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Theater Stückeinfo: M

Macbeth
Tragödie

Von: William Shakespeare
Entstanden:  um 1606
Erste dokumentierte Aufführung: 1611 London (Globe Theatre)
Deutsche Übersetzungen gibt es u. a. von: Christoph Martin Wieland, Dorothea Tieck, und Thomas Brasch

Zur Inszenierung der Neuen Bühne Darmstadt:

Premiere:
2. Juli 11 (Gewächshaus der Orangerie Darmstadt)

Inszenierung: Renate Renken
Bühnenbild: Tobias Ullrich
Technische Leitung: Alexander Berg
Kostüme: Stephanie Mitterle


Besetzung:

Macbeth:
Ralph Dillmann
Lady Macbeth: Gabriela Reinitzer
Banquo u.a.: Axel Raether
Erste Hexe u.a.: Heike Berg
Zweite Hexe u.a.: Ulrich Sommer
Dritte Hexe u.a.: Nicole Klein
König Duncan u.a.: Rainer Poser
Malcolm u.a.: Marcel Schüler
Donalbain u.a.: Jens Hommola

www.neue-buehne.de

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:

Neubearbeitung von:
Jens Groß
Premiere: 11. Februar 06

Regie: André Wilms
Bühne: Nicky Rieti
Kostüme: Adriane Westerbarkey
Musik: Dietmar Wiesner
Dramaturgie: Jens Groß
Regieassistenz: Paul Georg Dittrich
Bühnenbildassistent: Nina Zoller
Kostümassistenz: Nadja Rudert

Mit:

Macbeth:
Christian Kuchenbuch
Lady Macbeth: Katrin Grumeth
Macduff: Oliver Kraushaar
Banquo: Robert Kuchenbuch
Lennox: Michael Lucke
Rosse: Andreas Haase
Duncan, König von Schottland/Soldat1: Roland Bayer
Malcolm, sein Sohn: Mathias Max Herrmann
Hexe 1: Abak Safaei-Rad
Hexe 2: Ruth Marie Krüger
Hexe 3: Anne Müller
Seyton, Mörder 1: Stefko Hanushevsky
Fleance, Banquos Sohn: Sven Christoph Prietz
Pförtner/Arzt: Wolfgang Gorks
Mörder 2 / Soldat 2: Moritz Peters
Lady Macduff: Sabine Waibel
Kammerfrau der Lady Macbeth: Eva-Christine Richter
Sohn von Lady Macduff: Manuel Zschunke


Drei Hexen prophezeien dem General Macbeth, er werde der neue König von Schottland. Als König Duncan in seiner Burg übernachten will, scheint der Thron in greifbarer Nähe. Von seiner Frau Lady Macbeth angestachelt, tötet der General König Duncan und wird selber König. Um vor Rache sicher zu sein, bringt er nach und nach alle um, die er – nach dem Spruch der Hexen – fürchten muß. Doch das letzte Orakel deutet Macbeth falsch und stirbt im Kampf. Auch das Leben von Lady Macbeth endet jämmerlich, wahnsinnig geworden, gefangen in sich selbst. [Text: schauspielfrankfurt]

Macbeth
schauspielfrankfurt
Christian Kuchenbuch, Robert Kuchenbuch
Foto:
Alexander Paul Englert


externer Link)
 

Mädchen in Uniform („Ritter Nérestan“)

Von: Christa Winsloe (1888 - 1944)

Zur Inszenierung des Schauspielhaus Hamburg:

Premiere:
25. Februar 10 (Uraufführung in der Fassung von René Pollesch

Regie: René Pollesch
Bühne: Bert Neumann
Kostüme: Tabea Braun
Chorleitung: Christine Groß

www.schauspielhaus.de


Zur Inszenierung des Centraltheater Leipzig:

Premiere: 23. September 09

Regie: Mareike Mikat
Raum: Susanne Münzner
Ausstattung: Maike Storf
Dramaturgie: Johannes Kirsten

Mit: Rosalind Baffoe, Natalia Belitski, Artemis Chalkidou, Ellen Hellwig, Lisa Jopt, Emma Rönnebeck, Birgit Unterweger

Das strenge System einer Erziehungsanstalt, geprägt von preußischen Tugenden wie Gehorsam und Disziplin, wird durch die Sprengkraft der Liebe in seinem Betrieb gestört, letztlich in seinen Grundfesten aber nicht erschüttert.

Manuela von Meinhardis, Offizierstochter und Halbwaise, kommt neu auf eine Internatsschule, die von der strengen Oberin mit harter Hand geleitet wird. Einzig die junge Lehrerin Fräulein von Bernburg gibt den Mädchen Wärme und Menschlichkeit. Sie versucht, sie als Individuen zu sehen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Schülerinnen für diese Lehrerin schwärmen, wie sie es sonst nur für Filmschauspieler tun. Aber was nicht sein darf, das kann nicht sein. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf. Am Ende bleibt das System unangetastet – aber zu welchem Preis?

Christa Winsloes Drama über die Liebe einer Internatsschülerin zu ihrer Lehrerin wurde 1930 in Leipzig uraufgeführt und aufgrund des großen Erfolgs schon 1931 ein erstes Mal sowie 1958 mit Romy Schneider in der Hauptrolle ein zweites Mal verfilmt.

In ihrer Annäherung an das Stück will die Regisseurin Mareike Mikat nach dem „Meinhardissyndrom“ in der heutigen Zeit suchen. Wie lässt sich weibliche Individualität immer wieder behaupten? Trägt nicht eine jede ihre Manuela von Meinhardis mit sich herum? [Johannes Kirsten, © Centraltheater Leipzig]

www.centraltheater-leipzig.de

Männerbeschaffungsmassnahmen
oder
Wie finde ich die richtigen Helden

Ein Liederabend von:
Dietmar Loeffler
Uraufführung: 25. Februar 2006 (Frankfurt, schauspielfrankfurt)

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:

Premiere
: 25. Februar 06

Regie und musikalische Leitung: Dietmar Loeffler
Mitarbeit Raum: Caroline Ströhle, Nina Zoller
Kostüme: Werner Fritz
Licht: Frank Kraus
Video: Philipp Batereau
Dramaturgie: Brigitte Furie, Marcel Luxinger
Regieassistenz: Lilli-Hannah Hoepner
Kostümassistenz: Katja Strohschneider
Inspizienz: Harald Reuter
Technische Einrichtung: Volker Czaplicki
Ton: Inga Lüth, Matthias Schmidt
Maske: Jan Bundil, Bernhard Springer
Requisite: Markus Öhlinger, Melanie Schales

Besetzung:
Christiane
Pschorauer: Sascha Icks
Angela, Kursteilnehmerin: Katharina Linder
Chantal, Kursteilnehmerin: Bert Tischendorf
Laura, Kursteilnehmerin: Sandra Bayrhammer
Sabine, Kursteilnehmerin: Pe Werner
Franz Finkwerder: Dietmar Loeffler

Männerbeschaffungsmaßnahmen
schauspielfrankfurt
Bert Tischendorf, Pe Werner, Katharina Linder
Foto:
Alexander Paul Englert

Dietmar Loeffler
Dietmar Loeffier, geboren in Tübingen, studierte Klavier und Dirigieren in Zürich, Paris und Hamburg und ist Preisträger verschiedener Klavierwettbewerbe. Er ist musikalischer Leiter diverser Theaterprojekte und Theaterpianist.
Autor diverser Theaterliederabende, u.a. Ein Stück vom Himmel (Hamburger Kammerspiele, Deutsches Theater Berlin), All Inclusive und Schon wieder so ne Lust (Schauspiel Bremen).
Seit 2004 ist er am Thalia Theater in Hamburg t
ätig.
Er ist musikalischer Leiter am Grillo Theater Essen für die Liederabendproduktion Die Vollbeschäftigten. Für die dortige Uraufführung von Roland Schimmelpfennigs Stück Ambrosia (Regie: Anselm Weber) komponierte er die Musik.

Schauspielfrankfurt
Spielzeit 2004/2005
Bühnenmusik für Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung von Christian Dietrich Grabbe in der Inszenierung von Anselm Weber.
Schöner war's: Hits zwischen Weimar und New York. Ein sommerlicher Liederabend von Dietmar Loeffler und dem schauspielfrankfurt-Ensemble,
Uraufführung, Regie: Dietmar Loeffler

Spielzeit 2005/2006
Männerbeschaffungsmaßnahmen oder Wie finde ich die richtigen He/den, ein Liederabend von Dietmar Loeffler, Uraufführung, Regie: Dietmar Loeffler, Rolle: Franz Finkwerder

Spielzeit 2008/2009
Zum Teufel mit Goethe! Ein Liederabend für Johann Wolfgang von Dietmar Loeffler, Uraufführung, Regie: Diemar Loeffler, Rolle: Frank Finkwerder

Sandra Bayrhammer
Schauspielerin, geboren 1978.

Ausbildung
1997 - 2001 Elisabethbühne am Schauspielhaus Salzburg

Theater
2001 - 2005 Staatstheater Kassel

Bayrhammer,Sandra©APEnglert

Sandra Bayrhammer
Das Foto stammt aus dem schauspielfrankfurt Projekt “Between Work and Paradise”
by Alexander Paul Englert
©
Alexander Paul Englert

Von der Spielzeit 2005/2006 bis zur Spielzeit 2008/2009 festes Ensemblemitglied des Schauspielfrankfurt.

Spielzeit 2005/2006
Floh im Ohr von Georges Feydeau, Regie: Simone Blattner, Rolle: Antoinette
Odysse reloaded von Simon Solberg frei nach Motiven von Homer, Regie: Simon Solberg
abalon, one night in bangkok von Fritz Kater, Regie: Peter Kastenmüller, Rolle: Der Drachen
Männerbeschaffungsmaßnahmen oder Wie finde ich die richtigen Helden, ein Liederabend von Dietmar Loeffler, Uraufführung, Regie: Dietmar Loeffier, Rolle: Laura, Kursteilnehmerin
hercules @work von Paul-Georg Ditrich, nachtschwärmer, Regie: Paul-Georg Dittrich
Glaube Liebe Hoffnung von Ödön von Horváth, Regie: Corinna von Rad, Rolle: Elisabeth

Spielzeit 2006/07:
Die Orestie von Aischylos, Regie: Karin Neuhäuser, Rollen: Elektra, Die pythische Seherin
Prinz Friedrich von Homburg, Regie: Armin Petras, Rolle: Prinzessin Natalie von Oranien
Das trunkene Schiff von Paul Zech, Regie Florian von Hoermann, Rolle: Mathilde

Spielzeit 2007/2008
Die Wahlverwandtschaften, nach J.W. Goethe, Regie: Martin Nimz, Rolle: Ottilie
Was ihr wollt von William Shakespeare, Regie: Corinna von Rad, Rolle: Viola / Cesario
Schade, dass sie eine Hure war von John Ford, Regie: Peter Kastenmüller, Rolle: Annabella
Retten Sie mich! Reden Sie! Irgendwas! Ein Cechov-Abend, Regie: Karin Neuhäuser

Spielzeit 2008/2009
Zum Teufel mit Goethe! Ein Liederabend für Johann Wolfgang von Dietmar Loeffler, Uraufführung, Regie: Diemar Loeffler, Rolle: Margit Löschdörfer
Die Fledermaus von Johann Strauß, Regie: Karin Neuhäuser, Rolle: Adele
Du kamst Vogelherz im Flug Solo für Sandra, Eine Performance von Wanda Golonka
Der Kirschgarten von Anton Tschechow, Regie: Urs Troller, Rolle: Anja
apartment666.com, Regie: Robert Lehniger
Die Stunde da wir nichts voneinander wussten von Peter Handke, Choreographie und Bühne: Wanda Golonka


Katharina Linder

Ausbildung
1986 - 1990 Studium an der Folkwang Hochschule Essen

Theater (Auswahl)
Schauspielhaus Bochum (1990-1995)
Der zerbrochne Krug von Heinrich von Kleist, Regie: Valentin Jeker, Rolle: Eve
Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht, Regie: Wolf Redl und Frank-Patrick Steckel, Rolle: Polly Peachum
Der gute Mensch von Sezuan von Bertolt Brecht, Regie: Frank-Patrick Steckel, Rollen: Shen Te / Shui Ta
Miß Sara Sampson von Gotthold Ephraim Lessing, Regie: Wolf Redl, Rolle: Sara Sampson
La Maman et la Putain von Jean Eustache, Regie: Jürgen Gösch, Rolle: Veronika

Deutsches Theater Berlin (1 996-1999)
Die Letzten von Maxim Gorki, Regie: Thomas Langhoff, Rolle: Nadesha Rosmersholm von Henrik Ibsen, Regie: Herbert Olschok, Rolle: Rebekka West
Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare, Regie: Jürgen Gösch, Rolle: Titania
Die Jungfrau von Orleans von Friedrich Schiller, Regie: Jürgen Gösch, Rolle: Agnes Sorel

Von 1999 bis 2002 festes Ensemblemitglied des Schauspielfrankfurt.
Die Krankheit Tod von Marguerite Duras, Regie: Jan Bosse, Rolle: Sie
Don Carlos von Friedrich Schiller, Regie: Jens-Daniel Herzog
Schauspieler singen von Peter Fischer, Regie: Wolfram Kremer
Vatermord von Armoldt Bronnen, Regie: Hans Falär, Rolle: Luise Fessel
Die Frauenfalle von Friedrich-Karl Praetorius, Regie: Peter Palitzsch, Rolle: Yvonne
Penthesilea von Heinrich von Kleist, Regie: Anselm Weber, Rolle: Meroe
Der Menschenfeind von Moliere, Regie: Andreas von Studnitz, Rolle: Arsinioe

Seit 2002 freie Schauspielerin. Rollen (Auswahl)
Altes Schauspielhaus Stuttgart
Maria Stuartvon Friedrich Schiller, Regie: Christian Weise und Christian Tschirner, Rolle: Elisabeth
Deutsches Theater Berlin
Die Herrmannsschlacht von Heinrich von Kleist, Regie: Tom Kühnel, Rolle: Thusnelda

Schauspielfrankfurt
Spielzeit 2004/2005
Salome von Marc von Henning nach Oscar Wilde, Regie: Marc von Henning, Rolle: Herodias
Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing, Regie: Karin Neuhäuser, Rolle: Sittah

Spielzeit 2006/2005
Männerbeschaffungsmaßnahmen oder Wie finde ich die richtigen Helden, ein Liederabend von Dietmar Loeffler, Uraufführung, Regie: Dietmar Loeffler, Rolle: Angela, Kursteilnehmerin

Pe Werner
geboren 1960 in Heidelberg.

In den 70er Jahren erste öffentliche Auftritte mit diversen Folk-und Rockbands
Ende der 70er Jahre Mitwirkung bei einer Theatergruppe in der Dreigroschenoper (Rolle der Polly). In den 80er Jahren Ensemblemitglied beim Mannheimer Kabarett Dusche; danach beim (Frauen-) Duo PS; erste nachweisliche Erfolge (z.B. Oltener Tanne für das Programm Rosa Zeiten - Alarmstufe Pink)

LPs
1989/90 Debüt-LP Weibsbilder Schweizer Kleinkunstpreis Oltener Tanne
1991 Zweite LP Kribbeln im Bauch Preis der deutschen Scha/lplattenkritik Fred 7ay-Preis (Textdichterpreis der GEMA) ECf/O-Preis (Künstlerin des Jahres) EC/-/O-Preis (Newcomerin des Jahres)
1992 Solo-Kabarettprogramm Der kleine Lebenshunger zwischendurch
1993 Dritte LP Los!
Goldene Schallplatte für Kribbeln im Bauch
1994 Vierte LP Pe Werner
Kleinkunstprogramm Beflügelt
1995 Goldene Stimmgabel (Beliebteste Popinterpretin)
1996 Fünfte LP Etepetete
1996/1997 weibliche Hauptrolle in der 13-teiligen TV-Serie Schön war die Zeit, die ein Jahrhundert deutsche Schlagergeschichte musikalisch und gesellschaftlich kommentiert
1998 Premiere des Bühnenprogramms Eine Nacht voller Seligkeit und Veröffentlichung des gleichnamigen Live-Albums
2000 erscheint die siebte CD Herzkönigin;ab Oktober Herzkönigin-Tournee mit Band.
2002 Lale Andersen-Preis der Stadt Bremerhaven
Achte LP Beinfreiheit
2004 erscheint die achte CD liebhaberstück

Schauspielfrankfurt Spielzeit 2005/2006
Männerbeschaffungsmaßnahmen oder Wie finde ich die richtigen Helden, ein Liederabend von Dietmar Loeffler, Regie: Dietmar Loeffler, Rolle: Sabine, Kursteilnehmerin


www.schauspielfrankfurt.de (externer Link)

Männerhort
Komödie von:
Kristof Magnusson

Uraufführung: 19. Oktober 2003 (Bonn, Schauspiel)

Zur Inszenierung des Fritz Remond Theater im Zoo FFM:

Premiere:
28. Mai 09
Spielzeit bis: 28. Juni 09

www.fritzremond.de

Männersache
(THE THING ABOUT MEN)
Eine musikalische Komödie

Buch und Liedertexte: Joe DiPietro
Musik: Jimmy Roberts
Basierend auf dem Film Männer von Doris Dörrie
In New York zuerst produziert von Jonathan Pollard, Bernie Kukoff und Tony Converse // In Zusammenarbeit mit James Hammerstein Productions
Uraufführung: »B Street Theatre«, Sacramento, Kalifornien (Produzent Buck Busfield; Künstlerischer Direktor Timothy Busfield)
Übersetzung: Nico Rabenald

Malaga
Von:
Lukas Bärfuss
Uraufführung: 9. Mai 2010 (Zürich, Schauspielhaus Zürich, Pfauen)

Zur Inszenierung des Schauspielhaus Zürich:

Premiere:
Sonntag, 9. Mai 10 (Uraufführung)

Regie: Barbara Frey
Bühne/Kostüme: Bettina Meyer
Lichtdesign: Rainer Küng
Dramaturgie: Andrea Schwieter

Mit:
Vera:
Carolin Conrad
Michael: Markus Scheumann
Alex: Jirka Zett


Vera und Michael leben getrennt. Sie haben eine kleine Tochter, Rebekka. Michael muss zu einem wichtigen Kongress fahren, Vera will mit ihrem neuen Freund nach Malaga reisen. Dummerweise ist der Babysitter, der sich um die Tochter kümmern sollte, erkrankt, aber Vera hat für Ersatz gesorgt: Alex wird nach Rebekka schauen. Leider ist Alex ein junger Mann, eine Tatsache, die Michael, der Vater, nur schwer akzeptieren kann. Er hält junge Männer für leichtsinnig, zusammen mit Rebekkas Lebendigkeit eine gefährliche Mischung. Vera versteht das nicht, sie findet Michaels Verhalten rückständig. Sie ist nicht bereit, ihre Reise zu verschieben, Michael kann den Kongress nicht sausen lassen - und natürlich geraten die beiden darüber in Streit. Erst als Michael begreift, dass er keine Wahl hat, weil er in zwölf Stunden keinen anderen Babysitter findet, erklärt er sich bereit, sich den jungen Mann anzusehen.
Ein Verhör findet statt. Michael macht Alex klar, wie schwierig und anstrengend es ist, sich um ein kleines Mädchen zu kümmern. Er schildert die Herausforderung so deutlich, bis Alex Angst bekommt und seine Zusage zurückzieht. Es endet damit, dass Michael, der unbedingt zu diesem Kongress fahren muss, schliesslich Alex überredet, sich um Rebekka zu kümmern. Vera und Michael verreisen, jeder an seinen Ort, der für das jeweilige Glück so viel versprechend ist. Als die beiden zurückkommen, ist Rebekka nicht mehr da. In der Abwesenheit der Eltern ist ein Unglück passiert…

Lukas Bärfuss, 1971 in Thun geboren, arbeitet seit dieser Spielzeit als Schriftsteller und Dramaturg am Schauspielhaus Zürich. Er zählt mit Stücken wie „Meienbergs Tod“, „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“, „Der Bus“ (Mülheimer Dramatikerpreis 2005), „Die Probe“, „Alices Reise in die Schweiz“ oder „Öl“ zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Dramatikern der letzten Jahre.
2008 legte Lukas Bärfuss mit „Hundert Tage“ einen Aufsehen erregenden und preisgekrönten Roman vor, für den ihm Ende März mit dem Hans-Fallada-Preis eine der wichtigsten deutschen Literaturauszeichnungen verliehen wurde.

Die künstlerische Direktorin
Barbara Frey brachte 2003 am Theater Basel Bärfuss’ Stück „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“ erfolgreich zur Uraufführung, im selben Jahr wurde das Stück in ihrer Inszenierung zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“ wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und weltweit gespielt. [© Schauspielhaus Zürich]

www.schauspielhaus.ch

Maria Magdalena
Bürgerliches Trauerspiel

Von: Friedrich Hebbel
Uraufführung: 13. März 1846 (Königsberger Staatstheater)

Zur Inszenierung des Theater Landungsbrücken Frankfurt:

Premiere:
17. März 11

Regie: Konstanze Kappenstein
Bühne: Simone Stenhorst
Kostüme: Caroline Jarczyk & Simone Steinhorst

Mit: Susan Weckauf, Felix Zühlke, Nenad Smigoc, Thomas Prazak und Gianni von Weitershausen

Maria Magdalena
Foto: Landungsbrücken Frankfurt

Randgebiet Frankfurt. Eine junge Frau. Schwanger. Spielball zwischen der Männerwelt und dem Vater. Versucht, es allen recht zu machen. Gefangen in ihrem sozialen Netz ihrer unmittelbaren Umgebung, entscheidet sie sich wieder und wieder gegen sich selbst. Und ist dabei trotzdem ständig auf der Suche nach dem ganz und gar eigenen Platz im Leben. Zerrissen zwischen bedingungsloser Liebe, der Sehnsucht danach, einfach Kind zu sein und der eigenen Familie, versucht sie immer verzweifelter aus dem sich immer schneller drehenden Karussell ihres Lebens auszusteigen.
Ist Blut dicker als Wasser? Ist Familie immer ein Schutz? Wie weit darf ich meine Sehnsüchte auf jemand anderen projizieren? Und wie schwer ist es eigentlich, seine eigenen Sehnsüchte im Lärm des täglichen Überlebens überhaupt zu hören?
Aus dem letzten deutschen „bürgerlichen Trauerspiel“ MARIA MAGDALENA von Friedrich Hebbel macht Regisseurin Konstanze Kappenstein ein hochaktuelles, hartes und realistisches Sozialdrama. Ohne moralisierende Nebelkerzen zu werfen wird der Stoff in die heutige Zeit überführt, ins Hier und Jetzt geholt. In eine Zeit, die nicht prädestinierter sein könnte, um sich auf die Suche nach Antworten auf die elementaren Fragen des Lebens zu machen. Wenn man doch nicht ständig viel Wichtigeres zu tun hätte…

„Ich verstehe die Welt nicht mehr!“                                      
[© Landungsbrücken Frankfurt]

www.landungsbruecken.org

Zur Inszenierung der theaterperipherie Frankfurt:

Premiere
10. September 2010

Regie: Alexander Brill
Bühne: Jana Lünsmann
Kostüme: Henrike Bromber

Maria Magdalena wurde 1844 von Friedrich Hebbel geschrieben. Es war die Zeit starker ökonomischer und gesellschaftlicher Umbrüche in Deutschland: beginnende Industrialisierung, Entstehung des Proletariats, Landflucht, wachsende Städte – „Stadtluft macht frei“ - europäische Migrations Bewegungen von Ost nach West. Neue Werte entstehen und Traditionen verlieren an Bedeutung. Dieser 165 Jahre alte Stoff beschreibt überraschend genau die Situation vieler migrantischer Familien in Deutschland heute.

Eine Familie zerbricht: Die Eltern halten an den alten Werte- und Moralvorstellungen fest. Ihre Kinder geraten zunehmend in Koflikt mit diesen Werten. Sie leben in Welt mit neuen Wünschen und Gefährdungen. Die Generationen werden einander fremd bis zur Feindseligkeit. Die Familie, eigentlich der Ort des Schutzes für jedes Mitglied, wird zur Zentrifuge , die alle ausspuckt. Die Mutter stirbt aus Kummer, der Sohn will zurück in die Heimat, die Tochter verlässt die Familie und wird ihr uneheliches Kind alleine großziehen. Zurück bleibt der Vater: „Ich verstehe die Welt nicht mehr.“

Der Theaterpädagoge des Theaters wird mit 15 Schulen aus dem Hessischen Raum ein großes Theaterprojekt: Familie - Deutschland erarbeiten. Ziel ist es, der Doppeldeutigkeit des Titels nachzuspüren: die unterschiedlichen Familienbilder von Migranten und Deutschen und die Frage, wie sähe die Utopie der „Familie Deutschland“ aus. Im Mai 2011 werden alle Ergebnisse im Rahmen eines dreitägigen Theater - Festivals aufgeführt.

Weitere Vorstellungen: 14., 22., 30.09., 06., 27.10., 04., 23., 30.11.
2010, jeweils 19.30 Uhr (30.11. zusätzlich 11.00 Uhr)

Vorstellungen in sankt peter, Stephanstr. 6, 60311 Frankfurt am Main

www.theaterperipherie.de

Maria Stuart
Ein Trauerspiel in 5 Akten

Von: Friedrich Schiller (10. November 1759 - 9. Mai 1805)
Uraufführung: 14. Juni 1800 (Weimar, Hoftheater)

Zur Inszenierung des Theater Trier:

Premiere:
8. Oktober 11

Inszenierung: Gerhard Weber
Bühnenbild: Gerd Friedrich
Kostüme: Carola Vollath
Dramaturgie: Peter Oppermann

Besetzung:

Elisabeth (Königin von England):
Barbara Ullmann
Maria Stuart (Königin von Schottland, Gefangene in England): Sabine Brandauer
Robert Dudley (Graf von Leicester): Michael Ophelders
George Talbot (Graf von Shrewsbury): Peter Singer
Wilhelm Cecil (Baron von Burleigh, Großschatzmeister): Klaus-Michael Nix
Wilhelm Davison (Staatssekretär): Christian Miedreich
Mortimer: Daniel Kröhnert
Graf Aubespine (französischer Gesandter): Hans-Peter Leu
Graf von Kent: Tim Olrik Stöneberg
Hanna Kennedy (Marias Amme): Angelika Schmid
Melvil (Marias Haushofmeister): Manfred-Paul Hänig
Hofdiener und Wachen: Statisterie des

Maria Stuart
Theater Trier
Barbara Ullmann als Elisabeth, Sabine Brandauer als Maria Stuart
© Marco Piecuch

Die katholische Monarchin Maria Stuart sucht Asyl in England, da sie in den Mord an ihrem Gatten verwickelt ist. Doch die dort amtierende protestantische Königin Elisabeth fürchtet sie als Rivalin und hat ihre Festnahme bewirkt. Marias Hoffnung, Freiheit zu erlangen, wird durch Mortimer, den Neffen ihres Bewachers, verstärkt: Er verehrt Maria und plant ihre Befreiung. Währenddessen berät sich Elisabeth mit ihren Vertrauten über das Schicksal der Gefangenen und zieht die öffentlichkeitswirksame Hinrichtung aus Kalkül in Erwägung. Marias Bitte um Gnade während einer persönlichen Aussprache der beiden Politikerinnen gipfelt im Streit, und durch einen vereitelten Mordanschlag auf die Monarchin spitzt sich der Konflikt zu.
Friedrich Schillers Trauerspiel MARIA STUART kam 1800 in Weimar zur Uraufführung. Der Autor hat das Duell zweier Politikerinnen skizziert, die um ihre persönliche Bestimmung und um kompromisslose Machtansprüche ringen. Wie sehr auch andere menschliche Schicksale in dieses verhängnisvolle Spiel hineingerissen werden, zeigt Schiller mit großem psychologischem Gespür. So entsteht das Panorama eines Staatssystems, in dem Privatinteressen und religiöse Ideologien eng mit Machtansprüchen und dem Verlust humaner Prinzipien vernetzt sind. Intendant Gerhard Weber thematisiert dieses System in seiner Schauspiel-Eröffnungsinszenierung in Form eines spannenden Politkrimis, der Assoziationen zum heutigen Tagesgeschehen zulässt. [© Theater Trier]

Innerhalb der Reihe „Theater als moralische Anstalt?“:
Vortrag über die Aktualität Schillers mit Prof. Dr. Ulrich Port, Universität Trier anlässlich MARIA STUART
am 21.10.2011 // 19.00 UHR // FOYER // EINTRITT FREI
Mit freundlicher Unterstützung der Gesellschaft der Freunde des Trierer Theaters e. V.

www.theater-trier.de 

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen

Premiere Frankfurt/M: 12. März 11
Premiere Ruhrfestspiele: 8. Juni 11

Regie: Michael Thalheimer
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Katrin Lea Tag
Musik: Bert Wrede
Licht: Johan Delaere
Dramaturgie: Sibylle Baschung

Besetzung:
Elisabeth, Königin von England:
Stephanie Eidt
Maria Stuart, Königin von Schottland: Valery Tscheplanowa
Robert Dudley, Graf von Leicester: Marc Oliver Schulze
Georg Talbot, Graf von Shrewsbury: Wolfgang Michael
Wilhelm Cecil, Baron von Burleigh: Michael Benthin
Wilhelm Davison, Staatssekretär: Andreas Uhse
Amias Paulet, Hüter der Maria: Martin Rentzsch
Mortimer, sein Neffe: Isaak Dentler

Besprechung auf kulturfreak.de

Maria Stuart
Schauspiel Frankfurt in Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen
Maria Stuart (Valery Tscheplanowa), Mortimer (Isaak Dentler)
© Birgit Hupfeld

Zwei große Königinnen kämpfen um Macht und Würde im Spannungsfeld unterschiedlicher politischer Interessen, Intrigen und Liebschaften. Die Schottin Maria Stuart gefährdet durch ihren berechtigten Thronanspruch das labile Machtgefüge Englands und das politische Gleichgewicht Europas. Von einem Gericht wegen Hochverrats überstürzt zum Tode verurteilt, hofft sie auf Begnadigung durch die englische Königin: Drei quälende Tage ringt Elisabeth um eine Entscheidung. Michael Thalheimer eröffnete die Saison 2009/10 in Frankfurt mit seiner umjubelten Inszenierung »Ödipus / Antigone«.

Michael Thalheimer (Regie)
geboren 1965 in Münster bei Frankfurt a. M., zählt zu den prägenden Regisseuren seiner Generation. Er begann als Schauspieler und Regisseur am Theater Chemnitz, inszenierte danach u. a. in Basel, Leipzig, Dresden und Stockholm, seit 2000 vorwiegend am Thalia Theater Hamburg und am Deutschen Theater Berlin, wo er von 2005 bis 2008 Mitglied der künstlerischen Leitung war. Hier zählten »Die Orestie« von Aischylos, Goethes »Faust«, »Die Ratten« und »Emilia Galotti« zu seinen großen Erfolgen. Seine Inszenierungen erhielten zahlreiche Auszeichnungen, darunter den 3sat-Innovationspreis, sowie den Berliner Friedrich-Luft-Preis, zweimal den Wiener Nestroy-Preis und die Moskauer Goldene Maske. Viele seiner Produktionen wurden zu internationalen Festivals eingeladen, sechs davon zum Theatertreffen in Berlin. Am Schauspiel Frankfurt eröffnete er 2009 mit seiner umjubelten Inszenierung »Ödipus / Antigone« die Intendanz von Oliver Reese. Zuletzt inszenierte Michael Thalheimer »Die heilige Johanna der Schlachthöfe« von Bertolt Brecht am Burgtheater Wien und Hauptmanns »Die Weber« am Deutschen Theater in Berlin.

Olaf Altmann (Bühne)
1966 in Chemnitz geboren, ist gelernter Stuckateur und arbeitete als Bühnentechniker am Theater in Chemnitz, wo er 1989 sein erstes Bühnenbild entwarf. Danach arbeitete er als Bühnen- und Kostümbildner u. a. in Dresden, Köln, Frankfurt, am Thalia Theater Hamburg, am Deutschen Theater und an der Volksbühne in Berlin. In Chemnitz entstand eine feste Zusammenarbeit mit Michael Thalheimer, für den er seitdem zahlreiche Bühnenbilder entwarf. In den letzten Jahren führte Olaf Altmann auch selbst Regie. Er ist Bühnenbildner des Jahres 2008 und gewann im gleichen Jahr den »Faust«-Preis.                                  [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de www.ruhrfestspiele.de

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
6. Januar 07


Inszenierung: Dietrich Hilsdorf
Bühne: Haitger M. Böken
Kostüme: Renate Schmitzer
Musik: Ernst August Klötzke
Dramaturgie: Dagmar Borrmann

Besetzung:
Maria:
Ulrike Gubisch
Elisabeth: Monika Kroll
Leicester: Uwe Kraus
Mortimer: Tobias Randel
Paulet: Hanns Jörg Krumpholz
Burleigh: Bernd Ripken
Shrewsbury: Zygmunt Apostol
Hanna Kennedy: Evelyn M. Faber
Aubespine: Michael Birnbaum

Seit 19 Jahren sitzt Maria Stuart in den Kerkern der englischen Königin Elisabeth I., und diese Jahre haben ihr schwer zugesetzt. Dennoch ist sie nach wie vor eine gefährliche Kontrahentin für die englische Regentin: immer wieder finden sich Männer, die von Maria fasziniert sind und ihr Leben aufs Spiel setzen, um ihre Befreiung zu erzwingen. Und Maria ist überaus geschickt, wenn es darum geht, Kräfte für ihre Sache zu mobilisieren.

Ein Todesurteil scheint Elisabeth den Weg zu eröffnen, die Widersacherin endlich los zu werden, doch sie zögert, es vollstrecken zu lassen. Die Tötung einer gesalbten Königin ist ein Tabubruch. Und so sicher ist ihre Herrschaft nicht, als dass sie diesen wagen würde.
Schiller zeigt beide Figuren in den Zwängen von Machtausübung und Selbstbeschneidung, die ihnen kaum Spielraum für Individualität lassen. Macht zu haben heißt: zu instrumentalisieren und selbst instrumentalisiert zu werden.

Dietrich Hilsdorf nimmt den Schillerschen Text beim Wort und spürt in den Konstellationen der Figuren, in ihren Verstrickungen, ihren Konflikten und ihren uneingelösten Wünschen und Zielen die gegenwärtige Relevanz auf, ohne den Stoff vordergründig zu aktualisieren. [© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Marine Parade
Stück mit Musik

Von: Simon Stephens
Musik: Mark Eitzel
Deutsch: Barbara Christ
Uraufführung: 18. Mai 2010 (Brighton, The Old Market/Brighton Festival)
Deutschsprachige Erstaufführung: 18. Juni 2010 (Mainz, Staatstheater Mainz)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
18. Juni 10 (Deutschsprachige Erstaufführung)

Inszenierung: Matthias Fontheim
Arrangement und Musikalische Leitung: Sebastian Hernandez-Laverny
Bühne und Kostüme: Marc Thurow
Korrepetition: Markus Fischer
Beleuchtung: Albrecht Villinger
Dramaturgie: Marie Rötzer
Regie-Assistenz: Nadja Blank
Ausstattungs-Assistenz: Caroline Jarczyk
Inspizienz: Anna Grabusinski
Souffleuse: Marie-Charlotte Auersperg

Besetzung:

Steve Roche:
Lorenz Klee
Sally Derbyshire: Lisa Mies
Claire Walcott: Pascale Pfeuti
Christopher Scotland: Felix Mühlen
Archie Greenwood: Stefan Walz
Ellie Jackson: Katharina Knap
Gary Siddely: Lukas Piloty
Michael Richmond: Marcus Mislin
Alison Kenny: Nicole Kersten

Die Marine Parade Band:

Gitarre:
Martin berger
Bass: Götz Ommert
Saxophon: Oleg berlin
Schlagzeug: Gerald Stütz / Jens Biel
Klavier / Keyboard: Sebastian Hernandez-Layerny

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Brighton: ein kleines Seebad und klassisches Ziel für Hochzeitsreisende. Ein schäbiges Hotel: In den wenigen belegten Zimmern logieren Paare verschiedenen Alters. Für ein paar Tage erhoffen sie sich ein Stück Romantik, etwas Sinnlichkeit, viel Geborgenheit. Da ist die minderjährige Ellie, die - mehr neugierig als verliebt - ihr erstes Mal mit ihrem älteren Freund erleben möchte. Dann Ciaire und Chris, die seit langem kein Paar mehr sind, aber trotzdem nicht voneinander loskommen. Michael und Alison hatten eigentlich eine Reise an die romantischen Anfänge ihrer Liebe vor. Unversehens stecken sie jedoch mitten in einer Beziehungskrise. Über allen wacht Hotelbesitzer Steve, der seit längerem ein Auge auf das Zimmermädchen Sally geworfen hat. Doch zu spät: Sally hat beschlossen, wegzugehen und hofft auf eine bessere Zukunft und andere Aussichten als die auf eine mäßig bewegte See im immer gleichen Wechsel der Gezeiten.
Simon Stephens hat mit „Marine Parade" sein erstes Stück mit Musik geschrieben. Er zeichnet kleine Vexierbilder von der Liebe, die sich ausschnitthaft, in Spiegelungen und Verschlingungen zu einem Panorama des Vergeblichen fügen: verlorene Träume, verpasste Chancen.

Simon Stephens, 1971 in Stockport / South Manchester geboren, ist der zur Zeit am häufigsten gespielte Gegenwartsdramatiker. Er wurde 2008 von der Jury des Magazins Theater heute bereits zum zweiten Mal zum Dramatiker des Jahres gewählt. Zu seinen Stücken zählen u. a. „Port", „Reiher", „Country Music", „Am Strand der weiten Welt", „Motortown", „Christmas", „Pornographie" und „Harper Regan". Simon Stephens lebt in London.

Mark Kitzel, Leadsänger und Komponist von „American Music Club", hat das Stück mit atmosphärischen Kompositionen, geprägt von melancholischen Songs und weichen Gitarrenklängen, bereichert.

Matthias Fontheim arbeitete als freier Regisseur, bevor er am niedersächsischen Staatsschauspiel Hannover und am Bayerischen Staatsschauspiel München als Regisseur und Leitungsmitglied engagiert war. 2000 / 2001 übernahm er die Intendanz des Schauspielhauses Graz. Dort inszenierte er Simon Stephens „Port" sowie „Country Music" zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum. Seit 2006 / 2007 ist er Intendant des Staatstheaters Mainz, wo er von Simon Stephens die Deutschsprachige Erstaufführung „Motortown" und die Deutschsprachige Erstaufführung „Christmas" inszenierte.

[© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Marquise von O.
nach Heinrich von Kleist

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
In Koproduktion mit den Ruhrfestspiele Recklinghausen

Premiere: 23. September 10 (Kammerspiele)
Premiere Recklinghausen: 2. Juni 10 (Kleines Theater der Ruhrfestspiele Recklinghausen)

Regie: Kevin Rittberger
Bühne: Christoph Ebener
Kostüme: Janina Brinkmann
Musik: Hauschka
Dramaturgie: Nora Khuon

Besetzung:
Kleist:
Andreas Uhse
Marquise von O.: Henrike Johanna Jörissen
Graf F.: Oliver Kraushaar
Obristin von G.: Franziska Junge
Obrist von G.: Thomas Huber
Musiker: Hauschka aka Volker Bertelmann

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Die Marquise von O.
Schauspiel Frankfurt
Graf F. (Oliver Kraushaar), Kleist (Andreas Uhse)
Foto:
Alexander Paul Englert

Krieg, Überfall und Ohnmacht stehen am Beginn einer Geschichte, die vom Riss, der den Menschen durchzieht, erzählt. Die Marquise von O. wird von einer Horde Männer bedroht, doch Graf F., ein Hauptmann, rettet sie. Wochen später wird sie von Unwohlsein geplagt. Nach mehrmaligen Untersuchungen ist es eindeutig: sie ist schwanger, doch ohne zu wissen, wie und durch wen. Regisseur Kevin Rittberger, Jahrgang 1977, stellt seine erste Arbeit in Frankfurt vor. Er arbeitet u. a. am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und am Deutschen Theater Berlin. Kevin Rittberger ist außerdem Autor mehrerer Bühnenstücke, die in Hamburg und Wien uraufgeführt wurden.

Kevin Rittberger (Regie), geboren 1977 in Stuttgart, studierte an der Freien Universität Berlin Neuere Deutsche Literatur, Publizistik und Kommunikationswissenschaften. 2004 gab er sein Regiedebüt am Staatstheater Stuttgart mit »Hunger nach Sinn« nach Alexander Kluge. In der Spielzeit 2005/06 folgte »Der Wunderheiler« von Brian Friel und die Monitorinstallation »Blut / Er / Güsse der Seele. Eine Reise unter die Schädeldecke von Hans Henny Jahnn« am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. 2006 inszenierte Rittberger am Staatstheater Stuttgart seine Bearbeitung des Ostend-Romans von Manfred Esser, außerdem im Kulturhaus 73 in Hamburg sein eigenes Stück »fake for real«. 2007 wurde am Deutschen Schauspielhaus Rittbergers Stück »Beyond History« uraufgeführt, bei dem er auch Regie führte. »Beyond History« war gleichzeitig die Eröffnung der Veranstaltungsreihe »Entschleunigung!«, die er zusammen mit Nora Khuon kuratierte. Im März 2008 folgten »Hunger nach Sinn. Zweiter Teil« nach Alexander Kluge und »Fast Tracking«, ein eigenes Stück Rittbergers, beide am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Mit seinem Stück »Dritte Natur« wurde Rittberger 2008 zu den Werkstatttagen des Burgtheaters Wien eingeladen. 2009 inszenierte er am Schauspielhaus Wien sein Stück »Koro«, als Folge 9 der Freud-Saga »Diesseits des Lustprinzips«.
In dieser Spielzeit hat Rittberger am Schauspielhaus Hamburg »Nachrichten aus der ideologischen Antike« nach Alexander Kluge und am Deutschen Theater Berlin Dietmar Daths »Abschaffung der Arten« inszeniert, außerdem verfasste er für das Schauspielhaus Wien die Auftragsarbeit »Kassandra oder die Welt als Ende der Vorstellung« (R: Felicitas Brucker).
www.kevinrittberger.de

Christoph Ebener (Bühne), geboren in Stuttgart, erwirbt 1998 sein Diplom der Freien Kunst an der HfBK Hamburg bei Bogomir Ecker. Seit 1999 hat er diverse Ausstellungsprojekte als freier Künstler im In- und Ausland, u. a. für das Schauspielhaus Bochum, die EXPO 2000 in Hannover, Ars-Electronica in Linz, außerdem entwarf er »Danfoss Universe« für den Danfoss Dänemark Sciencepark. Für Kevin Rittberger gestaltete er die Bühne zu »fake for real«, »Fast Tracking« und »Nachrichten aus der ideologischen Antike« am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und »Für die Abschaffung der Arten« am Deutschen Theater Berlin.

Janina Brinkmann (Kostüm), geboren in Hamburg, studierte Modedesign an der HAW Hamburg. Das Studium schloss sie mit der Diplomarbeit »Interview – Selbstausdruck als Modewunschmodell« ab und wurde als beste Absolventin ausgezeichnet. Ihre Diplomkollektion wurde auf dem Fashion Square in Düsseldorf präsentiert. Es folgten mehrere Kostümassistenzen am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, unter anderem bei »Minna von Barnhelm« (R: Karin Henkel) und »Harper Regan« (R: Ramin Gray).
Eigene Kostüme entwarf sie unter anderem für »Dorfpunks« (R: Studio Braun), »Pünktchen und Anton« (R: Katharina Wienecke) und »Baal« (R: Samuel Weiss) am Schauspielhaus in Hamburg und »Ausgehen 1-3« (R: Robert Borgmann) am Schauspiel Köln. In Zusammenarbeit mit Kevin Rittberger entstanden die Kostüme für »fake for real«, »Beyond History« »Hunger nach Sinn. Zweiter Teil«, »Fast Tracking« sowie »Nachrichten aus der ideologischen Antike« am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.

Hauschka (Musik) Die Arbeiten des in Düsseldorf beheimateten Komponisten und Pianisten Volker Bertelmann alias »Hauschka«, werden in der Presse derzeit als »der höchste Grad der Schönheit« (taz) gefeiert. Davon konnte sich das Publikum bei Konzerten an so unterschiedlichen Orten wie der Londoner Queen Elizabeth Hall, dem Museum Kunst Palast in Düsseldorf oder dem Berliner Club Berghain überzeugen. Als bevorzugtes Kompositionsinstrument dient Hauschka das Klavier, das er mit Metallteilchen, Folien und Klammern sorgfältig präpariert. Sie erzeugen im Anspiel raschelnde oder metallische Störgeräusche, die den Einsatz von Zimbeln oder elektronisch erzeugten Klängen vermuten lassen und den atmosphärisch dichten, auf harmonischen Mustern basierten Kompositionen eine lyrische Qualität verleihen. Begleitet wird der Pianist gelegentlich von einem Streicherduo, dessen Arrangements seine elegant geschichteten Soundcluster verdichten und pointieren. Hauschka schrieb die Musik für Graham Streeters Spielfilm »Normal Folk« sowie für Jeff Desoms Kurzfilm »Bloksky«, in dem er auch die Hauptrolle eines liebeskranken Pianisten spielt. Gemeinsam mit seinem langjährigen Kooperationspartner Torsten G. Mauss komponierte er den Soundtrack für den viel beachteten Film »Höhere Gewalt« von Lars Henning Jung, der 2008 auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken mit zwei Auszeichnungen bedacht wurde.
Auf seinem jüngsten, bislang fünften Album »Ferndorf«, das stark autobiographisch geprägt ist und an die Orte seiner Kindheit zurückführt, vereint Hauschka Kompositionen für präpariertes Klavier und Streichquartett, die klassische Musik mit elektronischen Anklängen verbindet. Mit der Violinistin Hilary Hahn, die ihn 2009 bei einem Konzert in New York begleitete, wird er ein neues Album einspielen, parallel dazu arbeitet er an einer Auftragskomposition für das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers Elijah Wood, der Hauschka auf einer Konzerttournee in den USA kennen und schätzen lernte. [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Zur Inszenierung des Frankfurter Theater Willy Praml:

Premiere:
20. April 07

Aufführungen 2010: Sa.16. - So. 24. Oktober 10

Regie: Willy Praml
Bühne/Kostüme: Michael Weber
Licht: Nico Rocznik
Ton: Oliver Blohmer, Reinhold Behling
Regiehospitanz: Artur Kozhanov
Musikproduktion: pap – gregor praml audioproduktion

Marquise von O…: Birgit Heuser
Cherub 1: Michael Weber
Cherub 2: Tim Stegemann


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Die Marquise von O.
Theater Willy Praml, Frankfurt
Marquise von O. (Birgit Heuser)
Foto: Seweryn

die marquise annonciert: dass sie, ohne ihr wissen, in andre umstände gekommen sei, dass der vater zu dem kinde, das sie gebären würde, sich melden solle; und dass sie, aus familienrücksichten, entschlossen wäre, ihn zu heiraten...
kleist, immer auf der suche nach dem schock.
kleist, immer interessiert an den ratlosen, den verwirrten, den bis zum verstummen erstaunten.
kleist, der bildbeschreiber der gebrechlichen welt

www.theater-willypram.de

Medea
Tragödie von Euripides (480 v. Chr. oder 485 v. Chr. - 406 v. Chr.)

Zur Inszenierung Landungsbrücken Frankfurt:

MEDEA ~ Ein Abend über die Mutterliebe

Vorpremiere:
14. Dezember 11

Regie und Konzeption: Sarah Kortmann
Video: Daniel Herzog

Mit: Sandra Lühr; Annika Reinicke und Tim Stegemann

Medea
Landungsbrücken Frankfurt
Vorabfoto
© Landungsbrücken

„Grausamer Mann. Entsetzlicher, verruchter, den bespeien ich sollte! Tief hast du mich getroffen.“ Medea

„Amerikanerin tötet ihr Baby in der Mikrowelle- Eine US-Bürgerin ist vor Gericht schuldig befunden worden, ihre 28 Tage alte Tochter in einer Mikrowelle getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft warf der Frau vor, das Baby 2005 nach einem Streit mit ihrem Freund getötet zu haben. Die Verteidigung machte den damaligen Freund der Angeklagten und Vater des Kindes für die Tat verantwortlich und erklärte, dafür sprächen ebenso viele Beweise. Der 31-Jährigen droht nun die Todesstrafe.“ die Welt, 14.5.2011
So könnte eine heutige Medea-Inszenierung beginnen. Eben auch anders, denn immer wieder hören oder lesen wir Schreckensnachrichten von getöteten Kindern. Ob im Blumenkasten, Gefrierfach oder einfach in der Mülltonne. Es gibt viele Orte sich des unliebsamen Wesens zu entledigen. Die Rolle der Medea ist seit jeher eine der spannendsten Frauenfiguren der europäischen Dramenliteratur. Eine Frau, die gegen ihre natürliche Bestimmung und die klassische Mutterrolle handelt und ihre eigenen Kinder für ihre Rachsucht instrumentalisiert und letztlich tötet.
Doch spielen viele Faktoren eine Rolle: das Thema Flucht und Verlust der Heimat, der Widerstreit der Geschlechter und der Gegensatz zwischen Vernunft und Natur. Medea als Subjekt, das die Geschichte der Gewalt mit Gewalt unterbricht.
Ein Abend über Mutterliebe.
Die Landungsbrücken Frankfurt nehmen sich dieses Themas an und collagieren einen ironischen Abend über moderne Frauen, Rollenbilder, Arschloch-Kinder, Frauentausch und Eva Herrmann. Ach ja, Männer gibt’s auch! [© Landungsbrücken]

www.landungsbruecken.org

Zur Inszenierung des Schauspiel Zürich:
Übernahme der Inszenierung vom Deutschen Theater Berlin

Premiere: 4. Februar 11 (Pfauen)

Regie: Barbara Frey
Bühne: Bettina Meyer
Kostüme: Gesine Völlm
Video: Bert Zander
Licht: Frank Bittermann, Claus Grasmeder
Dramaturgie: Katja Hagedorn, Roland Koberg

Mit:
Amme: Iris Erdmann
Erzieher: Gábor Biedermann
Medea: Nina Hoss
Korintherin: Ursula Doll
Kreon: Markus Scheumann
Jason: Michael Neuenschwander
Ägeus: Siggi Schwientek
Bote: Matthias Bundschuh

Kaum ein antiker Stoff hat zu so vielen Deutungen und Bearbeitungen Anlass gegeben wie der Medea-Mythos, der in der Version des Dichters Euripides 431 v. Chr. uraufgeführt wurde. Als ihr Mann sie zu verlassen und zu verstossen droht, übt die vermeintlich entzauberte Zauberin aus Kolchis Rache und tötet grausam die neue Gattin ihres Mannes sowie ihre eigenen Kinder.
Barbara Freys gefeierte Berliner MEDEA-Inszenierung mit Nina Hoss in der Titelrolle wird ab dem 4. Februar, nach mehr als 50 ausverkauften Vorstellungen am Deutschen Theater Berlin, mit Schauspielerinnen und Schauspielern des Zürcher Ensembles in den Pfauen übernommen.

Barbara Frey, geboren 1963 in Basel, studierte Germanistik und Philosophie. Seit 1992 arbeitete sie als Regisseurin unter anderem am Theater Basel, am Deutschen Theater Berlin, am Bayerischen Staatsschauspiel in München, am Burgtheater Wien und bei den Salzburger Festspielen. In der vergangenen Saison – ihrer ersten als Künstlerische Direktorin des Schauspielhauses Zürich – inszenierte sie Schillers „Maria Stuart“, Shakespeares „Was ihr wollt“ sowie die Uraufführung von „Malaga“ von Lukas Bärfuss. Im Herbst 2010 eröffnete Barbara Frey ihre zweite Spielzeit in Zürich mit Marieluise Fleissers „Fegefeuer in Ingolstadt“ und realisierte im Dezember das Edgar Allan Poe-Projekt „A Dream Within a Dream“.

Nina Hoss, die sich dem Zürcher Publikum als Viola in Barbara Freys Inszenierung „Was ihr wollt“ vorstellte, erhielt für ihre Darstellung der Medea den wichtigsten deutschen Schauspielerpreis, den Gertrud Eysoldt-Ring. Seit 1998/99 ist sie Ensemblemitglied am Deutschen Theater Berlin, wo sie 2009/10 in der Uraufführung von Lukas Bärfuss’ Stück „Öl“ (Regie: Stephan Kimmig) zu sehen war. In der Regie von Barbara Frey spielte sie u.a. auch in „Minna von Barnhelm“ und „Gross und klein“. Der Durchbruch als Filmschauspielerin gelang Nina Hoss mit ihrer Verkörperung der Rosemarie Nitribitt in „Das Mädchen Rosemarie“. Grosse Publikumserfolge verzeichnete sie u.a. auch mit den Filmen „Die weisse Massai“, „Nackt“ und „Anonyma“. Für die Filme „Toter Mann“ 2003 und „Wolfsburg“ 2005, wurde Hoss jeweils mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Für ihre Verkörperung der Yella in Christian Petzolds gleichnamigem Film erhielt sie 2007 den Silbernen Bären sowie 2008 den Deutschen Filmpreis. [© Schauspielhaus Zürich]

www.schauspielhaus.ch

Zur Inszenierung des Staatstheaters Darmstadt

Premiere:
17. September 10

Inszenierung: Michael Helle
Bühne und Kostüme: Achim Römer

Zehnter Beitrag der Reihe Die Griechen – unser Ursprung

Besetzung:

Medea:
Gabriele Drechsel
Jason: Uwe Zerwer
Kreon, König von Korinth: Heinz Kloss
Kreusa: Christina Kühnreich
Gora: Margit Schulte-Tigges
Herold: Tino Lindenberg

www.staatstheater-darmstadt.de

Zur Inszenierung des Centraltheater Leipzig:

Premiere:
16. Januar 10

Regie: Clemens Schönborn
Bühne: Thomas Schuster
Kostüme: Nina Kroschinske
Choreinstudierung: Christine Groß
Licht: Jan Bregenzer
Dramaturgie: Michael Billenkamp

Mit: Natalia Belitski, Paula Hans, Josephine Heide, Ellen Hellwig, Dorothée Kahler, Andreas Keller, David Kosel, Lore Richter, Sophie Rois, Emma Rönnebeck

www.centraltheater-leipzig.de

Zur Inszenierung vom schauspielfrankfurt:

Premiere:
1. September 2007, Kleines Haus

Regie: Urs Troller
Dramaturgie: Hans-Peter Frings
Bühne: Stefanie Wilhelm
Kostüme: Katharina Weißenborn

Darsteller:
Andreas Haase, Friederike Kammer, Oliver Kraushaar, Felix von Manteuffel, Abak Safaei-Rad

Medea ist ihrem Geliebten Jason aus ihrer Heimat Kolchis nach Korinth gefolgt. Sie hat für Jason ihre Familie verraten, nun verlässt Jason sie und die beiden gemeinsamen Kinder wegen einer anderen Frau. Jason erhält durch die neue Heirat Bleiberecht in Korinth. Medea hingegen soll mit den beiden Söhnen die Stadt verlassen. Aigeus, König von Athen, der ohne Nachkommen ist und deshalb eine Frau sucht, bietet Medea Asyl an. Medea willigt in das Angebot ein. Bevor sie Korinth verlässt, schickt sie ihre zwei Söhne mit einem Kleid als Hochzeitsgeschenk zu Jasons neuer Braut. Sie verbrennt in dem vergifteten Kleid, ebenso ihr Vater, der sie vor den Flammen retten will. Jason sucht Medea auf und fi ndet sie mit seinen beiden getöteten Söhnen vor. Medea geht ins Exil zu Aigeus und lässt Jason mit den Toten zurück.
Euripides fragt in der vor mehr als 2400 Jahren geschriebenen Tragödie, was Liebe darf und wo ihre Grenzen sind. [© Texte: schauspielfrankfurt.de]

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www.schauspielfrankfurt.de

Zur Inszenierung des Theater Willy Praml, Frankfurt:
Text von Hans Henny Jahnn

Wiederaufnahme-Premiere: 12. Mai 06

Regie: Willy Praml
Ausstattung: M. Weber

Mit: R.Behling, B. Heuser, C. Scharf, T. Stegemann, M. Weber

Medeas Rache erfolgt schonungslos. So terroristisch, wie es Jahnn in seinen späten Jahren formulierte: "Ich wollte Sprengstoff erfinden, von dem wenige Kilo genügten, um die Menschheit mit Stumpf und Stiel in die Luft zu sprengen. Ich verbiss mich in diese Idee und schwankte nur, ob ich mich oder die anderen umbringen sollte. Ich war zu einer Auffassung der Welt gekommen, die anders war als die aller übrigen Menschen und deren Ergebnis dahin lautete, dass der Mensch das verabscheuungswürdigste aller Geschöpfe sei. Medea spielt in ihrem Theater der schwarzen Rache, was die Zivilisation in ihren Körperverliesen gefangen hält: " die schwarze Freude³. Sie nimmt nicht nur Rache an Jason...Die schwarze Medea lässt das zivilisierte Europa untergehen.

Ein frühes Highlight deutscher Dramatik des 20. Jahrhunderts.





Karten & Info: 069 - 43.05.47.34 oder E-mail an: theater.willypraml@t-online.de

Naxoshalle, Wittelsbacherallee 29, Frankfurt
RMV: Straenbahn 14 - Waldschmidtstr. / U4 - Merianplatz / Kantstr.
Parken: Parkhaus Waldschmidtstr.

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Mein Freund Harvey
Komödie in drei Akten

Von: Mary Chase (25.02.1907 - 20.10.1981)
Deutsche Übertragung von: Alfred Polgar

Zur Inszenierung des Landestheater Linz:

Premiere:
8. Mai 10 (Kammerspiele)

Inszenierung: Marc Becker
Dramaturgie: Franz Huber
Bühne und Kostüme: Peter Engel

Besetzung:

Elwood P. Dowd:
Klaus Köhler
Veta Louise Simmons, seine verwitwete Schwester: Katharina Hofmann
Myrtle Mae, deren Tochter: Jenny Weichert
Omar Gaffney, Anwalt der Familie Dowd: Peter Pertusini
Dr. William R. Chumley, Psychiater: Joachim Rathke
Betty Chumley, seine Frau: Eva-Maria Aichner
Dr. Lyman Sanderson, Psychiater: Georg Bonn
Ruth Kelly, Oberschwester in Dr. Chumleys Sanatorium: Karin Enzler
Marvin Wilson, Angestellter des Sanatoriums: Manuel Klein
Mrs. Ethel Chauvenet: Eva-Maria Aichner
E. J. Lofgreen, Taxichauffeur: Eva-Maria Aichner

Mein Freund Harvey
© Landestheater Linz

Zum Stück
Elwood P. Dowd, ein eleganter Herr in den besten Jahren, kultiviert, eloquent, mit guten Manieren, ist der zentrale Charakter dieses Theaterstücks. Er trinkt gern einmal ein oder zwei Whiskeys, am liebsten zusammen mit seinem Freund Harvey, einem für ihn durchaus realen, zwei Meter großen, weißen Hasen. Seine Familie akzeptiert das seltsame Duo mit einem Augenzwinkern, doch ganz langsam beginnt auch die Verwandtschaft an ihrer Sehkraft zu zweifeln und Elwoods Freund zu sehen.
Nach einem peinlichen Zwischenfall auf einer Party beschließt Elwoods Schwester Veta schließlich, dieser Farce ein Ende zu bereiten, Elwood zu enterben und ihn in ein Sanatorium einzuweisen.
Aber der äußerst liebenswürdige Mr. Dowd bringt mit seinem Charme sogar den berühmten Chefpsychiater ins Wanken, der selbst die Existenz Harveys nicht mehr ausschließen kann. Kurz vor der „heilenden“ Injektion, die Harvey für immer auslöschen soll, trifft die Familie eine unerwartete Entscheidung …

Nachdem Mein Freund Harvey einen durchschlagenden Erfolg am Broadway gefeiert hatte, erhielt Mary Chase für diese hintergründige Komödie 1945 den Pulitzer-Preis. 1950 wurde die Komödie mit James Stewart in der Hauptrolle (nicht als Hase) verfilmt. Eine Neuverfilmung von Stephen Spielberg war geplant, wurde aber auf Eis gelegt. Chase ist zwar geborene US-Amerikanerin, Spuren ihrer irischen Wurzeln sind aber in ihren Stücken deutlich erkennbar. In Mein Freund Harvey entlehnt sie so den Puka, ein Geisterwesen in Tiergestalt, der irischen Erzähltradition und nennt ihn Harvey.


Kurz nach Ostern war Harvey auf der Durchreise kurz in Linz. Wir trafen ihn zu einem kurzen Gespräch im Café Traxlmayr.

Zum Wohl! Schmeckt Ihnen österreichisches Bier?
HARVEY: Durchaus sehr süffig, auch lecker in Kombination mit einer amtlichen Möhre. Aber ein abschließendes Urteil lässt sich immer erst am nächsten Morgen abgeben. Wenn der Kopf nicht dröhnt, werde ich es meinen Kumpels weiterempfehlen.

Unter uns Klosterbrüder: Wer ist denn nun der größere Schluckspecht in der Familie? Ihr Freund Elwood, seine Schwester Veta oder doch das Töchterchen Myrtle Mae?
Ein Gentleman gibt auf eine solche Frage keine Antwort. Zum Glück bin ich kein Gentleman. Veta und Myrtle sind zwar durchtrieben, aber meistens nüchtern. Elwood und ich, wir sind ebenbürtig.

Es geht das Gerücht, dass Präsident Mateschitz Sie als Maskottchen für Red Bull Salzburg gewinnen will?
Ich kann nur um Verständnis dafür bitten, dass ich mich zum derzeitigen Stand der Verhandlungen nicht öffentlich äußern möchte. Mal abgesehen davon, dass ich den Verein als erstes in White Rabbit Salzburg umbenennen würde.

Sie sind ein Puka, also ein zauberhafter Geist in Tiergestalt aus der alten keltischen Mythologie.
Ja und? War das jetzt eine Frage?

Nein. Die Frage lautet: Was hat Sie dazu veranlasst sich gerade mit Elwood P. Dowd anzufreunden?
Elwood ist ein guter Mensch. Ich mag gute Menschen. Wer freundet sich schon gerne mit einem Vollidioten an. Ich nicht. Sonst noch Fragen?

Nein, danke. Vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch.

Mary Chase – Autorin
1907 wurde sie in Denver, Colorado, geboren. Mütterlicherseits allerdings stammt sie aus Irland, und von hier dürfte sie ihre rege Fantasie, ihre Vorliebe für „Pukas“ und andere Fabeltiere mitbekommen haben. Über ihre Schulzeit berichtet die Autorin, dass sie „die besten Noten für Fleiß und die schlechtesten für Betragen“ erhalten habe, aber auch, dass sie eine ausgesprochene „Leseratte“ war. 1922 inskribierte sie an der Universität in Denver, später wechselte sie nach Boulder über. Während der Semesterferien volontierte sie als Reporterin der „Rocky Mountains News“. Anscheinend mit solchem Erfolg, dass die junge Dame ihr Studium aufgab und nun hauptberuflich für diese Zeitung arbeitete. „Sie hat die unwiderstehliche, hemmungslose Frechheit eines guten, aggressiven Lokalreporters, die reizvoll mit ihrem madonnenhaften Äußeren kontrastierte“ heißt es da über sie, die jahrelang als „Tränensuse“ und „Briefkastentante“ tätig war. In der Redaktion lernte sie ihren späteren Mann, den Reporter Robert L. Chase kennen. Nach der Hochzeit gab sie ihren Beruf auf, bekam drei Kinder und – begann Theaterstücke zu schreiben. Ihr erstes Bühnenstück hieß Me Three und wurde mit sehr mäßigem Erfolg in Denver aufgeführt. Am Broadway, wo das Stück 1937 unter dem Titel You’ve done it herauskam, war es ein ausgesprochener Misserfolg. Das nächste Stück, The Banshee fand erst gar nicht den Weg auf die Bühne. Dann aber, mitten in den bedrückendsten Zeiten des Zweiten Weltkriegs, erfand Mary Chase den weißen Hasen Harvey, einen „Puka“ von einem Meter achtzig, und machte ihn zur Titelfigur eines Bühnenwerkes. Dieser Harvey ermöglicht dem Helden des Stücks die Flucht aus der unerfreulichen Realität. The White Rabbit, wie Mein Freund Harvey in der Originalsprache heißt, wurde ein ungeheurer Erfolg und brachte der Autorin den Pulitzer-Preis der Saison 1944/45 ein. Das Werk lief lange am Broadway, wurde verfilmt und trat den Siegeszug über die Bühnen der Welt an.
Mary Chase lebt heute noch in Denver.


Marc Becker – Regisseur
Marc Becker wurde 1969 in Bremen geboren. Nach dem Zivildienst studierte er Theaterwissenschaften, Politikwissenschaften und neuere deutsche Literaturgeschichte in Erlangen. Während des Studiums sammelte er erste Regieerfahrungen, außerdem entstanden erste eigene Stücke.
1998 war Marc Becker zunächst Regieassistent, dann freier Regisseur am Theater Erlangen. Für seine Macbeth-Adaption am Theater Erlangen erhielt Marc Becker den Preis der Bayerischen Theatertage 2004. Darüber hinaus arbeitete er als Regisseur u. a. in Tübingen, Heidelberg und regelmäßig in Groningen.
Vor allem als Theaterautor hat sich Marc Becker einen Namen gemacht. Für Margot und Hannelore in der Inszenierung von Christian von Treskow am Theaterhaus Jena erhielt Marc Becker den Impulse-Preis 2004. Sein Fußballkrimi Wir im Finale wurde zu den Mühlheimer Theatertagen eingeladen und stand in der Spielzeit 2005/2006 in mehr als einem Dutzend Theatern auf dem Spielplan.
Marc Becker ist seit der Spielzeit 2006/2007 Hausautor und Hausregisseur am Oldenburgischen Staatstheater, seine erste Regiearbeit dort war die Uraufführung seines Stücks Terror-Programm, mit der er 2007 die Spielstätte Exerzierhalle am Pferdemarkt eröffnete. Es folgten Faust I (2007/2008), sein eigens für das Oldenburgische Staatstheater geschriebenes Stück Glück für alle (2008/2009), Don Quijote und Sancho Pansa und die von ihm geschriebene Farce Meier Müller Schulz oder Nie wieder Einsam! (2008/2009) , Der nackte Wahnsinn sowie der niederdeutsche Monolog My name is Peggy (2009/2010).
Am Landestheater Linz inszenierte Marc Becker bereits in der Spielzeit 2006/2007 Alfred Jarrys König Ubu.

[© Landestheater Linz]

www.landestheater-linz.at

Zur Inszenierung des Volkstheater Frankfurt - Liesel Christ:

Das Volkstheater Frankfurt – Liesel Christ präsentiert die charmante Komödie von Mary Chase jetzt erstmals in hessischer Fassung von Wolfgang Kaus.
Die Hauptrollen in der Inszenierung von Steffen Wilhelm spielen Wolff von Lindenau, Anette Krämer und natürlich – Harvey ...

Premiere: 27. Oktober 07
Spielzeit bis: 9. Februar 08

Regie: Steffen Wilhelm
Bühnenbild: Rainer Schöne
Kostüme: Bärbel Christ-Heß und Claudia Rohde

Die Personen und ihre Schauspieler

Edwin Walther Mandel:
Wolff von Lindenau
Martha, seine verwitwete Schwester: Anette Krämer
Myrtle, deren Tochter: Sabine Roller
Dr. Grabert, Anwalt der Familie: Axel Küffe
Dr. Schweigenfelder, Psychiater: Joachim Schweighöfer
Betty, seine Frau: Silvia Tietz
Dr. Sandner, junger Psychiater: Andreas Walther-Schroth
Ruth Keller, Oberschwester:
Julia Schneider
Willmann, Angestellter des Sanatoriums: Kurt Spielmann
Frau Ethel Chaussnavourt:
Silvia Tietz
Taxifahrer: Thomas Koob

Zum Stück:
Elwood P. Dowd, die Zentralfigur, ist ein liebenswerter Herr mit guten Manieren, der gerne seinen Whisky trinkt, der der Kampfeslust entsagt und sich für die Friedfertigkeit entschieden hat, unter dem Einfluss und zusammen mit seinem unsichtbar-sichtbaren Freund und Trinkbruder Harvey. Die zunächst alles geduldig ertragende Verwandtschaft von Elwood gerät schließlich über die ständige Gegenwart des Hasen Harvey, den sie schon selbst zu sehen meint, in Verzweiflung und beschließt, Elwood in eine Heilanstalt zu bringen, ihn zu enterben und ohne ihn und seinen Freund wieder ein "normales" Leben zu beginnen.
Die stets anhaltende Liebenswürdigkeit des Mr. Dowd entwaffnet aber alle, selbst den berühmten Chefpsychiater, der schließlich selbst den großen Hasen sieht. Kurz vor der Verabreichung der ernüchternden Injektion trifft die Familie eine Entscheidung...

Mary Chase:
Mary McDonough Coyle Chase wurde am 25. Februar 1907 in Denver / USA geboren. Ihre Mutter war irischer Abstammung. Von ihr lernte sie Geschichten über Banshees (weibliche Todesgeister), Lepaichuuns (kleine grüne Feen) und Pukas (Geisterwesen in Tiergestalt), die sich in ihren späteren Geschichten wieder finden. Ihre Zeit in Denvers Schulen brachte ihr „die besten Noten für Fleiß und die schlechtesten für Betragen“ ein, wie sie selbst einmal sagte. Sie galt als Wildfang und Leseratte. Mit 15 Jahren beendete sie erfolgreich ihre Schulausbildung und studierte in Denver und Colorado. Danach schrieb sie Artikel über aktuelle gesellschaftliche Neuigkeiten bei einer der ältesten Zeitungen Denvers, der Rocky Mountains- News.
1928 heiratete sie ihren Kollegen Robert Lamont Chase. Ab 1931 arbeitete sie, als Hausfrau und Mutter von drei Kindern, nur noch als freie Mitarbeiterin für die Zeitung und begann sich in ihrer Arbeit auf Theaterstücke zu konzentrieren.
Sie schrieb mehr als ein Dutzend Komödien, die am Broadway als erfolgreiche und beliebte Theaterstücke aufgeführt wurden. In ihren Satiren orientierte sie sich am "american way of life". Ihr Theaterstück Mein Freund Harvey wurde 1944 am Broadway uraufgeführt und erreichte mit 1.775 Aufführungen einen überwältigenden Erfolg. Im Jahre 1945 wurde ihr für diese hintergründige Komödie, welche die Poesie über den Alltag und die Konventionen siegen lässt, der Pulitzer-Preis verliehen. Ihr Wunsch war es, mit dieser Komödie einige glückliche Momente in den Alltag der im Krieg lebenden Amerikaner zu zaubern. 1950 wurde ihr Stück erfolgreich durch die Universal International Pictures mit James Stewart in der Hauptrolle verfilmt.
Mary Chase starb am 20. Oktober 1981 in Denver / USA. [© Felix Bloch Erben, Berlin]

www.volkstheater-frankfurt.de

Mein Kampf
Farce

Von: George Tabori
Deutsch von: Ursula Grützmacher-Tabori
Uraufführung: 30. April 1987 (Wien, Burgtheater/Akademietheater)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
30. Oktober 10

Regie: Amélie Niermeyer
Bühne: Stefanie Seitz
Kostüme: Kirsten Dephoff
Musik: Cornelius Borgolte
Licht Ellen Jäger
Gesang: Bjrn Breckheimer
Tiertrainer: Andreas Jagler
Dramaturgie: Andreas Erdmann

Besetzung:

Herzl
Michael Benthin
Lobkovitz: Felix von Manteuffel
Hitler: Andreas Uhse
Gretchen: Henrike Johanna Jrissen
Frau Todt: Valery Tscheplanowa
Himmlischst: Sascha Nathan

Besprechung auf kulturfreak.de

Mein Kampf
Schauspiel Frankfurt
Herzl (Michael Benthin) und Lobkovitz (Felix von Manteuffel)
Foto: Birgit Hupfeld

Wie man heute weiß, erpresste Hitler andere Menschen gerne mit der Androhung des eigenen Selbstmords. Leider hielt ihn erst im Jahre 1945 niemand mehr zurück. Dass es der Legende nach in den frühen Wiener Jahren ausgerechnet ein Jude war, der Hitler, wieder einmal, das Leben rettete, ließ dem amerikanisch-ungarischen Dramatiker George Tabori keine Ruhe. In seinem 1987 entstandenen »theologischen Schwank« treibt er die Paradoxien des 20. Jahrhunderts auf die Spitze. [© Schauspiel Frankfurt]

Das Regieteam:

Amélie Niermeyer (Regie):
Geboren in Bonn, sammelte Regiekenntnisse als Assistentin am New Theatre in Sydney, Australien, und studierte Germanistik an den Universitäten Bonn und München. Von 1988 bis 1990 war sie Regieassistentin am Bayerischen Staatsschauspiel, 1990 bis 1992 Regisseurin. Bettina Fless’ »Memmingen« 1991 gehörte zu ihren ersten Erfolgen. Neben zeitbezogenen Stücken inszenierte Niermeyer Klassiker wie »Frühlings Erwachen« (1992) und »Iphigenie auf Tauris« (1993). 1992 erhielt sie den Förderpreis für Frauenforschung und Frauenkultur der Stadt München. 1992 bis 1993 war sie Oberspielleiterin am Theater Dortmund, 1993 bis 1995 arbeitete sie erneut am Münchner Staatsschauspiel. 1995 wechselte sie an das Schauspiel Frankfurt, wo sie unter anderem »Miss Sara Sampson« (1996) inszenierte. Sie arbeitete an Theatern in München, Weimar, Jakarta, Los Angeles, am Thalia Theater in Hamburg und am Deutschen Theater Berlin. Von 2002 bis 2005 war sie Intendantin am Theater in Freiburg im Breisgau. Seit 2006 ist Amélie Niermeyer Generalintendantin am Düsseldorfer Schauspielhaus.

Stefanie Seitz (Bühne):
Geboren in Starnberg. Studium der Malerei bei Prof. Robin Page an der Akademie der Bildenden Künste in München. Seit 1988 arbeitet sie als freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin u. a. am Schauspiel Hannover, am Bayerischen Staatsschauspiel München, am Deutschen Theater Berlin, am Thalia Theater Hamburg und am Theater Freiburg. Regelmäßige Zusammenarbeit mit Amélie Niermeyer, Hans-Ulrich Becker sowie Gerd Heinz. Ausstellungen als Bildende Künstlerin u. a. in Frankfurt, Hamburg, Freiburg und München.

Kirsten Dephoff (Kostüme):
Studierte an der Kunstakademie Düsseldorf. Sie arbeitete u. a. am Staatsschauspiel Stuttgart, am Bayerischen Staatsschauspiel, an der Deutschen Oper in Berlin (Zusammenarbeit mit Prof. Götz Friedrich). Mehrfach arbeitete sie mit Amélie Niermeyer. Auslandsengagements führten sie nach Italien, Luxemburg, an die National-Oper in Slowenien und in die Schweiz. Zudem stattete sie als Kostümbildnerin Film- und Fernsehproduktionen aus. 1999 hatte sie eine Gastprofessur an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg inne.

Cornelius Borgolte (Musik):
Geboren in Bochum, freischaffender Komponist. Cornelius Borgolte studierte an der Essener Folkwang Hochschule und war anschließend 12 Jahre als Klarinettist an der Deutschen Oper am Rhein engagiert. Seit 1997 komponiert Cornelius Borgolte hauptsächlich für Bühne und Film. Aufträge erhielt er u. a. vom Deutschen Theater Berlin, Schauspielhaus Zürich, dem Bayerischen Staatsschauspiel, Odyssee Theatre Los Angeles, Staatstheater Stuttgart, Düsseldorfer Schauspielhaus. Cornelius Borgolte arbeitet regelmäßig mit den Regisseurinnen und Regisseuren Karin Henkel, Amélie Niermeyer, Rafael Sanchez und Stephan Rottkamp. Er lebt in Berlin.

[© Schauspiel Frankfurt]

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Mein Teppich ist mein Orient
Von:
Björn Bicker

Uraufführung: 17. September 10 (Bielefeld, Theater Bielefeld - (Theater am Alten Markt)

Zur Inszenierung des Theater Bielefeld:

Premiere:
17. September 10 (Uraufführung; Theater am Alten Markt)
Inszenierung: Orazio Zambelletti
Bühne und Kostüme: Jürgen Höth
Dramaturgie: Bernhard Krebs

Besetzung:
Hartmut Wildermann:
Harald Gieche
Maria Wildermann: Therese Berger
Sven: Georg Böhm
Nadine: Nicole Lippold
Herr Yildiz: Stefan Imholz

Mit dem Einzelhandel geht es bergab; die Innenstädte veröden; Frauen kriegen keine Kinder mehr; Männer werden ihrer Rolle als Vater und Ernährer nicht gerecht; Ausländer sind nicht integrationswillig. Was wie Schlagzeilen aus der BILD-Zeitung oder dem EXPRESS klingt, sind die Zutaten aus denen der Münchener Autor Björn Bicker den Stoff für sein Stück Mein Teppich ist mein Orient anrührt, das eine Art komische Allegorie auf die west- und gesamtdeutsche Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte ist. Der Begriff »Geschichte« hat für Bicker eine doppelte Bedeutung: Geschichte ist bei ihm immer Historie und Erzählung.
Ein Studentenpärchen in den 60ern findet auf einem Selbstfindungstrip nach Afghanistan seinen Lebensinhalt. Hartmut und Maria Wildermann verschreiben sich dem Handel von Teppichen aus dem Orient. Doch in der Mitte des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends steht ihre wirtschaftliche Existenz vor dem Abgrund. Der Laden wirft nichts mehr ab, die Menschen kaufen keine Orientteppiche mehr. Schlimmer noch, Hartmut Wildermann gibt sogar ständig Geld aus um weitere, äußerst seltene und kunstfertige Teppiche zu erwerben. Hartmut Wildermann hat nämlich eine Idee: Er will in seiner Stadt ein Teppichmuseum eröffnen, um den Teppichen und sich selbst ein Denkmal zu setzen. Doch die Verwaltung der Stadt ist von dem Plan nicht besonders überzeugt. Das Geschäft soll indes trotzdem weiterbestehen. Sein Angestellter und ostdeutscher Ziehsohn Sven, soll den Laden übernehmen. Auf der Feier seines 60. Geburtstags verkündet Hartmut seine Idee.
Sven, der bei Hartmut nach der Wende ins Geschäft eingestiegen ist und ihm mit seinen Russischkenntnissen den kaukasischen Teppichmarkt erschließen konnte, hat gerade große Angst um seinen Job. Er weiß, dass im Laden nichts mehr läuft; er ist ja jeden Tag dort. Neben Finanzproblemen drückt der Schuh aber auch in seiner Beziehung. Nadine will seit drei Jahren zwanghaft Mutter werden. Das gesamte Leben der beiden ist darauf ausgerichtet, die Möglichkeit einer Befruchtung zu optimieren. Gleichzeitig steigt ihm aber auch Maria nach, die sich von ihrem Mann vernachlässigt fühlt. Sven lehnt Hartmuts Angebot ab, den Laden zu übernehmen. Über den Schock erleidet Hartmut einen Herzinfarkt und muss auf die Intensivstation. Doch mit Herrn Yildiz, dem netten Sanierer mit neoliberaler Herzlichkeit, kann das Blatt vielleicht noch gewendet werden. Herr Yildiz, Jurist und Deutscher mit anatolischen Wurzeln, oder, wie er es selbst sagt: »mit türkischen Eltern«, ist das strahlende Ergebnis einer gelungenen Assimilation; Verzeihung, es heißt natürlich: Integration.
In Mein Teppich ist mein Orient haben sich zwei Paare und zwei Generationen finanziell und emotional derart verheddert, dass am Ende nichts mehr übrigbleibt von der scheinbaren Sicherheit der mühsam aufgebauten Mittelstandsexistenz. Ein bürgerlicher Totalschaden, in dem Politisches und Privates heillos ineinander wuchern.

Björn Bicker, der 1972 geboren wurde und zeitweise unter dem Pseudonym Polle Wilbert Theaterstücke schrieb, studierte Literatur, Philosophie und Allgemeine Rhetorik in Tübingen und Wien. Von 1999- 2001 arbeitete er als Dramaturgieassistent und Dramaturg am Wiener Burgtheater, von 2001-2009 war er unter Frank Baumbauer Dramaturg an den Münchner Kammerspielen. Dort erfand, entwickelte und leitete er gemeinsam mit Peter Kastenmüller und Michael Graessner die Stadtprojekte Bunnyhill (2003–2006) und Illegal (2007–2008). Gemeinsam mit Malte Jelden entwickelte und kuratierte er das Projekt Doing Identity – Bastard München (2008) an den Kammerspielen. Sein Stück Illegal, uraufgeführt an den Münchner Kammerspielen, wurde vom Bayerischen Rundfunk als Hörspiel produziert und erschien im März 2009 als Buch im Antje Kunstmann Verlag, München. Der Autor arbeitet außerdem als Dozent für Dramaturgie, Theatergeschichte und Szenisches Schreiben an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Mit Mein Teppich ist mein Orient wird erstmals ein Stück von Björn Bicker am Theater Bielefeld uraufgeführt.

Orazio Zambelletti inszenierte am Theater Bielefeld bereits Kick & Rush, the killer in me is the killer in you my love von Andri Beyeler, Kamikaze Pictures von Jan Liedtke und Klassen Feind von Nigel Williams. Der Regisseur und gelernte Schauspieler arbeitet freischaffend. Seine Regiearbeiten führten ihn unter anderem an Theater in Tübingen, Bochum, Bonn, Hamburg, Osnabrück und Mannheim. Beim Heidelberger Stückemarkt richtete er 2006 die szenische Lesung von Katharina Schmidts Maxi-Singles ein, und 2007 inszenierte er dort die deutschsprachige Erstaufführung von Michal Walczaks Das erste Mal. Zuletzt setzte er Die Mountainbiker (UA) von Volker Schmidt und Lilly Link (UA) von Philipp Löhle in Heidelberg in Szene. Orazio Zambelletti wurde in Beckum/Westfalen geboren. Er absolvierte von 1994 bis 1998 zunächst eine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik & Theater in Hamburg. Von 2002 bis 2004 war er als Regieassistent am Schauspielhaus Bochum engagiert. Hier arbeitete er unter anderem mit Karin Henkel, David Mouchtar-Samorai, Gil Mehmert, Titus Georgi und Matthias Hartmann zusammen.

Der in Hamburg lebende
Jürgen Höth ist seit 1993 freischaffend tätig, u.a. am Thalia Theater Hamburg, an der Volksbühne Berlin, am Schauspiel Leipzig und an Theatern in Braunschweig, Oldenburg, Köln, Basel, Freiburg, Kiel, Konstanz und Heilbronn. Am Theater Bielefeld war Höth bereits für die Bühnenbilder u.a. von Der Raub der Sabinerinnen/Frau Director Striese, Der Menschenfeind, Tartuffe, Die fetten Jahre sind vorbei, Ein seltsames Paar, Antigone, Der Hauptmann von Köpenick sowie für die Bühnenbilder der TAMZWEI-Produktionen Jugend ohne Gott, Dutschke/Westwärts 1&2, Kamikaze Pictures, Gegen die Wand, Bagdad brennt, Schwarm (Essaim), Bis nach Batang und Die Leiden einer jungen Kassiererin verantwortlich. Von 1989-93 war Höth am Thalia Theater Hamburg als Bühnenbildassistent engagiert. In dieser Zeit entstanden bereits seine ersten eigenen Arbeiten, u.a. für Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui und Endspiel. Der gebürtige Kölner studierte in seiner Heimatstadt Bühnenbild bei Prof. R. Glittenberg. [© Theater Bielefeld]

www.theater-bielefeld.de

Der Menschenfeind (le misanthrope)
Komödie in fünf Akten

Von: Jean Baptiste Molière
Uraufführung: 4. Juni 1666 (Paris, Palais-Royal)

Deutsch u.a. von: Monika Fahrenbach-Wachendorff / Jürgen Gösch und Wolfgang Wiens

Zur Inszenierung von Barock am Main:
In der Fassung von Wolfgang Deichsel

Premiere: 22. Juli 2010

Regie: Sarah Groß / Wolfgang Deichsel
Musikalische Leitung: Rhodri Britton
Ausstattung: Ilse Träbing
Maske: Katja Gieß
Regieassistenz: Lucie Mackert, Victoria Schmidt
Kostümassistenz: Katja Wagner, Pauline Claus
Souffleuse: Lea Valeska Birkelbach
Licht‐ und Bühnentechnik: Daniel Groß

Besetzung:

Alkest: Michael Quast
Philipp, sein Freund: Matthias Scheuring
Cäcilie: Anja Krüger
Elise, ihre Cousine: Pirkko Cremer
Oront: Pascal Thomas
Arsinoe: Hildburg Schmidt
Herr von Sponheim: Philipp Hunscha
Herr von Matzbach: Alexander J. Beck
Schambedist: Sebastian Klein
Liesel: Lucie Mackert


Musik von: Jean Baptiste Lully (1632-1687, aus Psyché, Armide, Ballet des Saisons), Marin Marais (1665-1728), Gabriel Bataille (1575-1630)

Barockoboe: Susanne Kohnen
1. Violine: Annette Wehnert
2. Violine: Marie Verweyen
Theorbe/Barockgitarre: Harry Hoffmann
Violone: Ghislaine Wauters, Christian Zincke
Cembalo: Rhodri Britton

Menschenfeind_108 Barock am Main©MaikReuss
Der Menschenfeind
Barock am Main
Foto: Maik Reuß

Eine Welt ohne Lüge und Heuchelei – das ist die Vision von Alkest. Moliére zeigt in seiner bitteren Komödie einen Mann, der das Getue und hohle Gerede der sogenannten besseren Gesellschaft verachtet. Sein Problem: Er liebt Cäcilie, die leichtlebige, von allen begehrte Schönheit, die virtuos die Spielchen der Partylöwen und Lackaffen beherrscht. Dieser Widerspruch macht dem fanatischen Idealisten schwer zu schaffen.
In Wolfgang Deichsels hessischer Version des Menschenfeinds schlüpft Michael Quast in die Rolle des tragikomischen Titelhelden, der wild entschlossen beweisen will, daß man sowohl im gesellschaftlichen Umgang als auch in privaten Liebesdingen aufs Lügen verzichten kann. [© Barock am Main]

www.barock-am-main.com

Jean Baptiste Molière
Jean Baptiste Poquelin wurde am 15. Januar 1622 in Paris geboren. Sein Vater, ein königlicher Hoftapezierer und Kammerdiener, war entrüstet, als er erfuhr, dass Jean nach seinem kostspieligen Studium der Rechtswissenschaften Komödiant werden wollte. Aus Jean-Baptiste Poquelin wurde nun der Schauspieler Sieur de Molière. Zusammen mit seiner Geliebten Madeleine Béjart und anderen jungen Leuten gründete er 1643 eine neue Bühne: das Illustre Théâtre. Leider konnte sich das unbekannte Theater in Paris nicht etablieren und wurde bereits anderthalb Jahre später wieder geschlossen. Molière zog anschließend 13 Jahre lang als Mitglied einer Wandertheatertruppe, in der er später auch als Autor und Direktor fungierte, durch Frankreich und erwarb sich so eine gute Theaterpraxis. 1658 kehrte er mit eigenen, in der Provinz erprobten Stücken und mit einflussreichen Verbindungen nach Paris zurück. Es gelang ihm, bereits wenige Wochen nach seinem Eintreffen vor König Ludwig XIV. zu spielen und dieser gewährte der Truppe die Benutzung des Théâtre du Petit-Bourbon als Spielort. 1659 brachte Molière Die Zierpuppen (Les précieuses ridicules) auf die Bühne. Das Stück war ein Sensationserfolg und von nun an wurde jährlich mindestens eine seiner Komödien uraufgeführt. Ab 1661 konnte sich Molière seiner Stellung bei Hofe sicher sein und sich nun als Dramatiker, Schauspieler, Regisseur und Theaterdirektor ganz der Komödie widmen.

Molières Theaterschaffen war breit gefächert: von der pointierten Farce über die Prosakomödie bis zur Haute Comédie. Die Schule der Frauen (L´école des femmes, 1662) gilt als das erste große tragikomische Werk in der französischen Literatur und befasste sich ironisch-distanziert mit der Rolle der Frau in der damaligen Gesellschaft und den daraus resultierenden geschlechtsspezifischen Erziehungsrichtlinien. Seine bedeutendsten Werke schuf Molière auf dem Feld der Charakterkomödie. In Der Tartuffe oder Der Betrüger (Le Tartuffe ou l´imposteur, 1664, resp. 1669) gelang ihm ein psychologisch differenziertes, zeitloses Bild eines Heuchlers. Da die satirischen Bezüge auf Hof und Kirche unübersehbar waren, wurde es fünf Jahre lang mit dem Verbot öffentlicher Aufführung belegt. Der Menschenfeind (Le misanthrope, 1666) hingegen zeigte einen Mann von Prinzipien, der beständig die Schwächen und Torheiten anderer kritisiert, in seiner Verliebtheit aber blind für die Fehler der Angebeteten ist. Zu den bemerkenswertesten seiner etwa 30 erhaltenen Stücke zählen Der Geizige (L´avare, 1668) und Der eingebildete Kranke (Le malade imaginaire, 1673). In der Uraufführung des eingebildeten Kranken spielte der Verfasser selbst die Hauptrolle, erkrankte während der ersten Spielwoche und starb kurz darauf am 17. Februar 1673 in Paris.

Noch heute sind Molières Komödien fester Bestandteil der Spielpläne renommierter Bühnen und manche seiner Figuren wie Tartuffe erlangten sogar sprichwörtliche Bedeutung. [© Verlag Felix Bloch Erben, Berlin]

Merlin oder Das wüste Land

Von:
Tankred Dorst (Mitarbeit: Ursula Ehler)
Uraufführung: 24. Oktober 1981 (Düsseldorf, Schauspielhaus)

Zur Inszenierung des Schauspielhaus Zürich:

Premiere:
26. November 11 (Schiffbau/Halle)

Regie: Christian Stückl
Bühnen und Kostüme: Stefan Hageneier
Musik: Michael Acher
Licht: Ginster Eheberg
Dramaturgie: Roland Koberg

Besetzung:

Merlin:
Jirka Zett
Teufel: Gottfried Breitfuss
Artus: Lukas Holzhausen
Ginevra: Sarah Hostettler
Lancelot: Milian Zerzawy
Gawain: Gábor Biedermann
Parzival: Nicola Fritzen
Orilus: Michael Gempart
Mordred: Jonas Schlagowsky
Agrawain: Fabian Müller
Iwain: Matthias Renger
Beauface: Jost op den Winkel
Elaine: Ursula Doll
Blanchefleur: Anna Schinz

In Tankred Dorsts Version der Sage um König Artus und die Ritter der Tafelrunde ist der Zauberer Merlin der Titelheld und Spielmacher. In einem reichen Panoptikum erlebt man Machtkämpfe, Ehedramen, Schlachten und schliesslich die Gralssuche selbst. Dorsts wuchtiges Stück „MERLIN oder Das wüste Land“ aus dem Jahr 1981 wird ab dem 26. November von Christian Stückl, dem Leiter der Passionsspiele Oberammergau und des Salzburger „Jedermanns“, für die Halle im Schiffbau adaptiert – als Spiel im Urwald unserer Geschichte.
Mehr als hundert Szenen hat Tankred Dorst geschrieben, um in „MERLIN oder Das wüste Land“ die Geschichte unseres europäischen Mittelalters theatralisch aufleben zu lassen – und mit der Gegenwart zu verknüpfen. Titelheld dieser Version der Artus-Sage ist der Zauberer und Prophet Merlin. Dieser kommt als ausgewachsener Sohn des Teufels auf die Welt und präsentiert sich bald als Spielmacher der Menschheitsgeschichte. Merlin will die Helden und Antihelden rund um Artus auf den richtigen Weg bringen. Er führt den König an der Hand, als dieser alle Ritter an den grossen runden Tisch bringt und damit eine gesellschaftliche Utopie entwirft; er kreuzt die törichten Wege Parzivals, lässt Sir Lancelot in den Liebeswahnsinn taumeln und findet kein Mittel, den Reichsvernichter Mordred aufzuhalten. In einem reichen Panoptikum erlebt man Machtkämpfe, Ehedramen, Schlachten und schliesslich die Gralssuche selbst. Als kleiner Hinweis, wo der Gral zu suchen sei, dient dabei ein Motto des Stücks: „Des Nächsten Seele ist ein dunkler Wald“.
Tankred Dorst schrieb „MERLIN oder Das wüste Land“ im Jahr 1981. Der überaus produktive Autor, der 1925 in Thüringen geboren wurde und heute in München lebt, schuf mehr als 30 Texte für das Theater, dazu Hörspiele, Theaterstücke für Kinder, Prosa, Libretti und Drehbücher - oft in Zusammenarbeit mit Peter Zadek, dem auch „MERLIN oder Das wüste Land“ gewidmet ist. Neben diesem Stück zählen „Ich, Feuerbach“, „Korbes“, Fernando Krapp hat mir einen Brief geschrieben“ und „Herr Paul“ zu seinen bekanntesten Stücken. 2006 brachte Dorst bei den Bayreuther Festspielen Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ auf die Bühne.

Christian Stückl wurde 1961 in Oberammergau geboren. Als gelernter Holzbildhauer gründete er 1981 in seinem Heimatort eine Theatergruppe, mit der er Stücke von Molière, Ben Jonson, Georg Büchner und William Shakespeare inszenierte. 1987 wurde er Spielleiter der berühmten, alle zehn Jahre stattfindenden Passionsspiele seiner Heimatgemeinde. 1991 kürte ihn die Zeitschrift „Theater heute“ für die Uraufführung von Werner Schwabs „Volksvernichtung oder Meine Leber ist sinnlos“ zum Nachwuchsregisseur des Jahres. Bis 1996 war Stückl Regisseur an den Münchner Kammerspielen, danach arbeitete er an verschiedenen deutschsprachigen Bühnen. Im Sommer 2002 feierte seine Neuinszenierung von Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen Premiere. Seit 2000 ist Stückl Oberspielleiter der Oberammergauer Passionsfestspiele, wo er im Sommer 2011 „Joseph und seine Brüder“ nach Thomas Manns Tetralogie zur Aufführung brachte. Im Herbst 2002 wurde er zudem Intendant am Münchner Volkstheater, an dem er seit 2005 das Festival „Radikal jung“ veranstaltet. Im Juli 2011 wurde Christian Stückl mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. [© Schauspielhaus Zürich]

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Der Messias (The Messiah)

Von:
Patrick Barlow
Unter Mitarbeit von: Jude Kelly und Julian Hough
Uraufführung: 17. Januar 1983 (London, Tricycle Theatre)
Deutsch von: Volker Ludwig und Ulrike Hofmann
Deutschsprachige Erstaufführung: 11. Dezember 1987 (Berlin, GRIPS Theater Berlin)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
29. Oktober 09 (Schauspielhaus)
Regie: Ronny Jakubaschk
Bühne/Kostüme: Julia Plickat
Licht: Johan Delaere
Dramaturgie: Andreas Erdmann

Besetzung:
Theodor Stolze-Stadermann: Michael Quast
Bernhard: Andreas Uhse
Erna Timm, Opernsängerin: Sonja Ebl-Eisa


Aufführungsdauer: etwa 2 Stunden, eine Pause
Besprechung auf kulturfreak.de

Messias_2SCHSPFFM©APEnglert
Der Messias
Schauspiel Frankfurt
Michael Quast und Andreas Uhse
©
Alexander Paul Englert

Josef und Maria sind ein süßes Paar, findet Engel Gabriel. Aber zu sagen haben sie sich, wie es scheint, schon lang nichts mehr. Und seit Maria schwanger ist, keimt ein Verdacht in Josef. Bernhard und Theo sind gestandene Schauspieler – finden sie zumindest selbst. Aber auf der Bühne hilft ihnen das, wie es scheint, auch nicht weiter. Wenn ihnen ihre Stichworte nicht einfallen und die schönsten Textstellen einfach übersprungen werden. Ausgerechnet diese beiden aber nehmen es sich vor, die Ankunft des Messias auf der Bühne zu verkörpern. Mit allem, was die Bibel hergibt: Engeln, Hirten, bellenden Kamelen, Juden, Römern und Herodes, der nun einmal einfach keine Kinder mag. Denn was brauchen wir alle dringender als einen Erlöser? Was der jedoch mit der Verschwörung der bulgarischen Ausdruckstänzer, Tantra-Workshops, alten Polizeihunden aus Polen und der Startbahn West zu tun hat, das zeigt »Der Messias« mit Michael Quast am Schauspiel Frankfurt. Ab der Spielzeit 2009 / 10 wird Michael Quast mit seiner »Fliegenden Volksbühne« regelmäßig Gast in den Kammerspielen des Schauspiel Frankfurt sein. In Patrick Barlows »Der Messias« aber spielt er exklusiv im Programm und auf der Bühne des Schauspielhauses.

Zum Stück:
Das Leben hat sie nicht verwöhnt, die beiden Schauspieler Theodor und Bernhard. Der Agent hat auch schon lange nicht mehr angerufen. Dennoch sind sie wild entschlossen, etwas von dem Wenigen, das die Welt ihnen gegeben hat, zurückzugeben. Und zwar, indem sie die Geburt des Mannes auf die Bühne bringen, der berühmter als die Beatles ist. Mit sich selbst in allen Rollen: Josef und Maria, Herodes und die Weisen aus dem Morgenland, Hirten, Römer, bellende Kamele. Um ihr ehrgeiziges Ziel zu erreichen, haben sie nicht einmal die Gründung einer eigenen Theatercompagnie gescheut. Mit Theodor als Autor, Regisseur, künstlerischem Generaldirektor. Bernhard ist dabei vor allem ausführendes Organ und Medium der Visionen seines Chefs. Die Dritte im Bunde ist die Sängerin Erna Timm, genannt »die Timm«. Diese drei erzählen die Weihnachtsgeschichte auf ihre ganz eigene Art. Und jedes Hindernis, das ihnen dabei in die Quere kommt, spornt sie höchstens zu noch verwegeneren Improvisationen an.

Zum Autor:
Patrick Barlow, geboren 1947, ist ein englischer Schauspieler, Komiker und Autor. Sein Bühnen- Alter-Ego, Desmond Olivier Dingle ist Gründer, künstlerischer Leiter und Verwaltungsdirektor des aus zwei Schauspielern bestehenden National Theatre of Brent. Der Borough of Brent ist ein Stadtbezirk von London und liegt seit der Eingemeindung zu Greater London im Nordwesten der Stadt. Zusammen mit John Ramm alias Raymond trat Patrick Barlow selbst in der Uraufführung der National-Theatre-of-Brent-Produktion »The Messiah« auf. Weitere große Erfolge der Gruppe waren »The Charge Of The Light Brigade« und »The Complete Life And Works Of Shakespeare«. Barlow schrieb eine Reihe von Drehbüchern und Stücken für Bühne, Film, Fernsehen und Radio. Er hatte kleine Gastauftritte in den Filmen »Shakespeare In Love«, »Notting Hill« und »Das Tagebuch der Bridget Jones«.

Ronny Jakubaschk (Regie) geboren in Guben, Brandenburg. Studierte von 2001 bis 2006 Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und nahm im Jahr 2003 an der »Master Class Schauspiel« der Salzburger Festspiele teil. Währenddessen Inszenierungen und eigene Projekte in Leipzig (»Die Zauberflöte«, »MozartNullSechs«), Cottbus (»Pinguine können keinen Käsekuchen backen«, »Antigone«) und Bad Hersfeld (»Generation Faust« – eingeladen zum Theatertreffen der Jugend 2007). Von 2003 bis 2005 Assistenzen am Staatstheater Cottbus, Schauspiel Frankfurt und am Wiener Burgtheater. Ab 2006 als Regieassistent und Regisseur am Maxim Gorki Theater beschäftigt. Seine Inszenierung von Jörg Albrechts »Stell dir deinen Körper vor« wurde im Rahmen des Hamburger Kaltstart Festival 2008 gezeigt und seine Inszenierung von Horváths »Glaube Liebe Hoffnung« wurde 2009 zum Festival »Radikal Jung« in München eingeladen.

Julia Plickat (Bühne und Kostüm) geboren in Göttingen. Nach Architektur- und Bühnenbildstudium Assistenz am Schauspiel Frankfurt. Seitdem Arbeiten am Schauspiel Frankfurt, am Theater der Stadt Heidelberg, an der Landesbühne Niedersachsen Nord und am Maxim Gorki Theater Berlin. Gastspiele bei den Hessischen Theatertagen am Staatstheater Darmstadt, beim Festival »Kiezstürmer« am St. Pauli Theater Hamburg und bei »Radikal jung« am Volkstheater München. Zusammenarbeit unter anderem mit Florian Fiedler, Robert Lehninger, Kerstin Lenhart, Christian Hockenbrink und Simon Solberg.

[© Schauspiel Frankfurt]

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Michael Kohlhaas
Nach der Novelle von Heinrich von Kleist
Theaterfassung von Konstanze Lauterbach und Dagmar Borrmann

Zur Inszenierung des Theater Willy Praml (FFM):

Premiere:
17. November 11

Regie: Willy Praml
Bühne, Kostüme: Michael Weber

Mit: Reinhold Behling, Andreina Conti, Jakob Gail, Birgit Heuser, Claudio Vilardo, Michael Weber

Michael Kohlhaas
Theater Willy Praml ~ Frankfurt
Ensemble
© Seweryn Zelazny

Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Jeder darf - wenn er adelig ist und Vettern in irgendeiner Regierung hat - Grenzen errichten und Bürgern, wenn sie auf dem Weg zur Arbeit vorbeikommen, Geld in Form von Zöllen abknöpfen. Der rechtschaffene Rosshändler Michael Kohlhaas lässt sich das nicht mehr gefallen. Aus einem relativ unspektakulären - aber klaren - Unrecht, das ihm widerfährt, zündet er aus Rache ein halbes Land an. Der rechtschaffene Bürger schafft sich auf eigene Faust Recht. Unbeugsamer Rebell oder Amokläufer und Terrorist? [© Theater Willy Praml]

www.theater-willypraml.de

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
30. Januar 10

Inszenierung: Konstanze Lauterbach
Bühne: Andreas Jander
Kostüme: Karen Simon
Musik: Achim Gieseler
Dramaturgie: Dagmar Borrmann

Besetzung:

Michael Kohlhaas:
Michael Günther
Lisbeth/ Zigeunerin: Doreen Nixdorf
Herse/ Prinz von Meißen: Jörg Zirnstein
Tronka/ Wenk: Lars Wellings
Hinz/ Geusau/ 3. Ratsherr/ Meister Himboldt: Tobias Randel
Kunz: Bruno Winzen
Luther/ Graf Wrede: Uwe Kraus
Nagelschmidt/ Kurfürst von Sachsen: Oliver Breite
Burgvogt/ Sternbald/ Knecht Kunz/ Kurfürst v. Bandenburg: Florian Thunemann
Straßenjunge/ Bürgerin v. Wittenberg/ Hofdame: Eva-Maria Damasko
Junger Knecht bei Tronka/ Friedrich/ Händler: Michael v. Bennigsen
Amtmann/ 2. Ratsherr/ Abdecker/ Advokat: Benjamin Krämer-Jenster
Zöllner/ Rümhold: Gregor Müller
Gast bei Tronka/ 1. Ratsherr/ Offizier der Wache: Steven Gänge
Waldmann/ Gast bei Tronka/ Knecht: Dietmar Barbatschi

Kleists Novelle vom Rosshändler Kohlhaas, dem Unrecht geschieht und der die erlittene Demütigung in eine Wut ummünzt, die ein ganzes Land in Aufruhr bringt, erscheint 2009 in neuem Licht. Die Banken- und Wirtschaftskrise verunsichert nicht nur Menschen am unteren Rand der Gesellschaft, sondern auch in deren Mitte. Und nicht nur Verschwörungstheoretiker und Wichtigtuer prognostizieren für die kommenden Jahre soziale Unruhen, die sich nicht auf „Randgruppen“ oder „Problemviertel“ begrenzen werden lassen.

Kleists Michael Kohlhaas ist zunächst das Gegenteil eines Rebellen. Sein Gewerbe und seine Familie, das Vertrauen in Gott und Staat sind die Säulen seines Lebens. Das könnte immer so weiter gehen, wenn nicht der Junker von Tronka in einem Akt reiner Willkür ein paar von Kohlhaasens Pferden einbehalten und zugrunde richten würde. Kohlhaas will lange nicht glauben, was doch bald offensichtlich ist: dass er in dieser Sache nicht auf seine Obrigkeit zählen kann, sondern ein Filz von Vetternwirtschaft, Korruption, Feigheit und Amtsmissbrauch verhindert, dass ihm Recht widerfährt. Erst als Kohlhaasens Frau Lisbeth bei dem Versuch, mit einer Bittschrift zum Landesherren vorzudringen, stirbt, ist seine Langmut am Ende. Er sammelt eine Bande um sich und greift zur Selbsthilfe. Was als banal erscheinender Rechtsstreit beginnt, erschüttert am Ende die Grundfesten des Staatswesens.

Die Theaterfassung von Konstanze Lauterbach und Dagmar Borrmann wurde für die Inszenierung am Hessischen Staatstheater entwickelt und lehnt sich dramaturgisch eng an die Kleistsche Novelle an, akzentuiert und strafft aber den Stoff. Das Geschehen wird in seinem historischen Kontext erzählt (in dem sich sowohl die authentische Geschichte des Hans Kohlhase aus einer Chronik des 16. Jahrhunderts wie auch Kleists Reflexion seiner eigenen gesellschaftlichen Realität widerspiegeln). Konstanze Lauterbach inszeniert regelmäßig am Hessischen Staatstheater Wiesbaden und eröffnete zuletzt mit ihrer gefeierten Inszenierung von Alban Bergs „Lulu“ die Maifestspiele 2009.

[© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Minna von Barnhelm oder Das Soldatenglück
Lustspiel in fünf Aufzügen

Von: Gotthold Ephraim Lessing
Uraufführung: 30.September 1767 (Hamburg, Nationaltheater)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
24. September 10 (Schauspielhaus)

Regie: Jorinde Dröse
Bühne: Julia Scholz
Kostüme: Barbara Drosihn
Musik: Roderik Vanderstraeten
Dramaturgie: Alexandra Althoff

Besetzung:

Major von Tellheim:
Marc Oliver Schulze
Minna von Barnhelm: Claude De Demo
Franziska: Sandra Gerling
Just: Sascha Nathan
Paul Werner / Eine Dame in Trauer: Till Weinheimer
Der Wirt: Michael Benthin
Riccaut de la Marliniére: Michael Abendroth
Musiker Roderik Vanderstraeten

Besprechung auf kulturfreak.de

Minna von Barnhelm oder Das Soldatenglück
Schauspiel Fankfurt
Major von Tellheim (Marc Oliver Schulze), Minna von Barnhelm (Claude De Demo), Franziska (Sandra Gerling)
©: Birgit Hupfeld

Minna ist auf der Suche nach ihrem verschollenen Verlobten im gleichen schäbigen Gasthof abgestiegen wie ihr Major von Tellheim, sie weiß es nur noch nicht. Als die beiden dennoch aufeinander treffen, beginnt ein Kampf um Werte wie Gleichheit, Ehre, Glück und um das gesellschaftliche Äquivalent des Wertes schlechthin: Geld.
Jorinde Dröse, geboren 1976 in Hanau, stellt ihre erste Arbeit in Frankfurt vor. Sie inszenierte u.a. am Thalia Theater Hamburg und am Deutschen Theater in Berlin. Derzeit ist sie Hausregisseurin am Maxim Gorki Theater Berlin.


Jorinde Dröse
geboren 1976 in Hanau. Sie studierte an derTheaterakademie in München Dramaturgie sowie Regie am Institut für Schauspieltheater-Regie an der Universität Hamburg. Zunächst arbeitete sie als Regieassistentin am Schauspiel Frankfurt, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und am Theater Basel. Sie inszenierte regelmäßig am Hamburger Thalia Theater unter der Intendanz von Ulrich Khuon, außerdem u.a. am Münchner Volkstheater, an den Münchner Kammerspielen und am Schauspielhaus Bochum. In der letzten Spielzeit inszenierte sie am Deutschen Theater Berlin Büchners »Woyzeck« in der Fassung von Robert Wilson, Tom Waits und Kathleen Brennan und »Schwarzes Tier Traurigkeit« von Anja Hilling. Jorinde Dröse ist seit der Spielzeit 2010/11 Hausregisseurin am Maxim Gorki Theater Berlin. Sie lebt mit Mann, Sohn und Hund in Berlin.

Barbara Drosihn
geboren 1965 in Hamburg. Dort wurde sie zur Damenschneiderin ausgebildet und studierte Kostümdesign an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Im Anschluss arbeitete sie als Kostümassistentin am Thalia Theater in Hamburg. Sie entwarf Kostüme für Inszenierungen u.a. von Jorinde Dröse, Andreas Kriegenburg, Michael Thalheimer, Stephan Kimmig und Nicolas Stemann. Als freie Kostümbildnerin arbeitet sie u.a. am Schauspielhaus Bochum, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Deutschen Theater Berlin, an der Bayerischen Staatsoper sowie am Burgtheater in Wien.

Julia Scholz
geboren 1973 in Hannover, studierte Bühnen- und Kostümbild am »Central Saint Martins College of Art & Design« in London. Danach war sie als Bühnenbildassistentin am Schauspiel Köln, am Staatstheater Stuttgart und am Thalia Theater Hamburg tätig. Seit 2002 arbeitet sie als freischaffende Bühnenbildnerin u.a. am Thalia Theater in Hamburg, am Schauspiel Leipzig, am Schauspielhaus Bochum, am Volkstheater München und am Schauspiel Frankfurt. »Minna von Barnhelm« ist ihre achtzehnte gemeinsame Arbeit mit Jorinde Dröse.

Roderik Vanderstraeten
  geboren 1973 in Brüssel. Er studierte Musik und darstellende Künste in Ostende, Brüssel und Antwerpen sowie Tanz und Theater an der »L´Ecole-Atelier Rudra Béjart« in Lausanne. In London absolvierte er erfolgreich die »School of Audio Engineering«. Seit 1998 arbeitet er als freischaffender Komponist und Musiker u.a. in München, Stuttgart und Toulouse. 2002 erhielt er für das Tanztheaterstück »Dolomytica« den Preis »Premio Danza & Danza« in der Kategorie »beste Originalkomposition«. Seit der Spielzeit 2005/06 gastierte er regelmäßig am Schauspielhaus Bochum als Komponist, Musiker und Choreograf. Dort arbeitete er bereits für die Inszenierung »I Hired a Contract Killer« mit der Regisseurin Jorinde Dröse zusammen.

[© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Moby Dick
nach Herman Melville

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
7. März 10 (Studio; ab 11 Jahren)

Inszenierung: Stefan Schletter
Bühne: Marcel Franken, Charles Toulouse
Videoprojektion: Marcel Franken
Kostüme: Heike Ruppmann
Musik: Ernst August Klötzke

Mit: Charles Toulouse, Wolfgang Zarnack, Oliver Wronka

Neugierig, die Welt zu entdecken, heuert der junge Ismael auf dem Walfangschiff „Pequod“ an. Unter der Führung des einbeinigen Kapitäns Ahab sticht die Mannschaft in See. Noch ahnen die Männer nicht, dass ihre Rückkehr auf dem Spiel steht, denn Ahab nutzt die Fahrt für sein eigenes Ziel. Besessen von dem Gedanken nach Vergeltung jagt er den weißen Wal Moby Dick, der ihn einst zum Krüppel machte. Er verfolgt fanatisch seinen Plan und missbraucht jeden an Bord als Werkzeug seiner Rache. Doch nur einer wird überleben, um die Geschichte erzählen zu können...

Der Siegeszug des Melvilleschen Romans auf der literarischen Weltbühne begann erst ca. 50 Jahre nach seinem Erscheinen 1851. Die Mischung aus Abenteuergeschichte und philosophischem Roman wurde zur Parabel auf den besessenen Menschen, der glaubt, die Natur besiegen zu können. In unzähligen Adaptionen wie Verfilmungen, Hörspiele oder Rocksongs wurden die verschiedenen Aspekte der Vorlage und die Vielschichtigkeit des Romans immer wieder deutlich.

Stefan Schletter, der als Regisseur am Jungen Staatstheater tätig ist und u.a. für die Stücke „Die Werkstatt der Schmetterlinge“, „King A – Die Ritter der Tafelrunde“ und „Wir alle für immer zusammen“ verantwortlich zeichnet, erarbeitet mit dem Ensemble eine eigene Bühnenversion des Stoffes. [© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Die Möwe
Komödie in vier Akten

Von: Anton Čechov
Uraufführung: 17. Oktober 1896 (Petersburg)

Zur Inszenierung des Theater Landungsbrücken, Frankfurt in der Übersetzung von Thomas Brasch:

Premiere:
12. Mai 06

Inszenierung: Torge Kübler
Regieassistenz: Britta Benedetti
Bühnenbild: Judith Philipp (UDK Berlin)

Mit:
Michaela Conrad, Michael Haase, Johannes Kiem, Mario Krichbaum, Sandra Lühr, Katharina Poensgen, Paddy Twinem

Besprechung auf kulturfreak.de

Es wird viel passieren: Medwedenko liebt Mascha, Mascha liebt Konstantin, Konstantin liebt Nina, doch Nina liebt Trigorin, der mit Irina zusammen ist, die niemanden liebt als sich selbst. Ein Reigen aus unerwiderten Sehnsüchten und nicht gelebten Leben, und zugleich: die Angst vor der eigenen Bedeutungslosigkeit, der ewige Teufelskreis zwischen den eigenen Wünschen und der fehlenden Kraft zu ihrer Verwirklichung. Alles verharrt in einer zähen Lethargie: „Landleben – Langlegen...“

Eine Clique Mittdreissiger trifft sich in einem Theater, um ein Stück zu sehen, das Konstantin, ein ehrgeiziger Jungdramatiker verfasst hat. Die Hauptrolle spielt Nina, Konstantins große Liebe. Doch das Stück fällt durch und Nina wirft sich dem bereits etablierten Schriftsteller Trigorin an den Hals. Zwei Jahre später trifft man sich wieder, und „es ist viel passiert“: Konstantin hat einen Selbstmordversuch unternommen, Nina hatte ein Kind mit Trigorin, das Kind starb, Trigorin verließ sie und kehrte zu der bekannten Schauspielerin Irina zurück, die immer noch alle nervt mit ihrem Geltungsdrang und ihrer durchschaubaren Angst vor dem Erlöschen ihres Sterns. Andererseits: es ist nichts passiert, alle rennen ihren Wünschen hinterher wie immer, alle bleiben wo und wie sie sind. Einzig Nina hat sich aus ihrem eigenen Teufelskreis befreit und einen Schritt nach vorn gewagt: sie ist eine Schauspielerin geworden, keine gute, aber immerhin hat sie ihren Traum realisiert und ihre Lektion gelernt: „Das wichtigste für jeden Menschen, ob er mit Kunst zu tun hat oder nicht, ist, dass er lernt, auszuhalten, was ihm geschieht.“ Oder ist nur ihr Teufelskreis größer geworden, in dem auch sie sich um sich selber dreht?

Die Inszenierung stellt diesen Teufelskreis in den Vordergrund und fragt nach den Bedingungen und Voraussetzungen für die moderne Biedermeierzeit, in der immer mehr Menschen auf der Flucht vor ihren eigenen Wünschen sind, auf der Flucht vor dem eigenen Selbst-Bewußtsein. Diese Fluchten nehmen unterschiedlichste Formen an: Flucht in neue Überwachungs- und Sicherheitstechniken, Flucht in immer ausgedehntere Party-Exzesse, Flucht in die neue Schwemme von Herzschmerz-Vorabendserien und Telenovelas, in die virtuelle Welt des Internet – Hauptsache Ablenkung vor existentiellen Fragen. Die diversen Fluchten vor der bewussten Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbst zusammen mit der melancholischen Komik machen diesen Text zu einem idealen Instrument, um die Vogel-Strauß-Strategie der neuen Biedermeierzeit sichtbar zu machen. Es entwickelt sich ein melancholischer Reigen in der Ästhetik der Schwarz-Weiß-Filme der Zwanziger Jahre, inklusive musikalischer Begleitung live am Klavier.

www.landungsbruecken.org (externer Link)

Moser oder Die Passion des Wochenend-Wohnzimmergottes

Von:
Franzobel
Uraufführung: 25. Februar 10 (Wien, Theater in der Josefstadt)

Zur Inszenierung des Wiener Theater in der Josefstadt:

Premiere
25. Februar 10 (Uraufführung)

Regie: PeterWittenberg
Bühnenbild und Kostüme: Florian Parbs
Musik: Roland Neuwirth & Extremschrammeln

Besetzung:

Alter Moser:
Erwin Steinhauer
Junger Moser, sein unangenehmes Alter Ego: Florian Teichtmeister
Blanca Moser, seine Frau: Sandra Cervik
Paul, Schauspieler: Martin Zauner
Theaterdirektor / Hitler / Maskenbildner: Hubsi Kramar
Wackel, Spitzel, Hitlers Adjudtant: Alexander Pschill

Moser oder Die Passion des Wochenend-Wohnzimmergottes
Theater in der Josefstadt, Wien
Florian Teichtmeister, Hubsi Kramar, Sandra Cervik, Erwin Steinhauer, Roland Neuwirth
© Erich Reismann

“Hans Moser, dieser Wiener Charlie Chaplin, Volksschauspieler schlechthin, brachte wie kein anderer den typischen Österreicher zum Ausdruck. Mit seiner kauzigen Art, seinem watschelnden Gang, seinem G’schau und dem berühmten Nuscheln verkörperte er den gängigen Eigensinn, die unbestechliche Souveränität des kleinen Mannes. Für mich ist Hans Moser, diese große Kunstfigur des Raunzens, aber auch ein Wiener Bruder Gustaf Gründgens, ein Mephisto. Die Nazizeit brachte ihn, den Unpolitischen, steil nach oben. Er wurde bestverdienender Schauspieler, musste aber damit fertig werden, dass seine geliebte jüdische Frau nach Budapest und seine Tochter nach Buenos Aires flüchten mussten. Er hatte enormen Erfolg, wurde von den Massen geliebt, verkörperte das minimal widerständige Österreich und war doch einsam und unglücklich. Ich sehe in Hans Moser eine große Kulminationsfigur des 20. Jahrhunderts. An ihm lassen sich Hoffnungen und Ängste, Couragiertheit und Durchlavieren zeigen, Macht und Ohnmacht des Einzelnen in den Mühlen der Geschichte. So wie er die kleinen Spielräume seiner festgeschriebenen Rollen nützte, extemporierte, ist er noch immer Sinnbild für die Freiheit auf österreichisch.” Franzobel

Franzobel, geboren 1967 in Vöcklabruck, studierte von 1986 bis 1994 Germanistik und Geschichte in Wien.Während seines Studiums war er als Komparse amWiener Burgtheater tätig und beschäftigte sich bis 1992 intensiv mit Malerei und Concept Art. Heute arbeitet Franzobel als freischaffender Schriftsteller, und seine literarische Bandbreite ist enorm: Er schreibt Romane, Gedichte, Theaterstücke, Hörspiele und Kinderbücher. Für seine Erwachsenenbücher erhielt Franzobel zahlreiche Preise und Auszeichnungen.
„Franzobels Welt ist verschroben aktuell, zeitgeschichtlich auf dem neuesten Stand und massenpsychologisch vielleicht sogar noch weiter. In deutschen Feuilletons schmückt man ihn mit den Beinamen Worterfindungsmeister, barocker Geschichtenerdenker und Menschenkenner. Fußballmetaphorisch ist der regelmäßig in Argentinien weilende Schriftsteller eindeutig der Goleador der österreichischen Gegenwartsliteratur. Franzobel kreiert einen Erzählstil, der vor skurriler Metaphorik und semantischen Finessen, vor Neologismen und Klangmalereien nur so sprüht und funkelt. Vorsicht: Suchtgefahr!" (Die Zeit)

Hans Moser (6.8.1880 - 19.6.1964)
Einer der wohl populärsten österreichischen Schauspieler debütierte bereits 1902 unter der Direktion von Josef Jarno amTheater in der Josefstadt. Er blieb jedoch nur fünf Jahre , um schließlich 1925 unter Max Reinhardt zurückzukommen. Nun gehörte er bis 1939 dem Ensemble an und spielte Rollen wie den Major Paul Petkoff in Shaws „Helden”, den Melchior in Nestroys „Einen Jux will er sich machen”, den Probstein in Shakespeares „Wie es euch gefällt” und den FortunatusWurzel in Raimunds „Bauer als Millionär”. Nach zwei weiteren Auftritten 1952 und 1953 kehrte er 1961 nochmals ans Theater in der Josefstadt zurück, als Flickschuster Pfrim in Nestroys „Höllenangst”. [©Theater in der Josefstadt]

www.josefstadt.org

Motortown

Von:
Simon Stephens
Deutschsprachige Erstaufführung: 23. November 06 (Zürich, Schauspielhaus)
Deutsche Erstaufführung: 2. Dezember 06 (Mainz, Staatstheater Mainz)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
2. Dezember 06 (Deutsche Erstaufführung)

Inszenierung: Matthias Fontheim
Bühne und Kostüme: Susanne Maier-Staufen
Dramaturgie: Marie Rötzer
Regie-Assistenz: Christian Schürmann
Inspizienz: Claudia Sekinger
Souffleuse: Marie-Charlotte Auersperg

Lee: Thomas Prazak
Danny: Tim Breyvogel
Marley: Julia Kreusch
Tom: Martin Bretschneider
Paul: Michael Schlegelberger
Jade: Katharina Knap
Justin: Stefan Walz
Helen: Friederike Bellstedt

www.staatstheater-mainz.de

Mutter Courage und ihre Kinder

Von:
Bertold Brecht
Musik: Paul Dessau
Uraufführung: 19. April 1941 (Zürich, Schauspielhaus Zürich)

Zur Inszenierung des Theater Trier:

Premiere:
9. April 11

Inszenierung: Judith Kriebel
Musikalische Leitung/Keyboards: Angela Händel
Bühnenbild: Gerd Friedrich
Kostüme: Carola Vollath
Dramaturgie: Peter Oppermann

Besetzung:

Mutter Courage:
Barbara Ullmann
Kattrin, ihre stumme Tochter: Antje-Kristina Härle
Eilif, der ältere Sohn/Ein junger Soldat: Helge Gutbrod
Schweizerkas, der jüngere Sohn/Ein junger Bauer: Tim Olrik Stöneberg
Der Koch: Peter Singer
Der Feldprediger: Michael Ophelders
Der Werber/Der Zeugmeister/Ein Schreiber/Ein Bauer: Hans-Peter Leu
Der Feldwebel/Der Feldhauptmann/Der Obrist/Der Fähnrich: Manfred-Paul Hänig
Yvette Pottier: Sabine Brandauer
Eine Bäuerin: Elke Becker
Soldaten/Geschäftsleute: Statisterie des Theaters Trier

Gitarre: Christoph Haupers
E-Bass: Peter Kasper
Schlagzeug: Matthias Lang

Die Kriege des 21. Jahrhunderts haben neue Dimensionen angenommen. Geführt werden sie vordergründig mit dem Argument der Terrorismusbekämpfung, doch kommerzielle Interessen stehen ebenso im Mittelpunkt. Nach der systematischen Vernichtung erweist sich der Wiederaufbau stets als profitabel. Wahrheiten und Unwahrheiten sind trotz Allmacht der Medien oft nur bruchstückhaft rekonstruierbar. Es bleibt der entsetzliche Widerspruch von Profit und Tod. Vor diesem aktuellen Hintergrund gilt es, Brechts Parabel über die Sinnlosigkeit der kriegerischen „welt.eroberung“ neu zu durchleuchten und eine globalisierte Welt zu zeigen, die sich von der Gewalt als Mittel zur Austragung von Konflikten noch immer nicht zu distanzieren vermag. Die junge Regisseurin Judith Kriebel überzeugte zuletzt am Theater Trier mit ihrer Inszenierung von Yasmina Rezas Stück DER GOTT DES GEMETZELS. [© Theater Trier]

www.theater-trier.de

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
23. Januar 10

Regie: Robert Schuster
Bühne und Kostüme: Hartmut Meyer
Musikalische Leitung: Susanne Blumenthal
Musikalische Bearbeitung: Christine Schulz-Wittan
Kostüme: Emily Laumanns, Stefanie Lindner, Matthias Winkler
Licht: Frank Kraus
Dramaturgie: Sibylle Baschung

Besetzung:

Mutter Courage:
Heidi Ecks
Yvette: Franziska Junge
Eilif: Oliver Kraushaar
Kattrin: Kathleen Morgeneyer
Feldkoch: Joachim Nimtz
Schweizerkas: Christian Beermann
Feldprediger: Andreas Uhse
Soldaten: Martin Butzke
Katharina: Hackhausen
Johannes Flachmeyer: Nicholas Reinke

Orchester:
Violine:
Eva Hennevogl / Shin-Hye Park, Sophie Müller
Viola: Anna Pommerening / Johanna Brückner
Violoncello:Mareike Oehler / Anna Reitmeier
Trompete: Daniel Albrecht / Julian Walz
Akkordeon: Alexander Stegemann / Robert Beyer
Schlagwerk: Lale Pekkip

Besprechung auf kulturfreak.de

Mutter Courage
Schauspiel Frankfurt
Schweizerkas (Christian Beermann), Kattrin (Kathleen Morgeneyer)
Foto:
Alexander Paul Englert

Krieg ist ein Geschäft, Geschäft ist Krieg. Selbstbewusst stürzt sich Anna Fierling, genannt »Courage«, auf das Schlachtfeld des Marktes. Dort führt sie einen existentiellen Kampf um Profit und das Leben ihrer Kinder. Während sie unnachgiebig und wagemutig Geschäfte macht, wird den Kindern ihr ahnungsloser Heldenmut zum tödlichen Verhängnis. – Mit seinen bekannten Liedern und vitalen Rollen auch jenseits aller Ideologie ein bewegendes Stück über Menschen, die überleben wollen. In der Inszenierung von Robert Schuster sehen Sie Heidi Ecks als Mutter Courage.

Robert Schuster (Regie) wurde in Meißen geboren. 1991 bis 1992 absolvierte er das Grundstudium der Theaterwissenschaft und Ästhetik an der Humboldt-Universität, danach arbeitete er als Dramaturg an den Freien Kammerspielen Magdeburg. Er studierte von 1992 bis 1996 Regie an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin. Ab 1994 arbeitete er als Regisseur gemeinsam mit Tom Kühnel beim Kunstfest Weimar, am bat (»Die Maßnahme« von Bertolt Brecht und Sophokles »Antigone«), am Schlosstheater Moers und am Maxim Gorki Theater (»Der Drache«, »Miss Sara Sampson« / »Stella«). Von 1997 bis 1999 waren Robert Schuster und Tom Kühnel als Hausregisseure am Schauspiel Frankfurt engagiert. Gemeinsam inszenierten sie u.a. »Peer Gynt«, »Titus Andronicus« und Goethes »Faust«. Mit Bernd Stegemann zusammen übernahmen sie von 1999 bis 2002 die künstlerische Leitung des TAT Frankfurt. Danach inszenierte Robert Schuster Oper und Schauspiel u.a. in Hannover, Basel, Bremen und am Deutschen Theater Berlin. 2004 wurde er als Professor für Regie an die Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« in Berlin berufen.

Hartmut Meyer (Bühne) wurde 1953 in Röbel geboren. Er studierte Bühnenbild an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. 1981 begann seine Zusammenarbeit mit Frank Castorf am Theater Anklam. 1988 reiste er aus der DDR aus. Ab 1992 folgten weitere Arbeiten mit Frank Castorf an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (u.a. »Die Schmutzigen Hände«, »Caligula«). Seit Anfang der 1990er Jahre arbeitet Hartmut Meyer auch verstärkt für die Oper, so z.B. an der Staatsoper unter den Linden (u. a »Pelleas und Mellisande« mit Ruth Berghaus), in Kopenhagen, Basel und Köln. Für seine Bühnenbilder hat er zahlreiche Preise gewonnen, so z. B. die Goldmedaille der Prager Quadrinale. In der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute wurde er mehrfach als bester Bühnenbildner genannt. Hartmut Mayer ist Professor für Bühnenbild an der Universität der Künste in Berlin und leitet die Bühnenbildklasse.

Emily Rebecca Laumanns (Kostüm) wurde 1981 in Siegen geboren. Nach dem Abitur sammelte sie Erfahrungen am Theater Siegen, Schauspiel Bonn und dem Deutschen Theater Berlin, wo sie unter anderem mit Regisseuren wie Marc Becker und Jürgen Kruse arbeitete. 2005 begann sie ihr Bühnenbildstudium an der Universität der Künste Berlin. Seitdem arbeitet sie mit Miriam Salevic und Roman Lemberg z. B. an der Neuköllner Oper Berlin, mit Gastspielen im Marktgrafentheater Erlangen, Berghain Berlin und der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.

Stefanie Lindner (Kostüm) wurde 1985 in Pegnitz geboren. Bis zum Abitur 2004 arbeitete sie in dem dorfgastronomischen Familienbetrieb, danach bei dem Designer Luigi Colani in Karlsruhe und begann 2005 das Bühnenbildstudium an der Universität der Künste Berlin bei Hartmut Meyer. Im März 2009 wurde Stefanie Lindner als Stipendiatin in die Künstlerförderung der Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen.

Matthias Winkler (Kostüm) wurde 1981 in Rüdersdorf bei Berlin geboren. Nach der Ausbildung zum Medienmanager begann er sein Studium in der Bühnenbildklasse von Hartmut Meyer. Er entwarf Bühnenbilder für die KO–Projekte an der Universität der Künste Berlin mit Studenten von der Hochschule für Musik »Hanns Eisler«, »The Telephone« und »La Voix Humaine« mit Karoline Gruber in Lübeck und Lissabon. 2008 Zusammenarbeit mit Manfred Trojahn (»Limonen aus Sizilien«) und 2009 mit Rolf Hochhuth (»Sommer 14«).

Christine Schulz-Wittan (Musikalische Bearbeitung) wurde 1952 in Leipzig geboren. Sie studiert Musikwissenschaft an der Humboldt-Universität, anschließend Dirigieren und Komposition an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin. Von 1976 bis 1989 Engagements als Kapellmeister an den Theatern Neustrelitz und Magdeburg. Außerdem Cembalistin und Dirigentin beim Telemann-Consort Magdeburg und Telemann- Kammerorchester Blankenburg (Kloster Michaelstein). Seit 1989 arbeitet sie freischaffend, unter anderem mit der Weimarer Staatskapelle, den Jenaer Philharmonikern und dem Rundfunksinfonieorchester Berlin. Sie komponierte für Theater in Berlin, Potsdam und Frankfurt am Main. Seit 1989 hat Christine Schulz-Wittan Lehraufträge an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« sowie der Schauspielschule »Ernst Busch« Berlin.

Susanne Blumenthal (Musikalische Leitung) wurde 1975 in Bonn geboren, studierte Klavier und Gesang in Mainz und Köln und nach dem Staatsexamen Dirigieren bei Prof. Ralf Otto in Essen. Zahlreiche Dirigier-Meisterkurse, u. a. bei Bernhard Haitink, Sylvain Cambreling und Hartmut Hänchen sowie Hospitanzen an diversen Opernhäusern. 2007 gewann sie den 1. Preis beim Dirigentinnen-Wettbewerb der Bergischen Symphoniker. Für die Spielzeit 07 / 08 erhielt sie dort ein Stipendium des Landes NRW und leitete diverse Konzertproduktionen des Orchesters. Sie ist Mitbegründerin und Dirigentin des EOS Kammerorchester Köln. 2005 rief sie das Vokalensemble O:TON ins Leben, mit dem sie u. a. gemeinsam mit der Saxophonistin Angelika Niescier auf dem Moers Festival 2008 auftrat. Als Pianistin konzertiert sie sowohl solistisch als auch in verschiedenen Ensembles – darunter in dem von ihr gegründeten Helios Ensemble, für welches sie selbst Stücke schreibt. Seit Oktober 2009 ist sie als Dirigentin-Stipendiatin der Internationalen Ensemble Modern Akademie in Frankfurt.
[© Schauspiel Frankfurt]

 
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