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    Theater: Kurzinfos Q - Z

Rabenkind
Von:
Bert Strebe

Zur Inszenierung des Freien Schauspiel Ensemble Frankfurt

Premiere:
2. März 08
Weitere Vorstellungen:7./ 8./ 13./ 14. März, 5./ 6./ 10./ 11. April

Inszenierung: Reinhard Hinzpeter
Bühne: Gerd Friedrich

Es spielen: Neda Rahmanian und Babette Winter

Cora, mein Engel, du bist so still.
Ich kann dich fast nicht spüren,
dein Haar fliegt durch den Raum,
du schwebst ja, wie eine Feder…
Du fliegst ja. Wo willst du hin?

Zum Stück:
Alexa J., 21 Jahre, alkoholkrank, ließ ihre dreijährige Tochter Cora qualvoll verhungern. - Nach 3 Jahren im Gefängnis kann sie noch immer nicht der Wahrheit ins Gesicht sehen und flüchtet sich in die Wahnvorstellung: ihr Kind lebt, und sie wohnt mit ihm nach wie vor in der kleinen, dunklen Wohnung mit Spinnweben und Fliegendreck.
Zug um Zug lässt "RABENKIND"- Autor Bert Strebe die desolate Welt der Alexa J. entstehen und schafft es, durch die suggestive Dichte seiner Sprache den Zuschauer in diese Welt hineinzuziehen und sich den wirren Gefühlen und Phantasien Alexas zu überlassen. Das Sozialdrama verwandelt sich in ein Traumspiel, in dem der Kindsmörderin eine geheimnisvolle Unbekannte erscheint. Wie durch ein Fegefeuer führt diese Andere die sich wehrende Alexa durch das Labyrinth ihrer inneren und äußeren Verwahrlosung. 

Rabenkind_FSEFFM_S©Mischa Goldmann
Rabenkind
Freies Schauspiel Ensemble Frankfurt
 v.l.: Neda Rahmanian, Babette Winter
Foto: Mischa Goldmann

Zum Autor:
Bert Strebe arbeitet als Redakteur in Hannover und schreibt Lyrik, Prosa und szenische Texte. Von ihm erschienen sind bereits die Gedichtbände ZWISCHENWASSER (1999) und KATZENLICHT(2002). Im Deutschlandradio Berlin wurde 2002 sein Hörspiel DIE INNENSEITE DES WASSERS gesendet. RABENKIND ist sein erstes Theaterstück.
Freies Schauspiel Ensemble]

Kartenpreise: € 15 / ermässigt € 10
Kartenbestellungen: Tel: 069 / 596 94 90 / Fax: 069 / 955 20 658 / eMail: kontakt@freiesschauspiel.de
Kartenvorverkauf: Frankfurt Ticket, Tel: 069 / 1340 400, www.frankfurtticket.de

Reineke Fuchs

Von:
Johann Wolfgang von Goethe

Zur Inszenierung des Theater Willy Praml:

Premiere:
22. März 07 (Goethes 175. Todestag)
Vorstellungen:
23., 24., 30. Oktober, 1. November 2009 (20h bis 22:15h mit Pause)

Regie: Willy Praml
Bühne/Kostüme: Michael Weber

Mit:
Reinhold Behling, Birgit Heuser, Tim Stegemann & Michael Weber        

Reineke FuchsBild4_M©Seweryn

Reineke Fuchs
Theater Willy Praml
Reinhold Behling, Michael Weber, Birgit Heuser & Tim Stegemann (v.l.n.r.)
Foto: Seweryn



Der eine oder andere unter Ihnen wird sich an ihn erinnern: Konrad Adenauer, genannt “der schlaue Fuchs”. Der wusste, wie man Kanzler wird – und lange bleibt. Mit List und Tücke. Wie Reineke. Goethes dreister Fuchs. Der lässt sich Hühner und Hasen schmecken und man hält ihn für einen Vegetarier; der vergewaltigt verheiratete Wölfinnen und man lacht über den Wolf; der überlistet die Starken, lenkt die Mächtigen und lehrt die Frommen beten; der steht, den Hals schon in der Schlinge am Galgen und sitzt am Ende neben dem König als dessen Berater. Schlag nach bei Goethe und Du lernst wie man Regierungen bildet.
REINEKE FUCHS.Goethe. Spannender als die Tagesschau.

www.theater-willypraml.de

Requiem

Von:
Bernd Lange und Hans-Christian Schmid
frei nach
einer wahren Begebenheit, nach dem gleichnamigen Film

Uraufführung: 15. September 07 (Mainz, Staatstheater Mainz)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
15. September 07 (Uraufführung)
Inszenierung:
Deborah Epstein und Marcus Mislin
Bühne: Florian Barth
Kostüme:
Petra Bongard

Mit:
Friederike Bellstedt, Tatjana Kastei, Katharina Knap, Andrea Quirbach; Florian Hansel, Joachim Mäder, Thomas Marx, Marcus Mislin

Michaela verlässt ihr Dorf auf der schwäbischen Alb, um zum Studium nach Tübingen zu gehen - eine Emanzipation von ihrer streng katholischen Familie, Triumph über ihre Epilepsieerkrankung und ein Aufbruch in ein selbst bestimmtes Leben. Aber die Freiheit währt nicht lange: Michaela hat mit Wahnvorstellungen zu kämpfen, hört Stimmen und glaubt, von Dämonen besessen zu sein. Zerrieben zwischen den Anforderungen ihres Studiums, familiären Verstrickungen, der Lieblosigkeit ihrer Mutter, ihrem Glauben, den „weltlichen" Sehnsüchten und Zweifeln an der Heilbarkeit ihres Zustands, begibt sie sich als letzten Ausweg in die Obhut eines jungen Priesters.

Die reale Geschichte der Würzburger Studentin Anneliese Michel verdichteten Regisseur Hans-Christian Schmid und Drehbuchautor Bernd Lange zu einem bewegenden Film über Ausbrüche, Aufbegehren und die Macht des Irrationalen. Im Jahr ihres Kinostarts, 2006, erhielt die Arbeit zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Deutschen Filmpreis und den Kritikerpreis FIPRESCO bei der Berlinale.

Deborah Epstein arbeitet als Schauspielerin und Regisseurin an Theatern in Basel, Stuttgart, Saarbr
ücken, Freiburg und am Maxim Gorki Theater Berlin. Marcus Mislin ist seit der Spielzeit 2006/2007 fest als Schauspieler am Staatstheaters Mainz engagiert und hat sich hier mit „Die Bremer Stadtmusikanten" auch als Regisseur vorgestellt. Er arbeitet außerdem als Schauspieler und Regisseur u. a. am Schauspielhaus Zürich, dem Staatstheater Stuttgart, dem Maxim Gorki Theater und dem Deutschen Theater Berlin. Gemeinsame Regiearbeiten mit Deborah Epstein waren u. a. „Effi Briest" (1998, Maxim Gorki Theater Berlin), „Das Vaterspiel" (2002, Schauspielhaus Graz) und Madame Bovary 2007 in Mainz. [© Texte: Staatstheater Mainz]


www.staatstheater-mainz.de

Retten Sie mich! Reden Sie! Irgendwas!
Ein Čechov-Abend

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:

Premiere: 19. April 2008
Weitere Vorstellungen: 25. und 30. April 2008, 12. und 30. Mai 2008

Regie:
Karin Neuhäuser
Ausstattung: Franz Lehr
Musik: Paul Lemp
Dramaturgie: Marion Tiedtke, Lena Thomsen
Regieassistenz: Andreas Gründel
Bühnenbildassistenz: Birgit Kellner
Kostümassistenz: Katja Strohschneider, Katharina Tasch
Souffleuse: Christine Schneider
Inspizienz: Lisa Ahle
Technische Produktionsleitung: Josef Dreker
Technische Einrichtung: Niko Ramie
Licht: Frank Kaster
Technische Produktionsleitung: Josef Dreker
Technische Einrichtung: Andreas Rasche
Ton: Philip Batereau, Arnim Streek, Oliver Blohmer
Requisite: Jens Schönherr, Stefan Markert
Maske: Patricia Dietz, Friederike Reichel
Regiehositanz: Nicole Peinz, Judith Skupien
Bühnenbildhospitanz: Manuela Muschner
Kostümhospitanz: Mareike Wehrmann

Darsteller:
Sandra Bayrhammer
Martin Butzke
Rainer Frank
Friederike Kammer
Özgür Karadeniz
Anne Müller
Matthias Redlhammer
Abak Safaei-Rad
Thomas Schweiberer
Falilou Seck

Besprechung auf kulturfreak.de

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Retten Sie mich! Reden Sie! Irgendwas! Ein Čechov-Abend
schauspielfrankfurt
Ensemble
Foto: Alexander Paul Englert

Zehn Menschen in einem Raum ohne Ausgang. Sie warten – warten auf die Liebe, auf ein besseres Leben, auf den Zug oder vielleicht nur auf das Vergehen der Zeit. Sie sind einander ausgeliefert. Keinen Ort gibt es, wohin sich jeder einmal zurückziehen könnte. Man erzählt sich Träume, Wünsche, Sehnsüchte und Hoffnungen, für die es keine Entsprechungen in der Welt „da draußen“ gibt. Die Figuren haben keine Worte außer denen, die ein Autor vor mehr als hundert Jahren in seinen Drama- und Prosatexten verfasste: Anton Čechov.
Aus Briefen, Erzählungen und Dramentexten des russischen Schriftstellers exzerpierten Karin Neuhäuser und ihre Dramaturginnen Marion Tiedtke und Lena Thomsen eine Collage aus seinem Gesamtwerk. Dieses Textmaterial dient den Schauspielern als Grundlage für eine Reise in Čechovs Wort- und Gedankenwelt. Es entwickeln sich neue Čechovsche Figuren, die dennoch vertraut sind, stecken in ihnen doch die bekannten Platonovs und Ivanovs. Auf der sich fortlaufend drehenden Bühne kristallisiert sich heraus, was Čechov so treffend in all seinen Texten zu beschreiben verstand: Traurig komisch scheitert jeder seiner Unglückshelden an der Banalität des Lebens, „er stolpert, weil er zu den Sternen hinauf starrt.“ (Vladimir Nabokov)


Karin Neuhäuser, Schauspielerin und Regisseurin, erarbeitet mit dem Čechov-Abend Retten Sie mich! Reden Sie! Irgendwas! ihre nunmehr dritte Produktion am schauspielfrankfurt.
Mit
Die Orestie ist ihr in der vergangenen Spielzeit eine wahrhaft große Inszenierung gelungen. Belohnt wurde dieses gefeierte Theatererlebnis mit einem Gastspiel im fünftausend Jahre alten Theater von Epidauros beim Hellenic Festival vor sechstausend ergriffenen Zuschauern.
In der Spielzeit 2004/05 stellte sie mit einer hochaktuellen Interpretation von Nathan der Weise das erste Mal am schauspielfrankfurt ihr Können als Regisseurin unter Beweis. Bekannt ist sie dem Frankfurter Publikum spätestens seit ihrem unvergesslichen Auftritt als Grete in Werner Schwabs Die Präsidentinnen unter der Regie von Jan Bosse. Ihr einzigartiges Talent als Schauspielerin, für das sie auch mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, ist zur Zeit als Celia Peachum in der gefeierten Inszenierung der
Dreigroschenoper im Großen Haus des schauspielfrankfurt zu bewundern.
[© schauspielfrankfurt]


Thomas Schweiberer
Schauspieler, geboren 1965 in Landstuhl/Pfalz.

Ausbildung
1985 Abitur
1988-1992 Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Max-Reinhardt-Seminar in Wien.
Gearbeitet u.a. mit Erni Mangold, Heiner Müller, Samy Molcho. Magisterabschluß.

Theater
1992-1 996 Mitbegründer und Ensemblemitglied des Theaterhaus Jena
1997-2001 Schauspieler am Theater-an-der-Ruhr in Mülheim
seit 2001 freischaffend. Arbeiten u.a. am teatr rozmaitosci in Warschau, Markgrafentheater Erlangen, Sophiensäle Berlin, Potsdam, Weimar, Mülheim an der Ruhr

seit 2005 neben zwei Kinoproduktionen unter dem polnischen Regisseur Lukasz Barzyk in Polen und Italien und anderen künstlerischer Tätigkeiten wie Bildhauerei, Photographie und Restauration, Studium tibetisch buddhistischer Philosophie in Italien, Indien, Nepal und Tibet.

*
Gastspiele
u.a. in Amsterdam, Bogota, Belgrad, Sarajevo, Kairo, Teheran, Avignon, St.Petersburg, Warschau, Breslau, Posen, Katowice, Vilnius, Montreal, Prag, Budapest, Bratislava, Berlin , Düsseldorf, München, Leipzig

Reinhardt-Seminar Wien
Mauser/Quartett l Regie: Heiner Müller, Rolle: Valmont/A/Chor
Junges europäisches Theater Menden
Ein Sommernachtstraum von W.Shakespeare, Regie: Werner Kühn, Rolle: Demetrius

Theaterhaus Jena
Leonce und Lena von Georg Büchner/ Regie: Sven Schloetcke, Rolle: Valerio
Macbeth von W.Shakespeare/ Regie: Horst Lonius, Rolle: McBeth
Hedda Gabler von H.Ibsen / Regie: Robert Giggenbach, Rolle: Tesman
Gläubiger von August Strindberg / Regie: Wera Herzberg, Rolle: Gustav
After You've Gone -Vaudeville / Regie: Itamar Kubovy, Rolle: Caspar Tophof
Dracula nach Bram Stoker / Regie: Itamar Kubovy, Rolle: Jonathan Harker
Unter Aufsicht von Jean Genet / Regie: Reter Rothin, Rolle: Maurice
Der nackte Mann von Tankred Dorst / Regie: Ramin Yegani-Fard, Rolle: Parzival
Frank und Stein von Ken Campbell / Regie: Stephan Lohse, Rolle: Stein

Theaterhaus Weimar
Philoktetvon Heiner Müller / Regie: Stephan Lohse, Rolle: Odysseus

Markgrafentheater Erlangen
Die Dreigroschenoper von B.Brecht / Regie: Jörg Hube, Rolle: Mackie Messer

Theater an der Ruhr Mülheim
Der Kirschgarten von Anton Tschechov / R: Roberto Ciulli, Rolle: Leonid Andrejewitsch Gajew
Pinocchio Faust von J.W.v.Goethe/Collodi / Regie: Roberto Ciulli, Rolle: Delphin/Gott Margarethe Faust von J.W.v.Goethe/H.Müller / Regie: Roberto Ciulli, Rolle: Mephisto
Nach Einlass kein Beginn 5 Einakter von Edoardo de Felippo / Regie: R.Ciulli, Rolle: Antonio
Antigone von Sophokles / Regie: Roberto Ciulli, Rolle: Polyneikes/ Eteokles
Casparvon Peter Handke / Regie: Roberto Ciulli, Rolle: Einsager
Bürger Schippel von Carl Sternheim / Regie: Roberto Ciulli, Rolle: Heinrich Krey
Frühlingserwachen von Frank Wedekind / Regie: David Hevia, Rolle: Moritz Stiefel

Sophiensäle Berlin
Der Verlorene nach Hans-Ulrich Treichel / Regie: Boris von Poser, Rolle: Sohn

teatr rozmaitosci Warschau, Wroclaw, Posnan
Gesäubert von Sarah Kane / Regie : Krzysztof Warlikowski, Rolle: Carl

Am Schauspielfrankfurt in der Spielzeit 2007/08:
Retten Sie mich! Reden Sie! Irgendwas! Ein Tschechow-Abend, Regie: Karin Neuhäuser

www.schauspielfrankfurt.de

Der Revisor (Revizor)
Komödie in fünf Akten

Von: Nikolaj Wassiljewitsch Gogol (31.03.1809 - 04.03.1852)
Uraufführung: 19. April 1836 (Petersburg, Aleksandrinskij Theater)

Zur Inszenierung der Burgfestspiele Bad Vilbel
in der Bearbeitung von Klaus Pohl unter Mitarbeit von Sanda Weigl:

Premiere:
8. Juni 07

Regie: Harald Demmer
Ausstattung: Oliver Kostecka
Regieassistenz | Abendspielleitung: Christian H. Voss
Licht:
Jan Langebartels
Maske: Kerstin Böhme | Nadja Werthmann
Schneiderei: Leitung Christine Rademacher
Bad Vilbeler Bearbeitung: Harald Demmer

Revisor_Schulz-Lößer 881© Eugen Sommer

Der Revisor
Burgfestspiele Bad Vilbel
Ellen Schulz & Pit-Jan Lößer
Foto: Eugen Sommer

Anton Antonowitsch Skwosnik-Dmuchanowskij, Bürgermeister: Ulrich Lenk
Anna Andrejewna, seine Gattin: Ellen Schulz
Marja Antonowna,
seine Tochter: Anna Eger
Ammos Fjodorowitsch Ljapkin-Tjapkin, Kreisrichter: Peter Clös
Artemij Filippowitsch Semjanika, Hospitalverwalter: Daniel Ris
Iwan Kusmitsch Schpekin, Postmeister: Kai Möller
Peter Iwanowitsch Dobtschinskij, Gutsbesitzer: Marco Zbinden
Peter Iwanowitsch Bobtschinskij, Gutsbesitzer: Herbert Schöberl
Iwan Alexandrowitsch Chlestakow, ein Petersburger Beamter: Pit-Jan Lößer
Ossip,
sein Diener: Markus Frank
Swistunow,
ein Polizist / Boris, ein Kellner: Andy Konrad


www.kultur-bad-vilbel.de

Schade, dass sie eine Hure war (´Tis Pity She´s A Whore)

Von: John Ford
Uraufführung: zwischen 1628 und 1633 (London, Cockpit Theatre)

Zum Inhalt:
Giovanni und Annabella sind Bruder und Schwester und lieben sich. Giovanni kämpft mit seiner Leidenschaft und vertraut sich Pater Bonaventura an. Dann gesteht er seine Liebe Annabella und findet sie erwidert.
Als Annabella schwanger ist, willigt sie ein, ihren Freier Soranzo zu heiraten. Der entdeckt den Inzest und plant, beide zu töten. Giovanni kommt dem zuvor, indem er selbst Annabella tötet, und anschließend die Gesellschaft, die in Soranzos Haus versammelt ist, verhöhnt. Zuletzt sterben Giovanni und Soranzo.

Zum Autor:
Der englische Lyriker und Dramatiker John Ford wurde um 1586 in Ilsington (Devonshire) geboren. Der Dichter der Spätrenaissance wurde vor allem durch seine psychopathischen Dramen bekannt, die verschiedene Aspekte der Schwermut beschreiben. Seine Karriere als Schriftsteller begann mit der Dichtung "Fame’s Memorial" (1606), einer Elegie über den Tod von Charles Blount, Graf von Devonshire, der mehrere Gedichte über das Adelsleben folgten. Danach wandte sich Ford verstärkt dem Drama zu und schrieb zusammen mit Thomas Dekker "The Fairy Knight" und "The Bristowe Merchant" (um 1634).
Zu Fords bedeutendsten Versdramen gehören "Love’s Sacrifice" (1630), "The Broken Heart" (1633, "Das gebrochene Herz"), Schade, dass sie eine Hure war (1633, "‘Tis a Pity She’s a Whore"), "The Chronical History of Perkin Warbeck" (1634, "Die Geschichte Perkin Warbecks. Eine seltsame Wahrheit"), "The Lady’s Trial" (1638) und "The Witch of Edmonton" (1658, "Die Hexe von Edmonton"). In prallen, teils sinnlichen, teils grotesk-grausamen Bildern zeigt der Shakespeare-Zeitgenosse John Ford in seinem Drama Schade, dass sie eine Hure war die Macht der Liebe gegenüber einer verkommenen Gesellschaft auf.
Ford, der um 1640 starb, genoss wegen der Schönheit seiner Sprache und seinen Blankversen hohes Ansehen unter seinen Zeitgenossen. [ © Felix Bloch Erben, Berlin]

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:
Übersetzung von B. K. Tragelehn

Premiere: 19. Januar 08, Großes Haus

Regie:
Peter Kastenmüller
Bühne:
Michael Graessner
Kostüme:
Kathi Maurer
Musik und Geräuschewelt:
Malte Preuss
Licht: Nicol Hungsberg
Dramaturgie: Hans-Peter Frings
Regieassistenz: Benjamin Eggers
Video: Philipp Batereau
Bühnenbildassistenz: Ida-Marie Corell
Kostümassistenz: Alexandra Helminger
Souffleuse: Alexandra zu Stolberg
Inspizienz: Joachim Möller
Technische Produktionsleitung: Josef Dreker, Laura van Haperen
Technische Einrichtung: Andreas Kremer
Ton: Matthias Schmidt, Philipp Batereau, Gloria Müller
Maske: Patricia Dietz, Verena Martin, Lutz Paschke
Requisite: Jens Schönherr
Regiehospitanz: Verena Hagedorn, Magdalena Wiedenhofer
Dramaturgiehospitanz: Sanja Vukicevic

Besetzung:
Bonaventura, ein Mönch:
Christian Kuchenbuch
Ein Kardinal, Nuntius des Papstes: Ingolf Müller-Beck
Soranzo, ein Edelmann: Fabian Gerhardt
Florio, ein Bürger von Parma:
Wolfgang Gorks
Donado, ein anderer Bürger:
Heiner Stadelmann
Grimaldi, ein Herr aus Rom: Simon Brusis
Giovanni, Florios Sohn:
Martin Butzke
Bergetto, Donados Neffe: Ingolf Müller-Beck
Richardetto, ein angeblicher Arzt:
Falilou Seck
Vasques, Soranzos Diener:
Wilhelm Eilers
Annabella, Florios Tochter:
Sandra Bayrhammer
Putana, Vertraute Annabellas: Melanie Witteborg
Hippolita, Richardettos Frau:
Sascha Icks
Philotis, seine Nichte: Nadia Schneider

Besprechung auf kulturfreak.de

SchadeHure_SchauspFFM2495_Sascha_Icks,_Wilhelm_Eilers,_Sandra_Bayrhammer©APEnglert
Schade , dass sie eine Hure war
schauspielfrankfurt
Sascha Icks, Wilhelm Eilers und Sandra Bayrhammer
Foto:
Alexander Paul Englert

Michael Graessner
Geboren 1969 in West-Berlin.
Seit 1992 Ausstattungen für Film-, Fernseh- und Musikvideoproduktionen.
Ab 1994 Studium Kostüm und Bühnenbild bei Achim Freyer an der HDK Berlin.
Seit 1996 regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Regisseur Peter Kastenmüller
1999 Zusammenarbeit mit Achim Freyer am Akademietheater Wien für die Urraufführung Die Eingeborenen von Franz Xaver Kroetz.
1999 - 2001 Arbeiten am Theater Kassel, Schauspielhannover und am Schauspiel Leipzig mit Armin Petras und Peter Kastenmüller.
2002 Kostümbilder am Schauspiel Luzern für die Oper Moses und Pharao unter der Regie von Sebastian Baumgarten.
2003  Kostüm für  Woyzeck an  der Semperoper ebenfalls  in  der  Regie von  Sebastian Baumgarten.
2004 Beschäftigung am Schauspiel Leipzig, Schauspielhannover, schauspielfrankfurt
2004 Entwicklung eines theaterübergreifenden Projektes in Zusammenarbeit mit den Münchner Kammerspielen und dem Haus der Kunst.
2005 ist Michael Graessner am Schauspielfrankfurt als Bühnenbildner beschäftigt und arbeitet in der Spielstätte schmidtstrassel 2 mit dem Kurator Armin Petras zusammen.

Im Anschluß wird er mit Christian Pohle und Rene Pollesch an den Münchner Kammerspielen arbeiten. Die Zusammenarbeit mit Peter Kastenmüller am Schauspielfrankfurt wird fortgesetzt.

Spielzeit 2006/2007
Falstaff nach König Heinrich IV. und V. von William Shakespeare, Regie: Peter Kastenmüller

Spielzeit 2007/08
Schade, dass sie eine Hure war von John Ford, Regie: Peter Kastenmüller


Kathi Maurer
geboren in München

Ausbildung
In München sammelte sie 1991 in der Kostümabteilung des Bayerischen Staatsschauspiels erste Erfahrungen. Danach ging sie für ein Jahr ans Central St. Martin's College for Art and Design in London und wechselte 1992 an die Berliner Hochschule der Künste, wo sie in der Klasse von Prof. Achim Freyer Bühnenbild studierte. Schon während des Studiums hat Kathi Maurer an einer Reihe von Theatern hauptsächlich als Kostümbildnerin gearbeitet.

Theater
Mit dem Regisseur Tilman Knabe verbindet sie seit 1992 eine kontinuierliche Arbeitsbeziehung, die an der Münchner Musikhochschule mit der Uraufführung der Oper Lunu von Moritz Eggert begann. Weitere gemeinsame Arbeiten entstanden u.a. in Innsbruck (Die Eroberung von Mexico von Wolfgang Rihm, 1994, Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach, 1997), an der Volksoper Wien (Thomas Chatterton von Matthias Pintscher, 2000) und wiederum in München 1997 für die Uraufführung von Moritz Eggerts Helle Nächte bei der Biennale. Auch im Schauspielbereich hat die junge Künstlerin schon an vielen Häusern gearbeitet: u.a. in Frankfurt/Oder, Chemnitz, am Schauspiel Leipzig, am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Staatstheater Mainz und am Schauspielhaus Bochum.

Am schauspielfrankfurt in der Spielzeit 2007/08
Schade, dass sie eine Hure ist von John Ford, Regie: Peter Kastenmüller

Malte Preuß
geboren 1962

Ausbildung
Studium der Musik und bildenden Kunst an der Universität Hildesheim und Abschluss mit dem Diplom für angewandte Kunstwissenschaft.

Praxis
Arbeitet seit 1988 als Live-Musiker, Komponist, Bandleader und Schauspieler in verschiedenen Bands und der Freien Theaterszene (Theater Aspik, Theater Mahagoni, die paramounts u.a.). Engagements u.a. am Schauspielhaus Bochum, an der Schaubühne Berlin, am Schauspielhannover, Schaupielhaus Köln, Theaterhaus Jena, an der Baracke des Deutschen Theaters Berlin, auf Kampnagel, am Theater Basel, am Residenztheater München, Theater Freiburg und Luzerner Theater. Zusammenarbeit mit den Regisseuren A. Hirche, J. Pataki, C. Frick, C. Paulhofer, P. Carp, l. Panteleev, C. Thum, S. Strunz, U. Jäckle, S. Baumgarten, S. Boss.

Am schauspielfrankfurt
Spielzeit 2007/08:
Schade, dass sie eine Hure war von John Ford, Regie: Peter Kastenmüller, Musik

www.schauspielfrankfurt.de

Das Schloss
nach dem Romanfragment von Franz Kafka

Zur Inszenierung der Münchner Kammerspiele:

Premiere:
25 September 08

Regie:   Andreas Kriegenburg
Bühne:  Andreas Kriegenburg
Kostüme:  Andrea Schraad
Dramaturgie: 
Matthias Günther
Licht: 
Björn Gerum

Regieassistenz: Jessica Glause
Bühnenbildassistenz:
Jens Dreske
Kostümassistenz:
Sonja Füsti
Regiehospitanz: Till Wagner

Mit:
Walter Hess, Lena Lauzemis, Sylvana Krappatsch,Oliver Mallison, Bernd Moss, Annette Paulmann, Katharina Schubert und Edmund Telgenkämper

www.muenchner-kammerspiele.de

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:

Premiere:
6. März 08 (schmidtstrasse12)

Regie:
Tomas Schweigen
Grundraum: Bernd Schneider
Ausstattung: Stephan Weber
Dramaturgie:
Marcel Luxinger
Licht, Ton, Technik: Marcel Heyde
Technische Einrichtung: Joachim Schröder, Mathias Rößler
Regieassistenz: Lilli-Hannah Hoepner
Bühnenbildassistenz: Jana Lünsmann
Maske: Anke Scharlach
Requisite: Anja Becker, Uschi Trella
Regiehospitanz: Rina Soloveitchik
Ausstattungshospitanz: Leon Schmid, Christine Schramm
Dramaturgiehospitanz: Florian Heller

Darsteller:
Nadja Dankers, Wilhelm Eilers, Stefko Hanushevsky, Sascha Maria Icks, Max Landgrebe, Silvester von Hösslin

Der Landvermesser K. wird in ein Schloss bestellt, wo er seine Dienste verrichten soll. Allerdings muss er bei seiner Ankunft feststellen, dass man im Schloss nichts von diesem Auftrag weiß. Er muss damit vorlieb nehmen, sich in dem Gasthof des nahe gelegenen Dorfes einzumieten. Ab und an erscheinen Beamte des Schlosses im Gasthof, sind jedoch – ebenso wie die Dorfbewohner – in ihrem Gebaren K. gegenüber undurchschaubar. Das Schloss als ein Mysterium scheint für alle anziehend wie gleichermaßen angsteinfl ößend zu sein. Obwohl man nur wenig über das Schloss weiß – oder vielleicht eben deswegen – ist es scheinbar die Schaltzentrale der Macht, eine Geheimgesellschaft, die das gesellschaftliche Leben beherrscht: die einflussreiche Bürokratie anonymer Apparatschiks – beinahe unmenschlich. Nicht die Macht durchschauen zu können, aber von ihr beherrscht zu sein, schafft ein Klima lähmender Angst. Die Menschen in Kafkas Parabel sind von der Macht ausgeschlossen, können sie aber auch nicht an bestimmten Personen festmachen.

Kafka nähert sich in seinem Roman geradezu visionär Phänomenen der heutigen Globalisierung, die Folgen für jeden Einzelnen hat, ohne dass er deren Ursache wirklich erkennen könnte. [© schauspielfrankfurt]

Besprechung auf kulturfreak.de

Tomas Schweigen
Regisseur, geboren 1977 in Wien.

Ausbildung
Studium der Theaterwissenschaft, Dt. Philologie, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Wien
Schauspielstudium in Wien
2000-2004 Regiestudium an der Hochschule für Musik und Theater in Zürich
Diplominszenierung Parzivality Show

Theater
1999-2000 Engagement am Tiroler Landestheater
Gründung der freien Theaterkompagnie FAR A DAY GAGE
Teilnahme an den Regieplattformen Freischwimmer (Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Zürich) und Gipfelstürmer (Zürich)
Arbeiten am Theaterhaus Gessnerallee in Zürich, am Stadttheater Bern, am Staatstheater Schwerin, an den Münchner Kammerspielen, am Theaterhaus Jena, am Schauspielhaus Wien, seit 2006 Zusammenarbeit mit dem Hebbel am Ufer Berlin
Außerdem zahlreiche Einladungen seiner bisherigen Inszenierungen zu internationalen Festivals wie u.a. zum Theaterspektakel Zürich, Schiller-Festival in Weimar oder zu transeuropa in Hildesheim.

Auszeichnungen
2005 Schweizer Förderpreis für innovatives Theater Premio für das Schiller-Projekt Polizey Publikumspreis und Ensemblepreis der Jury des SKS-Theatertreffens in Hannover für Parzivality Show

am Schauspielfrankfurt
Spielzeit 2007/08
Das Schloss nach Kafka, neue Bearbeitung von Marcel Luxinger und Tomas Schweigen (diese Produktion wurde zum Fadjr Theaterfestival in Teheran eingeladen und dort mit dem Preis für beste Regie und beste Ausstattung ausgezeichnet.

Spielzeit 2008/2009
Die Valentin-Methode. EinHumor-Labor, Regie:Tomas Schweigen

Tomas Schweigen ist Gastdozent an der Zürcher Hochschule der Künste.


Silvester von Hösslin
geboren 1978 in München.

Ausbildung
Abitur
Studium an der Theater Hochschule Zürich

Theater
Opernhaus Zürich
Die verkaufte Braut, Regie: Matthias Hartmanns
Theaterhaus Gessnerallee, Zürch
Autodrom, Regie: Niklaus Helblings
Schauspielhaus Bochum
Judith von Hebel, Regie: Wilfried Minks
Theater Aachen
Leonce und Lena von Georg Büchner, Regie: Thomas Oliver Niehaus

am Schauspielfrankfurt
Spielzeit 2007/08
Das Schloss nach dem Romanfragment von Franz Kafka, neue Bearbeitung von Marcel Luxinger und Tomas Schweigen, Regie: Tomas Schweigen

Spielzeit 2008/2009
Die Valentin-Methode. EinHumor-Labor, Regie:Tomas Schweigen

Auszeichnungen
Nennung als Bester Nachwuchsschauspieler in theater pur für seine schauspielerische Leistung als Leonce

www.schauspielfrankfurt.de

Schonzeit

Von:
Andreas Jungwirth (* 1967)
Uraufführung: 26. Januar 2008 (Darmstadt, Staatstheater Darmstadt)

Zur Inszenierung des Staatstheater Darmstadt:

Premiere:
26. Januar 08 (Uraufführung)
Inszenierung: Ina Annett Keppel
Bühne und Kostüme: Sandra Draschaft
Musik: Sebastian Franke
Dramaturgie: Gudrun Schäfer

Besetzung:

Mädchen: Julia Glasewald
Mutter: Sonja Mustoff
Großmutter: Margit Schulte-Tigges
Wolf: Hans Matthias Fuchs
Jäger: Harald Schneider

Schonzeit im Wald - man nutzt die Pause zur inneren Einkehr. Zum Beispiel der Wolf. Er hat genug von der Rolle des bösen Buben und verkündet, er wolle mit dem alten Spiel um Jäger und Gejagten endlich Schluss machen. Auch mancher Dorfbewohner verspürt Veränderung - Die Großmutter bereitet sich auf das Ende ihres Lebens vor und der Jäger möchte endlich eine Frau an seiner Seite. Während die Mutter in der Wirtsstube zurückbleibt, begibt sich das Mädchen auf den großen Auszug in den Wald - und begegnet dort einem faszinierenden Wesen, das ihm nicht mehr aus dem Herzen will: Dem Wolf! Der Weg zur Großmutter wird zur Erfahrungs-Reise aller Figuren.

Der Österreicher Andreas Jungwirth hat mit seinem Text eine archaische Variante eines bekannten Märchenstoffs geschaffen: Halb Rotkäppchen, halb kritisches Volksstück. Mit ausdrucksstarker Sprache zeichnet er einsame Figuren, auf der Suche nach sich selbst und sehnsüchtig nach dem, was ihnen das Leben noch bereithält. Schonzeit erfährt in Darmstadt die Uraufführung. [© Staatstheater Darmstadt]

www.staatstheater-darmstadt.de

Sonia Mushkat

Von:
Savyon Liebrecht
Deutschsprachige Erstaufführung: 23. Februar 2007 (Bonn, Theater Bonn)

Zur Inszenierung des Theater Bonn:

Premiere:
23. Februar 07 (DSE)

Inszenierung: Michael Helle
Bühne und Kostüme: Dieter Klaß

Besetzung:
Lidia:
Tanja von Oertzen
Paula, deren Schwester: Tatjana Pasztor
Albert, deren Sohn: Hendrik Richter
Sonia, Bauerstochter: Maria Munkert  

Das Theaterstück „Sonia Mushkat" spielt kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs in Ungarn. Die 58jährige Lidia (gespielt von Tanja von Oertzen), ihre jüngere Schwester Paula (Tatjana Pasztor) und Lidias SOjähriger Sohn Albert (Hendrik Richter) haben sich auf der Flucht vor der Gestapo in letzter Minute in einen Keller retten können. Sie sind Besseres gewöhnt, schließlich entstammen sie einer wohlhabenden jüdischen Familie. Den einzigen Kontakt zur Außenwelt haben sie über ein einfaches Bauernmädchen namens Sonia. Unter dem Druck der Verhältnisse verlieren die Eingeschlossenen auf erschreckende Weise nicht nur Lebensstandard und Umgangsformen; bedroht ist die Substanz der Menschlichkeit. Zudem enthüllt sich in einem geradezu thrillerhaften Sog, dass Sonia nicht die ist, die sie zu sein glaubt...

Savyon Liebrecht wurde 1948 als Tochter polnisch-jüdischer Holocaustüberlebender in München geboren. Aufgewachsen ist sie in Israel, wo sie Philosophie und Literaturwissenschaft studierte. Heute lebt sie als Schriftstellerin in Tel Aviv. Ihre Erzählungen, Theaterstücke und ein Roman wurden in Israel mit den wichtigsten Literaturpreisen ausgezeichnet und sind Bestseller. Sie gilt als eine der bedeutendsten Erzählerinnen des Landes. Auf Deutsch erschienen „Äpfel aus der Wüste" (1992), „Ein Mann und eine Frau und ein Mann" (2000), „Die fremden Frauen" (2002) und zuletzt „Ein guter Platz für die Nacht" (2005). Für die deutschsprachigen Bühnen wird Savyon Liebrecht gerade entdeckt: Ende Oktober kam in Bern ihr Stück „Sieh mich an und sprich" zur deutschsprachigen Erstaufführung. Die Titelfigur der Sonia Mushkat spielt Maria Munkert. Michael Helle führt Regie.

www.theater-bonn.de
 

Das Sparschwein
Von:
Eugène Labiche (06.05.1815 - 22.01.1888)
Neu übersetzt und bearbeitet von: Folke Braband und Axel Bauer

Des Teufels General
Drama in 3 Akten

Von: Carl Zuckmayer (27.12.1896 - 18.101.1977)

Uraufführung: 12. Dezember 1946 (Zürich, Schauspielhaus)
Deutsche Erstaufführung: 8. November 1947 (Hamburg, Deutsches Schauspielhaus)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
12. Oktober 07

Inszenierung:
Cornelia Crombhoiz
Bühne: Florian Barth
Kostüme: Annelies Vanlaere
Musik: Michael Zlanabitnig
Dramaturgie: Katharina Gerschler
Regie-Assistenz: Christian Schürmann
Ausstattungs-Assistenz: Alexandra Kurcsics
Inspizienz: Anna Grabusinski
Souffleuse: Heidi Pohl

Besetzung:


Harras: Stefan Walz
Friedrich Eilers: Lukas Piloty
Anne Eilers: Katja Hirsch
von Mohrungen: Andreas Mach
Waltraud von Mohrungen, genannt Pützchen: Verena Bukal
Olivia Geiss: Monika Dortschy
Diddo Geiss: Katharina Knap
Oderbruch: Florian Hänsel
Hartmann: Felix Mühlen
Korrianke: Thomas Kornack
Otto: Michael Schlegelberger
Schmidt-Lausitz: Gregor Trakis
Buddy Lawrence: Daniel Seniuk
Baron Pflungk: Thomas Prazak
Musiker: Michael Zlanabitnig

Er ist kein Nazi, aber ein Nutznießer des Systems. Er ist ein Pilot, ein Superstar der Lüfte: General Harras, Draufgänger, Frauenheld und Genussmensch, macht sich 1941, kurz vor Eintritt der USA in den Krieg, keine Illusionen mehr über das NS-Regime. Schon zu Beginn, 1933, hatte er kaum welche und hat trotzdem mitgemacht. Das Fliegen ist für ihn immer noch vor allem ein beglückendes Spektakel, weil er dabei eine diabolische Glanzrolle spielen darf: haftet dem hoch technisierten Luftkrieg doch immer noch etwas vom archetypischen Kampf „Mann gegen Mann" an, der leicht darüber hinwegtäuscht, dass in der Eleganz des Geräts dennoch die tödliche Waffe steckt. Und die setzt er ein - im Auftrag eines Weltentwurfs, an den Harras nicht glaubt. Er wähnt sich sicher, meint über die Vertreter des Dritten Reiches spotten zu können, weil er ihnen sein kriegswichtiges Fachwissen zur Verfügung stellt. Dabei ticken in der Wand schon die Abhörgeräte der Gestapo. Zuckmayer gelingt in der Zeichnung seines ambivalenten „Helden" ein bedrängendes Drama des Mitläufertums und einer moralisch in Auflösung begriffenen Gesellschaft, in der die Mechanismen des Machterhalts erschreckend deutlich zutage treten.

Cornelia Crombhoiz,
die in der Spielzeit 2006/2007 in Mainz „Clavigo" zeigte, hat u. a. in Salzburg, am Deutschen Theater Berlin, am Berliner Ensemble, am Staatstheater Nürnberg, am Münchner Residenztheater und am Schauspielhaus Graz inszeniert. [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Der Totmacher
Kammerspiel zwischen Trieb und Vernunft
Von: Romuald Kamarkar und Michael Farin

Totmacher_m©LandungsbrückenZur Inszenierung des Theater Landungsbrücken, Frankfurt:

Premiere: 12. Oktober 07

Inszenierung von und mit: Julian König und Linus Koenig

Deutschland, wo es am düstersten ist. Zu Besuch in Fritz Haarmann. Mindestens 24 junge Männer tot gemacht. So viele wie er hat selten einer tot gemacht. Zerstückelt. Die Kleider verkauft. Das Fleisch zu Wurst verarbeitet. Die Knochen in die Leine geworfen. So weit, so bekannt abstoßend und magisch anziehend.

Der Psychologe Dr. Schultze bekommt den Auftrag, den Kaufmann, Lebenskünstler und Gelegenheits -Menschenschlächter Fritz Haarmann auf seine Zurechnungsfähigkeit hin zu begutachten. Und sieht sich in ein seltsames Spiel verwickelt, dessen Regeln er nicht verstehen kann. Wie erschreckend unerschrocken Haarmann über seine eigenen Taten plaudert und dabei trotzdem seine Wirkung auf die Öffentlichkeit bewusst reflektiert, lässt jede Art der Annäherung und Kategorisierung ins Leere laufen. 

Pervers, böse, unmenschlich oder auf eine kranke Art gesund? Das Kind im Massenmörder entzieht sich jeglicher Art der vernünftigen Begutachtung. Wie ordnet man so jemanden ein in die liebgewonnenen Raster? Jemanden, dem nach der allgemeingültigen Definition vom Menschsein etwas Entscheidendes fehlt: die Fähigkeit, seine Triebe unter Kontrolle zu halten.

Der Zuschauer, allein gelassen mit einem Tisch, zwei Stühlen, einem unbeholfen sympathischen Triebtäter und einem hilflosen Vernunftsmenschen möchte die Augen vor Bildern verschließen, die gar nicht zu sehen sind. Und sich manche Fragen lieber nicht stellen. Was tun? Das Unvorstellbare verstehen wollen? Vernünftig und gerecht urteilen? Oder einfach dem Trieb folgen und kurzen Prozess? Oder alles zusammen...

Der Text von Romuald Kamarkar und Michael Farin, 1995 erfolgreich verfilmt mit Götz George in der Titelrolle, basiert auf den Original-Protokollen der Vernehmungen im Haarmann-Prozess. 

„Die haben doch schon Bücher und Zeitungen gemacht, später kommen noch Filme und Theaterstücke – ich bin doch jetzt berühmt.“


www.landungsbruecken.org

Tropfen auf heiße Steine
Von:
Rainer Werner Fassbinder (31. Mai 1946 - 10. Juni 1982)

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
13. Januar 07 (Wartburg)

Regie: Caroline Stolz
Bühne und Kostüme: Lorena Díaz Stephens/Jan Hendrik Neidert
Musik: Ernst August Klötzke
Dramaturgie: Irma Dohn

Besetzung:
Leopold Bluhm:
Franz Nagler
Franz Meister: Florian Thunemann
Anna Wolf: Alexandra Finder
Vera: Julia Grimpe

Eine bizarre Vierecksgeschichte: Der 55jährige Geschäftsmann Leopold spricht den 19jährigen Franz auf der Straße an und nimmt ihn mit in seine Wohnung. Es ist der Beginn einer eheähnlichen Beziehung. Während Leopold das Geld verdient, kümmert sich Franz um den Haushalt. Was als leidenschaftliche Liebe beginnt, wandelt sich schnell in einen erbarmungslosen Machtkampf und Psycho-Krieg. Als dann plötzlich Franz’ Exfreundin Anna und Leopolds Exehefrau Vera vor der Tür stehen, ergibt sich ein brutales Quartett der Leidenschaften und Lieben, der Harmonien und Dissonanzen.

Wie in seinen Theaterstücken und Filmen thematisiert R. W. Fassbinder den Traum von der großen, unbedingten Liebe und ihrer Unmöglichkeit – egal ob in homosexuellen oder heterosexuellen Beziehungen.

Der Filme- und Theatermacher, Schauspieler und Autor Rainer Werner Fassbinder (1945 – 1982) hat das Stück im Alter von neunzehn Jahren geschrieben. Erst nach seinem frühen Tod – er starb mit gerade 37 Jahren an einer Überdosis – wurde es gefunden und im Mai 1985 in München uraufgeführt. Im Jahr 2000 wurde es von dem französischen Filmemacher François Ozon erfolgreich verfilmt.

Die junge Regieassistentin und Regisseurin Caroline Stolz hat am Staatstheater Wiesbaden bereits „Männersache“ von Franz Xaver Kroetz inszeniert. Außerdem waren von ihr zwei Szenen aus Ingrid Lausunds „Bandscheibenvorfall“ im Rahmen des Projekts „An die Arbeit, fertig, los!“ zu sehen. Zuvor hat sie am Schauspielhaus Bochum „Titanic“ in einer Bearbeitung von Tobias Krechel u.a. erarbeitet und an der Studiobühne Bochum Dorfmans „Der Tod und das Mädchen“ inszeniert. [© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de
 

Das trunkene Schiff
Eine szenische Ballade von:
Paul Zech

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:

Premiere:
15. Mai 07

Regie:
Florian von Hoermann
Bühne: Rudolf Bekic
Kostüme: Norgard Kröger, Katja Strohschneider
Musik: nackt
Licht: Frank Kraus
Dramaturgie: Marcel Luxinger
Regieassistenz: Dagmara Lutoslawska
Bühnenbildassistenz: Britta Kloß
Souffleuse: Christine Schneider
Inspizienz: Thomas Nossek
Ton: Inga Lüth, Franziska Rudolphi
Maske: Beate Bauer, Jan Bundil
Technische Einrichtung: Hubertus Schneider
Technische Produktionsleitung:
Laura van Haperen
Requisite: Albrecht Haevernick, Markus Öhlinger
Dramaturgiehospitanz: Katrin Breschke
Regiehospitanz: Lisa Danulat
Bühnenbildhospitanz:
Sarah Mirza
Leiter der Statisterie: Winfried Scheffler

Besetzung:

Rimbaud:
Daniel Christensen
Verlaine:
Christian Kuchenbuch
Mathilde:
Sandra Bayrhammer
Der Andere:
Falilou Seck

Statisten: Agassi F. Bangura, Logan Breudji, Manga Diagne, Ousainou Faal, Papa Samba Fall, Josef Gebretenssaie, Masse N'Diaye, Yonas Teame, Tesfalem-Kafel

2157_Christian_Kuchenbuch,_Sandra_Bayrhammer,_Daniel_Christensen_(1933m)©AP Englert

Das trunkene Schiff
schauspielfrankfurt
Paul Verlaine (Christian Kuchenbuch)
Im Hintergrund: Mathilde Verlaine (Sandra Bayrhammer)
& Arthur Rimbaud (Daniel Christensen)
Foto:
Alexander Paul Englert

Das Stationendrama des Expressionisten Paul Zech beschäftigt sich sowohl mit dem Werk als auch mit dem Leben des legendären Dichters Arthur Rimbaud. Dieser erschien wie ein Komet am Literaturhimmel und hatte sein gesamtes Werk bereits als Teenager vollendet, bevor er in Nordafrika und dem Nahen Osten als Waffenschmuggler, Karawanser und Hasardeur tätig wurde. Legendär ist auch seine verhängnisvolle und nicht minder leidenschaftliche Freundschaft zu dem Dichter Paul Verlaine.
Rimbaud war nicht auf der Suche nach dem Absoluten in der Kunst, sondern er wollte es leben. Unbedingt und ohne Rücksicht auf Verluste. Was in einem Menschen vorgeht, der sich von der Kunst abwendet, um das echte Leben in einer Radikalität zu führen, wie man es sonst nur in der Kunst findet, ist Thema dieser szenischen Ballade. [© schauspielfrankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de

Besprechung auf kulturfreak.de

Über das Marionettentheater. Kleist

Zur Inszenierung des Theater Willy Praml, Frankfurt/M:

Premiere:
16. Mai 08

Regie: Willy Praml
Bühne/Kostüme: Michael Weber

Mit: Andreas Bach. Reinhold Behling. Hertha Georg. Birgit Heuser. Emilie Stefaner. Tim Stegemann. Michael Weber.

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Über das Marionettentheater. Kleist
Theater Willy Praml, Frankfurt/M
Foto: Seweryn

Kleists vorletztes Lebens-Projekt: er gibt die Berliner Abendblätter heraus, eine Zeitung zwischen BILD und Feuilletton. Da stehen die vier Folgen über das Marionettentheater neben dem Bericht über einen glücklich gelöschten Schornstein in der Niederlagstrasse: Kleists kruder Blick auf die Welt im Boulevardblatt-Format. Das geht nicht lange gut und nach einem halben Jahr schon sind seine Blätter zu Tode zensiert und damit auch der Autor und Herausgeber.

„Das Paradies ist verriegelt und der Cherub hinter uns:
wir müssen die Reise um die Welt machen und sehen,
ob es vielleicht von hinten irgendwo wieder offen ist.“

schreibt er im Marionettentheater-Aufsatz.

Kleists Weltreise endet im November 1811 am Kleinen Wannsee in Berlin. Kein Ort für den Hintereingang zum Paradies. Vielmehr das Szenario für sein letztes Lebens-Projekt: seinen Doppelselbstmord, mit Henriette Vogel zusammen. Ihr schiesst er ins Herz, sich selbst in den Mund. Schweigen.

„Nun, oh Unsterblichkeit, bist du ganz mein.“

Der Theaterabend „Über das Marionettentheater.Kleist “ fügt letzte Texte des Autors zu einem Seelenprotokoll zusammen – verteilt auf 6 Personen. 6 Scherben des zerbrochenen Kleist, wie wir unseren Projekt-Zyklus genannt haben, der mit dieser Inszenierung seinen Abschluss findet.

www.theater-willypraml.de

Ulrike Maria Stuart
Von:
Elfriede Jelineck
Uraufführung: 28. Oktober 06 (Hamburg, Thalia Theater)

Zur Inszenierung vom schauspielfrankfurt:

Premiere:
1. November 07 (schmidtstrasse 12)

Regie:
Peter Kastenmüller
Grundraum: Bernd Schneider
Ausstattung: Michael Graessner
Dramaturgie: Maike Gunsilius
Licht, Ton, Technik: Marcel Heyde
Technische Einrichtung: Joachim Schröder, Mathias Rößler
Regieassistenz: Benjamin Eggers / Mina Salehpour
Bühnenbildassistenz: Jana Lünsmann / Birgit Keller
Soufflage: Boris Wendt
Maske: Anke Scharlach
Requisite: Anja Becker / Uschi Trella
Regiehospitanz: Esther Fehse, Anne-Christine Mengert
Ausstattungshospitanz: Leon Schmid
Dramaturgiehospitanz: Renee Marcuard

Besetzung:

Ulrike / Maria:
Abak Safaei-Rad
Gudrun / Elisabeth:
Sabine Waibel
Prinzen im Tower / Engel: Johanna Bantzer, Falilou Seck
Chor der Greise / Engel: Susanne Böwe, Heiner Stadelmann
sowie: Lydia Beck,
Marie Becher, Anna Steinberg, Lisanne Kind und Boris Wendt

Besprechung auf kulturfreak.de


Johanna Bantzer
geboren 1978

Ausbildung
1995 - 1997 Abendkurse an der Bildkunst Akademie 1999 - 2003 Theaterhochschule Zürich

Theater
Elfriede (2002)Gastspiel am Schauspielschultreffen in Essen, Rolle: Elfriede . Regie: Niklaus Helbling
König Lear (2003) Theater Basel, Rolle: Cordelia. Regie: Sebastian Nübling
Geld und Geist (2003 - 2005), Theater Basel, Rolle: Anne Mareili. Regie: Rafael Sanchez
Freie Sicht aufs Mittelmeer (2004), Theater Basel, Rolle: Sie. Regie: Dani Levy
Der Bus (2005)Theater Basel, Rolle: Erika / Hauptrolle. Regie: Albrecht Hirche
Peer Gynt(200Q) Theater Basel, Rolle: Solvejg. Regie: Florian Fiedler
Hedda Gabler (2007) Schauspiel Hannover Rolle: Thea Elvsted. Regie: Christina Paulhofer

Preise
Schweizer Filmpreis als Beste Schauspielerin 2005
Shooting Star der Schweiz an der Berlinale 2005
Max Ophüls Preis als Beste Nachwuchsdarstellerin 2004

Am Schauspielfrankfurt in der Spielzeit 2007/2008:
Ulrike Maria Stuart von Elfriede Jelinek, Regie: Peter Kastenmüller, Rolle: Prinz im Tower / Engel


www.schauspielfrankfurt.de
 

Die Unbeständigkeit der Liebe (La double inconstance)
Komödie in drei Akten

Von:
Pierre Carlet de Marivaux (4.2.1688 - 12.2.1763)
Uraufführung: 1723

Pierre Carlet Chamblain de Marivaux wurde am 4. Februar 1688 in Paris als Sohn eines mittleren Beamten geboren. Die Jugendjahre ab 12 verlebte er in Riom, wo er sein erstes Stück und einen ersten Roman verfasste. Mit 22 kehrte er mit diesem Roman im Gepäck zurück nach Paris und schrieb sich für das Jurastudium ein. Der bekannte Frühaufklärer Fontenelle las seinen Roman und führte ihn in die Pariser Salons ein, in denen seine geistvolle Art zu schreiben sehr gut ankam. Die Herkunft des von ihm ab 1716 verwendeten Namens de Marivaux ist dunkel; der in Literaturgeschichten oder Literaturlexika zu findende Name de Chamblain war eigentlich der seines älteren Cousins, ein bekannter Architekt, und wurde von ihm selbst nur gelegentlich benutzt.

Als 1720 die spekulativ überbewerteten Aktien der Compagnie de l'Occident, einer Bank- und Handelsgesellschaft in die Pierre sein gesamtes Vermögen gesteckt hatte, in den Keller gingen, waren Marivaux, seine Frau und seine 1718 geborene Tochter über Nacht arme Leute. Er machte zwar noch sein Jura-Examen, begann aber keine Anwaltskarriere, sondern schrieb fleißig Theaterstücke, mit denen er relativ rasch Erfolg hatte. Seine thematische Vorliebe war die Schilderung des unabwendbaren Verliebens zweier Menschen, die zunächst durch Standesgrenzen getrennt zu sein scheinen, sich dann aber durchaus als passend erweisen; z. B. Die Liebesüberraschung (La Surprise de l'amour, 1722) oder Die Unbeständigkeit der Liebe (La double inconstance, 1723). 1742 wurde er zu einem leitenden Mitglied der Académie Française ernannt, was ihm eine Dienstwohnung, adelsähnliche Privilegien und erfreuliche Prestigemöglichkeiten verschafft.

Marivaux starb am 12. Februar 1763 in Paris. In seinen teils allegorischen, teils sozialkritischen Stücken, vor allem jedoch in seinen Liebeskomödien, stellte er die einfühlsam analysierte Psychologie der Figuren in den Mittelpunkt der Handlung und weist der Sprache eine bedeutende Rolle zu. Die besondere Leistung seines Schaffens besteht gerade in der Übertragung der spielerisch-eleganten Sprache der Pariser Salons jener Epoche in seine Stücke: sein ureigener Stil, den man später als "marivaudage" bezeichnet. [© Felix Bloch Erben, Berlin]

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
19. Januar 08

Inszenierung: Felix Prader
Bühne: Werner Hutterli
Kostüme: Ute Noack

Mit: Katja Hirsch, Katharina Knap, Julia
Kreusch; Tim Breyvogel, Zlatko Maltar, Joachim Mäder, Michael Schlegelberger

Ein junges Paar liebt sich - aufrichtig. Und deshalb ist Silvia, ganz klar, mit Arlequin verlobt. Doch der Prinz hat sie gesehen und sich heftig verliebt - er will nur sie, sonst keine! So lässt er Silvia entführen, obwohl die ja gar nichts von ihm wissen will. Sie liebt ganz einfach ihren Jüngling und ist sich sicher, dass kein gesellschaftlicher Glanz, weder Rang noch Name ihr diese Liebe, diesen Mann ersetzen könnten. Doch dann kommt Flaminia ins Spiel, eine Vertraute des Prinzen. Statt mit Notwendigkeiten und Zwängen zu drohen, bietet sie Silvia und Arlequin ihre Freundschaft an, erringt für beide die Freiheit, sich auch am Hofe täglich zu sehen. Und ganz unversehens brechen in den beiden dann doch nicht gar so „einfachen" Leuten kleine Eitelkeiten auf. Die Verlockung von ein wenig Luxus, guter Küche, in homöopathischen Dosen genossen, sorgen für kleine Irritationen, Entfremdung zwischen den Liebenden - und für heftige Verwirrung der Herzen. Und Flaminia muss sich dabei immer häufiger fragen, wie sehr ihr Einsatz für die Freunde eigentlich noch ein „Manöver" ist. Am Ende kommt dann alles, wie es kommen muss...

Wo liegen Wahrheit und Realit
ät, wann ist Liebe echt oder gar ewig? Marivaux' komödiantische Versuchsanordnung über das Wesen der Untreue schickt die Figuren auf verschlungenen Pfaden immer weiter von sich weg - oder gerade zu sich selbst?

D
er gebürtige Züricher Felix Prader, der als Assistent mit Peter Stein, Klaus Michael Grüber und Robert Wilson zusammenarbeitete, hat sich in den letzten Jahrzehnten insbesondere mit seinen Inszenierungen an der Berliner Schaubühne (u. a. „Kunst" von Yasmina Reza) und am Berliner Renaissance-Theater einen Namen gemacht. Darüber hinaus führte er Regie an den Schauspielhäusern in Zürich, Düsseldorf, Bochum, München, Wien, in Spanien, Frankreich und den USA. Mit seiner Inszenierung von Donizettis „Liebestrank" an der Volksoper Wien gab er sein Debüt als Opernregisseur. Am Staatstheater Mainz zeigte er in dieser Spielzeit bereits die Offenbach-Operette „Die schöne Helena". [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Die Unerhörten (The Unmentionables)

Von: Bruce Norris
Deutsch von: Martin Michael Driessen
Uraufführung: 29. Juni 2006 (Chicago, Steppenwolf Theatre)
Deutschsprachige Erstaufführung: 10. Februar 2012 (Mainz, Staatstheater Mainz)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
10. Februar 12 (Deutschsprachige Erstaufführung)

Inszenierung: Matthias Fontheim
Bühne und Kostüme: Marc Thurow
Dramaturgie: Marie Rötzer
Beleuchtung: Stefan Bauer

Besetzung:

Etienne:
Jonathan Aikins
Dave: Tilman Rose
Jane: Jele Brückner
Der Doktor: Jean Claude Mawila
Nancy: Andrea Quirbach
Don: Marcus Mislin
Tante Mimi: Lara-Sophie Milagro
Soldat 1: Leander Graf
Soldat 2: Felix Frenken

Besprechung auf kulturfreak.de

2011 feierte das Staatstheater Mainz mit der Deutschsprachigen Erstaufführung von „Clybourne Park“ des amerikanischen Autors Bruce Norris in der Inszenierung von Intendant Matthias Fontheim einen großen Erfolg. Mit „Clybourne Park“, das neben Mainz bisher nur in den USA und London aufgeführt wurde, gewann Bruce Norris den Pulitzer-Preis für Drama 2011.
2008 hatte Matthias Fontheim bereits „Reiz und Schmerz“ von Bruce Norris als Deutschsprachige Erstaufführung auf die Bühne des Staatstheaters Mainz gebracht.
Mit „Die Unerhörten“ inszeniert Matthias Fontheim zum dritten Mal ein Stück des amerikanischen Autors.
Wieder einmal gelingt dem Autor Bruce Norris ein mitreißendes Stück voller praller Figuren und pointierter Dialoge. Gleichzeitig ist „Die Unerhörten“ aber ein beißend satirischer Kommentar zu westlichen Entwicklungshilfebestrebungen zwischen wirtschaftlicher Befreiung und skrupelloser Ausbeuterschaft, allzu naivem Gutmenschentum und rassistisch grundierter Arroganz. Nicht zuletzt aber stellt Norris erschreckend deutlich die Frage dach dem Wert eines menschlichen Lebens. [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Die Unschuldigen (The Innocents)

Von: Daniel Karasik
Uraufführung: 7. August 2010 (Toronto, Factory Theatre)
Deutschsprachige Erstaufführung: 25. September 2011 (Mainz, Staatstheater Mainz)
Deutsch von: Philipp Löhle

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
25. September 11 (Deutschsprachige Erstaufführung; im TiC Werkraum)

Inszenierung: Philipp Löhle
Bühne und Kostüme: Evi Wiedemann
Dramaturgie: David Schliesing

Besetzung:

Stanley:
Stefan Graf
Aaron: Tilman Rose
Laura: Johanna Paliatsou
Jude: Felix Mühlen
Jackie: Pascale Pfeuti

Die „wahren Probleme“ sind weit entfernt, die eigenen Probleme nichtig und eher Jammern auf hohem Niveau. Die verkrampften, angespannten Menschen, die daraus entstehen, die mit und an ihrem Glück scheitern, beschreibt Daniel Karasik in sinnentleerten Räumen und alles wegdrückenden, coolen Dialogen. – Philipp Löhle –

Ich denke, viele Leute mit denen ich zu tun hatte, standen unter Druck – es war zwar ein wohlwollender, gutartiger Druck, aber eben dennoch Druck – , bestimmte Dinge zu tun, eine bestimmte Art von Leben zu führen und einen bestimmten Job zu bekommen. – Daniel Karasik –

Es ist ein dramatischer Krimi: Angeblich hat der junge Aaron eine ältere Dame überfallen, ausgeraubt und umgebracht. Die Beweislage für seine Beteiligung an dem Verbrechen ist allerdings dürftig, und die Polizei glaubt nicht an seine Schuld. Warum beharrt dieser junge Mensch trotzdem so sehr darauf, das Verbrechen verübt zu haben? Warum trägt andererseits ein blutjunger, brillanter Überfliegeranwalt permanent das Gefühl von Unzulänglichkeit mit sich herum? Warum hadert er ständig mit sich und der Welt, in der er bisher perfekt funktioniert hat? Aaron und Stanley, beide aus gut situierten familiären Verhältnissen, dazu aus demselben gutbürgerlichen Vorort, treffen als Klient und Verteidiger im Gefängnis aufeinander. Im Versuch zu begreifen, warum Aaron, den alle für unschuldig halten, eine Gefängnisstrafe dem Leben in Freiheit ernstlich vorziehen will, taucht Stanley in immer tiefere Abgründe: Liegt der Schlüssel zur eigenen Identität nur noch in der Schuldfrage? Hinter der Sehnsucht zu verletzen und verletzt zu werden liegt die Lustlosigkeit zu selbstverantwortlichem Handeln in einer von Langeweile und desillusionierenden Zukunftsperspektiven geprägten Welt. Je weiter Stanley in Aarons Welt eindringt, desto mehr erscheint ihm sein eigenes streng geregeltes und beziehungsloses Karriereleben fragwürdig. Die Krimihandlung verdichtet sich zu einem feingesponnenen Psychogramm einer jungen Erwachsenengeneration, die nach ihrem Platz in einer sich immer schneller verändernden Gesellschaft sucht. Wozu verpflichten uns gesellschaftliche und familiäre Privilegien? Was ist Erfolg? Was ist Glück? Welche Bedeutung messen wir sexueller Erfüllung bei? Denn diese Generation wächst mit dem Glauben auf, alles erreichen zu können, was sie will. Der junge, kanadische Autor Daniel Karasik (*1986), der bereits mit 16 Jahren die erste professionelle Aufführung eines seiner Stücke erleben durfte, entwirft in „Die Unschuldigen“ eine Generation der Extreme. Ein hellsichtiges Porträt des jüngst diagnostizierten Phänomens der „Quarterlife-Crisis“: der Sinn- und Lebenskrise der Mittzwanziger-Generation, die vielleicht schon zu früh zu erwachsen wurde.

Philipp Löhle (*1978), erfolgreicher Theaterautor, nahm 2008 an der International Playwrights Residency des Londoner Royal Court Theatre teil, wo er Laura Fernández begegnete. Er gewann im Rahmen des Berliner Theatertreffens 2007 den Werkauftrag des Stückemarktes. Das daraus entstandene Stück „Die Kaperer“ war 2008 / 2009 in Mainz zu erleben. Außerdem wurde er zu den Werkstatttagen 2007 am Burgtheater Wien eingeladen, für den Mülheimer Dramatikerpreis 2008 nominiert und mit dem Jurypreis des Heidelberger Stückemarkts 2008 ausgezeichnet. Seit Herbst 2008 ist er Hausautor am Maxim Gorki Theater Berlin.
Am Staatstheater Mainz arbeitete er mit Laura Fernández' „Gegengipfel" (DSE) zum ersten Mal als Regisseur. In dieser Spielzeit folgt die DSE von Daniel Karasiks Stück "Die Unschuldigen". [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

UNVERHOFFT: Auf der Suche nach dem Wunderbaren

Ein theatraler Parcour des Theater Willy Praml:

Aufführungen: Mi, 01.06./Do, 02.06./ Fr, 03.06./Sa, 04.06.2011

Regie: WILLY PRAML
Bühne/Kostüme: Michael Weber

Mit: Reinhold Behling, Irene Buresch, Andreina Conti, Jakob Gail, Hertha Georg, Birgit Heuser, Bruno Long, Johannes Christopher Maier, Viktor Vössing, Michael Weber, Lisa Zanaboni

UNVERHOFFT: Auf der Suche nach dem Wunderbaren
Theater Willy Praml
Jakob Gail und Bruno Long
Foto: Andreina Conti

Es gibt sie – die Alternative zur Katastrophe, den Widerspruch zum gewöhnlichen Verlauf der Dinge und der Naturgesetze. Aber manchmal bringen Mensch und Natur uns zum Staunen über etwas unerwartet Schönes, Wunderbares. Im Theater ist es der Schrecken, der uns zur Katharsis, zur Reinigung durch das Miterleben des grausam-Unbegreiflichen, führt.
Wir versuchen es jetzt mal umgekehrt – mit dem unbegreiflich Wunderbaren, mit Geschichten der Hoffnung, mit Merkwürdigkeiten, die man vielleicht sogar als Wunder bezeichnen kann.
UNVERHOFFT ist ein Theaterabend, ein theatraler Parcour über 8 Stationen, eine Wanderung der ganz besonderen Art, auf der sich jeder nach eigener Dramaturgie umschauen kann, das UNVERHOFFTE hier auf Erden wieder zu finden: von den Gebrüdern Grimm zum heutigen Nahost- Drama, von Kleist über GOOGLE zu Schlingensiefs Himmel auf Erden, von der Gerechtigkeit im Leben und - der Kraft des Wortes. Sinn – selbst finden! Heilung – möglich! [© Theater Willy Praml]

Spieldauer: 2:00 h ohne Pause
jeweils 20:00 Uhr
Eintritt: 18 € normal / 14 € ermäßigt/ 9 € Schüler und Studenten/ 7 € Frankfurt-Pass

www.theater-willypraml.de

Von Lügen und Lastern „The Lying Kind“ (“Frohes Fest”)

Von: Anthony Neilson
Deutsch von: Barbara Christ

Von Mäusen und Menschen
Schauspiel von John Steinbeck

 


Wärmetod

Drama frei nach den Romanen „Weisse Nächte“ von Fjodor Dostojewski und „Fight Club“ von Chuck Palahniuk

Zur Inszenierung der Landungsbrücken Frankfurt:

Regie und Bühne:
Peter Eckert

Mit: Felix Graf, Snezana Golubovic, Miro Kania, Elena von Liebenstein, Janine Maschinsky und Seweryn Zelazny

Ein Melancholiker, eine Borderlinerin, ein junges Mädchen, eine Mücke, ein Weltraumaffe und eine Sonne prallen in diesem modernen Märchen über Alleinsamkeit aufeinander. Alle sind einsam. Alle haben einen Traum - es nicht mehr zu sein. Alle sind hungrig. Alle haben Sehnsucht. Aber alle haben Angst vor Nähe und Intimität: Hirn versus Herz.

Tyler Durden hat Weltschmerz. Er hasst die Gesellschaft. Und die Gesellschaft weiß nicht einmal, dass es ihn gibt. Er fühlt sich nicht mehr. Er flüchtet sich vor der Wirklichkeit in einen Kokon aus Wörtern und Phantasien. Doch Tyler will sich wieder spüren. Er gründet den „Fight Club“, wo man sich prügelt, um sich zu vergewissern, dass man noch am Leben ist. Er pflegt eine obszöne Liebesbeziehung mit Marla, um seiner Einsamkeit zu entfliehen. Alles ist perfekt. Doch dann kommt Nastenka. Ein naives Mädchen. Und Tyler entdeckt, das sein Leben nur ein Fake ist, eine Fluchtmaschine vor dem puren Gefühl. Nur wenn wir wirklich alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun. Was wirklich wehtun kann, ist zu lieben. Dostojewski im Fight Club. 

Was bleibt wunderbaren, einzigartigen Schneeflocken aus einer erkalteten, anonymen, oberflächlichen, egozentrischen, materiellen, sinnentleerten, neidzerfressenen, dummen und bösen Gesellschaft übrig, wenn diese in die Mikrowelle zwischenmenschlicher Beziehungen gesteckt werden?

Übersprung. Weltflucht. Seifenblasen. Und der Wärmetod.

www.waermetod.tk


Das sagt die Presse:

„Als modernes Mittsommernachtsmärchen (…) scheint der schwere Stoff verblüffend leicht…die Nähe zum Kitsch (…) löst sich immer wieder und bisweilen äußerst komisch auf, ohne dass die Figuren je lächerlich erscheinen.“ (FAZ)

„Findet sich ein Gleichgewicht zwischen Leid, Wahn, Schmerz, Sex und Liebe? Hingehen und selbst sehen: Junges und leidenschaftliches Theater…“ (Offenbach Post)

„Allerlei bunte Einfälle…unbekümmert…wunderbar erleuchtete Augenblicke…wundersame Kreuzung aus Dostojewski, Comic, Fantasy und Horrorroman“ (Frankfurter Rundschau)

„Die jungen Darstellerinnen und Darsteller schaffen durch ihr hingebungsvolles Spiel immer wieder Momente von berückender Intensität und ein erfrischender Sinn für Selbstironie und Komik verhindert übertriebenes Pathos. (5 von 5 Bewegungsmeldern)“ (Frizz – Das Magazin)

 

Die Wellen
nach dem Roman von Virginia Woolf

Deutschsprachige Erstaufführung: 26. Januar 2007 (Stuttgart, Schauspiel Stuttgart, Kammertheater)

Zur Inszenierung des Schauspiel Stuttgart:

Premiere:
Freitag, 26. Januar 07 (Deutschsprachige Erstaufführung)

Regie und Bühne: Ulrich Rasche
Kostüme: Matthias Weiss
Chorleitung: Jürgen Lehmann
Dramaturgie: Christian Holtzhauer

Mit:
Dorothea Arnold, Bernhard Conrad, Elisabeth Findeis, Jürgen Lehmann, Sebastian Nakajew & Ursula Renneke


Die englische Schriftstellerin Virginia Woolf (1882 - 1941) gilt als die erste und eine der bedeutendsten Vertreterinnen der klassischen literarischen Moderne. Zeitgleich mit James Joyce entwickelte sie eine Erzähltechnik, die es ihr gestattete, die in jedem Moment vorhandene ungeheure Fülle von Gedanken, Gefühlen, Beobachtungen und Assoziationen, also die Bewusstseinsströme der Figuren erfahrbar zu machen. Ein ganzes Leben kann sich so - etwa in der Erinnerung - in einem einzigen Moment abspielen.

In ihrem 1931 erschienenen Roman "Die Wellen" fallen die Lebenszeit und die Lebensgeschichten von sechs Personen in eins mit dem natürlichen Zyklus eines Tages. Kindheit, Jugend, das Erwachsenenleben und schließlich der Tod verlieren ihre zeitliche Beschränkung vor dem Hintergrund des ewigen Spiels der Wellen, in denen sich das Licht je nach Tageszeit auf verschiedene Weise bricht. Das intensive Erleben der Natur vermischt sich mit den Erinnerungen und Gedanken der sechs Freunde. Wer hier mit wem und ob überhaupt jemand mit einem anderen spricht, ist nebensächlich. In der Wahrnehmung fließen alle Eindrücke zusammen in einen Strom der Gedanken.

Der im Vergleich zu "Orlando", "Die Fahrt zum Leuchtturm" oder "Mrs. Dalloway" eher wenig bekannte Roman Virginia Woolfs wird die Grundlage bilden für Ulrich Rasches zweite Stuttgarter Regiearbeit. In der letzten Spielzeit inszenierte er das Chorprojekt "Kirchenlieder". [© Schauspiel Stuttgart]

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Der Zauberberg
Roman von Thomas Mann

Zur Inszenierung des Centraltheater Leipzig:

Premiere:
6. November 10

Regie: Sebastian Hartmann
Bühne: Sebastian Hartmann
Kostüme: Adriana Braga Peretzki
Musik: Steve Binetti
Dramaturgie: Uwe Bautz

Mit: Rosalind Baffoe, Manolo Bertling, Maximilian Brauer, Artemis Chalkidou, Matthias Hummitzsch, Janine Kreß, Guido Lambrecht, Ingolf Müller-Beck, Peter René Lüdicke, Birgit Unterweger

Was heißt das: Überleben? Wann erobert Leben Gipfel, wann stürzt man ab? Oben und Unten, Berg – und Tal; beide Blickrichtungen können den Ungeübten schaudern machen. Bergsteiger müsste man sein! Alpinist! Ausgerüstet mit Haken, Seilen und ordentlichem Proviant! Der Weg ist steinig, und steil. Und gefährlich. Dauernd ändert sich das Wetter – zum Beispiel! Der Star-Biologe Richard Dawkins unterwirft seine Thesen zum WUNDER DER EVOLUTION (DER GIPFEL DES UNWAHRSCHEINLICHEN) dem naturgeschichtlichen Bild der Kletterpartie. Bei Dawkins erklimmen die Arten die Gipfel der Unwahrscheinlichkeiten, oder eben nicht (das Wahrscheinliche bleibt im Tal …). Die artistische Dimension solcher Naturgeschichte, dieses „Theater der Evolution“, wie es der Philosoph Sloterdijk in seinem Buch DU MUSST DEIN LEBEN ÄNDERN (2009) nachfolgend benennt, ist menschlich, gesellschaftlich und theologisch eine erhebliche, wenn auch mit einer Verspätung von Hunderten von Millionen Jahren. Ihr gegenüber steht die naturgeschichtliche Erfahrung des Aussterbens. Möglicherweise liegt es nahe, das Über in Überleben wie das Über in Übermensch auf die Dimension der wachsenden Unwahrscheinlichkeiten zu beziehen. Hier, im Zwischenbereich, wollen wir nun unser Basislager zur Besteigung des Mann’schen ZAUBERBERGS aufschlagen. Manns artifizieller Jahrhundertroman beobachtet den Menschen an der Natur-Kultur-Schwelle des vorhergegangenen Jahrhunderts. In diesem Roman über das Sterben bewegen wir uns atemlos auf die Katastrophe zu. Wir: die Kranken, Hungrigen, Todeslüsternen, wir gierigen Kleingeister. Wie im Fieber – werden wir kurz wach, und wir gehen los. [© Centraltheater Leipzig]

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Zwanzigtausend Seiten

Von:
Lukas Bärfuss
Uraufführung: 2. Februar 2012 (Zürich, Schauspielhaus Zürich)

Zur Inszenierung des Schauspielhaus Zürich:

Premiere:
2. Februar 12 (Uraufführung)

Regie: Lars-Ole Walburg
Bühne: Robert Schweer
Kostüme: Nina Gundlach
Musik: Tomek Kolczynski
Licht: Markus Keusch
Dramaturgie: Andrea Schwieter

Mit: Ludwig Boettger, Klaus Brömmelmeier, Ursula Doll, Lukas Holzhausen, Franziska Machens, Sean McDonagh

Mit der Tragikomödie „Zwanzigtausend Seiten“ legt Autor und Dramaturg Lukas Bärfuss sein zweites neues Stück am Schauspielhaus Zürich vor: Dem Gelegenheitsarbeiter und Tagträumer Tony, einem bis dato unauffälligen jungen Mann, fällt eines Tages bei einem ebenso unglücklichen wie schicksalshaften Unfall eine Kiste mit Büchern auf den Kopf – und von diesem Moment an verfügt er über ein unermesslich grosses Wissen. Lückenlos ist der gesamte Inhalt der besagten Bücher – Bände über die Schweiz während des Zweiten Weltkrieges – in seinem Kopf gespeichert. Doch bald wird dieses Wissen für Tony zur Belastung …
Regie bei der Uraufführung von ZWANZIGTAUSEND SEITEN – ab dem 2. Februar in der Box des Schiffbaus zu sehen - führt Lars-Ole Walburg, der sich 2010 dem Zürcher Publikum mit seiner Inszenierung von Dürrenmatts „Panne“ vorstellte.

Während die Menschen in Tonys Umgebung ihn nach dem Unfall als Gedächtniskünstler und wissenschaftliches Phänomen bewundern und versuchen, an seinem Ruhm teilzuhaben, hadert Tony zunehmend mit dem Inhalt dessen, was ihm der Zufall ins Hirn gebrannt hat: mit dem Schicksal des jüdischen Flüchtlings Oskar, der über die Schweizer Grenze geschafft und später deportiert wurde oder mit der Frage, warum Nutzniesser des Krieges zeitlebens unbehelligt geblieben sind. Irgendwann wird sein neues Wissen für Tony so unerträglich, dass er es wieder loswerden möchte – am besten auf dieselbe Art und Weise, wie es ihm zugefallen ist. Ein gewagtes Experiment wird gestartet …

Lukas Bärfuss’ neues Stück – nach „Malaga“ (2009 inszenierte Barbara Frey die Uraufführung) sein zweites Auftragswerk für das Schauspielhaus Zürich – ist eine Farce über individuelles und kollektives Vergessen und Erinnern sowie über die Frage nach einem nationalen historischen Gedächtnis. Bärfuss, 1971 in Thun geboren, arbeitet seit 1997 als Schriftsteller in Zürich. Er schreibt Prosatexte („Hundert Tage“, 2008), Hörspiele und vor allem Theaterstücke („Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“, „Der Bus“, „Die Probe“, „Öl“ u.a.), die in Basel, Bochum, am Thalia Theater Hamburg, an den Münchner Kammerspielen, am Deutschen Theater Berlin und am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt und anschliessend weltweit gespielt wurden. Seit der Spielzeit 2009/10 arbeitet er als Autor und Dramaturg am Schauspielhaus Zürich. Bärfuss wurde 2003 von der Fachzeitschrift „Theater heute“ zum „Nachwuchsdramatiker des Jahres“ und 2005 zum „Dramatiker des Jahres“ gewählt. 2005 erhielt er für sein Stück „Der Bus“ den Mülheimer Dramatikerpreis.

Den Regisseur Lars-Ole Walburg und Lukas Bärfuss verbindet eine langjährige Arbeitsbeziehung. So brachte dieser unter anderem Bärfuss’ Stück „Die Probe“ an den Münchner Kammerspielen zur Uraufführung und inszenierte in Hannover dessen Fassung des „Parzival“. Walburg, 1965 in Rostock geboren, studierte Theaterwissenschaft und Germanistik an der Freien Universität Berlin. 1992 gründete er zusammen mit Ricarda Beilharz, Stefan Bachmann, Thomas Jonigk und Tom Till das „Theater Affekt“. Am Theater Basel war er ab 1998 als Chefdramaturg und fester Regisseur engagiert und von 2003 bis 2006 als Schauspieldirektor. 2009 übernahm er die Intendanz am Schauspiel Hannover. Mit seiner Basler Inszenierung von Ibsens „Volksfeind“ (2000) wurde er zum Berliner Theatertreffen eingeladen. [© Schauspielhaus Zürich]

www.schauspielhaus.ch

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