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Rabenkind Von:Bert Strebe
Zur Inszenierung des Freien Schauspiel Ensemble Frankfurt
Premiere: 2. März 08 Weitere Vorstellungen:7./ 8./ 13./ 14. März, 5./ 6./ 10./ 11. April
Inszenierung: Reinhard Hinzpeter
Bühne: Gerd Friedrich
Es spielen: Neda Rahmanian und Babette Winter
Cora, mein Engel, du bist so still. Ich kann dich fast nicht spüren, dein Haar fliegt durch den Raum, du schwebst ja, wie eine Feder…
Du fliegst ja. Wo willst du hin?
Zum Stück: Alexa J., 21 Jahre, alkoholkrank, ließ ihre dreijährige Tochter Cora qualvoll verhungern. - Nach 3 Jahren im Gefängnis kann sie noch
immer nicht der Wahrheit ins Gesicht sehen und flüchtet sich in die Wahnvorstellung: ihr Kind lebt, und sie wohnt mit ihm nach wie vor in der kleinen, dunklen Wohnung mit Spinnweben und
Fliegendreck. Zug um Zug lässt "RABENKIND"- Autor Bert Strebe die desolate Welt der Alexa J. entstehen und schafft es, durch die suggestive Dichte seiner Sprache den Zuschauer in
diese Welt hineinzuziehen und sich den wirren Gefühlen und Phantasien Alexas zu überlassen. Das Sozialdrama verwandelt sich in ein Traumspiel, in dem der Kindsmörderin eine geheimnisvolle
Unbekannte erscheint. Wie durch ein Fegefeuer führt diese Andere die sich wehrende Alexa durch das Labyrinth ihrer inneren und äußeren Verwahrlosung.
Rabenkind Freies Schauspiel Ensemble Frankfurt v.l.: Neda Rahmanian, Babette Winter Foto: Mischa Goldmann
Zum Autor:
Bert Strebe arbeitet als Redakteur in Hannover und schreibt Lyrik, Prosa und szenische Texte. Von ihm erschienen sind bereits die Gedichtbände ZWISCHENWASSER (1999)
und KATZENLICHT(2002). Im Deutschlandradio Berlin wurde 2002 sein Hörspiel DIE INNENSEITE DES WASSERS gesendet. RABENKIND ist sein erstes Theaterstück. [© Freies Schauspiel Ensemble]
Kartenpreise: € 15 / ermässigt € 10
Kartenbestellungen: Tel: 069 / 596 94 90 / Fax: 069 / 955 20 658 / eMail: kontakt@freiesschauspiel.de Kartenvorverkauf: Frankfurt Ticket, Tel: 069 / 1340 400, www.frankfurtticket.de
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Reineke Fuchs
Von: Johann Wolfgang von Goethe
Zur Inszenierung des Theater Willy Praml:
Premiere: 22. März 07 (Goethes 175. Todestag) Vorstellungen:
23., 24., 30. Oktober, 1. November 2009 (20h bis 22:15h mit Pause)
Regie: Willy Praml Bühne/Kostüme:
Michael Weber
Mit: Reinhold Behling, Birgit Heuser, Tim Stegemann & Michael Weber
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Reineke Fuchs Theater Willy Praml Reinhold Behling, Michael Weber, Birgit Heuser & Tim
Stegemann (v.l.n.r.) Foto: Seweryn
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Der eine oder andere unter Ihnen wird sich an ihn erinnern: Konrad Adenauer, genannt “der schlaue Fuchs”. Der wusste, wie man Kanzler wird – und lange bleibt. Mit List und
Tücke. Wie Reineke. Goethes dreister Fuchs. Der lässt sich Hühner und Hasen schmecken und man hält ihn für einen Vegetarier; der vergewaltigt verheiratete Wölfinnen und
man lacht über den Wolf; der überlistet die Starken, lenkt die Mächtigen und lehrt die Frommen beten; der steht, den Hals schon in der Schlinge am Galgen und sitzt am Ende
neben dem König als dessen Berater. Schlag nach bei Goethe und Du lernst wie man Regierungen bildet. REINEKE FUCHS.Goethe. Spannender als die Tagesschau.
www.theater-willypraml.de |
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Requiem
Von: Bernd Lange und Hans-Christian Schmid
frei nach einer wahren Begebenheit, nach dem gleichnamigen Film
Uraufführung:
15. September 07 (Mainz, Staatstheater Mainz)
Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:
Premiere: 15. September 07 (Uraufführung)
Inszenierung: Deborah Epstein und Marcus Mislin Bühne: Florian Barth Kostüme: Petra Bongard
Mit: Friederike Bellstedt, Tatjana Kastei, Katharina Knap, Andrea Quirbach; Florian Hansel, Joachim Mäder, Thomas Marx, Marcus Mislin
Michaela verlässt ihr Dorf auf der schwäbischen Alb, um zum Studium nach Tübingen zu gehen - eine Emanzipation von ihrer streng katholischen Familie, Triumph über ihre Epilepsieerkrankung und ein Aufbruch in ein selbst bestimmtes Leben. Aber die Freiheit währt nicht lange: Michaela hat mit Wahnvorstellungen zu kämpfen, hört Stimmen und glaubt, von Dämonen besessen zu sein. Zerrieben zwischen den Anforderungen ihres Studiums, familiären Verstrickungen, der Lieblosigkeit ihrer Mutter, ihrem Glauben, den „weltlichen" Sehnsüchten und Zweifeln an der Heilbarkeit ihres Zustands, begibt sie sich als letzten Ausweg in die Obhut eines jungen Priesters.
Die reale Geschichte der Würzburger Studentin Anneliese Michel verdichteten Regisseur Hans-Christian Schmid und Drehbuchautor Bernd Lange zu einem bewegenden Film über Ausbrüche, Aufbegehren und die Macht des Irrationalen. Im Jahr ihres Kinostarts, 2006, erhielt die Arbeit zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Deutschen Filmpreis und den Kritikerpreis FIPRESCO bei der Berlinale.
Deborah Epstein
arbeitet als Schauspielerin und Regisseurin an Theatern in Basel, Stuttgart, Saarbrücken, Freiburg und am Maxim Gorki Theater Berlin.
Marcus Mislin ist seit der Spielzeit 2006/2007 fest als Schauspieler am Staatstheaters Mainz engagiert und hat sich hier mit „Die Bremer Stadtmusikanten" auch als
Regisseur vorgestellt. Er arbeitet außerdem als Schauspieler und Regisseur u. a. am Schauspielhaus Zürich, dem Staatstheater Stuttgart, dem Maxim Gorki Theater und dem Deutschen Theater Berlin. Gemeinsame Regiearbeiten mit Deborah Epstein waren u. a. „Effi Briest" (1998, Maxim Gorki Theater Berlin), „Das Vaterspiel" (2002, Schauspielhaus Graz) und Madame Bovary 2007 in Mainz. [© Texte: Staatstheater Mainz]
www.staatstheater-mainz.de
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Retten Sie mich! Reden Sie! Irgendwas! Ein Čechov-Abend
Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:
Premiere: 19. April 2008 Weitere Vorstellungen: 25. und 30. April 2008, 12. und 30. Mai 2008
Regie: Karin Neuhäuser Ausstattung: Franz Lehr Musik:
Paul Lemp Dramaturgie: Marion Tiedtke, Lena Thomsen Regieassistenz: Andreas Gründel Bühnenbildassistenz: Birgit Kellner Kostümassistenz:
Katja Strohschneider, Katharina Tasch Souffleuse: Christine Schneider Inspizienz: Lisa Ahle Technische Produktionsleitung: Josef Dreker
Technische Einrichtung: Niko Ramie Licht: Frank Kaster Technische Produktionsleitung: Josef Dreker Technische Einrichtung: Andreas Rasche Ton:
Philip Batereau, Arnim Streek, Oliver Blohmer Requisite: Jens Schönherr, Stefan Markert Maske: Patricia Dietz, Friederike Reichel Regiehositanz:
Nicole Peinz, Judith Skupien Bühnenbildhospitanz: Manuela Muschner Kostümhospitanz: Mareike Wehrmann
Darsteller: Sandra Bayrhammer Martin Butzke Rainer Frank
Friederike Kammer Özgür Karadeniz Anne Müller Matthias Redlhammer Abak Safaei-Rad Thomas Schweiberer Falilou Seck
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Retten Sie mich! Reden Sie! Irgendwas! Ein Čechov-Abend schauspielfrankfurt Ensemble Foto: Alexander Paul Englert
Zehn Menschen in einem Raum ohne Ausgang. Sie warten – warten auf die Liebe, auf ein besseres Leben, auf den Zug oder vielleicht nur auf das Vergehen der Zeit. Sie sind
einander ausgeliefert. Keinen Ort gibt es, wohin sich jeder einmal zurückziehen könnte. Man erzählt sich Träume, Wünsche, Sehnsüchte und Hoffnungen, für die es keine
Entsprechungen in der Welt „da draußen“ gibt. Die Figuren haben keine Worte außer denen, die ein Autor vor mehr als hundert Jahren in seinen Drama- und Prosatexten
verfasste: Anton Čechov.
Aus Briefen, Erzählungen und Dramentexten des russischen Schriftstellers exzerpierten Karin Neuhäuser und ihre Dramaturginnen Marion Tiedtke und Lena Thomsen eine
Collage aus seinem Gesamtwerk. Dieses Textmaterial dient den Schauspielern als Grundlage für eine Reise in Čechovs Wort- und Gedankenwelt. Es entwickeln sich neue
Čechovsche Figuren, die dennoch vertraut sind, stecken in ihnen doch die bekannten Platonovs und Ivanovs. Auf der sich fortlaufend drehenden Bühne kristallisiert sich heraus,
was Čechov so treffend in all seinen Texten zu beschreiben verstand: Traurig komisch scheitert jeder seiner Unglückshelden an der Banalität des Lebens, „er stolpert, weil er
zu den Sternen hinauf starrt.“ (Vladimir Nabokov)
Karin Neuhäuser, Schauspielerin und Regisseurin, erarbeitet mit dem Čechov-Abend Retten Sie mich! Reden Sie! Irgendwas! ihre nunmehr dritte Produktion am
schauspielfrankfurt. Mit Die Orestie ist ihr in der vergangenen Spielzeit eine wahrhaft große Inszenierung gelungen. Belohnt wurde dieses gefeierte Theatererlebnis mit einem Gastspiel im
fünftausend Jahre alten Theater von Epidauros beim Hellenic Festival vor sechstausend ergriffenen Zuschauern.
In der Spielzeit 2004/05 stellte sie mit einer hochaktuellen Interpretation von Nathan der Weise das erste Mal am schauspielfrankfurt ihr Können als Regisseurin unter Beweis.
Bekannt ist sie dem Frankfurter Publikum spätestens seit ihrem unvergesslichen Auftritt als Grete in Werner Schwabs Die Präsidentinnen unter der Regie von Jan Bosse. Ihr
einzigartiges Talent als Schauspielerin, für das sie auch mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, ist zur Zeit als Celia Peachum in der gefeierten Inszenierung der Dreigroschenoper im Großen Haus des schauspielfrankfurt zu bewundern. [© schauspielfrankfurt]
Thomas Schweiberer
Schauspieler, geboren 1965 in Landstuhl/Pfalz.
Ausbildung 1985 Abitur
1988-1992 Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Gearbeitet u.a. mit Erni Mangold, Heiner Müller, Samy Molcho. Magisterabschluß.
Theater
1992-1 996 Mitbegründer und Ensemblemitglied des Theaterhaus Jena 1997-2001 Schauspieler am Theater-an-der-Ruhr in Mülheim
seit 2001 freischaffend. Arbeiten u.a. am teatr rozmaitosci in Warschau, Markgrafentheater Erlangen, Sophiensäle Berlin, Potsdam, Weimar, Mülheim an der Ruhr
seit 2005 neben zwei Kinoproduktionen unter dem polnischen Regisseur Lukasz Barzyk in Polen und Italien und anderen künstlerischer Tätigkeiten wie Bildhauerei, Photographie
und Restauration, Studium tibetisch buddhistischer Philosophie in Italien, Indien, Nepal und Tibet.
* Gastspiele
u.a. in Amsterdam, Bogota, Belgrad, Sarajevo, Kairo, Teheran, Avignon, St.Petersburg, Warschau, Breslau, Posen, Katowice, Vilnius, Montreal, Prag, Budapest, Bratislava, Berlin
, Düsseldorf, München, Leipzig
Reinhardt-Seminar Wien Mauser/Quartett l Regie: Heiner Müller, Rolle: Valmont/A/Chor Junges europäisches Theater Menden
Ein Sommernachtstraum von W.Shakespeare, Regie: Werner Kühn, Rolle: Demetrius
Theaterhaus Jena Leonce und Lena von Georg Büchner/ Regie: Sven Schloetcke, Rolle: Valerio
Macbeth von W.Shakespeare/ Regie: Horst Lonius, Rolle: McBeth Hedda Gabler von H.Ibsen / Regie: Robert Giggenbach, Rolle: Tesman
Gläubiger von August Strindberg / Regie: Wera Herzberg, Rolle: Gustav After You've Gone -Vaudeville / Regie: Itamar Kubovy, Rolle: Caspar Tophof
Dracula nach Bram Stoker / Regie: Itamar Kubovy, Rolle: Jonathan Harker Unter Aufsicht von Jean Genet / Regie: Reter Rothin, Rolle: Maurice
Der nackte Mann von Tankred Dorst / Regie: Ramin Yegani-Fard, Rolle: Parzival Frank und Stein von Ken Campbell / Regie: Stephan Lohse, Rolle: Stein
Theaterhaus Weimar
Philoktetvon Heiner Müller / Regie: Stephan Lohse, Rolle: Odysseus
Markgrafentheater Erlangen Die Dreigroschenoper von B.Brecht / Regie: Jörg Hube, Rolle: Mackie Messer
Theater an der Ruhr Mülheim Der Kirschgarten von Anton Tschechov / R: Roberto Ciulli, Rolle: Leonid Andrejewitsch Gajew
Pinocchio Faust von J.W.v.Goethe/Collodi / Regie: Roberto Ciulli, Rolle: Delphin/Gott Margarethe Faust von J.W.v.Goethe/H.Müller / Regie: Roberto Ciulli, Rolle: Mephisto
Nach Einlass kein Beginn 5 Einakter von Edoardo de Felippo / Regie: R.Ciulli, Rolle: Antonio Antigone von Sophokles / Regie: Roberto Ciulli, Rolle: Polyneikes/ Eteokles
Casparvon Peter Handke / Regie: Roberto Ciulli, Rolle: Einsager Bürger Schippel von Carl Sternheim / Regie: Roberto Ciulli, Rolle: Heinrich Krey
Frühlingserwachen von Frank Wedekind / Regie: David Hevia, Rolle: Moritz Stiefel
Sophiensäle Berlin Der Verlorene nach Hans-Ulrich Treichel / Regie: Boris von Poser, Rolle: Sohn
teatr rozmaitosci Warschau, Wroclaw, Posnan Gesäubert von Sarah Kane / Regie : Krzysztof Warlikowski, Rolle: Carl
Am Schauspielfrankfurt in der Spielzeit 2007/08:
Retten Sie mich! Reden Sie! Irgendwas! Ein Tschechow-Abend, Regie: Karin Neuhäuser
www.schauspielfrankfurt.de
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Der Revisor (Revizor) Komödie in fünf Akten
Von: Nikolaj Wassiljewitsch Gogol (31.03.1809 - 04.03.1852) Uraufführung:
19. April 1836 (Petersburg, Aleksandrinskij Theater)
Zur Inszenierung der Burgfestspiele Bad Vilbel in der Bearbeitung von Klaus Pohl unter Mitarbeit von Sanda Weigl:
Premiere: 8. Juni 07
Regie: Harald Demmer Ausstattung: Oliver Kostecka
Regieassistenz | Abendspielleitung: Christian H. Voss Licht: Jan Langebartels Maske:
Kerstin Böhme | Nadja Werthmann Schneiderei: Leitung Christine Rademacher Bad Vilbeler Bearbeitung: Harald Demmer
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Der Revisor Burgfestspiele Bad Vilbel Ellen Schulz & Pit-Jan Lößer Foto: Eugen Sommer
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Anton Antonowitsch Skwosnik-Dmuchanowskij, Bürgermeister: Ulrich Lenk Anna Andrejewna, seine Gattin:
Ellen Schulz Marja Antonowna, seine Tochter: Anna Eger Ammos Fjodorowitsch Ljapkin-Tjapkin, Kreisrichter:
Peter Clös Artemij Filippowitsch Semjanika, Hospitalverwalter: Daniel Ris Iwan Kusmitsch Schpekin, Postmeister: Kai Möller
Peter Iwanowitsch Dobtschinskij, Gutsbesitzer: Marco Zbinden Peter Iwanowitsch Bobtschinskij, Gutsbesitzer: Herbert Schöberl
Iwan Alexandrowitsch Chlestakow, ein Petersburger Beamter: Pit-Jan Lößer Ossip, sein Diener: Markus Frank
Swistunow, ein Polizist / Boris, ein Kellner: Andy Konrad
www.kultur-bad-vilbel.de
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Schade, dass sie eine Hure war (´Tis Pity She´s A Whore)
Von: John Ford Uraufführung:
zwischen 1628 und 1633 (London, Cockpit Theatre)
Zum Inhalt: Giovanni und Annabella sind Bruder und Schwester und lieben sich. Giovanni kämpft mit seiner Leidenschaft
und vertraut sich Pater Bonaventura an. Dann gesteht er seine Liebe Annabella und findet sie erwidert. Als Annabella schwanger ist, willigt sie ein, ihren Freier Soranzo zu heiraten. Der
entdeckt den Inzest und plant, beide zu töten. Giovanni kommt dem zuvor, indem er selbst Annabella tötet, und anschließend die Gesellschaft, die in Soranzos Haus versammelt ist, verhöhnt.
Zuletzt sterben Giovanni und Soranzo.
Zum Autor: Der englische Lyriker und Dramatiker John Ford wurde um 1586 in Ilsington (Devonshire) geboren. Der Dichter der
Spätrenaissance wurde vor allem durch seine psychopathischen Dramen bekannt, die verschiedene Aspekte der Schwermut beschreiben. Seine Karriere als Schriftsteller begann mit der Dichtung
"Fame’s Memorial" (1606), einer Elegie über den Tod von Charles Blount, Graf von Devonshire, der mehrere Gedichte über das Adelsleben folgten. Danach wandte sich Ford verstärkt dem
Drama zu und schrieb zusammen mit Thomas Dekker "The Fairy Knight" und "The Bristowe Merchant" (um 1634). Zu Fords bedeutendsten Versdramen gehören "Love’s
Sacrifice" (1630), "The Broken Heart" (1633, "Das gebrochene Herz"), Schade, dass sie eine Hure war (1633, "‘Tis a Pity She’s a Whore"), "The Chronical
History of Perkin Warbeck" (1634, "Die Geschichte Perkin Warbecks. Eine seltsame Wahrheit"), "The Lady’s Trial" (1638) und "The Witch of Edmonton" (1658,
"Die Hexe von Edmonton"). In prallen, teils sinnlichen, teils grotesk-grausamen Bildern zeigt der Shakespeare-Zeitgenosse John Ford in seinem Drama Schade, dass sie eine Hure
war die Macht der Liebe gegenüber einer verkommenen Gesellschaft auf.
Ford, der um 1640 starb, genoss wegen der Schönheit seiner Sprache und seinen Blankversen hohes Ansehen unter seinen Zeitgenossen. [ © Felix Bloch Erben, Berlin]
Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt: Übersetzung von B. K. Tragelehn
Premiere:
19. Januar 08, Großes Haus
Regie: Peter Kastenmüller Bühne: Michael Graessner Kostüme: Kathi Maurer
Musik und Geräuschewelt: Malte Preuss Licht: Nicol Hungsberg Dramaturgie:
Hans-Peter Frings Regieassistenz: Benjamin Eggers Video: Philipp Batereau Bühnenbildassistenz: Ida-Marie Corell Kostümassistenz: Alexandra Helminger
Souffleuse: Alexandra zu Stolberg Inspizienz: Joachim Möller Technische Produktionsleitung: Josef Dreker, Laura van Haperen Technische Einrichtung:
Andreas Kremer Ton: Matthias Schmidt, Philipp Batereau, Gloria Müller Maske: Patricia Dietz, Verena Martin, Lutz Paschke Requisite: Jens Schönherr
Regiehospitanz: Verena Hagedorn, Magdalena Wiedenhofer Dramaturgiehospitanz: Sanja Vukicevic
Besetzung: Bonaventura, ein Mönch: Christian Kuchenbuch Ein Kardinal, Nuntius des Papstes: Ingolf Müller-Beck Soranzo, ein Edelmann: Fabian Gerhardt Florio, ein Bürger von Parma: Wolfgang Gorks Donado, ein anderer Bürger: Heiner Stadelmann
Grimaldi, ein Herr aus Rom: Simon Brusis Giovanni, Florios Sohn: Martin Butzke
Bergetto, Donados Neffe: Ingolf Müller-Beck Richardetto, ein angeblicher Arzt: Falilou Seck
Vasques, Soranzos Diener: Wilhelm Eilers Annabella, Florios Tochter: Sandra Bayrhammer Putana, Vertraute Annabellas: Melanie Witteborg Hippolita, Richardettos Frau: Sascha Icks
Philotis, seine Nichte: Nadia Schneider
Besprechung auf kulturfreak.de
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Schade , dass sie eine Hure war schauspielfrankfurt Sascha Icks, Wilhelm Eilers und Sandra Bayrhammer Foto: Alexander Paul Englert
Michael Graessner Geboren 1969 in West-Berlin.
Seit 1992 Ausstattungen für Film-, Fernseh- und Musikvideoproduktionen. Ab 1994 Studium Kostüm und Bühnenbild bei Achim Freyer an der HDK Berlin.
Seit 1996 regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Regisseur Peter Kastenmüller
1999 Zusammenarbeit mit Achim Freyer am Akademietheater Wien für die Urraufführung Die Eingeborenen von Franz Xaver Kroetz.
1999 - 2001 Arbeiten am Theater Kassel, Schauspielhannover und am Schauspiel Leipzig mit Armin Petras und Peter Kastenmüller.
2002 Kostümbilder am Schauspiel Luzern für die Oper Moses und Pharao unter der Regie von Sebastian Baumgarten.
2003 Kostüm für Woyzeck an der Semperoper ebenfalls in der Regie von Sebastian Baumgarten.
2004 Beschäftigung am Schauspiel Leipzig, Schauspielhannover, schauspielfrankfurt
2004 Entwicklung eines theaterübergreifenden Projektes in Zusammenarbeit mit den Münchner Kammerspielen und dem Haus der Kunst.
2005 ist Michael Graessner am Schauspielfrankfurt als Bühnenbildner beschäftigt und arbeitet in der Spielstätte schmidtstrassel 2 mit dem Kurator Armin Petras zusammen.
Im Anschluß wird er mit Christian Pohle und Rene Pollesch an den Münchner Kammerspielen arbeiten. Die Zusammenarbeit mit Peter Kastenmüller am Schauspielfrankfurt wird fortgesetzt.
Spielzeit 2006/2007 Falstaff nach König Heinrich IV. und V. von William Shakespeare, Regie: Peter Kastenmüller
Spielzeit 2007/08
Schade, dass sie eine Hure war von John Ford, Regie: Peter Kastenmüller
Kathi Maurer geboren in München
Ausbildung
In München sammelte sie 1991 in der Kostümabteilung des Bayerischen Staatsschauspiels erste Erfahrungen. Danach ging sie für ein Jahr ans Central St. Martin's College for
Art and Design in London und wechselte 1992 an die Berliner Hochschule der Künste, wo sie in der Klasse von Prof. Achim Freyer Bühnenbild studierte. Schon während des
Studiums hat Kathi Maurer an einer Reihe von Theatern hauptsächlich als Kostümbildnerin gearbeitet.
Theater
Mit dem Regisseur Tilman Knabe verbindet sie seit 1992 eine kontinuierliche Arbeitsbeziehung, die an der Münchner Musikhochschule mit der Uraufführung der Oper Lunu von
Moritz Eggert begann. Weitere gemeinsame Arbeiten entstanden u.a. in Innsbruck (Die Eroberung von Mexico von Wolfgang Rihm, 1994, Hoffmanns Erzählungen von Jacques
Offenbach, 1997), an der Volksoper Wien (Thomas Chatterton von Matthias Pintscher, 2000) und wiederum in München 1997 für die Uraufführung von Moritz Eggerts Helle Nächte bei der Biennale. Auch im Schauspielbereich hat die junge Künstlerin schon an vielen Häusern gearbeitet: u.a. in Frankfurt/Oder, Chemnitz, am Schauspiel Leipzig, am
Düsseldorfer Schauspielhaus, am Staatstheater Mainz und am Schauspielhaus Bochum.
Am schauspielfrankfurt in der Spielzeit 2007/08
Schade, dass sie eine Hure ist von John Ford, Regie: Peter Kastenmüller
Malte Preuß geboren 1962
Ausbildung
Studium der Musik und bildenden Kunst an der Universität Hildesheim und Abschluss mit dem Diplom für angewandte Kunstwissenschaft.
Praxis
Arbeitet seit 1988 als Live-Musiker, Komponist, Bandleader und Schauspieler in verschiedenen Bands und der Freien Theaterszene (Theater Aspik, Theater Mahagoni, die
paramounts u.a.). Engagements u.a. am Schauspielhaus Bochum, an der Schaubühne Berlin, am Schauspielhannover, Schaupielhaus Köln, Theaterhaus Jena, an der Baracke
des Deutschen Theaters Berlin, auf Kampnagel, am Theater Basel, am Residenztheater München, Theater Freiburg und Luzerner Theater. Zusammenarbeit mit den Regisseuren
A. Hirche, J. Pataki, C. Frick, C. Paulhofer, P. Carp, l. Panteleev, C. Thum, S. Strunz, U. Jäckle, S. Baumgarten, S. Boss.
Am schauspielfrankfurt Spielzeit 2007/08:
Schade, dass sie eine Hure war von John Ford, Regie: Peter Kastenmüller, Musik
www.schauspielfrankfurt.de
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Das Schloss nach dem Romanfragment von Franz Kafka
Zur Inszenierung der Münchner Kammerspiele:
Premiere: 25 September 08
Regie:
Andreas Kriegenburg Bühne: Andreas Kriegenburg Kostüme: Andrea Schraad Dramaturgie: Matthias Günther Licht: Björn Gerum
Regieassistenz: Jessica Glause Bühnenbildassistenz: Jens Dreske Kostümassistenz: Sonja Füsti Regiehospitanz: Till Wagner
Mit:
Walter Hess, Lena Lauzemis, Sylvana Krappatsch,Oliver Mallison, Bernd Moss, Annette Paulmann, Katharina Schubert und Edmund Telgenkämper
www.muenchner-kammerspiele.de
Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:
Premiere: 6. März 08 (schmidtstrasse12)
Regie:
Tomas Schweigen Grundraum: Bernd Schneider Ausstattung: Stephan Weber Dramaturgie: Marcel Luxinger Licht, Ton, Technik: Marcel Heyde
Technische Einrichtung: Joachim Schröder, Mathias Rößler Regieassistenz: Lilli-Hannah Hoepner Bühnenbildassistenz: Jana Lünsmann Maske: Anke Scharlach
Requisite: Anja Becker, Uschi Trella Regiehospitanz: Rina Soloveitchik Ausstattungshospitanz: Leon Schmid, Christine Schramm Dramaturgiehospitanz:
Florian Heller
Darsteller: Nadja Dankers, Wilhelm Eilers, Stefko Hanushevsky, Sascha Maria Icks, Max Landgrebe, Silvester von Hösslin
Der Landvermesser K. wird in ein Schloss bestellt, wo er seine Dienste verrichten soll. Allerdings
muss er bei seiner Ankunft feststellen, dass man im Schloss nichts von diesem Auftrag weiß. Er muss damit vorlieb nehmen, sich in dem Gasthof des nahe gelegenen Dorfes einzumieten. Ab und an
erscheinen Beamte des Schlosses im Gasthof, sind jedoch – ebenso wie die Dorfbewohner – in ihrem Gebaren K. gegenüber undurchschaubar. Das Schloss als ein Mysterium scheint für alle anziehend
wie gleichermaßen angsteinfl ößend zu sein. Obwohl man nur wenig über das Schloss weiß – oder vielleicht eben deswegen – ist es scheinbar die Schaltzentrale der Macht, eine
Geheimgesellschaft, die das gesellschaftliche Leben beherrscht: die einflussreiche Bürokratie anonymer Apparatschiks – beinahe unmenschlich. Nicht die Macht durchschauen zu können, aber von
ihr beherrscht zu sein, schafft ein Klima lähmender Angst. Die Menschen in Kafkas Parabel sind von der Macht ausgeschlossen, können sie aber auch nicht an bestimmten Personen festmachen.
Kafka nähert sich in seinem Roman geradezu visionär Phänomenen der heutigen Globalisierung, die Folgen für jeden Einzelnen hat, ohne dass er deren Ursache wirklich erkennen könnte.
[© schauspielfrankfurt]
Besprechung auf kulturfreak.de
Tomas Schweigen Regisseur, geboren 1977 in Wien.
Ausbildung
Studium der Theaterwissenschaft, Dt. Philologie, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Wien Schauspielstudium in Wien
2000-2004 Regiestudium an der Hochschule für Musik und Theater in Zürich Diplominszenierung Parzivality Show
Theater 1999-2000 Engagement am Tiroler Landestheater
Gründung der freien Theaterkompagnie FAR A DAY GAGE Teilnahme an den Regieplattformen Freischwimmer (Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Zürich) und Gipfelstürmer (Zürich) Arbeiten am
Theaterhaus Gessnerallee in Zürich, am Stadttheater Bern, am Staatstheater Schwerin, an den Münchner Kammerspielen, am Theaterhaus Jena, am Schauspielhaus Wien, seit 2006 Zusammenarbeit mit
dem Hebbel am Ufer Berlin Außerdem zahlreiche Einladungen seiner bisherigen Inszenierungen zu internationalen Festivals wie u.a. zum Theaterspektakel Zürich, Schiller-Festival in Weimar
oder zu transeuropa in Hildesheim.
Auszeichnungen 2005 Schweizer Förderpreis für innovatives Theater Premio für das Schiller-Projekt Polizey Publikumspreis und Ensemblepreis der
Jury des SKS-Theatertreffens in Hannover für Parzivality Show
am Schauspielfrankfurt Spielzeit 2007/08 Das Schloss nach Kafka, neue Bearbeitung von Marcel Luxinger und Tomas
Schweigen (diese Produktion wurde zum Fadjr Theaterfestival in Teheran eingeladen und dort mit dem Preis für beste Regie und beste Ausstattung ausgezeichnet.
Spielzeit 2008/2009 Die Valentin-Methode. EinHumor-Labor, Regie:Tomas Schweigen
Tomas Schweigen ist Gastdozent an der Zürcher Hochschule der Künste.
Silvester von Hösslin geboren 1978 in München.
Ausbildung Abitur Studium an der Theater Hochschule Zürich
Theater Opernhaus Zürich Die verkaufte Braut, Regie: Matthias Hartmanns
Theaterhaus Gessnerallee, Zürch Autodrom, Regie: Niklaus Helblings Schauspielhaus Bochum Judith von Hebel, Regie: Wilfried Minks Theater Aachen
Leonce und Lena von Georg Büchner, Regie: Thomas Oliver Niehaus
am Schauspielfrankfurt Spielzeit 2007/08
Das Schloss nach dem Romanfragment von Franz Kafka, neue Bearbeitung von Marcel Luxinger und Tomas Schweigen, Regie: Tomas Schweigen
Spielzeit 2008/2009 Die Valentin-Methode. EinHumor-Labor, Regie:Tomas Schweigen
Auszeichnungen
Nennung als Bester Nachwuchsschauspieler in theater pur für seine schauspielerische Leistung als Leonce
www.schauspielfrankfurt.de
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Schonzeit
Von: Andreas Jungwirth (* 1967) Uraufführung:
26. Januar 2008 (Darmstadt, Staatstheater Darmstadt)
Zur Inszenierung des Staatstheater Darmstadt:
Premiere: 26. Januar 08 (Uraufführung) Inszenierung:
Ina Annett Keppel Bühne und Kostüme: Sandra Draschaft Musik: Sebastian Franke Dramaturgie: Gudrun Schäfer
Besetzung:
Mädchen:
Julia Glasewald Mutter: Sonja Mustoff Großmutter: Margit Schulte-Tigges Wolf: Hans Matthias Fuchs Jäger: Harald Schneider
Schonzeit im Wald -
man nutzt die Pause zur inneren Einkehr. Zum Beispiel der Wolf. Er hat genug von der Rolle des bösen Buben und verkündet, er wolle mit dem alten Spiel um Jäger und Gejagten endlich Schluss
machen. Auch mancher Dorfbewohner verspürt Veränderung - Die Großmutter bereitet sich auf das Ende ihres Lebens vor und der Jäger möchte endlich eine Frau an seiner Seite. Während die Mutter
in der Wirtsstube zurückbleibt, begibt sich das Mädchen auf den großen Auszug in den Wald - und begegnet dort einem faszinierenden Wesen, das ihm nicht mehr aus dem Herzen will: Dem Wolf! Der
Weg zur Großmutter wird zur Erfahrungs-Reise aller Figuren.
Der Österreicher Andreas Jungwirth hat mit seinem Text eine archaische Variante eines bekannten Märchenstoffs geschaffen:
Halb Rotkäppchen, halb kritisches Volksstück. Mit ausdrucksstarker Sprache zeichnet er einsame Figuren, auf der Suche nach sich selbst und sehnsüchtig nach dem, was ihnen das Leben noch
bereithält. Schonzeit erfährt in Darmstadt die Uraufführung. [© Staatstheater Darmstadt]
www.staatstheater-darmstadt.de
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Sonia Mushkat
Von: Savyon Liebrecht Deutschsprachige Erstaufführung:
23. Februar 2007 (Bonn, Theater Bonn)
Zur Inszenierung des Theater Bonn:
Premiere: 23. Februar 07 (DSE)
Inszenierung: Michael Helle
Bühne und Kostüme: Dieter Klaß
Besetzung: Lidia: Tanja von Oertzen Paula, deren Schwester: Tatjana Pasztor Albert, deren Sohn:
Hendrik Richter Sonia, Bauerstochter: Maria Munkert
Das Theaterstück „Sonia Mushkat" spielt kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs in Ungarn. Die 58jährige Lidia
(gespielt von Tanja von Oertzen), ihre jüngere Schwester Paula (Tatjana Pasztor) und Lidias SOjähriger Sohn Albert (Hendrik Richter) haben sich auf der Flucht vor der Gestapo in letzter
Minute in einen Keller retten können. Sie sind Besseres gewöhnt, schließlich entstammen sie einer wohlhabenden jüdischen Familie. Den einzigen Kontakt zur Außenwelt haben sie über ein
einfaches Bauernmädchen namens Sonia. Unter dem Druck der Verhältnisse verlieren die Eingeschlossenen auf erschreckende Weise nicht nur Lebensstandard und Umgangsformen; bedroht ist die
Substanz der Menschlichkeit. Zudem enthüllt sich in einem geradezu thrillerhaften Sog, dass Sonia nicht die ist, die sie zu sein glaubt...
Savyon Liebrecht wurde 1948 als
Tochter polnisch-jüdischer Holocaustüberlebender in München geboren. Aufgewachsen ist sie in Israel, wo sie Philosophie und Literaturwissenschaft studierte. Heute lebt sie als
Schriftstellerin in Tel Aviv. Ihre Erzählungen, Theaterstücke und ein Roman wurden in Israel mit den wichtigsten Literaturpreisen ausgezeichnet und sind Bestseller. Sie gilt als eine der
bedeutendsten Erzählerinnen des Landes. Auf Deutsch erschienen „Äpfel aus der Wüste" (1992), „Ein Mann und eine Frau und ein Mann" (2000), „Die fremden Frauen" (2002) und
zuletzt „Ein guter Platz für die Nacht" (2005). Für die deutschsprachigen Bühnen wird Savyon Liebrecht gerade entdeckt: Ende Oktober kam in Bern ihr Stück „Sieh mich an und sprich"
zur deutschsprachigen Erstaufführung. Die Titelfigur der Sonia Mushkat spielt Maria Munkert. Michael Helle führt Regie.
www.theater-bonn.de
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Das Sparschwein Von: Eugène Labiche (06.05.1815 - 22.01.1888) Neu übersetzt und bearbeitet von:
Folke Braband und Axel Bauer
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Des Teufels General Drama in 3 Akten
Von:
Carl Zuckmayer (27.12.1896 - 18.101.1977)
Uraufführung: 12. Dezember 1946 (Zürich, Schauspielhaus) Deutsche Erstaufführung:
8. November 1947 (Hamburg, Deutsches Schauspielhaus)
Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:
Premiere: 12. Oktober 07
Inszenierung: Cornelia Crombhoiz Bühne: Florian Barth Kostüme:
Annelies Vanlaere Musik: Michael Zlanabitnig Dramaturgie: Katharina Gerschler Regie-Assistenz:
Christian Schürmann Ausstattungs-Assistenz: Alexandra Kurcsics Inspizienz: Anna Grabusinski Souffleuse: Heidi Pohl
Besetzung:
Harras: Stefan Walz Friedrich Eilers: Lukas Piloty Anne Eilers: Katja Hirsch von Mohrungen: Andreas Mach
Waltraud von Mohrungen, genannt Pützchen: Verena Bukal Olivia Geiss: Monika Dortschy Diddo Geiss: Katharina Knap Oderbruch: Florian Hänsel
Hartmann: Felix Mühlen Korrianke: Thomas Kornack Otto: Michael Schlegelberger Schmidt-Lausitz: Gregor Trakis Buddy Lawrence: Daniel Seniuk
Baron Pflungk: Thomas Prazak Musiker: Michael Zlanabitnig
Er ist kein Nazi, aber ein Nutznießer des Systems. Er ist ein Pilot, ein Superstar der Lüfte: General Harras, Draufgänger, Frauenheld und Genussmensch, macht sich 1941, kurz vor Eintritt der USA in den Krieg, keine Illusionen mehr über das NS-Regime. Schon zu Beginn, 1933, hatte er kaum welche und hat trotzdem mitgemacht. Das Fliegen ist für ihn immer noch vor allem ein beglückendes Spektakel, weil er dabei eine diabolische Glanzrolle spielen darf: haftet dem hoch technisierten Luftkrieg doch immer noch etwas vom archetypischen Kampf „Mann gegen Mann" an, der leicht darüber hinwegtäuscht, dass in der Eleganz des Geräts dennoch die tödliche Waffe steckt. Und die setzt er ein - im Auftrag eines Weltentwurfs, an den Harras nicht glaubt. Er wähnt sich sicher, meint über die Vertreter des Dritten Reiches spotten zu können, weil er ihnen sein kriegswichtiges
Fachwissen zur Verfügung stellt. Dabei ticken in der Wand schon die Abhörgeräte der Gestapo. Zuckmayer gelingt in der Zeichnung seines ambivalenten „Helden" ein bedrängendes Drama des Mitläufertums und einer moralisch in Auflösung begriffenen Gesellschaft, in der die Mechanismen des Machterhalts erschreckend deutlich
zutage treten.
Cornelia Crombhoiz, die in der Spielzeit 2006/2007 in Mainz „Clavigo" zeigte, hat u. a. in Salzburg, am Deutschen Theater Berlin, am Berliner Ensemble, am Staatstheater
Nürnberg, am Münchner Residenztheater und am Schauspielhaus Graz inszeniert. [© Staatstheater Mainz]
www.staatstheater-mainz.de
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Der Totmacher Kammerspiel zwischen Trieb und Vernunft Von: Romuald Kamarkar und Michael Farin
Zur Inszenierung des Theater Landungsbrücken, Frankfurt:
Premiere: 12. Oktober 07
Inszenierung von und mit: Julian König und Linus Koenig
Deutschland, wo es am düstersten ist. Zu Besuch in Fritz Haarmann. Mindestens 24 junge Männer tot gemacht. So viele
wie er hat selten einer tot gemacht. Zerstückelt. Die Kleider verkauft. Das Fleisch zu Wurst verarbeitet. Die Knochen in die
Leine geworfen. So weit, so bekannt abstoßend und magisch anziehend.
Der Psychologe Dr. Schultze bekommt den Auftrag, den Kaufmann, Lebenskünstler und Gelegenheits
-Menschenschlächter Fritz Haarmann auf seine Zurechnungsfähigkeit hin zu begutachten. Und sieht sich in ein seltsames
Spiel verwickelt, dessen Regeln er nicht verstehen kann. Wie erschreckend unerschrocken Haarmann über seine
eigenen Taten plaudert und dabei trotzdem seine Wirkung auf die Öffentlichkeit bewusst reflektiert, lässt jede Art der Annäherung und Kategorisierung ins Leere laufen.
Pervers, böse, unmenschlich oder auf eine kranke Art gesund? Das Kind im Massenmörder entzieht sich jeglicher Art der
vernünftigen Begutachtung. Wie ordnet man so jemanden ein in die liebgewonnenen Raster? Jemanden, dem nach der
allgemeingültigen Definition vom Menschsein etwas Entscheidendes fehlt: die Fähigkeit, seine Triebe unter Kontrolle zu halten.
Der Zuschauer, allein gelassen mit einem Tisch, zwei Stühlen, einem unbeholfen sympathischen Triebtäter und einem
hilflosen Vernunftsmenschen möchte die Augen vor Bildern verschließen, die gar nicht zu sehen sind. Und sich manche
Fragen lieber nicht stellen. Was tun? Das Unvorstellbare verstehen wollen? Vernünftig und gerecht urteilen? Oder einfach dem Trieb folgen und kurzen Prozess? Oder alles zusammen...
Der Text von Romuald Kamarkar und Michael Farin, 1995 erfolgreich verfilmt mit Götz George in der Titelrolle, basiert auf den Original-Protokollen der Vernehmungen im Haarmann-Prozess.
„Die haben doch schon Bücher und Zeitungen gemacht, später kommen noch Filme und Theaterstücke – ich bin doch jetzt berühmt.“
www.landungsbruecken.org
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Tropfen auf heiße Steine Von: Rainer Werner Fassbinder (31. Mai 1946 - 10. Juni 1982)
Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:
Premiere: 13. Januar 07 (Wartburg)
Regie:
Caroline Stolz Bühne und Kostüme: Lorena Díaz Stephens/Jan Hendrik Neidert Musik: Ernst August Klötzke Dramaturgie: Irma Dohn
Besetzung: Leopold Bluhm:
Franz Nagler Franz Meister: Florian Thunemann Anna Wolf: Alexandra Finder Vera: Julia Grimpe
Eine bizarre Vierecksgeschichte: Der 55jährige
Geschäftsmann Leopold spricht den 19jährigen Franz auf der Straße an und nimmt ihn mit in seine Wohnung. Es ist der Beginn einer eheähnlichen Beziehung. Während Leopold das Geld verdient,
kümmert sich Franz um den Haushalt. Was als leidenschaftliche Liebe beginnt, wandelt sich schnell in einen erbarmungslosen Machtkampf und Psycho-Krieg. Als dann plötzlich Franz’ Exfreundin
Anna und Leopolds Exehefrau Vera vor der Tür stehen, ergibt sich ein brutales Quartett der Leidenschaften und Lieben, der Harmonien und Dissonanzen.
Wie in seinen Theaterstücken und
Filmen thematisiert R. W. Fassbinder den Traum von der großen, unbedingten Liebe und ihrer Unmöglichkeit – egal ob in homosexuellen oder heterosexuellen Beziehungen.
Der Filme- und
Theatermacher, Schauspieler und Autor Rainer Werner Fassbinder (1945 – 1982) hat das Stück im Alter von neunzehn Jahren geschrieben. Erst nach seinem frühen Tod – er starb mit gerade 37
Jahren an einer Überdosis – wurde es gefunden und im Mai 1985 in München uraufgeführt. Im Jahr 2000 wurde es von dem französischen Filmemacher François Ozon erfolgreich verfilmt.
Die
junge Regieassistentin und Regisseurin Caroline Stolz hat am Staatstheater Wiesbaden bereits „Männersache“ von Franz Xaver Kroetz inszeniert. Außerdem waren von ihr zwei Szenen aus Ingrid
Lausunds „Bandscheibenvorfall“ im Rahmen des Projekts „An die Arbeit, fertig, los!“ zu sehen. Zuvor hat sie am Schauspielhaus Bochum „Titanic“ in einer Bearbeitung von Tobias Krechel u.a.
erarbeitet und an der Studiobühne Bochum Dorfmans „Der Tod und das Mädchen“ inszeniert. [© Staatstheater Wiesbaden]
www.staatstheater-wiesbaden.de
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Das trunkene Schiff Eine szenische Ballade von: Paul Zech
Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:
Premiere: 15. Mai 07
Regie: Florian von Hoermann Bühne: Rudolf Bekic Kostüme:
Norgard Kröger, Katja Strohschneider Musik: nackt Licht: Frank Kraus Dramaturgie: Marcel Luxinger Regieassistenz:
Dagmara Lutoslawska Bühnenbildassistenz: Britta Kloß Souffleuse: Christine Schneider Inspizienz: Thomas Nossek Ton: Inga Lüth, Franziska Rudolphi
Maske: Beate Bauer, Jan Bundil Technische Einrichtung: Hubertus Schneider Technische Produktionsleitung: Laura van Haperen Requisite: Albrecht Haevernick, Markus Öhlinger Dramaturgiehospitanz: Katrin Breschke Regiehospitanz: Lisa Danulat
Bühnenbildhospitanz: Sarah Mirza Leiter der Statisterie: Winfried Scheffler
Besetzung:
Rimbaud: Daniel Christensen Verlaine: Christian Kuchenbuch
Mathilde: Sandra Bayrhammer Der Andere: Falilou Seck
Statisten: Agassi F. Bangura, Logan Breudji, Manga Diagne, Ousainou Faal, Papa Samba Fall, Josef Gebretenssaie, Masse N'Diaye, Yonas Teame, Tesfalem-Kafel
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Das trunkene Schiff schauspielfrankfurt Paul Verlaine (Christian Kuchenbuch)
Im Hintergrund: Mathilde Verlaine (Sandra Bayrhammer) & Arthur Rimbaud (Daniel Christensen) Foto: Alexander Paul Englert
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Das Stationendrama des Expressionisten Paul Zech beschäftigt sich sowohl mit dem Werk als auch mit dem Leben des legendären Dichters Arthur Rimbaud. Dieser erschien wie
ein Komet am Literaturhimmel und hatte sein gesamtes Werk bereits als Teenager vollendet, bevor er in Nordafrika und dem Nahen Osten als Waffenschmuggler, Karawanser
und Hasardeur tätig wurde. Legendär ist auch seine verhängnisvolle und nicht minder leidenschaftliche Freundschaft zu dem Dichter Paul Verlaine.
Rimbaud war nicht auf der Suche nach dem Absoluten in der Kunst, sondern er wollte es leben. Unbedingt und ohne Rücksicht auf Verluste. Was in einem Menschen vorgeht,
der sich von der Kunst abwendet, um das echte Leben in einer Radikalität zu führen, wie man es sonst nur in der Kunst findet, ist Thema dieser szenischen Ballade. [© schauspielfrankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
Besprechung auf kulturfreak.de
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Über das Marionettentheater. Kleist
Zur Inszenierung des Theater Willy Praml, Frankfurt/M:
Premiere: 16. Mai 08
Regie: Willy Praml
Bühne/Kostüme: Michael Weber
Mit: Andreas Bach. Reinhold Behling. Hertha Georg. Birgit Heuser. Emilie Stefaner. Tim Stegemann. Michael Weber.
Über das Marionettentheater. Kleist Theater Willy Praml, Frankfurt/M Foto: Seweryn
Kleists vorletztes Lebens-Projekt: er gibt die Berliner Abendblätter heraus, eine Zeitung zwischen BILD und Feuilletton. Da stehen die vier Folgen über das Marionettentheater
neben dem Bericht über einen glücklich gelöschten Schornstein in der Niederlagstrasse: Kleists kruder Blick auf die Welt im Boulevardblatt-Format. Das geht nicht lange gut und
nach einem halben Jahr schon sind seine Blätter zu Tode zensiert und damit auch der Autor und Herausgeber.
„Das Paradies ist verriegelt und der Cherub hinter uns:
wir müssen die Reise um die Welt machen und sehen, ob es vielleicht von hinten irgendwo wieder offen ist.“
schreibt er im Marionettentheater-Aufsatz.
Kleists Weltreise endet im November 1811 am Kleinen Wannsee in Berlin. Kein Ort für den Hintereingang zum Paradies. Vielmehr das Szenario für sein letztes Lebens-Projekt:
seinen Doppelselbstmord, mit Henriette Vogel zusammen. Ihr schiesst er ins Herz, sich selbst in den Mund. Schweigen.
„Nun, oh Unsterblichkeit, bist du ganz mein.“
Der Theaterabend „Über das Marionettentheater.Kleist “ fügt letzte Texte des Autors zu einem Seelenprotokoll zusammen – verteilt auf 6 Personen. 6 Scherben des
zerbrochenen Kleist, wie wir unseren Projekt-Zyklus genannt haben, der mit dieser Inszenierung seinen Abschluss findet.
www.theater-willypraml.de
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Ulrike Maria Stuart Von: Elfriede Jelineck Uraufführung: 28. Oktober 06 (Hamburg, Thalia Theater)
Zur Inszenierung vom schauspielfrankfurt:
Premiere: 1. November 07 (schmidtstrasse 12)
Regie: Peter Kastenmüller Grundraum: Bernd Schneider
Ausstattung: Michael Graessner Dramaturgie: Maike Gunsilius Licht, Ton, Technik: Marcel Heyde Technische Einrichtung:
Joachim Schröder, Mathias Rößler Regieassistenz: Benjamin Eggers / Mina Salehpour Bühnenbildassistenz: Jana Lünsmann / Birgit Keller Soufflage: Boris Wendt
Maske: Anke Scharlach Requisite: Anja Becker / Uschi Trella Regiehospitanz: Esther Fehse, Anne-Christine Mengert Ausstattungshospitanz: Leon Schmid
Dramaturgiehospitanz: Renee Marcuard
Besetzung:
Ulrike / Maria: Abak Safaei-Rad Gudrun / Elisabeth: Sabine Waibel Prinzen im Tower / Engel: Johanna Bantzer, Falilou Seck
Chor der Greise / Engel: Susanne Böwe, Heiner Stadelmann sowie: Lydia Beck, Marie Becher, Anna Steinberg, Lisanne Kind und Boris Wendt
Besprechung auf kulturfreak.de
Johanna Bantzer geboren 1978
Ausbildung
1995 - 1997 Abendkurse an der Bildkunst Akademie 1999 - 2003 Theaterhochschule Zürich
Theater
Elfriede (2002)Gastspiel am Schauspielschultreffen in Essen, Rolle: Elfriede . Regie: Niklaus Helbling König Lear (2003) Theater Basel, Rolle: Cordelia. Regie: Sebastian Nübling
Geld und Geist (2003 - 2005), Theater Basel, Rolle: Anne Mareili. Regie: Rafael Sanchez Freie Sicht aufs Mittelmeer (2004), Theater Basel, Rolle: Sie. Regie: Dani Levy
Der Bus (2005)Theater Basel, Rolle: Erika / Hauptrolle. Regie: Albrecht Hirche Peer Gynt(200Q) Theater Basel, Rolle: Solvejg. Regie: Florian Fiedler
Hedda Gabler (2007) Schauspiel Hannover Rolle: Thea Elvsted. Regie: Christina Paulhofer
Preise Schweizer Filmpreis als Beste Schauspielerin 2005
Shooting Star der Schweiz an der Berlinale 2005 Max Ophüls Preis als Beste Nachwuchsdarstellerin 2004
Am Schauspielfrankfurt in der Spielzeit 2007/2008:
Ulrike Maria Stuart von Elfriede Jelinek, Regie: Peter Kastenmüller, Rolle: Prinz im Tower / Engel
www.schauspielfrankfurt.de
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Die Unbeständigkeit der Liebe (La double inconstance) Komödie in drei Akten
Von: Pierre Carlet de Marivaux (4.2.1688 - 12.2.1763) Uraufführung: 1723
Pierre Carlet Chamblain de Marivaux wurde am 4. Februar 1688 in Paris
als Sohn eines mittleren Beamten geboren. Die Jugendjahre ab 12 verlebte er in Riom, wo er sein erstes Stück und einen ersten Roman verfasste. Mit 22 kehrte er mit diesem Roman im Gepäck
zurück nach Paris und schrieb sich für das Jurastudium ein. Der bekannte Frühaufklärer Fontenelle las seinen Roman und führte ihn in die Pariser Salons ein, in denen seine geistvolle Art zu
schreiben sehr gut ankam. Die Herkunft des von ihm ab 1716 verwendeten Namens de Marivaux ist dunkel; der in Literaturgeschichten oder Literaturlexika zu findende Name de Chamblain war
eigentlich der seines älteren Cousins, ein bekannter Architekt, und wurde von ihm selbst nur gelegentlich benutzt.
Als 1720 die spekulativ überbewerteten Aktien der Compagnie de
l'Occident, einer Bank- und Handelsgesellschaft in die Pierre sein gesamtes Vermögen gesteckt hatte, in den Keller gingen, waren Marivaux, seine Frau und seine 1718 geborene Tochter über
Nacht arme Leute. Er machte zwar noch sein Jura-Examen, begann aber keine Anwaltskarriere, sondern schrieb fleißig Theaterstücke, mit denen er relativ rasch Erfolg hatte. Seine thematische
Vorliebe war die Schilderung des unabwendbaren Verliebens zweier Menschen, die zunächst durch Standesgrenzen getrennt zu sein scheinen, sich dann aber durchaus als passend erweisen; z. B. Die
Liebesüberraschung (La Surprise de l'amour, 1722) oder Die Unbeständigkeit der Liebe (La double inconstance, 1723). 1742 wurde er zu einem leitenden Mitglied der Académie Française ernannt,
was ihm eine Dienstwohnung, adelsähnliche Privilegien und erfreuliche Prestigemöglichkeiten verschafft.
Marivaux starb am 12. Februar 1763 in Paris. In seinen teils allegorischen,
teils sozialkritischen Stücken, vor allem jedoch in seinen Liebeskomödien, stellte er die einfühlsam analysierte Psychologie der Figuren in den Mittelpunkt der Handlung und weist der Sprache
eine bedeutende Rolle zu. Die besondere Leistung seines Schaffens besteht gerade in der Übertragung der spielerisch-eleganten Sprache der Pariser Salons jener Epoche in seine Stücke: sein
ureigener Stil, den man später als "marivaudage" bezeichnet. [© Felix Bloch Erben, Berlin]
Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:
Premiere: 19. Januar 08
Inszenierung: Felix Prader Bühne: Werner Hutterli
Kostüme: Ute Noack
Mit: Katja Hirsch, Katharina Knap, Julia Kreusch; Tim Breyvogel, Zlatko Maltar, Joachim Mäder, Michael Schlegelberger
Ein junges Paar liebt sich - aufrichtig. Und deshalb ist Silvia, ganz klar, mit Arlequin verlobt. Doch der Prinz hat sie gesehen und sich heftig verliebt - er will nur sie, sonst keine! So lässt er Silvia entführen, obwohl die ja gar nichts von ihm wissen will. Sie liebt ganz einfach ihren Jüngling und ist sich sicher, dass kein gesellschaftlicher Glanz, weder Rang noch Name ihr diese Liebe, diesen Mann ersetzen könnten. Doch dann kommt Flaminia ins Spiel, eine Vertraute des Prinzen. Statt mit Notwendigkeiten und Zwängen zu drohen, bietet sie Silvia und
Arlequin ihre Freundschaft an, erringt für beide die Freiheit, sich auch am Hofe täglich zu sehen. Und ganz unversehens brechen in den beiden dann doch nicht gar so „einfachen" Leuten kleine Eitelkeiten auf. Die Verlockung von ein wenig Luxus, guter Küche, in homöopathischen Dosen genossen, sorgen für kleine Irritationen, Entfremdung zwischen den Liebenden - und für heftige Verwirrung der Herzen. Und Flaminia muss sich dabei immer häufiger fragen, wie sehr ihr Einsatz für die Freunde eigentlich noch ein „Manöver" ist. Am Ende kommt dann alles, wie es kommen muss...
Wo liegen Wahrheit und Realität, wann ist Liebe echt oder gar ewig? Marivaux' komödiantische Versuchsanordnung über
das Wesen der Untreue schickt die Figuren auf verschlungenen Pfaden immer weiter von sich weg - oder gerade zu sich selbst?
Der gebürtige Züricher Felix Prader, der als Assistent mit Peter Stein, Klaus Michael Grüber und Robert Wilson zusammenarbeitete, hat sich in den letzten Jahrzehnten insbesondere mit seinen Inszenierungen an der Berliner Schaubühne (u. a. „Kunst" von Yasmina Reza) und am Berliner Renaissance-Theater einen Namen gemacht. Darüber hinaus führte er Regie an den Schauspielhäusern in Zürich, Düsseldorf, Bochum, München, Wien, in Spanien, Frankreich und den USA. Mit seiner Inszenierung von Donizettis „Liebestrank" an der Volksoper Wien gab er sein Debüt als Opernregisseur. Am Staatstheater Mainz zeigte er in dieser Spielzeit bereits die Offenbach-Operette „Die schöne Helena". [© Staatstheater Mainz]
www.staatstheater-mainz.de
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Die Unerhörten (The Unmentionables)
Von: Bruce Norris Deutsch von:
Martin Michael Driessen Uraufführung: 29. Juni 2006 (Chicago, Steppenwolf Theatre) Deutschsprachige Erstaufführung: 10. Februar 2012 (Mainz, Staatstheater Mainz)
Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:
Premiere: 10. Februar 12 (Deutschsprachige Erstaufführung)
Inszenierung: Matthias Fontheim Bühne und Kostüme: Marc Thurow Dramaturgie: Marie Rötzer Beleuchtung: Stefan Bauer
Besetzung:
Etienne:
Jonathan Aikins Dave: Tilman Rose Jane: Jele Brückner Der Doktor: Jean Claude Mawila Nancy: Andrea Quirbach Don: Marcus Mislin
Tante Mimi: Lara-Sophie Milagro Soldat 1: Leander Graf Soldat 2: Felix Frenken
Besprechung auf kulturfreak.de
2011 feierte das Staatstheater
Mainz mit der Deutschsprachigen Erstaufführung von „Clybourne Park“ des amerikanischen Autors Bruce Norris in der Inszenierung von Intendant Matthias Fontheim einen großen Erfolg. Mit
„Clybourne Park“, das neben Mainz bisher nur in den USA und London aufgeführt wurde, gewann Bruce Norris den Pulitzer-Preis für Drama 2011.
2008 hatte Matthias Fontheim bereits „Reiz und Schmerz“ von Bruce Norris als Deutschsprachige Erstaufführung auf die Bühne des Staatstheaters Mainz gebracht.
Mit „Die Unerhörten“ inszeniert Matthias Fontheim zum dritten Mal ein Stück des amerikanischen Autors. Wieder einmal gelingt dem Autor Bruce Norris ein mitreißendes Stück voller praller
Figuren und pointierter Dialoge. Gleichzeitig ist „Die Unerhörten“ aber ein beißend satirischer Kommentar zu westlichen Entwicklungshilfebestrebungen zwischen wirtschaftlicher Befreiung und
skrupelloser Ausbeuterschaft, allzu naivem Gutmenschentum und rassistisch grundierter Arroganz. Nicht zuletzt aber stellt Norris erschreckend deutlich die Frage dach dem Wert eines
menschlichen Lebens. [© Staatstheater Mainz]
www.staatstheater-mainz.de
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Die Unschuldigen (The Innocents)
Von: Daniel Karasik Uraufführung: 7. August 2010 (Toronto, Factory Theatre)
Deutschsprachige Erstaufführung: 25. September 2011 (Mainz, Staatstheater Mainz) Deutsch von: Philipp Löhle
Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:
Premiere: 25. September 11 (Deutschsprachige Erstaufführung; im TiC Werkraum)
Inszenierung: Philipp Löhle Bühne und Kostüme: Evi Wiedemann Dramaturgie: David Schliesing
Besetzung:
Stanley: Stefan Graf
Aaron: Tilman Rose Laura: Johanna Paliatsou Jude: Felix Mühlen Jackie: Pascale Pfeuti
Die „wahren Probleme“ sind weit entfernt, die eigenen
Probleme nichtig und eher Jammern auf hohem Niveau. Die verkrampften, angespannten Menschen, die daraus entstehen, die mit und an ihrem Glück scheitern, beschreibt Daniel Karasik in
sinnentleerten Räumen und alles wegdrückenden, coolen Dialogen. – Philipp Löhle –
Ich denke, viele Leute mit denen ich zu tun hatte, standen unter Druck – es war zwar ein
wohlwollender, gutartiger Druck, aber eben dennoch Druck – , bestimmte Dinge zu tun, eine bestimmte Art von Leben zu führen und einen bestimmten Job zu bekommen. – Daniel Karasik –
Es
ist ein dramatischer Krimi: Angeblich hat der junge Aaron eine ältere Dame überfallen, ausgeraubt und umgebracht. Die Beweislage für seine Beteiligung an dem Verbrechen ist allerdings
dürftig, und die Polizei glaubt nicht an seine Schuld. Warum beharrt dieser junge Mensch trotzdem so sehr darauf, das Verbrechen verübt zu haben? Warum trägt andererseits ein blutjunger,
brillanter Überfliegeranwalt permanent das Gefühl von Unzulänglichkeit mit sich herum? Warum hadert er ständig mit sich und der Welt, in der er bisher perfekt funktioniert hat? Aaron und
Stanley, beide aus gut situierten familiären Verhältnissen, dazu aus demselben gutbürgerlichen Vorort, treffen als Klient und Verteidiger im Gefängnis aufeinander. Im Versuch zu begreifen,
warum Aaron, den alle für unschuldig halten, eine Gefängnisstrafe dem Leben in Freiheit ernstlich vorziehen will, taucht Stanley in immer tiefere Abgründe: Liegt der Schlüssel zur eigenen
Identität nur noch in der Schuldfrage? Hinter der Sehnsucht zu verletzen und verletzt zu werden liegt die Lustlosigkeit zu selbstverantwortlichem Handeln in einer von Langeweile und
desillusionierenden Zukunftsperspektiven geprägten Welt. Je weiter Stanley in Aarons Welt eindringt, desto mehr erscheint ihm sein eigenes streng geregeltes und beziehungsloses Karriereleben
fragwürdig. Die Krimihandlung verdichtet sich zu einem feingesponnenen Psychogramm einer jungen Erwachsenengeneration, die nach ihrem Platz in einer sich immer schneller verändernden
Gesellschaft sucht. Wozu verpflichten uns gesellschaftliche und familiäre Privilegien? Was ist Erfolg? Was ist Glück? Welche Bedeutung messen wir sexueller Erfüllung bei? Denn diese
Generation wächst mit dem Glauben auf, alles erreichen zu können, was sie will. Der junge, kanadische Autor Daniel Karasik (*1986), der bereits mit 16 Jahren die erste professionelle
Aufführung eines seiner Stücke erleben durfte, entwirft in „Die Unschuldigen“ eine Generation der Extreme. Ein hellsichtiges Porträt des jüngst diagnostizierten Phänomens der
„Quarterlife-Crisis“: der Sinn- und Lebenskrise der Mittzwanziger-Generation, die vielleicht schon zu früh zu erwachsen wurde.
Philipp Löhle (*1978), erfolgreicher Theaterautor, nahm 2008 an der International Playwrights Residency des Londoner Royal Court Theatre teil, wo er Laura Fernández begegnete. Er gewann im Rahmen des Berliner Theatertreffens 2007 den Werkauftrag des Stückemarktes. Das daraus entstandene Stück „Die Kaperer“ war 2008 / 2009 in Mainz zu erleben. Außerdem wurde er zu den Werkstatttagen 2007 am Burgtheater Wien eingeladen, für den Mülheimer Dramatikerpreis 2008 nominiert und mit dem Jurypreis des Heidelberger Stückemarkts 2008 ausgezeichnet. Seit Herbst 2008 ist er Hausautor am Maxim Gorki Theater Berlin.
Am Staatstheater Mainz arbeitete er mit Laura Fernández' „Gegengipfel" (DSE) zum ersten Mal als Regisseur. In dieser Spielzeit folgt die DSE von Daniel Karasiks Stück "Die
Unschuldigen". [© Staatstheater Mainz]
www.staatstheater-mainz.de
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UNVERHOFFT: Auf der Suche nach dem Wunderbaren
Ein theatraler Parcour des Theater Willy Praml:
Aufführungen: Mi, 01.06./Do, 02.06./ Fr, 03.06./Sa, 04.06.2011
Regie: WILLY PRAML Bühne/Kostüme: Michael Weber
Mit:
Reinhold Behling, Irene Buresch, Andreina Conti, Jakob Gail, Hertha Georg, Birgit Heuser, Bruno Long, Johannes Christopher Maier, Viktor Vössing, Michael Weber, Lisa Zanaboni
UNVERHOFFT: Auf der Suche nach dem Wunderbaren Theater Willy Praml Jakob Gail und Bruno Long Foto: Andreina Conti
Es gibt sie – die Alternative zur Katastrophe, den Widerspruch zum gewöhnlichen Verlauf der Dinge und der Naturgesetze. Aber manchmal bringen Mensch und Natur uns zum
Staunen über etwas unerwartet Schönes, Wunderbares. Im Theater ist es der Schrecken, der uns zur Katharsis, zur Reinigung durch das Miterleben des grausam-Unbegreiflichen, führt.
Wir versuchen es jetzt mal umgekehrt – mit dem unbegreiflich Wunderbaren, mit Geschichten der Hoffnung, mit Merkwürdigkeiten, die man vielleicht sogar als Wunder bezeichnen kann.
UNVERHOFFT ist ein Theaterabend, ein theatraler Parcour über 8 Stationen, eine Wanderung der ganz besonderen Art, auf der sich jeder nach eigener Dramaturgie umschauen
kann, das UNVERHOFFTE hier auf Erden wieder zu finden: von den Gebrüdern Grimm zum heutigen Nahost- Drama, von Kleist über GOOGLE zu Schlingensiefs Himmel auf
Erden, von der Gerechtigkeit im Leben und - der Kraft des Wortes. Sinn – selbst finden! Heilung – möglich! [© Theater Willy Praml]
Spieldauer: 2:00 h ohne Pause
jeweils 20:00 Uhr Eintritt: 18 € normal / 14 € ermäßigt/ 9 € Schüler und Studenten/ 7 € Frankfurt-Pass
www.theater-willypraml.de
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Von Lügen und Lastern „The Lying Kind“ (“Frohes Fest”)
Von:
Anthony Neilson Deutsch von: Barbara Christ
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Von Mäusen und Menschen Schauspiel von John Steinbeck
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Wärmetod
Drama frei nach den Romanen „Weisse Nächte“ von Fjodor Dostojewski und „Fight Club“ von Chuck Palahniuk
Zur Inszenierung der Landungsbrücken Frankfurt:
Regie und Bühne: Peter Eckert
Mit:
Felix Graf, Snezana Golubovic, Miro Kania, Elena von Liebenstein, Janine Maschinsky und Seweryn Zelazny
Ein Melancholiker, eine Borderlinerin, ein junges Mädchen, eine Mücke, ein
Weltraumaffe und eine Sonne prallen in diesem modernen Märchen über Alleinsamkeit aufeinander. Alle sind einsam. Alle haben einen Traum - es nicht mehr zu sein. Alle sind hungrig. Alle haben
Sehnsucht. Aber alle haben Angst vor Nähe und Intimität: Hirn versus Herz.
Tyler Durden hat Weltschmerz. Er hasst die Gesellschaft. Und die Gesellschaft weiß nicht einmal, dass es ihn
gibt. Er fühlt sich nicht mehr. Er flüchtet sich vor der Wirklichkeit in einen Kokon aus Wörtern und Phantasien. Doch Tyler will sich wieder spüren. Er gründet den „Fight Club“, wo man sich
prügelt, um sich zu vergewissern, dass man noch am Leben ist. Er pflegt eine obszöne Liebesbeziehung mit Marla, um seiner Einsamkeit zu entfliehen. Alles ist perfekt. Doch dann kommt
Nastenka. Ein naives Mädchen. Und Tyler entdeckt, das sein Leben nur ein Fake ist, eine Fluchtmaschine vor dem puren Gefühl. Nur wenn wir wirklich alles verloren haben, haben wir die
Freiheit, alles zu tun. Was wirklich wehtun kann, ist zu lieben. Dostojewski im Fight Club.
Was bleibt wunderbaren, einzigartigen Schneeflocken aus einer erkalteten, anonymen,
oberflächlichen, egozentrischen, materiellen, sinnentleerten, neidzerfressenen, dummen und bösen Gesellschaft übrig, wenn diese in die Mikrowelle zwischenmenschlicher Beziehungen gesteckt
werden?
Übersprung. Weltflucht. Seifenblasen. Und der Wärmetod.
www.waermetod.tk
Das sagt die Presse:
„Als modernes Mittsommernachtsmärchen (…) scheint der schwere Stoff verblüffend leicht…die Nähe zum Kitsch (…) löst sich immer wieder
und bisweilen äußerst komisch auf, ohne dass die Figuren je lächerlich erscheinen.“ (FAZ)
„Findet sich ein Gleichgewicht zwischen Leid, Wahn, Schmerz, Sex und Liebe? Hingehen und selbst sehen: Junges und leidenschaftliches Theater…“ (Offenbach Post)
„Allerlei bunte
Einfälle…unbekümmert…wunderbar erleuchtete Augenblicke…wundersame Kreuzung aus Dostojewski, Comic, Fantasy und Horrorroman“ (Frankfurter Rundschau)
„Die jungen Darstellerinnen und
Darsteller schaffen durch ihr hingebungsvolles Spiel immer wieder Momente von berückender Intensität und ein erfrischender Sinn für Selbstironie und Komik verhindert übertriebenes Pathos. (5
von 5 Bewegungsmeldern)“ (Frizz – Das Magazin)
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Die Wellen nach dem Roman von Virginia Woolf
Deutschsprachige Erstaufführung:
26. Januar 2007 (Stuttgart, Schauspiel Stuttgart, Kammertheater)
Zur Inszenierung des Schauspiel Stuttgart:
Premiere: Freitag, 26. Januar 07 (Deutschsprachige Erstaufführung)
Regie und Bühne: Ulrich Rasche Kostüme: Matthias Weiss Chorleitung: Jürgen Lehmann Dramaturgie: Christian Holtzhauer
Mit:
Dorothea Arnold, Bernhard Conrad, Elisabeth Findeis, Jürgen Lehmann, Sebastian Nakajew & Ursula Renneke
Die englische Schriftstellerin Virginia Woolf (1882 - 1941) gilt als
die erste und eine der bedeutendsten Vertreterinnen der klassischen literarischen Moderne. Zeitgleich mit James Joyce entwickelte sie eine Erzähltechnik, die es ihr gestattete, die in jedem
Moment vorhandene ungeheure Fülle von Gedanken, Gefühlen, Beobachtungen und Assoziationen, also die Bewusstseinsströme der Figuren erfahrbar zu machen. Ein ganzes Leben kann sich so - etwa in
der Erinnerung - in einem einzigen Moment abspielen.
In ihrem 1931 erschienenen Roman "Die Wellen" fallen die Lebenszeit und die Lebensgeschichten von sechs Personen in eins
mit dem natürlichen Zyklus eines Tages. Kindheit, Jugend, das Erwachsenenleben und schließlich der Tod verlieren ihre zeitliche Beschränkung vor dem Hintergrund des ewigen Spiels der Wellen,
in denen sich das Licht je nach Tageszeit auf verschiedene Weise bricht. Das intensive Erleben der Natur vermischt sich mit den Erinnerungen und Gedanken der sechs Freunde. Wer hier mit wem
und ob überhaupt jemand mit einem anderen spricht, ist nebensächlich. In der Wahrnehmung fließen alle Eindrücke zusammen in einen Strom der Gedanken.
Der im Vergleich zu
"Orlando", "Die Fahrt zum Leuchtturm" oder "Mrs. Dalloway" eher wenig bekannte Roman Virginia Woolfs wird die Grundlage bilden für Ulrich Rasches zweite
Stuttgarter Regiearbeit. In der letzten Spielzeit inszenierte er das Chorprojekt "Kirchenlieder". [© Schauspiel Stuttgart]
www.schauspiel-stuttgart.de
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Der Zauberberg Roman von Thomas Mann
Zur Inszenierung des Centraltheater Leipzig:
Premiere: 6. November 10
Regie:
Sebastian Hartmann Bühne: Sebastian Hartmann Kostüme: Adriana Braga Peretzki Musik: Steve Binetti Dramaturgie: Uwe Bautz
Mit: Rosalind
Baffoe, Manolo Bertling, Maximilian Brauer, Artemis Chalkidou, Matthias Hummitzsch, Janine Kreß, Guido Lambrecht, Ingolf Müller-Beck, Peter René Lüdicke, Birgit Unterweger
Was heißt
das: Überleben? Wann erobert Leben Gipfel, wann stürzt man ab? Oben und Unten, Berg – und Tal; beide Blickrichtungen können den Ungeübten schaudern machen. Bergsteiger müsste man sein!
Alpinist! Ausgerüstet mit Haken, Seilen und ordentlichem Proviant! Der Weg ist steinig, und steil. Und gefährlich. Dauernd ändert sich das Wetter – zum Beispiel! Der Star-Biologe Richard
Dawkins unterwirft seine Thesen zum WUNDER DER EVOLUTION (DER GIPFEL DES UNWAHRSCHEINLICHEN) dem naturgeschichtlichen Bild der Kletterpartie. Bei Dawkins erklimmen die Arten die Gipfel der
Unwahrscheinlichkeiten, oder eben nicht (das Wahrscheinliche bleibt im Tal …). Die artistische Dimension solcher Naturgeschichte, dieses „Theater der Evolution“, wie es der Philosoph
Sloterdijk in seinem Buch DU MUSST DEIN LEBEN ÄNDERN (2009) nachfolgend benennt, ist menschlich, gesellschaftlich und theologisch eine erhebliche, wenn auch mit einer Verspätung von Hunderten
von Millionen Jahren. Ihr gegenüber steht die naturgeschichtliche Erfahrung des Aussterbens. Möglicherweise liegt es nahe, das Über in Überleben wie das Über in Übermensch auf die Dimension
der wachsenden Unwahrscheinlichkeiten zu beziehen. Hier, im Zwischenbereich, wollen wir nun unser Basislager zur Besteigung des Mann’schen ZAUBERBERGS aufschlagen. Manns artifizieller
Jahrhundertroman beobachtet den Menschen an der Natur-Kultur-Schwelle des vorhergegangenen Jahrhunderts. In diesem Roman über das Sterben bewegen wir uns atemlos auf die Katastrophe zu. Wir:
die Kranken, Hungrigen, Todeslüsternen, wir gierigen Kleingeister. Wie im Fieber – werden wir kurz wach, und wir gehen los. [© Centraltheater Leipzig]
www.schauspiel-leipzig.de
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Zwanzigtausend Seiten
Von: Lukas Bärfuss Uraufführung:
2. Februar 2012 (Zürich, Schauspielhaus Zürich)
Zur Inszenierung des Schauspielhaus Zürich:
Premiere: 2. Februar 12 (Uraufführung)
Regie:
Lars-Ole Walburg Bühne: Robert Schweer Kostüme: Nina Gundlach Musik: Tomek Kolczynski Licht: Markus Keusch Dramaturgie:
Andrea Schwieter
Mit: Ludwig Boettger, Klaus Brömmelmeier, Ursula Doll, Lukas Holzhausen, Franziska Machens, Sean McDonagh
Mit der Tragikomödie „Zwanzigtausend Seiten“
legt Autor und Dramaturg Lukas Bärfuss sein zweites neues Stück am Schauspielhaus Zürich vor: Dem Gelegenheitsarbeiter und Tagträumer Tony, einem bis dato unauffälligen jungen Mann, fällt
eines Tages bei einem ebenso unglücklichen wie schicksalshaften Unfall eine Kiste mit Büchern auf den Kopf – und von diesem Moment an verfügt er über ein unermesslich grosses Wissen.
Lückenlos ist der gesamte Inhalt der besagten Bücher – Bände über die Schweiz während des Zweiten Weltkrieges – in seinem Kopf gespeichert. Doch bald wird dieses Wissen für Tony zur Belastung
… Regie bei der Uraufführung von ZWANZIGTAUSEND SEITEN – ab dem 2. Februar in der Box des Schiffbaus zu sehen - führt Lars-Ole Walburg, der sich 2010 dem Zürcher Publikum mit seiner
Inszenierung von Dürrenmatts „Panne“ vorstellte.
Während die Menschen in Tonys Umgebung ihn nach dem Unfall als Gedächtniskünstler und wissenschaftliches Phänomen bewundern und
versuchen, an seinem Ruhm teilzuhaben, hadert Tony zunehmend mit dem Inhalt dessen, was ihm der Zufall ins Hirn gebrannt hat: mit dem Schicksal des jüdischen Flüchtlings Oskar, der über die
Schweizer Grenze geschafft und später deportiert wurde oder mit der Frage, warum Nutzniesser des Krieges zeitlebens unbehelligt geblieben sind. Irgendwann wird sein neues Wissen für Tony so
unerträglich, dass er es wieder loswerden möchte – am besten auf dieselbe Art und Weise, wie es ihm zugefallen ist. Ein gewagtes Experiment wird gestartet …
Lukas Bärfuss’ neues Stück
– nach „Malaga“ (2009 inszenierte Barbara Frey die Uraufführung) sein zweites Auftragswerk für das Schauspielhaus Zürich – ist eine Farce über individuelles und kollektives Vergessen und
Erinnern sowie über die Frage nach einem nationalen historischen Gedächtnis. Bärfuss, 1971 in Thun geboren, arbeitet seit 1997 als Schriftsteller in Zürich. Er schreibt Prosatexte („Hundert
Tage“, 2008), Hörspiele und vor allem Theaterstücke („Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“, „Der Bus“, „Die Probe“, „Öl“ u.a.), die in Basel, Bochum, am Thalia Theater Hamburg, an den
Münchner Kammerspielen, am Deutschen Theater Berlin und am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt und anschliessend weltweit gespielt wurden. Seit der Spielzeit 2009/10 arbeitet er als Autor und
Dramaturg am Schauspielhaus Zürich. Bärfuss wurde 2003 von der Fachzeitschrift „Theater heute“ zum „Nachwuchsdramatiker des Jahres“ und 2005 zum „Dramatiker des Jahres“ gewählt. 2005 erhielt
er für sein Stück „Der Bus“ den Mülheimer Dramatikerpreis.
Den Regisseur Lars-Ole Walburg und Lukas Bärfuss verbindet eine langjährige Arbeitsbeziehung. So brachte dieser unter
anderem Bärfuss’ Stück „Die Probe“ an den Münchner Kammerspielen zur Uraufführung und inszenierte in Hannover dessen Fassung des „Parzival“. Walburg, 1965 in Rostock geboren, studierte
Theaterwissenschaft und Germanistik an der Freien Universität Berlin. 1992 gründete er zusammen mit Ricarda Beilharz, Stefan Bachmann, Thomas Jonigk und Tom Till das „Theater Affekt“. Am
Theater Basel war er ab 1998 als Chefdramaturg und fester Regisseur engagiert und von 2003 bis 2006 als Schauspieldirektor. 2009 übernahm er die Intendanz am Schauspiel Hannover. Mit seiner
Basler Inszenierung von Ibsens „Volksfeind“ (2000) wurde er zum Berliner Theatertreffen eingeladen. [© Schauspielhaus Zürich]
www.schauspielhaus.ch
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