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Theater, Stückeinfo: V

Die Valentin-Methode. Ein Humorlabor
Eine Produktion von schauspielfrankfurt

Premiere: 5. März 09

Regie: Tomas Schweigen
Grundraum: Maria-Alice
Bahra, Jan Schroeder
Ausstattung: Susanne Hiller
Dramaturgie: Marcel Luxinger
Video: Jos Diegel
Illustration: Teresa Habild
Licht, Ton, Technik: Marcel Heyde
Technische Einrichtung: Joachim Schr
öder, Mathias Rößler
Regieassistenz: Sophie Achinger
Bühnenbildassistenz: Katrin Bombe
Maske: Anke Scharlach
Requisite: Uschi Trella, Anja Becker
Regiehospitanz: Svenja Kimbel
Ausstattungshospitanz: Nora Krings, Sissi Mertens

Mit:
Nadja Dankers, Stefko Hanushevsky, Sascha Maria Icks, Max Landgrebe, Sebastian Schindegger und Silvester von Hösslin

 
Besprechung auf kulturfreak.de

Im März 08
haben sich Nadja Dankers, Wilhelm Eilers, Stefko Hanushevsky, Silvester von Hosslin, Sascha Maria Icks und Max Landgrebe zusammen mit Regisseur Tomas Schweigen, Bühnenbildner Stephan Weber und Dramaturg Marcel Luxinger auf die Spuren des Landvermessers K. begeben. Sie suchten einerseits nach einem speziellen dramatischen Zugriff auf Kafkas komplexe Geschichte und andererseits nach dem Weg, das Lesen von Prosa auf der Bühne szenisch darzustellen.
Im Frühjahr 2009 läuft DAS SCHLOSS immer noch mit großem Erfolg in der schmidtstrasse 1 2 und ist Ende Januar preisgekrönt vom Fadjr Theaterfestival in Teheran zurückgekommen. Es war der Wunsch aller Beteiligten, am neuen Projekt wieder zusammenzuarbeiten, es hat geklappt, was an großen Ensemble-Theatern eine Seltenheit ist.
Mitte Januar 09 haben sich Nadja Dankers, Stefko Hanushevsky, Silvester von Hosslin, Sascha Maria Icks und Max Landgrebe zusammen mit Regisseur Tomas Schweigen und Dramaturg Marcel Luxinger in der abgelegenen schmidtstrassel 2 vesammelt. Nur Wilhelm Eilers konnte nicht, stattdessen stieß Sebastian Schindegger dazu, und anstelle von Stephan Weber hat sich Susanne Miller der Bühne und den Kostümen angenommen.
Während DAS SCHLOSS eine Expedition zu den Geheimnissen eines hermetischen Textes war, ist DIE VALENTIN-METHODE ein Experiment. Am lebenden Objekt sogar, denn im - als Humorlabor definierten - wechselnden Bühnenraum dient das Publikum als Maßstab, um die Konstituenten der Valentinschen Komik sieht- und hörbar zu machen. Die vier Räume betonen die unterschiedlichen Schaffensbereiche Valentins (Bühne, Film, Hörspiel, Museum), unterschiedlich ist auch der mediale Umgang mit der Vorlage: Leben und Werk des groteskesten Komikers Deutschlands. Ihm und seinem Komikgeheimnis auf die Spur zu kommen, ist die Aufgabe, die der Laborraum stellt, daraus ein Theaterabend mit eigenständigem Witz zu destillieren - treu der Vorlage und dennoch originell im Resultat -, ist das Ziel.

 [© schauspielfrankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Gleich zwei Frankfurter Theater beschäftigen sich fast zeitgleich mit dem größten deutschen Komiker aller Zeiten, das schauspielfrankfurt in der Schmidtstrasse: DIE VALENTIN-METHODE. EIN HUMORLABOR und das Theater Willy Praml in der Naxoshalle: KARL VALENTIN. TRIUMPF DES UNWILLENS.

Der sprachlich-theatralisch-und mimetische Kosmos der Kunst-Welt des Karl Valentin ist so immens, dass mit zwei ganz unterschiedlichen Interpretationen der beiden Theater gerechnet werden kann

Die Praml´sche Version in der Ausstattung von Michael Weber und unter Mitwirkung seines Ensembles geht von folgender Annahme aus:

Karl Valentin blickt in die Wohnstuben, auf die Hintertreppen, die Schulzimmer, Die Biergärten der Nation und entdeckt: Irrsinn, Wahnsinn, Non-Sinn. Er zeigt den entsetzlich geplagten Menschen, von Tücken umgeben, mit Tücken parierend.
Triumpf des Unwillens spielt in einer Hartz IV-Welt: Ein bunter Abend in schwarz-weiss.

Beide Inszenierungen werden bis zum Sommer zu sehen sein; vorab aber gibt es am Sonntag, 29. März um 11h, im Foyer des THEATER WILLY PRAML einen Vergleich: das Publikum ist eingeladen, mit den Ensembles beider Inszenierungen zu diskutieren. Der Eintritt ist frei.

Karl Valentin ist immer aktuell... Verbalvirtuose und Medienmechaniker, war (er) aber auch ein unbeirrbarer und widerspenstiger Geist, der den Wahnsinn seiner Zeit auf subtile Weise thematisierte, indem er den alltäglichen Menschen eine Stimme auf der Bühne gab. Als spartenübergreifender Künstler und als unbestechlicher Kommentator ist Valentin heute aktueller denn je. 

Karl Valentin. Triumph des Unwillens
Eine Produktion des Frankfurter Theater Willy Praml

Premiere: 13. März 09
Wiederaufnahme: 6. November 09

Regie: Willy Praml
Buch und Idee: Willy Praml, Michael Weber
Bühnenbau: Guido Egert
Licht: Nico Rocznik
Lichttechnik: Daniel Gebhard, Nico Rocznik
Ton: Oliver Blohmer, Reiner Wolff
Musikbearbeitung: gpap gregor praml audioproduktion
Bühne/Kostüme: Michael Weber

Mit:
Erste Person:
Reinhold Behling
Zweite Person: Birgit Heuser
Dritte Person: Tim Stegemann
Vierte Person: Michael Weber
Ein Beleuchtungstechniker, Kaminkehrer: Willy Praml
Drei Strohhüte: Irene Buresch, Herta Georg, Maria Niesen

Besprechung auf kulturfreak.de

k valentin_4_TWPraml©HERBERT CYBULSKA
Karl Valentin. Triumph des Unwillens
Theater Willy Praml
hinten: Reinhold Behling, rechts sitzend: Birgit Heuser und “Drei Strohhüte” (Irene Buresch, Herta Georg, Maria Niesen)
Foto: Herbert Cybulska

Karl Valentin blickt in die Wohnstuben, die Hintertreppen, die Schulzimmer, die Biergärten der Nation und entdeckt: Irrsinn, Wahnsinn, Non-Sinn. Er zeigt den entsetzlich geplagten Menschen, von Tücken umgeben, mit Tücken parierend. Die endlose Plage mit dem Leben, denn das Leben stellt so geschickte Fallen. Man muss immer auf der Hut sein. Das zwingt zu grotesken Verrenkungen und Sprüngen. Es ist alles Missverständnis und Verwirrung. Da haspelt man sich ab – kein Wunder, dass man so mager wird.

Valentin hält sich in politischen Krisenzeiten an die Krisen des Alltags und verweist damit auf die Gebrechlichkeit der Welt. Damit ist Valentin ein naher Verwandter Becketts – beide kreisen sie clownesk um das Nichts und verfallen bei dessen Entdeckung in schallendes Gelächter. Lachen befreit – nicht von den Umständen, aber von der Last der Umstände. So wird das Zielen des Nonsens wieder zur Politik – den Betrachter leichter machen, heisst ihn stärker machen.

„Triumph des Unwillens“ ein „bunter Abend in Schwarz-Weiss“ spielt in einer Hartz IV – Welt – es gibt keine Margarinestullen mehr, dafür Aldi-Champagner – kein Grillen auf dem Balkon, aber Spar-Wellness-Wochenenden aus dem Internet. Das Nichts ist zu-plakatiert, zu-dekoriert, zu-ikeanisiert. Aber die Sintflut ist nahe und Valentin lässt die Welt untergehen wie einen panikartig zerplatzten Leberkäse. 
Die Welt als Panoptikum, das Panoptikum als Lach- und Gruselkabinett des Alltags. [© Theater Willy Praml]

Spieldauer: 2.30h mit Pause

www.theater-willypraml.de

Viel Lärm um Nichts (Much Ado about Nothing)
Komödie in 5 Akten

Von: William Shakespeare
Entstanden: 1598/99 (veröffentlicht: 1600)
Deutsche Erstaufführung: 1835

Zur Inszenierung des Theater Aachen:

Premiere:
22. Januar 11

Inszenierung:  Christina Rast
Bühne und Kostüm: Franziska Rast
Musik: Malcolm Kemp
Dramaturgie: Inge Zeppenfeld, Katharina Rahn
 
Besetzung:

Don Pedro:
Karsten Meyer
Benedikt: Thomas Hamm
Claudio: Markus Weickert
Don Juan: Joey Zimmermann
Borachio:  Torsten Borm
Leonato: Rainer Krause
Hero: Julia Brettschneider
Margarethe: Bettina Scheuritzel
Beatrice: Elke Borkenstein
Holzapfel: Elisabeth Ebeling
Schlehwein: Felix Strüven

www.theater-aachen.de

Zur Inszenierung des Schauspielhaus Zürich:
In einer Neuübersetzung von Angela Schanelec

Premiere: 30. September 10

Regie: Karin Henkel
Bühne: Muriel Gerstner
Kostüme: Marion Münch
Choreographie: Kate Strong
Licht: Ginster Eheberg
Dramaturgie: Roland Koberg

Besetzung:

Don Pedro:
Fritz Fenne
Don John: Alexander Maria Schmidt
Claudio: Niklas Kohrt
Benedikt: Aurel Manthei
Boracchio: Matthias Weidenhöfer
Lenonato: Nicolas Rosat
Antonio: Matthias Bundschuh
Hero: Klara Manzel
Beatrice: Carolin Conrad
Ursula: Kate Strong
Nicole: Anna Schinz
ABC-Mädchenchor: Tänzerinnen

unterstützt von der Hans Imholz-Stiftung

In Shakespeares aberwitziger Komödie VIEL LÄRM UM NICHTS aus dem Jahr 1600 regieren die Paare: Erst die Männer- und Brüderpaare, die aus dem Krieg kommen, dann die Streit-, Liebes- und Ehepaare, die sich mit den daheim gebliebenen Frauen bilden; allen voran Benedikt und Beatrice, zwei überzeugte Singles, die über ihre wechselseitig empfundene Abscheu zueinander finden. Ab dem 30. September wird der wortgewaltige Geschlechterkampf - inszeniert von Karin Henkel – in einer Neuübersetzung für das Schauspielhaus von Angela Schanelec im Pfauen zu erleben sein. Die Bühne gestaltet Muriel Gerstner, für die Kostüme zeichnet Marion Münch verantwortlich.

Der Krieg ist aus, es kann geheiratet werden. Bevor aber die füreinander bestimmten Paare sich für immer binden dürfen, entspinnt sich eine Geschichte, die es in sich hat. Don Juan nämlich, der im Krieg unterlegene Befehlshaber, meint sich auf einem anderen Schlachtfeld, dem der Liebe, an seinem siegreichen Bruder, dem Prinzen von Aragonien, rächen zu müssen. Gar unschön sind die Pläne, die er sich hierfür unterbreiten lässt und für deren Durchführung er gut bezahlt: Sein Bruder solle getäuscht werden, der Gouverneur getötet, dessen Tochter Hero zugrunde gerichtet und deren Brautwerber Claudio gequält. Die öffentliche Blossstellung und (Beinahe-) Zugrunderichtung Heros in der Kirche gerät zum Höhepunkt einer Intrige unter lädierten Seelen. Erst der glückliche Ausgang der Komödie gibt Anlass zum titelgebenden Stossseufzer: „Viel Lärm um nichts.“
Berühmter noch als für seine Handlung ist Shakespeares Stück aus dem Jahr 1600 allerdings für ein zweites Liebespaar, das um ein Haar keines wurde: Beatrice und Benedikt, zwei überzeugte Singles, die über ihre wechselseitig empfundene Abscheu zueinander finden.
Der Shakespeareforscher Harold Bloom schreibt zu diesem „hübschesten nihilistischen Drama“, Beatrice und Benedikt hielten sich mit der Klinge des Witzes die drohende Sinnlosigkeit vom Hals. „Sie machen viel Lärm um nichts, weil sie wissen, dass von nichts nichts kommt, und so fangen sie immer wieder zu reden an.“

Karin Henkel, geboren 1970 in Köln, begann zu Beginn der 90er Jahre als Regieassistentin am Staatstheater Wiesbaden und am Wiener Burgtheater. Am Burgtheater begann auch ihre Regiekarriere – als jüngste jemals dort tätige Regisseurin. Es folgten Inszenierungen u.a. am Thalia Theater in Hamburg, an der Berliner Volksbühne, am Schauspielhaus Bochum, am Schauspielhaus Zürich („Woyzeck“ 1999, „Das weite Land“ 2004), am Deutschen Theater Berlin und am Schauspielhaus Düsseldorf. Zuletzt arbeitete sie am Hamburger Schauspielhaus („Minna von Barnhelm“), am Schauspiel Köln („Iphigenie“), am Schauspiel Frankfurt („Drei Schwestern“) und an den Münchner Kammerspielen („Nachtasyl/ Sommergäste“).
Ihre Stuttgarter Inszenierung „Platonow“ wurde 2006 zum Theatertreffen nach Berlin eingeladen. Am Schauspielhaus Zürich war in der vergangenen Spielzeit ihre Regiearbeit „Alkestis“ von Euripides zu sehen.  [© Schauspielhaus Zürich]

www.schauspielhaus.ch

Vier linke Hände
Von:
Pierre Chesnot

Aus dem Französischen von: Wolfgang Kirchner
Deutsche Erstaufführung: 1986 (Berlin, Komödie am Kurfürstendamm)

4 nach 40
Komödie von Fritz Schindlecker, nach einer Idee von Leo Bauer und Fritz Schindlecker

Zur Inszenierung des Berliner Theater am Kurfürstendamm:

Premiere:
6. Dezember 09 (Berliner Erstaufführung)
Voraufführungen: 2. - 5. Dezember 2009
Spielzeit bis: 24. Januar 2010

Regie: Andreas Schmidt
Bühne: Anja Wegener


Mit: Nina Hoger, Claudia Geisler, Ingo Naujoks und Stephan Grossmann

4nach40TheaterKurfürstendamm2©ThomasGrünholz
4 nach 40
Theater am Kurfürstendamm
Unfreiwillige Begegnung im Fahrstuhl. Vorne: Ingo Naujoks, Nina Hoger. Hinten: Stephan Grossmann, Claudia Geisler
Foto: Thomas Grünholz

Zwischen dem 40. und 41. Stock eines Bürohauses bleibt ein Lift stecken. Eingesperrt sind zwei Frauen und zwei Männer, die, außer dass sie alle gerade 40 Jahre alt geworden sind, nichts gemeinsam haben.
Elvira, eine ehrgeizige Businessfrau, mit Hang zum Buddhismus, hat soeben erfahren, dass ihr Langzeitverlobter die geplante Hochzeit platzen lässt.
Petra Zech-Kralic ist auf dem Weg zum Arbeitsamt und optimistisch. Sie wird einen Job bekommen, es geht gar nicht anders. Ihr Mann ist nämlich arbeitslos und wäre eine Seele von Mensch, wenn er weniger trinken würde.
Gilbert Sedelmaier arbeitet als Versicherungsvertreter – und das 24 Stunden am Tag. Er leidet unter Platzangst, deswegen ist die Situation im Fahrstuhl für ihn besonders unangenehm. 
Wolfgang ist Lehrer, hat zwei Kinder und war lange Zeit glücklich verheiratet ... bis er angefangen hat, zu Prostituierten zu gehen und sich deswegen schwer verschuldet hat.

Die beängstigende Situation zwischen Himmel und Erde stellt die frischgebackenen Vierzigjährigen auf die Probe: Es kommt zu grotesken Szenen, in denen gestritten, gebetet, getrunken und – gesungen wird. Die Zuschauer werden Zeugen einer zwanghaft ablaufenden Gruppenselbsttherapie mit ungewissem Ausgang.

Die 40jähringen

Ingo Naujoks
...wurde in Bochum geboren. Kaum einer hat so viele unterschiedliche Rollen und Charaktere gespielt, wie der kantige Wahlberliner.
Seine Karriere begann er als Mitglied einer freien Theatergruppe in Bochum. Parallel dazu war er Sänger und Gitarrist einer Punkband.
Seit seinem Leinwanddebüt in Detlev Bucks „Karniggels“ (1991) stand er für sehr unterschiedliche Kino- und Fernsehfilme vor der Kamera. Ebenfalls mit Buck drehte er 1993 „Wir können auch anders“. Ein Jahr später engagierte Doris Dörrie ihn für „Keiner liebt mich“, 1995 Joseph Vilsmaier für „Schlafes Bruder“. Es folgten Filme wie „Weibsbilder“, „Hände weg von Mississippi“ und zuletzt der Kinderfilm „Hexe Lilli“.
Zu Ingo Naujoks Fernseharbeiten zählen u. a. Klaus Emmerichs „Rote Erde“, Sönke Wortmanns „Blues Man“ sowie mehrere Auftritte in „Balko“, „Tatort“, „Wolffs Revier“, „Polizeiruf 110“ und Jo Baiers „Der Laden“. Von 1997 bis 1999 gehörte er zum Ensemble der Krimireihe „Die Straßen von Berlin“. Neben Dieter Pfaff spielte er in „Sperling und der falsche Freund“ und war in der Krimi-Produktion „Ein starkes Team“ zu sehen.
2000 stellte er sein komödiantisches Talent als Exfreund der Moderatorin „Anke“ in der gleichnamigen Comedyserie mit Anke Engelke unter Beweis. Danach drehte er u. a. „Wahnsinnsweiber“, „Kommissarin Lucas - Die blaue Blume“, „Rosa Roth“, „Pommery und Hochzeitstorte“, die Kinderserie „Rick und Olli“ sowie „Krauses Fest“.
Für seine Rolle als „Frank“ in der Sitcom „Bewegte Männer“ (ab 2003, Regie: Mike Zens) wurde er 2004 mit dem deutschen Comedypreis ausgezeichnet.
Seit 2002 ist Ingo Naujoks der Krimis schreibende Mitbewohner von „Tatort“-Kommissarin Charlotte Lindholm alias Maria Furtwängler.
Als Werbeträger machte Ingo Naujoks in einem Spot der LBS Furore, in dem seine Tochter ihm eröffnet: „Papa, wenn ich groß bin, möchte ich auch mal Spießer werden.“
Daneben ist Ingo Naujoks immer wieder auf der Theaterbühne zu sehen - 1999 spielte er am Maxim Gorki Theater in Ulrich Hubs „Die Beleidigten“ und machte Musik mit seiner eigenen Band "Zarths".
Naujoks ist bekennender Hypochonder: „Das hat sicher mit meinem Beruf zu tun. Als Hypochonder ist man hypersensibel. Und das muss man als Schauspieler sein“, findet er.

Nina Hoger
1979 – noch während ihrer Schulzeit – wurde Nina Hoger von Hartmut Griesmayr für dessen Film „Fallstudien“ engagiert. Vier Jahre später erhielt sie für Heidi Genées „Flucht nach vorn“ den Bundesfilmpreis in Gold. 1986 stand sie für Hans Christoph Blumenbergs Filmdebüt „Madonna Man“ vor der Kamera. Ein Jahr später spielte sie gemeinsam mit ihrer Mutter Hannelore Hoger in „Die Bertinis“. 1989 kam der Zweiteiler „Marleneken“ ins Fernsehen. Parallel zur Fernseharbeit drehte sie fürs Kino u. a. „Singels“ und „Jenseits von Blau“. Es folgten zahlreiche TV- und Serienepisodenrollen wie beispielsweise in „Tatort“, „Derrick“, „Die Gerichtsreporterin“, „Polizeiruf 110“, „Der Bulle von Tölz“, „Die Pfefferkörner“, „Dr. Sommerfeld“ oder „Stubbe - Von Fall zu Fall“. 2000 war sie in Michael Verhoevens „Enthüllung einer Ehe“ als Ehefrau eines Transsexuellen zu sehen. Für diese Rolle wurde sie 2001 mit dem Robert-Geisendörfer-Preis geehrt.
Auch in Margarethe von Trottas Verfilmung von Uwe Johnsons „Jahrestage“ war sie zu sehen. Wiederum gemeinsam mit ihrer Mutter stand sie für eine Folge von „Bella Block“ , „Vier Meerjungfrauen“ und dessen Fortsetzung vor der Kamera.
Für den WDR-„Tatort“ „Ein Hundeleben“ verfasste Nina Hoger das Drehbuch.

Claudia Geisler
... gehörte von 1991 bis 2001 zum Ensemble des Deutschen Theaters Berlin und arbeitete dort mit Regisseuren wie Jürgen Gosch, Alexander Lang, Frank Castorf, Friedo Solter, Andreas Kriegenburg und Thomas Langhoff.
Seit Beginn ihrer Schauspielkarriere stand sie regelmäßig vor der Kamera. Mit Christian Petzold drehte sie „Wolfsburg“, „Gespenster“ und „Jerichow“. Für ihre Darstellung der Carmen in Oskar Roehlers „Die Unberührbare“ wurde sie 2000 mit dem Bundesfilmpreis in der Kategorie „Beste Nebenrolle“ geehrt. Für dessen „Schwestern“ stand sie 2001 ebenfalls vor der Kamera. Im Jahr darauf engagierte Hans Christian Schmid sie für „Lichter“. Fernsehzuschauer kennen sie aus Krimireihen wie „Tatort“, „Bella Block“, „Doppelter Einsatz“, „Faust“ und „Polizeiruf 110“.
Im Kino sah man sie zuletzt in Sönke Wortmanns „Die Päpstin“ und in Hans Weingartners Beitrag für „Deutschland 09“.
2009 stand sie im Maxim Gorki Theater in „Anna Karenina“ auf der Bühne.


Stephan Grossmann
... startete mit viel Bravour in seinen Beruf: Beim Treffen aller deutschsprachigen Schauspielschulen erhielt er den Darstellerpreis vom Bundesministerium für Kultur und Wissenschaft. Es folgten Engagements am Berliner Ensemble, am Schauspielhaus Leipzig, am Schauspielhaus Frankfurt/Main, am Düsseldorfer Schauspielhaus sowie am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Von 1996 bis 2001 war er am Deutschen Theater in Berlin engagiert, wo er unter anderem als Medvedenko in „Die Möwe“, als Gontron in „Wie man Hasen jagt“ und als Garry Trampelmann in „Der nackte Wahnsinn“ zu sehen war. In Jürgen Goschs Inszenierung von „Sommergäste“ am Düsseldorfer Schauspielhaus , die 2004 zum Theatertreffen eingeladen war, spielte er Samyslow. Später besetzte Gosch ihn am Deutschen Theater Berlin in „Ambrosia“ sowie in „Ein Sommernachtstraum“.
Grossmann steht auch häufig vor der Kamera: Detlev Buck engagierte ihn für „Knallhart“. Derzeit ist er im Kino in „Salami Aleikum“ zu sehen.
Fürs Fernsehen arbeitete er mit Regisseuren wie Lars Jessen, Zoltan Spirandelli, Christoph Eichhorn, Hermine Huntgeburth, Rainer Kaufmann, Stefan Krohmer, Reinhard Münster , Friedemann Fromm und Hans Christoph Blumenberg.

Der Regisseur

Andreas Schmidt
... wuchs in Berlin auf. Nach seiner Schauspielausbildung bei Hilla Preuß in Berlin war er ab 1986 auf verschiedenen Bühnen unter anderem in Mannheim, an den Städtischen Bühnen Dortmund, am Kleinen Theater in Bonn sowie an der Vagantenbühne Berlin zu sehen.
Seit er in Reinhard Hauffs Musical-Verfilmung „Linie 1“ (1988) durch das Berliner U-Bahn-System schlurfte, hat Andreas Schmidt in rund 80 Kino- und Fernsehfilmen mitgewirkt. Dazu kommen regelmäßige Drehbuch- und Regie-Arbeiten. Einen Namen machte er sich anfangs durch seine Zusammenarbeit mit dem irischstämmigen Berliner Regisseur Eoin Moore.
Für seinen Auftritt in dessen vielfach prämiertem DFFB-Abschlussfilm „Plus Minus Null“ (1997) wurde Schmidt beim Sotchi International Film Festival als bester Schauspieler ausgezeichnet. Als prügelnder Polizist in Moores Drama „Pigs will fly“ (2001) bekam er eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“.
Er stand für Bob Rafelsons „Porn.Com“ (2001) und Isabel Kleefelds „Das Gespenst von Canterville“ (2004) vor der Kamera. Er war als Verkäufer für Herrenmode in Kathrin Feistls „Bin ich sexy?“ (2003), als Mitglied einer schwulen Fußballmannschaft in Sherry Hormanns „Männer wie wir“ (2003) und als arbeitsloser Geigenbauer in Eoin Moores Sauna-Geschichte „Im Schwitzkasten“ (2006) im Kino zu sehen. In "Cataract" gewann er als osteuropäischer Tankstellenräuber mit dem Regisseur Sainath Chodhoury den Berlinale Talent Campus. Durch Andreas Dresens Kinofilm „Sommer vorm Balkon“ wurde er schließlich dem ganz großen Publikum bekannt. Für diese Rolle war er in der Kategorie „Bester Nebendarsteller“ beim Filmpreis 2006 nominiert. Im selben Jahr kam „Gefangene“ von Iain Dilthey heraus.
In „Die Fälscher“ von Stefan Ruzowitzki, der 2008 mit dem Oscar für den besten Auslandsfilm prämiert wurde, spielt Schmidt einen der Fälscher. In dem Jahr war er auch in Ingo Haebs „Neandertal“ sowie in der Verfilmung von Heinz Strunks Bestseller „Fleisch ist mein Gemüse“ als Schützenfestbarde Gurki mit Minipli und Glitzerjackett zu sehen. Eine Rolle, für die er in diesem Jahr mit dem Deutschen Filmpreis in der Kategorie „Beste Nebenrolle“ geehrt wurde.
Andreas Schmidt hat bisher vier Stücke für das Theater am Kurfürstendamm inszeniert: "Die süßesten Früchte“, „Männerhort“, „Die Sieben Todsünden“, zu denen er auch das Buch schrieb und zuletzt „Und abends Gäste“. Am 6. Dezember 2009 hat seine Inszenierung „4 nach 40“ Premiere im Theater am Kurfürstendamm.

Theater am Kurfürstendamm
Kartenpreise Di-Do 36/25/13 €
und Fr/Sa/So 39/28/17 €
Voraufführungen 19 €
Premiere 47/36/24 €

Karten 030/88 59 11 88 und unter
www.komoedie-berlin.de

Von morgens bis mitternachts
Stück in 2 Teilen

Von: Georg Kaiser
Uraufführung: 28. April 1917 (München, Kammerspiele)

Ein Kassierer, durch die Erscheinung einer schönen Bankkundin aus der Bahn des Alltäglichen geworfen, läuft mit einem Betrag von 60.000 RM auf und davon. Ein Versuch, die Unbekannte zu seiner Komplizin zu machen, scheitert.
Nun gibt er sich dem Bedürfnis hin, sein Geld auszugeben. Innerhalb eines Tages erliegt er Entzückung, Zweifeln, Gier, Genugtuung und einer Einsicht, die zu spät kommt. Er wird verraten und verhaftet.

Georg Kaiser
Der 1878 in Magdeburg geborene Dichter zählte zwischen 1917 (UA Die Bürger von Calais) und 1933 zu den meistgespielten expressionistischen Dramatikern Deutschlands. Sendungsbewusst verkünden seine mathematisch durchkonstruierten Stücke eine Botschaft. Seine von Station zu Station gehetzten Figuren verkörpern Ideen, wirken ruhelos wie seine Sprache. Nach seinem lange erwarteten Durchbruch 1917 schrieb er Stück auf Stück, insgesamt mehr als 70 Dramen, drei Romane, Erzählungen und über 170 Gedichte.
Obwohl Kaiser 1908 eine reiche Kaufmannstochter geheiratet hatte und seit 1918 erhebliche Tantiemen erhielt, reichten die finanziellen Mittel kaum zum Unterhalt seines aufwändigen Lebensstils, der ihm als Dichter seiner Meinung nach zustand. Infolge einer Unterschlagung wurde er 1921 zu einem Jahr Haft verurteilt.
1933 belegten ihn die Nationalsozialisten mit Schreib- und Aufführungsverbot. 1938 entzog sich Kaiser einer drohenden Verhaftung durch Flucht in die Schweiz. Unter ärmlichen Verhältnissen leidend reflektierte er mit Hilfe biblischer und historischer Stoffe die Problematik der Zeit und seines immer noch übersteigerten Ichs. Am 4. Juni 1945 starb er in Ascona (Tessin). [© Felix Bloch Erben]

Zur Inszenierung des Centraltheater Leipzig:

Premiere:
Februar 12

Regie: Christiane Pohle
Bühne: Maria-Alice Bahra
Kostüme: Sara Kittelmann
Musik: Ernst Surberg
Dramaturgie: Uwe Bautz

Mit: Mareike Beykirch, Günther Harder, Carolin Haupt, Zenzi Huber, Matthias Hummitzsch, Andreas Keller, Guido Lambrecht, Birgit Unterweger

www.schauspiel-leipzig.de

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