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Theater, Stückeinfo: N

Nach den Klippen

Von:
Albert Ostermaier
Uraufführung: 21. Januar 2005 (Wien, Burgtheater - in Koproduktion mit dem schauspielfrankfurt)

Nach der Uraufführung im Januar 05 in Wien war “Nach den Klippen” im Januar & März 06 im schauspielfrankfurt zu sehen:

Regie:
Andrea Breth
Bühne: Martin Zehetgruber
Kostüme: Dajanna Dorfmayr
Licht: Friedrich Rom
Musik: Bert Wrede
Sound-Design: Ingo Pußwald
Musik-Arrangement: Michael Dörfler
Soundtrack: Andrea Breth
Dramaturgie: Wolfgang Wiens

Mit: Elisabeth Orth

Burgtheater Wien in Koproduktion mit dem schauspielfrankfurt


Circe, die Zauberin, die die Gefährten des Odysseus in Schweine verwandelte, Circe, Tochter des Sonnengottes, strahlend schön,
Sinnbild der Verführerin, Todesgöttin, männermordendes Ungeheuer. Nur Odysseus, der Listenreiche, überlistete ihren Zauber, um ihm zu erliegen. Er schluckt das Gegengift mit dem Ziel, Circe mit Liebe zu vergiften. Bevor er seine Gefährten befreit, löst er den Knoten
ihres Kleids und taucht ein in ein Meer der Begierde. Dann läßt er erneut die Ruder schlagen und trennt sich von ihr. Heute ist Circe eine erfahrene Frau, die die Männer studiert hat, sie nicht nur kennt, sondern kenntlich macht. Circe hat dem Zauber abgeschworen. Sie verläßt sich nur noch auf die Waffen einer Frau, verfolgt die Männer auf ihren Wegen, durch nächtliche Straßen und Cafés, treibt sie in den Wahnsinn, in ihr Bett. Sie bricht in ihre Wohnungen ein, manipuliert zunächst sie, dann ihre Frauen, entzaubert ihre Lügen und damit alles, was sie zu Helden macht in den Augen der Geliebten. [ Text: schauspielfrankfurt]

Der nackte Wahnsinn (Noises Off)
Eine Farce in drei Akten

Von: Michael Frayn
Deutsch von: Ursula Lyn
Uraufführung: Februar 1982 (London, Lyric Theatre Hammersmith)
Deutschsprachige Erstaufführung: Oktober 1984 (Innsbruck, Landestheater Innsbruck)

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
25. November 11

Inszenierung: Caroline Stolz
Bühne und Kostüme: Lorena Díaz Stephens, Jan Hendrik Neidert
Dramaturgie: Anika Bárdos

Besetzung:

Dotty Otley / Mrs. Clackett:
Monika Kroll
Garry Lejeune / Roger Tramplemain: Wolfgang Böhm
Brooke Ashton / Vicki: Magdalena Höfner
Frederick Fellowes / Philipp Brent / Scheich: Michael Birnbaum
Belinda Flair / Flavia Brent: Evelyn M. Faber
Selsdon Mowbray, Einbrecher: Uwe Kraus
Lloyd Dallas, Regisseur: Michael Günther Bard
Poppy Norton-Taylor, Regie-Assistentin: Franziska Werner
Timm Allgood, Inspizient: Michael von Bennigsen

Wenige Komödien sind so perfekt ausgetüftelt und so voller Slapstick wie Michael Frayns Der nackte Wahnsinn. Caroline Stolz inszeniert diese Farce, die zum Thema sich selber hat – das Theaterstück im Theaterstück – im Kleinen Haus.

„Noises Off“, so der englische Titel des „nackten Wahnsinns“ ist zuallererst ein hemmungsloser Angriff auf die Lachmuskeln. Der Regisseur Lloyd Dallas ist im ersten Akt des Stücks damit beschäftigt, seine Inszenierung premierenreif zu bekommen – ein schier hoffnungsloses Unterfangen, das merkt der Zuschauer bereits beim ersten Auftritt. Türen gehen entweder nicht auf oder nicht zu, Auftritte werden verpasst und entscheidende Requisiten fehlen. Die Darsteller sind auf der Suche nach ihrem Text, dem Licht und ihrer Figur, heftige Diskussionen entbrennen und die Zeit rast in Windeseile davon. Die Generalprobe endet im Chaos.

Einen Monat später (2. Akt) treffen wir die Theatertruppe wieder. Das Stück ist – o Wunder – doch irgendwie zur Aufführung gekommen und tourt nun seit einiger Zeit durch die Kleinstädte. Auf der Bühne klappt alles dank der Routine des ewigen Ensuite-Spiels, hinter der Bühne – herrscht Krieg. Durch den Wechsel der Perspektive (der Zuschauer sieht nun das Geschehen von hinten) erleben wir die Unerbittlichkeit, mit der gekränkte Egos, gedemütigte Herzen und reine Bosheit sich übertrumpfen. Die Vorstellung endet im Chaos.

Noch zwei Monate und ungezählte Vorstellungen, Unsäglichkeiten und innere wie äußere Verwundungen später (3. Akt). Der Blickwinkel ist wieder „von vorn“. Der Krieg hat seine Opfer gefordert. Keiner ist mehr daran interessiert den Schein selbst vor dem Publikum noch zu wahren. Zwischen Erschöpfung und Empörung wird der Text abgespult und die zugehörige Aktion durchgeführt. Keiner spielt mehr mit dem anderen, jeder wähnt sich völlig an der richtigen Stelle, Auftritte fallen der Willkür zum Opfer, niemand vermag die Zustände mehr zur Ordnung zu bringen. Abgründe haben sich aufgetan, das Chaos hat endgültig gesiegt.

Allen Entlarvungen und Überzogenheiten zum Trotz, die der 1980 entstandene Welterfolg bietet, ist „Der nackte Wahnsinn“ doch eine Liebeserklärung an das Theater, die nicht ohne philosophischen Hintergedanken geschrieben ist. Der glanzvolle Schein auf der Bühne, die Illusion des Theaters ist durchaus fragwürdig, und nur wenige Millimeter trennen hohe Kunst von tiefem Fall. Aber eines steht fest: Am Ende siegt über das Chaos das ungebremste Vergnügen.

Es inszeniert Caroline Stolz, die Leiterin der Wartburg, die bisher u.a. Kristof Magnussons Komödie „Männerhort“, Hitchcocks „Die 39 Stufen“, Marco Ferreris „Das große Fressen“ und Tobias Bungters „Shopping Queens“ inszenierte. 2010/11 brachte sie im Kleinen Haus „The Black Rider“ von Wilson/Burroughs/Waits und die Adaption des Hal-Foster-Comics „Prinz Eisenherz“ auf die Bühne. [© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Zur Inszenierung des Theater Pforzheim:

Premiere:
Freitag, 28. Oktober 11

Inszenierung: Peter Rein
Bühne und Kostüme: Bodo Demelius
Dramaturgie: Georgia Eilert

Besetzung:

Dotty Otley (Mrs. Clackett):
Joanne Gläsel
Garry Lejeune (Roger Tramplemain): Falk Seifert
Brooke Ashton (Vicki): Meike Anna Stock
Frederick Fellows (Philip Brent/Scheich): Markus Löchner
Belinda Blair (Flavia Brent): Selda Vogelsang
Selsdon Mowbray (Einbrecher): Fedi Noël
Lloyd Dallas, Regisseur: Jörg Bruckschen
Tim Allgood, Stage Manager: Holger Teßmann
Poppy Norton-Taylor, Regieassistentin: Christine Schaller

www.theater-pforzheim.de

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
11. Februar 11

Regie: Oliver Reese
Bühne: Hansjörg Hartung
Kostüme: Elina Schnitzler
Licht Frank Kraus
Choreographie Peter Theiss
Dramaturgie: Nora Khuon


Besetzung:

Mrs. Clackett/Dotty Otley:
Josefin Platt
Roger Tramplemain/Garry Lejeune alias “Pütti”: Christoph Pütthoff
Vicki/Brooke Ashton: Sandra Gerling
Philip Brent, Scheich/Frederick Fellowes: Till Weinheimer
Flavia Brent/Belinda Blair: Anita Vulesica
Einbrecher/Selsdon Mowbray: Joachim Nimtz
Regisseur/Lloyd Dallas: Thomas Huber
Regieassistentin/Poppy Norton-Taylor: Henriette Blumenau
Inspizient/Tim Allgood: Christian Bo Salle

Besprechung auf kulturfreak.de

Der nackte Wahnsinn
Schauspiel Frankfurt
Regisseur (Thomas Huber), Belinda Blair (Anita Vulesica), Frederick Fellowes (Till Weinheimer)
© Birgit Hupfeld

Es ist kurz nach Mitternacht, die Generalprobe von »Nackte Tatsachen« läuft. Die Nerven liegen blank. Texthänger, Türenklemmen, Requisitenchaos – Regisseur Lloyd Dallas und seine Darsteller sind verzweifelt. Die »Nackten Tatsachen« des Stücks treten schnell zurück und machen den eigentlichen Entblößungen Platz: Kulissengetuschel, Liebesverwirrungen und Verwaltungshorror bestimmen die Szenerie, die dann zum wilden Ende vollends in privaten Katastrophen versinkt.

Oliver Reese (Regie)
wurde 1964 in Schloss Neuhaus bei Paderborn geboren. Ab 1984 studierte er Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, Theaterwissenschaft und Komparatistik in München und arbeitete als Regieassistent an den Münchner Kammerspielen, am Schauspielhaus Düsseldorf und am Bayerischen Staatsschauspiel. 1989 ging er als Dramaturg an das Bayerische Staatsschauspiel, 1991 als Chefdramaturg an das Ulmer Theater. 1994–2001 war Reese Chefdramaturg am Maxim Gorki Theater Berlin, danach als Chefdramaturg und Stellvertretender Intendant am Deutschen Theater Berlin, wo er u. a. mit Hans Neuenfels, Robert Wilson, Michael Thalheimer und Jürgen Gosch arbeitete. In der Spielzeit 2008/09 war Oliver Reese Intendant am Deutschen Theater, seit der Spielzeit 2009/10 leitet er das Schauspiel Frankfurt.
Reese brachte zahlreiche Dramatisierungen (»Berlin Alexanderplatz« von Alfred Döblin, »Lolita« nach Nabokov) und Stücke nach biographischen Texten auf die Bühne (»Bartsch, Kindermörder«, »Emmy Göring an der Seite ihres Mannes«). »Emmy Göring« wurde 1999 mit dem Friedrich-Luft-Preis der Berliner Morgenpost ausgezeichnet. In den Kammerspielen des Deutschen Theaters inszenierte er »Goebbels« auf Grundlage der Tagebücher des NS-Propagandaministers, »Der Mann ohne Eigenschaften« nach Robert Musil und zuletzt »Ritter, Dene, Voss« von Thomas Bernhard. Am Düsseldorfer Schauspielhaus erarbeitete er »Treulose« nach Ingmar Bergman und »Warum tanzt ihr nicht« nach Erzählungen von Raymond Carver. In seiner ersten Spielzeit am Schauspiel Frankfurt inszenierte Oliver Reese Jean Racines »Phädra« mit Stephanie Eidt in der Titelrolle, in der laufenden Saison brachte er »Die Frau, die gegen Türen rannte« von Roddy Doyle in den Kammerspielen heraus.

Hansjörg Hartung (Bühne)
wurde im Allgäu geboren und absolvierte ein Bühnenbildstudium an der Akademie der Bildenden Künste in München. Bereits während seines Studiums realisierte er diverse Projekte in der freien Theaterszene in München und für die Münchner Biennale. Als freischaffender Bühnenbildner arbeitete er u. a. am Deutschen Theater Berlin, am Düsseldorfer Schauspielhaus, an den Städtischen Bühnen Köln, am Schauspiel Frankfurt, an der Staatsoper Hannover. Von 1995 bis 1998 war Hansjörg Hartung als Ausstattungsleiter am Maxim Gorki Theater Berlin tätig sowie wiederholt als Ausstellungsarchitekt, v. a. für die Staatlichen Museen zu Berlin (u. a. die große Rembrandtausstellung 2006). Ihn verbindet eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit Oliver Reese, Hans Neuenfels, K.D. Schmidt und Nicolai Sykosch.

Elina Schnizler (Kostüme)
wurde in Esslingen am Neckar geboren. Nach dem Abitur machte sie eine Schneiderlehre in Stuttgart und absolvierte Auslandsaufenthalte in Helsinki, Chicago und Paris (als Schneiderin bei Christian Dior). Danach studierte sie bei Dirk von Bodisco in Hamburg Kostümbild. Seit 1994 wohnt sie in Berlin und ist als freischaffende Kostümbildnerin tätig. Eine enge Zusammenarbeit verbindet sie mit den Regisseuren Hans Neuenfels, Oliver Reese, K.D. Schmidt, Robert Schuster / Tom Kühnel, Christian Tschirner / Christian Weise und Grazyna Kania. Sie arbeitete u. a. an Häusern wie der Komischen Oper Berlin, dem Deutschen Theater Berlin, der Staatsoper Hannover, dem Staatstheater Kassel, dem Maxim Gorki Theater Berlin und der Bayerischen Staatsoper.  [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Zur Inszenierung des Oldenburgischen Staatstheaters:

Premiere:
12. September 09

Inszenierung: Marc Becker
Ausstattung: Peter Engel
Dramaturgie: Johanna Wall
Licht: Ernst Engel

Regieassistenz: Julia Wissert
Ausstattungsassistenz: Julia Harttung
Inspizienz: Albrecht Husmann
Soufflage: Heinrich Maas

Besetzung:

Dotty Otley/Mrs Clackett:
 Gaby Pochert 
Gary Lejeune/Roger Tramlemain: Gilbert Mieroph
Brooke Ashton/Vicki:
Eva-Maria Pichler
Frederick Fellows/Philip Brent/Scheich: René Schack
Belinda Blair/Flavia Brent: Anne Eversbusch
Selsdon Moxbray/Einbrecher: Thomas Lichtenstein
Lloyd Dallas: Jens Ochlast
Poppy Norton-Taylor: Juliana Djulgerova
Tim Allgood: Michael Pietsch

Die Theatertruppe um Regisseur Lloyd Dallas versucht mit aller(letzter) Kraft das Stück Nachte Tatsachen auf jene Bretter zu stemmen, die die Welt bedeuten. Große Kunst -zumal es wirklich wahnsinnig viel gibt, was man vergessen kann, hat man erst mal den Sardinenteller am falschen Ort platziert. Auch nicht ganz unerheblich: Es bleiben gerade mal sechs Stunden bis zur Premiere. Kein Wunder, dass da die eine oder andere Replik oder Sardine etwas ungenau gesetzt wird. Ganz zu schweigen davon, dass es hinter der Bühne fast noch turbulenter zugeht als auf ihr. Das Leben ist einfach ein Wahnsinnstheater. Aber: »The show must go on« - »Der Lappen muss hoch«, im Theater wie im richtigen Leben und das auch nach der Premiere.
Der britische Erfolgsdramatiker Michael Frayn schuf mit Der nackte Wahnsinn eine der unterhaltsamsten Klippklappkomödien überhaupt. Rasant, geistreich und urkomisch -britischer Humor vom Feinsten und ein gefundenes Fressen für spielwütige Schauspieler. Lassen Sie sich anstecken, denn: »Das ist Farce. Das ist Theater. Das ist Leben.«

1992 wurde diese Komödie von Michael Frayn, von dem am Oldenburgischen Staatstheater zuletzt das Stück Demokratie zu sehen war, sehr erfolgreich verfilmt. Inszenieren wird sie Marc Becker, Hausregisseur des Oldenburgischen Staatstheaters, von dem hier unter anderem bereits Faust / und Meier Müller Schulz oder Nie Wieder Einsam! zu sehen waren. [© Oldenburgisches Staatstheater]

www.staatstheater.de

Nathan der Weise
Dramatisches Gedicht in 5 Aufzügen

Von: Gotthold Ephraim Lessing
Uraufführung: 14. April 1783 (Berlin, Theater in der Behrenstrasse)

Die Nervensäge (L'Emmerdeur)
Komödie

Von: Francis Veber
Uraufführung: 1970 (Paris)
Deutschsprachige Erstaufführung: 1971 (Berlin, Theater am Kurfürstendamm)
Deutsche Übertragung: Christian Wölffer

Zur Inszenierung des Berliner Theater am Kurfürstendamm:
(Bearbeitung Jürgen Wölffer)

Premiere: 9. Mai 10
Voraufführungen: 5. – 8. Mai 10
Spielzeit bis: 4. Juli 10

Regie: Jürgen Wölffer
Bühne: Ursula Wandaress
Kostüm: Regina Schill

Mit: Winfried Glatzeder, Marcus Ganser, Gerd Lukas Storzer, Christian Fischer und Wicki Kalaitzi

Die Nervensäge
Theater am Kurfürstendamm, Berlin
Der Profikiller (Winfried Glatzeder)
Foto: Thomas Grünholz

Für Profikiller Ralph (Winfried Glatzeder) ist es ein Routineauftrag: Er soll einen Mafioso, der sich bereit erklärt hat, gegen seine Organisation auszusagen, erledigen. Deswegen mietet sich Ralph in einem dem Justizpalast gegenüberliegenden Hotel ein, um den Kronzeugen ins Visier zu bekommen und ihn mundtot zu machen. Lange bevor der Zeuge auftaucht, checkt Ralph ein und bringt sein Präzisionsgewehr schon einmal in Position. Doch aus dem minutiös geplanten Attentat wird nichts, denn die Direktion des Hotels hat das Zimmer fälschlicherweise doppelt belegt. Kaum hat der Killer sich „häuslich“ eingerichtet, tritt François Pignon (Marcus Ganser) auf den Plan. Der Vertreter für Herrenhemden wurde vor kurzem von seiner Frau Louise (Wicki Kalaitzi) für einen Provinz-Psychologen (Christian Fischer) verlassen und ist seitdem ein Nervenbündel: hochneurotisch, hyperaktiv und depressiv. François hofft darauf, Louise im Hotel wieder zu treffen und glaubt fest daran, sie davon überzeugen zu können, zu ihm zurückzukehren. Als ihm jedoch klar wird, dass seine Chancen gegen Null gehen, versucht er sich umzubringen.
Der Selbstmordversuch des Unglücksraben scheitert jedoch kläglich. François schafft es lediglich, das Bad in einen Sturzbach zu verwandeln, so dass der geschäftstüchtige Hausdiener (Gerd LukasStorzer) sich gezwungen sieht einzugreifen und mit der Polizei droht. Das kann Ralph natürlich nicht zulassen. Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf ...

Das Stück
„Die Nervensäge“ (L´Emmerdeur) wurde 1970 in Paris uraufgeführt und war ein Riesenerfolg. Die deutsche Erstaufführung fand schon ein Jahr später in der Komödie am Kurfürstendamm statt. Damals führte Christian Wölffer Regie. Peer Schmidt spielte den Killer, Harry Wüstenhagen war François Pignon. 1973 wurde der Stoff in Frankreich verfilmt und kam unter dem Titel „Die Filzlaus“ heraus. Die Hauptrollen übernahmen Lino Ventura und Jacques Brel. 1981 entstand die Hollywood-Version „Buddy Buddy“ unter der Regie von Billy Wilder mit Jack Lemmon und Walter Matthau. 2008 bearbeitete Veber den Stoff noch einmal fürs Kino und führte selbst Regie bei „Der Killer und die Nervensäge“.

Der Autor
Francis Veber
wurde 1937 in Frankreich geboren, arbeitete als Journalist, schrieb Stücke für das Theater, verfasste Drehbücher, führte Regie und war als Produzent tätig. Zwischen 1970 und 1998 schrieb er 19 Filmvorlagen. Darunter waren Kassenknüller wie „Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“, „Ein Käfig voller Narren“ oder „Daddy Cool - Mein Vater, der Held“. Er inszenierte 12 Kinofilme, zu denen u. a. Filme wie „Zwei irre Spaßvögel“ mit Pierre Richard und Gerard Depardieu sowie „Der Jaguar“ mit Jean Reno gehören.

Der Profikiller
Winfried Glatzeder
... charakterisiert die Rolle des Profikillers Ralph mit geradezu kühler Besonnenheit: „Ich stelle einen sehr seriösen Dienstreisenden dar - ein Spezialist für ganz besondere Aufgaben.“
Glatzeder hatte schon immer eine besondere Vorliebe für Komödien. Er spielte den Malvolio in „Was ihr wollt“ (Shakespeare), den Scanarelle in „Don Juan“ (Molière/Müller), Probstein und Jaques in „Wie es Euch gefällt“, den ersten Totengräber in „Hamlet“, den Clov in „Endspiel“ (Beckett) – Figuren, die nicht von vorne herein lustig oder witzig sind, sondern deren Komik sich für den Zuschauer aus dem Widerspruch zwischen persönlichem Anspruch und gesellschaftlicher Realität ergibt und dem beherzten, aber meist vergeblichen Versuch, diesen Widerspruch zu lösen. Winfried Glatzeders wurde 1945 in Zoppot bei Danzig geboren und war nach dem Abitur Facharbeiter für Maschinenbau. Sein anschließendes vierjähriges Schauspielstudium an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg schloss er 1969 mit einer Diplomarbeit über „Clownsfiguren bei Shakespeare“ ab. Das erste Engagement führte ihn ans Potsdamer Hans Otto Theater. Danach - von 1971 bis 1982 - spielte er an der Volksbühne am Rosa -Luxemburg-Platz. Mit Benno Bessons Inszenierung von Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“ hatte er die Möglichkeit – trotz „Eisernem Vorhang“ – in vielen west- und osteuropäischen Ländern zu gastieren. Nach mehreren Fernseh- und Filmarbeiten hatte er 1971 mit der Hauptrolle in dem Film „Zeit der Störche“ seinen ersten Kinoerfolg. Von da an stand er ständig vor der Kamera, wirkte bis Anfang der 80er Jahre in über zwanzig Filmen wie „Der Mann, der nach der Oma kam“ und „Till Eulenspiegel“ mit. Große Popularität in beiden Teilen Deutschlands erlangte er durch Heiner Carows „Die Legende von Paul und Paula“ (1974).
Nachdem er 1982 mit seiner Familie aus der DDR ausgebürgert wurde, engagierte ihn das Westberliner Schillertheater. In den folgenden Jahren entstanden u. a. Kinofilme wie Margarete von Trottas „Die Geduld der Rosa Luxemburg“ und TV-Arbeiten wie Peter Beauvais´ „Kunstfehler“ und István Szabós „Bali“. In der Rolle des Berliner Hauptkommissars Ernst Roiter spielte er in 12 „Tatorten“.
Er war acht Jahre Gastschauspieler am Düsseldorfer Schauspielhaus und erhielt mit der Inszenierung „Freunde zum Essen“ am Renaissance-Theater den Publikumspreis der Berliner Theatergemeinde. 2008 spielte er die Titelrolle im Berliner „Jedermann“. Gastspiele hatte er an unzähligen Bühnen der Bundesrepublik und am Wiener Theater in der Josefstadt. 2008 erschien seine Autobiographie „Paul und ich“, die ein großer Publikumserfolg war.
In der Komödie am Kurfürstendamm war Glatzeder zuletzt im Januar in der Inszenierung „Pension Schöller“ als sprachgestörter Schauspielschüler Eugen Schöller zu sehen. Eine Rolle, die er seit der Premiere 1997 mehr als 800 Mal gespielt hat.

Die Nervensäge
Marcus Ganser
... ist Theaternarr seit dem vierten Lebensjahr, als er in den „Troerinnen“ von Sartre am Theater an der Wien sein Debüt gab. Seitdem ist er auf, hinter und vor der Bühne als Schauspieler, Bühnenbildner und Regisseur tätig. Ganser lebt und arbeitet die meiste Zeit in Wien. Seit 1990 ist er auch als Moderator, Redakteur und Regisseur für den Rundfunksender ORF tätig. In Deutschland war der Österreicher bisher unter anderem in Bonn, Köln, Düsseldorf, München, Hamburg und Berlin auf der Bühne zu sehen. Für die Komödie Dresden inszenierte er 2006 Ralph Benatzkys Operette „Im Weißen Rössl“. Sein Berlindebüt hatte er neben Gunther Philipp in dem Stück „Da wird Daddy staunen“ auf der Bühne der Komödie am Kurfürstendamm. Dort konnte man ihn auch in dem musikalischen Lustspiel „Meine Schwester und ich“ mit Herbert Hermann und Nora von Collande sowie in der Titelrolle in „Der Mustergatte“ sehen. Damals beschrieb ein Journalist des RBB Kulturradios ihn so: „...Ganser hat einen gummiartigen Körper, den er nach Belieben verbiegen, einen merkwürdig langen Hals, den er auf irrwitzige Weise recken, und ein Mondgesicht, in das er ruckzuck alle Ausdrücke, alle Blödheiten, alle Albernheiten, alle Verzückungen und Verwunderungen zaubern kann. Er ist ein geradezu irrlichternder Slapstick-Berserker, er salbadert in einem Fort, schwitzt sich die Seele aus dem Leib, sorgt für einen unerschöpflichen Pointen- Reigen.“ 2008 inszenierte Ganser den Publikumserfolg „Boeing Boeing“ für die Berliner Komödie.
Der geschäftstüchtige Hausdiener, der Provinz-Psychologe und eine untreue Ehefrau Gerd Lukas Storzer, am Kurfürstendamm zuletzt in „Der Mustergatte“ zu sehen, steht als eifriger Hausdiener auf der Bühne. Christian Fischer spielt einen Psychologen, der sich regelwidrig mit einer Patientin eingelassen hat: Louise, die Ehefrau von François Pignon, dargestellt von Wicki Kalaitzi.

Der Regisseur
Jürgen Wölffer ...
ist seit 1958 beim Theater, wenn man nicht mit zählt, dass er in einer Theaterfamilie aufgewachsen ist. Wie fast alle jungen Leute interessierte er sich zuerst überhaupt nicht für den Beruf seiner Eltern, sondern (in dieser Reihenfolge) für Feuerwehr, Autos, Architektur, Malerei und Politik - linke - natürlich. Noch in der Abiturklasse besuchte er den privaten Unterricht einer damals berühmten Schauspiellehrerin, um sich dort den Berliner Dialekt abzugewöhnen. Natürlich machte die ihn zum Schauspieler. Er spielte dann ausschließlich ernste und klassische Rollen in deutschen Staatstheatern.
Einige der größten Rollen der Literatur gehörten zu seiner hoffnungsvoll begonnenen Karriere in gerade einmal acht Jahren. Dann aber trat er doch in die Direktion seines Vaters, der ›Komödie‹ und des ›Theaters am Kurfürstendamm‹ ein. Es war keine leichte Entscheidung. Sie war geprägt von der Liebe zum Vater, zu Berlin, zum Kurfürstendamm, einer geerbten Unternehmerlust und dem sanften Druck von George Marton und Hans Sanden, zweier jüdischer Freunde des Vaters aus der großen Berliner Theaterzeit. Von dem Zeitpunkt an widmete er sich fast ausschließlich dem Genre Komödie. Seit 1976 leitete er die >Komödie< und das >Theater am Kurfürstendamm<, erst mit Bruder Christian, dann alleine. Er gründete und ließ die ›Komödie Winterhuder Fährhaus‹ in Hamburg und die ›Komödie Dresden‹ bauen. Er freut sich, dass inzwischen sein Sohn Martin die Leitung der Berliner Häuser übernommen hat. In der Komödie am Kurfürstendamm wurde erst vor kurzem wieder seine erfolgreiche Inszenierung der „Pension Schöller“ bejubelt, von der es bereits über 1000 Vorstellungen gab. [© Theater am Kurfürstendamm, Berlin]

www.theater-am-kurfuerstendamm.de

Die Nibelungen
Deutsches Trauerspiel in drei Abteilungen

Erste Aufführung: 31. Januar und 18. Mai 1861 (Weimar)

Zur Inszenierung des Schauspiel Stuttgart:
nach Moritz Rinke und Friedrich Hebbel

Premiere: 26. Juni 10

Regie: Christian Weise
Bühne: Jo Schramm
Kostüme: Ulrike Gutbrod
Musik: Jens Dohle
Dramaturgie: Christian Holtzhauer

Besetzung:
Siegfried, Etzel:
Sebastian Arranz
König von Burgund: Johannes Benecke
Kriemhild: Lisa Bitter
Hagen von Tronje: Christoph Gawenda
Freier, Burgunder, Hunne: Toni Jessen
Rüdiger: Boris Koneczny
Ute: Rahel Ohm
König von Burgund: Lukas Rüppel
Sindold, Etzels Lehnsmann: Dino Scandariato
Hunold, Etzels Lehnmann: Michael Stiller
Brünhild: Nadja Stübiger
sowie Jürgen Kuttner,Jens Dohle, David Günther, Hans-Peter Ockert

Das Nibelungenlied ist nicht nur eines der ältesten Zeugnisse deutschsprachiger Dichtung, sondern galt lange Zeit auch als ein "Nationalepos der Deutschen". Bis zum heutigen Tag ist es ein Stoff, der in seiner Mischung aus Ritterepos und Märchen, als Geschichte von bedingungsloser Liebe und grenzenlosem Hass, von Eifersucht, Verrat, Mord und Rache das Publikum in seinen Bann zu ziehen vermag.

Christian Weise, der am Schauspiel Stuttgart mit seiner Don Quijote-Bearbeitung "Herr Ritter von der traurigen Gestalt" (2006) und mit der Uraufführung von Soeren Voimas "Eos" (2008) große Erfolge feierte, wird "Die Nibelungen" als opulentes Theaterspektakel auf die Bühne des Schauspielhauses bringen. [© Schauspiel Stuttgart]

 www.staatstheater.stuttgart.de/schauspiel

Zur Inszenierung am schauspielfrankfurt:

Remake eines deutschen Trauerspiels nach Friedrich Hebbel mit Texten von Johannes Schrettle

Premiere: 26. Oktober 08

Regie: Robert Lehniger
Grundraum: Maria-Alice Bahra, Jan Schroeder
Ausstattung: Irene Ip
Video: Bert Zander
Dramaturgie: Nadine Vollmer, Maike Gunsilius

Darsteller: Wilhelm Eilers, Mathias Max Herrmann, Anne Müller, Julia Penner, Nicholas Reinke, Sebastian Schindegger, Aljoscha Stadelmann

Die »Nibelungen«, jahrhundertealte Sage, als das deutsche Kriegs- und Nationalepos entdeckt und ideologisch vereinnahmt, wird immer wieder neu erfunden. Der zum beinahe unverwundbaren Helden stilisierte Siegfried, die sprichwörtliche »Nibelungentreue« des Hagen von Tronje sowie die rächende Kriemhild, sie alle sind Teil der Geschichte von Betrug und Verrat, von bedingungsloser Treue und blutiger Rache, an deren Ende der Tod steht und der Schatz der Nibelungen unwiederbringlich versunken bleibt. Robert Lehniger wird gemeinsam mit sechs Schauspielern ein »Nibelungen«-Remake drehen, das der Sehnsucht nach Selbstvergewisserung entspringt. Sie werden versuchen, Hebbels deutsches Trauerspiel« in ihre unmittelbare Gegenwart zu transferieren. Mit Strategien des Reenactments werden fehlende Bilder der Vergangenheit nachgestellt, um sich darin selbst zu verorten und Teil der Geschichte zu werden. [© schauspielfrankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

zur Schauspiel Essen HomepageZur Inszenierung des Schauspiel Essen:

Premiere:
18. Februar 06 (Grillo Theater)

Inszenierung: Anselm Weber
Bühne: Thomas Dreißigacker
Kostüme: Gesine Völlm
Musik: Wolfgang Siuda
Dramaturgie: Olaf Kröck

Geigenunterricht: Andrea Henkelhausen
Kämpfe: Klaus Figge
Regieassistenz: Katja Lillih Leinenweber
Bühnenbildassistenz: Ansgar Silies
Kostümassistenz: Judith Patrizia Schenk
Inspizienz: Eckhard Beger
Souffeuse: Isabell Weiland
Regiehospitanz: Katharina Weishaupt
Dramaturgiehspitanz: Carola Bühn

Besetzung:

König Gunther:
Raiko Küster
Hagen Tronje: Andreas Grothgar
Volker: Nicola Mastroberardino
Gerenot, Bruder des Königs: Fritz Fenne
Giselher, Bruder des Königs: Friedemann Thiele
Siegfried: Sascha Göpel
König Etzel: Günter Franzmeier
Dietrich von Bern: Carsten Otto
Hildebrant, sein Waffenmeister: Lukas Graser
Markgraf Rüdeger von Bechlarn: Christoph Finger
Werbel, Hauptmann Etzels: Rezo Tschchikwischwili
2 Burgunder: Sebastian König, Dominic Oley
Ute, Witwe des Königs Danrat: Ute Zehlen
Kriemhild, ihre Tochter: Anja Boche
Brundhild, Königin von Isenland: Bettina Engelhardt
Frigga, ihre Amme: Tatjana Clasing
Burgunderin/Gudrun, Rüdegers Tochter: Nadja Robiné


Ist es hinterhältige, mörderische Kaltblütigkeit oder kühles, politisches Kalkül, das Hagen, den treuen Berater König Günthers dazu treibt, den unbesiegbaren Helden Siegfried zu töten? Siegfried hat für Günther die unbezwingbare Brunhild besiegt und sie zu Günthers Frau gemacht. Warum folgt nun Günther Brurihilds Mordaufruf an seinem Schwager? Und warum verweigert er seiner Schwester Kriemhild, der Gattin des Getöteten, ihr Recht auf Rache am Mörder ihres Gatten?
Der älteste deutsche Mythos erzählt eine monumentale Geschichte von Treue und Verrat. Anselm Weber stellt in seiner Bühnenfassung die Frage „Was ist deutsch am “Deutschen Trauerspiel” von Friedrich Hebbel?
Er setzt daher weniger auf den Kampf heidnischer und christlicher Kräfte um die Vormachtstellung in der Welt, als auf die Motive von „Treue und Verrat".
Was darf politisches Kalkül, um die Sicherheit und den Zusammenhalt eines Staates zu bewahren? Welchen Wert hat da ein einzelnes Menschenleben? Welchen Wert hat das Leben eines unbesiegbaren Helden? Kann denn Freiheit überhaupt durch einen Heldenmord gesichert werden? Und warum stellen sich die so Geschützten schützend vor den Mörder, bereit ihr eigenes Leben zu opfern? Erzeugt nicht vielmehr der Mord am Drachentöter Siegfried eine grausame Spirale der Gewalt, die droht, den Staat, den Hagen doch schützen wollte, in den Abgrund zu reißen?                 

Anselm Weber, Regie
Geb. 1963 in München. 1984 Beginn der Ausbildung an der Staatlichen Fachakademie für Fotodesign, danach Studium der Germanistik, Philosophie und Anglistik in Berlin. 1985/86 Kinderfilm „Die Abenteuer des Tobias Schraube" (1987 auf Berlinale vorgestellt), 1986-1989 Regieassistenz an den Münchner Kammerspielen bei Dieter Dorn und Hans Lietzau, 1989 erste eigene Inszenierung „Die Minderleister" von Peter Türrini an den Münchner Kammerspielen (Regiepreis der Bayerischen Theatertage 1990). Weitere Inszenierungen u.a.: 1992 ,,Die Jungfrau von Orleans" von Friedrich Schiller am Schauspiel Frankfurt; ab 1993 am Deutschen Schauspielhaus Hamburg: „Kritik in Festung" (UA ) von Rainald Goetz, 1996 „Zerbombt" (DSE) von Sarah Kane; am Residenztheater München 1999 „Don Jüan und Faust" von Christian Dietrich Grabbe; 2000 „Blut" von Sergej Belbel am Volkstheater im Rahmen der Wiener Festwochen („Karl-Skraup-Preis" 2001 und nominiert für den „Nestroy"). 2001 „Wallenstem" am Residenztheater München. 2001 -2002 Oberspielleiter am Schauspielfrankfurt; 2003 „Die Frankfurter Verlobung" (UA) von Matthias Beltz am Schauspielfrankfurt; 2003 Martin McDonaghs „Der Kissenmann" (DSE) und 2005 „Zu ebener Erde und erster Stock" von Johann Nestroy am Wiener Burgtheater. Am Aalto Musiktheater Essen 2003 Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg". 2004 „Katja Kabanovä" von Leo Janäeek an der Frankfurter Oper.

Thomas Dreissigacker, Bühne
Geb. 1955 in Mainz. Studierte Bühnenbild in Berlin. Assistenzen bei Freyer, Wilson, Manthey und Grützke, Seitdem als Bühnen- und Kostümbildner in vielen Produktionen an Schauspiel- und Opernhäusern, darunter in Stuttgart, München, Berlin,,-Bochum, Köln, Basel, Düsseldorf, Bonn, Hannover, Hamburg, Mannheim, Frankfurt/Main und Wien. Zusammenarbeit mit den Regisseuren Anselm Weber, Marion Metzen, Valentin Jeker, Karin Beier, Hartmut Wickert, Brian Michaels, Barbara Mündel, Christof Nel. Seit 2000 Gastprofessor an der HDK Berlin und an der Universität Gießen.

Gesine Völlm, Kostüme
Geb.1966 in Sindelfingen. Lehre zur Damenschneiderin, Studium von Bühnen- und Kostümbild in Stuttgart. Arbeitete an den Münchner Kammerspielen, am Theater Luzern, Schauspielfrankfurt, Burgtheater Wien und Schauspielhannover. Dort 2001-2003 Ausstattungsleitung. Arbeiten unter anderem mit Anselm Weber, Jossi Wieler, Joachim Schlömer. Außerdem Kostüme für einen Tanzfilm des Schweizer Fernsehens („The platform", Choreographie: J. Schlömer).

Wolfgang Siuda, Musik
Studium in Braunschweig. Erste Theatermusiken für das dortige Staatstheater. Seit 1983 freischaffender Komponist für die Bereiche Fernsehen, Ballett und Theater. Wolfgang Siuda arbeitete u.a. mit Karin Beier am Burgtheater Wien, Stephan Kimmig am Deutschen Theater Berlin und am Thalia Theater Hamburg und mit Jossi Wieler am Schauspielhaus Zürich, bei den Salzburger Festspielen und am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Er begleitet auch immer wieder Inszenierungen von Anselm Weber, wie Max Fnschs „Biedermann und die Brandstifter" am Volkstheater in Wien und Friedrich Schillers „Wallenstein" am Residenztheater München.


Die Schauspieler:

Anja Boche, * 1981 in Schwerin. Studium an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Erste Engagements am St. Pauli Theater m Hamburg, Anschließend Gastengagement am Schauspielfrankfurt in Henrik Ibsens „Die Wildente" (Regie: Anselm Weber), Diverse Film- und Fernsehrollen, u. a. m „Großstadtrevier" und „Die Verbrechen des Prof. Capellari".

Tatjana Clasing, *1964 in Hamburg, Ausbildung an der Hochschule für Musik u. Darstellende Kunst Hamburg. Erste Engagements in großen Musicalrollen, u.a. in der „West Side Story", in „Cabaret" und „My Fair Lady". Ab 1990 feste Engagements am Staatstheater Stuttgart und Schauspiel Essen. 1994 Aalto-Büh-nenpreis, 2001 „Beste Schauspielerin" bei der Kritikerumfrage der Kulturzeitschrift „neues rheinland". Diverse Film- und Fernsehrollen.

Bettina Engelhardt, *1971. Schauspielstudium in Berlin. Engagements am Deutschen Schauspielhaus Hamburg (1993-2000), am Schauspielhaus Zürich (2000-2002) und den Münchner Kammerspielen. Wichtige Rollen u.a.: ,Maria Braun1 aus Fassbinders „Die Ehe der Maria Braun" (Regie: Burkhard C. Kosminski), ,Solveig' aus „Peer Gynt", ,Ljubow Andrejewna Ranjewskaja' in Tschechows „Kirschgarten" (Regie: Anna Badora). Zahlreiche Arbeiten vor der Kamera.

Fritz Fenne, * 1973, aufgewachsen im niedersächsischen Sulingen. Studium an der Schule für Schauspiel in Hamburg. Erste Gastengagements u. a. am Schauspielhaus Zürich und am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. 1999-2005 Ensemblemitglied am Bremer Theater. Er spielte u.a. in Ed Thomas´ „Engel der Tankstelle" und die Titelrolle in „Hamlet, Prinz von Dänemark".

Cristoph Finger, *1955 in Saarbrücken. Schauspielstudium in Hamburg. Engagements in Frankfurt, Essen, Wuppertal und Hamburg. 1995-2005 am Theater Bremen. Dort spielte er bei Regisseuren wie Nicolai Sykosch, Thomas Bischoff oder Barbara Bilabel. Seit 1986 auch Film-und TV-Rollen („Unsere Hagenbecks", „Doppelter Einsatz").

Lukas Graser, *1979 in Basel, Schauspielstudium an der Theater Hochschule Zürich. 2002-2004 Ensemblemitglied am Theater an der Sihl, Zürich. Wichtige Rollen dort u.a. in „Leonce und Lena - a better day" (Regie: David Bösch), dafür Ensemble- sowie Publikumspreis beim Treffen der deutschsprachigen Schauspielschulen in Graz, Weitere Engagements u.a. in „Ein Sportstück" von Elfriede Jelinek (Regie: St. Müller) am Schauspielhaus Zürich und „Odysseus' Dia-Abend Spezial" im Rahmen des Festivals „Freischwimmer" in Berlin, Hamburg und Zürich.

Günter Franzmeier, *1966. Ausbildung und erstes Engagement an der Elisabethbühne, Salzburg. Es folgten das Schauspielhaus Zürich, die Hamburger Kammerspiele, das Ensembletheater Wien, Gruppe 80 Wien, die Wiener Festwochen und verschiedene freie Gruppen in Wien. Von 1995-2005 festes Mitglied im Ensemble des Wiener Volkstheaters. Wichtige Produktionen waren u.a. „Mephisto", „Kirschgarten", „Der Bauer als Millionär" und „Antigone". Diverse Film- und Fernsehrollen, unter anderem in „Vier Frauen und ein Todesfall1' und „Kommissar Rex".

Sascha Göpel, *1979 m Essen. Schauspielstudmm an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. 2003 spielte er u. a. im Kinofilm „Das Wunder von Bern" (Regie: Sönke Wortmann) die Rolle des Helmut Rahn, für die er mit dem „.New Faces Award 2004" ausgezeichnet wurde. Anschließend zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen: WDR 2-Teiler „Paparazzo" (Regie: Stephan Walter), „Tornado" (Pro?) und die Verfilmung von Moritz Rinkes Theaterstück „Republik Vineta", Seit 2005 Jung-Kommissar Jan Gröner' an der Seite von Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf im „Tatort". In der Spielzeit 2004/05 außerdem Gast am Schauspielhannover. Dort in Lutz Hübners „Nellie Goodbye", „Die Jungfrau von Orleans" (Regie: Peter Kastenmüller) und „urbanstories" von Nuran Calis.

Andreas Grothgar, *1957 in Hamburg. Schauspielstudium m Hamburg. Engagements u.a. am Schauspielfrankfurt, Schauspielhaus Harnburg, Schauspielhaus Zürich, Düsseldorfer Schauspielhaus, an den Münchner Kammerepielen und der Schaubühne Berlin. Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Anselm Weber, Luk Perceval, Andras Fncsay, Calixto Bieito und Arpad Schilling,

Sebastian König, * 1 98 1 in Frankfurt arn Main, Studium am Max Remhardt Seminar in Wien. Arbeiten u.a. mit Rene Pollesch, Klaus Maria Brandauer, Artak Grigorjan, Peter Hailer, Samy Molcho, Michael Znaniecki und Istvan Szabo. Im Sommer 2004 Vontobel-Preis beim Schauspielschultreffen in Hannover für das Stück „Liebe mich irgendwie" (Regie: Rene Pollesch / Gastspiel an der Volksbühne Berlin).

Raiko Küster, *1973, aufgewachsen in Stralsund, Ausbildung an der Hochschule Ernst Busch in Berlin. Während des Studiums Engagements am Theater in Senftenberg und am Maxim Gorki Theater, Berlin. Arbeiten am Staatsschauspiel Dresden und Theater am Neumarkt in Zürich. 2000-2005 am Bremer Theater. Dort u.a. Biff in „Tod eines Handlungsreisenden" von Arthur Miller und die männliche Hauptrolle in Christian Martins „Fast Fut".

Nicola Mastroberardino, *1978 in Zürich. Schauspielstudium an der Theater Hochschule Zürich. Gastengagements u.a. am Theater an der Sihl, Zürich und am Theaterhaus Gessnerallee. Er spielte u.a. in „Leonce und Lena - a better day" und „Kick and Rush" (Regie: David Bösch), „Ein Sportstück" von Elfriede Jelinek (Regie: St. Muller), Koproduktion mit dem Schauspielhaus Zürich und den Zürcher Festspielen, „DNA" (Regie: Christoph Frick), „Oneweekstand" und „Odysseus´ Dia-Abend Spezial" (Regie: Thomas Schweigen).

Dominic Oley, Studium am Max Remhardt Seminar m Wien. Spielte 2001-2005 am Schlosstheater Schönbrunn. 2004 Ensemblepreis des Schauspielschultreffens Hannover für „Liebe mich irgendwie" (Regie: Rene Pollesch). Diverse Filmauftritte und Rollen in Kurzfilmen der Filmakademie Wien. 1995/97 Preisträger des Wettbewerbs „Treffen junge Musikszene" der Berliner Festspiele, 1996 Preisträger im Wettbewerb „Treffen junger Autoren" der Berliner Festspiele.

Carsten Otto, *1943 in Petershagen bei Berlin, Ausbildung an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin. Engagements in Hildesheim, Augsburg, Braunschweig, Darrnstadt, Wiesbaden, Mannheim und Stuttgart, Seit 1993/94 am Schauspiel Essen. Hier u.a.: ,Collie Couch1 in Brechts „Im Dickicht der Städte", ,Sheriff Tiger Brown' m der „Dreigroschenoper" Becketts ,Krappr in „Das letzte Band", ,Selsdon Mowbray' in „Der nackte Wahnsinn" und ,Speer' in „Kasimir und Karoline" von Ödön von Horváth.

Nadja Robiné, *1980. Studium an der Hochschule für Musik und Theater Rostock, Erste Theaterengagements am Theater Rostock und am Theater Schwerin, Durchgängige Rolle bei der ersten deutschsprachigen Telenovela „Bianca", einer Produktion des ZDF.

Friedemann Thiele, *1981. Studium an der „American Academy of Dramatic Arts" (AADA), Los Angeles. Rollen in zahlreichen Produktionen des AADA Studio Theaters (u.a. „A Chorus Line", „Measure for Measure"), Gastengagement an der Neuen Bühne Brück in „Das Maß der Dinge" und „Kick and Rush". Zahlreiche Fernsehrollen und Filmhauptrollen, u.a. in „Merry Christ-mas" (Kino D/F/GB), „Rosenheim-Cops" (ZDF) und „Tödliche Schatten" (ZDF).

Rezo Tschchikwischwili, * 1957 in Tiblissi/Georgien. Auszeichnungen dort u.a. als „Verdientester Schauspieler des Landes". Seit 1994 Festengagernent am Schauspiel Essen. Wichtige Rollen u.a. in R, Schneiders „Dreck", „Diener zweier Herren", „Die Zofen", Koltes' „Kampf des Negers und der Hunde", „Cabaret", Woody Allens „Riverside Drive", „Kabale und Liebe" sowie in „Amadeus" von Peter Shaffer.

Ute Zehlen, 1999-2005 Ensemblemitglied am Schauspiel Essen. Vorher Engagements u.a. am Staatstheater Kassel, Staatstheater Stuttgart, Schauspiel Frankfurt, Stadttheater Heilbronn und Staatstheater Wiesbaden. 2000 „Beste Schauspielerin" bei der Kritikerumfrage der Kulturzeitschrift „neues rheinland" Rollen am Schauspiel Essen u .a.: ,Kathi Weghalter' in dem Singspiel „Im Weißen Rössl'. ,Lily Harrison' in „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen".

 [ Texte: Schauspiel Essen]

www.schauspiel-essen.de

Nipple Jesus

Von:
Nick Hornby (aus dem Band „Speaking with the Angel“; Hrsg. von Nick Hornby; 2001)
Deutsch: Clara Drechsler und Harald Hellmann

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
19. Februar 11 (im MKK, Museum für Moderne Kunst)

Regie: Barbara Wolf
Ausstattung: Martina Zirngast
Kostüme: Susanne Reul
Dramaturgie: Alexandra Althoff

Mit: Mathis Reinhardt

Nipplejesus
Schauspiel Frankfurt
Vorabfoto mit Mathis Reinhardt
© Birgit Hupfeld

Das Schauspiel Frankfurt geht auf Reisen und zeigt im Februar erstmals eine Produktion im Frankfurter MMK Museum für Moderne Kunst. In Nick Hornbys Kurzgeschichte »NippleJesus« geht es um den ehemaligen Nachtclub-Rausschmeißer Dave, der ein skandalöses Kunstwerk bewachen soll: der gekreuzigte Jesus, kreiert aus einer Unzahl weiblicher Brustwarzen.
Die junge Regisseurin Barbara Wolf wird den Text als Monolog mit Ensemblemitglied Mathis Reinhardt an besonderer Stelle inszenieren: Im Museum für Moderne Kunst, in dessen Ausstellungsräumen diese theatrale Kooperation zur Aufführung kommt, erzählt »NippleJesus« augenzwinkernd vom zeitgenössischen Kunstbetrieb und unseren subjektiven Blick auf die Kunst.Nick Hornby: »NippleJesus«
 weitere Vorstellungen am 20. und 27. Februar sowie am 4. und 5. März 2011

www.schauspielfrankfurt.de 

Zur Inszenierung des Schauspiel Essen:

Premiere:
21. Februar 07 (Box)
(Essener Premiere, eine Übernahme vom Schauspiel Staatstheater Stuttgart)

Inszenierung: Matthias Kaschig
Bühne und Kostüm: Cordula Körber
Ausstellungsobjekte: Cordula Körber/ Ansgar Silies

Mit: Sierk Radzei

David, ein 30-jähriger Türsteher, hat für Kunst nicht viel übrig. Trotzdem wechselt er, seiner Freundin zuliebe, den Job. Von nun an soll er in einem Museum ein Gemälde bewachen. Allerdings handelt es sich bei der Nummer 49 nicht um ein herkömmliches Gemälde. Die Künstlerin hat den gekreuzigten Jesus in einer Collage aus weiblichen Brüsten zusammengefügt. Aus der Entfernung sieht man eine gewöhnliche Kreuzigungsszene, aber wenn man näher tritt… Das Bild wird die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erregen. Man rechnet mit heftiger Kritik und massiven Problemen. Man erwartet einen Skandal. Wie viel Freiheit hat die Kunst? Hat sie Grenzen und wenn ja, wo beginnen und enden diese?
Zunächst bleibt die Situation ruhig, doch die Betrachter werden allmählich immer radikaler. David jedoch entwickelt ein ganz eigenes Verhältnis zu seiner Nummer 49, bis er schließlich merkt, dass er selbst Teil einer Inszenierung geworden ist. [© Schauspiel Essen]

www.schauspiel-essen.de

Nora oder Ein Puppenheim (Et Dukkehjem)
Schauspiel in drei Akten

Von: Henrik Ibsen
Uraufführung: 21. Dezember 1879 (Kopenhagen, Det Kongelige Teater)
Deutsche Erstaufführung: 3. März 1880 (München, Residenztheater)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
2. März 13

Inszenierung: Matthias Fontheim
Bühne: Michael Rütz
Kostüme: Valerie Hirschmann

Besetzung:

Nora:
Pascale Pfeuti
Dr. Rank: Marcus Mislin
Helmer: Stefan Walz
Frau Linde: Karoline Reinke
Krogstadt: Zlatko Maltar

Besprechung auf kulturfreak.de

Intendant Matthias Fontheim inszeniert im Großen Haus Henrik Ibsens Drama und beleuchtet mit großer Genauigkeit die Zerbrechlichkeit der Ehe von Nora und Thorwald Helmer, in der zwar viel geredet, aber wenig kommuniziert wird. Zwischen Wäschebergen, Kindergeschrei und Karriereplänen hat sich das vermeintliche Eheglück aus dem Staub gemacht. Die Inszenierung stellt die Frage wie stark aktuelle Krisen, Abstiegsängste, individuelle Verunsicherung zum Rückgriff auf längst überkommen geglaubte Rollenmuster führen. (© Staatstheater Mainz)

www.staatstheater-mainz.de

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