Theater Stückeinfo: M
 

Mädchen in Uniform („Ritter Nérestan“)

Von: Christa Winsloe (1888 - 1944)

Zur Inszenierung des Schauspielhaus Hamburg:

Premiere:
25. Februar 10 (Uraufführung in der Fassung von René Pollesch

Regie: René Pollesch
Bühne: Bert Neumann
Kostüme: Tabea Braun
Chorleitung: Christine Groß

www.schauspielhaus.de


Zur Inszenierung des Centraltheater Leipzig:

Premiere: 23. September 09

Regie: Mareike Mikat
Raum: Susanne Münzner
Ausstattung: Maike Storf
Dramaturgie: Johannes Kirsten

Mit: Rosalind Baffoe, Natalia Belitski, Artemis Chalkidou, Ellen Hellwig, Lisa Jopt, Emma Rönnebeck, Birgit Unterweger

Das strenge System einer Erziehungsanstalt, geprägt von preußischen Tugenden wie Gehorsam und Disziplin, wird durch die Sprengkraft der Liebe in seinem Betrieb gestört, letztlich in seinen Grundfesten aber nicht erschüttert.

Manuela von Meinhardis, Offizierstochter und Halbwaise, kommt neu auf eine Internatsschule, die von der strengen Oberin mit harter Hand geleitet wird. Einzig die junge Lehrerin Fräulein von Bernburg gibt den Mädchen Wärme und Menschlichkeit. Sie versucht, sie als Individuen zu sehen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Schülerinnen für diese Lehrerin schwärmen, wie sie es sonst nur für Filmschauspieler tun. Aber was nicht sein darf, das kann nicht sein. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf. Am Ende bleibt das System unangetastet – aber zu welchem Preis?

Christa Winsloes Drama über die Liebe einer Internatsschülerin zu ihrer Lehrerin wurde 1930 in Leipzig uraufgeführt und aufgrund des großen Erfolgs schon 1931 ein erstes Mal sowie 1958 mit Romy Schneider in der Hauptrolle ein zweites Mal verfilmt.

In ihrer Annäherung an das Stück will die Regisseurin Mareike Mikat nach dem „Meinhardissyndrom“ in der heutigen Zeit suchen. Wie lässt sich weibliche Individualität immer wieder behaupten? Trägt nicht eine jede ihre Manuela von Meinhardis mit sich herum? [Johannes Kirsten, © Centraltheater Leipzig]

www.centraltheater-leipzig.de

Malaga
Von:
Lukas Bärfuss
Uraufführung: 9. Mai 2010 (Zürich, Schauspielhaus Zürich, Pfauen)

Zur Inszenierung des Schauspielhaus Zürich:

Premiere:
Sonntag, 9. Mai 10 (Uraufführung)

Regie: Barbara Frey
Bühne/Kostüme: Bettina Meyer
Lichtdesign: Rainer Küng
Dramaturgie: Andrea Schwieter

Mit:
Vera:
Carolin Conrad
Michael: Markus Scheumann
Alex: Jirka Zett


Vera und Michael leben getrennt. Sie haben eine kleine Tochter, Rebekka. Michael muss zu einem wichtigen Kongress fahren, Vera will mit ihrem neuen Freund nach Malaga reisen. Dummerweise ist der Babysitter, der sich um die Tochter kümmern sollte, erkrankt, aber Vera hat für Ersatz gesorgt: Alex wird nach Rebekka schauen. Leider ist Alex ein junger Mann, eine Tatsache, die Michael, der Vater, nur schwer akzeptieren kann. Er hält junge Männer für leichtsinnig, zusammen mit Rebekkas Lebendigkeit eine gefährliche Mischung. Vera versteht das nicht, sie findet Michaels Verhalten rückständig. Sie ist nicht bereit, ihre Reise zu verschieben, Michael kann den Kongress nicht sausen lassen - und natürlich geraten die beiden darüber in Streit. Erst als Michael begreift, dass er keine Wahl hat, weil er in zwölf Stunden keinen anderen Babysitter findet, erklärt er sich bereit, sich den jungen Mann anzusehen.
Ein Verhör findet statt. Michael macht Alex klar, wie schwierig und anstrengend es ist, sich um ein kleines Mädchen zu kümmern. Er schildert die Herausforderung so deutlich, bis Alex Angst bekommt und seine Zusage zurückzieht. Es endet damit, dass Michael, der unbedingt zu diesem Kongress fahren muss, schliesslich Alex überredet, sich um Rebekka zu kümmern. Vera und Michael verreisen, jeder an seinen Ort, der für das jeweilige Glück so viel versprechend ist. Als die beiden zurückkommen, ist Rebekka nicht mehr da. In der Abwesenheit der Eltern ist ein Unglück passiert…

Lukas Bärfuss, 1971 in Thun geboren, arbeitet seit dieser Spielzeit als Schriftsteller und Dramaturg am Schauspielhaus Zürich. Er zählt mit Stücken wie „Meienbergs Tod“, „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“, „Der Bus“ (Mülheimer Dramatikerpreis 2005), „Die Probe“, „Alices Reise in die Schweiz“ oder „Öl“ zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Dramatikern der letzten Jahre.
2008 legte Lukas Bärfuss mit „Hundert Tage“ einen Aufsehen erregenden und preisgekrönten Roman vor, für den ihm Ende März mit dem Hans-Fallada-Preis eine der wichtigsten deutschen Literaturauszeichnungen verliehen wurde.

Die künstlerische Direktorin
Barbara Frey brachte 2003 am Theater Basel Bärfuss’ Stück „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“ erfolgreich zur Uraufführung, im selben Jahr wurde das Stück in ihrer Inszenierung zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“ wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und weltweit gespielt. [© Schauspielhaus Zürich]

www.schauspielhaus.ch

Der Mann ohne Vergangenheit („Mies vailla menneisyyttä”)
Schauspiel nach dem gleichnamigen Film von: Aki Kaurismäki

Deutsch von: Maria Helena Nyberg
Uraufführung: 15. Januar 2005 (Dresden, Staatstheater Dresden)

Zur Inszenierung des Centraltheater Leipzig:

Premiere:
26. September 09

Regie: Annette Pullen
Raum: Susanne Münzner
Ausstattung: Gregor Sturm
Dramaturgie: Johannes Kirsten

Mit: Martin Brauer, Sebastian Grünewald, Sylvia Habermann, Andrej Kaminsky, David Kosel, Melanie Schmidli

Ein Mann, herausgefallen aus der Zeit, kann sich durch einen Schlag auf den Kopf nicht mehr erinnern, wer er ist. Ohne Identität ist er ein Niemand, den auch grobmaschige soziale Netze nicht mehr auffangen. In einer Gesellschaft, in der sich der Mensch in erster Linie durch sein Tun, vor allem durch seine Arbeit definiert, ist der Verlust des Wissens um die eigene Profession besonders gravierend. Kann der Mann sein altes Leben nicht mehr finden, muss er ein neues Leben erfinden. Hilfe widerfährt ihm durch die Solidarität der kleinen Leute, Obdachlosen und anderen Underdogs, die das Containerdorf am Hafen der Stadt bewohnen. In Zeiten sozialer Kälte und Auflösung staatlicher Strukturen ist diese solidarische Gemeinschaft ein Hoffnungsschimmer. Kraft und Hoffnung gibt aber auch die Liebe zu der Heilsarmistin Irma.

Eine moderne Auferstehungsgeschichte, voller Melancholie und einer ganz eigenen Art Humor. Mit dem Stück nach dem gleichnamigen Film des finnischen Regisseurs Aki Kaurismäki wird sich die Regisseurin Annette Pullen erstmals in Leipzig vorstellen. [Johannes Kirsten, © Centraltheater Leipzig]

www.centraltheater-leipzig.de

Männerhort
Komödie von:
Kristof Magnusson

Uraufführung: 19. Oktober 2003 (Bonn, Schauspiel)

Zur Inszenierung des Fritz Remond Theater im Zoo FFM:

Premiere:
28. Mai 09
Spielzeit bis: 28. Juni 09

www.fritzremond.de

Inszenierung desTheater am Kurfürstendamm, Berlin:

Regie:
Andreas Schmidt
Bühne: Anja Wegener
Kostüm: Antje Meerwein

Mit:
Bastian Pastewka
Christoph Maria Herbst
Michael Kessler
Jürgen Tonkel

Premiere: 27. November 2005
In der Saison 09/10 auf dem Spielplan vom 31. Oktober bis 29. November 09

Karten 030/88 59 11 88 und unter www.komoedie-berlin.de

Männerhort, Theater am Kurfürstenplatz - Berlin
Die Expertenrunde: J. Tonkel, B. Pastewka, C.M. Herbst, M. Kessler
Foto: Jim Rakete

Der Männerhort als solcher
Der Männerhort ist eine Geschäftsidee, entstanden in großen Kaufhäusern, zunächst in London, dann in Hamburg. Dort heißen sie „Männergarten“. Vor der samstäglichen Shoppingtour können Frauen ihre Männer hier abgeben und sich dann in aller Ruhe dem Einkaufen hingeben. Ein wenig erinnert das natürlich an das Spielparadies bei IKEA. Hüpfburgen gibt es im Hamburger Männergarten aber nicht. Hier werden die Gäste mit Kartenspielen, Zeitschriften und Fußballübertragungen unterhalten.

„Expertenrunde im Keller“
Kristof Magnussons „Männerhort“ ist nicht sonderlich gemütlich. Er befindet sich im Keller des „Happy Centers“ – einer Shoppingmall. Jeden Samstagnachmittag treffen sich hier Eroll (Bastian Pastewka), ein Informatiker, Lars Rudolph (Christoph Maria Herbst), Manager, und Helmut (Michael Kessler), Pilot. Es ist ein Ort, an dem sie sich den Frust über den Einkaufstick ihrer Frauen von der Seele reden: „Immer, wenn du denkst, du hast es geschafft, ist ein Schuhgeschäft in der Nähe,“ und sich ungestört ihren Lieblingsbeschäftigungen hingeben: Fachsimpeln über Werkzeuge, Fußball, Biertrinken. In dieser Idylle werden sie von Mario (Jürgen Tonkel), dem Sicherheitsbeauftragten des Centers überrascht. Nach anfänglichen Bedenken integrieren sie ihn in ihre „Expertenrunde“. In den „Kellergesprächen“ entlarven die vier sich selbst und ihre Macken.
Frauen treten in dem Stück nicht auf, sind aber ständig präsent, denn die Expertenrunde im Keller redet ununterbrochen über sie: ihre Einkaufsgewohnheiten, Ticks und Vorlieben.

Der Autor
„Männerhort“ ist das dritte Stück des 1976 in Hamburg geborenen Kristof Magnusson. Nach einer Ausbildung zum Kirchenmusiker arbeitete er in der Obdachlosenhilfe in New York, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und der Universität Reykjavik. Kristof Magnusson hat verschiedene „Zuhause-Orte“: Seine Heimatstadt Hamburg und Reykjavik. Derzeit pendelt er zwischen Berlin, wo er eine kleine Wohnung hat und der Schweiz. Hier lebt er als Stipendiat in der Stadt Langenthal.
Mit seinem ersten Roman „Zuhause“ war er zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb nach Klagenfurt eingeladen. Das Buch ist Ende August herausgekommen und wurde viel und gut in den deutschsprachigen Feuilletons besprochen. Die Frankfurter Rundschau beschrieb das Debüt als „rasant“. Alle Rezensenten sind sich einig, dass der Autor ein brillanter Dialogschreiber ist.

Die Experten

Der Computerfreak
„Ich schreibe. Ich bin Software-Autor,...“

„Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.“, ist ein Lebensmotto von Bastian Pastewka. Deswegen steht er im Theater am Kurfürstendamm erstmals in einem Theaterstück auf der Bühne. 1996 gelang ihm ein deutschlandweiter Durchbruch mit der Rolle des vermeintlich schwulen Sex-Moderators Brisko Schneider in der SAT.1 „Wochenshow“. Bis zu sechs Millionen Zuschauer sahen das Programm und wählten ihn zum beliebtesten deutschen TV-Komiker. Hierfür erhielt Pastewka die Goldene Kamera und die romy (österreichischer Fernsehpreis, verliehen von der Tageszeitung „Kurier“). 2001 verließ er die „Wochenshow“, um in seinen ersten Kinoproduktionen mitzuwirken. Ein Jahr später tourte er mit Olli Dittrich in einem gemeinsamen Bühnenprogramm durch die Republik. 2003 kehrte er mit seinen Reiseberichten „Pastewka in ...“ und der Silent Comedy „Ohne Worte“ (beide RTL) ins Fernsehen zurück, wurde dafür zum Grimme-Preis nominiert, gewann den Deutschen Comedy Preis als bester Comedian sowie den Bayerischen Fernsehpreis (2005). 2004 agierte Pastewka als Autor und Hauptdarsteller in der Kinokomödie „Der Wixxer“ und war häufig zu Gast in „Genial daneben“. Anfang des Jahres gab es neue Folgen seiner Reiseberichte. Russland, Mexiko und die Südsee standen auf dem Programm. Im September startet SAT.1 „Pastewka“. Er spielt dort sich selbst: einen TV-Komiker, der die Fähigkeit hat, alltägliche Verrichtungen in veritable Katastrophen zu verwandeln.

Das Vorstandsmitglied
„Gewinner sein, das heißt schlagkräftig sein, überzeugend, entscheidungsfähig in jeder Lage und zur Not auch brutal wie eine Wildsau, blutgierig. Survival of the fittest! Und ich bin fit, fit, fit, fit!“

Christoph Maria Herbst brennt fürs Theater: „Das ist für mich das größte Vergnügen, und es stört mich überhaupt nicht, für 50 Euro am Abend auf der Bühne zu stehen.“ Herbst spielte Theater in Bremerhaven und Hannover, bevor er 1996 von Film und Fernsehen entdeckt wurde. 2001 kam die Anfrage für „Ladykracher“. Ein Jahr später wurde die Show in der Kategorie „Beste Comedy Show“ mit dem Deutschen Comedy-Preis ausgezeichnet. Er selbst bekam in dem Jahr den Preis in der Kategorie „Bester Nebendarsteller“. Auch bei „Genial daneben“ war er häufig zu Gast.
Seit 2004 ist er Stromberg bei ProSieben. In der gleichnamigen Serie spielt er den opportunistischen Abteilungsleiter einer Versicherung gespenstisch realistisch und bekam hierfür prompt den Bayerischen Fernsehpreis. Serie und Hauptdarsteller wurden sowohl für den Grimme-Preis 2004 als auch für 2005 nominiert. Erst kürzlich erhielt er für die Darstellung von Stromberg den „Goldenen Gong“ der Programmzeitschrift „Gong“ und den Deutschen Comedypreis.
Wie Bastian Pastewka stand Herbst ebenfalls in“Der Wixxer“ vor der Kamera.
Trotz seiner vielen Fernsehengagements lässt er es sich nicht nehmen, im Theater aufzutreten. Im letzten Jahr tat er das als Mr. Hazeltine in dem Theaterstück „Eins, zwei, drei“ im Hebbel-Theater. Gemeinsam mit Charlotte Roche tourte er mit der Lesung „Penisverletzungen bei Masturbation mit Staubsaugern“ durch Deutschland. Im September starteten die Dreharbeiten zu Anno Sauls Kinokomödie „Spezial“, worin er neben Alexandra Maria Lara, Til Schweiger und Jürgen Vogel eine der Hauptrollen spielt.

Der Feuerwehrmann
„Wir Männer brauchen unsere Hobbys, weil wir können ja nicht in unser Innenleben gehen, wenn uns langweilig ist.“

Jürgen Tonkel lässt sich nicht auf einen Stil festlegen. Er hat in zahlreichen Kino-, Fernsehfilmen und Serien mitgewirkt. Im Kinodrama „Der Untergang“ spielte er den Fahrer Hitlers, Erich Kempka. In dem Film „Sommersturm“ stand er als Trainer einer Rudermannschaft vor der Kamera. Man kennt ihn als impulsiven Kriminalhauptkommissar Paul Reisinger aus der ARD-Reihe „K3 – Kripo Hamburg“. In der SAT.1 Comedy-Serie „Hausmeister Krause“ spielt er den schrägen Hausverwalter Makielski. In diesem Jahr übernahm Jürgen Tonkel Hauptrollen in den Kinofilmen „Wer früher stirbt, ist länger tot“ von Marcus H. Rosenmüller und „Rose“ von Alain Gsponer an der Seite von Corinna Harfouch. Im September und Oktober dreht er mit „einem weiteren Rosenmüller“, nämlich Markus O. Rosenmüller, für den 90-Minüter der ORF/ZDF-Krimiserie „SOKO Kitzbühel“ sowie unter der Regie von Hans Steinbichler („Hierankl“) für eine Episode aus der Reihe „Bella Block“ mit Hannelore Hoger. 
Im Theaterstück „I hired a contractkiller“ am Metropoltheater München übernahm er die Rolle des Auftragskillers. Christoph Maria Herbst und er standen gemeinsam in München in der Theateradaption des Filmes „Broadway Danny Rose“ von Woody Allen auf der Bühne.
Übers Theater sagt er: „ ... Theater mache ich für mich und die Kunst“.

Der Pilot
„Bei mir läuft´s optimal. Klare Sicht und keine Turbulenzen.“

Michael Kessler ist ein Mann mit vielen Gesichtern. Seine Karriere begann er am Bochumer Schauspielhaus. Von dort wurde er ans Nationaltheater Mannheim engagiert. Seine erste größere Filmrolle hatte er in „Manta, Manta“ es folgten Rollen in „Nordkurve“, „Kleine Haie“, „Fake“ und dem ZDF-Dreiteiler „Hotel Mama“. Mit seinen Promi-Parodien bei „Switch“ und „Wochenshow“ nahm Kessler Kurs auf Comedy: Als verklemmter Baumarktleiter Marsch in der Pro7-Serie „Axel“ oder verrückt-verworrener Geisterjäger in der Kinoverfilmung „Hui Buh – Das Schlossgespenst“ (Kinostart 2006).

Er verliert jedoch das ernste Genre niemals aus den Augen. Mit Rollen in „Tatort“, „Ein Fall für Zwei“, „Großstadtrevier“, „Der kleine Mönch“ und „SOKO Köln“ oder in preisgekrönten Kurzfilmen wie „Zwei Wochen Argentinien“ und „Glückstag“ machte er von sich reden. Seit 2004 ist Michael Kessler fester Mitbewohner der erfolgreichen Sat .1 Improvisations-Show „Schillerstraße“. Im September steht er für dieTV-Verfilmung des Klassikers „Urmel aus dem Eis“ als Sami vor der Kamera.
Seit 1998 schreibt er außerdem für Theater und Fernsehen.


Der Regisseur

Andreas Schmidt inszenierte in der letzten Spielzeit für die Komödie am Kurfürstendamm das Stück „Die süßesten Früchte“, das sowohl beim Publikum als auch bei den Kritikern sehr gut ankam.
Schmidt ist nicht nur Regisseur. Als Schauspieler arbeitete er mit Regisseuren wie Reinhard Hauff, Adolf Winkelmann, Fons Rademakers, Pepe Danquart, Vadim Glowna, Dominik Graf, Wolfgang Becker sowie Michael Klier. Die Filme Eoin Moores prägte er entscheidend. Für dessen „Pigs will fly“ mutete er sich die Rolle des schlagwütigen Polizisten Laxe zu. Diese Darstellung brachte ihm eine Nominierung in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“ für den Deutschen Filmpreis 2003 ein. Gerade drehte er wieder mit Eoin Moore: „Im Schwitzkasten“. Begeistert ist er über die Zusammenarbeit mit Andreas Dresen, in dessen neuestem Film „Sommer vorm Balkon“ er die männliche Hauptrolle spielt.
 

Männersache
(THE THING ABOUT MEN)
Eine musikalische Komödie

Buch und Liedertexte: Joe DiPietro
Musik: Jimmy Roberts
Basierend auf dem Film Männer von Doris Dörrie
In New York zuerst produziert von Jonathan Pollard, Bernie Kukoff und Tony Converse // In Zusammenarbeit mit James Hammerstein Productions
Uraufführung: »B Street Theatre«, Sacramento, Kalifornien (Produzent Buck Busfield; Künstlerischer Direktor Timothy Busfield)
Übersetzung: Nico Rabenald

Zur Inszenierung des Theater Bielefeld:

Premiere:
23. Februar 08
Musikalische Leitung: Witolf Werner, William Ward Murta
Inszenierung: Iris Limbarth
Bühne und Kostüme: Axel Schmitt-Falckenberg


Besetzung:

Thomas Armbrust, gen. Tom:
Léon van Leeuwenberg
Ludmilla Armbrust, gen. Lucy: Kristin Hölck
Sebastian: Jörg Neubauer
Frau/Jessica/Oksana/Edith/Janice/Cindy: Sabine Ruflair
Mann/Darryl/Manuel/Barkeeper/ Priester / Maitre d’/Kellner: Thomas Winter

Männersache ist eine temporeiche musikalische Komödie für Kammerbesetzung. Der zugrunde liegende Film Männer machte 1985 nicht nur Doris Dörrie gleichsam über Nacht berühmt, sondern verhalf auch der brachliegenden deutschen Filmkomödie wieder auf die Beine. Selbst jenseits des Atlantiks traf die Geschichte den Nerv der Zeit. So nahmen sich Joe DiPietro und Jimmy Roberts der Sache an, das Erfolgsduo von I love you, you’re perfect, now change (Nimm mich! Lieb’ mich! Ändere dich!), und verwandelten die deutsche Beziehungs-komödie in ein temporeiches Broadway-Paradestück, das 2003 in New York uraufgeführt wurde.
Männersache ist ein Musical über die Unterschiede von Männern und Frauen, aber es zeigt auch, wie sie überwunden werden können. Einfühlsame Songs wie Free, Easy Guy und Highway of Your Heart begleiten Tom und Lucy auf ihrem Weg, der ein neuer Anfang sein könnte …

Erst will die Patentverpackung bei der Präsentation nicht so richtig knacken, dann hat die Frau zuhause einen Knutschfleck am Hals, und das auch noch am Hochzeitstag! Nein, es ist nicht der größte Tag im Leben des Creative Directors Tom Ambrose, aber als Mann von Welt hat man ja stets alles im Griff. Zwei Kinder, Porsche, Haus, attraktive Frau, hier und da eine Affäre, alles bestens. Oder? Warum geht Lucy plötzlich fremd? Und mit WEM, bitte? „Tom, wer hat eine Affäre mit jemandem, der nicht gut im Bett ist?“ Toms Neugier überwiegt seine Eifersucht. Er zieht unerkannt beim »Anderen« ein, bei Sebastian: Künstler, Fahrradfahrer, WG-Bewohner, Romantiker. Systeme prallen aufeinander, doch die unterschiedlichen Lebensmodelle schaffen so etwas wie Sympathie – Mordversuche gerinnen zu Massageeinheiten, Toms Geld schafft Vertrauen. Alles wäre so schön wie verrückt, hätte Sebastian nicht irgendwann Lucy zum Frühstück eingeladen, um ihr WG und Mitbewohner vorzustellen…


Autoren

Joe DiPietro
(Libretto) schrieb unter anderem die Theaterstücke Over the River, Through the Woods, The Kiss at City Hall, The Art of Murder (Edgar Award, Best Mystery, 2000), die Musicals I Love You, You're Perfect, Now Change, The Thing About Men, Memphis, das "neue" Gerswhin Musical Heaven on Earth und den Text zur Neuversion von Rodgers und Hammersteins Allegro. Zuletzt arbeitete Joe DiPietro an All Shook Up, einer Musicalkomödie mit den Songs von Elvis Presley.

Jimmy Roberts (Musik), Gewinner jährlicher ASCAP Auszeichnungen für Theater, ist Absolvent der Manhattan School of Music, wo er bei Constance Keene Klavier lernte. Am New Yorker Off Broadway erschienen von Jimmy Roberts The Thing About Men, A ... My Name Is Still Alice und Pets! sowie Musik zu Joe DiPietros Over the River and Through the Woods und dem Kinder-Musical The Velvet Rabbit. Für das Fernsehen schrieb er das Thema zur Sendung Theater Talk auf WNET-TV. Er war musikalischer Leiter und Ko-Arrangeur von Somewhere Over the Rainbow und Yip Harburgs America.

Musikalische Leitung:
Witolf Werner
ist seit der Spielzeit 2005/2006 als Assistent von GMD Peter Kuhn und Kapellmeister am Theater Bielefeld engagiert, wo er bereits zahlreiche Dirigate übernahm.
Der gebürtige Rheinländer erhielt Klavier-, Cello- und Gesangsunter-richt und machte das C-Examen als Kirchenmusiker. 1997 wurde ihm der Düsseldorfer Trude-Fischer-Preis für junge Künstler zugesprochen. Sein Studium absolvierte Witolf Werner an der Kölner Musikhoch-schule, parallel dazu leitete er das Hofgartenorchester der Universität Bonn. Es folgten u.a. Dirigate des Konservatoriumsorchesters der Fachhochschule Osnabrück und der Osnabrücker Philharmoniker. Das Konzertexamen als Dirigent bestand er 2004 »mit Auszeichnung«. Sein erstes festes Engagement ging Witolf Werner in der Spielzeit 2004/05 als Solorepetitor mit Dirigierverpflichtung am Theater Dortmund ein. 2005 erhielt Witolf Werner ein Stipendium der Richard-Wagner-Stiftung, 2006 wurde er Stipendiat der renommierten »Akademie Musiktheater heute«.

William Ward Murta, geboren in Fort Smith/Arkansas und in Oklahoma aufgewachsen, ist seit 1984 Musical-Kapellmeister am Bielefelder Theater. Er übernahm die musikalische Leitung vieler Produktionen wie Cabaret, Evita, Chicago, La Cage aux Folles, Piaf, Die Comedian Harmonists, der Uraufführung von James Lyons Für mich soll’s rote Rosen regnen, Wittenbrinks Männer - Tore, Tränen und Triumphe, Sekretärinnen und Mütter sowie zuletzt bei der Produktion von Jekyll & Hyde. Er komponierte aber auch eigene Musicals, 1987 M... wie Marilyn und sein Werk über das Leben von Galileo Galilei Starry Messenger (Sternenbote), das 2004 sehr erfolgreich am Theater Bielefeld uraufgeführt wurde.

Regie
Die Regisseurin und Choreografin Iris Limbarth hat in der letzten Spielzeit bereits das Musical She loves me für das Theater Bielefeld in Szene gesetzt. Ihre Engagements führten sie an zahlreiche deutsche Theater, darunter das Staatstheater Wiesbaden, das Theater Nordhausen, Stadttheater Worms, die Landesbühne Wilhelmshaven oder das Landestheater Memmingen, wo sie vorwiegend Musical- und Operettenproduktionen inszenierte. Zuletzt führte Iris Limbarth bei La Cage aux Folles am Staatstheater Wiesbaden, Anything goes und Jesus Christ Superstar am Theater Nordhausen sowie zwei eigene Revuen am Landestheater Memmingen Regie. Für das Nationaltheater in Windhoek, Namibia, inszenierte sie 1999 das Musical Hair. Zudem arbeitet Iris Limbarth seit 1995 als Choreografin für Musiktheater und Schauspiel, u.a. am Deutschen Theater Göttingen, Staatsoperette Dresden, Staatstheater Karlsruhe, Vereinigte Bühnen Krefeld/ Mönchengladbach, Schauspiel Frankfurt und am Theater Augsburg.

Seit 2000 kümmert sie sich auch erfolgreich um den Musical-nachwuchs. So leitet sie das JCT, die Musicalnachwuchssparte am Staatstheater Wiesbaden und hat dort mit großem Erfolg Musicals wie The Rocky Horror Show, Jesus Christ Superstar, Fame, Footloose, I love you, you’re perfect, now change usw. inszeniert.

Bühne und Kostüm
Der in Kassel geborene Axel Schmitt-Falckenberg studierte nach dem Abitur Malerei und Bühnenbild in Paris und Wien. Seine ersten Bühnenbilder entstanden für das kleine Theater in Wien und das Jugendtheater der Münchner Kammerspiele in Verbindung mit der »Rote Grütze«. Pforzheim und Hagen waren seine ersten Festengagements. In seiner langjährigen Tätigkeit in Bielefeld arbeitete Schmitt-Falckenberg u.a. mit Dieter Reible (u.a. Faust I und Faust II, Käthchen von Heilbronn und Penelope), Kai Braak und John Dew. Neben Bielefeld war er u.a. in Bremen, Frankfurt a. M., Kaiserslautern, Kassel, Rostock, Stuttgart und Kaiserslautern tätig. Seit 1999 entwirft er Ausstattungen für Peter Lotschak für die Bad Hersfelder Festspiele.
Am Theater Bielefeld war er in den letzten Spielzeiten u.a. für die Ausstattung von Craig Simmons Inszenierung von Cole Porters Kiss me, Kate, die Uraufführung von Werner Buhss Dreißig, Die Erzählung der Magd Zerline in der Inszenierung von Klaus Lange, Philip Lansdales Ballette Schwanensee und Corwalch, Der Herr Karl von Carl Merz/ Helmut Qualtinger, James Lyons’ Für mich soll´s rote Rosen regnen und Sentimental Journey verantwortlich. [© Theater Bielefeld]

www.theater-bielefeld.de

Marine Parade
Stück mit Musik

Von: Simon Stephens
Musik: Mark Eitzel
Deutsch: Barbara Christ
Uraufführung: 18. Mai 2010 (Brighton, The Old Market/Brighton Festival)
Deutschsprachige Erstaufführung: 18. Juni 2010 (Mainz, Staatstheater Mainz)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
18. Juni 10 (Deutschsprachige Erstaufführung)

Inszenierung: Matthias Fontheim
Arrangement und Musikalische Leitung: Sebastian Hernandez-Laverny
Bühne und Kostüme: Marc Thurow
Korrepetition: Markus Fischer
Beleuchtung: Albrecht Villinger
Dramaturgie: Marie Rötzer
Regie-Assistenz: Nadja Blank
Ausstattungs-Assistenz: Caroline Jarczyk
Inspizienz: Anna Grabusinski
Souffleuse: Marie-Charlotte Auersperg

Besetzung:

Steve Roche:
Lorenz Klee
Sally Derbyshire: Lisa Mies
Claire Walcott: Pascale Pfeuti
Christopher Scotland: Felix Mühlen
Archie Greenwood: Stefan Walz
Ellie Jackson: Katharina Knap
Gary Siddely: Lukas Piloty
Michael Richmond: Marcus Mislin
Alison Kenny: Nicole Kersten

Die Marine Parade Band:

Gitarre:
Martin berger
Bass: Götz Ommert
Saxophon: Oleg berlin
Schlagzeug: Gerald Stütz / Jens Biel
Klavier / Keyboard: Sebastian Hernandez-Layerny

Besprechung auf kulturfreak.de
 
Brighton: ein kleines Seebad und klassisches Ziel für Hochzeitsreisende. Ein schäbiges Hotel: In den wenigen belegten Zimmern logieren Paare verschiedenen Alters. Für ein paar Tage erhoffen sie sich ein Stück Romantik, etwas Sinnlichkeit, viel Geborgenheit. Da ist die minderjährige Ellie, die - mehr neugierig als verliebt - ihr erstes Mal mit ihrem älteren Freund erleben möchte. Dann Ciaire und Chris, die seit langem kein Paar mehr sind, aber trotzdem nicht voneinander loskommen. Michael und Alison hatten eigentlich eine Reise an die romantischen Anfänge ihrer Liebe vor. Unversehens stecken sie jedoch mitten in einer Beziehungskrise. Über allen wacht Hotelbesitzer Steve, der seit längerem ein Auge auf das Zimmermädchen Sally geworfen hat. Doch zu spät: Sally hat beschlossen, wegzugehen und hofft auf eine bessere Zukunft und andere Aussichten als die auf eine mäßig bewegte See im immer gleichen Wechsel der Gezeiten.
Simon Stephens hat mit „Marine Parade" sein erstes Stück mit Musik geschrieben. Er zeichnet kleine Vexierbilder von der Liebe, die sich ausschnitthaft, in Spiegelungen und Verschlingungen zu einem Panorama des Vergeblichen fügen: verlorene Träume, verpasste Chancen.

Simon Stephens, 1971 in Stockport / South Manchester geboren, ist der zur Zeit am häufigsten gespielte Gegenwartsdramatiker. Er wurde 2008 von der Jury des Magazins Theater heute bereits zum zweiten Mal zum Dramatiker des Jahres gewählt. Zu seinen Stücken zählen u. a. „Port", „Reiher", „Country Music", „Am Strand der weiten Welt", „Motortown", „Christmas", „Pornographie" und „Harper Regan". Simon Stephens lebt in London.

Mark Kitzel, Leadsänger und Komponist von „American Music Club", hat das Stück mit atmosphärischen Kompositionen, geprägt von melancholischen Songs und weichen Gitarrenklängen, bereichert.

Matthias Fontheim arbeitete als freier Regisseur, bevor er am niedersächsischen Staatsschauspiel Hannover und am Bayerischen Staatsschauspiel München als Regisseur und Leitungsmitglied engagiert war. 2000 / 2001 übernahm er die Intendanz des Schauspielhauses Graz. Dort inszenierte er Simon Stephens „Port" sowie „Country Music" zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum. Seit 2006 / 2007 ist er Intendant des Staatstheaters Mainz, wo er von Simon Stephens die Deutschsprachige Erstaufführung „Motortown" und die Deutschsprachige Erstaufführung „Christmas" inszenierte.

[© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Mein Freund Harvey
Komödie in drei Akten

Von: Mary Chase (25.02.1907 - 20.10.1981)
Deutsche Übertragung von: Alfred Polgar

Zur Inszenierung des Landestheater Linz:

Premiere:
8. Mai 10 (Kammerspiele)

Inszenierung: Marc Becker
Dramaturgie: Franz Huber
Bühne und Kostüme: Peter Engel

Besetzung:

Elwood P. Dowd:
Klaus Köhler
Veta Louise Simmons, seine verwitwete Schwester: Katharina Hofmann
Myrtle Mae, deren Tochter: Jenny Weichert
Omar Gaffney, Anwalt der Familie Dowd: Peter Pertusini
Dr. William R. Chumley, Psychiater: Joachim Rathke
Betty Chumley, seine Frau: Eva-Maria Aichner
Dr. Lyman Sanderson, Psychiater: Georg Bonn
Ruth Kelly, Oberschwester in Dr. Chumleys Sanatorium: Karin Enzler
Marvin Wilson, Angestellter des Sanatoriums: Manuel Klein
Mrs. Ethel Chauvenet: Eva-Maria Aichner
E. J. Lofgreen, Taxichauffeur: Eva-Maria Aichner

Mein Freund Harvey
© Landestheater Linz

Zum Stück
Elwood P. Dowd, ein eleganter Herr in den besten Jahren, kultiviert, eloquent, mit guten Manieren, ist der zentrale Charakter dieses Theaterstücks. Er trinkt gern einmal ein oder zwei Whiskeys, am liebsten zusammen mit seinem Freund Harvey, einem für ihn durchaus realen, zwei Meter großen, weißen Hasen. Seine Familie akzeptiert das seltsame Duo mit einem Augenzwinkern, doch ganz langsam beginnt auch die Verwandtschaft an ihrer Sehkraft zu zweifeln und Elwoods Freund zu sehen.
Nach einem peinlichen Zwischenfall auf einer Party beschließt Elwoods Schwester Veta schließlich, dieser Farce ein Ende zu bereiten, Elwood zu enterben und ihn in ein Sanatorium einzuweisen.
Aber der äußerst liebenswürdige Mr. Dowd bringt mit seinem Charme sogar den berühmten Chefpsychiater ins Wanken, der selbst die Existenz Harveys nicht mehr ausschließen kann. Kurz vor der „heilenden“ Injektion, die Harvey für immer auslöschen soll, trifft die Familie eine unerwartete Entscheidung …

Nachdem Mein Freund Harvey einen durchschlagenden Erfolg am Broadway gefeiert hatte, erhielt Mary Chase für diese hintergründige Komödie 1945 den Pulitzer-Preis. 1950 wurde die Komödie mit James Stewart in der Hauptrolle (nicht als Hase) verfilmt. Eine Neuverfilmung von Stephen Spielberg war geplant, wurde aber auf Eis gelegt. Chase ist zwar geborene US-Amerikanerin, Spuren ihrer irischen Wurzeln sind aber in ihren Stücken deutlich erkennbar. In Mein Freund Harvey entlehnt sie so den Puka, ein Geisterwesen in Tiergestalt, der irischen Erzähltradition und nennt ihn Harvey.


Kurz nach Ostern war Harvey auf der Durchreise kurz in Linz. Wir trafen ihn zu einem kurzen Gespräch im Café Traxlmayr.

Zum Wohl! Schmeckt Ihnen österreichisches Bier?
HARVEY: Durchaus sehr süffig, auch lecker in Kombination mit einer amtlichen Möhre. Aber ein abschließendes Urteil lässt sich immer erst am nächsten Morgen abgeben. Wenn der Kopf nicht dröhnt, werde ich es meinen Kumpels weiterempfehlen.

Unter uns Klosterbrüder: Wer ist denn nun der größere Schluckspecht in der Familie? Ihr Freund Elwood, seine Schwester Veta oder doch das Töchterchen Myrtle Mae?
Ein Gentleman gibt auf eine solche Frage keine Antwort. Zum Glück bin ich kein Gentleman. Veta und Myrtle sind zwar durchtrieben, aber meistens nüchtern. Elwood und ich, wir sind ebenbürtig.

Es geht das Gerücht, dass Präsident Mateschitz Sie als Maskottchen für Red Bull Salzburg gewinnen will?
Ich kann nur um Verständnis dafür bitten, dass ich mich zum derzeitigen Stand der Verhandlungen nicht öffentlich äußern möchte. Mal abgesehen davon, dass ich den Verein als erstes in White Rabbit Salzburg umbenennen würde.

Sie sind ein Puka, also ein zauberhafter Geist in Tiergestalt aus der alten keltischen Mythologie.
Ja und? War das jetzt eine Frage?

Nein. Die Frage lautet: Was hat Sie dazu veranlasst sich gerade mit Elwood P. Dowd anzufreunden?
Elwood ist ein guter Mensch. Ich mag gute Menschen. Wer freundet sich schon gerne mit einem Vollidioten an. Ich nicht. Sonst noch Fragen?

Nein, danke. Vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch.

Mary Chase – Autorin
1907 wurde sie in Denver, Colorado, geboren. Mütterlicherseits allerdings stammt sie aus Irland, und von hier dürfte sie ihre rege Fantasie, ihre Vorliebe für „Pukas“ und andere Fabeltiere mitbekommen haben. Über ihre Schulzeit berichtet die Autorin, dass sie „die besten Noten für Fleiß und die schlechtesten für Betragen“ erhalten habe, aber auch, dass sie eine ausgesprochene „Leseratte“ war. 1922 inskribierte sie an der Universität in Denver, später wechselte sie nach Boulder über. Während der Semesterferien volontierte sie als Reporterin der „Rocky Mountains News“. Anscheinend mit solchem Erfolg, dass die junge Dame ihr Studium aufgab und nun hauptberuflich für diese Zeitung arbeitete. „Sie hat die unwiderstehliche, hemmungslose Frechheit eines guten, aggressiven Lokalreporters, die reizvoll mit ihrem madonnenhaften Äußeren kontrastierte“ heißt es da über sie, die jahrelang als „Tränensuse“ und „Briefkastentante“ tätig war. In der Redaktion lernte sie ihren späteren Mann, den Reporter Robert L. Chase kennen. Nach der Hochzeit gab sie ihren Beruf auf, bekam drei Kinder und – begann Theaterstücke zu schreiben. Ihr erstes Bühnenstück hieß Me Three und wurde mit sehr mäßigem Erfolg in Denver aufgeführt. Am Broadway, wo das Stück 1937 unter dem Titel You’ve done it herauskam, war es ein ausgesprochener Misserfolg. Das nächste Stück, The Banshee fand erst gar nicht den Weg auf die Bühne. Dann aber, mitten in den bedrückendsten Zeiten des Zweiten Weltkriegs, erfand Mary Chase den weißen Hasen Harvey, einen „Puka“ von einem Meter achtzig, und machte ihn zur Titelfigur eines Bühnenwerkes. Dieser Harvey ermöglicht dem Helden des Stücks die Flucht aus der unerfreulichen Realität. The White Rabbit, wie Mein Freund Harvey in der Originalsprache heißt, wurde ein ungeheurer Erfolg und brachte der Autorin den Pulitzer-Preis der Saison 1944/45 ein. Das Werk lief lange am Broadway, wurde verfilmt und trat den Siegeszug über die Bühnen der Welt an.
Mary Chase lebt heute noch in Denver.


Marc Becker – Regisseur
Marc Becker wurde 1969 in Bremen geboren. Nach dem Zivildienst studierte er Theaterwissenschaften, Politikwissenschaften und neuere deutsche Literaturgeschichte in Erlangen. Während des Studiums sammelte er erste Regieerfahrungen, außerdem entstanden erste eigene Stücke.
1998 war Marc Becker zunächst Regieassistent, dann freier Regisseur am Theater Erlangen. Für seine Macbeth-Adaption am Theater Erlangen erhielt Marc Becker den Preis der Bayerischen Theatertage 2004. Darüber hinaus arbeitete er als Regisseur u. a. in Tübingen, Heidelberg und regelmäßig in Groningen.
Vor allem als Theaterautor hat sich Marc Becker einen Namen gemacht. Für Margot und Hannelore in der Inszenierung von Christian von Treskow am Theaterhaus Jena erhielt Marc Becker den Impulse-Preis 2004. Sein Fußballkrimi Wir im Finale wurde zu den Mühlheimer Theatertagen eingeladen und stand in der Spielzeit 2005/2006 in mehr als einem Dutzend Theatern auf dem Spielplan.
Marc Becker ist seit der Spielzeit 2006/2007 Hausautor und Hausregisseur am Oldenburgischen Staatstheater, seine erste Regiearbeit dort war die Uraufführung seines Stücks Terror-Programm, mit der er 2007 die Spielstätte Exerzierhalle am Pferdemarkt eröffnete. Es folgten Faust I (2007/2008), sein eigens für das Oldenburgische Staatstheater geschriebenes Stück Glück für alle (2008/2009), Don Quijote und Sancho Pansa und die von ihm geschriebene Farce Meier Müller Schulz oder Nie wieder Einsam! (2008/2009) , Der nackte Wahnsinn sowie der niederdeutsche Monolog My name is Peggy (2009/2010).
Am Landestheater Linz inszenierte Marc Becker bereits in der Spielzeit 2006/2007 Alfred Jarrys König Ubu.

[© Landestheater Linz]

www.landestheater-linz.at

Zur Inszenierung des Volkstheater Frankfurt - Liesel Christ:

Das Volkstheater Frankfurt – Liesel Christ präsentiert die charmante Komödie von Mary Chase jetzt erstmals in hessischer Fassung von Wolfgang Kaus.
Die Hauptrollen in der Inszenierung von Steffen Wilhelm spielen Wolff von Lindenau, Anette Krämer und natürlich – Harvey ...

Premiere: 27. Oktober 07
Spielzeit bis: 9. Februar 08

Regie: Steffen Wilhelm
Bühnenbild: Rainer Schöne
Kostüme: Bärbel Christ-Heß und Claudia Rohde

Die Personen und ihre Schauspieler

Edwin Walther Mandel:
Wolff von Lindenau
Martha, seine verwitwete Schwester: Anette Krämer
Myrtle, deren Tochter: Sabine Roller
Dr. Grabert, Anwalt der Familie: Axel Küffe
Dr. Schweigenfelder, Psychiater: Joachim Schweighöfer
Betty, seine Frau: Silvia Tietz
Dr. Sandner, junger Psychiater: Andreas Walther-Schroth
Ruth Keller, Oberschwester:
Julia Schneider
Willmann, Angestellter des Sanatoriums: Kurt Spielmann
Frau Ethel Chaussnavourt:
Silvia Tietz
Taxifahrer: Thomas Koob

Zum Stück:
Elwood P. Dowd, die Zentralfigur, ist ein liebenswerter Herr mit guten Manieren, der gerne seinen Whisky trinkt, der der Kampfeslust entsagt und sich für die Friedfertigkeit entschieden hat, unter dem Einfluss und zusammen mit seinem unsichtbar-sichtbaren Freund und Trinkbruder Harvey. Die zunächst alles geduldig ertragende Verwandtschaft von Elwood gerät schließlich über die ständige Gegenwart des Hasen Harvey, den sie schon selbst zu sehen meint, in Verzweiflung und beschließt, Elwood in eine Heilanstalt zu bringen, ihn zu enterben und ohne ihn und seinen Freund wieder ein "normales" Leben zu beginnen.
Die stets anhaltende Liebenswürdigkeit des Mr. Dowd entwaffnet aber alle, selbst den berühmten Chefpsychiater, der schließlich selbst den großen Hasen sieht. Kurz vor der Verabreichung der ernüchternden Injektion trifft die Familie eine Entscheidung...

Mary Chase:
Mary McDonough Coyle Chase wurde am 25. Februar 1907 in Denver / USA geboren. Ihre Mutter war irischer Abstammung. Von ihr lernte sie Geschichten über Banshees (weibliche Todesgeister), Lepaichuuns (kleine grüne Feen) und Pukas (Geisterwesen in Tiergestalt), die sich in ihren späteren Geschichten wieder finden. Ihre Zeit in Denvers Schulen brachte ihr „die besten Noten für Fleiß und die schlechtesten für Betragen“ ein, wie sie selbst einmal sagte. Sie galt als Wildfang und Leseratte. Mit 15 Jahren beendete sie erfolgreich ihre Schulausbildung und studierte in Denver und Colorado. Danach schrieb sie Artikel über aktuelle gesellschaftliche Neuigkeiten bei einer der ältesten Zeitungen Denvers, der Rocky Mountains- News.
1928 heiratete sie ihren Kollegen Robert Lamont Chase. Ab 1931 arbeitete sie, als Hausfrau und Mutter von drei Kindern, nur noch als freie Mitarbeiterin für die Zeitung und begann sich in ihrer Arbeit auf Theaterstücke zu konzentrieren.
Sie schrieb mehr als ein Dutzend Komödien, die am Broadway als erfolgreiche und beliebte Theaterstücke aufgeführt wurden. In ihren Satiren orientierte sie sich am "american way of life". Ihr Theaterstück Mein Freund Harvey wurde 1944 am Broadway uraufgeführt und erreichte mit 1.775 Aufführungen einen überwältigenden Erfolg. Im Jahre 1945 wurde ihr für diese hintergründige Komödie, welche die Poesie über den Alltag und die Konventionen siegen lässt, der Pulitzer-Preis verliehen. Ihr Wunsch war es, mit dieser Komödie einige glückliche Momente in den Alltag der im Krieg lebenden Amerikaner zu zaubern. 1950 wurde ihr Stück erfolgreich durch die Universal International Pictures mit James Stewart in der Hauptrolle verfilmt.
Mary Chase starb am 20. Oktober 1981 in Denver / USA. [© Felix Bloch Erben, Berlin]

www.volkstheater-frankfurt.de

Der Menschenfeind (le misanthrope)
Komödie in fünf Akten

Von: Jean Baptiste Molière
Uraufführung: 4. Juni 1666 (Paris, Palais-Royal)

Deutsch u.a. von: Monika Fahrenbach-Wachendorff / Jürgen Gösch und Wolfgang Wiens

Zur inszenierung von Barock am Main:
In der Fassung von Wolfgang Deichsel

Premiere: 22. Juli 2010

Regie: Sarah Groß
Musikalische Leitung: Rhodri Britton
Ausstattung: Ilse Träbing
Maske: Katja Gieß

Besetzung:

Alkest: Michael Quast
Philipp: Matthias Scheuring
Elise: Pirkko Cremer
Herr von Sponheim: Philipp Hunscha
Herr von Matzbach: Alexander J. Beck
Schambedist: Sebastian Klein
Arsinoe: Hildburg Schmidt
Cäcilie: Anja Krüger
Oront: Pascal Thomas
Liesel: Lucie Mackert

Der Menschenfeind
Barock am Main
Alkest (Michael Quast)
Foto: Barock am Main

Eine Welt ohne Lüge und Heuchelei – das ist die Vision von Alkest. Moliére zeigt in seiner bitteren Komödie einen Mann, der das Getue und hohle Gerede der sogenannten besseren Gesellschaft verachtet. Sein Problem: Er liebt Cäcilie, die leichtlebige, von allen begehrte Schönheit, die virtuos die Spielchen der Partylöwen und Lackaffen beherrscht. Dieser Widerspruch macht dem fanatischen Idealisten schwer zu schaffen.
In Wolfgang Deichsels hessischer Version des Menschenfeinds schlüpft Michael Quast in die Rolle des tragikomischen Titelhelden, der wild entschlossen beweisen will, daß man sowohl im gesellschaftlichen Umgang als auch in privaten Liebesdingen aufs Lügen verzichten kann. [© Barock am Main]

www.barock-am-main.com

Zur Inszenierung des Staatstheater Darmstadt:

Premiere:
13. März 09

Inszenierung: Michael Helle
Bühne und Kostüme: Achim Römer

Besetzung:
Alceste :
Mathias Lodd
Philinte: Tino Lindenber
Oronte/Gardis: Hubert Schlemme
Célimène: Christina Kühnreich
Èliante: Diana Wolf
Arsinoé: Stefan Schuster
Clitandre: Tom Wild
Dubois: Gerd K. Wölfle

www.staatstheater-darmstadt.de

Der Menschenfeind
Komödie am Kurfürstendamm, Berlin
Thomas Schendel
Foto: Jo Neander

Zur Inszenierung der Berliner Komödie am Kurfürstenplatz in der Spielzeit 2006/07:
In der Übersetzung/Bearbeitung von: Hans Magnus Enzensberger


Premiere: 3. September 06
Spielzeit bis: 5. November 06
Voraufführungen: 31., 31., August, 1. & 2. September 06

Regie: Martin Woelffer
Bühne: Anja Wegener
Kostüme: Anja Niehaus

Mit: Thomas Schendel, Matthias Zahlbaum, Wilfried Hochholdinger, Adisat Semenitsch, Angela Schmid-Burgk, Manon Strache, Hans-Jürgen Schatz, u.a.

„Je genauer
ich meinen Moliere studierte, desto mehr Echos stellten sich ein. Auf Schritt und Tritt begegneten mir... Mechanismen, Verkehrsformen, die denen der Komödie bis ins Detail glichen. Ich entdeckte, dass die Party, die am Abend des 4. Juni 1666 auf der Bühne des Theaters vom Palais-Royal begann, noch immer andauert.", sagte Hans Magnus Enzensberger über seine Moliere-Adaption. Die Uraufführung seiner Übersetzung fand 1979 unter der Regie von Peter Zadek im Theater der Freien Volksbühne Berlin statt, 1990 eröffnete Martin Woelffer mit diesem Stück das Studiotheater „Magazin".

„Der Menschenfeind" ist vielleicht Molieres autobiographischstes Werk.
Mit den Mitteln der Satire stellt er die Heuchelei in den Pariser Salons und am Königshof bloß, mit der er selbst, aus bürgerlichen Verhältnissen stammend, nie zurechtkam. Noch heute gehört Alceste, „Der Menschenfeind", „... zu den wenigen wirklich unsterblichen Theaterhelden.", wie der Theaterkritiker Benjamin Henrichs einmal schrieb. Und seine Aufgabe als verzweifelter Moralist ist noch lange nicht erfüllt. Das Feld seiner möglichen Angriffspunkte hat sich heute eher erweitert. Hans Magnus Enzensberger hat seine Übersetzung in einer Partygesellschaft angesiedelt und behauptet so, damals wie heute wurde geklüngelt, bestochen und gelästert und es ist offensichtlich, dass Intrige, erkauftes Recht und Heuchelei im Machtgefüge der Einflussreichen eine entscheidende Rolle spielen. Waren bei Moliere die Protagonisten in diesem Spiel noch Adlige und Höflinge, könnten es heute Politiker und Vertreter von Großkonzernen oder Lobbyisten sein. Das Stück ist eine Komödie über Moral und Machtlosigkeit, Liebe und Verrat. „Der Menschenfeind" will amüsieren, aber auch kritisieren.

Darum gehts

Alceste (Thomas Schendel) widern die gesellschaftlichen Spielchen und Machenschaften an, erhebt er doch
für sich selbst den Anspruch, wahrhaftig zu sein. Lieber würde er einen anstehenden Prozess verlieren, als Kompromisse einzugehen oder den Richter zu beeinflussen. Auch im Urteil über seine Mitmenschen kennt er kein Pardon:

„Kein Mensch, der etwas auf sich hält,
legt Wert auf diese öde Plastik-Welt,
wo man sich als die Creme der Creme betrachtet,
und wo im Grunde keiner
keinen achtet.

Es gibt
für ihn nur eine Ausnahme: Seine Freundin Celimene (Adisat Semenitsch), die Gastgeberin der Party, die dafür eine Fabriketage in Berlin-Mitte oder Kreuzberg gemietet hat. Er liebt sie abgöttisch, obwohl sie das Intrigenspiel genussvoll zelebriert. Wütend muss er mit ansehen, wie sie sich von den Opportunisten Acaste (Hans-Jürgen Schatz) und Clitandre (Henry Nandzik) den Hof machen lässt und sich für keinen Flirt zu schade ist. Seine wiederholten Versuche, ihr zu drohen oder sich von ihr zu trennen, sind zum Scheitern verurteilt. Zu allem Überfluss legt sich Alceste auch noch mit dem einflussreichen Oronte (Wilfried Hochholdinger) und der intriganten Arsinoe (Manon Strache) an. Das bringt ihm viel Ärger sowie eine Anzeige ein und am Ende des Abends steht er vor einem Scherbenhaufen.

„Ihr nennts Gesellschaft, ich nenns Metzgerei.
Tut was Ihr wollt, mir ist es einerlei.
Die Messer hoch und macht einander nieder!
Ich steige aus, mich seht Ihr hier nicht wieder."

Noch einmal versucht er, Celimene die Hand zu reichen. Kann
sie über ihren Schatten springen und auf ihre gesellschaftlichen Ränkereien verzichten? Lediglich sein Freund Philinte (Matthias Zahlbaum) und Eliante (Angela Schmidt-Burgk), die Cousine Celimenes, meinen es ehrlich mit ihm. Doch können sie den verzweifelt Kompromisslosen vor den Giftpfeilen der Mächtigen bewahren?


Der Autor
Hans Magnus Enzensberger gab sein literarisches Deb
üt mit dem Lyrikband „Verteidigung der Wölfe". Sein Werk umfasst alle literarischen Gattungen: Gedichte, Romane, Essays, Theaterstücke, Hörspiele, Opernlibretti u.a. Zuletzt erschien die Erzählung „Josefine und ich".
Von 1985 bis 2005 war Enzensberger Herausgeber von „Die andere Bibliothek".
Für sein Schaffen erhielt er zahlreiche Preise und Auszeichnungen:, u. a.den Kritikerpreis für Literatur (1962), Georg-Büchner-Preis 01963), Preis der Stadt Nürnberg (1966), Internationaler Preis für Poesie, Struga/Jugoslawien (1980), Premio Pasolini für Poesie/ Italien (1982), Heinrich-Böll-Preis (1985), Preis der Bayerischen Akademie der schönen Künste (1987), Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis (1993), Kultureller Ehrenpreis der Stadt München (1994), Ernst -Robert-Curtius-Preis (1997), Heinrich-Heine-Preis (1998), Orden Pour le Merite für Wissenschaft und Künste (2000), Premio Bollati/ Italien (2001), Ludwig-Börne-Preis und Prinz-von Asturien-Preis in der Sparte Kommunikation und Humanwissenschaften/ Spanien (beide 2002).


Der Regisseur
Martin Woelffer gab 1990 mit
„Der Menschenfeind" anlässlich der Eröffnung des magazin-Theaters am Kurfürstendamm sein Regiedebüt. Es folgten viele weitere Inszenierungen: „Katzelmacher" (Fassbinder), „Das kunstseidene Mädchen" (Greiffenhagen/Keun), „Glückliche Zeiten" (Ayckbourn), „Ein unmögliches Paar" (Simon),„Amphitryon" (Kleist), „Kugeln überm Broadway" (Allen), „Männer" (Wittenbrink), „Klassentreffen" (Chatten) mit Dirk Bach und Torsten Nindel, die Uraufführungen von „Fabian - Geschichte eines Moralisten" (Kästner), >Galanacht< (Schneyder) „Veronika, der Lenz ist da - Die Comedian Harmonists" sowie „jetzt oder nie - Die Comedian Harmonists Teil 2 (beide Greiffenhagen). Seit August 2004 leitet er die beiden Berliner Traditionsbühnen Theater und Komödie am Kurfürstendamm.


Die Partygäste

Der Menschenfeind
Thomas Schendel
spielt Alceste.
Er war am Deutschen Theater Göttingen, den Wuppertaler Bühnen, am Bremer Theater, am Schauspielhaus Bochum, am Schauspielhaus Köln, am Schauspielhaus Düsseldorf, am Theater in der Josefstadt und an verschiedenen Berliner Häusern engagiert. Am Schillertheater wurde er 1987 mit dem Berliner Theaterpreis ausgezeichnet. Musicalfreunde erlebten ihn als Professor Higgins im Theater des Westens. Seit 2001 ist er Gast am Berliner Ensemble. Schendel arbeitete mit Regisseuren wie jerome Savary, Johannes Schaaf, Hans Gratzer, Peter Stein und Claus Peymann. Seit 2001 ist er selbst als Regisseur tätig. Er steht auch häufig vor der Kamera. „Bella Block"-Fans kennen ihn aus der Folge „Die Freiheit der Wölfe". Seit 1994 ist er ständiger Sänger des Andre Frank Orchesters.

Die Angebetete
Adisat Semenitsch
ist die mit allen Wassern gewaschene Celimene.
Semenitsch spielte zuletzt in Andreas Schmidts Inszenierung „Die süßesten Früchte" in der Komödie am Kurfürstendamm. Vor kurzem gab sie in der Vagantenbühne ihr Regiedebüt mit dem Stück „Shang-A-Lang".

Die Intrigantin
Manon Strache
, bekannt aus Serien wie „Lindenstraße", „Girlfriends" sowie „Hotel Elfie", steht als Arsinoe auf der Bühne. Im Theater am Kurfürstendamm war sie zuletzt in „Offene Zweierbeziehung" zu sehen.

Ein Lästermaul aus besten Kreisen
ist Acaste, gespielt von Hans-Jürgen Schatz. Schatz stand in über 50 Folgen der Serie Salto Postale/Kommunale vor der Kamera und war zuletzt in „Eine gute Partie" in der Komödie am Kurfürstendamm zu erleben.

Der Freund
Matthias Zahlbaum
spielt Philinte,
den einzigen wahren Freund von Alceste. Zahlbaum war in Berlin zuletzt im Theater 89 in Oliver Bukowskis „Nach dem kuss" zu sehen.

Die treue Cousine
Angela Schmidt-Burgk
übernimmt die Rolle der Éliante. Besucher der Komödie am Kurfürstendamm kennen sie aus „Amphitryon" und „Das
unmögliche Paar".

Der M öchtegern-Schriftsteller
Wilfried Hochholdinger übernimmt die Rolle des eitlen Oronte. Hochholdinger steht häufig vor der Kamera. Heinrich Breloer engagierte ihn für „Speer und er". Im Kino war er zuletzt in Oskar Roehlers „Elementarteilchen" zu sehen. Im Maxim-Gorki-Theater stand er in „Muxmäuschenstill" auf der Bühne.

Der Opportunist
Clitandrewird gespielt von Henry Nandzik,
der vom Musiktheater kommt und in Berlin u. a. am Theater des Westens, in der Kleinen Revue des Friedrichstadt Palastes und der Neuköllner Oper auf der Bühne stand.



Kartenpreise:
So bis Do 35/24/12 Euro, und Fr/Sa 39/28/17 Euro, Premier: 47/36/24 Euro
-
alle Preise inklusive Programmheft -

Voraufführungen: 19 Euro auf allen Plätzen
KOMÖDIE um VIER 19 Euro (nur mittwochs) auf allen Plätzen
Karten 030/88 59 1188 und unter www.komoedie-berlin.de 

Zur Inszenierung des Theater Bielefeld:

Premiere:
20. Januar 06
Weitere Vorstellungen: 22., 24.-28., 31, Januar, 1., 2., 9., 12.-16.,& 18. Feb. 06, weitere Termine in Planung


Inszenierung: Christian Schlüter
Bühne: Jürgen Höth
Kostüme: Beatrice von Bomhard
Dramaturgie: Uew Bautz

Besetzung:

Alceste:
Thomas Wolff
Philinte: Stefan Imholz
Oronte: Mathias Reiter
Celimene: Christina Huckle
Eliante: Ines Buchmann
Arsinoe: Carmen Priego
Acaste: Max Grashof
Clitandre: John Wesley Zielmann


Welt und Wahrheit reimen sich nicht. Sie reiben sich und möchten ein Kind miteinander haben, aber sie passen nicht aufeinander. Treffen sie zusammen, kracht es, es schlägt Funken, und die Wahrheit geht in Rauch auf. Der Prophet, der sie dem Volk predigt, wird gesteinigt, der Politiker, der sie im Fernsehen ausspricht, setzt seine Karriere aufs Spiel und der Angestellte, der sie seinem Chef sagt, wird entlassen.

In Molieres großartiger Komödie Der Menschenfeind tritt auf: Alceste, ein junger Mann von Welt. Der hat einen gravierenden Fehler: Er ist hemmungslos ehrlich. Er tadelt seine Umwelt, weil er die allgegenwärtige Heuchelei nicht ertragen kann. Auch die hochmütigkokette Celimene hat sich den herrschenden gesellschaftlichen Spielregeln komplett unterworfen, mehr noch: Sie gibt sie vor. Alcestes Problem: Er liebt und begehrt sie. In der Liebe scheint auch die Wahrheit mit Blindheit geschlagen und damit steht diese Komödie so nah am Leben wie selten ein Stück der klassischen Theaterliteratur.

Also zeigt sich: Nicht Alceste, die anderen sind die Menschenfeinde. In einem komödiantischen Strudel aus Lüge und Anpassertum, von Moliere mit allen Mitteln der Verleumdung, Intrige und Herabsetzung genussvoll ausgespielt, wird nun der konsequente Moralist demontiert. Inmitten der legendären «Moüereschen Maschine» mit Vers und Reim, mit der sagenhaften Komik einer zeitlosen Charakterkomödie.

Christian Schlüter
Der in Nesselwang im Allgäu geborene Christian Schlüter arbeitet seit 1998 als freischaffender Regisseur und ist Lehrbeauftragter am Studiengang Schauspieltheater-Regie in Hamburg. Seine Arbeiten führten ihn an Theater in Hamburg, Tübingen, Braunschweig, Solothurn, Paderborn, Zürich, Bochum und Essen. Er inszenierte u.a. Antigone von Sophokles/Hölderlin, Thomas Bernhards Watten, die Uraufführung von Brechts Hans im Glück, Andromache von Jean Racine, die Uraufführungen Bertie Brab von Birgit Kempker, Waldbruder von J.M.R. Lenz, Dreier ohne Simone von Kristo Sagor, Mark O'Rowes Howie the Rookie, Früchte des Nichts von Ferdinand Bruckner, Port Authority von Conor McPherson und Der Gitarrenmann von Jon Fosse. Am Theater Bieiefeld führte Schlüter bereits Regie bei der Uraufführung von Marlene Streeruwitz' Dentro., bei Amphitryon nach Moliere von Kleist, Ödipus von Sophokles, Romeo und Julia, Ellingvon Hellstenius/Naess, Der Raub der Sabinerinnen/Frau Director Striese (UA) von F. und P. von Schönthan, Schlachten//Samurai und zuletzt bei G. Hauptmanns Die Weber.
Christian Schlüter studierte nach seinem Abitur zunächst zwei Jahre Theaterwissenschaften an der Universität in Bochum und von 1990-1994 Schauspieltheater-Regie in Hamburg. Nach seinem Studium war er bis 1998 als Regieassistent am Thalia Theater Hamburg tätig.

Jürgen Höth
Mit Christian Schlüter arbeitete der Bühnenbildner bereits in der letzten Spielzeit bei Der Raub der Sabinerinnen / Frau Director Striese (UA) zusammen. Der in Hamburg lebende Jürgen Höth ist seit 1993 freischaffend tätig, u.a. in Braunschweig, Oldenburg, Köln, Berlin (Volksbühne), Basel, Freiburg, Kiel, Konstanz und Heilbronn. Zuvor war er von 1989-93 am Thalia Theater Hamburg als Bühnenbildassistent engagiert. In dieser Zeit entstanden bereits seine ersten sieben eigenen Arbeiten, u.a. Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui mit dem Regisseur S. Bühr und Endspiel mit W. D. Sprenger. In Hamburg kam es auch mit dem Bühnenbild zu Eroberung des Südpols zur ersten Zusammenarbeit mit Michael Heicks, die sich danach bis 1996 bei zahlreichen Inszenierungen fortsetzte. Weitere Regisseure, mit denen Jürgen Höth zusammenarbeitete, waren u.a. Hiltrud Kissel, Robert Hungerbühler, Barbara Neureiter und Ulrike Grote.
Der gebürtige Kölner studierte in seiner Heimatstadt Bühnenbild bei Prof. R. Glittenberg.



Jean Baptiste Molière
Jean Baptiste Poquelin wurde am 15. Januar 1622 in Paris geboren. Sein Vater, ein königlicher Hoftapezierer und Kammerdiener, war entrüstet, als er erfuhr, dass Jean nach seinem kostspieligen Studium der Rechtswissenschaften Komödiant werden wollte. Aus Jean-Baptiste Poquelin wurde nun der Schauspieler Sieur de Molière. Zusammen mit seiner Geliebten Madeleine Béjart und anderen jungen Leuten gründete er 1643 eine neue Bühne: das Illustre Théâtre. Leider konnte sich das unbekannte Theater in Paris nicht etablieren und wurde bereits anderthalb Jahre später wieder geschlossen. Molière zog anschließend 13 Jahre lang als Mitglied einer Wandertheatertruppe, in der er später auch als Autor und Direktor fungierte, durch Frankreich und erwarb sich so eine gute Theaterpraxis. 1658 kehrte er mit eigenen, in der Provinz erprobten Stücken und mit einflussreichen Verbindungen nach Paris zurück. Es gelang ihm, bereits wenige Wochen nach seinem Eintreffen vor König Ludwig XIV. zu spielen und dieser gewährte der Truppe die Benutzung des Théâtre du Petit-Bourbon als Spielort. 1659 brachte Molière Die Zierpuppen (Les précieuses ridicules) auf die Bühne. Das Stück war ein Sensationserfolg und von nun an wurde jährlich mindestens eine seiner Komödien uraufgeführt. Ab 1661 konnte sich Molière seiner Stellung bei Hofe sicher sein und sich nun als Dramatiker, Schauspieler, Regisseur und Theaterdirektor ganz der Komödie widmen.

Molières Theaterschaffen war breit gefächert: von der pointierten Farce über die Prosakomödie bis zur Haute Comédie. Die Schule der Frauen (L´école des femmes, 1662) gilt als das erste große tragikomische Werk in der französischen Literatur und befasste sich ironisch-distanziert mit der Rolle der Frau in der damaligen Gesellschaft und den daraus resultierenden geschlechtsspezifischen Erziehungsrichtlinien. Seine bedeutendsten Werke schuf Molière auf dem Feld der Charakterkomödie. In Der Tartuffe oder Der Betrüger (Le Tartuffe ou l´imposteur, 1664, resp. 1669) gelang ihm ein psychologisch differenziertes, zeitloses Bild eines Heuchlers. Da die satirischen Bezüge auf Hof und Kirche unübersehbar waren, wurde es fünf Jahre lang mit dem Verbot öffentlicher Aufführung belegt. Der Menschenfeind (Le misanthrope, 1666) hingegen zeigte einen Mann von Prinzipien, der beständig die Schwächen und Torheiten anderer kritisiert, in seiner Verliebtheit aber blind für die Fehler der Angebeteten ist. Zu den bemerkenswertesten seiner etwa 30 erhaltenen Stücke zählen Der Geizige (L´avare, 1668) und Der eingebildete Kranke (Le malade imaginaire, 1673). In der Uraufführung des eingebildeten Kranken spielte der Verfasser selbst die Hauptrolle, erkrankte während der ersten Spielwoche und starb kurz darauf am 17. Februar 1673 in Paris.

Noch heute sind Molières Komödien fester Bestandteil der Spielpläne renommierter Bühnen und manche seiner Figuren wie Tartuffe erlangten sogar sprichwörtliche Bedeutung . [© Verlag Felix Bloch Erben, Berlin]

Der Messias (The Messiah)

Von:
Patrick Barlow
Unter Mitarbeit von: Jude Kelly und Julian Hough
Uraufführung: 17. Januar 1983 (London, Tricycle Theatre)
Deutsch von: Volker Ludwig und Ulrike Hofmann
Deutschsprachige Erstaufführung: 11. Dezember 1987 (Berlin, GRIPS Theater Berlin)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
29. Oktober 09 (Schauspielhaus)
Regie: Ronny Jakubaschk
Bühne/Kostüme: Julia Plickat
Licht: Johan Delaere
Dramaturgie: Andreas Erdmann

Besetzung:
Theodor Stolze-Stadermann: Michael Quast
Bernhard: Andreas Uhse
Erna Timm, Opernsängerin: Sonja Ebl-Eisa


Aufführungsdauer: etwa 2 Stunden, eine Pause
Besprechung auf kulturfreak.de

Messias_2SCHSPFFM©APEnglert
Der Messias
Schauspiel Frankfurt
Michael Quast und Andreas Uhse
©
Alexander Paul Englert

Josef und Maria sind ein süßes Paar, findet Engel Gabriel. Aber zu sagen haben sie sich, wie es scheint, schon lang nichts mehr. Und seit Maria schwanger ist, keimt ein Verdacht in Josef. Bernhard und Theo sind gestandene Schauspieler – finden sie zumindest selbst. Aber auf der Bühne hilft ihnen das, wie es scheint, auch nicht weiter. Wenn ihnen ihre Stichworte nicht einfallen und die schönsten Textstellen einfach übersprungen werden. Ausgerechnet diese beiden aber nehmen es sich vor, die Ankunft des Messias auf der Bühne zu verkörpern. Mit allem, was die Bibel hergibt: Engeln, Hirten, bellenden Kamelen, Juden, Römern und Herodes, der nun einmal einfach keine Kinder mag. Denn was brauchen wir alle dringender als einen Erlöser? Was der jedoch mit der Verschwörung der bulgarischen Ausdruckstänzer, Tantra-Workshops, alten Polizeihunden aus Polen und der Startbahn West zu tun hat, das zeigt »Der Messias« mit Michael Quast am Schauspiel Frankfurt. Ab der Spielzeit 2009 / 10 wird Michael Quast mit seiner »Fliegenden Volksbühne« regelmäßig Gast in den Kammerspielen des Schauspiel Frankfurt sein. In Patrick Barlows »Der Messias« aber spielt er exklusiv im Programm und auf der Bühne des Schauspielhauses.

Zum Stück:
Das Leben hat sie nicht verwöhnt, die beiden Schauspieler Theodor und Bernhard. Der Agent hat auch schon lange nicht mehr angerufen. Dennoch sind sie wild entschlossen, etwas von dem Wenigen, das die Welt ihnen gegeben hat, zurückzugeben. Und zwar, indem sie die Geburt des Mannes auf die Bühne bringen, der berühmter als die Beatles ist. Mit sich selbst in allen Rollen: Josef und Maria, Herodes und die Weisen aus dem Morgenland, Hirten, Römer, bellende Kamele. Um ihr ehrgeiziges Ziel zu erreichen, haben sie nicht einmal die Gründung einer eigenen Theatercompagnie gescheut. Mit Theodor als Autor, Regisseur, künstlerischem Generaldirektor. Bernhard ist dabei vor allem ausführendes Organ und Medium der Visionen seines Chefs. Die Dritte im Bunde ist die Sängerin Erna Timm, genannt »die Timm«. Diese drei erzählen die Weihnachtsgeschichte auf ihre ganz eigene Art. Und jedes Hindernis, das ihnen dabei in die Quere kommt, spornt sie höchstens zu noch verwegeneren Improvisationen an.

Zum Autor:
Patrick Barlow, geboren 1947, ist ein englischer Schauspieler, Komiker und Autor. Sein Bühnen- Alter-Ego, Desmond Olivier Dingle ist Gründer, künstlerischer Leiter und Verwaltungsdirektor des aus zwei Schauspielern bestehenden National Theatre of Brent. Der Borough of Brent ist ein Stadtbezirk von London und liegt seit der Eingemeindung zu Greater London im Nordwesten der Stadt. Zusammen mit John Ramm alias Raymond trat Patrick Barlow selbst in der Uraufführung der National-Theatre-of-Brent-Produktion »The Messiah« auf. Weitere große Erfolge der Gruppe waren »The Charge Of The Light Brigade« und »The Complete Life And Works Of Shakespeare«. Barlow schrieb eine Reihe von Drehbüchern und Stücken für Bühne, Film, Fernsehen und Radio. Er hatte kleine Gastauftritte in den Filmen »Shakespeare In Love«, »Notting Hill« und »Das Tagebuch der Bridget Jones«.

Ronny Jakubaschk (Regie) geboren in Guben, Brandenburg. Studierte von 2001 bis 2006 Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und nahm im Jahr 2003 an der »Master Class Schauspiel« der Salzburger Festspiele teil. Währenddessen Inszenierungen und eigene Projekte in Leipzig (»Die Zauberflöte«, »MozartNullSechs«), Cottbus (»Pinguine können keinen Käsekuchen backen«, »Antigone«) und Bad Hersfeld (»Generation Faust« – eingeladen zum Theatertreffen der Jugend 2007). Von 2003 bis 2005 Assistenzen am Staatstheater Cottbus, Schauspiel Frankfurt und am Wiener Burgtheater. Ab 2006 als Regieassistent und Regisseur am Maxim Gorki Theater beschäftigt. Seine Inszenierung von Jörg Albrechts »Stell dir deinen Körper vor« wurde im Rahmen des Hamburger Kaltstart Festival 2008 gezeigt und seine Inszenierung von Horváths »Glaube Liebe Hoffnung« wurde 2009 zum Festival »Radikal Jung« in München eingeladen.

Julia Plickat (Bühne und Kostüm) geboren in Göttingen. Nach Architektur- und Bühnenbildstudium Assistenz am Schauspiel Frankfurt. Seitdem Arbeiten am Schauspiel Frankfurt, am Theater der Stadt Heidelberg, an der Landesbühne Niedersachsen Nord und am Maxim Gorki Theater Berlin. Gastspiele bei den Hessischen Theatertagen am Staatstheater Darmstadt, beim Festival »Kiezstürmer« am St. Pauli Theater Hamburg und bei »Radikal jung« am Volkstheater München. Zusammenarbeit unter anderem mit Florian Fiedler, Robert Lehninger, Kerstin Lenhart, Christian Hockenbrink und Simon Solberg.

[© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Michael Kohlhaas
Nach der Novelle von Heinrich von Kleist
Theaterfassung von Konstanze Lauterbach und Dagmar Borrmann

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
30. Januar 10

Inszenierung: Konstanze Lauterbach
Bühne: Andreas Jander
Kostüme: Karen Simon
Musik: Achim Gieseler
Dramaturgie: Dagmar Borrmann

Besetzung:

Michael Kohlhaas:
Michael Günther
Lisbeth/ Zigeunerin: Doreen Nixdorf
Herse/ Prinz von Meißen: Jörg Zirnstein
Tronka/ Wenk: Lars Wellings
Hinz/ Geusau/ 3. Ratsherr/ Meister Himboldt: Tobias Randel
Kunz: Bruno Winzen
Luther/ Graf Wrede: Uwe Kraus
Nagelschmidt/ Kurfürst von Sachsen: Oliver Breite
Burgvogt/ Sternbald/ Knecht Kunz/ Kurfürst v. Bandenburg: Florian Thunemann
Straßenjunge/ Bürgerin v. Wittenberg/ Hofdame: Eva-Maria Damasko
Junger Knecht bei Tronka/ Friedrich/ Händler: Michael v. Bennigsen
Amtmann/ 2. Ratsherr/ Abdecker/ Advokat: Benjamin Krämer-Jenster
Zöllner/ Rümhold: Gregor Müller
Gast bei Tronka/ 1. Ratsherr/ Offizier der Wache: Steven Gänge
Waldmann/ Gast bei Tronka/ Knecht: Dietmar Barbatschi

Kleists Novelle vom Rosshändler Kohlhaas, dem Unrecht geschieht und der die erlittene Demütigung in eine Wut ummünzt, die ein ganzes Land in Aufruhr bringt, erscheint 2009 in neuem Licht. Die Banken- und Wirtschaftskrise verunsichert nicht nur Menschen am unteren Rand der Gesellschaft, sondern auch in deren Mitte. Und nicht nur Verschwörungstheoretiker und Wichtigtuer prognostizieren für die kommenden Jahre soziale Unruhen, die sich nicht auf „Randgruppen“ oder „Problemviertel“ begrenzen werden lassen.

Kleists Michael Kohlhaas ist zunächst das Gegenteil eines Rebellen. Sein Gewerbe und seine Familie, das Vertrauen in Gott und Staat sind die Säulen seines Lebens. Das könnte immer so weiter gehen, wenn nicht der Junker von Tronka in einem Akt reiner Willkür ein paar von Kohlhaasens Pferden einbehalten und zugrunde richten würde. Kohlhaas will lange nicht glauben, was doch bald offensichtlich ist: dass er in dieser Sache nicht auf seine Obrigkeit zählen kann, sondern ein Filz von Vetternwirtschaft, Korruption, Feigheit und Amtsmissbrauch verhindert, dass ihm Recht widerfährt. Erst als Kohlhaasens Frau Lisbeth bei dem Versuch, mit einer Bittschrift zum Landesherren vorzudringen, stirbt, ist seine Langmut am Ende. Er sammelt eine Bande um sich und greift zur Selbsthilfe. Was als banal erscheinender Rechtsstreit beginnt, erschüttert am Ende die Grundfesten des Staatswesens.

Die Theaterfassung von Konstanze Lauterbach und Dagmar Borrmann wurde für die Inszenierung am Hessischen Staatstheater entwickelt und lehnt sich dramaturgisch eng an die Kleistsche Novelle an, akzentuiert und strafft aber den Stoff. Das Geschehen wird in seinem historischen Kontext erzählt (in dem sich sowohl die authentische Geschichte des Hans Kohlhase aus einer Chronik des 16. Jahrhunderts wie auch Kleists Reflexion seiner eigenen gesellschaftlichen Realität widerspiegeln). Konstanze Lauterbach inszeniert regelmäßig am Hessischen Staatstheater Wiesbaden und eröffnete zuletzt mit ihrer gefeierten Inszenierung von Alban Bergs „Lulu“ die Maifestspiele 2009.

[© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Moby Dick
nach Herman Melville

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
7. März 10 (Studio; ab 11 Jahren)

Inszenierung: Stefan Schletter
Bühne: Marcel Franken, Charles Toulouse
Videoprojektion: Marcel Franken
Kostüme: Heike Ruppmann
Musik: Ernst August Klötzke

Mit: Charles Toulouse, Wolfgang Zarnack, Oliver Wronka

Neugierig, die Welt zu entdecken, heuert der junge Ismael auf dem Walfangschiff „Pequod“ an. Unter der Führung des einbeinigen Kapitäns Ahab sticht die Mannschaft in See. Noch ahnen die Männer nicht, dass ihre Rückkehr auf dem Spiel steht, denn Ahab nutzt die Fahrt für sein eigenes Ziel. Besessen von dem Gedanken nach Vergeltung jagt er den weißen Wal Moby Dick, der ihn einst zum Krüppel machte. Er verfolgt fanatisch seinen Plan und missbraucht jeden an Bord als Werkzeug seiner Rache. Doch nur einer wird überleben, um die Geschichte erzählen zu können...

Der Siegeszug des Melvilleschen Romans auf der literarischen Weltbühne begann erst ca. 50 Jahre nach seinem Erscheinen 1851. Die Mischung aus Abenteuergeschichte und philosophischem Roman wurde zur Parabel auf den besessenen Menschen, der glaubt, die Natur besiegen zu können. In unzähligen Adaptionen wie Verfilmungen, Hörspiele oder Rocksongs wurden die verschiedenen Aspekte der Vorlage und die Vielschichtigkeit des Romans immer wieder deutlich.

Stefan Schletter, der als Regisseur am Jungen Staatstheater tätig ist und u.a. für die Stücke „Die Werkstatt der Schmetterlinge“, „King A – Die Ritter der Tafelrunde“ und „Wir alle für immer zusammen“ verantwortlich zeichnet, erarbeitet mit dem Ensemble eine eigene Bühnenversion des Stoffes. [© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Moser oder Die Passion des Wochenend-Wohnzimmergottes

Von:
Franzobel
Uraufführung: 25. Februar 10 (Wien, Theater in der Josefstadt)

Zur Inszenierung des Wiener Theater in der Josefstadt:

Premiere
25. Februar 10 (Uraufführung)

Regie: PeterWittenberg
Bühnenbild und Kostüme: Florian Parbs
Musik: Roland Neuwirth & Extremschrammeln

Besetzung:

Alter Moser:
Erwin Steinhauer
Junger Moser, sein unangenehmes Alter Ego: Florian Teichtmeister
Blanca Moser, seine Frau: Sandra Cervik
Paul, Schauspieler: Martin Zauner
Theaterdirektor / Hitler / Maskenbildner: Hubsi Kramar
Wackel, Spitzel, Hitlers Adjudtant: Alexander Pschill

Moser oder Die Passion des Wochenend-Wohnzimmergottes
Theater in der Josefstadt, Wien
Florian Teichtmeister, Hubsi Kramar, Sandra Cervik, Erwin Steinhauer, Roland Neuwirth
© Erich Reismann

“Hans Moser, dieser Wiener Charlie Chaplin, Volksschauspieler schlechthin, brachte wie kein anderer den typischen Österreicher zum Ausdruck. Mit seiner kauzigen Art, seinem watschelnden Gang, seinem G’schau und dem berühmten Nuscheln verkörperte er den gängigen Eigensinn, die unbestechliche Souveränität des kleinen Mannes. Für mich ist Hans Moser, diese große Kunstfigur des Raunzens, aber auch ein Wiener Bruder Gustaf Gründgens, ein Mephisto. Die Nazizeit brachte ihn, den Unpolitischen, steil nach oben. Er wurde bestverdienender Schauspieler, musste aber damit fertig werden, dass seine geliebte jüdische Frau nach Budapest und seine Tochter nach Buenos Aires flüchten mussten. Er hatte enormen Erfolg, wurde von den Massen geliebt, verkörperte das minimal widerständige Österreich und war doch einsam und unglücklich. Ich sehe in Hans Moser eine große Kulminationsfigur des 20. Jahrhunderts. An ihm lassen sich Hoffnungen und Ängste, Couragiertheit und Durchlavieren zeigen, Macht und Ohnmacht des Einzelnen in den Mühlen der Geschichte. So wie er die kleinen Spielräume seiner festgeschriebenen Rollen nützte, extemporierte, ist er noch immer Sinnbild für die Freiheit auf österreichisch.” Franzobel

Franzobel, geboren 1967 in Vöcklabruck, studierte von 1986 bis 1994 Germanistik und Geschichte in Wien.Während seines Studiums war er als Komparse amWiener Burgtheater tätig und beschäftigte sich bis 1992 intensiv mit Malerei und Concept Art. Heute arbeitet Franzobel als freischaffender Schriftsteller, und seine literarische Bandbreite ist enorm: Er schreibt Romane, Gedichte, Theaterstücke, Hörspiele und Kinderbücher. Für seine Erwachsenenbücher erhielt Franzobel zahlreiche Preise und Auszeichnungen.
„Franzobels Welt ist verschroben aktuell, zeitgeschichtlich auf dem neuesten Stand und massenpsychologisch vielleicht sogar noch weiter. In deutschen Feuilletons schmückt man ihn mit den Beinamen Worterfindungsmeister, barocker Geschichtenerdenker und Menschenkenner. Fußballmetaphorisch ist der regelmäßig in Argentinien weilende Schriftsteller eindeutig der Goleador der österreichischen Gegenwartsliteratur. Franzobel kreiert einen Erzählstil, der vor skurriler Metaphorik und semantischen Finessen, vor Neologismen und Klangmalereien nur so sprüht und funkelt. Vorsicht: Suchtgefahr!" (Die Zeit)

Hans Moser (6.8.1880 - 19.6.1964)
Einer der wohl populärsten österreichischen Schauspieler debütierte bereits 1902 unter der Direktion von Josef Jarno amTheater in der Josefstadt. Er blieb jedoch nur fünf Jahre , um schließlich 1925 unter Max Reinhardt zurückzukommen. Nun gehörte er bis 1939 dem Ensemble an und spielte Rollen wie den Major Paul Petkoff in Shaws „Helden”, den Melchior in Nestroys „Einen Jux will er sich machen”, den Probstein in Shakespeares „Wie es euch gefällt” und den FortunatusWurzel in Raimunds „Bauer als Millionär”. Nach zwei weiteren Auftritten 1952 und 1953 kehrte er 1961 nochmals ans Theater in der Josefstadt zurück, als Flickschuster Pfrim in Nestroys „Höllenangst”. [©Theater in der Josefstadt]

www.josefstadt.org

Motortown

Von:
Simon Stephens
Deutschsprachige Erstaufführung: 23. November 06 (Zürich, Schauspielhaus)
Deutsche Erstaufführung: 2. Dezember 06 (Mainz, Staatstheater Mainz)

Zur Inszenierung des Theater Aachen:

Premiere:
17. Januar 09

Inszenierung: Ewa Teilmans
Bühne: Oliver Brendel
Kostüme: Sandra Münchow
Musik: Malcolm Kemp
Dramaturgie: André Becker

Besetzung:
Lee:
Oleg Zhukov
Danny: Florian Schmidt-Gahlen
Marley: Katharina Merschel
Tom: Thomas Hamm
Paul: Karsten Meyer
Jade: Stefanie Dischinger
Justin: Torsten Borm
Helen: Elisabeth Ebel

Von der Freundin verlassen, ohne Rückhalt in der Familie oder von Freunden und ohne berufliche Perspektive: Der 27-jährige Soldat Danny kehrt aus dem Irakkrieg nach England zurück und fühlt sich als Fremder im eigenen Land. Die Gesellschaft, für die er gekämpft hat, widert ihn an. Umgekehrt dasselbe: Man weicht Danny aus, hält ihn für merkwürdig und fördert das Misstrauen, aus dem Gewalt entsteht.

Ewa Teilmans inszeniert ein brandaktuelles Stück über den Krieg und wie er die Psyche und die Perspektive verändert: Krieg verletzt eine Gesellschaft, auch dann, wenn er in der Ferne stattfindet. Der vielfach ausgezeichnete Autor Simon Stephens wurde 7977 in Manchester geboren und lebt in London. »Motortown« wurde in der Kritikerumfrage von Theater heute 2OOB zum »Ausländischen Stück des Jahres«, er selbst 2008 zum besten ausländischen Dramatiker gewählt.

Kostprobe
Ein paar Tage vor der Premiere ermöglicht das Theater Aachen bei der Kostprobe zu »Motortown« einen ersten Blick auf die Neuproduktion.
Schauspieler und Regieteam öffnen die Probe für Zuschauer und geben so die Möglichkeit, einen Einblick in die Arbeit zu bekommen. Der Probenbesuch und das anschließende Gespräch mit dem Produktionsteam lassen die Zuschauer die Vorbereitungen intensiv und direkt erleben.
Di 13.01., 19.00 Uhr Eintritt frei.

Themenwoche »Motortown«: Was kommt nach dem Krieg?
(12. bis 21. Januar 2009)
Krieg verletzt eine Gesellschaft, auch dann, wenn er in der Ferne stattfindet!

Die Premiere von »Motortown« am 17.01.09 ist in ein Programm eingebettet, das die Thematik des Stücks aufgreift und sich intensiv mit traumatisierten Kriegsheimkehrern auseinander setzt: Podiumsdiskussionen (mit hochrangigen Vertretern aus Politik, Friedens- und Konfliktforschung, Militär und Psychologie), Vorträge, Erfahrungsberichte, Lesungen, Filme, Performances und Gespräche. Welches Verhältnis hat die Gesellschaft zu ihren rückkehrenden Soldaten? Will sie zuhören? Will sie wissen? Was bedeuten Kampftraumata und Verlust der Kommunikation
für die Menschen, zu denen die Männer zurückkehren.
Download des Programmheftes:
www.theater-ac.de/pics/download/ta_0901_motortown.pdf                      [© Theater Aachen]

www.theater-aachen.de

Zur Inszenierung des Schauspielhaus Zürich:

Premiere:
23. November 06 (Deutschsprachige Erstaufführung)

Justin: Marcus Kiepe
Paul: Fabian Krüger
Helen: Miriam Maertens
Danny: Oliver Masucci
Tom: André Mayer
Jade: Jennifer Mulinde-Schmid
Marley: Nele Rosetz
Lee: Maik Solbach

Regie: Samir
Bühnenbild: Volker Hintermeier
Kostüme: Su Bühler
Musik: Peter Bräker
Lichtdesign: Frank Bittermann
Dramaturgie: Imanuel Schipper

Danny kommt aus Basra zurück nach England. Im Irak hat er als Obergefreiter für sein Vaterland gedient und gutes Geld bekommen. Zuhause scheint alles seinen normalen Gang zu gehen. Doch von seinem Bruder Lee erfährt Danny, dass seine Freundin Marley ihn nie wieder sehen möchte. Sie war schockiert von Dannys Briefen aus dem Krieg. Danny sucht den Kontakt zu alten Freunden. Aber keiner interessiert sich für die Bilder, die Danny einfach nicht aus seinem Kopf bekommt. Und der Kriegsheimkehrer kommt in die Krise. Von Tom, einem alten Kumpel, kauft er eine halbautomatische Walther P99. Er zwingt Marley, sich mit ihm zu treffen, und er verschleppt die 14jährige Jade, mit der sein Freund Paul, ein ziemlich schmutziges Verhältnis hat. Es beginnt ein 24-stündiger Trip im Leben des jungen Soldaten, der sich immer mehr zuspitzt und gefährlich wird für jeden, der ihm über den Weg läuft.

«Motortown» ist ein Stück über England im Krieg und ein Stück über die Folgen des Kreuzzugs gegen den Terror. Stephens zeigt die Momentaufnahme einer Gesellschaft, die an einem weit abgelegenen Ort Krieg führt und sich sicher wähnt, dass er zu Hause keine Wirkung hinterlässt: «Ich wollte ein Stück schreiben, das finster, widersprüchlich und gewalttätig ist, weil unsere Kultur finster, widersprüchlich und gewalttätig ist. In diesem Sinn habe ich, so gut und so ehrlich ich konnte, ein Stück über England geschrieben.»

Nach «Am Strand der weiten Welt», für das Simon Stephens 2006 in England mit dem Olivier-Award für das beste neue Stück ausgezeichnet wurde, zeigt das Schauspielhaus Zürich wieder das neueste Stück des britischen Autors als deutschsprachige Erstaufführung. [Text: Schauspielhaus Zürich]

www.schauspielhaus.ch

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
2. Dezember 06 (Deutsche Erstaufführung)

Inszenierung: Matthias Fontheim
Bühne und Kostüme: Susanne Maier-Staufen
Dramaturgie: Marie Rötzer
Regie-Assistenz: Christian Schürmann
Inspizienz: Claudia Sekinger
Souffleuse: Marie-Charlotte Auersperg

Lee: Thomas Prazak
Danny: Tim Breyvogel
Marley: Julia Kreusch
Tom: Martin Bretschneider
Paul: Michael Schlegelberger
Jade: Katharina Knap
Justin: Stefan Walz
Helen: Friederike Bellstedt

www.staatstheater-mainz.de

Mutter Courage und ihre Kinder

Von:
Bertold Brecht
Musik: Paul Dessau
Uraufführung: 19. April 1941 (Zürich, Schauspielhaus Zürich)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
23. Januar 10

Regie: Robert Schuster
Bühne und Kostüme: Hartmut Meyer
Musikalische Leitung: Susanne Blumenthal
Musikalische Bearbeitung: Christine Schulz-Wittan
Kostüme: Emily Laumanns, Stefanie Lindner, Matthias Winkler
Licht: Frank Kraus
Dramaturgie: Sibylle Baschung

Besetzung:

Mutter Courage:
Heidi Ecks
Yvette: Franziska Junge
Eilif: Oliver Kraushaar
Kattrin: Kathleen Morgeneyer
Feldkoch: Joachim Nimtz
Schweizerkas: Christian Beermann
Feldprediger: Andreas Uhse
Soldaten: Martin Butzke
Katharina: Hackhausen
Johannes Flachmeyer: Nicholas Reinke

Orchester:
Violine:
Eva Hennevogl / Shin-Hye Park, Sophie Müller
Viola: Anna Pommerening / Johanna Brückner
Violoncello:Mareike Oehler / Anna Reitmeier
Trompete: Daniel Albrecht / Julian Walz
Akkordeon: Alexander Stegemann / Robert Beyer
Schlagwerk: Lale Pekkip

Besprechung auf kulturfreak.de

Mutter Courage
Schauspiel Frankfurt
Schweizerkas (Christian Beermann), Kattrin (Kathleen Morgeneyer)
Foto:
Alexander Paul Englert

Krieg ist ein Geschäft, Geschäft ist Krieg. Selbstbewusst stürzt sich Anna Fierling, genannt »Courage«, auf das Schlachtfeld des Marktes. Dort führt sie einen existentiellen Kampf um Profit und das Leben ihrer Kinder. Während sie unnachgiebig und wagemutig Geschäfte macht, wird den Kindern ihr ahnungsloser Heldenmut zum tödlichen Verhängnis. – Mit seinen bekannten Liedern und vitalen Rollen auch jenseits aller Ideologie ein bewegendes Stück über Menschen, die überleben wollen. In der Inszenierung von Robert Schuster sehen Sie Heidi Ecks als Mutter Courage.

Robert Schuster (Regie) wurde in Meißen geboren. 1991 bis 1992 absolvierte er das Grundstudium der Theaterwissenschaft und Ästhetik an der Humboldt-Universität, danach arbeitete er als Dramaturg an den Freien Kammerspielen Magdeburg. Er studierte von 1992 bis 1996 Regie an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin. Ab 1994 arbeitete er als Regisseur gemeinsam mit Tom Kühnel beim Kunstfest Weimar, am bat (»Die Maßnahme« von Bertolt Brecht und Sophokles »Antigone«), am Schlosstheater Moers und am Maxim Gorki Theater (»Der Drache«, »Miss Sara Sampson« / »Stella«). Von 1997 bis 1999 waren Robert Schuster und Tom Kühnel als Hausregisseure am Schauspiel Frankfurt engagiert. Gemeinsam inszenierten sie u.a. »Peer Gynt«, »Titus Andronicus« und Goethes »Faust«. Mit Bernd Stegemann zusammen übernahmen sie von 1999 bis 2002 die künstlerische Leitung des TAT Frankfurt. Danach inszenierte Robert Schuster Oper und Schauspiel u.a. in Hannover, Basel, Bremen und am Deutschen Theater Berlin. 2004 wurde er als Professor für Regie an die Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« in Berlin berufen.

Hartmut Meyer (Bühne) wurde 1953 in Röbel geboren. Er studierte Bühnenbild an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. 1981 begann seine Zusammenarbeit mit Frank Castorf am Theater Anklam. 1988 reiste er aus der DDR aus. Ab 1992 folgten weitere Arbeiten mit Frank Castorf an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (u.a. »Die Schmutzigen Hände«, »Caligula«). Seit Anfang der 1990er Jahre arbeitet Hartmut Meyer auch verstärkt für die Oper, so z.B. an der Staatsoper unter den Linden (u. a »Pelleas und Mellisande« mit Ruth Berghaus), in Kopenhagen, Basel und Köln. Für seine Bühnenbilder hat er zahlreiche Preise gewonnen, so z. B. die Goldmedaille der Prager Quadrinale. In der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute wurde er mehrfach als bester Bühnenbildner genannt. Hartmut Mayer ist Professor für Bühnenbild an der Universität der Künste in Berlin und leitet die Bühnenbildklasse.

Emily Rebecca Laumanns (Kostüm) wurde 1981 in Siegen geboren. Nach dem Abitur sammelte sie Erfahrungen am Theater Siegen, Schauspiel Bonn und dem Deutschen Theater Berlin, wo sie unter anderem mit Regisseuren wie Marc Becker und Jürgen Kruse arbeitete. 2005 begann sie ihr Bühnenbildstudium an der Universität der Künste Berlin. Seitdem arbeitet sie mit Miriam Salevic und Roman Lemberg z. B. an der Neuköllner Oper Berlin, mit Gastspielen im Marktgrafentheater Erlangen, Berghain Berlin und der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.

Stefanie Lindner (Kostüm) wurde 1985 in Pegnitz geboren. Bis zum Abitur 2004 arbeitete sie in dem dorfgastronomischen Familienbetrieb, danach bei dem Designer Luigi Colani in Karlsruhe und begann 2005 das Bühnenbildstudium an der Universität der Künste Berlin bei Hartmut Meyer. Im März 2009 wurde Stefanie Lindner als Stipendiatin in die Künstlerförderung der Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen.

Matthias Winkler (Kostüm) wurde 1981 in Rüdersdorf bei Berlin geboren. Nach der Ausbildung zum Medienmanager begann er sein Studium in der Bühnenbildklasse von Hartmut Meyer. Er entwarf Bühnenbilder für die KO–Projekte an der Universität der Künste Berlin mit Studenten von der Hochschule für Musik »Hanns Eisler«, »The Telephone« und »La Voix Humaine« mit Karoline Gruber in Lübeck und Lissabon. 2008 Zusammenarbeit mit Manfred Trojahn (»Limonen aus Sizilien«) und 2009 mit Rolf Hochhuth (»Sommer 14«).

Christine Schulz-Wittan (Musikalische Bearbeitung) wurde 1952 in Leipzig geboren. Sie studiert Musikwissenschaft an der Humboldt-Universität, anschließend Dirigieren und Komposition an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin. Von 1976 bis 1989 Engagements als Kapellmeister an den Theatern Neustrelitz und Magdeburg. Außerdem Cembalistin und Dirigentin beim Telemann-Consort Magdeburg und Telemann- Kammerorchester Blankenburg (Kloster Michaelstein). Seit 1989 arbeitet sie freischaffend, unter anderem mit der Weimarer Staatskapelle, den Jenaer Philharmonikern und dem Rundfunksinfonieorchester Berlin. Sie komponierte für Theater in Berlin, Potsdam und Frankfurt am Main. Seit 1989 hat Christine Schulz-Wittan Lehraufträge an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« sowie der Schauspielschule »Ernst Busch« Berlin.

Susanne Blumenthal (Musikalische Leitung) wurde 1975 in Bonn geboren, studierte Klavier und Gesang in Mainz und Köln und nach dem Staatsexamen Dirigieren bei Prof. Ralf Otto in Essen. Zahlreiche Dirigier-Meisterkurse, u. a. bei Bernhard Haitink, Sylvain Cambreling und Hartmut Hänchen sowie Hospitanzen an diversen Opernhäusern. 2007 gewann sie den 1. Preis beim Dirigentinnen-Wettbewerb der Bergischen Symphoniker. Für die Spielzeit 07 / 08 erhielt sie dort ein Stipendium des Landes NRW und leitete diverse Konzertproduktionen des Orchesters. Sie ist Mitbegründerin und Dirigentin des EOS Kammerorchester Köln. 2005 rief sie das Vokalensemble O:TON ins Leben, mit dem sie u. a. gemeinsam mit der Saxophonistin Angelika Niescier auf dem Moers Festival 2008 auftrat. Als Pianistin konzertiert sie sowohl solistisch als auch in verschiedenen Ensembles – darunter in dem von ihr gegründeten Helios Ensemble, für welches sie selbst Stücke schreibt. Seit Oktober 2009 ist sie als Dirigentin-Stipendiatin der Internationalen Ensemble Modern Akademie in Frankfurt.
[© Schauspiel Frankfurt]

 
www.schauspielfrankfurt.de

nach oben