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Theater, Stückeinfo: T
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Der Tag der Opritschniks
Von: Wladimir Sorökin
Deutsche Erstaufführung:
6. November 09 (Leipzig, Centraltheater – Scala)
Zur Inszenierung des Leipziger Zentraltheater:
Premiere: 6. November 09 (Deutsche Erstaufführung)
Regie: Mirko Borscht Raum: Susanne Münzner Bühne: Christian Beck Kostüme: Elke von Sivers Video: Hannes Hesse Dramaturgie:
Johannes Kirsten
Mit: Edgar Eckert, Solveig Hoffmann, Andreas Keller, Jessica Kieb, Alex Kluth, Boris
Methner, Kai Pinske, Daniel Reichelt, Emma Rönnebeck, Theresa Schmidt, David Simon, Johann David Talinski, Markus von Lingen
In Russland waren die 90er Jahre lustigfjnd
schrecklich, jetzt ist es nur noch schrecklich, wie der russische Autor Wladimir Sorokin sa%t. Was bringt uns also die Zukunft? Steuern wir durch die Krise und können unseren Lebensstandard
halten? Oder steht unser bisheriges Leben mehr denn je auf dem Prüfstand der Geschichte? Schnelle Antworten auf diese Fragen wären vermessen angesichts einer Welt, die seit den allumfassenden
Umwälzungen nach 89 immer schneller rotiert, deren Widersprüche umso stärker zu spüren sind, je mehr man nach Osten kommt.
Russland im Jahr 2027. Ein Tag im Leben des Andrej Komjaga, seines Zeichens Opritschnik, ein Leibgardist des großen Gossudaren, der Russland als eiserner Diktator regiert. Die „Opritschniki" waren die Leibgardisten „Iwans des Schrecklichen" - Sorokin lässt mit dieser
Namensanalogie keinen Zweifel, wohin er Russland treiben sieht. Vom Westen durch eine Große Mauer isoliert, treibt das Land in mittelalterliche Zustände. Sorokin beschreibt eine nahe Zukunft - und zielt dabei doch immer direkt in die Gegenwart.
www.schauspiel-leipzig.de
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Tagebuch eines Wahnsinnigen Nikolai Gogol
Zur Inszenierung der Oper Leipzig:
Premiere: 29. Mai 10 (Kellertheater der Oper Leipzig)
Mit Musik von: Manuel Durão Musikalische Leitung: Johannes Harneit Inszenierung: Claudia Forner Bühne, Kostüme: Helmut Brade
Der Wahnsinnige:
Tomas Möwes
Sinfonietta Leipzig
In Verbindung mit: O Ewigkeit, du Donnerwort
Peter Konwitschy setzt sein Vorhaben, in jeder Spielzeit an der Oper Leipzig eine Bach-Kantate zu inszenieren, fort. Dieses Mal hat er sich zusammen mit Bühnenbildner
Helmut Brade die Bach-Kantate „O Ewigkeit, du Donnerwort“ (BWV 60) vorgenommen. Kombiniert wird Bachs Werk mit Manuel Durãos Vertonung von Gogols „Tagebuch eines Wahnsinnigen“. Manuel Durão,
in Lissabon geboren, studiert derzeit Komposition an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“. Bereits 2007 vertonte er Gogols „Tagebuch eines Wahnsinnigen“. Für die
Oper Leipzig überarbeitete er seine Komposition. In erschütternden und grotesken Bildern schildert Gogol 1835 in seiner Erzählung den Einbruch des Irrationalen in die reale und erbarmungslose
Alltagswelt der Namenlosen und Einsamen. Inszeniert wird das „Tagebuch eines Wahnsinnigen“ von der Regisseurin Claudia Forner, die den Leipzigern durch ihre Hochschultätigkeit bereits mit
Inszenierungen wie „Die spanische Stunde“ von Ravel bekannt ist. Das Thema der Gogolschen Erzählung korrespondiert hervorragend mit Bachs Kantate „O Ewigkeit, du Donnerwort“ (BWV 60), die
Bach selbst als „Dialog zwischen Furcht und Hoffnung“ bezeichnet hat. Damit ist ihr Thema beschrieben: jener seelische Zwiespalt, der dem Menschen angesichts des eigenen Sterbens nicht
erspart bleibt. Zwischen Furcht und Hoffnung gibt es keinerlei Konsens. Die Hoffnung kann die Furcht weder überzeugen noch trösten. Bekannt wurde die Bach-Kantate vor allem durch den
abschließenden Choral „Es ist genug“, den Alban Berg 1935 in sein Violinkonzert aufnahm. [© Oper Leizig]
www.oper-leipzig.de
Zur Produktion des Deutschen Theaters Berlin im Schauspiel Frankfurt:
Frankfurt-Premiere: 9. Januar 10 (Kammerspiele)
Regie: Hanna Rudolph Bühne: Mareile Krettek Kostüme: Geraldine Arnold Musik: Jacob Suske
Mit: Samuel Finzi
Der kleine Beamte
Poprischtschin müht sich jeden Tag mit seinem grauen Alltag, ist unglücklich in seinem Beruf und hoffnungslos in die Tochter seines höchsten Chefs verliebt. Er zieht sich mehr und mehr aus
der Gesellschaft zurück und fantasiert sich in seine eigene Realität. Der Berliner Schauspieler Samuel Finzi spielt virtuos diesen Wahnsinnigen, der mit 42 Jahren eine ganz neue Karriere
startet. [© Schauspiel Frankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
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Tanzcafé Treblinka
Zur Inszenierung des Theater Nestroyhof Hamakom, Wien:
Premiere: 26. Januar 10
Inszenierung: Frederic Lion Dramaturgie: Susanne Höhne Raum & Video: Andreas Braito Komposition & Klangprojektion: Peter Böhm
Produktionsleitung: Martina Schmidt Regieassistenz: Iris Harter Fotos: Nick Mangafas
Ensemble: Erni Mangold, Hanno Koffler
Zwei Figuren, die keine
Zuweisung in diesem Zusammensein haben. Zwei Selbstgespräche, die sich ineinander verketten. Zwei Orte, die minimalistisch und raumlos sind. In Tanzcafé Treblinka ist nichts ohne hypothetisch
geordnete Unordnung. Das Nebeneinander der Seinswelten, die sprach-musikalische Wiederholung der Worte oder die akribische Schichtung der Ereignisse: das sind Werner Koflers Werkzeuge für
einen Text über die alten Verbrechen in neuen Spielformen, für einen Text, für den er die Begebenheiten kaum erfinden muss. Es gibt den Kriegsverbrecher, der nach dem Krieg ungestraft bleibt
und jahrelang das Tanzcafé Lerch in Klagenfurt betreibt; es gibt die Beachvolleyball-Weltmeisterschaft, die die Köpfe besetzt und riesige öffentliche Gelder verschlingt. Das eingebildete
Nichtgewussthaben und das beschränkte Nichtwissenwollen treffen in der Form einer älteren und einer jüngeren Figur zusammen. Die Ältere doziert mit einer Genauigkeit über die Heldentaten
während der Einsätze für den Führer und über die Einzelheiten der Vernichtungslager. Sie schwärmt erhaben lächelnd über die "genussvollen Abende in einer entbehrungsreichen Zeit".
Die darauf folgende Rede der jüngeren Figur bezeugt das starrköpfige Desinteresse und die ignorante Verachtung, die diese der Vergangenheit entgegenbringt. Sie beschwört stumpfsinnig und
aufmüpfig die heiligen Events ihrer dynamischen Generation; repetiert gleichsam die Codes eines hysterisierten Vergnügungssystems und einer kanalisierenden Ablenkungsmaschinerie. Tanzcafé
Treblinka liest sich wie eine Lektion in Geschichte. Werner Kofler unterlegt das Dokumentarische mit zwei Kunstfiguren und ihren komplementären Denkhaltungen, von denen man sich nicht so
einfach distanzieren kann. Es wäre zu einfach, die beiden als den "Ewiggestrigen" und den "Jung-Nazi" zu bezeichnen; sie stehen vielmehr für einen ambivalenten Umgang mit
Sprache in Bezug auf Geschichte. Die subtil lächerlichen Verschiebungen der älteren Figur und sein Umdeuten von historischen Fakten finden sich auch im Kulturteil angesehener Zeitungen und
erinnern an salonfähige Sprachhaltungen, die die NS-Verbrechen relativieren. Auch das emotional herausgeschrieenen "Genug" der jüngeren Figur wird oft schnell bemüht und weißt auf
die immer noch existierende Ratlosigkeit, sich mit belasteter Vergangenheit auseinanderzusetzen, hin. Das Stück wurde 2001 am Klagenfurter Stadttheater unter der Intendanz von Dietmar
Plegerl in einer Inszenierung von Vera Sturm uraufgeführt und von der internationalen Kritik begeistert aufgenommen, seither jedoch nicht mehr produziert.
Frederic Lion // Inszenierung: Geboren 1958 in Zürich, diplomierte im Fach Regie am Max Reinhardt Seminar in Wien. Von 1981- 1987
arbeitete er als Regieassistent am Burgtheater Wien u.a. mit Michael Gruner, Achim Benning, Gerd Klingenberg, Benno Besson, Claus Peymann, Giorgio Strehler oder Yves Montand. Seinen
Inszenierungen in der Schweiz, an den Stadttheatern Luzern, Bern, St. Gallen und Zürich folgten die Oberspielleitung am Theater an der Winkelwiese in Zürich und die Lehrtätigkeit am
Konservatorium in Bern. Mit der 1992 gegründeten freien Theatergruppe Theater Transit in Wien inszenierte und produzierte Frederic Lion in Österreich, Italien, Frankreich, Schottland, der
Schweiz und Israel. Nach einer Lehrtätigkeit an der Universität Tel Aviv 1997- 1999 arbeitete er von 2000-2006 als Regisseur am Volkstheater Wien. Seit 2008 ist er künstlerischer Leiter des
Theater Nestroyhof Hamakom im zweiten Wiener Bezirk und eröffnete das Haus mit seiner Inszenierung von Ilan Hatsors Stück “Rückkehr nach Haifa / Small Talk” im November 2009. Seine
Arbeiten umfassen Projekte wie "Woyzeck" von Georg Büchner, "Riesen vom Berge" von Luigi Pirandello, "Tagebuch eines Trinkers" von Marta Tikkannen, "Sechs
Personen suchen einen Autor" von Luigi Pirandello, "Alles in den Bäumen" von Marguerite Duras, "Antigone" von Sophokles, "Savanna Bay" von Marguerite Duras,
"Kindsmord" von Peter Turrini, "Kassandra" von Christa Wolf, "Da Tschusch wü nach Kaisermühn" ("An Indian wants the Bronx") von Israel Horovitz,
"(Jovel)Jubiläum" von George Tabori, "Schichttorte" von Stanislaw Lem, "Phantom Afrika" nach Michel Leiris, "Die Morde der jüdischen Fürstin" von
Amando Llamas, "Amour fou" mit Theater Transit, "Autobus S" von Raymond Queneau, "Nach dem Regen" von Sergi Belbel, "Hermes" von Franzobel, "Kafka
und ich" von Jean Paul Sirjacques, "L' Addio" von Elfriede Jelinek, "Das Atelier" von Jean Claude Grumberg, "Steine in den Taschen" von Marie Jones,
"Der Mann mit der Blume im Mund", von Luigi Pirandello, "Abendfüllend" von Antonio Fian, u.a. Frederic Lions künstlerische Biographie ist einerseits geprägt durch
seine Erfahrungen als Regisseur an Stadttheatern und durch die Bedingungen, die diese Strukturen vorlegen. Anderseits ist seine Theaterarbeit von Projekten bestimmt, denen das Unterfangen
gemeinsam ist, aus diesen Strukturen auszubrechen, um neue inhaltliche und formale Verbindungswege auch auf universaler Ebene erkunden und erarbeiten zu können. Mit den Theaterprojekten der
freien Gruppe Theater Transit suchte er die Sprache des Theaters grenz- und spartenübergreifend in der Bewegung zwischen experimentellem Wagnis und herausfordernden Vermittlungsformen zu
entwickeln.
Werner Kofler // Text: Werner Kofler wurde am 23. Juli 1947 in Villach / Kärnten
geboren. Nach einer in den frühen 1960er Jahren abgebrochenen Ausbildung an der Lehrerbildungsanstalt Klagenfurt reiste er jahrelang durch Europa und war in verschiedensten Berufen tätig.
1963 folgten seine ersten literarischen Veröffentlichungen. Seit 1968 ist Kofler als freiberuflicher Schriftsteller (Prosa, Hörspiele, Drehbücher) tätig. Sein erster Bucherfolg folgte
1975 mit dem Prosaband "Guggile", einer Erzählung über das Aufwachsen und Erzogenwerden in der österreichischen Provinz der 1950er Jahre. Seitdem sind über 20 Bücher erschienen,
darunter etwa der Roman "Konkurrenz" (1984) oder die Trilogie "Am Schreibtisch", "Hotel Mordschein" und "Der Hirt auf dem Felsen" (1988-1991) sowie
“Tanzcafé Treblinka”, welches 2001 in Klagenfurt uraufgeführt wurde. 2008 wurde Dirk Nockers Hommage "Kofler kommt" im Wiener Schauspielhaus aufgeführt - eine Spurensuche nach
Brüchen und Linien im umfangreichen Werk des widerständigen Autors. Werner Kofler lebt und arbeitet in Wien. “Kunst muss die Wirklichkeit zerstören, so ist es, die Wirklichkeit zerstören,
statt sich ihr unterwerfen (...). Aber das Entsetzliche, müssen Sie wissen, das Entsetzliche ist: Die Wirklichkeit macht ungeniert weiter, die Wirklichkeit schert sich keinen Deut um die
Zerstörung, die ihr in der Kunst zugefügt wird, die Wirklichkeit ist schamlos, schamlos und unverbesserlich.” Werner Kofler Über Werner Kofler: Vielen seiner Bewunderer gilt Werner Kofler
als einer der virtuosesten Prosaautoren Österreichs und das nicht erst, seit Thomas Bernhard tot ist. Die griffigsten und eingängigsten Formulierungen für seine Art des Schreibens stammen von
Kofler selber: "Irrsinnskunststücke" und "Racheakte" hat er seine Texte genannt, seine Literatur sei "Kunst der Verschwörung", "hohe Schule der
Anspielung", "Geheimschrift" oder auch schlicht "Beschimpfungskunst", ihr Verfasser ein "Meister der üblen Nachrede", ein "Wirklichkeitszerstörer"
und vor allem, ein "Meister der Verwandlung". Die in Koflers Texten zweifellos vorhandene Angriffslust ist der literarische Ausdruck seiner Entrüstung über die herrschenden
Zustände. Mit den Worten von Paul Jandl: "Es drohen die Verhältnisse und der Autor droht zurück". (Klaus Amann). Kompromisslos, aberwitzig, infam, rabiat. Sprachartist,
Wortjongleur, Meister der kunstvollen Suada und der genüsslich zelebrierten üblen Nachrede: vielen gilt der 1947 in Villach geborene und seit 1968 in Wien lebende Werner Kofler als einer der
wortgewaltigsten Autoren und schärfsten Satiriker Österreichs. Seine Kritik zielt auf den Kulturbetrieb - namentlich diverse Selbstdarsteller unter den Kollegen - ebenso wie auf den
verlogenen Umgang mit der Vergangenheit: "Koflers sarkastische Darstellungen der verdrängten Nazivergangenheit, insbesondere in ihrer österreichischen und der verschärften Kärntner
Variante, gehören zum Besten und Eindrucksvollsten, was von Autoren seiner Generation geschrieben wurde." (Klaus Amann) Die Thematisierung des eigenen Schreibens und der prekären
Existenz als Schriftsteller ist in Koflers "virtuos polyphoner Prosa" (Franz Haas) allgegenwärtig, explizit in "Kalte Herberge", aber auch im "Triptychon"
(Deuticke), das die Prosastücke "Am Schreibtisch", "Hotel Mordschein" und "Der Hirt auf dem Felsen" wieder zugänglich macht: Glanz- und Höhepunkte eines
literarischen OEuvres, "das in seiner Radikalität und Authentizität, seiner stilistischen Kunstfertigkeit und sprachlichen Brillanz seinesgleichen sucht" (Gerhard Moser).
Erni Mangold: Kammerschauspielerin Erni Mangold wurde in Großweikersdorf, Niederösterreich als Kind einer
Künstlerfamilie geboren. Ihr schauspielerisches Handwerkszeug erlernte sie an der Theaterschule Helmuth Krauss, spielte danach zehn Jahre lang am Theater in der Josefstadt und avancierte
schnell zur Charakterdarstellerin, von Presse und Publikum gefeiert. Mitte der 50er Jahre wechselte sie an das Hamburger Schauspielhaus und arbeitete bis 1963 mit Gustaf Gründgens, mit dem
sie bis zu seinem Tod in Verbindung blieb. Privat war Erni Mangold mit Helmut Qualtinger befreundet, gehörte auch im Hamburg der 50er Jahre gemeinsam mit ihrem damaligen Ehemann Heinz
Reincke (bis 1978) zur Quasi-Clique. Nach ihrem Engagement bei Karl Stroux in Düsseldorf wechselte sie zwischen verschiedenen deutschen Bühnen und Wien.
Ohne Vorbehalte wechselte sie großen Bühnen in die Off-Szene, „in den Keller“ sozusagen, wenn ihr das Thema bzw. das Stück ein Anliegen war. Dass Erni Mangold parallel zu ihrer
schauspielerischen Karriere auch im Film reüssierte, förderte ihren Bekanntheitsgrad. Ihrem Leinwanddebüt 1948 als Mizzi im Film „Das andere Leben“, an der Seite von Vilma Degischer, Erik
Frey, Leopold Rudolf und Aglaja Schmid, folgten über 60 Spielfilme, die rund 20 Fernsehspiele und -filme nicht mitgezählt. Sie spielte 1955 die hörige Geliebte an der Seite von O.W. Fischer
in „Hanussen“, 1958 im Romy-Schneider-Film „Die Halbzarte“, 2001 in Julian Pölslers Literaturverfilmung „Blumen für Polt“ und im Fernsehen nicht selten in Krimis – von „ Kottan ermittelt“,
über „Tatort“ bis zu „Kommissar Rex“. 2004 konnte man sie als Altbäuerin im TV-Streifen „Die Bauernprinzessin“ sehen. Erni Mangold ist u.a. Kainz-Medaillen- und Nestroy-Preis-Trägerin.
Anlässlich ihres 80. Geburtstages wurde Erni Mangold mit der Straßenbenennung "Prof. Erni Mangold Weg" in ihrer Wahlheimat im Waldviertel geehrt. Schlagfertigkeit und häufige
Ausflüge in den schwarzen Humor prädestinierten sie für österreichische Theaterliteratur, z. B. Nestroy, Horváth und Elfriede Jelinek.
Hanno Koffler: Hanno Koffler wurde am 25. März 1980 in Berlin geboren. Mit seiner körperlichen Präsenz, hinter der er immer wieder Sensitivität
durchscheinen lässt, zählt Hanno Koffler zu den interessantesten jungen Nachwuchsschauspielern Deutschlands. Sein Kinodebüt gab Koffler bereits 2003 in Stefan Ruzowitzkys Horrorthriller
"Anatomie 2". Ebenfalls 2003 sah man ihn in Marco Kreuzpaintners Drama "Ganz und gar", in dem er neben David Rott in einer der männlichen Hauptrollen zu sehen war. Eine
TV-Komödie war dagegen Walter Bannerts "Die Dickköpfe", die Koffler an der Seite von Ottfried Fischer und Harald Krassnitzer zeigte. Hanno Koffler kann bereits auf eine lange
Darsteller-Erfahrung zurückschauen, denn bereits in jungen Jahren spielte er kleine und große Rollen an verschiedenen Theaterbühnen, unter anderem am Renaissancetheater Berlin, am alten
Schillertheater, am Theater der Altmark und in verschiedenen Szenenstudien der Ernst Busch Hochschule für Schauspielkunst Berlin. Pia Marais etwa holte ihn 2001 für den Kurzfilm
"Seventeen" vor die Kamera. Danach folgte die erste Zusammenarbeit mit Marco Kreuzpaintner. Für das Filmprojekt des mittlerweile eingestellten "Jetzt-Magazins" der
"Süddeutschen Zeitung" drehten sie den Kurzfilm "Rec – Kassettenmädchen/Kassettenjungs". Beeindruckend war Hanno Kofflers Auftritt als Ben in Susanne Irina Zacharias'
Drama "Hallesche Kometen" (2003), das 2006 in die Kinos kam. Hier spielte er den Sohn eines lethargischen Mannes, der in einer ostdeutschen Plattensiedlung vor sich hinvegetiert.
Als er ins kriminelle Milieu abzurutschen droht, holt ihn ein junges Mädchen ins wahre Leben zurück... Mit Regisseur Kreuzpaintner arbeitete er danach in dem Drama "Sommersturm"
(2004) zusammen, in dem er den charmanten Malte gab, der mit großem Selbstbewusstsein das Rudern und die Männer liebt. Während seiner Studienzeit am Max Reinhardt Seminar in Wien kehrte
Koffler auch auf die Theaterbühne zurück, so besetzte ihn etwa Klaus Maria Brandauer in seinen Bühneninszenierungen von Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" und "Hamlet".
Darüber hinaus war Koffler natürlich auch im Fernsehen präsent: So spielte er etwa in Lars Beckers Krimi "Einsatz in Hamburg: Bei Liebe Mord" (2004) an der Seite von Aglaia
Szyszkowitz, Dirk Kummer besetzte ihn ebenfalls 2004 in seiner Tragikomödie "Charlotte und ihre Männer" (mit Marianne Sägebrecht) in der "Tatort"-Episode "Dunkle
Wege" waren Maria Furtwängler und Hannes Jaenicke seine Setpartner. Nach der Hauptrolle in dem Drama "Rabenbrüder" (2006) und einer Nebenrolle in dem Krimi "Solo für
Schwarz - Der Tod kommt zurück" (2006) folgte mit "Der rote Baron" 2007 ein weiterer Kinofilm. Und 2008 entstanden das Drama "Nacht vor Augen" sowie die
Otfried-Preußler-Verfilmung "Krabat", für die er erneut mit Regisseur Kreuzpaintner zusammenarbeitete. Schon früh zeichnete sich Hanno Kofflers musikalisches Talent ab. Schon 1994
gründete er mit seinem Bruder Max Koffler die eigene Band Kerosin, mit der er 2002 beim namhaften Emergenza-Musikfestival (Europas größter Bandwettbewerb) in Berlin den ersten Preis gewann
und europaweit sogar als zweitbeste Band gekürt wurde. Für den oben bereits erwähnten Kinofilm "Ganz und gar" steuerte Kerosin etwa einzelne Stücke zum Soundtrack bei.
[©Theater Nestroyhof Hamakom]
www.hamakom.at
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Tartuffe oder Der Betrüger (Le Tartuffe ou L'Imposteur) Verskomödie in fünf Akten Komödie von: Moliere
Uraufführung der Erstfassung in drei Akten: 12. Mai 1664 (Versailles) Uraufführung der endgültigen Fassung: 1669 (Paris)
Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Premiere: 17. April 10
Regie:
Staffan Valdemar Holm Bühne: Volker Hintermeier Kostüm: Christine Mayer Licht: Jan Walther
Dramaturgie: Andreas Erdmann
Besetzung: Orgon: Michael Abendroth Elmire, seine zweite Frau: Franziska Junge
Damis, sein Sohn: Isaak Dentler Mariane, seine Tochter: Henriette Blumenau Valère: Christoph Pütthoff Cléante, Orgons Schwager: Sébastien Jacobi
Tartuffe: Wolfgang Michael Dorine, das Mädchen: Josefin Platt
Besprechung auf kulturfreak.de
Tartuffe Schauspiel Frankfurt Elmire (Franziska Junge), Orgon (Michael Abendroth) © Birgit Hupfeld
»Wem der Schuh passt, der zieht ihn an«, heißt es, wenn sich jemand – scheinbar grundlos – angegriffen fühlt. Und obwohl Molière sein Spiel mit den bürgerlichen Werten im
»Tartuffe« ausgesprochen raffiniert einfädelte, fühlten sich die einflussreichen Kreise Frankreichs durch die Uraufführung so beleidigt, dass sie ihren König zwangen, das
Skandalstück absetzen zu lassen. Insbesondere die Figur des frommen Heuchlers, der vorgibt, ganz durchgeistigt und dem Diesseits abgewandt zu sein, während er
tatsächlich raffgierig und geil ist, wurde als Verhöhnung der Religion gebrandmarkt. Dabei hätten doch gerade die Frommen für die Demaskierung von Heuchelei und
Pharisäertum Partei ergreifen müssen. Erst fünf Jahre später hob der König das Verbot auf, und seitdem treiben Tartuffe und sein selbstgerechtes Opfer, Monsieur Orgon, –
zumindest auf den Bühnen dieser Welt – ihr Spiel durch die Jahrhunderte quicklebendig weiter.
Inwiefern auch wir Heutigen uns in Molières Gestalten wiederfinden können, wird auf der Bühne des Schauspielhauses der schwedische Regisseur Staffan Valdemar Holm
untersuchen. Holm war Mitbegründer des Nyt Skandinavisk Försöksteater in Kopenhagen, leitete das Malmö Dramatiska Teater von 1992 bis 1998, war Direktor des Königlichen
Stockholmer Dramaten von 2002 bis 2008 und inszenierte Wagners Ring-Tetralogie an der Königlichen Oper in Stockholm. Seine Inszenierungen wurden zu zahlreichen
internationalen Festivals eingeladen.
Das Regieteam
Staffan Valdemar Holm (Regie), geboren 1958 in Tomelila, Schweden. Ausbildung zum Regisseur an der Statens Teaterskole in Kopenhagen. Er arbeitete von 1990 bis 92 als
Regisseur am Königlichen Theater sowie am Nationaltheater in Kopenhagen und war Mitbegründer des Nyt Skandinavisk Försöksteater. Von 1992 bis 1998 leitete er das Malmö
Dramatiska Teater und von 2002 bis 2008 war er Geschäftsführer und Intendant des Königlichen Nationaltheater Dramaten in Stockholm. An der königlichen Oper in Stockholm
inszenierte er Wagners Ring-Tetralogie. Seine Inszenierungen wurden zu zahlreichen internationalen Festivals eingeladen. Staffan Valdemar Holm ist Mitbegründer des neuen
Europäischen Theaternetzwerkes »Mitos21«. 2008 gründete Holm das »Ingmar Bergmann International Theater Festival«, das 2009 unter seiner künstlerischen Leitung erstmals
in Stockholm stattfand. Ab 2011 wird er Generalintendant des Düsseldorfer Schauspielhauses.
Volker Hintermeier (Bühne), studierte Kostüm und Bühnenbild am Mozarteum Salzburg. 1995 entwarf er den Mozarteumsbeitrag zur 8. Prager Bühnenbild-Quadriennale. Es
folgten Ausstattungen in München, Salzburg und Essen. Freie Ausstellungen und Installationen in Deutschland, Österreich, Slowenien und Zypern. Seit 2002 arbeitet er
kontinuierlich mit Matthias Hartmann und Jürgen Kruse zusammen. Volker Hintermeier war Ausstattungsleiter am Schauspielhaus Bochum und am Schauspielhaus Zürich.
Christine Mayer (Kostüm), geboren im Schwarzwald. Nach einer Ausbildung zur Kürschnerin studierte sie Modedesign an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Hamburg. Sie entwarf zahlreiche Kostümbilder, u. a. für die Komische Oper Berlin, das Deutsche Theater Berlin, das Staatstheater Stuttgart, das Bremer Theater und das
Stadttheater Klagenfurt. 2004 eröffnete sie einen eigenen Showroom in Berlin-Mitte. Sie konzipierte zahlreiche Modenschauen und Performances u. a. in Hamburg, Berlin und
Jakarta. 2004 gewann sie zwei Fashion Awards in Berlin und 2005 wurde sie nominiert für den Baltic Fashion Award. 2006 gründete sie zur Unterstützung von
Kinderhilfsprojekten die -peacecollection-. Christine Mayer lebt heute mit ihrem Sohn in Berlin. [© Schauspiel Frankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
Zur Produktion von “Barock am Main”: Hessische Fassung von: Wolfgang Deichsel
Premiere:
22. Juli 09 Weitere Vorstellungen: 23./24./25./26./28./29./30./31. Juli/ 1./2./4./5./6./7./8./9. August 09 (jeweils 20 Uhr / sonntags 17 Uhr)
Ausstattung: Barbara Blaschke
Maske: Katja Gieß
Der Tartüff Barock am Main Mme Britschebräät (Michael Quast) Foto: Barock am Main, Maik Reuß
Orgon: Gerhard Fehn Mme Britschebräät, seine Mutter: Michael Quast Damiesche, sein Sohn: Kai Schwegel
Mariesche, seine Tochter: Pirkko Cremer Elmire, seine zweite Frau: Anja Krüger Clemens, Bruder der Elmire: Philipp Hunscha Walter: Sebastian Klein
Der Tartüff: Michael Quast Dorche: Hildburg Schmidt Philippine/Loyal/Richter: Alexander J. Beck
Der reiche Bürger Orgon findet durch einen frommen Mann namens Tartüff den Halt und Seelenfrieden, den er in seinem Leben vermisst. Dass Tartüffs Tugendhaftigkeit nur eine
Maske ist, hinter der sich ein skrupelloser Betrüger verbirgt, davon will Orgon nichts wissen. Er bietet dem Heuchler sogar seine Tochter Mariesche zur Frau an, obwohl die
bereits mit Walter verlobt ist. Schlimmer noch: der verblendete Orgon überschreibt Tartüff nicht nur sein gesamtes Vermögen, er gibt ihm auch ein Kästchen mit brisanten
politischen Papieren zur Verwahrung.
Der Familie droht der völlige Ruin. Erst als Elmire, Orgons Gattin, ihm buchstäblich vor Augen führt, dass Tartüff ihr an die Wäsche will, schlägt Orgons Verehrung um in
verzweifelte Wut. Doch es scheint bereits zu spät … [© Barock am Main]
Infos zum SommerTheaterFestival
www.barock-am-main.de
Zur Inszenierung des Theater Bielefeld: Deutsche Fassung von Wolfgang Wiens
Premiere: 16. Januar 09
Inszenierung: Matthias Kaschig Bühne: Jürgen Höth Kostüme: Stefanie Klie Musik: Tobias Vethake Dramaturgie: Claudia Lowin
Besetzung:
Orgon, Gatte der Elmire: Thomas Wolff Elmire, Gattin des Orgon: Carmen Priego Damis, Sohn des Orgon: Nils Zapfe Mariane, Tochter des Orgon:
Claudia Mau Valère, verliebt in Marianne: Jan Andreesen Cléante, Schwager des Orgon: Stefan Imholz Tartuffe, ein Scheinheiliger: Alexander Swoboda
Dorine, Zofe der Mariane: Nicole Paul Herr Loyal, Gerichtsvollzieher: Helmuth Westhausser
Molière ist der Dichter unserer Krise! So weit ist es also gekommen. Wahres Glück definiert sich über die Ansammlung von immer mehr materiellem Gut. Den Status verbessert es
auch. Und nun erschüttert ein weltweiter Banken-Crash unsere Gesellschaft und den Einzelnen.
Wie glücklich könnte man sein, wenn einem das alles nichts ausmachen würde und die Erfüllung im Verzicht läge. Genau das hat vor fast 350 Jahren Jean Baptiste Molière in seinem Tartuffe beschrieben, denn dieser Verzicht bietet für den wohlhabenden Pariser Bürger Orgon neuen Lebenssinn, mündet aber letztlich in der kompletten Vernichtung.
Tartuffe hat sich in die Familie Orgons und ins Vertrauen des Hausherrn unter Vorspiegelung falscher Tatsachen eingeschlichen. Dort, wie eine Drohne festgesetzt, entfremdet
er Orgon seiner Frau und seinen Kindern, lässt sich die Hand der Tochter versprechen, macht gleichzeitig der Frau einen unziemlichen Antrag, leugnet dies unverschämt ab, als
Damis, der Sohn, ihn in Gegenwart des Vaters darüber zur Rede stellt, und manipuliert Orgon derart, dass er den Sohn des Hauses verweist, zugunsten Tartuffes enterbt und
nur umso schwärmerischer an seinem Idol hängt. Orgons Schwager Cléante und die gewitzte Angestellte Dorine versuchen, Orgon mit gesundem Menschenverstand die Augen
zu öffnen. Doch der Gerichtsvollzieher steht schon im Auftrag Tartuffes vor der Tür …
Le Tartuffe ou L’Imposteur war das Skandalstück seiner Zeit. Nach der Uraufführung 1664 in Versailles wurde es zunächst verboten, obwohl Ludwig XIV. sichtlich Gefallen an
der Komödie fand. Vermutlich musste sich der genussfreudige junge König, wegen seines Lebenswandels von der Kirche kritisiert, dem Druck jener religiösen Kräfte beugen,
die sich durch die Komödie direkt angegriffen fühlten. Es begann ein Kesseltreiben, das der Klerus und gewisse Kreise des Adels gegen Molière veranstalteten. Doch Molière
ließ sich nicht entmutigen. Eingeladen von Freunden und Gönnern las Molière in deren Bekanntenkreis den Tartuffe vor. Überall fand er Beifall, und das Stück war bald als
beißende Kuriosität in aller Munde. Erst 1669, nachdem sich das allgemeine kirchlich-politische Klima durch eine Aussöhnung zwischen Papst Clemens IX. und Ludwig XIV.
entspannt hatte, erhielt Molière die Erlaubnis, den inzwischen umgeschriebenen Tartuffe zu spielen. Warum entfesselte diese Komödie solch erbitterte Auseinandersetzungen? Doch wohl nicht, weil Molière Himmel und Religion verspottete wie es ihm vorgeworfen wurde,
sondern weil er etwas Ungeheuerliches gewagt hatte: jene Leute zu demaskieren, denen die Religion gleichgültig war und die sie nur als Deckmantel benutzten, um Macht über
andere Menschen zu erlangen und sich zu bereichern. Molière hatte sich auf ein Terrain vorgewagt, in dem seine Gegner bereit waren, mit allen Mitteln ihren Ruf und ihre Macht zu verteidigen.
Inszenierung: Matthias Kaschig
inszeniert zum ersten Mal am Theater Bielefeld. Er wurde 1976 in Freiburg i. Breisgau geboren, wo er 1997 auch eine eigene Theatergruppe gründete. Von
1998 – 2002 studierte er Schauspieltheater-Regie an der Universität Hamburg und war anschließend als Regieassistent am Staatstheater Stuttgart. Seit 2004 ist er als
freischaffender Regisseur tätig und inszenierte seitdem u.a. Port von Simon Stephens am Volkstheater München, Der Streit von Marivaux sowie Schillers Kabale und Liebe am
Theater Bonn, Lessings Emilia Galotti und Ronja Räubertochter von Astrid Lindgren am Schauspiel Essen, Yvonne, die Burgunderprinzessin von Witold Gombrowicz am
Theater Bern, Edward Albees Wer hat Angst vor Virginia Woolf am Theater Bremen sowie Shakespeares Romeo und Julia und die Uraufführung von Wie ein Leben zieht mein
Koffer an mir vorüber von Johannes Schrettle am Theater Osnabrück.
Bühne: Der in Hamburg lebende Jürgen Höth
ist seit 1993 freischaffend tätig, u.a. am Thalia Theater Hamburg, an der Volksbühne Berlin, am Schauspiel Leipzig und an Theatern in
Braunschweig, Oldenburg, Köln, Basel, Freiburg, Kiel, Konstanz und Heilbronn. Am Theater Bielefeld war Höth bereits für die Bühnenbilder von Der Raub der Sabinerinnen/Frau Director Striese (UA) und Der Menschenfeind (Regie: C. Schlüter) sowie für Die fetten Jahre sind vorbei (Regie: J. Zimmermann), Ein seltsames Paar (Regie: W.-D. Sprenger)
und für die Räume zahlreicher TAMZWEI-Produktionen (Jugend ohne Gott, Dutschke/Westwärts 1&2, Kamikaze Pictures und Gegen die Wand) verantwortlich. In der aktuellen
Spielzeit entwarf er auch die Bühnenbilder zu Don Karlos und Bagdad brennt. Von 1989-93 war Höth am Thalia Theater Hamburg als Bühnenbildassistent engagiert. In dieser
Zeit entstanden bereits seine ersten eigenen Arbeiten, u.a. für Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui und Endspiel. Er arbeitete u.a. mit Regisseuren wie Hiltrud Kissel, Robert
Hungerbühler, Barbara Neureiter und Ulrike Grote zusammen. Der gebürtige Kölner studierte in seiner Heimatstadt Bühnenbild bei Prof. R. Glittenberg.
Kostüme: Die Bühnen- und Kostümbildnerin Stefani Klie
studierte Architektur an der Muthesius-Hochschule für Kunst und Gestaltung in Kiel. Schon während ihres Studiums absolvierte
sie zahlreiche Bühnen- und Kostümassistenzen und zeichnete verantwortlich für die Ausstattung zweier Schauspielproduktionen am Theater Kiel. Im Rahmen der »Jeunesses
Musicales« realisierte sie die Ausstattungen der Opern Figaros Hochzeit und Don Giovanni. Nach erfolgreichem Abschluss ihres Studiums wurde sie 1999 als
Ausstattungsassistentin an das Theater Kiel engagiert, wo sie u.a. Offenbachs Orpheus in der Unterwelt, Donizettis Liebestrank und, gemeinsam mit Bernd Damovsky, Rezniceks Donna Diana ausstattete. Seit 2003 ist Stefani Klie als freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin für Oper, Ballett, Musical und Schauspiel tätig. Zu ihren bisherigen
Arbeiten zählen u.a. die Kostüme für Der Zauberer von Oz am Theater Lübeck, die Ausstattung für Das hässliche Entlein am Theater Biel Solothurn (Schweiz) sowie
Ausstattungen für die Produktionen The Rocky Horror Show an der Oper Dortmund und an der Musikalischen Komödie in Leipzig. Hier war sie auch für Bühne und Kostüme bei
der Produktion Kiss Me, Kate verantwortlich. An der Oper Leipzig war sie Ausstatterin für das Musical Hair.
Musik: Tobias Vethake, geboren 1975 in Gütersloh, komponiert seit 2004 Theatermusik für unterschiedliche Theater, u.a. das Junge Schauspielhaus Hamburg, das Theater
Düsseldorf und das schauspielhannover.
Von 1995-1999 absolvierte er ein Schulmusikstudium an der Hochschule für Musik und Theater Hannover mit Hauptfach Violoncello. 1994 gewann er den 1. Preis beim
Kompositionswettbewerb der Nordwest-Deutschen Philharmonie. Seit 1998 arbeitet er als Live- und Studio-Musiker für diverse Bands, mit den Instrumenten Gitarre, E-Cello und
Schlagzeug und seit 1999 ist er als Komponist von Film- und Werbemusik tätig. 2003 gründete er das Berliner Label »Blankrecods«, das verschiedene seiner experimentellen und
elektronischen Projekte vereint, u.a. Vincent und German experimental loop orchestra. [© Theater Bielefeld]
www.theater-bielefeld.de
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Der Tausch (L´échange)
Von: Paul Claudel Deutsch von: Herbert Meier Mitarbeit:
Yvonne Meier-Haas
Uraufführung: 22. Januar 1914 (Paris, Théâtre des Vieux Colombiers) Deutschsprachige Erstaufführung: E2. Dezember 1920 (Basel, Stadttheater Basel)
Wer tauscht? Was wird getauscht? Man sieht zwei Paare. Der Mann des ersten Paares will die Frau des anderen Paares. Die Frau des ersten Paares will den Mann des andern Paares. Ein
Quartett? Beiden gelingt es. Und alle werden unglücklich. So der Lageplan des Werkes. (Alfred Kerr, "Berliner Tageblatt", 10. März 1926)
Ein junges Paar, Louis Laine,
Amerikaner indianischen Blutes, und seine Frau Marthe, eine französische Bäuerin, die Louis bei seinem Aufenthalt in Europa entführt hat, begegnen am Pazifischen Ozean einem andern Paar:
Thomas Pollock Nageoire und Lechy Elbernon. Er ist ein reicher Geschäftsmann, der mehrere Male sein Vermögen verloren hat, sie eine Schauspielerin und ein ausgesprochener Vamp. Kaum hat
Thomas, ein Mann, der gewohnt ist, den Wert von Leuten und Dingen einzuschätzen, Marthe kennen gelernt, ermisst er auch ihre Qualitäten: Treue, Tiefe des Gemüts, Mut. Er schlägt ihr einen
"Tausch" vor: Sie soll Laine verlassen, denn "er ist keinen Cent wert", und mit ihm, Thomas, zusammenleben. Marthe weist dieses Ansinnen von sich, doch Thomas Nageoire
hofft, mit Dollars Louis für seinen Plan zu gewinnen.
Louis lässt sich durch Geld und Lechy Elbernon verführen. Sie ist bereits seine Geliebte und treibt ihn an, seine Frau im Stich zu
lassen und mit ihr, Lechy, zusammenzuleben. Trotz der Ermahnungen von Marthe ist Louis bereit, Lechy zu folgen. Doch wenige Augenblicke später kommt Lechy zu Marthe, um ihr mitzuteilen, dass
Louis auch sie wieder verlassen und fortan allein leben wolle, was ihm dank des Geldes von Thomas möglich sei. Sie, Lechy, werde Louis umbringen, wenn er diesen Plan ausführe. Marthes
Bemühungen, ihren Mann zurückzuhalten, bleiben erfolglos.
Als Thomas sie wieder aufsucht, hört sie einen Schuss und ahnt, dass er Louis galt. Doch spricht sie dies Thomas gegenüber
nicht aus. Sie sagt lediglich, Lechy denke in ihrer zerstörerischen Leidenschaft daran, ihren Bungalow, wo er sein ganzes Geld deponiert hat, in Brand zu stecken. Thomas aber fühlt sich bei
Marthe seltsam ruhig und macht keine Anstalten, sein Geld zu retten. Sein Haus steht in Flammen, und er schaut unberührt dem Schauspiel seines Ruins zu. Da bemerken die beiden ein Pferd, auf
dessen Rücken der tote Louis gebunden liegt. Thomas löst den Leichnam vom Pferd und trägt ihn mit Martha ins Haus.
Der Tausch
entstand 1893 in New York, wo Claudel als junger Vizekonsul tätig war. l914 wurde das Stück von Jacques Copeau in Paris uraufgeführt und in den folgenden Jahren viel gespielt. Die deutschsprachige Erstaufführung brachte 1920 Oskar Wälterlin in Basel heraus. 1951 schrieb Claudel unter dem Einfluss von Jean-Louis Barrault eine zweite Fassung.
Paul Claudel: Charles-Louis Philippe stellt ihn an dichterischer Größe neben Dante, Stefan
Zweig sieht in seinen Dramen Seelenzustände von so brennender Glut, dass alles Irdische, Kostüm und Zeit, in ihnen verflackert, und Eugène Ionesco verehrt ihn als den größten Dichter des 20.
Jahrhunderts: Paul Claudel (1868 - 1955).
Claudel entstammt dem Bürgertum der Champagne. Nach seiner Schulausbildung in Paris studiert er Jura und Politik. Seine frühen dramatischen
Anfänge sind beeinflusst von den Werken Arthur Rimbauds, seine späteren Werke geprägt durch seinen katholischen Glauben – einen sehr weit gefassten Glauben: "Katholisch heißt
universal" (Claudel, 1953).
1893 erhält er seinen ersten diplomatischen Posten in New York. Eine Karriere als Botschafter und Konsul u.a. im Fernen Osten, den USA, Lateinamerika
und Deutschland schließt sich an.
Seinen ersten Dramenerfolg hat Claudel mit dem Stück Mariä Verkündigung (UA 1912). Mittagswende (1905) zeigt erstmals seine zentrale Thematik, den
Konflikt zwischen irdischer Liebe und göttlicher Berufung. Höhepunkt seines Schaffens ist das monumentale Werk Der seidene Schuh oder Das Schlimmste trifft nicht immer zu (UA 1943), ein
Gesamtkunstwerk, das die Grenzen des Dramas sprengt.
Die letzten Jahre seines Lebens verbringt Claudel auf dem Schloss Brangues. Dort überarbeitet er frühere Werke und schreibt seine
großen Bibelkommentare. 1955 stirbt Claudel im Alter von 86 Jahren in Paris.
Wie aktuell Paul Claudels Werk auf den Theaterbühnen noch immer ist, zeigte sich insbesondere in den
letzten Jahren, in denen zahlreiche seiner Theaterstücke wieder aufgeführt wurden: So erhielt Der seidene Schuh am Theater Basel in einer Inszenierung von Stefan Bachmann von Publikum wie
Kritik gleichsam positive Resonanz; erstmals war hier das Werk auch in der Neuübersetzung durch den Schweizer Autor Herbert Meier zu sehen. 2004 wurde Claudels Mittagswende an den Münchner
Kammerspielen inszeniert; die Produktion wurde zum Berliner Theatertreffen 2005 als eine von zehn herausragenden Inszenierungen eingeladen.
Im Frühjahr 2007 inszenierte Stefan Bachmann am Maxim Gorki Theater Berlin die Claudel Trilogie, erstmals in der Neu-Übersetzung von Herbert Meier.
[© Felix Bloch Erben, Berlin]
Zur Inszenierung des Schauspiel Zürich:
Premiere: 23. Januar 10 Regie: Christof Loy Bühnenbild: Henrik Ahr
Kostüme: Ursula Renzenbrink Lichtdesign: Frank Bittermann Dramaturgie: Andrea Schwieter
Regieassistenz: Julia Burger Bühnenbildassistenz:
Georg Keller Kostümassistenz: Nina Sophie Wechsler Soufflage: Gerlinde Uhlig Vanet
Besetzung:
Louis Laine: Jirka Zett
Thomas Pollock Nageoire: Jan Bluthardt Marthe: Klara Manzel Lechy Elbernon: Nadine Geyersbach
Am 23. Januar hat Paul Claudels Stück DER TAUSCH in der
Inszenierung von Christof Loy in der Box des Schiffbaus Premiere. Nach mehreren Jahren, in denen er ausschliesslich Musiktheater inszeniert hat, wendet sich der Regisseur Christof Loy mit
Claudels DER TAUSCH erstmals wieder dem Schauspiel zu. Christof Loy ist seit 1990 freischaffender Regisseur. Seine Stuttgarter Inszenierung von Marivaux‘ „Triumph der Liebe“ wurde 1997 zum
Berliner Theatertreffen eingeladen. In den letzten Jahren inszenierte Christof Loy hauptsächlich Musiktheater – an der Hamburgischen Staatsoper, am Staatstheater Stuttgart, an der Deutschen
Oper am Rhein, an der Bayerischen Staatsoper, bei den Salzburger Festspielen, am Royal Opera House Covent Garden London sowie in Wien, Madrid, Göteborg und Kopenhagen. 2008 wählten ihn die
Kritiker der Fachzeitschrift „Opernwelt“ zum dritten Mal zum Opernregisseur des Jahres. Im selben Jahr erhielt er den Theaterpreis „Faust“ für seine Frankfurter Inszenierung von Mozarts „Così
fan tutte“. [© Schauspiel Zürich]
www.schauspielhaus.ch
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Terminal 5 (T5)
Von: Simon Stephens Uraufführung: 8. Oktober 2008 (London, Bush Theatre)
Deutschsprachige Erstaufführung: 16. Feburar 2011 (Frankfurt, Schauspiel Frankfurt)
Zur Inszenierug des Schauspiel Frankfurt:
Premiere: 16. Februar 11 (Box; Deutschsprachige Erstaufführung)
Regie: Lily Sykes Bühne: Friederike Meisel Kostüme: Lene Schwind
Mit: Claude De Demo
Das Leben scheint ihr entglitten zu sein.
Unkontrollierbar ist das, was sie umgibt. Auf der Suche nach einem Moment der Selbstvergewisserung verlässt Simon Stephens Protagonistin die gewohnten Pfade der alltäglichen Verpflichtungen
und versucht die lärmende Großstadt für einen Moment auszuschalten. [© Schauspiel Frankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
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Tirant lo blanc (Der weiße Ritter)
Nach dem Roman von: Joanot Martorell (1405/1415 - 1468) Dramaturgie: Marc Rosich / Calixto Bieito Musik: Carles Santos
Voraufführungen: 27. - 29. September 07 (Berlin, Hebbel am Ufer) Uraufführung: 5. Oktober 07 (Frankfurt/Main, schauspielfrankfurt)
Zur Koproduktion vom Institut Ramon Llull, Teatre Romea (Barcelona), schauspielfrankfurt, Hebbel am Ufer (Berlin) und Ajuntament de Viladecans (Barcelona):
Premiere:
5. Oktober 07 (Uraufführung) Voraufführungen: 27. - 29. September 07 (Berlin, Hebbel am Ufer)
Regie: Calixto Bieito Bühnenbild:
Alfons Flores Beleuchtung: Xavi Clot (AAI) Kostüme: Mercè Paloma Ton: Jordi Ballbé Maske: Toni Santos Regieassistent: Antonia Calvo
Bilder: Rosa Samper / Raul López Huete Produktionsleiter: Jaume Flor Produzentin: Tanja Brenlle Technischer Leiter: Miguel Montes Produktion:
Jordi Faura Regie-Praktikantin: Karolin Trachte Bühnenbildassistentin: Rebecca Ringst Inspizientinnen: Ariadna Castedo, Begoña Lardin
Kostümassistentin und Schneiderin: Pepa Mogeda Veranstaltungstechnik: Juan Manuel Labrado Tontechniker: Jordi Ballbé Ton Effekte: Ignasi Giol
Beleuchtungstechniker: Miguel Angel Arribas Elektromeister: Alberto Pérez Videotechnik: Stereorent Bühnenbauten: El Teler Pferdeskulptur:
Nico Nubiola Choreographie der Kampfszenen: Angel Amieva, Daniel Vallecillos Entwurf und Herstellung der Flügel: Amadeu Ferré (Clap Realitzacions SL)
Kostümschneiderei: Época Übertitelung: Glória Nogué, Irma Huici Übersetzung: Bernat Garcia
Besetzung:
Tirant lo blanc / Der weiße Ritter:
Joan Negrié Diafebus: Lluis Villanueva Duc de Macedónia / Herzog von Mazedonien: Mingo Ràfols
Hipòlit: Nao Albet Senyor d´Agramunt / Herr von Agramunt: Josep Ferrer L'Emperador / Kaiser: Carles Canut Carmesina / Karmesina: Beth Rodergas
Plaerdemavida / Fräulein Meineslebenslust: Roser Cami La viuda Reposada / Die reife Witwe: Victòria Pagès L´Emperadriu / Kaiserin: Begoña Alberdi Estefania:
Marta Domingo Flor de Cavalleria / Blume des Rittertums: Belén Fabra La bella Agnés / Die schöne Agnés: Alina Furman Eliseu / Der Blinde Orgelspieler:
Alicia Ferrer
Besprechung auf kulturfreak.de
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Tirant lo Blanc (Der Weiße Ritter) Koproduktion von Institut Ramon Llull, Teatre Romea (Barcelona),
Hebbel am Ufer (Berlin), Stadtverwaltung Viladecans und schauspielfrankfurt aus Anlass der Frankfurter Buchmesse 2007 Karmesina (Beth Rodergas), Estefania (Marta Domingo), Diafebus (Lluis Villanueva), Herr von Agramunt
(Josep Ferrer), Fräulein Meineslebenslust (Roser Cami) und Hipólit (Nao Albet) (v.l.n.r.) Probenfoto: David Ruano
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Fest der Lüste, Des Turniers, der Heldentaten, der Jungfräulichkeit und der Unschuld, der Reife, des Tafeins, Kämpfens und Tötens,
des Egoismus, des Ehrgeizes, der Kunst des Krieges und der Kunst der Verführung. Spiel des Lebens und des Todes, des Rein und Raus, des Essens und Trinkens.
Lanzenstechen, Schlachtfeld, Bankett und Schlafgemach. Calixto Bieito
“Man lebt, um zu genießen, und man genießt, indem man tötet, sich herausputzt und vögelt, in dieser Rangfolge"
„Im Tirant lo Blanc hat das Spiel noch eine wichtigere, umfassendere Funktion: es ist der Lebensantrieb. In seinem Roman verschmolz Matorell die Gegensätze „leben" und
„schauspielern", „sein" und „scheinen" zu einer einzigen Realität. Im Tirant lo Blanc ist leben gleichbedeutend mit schauspielern, und die einzige Art ist zu sein besteht darin, zu
scheinen." Mario Vargas Llosa
Anmerkungen des Regisseurs:
Tirant /o Blanc, das Werk des valencianischen Ritters Joanot Martorell, der erste und bedeutendste Roman der katalanischen Literatur, gilt Akademikern wie glühenden
Anhängern (wie zum Beispiel Dámaso Alonso oder Vargas Llosa, um nur zwei von ihnen zu nennen) als einer der Stützpfeiler des Romans per se in der Weltliteratur, als
Grundstein für das Verständnis dessen, was wir heute als Prosaerzählung kennen.
Dieser Roman in der Nachfolge der Artus- und Ritterromane war der einzige, den Cervantes in der berühmten Bücherverbrennungsszene im Quijote vor den Flammen bewahrte,
da er ihn aufgrund seines Stils für das beste Buch der Welt hielt, während die übrigen Romane auf dem Scheiterhaufen landeten.
Im Tirant werden nicht nur die ruhmreichen und amourösen Abenteuer des Ritters Tirant bei der heldenhaften Rettung Konstantinopels vor der Bedrohung durch das
Osmanische Reich erzählt; der Roman - halb krudeste geschichtliche Chronik, halb Fiktion - zeichnet auch ein genaues und menschliches Bild der gesellschaftlichen Ordnung
des Mittelalters und seiner Moral.
Bei der Inszenierung dieses Werks wollte ich die heitere Stimmung des Originals zur Geltung bringen und ein großes Bühnenfest daraus machen, eine Feier des Menschen in all
seiner Herrlichkeit, zugleich aber auch in all seiner Brutalität und Verkommenheit. Calixto Bieito
Calixto Bieito (* 1963)
Ist künstlerischer Leiter am Romea Theater in Barcelona. Eine seiner ersten Inszenierungen war El rei Joan von Shakespeare, die 1995 auf dem Dijoner Theaterfestival gezeigt
wurde. Mit seiner Adaptation der Operette La verbena de la Paloma gelang ihm beim Edinburgh Festival der Durchbruch auf internationaler Ebene, den er mit folgenden
Inszenierungen bestätigen konnte: Life is a Dream (La vida es sueno) von Calderön de la Barca, ein Stück, das 1998 in englischer Sprache beim Edinburgh Festival, danach am
Barbican Theatre in London und am BAM in New York aufgeführt wurde. Es folgten: Barbaric Comedies (Comedias bärbaras) von Valle-lnclän, Uraufführung im Jahr 2000 am
Abbey Theatre in Dublin im Rahmen des Edinburgh Festivals sowie La Celestina, in englischer Sprache, 2004, ebenfalls anlässlich des Edinburgh Festivals.
Weitere Bühneninszenierungen: Macbeth von Shakespeare, ein Stück, das in katalanischer Sprache aufgeführt wurde und mit dem er danach lange Zeit auf Tournee war, die
2003 am Barbican Theatre in London im Rahmen des BITE Festivals endete. Mit Die Dreigroschenoper von Brecht/Weill ging er auf internationale Tour, die ihn auch nach
Frankreich (2003, MC93 Bobigny in Parfs und 2004, Strassburger Theater Le-Maillon) und nach Deutschland (2004, Ruhrfestspiele) führte. Hamlet, von Shakespeare wurde
2003 in englischer Sprache von dem Ensemble des Birmingham Repertory Theatre beim Edinburgh Festival und später in Birmingham und Barcelona aufgeführt. Henrik Ibsen's
Peer Gynt wurde 2006 in Norwegen beim Internationalen Festival in Bergen uraufgeführt, und die Adaptation von Michel Houellebecqs Roman Plataforma kam 2006 beim
Edinburgh Festival zum ersten Mal auf die Bühne. Seine jüngste Theater-Uraufführung ist Los persas und im Juli wurde Requiem por un soldado beim Festival de Merida
aufgeführt, womit er momentan auf Tournee durch ganz Spanien geht.
Seine Arbeit erlangte auch in Opernkreisen durch folgende Werke internationale Anerkennung: Carmen von Bizet wurde 1 999 beim Festival de Peralada und danach in Holland,
Irland und Belgien aufgeführt. Verdis Un ballo in maschera konnte man im Jahr 2000 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona und danach in Kopenhagen und London sehen. Die
Aufführung von Mozarts Cos/' fan tutte fand 2000 an der National Opera in Wales statt und wurde 2002 erneut ins Programm aufgenommen. 2001 folgte Don Giovanni von
Mozart, zu sehen in London, Hannover und am Gran Teatre del Liceu. Die Fledermaus von J. Strauss sah man 2002 in Cardiff. Mit diesem Stück ging er danach durch ganz
Grossbritannien auf Tour. // Trovatore von Verdi wurde 2003 in Hannover gezeigt und noch im selben Jahr wurde Manon von Massenet in Frankfurt aufgeführt. Die Entführung
aus dem Serail von Mozart wurde 2004 in Berlin aufgeführt und 2005 erneut in den Spielplan aufgenommen. Noch im selben Jahr war seine Inszenierung von Verdis Macbeth in
Frankfurt zu sehen, sowie eine Fusion der Cavalleria Rusticana von Mascagni, / pagliacci, von Leoncavallo in Hannover und Madame Butterfly von Puccini in Berlin. 2005 brachte
er Wozzeck von Alban Berg ans Gran Teatre del Liceu in Barcelona und 2006 nach Hannover. 2006 wurde dann The Rake's progress (La carrera del lliberti) von Stravinsky
anlässlich des Mozart Festivals in La Coruna aufgeführt und anschließend am Teatro Comunale di Bologna. Don Carlo von Verdi konnte man im November 2006 am Theater Basel
sehen. In Deutschland inszenierte Bieito dieses Jahr Jenufa in Stuttgart, und Strauss' Elektra in Freiburg.
Unter anderem wurde er mit folgenden Preisen ausgezeichnet: ADE-Preis für die Regie bei La vida es sueno; Irish Times-ESB Theatre Adwards, als bester Regisseur für
Comedias Barbaras (Edinburgh Festival 2000) und 2003 den Herald Archangel-Preis als bester Künstler auf dem Edinburgh Festival für Hamlet.
2004 wurde er, mit anderen Ensemblemitgliedern des Romea Theaters, zu der von der Royal Shakespeare Company veranstalteten Shakespeare-Gedenkfeier eingeladen. Auch
hält er häufig als Gastdozent Vorlesungen und Kurse an verschiedenen Universitäten und Schauspielschulen in Großbritannien, Deutschland und Spanien.
Marc Rosich (* 1973)
Studiert Journalismus (UAB - Freie Universität Barcelona) und Übersetzungswissenschaften mit der Spezialisierung als Dolmetscher für englisch und Arabisch (UAB). Arbeitet
als Dramaturg, Regisseur, Schauspieler und Übersetzer für literarische Texte bei verschiedenen Verlagen. Sein Wissen über Theater erlangt er in den Workshop-Seminaren des
Theaters Sala Beckett, wo er heute Dramaturgie - Kurse leitet.
Seine jüngsten Bühnenaufführungen als Dramaturg sind Party Line (Regie: Andrea Segura, Festival LOLA / Sala Beckett, 2007) und Duty Free, libre de cargas (Regie: Antonio
Calvo, Cia. Jäcara-Ensemble, Talia Theater, Valencia, 2007). Im vergangenen Jahr zeichnete er verantwortlich - zusammen mit Calixto Bieito - für die Dramaturgie des Stückes
Plataforma, das auf einem Roman von Michel Houellebecq basiert und beim Edinburgh Festival uraufgeführt wurde, bevor er damit auf Tournee durch Spanien und ganz Europa
ging. Ebenfalls im Jahre 2006 schrieb er Entremeses Variados (Regie: Antonio Calvo, Teatre Lliure) und De Manolo a Escobar (Regie: Xavier Alberti), Uraufführung im Teatre
Condal; momentan auf Tournee.
2005 war die Uraufführung von Surabaya im Teatre Romea, (Regie: Silvia Munt), ein Werk, das 2004 den 2. Preis der Romea-Stiftung erhielt. Weitere frühere Werke: Copi i
Ocana, al purgatori, Conte d'hivern und UNHAPPY MEALS, ein Stück, bei dem er auch Regie führte.
Was die Inszenierungen im musikalischen Bereich betreffen, sei gesagt, dass er Mitbegründer des Ensembles Opera de butxaca La Trattoria Lirica ist, und bei folgenden
Taschenopern die Regie führte: // Geloso Schernito von Pergolesi (Malic Theater, 2002, mit Albert Tola), Don Giovanni von Mozart in einer Inszenierung mit dem
Marionettenspieler Pepe Otal (Königliche Akademie der Medizin, 2004, IX. Opera de Butxaca Festival), Ültimes Cancons mit Liedern von Mahler (Königliche Akademie für Medizin,
2005, X. Opera de Butxaca Festival) und ALMA, in Anlehnung an Alma Mahler (Nau götica del FAD, 2006, XI. Opera de Butxaca Festival). Er hat das Libretto für die
zeitgenössische Oper La Cuzzoni, esperpent d'una veu, mit Musik von Agusti Charles, fertig gestellt, die im Oktober 2007 in Deutschland, unter der Leitung des Staatstheaters
Darmstadt und Opera de Butxaca i Noves Creacions uraufgeführt wird und dann ab November 2007 in Barcelona auf dem Spielplan steht.
Carles Santos (1940)
Pianist, Komponist und vielseitiger Künstler. Abschluss an der Musikhochschule am Liceu in Barcelona. Danach setzt er sein Studium in Paris, der Schweiz und in den USA fort.
1961 begann er mit Auftritten als Pianist, wo er Werke von Bartök, Schönberg und Weber spielt. 1968 liess er sich in den USA nieder, wo er mit Musikern der Avantguarde wie
Jahn Cage in Kontakt trat. In den 60ern gründete er, zusammen mit Josep Maria Mestres-Quadreny, die Grup Instrumental Catalä (GIC).
Er war als Komponist, Interpret und Drehbuchautor beim Film, zusammen mit Pere Portabella, tätig - Nocturn 29 (1968), Mirö l'altre (1969), Informe general sobre algunas
cuestiones para una proyecciön pt/b//ca(1976), El pont de Varsövia (1989) oder Las variaciones Goldberg (2007). Als Beispiel für seine Arbeit als Regisseur können wir
folgende Werke nennen: L'äpat (1967), La Cadira (1968) oder LA-RE-MI-LA (1979).
Zusammen mit Mariaelena Roque gründet er das Ensemble Companyia Carles Santos und stellt so sein Werk als Autor, Komponist und Regisseur an Theatern und bei
internationalen Festivals vor: Edinburgh Festival, Festival d'Automme in Paris, Les nuits de Fourviere oder am TNP in Lyon, um nur einige zu nennen. 1987 wird Arganchulla
Arganchulla Gallac an der Akademie der Künste in Berlin gezeigt, danach Tramuntana Tremens am Mercat de les Flors in Barcelona (1989). 1992 komponiert und dirigiert er die
Fanfaren bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Barcelona. 1997 wird La pantera imperial, eine persönliche Hommage an J. S. Bach, bei der Fira de Teatre de
Tärrega uraufgeführt, ein Stück, mit dem er später auf Tour durch Europa geht. Seine jüngsten Veranstaltungen sind: Ricardo i Elena (2000), L'adeu de Lucrecia Borgia, die
Einweihung des Teatre Lliure (2001), die Zirkus-Oper Sama Samaruck Suck Suck (2002) am La Villete in Paris oder El Compositor, La Cantant, el Cuiner i La Pecadora (2003).
Er erhielt verschiedene Preise und Auszeichnungen: Nationalpreis der Generalität de Catalunya der für Komponisten der (1990); Musikpreis der Stadt Barcelona (1993); Preis für
Internationale Ausrichtungen der Stadt Barcelona (1996); das Kreuz des Heiligen Jordi (1999) und diverse MAX Preise für seine Bühneninszenierungen, wovon die jüngste die
2007 gezeigte La Meua Filla Söc Jo ist. Neben seinen Musik-, Film- und Bühnenproduktionen ist Carles Santos auch als Schöpfer einer ganzen Reihe von plastischen Werken,
hauptsächlich im Bereich der Fotografie, hervorgegangen.
2006 wurden ihm zwei Retrospektiven gewidmet, von denen eine jetzt als Wanderausstellung unterwegs ist. Eine befasst sich mit der Gesamtheit seines Werkes und kann in
der Mirö Stiftung in Barcelona besichtigt werden: Visca el Piano! (momentan am Institute Cervantes in Berlin); die andere zeigt das Werk von Mariaelena Roque mit den Kostümen
seiner Stücke: Mariaelena desvesteix Carles Santos, zu sehen im Textilmuseum in Barcelona. Im Rahmen des Programms der Katalanischen Kultur, geladener Gast auf der
Frankfurter Buchmesse, findet die Uraufführung von Ebrofàgia copulativa unter Mitwirkung des Weltmeisters im Indoor-Trial, Adam Raga, und unter der Leitung von Joan Olle
statt. In Darmstadt wird sein jüngstes Werk El fervor de la perseveranca im Rahmen des Katalanischen Opernsyklus gezeigt.
2007 konnte man ihn im Palau Sant Jordi in Barcelona mit einem 3000-köpfigen Knabenchor sehen, eine Aufführung, die im Auftrag des Sekretariats der Katalanischen
Kinderchöre stattfand. Weiterhin wurden El fervor de la perseveranga sowie das Klavierkonzert He de ser castigat per no haver estimat mai ningü uraufgeführt, beides am
Teatre Lliure, wo er seit 2003 festes Mitglied ist.
Companyia Teatre Romea
Unter der künstlerischen Leitung von Calixto Bieito, hat sich das Ensemble Companyia Teatre Romea -mit Sitz am Teatre Romea in Barcelona und seit 1999 unter der Verwaltung
von Focus - durch die klare Linie ihrer Arbeiten sowie ihrem Engagement für Erneuerung und Risikofreudigkeit, einen Namen gemacht. Der Kern der Schauspielergruppe - unter
anderem, Carles Canut, Mingo Räfols, Boris Ruiz, Roser Cami, Lluis Villanueva - darf zu den besten des katalanischen Theaters gezählt werden, was eine lange Liste von
Auszeichnungen beweist sowie die Tatsache, dass sie vom Publikum und der internationalen Kritik gefeiert werden, weshalb ein festes Ensemble, eines der ganz wenigen, die
heutzutage in Spanien existieren, aufgebaut werden konnte, da dies immer ein mit Risiken verbundenes Abenteuer ist. Das Teatre Romea hat, unter anderem, 2007 den Max
-Preis für das Beste Theatermanagement erhalten und 2004 wurden Calixto Bieito und die Companyia Teatre Romea von der Royal Shakespeare Company eingeladen um Vorlesungen zu halten.
Zu den herausragendsten Inszenierungen der Companyia Teatre Romea zählen Werke wie La presa, von Conor McPherson (Saison 1999/2000), unter der Leitung von Manel
Dueso (Preis der Theaterkritik von Barcelona für die Beste Regie und die Beste Darstellung, die an Boris Ruiz ging); Tots eren fills meus, von Arthur Miller (Saison 1999/2000)
, unter der Leitung von Ferran Madico (der Preis der Theaterkritik von Barcelona für die Beste Darstellung wurde Roser Cami verliehen); Celobert, von David Hare (2003), unter
der Leitung von Ferran Madico (Theaterpreis von Barcelona für das Beste Werk. Als Bester Darsteller wurde Josep Maria Pou geehrt, der weiterhin folgende Auszeichnungen
bekam: 2004, Nationaler Theaterpreis der Generalität von Katalonien, ARC-Preis, Theaterpreis für den "Publikumsliebling" und der Preis "Die Besten des Jahres 2003" von der
Stadt Tarragona); El rei Lear, Regie: Calixto Bieito (2005, der Max-Preis für die Beste Nebendarstellerin ging an Ängels Bassas); Celebraciö
(basiert auf dem "dogmatischen" Film Festen) unter der Leitung von Josep Galindo, wurde 2005 für den Max-Preis für die Beste Inszenierung nominiert oder
La cabra o qui es Sylvia?, von Edward Albee
(Saison 2005 - 2007), wo Josep Maria Pou Regie führte (unter anderem, Staatlicher Theaterpreis für Josep Maria Pou). Was die Inszenierungen betrifft, die internationales Echo
erlangten, müssen folgende genannt werden: La vida es sueno, von Calderön de la Barca (Saison 1999/2000), unter der Leitung von Calixto Bieito, wo die spanische Fassung
der Inszenierung bereits vorher in englischer Sprache in Edinburgh, London und New York aufgeführt worden war (Preis der Theaterkritik von Barcelona für die Beste
Inszenierung und die Beste Darstellung, wobei letztere an Boris Ruiz ging; Butaca-Preis in den Kategorien Beste Theaterinszenierung, Bühnenbild und Beleuchtung; Preis der
Vereinigung Spanischer Regisseure für die Beste Regie; Ercilla-Preis für das Beste Bühnenwerk; Theaterpreis von Barcelona für das Beste Werk); Macbeth, von William
Shakespeare (Saison 2001/2002), Regie: Calixto Bieito (Tournee durch Spanien. April 2003, grosser Erfolg beim Festival Internacional ß/te' 03, am Barbican Theatre in London);
Die Dreigroschenoper, von Brecht / Weill, ebenfalls unter der Leitung von Bieito, eine Aufführung, die innerhalb des Programms des Festival Grec und des Teatre Lliure in
Barcelona stattfand, weiterhin 2002 in der europäischen Kulturhauptstadt Salamanca zu sehen war sowie beim Herbstfestival in Madrid, in Bilbao, Tarragona, Las Palmas, Paris,
Straßburg und bei den Ruhrfestspielen (Deutschland); Mestres antics, von Thomas Bernhard, wo Xavier Alberti die Regie übernahm und Carles Canut, Boris Ruiz sowie Mingo
Räfols in den Hauptrollen zu sehen waren; auf Tour durch Europa und Uraufführung in spanischer Sprache im Dezember 2003 am Centro Dramätico Nacional in Madrid (2005,
Bühnenkunstpreis der Generalität Valenciana für die Beste nicht valencianische Aufführung) und im April 2006 beim Festival Internacional in Caracas; Homenatge a Catalunya,
basiert auf dem Roman von George Orwell, unter der Leitung von Josep Galindo (Uraufführung: 2004 in Leeds, danach Paris (Festival Le Standard ideal), Newcastle und Barcelona); El rei Lear,
Regie: Calixto Bieito, Uraufführung: 2004 in Barcelona im Rahmen des Festival Grec 2004, dann folgte eine lange Tournee durch ganz Spanien,
einschliesslich der Mitwirkung beim Herbstfestival in Madrid (2004, Max-Preis für die Beste weibliche Nebenrolle, die an Ängels Bassas ging; 2004, Fotogramas de Plata für den
Besten Theaterdartseller, mit dem Josep Maria Pou geehrt wurde und 2005 der Ercilla- Preis für die Beste Inszenierung).
Zu den jüngsten internationalen Erfolgen der Companyia Romea zählen: Peer Gynt von Henrik Ibsen, Uraufführung: 2006 beim Festival in Bergen (Norwegen) und beim Ibsen
Festival in Oslo (Norwegen) sowie die Adaptation des Romans von Michel Houellebecq, Plataforma, die 2006 beim Edinburgh Festival uraufgeführt wurde (der Preis für den
Besten Darsteller des Festivals holte der Hauptdarsteller dieses Stücks, Jüan Echanove). Danach folgten im Mai 2007 das Ikos Festival in Brescia (Italien) und im August 2007
das Helsinki Festival (Finnland), beide Male unter der Leitung von Calixto Bieito. [ © Institut Ramon Ilull]
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Tod eines Handlunsgreisenden (Death of a Salesman)
Von: Arthur Miller ( 17. Oktober 1915 - 10. Februar 2005)
Uraufführung: 10. Februar 1949 (New York, Morosco Theater) Deutschsprachige Erstaufführung: 1. März 1950 (Wien, Theater in der Josefstadt)
Zur Inszenierung des Theater Bonn:
Premiere: 4. Februar 11
Inszenierung: Matthias Fontheim
Ausstattung: Marc Thurow
Matthias Fontheim arbeitete als freier Regisseur u. a. an den Theatern in Freiburg, Darmstadt, Kassel, Krefeld/Mönchengladbach, Kiel, am Deutschen
Schauspielhaus Hamburg und Zürcher Schauspielhaus. Am Niedersächsischen Staatsschauspiel Hannover war er als Regisseur und Leitungsmitglied engagiert, genauso wie anschließend am Bayerischen
Staatsschauspiel München. 2000/2001 übernahm er die Intendanz des Schauspielhauses Graz, seit der Spielzeit 2006/2007 ist Matthias Fontheim Intendant des Staatstheater Mainz. Eine intensive
Arbeitsbeziehung verbindet ihn mit Simon Stephens: dessen „Port“ und „Country Music“ zeigte er jeweils als Deutschsprachige Erstaufführung in Graz und Essen, am Staatstheater Mainz folgten
„Motortown“ (DE 2006), „Christmas“ (DSE 2007) und „Marine Parade“ (DSE 2010). Daneben inszenierte er Eugene O’Neills „Ein Mond für die Beladenen“ (2008), „Reiz und Schmerz“ von Bruce Norris
(DSE 2009), „Onkel Wanja“ (2007) und „Die Möwe“ von Anton Tschechow (2009), „Richard III.“ von William Shakespeare (2020) sowie am Schauspielhaus Zürich „Andorra“ von Max Frisch (2008).
Die Inszenierung von „Tod eines Handlungsreisenden“ ist seine erste Arbeit am Theater Bonn. Matthias Fontheim wird in der Spielzeit 2010/2011 mit „Clybourne Park“ außerdem eine weitere
Deutschsprachige Erstaufführung von Bruce Norris auf die Bühne des Staatstheaters Mainz bringen.
www.theater-bonn.de
Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:
Premiere: 22. Dezember 06
Regie: Florian Fiedler Bühne: Jens Bürde Kostüme und Video: lsabel Robson Licht: Jan Walther Dramaturgie: Jan Hein Regieassistenz: Lilli-Hannah Hoepner Ausstattungsassistenz: Hannah Platter Kostümassistenz: Nadja Rudert Souffleuse: Alexandra zu Stolberg Inspizienz: Thomas Nossek Ton: Inga Lüth, Joachim Steffenhagen Maske: Beate Bauer Technische Einrichtung: Andreas Kremer
Technische Produktionsleitung: Lauravon Haperen Requisite: Markus Öhlinger, Anja Becker Regiehospitanz: Susanne Grünewald Kostümhospitanz: Marie-Theres Thran
Besetzung:
Willy Loman: Christian Kuchenbuch Linda: Susanne Böwe Biff: Stefko Hanushevsky
Happy: Moritz Peters Bernhard: Stefko Hanushevsky Die Frau: Naomi Saint Rose Charley: Özgür Karadeniz Onkel Ben: Özgür Karadeniz
Howard Wagner: Özgür Karadeniz
Besprechung auf kulturfreak.de
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Tod eines Handlungsreisenden schauspielfrankfurt Christian Kuchenbuch (Willy Lohman),
Naomi Saint Rose (eine Frau), Stefko Hanushevsky (Biff/Bernhard), Susanne Böwe (Linda) & Moritz Peters (Happy) Foto: Alexander Paul Englert
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Was geschieht, wenn einem Mann, der ein Leben lang an die Werte der bürgerlichen Gesellschaft glaubte, die Arbeit gekündigt wird? Der Bedrohungen sind viele:
Prestigeverlust, Ruin der Familie, die Verzweiflung, nicht einmal mehr Achtung für sich selbst aufbringen zu können.
Der Tod eines Handlungsreisenden ist die Geschichte eines Mannes, der in geradezu grotesk-tragischer Verblendung versucht, am Traum vom bürgerlichen Glück
festzuhalten und hierbei in das aussichtslose Verderben der unerbittlichen gesellschaftlichen Wirklichkeit stürzt. Der einstmals fähige »professional« muß konstatieren, daß
all das, was er für verbindlich und erstrebenswert hielt, nur ein Traum gewesen war, ohne daß er jedoch von ihm lassen könnte. »The show must go on«, und ihr Name ist
»American Dream«. [© schauspielfrankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
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tomorrow, maybe...Über - Leben in Diktaturen Ein Projekt von Jürgen Berger und Ludger Engels
Text: Jürgen Berger
Uraufführung: 25. September 11 (Aachen, Theater Aachen)
Zur Inszenierung des Theater Aachen:
Premiere: 25. September 11 (Uraufführung)
Inszenierung: Ludger Engels Ausstattung: Christin Vahl Dramaturgie: Inge Zeppenfeld
Besetzung.
Leon: Markus Weickert
Lena: Katja Zinsmeister Diplomat: Torsten Borm Osvaldo: Andreas Herrmann Carlos: Robert Seiler Puppenspielerinnen:
Julia Brettschneider, Wiebke Alphei
Kooperation mit dem Goethe-Institut, Südostasien und Amrita Performing Arts, Phnom Penh
Ein junger Mann bricht in den 70er Jahren nach
Argentinien auf, um dort Teil der Revolte gegen die Militärdiktatur zu werden. 1977 sitzt Nelson Mandela auf Robben Island im Gefängnis: Er denkt über den bewaffnetenWiderstand gegen das
rassistische Regime Südafrikas nach. Knapp 35 Jahre später wird die Apartheid in den Wahrheits- und Versöhnungskommissionen verarbeitet. In Kambodscha kann der Tourist 2011 an
Gedächtnisstätten wie den »Killing Fields« den Grausamkeiten der Roten Khmer nachspüren, während in einem Völkermordprozess erste Urteile gegen die politisch Schuldigen gesprochen werden. In
einem groß angelegten dreiteiligen Theaterabend wird mit unterschiedlichen ästhetischen Mitteln – Schauspiel, Puppenspiel, Tanz und dokumentarische Installation – nach den Lebensbedingungen
in Diktaturen, nach den Formen des Widerstands und der postdiktatorischen Aufarbeitung von staatlichem Unrecht gefragt. [© Theater Aachen]
www.theater-aachen.de
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Torquato Tasso Schauspiel in fünf Aufzügen
Von: Johann Wolfgang von Goethe Uraufführung:
16. Februar 1807 (Weimar)
Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:
Premiere: 28. August 08 (Großes Haus)
Regie: Urs Troller Bühne: Stefanie Wilhelm Kostüme: Katharina Weißenborn Licht: Frank Kraus Dramaturgie: Hans-Peter Frings
Regieassistenz: Benjamin Eggers Bühnenbildassistenz: Birgit Kellner Kostümassistenz: Katja Strohschneider Souffleuse: Alexandra zu Stolberg Inspizienz:
Lisa Ahle Technische Produktionsleitung: Josef Dreker Technische Einrichtung: Andreas Rasche Ton: Matthias Schmidt Maske:
Patricia Dietz, Friederike Reichel Requisite: Stefan Markert Regiehospitanz: Lisa-Sophie Achinger Dramaturgiehospitanz: Katinka Deecke
Besetzung:
Alfons der Zweite, Herzog von Ferrara: Joachim Nimtz Leonore von Este, Schwester des Herzogs: Ruth Marie Kröger Leonore Sanvitale, Gräfin von Scandiano:
Friederike Kammer Torquato Tasso: Bert Tischendorf Antonio,Montecatino, Staatssekretär: Oliver Kraushaar
Besprechung auf kulturfreak.de
Torquato Tasso schauspielfrankfurt Leonore Sanvitale (Friederike Kammer) und Leonore von Este (Ruth Marie Kröger) Foto: Alexander Paul Englert
Der junge, hochtalentierte Dichter Torquato Tasso übergibt seinem Mäzen, dem Herzog von Ferrara, sein neues, mit Spannung erwartetes Werk. Die Schwester des Herzogs,
Prinzessin Leonore, krönt ihn zum Dank dafür symbolisch mit einem Lorbeerkranz. Die Aufmerksamkeit, die Tasso zuteil wird, trifft auf die Missbilligung Antonios, des
Staatssekretärs von Ferrara. Er betrachtet die Ehrung als verfrüht. Tasso und Antonio geraten in einem hitzigen Wortgefecht aneinander, bei dem Tasso das Schwert zieht.
Antonio verlangt vom Herzog harte Bestrafung für Tassos Übertretung. Der Herzog erteilt dem Dichter stattdessen Hausarrest. Tasso ist gleichwohl schwer gekränkt und glaubt
an eine Verschwörung. Er will Ferrara verlassen. Ein letzter Versuch der Prinzessin, Tasso umzustimmen, endet in einer Katastrophe. Für Tasso zerbrechen eine Liebesillusion
und ein dichterisches Ideal, das ihm die Versöhnung von Kunst und Leben verhieß.
„Der Mensch ist nicht geboren, frei zu sein“ Über Goethes „Torquato Tasso“
Als Goethe 1780 beginnt, sich mit der historischen Figur des Torquato Tasso zu beschäftigen, ist er bereits seit fünf Jahren am Weimarer Hof. Als Geheimer Rat und Erzieher
des jugendlichen Prinzen Karl August trägt er politische und administrative Verantwortung. Die aufreibenden Staatsgeschäfte lassen seine künstlerische Tätigkeit fast vollständig
ruhen – abgesehen von der Lyrik, der er sich, angeregt durch seine Beziehung zu Charlotte von Stein, weiterhin widmet, und einigen von ihm konzipierten
Liebhaberaufführungen am Weimarer Hoftheater. In dieser künstlerisch für ihn krisenhaften Situation stößt Goethe auf die Gestalt des Torquato Tasso. Der italienische
Renaissancedichter (1544-1595), der zwei Jahrhunderte zuvor am Hofe von Ferrara sein episches Hauptwerk Das befreite Jerusalem schrieb, erscheint ihm als geeignete
Folie, seinen eigenen Zwiespalt als Künstler und Staatsmann in einem Drama zu reflektieren. Goethe, der später sagen wird, Tasso sei „Bein von meinem Bein und Fleisch von
meinem Fleisch“, sieht in dem italienischen Poeten zugleich wegen dessen angeblicher, zur Legende gewordenen unglücklichen Liebe zur Prinzessin Leonore ein Pendant –
denn auch Goethes ambivalentes Liebesverhältnis zu Charlotte von Stein sorgt für persönliche Konflikte und öffentliches Aufsehen. Die Arbeit an dem kaum begonnen
Schauspiel muss Goethe jedoch zugunsten seiner Verpflichtungen am Weimarer Hof wieder zurückstellen.
Erst 1787 wendet er sich dem Stoff von neuem zu. Mittlerweile ist er aus Weimar, wo die Beanspruchung durch die Ämter ihn künstlerisch nahezu vollständig blockiert, nach
Italien geflüchtet. Hier hofft er, in der Begegnung mit der Antike und ihrer Überlieferung durch die Renaissance zu seiner Identität als Künstler zurückzufinden. Das unvollendete
Manuskript des Tasso befindet sich im Reisegepäck. Die Eindrücke der italienischen Landschaft sowie die Begegnung mit den Wirkungsstätten des historischen Torquato Tasso
lassen ihn zwischen Rom, Palermo und Messina mit neuem Elan an dem Schauspiel weiterarbeiten. Sein Blick auf die Thematik hat sich allerdings verändert. Der Konflikt
zwischen der Kunst und den gesellschaftlichen Anforderungen, der Goethe in Weimar zu zerreißen drohte, macht sich angesichts der neuen Erfahrungen nicht mehr mit
derselben Schärfe bemerkbar; auch hat sich die Beziehung zu Charlotte von Stein abgekühlt. Erneut legt er das Manuskript beiseite.
Zurückgekehrt nach Weimar wendet Goethe sich zum dritten Mal dem Text zu – es sind mittlerweile neue Ereignisse und Erfahrungen zu verarbeiten und anhand der
modellhaften Situation am Renaissancehof von Ferrara darzustellen. Die Welt ist eine andere geworden: Im Sommer 1789 hat die Französische Revolution einen Prozess
eingeleitet, der die Epoche von Grund auf verändern wird. Goethe nimmt regen Anteil am Revolutionsverlauf und beschäftigt sich eingehend mit den Folgen der revolutionären
Ereignisse für die politische Ordnung Europas. Nur zwei Wochen nach dem Sturm auf die Bastille am 14. Juli stellt Goethe seinen Torquato Tasso fertig, der 1790, zehn Jahre
nach Beginn der Arbeit, veröffentlicht wird. In diesem Werk des Revolutionssommers spiegelt sich Goethes intensive Auseinandersetzung mit den politischen und
philosophischen Fragestellungen seiner Zeit wider, wie sie am eindrücklichsten in der Französischen Revolution zum Ausdruck kamen.
Während halb Europa vom Taumel der Freiheit erfasst wird, bleibt Goethe skeptisch. Er fragt nach dem Preis der Freiheit und der mit ihr einhergehenden Verantwortung des
Subjekts. Geradezu prophetisch angesichts der weiteren Entwicklung der Revolution und der von ihr postulierten Ideale in der bürgerlichen Gesellschaft, nimmt sein Schauspiel
die in der Realität auszutragenden Widersprüche vorweg. Mit der kleinen Gruppe, die er im Torquato Tasso auf einem Lustschloss bei Ferrara versammelt, vollführt Goethe eine Art Gesellschaftsexperiment, um die Möglichkeiten und
Grenzen individueller Freiheit zu ermessen. Der von der Aufklärung als frei proklamierte Mensch, den die Revolution auf die politische Tagesordnung setzt, provoziert die Frage,
ob er denn schon reif sei für die von ihm eingeforderte Freiheit. Darf er, was er will und kann? Oder muss die Gesellschaft seiner Freiheit Grenzen setzen, um ihren Bestand
nicht zu gefährden? Wenn ja, wo liegen diese Grenzen und wer bestimmt darüber? „Erlaubt ist, was gefällt“ oder „Erlaubt ist, was sich ziemt“, so lauten die beiden
opponierenden, im Dialog zwischen Tasso und der Prinzessin geäußerten Positionen, mit denen Goethe das Problem der Freiheit in seinem Schauspiel umreißt. Was Tasso hier
im Rückgriff auf ein mythisches Goldenes Zeitalter benennt, ist eine erst zu erringende Utopie. Auch Tasso scheint dies deutlich zu sehen, wenn Goethe ihn kurz zuvor sagen
lässt: „Der Mensch ist nicht geboren, frei zu sein.“ Das heißt, Freiheit ist eine Aufgabe. Sie stellt sich mit der neuen, bürgerlichen Gesellschaft nicht gleichsam automatisch ein:
Oft wird Freiheit als Zwang empfunden, und da, wo sie durchgesetzt wird, fehlt es ihr an Verantwortung.
(Katinka Deecke (Studentin der Theaterwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt), Hans-Peter Frings (Dramaturg am schauspielfrankfurt)
[© schauspielfrankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:
Premiere: 17. Mai 08
Inszenierung: Dieter Boyer Bühne: Hugo Gr
etler Kostüme: Susanne Maier-Staufen
Mit: Verena Bukal, Monika Dortschy; Florian Hansel, Zlatko Maltar, Marcus Mislin
Kunst und Kommerz, Illusion und Realpolitik, Leidenschaft und Kalkül — zwischen diesen Polen spannt Goethe das Drama des Dichters Torquato Tasso. Er lebt und arbeitet
erfolgreich, ungestört und großzügig gefördert am Hof seines Gönners, des Herzogs von Ferrara. Der Umgang des Künstlers mit seinem Mäzen und dessen Schwester ist
beinahe familiär. Als aber mit dem pragmatischen Staatssekretär Antonio ein Mann der Realpolitik in die Gesellschaft hereinbricht, beginnt das vermeintliche Idyll brüchig zu
werden. Die Wirklichkeit und ihre sozialen Zwänge schieben sich vor das künstlerische Selbstverständnis. Während Tasso für sich und sein Werk „Absolutheit", Unabhängigkeit
und Unbedingtheit verteidigen möchte, ist er, wie er nun zunehmend feststellen muss, eben doch nicht wirklich frei. Werk und Dichter sind vielmehr in jeder Hinsicht deutlich
enger an diejenigen gebunden, die seine Arbeit finanziell ermöglichen, als es für ihn erträglich ist.
Goethes Künstlerdrama veranschaulicht in einer Zeit, in der Sponsoring, privatwirtschaftliche Formen der Finanzierung und Mäzenatentum verstärkt an die Stelle der
„Öffentlichen Hand" treten, die prekäre Situation der Kunst und ihrer Legitimationsprobleme im Kulturbetrieb.
Dieter Boyer assistierte von 1999 bis 2001 u. a. bei Andrea Breth, Claus Peymann und Martin Kusej am Wiener Burgtheater. Er arbeitet mit jungen Autoren an
Stückentwicklungen und ist Kurator und Juror des New Yorker Theaterfestivals „hotink" und des „International Black Sea Theatre Festival" in Trabzon. In Mainz waren von ihm in
der Spielzeit 2006/2007 „Kick 'n' Rush" im TiC für Kids und Schülers „Der Parasit", in der Spielzeit 2007/2008 das Jugendstück „Crash" von Sera Moore Williams zu sehen. [©
Staatstheater Mainz]
www.staatstheater-mainz.de
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Tot im Orient-Express nach Motiven von Agatha Christies „Mord im Orient-Express“
Zur Stückentwicklung des Staatstheater Mainz: Koproduktion mit der Szputnyik Shipping Company und dem Theater Winterthur
Premiere im Theater Winterthur:
22. September 11 Premiere im Staatstheater Mainz: 13. Oktober 11
Inszenierung: Viktor Bodó Bühne: Pascal Raich Kostüme: Júlia Balázs
Musik: Klaus von Heydenaber Sounddesign: Gábor Keresztes Video: Simon Ferenc Tóth Übersetzung und Dramaturgie: Anna Veress Dramaturgie:
Katharina Gerschler, Júlia Robert
Besetzung:
Hercule Pfeffer: Jost Grix Mrs. Hamilton: Andrea Quirbach Fürstin Natalia Dobroljubov:
Monika Dortschy Mary Spencer: Verena Bukal Diana Rodrigues, portugiesische Missionarin: Ulrike Beerbaum Gräfin Cseszneky: Lisa Mies Lucrezia Hardelean, Zofe der Fürstin:
Lőte Koblicska Colonel Griffiths: Gregor Trakis Hector Fitzpatrick, Pucketts Sekretär/Dexter Waughn: Mathias Spaan Graf Cseszneky Gyula: Simon Ferenc Tóth
Dr. Giorgio Foscarelli: Lorenz Klee Ferencz Jószef, ungarischer Schaffner: Károly Hajduk Kassierer/Leiche: Giovanni Mola alias Puckett: Philipp Kugler
Besprechung auf kulturfreak.de
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Tot im Orient-Express Staatsteater Mainz in Koproduktion mit der Szputnyik Shipping Company und dem Theater Winterthur Ensemble
Foto: Tine Edel
Ich mag am Theater, dass alles anders passiert als in der Wirklichkeit. – Viktor Bodó –
Der junge ungarische Regisseur Viktor Bodó ist ein Theaterzauberer, ein Erfinder großer Theaterbilder, ein anarchischer Poet. Er begreift Theater als Forschungslabor, das dazu
dient, Reflexionen über das Leben und die Kunst anzustellen. Was ist der Mensch? Wie verhält er sich in Extremsituationen? Viktor Bodós Theater weist über die alltägliche,
konforme Welt hinaus. In seiner puristischen Theatersprache entstehen Bilder aus Erinnerungen, aus dem Unbewussten und aus Träumen. Er erschafft sich auf der Bühne eine
neue eigene Welt: seine Geschichten sind phantastisch, geheimnisvoll und surreal.
Ein Verbrechen im Zug durch Europa: Mitten in der Nacht wird im Kurswagen eines Orient-Express’ von Istanbul nach Calais ein Amerikaner tot aufgefunden. Ermordet durch
zwölf Messerstiche. Der Zug ist irgendwo in den winterlichen Schneewehen Jugoslawiens stecken geblieben. Die Passagiere: Ein Detektiv, eine Leiche und dreizehn skurrile
Figuren unterschiedlichster Nationalitäten. Als in sich geschlossenes und von der Außenwelt hermetisch abgeschottetes System bildet dieser Zug voller Verdächtiger irgendwo
in der Wildnis nun den Schauplatz für eine absurde Jagd nach dem Bösen und dem Verbrechen. Wer ist der Mörder? Ein ungarischer Graf mit Gattin, ein britischer Offizier, eine
russische Prinzessin im französischen Exil oder eine portugiesische Missionarin? Und welches finstere Geheimnis verbindet die illustre Gesellschaft? Viktor Bodó dient der
weltberühmte Krimi-Stoff als Ausgangspunkt für eine Erkundung der Grenzen zwischen Fiktion und Realität, zwischen Theater und Wirklichkeit. Die Handlung wird darin zur
Projektionsfläche für eine Reise in die Seelenlandschaften und Geheimnisse der Figuren. Der Kriminalfall ist ihm nicht nur Anlass zu einem atemlosen „Whodunit“, sondern auch
zu einer theatralischen Bestandsaufnahme des geeinten, „globalisierten“ aber immer noch ziemlich wilden und kunterbunten Europas. Im Niemandsland zwischen den Stationen,
zwischen Vergangenheit und Zukunft wird die sonderbare Jagd nach einem Mörder zur Spurensuche mitten im Tollhaus Europas.
Viktor Bodó wurde 1978 in Budapest geboren, studierte Schauspiel und Regie. Bekannt wurde er als Hausregisseur am renommierten Katona-József-Theater in Budapest, u. a.
mit seiner Bearbeitung von Kafkas „Prozess“. 2008 gründete Bodó in Budapest seine eigene Theatertruppe, die Szputnyik Shipping Company. Er arbeitet an deutschsprachigen
Theatern, u. a. in Berlin und Köln. Seine Grazer Inszenierung von Peter Handkes „Die Stunde da wir nichts voneinander wussten“ wurde zum Berliner Theatertreffen 2010
eingeladen. Viktor Bodó inszeniert zum ersten Mal am Staatstheater Mainz. [© Staatstheater Mainz]
www.staatstheater-mainz.de
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Traumfrau Mutter - reloaded
Von: Linda A. Carson / Jill Daum / Alison Kelly / Robin Nichol / Barbara Pollard/ Deborah Williams
Deutsche Fassung: Thomas Lienenlüke
Zur Inszenierung des Berliner Theater am Kurfürstendamm Eine Koproduktion mit Peter Brix / BRIX Agentur
Premiere: 5. Februar 12 (Voraufführungen: 2.-4. Februar 2012) bis 25. März 2012
Regie: Ingolf Lück Bühne: Matthias Maedebach Kostüm:
Susanne Bender
Mit: Kathleen Gallego-Zapata, Simone Grunert, Cay Helmich, Katharina Hoffmann, Ilona Schulz, Maria Schuster und Suse Mann
TraumfrauMutter reloaded TheaterKurfürstendamm
Die Supermuttis. Hinten v. l.: Maria Schuster, Kathleen Gallego-Zapata und Cay Helmich, vorne v. l.: Barbara Becker, Simone Grunert und Ilona Schulz © Hardy Müller
Die Mütter sind zurück! Älter, weiser und immer noch Heldinnen des Alltags-Wahnsinns „Traumfrau Mutter“ ist eine turbulente Mischung aus Satire und Komödie, entrissen dem scheinbar so grauen Alltag: Hier sind die Mütter, die noch keiner kennt: Heldinnen des
Alltags-Wahnsinns. Mütter, die sich immer wieder fragen: Hallo, bin ich hier richtig?
Bei der deutschen Fassung des kanadischen Stückes „Mom´s the Word" führte der Komiker Ingolf Lück Regie.
Die Hauptdarstellerinnen dieser rasanten Revue sind großartige Schauspielerinnen und ebenso sechs gestandene Mütter. „Traumfrau Mutter“ ist eine Satire über eine Generation
von Müttern - und das mit Müttern! Es ist die Mischung von zu Herzen gehenden, versöhnlichen Zwischentönen und beißendem Witz, die dem Stück seinen ganz besonderen Charme verleiht. In den
angelsächsischen Ländern kam sie so gut an, dass die Vorstellungen über Jahre ausverkauft waren.
Seit der Deutschlandpremiere 2003 in Berlin sorgte „Traumfrau Mutter“ für wochenlang ausverkaufte Häuser von Hamburg bis Zürich. 350 Vorstellungen mit über 270.000
Zuschauern machen die Inszenierung zu einer der erfolgreichsten Tourneeproduktionen.
Nun kommt „Traumfrau Mutter – reloaded“. Mit neuen Szenen und Episoden aus dem Kuriositätenkabinett Familie, die sich um Verwirrung, Freude und Frust im Umgang mit den
heranwachsenden Kids – aber mit auch dem eigenen Alter – drehen.
„Traumfrau Mutter - reloaded“ ist wie ein Spiegel, ein Déjà-vu für alle – ob mit oder ohne Kind. Der Wiedererkennungsfaktor ist enorm und die therapeutische Wirkung rezeptfrei,
Lachmuskeltraining inklusive!
Das Stück / Der Hintergrund Zum Theater-Festival „Women in View“ in Vancouver begegneten sich im Frühjahr 1993 sechs Freundinnen und stellten eine Gemeinsamkeit fest: Alle sechs waren neben ihrer
beruflichen Karriere als Schauspielerinnen mehr oder weniger plötzlich zu erschöpften und überforderten Müttern geworden. Die hohen Erwartungen hatten sich nicht ganz
erfüllt; die Mutter-Freuden hielten sich in Grenzen!
Mit einem Engagement für das Festival in der Tasche, beschlossen die sechs, ein Stück über ihre Erfahrungen als Mütter zu schreiben. Von nun an trafen sie sich jeden
Samstag ohne ihre Kinder. Sie erzählten, lachten und jammerten. Die Zeit verging, und plötzlich waren es nur noch drei Wochen bis zum Festival, ohne dass sie auch nur ein
Wort geschrieben hatten. Dennoch hatten die regelmäßigen Treffen eine therapeutische Wirkung: Nach einiger Zeit fühlten sie sich in ihrer neuen Rolle so wohl, dass sie ihre
Geschichten zu Papier bringen konnten.
Die Mütter, deren Geschichten auf der Bühne vorgetragen werden, sind die sechs Autorinnen des Stückes. Jede von ihnen hat ihre eigene ganz persönliche Story zu erzählen.
Von den traurigsten Momenten zu den ekstatischsten und glücklichsten, die ja Bestandteil des Kinder-Großziehens sind. Sie ergeben ein fast realistisches und gleichzeitig
wunderbares, extrem unterhaltsames Bild von den unwiderruflichen Veränderungen, die eine Geburt im Leben einer jeden Mutter hinterlässt.
Zum 10-jährigen Jubiläum der Uraufführung trafen sich die Autorinnen wieder und schrieben weitere ebenso unterhaltsame wie liebevolle Geschichten über ihren chaotischen
Alltag mit den Kids, die schon keine mehr sind. Über ihre nicht mehr taufrischen Männer und das eigene Altern. „Mom´s the Word – Teenager“ wurde ebenso ein Kassenschlager
. „Traumfrau Mutter – reloaded“ ist nun eine Art „Best of“ aus beiden Stücken.
Die Darstellerinnen
Deborah Kathleen Gallego-Zapata
… begann ihre Arbeit im klassischen Theaterbereich. Sie spielte Tschechow, Hebbel, Ibsen in München, Wien und Frankfurt/Oder – Rimbaud und Garcia Lorca in Berlin. Hier
gehörte sie bis 1999 mehr als vier Jahre dem Ensemble „Theatersport“ des Comedy-Theaters „Chamäleon“ am Hackeschen Markt an. Immer wieder stand Kathleen für zahlreiche
TV- und Kinoproduktionen vor der Kamera. So drehte sie für RTL „Tödliche Wildnis“, „Gefährliche Bräute“ sowie „Sektion“. In dem 1998 vielfach preisgekrönten und als „kleines
Filmwunder“ bejubelten Drama „plus-minus-null“ von Eoin Moore hatte sie die Hauptrolle; so auch in Sönke Wortmanns Episoden-Melodram „St. Pauli Nacht“. Sie stand vor der
Kamera für „SOKO Leipzig“, „Im Namen des Gesetzes“, „Abschnitt 40“, „Notruf Hafenkante“, „Die Sitte“ sowie das kleine Fernsehspiel im ZDF: „Schwitzkasten“. Auf der Bühne
spielte sie zuletzt neben „Traumfrau Mutter“ in den Produktionen „Die sieben Todsünden“ und „Die süßesten Früchte“ (beides Theater am Kurfürstendamm). Sie ist Mutter von
Bruno, 9 Jahre und Nora, 6 Jahre.
Barbara Simone Grunert Schon während ihrer Ausbildung als Sängerin an der Hochschule für Musik Hanns-Eisler Berlin stand Simone Grunert mit ihrer damaligen Lehrerin Ruth Hohmann auf der Bühne.
Später präsentierte sie ihr gesangliches und schauspielerisches Talent im Kabarett „Die Distel”; sie war u. a. Gast in der Lotti Huber Show und in zahlreichen Radiofeatures zu
hören. Auch das Fernsehen wurde auf sie aufmerksam, was ihr u. a. Rollen in der RTL-Serie „Balko”, „Berlin, Berlin” (ZDF) und „SOKO Wismar“ (ZDF) einbrachte. Neben ihrem
Programm mit eigenen Liedern „Onanie, Mord & andere Hobbys“ (www.simone-grunert.de) ist sie mit Mario Ecard in der Tonfilm-Schlagerrevue „sind wir nicht reizend?!” (www
.alte-schlager.de) auf der Bühne zu erleben. Simone Grunert ist Mutter der 16jährigen Undine.
Alison Cay Helmich Vier Jahre lang war sie die Kommissarin Maja Kramer in „Soko 5113“ (ZDF). Serien-Fans kennen Cay Helmich auch aus zahlreichen anderen TV-Produktionen, darunter:
„Wilsberg“, „Praxis Bülowbogen“, „OP ruft Dr. Bruckner“ (RTL), „Victor der Schutzengel“ (SAT.1), um nur einige zu nennen. Ihr Kinodebüt hatte sie bereits 1996 in Jürgen Eggers
Erfolgskomödie „Harald der Außerirdische“ – sie spielte außerdem in Sören Voigt „Identity Kills“. Ihr letzter Kino-Film „Leroy“ gewann 2008 den Preis als bester deutscher
Jugendfilm. Da war sie die optimistische schräge Mutter von fünf Skinheads. Mit „Traumfrau Mutter“ kehrte Cay Helmich zurück ans Theater, wo ihre Karriere Ende der 80er
Jahre begann. Sie spielte u. a. die Iphigenie in „Iphigenie in Aulis“, die Natalie im „Prinz von Homburg“ und die Estelle in Sartres „Geschlossene Gesellschaft“. 2007 und 2008 war
sie bei den Schlossfestspielen in Jagsthausen die hochgelobte Adelheid in „Götz von Berlichingen“. Neben dem Schauspielberuf arbeitet Cay Helmich als Musikerin. Ende 2009
erschien ihre dritte CD.
Seit 2008 bietet die studierte Psychologin nebenberuflich Kurse in Gefängnissen und einer Praxis in Berlin an. Cay Helmich ist Mutter von zwei Töchtern, 8 und 16 Jahre alt.
Jill/ Alison Katharina Hoffmann … hat sich vor allem als Bühnenschauspielerin einen Namen gemacht. Sie spielte auf Kampnagel Hamburg „Der Gebrauch des Menschen“ (Regie: Barbara Neureiter), in den
Berliner Sophiensälen „22 Frauen“ (Regie: Beta Nagy) sowie an der Freien Volksbühne Berlin „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ (Regie: Peter Fitz). Da sie fließend Dänisch
spricht, arbeitete sie viel mit dem dänischen Theater – Teatret Opus X – unter der Regie von Poul Storm, z. B. in den Produktionen „Quartett“ und „Hamletmaschine“ von Heiner
Müller, „Babel“ von Morton Nyhus oder „Woyzeck“ von Georg Büchner. Im Fernsehen war sie u. a. in den Serien „Die Wache“, „Ein Job fürs Leben“, „Kommissar Quant“ sowie
„Für alle Fälle Stefanie“ zu sehen. Zurzeit begleitet Katharina Hoffmann als Conférencier in der Scheinbar Berlin durch den Abend. Außerdem mordet sie bei den Auftaktern mit,
eine interaktive Krimi-Dinnershow, bei der man sich vor Lachen auch schon mal verschluckt. Katharina Hoffmann ist Mutter von Zwillingen.
Linda
Ilona Schulz Sie spielte in (fast) allen Genres von Straßen- über Staats- bis Musical-Theater - von Bremen bis Basel und an den großen Berliner Bühnen. Ob Freie Volksbühne, Bar jeder
Vernunft, Theater des Westens, Wintergarten – die Liste der Referenzen und Auftritte ist lang. Von 1983 bis 1987 gehörte sie dem Grips Theater-Ensemble an und machte
nebenbei noch Kino: Im Musical-Erfolg „Linie 1“ hatte sie die Rolle der Maria. Seither ist die Zahl der Film- und Fernseh-Auftritte groß: Sie spielte u. a. in „Tatort“ (ARD), „Polizeiruf“
(ARD) „Wolffs Revier“ (SAT.1), „Klinikum Berlin Mitte“ (Pro 7) sowie „Stadtklinik“ (RTL).
2004 stand sie im Tipi-Zelt in Berlin in der Schlagerrevue „Fifty Fifty“ sowie im Theater am Kurfürstendamm in der Tagikomödie „Elling“ auf der Bühne. Das von ihr geschriebene
Kinderstück „Wehr Dich, Matilda!“ feierte Januar 2007 im Berliner Grips Theater erfolgreich Premiere. Ein Jahr später stand sie dort in der Kinderoper „Nebenan“ auf der Bühne.
Zurzeit ist sie mit „Chorprobe“ erfolgreich auf Tournee und schreibt an einem weiteren Musical für Kinder. Ilona Schulz ist Mutter einer Tochter.
Robin Maria Schuster … ist die jüngste der sechs „Traumfrau“-Darstellerinnen. Sie spielte in Filmen wie „Status Yo“ von Till Hastreiter, „Nachtfalter“ von Franz Novotny oder „Poem“ von Ralf
Schmerberg mit und war im „Großstadtrevier“ (Regie: Lars Jessen) genau so zu sehen wie in „Two funny“ (nominiert für den deutschen Comedypreis 2008) (SAT.1) sowie in
„Kleine Fische“ (2009), dem Publikumspreisgewinner der „Diagonale“, dem größten österreichischen Filmfest. 2001 bekam die ausgebildete Sängerin eine Goldene Schallplatte für
„Jailbabes“ (BMG) sowie die Goldene Stimmgabel 2002. Jahrelang tourte sie mit der fünfköpfigen Frauenband „SCHÖN BLOND“. Zurzeit macht sie Musik mit Simon Wahorn von
„ROTFRONT“ (www.rotfront.com). Zuletzt stand sie für die Kinoproduktionen „Fabulae Amoris“ von Jana Godintschuk und „Sprit“ von Ma Raab vor der Kamera.
Maria Schuster ist Mutter einer Grundschulelevin.
Deborah / Linda Suse Mann Nach ihrer Ausbildung an der Hochschule der Künste in Berlin spielte Suse Mann zwei Jahre am Grips Theater und wirkte in dem mit zwei Filmpreisen bedachten Filmdebüt
„Meier“ von Peter Timm („Die Putzfraueninsel“, „Der Zimmerspringbrunnen“) mit. In den folgenden Jahren war sie auf diversen deutschen Stadttheaterbühnen zu sehen. 1990
machte sie bei den Begründern des „Théâtre Danse grotesque“ eine Ausbildung in dem japanischen Ausdruckstanz „Butoh“ und tourte mit Produktionen der Theatertruppe von Berlin bis Tokio.
Suse Mann ist Mutter von zwei Töchtern (10 und 15 Jahre).
Der Regisseur Ingolf Lück Er ist der Allround-Star der deutschen TV-, Film- und Comedy-Szene: Ingolf Lück stand bereits früh mit „Talk Radio“ oder „Clockwork Orange“ auf der Bühne. 1985 hatte er dann
den ersten großen Erfolg als Moderator von „Formel Eins“, der ersten Videoclip-Show im deutschen Fernsehen (ARD). Er drehte viele verschieden Kino- und Fernsehfilme, z. B.
„Peng – Du bist tot“, „Otto – der Liebesfilm“ „Bang, Boom, Bang“, „Thrill“ (PRO7), „Tatort“ (ARD) und „Crazy Race“ (RTL), um nur einige zu nennen.
Den ganz großen Durchbruch erlebte Ingolf Lück spätestens Mitte der 90er Jahre als Anchorman der „Wochenshow“ (SAT.1). Mit 250 produzierten Folgen bleibt sie wohl die
beliebteste und erfolgreichste Comedy-Show im Deutschen Fernsehen überhaupt und feierte vor kurzem ihr Comeback. Vielen Comic-Figuren lieh er seine (Synchron-) Stimme, z
.B. dem Gockel Rocky in der Aardman-Produktion „Chicken Run – Hennen Rennen“ oder dem Eisbär-Papa Mika im Kinderfilm „Der kleine Eisbär“. In der Serie „Der Doc – Schönheit
ist machbar“ (SAT.1) spielte Ingolf Lück 2000 wieder die Hauptrolle in (einer) Serie. 2002 entdeckte er das Theater für sich neu: Mit „Caveman“, der legendären One-Man-Show
vom Broadway in der Regie von Esther Schweins, feierte er in Köln große Erfolge. Zurzeit tourt er mit der Soloshow „Lück im Glück“ sowie mit dem Theaterstück „Die 39 Stufen“
durch deutsche Städte. Die deutsche Fassung von „Traumfrau Mutter“ war 2003 sein Regie-Debüt. Es folgten „Traumfrau Mutter 2“ sowie „Die 39 Stufen“. Ingolf Lück ist Vater einer Tochter.
[© Theater am Kurfürstendamm]
Karten 030/88 59 11 88 und unter www.komoedie-berlin.de
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Traumnovelle Novelle
Von: Arthur Schnitzler
Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt: In einer Fassung von Bastian Kraft
Premiere:
16. Dezember 11 (Kammerspiele)
Regie: Bastian Kraft Bühne / Kostüme: Ben Baur Musik: Björn Deigner Video: Pietro Fiore Licht:
Johannes Richter Dramaturgie: Alexandra Althoff
Besetzung:
Albertine: Franziska Junge, Valery Tscheplanowa Fridolin:
Torben Kessler, Marc Oliver Schulze
Besprechung auf kulturfreak.de
Traumnovelle Schauspiel Frankfurt Fridolin (Marc Oliver Schulze, Torben Kessler), Albertine (Franziska Junge, Valery Tscheplanowa)
© Birgit Hupfeld
Das Paar Fridolin und Albertine provoziert sich gegenseitig zur schonungslosen Beichte ehebrecherischer Sehnsüchte. Darauf lässt sich Fridolin von Rachegelüsten durch die
Nacht treiben. Er ist bereit alles zu riskieren: sein Ansehen, seine Ehe und sein Leben. Traum und Wirklichkeit, Erfahrung und Fiktion gehen mehr und mehr ineinander über.
Uneingestandene Wünsche und Begierden gipfeln so in abgründigen erotischen Abenteuern. Bastian Kraft wurde auf dem Münchner Festival »Radikal jung« für seine
Inszenierung von Franz Kafkas »Amerika« mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.
Bastian Kraft (Regie) 1980 in Göppingen geboren, studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen u.a. bei Heiner Goebbels, Viviane de Muynck und René Pollesch. Während des Studiums
entstanden erste eigene Inszenierungen. Von 2007 bis 2010 arbeitete er als Regieassistent am Burgtheater in Wien und inszenierte dort »schöner lügen. Hochstapler bekennen«
und »Dorian Gray« nach dem Roman von Oscar Wilde. Seit 2010 ist er als freier Regisseur u.a. für das Burgtheater Wien, das Schauspielhaus Wien, das Münchner Volkstheater
und das Schauspielhaus Graz tätig. Am Thalia Theater Hamburg inszenierte er »Amerika« nach dem Roman von Franz Kafka und gewann mit dieser Arbeit den Publikumspreis
des Münchner Festivals »Radikal jung«. Am Thalia Theater führte er außerdem Regie bei der Uraufführung von »Axolotl Roadkill« nach dem Roman von Helene Hegemann und
zuletzt bei »Orlando« nach dem Roman von Virginia Woolf.
Ben Baur (Bühne und Kostüme) Geboren 1982 im südhessischen Reinheim. Er studierte Bühnen- und Kostümbild bei Joachim Ruckhäberle und Peter Schubert an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Nach
Assistenzen für Frank Phillip Schlößmann an den Opernhäusern in Köln, Amsterdam, Hannover und für die Bayreuther Festspiele wurde er 2006 in die Endrunde des
Bühnenbildpreises »Offenbacher Löwe« gewählt. Ben Baur arbeitet als freier Bühnen- und Kostümbildner für Musiktheater und Schauspiel mit den Regisseuren Anna Bergmann
, Yona Kim, Jetske Mijnssen, Patrick Schlösser, Jan Philipp Gloger, Jim Lucassen, Daniel Cremer und Michael von zur Mühlen. Seine Arbeiten waren bisher u.a. am Maxim Gorki
Theater Berlin, Schauspiel Hannover, Theater Heidelberg, Staatstheater Kassel, Schauspielhaus Bochum und an der Semperoper Dresden zu sehen.
Björn SC Deigner (Musik)
geboren 1983 in Heidelberg, studierte am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Mehrere Hörspiel-Arbeiten während des Studiums; danach Regieassistent
beim Hessischen Rundfunk, u.a. bei Franz Mon. Björn Deigner ist Hörspielmacher, Musiker der Band LUXX und Sounddesigner für Installationen und Theater. 2011 erste eigene
Inszenierung am Theater Marburg »Theater in der Finsternis: Klein Zaches, genannt Zinnober« von E.T.A. Hoffmann. Zudem wurde er für seine Tätigkeit als Autor mit
verschiedenen Förderungen bedacht, darunter die Teilnahme an den Jungdramatiker-Stipendien »interplay europe« und »world interplay«. Für die Musiktheater-Produktion
»Josefine (AT)« am Theater Krefeld Mönchengladbach, gefördert durch den Fonds Experimentelles Musiktheater, schreibt er das Libretto.
Pietro Fiore (Video)
geboren 1963 in Offenburg, studierte an der Frankfurter Städelschule bei Prof. Peter Kubelka Filmen und Kochen. Danach Festanstellung als Kameramann bei Tele-F.A.Z., u.a.
für »Netto« und »Hessenreport«. Seit 1991 ist Pietro Fiore freiberuflicher Kameramann für TV, Film und Theater. Er drehte Reisedokumentationen für »Voxtours« und Reportagen
in Krisengebieten für »Spiegel TV«. Von 1996 bis 1999 bereiste er Europa für die von Steven Spielberg gegründete Shoah Visual History Foundation und filmte Interviews mit
Zeitzeugen. Außerdem arbeitete er für die von der International Raoul Wallenberg Foundation initiierten Dokumentation »Kinderblock 66 – Return To Buchenwald«. Für
»Sozialistische Schauspieler sind schwerer von der Idee eines Regisseurs zu überzeugen« von René Pollesch arbeitete er als Kameramann für das Schauspiel Frankfurt. [© schauspielfrankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
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Türkiye – Almanya 0:0 deutsch-türkisches Projekt von: Yeşim Özsoy Gülan
Premiere:
17. Januar 2010 (Staatstheater Wiesbaden, Wartburg)
Inszenierung: Yeşim Özsoy Gülan Bühne und Kostüme: Basak Özdogan Dramaturgie: Carola Hannusch
Mit: Banu: Ivan Anderson Ana, Sibel: Franziska Werner Atiye, Cornelia: Aysun Yontar-Vogel Adrian Müller: Firat Baris Ar
Johannes, Hans Mayer: Michael Birnbaum Yusuf, Ahmet, Tülay: Burak Yigit
Deutsch-türkisches Sprachpotpourri in der Wartburg: wenn hier am Sonntag, den 17. Januar
Yeşim Özsoy Gülans Stück Türkiye – Almanya 0:0 Premiere feiert, fliegen deutsche, türkische und englische Sprachfetzen über die Bühne wie der Fußball, der Ausgangspunkt für die
Auseinandersetzung der Kulturen ist. Die Uraufführung Türkiye – Almanya 0:0 wird in deutscher und türkischer Sprache mit deutschen und türkischen Übertiteln gezeigt.
Gemeinsam mit
ihrem Ensemble switcht die Regisseurin leichthändig durch die Jahrhunderte, wechselt spielerisch Orte und Figuren, um dann doch unabhängig von Zeit und Raum erstaunliche Parallelen im
Miteinander der verschiedenen Kulturen festzustellen. Im Kampf um das persönliche Dasein stoßen die Figuren auf Sprachbarrieren und Vorbehalte. Vor hundert Jahren ebenso wie heute. Und
versuchen, diese zu überwinden. Mit ganz unterschiedlichem Erfolg…
Yeşim Özsoy Gülan wurde 1972 in Istanbul geboren und begann schon während ihres Soziologiestudiums Theaterstücke
zu schreiben. In den USA studierte sie Schauspiel und Regie und arbeitet seitdem an internationalen Theatern als Regisseurin und Autorin. 2004 war ihr Stück „Das Haus – ein kakophonisches
Stück“ im Rahmen der Theaterbiennale NEUE STÜCKE AUS EUROPA in Wiesbaden zu sehen.
Weitere Vorstellungen: Sa., 23. Januar 2010 sowie Sa., 13. und So., 21. Februar 2010, jeweils um 20 Uhr in der Wartburg
www.staatstheater-wiesbaden.de
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