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Theater, Stückeinfo: O

Othello
(The Tragedy of Othello, the Moor of Venice)

Von: William Shakespeare

Uraufführung:
1. November 1604 (London,
Whitehall-Palast)
Übertragung (u.a.) von: Johann Joachim Eschenburg (1779

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
17. September 11

Inszenierung: Manfred Beilharz
Bühne: Bernd Holzapfel
Kostüme: Renate Schmitzer
Musik: Roman Beilharz
Dramaturgie: Dagmar Borrmann

Besetzung:

Othello:
Michael Günther
Brabantio: Franz Nagler
Cassio: Michael von Burg
Jago: Michael Birnbaum
Roderigo / Narr: Jörg Zirnstein
Doge von Venedig / Montano: Georg Luibl
Desdemona: Sybille Weiser
Emilia: Franziska Werner
Bianca: Magdalena Höfner

Intendant Manfred Beilharz eröffnet die Schauspiel-Saison im Kleinen Haus mit der wohl berühmtesten Eifersuchts-Tragödie der Weltliteratur.
Der schwarze Feldherr Othello hat heimlich die weiße Senatorentochter Desdemona geheiratet. Desdemonas Vater will einen Prozess anstrengen, aber Othello hat momentan eine Trumpfkarte: die Republik Venedig braucht ihn dringend im Kampf gegen die Türken.
Sein Fähnrich Jago zettelt jedoch eine Intrige gegen ihn an: Othello hat den jungen Cassio zu seinem Leutnant ernannt und Jago bei der Beförderung übergangen.
Um Othello auf die Fährte zu locken, die Othello und Desdemona ins Unglück stürzt, muss Jago nur geschickt in jene Regionen der Seele vordringen, wo Ängste, Misstrauen und Vorurteile zu Hause sind. Othello durchschaut die Intrige nicht: Als er Desdemona tötet, glaubt er, einen Sühnemord für ihren vermeintlichen Ehebruch zu vollziehen, während er doch nur der Spielball für Jagos Rache ist.
Shakespeare verwebt die Tragödie von Liebe und Eifersucht mit dem Thema, welche destruktive Macht Klischees und Vorurteile in den Händen eines gewieften Intriganten wie Jago entwickeln können. Dennoch liegt die eigentliche Kraft des Stückes in der Liebe zwischen Othello und Desdemona, auch wenn sie tödlich endet. Dass sie über die Grenzen von Hautfarbe, Herkommen und Alter eine tiefe Beziehung zueinander fanden, ist der eigentliche utopische Kern des Stückes.
Intendant Manfred Beilharz, der in jüngster Zeit Stücke von Ödön von Horváth im Schauspiel inszenierte, wendet sich nun wieder einem Drama von Shakespeare zu. 2003 inszenierte er im Großen Haus den „Sommernachtstraum“ mit großem Erfolg. Die Titelrolle spielt Michael Günther, der in Wiesbaden u.a. als Antonius, Helmer in „Nora“, Kohlhaas, Macbeth und Theatermacher zu sehen war. Sybille Weiser, die ihre zweite Spielzeit in Wiesbaden beginnt und hier bereits in sechs Inszenierungen große Rollen spielt (darunter „Das wollt ihr nicht wirklich“, „Der Turm“, „Das Erdbeben von Chili“ und „Krankheit der Jugend“), wird die Rolle der Desdemona verkörpern.
Manfred Beilharz entschied sich für die sehr genaue und poetische Übersetzung von Frank Günther, der früher auch in Wiesbaden als Regisseur tätig war. Günther ist in der Geschichte der Shakespeare-Übersetzungen der Erste, der alle Werke des Elisabethaners ins Deutsche übertragen hat. [© Staatstheater Wiesbaden]

Weitere Vorstellungen: 21.9., 24.9. und 29.9.2011, jeweils 19.30 Uhr im Kleinen Haus

www.staatstheater-wiesbaden.de

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:

Premiere:
20. März 09

Regie: Simone Blattner
Bühne: Alain Rappaport
Kostüme: Sabin Fleck
Dramaturgie: Nadine Vollmer

Darsteller: Rainer Frank, Patrick Heyn, Joachim Nimtz, Aljoscha Stadelmann, Bert Tischendorf

Simone Blattner inszeniert William Shakespeares OTHELLO

Othello ist ein allseits geachteter und erfolgreicher General Venedigs, doch als Maure bleibt er ein Fremder in der Stadt. Heimlich heiratet er die viel umworbene Senatorentochter Desdemona. Bei einer Beförderung zieht Othello seinem Fähnrich Jago den jüngeren Cassio vor und ernennt diesen zu seinem Leutnant. Jago sinnt auf Rache und strickt ein böses Netz aus Intrigen. Wie ein raffinierter Puppenspieler versteht er es, die Menschen in seiner Umgebung zu manipulieren. Ein Verdacht und ein scheinbares Indiz genügen, um das Vertrauen Othellos zu Desdemona zu zerstören und ihn davon zu überzeugen, dass seine junge Frau ihn mit Cassio betrüge. Othello ist im Innersten getroffen und seine Liebe verwandelt sich in rasende Eifersucht. Jagos Inszenierung nimmt ihren tragischen Lauf.

OTHELLO zählt mit HAMLET und MACBETH zu den bekanntesten Tragödien William Shakespeares. Durch seine außerordentliche Kenntnis von menschlichen Gefühlen und seinem scharfen Verstand für politische Konstellationen gelingt es Shakespeare, die Strukturen von Macht und Manipulation genau darzulegen. Die Geschichte des ehrbaren Generals, der durch seine Aufrichtigkeit und authentische Haltung zu überzeugen weiß, aber letztlich durch den intriganten Machtmenschen Jago scheitert, ist auch eine Geschichte über moderne Machtmechanismen. Nicht die Wirklichkeit, sondern das ständige Changieren des Scheins dient dem Pragmatiker Jago und verführt die Personen zum Handeln und gleichsam in die Katastrophe.

Am 20. März 2009 wird im schauspielfrankfurt die Premiere von Shakespeares OTHELLO unter der Regie von Simone Blattner auf der Bühne des Großen Hauses gefeiert. Wie zu Zeiten des großen Dramatikers hat sich die Regisseurin entschieden, die Tragödie ausschließlich mit Männern zu besetzen. Bereits in Henrik Ibsens EIN VOLKSFEIND waren die beiden hochgelobten Schauspieler Aljoscha Stadelmann und Rainer Frank auf der Bühne zu bewundern, während Bert Tischendorf zur Spielzeiteröffnung 2008/09 in Goethes TORQUATO TASSO groß gefeiert wurde. Joachim Nimtz glänzte in DIE DREIGROSCHENOPER als Peachum und zuletzt in KASIMIR UND KAROLINE als arbeitsloser Chauffeur Kasimir. Simone Blattner ist dem Frankfurter Publikum besonders durch ihre erfolgreiche Umsetzung von Georges Feydeaus FLOH IM OHR und etlichen Uraufführungen von Martin Heckmanns Dramen bekannt. Einen zärtlichen Blick auf die Menschen der sogenannten Unterschicht warf sie in dieser Spielzeit mit in ihrer Inszenierung von Ödön von Horváths Volksstück KASIMIR UND KAROLINE. [© schauspielfrankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Zum Projekt: Otelo - o alemão do Brasil

Von:
Der fremde Blick / EstranhaVisão, ein Projekt von Marcos de Souza
Text: Lilli-Hannah Hoepner & Gustavo Bicalho

Organisation: Marcos de Souza
Regie: Lilli-Hannah Hoepner
Dramaturgie: Gustavo Bicalho
Bühne und Kostüme: Clarice Rito
Poduktion: Mayra Capovilla & Marta Paiva
Regieassistenz: Caroline Barros
Produktionsassistenz: Nila Barreto

Otelo: Sebastian Edtbauer
Desdêmona: Fernanda Oliveira
Brabântio: Marcos de Souza
Iago: Arley Veloso
Emilia: Mayra Capovilla
Cássio: Marco Massafra
Rodrigo: Danilo Rosa
Branca: Raoni Garcia

Otelo - o alemão do Brasil
Der fremde Blick / EstranhaVisão
Sebastian Edtbauer (Otelo) & Arley Veloso (Iago)
Foto: Nadine Loës

Aufführungen in Deutschland 2006:
München, Volkstheater: 14. & 15. Novemebr 06
Frankfurt, schauspielfrankfurt: 16. & 17. Dezember 06

Besprechung auf kulturfreak.de

Zur Inszenierung der Burgfestspiele Bad Vilbel 2006:

Premiere:
2. Juni 06

Regie: Corinna Bethge
Ausstattung: Mechthild Feuerstein
Regieassistenz | Abendspielleitung: Lisa Overmann
Licht:
Jan Langebartels
Schneiderei: Christine Rademacher (Leitung) | Mariette Döry | Tina Bürkmayer | Caecilia Nims
Maske: Nadja Werthmann
Werkstatt|Bühnenbildbau|Bühnentechnik:
Andreas Abendroth (Leitung) | Günter Kaschner | Carsten Leschke | Toni Keller | Jonathan Rosenbauer | Veit Ruthart


Besprechung auf kulturfreak.de


Besetzung::

Othello General:
Sebastian Wirnitzer.
Jago sein Fähnrich: Daniel Ris
Cassio sein Leutnant: Sascha Rotermund
Desdemona Othellos Frau: Anna Eger
Emilia Jagos Frau: Katerina Poladjan
Bianca Cassios Geliebte: Anke Schüler
Rodrigo ein Venezianischer Edelmann: Herbert Schöberl
Brabantio Senator, Desdemonas Vater / Lodovico Politiker, Brabantios Bruder: Ulrich Cyran
Der Doge von Venedig / Montano Gouverneur von Zypern: Kai Möller

Othello
Burgfestspiele Bad Vilbel
Othello (Sebastian Wirnitzer), Desdemona (Anna Eger),
Jago (Daniel Ris) & Emilia (Katerina Poladjan)
(v.l.n.r.)
Foto: Eugen Sommer

Vorverkauf:

Theaterkasse Zehntscheune
Montag bis Samstag 9–13 h
fon 0 61 01. 55 94 55 | fax 0 61 01. 55 9430
Klaus-Havenstein-Weg 1 | 61118 Bad Vilbel
Burgfestspiele@bad-vilbel.de| www.kultur-bad-vilbel.de .. und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Weitere Informationen zu den Burgfestspielen

Orestie (Oresteia)
Tragödientrilogie: Agamemnon - Die Choephoren - Die Eumeniden

Von: Aischylos (um 525/524 v.Chr. - 456 v. Chr.)
Uraufführung: 458 v. Chr. (Athen)

Zur Inszenierung des Theater Heilbronn:

Premiere:
6. März 10

Regie: Alejandro Quintana
Bühnenbild und Kostüme: Juan Leon
Musik: Rainer Böhm
Dramaturgie: Birte Werner

Besetzung:

Athene: Sylvia Bretschneider
Zeugin/Chor der Erinyen/Richterin: Kaliniki Fili
Klytaimestra: Anne-Else Paetzold
Kassandra/Chor der Erinyen: Judith Raab
Elektra/Chor der Erinyen: Katharina Voß
Orest: Nils Brück
Chor/Richter: Oliver Firit
Agamemnon: Frank Lienert-Mondanelli
Aigisthos / Chor der Erinyen: Till Schmidt
Apollon: Tobias D.Weber
Herold /Chor der Erinyen: Kai Windhövel

www.theater-heilbronn.de

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:
(in einer Übertragung von Dietrich Ebener)

Premiere: 14. Oktober 06
Wiederaufnahme: November 07
Dauer: etwa 5 Stunden mit zwei Pausen


Regie: Karin Neuhäuser
Koregie: Florian von Hoermann
Bühne und Kostüme: Franz Lehr
Musik: Paul Lemp
Dramaturgie: Jens Gross
Kampfchoreographie: Horst Gurski
Video: Philipp Batereau
Lichtkonzept: Frank Kraus
Regieassistenz: Benjamin Eggers / Martin Baasch
Bühnenbildassistenz: Britta Kloß
Kostümassistenz: Katja Strohschneider
Souffleuse: Brigitta Schirdewahn
Inspizienz: Lisa Ahle
Ton: Philipp Batereau, Bernhard Klein
Maske: Patricia Dietz, Lutz Paschke, Bernhard Springer
Technische Produktionsleitung: Josef Dreker
Technische Einrichtung: Hubertus Schneider
Requisite: Stefan Markert, Helmut Stumvoll, Jens Schönherr
Regiehospitanz: Katharina Lenz
Bühnenbildhospitanz: Mimma Pinsino, Sarah Mirza
Kostümhospitanz: Camina Conradt
Dramaturgiehospitanz: Lotte Scheurer


Die Premieren-Besetzung:

I Agamemnon
Wächter: Cornelia Niemann
Chorführer: Falk Rockstroh  
Chor: Roland Bayer / Sandra Bayrhammer / Cornelia Niemann
Klytaimestra: Friederike Kammer
Herold: Roland Bayer
Agamemnon: Matthias Redlhammer
Kassandra: Abak Safaei-Rad
Aigisthos: Matthias Redlhammer
Athene: Rainer Frank
Apollon: Falilou Seck
Elektra: Sandra Bayrhammer
Kinderchor: Robert Beyer, Joelle Bavoux, Astrid Birnbaum, Christoph Genzel, Santo Grasso, Josef Hermann, Christian Holper, Julia Jäger, Galina Jonat, Inga Krause, Kevin Meder, Robin Meder, Livia Neubauer, Merle Schreiner, Sonia Skatchkov, Lukas Thorsson, Niklas Thorsson, Josefina Trittel, Anthea Wagner, Leonidas Wagner, Arnos Zielinski

II Die Choephoren
Orest: Christian Kuchenbuch
Pylades: Falilou Seck
Chor: Roland Bayer/Falk Rockstroh
Elektra: Sandra Bayrhammer
Klytaimestra: Friederike Kammer
Amme: Falk Rockstroh  
Aigisthos: Matthias Redlhammer
Grabspenderinnen: Cornelia Niemann / Abak Safaei-Rad
Athene: Rainer Frank
Apollon: Falilou Seck

III Die Eumeniden
Die pythische Seherin: Sandra Bayrhammer
Apollon: Falilou Seck
Orest: Christian Kuchenbuch
Klytaimestra: Friederike Kammer
Rachegöttinen: Sandra Bayrhammer / Cornelia Niemann / Abak Safaei-Rad
Rachegötter: Roland Bayer / Falk Rockstroh/ Matthias Redlhammer
Athene: Rainer Frank


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Die Orestie
schauspielfrankfurt
Falk Rockstroh (Chorführer), Kinderchor
Foto:
Alexander Paul Englert

Die einzig vollständig erhaltene Tragödien-Trilogie der Antike thematisiert die blutige Geschichte des fluchbeladenen Geschlechts der Atriden und führt am Ende zur gefeierten Ablösung des archaischen Rechts der Blutrache durch das moderne juristische Prinzip gesetzlich geregelter Gerichtsverfahren.
Zehn Jahre war Agamemnon im Trojanischen Krieg. Vorher hatte er seine Tochter Iphigenie den Göttern geopfert. Klytaimnestra, die Mutter und seine Frau, nimmt nun blutige Rache an dem Heimkehrer und ermordet ihn. Der in der Fremde großgezogene Sohn Agamemnons Orest trifft am Grab seines Vaters auf seine Schwester Elektra. Beide beschließen, den Tod des Vaters zu rächen. Klytaimnestra stirbt.
Von den Rachegeistern verfolgt, flüchtet Orest zum Tempel des Apollon. Es kommt zu einem Gerichtsverfahren in Athen. Die Stadtgöttin Athene bestimmt, daß ein Geschworenengericht stattfinden soll. Über Recht und Unrecht zu urteilen, soll von nun an Sache des Staates und des Volkes sein. [©schauspielfrankfurt]

Vorgeschichte:
Geschlechterfluch der Atriden: „Wer tut, muß leiden“.
König Agamemnon opfert seine Tochter Iphigenie um für den Krieg günstige Winde von den Göttern zu bekommen.

1. Akt (ca. 110. Min): Agamemnon kehrt vom Krieg heim und wird wegen dem Tochtermord von seiner Frau ermordet.

2. Akt (ca. 65 Min.): Sohn Orest verübt für den Vater Rache und tötet die Mutter und ihren Liebhaber.

3. Akt (ca. 60 Min.): Orest verantwortet sich einem Gericht. Erstmals entscheidet das Volk. Das archaische Gesetz der Blutrache wird außer Kraft gesetzt.
 

schauspielfrankfurt gastierte erfolgreich mit Die Orestie in Epidauros

Über 6.000 begeisterte Zuschauer feierten am 17. & 18. August 07 das Frankfurter Ensemble mit Die Orestie von Aischylos. Das fast 2400 Jahre alte Theater in Epidauros bot einen faszinierenden Rahmen für Karin Neuhäusers monumentale Inszenierung. Mit der Teilnahme am Hellenic Festival 2007 kehrte die schauspielfrankfurt-Inszenierung der einzigen erhaltenen Tragödien-Trilogie zu den Ursprüngen der europäischen Theaterkunst zurück.
70 Mitglieder des schauspielfrankfurt reisten nach Epidauros, um an diesem geschichts-trächtigen Ort dem internationalen Publikum eine Tragödie darzubieten, die hier schon vor tausenden Jahren die Menschen beeindruckte und bei ihrer Uraufführung 458 v. Chr. in Athen gleich einen Siegerpreis gewann – für Schauspieler und Zuschauer gleichermaßen eine magische Stätte für dieses Drama um Blutrache, Muttermord und Demokratiegründung.
Die beiden Vorstellungen wurden vom Publikum in Epidauros als einer der Höhepunkte des Hellenic Festivals gehandelt.

Epidauros_Falk Rockstroh Chorführer und Kinderchor_m©Kokkinias Polichronakis
Die Oriestie
schauspielfrankfurt zu Gast in Epidauros
Falk Rockstroh (Chorführer) und Kinderchor
Foto: Kokkinias Polichronakis

Orphée

Von:
Jean Cocteau (05.07.1889 - 11.10.1963)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
12. Februar 11 (Bockenheimer Depot)

Regie und Bühne: Michael Simon
Kostüme: Janine Werthmann
Choreographie: Norbert Steinwarz
Licht: Jan Walther
Dramaturgie: Andreas Erdmann

Besetzung:

Orphée:
Victor Tremmel
Eurydice: Nicola Gründel
Heurtebise: Torben Kessler
Die Prinzessin: Julika Jenkins
Cegéste: Moritz Pliquet
Aglaonice: Luise Audersch
Kommissar: Johannes Kühn
Richter: Roland Blezinger

Besprechung auf kultrufreak.de

Orphée
Schauspiel Frankfurt
Die Prinzessin (Julika Jenkins)
© Birgit Hupfeld

Der Schriftsteller Orphée ist vom Erfolg verwöhnt, auch wenn die Kollegen seiner Zunft ihm den Erfolg nicht gönnen mögen. Doch Orphée hat ein ganz anderes Problem: es fällt ihm nichts mehr ein. Da tritt eine geheimnisvolle Fremde in sein Leben. Seine Gattin Eurydice sitzt unterdessen zu Hause und schöpft einen furchtbaren Verdacht. Michael Simon inszeniert Cocteaus berühmte moderne Version des Orpheus-Mythos mit Musik von Nick Cave im Bockenheimer Depot.

Michael Simon (Regie und Bühne)
Geboren in Neumünster, studiert in Stuttgart bei Professor Jürgen Rose Bühnenbild. Arbeiten mit der Performance-Gruppe famili in Stuttgart, Köln, New York und Washington. Ab 1982 arbeitet Simon als Bühnenbildner für den Choreographen William Forsythe am Frankfurter Ballett und als freier Bühnenbildner an zahlreichen Theatern in ganz Deutschland. Erste Arbeiten als Regisseur sind zu Beginn der 90er die gemeinsamen Projekte mit dem Komponisten Heiner Goebbels im Frankfurter Theater am Turm. Seitdem arbeitet Michael Simon als Opern- und Schauspielregisseur. Seine Inszenierung von »The Black Rider« für das Schauspiel Hannover wird 1995 zum Berliner Theatertreffen eingeladen.
Von 1998 bis 2004 ist Michael Simon Professor für den Fachbereich Szenographie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, seit 2008 leitet er die Vertiefung Bühnenbild, Master of Arts, an der Zürcher Hochschule der Künste.

Janine Werthmann (Kostüme)
Geboren in Dinslaken. Ausbildung zur bekleidungstechnischen Assistentin in Duisburg, danach Arbeit in verschiedenen Modeateliers. Ab der Spielzeit 2006 / 07 Tätigkeit als Kostümassistentin am Nationaltheater Mannheim. Seit 2007 freie Kostümbildnerin für Theater und Film. Am Schauspiel Frankfurt entwarf sie in der Spielzeit 2009 / 10 die Kostüme für Michael Simons Inszenierung »Cabaret«.

Norbert Steinwarz (Choreographie)
Geboren in Euskirchen. Er studiert Tanz, Tanzpädagogik, Choreographie an der Folkwang Hochschule in Essen. Von 1991 bis 1996 Mitglied des Tanztheaters von Joachim Schlömer am Ulmer Theater, dem Deutschen Nationaltheater Weimar und dem Theater Basel. 1998 gründet er die Company »Momentum«. Eigene Choreographien sind zum Beispiel: »two is a company, four is a crowd« in Koproduktion mit den Berner Tanztagen 1997, »presenza« für das Theater Basel 2001. Seit 2001 Zusammenarbeit mit der Choreographin Sascha Waltz, in deren Produktionen Steinwarz auch als Tänzer auftritt. Zahlreiche eigene Choreographien für Musik- und Sprechtheater, so: »Der seidene Schuh« (Regie: Stefan Bachmann, Theater Basel 2003), »Alice im Wunderland« (Regie: Michael Simon, Schauspielhaus Hannover 2003), »Salome« (Regie: Jürgen Kruse, Deutsches Theater Berlin 2003). Steinwarz arbeitet als Tanztrainer für das Theater Basel und als Gastdozent an der Folkwang Hochschule Essen. [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Oscar
Ein Missverständnis in drei Akten
Von: Claude Magnier

Claude Magnier:
Ein Schauspieler, der es müde wird, auf die Rollen zu warten, die seinem komödiantischen Talent entsprechen, setzt sich hin in einer schlaflosen Nacht und schreibt eine Komödie. So beginnt im Paris der fünfziger Jahre die Karriere eines Komödienschreiber ersten Ranges: Claude Magnier schreibt u.a. "Blaise", "Leon", "Jo", "Nid d’embrouilles" und Oscar.

Claude Magnier wird 1920 in Paris als Sohn eines Buchbinders geboren. Eigentlich sollte er das väterliche Geschäft übernehmen, wofür er auch von 1937 bis 1940 eine kaufmännische Lehre in der französischen Hauptstadt absolvierte und anschließend ein Jahr als Buchbinder und Angestellter im elterlichen Betrieb arbeitete. Doch dann ging er als Schauspieler zum Theater, dem er, mit kurzen Unterbrechungen aus finanziellen Gründen, bis zu seinem Lebensende verschrieben blieb.

1954 schrieb Magnier sein erstes Bühnenstück: "Ein klarer Fall" (Monsieur Masure). Ein Jahr später kommt die Komödie in Paris zur Uraufführung, 1956 wird sie zum weltweiten Erfolg und in Europa, Amerika und Australien nachgespielt. Magnier erhält den Dramenpreis des Casino d'Enghien, den ersten Preis für dramatische Kunst.

Ab 1958 wird Magniers zweites Theaterstück Oscar zwei Jahre erfolgreich am Théâtre Athénée gespielt. 1959 erfolgt die deutschsprachige Erstaufführung des Werks durch die Komödie im Marquardt in Stuttgart. 1967 wird Oscar zudem mit Louis de Funès in der Hauptrolle in Paris verfilmt.

Claude Magnier ist wie sein berühmter Landsmann Georges Feydeau ein fantastischer Konstrukteur: Er ist ein echter Könner ohne alle billigen Bluffs. Seine Stücke sprudeln von Situationskomik, und gerade wenn man glaubt, dass der Autor jetzt sein Pulver verschossen hat, wird die Handlung noch einmal auf den Kopf und alles, was sicher schien, in Frage gestellt. Dabei gibt es in seinen Werken keine eigentlichen "Helden". Wenn man meint, den "Sieger" ausgemacht zu haben, ist er in Wirklichkeit schon auf der Verliererstraße, und wer scheinbar zerschmettert am Boden liegt, hat bereits wieder alle Trümpfe in der Hand.

Über sich selbst und seine Arbeitsweise schrieb Magnier: "Ich schlafe wenig - und die Ideen kommen mir während meiner schlaflosen Nächte. Ich habe z. B. "Ein klarer Fall" eines Nachts um ein Uhr begonnen und um neun Uhr lag der 1. Akt fertig auf dem Tisch. Bei mir steht nichts am Anfang fest. Ich versuche, mich in die Lage des Zuschauers zu versetzen, der sich fragt, was wird nun geschehen? Im Grunde interessiert mich nicht das Drama, sondern ich liebe Gags. Der heutige Zuschauer braucht und erwartet überraschende Komik. Deshalb geht mein Witz - in meinen Stücken - über den normalen Verstand weit hinaus."

Claude Magnier starb im Alter von 62 Jahren am 22. Juni 1983 in Paris. [Q. & ©: Felix Bloch Erben, Berlin]

Zur Inszenierung des Centraltheater Leipzig:

Premiere:
9. April 10

Regie und Bühne: Herbert Fritsch
Kostüme: Victoria Behr
Dramaturgie: Anja Nioduschewski

Mit: Janine Kreß, Thomas Lawinky, Paul Matzke, Emma Rönnebeck, Sarah Sandeh, Hans Schenker, Holger Stockhaus, Barbara Trommer, Henrike von Kuick

Es war eine der Paraderollen von Louis de Funès, auf der Bühne wie auch im gleichnamigen Film. Und da fängt das Missverständnis schon an: wenn ein Stück nicht nach seiner Hauptfigur benannt wird, sondern nach dem Chauffeur Oscar, der schon vor drei Tagen entlassen wurde – also gar nicht mehr zur Familie gehört. De Funès spielte natürlich nicht den Chauffeur, sondern die Hauptrolle: den Seifenfabrikanten Pierre Barnier, dessen Familie an nur einem Tag im Chaos versinkt. Quasi noch im Morgenmantel, hat das Familienoberhaupt bereits den Überblick verloren: zum Beispiel über seine Finanzen. Oder welchen Mann seine Tochter heiraten will, oder welcher Mann seine uneheliche Tochter heiraten will. Seine vielleicht schwangere Tochter? In welchem Koffer nun das Geld ist. In Oscar
wird nicht nur emotional erpresst, es geht um Millionen. Und: Der Chauffeur gehört doch zur Familie! Unterschätze nie deine Angestellten! Oscar ist eine rasante Boulevardkomödie – mit Erpressung, Unterschlagung, Verwechslung, plus jenem großbürgerlichen Dünkel, der geradezu zum Scheitern einlädt. Hier treibt der schnöde Mammon wilde Blüten am Stammbaum einer besseren Familie. So schnell, dass selbst ein Seifenfabrikant ins Schlingern gerät …
Tempo, Hybris und das allgegenwärtige Missverständnis bohnern hier das gesellschaftliche Parkett … „Nein! … Doch! … Oh!“
Nach seinen großen Erfolgen als Schauspieler und Filmemacher arbeitet Herbert Fritsch als Theaterregisseur seit einigen Jahren unbeirrt daran, die Boulevardkomödie in der Hochkultur salonfähig zu machen. Er arbeitet schwer, dass es gnadenlos leicht aussieht!  [© Anja Nioduschewski, Centraltheater Leipzig]

www.schauspiel-leipzig.de

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