Theater Sonderseite
 


Programm der Internationalen Maifestspiele 2010 im Hessischen Staatstheater Wiesbaden:
Hochkarätige Produktionen aus aller Welt aus Oper, Tanz, Schauspiel und Show


Unter der künstlerischen Leitung von Intendant Dr. Manfred Beilharz zeigen die 114. Internationalen Maifestspiele der Landeshauptstadt Wiesbaden am Hessischen Staatstheaters Wiesbaden vom 1. Mai bis 31. Mai 2010 wieder besondere und außergewöhnliche Inszenierungen der internationalen Theaterlandschaft aus Oper, Tanz und Schauspiel.

 „Auch dieses Mal ist es gelungen, Theateraufführungen aus 12 Ländern, u.a. aus China, Brasilien, Griechenland und Russland für die Maifestspiele zu gewinnen, darunter einige Deutschland- und Europapremieren. Ich freue mich auf ein großes Theaterfest im Mai“, so Manfred Beilharz zu Beginn der Pressekonferenz am 18. Februar 10.

Die diesjährigen Festspiele am 1. Mai mit einem großen Opernwerk des 20. Jahrhunderts: „Elektra“ von Richard Strauss. Die Musikalische Leitung übernimmt Generalmusikdirektor Marc Piollet, für Inszenierung und Bühne konnte die international renommierte Künstlerin Rebecca Horn gewonnen werden. Diese Produktion ist Teil der Veranstaltungsreihe „Phänomen Expressionismus“ des Kulturfonds FrankfurtRheinMain 2009-2011.

Gleich zwei Operngesamtgastspiele der Griechischen Nationaloper Athen stehen vom 7. bis 9. Mai auf dem Programm der Maifestspiele: Puccinis „La Bohème“ 7. und 8. Mai (Musikalische Leitung: Lukas Karytinos, Inszenierung: Graham Vick) mit Opernstars wie Elena Kelessidi (Mimì), Loukia Spanaki (Musetta), Sébastien Guèze (Rodolfo) und Dimitri Tiliakos (Marcello). Am 9. Mai steht dann „Ariadne auf Naxos “ von Richard Strauss in der Inszenierung von Philippe Arlaud auf dem Spielplan. Die Musikalische Leitung hat Giovanni Pacor, es singen u.a. die Star-Sopranistin Hui He (Primadonna / Ariadne) sowie der neue Bayreuther „SiegfriedLance Ryan in der Rolle des Bacchus. Ein ganz besonderen Gastspiel kommt aus China: die Yue-Oper „Butterfly Lovers “, ein poetischer Rausch mit einer nur aus Frauen bestehenden Besetzung feiert am 19. und 20. Mai in Wiesbaden ihre Europa-Premiere. Anders als in der aggressiveren Peking-Oper stehen bei der Yue -Oper die lyrischen Momente in Musik, Tanz und Sprache in deutscher Übersetzung ganz im Vordergrund.

Außerdem stehen zwei Gala-Abende mit Gästen auf dem Programm, die ein großes Renommee genießen: „Rigoletto“ am 23. Mai mit Norah Amsellem (Gilda) und Celso Albelo (Herzog) sowie „Falstaff“ am 30. Mai unter dem Dirigat von Antonello Allemandi mit Franco Vassallo als Ford sowie erneut Ambrogio Maestri als Falstaff, der auch die Titelrolle der „Rigoletto“-Gala singen wird.

Das Tanzprogramm startet am 12. Mai mit dem dreiteiligen Abend des brasilianischen Balé da Cidade de São Paulo, die mit neoklassischer Technik, feurigem Temperament und ungewöhnlicher Tanzsprache das Publikum mitreißen werden. Es folgt die Europa-Premiere einer der besten modernen Compagnien Asiens: BeijingDance / LDTX (China) mit ihrem Programm „Unspeakable“ des Choreografen Sang Jijia am 22. Mai. Das Petersburger Ballett gastiert bei den Maifestspielen am 28. und 29. Mai mit „Die rote Giselle“ von Starchoreograf Boris Eifman . Den Abschluss der Maifestspiele am 31. Mai bildet die brasilianisch-französische Compagnie Käfig, die mit „Correria/Agwa“ von Mourad Merzouki ihre Deutschland-Premiere feiert.

Im Schauspiel stehen hochrangige Produktionen aus Berlin, Hamburg und dem polnischen Poznań auf dem Programm. Vom Schauspielhaus Hamburg ist am 3. und 4. Mai Henrik Ibsens „Baumeister Solness“ in der Inszenierung des zukünftigen Intendanten des Münchner Residenztheaters Martin Kušej zu Gast. Es folgt am 15. und 16. Mai aus dem Berliner Ensemble die Uraufführung „Shakespeares Sonette“ von Robert Wilson. 25 der insgesamt 154 Sonette erwachen mit 15 Schauspielern (darunter u.a. Georgette Dee ) und der betörenden Musik des kanadischen Musikers Rufus Wainwright zum Leben. Am 24. Mai steht mit „Arche Noah. Das neue Ende von Europa “ im Kleinen Haus des Staatstheaters ein außergewöhnliches europäisches Gastspiel aus des Teatr Nowy aus Poznań auf dem Spielplan. 24 Schauspieler aus sechs Ländern (zwei davon aus Wiesbaden) stellen sich einer explosiven Mischung aus sechs Sprachen und einer großen Vielfalt aus Kulturen, Erfahrungen und Temperamenten. Am 25. und 26. Mai darf sich das Publikum auf eine der letzten Inszenierungen des im vergangenen Jahr verstorbenen Regisseurs Jürgen Gosch freuen, der mit „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ bei den Maifestspielen 2005 zu Gast war. In  „Onkel Wanja “ von Anton Tschechow steht ein hochkarätiges Schauspielensemble (u.a. Constanze Becker, Meike Droste, Jens Harzer, Ulrich Matthes) auf der Bühne, die das Stück – komisch und tieftraurig zugleich – nach Wiesbaden bringen.

Abgerundet wird das Programm mit Solo-, Konzert- und Kabarettabenden bekannter Künstler und Ensembles. Nach ihrem umjubelten Konzert bei den Internationalen Maifestspielen 2006 kommt die aserbaidschanische Künstlerin Aziza Mustafa Zadeh am 5. Mai erneut nach Wiesbaden, diesmal mit einem Jazz-Trio. Ebenfalls „alte Bekannte“ sind die sieben Meister des „einfühlsamen Blechgesanges“: Mnozil Brass aus Österreich, die am 10. Mai mit ihrer  neuesten Show „Magic Moments“ das Publikum verzaubern werden. Die immer ausverkaufte Wartburg-Revue „ Schwarz-Rot-Petticoat!“ zieht für zwei Abende ein in den Malersaal (14. und 16. Mai), kurz unterbrochen von „Under the Covers“ der britischen A capella Band The Magnets am 15. Mai. Am 27. Mai startet dann im Kleinen Haus das preisgekrönte Kabarett-Duo Pause und Alich durch mit ihrem Programm „Durchstarten“.

Das Programm der Jungen Woche , die aus dem IMF-Programm nicht mehr wegzudenken ist, gibt gleich zu Beginn der Festspiele nicht nur den jüngeren Zuschauern Gelegenheit, Theater aus ganz Europa zu sehen und zu erleben. Neben der musik-theater-werkstatt, die zu elektroakustischer Musik des griechischen Komponisten Iannis Xenakis einlädt, steht bei dem Ensemble Mattiacis die Oper von Claudio Monteverdi „L’Incoronazione di Poppea (Die Krönung der Poppea)“ auf dem Programm. Wie in jedem Jahr zeigt auch das Programmkino Caligari ausgewählte Filme, die sich thematisch oder ästhetisch auf die eingeladenen Produktionen beziehen.

Die Maifestspiele 2009 waren mit rund 22.000 Besuchern sehr erfolgreich und erreichten eine Auslastung von durchschnittlich 92,13 % aller zur Verfügung stehender Plätze. Das Budget 2010 umfasst 1.512.800 Mio €, wobei die Eigeneinnahmen 704.550 €, Sponsorengelder und Spenden des Fördervereins weitere rund 135.000 € betragen. Die Stadt Wiesbaden zahlt einen Zuschuss in Höhe von 553 .950 €, das Land Hessen 76.000 €. Die Einnahmeerwartungen aus dem Jahre 2009 wurden übertroffen, so konnten 43.300 € als Überschuss für die Maifestspiele 2010 übertragen werden.

Der Intendant dankte den Förderern von Stadt und Land und besonders den Mitgliedern des Fördervereins der Internationalen Maifestspiele e. V. , stellvertretend ihrem Vorsitzenden Hans Christian Bremme und Zsolt Gheczy für ihr großes Engagement.

Der Kartenvorverkauf läuft seit Samstag, den 20. Februar 2010.
Kartenvorverkauf online unter www.staatstheater-wiesbaden.de
email:
vorverkauf@staatstheater-wiesbaden.de
Kartentelefon: 0611. 132 325, Fax: 0611. 132 367

Das Programm:

Musiktheater

Festliche Eröffnung
Sa 1. Mai, 18.30 Uhr, Kolonnaden: Elektras Lächeln
Uraufführung von Ernst August Klötzke

Der Moment, in dem Elektra in Richard Strauss' gleichnamiger Oper, der Eröffnungspremiere der Internationalen Maifestspiele 2010, ihren Bruder Orest wiedererkennt, ist Ausgangspunkt der Komposition "Elektras Lächeln" für Blechbläser von Ernst August Klötzke. Es spielen Blechbläser der Wiesbadener Musikakademie unter der Leitung von Joachim Tobschall.

Eröffnungspremiere
Sa 1. Mai, 19.30 Uhr und Mo 17. Mai, 20.15 Uhr, Großes Haus, Hessisches Staatstheater Wiesbaden: Elektra
Tragödie von Richard Strauss
Musikalische Leitung Marc Piollet
Inszenierung und Bühne Rebecca Horn
Wie in den vergangenen Jahren eröffnet das Hessische Staatstheater Wiesbaden die Internationalen Maifestspiele 2010 mit einer Literaturoper der klassischen Moderne. Generalmusikdirektor Marc Piollet und die international gefeierte Künstlerin Rebecca Horn entwickeln, ausgehend von der hochexpressiven Musik, unerwartete Bilder zu der spannungsgeladenen Handlung um den Rachewunsch der Königstochter. In den weiblichen Hauptrollen sind Lisa Livingston (Elektra) , Janice Dixon (Chrysothemis) und Renée Morloc (Klytämnestra) zu erleben. "Elektra" wird im Rahmen des Projekts "Phänomen Expressionismus" des Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main 2009-2011 präsentiert.

Filmvorführung, Mo 17. Mai, 19.30-19.50 Uhr, Großes Haus: Fata Morgana
Film von Rebecca Horn
Vor der 2. "Elektra"-Vorstellung wird der für das Teatro La Fenice in Venedig entstandene Film "Fata Morgana" von Rebecca Horn gezeigt.

Fr 7. Mai und Sa 8. Mai, je 19.30 Uhr, Großes Haus, Griechische Nationaloper Athen: La Bohème
Oper von Giacomo Puccini
Musikalische Leitung Lukas Karytinos
Inszenierung Graham Vick
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Selten hat eine Oper eine so perfekte Balance zwischen lyrischen, humorvollen und tragischen Momenten gefunden wie "La Bohème". In seiner Athener Inszenierung überträgt der weltweit renommierte Regisseur Graham Vick das Leben der Pariser Bohémiens von 1830 in die 50er Jahre, ohne den Sinn dieses Meisterwerks anzutasten.
Mit Opernstars wie Elena Kelessidi (Mimì), Loukia Spanaki (Musetta), Sébastien Guèze (Rodolfo) und Dimitri Tiliakos (Marcello).

So 9. Mai, 19.30 Uhr, Großes Haus, Griechische Nationaloper Athen (Griechenland): Ariadne auf Naxos
Oper von Richard Strauss
Musikalische Leitung Giovanni Pacor
Inszenierung, Licht und Bühne Philippe Arlaud

Die von Theseus verlassene Ariadne wird von Harlekin und Zerbinetta getröstet! Eine solche Mischung gab es in der großen Oper bis dahin noch nicht. Bis heute ist "Ariadne auf Naxos" auf den Spielplänen wegen ihrer besonderen Besetzung – anspruchsvolle Solorollen, kleines Orchester, kein Chor – fast eine Rarität. Für dieses Gastspiel konnte mit der Star-Sopranistin Hui He eine außergewöhnliche Interpretin für die Partie der Primadonna / Ariadne gewonnen werden. Neben ihr glänzt der neue Bayreuther "Siegfried" Lance Ryan in der Rolle des Bacchus.

Mi 19. Mai und Do 20. Mai, je 19.30 Uhr, Großes Haus, Zhejiang Xiaobaihua Yue Opera Troupe (China), Europa-Premiere: Butterfly Lovers
Chinesische Oper von Weng Chigeng und Liu Jiankuan Libretto von Feng Jie, Yang Dongbiao und Tang Qin
Inszenierung Guo Xiaonan
In chinesischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ein besonderes Gastspiel aus der Theater-Tradition des Fernen Ostens: Die Yue-Oper aus China, die einen hohen artistischen und ästhetischen Standard hat, wird nur von Frauen gesungen, getanzt und gespielt – auch die Männerrollen. Ursprünglich entstand die Yue-Oper aus den Treffen der aus gesellschaftlicher Konvention ans Haus gefesselten Damen der künstlerisch gebildeten besseren Gesellschaft. Dabei erzählten sie Liebesgeschichten, die sie anschließend zu lyrischen Theaterstücken verarbeiteten, selber vertonten und aufführten.

Opern-Gala-Abend
So 23. Mai, 19.30 Uhr, Großes Haus, Hessisches Staatstheater Wiesbaden: Rigoletto
Oper von Giuseppe Verdi
Musikalische Leitung Marc Piollet
Inszenierung Hermann Schmidt-Rahmer
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Der Hofnarr Rigoletto des Herzogs von Mantua wird von einem verzweifelten Vater mit einem Fluch belegt. Rigoletto verstrickt sich immer mehr in tragische Verhängnisse, so dass der Fluch eine grausame Logik entwickelt: Rigoletto wird schließlich zum Handlanger der Mörder seiner Tochter Gilda, die mit dem Herzog ihre erste Liebe erfahren hat. In Verdis Meisterwerk treten als Galagäste Solisten von großem Renommee auf: Ambrogio Maestri (Rigoletto), Norah Amsellem (Gilda) und Celso Albelo (Herzog).

Opern-Gala-Abend
So 30. Mai, 19.30 Uhr, Großes Haus, Hessisches Staatstheater Wiesbaden: Falstaff
Lyrische Komödie in drei Akten von Giuseppe Verdi
Musikalische Leitung Antonello Allemandi
Inszenierung Christian Spuck
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Geradezu schwerelos bewegt sich Verdis "Falstaff" zwischen romantischer Phantasie, skurriler Charakterkomödie, Buffo-Typik und sentimentaler Poesie. Die Galagäste dieser gefeierten Inszenierung sind große Künstler von internationalem Rang: der Dirigent Antonello Allemandi, Franco Vassallo als Ford sowie Ambrogio Maestri als Falstaff, der bei diesen Maifestspielen auch für die Titelrolle der "Rigoletto"-Gala gewonnen werden konnte.

Tanz

Mi 12. Mai, 19.30 Uhr und Do 13. Mai, 18.00 Uhr, Großes Haus, Balé da Cidade de São Paulo (Brasilien): Canela Fina / Frágil / La Valse / A Linha Curva
von Cayetano Soto, Luiz Arrieta und Itzik Galili

Die für ihre brillante neoklassische Technik, das feurige Temperament und die ungewöhnliche Tanzsprache bekannte Compagnie Balé da Cidade de São Paulo zeigt vier ihrer erfolgreichsten, mehrfach ausgezeichneten Choreografien. In "A Linha Curva" beispielsweise entfesselt die Live-Band Percossa einen Wirbelsturm, der die Zuschauer von den Sitzen reißt. Die technische und interpretatorische Vielfalt, die die Truppe in ihren Produktionen zum Ausdruck bringt, lässt unterschiedliche Stilrichtungen in das Repertoire einfließen.

Sa 22. Mai, 19.30 Uhr, Großes Haus, Europa-Premiere, BeijingDance / LDTX (China): Unspeakable
von Sang Jijia

Mit der Produktion "Unspeakable" (Unaussprechlich) stellen die Maifestspiele einen besonderen Choreografen und eine der besten modernen Compagnien Asiens vor. Sang Jijia zeigt 14 Tänzer, die sich im Ambiente einer Großstadt behaupten. Seine Choreografie zeichnet sich durch eine schnörkellose Sprache aus, die den hohen technischen Anspruch seiner Arbeit vergessen macht. Die Ästhetik erinnert an fotografisch eingefangene Bilder.

Fr 28. Mai und Sa 29. Mai, je 19.30 Uhr, Großes Haus, St. Petersburger Ballett-Theater (Russland): Die rote Giselle
von Boris Eifman

Der Starchoreograf Boris Eifman zeichnet das Leben der perfekten "Giselle", der berühmten Ballerina Olga Spessiwtzewa (1895-1991) im Exil zur Zeit der russischen Revolution nach. Als klassisches Ballett mit modernem Spitzentanz auf allerhöchstem Niveau lässt die Compagnie diese faszinierende Persönlichkeit wieder aufleben und erinnert an die vielen begabten Menschen, die aus politischen Gründen gezwungen waren, Russland zu verlassen.

Mo 31. Mai, 19.30 Uhr, Großes Haus, Deutschland-Premiere, Compagnie Käfig (Brasilien / Frankreich): Correria / Agwa
von Mourad Merzouki

Die Compagnie Käfig aus Lyon zeigt ihre Erfolgsproduktion vom Beginn dieses Jahres: In "Correria" findet ein Wettlauf gegen die Zeit statt, "Agwa" ist ein Stück über das Element Wasser. Das ambitionierte Projekt erarbeitete der Choreograf Merourad Merzouki mit elf Tänzern aus Brasilien, es zeigt die Begegnung verschiedener künstlerischer und sozialer Welten und die Vermischung von Hip -Hop, Capoeira, Samba, Bossa Nova und Akrobatik zu einem atemberaubenden und energiegeladenen Tanz.

Schauspiel

Mo 3. Mai und Di 4. Mai, je 19.30 Uhr, Großes Haus, Schauspielhaus Hamburg: Baumeister Solness
von Henrik Ibsen
Inszenierung Martin Kušej

Baumeister Solness hat sein Leben einem rigorosen Erfolgsstreben untergeordnet. Als plötzlich die junge Hilde Wangel in sein Leben platzt, erscheint ihm alles in einem neuen Licht. Gibt es mit ihr die Chance eines Neuanfangs? Martin Kušej zeigt Ibsens Alterswerk in einer glasklaren Inszenierung, die von den glänzenden Hauptdarstellern Werner Wölbern und Katharina Schmidt getragen wird.

Sa 15. Mai und So 16. Mai, je 19.30 Uhr, Großes Haus, Berliner Ensemble: Shakespeares Sonette
Uraufführung von Robert Wilson und Rufus Wainwright
Inszenierung, Bühne, Lichtkonzept Robert Wilson
Musik Rufus Wainwright

"Shakespeares Sonette": Was ist schön – was ist hässlich? Ist Eifersucht Beweis von Liebe – oder gerade das Gegenteil? Wann trügt der Schein? – Macht Liebe blind – oder öffnet sie die Augen? Was bleibt, wenn wir nicht mehr sind? Mit der Uraufführung "Shakespeares Sonette" ist ein aufregender, poetisch dichter und bilderreicher Theaterabend entstanden. 25 der insgesamt 154 Sonette erwachen mit 15 Schauspielern und der betörenden Musik des kanadischen Musikers Rufus Wainwright zum Leben.

Mo 24. Mai, 19.30 Uhr, Kleines Haus, Teatr Nowy, Poznań (Polen), Uraufführung: Arche Noah. Das neue Ende von Europa
(Noah’s Ark. The New End of Europe)
von Janusz Wiśniewśki und Michał Handelzalts
Inszenierung, Bühne und Kostüme Janusz Wiśniewśki

24 Schauspieler aus sechs Ländern (davon zwei aus Wiesbaden) sind für ein außergewöhnliches Theaterereignis zusammengekommen. Auf der Bühne herrscht eine explosive Mischung aus sechs Sprachen und einer Vielfalt von Kulturen, Erfahrungen und Temperamenten. Man muss die sechs Sprachen der Figuren nicht sprechen können, um ihre Gefühle, Gedanken und Hoffnungen zu verstehen. Janusz Wiśniewśki hat mit Lust und – im wahrsten Sinne des Wortes – grenzenloser Phantasie das große Abenteuer einer internationalen Theaterfamilie ins Leben gerufen.

Di 25. Mai und Mi 26. Mai, je 19.30 Uhr, Großes Haus, Deutsches Theater Berlin: Onkel Wanja
Von Anton Tschechow
Inszenierung Jürgen Gosch

Diese "Onkel Wanja"-Inszenierung ist eine theatralische Kostbarkeit. In einer seiner letzten Inszenierungen hat der bedeutende Theaterregisseur Jürgen Gosch mit seinem hochkarätigen Schauspielensemble (Constanze Becker, Meike Droste, Jens Harzer, Ulrich Matthes u.v.m.) einen Tschechow-Abend auf die Bühne gebracht, der komisch und tieftraurig zugleich ist, trostlos und tröstlich. In dieser Aufführung sieht man Menschen beim Leben zu. Wie sie warten und sich sehnen und darüber zu handeln vergessen. Lächerlich sind solche ungelebten Leben. Und zum Weinen.

Konzerte und mehr...

Mi 5. Mai, 19.30 Uhr, Großes Haus, Jazz-Konzert: Aziza Mustafa Zadeh (Aserbaidschan)
Jazz Trio

Die Verwandlungskunst von Aziza Mustafa Zadehs Stimme ist phänomenal: sie erlaubt diesem fabelhaften Feenwesen eine wundersame musikalische Welt- und Zeitreise. Kaum eine Gattung, die bei ihr nicht aufblitzt: die Orientalik ihrer Heimat, der klassische Jazz, die große Literatur des Klaviers und die Welt der italienischen Oper. Wahnwitziger Scat-Gesang folgt sekundenschnell auf Arien oder traumhaft gehauchte Balladen. Aziza Mustafa Zadeh besitzt die Gabe, daraus einen dramaturgisch exzellent aufbereiteten Abend des Ungewöhnlichen zu gestalten.
Mit Aziza Mustafa Zadeh (Gesang und Klavier), Ralf Cetto (E-Bass), Simon Zimbardo (Schlagzeug)

Do 6. Mai, 19.30 Uhr, Foyer: Portraitkonzert Gabriel Fauré
In Frankreich gefeiert, im Ausland selten gespielt: In diesem Portraitkonzert zu Gabriel Fauré (1845-1924) wird Leben und Werk eines großen, doch eher unbekannten Komponisten vorgestellt.

Mit Ute Döring (Mezzosopran), Antonio Grimaldi (Klavier) und den Wiesbadener Solisten: Karl-Heinz Schultz (Violine), Maryna Verameyeva (Violine), Lorna Wilson (Viola) und Stephan Breith (Violoncello ). Moderation: Bodo Busse

Mo 10. Mai, 19.30 Uhr, Großes Haus: Mnozil Brass (Österreich)
Magic Moments

In ihrer neuesten Show verzaubern und berühren die sieben Meister des "einfühlsamen Blechgesanges" das Publikum. Die Musiker, die zum 3. Mal in Wiesbaden auftreten, spielen angewandte Blechmusik für alle Lebenslagen.

Fr 14. Mai und So 16. Mai, je 20.00 Uhr, Malersaal, Einlass 19.30 Uhr, Hessisches Staatstheater Wiesbaden: Schwarz-Rot-Petticoat!
Ein bunter Abend in Schwarz-Weiß
Die 50er-Jahre-Revue in der XXL-Version

Mit Uwe Sochaczewsky, Simone Brähler, Klaus Krückemeyer, Wolfgang Vater und der Band "Die Falschen Fuffziger"
Die 50er Jahre erleben ihre Wiederauferstehung in der erweiterten XXL-Version der Kultrevue mit vielen neuen Liedern und Texten!

Sa 15. Mai, 21.00 Uhr, Malersaal, Einlass 20.30 Uhr: The Magnets Vocal & Beat (Großbritannien)
Under the Covers
A cappella für das 21. Jahrhundert! Mit einer herkömmlichen A cappella-Formation im Frack sind die "six guys from London" nicht zu vergleichen. Die Band groovt, verwöhnt mit atemberaubenden Melodien und einer unwiderstehlichen Melange aus Pop, Soul, R&B und Dance. "Under the Covers" beweist mit Hits von David Bowie bis Lady Gaga, von Sting bis Franz Ferdinand, dass hochkarätiger A cappella-Pop so und tanzbar und unterhaltsam ist.

Di 18. Mai, 19.30 Uhr, Foyer: musik-theater-werkstatt
Ein Grieche in Paris: Elektronische Musik von Iannis Xenakis
"Orient/Occident" (1960), "Pour la Paix IV" (1981), "Voyage absolu des
Unari vers Andromède" (1989), "Gendy 3" (1991)
Klangregie Ernst August Klötzke
Die elektroakustische Musik des griechischen Komponisten Iannis Xenakis (1922-2001) ist selten zu hören, obwohl die Stücke, die er mittels stochastischer Prozesse für Tonband komponiert hat, einen besonderen Stellenwert innerhalb seines Schaffens einnehmen.

Mo 24. Mai, 18.00 Uhr, Foyer: Barockoper (konzertant)
Ensemble Mattiacis
L’Incoronazione di Poppea (Die Krönung der Poppea)
Oper von Claudio Monteverdi
Werkeinrichtung und Leitung: Thomas de Vries
Auch nach fast 350 Jahren hat Claudio Monteverdis geniales Intrigenstück über Kaiser Nero und seine Geliebte Poppea nichts von seiner Frische verloren. Zum 4. Mal präsentiert das Ensemble Mattiacis ein selten gespieltes Meisterwerk des Barocks.

Do 27. Mai, 19.30 Uhr, Kleines Haus: Pause & Alich
Durchstarten

Alles fällt! – Die Kurse, die Werte und die Temperaturen. Wie immer kämpfen Fritz und Hermann nicht nur miteinander und mit sich selbst, sondern auch für eine bessere Welt! In ihrer 8. Produktion zeigen die erfolgreichen Kabarettisten, wie sie sich mit viel Satire an den Breschen des Alltags und der Weltpolitik aufreiben.

Junge Woche

Eröffnung der Jungen Woche 2010,So 2. Mai, 19.30 Uhr, Kleines Haus, Koproduktion junges theater basel – Theater Basel (Schweiz): Dear Wendy
12+
nach dem Drehbuch von Lars von Trier

Der Außenseiter Nik liebt Wendy, einen 6,65 mm Doppel-Aktion-Revolver. Mit ihm fühlt er sich stark. Er wird Mitglied im Klub der Dandys, in dem sich alles um Waffen dreht. Es geht solange gut, bis Nik zum Bewährungshelfer für eine Kollegin ernannt wird.

Mi 5. Mai, 19.30 Uhr, Kleines Haus, Theater Mogul, Berlin: Flhip Flhop
12+
Zwei Jungs. Ein Eimer. Und jede Menge Skills
Nach dem gleichnamigen Original von Rannel Theatre & makin projects (UK)

"Flhip Flhop" ist die Geschichte von zwei Freunden, die aus ihrem Alltag entfliehen wollen und sich weigern, ihre Träume aufzugeben. Das Stück gibt mit seinem frischen Witz und seinen Tanz- und Soundeinlagen dem Phänomen HipHop wieder seine ursprüngliche Lebensfreude zurück.

Do 6. Mai, 19.30 Uhr, Kleines Haus, Bühne, Uraufführung, Deutsches Theater Berlin / Gintersdorfer / Klaßen: 7% Hamlet
14+

Für den Schauspieler Bernd Moss und den ivorischen Tänzer, Sänger und Choreographen Franck Edmond Yao ist Shakespeares Hamlet zunächst nur Anlass des Gesprächs, ein Sprungbrett: Welche Themen werden behandelt? Wo stimmen die Erzählungen der Darsteller überein und wo prallen sie aufeinander?

Fr 7. Mai, 19.30 Uhr und Sa 8. Mai, 15.00 Uhr Bühne Kleines Haus, Velo Theatre (Frankreich): Enveloppes et Deballages (Einpacken und Auspacken)
Ein sonderbarer Postbote verwandelt sich zum Zusteller von Traumgeschichten. Seine Neugier lässt ihn die Pakete öffnen. Er entdeckt Geschichten aus fernen Ländern, wundervollen Hafenstädten und märchenhaften Urlaubsorten. Diese Reisefiktion lässt vom Dschungelpaket bis zum Zirkuspäckchen gleichzeitig Verzauberung, Fernweh und Sehnsuchtsszenario lebendig werden.

Sa 8. Mai, 19.30 Uhr, Kleines Haus, Paolo Nani (Italien): The Letter / Der Brief
 10+

Paolo Nani spielt eine einfache Szene: Ein Brief soll geschrieben werden. Eine Geschichte, die sich in unzähligen Variationen wiederholt. Das Besondere: es wird nie ein Wort gesprochen.

www.maifestspiele.de


RUHR.2010 – Das Ruhrgebiet ist Kulturhauptstadt Europas
Das Ruhrgebiet hat sich auf den Weg gemacht, mitten in Europa eine Kulturmetropole neuen Typs zu werden. Die Auszeichnung als „Kulturhauptstadt Europas“ durch die EU bedeutet für die Region Anerkennung der kulturellen Kraft, die den Wandel vom industriellen zum neuen attraktiven und dynamischen Ruhrgebiet prägt. RUHR.2010 ist ein kulturelles Entwicklungsprojekt von europäischer Dimension, das in der spannenden und kontrastreichen Stadtlandschaft des Ruhrgebiets nachhaltige Wirkung erzeugen wird.
Zum ersten Mal wird mit dem Ruhrgebiet eine Metropolregion mit 5,3 Millionen Einwohnern den Titel Kulturhauptstadt Europas tragen. In bisher beispielloser Weise haben sich die 53 Städte für das ehrgeizige Projekt zusammengeschlossen. Der Europäische Rat hatte den Titel im November 2006 an die Stadt Essen stellvertretend für das ganze Ruhrgebiet vergeben. Für die Vorbereitung und Durchführung des Kulturhauptstadt-Jahres haben der Regionalverband Ruhr (RVR), das Land NRW, die Stadt Essen und der Initiativkreis Ruhr eine Trägergesellschaft für die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 gründet. Die RUHR.2010 GmbH hat Anfang 2007 ihre Arbeit aufgenommen.
Der Aufsichtsrat der RUHR.2010 GmbH hat Dr. h. c. Fritz Pleitgen, ehemaliger WDR-Intendant, zum Vorsitzenden der Geschäftsführung ernannt. Prof. Dr. Oliver Scheytt, der als Moderator die Ruhrgebietsbewerbung zum Erfolg geführt hatte, ist Geschäftsführer der RUHR.2010 GmbH. Eine vierköpfige künstlerische Leitung hat die Verantwortung für das Programm übernommen. Rund 2.000 Projektvorschläge von Künstlern, Initiativen, Institutionen und RUHR.2010-Begeisterten sind ausgewertet worden. Die Projekte sind den vier Handlungsfeldern „Stadt der Möglichkeiten“, „Stadt der Künste“, „Stadt der Kulturen“ und „Stadt der Kreativität“ zugeordnet, die das gesamte Ruhrgebiet als Spielfläche des Programms erschließen sollen. Empfangsort für die Besucher wird das Welterbe Zollverein in Essen sein. Darüber hinaus wird es vier weitere Besucherzentren in Oberhausen (Platz der guten Hoffnung/ CentrO), Bochum (Viktoria Quartier), Dortmund (Dortmunder U) und Duisburg (City Palais) geben.

Für Vorbereitung und Durchführung des Kulturhauptstadt-Programms ist von 2007 bis 2011 ein Budget von insgesamt 65,5 Millionen Euro gesichert. Das Programm von RUHR.2010 soll Europa inspirieren, das Ruhrgebiet kennen zu lernen. Landschaft und Leute, Kunst und Kultur, Entdecken und Erleben der Industriekultur werden Besucher aus ganz Europa ins Ruhrgebiet locken.

Entdecken
Stadt der Möglichkeiten 2010
Prof. Karl-Heinz Petzinka, Architekt und Vorsitzender der Geschäftsführung des Wohnungsbauunternehmens THS Wohnen GmbH in Gelsenkirchen, ist künstlerischer Direktor für das Themenfeld „Stadt der Möglichkeiten“. Als Projekte werden u. a. realisiert:

Emscherkunst 2010
Die Emscher-Insel bildet das Herzstück des Neuen Emschertals zwischen den Städten Castrop- Rauxel im Osten und Oberhausen im Westen. Mit dem Projekt Emscherkunst 2010 ist eine Ausstellung geplant, die diesen spannenden, durch unterschiedlichste Nutzungen geprägten Raum für die Besucher erlebbar macht. Kunst im Öffentlichen Raum mit urbanen Schwerpunkten, aber auch Aspekte der Garten- oder Landschaftskunst werden bei der durch Prof. Florian Matzner kuratierten Ausstellung eine Rolle spielen. Nach dem Auftakt im Kulturhauptstadtjahr soll das Ereignis biennal oder triennal weitergeführt werden.

SchachtZeichen
Das Projekt könnte eines der einprägsamsten Bilder der Kulturhauptstadt Europas schaffen. Ruhrgebietsweit werden hunderte orangefarbene Luftskulpturen in den Himmel ragen und so die Wurzeln des Ruhrgebiets, die Schächte, markieren. Am Tag und in der Nacht weithin sichtbar, zeigen sie dem Betrachter die Orte auf, an denen in den letzten 100 Jahren Männer ‚Unter Tage’ geschuftet haben. Viele Schächte, die einst das Stadtbild prägten, sind heute verschwunden. SchachtZeichen setzt ein künstlerisches und emotionales Zeichen im und für das Ruhrgebiet.

Erleben
Stadt der Künste 2010
Künstlerischer Direktor für die „Stadt der Künste“ ist Steven Sloane. Der Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker ist verantwortlich für die Darstellenden Künste im Programm RUHR.2010.
Als Projekte werden u. a. realisiert:

Odyssee Europa
Auf die Spur des ältesten europäischen Reisenden begeben sich sechs Schauspielhäuser der Region bei ihrem ersten gemeinsamen Kooperationsprojekt. Die europäischen Autoren Emine S. Özdamar, Roland Schimmelpfennig, Peter Nádas, Grzegorz Jarzyna, Christoph Ransmayr, Enda Walsh deuten die Odyssee des Homer neu.

!SING – DAY OF SONG
Die musikalische Bürgerbewegung animiert die Menschen zum Singen. Das größte Chor-Konzert Europas in der VELTINS-Arena wird Amateurchöre des Ruhrgebiets sowie die der europäischen Partnerstädte zusammenführen. Der künstlerische Direktor Steven Sloane zu seinem „DAY OF SONG": „Wir haben vor, einen neuen Feiertag zu erfinden."

Bewegen
Stadt der Kulturen 2010
Verantwortlich als künstlerische Direktorin für die „Stadt der Kulturen“ ist Aslı Sevindim. Die Journalistin und Autorin arbeitet u. a. als WDR-Moderatorin.
Als Projekte werden u. a. realisiert:
TWINS
Aktive und kreative Europäer aus über 150 Partnerstädten des Ruhrgebiets werden zu gemeinsamen Kulturprojekten erwartet. TWINS belebt die Städtepartnerschaften und will ein kreatives Netzwerk in Europa etablieren. Mittlerweile sind mehr als 1.500 Partner aus der Metropole Ruhr, ganz Europa sowie anderen Kontinenten aktiv eingebunden.

MELEZ – Geschichten vom Zusammenleben
Die kulturelle und soziale Vielfalt unserer Region erforschen, anerkennen und abbilden, daraus entstehende neue Kunst- und Kulturprojekte beleuchten, die Vielfalt unseres potentiellen Publikums bei der Programmgestaltung berücksichtigen, um neue Zuschauer und Aktive für Kunst und Kultur zu gewinnen: MELEZ versucht das zum Programm zu machen.

Fördern
Stadt der Kreativität
Prof. Dieter Gorny verantwortet den Bereich Kreativwirtschaft. Er ist Medienmanager und u. a. Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie e.V..RUHR.2010 ist die erste Kulturhauptstadt Europas, die dieses Themenfeld inhaltlich und personell besetzt.
Als Projekte werden u. a. realisiert:
Kreativ.Quartiere
Urbane Qualität und kreative Areale – Faktoren, die urbane Räume zu einer Metropole machen. Dynamik in den Wechselwirkungen zwischen Kunst, Kultur, Ökonomie und Bildung sind in diesem Prozess entscheidende Impulse. Kreativ.Quartiere sind Orte, die modellhaft den urbanen Entwicklungsprozess einer Metropole im Werden sicht- und erlebbar machen: z.B. das Areal des Dortmunder U, das Viktoria Quartier Bochum sowie Unna Massimo.

2010lab – Die digitale Creative City Ruhr
Ziel ist es, eine Plattform zu entwerfen bzw. zu programmieren, die neue zeitgenössische Kunst, Kultur und Kreativität vermittelt, ihre ökonomischen Auswirkungen auf die zukünftige Entwicklung urbaner Ballungsräume debattiert und zugleich auch selbst eine neue digitale Kunst- bzw. Kommunikationsform ist. Für den zukünftigen ökonomischen wie identifikatorischen Erfolg der Metropole Ruhr sind Kommunikation und Vernetzung grundlegende Voraussetzungen. Ohne das passende (digitale) Medium fehlt nicht nur der Kulturhauptstadt, sondern auch der Kultur und Kreativität insgesamt der kommunikative Keilriemen, der Ideen, Kreativität und Content in Kommunikation, Ökonomie und Identität umsetzt.

Daten und Fakten zum Ruhrgebiet:
Das Ruhrgebiet: 5,3 Millionen Einwohner, 11 kreisfreie Städte und vier Kreise bilden den Regionalverband Ruhr (RVR) mit Duisburg im Westen, Dortmund im Osten, Recklinghausen im Norden, Hattingen im Süden und vielen anderen Städten. Stadt Essen: Mitten im Ruhrgebiet, rund 587.000 Einwohner, Sitz von zehn der 100 größten Unternehmen Deutschlands. 1986 schließt mit Zollverein XII das letzte Bergwerk, seit mehr als 30 Jahren Wandel zur Dienstleistungsmetropole: Produzierendes Gewerbe rund 20 Prozent, Dienstleistungen rund 80 Prozent.

Auszug aus dem Votum der EU - Expertenjury:
„Die zentrale Herausforderung, die der Bewerbung Essens und des Ruhrgebiets zugrunde liegt, ist die Erneuerung einer Industrieregion von 53 Städten und 5,3 Mio. Bewohnern aus 140 Nationen durch Kultur – ihre Verwandlung in eine neue lebendige Metropole. Das Komitee möchte den innovativen Charakter einiger der Hauptprojekte wie das „Fliegende Rathaus“, „Die Zweite Stadt“ oder „Melez“ -Labor und Festival hervorheben. Auswärtigen Besuchern wird eine Vielzahl von Veranstaltungen im Rahmen dieser Projekte geboten.
Zugleich erkennt das Komitee die Bemühungen an, Kinder und Jugendliche aus Migrantenfamilien durch Kultur zu integrieren und sie zu ermutigen, aktiv an den Projekten in 2010 teil zu nehmen. Während wir in vollem Maße den Ansatz und den symbolträchtigen Charakter der Görlitzer Bewerbung anerkennen, war das Komitee doch von dem anspruchsvollen Konzept des Projekts „Essen für das Ruhrgebiet“ überzeugt – von seinem innovativen Charakter und von der großen Vielfalt der Projekte und Ansätze, die für 2010 das Programm bestimmen.
Des Weiteren ist das Komitee der Ansicht, dass dieses innovative Konzept und Programm das Interesse vieler EU-Bürger wecken kann, eine große Zahl an Besuchern aus ganz Europa und darüber hinaus anziehen kann und außerdem bedeutende Anteile der Ruhrgebiets-Bevölkerung mobilisieren kann, aktiv am Geschehen teil zu nehmen.
Schließlich hatte das Komitee den Eindruck, dass der Wandel der einst größten Industrieregion und der größten „Kohlenzeche“ Europas zu einer lebendigen Metropole der Zukunft durch den „Wandel durch Kultur“ zu einem Symbol für die Rolle werden kann, den die Kultur in jeder Europäischen Metropole einnehmen sollte. Und das Ruhrgebiet könnte zu einem Symbol für andere Ballungszentren in Europa werden, denen ähnliche Veränderungen bevorstehen. Nach umfassender Debatte, die sich auf die Ziele und Kriterien des Kulturhauptstadt-Projekts stützte, kam die Jury zu dem festen Konsens, Essen für den Titel zu empfehlen – wegen des innovativen und herausragenden Charakters des Projekts und der Bedeutung, die die Region dem Projekt bis 2010 und darüber hinaus beimisst .“

Die Idee
Die Idee der Europäischen Kulturhauptstadt stammt von der ehemaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri. Auf ihre Initiative hin wird seit 1985 jedes Jahr einer anderen Stadt der Titel „Kulturhauptstadt Europas“ verliehen. Die erste in der langen Reihe der Kulturstädte war Athen. Wichtigste Absicht war es, die Völker der EU-Mitgliedsstaaten einander näher zu bringen, die kulturelle Zusammenarbeit zu verbessern und neben dem politischen auch den kulturellen Einigungsprozess zu fördern.

Ausführliche Informationen unter: www.ruhr2010.de

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