nahe am Abgrund wir Global Player uns stets befinden.
Der Regisseur Henner Kallmeyer ist erstmals am Hessischen Staatstheater Wiesbaden zu Gast. Er wurde
1974 in Lübeck geboren. Zunächst war er Regieassistent am schauspielhannover, wo er 2002 mit Gleißendes Glück von A.L. Kennedy als Regisseur debütierte. Seither arbeitete er u.a. in Bochum,
Düsseldorf, Essen und Bielefeld. Kristof Magnussons Komödie Männerhort inszenierte er am Deutschen Theater in Göttingen. [© Staatstheater Wiesbaden]
www.staatstheater-wiesbaden.de
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Warhola oder Gruppensex der Egoshooter Ein Andy-Warhol-Projekt von Philipp Preuss
Uraufführung:
31. März 2012 (Frankfurt/M, Schauspiel Frankfurt)
Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Premiere: 31. März 12 (Uraufführung)
Regie: Philipp Preuss Bühne und Kostüme: Ramallah Aubrecht Video: Konny Keller Musik: Thomas Esser Dramaturgie: Alexandra Althoff
Mit:
Heidi Ecks, Lisa Stiegler, Thomas Esser, Benedikt Greiner, Sébastien Jacobi, Christoph Pütthoff
Warhola oder Gruppensex der Egoshooter Schauspiel Frankfurt Vorabfoto © Birgit Hupfeld
Ausgehend von Andrew Warhola alias Andy Warhol untersucht Philipp Preuss die Ideologie der Selbstverwirklichung. Warhols »15 minutes of fame« sind zu 15 Sekunden
nivelliert, der sterbenslangweilige Tod will durch lebenslängliche Unsterblichkeit ausgetrickst werden. Die ganze Welt ist Factory geworden und Kreativität der letzte Schrei in
einer taubstummen Gesellschaft: »Kommt raus ihr Voyeure, wir Exhibitionisten sehen euch doch!«
Preuss, Regisseur und bildender Künstler, inszenierte am Schauspiel Frankfurt bereits »Alice im Wunderland« und »Die Kontrakte des Kaufmanns«. [© Schauspiel Frankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
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Warten auf Godot (En attendant Godot) Von: Samuel Beckett (1906 - 1989)
Uraufführung:
5. Januar 1953 (Paris, Théatre de Babylone) Deutche Erstaufführung: 8. September 09 (Berlin, Schloßpark-Theater)
Zur Inszenierung des Drama Clubs am English Theatre Frankfurt:
Premiere: 5. Mai 09 (James The Bar)
Regie: Michael Gonszar Regieassistenz / Clowntraining: Etta Streicher Bühnenbild: Michael Neitzert Kostüme: Chitra Balachandra-Schuett Licht:
Brett Nancarrow Ausstattung: Dirk Conrad
Besetzung:
Wladimir: James Morgan Estragon: Mike Marklove Pozzo: Alan McNulty Lucky:
Mario Mateluna A Box: Valentin Biehl / Merlin Denter
Waiting for Godot English Theatre Frankfurt Drama Club Wladimir (James Morgan), Estragon (Mike Marklove) und Pozzo (Alan McNulty)
Foto: Anja Kühn
Auf was warten wir noch? Bar Fringe Productions zeigt Becketts “Waiting for Godot” Vor über fünfzig Jahren bewegte die Uraufführung von Samuel Becketts „Warten auf Godot” die Theaterwelt, die Kritik und natürlich die Zuschauer. Das Stück schockierte
gleichermaßen wie es erfreute und feierte schnell europaweit große Erfolge. Noch nie hatte es ein Drama wie dieses gegeben: zwei clowneske Landstreicher sitzen an einer
Straße und warten. Sie warten auf Godot, von dem sie weder wissen, wer er ist, noch, ob es ihn überhaupt gibt. Sie reden, sie diskutieren, sie witzeln, sie wiederholen sich.
Der Drama Club des English Theatre Frankfurt bringt nun das theatergeschichtlich bedeutende Stück „Waiting for Godot“ auf die Bühne der Bar James. Samuel Becketts Drama
gilt als moderner Klassiker und sein Autor zählt zu den wichtigsten Autoren des Absurden Theaters sowie des 20. Jahrhunderts überhaupt.
Inhalt:
Der Inhalt ist schnell erzählt: Die beiden Landstreicher Wladimir und Estragon warten auf Godot, den sie nicht kennen und von dem sie noch nicht einmal wissen, ob es ihn
überhaupt gibt. Sie vertreiben sich die Zeit des Wartens mit Reden und Diskutieren. Zwei weitere Landstreicher gesellen sich zu ihnen, Pozzo und Lucky. Ein Junge tritt auf und
teilt mit, dass Godot nicht kommen wird. Zu Beginn des zweiten Aktes steht wieder alles auf Null. Zwar ist Zeit verstrichen, aber das Warten auf Godot wiederholt sich.
Hintergründe:
Nach der Uraufführung am 5. Januar 1953 im Théatre de Babylone feierte das Stück unerwartete Erfolge. Über 400 Aufführungen gab es allein am Pariser Theater. „Warten auf
Godot“ wurde von den Zuschauern, von der Presse sowie von vielen Schriftstellern (u.a. Tennessee Williams) hoch gelobt. Samuel Beckett war der erste Autor, der mit einem
Stück, das dem Absurden Theater zuzurechnen ist, international berühmt wurde.
Michael Gonszar hat die Äußerung des französischen Dramatikers Jean Anouilh („Godot ist ein Gedanke von Pascal gespielt von den Fratellinis“) ernst genommen und mit der
Etta Streicher (einer professionellen Clownin) zusammengearbeitet. In der Inszenierung „Waiting for Godot“ wird jedoch keine Zirkus- oder Theaterwelt abgebildet, sondern die
Frage nach dem Clown in uns gestellt. Die Bühne ist nichts als Bühne und somit Metapher für die Welt.
Und damit ist Gonszars Regieansatz einem Wort von Günther Anders nahe, der über den „Godot“ schrieb: „Der Clown ist von einer Traurigkeit, die, da sie das traurige Los der
Menschen überhaupt abspiegelt, die Herzen aller Menschen solidarisiert und durch diese ihre Solidarisierung erleichtert… Die Farce scheint zum Refugium der Menschenliebe
geworden zu sein: die Komplizenhaftigkeit der Traurigen zum letzten Trost. Und weiß auch die Tröstung nicht, warum sie tröstet und auf welchen Godot sie vertröstet – sie
beweist, dass Wärme wichtiger ist als Sinn; und daß es nicht der Metaphysiker ist, der das letzte Wort behalten darf, sondern nur der Menschenfreund.”
Der Drama Club des English Theatre Frankfurt: Seit 2005 hat sich der Drama Club des English Theatre mit seinen „Reach-Out Projects“
für Schulen und den Inszenierungen von Peter Shaffers „Equus“, Rob Johns „Living
with Lady Macbeth“, „OLIVER!“ und Shakespeares „Romeo and Juliet“ einen Namen gemacht. So werden Stückvorlagen ausgewählt, in denen es sowohl jugendliche als auch
erwachsene Rollen gibt. Letztere werden immer von Schauspielern aus der freien Szene, mit Absolventen der „Stage & Musical School Frankfurt“ und Amateuren, die neu zum
Drama Club kommen, besetzt. In den Jugendrollen zeigen Schüler und Studenten ihr Können und haben die Möglichkeit in der Zusammenarbeit mit erfahrenen und professionellen
Theaterleuten Bühnenerfahrung zu sammeln. Die Zusammenarbeit mit Michael Gonszar, Michael Neitzert (Bühnenbild), professionellen Licht- und Toningenieuren des English
Theatre und erfahrenen Schauspielern des Drama Clubs ist es eine besondere Herausforderung und eine sehr positive Erfahrung für die jungen Schauspieler und Musiker. Einmal im Jahr wird James Bar zum intimen Kammertheater, seit Regisseur Michael Gonszar mit seinem English Theatre „Adult Drama Club“ 2006 begann, dort Stücke des
klassischen und postmodernen experimentellen Theaters zu inszenieren. Nach Pinters „Betrayal“, Silvers „Fat Men in Skirts“ und Ortons „What the Butler Saw“ folgt nun der
Versuch mit Beckett und einem internationalen Cast (Amerika, Irland, Kanada, England, Deutschland), zusammengesetzt aus professionellen Schauspielern und erfahrenen
Amateuren aus der freien Theaterszene. [© Engish Theatre Frankfurt, Drama Club]
www.english-theatre.de
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Warum wir also hier sind ~ Kein Traumspiel
Von: Michael Lentz Uraufführung:
16. Januar 2009 (Frankfurt, Schauspiel Frankfurt)
Zur Inszenierung am schauspielfrankfurt:
Premiere: 16. Januar 09 (Uraufführung)
Regie:
Niklaus Helbling Bühne und Kostüme: Dirk Thiele Musik: Felix Huber Video: Philipp Batereau Dramaturgie: Jens Groß Darsteller:
Mathias Max Herrmann, Sascha Maria Icks, Sebastian Schindegger, Aljoscha Stadelmann, Sabine Waibel
Niklaus Helbling inszeniert die Uraufführung des neuen dramatischen Werks von Michael Lentz – ein Stückauftrag des schauspielfrankfurt
Friederike versammelt gerne Geister der
Vergangenheit um sich, bevorzugt berühmte Personen, deren Biografie sie kürzlich gelesen hat. Nämlich solche, die zu früh starben und denen die Welt ihre verdiente Anerkennung schuldig blieb.
Weil Amalia ihr diese Flausen austreiben will, arrangiert sie eine reale Zusammenkunft mit den beiden aktuell verehrten »Geistern«: dem Dramatiker Christian Dietrich Grabbe und dem Physiker
Johann Wilhelm Ritter, die allerdings in Wirklichkeit nur der örtliche Briefträger und sein Freund sind. Der Versuch, Friederike mit diesem Schauspiel in die Realität zurückzuholen, gerät
jedoch aus der Bahn. Friederikes Welt zieht noch größere Kreise und auch die vermeintlichen Darsteller der historischen Persönlichkeiten scheinen auf erstaunliche Weise mit ihren Rollen zu
verschmelzen. Amalias Schauspiel wird so zu einem fulminanten Triumph der Einbildungskraft und Friederikes phantastischer Welt, in der nun alles möglich scheint. Die Zeiten und Biografien
geraten (ebenso wie der Raum) aus den Fugen, und am Ende kann sich keiner mehr ganz sicher sein, ob er das alles unbeschadet überlebt hat oder nicht.
Michael Lentz’ Stück WARUM WIR
ALSO HIER SIND. Kein Traumspiel ist eine Hommage an Dada, mit einer Sprachverliebtheit ähnlich der des ebenfalls im Stück in Erscheinung tretenden Dada-Künstlers Raoul Hausmann.
schauspielfrankfurt beauftragte den Schriftsteller, Lautkünstler und Musiker Michael Lentz bereits ein zweites Mal mit einer Stückentwicklung. In der Spielzeit 2007/08 wurde seine erste,
GOTTHELM ODER MYTHOS CLAUS, durch Christiane J. Schneider im Kleinen Haus zur Uraufführung gebracht. Bekannt wurde Michael Lentz vor allem durch seine Romane »Liebeserklärung« (2003) und
»Pazifik Exil« (2007). 2001 erhielt er für sein Prosastück »muttersterben« den Ingeborg-Bachmann-Preis. Michael Lentz ist Präsident der Freien Akademie der Künste zu Leipzig und Professor für
Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut der Universität Leipzig (DLL). Er lebt in Berlin und Leipzig. Die Uraufführung von WARUM WIR ALSO HIER SIND inszeniert der Schweizer
Regisseur Niklaus Helbling, dessen Inszenierung von Lessings EMILIA GALOTTI aus der Spielzeit 2007/08 noch immer erfolgreich im Repertoire des schauspielfrankfurt läuft.
Der freischaffende Autor, Dramaturg und Regisseur inszeniert am Wiener Burgtheater, in Bochum, Hamburg, Mannheim, Basel, Graz, Zürich und bei den Salzburger Festspielen. Niklaus Helbling
ist Autor und Regisseur zahlreicher Hörspiele, Lese-Performances, Liederabende und Revuen. Diese realisierte er zum Teil in Koproduktion mit der interdisziplinären Schweizer Künstlergruppe
MASS & FIEBER, zu deren Mitbegründern er zählt. Für die erste Projektarbeit von MASS & FIEBER, BAMBIFIKATION, wurde die Künstlergruppe 1999 mit dem Preis des Impulse-Festivals
Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.
www.schauspielfrankfurt.de
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Was der Butler sah (What the Butler Saw)
Von: Joe Orton Deutsch von: René Pollesch
Uraufführung: 9. März 1969 (London, Queen's Theatre) Deutschsprachige Erstaufführung: 22. März 1970 (Köln, Städtische Bühnen Köln)
Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:
Premiere: 14. Januar 12 (Wartburg)
Inszenierung: Caroline Stolz Bühne: Lorena Díaz Stephens Kostüme: Jan Hendrik Neidert Musik: Frank Rosenberger Dramaturgie: Dagmar Borrmann
Besetzung:
Dr. Prentice: Michael Günther Bard Geraldine Barclay: Franziska Werner Mrs. Prentice: Evelyn M. Faber Dr. Rance:
Benjamin Krämer-Jenster Nicholas Beckett: Robert Oschmann Sergeant Match: Lars Wellings
Seltsam ist das schon, dass Dr. Prentice das Vorstellungsgespräch seiner
neuen Sekretärin Geraldine mit einer Leibesvisitation beginnen will. Aber was tut man nicht alles für einen guten Job! Mitten in diese Szene platzt Mrs. Prentice hinein, die auch in Nöten
ist, weil sie bei einem erotischen Abenteuer von einem Hotelboy gefilmt wurde, der sie nun mit den Fotos erpresst. Als auch noch ein gewisser Dr. Rance auftaucht, um die Psychiatrische
Klinik mal genau unter die Lupe zu nehmen, ist der Irrsinn nicht mehr aufzuhalten. Jeder erklärt jeden für verrückt, Türen knallen, Medikamente landen in den falschen Mündern, Schüsse fallen.
Was der Butler sah ist eine blendend geschriebene Farce aus bester englische Schule. Über den Autor, der 1967 von seinem Lebensgefährten ermordet wurde, sagte der spätere Literaturnobelpreisträger Harold Pinter: „He was a bloody marvellous writer“. Es inszeniert Caroline Stolz, die ihr Talent für turbulente Komödien zuletzt mit ihrer Inszenierung Der nackte Wahnsinn unter Beweis stellte. [© Staatstheater Wiesbaden]
www.staatstheater-wiesbaden.de
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Was ihr wollt (Twelfth Night; or What You WilI Komödie in fünf Akten
Von: William Shakespeare (1564 - 1616)
Erste gesicherte Aufführung: 2. Februar 1602 (London, Middle Temple)
Zur Inszenierung des Theater Bielefeld: In der Übersetzung von Angela Schanelec
Premiere: 23. September 11
Inszenierung: Henner Kallmeyer Bühne und Kostüme: Franziska Gebhardt Musik: Henning Brand
Dramaturgie: Katrin Michaels, Marcus M. Grube Regieassistenz und Abendspielleitung: Johanna Neugebauer Ausstattungsassistenz: Olga Gromova
Besetzung:
Orsino, Herzog von Illyrien: Johannes Lehmann Viola, später verkleidet als Cesario: Charlotte Puder
Sebastian, ihr Zwillingsbruder: Oliver Baierl Antonio, ein anderer Kapitän & Sebastians Retter: Hannah von Peinen Olivia, eine Gräfin: Christina Huckle
Maria / Fabian: Nicole Paul Malvolio: Thomas Wehling Sir Toby Belch: Lukas Graser Sir Andrew Bleichenwang: Thomas Wolff
Clown: Therese Berger
Die Zwölfte Nacht, so der englische Titel des Stücks, bezeichnet das Ende des Karnevals und so ist Shakespeares Illyrien ein Ort von Ausschweifung
und Exzessen, Verkleidung und Rollentausch. In dem abgeschiedenen Reich, in dem Herzog Orsino regiert, ist die Grenze zwischen Schein und Wirklichkeit durcheinander geraten. Ein Liebeswahn
hat die Partygesellschaft befallen und jeder hofft, bangt und zittert, erkannt und zurückgeliebt zu werden – dafür nimmt man jede Maskerade in Kauf, Verwechslungen eingeschlossen. Viola
strandet auf der Insel und auch sie wird sofort angesteckt: Um dem geliebten Orsino nah zu sein, tritt sie verkleidet in seinen Dienst und wird zum Sprachrohr seiner hoffnungslosen Liebe zu
Olivia. Doch die interessiert sich bald mehr für den Boten als für seine Botschaft. Im Bann des hemmungslosen Liebens verkehrt sich das Verhältnis von Herr und Diener ebenso wie die Identität
der Geschlechter. Olivias gesamter Hausstand steht Kopf und durch alle Liebeswirren hindurch soll auch noch dem Spaßverderber Malvolio eine Lektion erteilt werden. So sieht auch er sich
plötzlich mit seinen geheimsten Träumen konfrontiert. Als schließlich Violas verloren geglaubter Zwillingsbruder auftaucht, ist das Chaos perfekt und spätestens jetzt ist klar, dass in
Illyrien genauso viel Delirium wie Illusion steckt. Wie immer bei Shakespeare liegen auch in Was ihr wollt Komik und Tragik nah beieinander. Im derbsten Witz schwingt Melancholie und
jeder Elegie ist der Schalk zwischen die Zeilen geschrieben. Liebe ist hier gleichzeitig heiter und traurig und ein Spiel, das mit heiligem Ernst durchexerziert wird und zu guter Letzt für
den Narren im Zuschauerraum aufgeführt wird, der sehr wohl zwischen Schein und Realität zu unterscheiden vermag. Inszeniert wird Shakespeares großer Klassiker von Henner Kallmeyer, der in der
vergangenen Spielzeit mit Nora Ephrons Harry und Sally im Theater am Alten Markt für Furore sorgte. Auch hier graben er und die Ausstatterin Franziska Gebhardt in den Untiefen des
Kostümfundus’, um ihr eigenes buntes, anarchisches und durchgedrehtes Illyrien zu erfinden. Charlotte Puder spielt Viola, den Zwilling in geheimer Mission; Christina Huckle, die
melancholische Gräfin Olivia; Lukas Graser und Thomas Wolff sorgen als Sir Toby und Sir Andrew für feucht-fröhlichen Wahnsinn, dem Thomas Wehling als Malvolio Einhalt zu gebieten versucht.
Als poetischer Narr und heimlicher Strippenzieher ist Therese Berger zu sehen.
Inszenierung: Henner Kallmeyer, 1974 in
Lübeck geboren, arbeitete als Regieassistent am Schauspielhaus Bochum und bei Christina Paulhofer am Staatstheater Hannover, bevor er 2002 dort mit der Uraufführung von A.L. Kennedys
Gleißendes Glück sein Regiedebüt gab. Seitdem war er u. a. am Deutschen Theater Göttingen, am Schauspielhaus Salzburg, am Schauspielhaus Bochum und am Schauspiel Essen tätig. Zu seinen
Regiearbeiten gehören u. a. Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, Quartett, Private lives, Spanische Reiter, Engel (DSE), Kitchen Stories (UA), Schöne Bescherungen, Hedda Gabler,
Männerhort und Sein oder Nichtsein. Am Theater Bielefeld inszenierte er in der letzen Spielzeit bereits sehr erfolgreich die deutschsprachige Erstaufführung Harry und Sally.
Bühne und Kostüme: Franziska Gebhardt wuchs in Hannover auf und studierte Innenarchitektur an der Hochschule für Design und Medien Hannover. Sie war Assistentin bei Jörg Kiefel und Raimund Bauer, bevor sie als freie Bühnen- und Kostümbildnerin u. a. am Schauspiel Hannover, am Oldenburgischen Staatstheater und am Deutschen Theater in Göttingen arbeitete. Sie stattete bereits einige Inszenierungen von Henner Kallmeyer aus, u. a Kitchen Storis (UA), Schöne Bescherungen, Hedda Gabler, Männerhort, Sein oder Nichtsein und, am Theater Bielefeld, Harry und Sally.
Musik: Henning Brand studierte bis 1994 Musik an den Hochschulen in Detmold und Amsterdam. Seit 2004 arbeitet er freischaffend als Musiker und Komponist und hat bereits zahlreiche Bühnenmusiken geschrieben sowie musikalische Leitungen bei diversen Inszenierungen übernommen. Unter anderem hat er mit Regisseuren wie Erik Gedeon, Karin Beier, Karin Henkel, Stefan Rottkamp, Katja Lauken und Tina Lanik zusammen gearbeitet. Außerdem unterrichtete er Musik und Musikpsychologie an den Universitäten in Bielefeld, Koblenz-Landau, Bonn und Köln, schrieb Filmmusiken und war als Autor tätig. [© Theater Bielefeld]
www.theater-bielefeld.de
Zur Inszenierung des Hamburger Thalia Theaters:
Premiere: 27. November 10
Regie:
Jan Bosse Bühne: Stéphane Laimé Kostüme: Kathrin Plath Musik: Rocko Schamoni, Jonas "Jones" Landerschier Dramaturgie: Gabriella Bußacker
Besetzung: Olivia: Bibiana Beglau Rülp: Bruno Cathomas Malvolio: Jens Harzer Viola & Sebastian: Mirco Kreibich
Narr & Maria: Karin Neuhäuser Bleichenwang: Jörg Pohl Orsino: Alexander Simon
Musiker: Jonas „Jones“ Landerschier
Bereits dreimal hat
Jan Bosse Shakespeare inszeniert: „Hamlet“, „Viel Lärm um nichts“ und „Othello“. Er findet in den Dramen und Komödien dieses Autors nicht nur die großen Fragen, sondern auch eine Sicht auf
das Theater, die seine Arbeiten motivisch bestimmt: das Spiel um Schein und Sein, das das Bühnengeschehen selbst wie auch sein Verhältnis zum Publikum meint, und die damit verbundenen Fragen:
Was ist Wirklichkeit? Was bestimmt unser Sein? Also: Was wollen wir wirklich? Der Titel, den Shakespeare seiner Komödie der Irrungen und Verwirrungen, der Verwandlung und Täuschung, des
Tausches und Rausches gibt, enthält Feststellung, Frage und Provokation als Aufforderung: Was ihr wollt. Was wollt ihr? Ist es das, was ihr wollt? [© Thalia Theater]
www.thalia-theater.de
Zur Inszenierung des Schauspielhaus Zürich:
Premiere: 11. März 10 (Pfauen)
Regie: Barbara Frey
Bühnenbild: Penelope Wehrli Kostüme: Bettina Walter Lichtdesign: Rainer Küng Dramaturgie: Thomas Jonigk Regieassistenz: Hannes Weiler
Bühnenbildassistenz: Nadia Schrader Kostümassistenz: Agnes Raganowicz Soufflage: Gabriele Seifert Inspizienz: Aleksandar Sascha Dinevski
Besetzung:
Orsino, Herzog von Illyrien: Frank Seppeler Viola, später verkleidet als Cesario: Nina Hoss Sebastian, Violas Zwillingsbruder: Franziska Machens
Kapitän, Violas Retter Anonio, Sebastians Retter: Sean McDonagh Olivia, eine Gräfin: Caroline Peters Maria, Olivias Kammermädchen: Friederike Wagner
Malvolio, Olivias Haushofmeister: Michael Maertens Sir Toby Belch, Olivias Onkel: Aurel Manthei Sir Andrew Aguecheek: Patrick Güldenberg
Curio, Diener des Herzogs: Fabian Julia Kreusch Clown: Robert Hunger-Bühler
Am Anfang steht ein Schiffbruch. Am Ende der Ehehafen. Dazwischen nimmt eine fulminante
Verwechslungskomödie ihren Lauf, deren Protagonisten leider wenig zu lachen haben. Barbara Freys Inszenierung von William Shakespeares WAS IHR WOLLT wird am 11. März im Pfauen Premiere
feiern. Die Rolle der Viola spielt Nina Hoss, eine der gefragtesten deutschsprachigen Theater- und Filmschauspielerinnen. Nina Hoss arbeitete schon mehrfach mit Barbara Frey zusammen: So
spielte sie die Franziska in „Minna von Barnhelm“, die Titelrolle der „Medea“ und die Lotte in Botho Strauss’ „Gross und klein“. Für ihre Medea wurde sie 2006 mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring
ausgezeichnet. Der Durchbruch als Filmschauspielerin gelang Nina Hoss 1996 mit ihrer Verkörperung der Rosemarie Nitribitt in Bernd Eichingers Film „Das Mädchen Rosemarie“, für die sie mit der
Goldenen Kamera als Beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet wurde. Grosse Publikumserfolge verzeichnete sie u.a. auch mit den Filmen „Die weisse Massai“ (Regie Hermine Huntgeburth),
„Nackt“ (Regie Doris Dörrie) und „Anonyma“ (Regie Max Färberböck). Für die Filme „Toter Mann“ 2003 und „Wolfsburg“ 2005, beide in der Regie von Christian Petzold, wurde Hoss jeweils mit dem
Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Für ihre Verkörperung der Yella in Christian Petzolds gleichnamigem Film erhielt sie auf der Berlinale 2007 den Silbernen Bären als beste Schauspielerin
sowie 2008 den Deutschen Filmpreis. Zurzeit ist Nina Hoss am Deutschen Theater Berlin in der Uraufführung von Lukas Bärfuss' Stück „Öl“ (Regie: Stephan Kimmig) zu sehen. [©
Schauspielhaus Zürich]
www.schauspielhaus.ch
Zur Inszenierung der Dramatischen Bühne, Frankfurt
Premiere: 24. Oktober 08
Text und Regie: Thorsten Morawietz Technik: Nina Koempel, Prisca Ludwig Bühnenbild: Simone Greiß Musik: Armin Drogat, Sebastian Huther
Kostümentwürfe: Prisca Ludwig Kostüme: Evi Schnatz, Anneliese Meister, Désirée Piniella
Ensemble: Narr: Armin Drogat Gräfin Olivia: Simone Greiß
Sir Andreas Bleichenwang: Sebastian Huther Fürst Orsino, Malvolio: Julian König Cesario, Viola: Sarah Kortmann Sir Tobias Rülps: Thorsten Morawietz
sowie die "Kinder des Olymp"
Besprechung auf kulturfreak.de
Was ihr wollt Dramatische Bühne Frankfurt Ensemble Foto: Dramatische Bühne
"Die unsterblich Komödie um Schein und Sein als bunter Traum zwischen Melancholie und Leichtigkeit. Die bittersüße Romanze zwischen dem liebeskranken Fürsten Orsino und
der als Mann verkleideten Hosenrolle Viola als Parabel über Selbstbetrug und Liebesrausch.
Zwischen irrsinniger Komödiantik und galligem Ernst pendelnd, werden Abgründe der menschlichen Seele voller Gedankenpracht und Sinneslust ausgelotet. In Shakespeares
kleinem Welttheater wird der ganze Kosmos von Liebe, Lust und Leidenschaft durchschritten, voller Musik und Slapstick, voller Tiefsinn und traurigen Narreteien.
Mit eigens erstellten Filmsequenzen mit den Original Live-Schauspielern, welche in das Stück integriert werden, entsteht ein kunstvoller Mix aus Theater und Spielfilm, bei dem
man nicht mehr weiß, was Trug ist und was Wirklichkeit."
Exzess Halle, Leipziger Straße 91, Frankfurt-Bockenheim
www.dramatische-buehne.de
Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:
Premiere: 2. November 07
Regie: Corinna von Rad Bühne: Ralf Käselau Kostüme: Sabine Blickenstorfer Musik: Martin Schütz Licht: Nicol Hungsberg Dramaturgie:
Sibylie Baschung Regieassistenz: Lilli-Hannah Hoepner Bühnenbildassistenz: Julia Plickat Kostümassistenz: Katharina Tasch Souffleuse:
Alexandra zu Stolberg Inspizienz: Joachim Möller Ton: Philipp Batereau, Inga Lüth, Arnim Streek Maske: Patricia Dietz, Karin Junghardt, Lutz Paschke
Technische Produktionsleitung: Josef Dreker / Laura van Haperen Technische Einrichtung: Nikola Ramie Requisite: Jens Schönherr, Helmut Stumvoll Regiehospitanz:
Nicole Peinz Kostümhospitanz: Mareike Wehrmann Dramaturgiehospitanz: Lisa Danulat, Lea Schiel
Besetzung:
Orsino, Herzog von Illyrien:
Christian Kuchenbuch Curio, im Dienst des Herzogs: Andreas Bittl Viola, später verkleidet als Cesario: Sandra Bayrhammer Sebastian, ihr Zwiilingsbruder:
Bert Tischendorf Antonio, Freund und Lebensretter Sebastians: Wolfgang Gorks Olivia, eine Gräfin: Olivia Grigolli Maria, ihre Gesellschafterin: Georgia Stahl
Sir Toby Rülps, ihr Onkel: Roland Bayer Sir Andrew Leichenwang, einer ihrer Verehrer: Sebastian Schindegger Malvolio, ihr Verwalter: Oliver Kraushaar Narr:
Matthias Redlhammer
Besprechung auf kulturfreak.de
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Was ihr wollt schauspielfrankfurt Olivia (Olivia Grigolli), Malvolio (Oliver Kraushaar),
Sir Toby Rülps (Roland Bayer), Sir Andrew Leichenwang (Sebastian Schindegger) Foto: Alexander Paul Englert
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Bei einem Schiffsunglück vor der Küste llyriens scheint Sebastian, der Zwillingsbruder von Viola, ums Leben gekommen zu sein. Viola, die das Unglück überlebt hat, tritt als
Junge verkleidet in die Dienste Orsinos, der über Illyrien herrscht. Orsino ist in die Gräfi n Olivia verliebt, die aus Trauer um ihren toten Bruder das Liebeswerben zurückweist.
Viola (die sich jetzt Cesario nennt) soll nun für Orsino um Olivias Gunst werben. Olivia verliebt sich jedoch in den »jungen Mann« Cesario, während Cesario / Viola Gefallen am
Herzog gewonnen hat. Die Ereignisse überschlagen sich, als Sebastian – der den Schiffbruch doch überlebt hat – auftaucht und für Cesario gehalten wird. Olivia trifft auf
Sebastian, verwechselt ihn mit Orsinos Boten und heiratet ihn Hals über Kopf. Es kommt zum Showdown: Orsino droht, den vermeintlich untreuen Diener zu töten, was durch
das Auftreten Violas jedoch verhindert wird. Die Verwechslungen klären sich auf, Sebastian bleibt bei Olivia, Orsino verspricht Viola zu heiraten. Ein Spiel über die Illusionen der
Liebe, in dem jeder den Selbst-Täuschungen erliegt. Und eine der schönsten Komödien der Welt. [© schauspielfrankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
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Das Weisse Album
Von: Roland Schimmelpfennig nach The Beatles Uraufführung:
6. Februar 2010 (Frankfurt, Schauspiel Frankfurt)
Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Premiere: 6. Februar 10 (Schauspielhaus)
Regie:
Florian Fiedler Musikalische Leitung: Martin Engelbach Bühne: Maria-Alice Bahra Video: Bert Zander Kostüme: Selina Peyer Licht: Nicol Hungsberg
Ton: Arnim Streek, Matthias Schmidt, Stanislas Heubel-Parodi Dramaturgie: Sibylle Baschung
Mit:
Nadja Petri, Nele Rosetz;Torben Kessler, Christoph Pütthoff, Marc Oliver Schulze
Die Band “Piggies”: Schlagzeug, Geige: Martin Engelbach Gitarren, Flöte:
Frank Wulff / Hajo Deming Klavier, Cello: Friedrich Paravicini / Sebastian Nitsch Bass, Tuba: Dirk Ritz
Besprechung auf kulturfreak.de
Das Weisse Album Schauspiel Frankfurt Ensemble © Katrin Ribbe
Wer kennt sie nicht, die Beatles-Songs »Back In The USSR«, »Ob-La-Di, Ob-La-Da«, »Helter Skelter« oder »Revolution«? Sie alle sind zu finden auf der einzigen Doppel-LP der
berühmten Pilzköpfe, die als »Das Weiße Album« Musikgeschichte geschrieben hat. Ihren Namen verdankt die Platte dem Titelcover: Bandname in weißer Schrift auf weißem Grund.
Produziert und veröffentlicht im legendären Jahr 1968, bringt »Das Weiße Album« wie kaum ein anderes das Lebensgefühl jener Tage zum Ausdruck. Mit seinen musikalischen
Kontrasten, Widersprüchen und unterschiedlichen Stilrichtungen von Rock’n’Roll und Blues über Psychedelia und Country bis zu Folk und Ragtime, sprengt das Werk die
Grenzen der damaligen Popmusik.
Roland Schimmelpfennig, geboren 1967, ist der meistgespielte Gegenwartsdramatiker Deutschlands. Er hat als Journalist in Istanbul gearbeitet und war nach dem
Regiestudium an der Otto-Falckenberg-Schule an den Münchner Kammerspielen engagiert. Seit 1996 arbeitet Roland Schimmelpfennig als freier Autor. Für seine Theaterstücke –
die weltweit in über 40 Ländern mit großem Erfolg gespielt werden – wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Else-Lasker-Schüler-Preis und dem Nestroy-Theaterpreis.
Florian Fiedler, geboren 1977 in Hamburg, arbeitete von 1998 bis 2001 als Regieassistent am Theater Basel, u. a. mit Lars-Ole Walburg, Stefan Bachmann, Nicolas Stemann. Es
folgten Inszenierungen am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, Münchner Volkstheater, Schauspiel Frankfurt und Düsseldorfer Schauspielhaus. 2003 erhielt er den
Förderpreis für Regie der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste für Nieder- Bayern, 2004 zeichnete ihn »Theater heute« als Nachwuchsregisseur des Jahres aus. Von
2006 bis 2009 war er der künstlerische Leiter der Spielstätte schmidtstraße des schauspielfrankfurt. Seit der Spielzeit 2009/10 ist er Hausregisseur am Schauspiel Hannover. [©
Schauspiel Frankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
Ausführliche Informationen zum Album gibt es u.a. in Volker Rebells Buch “DIE BEATLES 1968 ~ Das Weisse Album” (Song Bücherei)
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Weiter Träumen
Von: Thomas Jonigks Uraufführung:
22. Oktober 2011 (Zürich, Schauspielhaus Zürich)
Zur Inszenierung des Schauspielhaus Zürich:
Premiere: 22. Oktober 11 (Uraufführung)
Regie:
Christof Loy Bühne: Jan Versweyveld Kostüme: Ursula Renzenbrink Musik: Mathis Nitschke Choreographie:Thomas Wilhelm Licht:
Jan Versweyveld/Frank Bittermann Dramaturgie: Thomas Jonigk
Besetzung:
Silvia Bockmann: Silvia Fenz Karl Bockmann: Christoph Quest
Hildegard Bockmann: Susanne-Marie Wrage Ursula Hofknecht: Friederike Wagner Junge Frau/Krankenschwester: Julia Kreusch Hans: Fritz Fenne Arzt:
Klaus Brömmelmeier Orang Utan: Yannick Billinger
Thomas Jonigk, 1966 in Eckernförde geboren, studierte Mediävistik, Neuere Deutsche Literatur und Theaterwissenschaft in
Berlin. Neben seiner Tätigkeit als Theater- und Romanautor sowie Librettist arbeitet Jonigk auch als Dramaturg und Regisseur. Jonigks Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und mit
vielen Preisen ausgezeichnet. Als Musikdramaturg arbeitete er u.a. an der Opéra National de Lyon, der Deutschen Oper am Rhein und bei den Salzburger Festspielen. Mit „Biokhraphia“ stellte
sich Thomas Jonigk, der seit Beginn der Intendanz von Barbara Frey als Autor und Dramaturg am Schauspielhaus Zürich tätig ist, in der Spielzeit 2010/11 dem Zürcher Publikum erstmals auch als
Regisseur vor. Ausserdem war 2011 sein Stück „Täter“ (Regie Daniela Löffner) in der Box des Schiffbaus zu sehen.
Christof Loy, geboren 1962 in Essen, studierte Musiktheaterregie an der
Folkwang Hochschule sowie Philosophie, Kunstgeschichte und italienische Philologie in München. Seit 1990 ist er freischaffender Regisseur. Seine Stuttgarter Inszenierung von Marivaux‘
„Triumph der Liebe“ wurde 1997 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. In den letzten Jahren inszenierte Loy hauptsächlich Musiktheater. 2008 wählten ihn die Kritiker der Fachzeitschrift
„Opernwelt“ zum dritten Mal zum Opernregisseur des Jahres. Im selben Jahr erhielt er den Theaterpreis „Faust“ für seine Frankfurter Inszenierung von Mozarts „Cosi fan tutte“. Zuletzt
inszenierte Loy im Sommer 2011 Richard Strauss’ Oper „Die Frau ohne Schatten“ bei den Salzburger Festspielen. Am Schauspielhaus Zürich wandte er sich 2009/10 mit Claudels „Der Tausch“ nach
längerer Zeit erstmals wieder dem Schauspiel zu.
www.schauspielhaus.ch
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Wenn, dann: was wir tun, wie und warum
Von: Roland Schimmelpfennig Uraufführung:
8. April 11 (Frankfurt/M, Schauspiel Frankfurt)
Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Premiere: 8. April 11 (Uraufführung)
Regie:
Christoph Mehler Bühne: Nehle Balkhausen Kostüme: Anne Hölzinger Musik: Oliver Urbanski Licht: Johannes Richter Dramaturgie: Alexandra Althoff
Besetzung:
1. Handwerker (Ricki): Viktor Tremmel 2. Handwerker (Uli): Oliver Kraushaar 3. Handwerker (Rudi, Älter): Michael Abendroth
4. Handwerker (Marek): Thomas Huber
Besprechung auf kulturfreak.de
Wenn, dann: was wir tun, wie und warum Schauspiel Frankfurt Uli (Oliver Kraushaar), Rudi (Michael Abendtroth), Ricki (Viktor Tremmel)
© Birgit Hupfeld
In Roland Schimmelpfennigs grotesker Handwerkerkomödie werden unvermutet große Themen angeschnitten: der Zusammenstoß von Generationen, Klassen und Welten.
Schimmelpfennig zählt zu Deutschlands meistgespielten lebenden Dramatikern. Er wurde mehrfach ausgezeichnet und bekam zuletzt 2010 den Else-Lasker-Schüler
-Dramatikerpreis für sein Gesamtwerk. »Wenn, dann: was wir tun, wie und warum« ist ein Auftragswerk für das Schauspiel Frankfurt. Der Regisseur Christoph Mehler
inszenierte in der vergangenen Spielzeit mit großem Erfolg »Hautnah« von Patrick Marber am Schauspiel Frankfurt.
Christoph Mehler (Regie) 1974 in Berlin geboren. Er begann seine Laufbahn mit einem Schauspielstudium. Erste Erfahrungen als Regisseur sammelte er in der freien Szene. Von 2003 bis 2006 assistierte
Christoph Mehler am Deutschen Theater Berlin u.a. Dimiter Gotscheff, Jürgen Kruse und Armin Petras. Von 2006 bis 2009 war er dort Leiter der Spielstätte »Box und Bar«, wo
er bei insgesamt zehn Inszenierungen Regie führte, darunter »Motortown« und »Pornographie« von Simon Stephens. Christoph Mehler inszeniert u.a. am Staatstheater Nürnberg
, Staatstheater Braunschweig, Staatstheater Mainz sowie am Schauspielhaus Wien und Theater Dortmund. In der vergangenen Spielzeit 2009/10 inszenierte Mehler am
Schauspiel Frankfurt »Hautnah« von Patrick Marber
Nehle Balkhausen (Bühne) Geboren 1978 in Köln. Sie absolvierte ein Bühnen- und Kostümbild-Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und an der »École nationale supérieure des arts
décoratifs « in Paris. Sie assistierte am Maxim Gorki Theater und am Deutschen Theater in Berlin, dort entstanden erste eigene Kostüm- und Bühnenbilder. Seit 2008 ist sie als
freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin tätig. Seit 2006 arbeitet sie kontinuierlich mit dem Regisseur Christoph Mehler zusammen. Am Schauspiel Frankfurt war sie Bühnen-
und Kostümbildnerin für Mehlers Inszenierung von Patrick Marbers »Hautnah« in den Kammerspielen.
Anne Hölzinger (Kostüme) Geboren 1972 in Berlin. Sie studierte zunächst Architektur an der Hochschule der Künste Berlin. Anschließend arbeitete sie als Bühnenund Kostümassistentin am Thalia Theater
Hamburg und am Deutschen Theater Berlin. Für das Deutsche Theater Berlin konzipierte sie die Spielstätte »Box und Bar«. Hier entstanden erste eigene Arbeiten, unter anderem
mit den Regisseuren Christoph Mehler, Bettina Bruinier, Jo-Anna Hamann und Ivan Panteleev. Seit 2008 arbeitet sie als Bühnen und Kostümbildnerin u. a. am Centraltheater
Leipzig, am Deutschen Theater Berlin und am Staatstheater Nürnberg.
Oliver Urbanski (Musik) Geboren 1975 in Berlin, arbeitet als Schauspieler, Musiker und Komponist. Er studierte Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin. Sein erstes
festes Engagement führte ihn ans Berliner Ensemble. Als Theatermusiker komponierte und spielte er u.a. in Produktionen von Peter Zadek und Claus Peymann. Gastspiele und
Tourneen führten ihn u. a. zu den Wiener Festwochen, dem Edinburgh International Festival, der Ruhrtriennale und den Ruhrfestspielen. Er arbeitet kontinuierlich mit den
Regisseuren Christoph Mehler und Bettina Bruinier zusammen. Am Schauspiel Frankfurt machte er die Musik für Bruiniers Inszenierungen »Stadt aus Glas« und »Romeo und Julia«.
[© Schauspiel Frankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
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Wenn eine Dolores heisst, muss sie noch lange nicht schön sein Ein musikalischer Theaterabend
Von: Ruedi Häusermann
Mit Texten von: Peter Bichsel Uraufführung: 25. Januar 2007 (Zürich, Schauspielhaus)
Zur Inszenierung des Schauspielhaus Zürich:
Premiere: 25. Januar 07 (Schiffbau, Halle 2)
Regie:
Ruedi Häusermann Bühne: Chasper Bertschinger, Ruedi Häusermann Kostüme: Barbara Maier Licht: Markus Keusch Dramaturgie: Imanuel Schipper
Mit: Thomas Douglas, Christian Heller, Karin Pfammatter, Hansruedi Twerenbold und den Musikern Martin Birnstiel, Monika Camenzind,
Christian Strässle, Daniel Thomas (Weshalb-Forellen-Quartett)
Unterstützt von der UBS Kulturstiftung
«Eine Geschichte ohne Bedeutung», «Das Metzgerspiel», «In
den Wind geschrieben», «Vom Nichtskönnen», «Von der Wohltat, ausgelacht zu werden» – so heissen einige Titel der über 300 Kolumnen, die der Dichter Peter Bichsel in den letzten dreissig
Jahren geschrieben hat. Peter von Matt sagt: Mit Bichsel hat man es nicht leicht. Jetzt rollt der Schweizer Komponist und Regisseur Ruedi Häusermann für Bichsel den roten Teppich aus und
räumt ihm im Schauspielhaus seinen verdienten Platz ein. Neu komponierte Musik für ein Streichquartett und eine optisch-poetische Welt verführen mit den teils moralischen, teils messerscharf
analysierenden, immer aber zutiefst menschenliebenden und weisen Texten von Bichsel zu einer besonderen Betrachtungsweise der Welt.
Vier Schauspieler und die Musiker des
Weshalb-Forellen-Quartetts umkreisen die manchmal belehrenden, immer aber poetischen Geschichten. Sie setzen der literarischen konkreten Welt eine musikalische und optische Traumwelt
entgegen. «Amerika gibt es nicht», die wohl berühmteste Kindergeschichte von Peter Bichsel, führt wie ein leitendes Band durch das Stück, eine Geschichte von früher, eine «Es war
einmal...»-Geschichte. Das Ensemble bewegt sich zwischen dieser vergangenen Zeit und der Jetzt-Zeit, in der sich eine Lesergruppe Bichsel-Freunde treffen und einander Kolumnen vorlesen. In
einer sich laufend verändernden Bühnenwelt, entsteht die von anderen Produktionen bekannte «Häusermannsche Theater-Traum-Welt».
Peter Bichsel
(*1935, Luzern) hat sich einmal als «Wenigschreiber» bezeichnet – wobei sich die Frage stellt, was «wenig» ist. Auf jeden Fall gilt Bichsel als Meister der kurzen Formen. Seit seinem internationalen Durchbruch mit «Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennen lernen» sind von ihm viele Kurz- und Kürzestgeschichten, Essays, journalistische Arbeiten, Reden und ein Roman erschienen. Peter Bichsel ist Träger zahlreicher Auszeichnungen.
Ruedi Häusermann, geboren1948 in Lenzburg (Aargau), studierte Ökonomie und klassische Querflöte. Früh wandte er sich dem Jazz und der freien Improvisation zu. Mit seinem
Soloprogramm «Der Schritt ins Jenseits» hat Häusermann seine Musik 1990 zum ersten Mal in einen theatralen Zusammenhang gestellt. Seither entwickelt er seine eigene Musik-Theatersprache, in
der die Elemente Text, Ton, Bild, Szene sich in eine übergreifende, fein verästelte Partitur fügen. Häusermann arbeitet an vielen grossen Häusern. Im Schauspielhaus Zürich war im November
2006 sein «Gewähltes Profil: lautlos» als Gastspiel zu sehen.
«Der Traum eines Schriftstellers - dass jemand lesen kann, was er schreibt», sagt Peter Bichsel und hat in Ruedi Häusermann den Erfüller seines Traumes gefunden.
Info/Vorverkauf: +41 (0) 44 258 77 77 – www.schauspielhaus.ch
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Wer hat Angst vor Virginia Woolf? (Who´s Afraid of Virginia Woolfe?)
Drama in drei Akten
Von: Edward Albee
Uraufführung: 13. Oktober 1962 (New York, Billy Rose Theatre) Deutsche Erstaufführung: 13. Oktober 1963 (Berlin, Schloßparktheater)
Zur Inszenierung des Theater am Kurfürstendamm in Koprpduktion mit dem Cebtraltheater Leipzig:
Premiere: 18. Dezember 11 (bis 15. Januar 2012) Premiere Centraltheater Leipzig: 18. Januar 12
Regie: Amina Gusner Bühne:
Johannes Zacher Kostüm: Inken Gusner
Besetzung:
Martha: Katja Riemann George: Peter René Lüdicke
Süße: Anne Haug Nick: Karim Cherif
Nachdenklich. Katja Riemann als Martha in "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?". Theater am Kurfürstendamm Foto: Johannes Zacher
Das Akademikerpaar George und Martha kommt angetrunken von einer Universitätsfeier nach Hause – und erwartet noch Besuch: den neuen Biologieprofessor Nick und dessen
Frau. Ungewollt werden die beiden Zeugen eines seit Jahren andauernden Ehekrieges, der extrem klug und häufig mit Witz und Ironie zwischen den Gastgebern geführt wird.
Nick und seine Frau werden bald mit in den Konflikt hineingezogen und müssen Stellung beziehen – dabei bröckelt langsam auch die Fassade ihrer eigenen Liebesbeziehung.
Edward Albees Stück ist gnadenlos ehrlich. In der Begegnung von zwei Ehepaaren in einer Nacht zeigt der amerikanische Autor den gesamten Kosmos an Macht- und
Ohnmachtsgefühlen, an Liebessehnsucht und Todesangst, an Traumhoffnungen und Realitätsverweigerungen, deren Menschen fähig sind – und bringt den permanent
brodelnden Beziehungskessel zwischen dem Geschichtsprofessor George und seiner Frau Martha so lang zum Überkochen, bis alles Wasser aufgebraucht ist. Die beiden
geben fast alles über sich preis – nur nicht, dass sie eine tiefe, innige Liebe verbindet. Am Ende des Abends sind fast alle Illusionen zerstört. Es bleiben die Chance und
Hoffnung auf einen Neuanfang! Durch die Verfilmung mit Elizabeth Taylor und Richard Burton in den Hauptrollen wurde das Stück zum Welterfolg und ist nicht nur ein virtuos
gezeichnetes Beziehungsdrama, sondern auch ein gefundenes Fressen für starke Schauspieler.
Martha und George Martha „Ich kann dich nichte sehen … schon seit Jahren sehe ich dich nicht mehr …“
Katja Riemann … gehört seit dem Erfolg von „Abgeschminkt“ (1993), „Der bewegte Mann“ (1994) und „Stadtgespäch“ (1995) zu den nachhaltigsten deutschen
Schauspielerinnen. Sie studierte an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und der Otto Falckenberg Schule München und wurde schon während der Studienzeit von
Peter Beauvais für „Sommer in Lesmona“ für die Kamera entdeckt.
Ihr Talent konnte sie in ganz unterschiedlichen Film-, Fernseh- und Theaterrollen eindrucksvoll zeigen. Kinoproduktionen wie Kaufmanns „Die Apothekerin“, Trottas
„Rosenstraße“, von Garniers „Bandits“, Roehlers „Agnes und seine Brüder“, Gsponers „Das wahre Leben“, Kaufmanns „Ein fliehendes Pferd“ oder Sturms „Up Up to the sky“
waren Publikums- und Kritikererfolge.
Ihre Theaterlaufbahn begann 1987 als Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele und setzte sich am Schillertheater Berlin fort. Katja Riemann ist nach wie vor auch auf der
Bühne zu Hause, „Hedda Gabler“, „Anna Karenina“ und „Drei Schwestern“ (alle von Amina Gusner inszeniert) sind die bekanntesten Inszenierungen der letzten Zeit.
Katja Riemann ist ebenfalls als Musikerin aktiv. Mit ihrem literarischmusikalischen Programm „Friedensreich. Ein Doitschlandabend“ war sie live zu erleben.
Das von ihr geschriebene und produzierte Hörspiel „Die Vögel“, das auf musikalischem Wege von Unterschieden, Ausgrenzung und Gemeinsamkeiten erzählt, wurde am 23.
Oktober 2010 veröffentlicht. Im Kinofilm „Die Relativitätstheorie der Liebe“(Regie Otto Alexander Jahrreis), der im vergangen Frühjahr in den Kinos gestartet ist, spielte sie gleich
mehrere Rollen. Katja Riemann wurde am 4. Oktober 2010 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. In der Begründung für die Auswahl der Geehrten heißt es, sie seien "Vorbilder
in Sachen Menschlichkeit und Miteinander".
George „… und versuch, deine Kleider anzubehalten, wenn möglich. Es gibt kaum einen scheusslicheren Anblick als dich, vollbesoffen, den Rock über dem Kopf, weißt du …“
Peter René Lüdicke … ist derzeit Ensemblemitglied des Centraltheater Leipzig, wo er u. a. in: „Der gute Mensch von Sezuan“, „Der Zauberberg“, „Fanny und Alexander“, „Paris,
Texas“, „Pension Schöller“ sowie „Publikumsbeschimpfung“ spielt. Davor war er unter anderem an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, am Schauspiel Frankfurt, am
Staatstheater Hannover, dem Staatstheater Kassel, der Neuen Bühne Senftenberg, dem Theater Magdeburg, dem Staatstheater Kassel, dem Schauspielhaus Zürich, dem
Schauspielhaus Hamburg und dem Maxim Gorki Theater verpflichtet. Er arbeitete mit Regisseuren wie Frank Castorf, Andreas Kriegenburg, und Sebastian Hartmann zusammen.
Weswegen die Berliner Zeitung ihm vor einiger Zeit bescheinigte, er sei „hochtrainiert … in Sachen Exzessivität.“ Auch mit Amina Gusner hat er viele gemeinsame Projekte
realisiert – einige davon im Theater unterm Dach, Berlin. Mit Katja Riemann stand er u. a. im Hans Otto Theater Potsdam in „Hedda Gabler“ sowie in der Komödie am
Kurfürstendamm in „Szenen einer Ehe“ auf der Bühne. Für die Inszenierung bekamen sowohl die Regisseurin als auch die beiden Darsteller viel Lob. Lüdicke steht auch immer
wieder vor der Kamera, aber im Mittelpunkt seiner Arbeit steht das Theater.
Nick und Süße Nick Karim Cherif … studierte Schauspiel an der Universität der Künste in Berlin. Noch während seiner Ausbildung spielte er am Studio des Maxim Gorki Theaters in dem Stück
„Peanuts“. 2005 folgte ein Stückvertrag am Schauspielhaus Bochum, wo er in „Das Käthchen von Heilbronn“ auftrat.
Von 2005 bis 2008 war Cherif festes Ensemblemitglied am Burgtheater Wien. Seit der Spielzeit 2008/2009 ist er weiterhin mit einem Gastvertrag an das Haus gebunden. In der
vergangenen Spielzeit spielte er in der Komödie am Kurfürstendamm die Hauptrolle in „Achtung Deutsch!“. Ab 2004 war Cherif auch regelmäßig in deutschsprachigen
Fernsehrollen zu sehen. Unter anderem in: „Berlin, Berlin“, „Der Ermittler“ und „Türkisch für Anfänger“.
Süße Anne Haug… studierte Schauspiel an der Universität der Künste in Berlin. Schon vor ihrem Studium spielte sie im Jugendclub des Theaters Basel (Regie u. a. Bruno Cathomas,
Mathias Günther). Während des Studiums arbeitete sie mit Phillip Preuss, Viktor Bodo und René Pollesch und erhielt 2007 den Studienpreis Schauspiel der Migros-Kulturprozent
und Ernst Göhner Stiftung. Außerdem war sie in mehreren Kurzfilmprojekten zu sehen und 2007 in dem Hörspiel "Speeddating“ (Regie Christoph Dietrich) zu hören.
Regie Amina Gusner ... wurde 1965 in Moskau geboren. Nach einer Schauspielausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin ist sie seit 1985 als Schauspielerin bei Film und
Fernsehen (u.a. „Praxis Bülowbogen“, „Ein starkes Team“, „Wie erziehe ich meine Familie?“) sowie als Regisseurin und Autorin tätig. Mit der Künstlergruppe „Allein im Hausflur“
(zu der auch Paul Wilke, Johannes Zacher und Peter René Lüdicke gehören) hat Amina Gusner zahlreiche Aufsehen erregende Videos, Hörspiele und szenische Montagen
veröffentlicht. Ihre Inszenierung der szenischen Montage „Mütter und Männer“, die zu den Hessischen Theatertagen 2004 eingeladen wurde, erhielt den Preis der „Jungen
Experten“. Am Staatstheater Kassel inszenierte sie „Orestie Fragment“, an der Neuen Bühne Senftenberg Schillers „Die Räuber“. In der Spielzeit 2005/2006 inszenierte sie am
Hans-Otto-Theater Ibsens „Hedda Gabler“ mit Katja Riemann in der Titelrolle. Dabei war auch Peter René Lüdicke. Mit beiden Darstellern realisierte sie für die Komödie am
Kurfürstendamm Ingmar Bergmans „Szenen einer Ehe“. Riemann spielte auch in ihrer Inszenierung „sex stadtbeziehungen“ für das Maxim Gorki Theater. Es folgten die
Tourneeproduktion „Anna Karenina“ sowie Im Sommer 2008 „Drei Schwestern“ für das Theater am Kurfürstendamm mit u. a. Katja Riemann, Jasmin Tabatabai und Nicolette
Krebitz. Außerdem führte sie u. a. Regie bei den Dokumentarfilmen „... ich geb mir ja Mühe!“ und „so sieht es aus“. Seit der Spielzeit 2008/2009 ist Amina Gusner
Schauspieldirektorin der Theater und Philharmonie Thüringen. Hierzu gehören die Bühnen der Stadt Gera sowie das Landestheater Altenburg. Hier inszenierte Gusner zahlreiche
Stücke: u. a. „Einsame Menschen“, „Die Nibelungen“, „Faust“ sowie zuletzt „Die Dreigroschenoper“. [© Theater am Kurfürstendamm]
Karten 030/88 59 11 88 und hier
www.komoedie-berlin.de www.schauspiel-leipzig.de
Zur Inszenierung des English Theatre Frankfurt:
Premiere: 10. September 10
Spielzeit bis: 30. Oktober 10
Regie: Jonathan Fox Bühnenbild: Neil Prince Lichtdesign: Brenda M. Veltre Tondesign: David Gumpper
Kostümdesign: Constanze Walldorf Kostümassistentin: Melanie Wu Kampfsezenen: Mark Mineart Casting New York: Stephanie Klapper
Besetzung:
Martha:
Deirdre Madigan George: Michael Cullen Nick: Robert Eli Honey: Ginny Myers Lee
Besprechung auf kulturfreak.de
Whos Afraif of Virginia Woolf? English Theatre Frankfurt
v.l.n.r.: Honey (Ginny Myers Lee), Nick (Robert Eli), George (Michael Cullen), Martha (Deirdre Madigan) Foto: Anja Kühn
Die Entzauberung der Ehe Jonathan Fox inszeniert „Who´s Afraid of Virginia Woolf?“ in Frankfurt
Es gilt als barbarischste Seelenentblößung der Bühnengeschichte und als unvergleichliches Stück Literatur über Ehen und ihre Gefechte: Mit Edward Albees „Who´s Afraid of
Virginia Woolf?“ startet das English Theatre Frankfurt in die Theatersaison 2010/2011.
Kein anderes Stück –selbst keines desselben Autors -, da ist sich die Kritik einig, kommt an die szenische Dichte, die brillanten Dialoge und die bitterböse Ironie dieses Ehedramas
heran. DIE ZEIT behauptet sogar in einer Kritik von 2004: Stücke wie „Virginia Woolf“ werden heute nicht mehr geschrieben.
Edward Albee ist jedenfalls wegen „Virginia Woolf“ bis heute ein Stern am Theaterautorenhimmel und die Filmadaption - gleichzeitig das Kinodebüt - von Mike Nichols mit Liz
Taylor als Martha und Richard Burton als George ist immer noch weltberühmt.
Wie im letzten Jahr auch, engagiert das English Theatre Frankfurt für dieses amerikanische Stück Schauspieler aus New York. Das Creative Team arbeitet für „Who´s Afraid of
Virginia Woolf“ in der gleichen Besetzung wie in 2009: Jonathan Fox führt Regie, Neil Prince kreiert das Bühnenbild und Brenda Veltre sorgt für das Lichtdesign.
www.english-theatre.de
Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:
Die Hysterie ist kein Phänomen der Pathologie und kann in jeder hinsicht als höchste expressive Möglichkeit angesehen werden. Louis Aragon, André Breton
Premiere: 4. März 2006
Regie: Martin Nimz Bühne: Olaf Altmann Kostüme: Jutta Kreicher Licht:
Nicol Hungsberg Dramaturgie: Sibylle Baschung Regieassistenz: Simon Solberg Bühnenbild- und Kostümassistenz: Antje Goldmann
Besetzung:
Martha:
Sabine Waibel George: Joachim Nimtz Putzi (Honey): Nadja Dankers Nick: Jan Neumann
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Wer hat Angst vor Virginia Woolfe ? schauspielfrankfurt Sabine Waibel, Jan Neumann, Joachim Nimtz
Foto: Alexander Paul Englert
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Martha und George. Nick und Putzi. Sie hätten alles, was es zum Glücklichsein braucht: Job, Beziehung und ein schönes Haus. Und unerfüllte Ansprüche – an das Leben und
den Partner. Grund genug, sich nicht nur gegenseitig das Dasein zur Hölle zu machen, sondern auch die Lebenslügen und Illusionen anderer zu zerschmettern. George hat es
bis zum Geschichtsprofessor gebracht. Immerhin. Intelligent, aber kein Draufgänger. Das ist Marthas Problem. Denn diese hatte Großes mit ihm vor.
Mit bitterbösem Humor und abgrundtiefer Leichtigkeit beschreibt Edward Albee einen Ehekrieg, in dem sich George auf seine Art als gnadenloser Kämpfer behauptet. In einem
nächtlichen Showdown verschießen die beiden Streithähne ihr letztes Pulver, entblößen in perfiden Spielchen ihre intimsten
Schwachstellen, das rücksichtslose Karrierestreben des jung-dynamischen Nick und die neurotische Persönlichkeit der naiv-angepaßten Putzi. Aller Lebenslügen beraubt,
bleibt der bloße Mensch, die Liebe – und die Angst vor neuen Perspektiven.
www.schauspielfrankfurt.de
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Werthers Leiden nach Johann Wolfgang Goethe
Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Premiere: 4. September 10 (Kammerspiele)
Ein Solo mit: Isaak Dentler
Licht: Ellen Jäger Regieassistenz und Soufflage: Lily Sykes
Werthers Leiden Schauspiel Frankfurt Werther (Isaal Dentler) © Birgit Hupfeld
Werthers unerfüllte Liebe zu Lotte ist eine emotionale Achterbahnfahrt. Das Erscheinen des Briefromans 1774 – so will es zumindest die Legende – löste eine Selbstmordwelle
aus, so sehr fanden die Zeitgenossen sich und ihr Schicksal in Werther wieder. Bis heute hat Goethes Klassiker nichts von seiner faszinierenden Kraft eingebüßt. Er zeichnet
ein genaues Porträt der jugendlichen Psychologie mit all ihrer Widersprüchlichkeit, Einsamkeit und Absolutheit der Gefühle. Werther, der die Regeln der Gesellschaft abstreifen
möchte und sich als Individuum grenzenlos erleben will, liebt, dichtet, wütet und scheitert letztendlich. Isaak Dentler vollzieht Werthers unbedingte Suche nach Liebe, Erfüllung
und Glück in seinem Solo nach.
Isaak Dentler
, 1980 in Ulm geboren, machte zunächst eine Banklehre bei der Ulmer Volksbank bevor er nach Hamburg ans Schauspielstudio Frese ging. Schon während seiner
Ausbildung spielte er in zahlreichen freien Theaterproduktionen in Kiel und Hamburg mit und war auch in mehreren Fernsehrollen zu sehen. Ab 2004 war Dentler festes
Ensemblemitglied am Stadttheater Gießen, wo er unter anderem als Torquato Tasso, Don Carlos und Saint Juste auf der Bühne stand. Seit der Spielzeit 2009/2010 ist Isaak
Dentler im Ensemble des Schauspiel Frankfurt, wo er in folgenden Stücken zu sehen ist: Ödipus/Antigone, Einsame Menschen, Geschichten aus dem Wiener Wald, Hedda Gabler
, Steilwand, Tartuffe und Werther. [© Schauspiel Frankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
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Wie es euch gefällt (As You Like It) Kommödie in 5 Akten
Von: Willam Shakespeare Entstehung: ca. 1599
Deutsche Erstaufführung: 1775 (Biberach)
Zur Inszenierung der Berliner Komödie am Kurfürstendamm:
Wiederaufnahme: 11. April 10 Spielzeit bis:
9. Mai 10
Regie: Katharina Thalbach Bühne: Momme Röhrbein Kostüm: Guido Maria Kretschmer Musikalische Einrichtung: Christoph Israel
Mit: Katharina Thalbach, Andreja Schneider/Katy Karrenbauer, Anna Thalbach, Inga Busch, Jana Klinge, Laura Lo Zito, Swantje Henke, Antje Brameyer, Nadine Schori, Karina Krawczyk und
Jasmin Orthbandt
Wie es euch gefällt Komödie am Kurfürstendamm Amiens (Antje Brameyer) singt ein herzzerreißendes Lied, Schwermut Jaques (Anna Thalbach) will mehr davon hören.
Foto: Thomas Grünholz
Der Shakespeare-Klassiker „Wie es euch gefällt“ in der Inszenierung von Katharina Thalbach lockte 2009 tausende Besucher in die Komödie am Kurfürstendamm. „Für die 55
Vorstellungen haben wir fast 30.000 Tickets verkauft“, freut sich Theaterdirektor Martin Woelffer, „deswegen bin ich besonders froh, dass wir die Inszenierung 2010 noch
einmal ins Programm nehmen können.“ Das freut sicherlich auch die beiden Zuschauerinnen, die ins Gästebuch schrieben: „Brillant!!!!! Wir waren restlos begeistert und werden
2010 noch einmal dabei sein.”
Das Stück „Die ganze Welt ist eine Bühne und Fraun wie Männer nichts als Spieler. Sie treten auf und gehen ab danach. Mit ihrer Zeit spieln sie verschiedne Rollen, und sieben Akte hat ihr
Lebensstück“, stellt Jaques, ein Adliger, der sich mit Herzog Senior in den Ardenner Wald zurückgezogen hat, fest. Die beiden gehören zu einer Gruppe von Edelleuten, die von
Herzog Frederick verbannt wurde. Zu dem Gefolge stößt auch Orlando, der sich von seinem Bruder Oliver, der ihn um sein rechtmäßiges Erbe bringen will, bedroht fühlt. Auch
Rosalind, die Tochter des verbannten Herzogs Senior und ihre Freundin Celia, Tochter von Herzog Frederick, verschlägt es in den Wald. Doch vorher haben sich Rosalind und
Orlando heftig ineinander verliebt.
Das Exil tritt Rosalind als Knabe verkleidet an und nennt sich fortan Ganymed. Celia gibt sich als dessen Schwester Aliena aus. Orlando, der Rosalind schmerzlich vermisst,
hängt an sämtliche Bäume des Waldes schmachtende Liebesgedichte, aber er erkennt in Ganymed nicht seine geliebte Rosalind.
Alles ist möglich im Ardenner Wald. Er wird zur Idylle der Verbannten, in dem unendlich viele Irrungen und Wirrungen geschehen.
Katharina Thalbach treibt Shakespeares leichtestes und traumhaftestes Stück um Flucht und Freiheit, Verkleidung und Verstellung, um Phantasie und Liebe, Geschlechtertausch
und Identitäten auf die Spitze, indem sie alle Rollen im Stück ausschließlich mit Frauen besetzt.
Die sind dabei
Katharina Thalbach, Regie, Touchstone und Adam Nach der erfolgreichen Inszenierung von Oscar Wildes „Ernst und seine tiefere Bedeutung“ ist Shakespeares „Wie es euch gefällt“ die zweite Inszenierung von Katharina
Thalbach für die Komödie am Kurfürstendamm.
Mit einem Shakespeare-Stück gab sie auch ihr Regiedebüt: 1987 inszenierte sie an der Werkstatt des Schiller Theaters „Macbeth“ als makabre Show um Sex, Mord und Intrigen.
Lustvoll und frech setzte sie damals patriarchalisches Machtgebaren in Szene. 1990 brachte sie am Schiller Theater „Romeo und Julia“ in der Bearbeitung von Thomas Brasch
auf die Bühne, 1993 inszenierte sie dort bereits schon einmal „Wie es euch gefällt“. Zu ihrer Entscheidung, das Stück jetzt noch einmal zu inszenieren, erklärt Katharina
Thalbach: „1993 habe ich das Stück nur mit Männern inszeniert, so wie es in der Shakespeare-Zeit üblich war, weil nur Männer Schauspieler sein durften. Nun möchte ich das
Gegenteil probieren und herausfinden, welche Poesie das Stück und die Geschichte nur mit Frauen hat.“ Und schmunzelnd fügt sie hinzu: „Bei Shakespeare fühle ich mich wie
zu Hause. Die Zeit, die Welt, die Sprache, immer wird alles extrem behandelt. Große Liebe, große Gewalt, große Sehnsucht. Ich spüre, wie ich mich in der Welt seiner Stücke am
wohlsten fühle. Fast als hätte ich in einem früheren Leben schon mal bei ihm gelebt. Als Mann. Ich durfte allerdings nur kleine Rollen spielen und habe oft meinen Text vergessen.“
Schäfer und Fürsten, Narren und komische Heilige, Tierfreunde und Schäfer und Melancholiker
Schon bei „Ernst und seine tiefere Bedeutung“ stand Anna Thalbach auf der Bühne. Jetzt ist sie wieder dabei und übernimmt die Rollen des Schwermut Jaques und des William
. 2008 war sie in vier Kinofilmen zu sehen: im Drama „Darum“, im Kinofilm „Esperanza“ sowie in der Romanverfilmung von Otfried Preußlers „Krabat“ und in Uli Edels „Der Baader
Meinhof Komplex“. Ebenfalls 2008 bekam sie den Deutschen Hörbuchpreis als beste Interpretin für ihre Lesung des Romans „Paint it Black“.
Inga Busch, bekannt aus René Polleschs Inszenierungen im Berliner Prater, spielt Orlando de Boys. Busch drehte zuletzt mit Wim Wenders „Palermo Shooting“. Krimifans
kennen sie von den „Polizeiruf 110“- Folgen aus Bad Homburg, in denen sie neben Jan-Gregor Kremp, der als Kommissar vor der Kamera steht, die Hauptrolle spielt.
Da Herzog Senior und Herzog Frederick Brüder sind und sehr ähnlich aussehen, bot es sich für Andreja Schneider an, gleich beide Rollen zu übernehmen. Außerdem spielt
sie Corin. Schneider ist Gründungsmitglied der Geschwister Pfister – ihre Bühnenfigur Fräulein Schneider ist bereits legendär. 2009 trat Andreja Schneider gemeinsam mit
Katharina Thalbach mit dem Programm „Zwei auf einer Bank“ auf. In der Zeit vom 13. bis 17. April, am 24. April sowie vom 5. bis 9. Mai 2010 übernimmt Katy Karrenbauer die
Rollen von Andreja Schneider. Die Schauspielerin wurde vor allem durch die RTL-Serie „Hinter Gittern – Der Frauenknast“ bekannt, in der sie zehn Jahre lang als Insassin
Christine Walter zu sehen war.
Jana Klinge spielt Rosalind. Im Hans Otto Theater übernahm sie die Titelrolle in Effie Briest und stand in Uwe Eric Laufenbergs Inszenierung von „Frau Jenny Treibel“ auf der
Bühne. Sie stand für die 20-teilige ARDSerie „Geld.Macht.Liebe“ vor der Kamera.
Laura Lo Zito verkörpert die Rosalind treu ergebene Celia. Auf der Kinoleinwand war Zito zuletzt in Leander Haußmanns „Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe“ zu
erleben.
Karina Krawczy Karina Krawczyk steht als Silvius und Le Beau 2 auf der Bühne. Die Schauspielerin war bereits bei „Ernst und seine tiefere Bedeutung“ dabei. In Til Schweigers „Der Eisbär“
spielte sie eine coole Killerin.
Antje Brameyer ist als Oliver de Boys und Amiens zu erleben. Brameyer ist sehr vielseitig. Die ausgebildete Musicaldarstellerin und Schauspielerin erhielt 2007 den Preis für
den besten Film beim Mobilefilmfestival und realisiert seit kurzem eigene Filmprojekte.
Swantje Henke steigt als Charles in den Kampfring und spielt Audrey. Henke arbeitete bisher bereits an Bühnen wie dem Berliner Ensemble, dem Wiener Burgtheater, der
Schaubühne am Lehniner Platz, am Mousonturm Frankfurt, am Deutschen Theater sowie mit Christoph Schlingensief auf der Documenta X.
Nadine Schori
steht als Phoebe und Le Beau 1 auf der Bühne. Sie hat an der berühmten Palucca-Schule in Dresden Tanz studiert. Nach Engagements in Montreal und
Rotterdam wurde sie an den Friedrichstadtpalast engagiert, wo sie zuletzt als Solistin tätig war. Nach einer Schauspielausbildung spielte sie in verschiedenen Serien, ging mit
Otto Waalkes auf Tournee und gastiert häufig am Potsdamer Hans Otto Theater, wo sie zuletzt die Titelrolle in „Veronika beschließt zu sterben“ übernahm.
Jasmin Orthbandt
spielt Oliver Schwachtext. Die ausgebildete Informatikerin machte sich 2007 selbständig und entwickelt seitdem browser-basierte MMOG's (Massen
-Mehrspieler-Online-Spiele). Außerdem unterrichtet sie als Dozentin für Spieleprogrammierung an der Hgo Universität in Visby (Gotland), Schweden.
Kostümzauber Gudio Maria Kretschmer ... gründete mit 22 Jahren sein erstes Modelabel. In den folgenden Jahren entwickelte und produzierte das Label Uniformen für viele namhafte Unternehmen, wie z.B. Britannia
Airways, Hapag Lloyd Flug, Hapag Lloyd Kreuzfahrten, Thomson Gold, Seelive Tivoli, u.a. und wurde zu einem der internationalen Marktführer im Bereich Corporate Fashion. Es
folgten Ausstattungen für Produktionen aus den Bereichen Musik, Film und Event Wear. Künstler wie z.B. Charlize Theron, Kim Wilde, Jane Seymour, Christine Kaufmann, Udo
Lindenberg und viele andere namhafte Persönlichkeiten tragen seine Kreationen. Im Jahre 2002 gewann Guido Maria Kretschmer den „World of TUI Award“ für sein Design
Konzept „sand, sea and sky“. Im Jahr 2004 gründete er das Modelabel „Guido Maria“ mit dem Schwerpunkt High Fashion. Die erste Kollektion wurde als Show in Tokio und Shanghai gezeigt.
Die Kostüme für „Ernst und seine tiefere Bedeutung“ waren seine erste Theaterarbeit. Seitdem arbeitet er häufig für Theater und Film – zuletzt kreierte er die Kostüme für
Katharina Thalbachs Inszenierung von „Der Barbier von Sevilla“ an der Deutschen Oper Berlin.
BühnenzaubeBühnenzauber Momme Röhrbein ... wuchs in New York, Havanna und Berlin auf. Er war Schüler von Karl-Ernst Herrmann. Seit 1989 ist Momme Röhrbein als Ausstatter an fast allen großen
Bühnen im deutschsprachigen Raum tätig (u. a. Dt. Schauspielhaus Hamburg, Burgtheater Wien, Residenztheater München, Berliner Ensemble). Seit 1994 arbeitet er mit
Katharina Thalbach zusammen, u.a. am Thalia Theater Hamburg, an der Oper Basel, an der Oper Köln und in Berlin am Maxim Gorki Theater (u.a. „Hauptmann von Köpenick“). Er
entwarf auch das Bühnenbild zu „Ernst und seine tiefere Bedeutung“. „Bei Momme Röhrbein bekommen die Kulissen Szenenapplaus...“, schrieb die Berliner Zeitung über seine
Arbeiten und nannte ihn vor einigen Jahren einen „Flohmarktvirtuosen“, denn er ist leidenschaftlicher Bastler und Sammler und streift häufig über Flohmärkte.
Komödie am Kurfürstendamm Kartenpreise Di bis Do 36/25/13€ Fr/Sa/So 39/28/17€ Karten 030/88 59 11 88 und unter www.komoedie-berlin.de
Zur Inszenierung des Stadttheater Gießen:
Premiere: 5. März 10
Inszenierung:
Ragna Kirck Bühne und Kostüme: Bernhard Niechotz
Besetzung:
Herzog Frederick / Herzog Senior, sein verbannter Bruder: Rainer Hustedt
Rosalind, Tochter von Herzog Senior: Kyra Lippler Celia, Tochter von Herzog Frederick: Christin Heim Oliver de Boys: Dominik Breuer
Orlando de Boys, sein Bruder: Gunnar Seidel Touchstone, ein Narr am Hof: Christian Fries Le Beau, rechte Hand von Herzog Frederick / Jaques, rechte Hand von Herzog Senior: Roman Kurtz Charles, ein Ringer / Silvius, ein Schäfer:
Frerk Brockmeyer Adam, ein Diener /Corin, der Chef-Schäfer: Harald Pfeiffer Phoebe, eine Schäferin: Irina Ries Audrey, eine Schäferin: Carolin Weber
Lord Heyou, Mann für besondere Aufgaben: Milan Pešl Hymen, Frau für besondere Aufgaben: Petra Soltau
www.stadttheater-giessen.de
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Die Wildente (Vildanden) Schauspiel in 5 Akten
Von: Henrik Ibsen Uraufführung:
9. Januar 1885 (Bergen, Den nationale Scene) Deustche Erstauffführung: 4. März 1888 (Berlin, Residenz-Theater)
Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Premiere: 6. Oktober 11 (Schauspielhaus)
Regie: Karin Henkel Bühne: Janina Audick Kostüme: Klaus Bruns Musik: Arvild J. Baud Video: Katrin Krottenthaler Dramaturgie:
Nora Khuon Choreografische Beratung Kate Strong Chorleitung Wolfgang Runkel
Besetzung:
Direktor Werle: Martin Rentzsch Gregers Werle:
Lena Schwarz Der alte Ekdal: Michael Goldberg Hjalmar Ekdal: Torben Kessler Gina Ekdal: Claude de Demo Hedwig Ekdal: Wiebke Mollenhauer
Frau Sørby: Michael Goldberg Relling: Martin Rentzsch Molvik: Arvild J. Baud Chor: Reinhard Ecker, Christiane Frisch, Wolfgang Gropp, Marion Hitter,
Helga Höfert, Manfred Michel, Dietlinde Nermerich, Maria Niesen, Daniele Romanet- Tschakert, Henner Rosenschon, Wolfgang Schreiber, Lena Steinruck, Elisabeth Thielicke, Manfred Thomas,
Alexander Wedel
Besprechung auf kulturfreak.de
Die Wildente Schauspiel Frankfurt Gregers Werle (Lena Schwarz), Hedwig Ekdal (Wiebke Mollenhauer), Gina Ekdal (Claude de Demo)
© Birgit Hupfeld
Familie Ekdal hat sich ihre eigene Welt erschaffen: Auf dem Dachboden hausen zwischen alten Weihnachtsbäumen Kaninchen, Tauben und eine Wildente. Gemeinsam wird in
diesem Wald auf die Jagd gegangen und gemeinsam glaubt die Familie an die große Zukunft des Familienvaters Hjalmar, der mehr oder weniger energielos auf dem Sofa vor sich
hin dämmert. Doch dann kehrt Hjalmars Jugendfreund Gregers heim und mietet sich bei den Ekdals ein. Er, ein Idealist und Wahrheitsfanatiker, lässt die Vergangenheit samt ihrer
Verfehlungen nicht ruhen. Der Frage, ob die Wahrheit dem Menschen zumutbar ist, wird sich Karin Henkel stellen, die nach »Drei Schwestern« das zweite Mal am Schauspiel Frankfurt arbeitet.
Karin Henkel Geboren 1970 in Köln. Sie arbeitete Anfang der 90er Jahre als Regieassistentin und Regisseurin am Staatstheater Wiesbaden. 1995 debütierte sie am Burgtheater Wien als
jüngste Regisseurin, die dort je inszenierte. Es folgen Inszenierungen u. a. am Thalia Theater Hamburg, Schauspielhaus Bochum, Schauspiel Leipzig, Schauspielhaus Zürich,
Staatstheater Stuttgart, Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, Deutschen Theater Berlin und an den Münchner Kammerspielen. Ihre Stuttgarter Inszenierung von Tschechows
»Platonow« wurde 2006 zum Theatertreffen Berlin eingeladen. Im selben Jahr verlieh ihr die Stadt Leipzig den Caroline Neuber Preis. 2010 war sie erneut beim Theatertreffen mit
ihrer Kölner Arbeit »Der Kirschgarten« vertreten.
Janina Audick Studierte Kunst und Design an der Kunsthochschule Kassel und Bühnen- und Kostümbild in Berlin und Hamburg. Nach ihrem Studium beginnt ihre Zusammenarbeit mit René
Pollesch am Deutschen Schauspielhaus Hamburg mit World Wide Web-Slums 1–10, die sie dann unter anderem am Burgtheater Wien, Prater der Volksbühne am Rosa
Luxemburg-Platz, Thalia Theater Hamburg und an den Münchner Kammerspielen fortsetzt. Ebenso entwarf sie Bühnenbilder und Kostüme für Inszenierungen von Christoph
Schlingensief (»Attabambi Pornoland«, »Wagner Rallye«), Dieter Giesing, Barbara Weber, Schorsch Kamerun, Stefan Pucher, sowie für Opernproduktionen unter der Regie von
Peter Musbach und Sebastian Baumgarten.
Klaus Bruns Geboren 1962, studierte zunächst Bühnenbild und Kostümentwurf am Mozarteum in Salzburg. Seit 1988 arbeitet er als Kostümbildner an vielen bedeutenden Opern- und
Schauspielhäusern u. a. in Turin, Hamburg, Frankfurt, Berlin, Antwerpen, Amsterdam, Wien, München, Zürich, Düsseldorf, Köln und Stuttgart. Mit Karin Henkel verbindet ihn eine
langjährige Arbeitsbeziehung.
Kathrin Krottenthaler Ist Kamerafrau und Cutterin. Neben langjähriger Zusammenarbeit mit Christoph Schlingensief (u. a. »Fremdverstümmelung«, »18 Bilder pro Sekunde«, »Der Fliegende Holländer«)
arbeitete sie mit den Regisseuren René Pollesch, Schorsch Kamerun, Herbert Fritsch sowie der Performance Gruppe Gob Squad zusammen. 2008 war sie Kamerafrau für den
Spielfilm »Torpedo« von Helene Hegemann. Hierfür wurde sie für den nationalen Preis der Bildgestalterinnen beim Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund / Köln 2009
nominiert; der Film erhielt außerdem den Max Ophüls Preis des gleichnamigen Filmfestivals. Ihre Arbeiten waren u. a. an den Münchner Kammerspielen, dem Burgtheater Wien, im
Haus der Kunst München, im Migros Museum Zürich und dem Teatro Amazonas Manaus zu sehen.
Arvild J. Baud Wurde 1975 in Meiringen in der Schweiz geboren. Arvild Baud lebt und arbeitet in Hamburg. Baud ist Soundkünstler, Komponist, Produzent, Sänger und Performing Artist. Er ist
Gründungsmitglied des zürich-new yorker Art-Disco-Rock-Duos »Waldorf«. Er arbeitete u. a. mit den Regisseuren Jossi Wieler, Barbara Weber, Felicitas Brucker, Stefan Pucher
und Nicolas Stemann zusammen und bildet gemeinsam mit seiner Partnerin Iris Minich das Live-Art Performanceduo JAJAJA in Hamburg.
Kate Strong Geboren Anfang der sechziger Jahre in London. Ihre Tanzausbildung absolvierte sie an der Royal Ballet School in London. Im Anschluss daran tanzte sie bei Patricia Neary am
Zürcher Ballett. Von 1984 bis 1994 war sie unter William Forsythes am Frankfurter Ballett engagiert. Danach wechselte sie an die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in
Berlin. Seit 2002 arbeitet Kate Strong als freischaffende Künstlerin und war an diversen Theaterproduktionen und Projekten mit zahlreichen Regisseuren, Komponisten, Künstlern
und Choreografen beteiligt.
Wolfgang Runkel Geboren 1981, studierte nach seiner Ausbildung zum Organisten Schulmusik und Klavier an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Es folgten
ergänzende Studien in Künstlerischer Liedbegleitung und Korrepetition sowie Assistenzen bei verschiedenen Dirigenten. Neben seiner Tätigkeit als Pianist für die tourfähigen
Kinderopern an der Oper Frankfurt führten ihn Engagements als Organist, Pianist und Chorleiter u. a. in die Alte Oper Frankfurt, zu den Weilburger Schlosskonzerten sowie zum
Rheingau-Musik-Festival. [© Schauspiel Frankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
Zur Koproduktions-Inszenierung zwischen schauspielfrankfurt und dem Schauspiel Essen:
Premiere: 20. Mai 06 im Grillo
Regie: Anselm Weber Bühne: Jörg Kiefel Kostüme: Gesine Völlm Musik: Wolfgang Siuda Dramaturgie: Brigitte Furie
Mit:
Anja Boche, Guntram Brattia, Tatjana Ciasing, Fritz Fenne, Siegfried Gressl, Andreas Grothgar, Raiko Küster, Leslie Malton, Felix von Manteuffel, Dietrich Mattausch, Sierk
Radzei, Norbert Schwientek und Siegfried Gressl als Lehrer Klamm
Angesichts der verworrenen Familienverhältnisse der Ekdals und Werles müssten moderne Familientherapeuten verzweifeln: Würden sie versuchen, die Wahrheit ans Licht zu
bringen, machten sie wahrscheinlich ähnlich schmerzhafte Erfahrungen wie Gregers Werle. Er kehrt nach langer Abwesenheit nach Hause zurück und stößt auf Widersprüche
und offene Frage in der Geschichte der beiden Familien. Welche Rolle spielt sein Vater im Leben der Familie Ekdal? Warum hat sein bester Freund Hjalmar Ekdal Gina geheiratet
und sein Studium aufgegeben und warum verkriecht sich der alte Ekdal auf dem Dachboden bei seiner angeschossenen Wildente? Gregers „klärt schonungslos" auf, doch die
rebellische Suche nach der Wahrheit bringt die fragile Balance der Familien aus dem Gleichgewicht, Alle haben sich in ihren Lebenslügen eingerichtet, als diese entlarvt werden,
bleibt nichts mehr übrig. [Text: www.schauspiel-essen.de ]
Zum Stück:
Ich habe dich zu sehr aus der Nähe gesehen. Anläßlich eines festlichen Empfanges im Haus des Großkaufmanns Werle kehrt sein Sohn Gregers nach jahrelanger Abwesenheit
erstmals nach Hause zurück. Der Bruch von Vater und Sohn hatte nach dem Tod von Gregers Mutter stattgefunden, Gregers sah ihre psychische Krankheit und ihren Tod durch
die sexuellen Abschweifungen des Vaters mitverschuldet. Anläßlich seiner Rückkehr hat Gregers auch seinen ehemaligen Schulkollegen Hjalmar Ekdal eingeladen mitzukommen
und erfährt vom gesellschaftlichen Absturz der Familie Ekdal.
Im Sumpf der Täuschung. Hjalmar Ekdal und seine Frau Gina leben mit Tochter Hedvig und dem alten Vater, ehemals Leutnant Ekdal, und den beiden Untermietern Relling und
Molvik in einer bescheidenen Atelier-Wohnung. Die Ausbildung zum Fotografen und die Einrichtung des Studios waren ein großzügiges Geschenk von Großkaufmann Werle,
dem ehemaligen Geschäftspartner des alten Ekdal. Der alte Werle hat so die Vergangenheit begraben und finanziell beglichen. Bei einem gemeinsamen illegalen Holzgeschäft
waren Ekdal und Werle angezeigt worden, Werle wurde mangels Beweisen freigesprochen, während Ekdal ins Gefängnis kam. Nunmehr wohnt der alte Ekdal bei seinem Sohn,
und hat sich auf dem Dachboden einen imaginären Wald aus vertrockneten Weihnachtsbäumen gebaut, der von Kaninchen, Hühnern und einer verwundeten Wildente anstelle
von Bären und Großwild bewohnt wird. Dort gehen er und Hjalmar „auf die Jagd“. Hjalmar träumt von einer großen Erfindung, die vermutlich nie das Licht der Welt erblicken wird.
Seine Frau Gina und auch Tochter Hedvig organisieren das Leben, die täglichen Arbeiten im Foto-Atelier, die bescheidenen Einnahmen.
Der Wald rächt sich. Gregers hat in Hjalmars Leben jetzt auch eine Lebensaufgabe für sich gefunden, er will Klarheit schaffen über die Verhältnisse und Hjalmar erfährt, daß
Hedvig vermutlich nicht sein eigenes Kind ist.
Die Kugel ist in die Brust gegangen. Opfer dieser heraufbeschworenen Vergangenheit, der idealen Forderung und keinem mehr nützenden Wahrheit, wird am Ende Hedvig, die
sich mit einer alten Pistole erschießt. Das Herz ist getroffen. Sie war auf der Stelle tot. [Text: schauspielfrankfurt]
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Wilhelm Meister. Eine theatralische Sendung Ulrich Rasche nach Johann Wolfgang Goethe
Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Premiere: 29. August 10 (Bockenheimer Depot)
Regie und Bühne: Ulrich Rasche Kostüme: Bernd Skodzig Musik: Sir Henry Mitarbeit Regie: Jürgen Lehmann Dramaturgie: Andreas Erdmann
Mit: Bettina Hoppe, Joachim Nimtz Sprechchor: Ana Berkenhoff, Uta Bierbaum, Maren Claus, Johannes Clauss, Andrej Falk, Sebastian Gerasch, Iris Reinhardt Hassenzahl,
Daniel Heck, Marcus Hosch, Franziska Kruse, Robert Ludewig, Kornelia Lüdorff, Nici Nathan, Thomas Prazak, Lydia Schamschula, Alexander Weise Gesangschor:
32 Sänger der EuropaChorAkademie Bremen und Mainz Leitung Gesangschor: Prof. Joshard Daus
Besprechung auf kulturfreak.de
Wilhelm Meister. Eine theatralische Sendung Schauspiel Frankfurt im Bockenheimer Depot Chor © Birgit Hupfeld
In seiner Urfassung enthüllt Goethes Theaterroman seine autobiografische Seite: Der junge Wilhelm Meister wird von einer theatralischen Vision in die Welt hinaus getrieben, um
in deutschen Landen die Bühne zu erneuern. Wo die Erzählung des Romanfragmentes abbricht, knüpft Goethes eigenes Theaterschaffen an. Der Regisseur Ulrich Rasche hat
bereits mit einer Reihe musikalisch-choreografischer Chorprojekte Aufsehen erregt. Zum Auftakt der Goethe Festwoche 2010 befasst er sich mit Goethes »Sendung«.
Ulrich Rasche (Regie und Bühne) wurde 1969 geboren. Nach einem Studium der Kunstgeschichte in Bochum sammelte er erste Theatererfahrungen bei Jürgen Kruse in Bochum
sowie bei Edith Clever und Dieter Sturm an der Berliner Schaubühne. Außerdem war er Stipendiat am »Watermill Center« von Robert Wilson. In den Berliner Sophiensaelen
brachte er 2002 »Betrogen« von Harold Pinter auf die Bühne und im Frühjahr 2004 seine Inszenierung »231 East 47th Street«, eine szenische Installation nach Texten von Andy
Warhol. Mit seinem Chorprojekt »Singing! Immateriell arbeiten«, das im Oktober 2004 im entkernten Palast der Republik in Berlin uraufgeführt wurde, erlangte Ulrich Rasche
überregionale Bekanntheit. Für das Staatstheater Stuttgart inszenierte er danach »Kirchenlieder« (Chorprojekt, 2005) und »Die Wellen« nach Virginia Woolf (2007). An der
Volksbühne zeigte er 2009 »Seestück 1«, eine chorische Variation auf eines der späten Seefahrts-Fragmente von Friedrich Schiller. Zuletzt war in den Sopiensaelen Berlin »Die
Entführung aus dem Serail – Ein Monolog nach Wolfgang Amadeus Mozart« zu sehen. Ulrich Rasche bewegt sich in seinen Projekten auf der Grenze von Musik- und
Sprechtheater und setzt sich immer wieder mit politisch-historischen Themen auseinander, die ein formaler und zugleich hochgradig sinnlicher Zugang auszeichnet.
Bernd Skodzig (Kostüme) wurde 1969 in Datteln geboren. Von 1990 bis 1995 studierte er Bühnen- und Kostümbildner an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste
Stuttgart bei Prof. Jürgen Rose. Nach dem Studium persönlicher Assistent von Jürgen Rose und freier Mitarbeiter im »Textiles and Dress Department« des Victoria and Albert
Museum London. Er kreierte die Kostüme zahlreicher Schauspiel-, Tanz- und Opernwerke, unter anderem am Deutschen Theater, den Sophiensaelen, im Jüdischen Museum, der
Schaubühne Berlin sowie am Schauspielhaus Düsseldorf. 2006 entwarf er die Kostüme zu Tankred Dorsts Ring-Inszenierung in Bayreuth, 2007 die Kostüme zur Uraufführung
zu Hans-Werner Henzes Konzertoper »Phaedra« und 2008 die Kostüme zu Falk Richters Inszenierung von »Kabale und Liebe« an der Schaubühne Berlin. Seit 1999 arbeitet er
mit Sasha Waltz & Guests zusammen, zeichnet für zahlreiche Kostümbilder ihrer Dialog-Projekten verantwortlich, zuletzt »Dialoge 09 – Neues Museum«. Bernd Skodzig lebt und
arbeitet als freischaffender Kostümbildner in Berlin und London.
Sir Henry (Musik),
John Henry Nijenhuis, in Montréal, Kanada geboren, erhielt zunächst eine klassische Klavierausbildung. Am King’s College in Halifax studierte er Philosophie,
Theologie, Geschichte und Kunst, danach zwei Jahre lang Journalismus. Er arbeitete dreizehn Jahre in Kanada als Musiker und wurde 1996 eingeladen, beim »Sonambiente«-
Festival in Berlin zu spielen. Nach dem Festival erhielt er an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz zunächst einen Gastvertrag als Musiker und Komponist. Mittlerweile hat
Sir Henry für zahlreiche Inszenierungen von Frank Castorf (u. a. »Dämonen«, »Erniedrigte und Beleidigte«, »Der Idiot«, »Nord«) die Musik komponiert und arbeitet regelmäßig mit
Regisseuren wie Dimiter Gotscheff (»Tartuffe«, »Iwanow«, »UBUKÖNIG«, »Leonce und Lena«, »Promotheus«), David Marton (»Wozzeck«, »Lulu«) oder Armin Petras »Das
Versprechen – nach Friedrich Dürrenmatt« zusammen. Er ist als Meister des Bastard-Pop für virtuose musikalische Collagen aus nahezu unversöhnlichen Elementen bekannt.
Joshard Daus (Chorleitung)
studierte Schulmusik an der Universität Hamburg und absolvierte an der dortigen Hochschule für Musik und Theater das Kapellmeisterstudium bei
Professor Brückner-Rüggeberg. Von 1976 bis 1986 war er städtischer Musikdirektor in Hamm und Lippstadt. 1985 wurde er als Professor für Chor- und Orchesterleitung an die
Johannes Gutenberg-Universität nach Mainz berufen. Ein Jahr später begann die enge Zusammenarbeit mit Sergiu Celibidache. Sie führte ihn in der Zeit von 1990 bis 1993 als
Chordirektor zu den Münchner Philharmonikern. 1997 gründete er die EuropaChorAkademie, als Konzertchor und Bildungsinstitution für junge europäische Musiker aus ganz
Europa. Neben der eigenen Konzerttätigkeit, studiert Joshard Daus die EuropaChorAkademie für Dirigenten wie Michael Gielen, Sylvain Cambreling und Kent Nagano ein. Darüber
hinaus leitete er als Dirigent namhafte Orchester wie die Münchner Philharmoniker, das Royal Philharmonic Orchestra London oder das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und
Freiburg. Seine künstlerische Arbeit dokumentiert sich in zahlreichen Rundfunkaufnahmen, CD- und DVD-Produktionen.
Jürgen Lehmann (Mitarbeit Regie und Leitung des Sprechchors) wurde 1975 in Oberkirch geboren. Schauspielausbildung an der Universität der Künste in Berlin, danach
zahlreiche Bühnenrollen, u. a. bei Karin Henkel (»Heinrich IV«, 1999), Einar Schleef (»Verratenes Volk«, 2000), Achim Freyer (»Ein Fest für Boris«, 2003). Seit Ende der 1990er
ist er ebenso in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen zu sehen (u. a. »Die Manns«, Regie: Heinrich Breloer, 2000, und »Im Namen des Gesetzes«, Regie: Holger Gimpel, 2006).
Seit dem Projekt »Kirchenlieder« verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit Ulrich Rasche, bei dessen Projekten er für die Einstudierung der Chöre verantwortlich zeichnet.
[© Schauspiel Frankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
Zur Inszenierung des THEATER WILLY PRAML:
Premiere: Teil 1 & 2: 10. Juni 04 Premiere: Teil 3: 2. September 04
Teil 1: Aller Anfang ist leicht
Teil 2: Kunst ist schön - macht aber viel Arbeit. Teil 3: Nach Amerika !
WILLY PRAMLS theater performt wilhelm meisters theatralische sendung.
meister ist sein name, schüler bleibt er bis zum ende der geschichte. wilhelm, der erfolglose künstler, der unentschiedene liebhaber, der gescheiterte karrierist - dieser held ist
ein versager. wilhelm, der keine gewissheit findet, der flucht und schreit und depressiv wird. wilhelm, der immer wieder neue kräfte sammelt und sucht und sucht und sucht.
wilhelm, der sucht/kranke.
wilhelm meister ist uns nah - und entführt uns in die schöne scheinwelt des theaters, metapher für die schlachtfelder der realität.
wie pinocchio verwandelt sich auch der held unseres romans: von der holzpuppe des goetheschen marionettentheaters über die zirkus- und strassentheater zum hamlet der
edlen schaubühne, bis er die bretter für immer verlässt und ins wirkliche leben eintritt - was immer das heißt, das wirkliche leben.
Intensiver als eine komplette Filmtrilogie im Kino - stärker als eine Kultserie mit allen Folgen in der Fernsehnacht - so fesselt der
Marathon-Mann der deutschen Dichtung 8 Stunden ensuite. Das Theater WILLY PRAML lädt zum "Blockbuster" der deutschen Literatur in die Naxoshalle:
Goethes Wilhelm Meister, Teil l & 2.
Mit dem einmaligen Projekt erweckt das Theater den 600 Seiten starken Roman zum Bühnenleben. Und bietet damit die ebenso
einmalige Gelegenheit, an einem einzigen Sommertag ein gewaltiges Stück deutscher Literatur zu erleben - statt zu lesen.
Lehr- und Wanderjahre als Nonstop-Sommererlebnis
Der Aufbruch von Wilhelm Meister bedeutet auch Ausbruch aus dem Alltag. Stück für Stück entsteht eine junge, spannende
Biografie in einem unmittelbaren und lebendigen Kontext. Könnte ein Thema aktueller sein als der Start in eine Ungewisse
Zukunft? Wilhelm Meister 2004 begegnet seinen Zuschauern authentisch und lebensnah - mit viel Stoff für heiße Diskussionen bei kühlen Getränken.
Essen, Trinken, Mitfiebern
Zwischen Grafenschloss und Fabrikhalle, Ostend und Amerika wird für ein Picknick-Feeling gesorgt, so dass der
Theatermarathon bei aller Goethe'schen Tiefe sommerlich leicht gerät. Diese 8 Stunden Lebenserfahrungen versprechen viel Kurzweil.
Darsteller: Reinhold Behling Gabriela Graf Simone Greiß Birgit Heuser Ralf Knicker
Carl Michael Scharf Theresia Schug Emilie Stefaner Michael Weber
Gesang: Lea Gepard Am Flügel: Konstantin Arro
Regie:
Willy Praml Texteinrichtung: Heuser / Praml / Weber Bühne/Kostüme: Michael Weber Musik Teil 2: Seppl Niemeyer, Gregor Praml Licht: Sven Bethmann
Ton: Oliver Blohmer Bühnenbau: Guido Egert, Ralph Heinze Schneiderei: Stefanie Pertzansky
Foto: Theater Willy Praml
Foto: Theater Willy Praml
Prolog
Fern- sehen - Fern-sehnen
Lebensläufe im Zentrum der Aufmerksamkeit von Zuschauern -
das Interesse., an Biographien teilzuhaben.
Das Mitzittern bei der Ceburt von exhibitionistische Lust an der Offenbarung in Talk-Shows,
der voyeristische blick auf die intime Berührung unter der Bettdecke eines öffentlich ausgestelten Containers - der Mensch ist am Menscheninteressiert, könnte man meinen.
Das Fernsehen läßt – großzügig – teilnehmen, dafür tauscht es auch aus: den eigenen Lebenslauf gegen den auf der Matt-scheibe. Ich sitze und sehe... das Fern-Ersehnte – fern.
Der Bildschirm projiziert in mein Zimmer – strahlt zu mir - wie strahle ich aus meinem Zimmer heraus ?
Über Stunden, tage, Jahre kann ich an Leben teilhaben, ohne selbst am Leben beteiligt zu sein.
ungefährdet kann ich dem treiben, dem Aufstieg und abstieg anderer zusehen – als Betrachter bleibt die Gefährdung mir virtuell.
Wer aufbricht – sieht man, der kann verlieren; wer gar nichts wagt, der hat immer schon verloren.
Fazit:
8 Stunden nimmt sich das THEATER WILLY PRAML Zeit, Menschen der unterschiedlichsten Generationen, Kulturen und Milieus für die Biographie anderer Leute zu interessieren, hier am Beispiel des Biographie-Romans der deutschen Sprache schlechthin: Goethes Wilhelm Meister.
Epilog
Die Neugier auf Lebensläufe
hat uns zu Goethes Wilhem Meister geführt: 600 Seiten nimmt Goethe sich Zeit für die Schilderung der Lehrjahre eines jungen Menschen - und am ende hat dieser nicht einmal einen Beruf erlernt.
Die Lehre vor der Lehre.- Kein Zweck ist erfüllt mit und in all den Irrungen und Wirrungen, die Wilhelm erfährt, aißer dass er zu sich selbst gekommen ist.
Hat da die Frage nach dem eigenen Weg noch einen Nutzen? Wo Wilhelm Entwicklung immerweniger verwertbar, seine Biographie immer weniger übertragbar wird, je weiter er
sich in die gesetzmäßigkeit des eigenen Lebenslaufes verstrickt? Möglicherweise ist die Breite der Beschreibung im roman nur noch vergleichbar mit der Weite des Horizonts des
eigenen Lebens, dem des Lesers, Betrachters, Zuschauers? Vielleicht ähnelt das Inkommensurable am Wilhelm Meister am ehesten dem Labyrinth, in dem der Betrachter sich
selbst zu erkennen begibt? Es gibt keine Lösung.
Am Ende: Kein Gewinner. Der Romanschluß: Kein Punkt. Wilhelm läuft weiter, geht, ja schreitet fast in Raum und Zeit.
Gedenke zu leben! wird Wilhelm am Ende aufgefordert.
Was soll das heißen - und wie passiert das im Theater? Da, wo man sitzt und zu - sieht.....
.....8 Stunden Theater über die Biographie eines Heranwachsenden. Da wird man Zeit zusammen verbringen und gemeinsam zu leben haben.
Theater nicht als Appetithäppchen - sondern ein Brocken, den man schlucken muß. Oder meidet.
Naxoshalle Wittelsbacherallee 29 60318 Frankfurt am Main
goethes wilhelm meister 1 & 2 & 3 als marathon in raum und zeit.
Karten & Info: 069-43054734 Theater.willypraml@t-online.de www.theater-willypraml.de
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Winterreise
Von: Elfriede Jelinek Uraufführung:
3. Februar 11 (München, Münchner Kammerspiele)
Zur Inszenierung des Schauspiel Stuttgart:
Premiere: 15. Juni 12 (Schauspielhaus)
Regie:
Nora Schlocker Dramaturgie: Sarah Israel
www.staatstheater.stuttgart.de
Zur Inszenierung des Burgtheater Wien:
Premiere: April 12 (Österreichische Erstaufführung)
Regie: Stefan Bachmann (Akademietheater)
www.burgtheater.at
Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:
Premiere: 9. Dezember 11 (TiC Werkraum)
Inszenierung / Bühne: Jan Philipp Gloger Kostüme: Karin Jud Musik: Kostia Rapoport Dramaturgie: Katharina Gerschler
Mit:
Monika Dortschy, Lisa Mies, Johanna Paliatso, Karoline Reinke
Besprechung auf kulturfreak.de
Winterreise Staatstheater Mainz Vorabbild mit Lisa Mies, Karoline Reinke, Johanna Paliatsou, Monika Dortschy © Bettina Müller
www.staatstheater-mainz.de
Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Premiere: 15. September 11 (Bockenheimer Depot)
Regie: Bettina Bruinier Bühne: Claudia Rohner Kostüme: Justina Klimczyk Musik: Kornelius Heidebrecht, Les Trucs Video:
Immanuel Heidrich Dramaturgie: Sibylle Baschung
Mit Josefin Platt, Lore Stefanek, Wilfried Elste, Kornelius Heidebrecht, Andreas Uhse Statisterie:
Ayako Ogata, Annemie Pauli, Donna Zielinski; Stefan Feldner, Gerd Hofmann
Besprechung auf kulturfreak.de f
Winterreise Schauspiel Frankfurt Lore Stefanek © Birgit Hupfeld
Ausgehend von Franz Schuberts berühmtem Liederzyklus durchwandert die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek schreibend den Wahnwitz unserer Gegenwart, um in ihrer
eigenen Vergangenheit anzukommen. Entstanden ist dabei eines ihrer persönlichsten und anrührendsten Werke: Ein polyphoner Assoziationsstrom über das Fremdsein in der
Welt und dem eigenen Leben gegenüber, über Vergänglichkeit und Vergeblichkeit, Einsamkeit und Verlust; letztlich auch eine ironischen Selbstabrechnung Jelineks mit ihrer Rolle
als Autorin, die nicht müde wird, das immer gleiche Lied zu singen.
Regieteam Bettina Bruinier (Regie) geboren 1975 in Wiesbaden. Nach dem Studium der Opern- und Schauspielregie an der Bayerischen Theaterakademie August Everding inszenierte sie u.a. am Deutschen
Theater Berlin, Staatsschauspiel Dresden, dem Volkstheater München und der Semperoper Dresden. 2008 wurde Bettina Bruinier auf dem vom Münchner Volkstheater
veranstalteten Festival »radikal jung« für ihre Adaption von Juli Zehs Roman »Schilf« mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Als Hausregisseurin am Schauspiel Frankfurt
inszenierte sie »Stadt aus Glas« von Paul Auster, »Deutschland. Ein Wintermärchen« von Heinrich Heine, »Romeo und Julia« von William Shakespeare, »Die Sehnsucht der
Veronika Voss« nach dem Film von Rainer Werner Fassbinder und »Die Katze auf dem heißen Blechdach« von Tennessee Williams.
Claudia Rohner (Bühne)
geboren in Bern. Sie studierte »Szenisches Gestalten« an der Hochschule für Kunst und Gestaltung in Zürich. Im Anschluss arbeitete sie zunächst als freie Szenografi n, u.a.
für das Museum für Gestaltung Zürich und die Expo.02 (Pavillon „OUI‘‘ auf der Arteplage Yverdon/Schweiz). Für das Berner Münster entwarf sie zwei inszenierte Begehungen.
Als Assistentin arbeitete sie am Schauspiel Frankfurt und am Deutschen Theater Berlin, wo sie von 2003 bis 2005 als Hausbühnenbildnerin und Designerin engagiert war. Seit
2005 arbeitet sie wieder freischaffend, u.a. mit Stefan Kimmig am Deutschen Theater Berlin, an den Münchner Kammerspielen und am Burgtheater Wien sowie mit Blixa Bargeld.
Kontinuierlich entwirft sie Räume für Martin Pfaff, Bettina Bruinier und insbesondere Roger Vontobel, u.a. für dessen Inszenierungen »Helden auf Helgeland« und »Das Käthchen
von Heilbronn« am Schauspielhaus Hamburg.
Justina Klimczyk (Kostüm) geboren 1973 in Polen. Nach ihrem Bühnen- und Kostümbildstudium bei Prof. Jürgen Rose in Stuttgart war sie feste Assistentin zunächst am Schauspiel Stuttgart und
anschließend am Thalia Theater in Hamburg. Dort realisierte sie bereits eigene Arbeiten, u.a. für Martin Kušej, für den sie auch am Nationaltheater in Ljubljana als Kostümbildnerin
tätig war. Seit 2003 arbeitet sie als freie Kostüm- und Bühnenbildnerin u.a. an der Komischen Oper in Berlin, am Schauspielhaus Bochum, am Volkstheater in München, an der
Stuttgarter Oper und am Düsseldorfer Schauspielhaus. Am Schauspiel Frankfurt entwarf sie die Kostüme für »Stadt aus Glas«, »Die Sehnsucht der Veronika Voss« und »Die
Katze auf dem heißen Blechdach«.
Kornelius Heidebrecht (Musik) geboren 1979 in Alma-Ata, Kasachstan, aufgewachsen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk. 2002 begann er ein Toningenieurstudium an der Robert-Schumann-Hochschule
für Musik in Düsseldorf. Neben eigenen Projekten führte ihn die Arbeit als Theatermusiker u.a. an das Schauspielhaus Zürich (»Parzival«), das Deutsche Theater Berlin (»Der
Futurologische Kongress«), das Grillo-Theater Essen und in der kommenden Spielzeit an das Düsseldorfer Schauspielhaus. Am Schauspiel Frankfurt konnte man ihn u.a. in »Die
Pest« und »Alice im Wunderland « sehen. In der aktuellen Spielzeit ist er darüber hinaus an den Produktionen von »Die Bürgschaft« und »Die Physiker« beteiligt.
Mohan Christopher Thomas (Choreografie) geboren 1976. Seine Eltern stammen aus Deutschland und Sri Lanka. Von 1997 bis 2002 studierte er Tanz an der Folkwang-Hochschule in Essen. Darüber hinaus absolvierte er
zahlreiche Kurse für moderne Tanztechnik, Choreographie und Yoga in New York und London. Bühnenerfahrung sammelte er bereits seit 1996 in Zusammenarbeit mit
namhaften Choreographen, darunter Carlos Orta und Rodolfo Leoni. Von 2002 bis2009 arbeitete er als Gasttänzer mit Sasha Waltz & Guests an der Schaubühne Berlin. In der
Produktion »noBody« tanzte er u.a. im Papstpalast Avignon, im Theatre de la Ville in Paris, in Stockholm, St. Petersburg, Neu-Delhi und Kalkutta. 2003 gründete er die Tanzmoto
Dance Company in Essen, deren künstlerischer Leiter und Choreograph er ist. Die Gruppe führte bereits Gastspiele in New York, Kolumbien und Düsseldorf auf. [© Schauspiel Frankfurt]
Weitere Vorstellungen: 16./19./21./28./30. September, 2./3./4./6. Oktober (Zum vorläufig letzten Mal!)
www.schauspielfrankfurt.de
Zur Inszenierung des Deutschen Theater Berlin:
Premiere: 9. September 11
Regie:
Andreas Kriegenburg
www.deutschestheater.de
Zur Inszenierung des Badischen Staatstheaters Karlsruhe: (in Kooperation mit dem Theater Ingolstadt)
Premiere: 16. April 11
Regie und Bühne: Michael Simon Kostüme: Zana Bosnjak Musik:
Nina Wurman Einstudierung Chor: Thomas Reichert Video: Christian Ziegler Dramaturgie: Tilman Neuffer Regieassistenz: Kathrin Wunderle
Mit:
Sebastian Kreutz, Thomas Schrimm, Patricia Coridun, Teresa Trauth, Nina Wurman,
www.staatstheater.karlsruhe.de
Zur Inszenierung der Münchner Kammerspiele
Premiere: 3. Februar 11 (Uraufführung)
Regie:
Johan Simons Bühne: Johan Simons Kostüme: Dorothee Curio Musikalische Konzeption: Christoph Homberger, Martin Schütz, Jan Czajkowski Licht:
Jan-Christof Haas Dramaturgie: Julia Lochte
Mit:
Benny Claessens, Jan Czajkowski, Katja Herbers, Stefan Hunstein, André Jung, Wiebke Puls, Hildegard Schmahl, Kristof Van Boven
www.muenchner-kammerspiele.de
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Wir sind schon gut genug Von: René Pollesch
Uraufführung: 31. März 2012 (Frankfurt/M, Schauspiel Frankfurt)
Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Premiere: 3. März 12 (Uraufführung)
Regie:
René Pollesch Bühne: Janina Audick Video: Sacha Benedetti Dramaturgie: Sibylle Baschung Kostüme: Nina Kroschinske
Mit:
Constanze Becker, Traute Hoess, Bettina Hoppe, Michael Goldberg, Nils Kahnwald, Oliver Kraushaar
www.schauspielfrankfurt.de
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Wörter und Körper
Von: Martin Heckmanns Uraufführung:
10. Februar 07 (Stuttgart, Schauspiel Stuttgart)
Zur Inszenierung des Schauspiel Stuttgart:
Premiere: 10. Februar 07 (Uraufführung)
Regie:
Hasko Weber Bühne: Mathis Neidhardt Kostüme: Grit Dora von Zeschau Dramaturgie: Nora Giese
Besetzung: Esther: Susana Fernandes Genebra
Der Stumme: Jonas Fürstenau Röber: Bernd Gnann Die Bedienung: Gabriele Hintermaier Der Verfolgte: Ernst Konarek Der Wachmann:
Boris Koneczny Kartin Kraus: Sebastian Kowski Der Alte: Peter Loth Christina Kraus: Katharina Ortmayr Der Passant: Sebastian Schwab Lina:
Anna Windmüller
Am Anfang steht ein Gedicht über die Erinnerung an einen verlorenen Freund und das Weiterleben mit dem Verlust. Auf einem Platz inmitten der Stadt setzt dann die
Geschichte ein: Menschen sind unterwegs, ihre Wege kreuzen sich, ein Kaffeestand wird zum gemeinsamen Treff- und Haltepunkt. Ein verheirateter Mann wird von seiner Geliebten verlassen. Ein
Mann telefoniert. Ein Stadtstreicher fühlt sich vom Geheimdienst verfolgt. Ein Passant sucht den Zusammenhang. Die Frau des Verheirateten verlässt ihren Mann. Ein Alter erinnert nur die ferne
Vergangenheit, das gerade Gewesene entgleitet ihm. Ein Wachmann mahnt zum Weitergehen. In diesem Kommen und Gehen gerät immer wieder Lina Sommer in den Fokus. Ein Verlust hat sie aus der Spur
gebracht und nun sucht sie nach einem Ort, an dem sie bleiben kann, nach einem Zuhause, nach Halt und nach einer Sicherheit, die nicht einmal die Sprache ihr mehr bieten kann. Die Angebote
zum Bleiben lehnt sie ab. Ein Mann begleitet ihren Weg.
"Wörter und Körper" ist ein Stück über Abschied und Aufbruch. Es erzählt von Menschen in der Krise und auf dem Weg. In
kurzen Szenen erklingt die Melodie einer Stadt. Es ist ein Stück über die Frage nach dem Zusammenhang und über die Möglichkeiten des Miteinander. Und nicht zuletzt: wie lässt sich Ja sagen
zum Durcheinander und zur Überforderung?
Martin Heckmanns wurde 1971 in Mönchengladbach geboren. Studium der Komparatistik, Geschichte und Philosophie. Lebt in Berlin. Mehrere
Aufenthaltsstipendien und zahlreiche Preise, darunter die Publikumspreise bei den Mülheimer Theatertagen 2003 und 2004. 2002 wurde er in der Kritikerumfrage der Zeitschrift 'Theaterheute' zum
Nachwuchsautor des Jahres gewählt. "Wörter und Körper" ist eine Auftragsarbeit für das Schauspiel Stuttgart. [© Schauspiel Stuttgart]
www.schauspiel-stuttgart.de
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Wolken.Heim
Von: Efride Jelinek Uraufführung: 21. September 1988 (Bonn, Theater Bonn)
Zur Inszenierung des Schauspielhaus Chemnitz:
Premiere: 1. Oktober 10
Regie:
Dieter Boyer Bühne und Kostüme: Ralph Zeger Sounds und Arrangements: Bernhard Fleischmann
Es spielen: Ulrike Euen, Caroline Junghanns, Claudia Kraus,
Annett Sawallisch, Katharina Schlothauer*, Susanne Stein; Bernd-Michael Baier, Nikolaus Barton , Bernhard Conrad , Timo Hastenpflug*, Gordon Kämmerer*, Tilo Krügel, Urs Rechn, Jan Sabo*
* Studenten des Schauspielstudios der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy” Leipzig in Chemnitz
Mit „Wolken.Heim“, das der aktuellen Spielzeit im
Schauspielhaus das Motto gibt, steht zum ersten Mal im Schauspiel Chemnitz ein Stück von Elfriede Jelinek auf dem Spielplan, die zu den bedeutendsten Autoren der Gegenwart zählt und im Jahre
2004 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde
Zum Text: „Wir sind bei uns zuhaus“ - das ist der leitmotivische Satz in Elfriede Jelineks Textcollage, die 1988 im
Rahmen des Zyklus „Wir Deutschen“ als Auftragswerk am Schauspiel Bonn uraufgeführt wurde und durch die deutsche Wiedervereinigung 1989 nachträglich einen ungeheuren Aktualitätsbezug erhielt.
Die Autorin vereint darin Texte und Gedanken von Autoren aus mehreren Jahrhunderten deutscher Geistesgeschichte – Hölderlin, Hegel, Heidegger, Fichte, Kleist, Briefe der RAF. Formal weist
„Wolken.Heim“ keinerlei Merkmale eines Theatertextes auf. Die einzige Gliederung des Textes sind 24 Abschnitte. Die Autorin verzichtet gänzlich auf Regieanweisungen und die dialogische
Form traditioneller Theatertexte.
Zentrales Thema ist der Nationalismus - und wie sich nationale Identität durch Ausschluss und Vernichtung des Fremden konstituiert. Statt Figuren
spricht ein „Wir“, das sich manisch die unterschiedlichsten Texte einverleibt, ein Stimmengewirr, das beschwörend und soghaft keinen anderen Bezugspunkt außer sich selbst kennt und in
Wiederholungen kaum mehr als um sich selbst kreist. Das Motiv der Untoten, das Jelineks in ihrem Text evoziert, verweist auf das Weiterleben nationalistischen und faschistischen Gedankenguts.
Ein Identitäts- und Heimatmonolog in hochartifizieller Versprosa.
Zur Inszenierung: Dieter Boyer, am Chemnitzer Schauspiel Spezialist für Texte, die auf die klassische
Rollen- und Figurenaufteilung verzichten, wird „Wolken.Heim“ inszenieren – als einen Abend, der den Rahmen der klassischen Theateraufführung verlässt. Auf der Hinterbühne des Schauspielhauses
hat er dafür zusammen mit seinem Ausstatter Ralph Zeger eine begehbare Installation geschaffen, die verschiedene Spielorte schafft und somit den Zuschauern die Wahl lässt, was sie sehen
möchten. Der monolithische Text Jelineks wird dafür in seine Einzelteile aufgesprengt, setzt sich jedoch in der szenischen Anordnung der Spielsituationen sukzessive wieder zusammen. Jelinek
spannt die Bezüge ihres Textes über den Bogen von zwei Jahrhunderten bis hinein in die Zeiten der RAF; die Chemnitzer Inszenierung zieht den Kreis noch größer und thematisiert auch die
ideologischen Implikationen eines DDR-Sozialismus. Was sich vor den Augen der Zuschauer realisiertm ist ein Jahrmarkt deutscher Geschichte.
Das künstlerische Team: Der
Regisseur Dieter Boyer
arbeitete von 1988 - 1997 als Schauspieler, war von 1990 - 1993 als Journalist für den ORF und die „Neue Zeit“ tätig, assistierte an der "Escuela de Arte Dramatico" Valladolid in Spanien und baute ab 1997 das Theater im Bahnhof in Graz auf, als Schauspieler und Regisseur. 1999 ging er dann als Regieassistent u. a. für Claus Peymann und Martin Kušej an das Burgtheater Wien. Seit 2001 ist Dieter Boyer freischaffender Regisseur. Seitdem inszeniert er an zahlreichen Theatern wie u. a. am Burgtheater Wien, am Altonaer Theater Hamburg, am Schauspielhaus Graz, am Staatstheater Mainz und am Staastheater Mannheim. Er ist Mentor zahlreicher junger Autoren, darunter bekannte Namen wie Ewald Palmetshofer, Jörg Albrecht, Gerhild Steinbuch oder Johannes Schrettle. Am Schauspiel Chemnitz brachte er bisher zwei Auftragswerke der Autorin Ulrike Syha zur Uraufführung und zeichnete 2010 als Kurator und künstlerischer Leiter für das Theaterfest „CHEMNITZ – schönste Blume des Ostens!“ verantwortlich.
Der Bühnen- und Kostümbildner Ralph Zeger, geboren 1971 in Augsburg, studierte nach einer Ausbildung zum Theatermaler in Stuttgart Bühnen- und Kostümbild bei Jürgen Rose.
Anschließend war er als Assistent am Staatstheater Stuttgart, Burgtheater Wien und den Salzburger Festspielen und ist seit 2001 freischaffend als Bühnen- und Kostümbildner tätig. Er
realisierte eigene Arbeiten u. a. an den Staatstheatern in Stuttgart, Karlsruhe und Mainz, am Burgtheater Wien, am Volkstheater und am Schauspielhaus in Wien, an den Schauspielhäusern in
Köln, Basel, Graz und Hamburg und am Theater Oberhausen, außerdem an der koreanischen Nationaloper in Seoul und am Aalto Theater Essen (für das Bühnenbild der dortige Produktion AAufstieg und
Fall der Stadt Mahagonny“ bekam er in der Zeitschrift Opernwelt eine Nominierung zum Bühnenbildner des Jahres).
Der Musiker Bernhard Fleischmann, 1975 geboren, gehört zu den
derzeit gefragtesten Indietronic-Musikern und -Komponisten. 1991 hatte er erste Konzerte mit verschiedenen Gitarren-Bands, darunter „Sore!“ und „Speed Is Essential“. Ab 1998 beschäftigte sich
Fleischmann näher mit elektronischer Musik und richtete sich ein eigenes Studio ein, in dem er seine ersten Kompositionen einspielte. Sein Debütalbum „Pop Loops For Breakfast“ erschien 1999.
Es folgten erste Konzerte in Österreich und Deutschland. 2000 wurde Fleischmann in den USA bekannt, als er bei dem Label Fuzzy Box das Album „A Choir Of Empty Beds“ veröffentlichen und im
November 2000 zwei Konzerte in New York geben konnte. 2001 gründete Fleischmann zusammen mit Herbert Weixelbaum das Musikprojekt DUO505 und brachte 2003 mit „Welcome Tourist“ sein erstes
Doppelalbum heraus, für das Fleischmann in der Kategorie Bestes Album den erstmals vergebenen französischen „qwartz electronic music award“ erhielt. Für zwei Filme des österreichischen
Filmemachers Jörg Kalts, „Richtung Zukunft durch die Nacht“ (Sonderpreis der Jury beim Max Ophüls Preis 2002) und „Crash Test Dummies“ (Uraufführung auf der Berlinale 2005) komponierte er die
Filmmusik. Bernhard Fleischmann lebt als freischaffender Musiker in Wien. [© Theater Chemnitz]
www.theater-chemnitz.de
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Woyzeck / Wozzeck
Bühnenfragment von: Georg Büchner (1813-1837)
Zur Inszenierung des Theaters theaterperipherie Frankfurt: Woyzeck und Marie
Premiere: 22. Oktober 11 (im Titania, Frankfurt)
Regie: Alexander Brill Bühne: Jana Lünsmann-Messerschmidt Kostüm: Henrike Bromber Regiemitarbeit: Christian Franke Regiehospitanz:
Natalie Ziegler
Ensemble: Lars Becker, Daniel Cuberos, Christian Golusda, Adil Khadri, Ingo Lerch, Tanja Ronaghi, Tolga Tekin
Woyzeck und Marie leben in der
sozialen Kälte unserer Gegenwart. Woyzeck kann nur mit entwürdigenden Jobs genügend Geld verdienen, um seine Familie vor dem sozialen Abstieg zu bewahren. Er verkauft sich an einen dubiosen
Doktor, der im Dienst der Pharmaindustrie steht und ihn für seine wissenschaftlichen Experimente missbraucht. Er pflegt einen ehemaligen Hauptmann, der durch den Afghanistan Krieg zum
physischen und psychischen Krüppel geworden ist. Es bleibt kaum Zeit für seine Familie und die Regeneration seiner Arbeitskraft. Seine Wahrnehmungen beginnen, sich zu verschieben. Bei Marie
meint er Spuren der Untreue zu entdecken. Bilder der Eifersucht treten die Herrschaft über seinen Verstand an, Stimmen setzen ihm zu, Wahn bemächtigt sich seiner. Vertrauen verwandelt sich in
Misstrauen, Nähe in Einsamkeit, Liebe in Hass. In panischer Angst, das Liebste in seinem Leben zu verlieren, ersticht er das Liebste, was er hat: seine Frau Marie. Oder ist diese Tat
auch nur eine Wahnvorstellung?
Termine von Woyzeck und Marie: Oktober 11: 22.10., 26.10.
November 11: 3.11., 4.11., 9.11., 10.11., 21.11., 22.11. Dezember 11: 2.12., 3.12. Beginn: jeweils um 19.30 Uhr
im Titania, Basaltstr.: 23, 60487 Frankfurt
Karten unter: 069/ 71 91 30 20, info@theaterperipherie.de oder an der Theaterkasse Mo-Fr (außer Mi.): 10-14 Uhr
Preise: 16 normal, 8 ermäßigt
www.theaterperipherie.de
Woyzeck in der Fassung von: R. Wilson / T. Waits / K. Brennan Nach: Georg Büchner
Songs und Liedtexte:
Tom Waits und Kathleen Brennan Konzept: Robert Wilson Textfassung: Anne Christin Rommen und Wolfgang Wiens
Zur Inszenierung des Theater Aachen:
Premiere: 18. September 11
Inszenierung:
Bernadette Sonnenbichler Musikalische Leitung: Ludger Singer Bühne: Jens Burde Kostüm: Tanja Kramberger Dramaturgie: Harald Wolff
Besetzung:
Woyzeck/Ausrufer: Philipp Manuel Rothkopf Marie: Nadine Kiesewalter Hauptmann: Karsten Meyer
Doctor: Elke Borkenstein Tambourmajor: Benedikt Voellmy Andres: Thomas Hamm Margreth: Bettina Scheuritzel Karl:
Felix Strüven
www.theater-aachen.de
Zur Inszenierung des Landestheater Linz:
Premiere: 18. September 10 (Österreichische Erstaufführung)
Inszenierung: Ingo Putz Bühne: Stefan Brandtmayr Kostüme: Cornelia Kraske Musikalische Leitung: Nebojša Krulanović Dramaturgie:
Elke Ranzinger
Besetzung:
Woyzeck/Ausrufer: Klaus Köhler Marie: Barbara Novotny Hauptmann: Thomas Bammer Doktor: Lutz Zeidler
Tambourmajor: Georg Bonn Andres: Aurel von Arx Narr: Eva-Maria Aichner
www.landestheater-linz.at
Zur Inszenierung des Theater Bielefeld:
Premiere: 10. September 10 (Stadttheater)
Inszenierung: Michael Heicks Bühne und Kostüme: Annette Breuer Musikalische Leitung: Patrick Schimanski Musikalische Einstudierung: Marc Awolin
Choreographische Mitarbeit: Gregor Zöllig Dramaturgie: Claudia Lowin
Besetzung: Woyzeck: Omar El-Saeidi Marie: Julia Friede Tambourmajor:
John Wesley Zielmann Doktor: Thomas Wolff Hauptmann: Guido Wachter Andres: Lukas Graser Ausrufer / Karl: Oliver Baierl Margarete:
Charlotte Puder Band: Marc Awolin, Willi Budde, Ingo Otte, Sven Pollkötter, Andreas Scheinhütte, Peter Schultz
Als Georg Büchner 1827 im Alter von 23 Jahren starb,
hinterließ er ein Fragment, das zu einem Meilenstein der Literaturgeschichte wurde. Er nahm den historischen Skandalprozess um Johann Christian Woyzeck, der seine Geliebte aus Eifersucht
erstach, zum Vorbild für eine lose Szenenfolge um einen in jeder Hinsicht gedemütigten Menschen: Der Soldat Franz Woyzeck und Marie haben einen Sohn und leben in wilder Ehe zusammen. Viel
Geld ist nicht da, darum arbeitet Woyzeck noch für den Hauptmann und als »Versuchskaninchen« für den Doktor. Sein alltäglicher Existenzkampf treibt Woyzeck in Wahnvorstellungen, lässt ihn die
Natur als Bedrohung empfinden und ihn sich in einer unbeholfenen Art den Regeln der Gesellschaft entziehen. Ein forscher Tambourmajor umgarnt seine Marie nach allen Regeln der Kunst.
Marie, spontan, lebenslustig und sprunghaft, genießt die Komplimente und betrügt Woyzeck. Er erfährt davon durch seine beiden »Peiniger«, sieht sich dadurch seiner Lebensgrundlage entzogen,
hört Stimmen, die ihm Rache einflüstern und ersticht Marie an einem See vor der Stadt. Für Büchner rührte der Fall von Johann Christian Woyzeck an seiner Grundfrage, die er in dem
berühmten Fatalismusbrief an seine Braut und in Dantons Tod gestellt hatte: »Was ist es, was in uns lügt, hurt, mordet, stiehlt?« Woher kommt die entsetzliche Gewalt? Ist sie individueller
Natur, kommt sie aus den sozialen Umständen, aus dem Geschichtsverlauf oder ist sie ein Gesetz der Natur? Woyzeck stellt die Seinsfrage. Er will wissen, was die Welt im Innersten
zusammenhält, was ist und was nicht ist. Ob die Formen der Natur zufällig sind oder Gesetzen gehorchen. Damit ist Woyzeck auch an den Grundfragen der menschlichen Existenz angelangt.
Gehorchen die menschlichen Handlungen einem Muster, einem vorgegebenen Naturgesetz? Und sind die Handlungen des Einzelnen nur, wie Büchner verzweifelt seiner Braut schreibt, »der Schaum auf
der Welle« der Geschichte, »die Größe ein bloßer Zufall, die Herrschaft des Genies ein Puppenspiel, ein lächerliches Ringen gegen ein ehernes Gesetz, es zu erkennen das Höchste, es zu
beherrschen unmöglich.« Die einzelnen Szenen des Stücks sind von Büchner bewusst bruchstückhaft gehalten und erinnern eher an Filmszenen als an ein Stück des beginnenden 19. Jahrhunderts.
In laufende Szenen wird hineingeblendet, der Handlungsverlauf ist lückenhaft, die Stationen sind hintereinander geschnitten, ihre Abfolge nicht eindeutig bestimmbar. Es geht Schlag auf
Schlag, Bild folgt auf Bild, ohne dass die Szenen explizit aufeinander Bezug nehmen. Die Zusammenhänge entstehen durch die Lücken, die der Zuschauer füllt. Nachdem Woyzeck lange nach Büchners
Tod unaufgeführt blieb, wurde das Stück im 20. Jahrhundert zu einem der großen Klassiker, der aufgrund seiner Unvollständigkeit zu immer neuen Interpretationen angeregt hat. Ein weiterer
Grund für die Lebendigkeit des Büchnerschen Woyzeck liegt vermutlich in der Tatsache, dass hier zum ersten Mal ein Vertreter der sozial niedersten Schicht im Zentrum eines Dramas steht, der
heute fatal an unser »Prekariat« erinnert. Vieles von dem, was im 19. Jahrhundert begann, ist heute noch aktuell. Aber genau wie Büchner scheinen auch wir heute in einer Zeit zu leben, in der
Grenzen anders definiert werden, Weltanschauungen sich neu ordnen, Wirtschaftskreisläufe sich verschieben, Wertesysteme verändert werden. Nun hat Tom Waits gemeinsam mit Kathleen Brennan
und Robert Wilson seine Version von Büchners Woyzeck komponiert. Er zeigt Büchners geschundenen Soldaten, der mehr Kreatur ist als aufrechter Mensch, in einer märchenhaft-clownesken
Zirkus-Halbwelt voll düsterer Melodien und poetischer Songs. Tom Waits selber beschreibt das Stück so: »Woyzeck handelt von Wahnsinn und von Obsessionen, von Kindern und von Mord – alles
Dinge, die uns berühren. Das Stück ist wild und geil und spannend und Phantasie anregend. Es bringt einen dazu, Angst um die Figuren zu bekommen und über das eigene Leben nachzudenken, ich
schätze mal, mehr kann man von einem Stück nicht verlangen.«
Michael Heicks ist seit Januar 2005 Intendant
des Theater Bielefeld. Der Regisseur war zuvor von 2000 bis 2004 Schauspieldirektor des Bielefelder Theaters. Dort inszenierte er u.a. Shakespeares Was ihr wollt, Ein Sommernachtstraum und
Wie es euch gefällt, Rainald Goetz’ Jeff Koons, die Uraufführung von Ror Wolfs Nachrichten aus der bewohnten Welt, Effi Briest von Theodor Fontane, Neil LaButes das maß der dinge sowie Moritz
Rinkes Republik Vineta und Café Umberto. Michael Heicks führte außerdem Regie bei der deutschen Erstaufführung von Zdenek Fibichs Oper Der Sturm, der Uraufführung von Heul doch!, Tschechows
Der Kirschgarten, der Uraufführung von Tom Peuckerts Elende Väter, Robert Thomas Kriminalkomödie Acht Frauen, Mike Svobodas Erwin, das Naturtalent sowie Kay Pollacks Wie im Himmel. Zuletzt
inszenierte er den Liederabend Männerbeschaffungsmaßnahmen, Tracy Letts’ Eine Familie (August: Osage County) und die Uraufführung von Die Leiden einer jungen Kassiererin von Anna Sam. Bevor
Michael Heicks nach Bielefeld kam, arbeitete er als freier Regisseur mit Inszenierungen am Staatstheater Braunschweig, Staatstheater Oldenburg, Grips Theater Berlin, Deutschen Theater
Göttingen, Theater Salzburg, Theater Basel und am Thalia Theater Hamburg. Er studierte von 1979 bis 1984 Schauspiel und Regie an der Akademie der darstellenden Kunst, Otto-Falckenberg-Schule,
München. Nach seinem Studium folgten Regiearbeiten in München und Salzburg sowie einige Arbeiten an der Hochschule für Film und Fernsehen München.
Die in Köln geborene Bühnenbildnerin Annette Breuer arbeitete bereits mehrfach am Theater Bielefeld, so u.a. mit der Regisseurin Isabel Osthues bei Igor Bauersimas norway.today und zusammen mit Michael Heicks bei den Inszenierungen von Rainald Goetz’ Jeff Koons, der Uraufführung von Ror Wolfs Nachrichten aus der bewohnten Welt, Neil LaButes das maß der dinge, Das Fest von Thomas Vinterberg/Mogens Rukow, bei Tschechows Platonow, bei der Uraufführung von Shoppen und zuletzt bei Kay Pollaks Wie im Himmel. Annette Breuer absolvierte zunächst ein Kunststudium in Köln und arbeitete als freie Künstlerin. 1986 erhielt sie ein DAAD Stipendium in Wien und schloss 1988/89 ihr Bühnenbildstudium ab. Von 1990 bis 1993 arbeitete sie als Bühnenbildassistentin am Thalia Theater in Hamburg. Seit 1994 ist sie als freischaffende Bühnenbildnerin tätig. Ihre Arbeiten führten sie u.a. an Theater in Wien, Hamburg, Heidelberg, Basel, Göttingen, Dresden, Zürich und Weimar.
Patrick Schimanski, Regisseur und Komponist, ist dem Theater Bielefeld seit vielen Jahren verbunden. Hier
inszenierte er u.a. Marc Beckers Wir im Finale, Sophokles’ Elektra, die Uraufführung von Tom Peuckerts LUHMANN, Werner Fritschs Nico – Sphinx aus Eis und HEILIG HEILIG HEILIG, die
Uraufführung seines eigenes Stückes 100 Nr. 1 Hits, die deutsche Erstaufführung von Hosokawas Oper Hanjo, Brechts Die Kleinbürgerhochzeit und zuletzt Das Apartment von Neil Simon. Neben der
Komposition und dem Arrangement der Musik für die Uraufführung von Elende Väter und dem Tanzabend Struwwelpeter übernahm Patrick Schimanski auch die musikalische Leitung für die Produktionen
Acht Frauen und Wie im Himmel. Patrick Schimanski arbeitete in vielen Projekten mit experimenteller Musik und Texten, komponierte Schauspielmusik und war als freischaffender Regisseur und
musikalischer Leiter für zahlreiche Theaterproduktionen verantwortlich. Er arbeitete unter anderem an Theatern in Heidelberg, Mannheim, Wiesbaden, Frankfurt, Berlin, Hamburg, Bochum, Essen,
Zürich, Wuppertal, Halle/Saale, Bremen, Münster und München. Der in Worms am Rhein geborene und heute in München lebende Patrick Schimanski spielt seit dem 10. Lebensjahr Schlagzeug und
besuchte Schlagzeug-Meisterkurse, u.a. bei Pierre Favre. Er studierte Philosophie, Musikwissenschaft und Publizistik an der Universität in Mainz, ließ sich in Heidelberg in Tonstudio-Technik
ausbilden und nahm Kompositionsunterricht. Als Musiker veröffentlichte er zahlreiche CDs. Tourneen mit verschiedensten Bands und Projekten. [© Theater Bielefeld]
www.theater-bielefeld.de
Woyzeck oder Der Mangel an Alternativen Georg Büchner
Zur Inszenierung des Frankfurt Theater Landungsbrücken:
Premiere: 18. Februar 10
Weitere Vorstellungen: im Frankfurter LAB am 26. und 27. Februar 2010, Schmidtstraße 12, 60326 Frankfurt/Main
Regie und Bühne: Sarah Kortmann
Dramaturgie und Produktion: Caroline Gutheil
Mit: Michael Haase, Manuela Stüsser, Nadja Dankers, Björn von der Wellen
„Ein guter Mord, ein echter Mord, ein schöner
Mord.“ Der Soldat Franz Woyzeck hat seine Geliebte Marie mit einem Messer erstochen. Was waren die Gründe für die Tat? Maries offensichtlicher Betrug mit dem Tambourmajor oder die
fragwürdigen Experimente des Doktors an denen Woyzeck nur teilnimmt um zusätzlich Geld zu verdienen? Regisseurin Sarah Kortmann macht sich für ihre Inszenierung Woyzeck oder der Mangel an
Alternativen die Fragmentierung des Stückes zu nutze. Das entscheidende Verbrechen, der Mord an Marie, bildet den Auftakt des Stückes. Nach und nach werden die restlichen Handlungsfragmente
chronologisch rückwärts erzählt. Erst am Ende des Abends kennt der Zuschauer Woyzecks ganze Vorgeschichte. Die rückwärts verlaufende Handlung hat keine klare Reihenfolge, sondern entwickelt
sich jeden Abend neu. Der Zuschauer wird Einfluss auf die Abfolge der Bühnengeschehnisse haben. Das Publikum wird zu einem Teil von Woyzecks Erfahrungswelt und ist gleichzeitig mit seiner
Entwicklung verknüpft. Im Mittelpunkt steht die Frage: Inwieweit sind wir abhängig von unserem Umfeld, unseren Erlebnissen und unseren Erfahrungen? Die Familie, der Job, aber auch die
wirtschaftliche Situation und die politische Ausrichtung der jeweiligen Regierung beeinflussen uns in unserem persönlichen Dasein. Wir existieren nicht allein, sondern auch durch Andere.
Woyzeck soll nicht nur als Opfer der sozialen und gesellschaftlichen Umstände dargestellt werden. Maries Untreue ist nicht die Ursache für den Mord, sondern der Auslöser. Indem er seine
Geliebte tötet, folgt er nicht mehr der gesellschaftlichen Triebunterdrückung. Es ist ein Akt der Befreiung von den Institutionen seiner Unterdrückung und Vereinnahmung. Woyzeck ist Opfer und
Täter in einer Person. Büchners Woyzeck gehört zu den meistgespielten und einflussreichsten Dramen der deutschen Literatur. Vermutlich 1836 begann Büchner mit der Niederschrift. Erst 1879
erschien eine stark überarbeitete und vom Herausgeber veränderte Fassung. Büchner starb bevor er Woyzeck vollenden konnte. Die heute gespielten Bühnenfassungen bündeln vier verschiedene
handschriftliche Fragmente aus Büchners Nachlass.
Sarah Kortmann wurde 1983 in Frankfurt am Main geboren. Nach dem Abitur studierte sie zuerst Philosophie und Germanistik an der
Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt und seit dem Wintersemester 2005/06 Regie an der HfMdK Frankfurt am Main. Seit 2002 ist sie auch als Schauspielerin, vor allem bei der
Dramatischen Bühne Frankfurt, zu sehen. Als Vordiplom inszenierte sie eine Szenenfolge aus Sarah Kanes Zerbombt und im Juni 2008 Extremeties von William Mastrosimone im schauspielfrankfurt.
Für ihr Diplom 2009 erstellte sie eine eigene Fassung von Choderlos de Laclos Briefroman Gefährliche Liebschaften. Mit dieser Arbeit war sie beim Körberstudio Junge Regie vertreten.
Caroline Gutheil wurde 1982 in Erfurt geboren. Sie studierte Germanistik, Journalismus und Technik der elektronischen Medienin Salzburg und Karlsruhe sowie Dramaturgie bei Hans-Thies
Lehmann in Frankfurt/Main. Ein Auslandssemester verbrachte sie an der Finnischen Theaterakademie in Helsinki, wo sie Szenisches Schreiben bei Maria Kilpi und Katja Krohn studierte. Ihre
Abschlussarbeit schrieb sie über Kafkas Romanfragment Amerika in der Inszenierung des Argentiniers Alejandro Tantanian. 2007 war sie Mitbegründerin des Theater Sentio Salzburg, wo sie bei
der Produktion Auf hoher See erstmals Regie führte. Sie arbeitete unter anderem Theater der Gezeiten Bochum, Schauspielhaus Salzburg Elisabethbühne, Schauspiel Frankfurt, Nationaltheater
Mannheim und beim Heidelberger Stückemarkt. 2009 war sie Stipendiatin der 15. Internationalen Schillertage in Mannheim. [© Landungsbrücken]
www.landungsbruecken.org
Zur Inszenierung des Theater Die Wunschmaschinen:
Premiere: 11. November 06
Weitere Vorstellungen: 12., 16., 17., 18. November, 1., 2., 3., 7., 8. & 9. Dezember 06 (Einlaß ab 19:30 Uhr, Beginn: 20:00 Uhr)
Vorstellungsort:
ehemaliges altes Eichamt, Battonnstraße 26-28 (Konstablerwache), Frankfurt/Main
An den Samstagen wird nach den Aufführungen gegen 22:00 Uhr jeweils ein Special Guest präsentiert. Den
Anfang mach die Band "Knuten", die am 11. November 06 ein Konzert geben wird.
Regie: Peter Eckert
Die Wunschmaschinen sind:
Michl Britsch, Johannes Eckert, Peter Eckert, Jens Eichler, Felix Graf, Florian Hübscher, Miro Kania, Charlotte Köhler, Elena v. Liebenstein, Janine
Maschinsky, Franziska Ochs, Seweryn Zelazny, Michèle Zeuner
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Wozzeck Die Wunschmaschinen Felix Graf (Andres) & Miro Kania (Wozzeck)
Foto: Die Wunschmaschinen
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Präsentiert wird das Bühnenfragment "Wozzeck" von Georg Büchner. Der Name wurde in Anlehnung an den Literaten Karl Emil Franzos bewusst gewählt. Dieser hatte das
Stück 1879 erstmalig veröffentlicht und seiner Lesart nach mit "Wozzeck" betitelt (auch Alban Bergs Oper trägt diesen Titel).
Die Wunschmaschinen möchten sich von Erwartungen der Theaterlandschaft ('Unaufführbar!') lösen, um sich einen unbeschwerten Umgang mit dem Stück zu ermöglichen.
Wozzeck
Am 2. September 1836 schreibt Büchner in einem Brief, er sei gerade daran, sich einige Menschen auf dem Papier totschlagen zu lassen. Am 19. Februar 1837 stirbt
Büchner, und "Woyzeck", an dem Büchner bis zuletzt arbeitete, bleibt ein Fragment.
Woyzeck ist Soldat und Familienvater. Um seine Liebsten und sich ernähren zu können, übernimmt er durch Armut gezwungen allerlei Arbeiten, die seinen Körper und seine
Seele restlos verwerten, vergiften und zerstören. Woyzeck funktioniert nun nur noch wie ein Roboter oder Automat. Er wird gedrillt, gehetzt, gedemütigt und wird wahnsinnig.
Als Marie, die Mutter seines Kindes, mit dem schmucken Tambourmajor dieses Elendsleben flüchten möchte und eine Affäre beginnt, verliert Woyzeck das Einzige, was er
auf der Welt hat. Mit einem Messer, da er sich eine Distanzwaffe wie eine Pistole nicht leisten kann, verstümmelt und tötet er Marie. Woyzeck wird hingerichtet.
Büchner und das Stück Büchners Drama des Franz Woyzeck (1836/37) verarbeitet die Geschichte des arbeitslosen Friseurs und Perückenmachers Johann Chrisitian Woyzeck (geb. 1780), der,
nachdem der seine Freundin erstochen hatte, zum Tode verurteilt und am 27.08.1824 auf dem Marktplatz in Leipzig vor 5000 Zuschauern hingerichtet wurde.
Es existieren 2 weitere Fälle, die diesem Fall sehr änhnlich und Büchner bekannt waren. Die Täter waren in etwa gleichaltrig, Handwerker, hatten als Soldaten gedient, ein
unstetes Leben geführt und waren ohne Aussicht auf eine gesicherte Existenz.
Alle drei unterhielten außerhalb des Gesetzes Beziehungen zu Frauen, die sie – ohne gesichertes Einkommen, ohne feste Unterkunft - nicht heiraten konnten. Dabei hatten
Sie ein Kind‚ oder ihre Frau war schwanger.
Alle drei erstachen vorsätzlich die Frauen, die sie liebten. Während der Strafprozesse wurde, auf medizinische Erkenntnisse gestützt, von Seiten der Verteidigung geltend
gemacht, daß die Angeklagten in ihrer Fixierung auf das Tatvorhaben und in dessen Ausführung durch Zustände von Geisteskrankheit der Zurechnungsfähigkeit beraubt waren.
Regisseur Peter Eckert Der Regisseur Peter Eckert (Jahrgang 1981) lebt in Frankfurt am Main. Neben Rollen im Laiensclub des schauspielfrankfurt ('Othoon', 'Leonce und Lena') und
Regieassistenzen am schauspielfrankfurt und dem Staatstheater Mannheim ('True Dylan', 'Die sexuellen Neurosen unserer Eltern') legt er mit "Wozzeck" seine 3. Regiearbeit
dieses Jahr vor. Zuvor hat er "Wärmetod - Dostojewski im Fight Club" und "Die Verwandlung - Gregor Samsa und das Traumfresserchen" in den Landungsbrücken Frankfurt
inszeniert. Er ist Teil der Theatergruppe "Die Wunschmaschinen".
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Das Wunder von Bern Von: Volkmar Nebe
Uraufführung: 10. Mai 09 (Hamburg, Altonaer Theater)
Zur Inszenierung des Aaltoner Theater, Hamburg:
Premiere: 10. Mai 09 (Uraufführung)
Regie:
Georg Münzel Bühne: Franziska Gebhardt Kostüme: Ricarda Lutz
Besetzung: Linda Pfeiffer: Svenja Pages Käthe Walter: Hannelore Droege
Fritz Walter: Dirk Hoener Italia Walter: Sarah Diener Horst Bachmann: Hans Schernthaner Gerhard Büthow: Klaus Falkhausen Tony Schroeder:
Tommaso Cacciapuoti Hans Gehring: Jacques Ullrich Kurt Gehring/Ferenc Puskás: Markus Mössmer
DAS WUNDER VON BERN von Volkmar Nebe Kaiserslautern 1954. Linda
Pfeiffer, 34, die Cousine von Kapitän der Nationalmannschaft Fritz Walter, macht alles richtig: Auf den Nierentischen ihrer Kneipe wird der neu erfundene „Toast Hawaii“ serviert und aus der
Musikbox kommen die „Caprifischer“. Trotzdem bleiben die Gäste aus, das ’Pfälzereck‘ steht kurz vor der Pfändung. Ihre Mutter Käthe Walter setzt alles auf eine Karte: Ein Fernsehgerät soll
Publikum für die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft in die Kneipe locken. Doch der Fernseher rentiert sich nur, wenn die Deutschen gewinnen, und nach der 3:8 Niederlage gegen Ungarn sieht
es nicht danach aus. Einziger Lichtblick ist der neue Gast Horst Bachmann, in den sich Linda verliebt. Was sie nicht ahnt: Bachmann ist vom „Neuen Deutschland“ auf sie angesetzt, um aus ihr
verunglimpfende Informationen über ihren berühmten Cousin heraus zu finden. Denn für die DDR wäre ein WM-Sieg der Westdeutschen ein Jahr nach dem Aufstand vom 17. Juni 1953 eine Katastrophe.
Die Fußball-Ereignisse in der Schweiz verknüpfen sich immer enger mit Lindas Schicksal. Nur ein Wunder kann sie noch retten... Fußball verändert Menschenleben und bewegt Nationen: in einer
Zeit des Aufbruchs, in der Ruinen noch an das unmittelbare Kriegsende erinnerten, war es der Sieg der ersten Nationalmannschaft, die der jungen Bundesrepublik Deutschland Gemeinschaftsgefühl
und Glauben an sich gaben. Fußball einte das Volk und schaffte Optimismus, Hoffnung und Vertrauen in eine bessere Zukunft. Auch heute noch mobilisiert die deutsche Nationalelf während der
Meisterschaften Massen jeglicher Couleur und verschaffte Deutschland 2006 auch international das Ansehen einer sympathischen und weltoffenen Nation. [© Altonaer Theater)
Ungeschminkt (öffentliche Proben) steht mit Terminen am 4., 18. und 25. April 2009 bei kostenloser Anmeldung unter Telefon 040. 39 90 58 70 zur Verfügung.
www.altonaer-theater.de
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