Theater, Stückeinfo: “L”
 

Ladies Night
Komödie in zwei Akten

Von: Stephen Sinclair und Anthony McCarten
Uraufführung: November 1987 (Auckland, The Mercury Theatre)
Deutschsprachige Erstaufführung: 14. März 1992 (Wien, Parktheater Hietzing)
Deutsch: Annette und Knut Lehmann

Zur Inszenierung der Komödie im Bayerischen Hof München in Zusammenarbeit mit der Komödie am Kurfürstendamm, Berlin:
(Fassung von Folke Braband)

Berlin Premiere: 16. Mai 10
Voraufführungen: 12. – 15. Mai 10
Spielzeit bis: 13. Juni 10

Regie: Folke Braband
Bühne: Tom Presting
Kostüm: Monika Seidl
Choreografie: Angela Hercules-Joseph

Mit: Pascal Breuer, Sebastian Goder, Torsten Münchow, Rudolf Otahal, Eduard Burza, Dominik Meurer und Benjamin Knight

Ladies_Night_KomödieKurfürstendamm © Günter Englert
Ladies Night
Komödie am Kurfürstendamm, Berlin
Die Wilden Stiere. V. l.: Rudolf Otahal, Eduard Burza, Sebastian Goder, Pascal Breuer, Dominik Meurer und Torsten Münchow
Foto: Günter Englert

Kein Job, kein Geld, keine Zukunft: Barry, Craig und Norman treffen sich Tag für Tag in der Kneipe und warten, dass die Tage vergehen. Craig (Pascal Breuer) ist geschieden und zu allem Unglück sind auch noch die Gläubiger hinter ihm her. Norman muss mit ansehen, wie seine Frau durch ihre ausgiebigen Einkäufe auch die letzten gemeinsamen Ersparnisse verbraucht und Barry kann sich noch nicht mal mehr ein Bier leisten. Irgendwie müssen also alle dringend zu Geld kommen. Als schließlich die >Chippendales<, eine Männer-Striptruppe, in die Stadt kommt und die Frauen in Scharen in deren Shows strömen, hat Craig die Idee, es den >Chippendales< gleich zu tun: Es kann ja schließlich nicht so schwer sein mit den Hüften und dem Hintern zu wackeln. Er und seine Freunde sind zwar weder schön noch blutjung, haben dafür aber jede Menge Persönlichkeit! Um die Strippertruppe komplett zu machen, geben sie eine Anzeige auf und schon bald sind „Die Wilden Stiere“ – wie sie sich selbst nennen – zu sechst.
Für ihren ersten Auftritt trainieren sie, tanzen und strippen – natürlich in aller Heimlichkeit. Auch ihre Ehefrauen ahnen nichts vom neuen „Job“ ihrer Männer. Doch je näher die Show rückt, desto nervöser werden sie und es stellt sich für sie die alles entscheidende Frage: Ganz oder gar nicht?

Die Tageszeitung „Münchner Merkur“ schrieb nach der Premiere 2006 an der Komödie im Bayerischen Hof München: „Das Thema - hartgesottene Machos lassen die Hüllen fallen , was sonst weibliche Domäne ist, - ist von nicht totzukriegendem Unterhaltungspotenzial, wie soeben festgestellt in Folke Brabands spritzig-temporeicher Bühnen-Inszenierung. Am Ende ein Applausorkan und ein glücklich strahlendes Stripper-Quintett.“ Und die „Süddeutsche Zeitung“ urteilte: „Pointenreich führen sie das Spiel mit den Facetten von Männlichkeit, die komisch-hilflosen Versuche, den Verlust des Selbstwertgefühls zu kaschieren, vor. Folke Braband gelang mit seiner Inszenierung (...) sein größter Publikumserfolg. Am Schluss steht der ganze Saal zum nicht enden wollenden Applaus auf.“

Das Stück
„Ladies Night“ der neuseeländischen Autoren Stephen Sinclair und Anthony McCarten wurde 1987 in Auckland uraufgeführt. Seinen internationalen Siegeszug trat das Stück jedoch erst mit dem Start des britischen Erfolgsfilms „Ganz oder gar nicht“ im Jahr 1997 an, an deren Drehbuch die beiden Neuseeländer jedoch nicht beteiligt waren. In Deutschland wurde die Komödie erstmalig 1998 am Düsseldorfer Schauspielhaus gezeigt, ein Jahr später feierte Folke Brabands Inszenierung in der Tribüne in Berlin Premiere.

Die Darsteller
Pascal Breuer ... spielt Craig, der nicht nur Schulden hat, sondern auch noch um das Besuchsrecht für seinen Sohn kämpfen muss. Der gebürtige Münchner absolvierte seine Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Anschließend folgten Engagements u. a. am Bayerischen Staatsschauspiel, am Gärtnerplatztheater, an der Komödie Düsseldorf sowie an der Komödie im Bayerischen Hof in München, wo er 2005 und 2006 an der Seite von Joachim Fuchsberger in „Der Priestermacher“ spielte. Dort steht er seit 2004 jedes Jahr in der Weihnachtszeit als Pfeiffer mit drei f in „Die Feuerzangenbowle“ auf der Bühne. Für seine Theaterarbeit wurde er 2006 mit dem Merkur- Theaterpreis der Zeitung „Münchner Merkur“ ausgezeichnet. Sein Regiedebüt feierte Breuer 2004 mit Christopher Langs „Gebrüllt vor Lachen“ am Theater 44 in München. Im Februar diesen Jahres wurde seine Inszenierung von Stella Mullers „Doppelzimmer“ am Renaissance-Theater in Berlin uraufgeführt.
Neben seiner Bühnentätigkeit wirkte er auch in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mit, u. a. in „Eurocops“, „Diese Drombuschs“, „Das Traumschiff“, „Das serbische Mädchen“, „Medicops“, „Die Küstenwache“, „Siska“, „SOKO Kitzbühel“ und „Café Meineid“. Des Weiteren arbeitet Breuer als Synchronsprecher. So ist er die deutsche Stimme des Bollywood-Schauspielers Shah Rukh Khan, synchronisierte aber auch Kinofilme wie „Asterix und Obelix bei den Olympischen Spielen“, „Im Körper des Feindes“ und zuletzt „Shopaholic“. Im Synchronbereich ist er zudem als Regisseur und Autor tätig.

Weitere „Wilde Stiere“ werden von Sebastian Goder, Torsten Münchow, Rudolf Otahal, Eduard Burza, Dominik Meurer und Benjamin Knight gespielt.

Regie
Folke Braband
Das Repertoire des gebürtigen Berliners umfasst die gesamte Bandbreite von Boulevard bis hin zu gesellschaftskritischen Sozialdramen, von Kinder- und Jugendstücken bis zur Klassik. So inszenierte er neben Komödien von Alan Ayckbourn, Neil Simon oder Noel Coward auch zeitgenössische Werke von Neil LaBute, Mike Leigh, Mark Ravenhill, Nicky Silver oder Christopher Hampton sowie Stücke von Tennessee Williams, Henrik Ibsen, Molière, Kleist und Sophokles.
An der Komödie und dem Theater am Kurfürstendamm konnten die Zuschauer u. a. seine Inszenierungen von „Süßer die Glocken“, „Charleys Tante“ und „Die Grönholm -Methode“ sehen. Zuletzt inszenierte Braband in Wien am Theater in der Josefstadt und am Volkstheater sowie am Alten Schauspielhaus Stuttgart („Endstation Sehnsucht“). Neben seiner Tätigkeit als Regisseur ist Braband auch als Autor und Übersetzer tätig. [© Komödie am Kurfürstendamm, Berlin]

www.theater-am-kurfuerstendamm.de

The Last Virgin

Von:
Tuvia Tenenbom und Maria Lowy

Zur Inszenierung des English Theatre Frankfurt:

A THEATRICAL JOURNEY INTO THE PLEASURE OF CHAOS

Three agents meet to play a dangerous game of hide-and-seek, thereby changing identities so often, that they lose track of who they are. The one thing they all want is: find a virgin, who desires nothing more than to become a Shaheed (Martyr) and blow herself up next to the Jewish Wailing Wall. The Last Virgin is based on the forays of the author Tuvia Tenenbom into the Arab world, where he lived with Bedouins and Palestinians, and into Europe, where he met with the classmates of Muhammad Atta, who all shared their innermost beliefs with him. While the show makes fun of the tortured actions the situation forces on its characters, it also contains more than a grain of sadness and compassion about the state of things in their part of the world.

Drei Agenten treffen aufeinander und verwickeln sich in ein gefährliches Versteckspiel. Dabei wechseln sie so häufig die Identität, dass sie vergessen, wer sie eigentlich sind. Eines haben sie jedoch alle gemein: sie suchen eine Jungfrau, die sich wünscht, eine Shaheed (Märtyrerin) zu werden, indem sie sich an der Klagemauer in Jerusalem in die Luft sprengt. The Last Virgin basiert auf den Streifzügen des Autors Tuvia Tenenbom in die arabische Welt, wo er bei Beduinen und Palästinensern lebte, und seinen Reisen nach Europa, wo er sich mit Klassenkameraden von Muhammad Atta traf. Diese politische Farce zeigt gleichzeitig Liebe und Leidenschaft für ihre Protagonisten und tiefe Trauer für die Konsequenzen ihrer Taten.

“Tenenbom’s comedy touches our soul in places where mere intellect can never reach” DIE ZEIT

“Irresistibly fascinating, emotionally explosive. . . seductive and engaging” THE NEW YORK TIMES


Das English Theatre präsentierte vom 14. September bis 27. Oktober 2006 das Stück the last virgin von Tuvia Tenenbom und Maria Lowy. Es handelt von Selbstmordattentätern, von Juden, Muslimen und Christen. Es handelt von Menschen, die im Umfeld permanenter Propaganda-Attacken leben, die tagtäglich mit Vorurteilen konfrontiert sind. Alle fünf Figuren in dem Stück äußern sich fast ausschließlich in solchen Klischees und Verbalattacken, die durch ihre komische Überzogenheit ad absurdum geführt werden.

Das English Theatre ist der Meinung, dass gerade in Deutschland, und hier in Frankfurt, dieses Stück gezeigt werden soll. Gerade hier kann es zum Gespräch führen. Die Zielgruppe für the last virgin sind gesellschaftlich wache Menschen, die die weltweiten Terrorattacken mit Sorge beobachten, insbesondere auch die international community, die nirgends in Deutschland so groß ist wie in Frankfurt. Das English Theatre hofft, dass sich das Publikum aus den unterschiedlichsten Nationalitäten, Religionen und ethnischen Gruppen zusammensetzen wird. Es soll sich an der Produktion reiben, es soll diskutieren, sich kennen lernen, und gemeinsam lachen.

Der Autor Tuvia Tenenbom kommt aus einer bekannten Rabbiner-Dynastie in Israel. Um für the last virgin zu recherchieren, gab er sich als Deutscher aus, und lebte ein halbes Jahr lang mit Palästinensern in Jordanien. Er sagt, es war eine Reise in den Hass, auf der er ungeheuer liebenswerte Menschen kennen gelernt hat. Die Erkenntnisse aus dieser Zeit, zusammen mit seinem Wissen über die jüdische Kultur, verarbeitete er in the last virgin.

Vorstellungen: Dienstag – Samstag um 19.30 Uhr, Sonntags um 18 Uhr
Tel. Kartenvorverkauf: 069/ 24 23 16 20 Telefax: 069/ 24 23 16 45
Email:
box-office@english-theatre.org
Online-Buchung:
www.english-theatre.org 
Vorverkauf: Kaiserstr. 34 (Eingang Gallusanlage 7), FFM

[Texte: English Theatre Frankfurt] 

Die Leiden einer jungen Kassiererin
Theaterstück nach dem gleichnamigen Roman
Von: Anna Sam
Deutsch von: Elisabeth Liebl
Uraufführung: 10. April 2010 (Bielefeld, Theater Bielefeld)

Zur Inszenierung des Theater Bielefeld:

Premiere:
10. April 10 (TAMZWEI)

Inszenierung: Michael Heicks
Bühne und Kostüme: Jürgen Höth
Dramaturgie: Katrin Michaels

Mit: Omar El-Saeidi, Charlotte Puder

Im Supermarkt sind die Menschen, wie sie wirklich sind, sagt die Studentin der Literaturwissenschaft Anna Sam nach jahrelangem Dienst an der Kasse und am Kunden. Ihr Buch über den Alltag im französischen Einzelhandel wurde zum Überraschungserfolg. Denn hier steht die im Mittelpunkt, die im täglichen Leben nur an der Peripherie unserer Wahrnehmung auftaucht: die Kassiererin oder – politisch korrekt – die »Servicemitarbeiterin Kasse«. Im bunten Kittel kämpft sie jeden Tag auf ein Neues mit Barcodes, Laufband und einem ganz besonders widerständigen Objekt, dem Kunden.
Die Leiden einer jungen Kassiererin liest sich wie ein Sündenregister der Unachtsamkeiten, auf die die Dame an der Kasse stets liebenswürdig mit einem Lächeln zu reagieren hat. Die Komplexität des Daseins in einem ungelernten Serviceberuf erschließt sich hier in den Mühlen des täglichen Kampfes mit rigider Stundeneinteilung, drängelnden Kunden und unzuverlässiger Technik – nicht im skandalösen Report über Arbeitsbedingungen. Anna Sam nimmt die kleinen Momente des Arbeitsalltags ins Visier und verdichtet sie zu Anekdoten, die in erster Linie zum Lachen sind und erst im Nachgeschmack bitter. Aus vielen amüsanten Einzelmomenten entsteht in ihren Geschichten ein großes Panaroma: Der Supermarkt wird zu einem getreuen Spiegel der Gesellschaft. Anna Sam zeigt uns, dass wir mit Scheuklappen durch unseren Alltag stapfen und dass unter dem bunten Kittel an der Kasse tatsächlich ein fühlender und denkender Mensch steckt.

Inszenierung:
Michael Heicks ist seit Januar 2005 Intendant des Theater Bielefeld. Der Regisseur war zuvor von 2000 bis 2004 Schauspieldirektor des Bielefelder Theaters. Dort inszenierte er u.a. Shakespeares Was ihr wollt, Ein Sommernachtstraum und Wie es euch gefällt, Rainald Goetz’ Jeff Koons, die Uraufführung von Ror Wolfs Nachrichten aus der bewohnten Welt, Effi Briest von Theodor Fontane, Neil LaButes das maß der dinge sowie Moritz Rinkes Republik Vineta und Café Umberto. Michael Heicks führte außerdem Regie bei der deutschen Erstaufführung von Zdenek Fibichs Oper Der Sturm, der Uraufführung von Heul doch!, Tschechows Der Kirschgarten, der Uraufführung von Tom Peuckerts Elende Väter, Robert Thomas Kriminalkomödie Acht Frauen sowie Mike Svobodas Erwin, das Naturtalent. In der letzten Spielzeit inszenierte er Ralf Westhoffs Shoppen und Kay Pollacks Wie im Himmel.
Bevor Michael Heicks nach Bielefeld kam, arbeitete er als freier Regisseur mit Inszenierungen am Staatstheater Braunschweig, Staatstheater Oldenburg, Grips Theater Berlin, Deutschen Theater Göttingen, Theater Salzburg, Theater Basel und am Thalia Theater Hamburg. Er studierte von 1979 bis 1984 Schauspiel und Regie an der Akademie der darstellenden Kunst, Otto-Falckenberg-Schule, München. Nach seinem Studium folgten Regiearbeiten in München und Salzburg sowie einige Arbeiten an der Hochschule für Film und Fernsehen München.

Bühne und Kostüme:
Der in Hamburg lebende
Jürgen Höth ist seit 1993 freischaffend tätig, u.a. am Thalia Theater Hamburg, an der Volksbühne Berlin, am Schauspiel Leipzig und an Theatern in Braunschweig, Oldenburg, Köln, Basel, Freiburg, Kiel, Konstanz und Heilbronn. Am Theater Bielefeld war Höth bereits für die Bühnenbilder u.a. von Der Raub der Sabinerinnen/Frau Director Striese (UA), Der Menschenfeind (Regie: C. Schlüter), Tartuffe (Regie: Matthias Kaschig), Die fetten Jahre sind vorbei (Regie: J. Zimmermann), Ein seltsames Paar (Regie: W.-D. Sprenger) sowie für die Bühnenbilder der TAMZWEI-Produktionen Jugend ohne Gott, Dutschke/Westwärts 1&2, Kamikaze Pictures, Gegen die Wand, Bagdad brennt und Schwarm (Essaim) verantwortlich.
Von 1989-93 war Höth am Thalia Theater Hamburg als Bühnenbildassistent engagiert. In dieser Zeit entstanden bereits seine ersten eigenen Arbeiten, u.a. für Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui und Endspiel. Der gebürtige Kölner studierte in seiner Heimatstadt Bühnenbild bei Prof. R. Glittenberg. [© Theater Bielefeld.de]

www.theater-bielefeld.de

Der letzte der feurigen Liebhaber
Komödie von Neil Simon

Zur Aufführung an der Berliner Komödie am Kurfürstendamm:
(Eine Produktion in Zusammenarbeit mit der Komödie Düsseldorf)

Berliner Premiere: 26. Oktober 08
Spielzeit bis: bis 4. Januar 09

Regie: Helmut Fuschl / Anatol Preissler
Bühne: Marouan Dib
Kostüme: Daniela Piecha

Mit: Manon Straché und Heinrich Schafmeister

1967 – im sogenannten „Summer of Love“ – schrieb Neil Simon, angesteckt von den Ideen der Flower Power Generation und deren Visionen von sexueller Revolution und freier Liebe, seine Komödie „Der letzte der feurigen Liebhaber“. Er porträtiert darin einen Ehemann in der Midlife-Krise.

Barney Silberman, verheiratet und Vater von zwei Kindern, wird von Torschlusspanik erfasst. Nach 23 Ehejahren sucht er das Abenteuer und wagt den Seitensprung. Einen Ort für seine amourösen Eskapaden hat er bald gefunden: Die Wohnung seiner Mutter. Während die Ahnungslose ehrenamtlich im Krankenhaus arbeitet, nutzt er ihr Apartment als Liebesnest. Da Barney wahrlich kein Fachmann für heiße Affären ist, führen seine Versuche zu drei höchst unterschiedlichen Begegnungen: zuerst mit der eleganten, oberflächlichen Elaine, dann mit der chaotischen Bobbi und schließlich mit der depressiven, verbitterten Jeanette.

Die Inszenierung, die 2007 Premiere an der Komödie Düsseldorf hatte, wurde dort ausnahmslos gelobt. Eine große rheinische Zeitung schrieb: „Viel zu lachen gab es [...]. Heinrich Schafmeister als verklemmte Möchtegern-Sexbombe und Manon Straché in gleich drei brillant gespielten Rollen lieferten sich ein Dialog-Feuerwerk wie in den wunderbaren alten Screwball-Komödien mit Katharine Hepburn und Cary Grant.“

Der Autor
Neil Simon hat seine Arbeitsweise vor einiger Zeit einmal so beschrieben: „Das Leben ist immer traurig und witzig zugleich. Ich kann mir keine komische Situation vorstellen, die gleichzeitig nicht auch schmerzhaft wäre. Früher fragte ich mich: Was ist das Lustige an einer Situation? Heute frage ich: Was ist das Traurige an einer Situation und wie kann ich es auf witzige Art und Weise erzählen?“
Simon begann bereits als 15-jähriger Schüler zusammen mit seinem älteren Bruder Danny, Sketche zu schreiben, und wurde schnell zum Gagschreiber und Pointenlieferanten für Fernsehstars wie Jerry Lewis. Sein erstes Stück „Come blow your Horn“ kam 1961 heraus und war der Beginn einer Reihe von Bühnenerfolgen, die den Broadway für die nächsten Jahre zu einem einzigen „Simon-Festival“ machten. Schon 1963 wurde der damals 36-jährige Neil Simon nach der Uraufführung von „Barfuß im Park“ („Barefoot in the Park“) als der führende Komödienautor des amerikanischen Theaters bezeichnet. Das Stück wurde 1967 mit Robert Redford und Jane Fonda verfilmt. Im gleichen Jahr schrieb Simon „Der letzte der feurigen Liebhaber“ („Last of the Red Hot Lovers“), das 1969 Premiere feierte. Ebenfalls sehr erfolgreich war „Ein seltsames Paar“ („The Odd Couple“), das 1965 am Broadway Premiere hatte und 1968 mit Jack Lemmon und Walter Matthau verfilmt wurde.
Für seine Stücke „The Odd Couple“, „Biloxi Blues“ und „Lost in Yonkers“ wurde Simon mit einem Tony Award ausgezeichnet. Für letzteres bekam er auch den Pulitzer Preis. Für sein Drehbuch zu dem Film „The Goodbye Girl“ wurde er mit einem Golden Globe geehrt. Viermal wurde er für den Oscar nominiert.
Mit 70 Jahren und nach fünf Hochzeiten sagte Neil Simon 1997 in einem Interview: „Wenn ich jetzt mit einem 21-jährigen Mädchen ginge, würden die Leute sagen: ‚Das ist abscheulich, such dir jemanden in deinem Alter. Das ist unnatürlich.’ Irgendwie glaube ich fast, dass das Stückeschreiben das 21-jährige Mädchen ist.“
Sein letztes Stück „Rose and Walsh“ (oder auch „Rose’s Dilemma“) hatte 2003 Premiere. Dazu schrieb die New York Times: „Mr. Simon kreiert mit Mitte 70 immer noch seine ganz besondere Art von Komödie, die den sterblichen Ängsten ihren Stachel nimmt.“

Der Liebhaber Barney Silberman
Heinrich Schafmeister blieb dem Theater trotz seiner regen Fernseh- und Kinotätigkeit treu. Er liebt die Komödie, „weil das Leichte die größere Herausforderung ist als das Schwere. [...] Ich sage immer zu Redakteuren, wenn die mich besetzen: Entweder ihr wollt mich oder den Grimme-Preis. Beides zusammen geht nicht.“
Zu seinen größten Erfolgen zählt die Darstellung des Erich Abraham Collin in der Joseph Vilsmaier-Verfilmung „Comedian Harmonists“, für die er 1998 den Bayerischen Filmpreis erhielt. Sein Fernsehdebüt gab er 1983 in Dominik Grafs Verfilmung „Treffer“. Seitdem übernahm er wichtige Rollen in vielen TV-Serien und Fernsehfilmen wie „Man(n) sucht Frau“, „Das Mädchen Rosemarie“ und „Seitensprung in den Tod“. 1998 widmete ihm das ZDF ein Special zum Thema „Männer sind was Wunderbares“. Außerdem stand Heinrich Schafmeister für den Fernsehfilm „Zimmer mit Frühstück“ (Regie: Michael Verhoeven) vor der Kamera, ebenso für die Filme „Ehebruch“, „Alle Kinder brauchen Liebe“, „Marlene“, „Pinky und der Millionenmops“, „Der Bär ist los“, „Seitensprung ins Glück“, „Das Sams“, „Sophie – Sissis kleine Schwester“, „Was nicht passt, wird passend gemacht“, „Wie die Karnickel“, „Liebe in der Warteschleife“, „Suche Mann für meine Frau“ und 14 „Wilsberg“-Folgen. Seit 2008 spielt er in der österreichischen Erfolgsserie „Oben ohne“ unter der Regie von Reinhard Schwabenitzky mit. Die bereits von 2000 – 2004 gedrehte Kinderserie „Wie erziehe ich meine Eltern“ mit Heinrich Schafmeister wird wegen des großen Erfolgs weiter gedreht.
Am Kurfürstendamm stand er zuletzt für „Anna Karenina“ u.a. mit Katja Riemann auf der Bühne.

Manon Straché ist Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin. Die Bühne war schon früh ihre große Leidenschaft. Nach ihrer Schauspielausbildung in den 80er Jahren folgten Theater-Engagements in Leipzig und Halle. Weit über die damaligen Grenzen der DDR hinaus war sie bekannt als Ensemble-Mitglied der namhaften Kabaretts „Academixer“ und „Leipziger Pfeffermühle“. Noch vor der Wende kam Manon Straché in den Westen. Das Theater in Heidelberg war ihre erste Station. Gleichzeitig begann ihre Fernseh-Karriere. Vier Jahre spielte sie in der „Lindenstraße“, bis sie vom Blumenladen in den Schreibpool von Deutschlands beliebtestem Hotel wechselte. Die Rolle der Elfie Gerdes in „Girlfriends“ brachte Manon Straché nicht nur viel Zuneigung beim Publikum und eine eigene Serie mit dem Titel „Hotel Elfie“ sondern auch den Telestar als beste Schauspielerin 1998. Sie ist aus unserer Fernsehlandschaft nicht mehr wegzudenken. „Das Traumschiff“, „Der Club der grünen Witwen“, „Scharf aufs Leben“ und 2007 „Im Gehege“ unter der Regie von Kai Wessel sowie der Kinofilm „Die Boxerin“ sind nur einige große Produktionen, die folgten. Vor kurzem stand sie zum zweiten Mal mit Rosemarie Fendl für die ARD-Reihe „Familie Sonnenfeld“ vor der Kamera. Am Neujahrstag 2009 wird Manon Straché in „Das Traumschiff Papua Neuguinea“ im Fernsehen zu sehen sein.
Ihr ganzes Temperament, ihre ganze Spielfreude und komödiantische Frische erlebt allerdings nur, wer sie auf der Bühne sieht. Manon Straché spielte bereits mehrmals im Theater am Kurfürstendamm, zuletzt in „Der Menschenfeind“ von Molière.

Die Regisseure
Helmut Fuschl leitet seit 2003 gemeinsam mit Paul Haizmann die Komödie Düsseldorf. Seit 1969 war er an verschiedenen Bühnen, u. a. in Berlin, Hamburg, Wien, Zürich, Frankfurt, Bern, Hannover und Oberhausen engagiert. Über 150 Inszenierungen hat er als Regisseur auf die Bühne gebracht, auch in Russland und Italien, u.a. „Der Priestermacher“ mit Joachim Fuchsberger. Ebenfalls sehr erfolgreich war seine Inszenierung „Eine Nacht wie im Rausch“ mit Anita Kupsch, die 2005 auch am Kurfürstendamm zu sehen war.
Anatol Preissler ist seit 1995 als Regieassistent und Regiemitarbeiter in über 40 Produktionen vor allem an der Seite von Regisseur Helmuth Fuschl tätig. Sein Regiedebüt gab er 2001 mit der Tourneeproduktion „Sunset Boulevard“. [© Komödie am Kurfürstendamm, Berlin]

Karten 030/88 59 11 88 und unter
www.komoedie-berlin.de 

Das letzte Hochhaus

Von:
Stephan Seidel
Uraufführung: März 2010 (Frankfurt, Schauspiel Frankfurt)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main und der Hessischen Theaterakademie

Premiere: März 10 (Box)

Regie: Stephan Seidel
Bühne: Wiebke Bachmann
Kostüme: Katharina Tasch

Mit: Heidi Ecks, Victoria Schmidt; Martin Butzke, Marios Gavrilis, Moritz Pliquet

Der Turm von Babel steht symbolisch für die Verwirrung der Sprache und die daraus resultierende Entfremdung der Menschen voneinander. Heute scheint die Welt enger denn je zusammengerückt zu sein, doch das Gefühl der Fremdheit und der Andersartigkeit hat sich zugleich verstärkt. Oft ist schon der Nachbar ein Fremder. Und auch die Städte mit ihren anonymen Hochhäusern sind keine Heimat mehr. Daraus ergibt sich die Frage: Was würde passieren, wenn man heute einen neuen Turm bauen würde? Diese Frage steht am Beginn des neuen Stücks von Stephan Seidel. Unterschiedliche Menschen aus aller Welt finden sich zusammen, um gemeinsam das höchste Haus der Welt zu bauen, in dem sie am Ende selber leben wollen. Doch was bedeutet das letzte, das ultimative Hochhaus heute – ist es ein multinationales Bauprojekt, ein Traum, eine Utopie? Und kann die Verständigung über dieses Haus gelingen?
Im Zentrum des Stückes steht die Sprache als Mittel des Verstehens und des Missverstehens.

Stephan Seidel wird sein neues Stück in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, Ausbildungsbereich Regie und Schauspiel, und der Hessischen Theaterakademie in der Box selbst zur Uraufführung bringen.


www.schauspielfrankfurt.de

Leyla & Medschnun
Nach den gleichnamigen Romanen von Nizami (Persien, 12. Jh.) und Fuzuli (Türkei, 16. Jh. n.Chr.)

Zur Inszenierung der theaterperipherie FFM:

Premiere:
18. Oktober 08
( im Rahmen der Buchmesse 2008 Gastland Türkei und der Interkulturellen Wochen der Stadt Frankfurt)

Weitere Aufführungen im Oktober: 24. / 29. Okt. 2008, 19:30 Uhr
und im November 4. / 8. / 12. / 20. / 26. Nov. 2008, 19:30 Uhr
in der Jugendkulturkirche sankt peter, Stephanstr. 6, 60313 Frankfurt

Regie, Bühne, Textfassung: Alexander Brill
Kostüm: Nadja Kaster
Dramaturgie: Heike Oehlschlägel
Licht: Jan Walther
Ton: Bernhard klen
Song Leyla: Ashkan Hasiri
Regiemitarbeit: Ute Bansemir
Bühnenmitarbeit: Jana Lünsmann
Lichttechnik: Jonathan Rosenbauer
Tontechnik: Tanja Jung
Foto & Video: Seweryn Zelazny

Besetzung:

Leyla:
Deniz Kezer
Kays / Medschnun: Hadi Khanjanpour
Erzählerin: Marzieh Alivirdi
Leylas Vater/Jäger/Flamingo: Arasch Farugie
Kays Vater/Noufual: Asif Hussain
Zeid: Tolga Tekin
Brautwerber/Gazelle/Geier/Jüngling aus Bagdad: Ilyas Kariouh
Ebn Salam/Raps/Gazelle/Fuchs: Hadi El-Harake
Ältester/Waisenjunge/Affe: Duran Özer

Eine Koproduktion mit schauspielfrankfurt, in Kooperation mit sankt peter, Frankfurt

Besprechung auf kulturfreak.de

01 Kays nähert sich Leyla in der Schule an, Erzählerin©Seweryn
Leyla und Medschnun
theaterperipherie, Frankfurt
Erzählerin (Marzieh Alivirdi) und Ensemble
Foto: Seweryn

Das Stück
Leyla & Medschnun ist eine Liebesgeschichte mit Wurzeln in der orientalischen Volkserzählung. Der Legende nach geht sie auf eine wahre Begebenheit aus der babylonischen Zeit des 6. Jahrhunderts v. Chr. zurück. Sie findet ihre poetischen Umsetzungen im gesamten arabischen, türkischen und persischen Kulturraum, bis nach Indien hinein. Die Geschichte einer unerfüllbaren Liebe kann als die morgenländische Version von »Romeo und Julia« bezeichnet werden.

Leyla und Kays lieben sich heimlich von kleinauf. Das können sie immer weniger verbergen und kommen ins Gerede. Daraufhin trennen Leylas Eltern die beiden und sperren ihre Tochter weg. Während Leyla unter den Versagungen im Verborgenen leidet, verfällt Kays offen dem Liebeswahn und gilt seither als Medschnun, als Verrückter. Alle Versuche, die Liebenden wieder zu vereinen, scheitern an der hartnäckigen Weigerung von Leylas Vater, seine Tochter einem »Verrückten« zu geben.

Die lebenslange Trennung der Liebenden führt zu unsäglichem Leid, Krieg und Tod. Es ist aber auch die Geburt des Poeten Medschnun, der Leyla in seiner Liebeslyrik ein Denkmal setzt. „Ein Wahnsinniger war er geworden, und zugleich auch ein Dichter. Er war die Harfe seiner Liebe und Qual.“  [ © theaterperipherie]

www.theaterperipherie.de www.sanktpeter.com

Liliom
Vorstadtlegende in sieben Bildern und einem szenischen Prolog
(5D, 18H)

Von: Franz Molnár
Deutsch von: Alfred Polgar
Uraufführung: 7. Dezember 1909 (Budapest, Vígszínház (Lustspieltheater))
Deutsche Erstaufführung: 28. Februar 1913 (Wien, Theater in der Josefstadt)

Stückbeschreibung:

Liliom, Ausrufer eines Karussels im Budapester Vergnügungspark, hat sich in das Dienstmädchen Juli verliebt und gibt ihretwegen seine Stellung bei der eifersüchtigen Karusselbesitzerin Muskát auf. Die beiden heiraten und finden in der Bretterbude des Schnellfotografen Hollunder Unterschlupf. Obwohl Liliom seine Frau liebt, schlägt er sie oft aus Kummer über seine Arbeitslosigkeit und um seine leicht verletzbaren Gefühle zu verbergen. Die Not wird besonders drückend, als Juli ein Kind erwartet. In seiner Not lässt sich Liliom zu einem Raubüberfall verleiten. Der Plan misslingt, der Komplice kann entkommen, doch Liliom ersticht sich vor der Verhaftung. Zwei "Polizisten Gottes" bringen den Toten vor das himmlische Selbstmördergericht, vor dem er schließlich gestehen muss, dass er sich aus Liebe zu Juli und dem ungeborenen Kind umgebracht hat.
Nach sechzehn Jahren Buße bekommt er die Erlaubnis, für einen Tag auf die Erde zurückzukehren. Liliom gibt sich vor seiner Familie als Freund des Verstorbenen aus und erzählt seiner inzwischen groß gewordenen Tochter so lange die bittere Wahrheit über ihren Vater, bis Juli den unerkannten Gast des Hauses verweist. Als Liliom dem Mädchen aus Zorn auf die Hand schlägt, spürt sie keinen Schmerz – so wie früher die Mutter Lilioms Schläge geduldig ertrug.

Das Stück macht Molnárs Talent, Stücke mit menschlichem Hintergrund zu schreiben, in denen tragische und humorige Elemente einander durchdringen, offensichtlich. "Wie in einem Meisterwerk, das erschüttert, am stärksten Punkt eine Spur von Kitsch lebt, so lebt hier inmitten des Kitsches ein Geniezug." (Alfred Kerr).

"Die Gefühlsebene der 'Liliom'-Dichtung ist durch die Linie gelegt, in der Brutalität und Zartheit einander schneiden. Dort kann geschehen, dass Prügel nicht schmerzen, dass eine Welt von Güte einen Mordplan hoch schwemmt. Dieses Irrationale des Herzens – an einem einfachen Menschentyp, in einem einfachsten Beispiel aufgezeigt – gibt dem Vorgang seine höhere Ratio." (Alfred Polgar)

Franz Molnár
Franz Molnár wurde 1878 in Budapest geboren.
1896 Jura-Studium in Genf
1902 begann er in seiner Heimat für das Theater zu schreiben
1906 Journalist in Budapest
1914 Kriegskorrespondent
"Viele Jahre zurück, als ich jung und sorglos war, fühlte ich mich in der Gesellschaft derer zu Hause, die im Leben gewannen. Nun bin ich einzig und allein zu Hause in der großen, neuen Familie der Verlierer."
Franz Molnár wurde am 12. Januar 1878 in Budapest als Sohn eines Militärarztes geboren. Er studierte auf Wunsch des Vaters in Budapest und Genf Jura, später arbeitete er als Journalist, Romancier und Bühnenautor. Zu internationalem Ansehen gelang er erstmals durch sein 1907 entstandenes Stück Der Teufel. 1909 entstand Liliom, fiel bei der Uraufführung am 7. Dezember 1909 allerdings gnadenlos durch. Erst mit der Aufführung der deutschen Bearbeitung durch Alfred Polgar 1912 in Wien trat das Stück seinen Siegeszug an, wurde 1934 von Fritz Lang verfilmt und war 1945 Vorlage für das Broadway-Musical "
Carousel" von Rodgers und Hammerstein.

Molnár löste mit seinen Stücken Literaturfehden und Skandale aus, dabei war die vermeintliche "Unsittlichkeit" nichts als Gesellschaftskritik, rücksichtslos und hart. Er schrieb amüsanten Boulevard internationalen Stils, routiniert im Aufbau, witzig und pointiert. Dabei haben seine Komödien Tiefe und spiegeln das Doppelbödige der Moral der mondänen Gesellschaft. Sein großes Talent war, Stücke mit menschlichem Hintergrund zu schreiben, in denen tragische und humorige Elemente einander durchdringen. Das Charakteristikum der Werke Molnárs entspringt seinem lebenslangen Grübeln über die Schwierigkeit zwischen Schein und Sein, zwischen Mensch und Rolle.

Molnár schrieb insgesamt 32 Stücke, darunter Der Leibgardist (1910), Das Märchen vom Wolf (1912), Der Schwan (1920), Eins, Zwei, Drei (1926), Spiel im Schloss (1926), Olympia (1928).
1937 floh Molnár vor den Nationalsozialisten nach New York, wo er sich vor allem mit dem Schreiben von Filmdrehbüchern beschäftigte. Am 1. April 1952 starb Franz Molnár in New York.

© Felix Bloch Erben, Berlin


Zur Inszenierung des Schauspiel Essen:

Premiere:
17. März 07 (Grillo)

Inszenierung: David Bösch
Bühne: Patrick Bannwart
Kostüme: Meentje Nielsen

Besetzung:
Liliom:
Günter Franzmeier
Julie: Sarah Viktoria Frick
Marie: Anja Boche
Frau Muskat: Henriette Thimig
Luise: Sarah Viktoria Frick
Ficsur: Nicola Mastroberardino
Linzmann, Stadthauptmann, Konzipist: Sierk Radzei

Ist Liliom ein guter oder ein böser Mensch? Fährt er in die Hölle oder kommt er in den Himmel? Er schlägt seine Frau, nimmt keine Arbeit an, trinkt, spielt und als es ernst wird, bringt er sich um. Ein Hutschenschleuderer, Schiffschaukelbremser, ein Vagabund und Nichtsnutz ist er – bekommt er eine zweite Chance? Hat er sie verdient oder bekommt man Chancen geschenkt? Und wie viele braucht man, um ein Mensch zu werden?
Die „Vorstadtlegende“ ist ein Märchen für Erwachsene. Sie erzählt von Liliom und Julie, von der Liebe und dem Scheitern, dem Unsagbaren und dem Unsichtbaren. Auf der Kirmes und dem Karussell beginnt die Geschichte und sie führt bis in die Abgründe des Fegefeuers. Am Ende des Lebens, wenn alles vorbei und scheinbar vertan ist, ist der Weg für Liliom noch nicht zu Ende. Er muss Rechenschaft ablegen und kehrt nach 16 langen Jahren im Fegefeuer auf die Erde zurück. Wenn es ihm gelingt, seiner Tochter etwas Gutes zu tun, werden sich ihm die Pforten des Himmels öffnen. Wird Liliom seine zweite Chance nutzen? [© Schauspiel Essen]


Zur Inszenierung des Münchener Volkstheater:

Premiere:
18. Januar 07

Regie: Christine Eder
Bühnenbild: Monika Rowan
Kostüme: Doris Homolka
Musik: DJ Patex

Mitwirkende:
Benjamin Mährlein, Nicholas Reinke, Stephanie Schadeweg, Ines Schiller, Sophie Wendt

www.muenchner-volkstheater.de


Zur Inszenierung des Theater St. Gallen:

Premiere:
13. Januar 07
Inszenierung: Josef E.Köpplinger
Ausstattung: Rainer Sinell

Mit:
Matthias Albold, Livio Cecini, Diana Dengler, Dagmar Hellberg, Benjamin Plautz, Bruno Riedl, Roman Schmelzer, Vera Schweiger, Caroline Sessler, Hans Rudolf Spühler, David Steck, Ernst Gabriel Vokurek u.a.

www.theaterstgallen.ch


Zur Inszenierung des Schauspiel Stuttgart:

Premiere:
6. Januar 07

Regie: Karin Henkel
Bühne: Stefan Mayer
Kostüme: Klaus Bruns
Dramaturgie: Kekke Schmidt

Mit:
Christian Brey, Anja Brünglinghaus, Katja Bürkle, Felix Goeser, Florian von Manteuffel, Elmar Roloff, Lilly Marie Tschörtner, Jens Winterstein

www.staatstheater.stuttgart.de
 

Lolita
Roman

Von: Vladimir Nabokov
Deutsch von: Helen Hessel, Maria Carlosson, Kurt Kusenberg, H. M. Ledig-Rowohlt und Gregor von Rezzori

Uraufführung der Theaterfassung von Oliver Reese: 16. März 2003 (Berlin, Deutsches Theater)

Zur Produktion des Deutschen Theater Berlin am Schauspiel Frankfurt:

Frankfurter Premiere:
1. November 09 (Kammerspiele)

Regie und Textfassung: Oliver Reese
Bühne: Hansjörg Hartung
Kostüme: Elina Schnizler
Licht: Frank Kraus
Dramaturgie: Anita Augustin-Huber

Humbert Humbert: Ingo Hülsmann

Aufführungsdauer: 80 Minuten, keine Pause

Besprechung auf kulturfreak.de

Lolita
Deutschen Theater Berlin am Schauspiel Frankfurt
Humbert Humbert (Ingo Hülsmann)
Foto: Holger Foullois / DRAMA Agentur für Theaterfotografie

»Lolita, Licht meines Lebens, Feuer meiner Lenden. Meine Sünde, meine Seele … Die Zungenspitze macht drei Sprünge den Gaumen hinab und tippt bei Drei gegen die Zähne. Lo . Li. Ta.« Der Name ist zum Inbegriff der Kindfrau geworden, so wie der Name Humbert Humbert zum Synonym des väterlichen Lüstlings. Als Vladimir Nabokov seinen virtuosen Roman schrieb, ging es ihm jedoch weniger um eine Diagnose US-amerikanischer Dekadenz der Jahrhundertmitte, als um eine tragische Leidenschaft, die ihren Gegenstand – wenn überhaupt – nur um den Preis seiner Zerstörung erreicht. Lustvoll nutzt Humbert Humbert jede Gelegenheit, Lolita nah zu sein. Ein geschlagenes Jahr reist er mit ihr quer durch die Staaten und durch die Höllen und Himmel der Lust. Oliver Reese brachte diesen Roman als brillantes Solo des Schauspielers Ingo Hülsmann auf die Bühne.

Zum Roman
Hauptschauplatz des Romans »Lolita«, der 1955 erschien, sind die Vereinigten Staaten der späten vierziger Jahre, sein Thema ist die verbotene amour passion des 1910 in Frankreich geborenen Literaturwissenschaftlers Humbert Humbert (Nabokov: »ein besonders übel klingender Name«) zu der am Anfang ihrer Beziehung im Jahre 1947 zwölfjährigen Dolores (Lolita, Dolly, Lo) Haze. H. H. schildert den Verlauf seiner einseitigen Leidenschaft: Er ist bestimmten nicht »menschlichen«, sondern »dämonischen« Mädchen zwischen neun und vierzehn Jahren verfallen, die er »Nymphchen« (nymphets) nennt und die nur von Männern erkannt werden, die »Künstler und Wahnsinnige« sind wie er. Ihre vollkommene Inkarnation findet er in Lolita, einer »Mischung von zarter, träumerischer Kindlichkeit und einer Art koboldhafter Vulgarität«, der Tochter der Witwe Charlotte Haze, einer durch und durch bürgerlichen Amerikanerin, in deren Haus er nur ein Zimmer mieten wollte, die sich aber prompt in ihn verliebt. Um in Lolitas Nähe bleiben zu können, heiratet er schleunigst die Mutter. Als diese ihre Tochter aus dem Haus schicken will, denkt er daran, sie zu ermorden, doch ein Autounfall räumt sie ihm beizeiten aus dem Weg. Lolita, die verstohlen Begehrte, ist keine Unschuld mehr; sie ist es, die H. H. schließlich verführt, ohne seine Liebe je zu erwidern. Ihre Gunst und Verschwiegenheit muss er sich erpressen und erkaufen. Ein für H. H. so seliges wie qualvolles Jahr lang fahren die beiden, als Vater und Tochter auftretend, im Uhrzeigersinn durch die Vereinigten Staaten von Motel zu Motel, lassen sich dann für neun Monate in einer College-Stadt im Osten nieder und brechen schließlich zu einer zweiten Autoreise in den Westen auf. Bald merkt H. H., dass sie verfolgt werden. Eines Tages ist Lolita, offenbar mit dem Verfolger im Bunde, verschwunden. Alle Versuche, die Flüchtigen aufzuspüren, bleiben vergeblich. Drei Jahre später meldet sich Lolita selber wieder, um ihn um finanzielle Hilfe zu bitten: »Blaß und besudelt«, verheiratet und schwanger, weigert sie sich indessen, zu H. H. zurückzukehren. Er bringt sie wenigstens dazu, den Namen ihres Entführers preiszugeben: Es ist der Dramatiker Clare Quilty, den er aufsucht und in einer grotesken Racheszene erschießt. Dem Vorwort des fiktiven Herausgebers lässt sich entnehmen, dass H. H. kurz vor seinem Prozess einem Herzanfall erlegen und Lolita wenig später im fernen Alaska im Kindbett gestorben ist.

Zum Autor
Vladimir Nabokov wurde am 22.04.1899 in St. Petersburg geboren. Er entstammte einer großbürgerlichen russischen Familie, die nach der Oktoberrevolution von 1917 emigrierte. Nabokov selbst ging zunächst nach England, wo er am Trinity College in Cambridge französische und russische Literatur studierte. Von 1922-1937 lebte er in Berlin. 1938 verließ Nabokov Deutschland und ging mit seiner Frau und seinem Sohn nach Paris, bevor er 1940 nach Amerika übersiedelte. Wegen seiner Kenntnisse als Schmetterlingsforscher erhielt er 1942 einen Forschungsauftrag der Harvard Universität. 1945 wurde er amerikanischer Staatsbürger. Mit der Hilfe von Freunden und unter anderem aufgrund der Studie über Nikolai Gogol, die er 1944 veröffentlichte, wurde ihm 1948 eine Professur für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität von Cornell angeboten. Hier arbeitete er zehn Jahre lang, bis ihm der der Welterfolg von »Lolita« es ihm ermöglichte, seine Lehrtätigkeit aufzugeben. Nabokov zog in die Schweiz, wo er sich ganz dem Schreiben widmete, Schmetterlinge fing und seine russischen Romane ins Englische übersetzte. In gewisser Weise hat er sein Exildasein bis zu seinem Lebensende bewusst aufrechterhalten. Nie besaß er eine Wohnung oder ein Haus. Er lebte in einem Hotel in Montreux, wo er am 5. Juli 1977 starb.

Zum Regieteam:

Oliver Reese (Regie)
, Intendant des Schauspiel Frankfurt, aber auch Autor und Regisseur, brachte zahlreiche Dramatisierungen (»Berlin Alexanderplatz«, »Lolita«) und Stücke nach biografischen Texten auf die Bühne (»Bartsch, Kindermörder«, »Emmy Göring an der Seite ihres Mannes«). Zuletzt inszenierte er »Der Mann ohne Eigenschaften« und »Ritter, Dene, Voss« am Deutschen Theater Berlin.

Hansjörg Hartung (Bühne) studiert zunächst Bühnenbild an der Akademie der Bildenden Künste in München. Bereits während des Studiums diverse Projekte in der freien Theaterszene in München und für die Münchner Biennale. Als freischaffender Bühnenbildner Arbeiten an vielen bedeutenden Schauspielhäusern, u. a. am Deutschen Theater Berlin, Düsseldorfer Schauspielhaus, Städt. Bühnen Köln, Nationaltheater Mannheim, Schauspiel Frankfurt, Hannover Schauspielhaus, von 1995 bis 1998 auch Ausstattungsleiter am Maxim Gorki Theater Berlin. Mit Oliver Reese verbindet ihn eine langjährige Arbeitsbeziehung.

Elina Schnizler (Kostüme) wurde in Esslingen geboren. Nach ihrer Schneiderlehre in Stuttgart absolvierte sie Auslandsaufenthalte in Helsinki, Chicago und Paris, hier als Schneiderin bei Christian Dior und schloss ein Studium des Kostümbilds in Hamburg an. Seit 1994 ist sie als freischaffende Kostümbildnerin an Theater- und Opernbühnen in Hannover, Köln, Heidelberg, Kassel, Berlin, Dresden und Mannheim tätig. Mit Oliver Reese arbeitet sie zum wiederholten Mal zusammen.

 [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Lulu (Der Erdgeist / Die Büchse der Pandora)

Von: Frank Wedekind (24. Juli 1864 – 9. März 1918)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
26. März 10 (Schauspielhaus)

Regie: Stephan Kimmig
Bühne: Martin Zehetgruber
Kostüme: Anja Rabes
Musik: Michael Verhovec
Dramaturgie: Nora Khuon

Besetzung:

Lulu:
Kathleen Morgeneyer
Gräfin von Geschwitz: Constanze Becker
Schigolch: Michael Benthin
Dr. Goll / Puntschuh / Mr. Hopkins: Roland S. Blezinger
Dr. Franz Schöning: Till Weinheimer
Alwa Schöning: Andreas Uhse
Eduard Schwarz / Dr. Hilti: Michael Goldberg
Rodrigo Quast: Viktor Tremmel
Casti-Piani / Kungu-Poti: Joachim Nimtz
Jack: Torben Kessler

Besprechung auf kulturfreak.de

Lulu
Schauspiel Frankfurt
v.l.n.r. : Dr. Franz Schöning (Till Weinheimer), Lulu (Kathleen Morgeneyer), Eduard Schwarz (Michael Goldberg)
© Sebastian Hoppe

Lulu ist ein Chamäleon der Liebe. Sie lässt Männerträume wahr werden und passt sich behände jedem auf sie projizierten Wunschbild an, egal ob Femme fatale, Kindfrau, Jungfrau, Hure, sinnliche Geliebte oder Muse.
Doch hinter diesen Stereotypen steckt vor allem die fleischliche Verkörperung eines Prinzips: Die reine, niemals bürgerlich zu bändigende Triebhaftigkeit – in einer Unschuld, die Gut und Böse noch nicht kennt. Wedekind nannte seine »Lulu« im Untertitel eine »Monstre Tragödie«. In unbarmherzig kaltem Licht demontiert er eine Gesellschaft, die durch vordergründige Moral und spießbürgerliche Exzesse entstellt ist. Lulu jedoch, das Mädchen mit der großzügigen sexuellen Angebotspalette, benutzt die eigene Sinnlichkeit, um hier zu überleben. Ihr Selbstbewusstsein speist sich aus dem Begehren der Männer. Und die Männer begehren. Einer nachdem anderen kommt zu Fall auf Lulus Weg von der Straße in die bessere Gesellschaft. Denn sie kennt ihre Wirkung – und ihre Zerstörungskraft.

Stephan Kimmig (Regie), geboren 1959 in Stuttgart, beginnt in den 1980er Jahren seine Schauspielausbildung an der Neuen Münchner Schauspielschule. Im Anschluss arbeitet er als Regieassistent am Berliner Schillertheater. Ab 1986 lebt und arbeitet er acht Jahre lang als freier Regisseur in den Niederlanden sowie in Belgien. In den 1990er Jahren kehrt Kimmig nach Deutschland zurück. Er arbeitet für die Städtischen Bühnen Freiburg (Intendant Friedrich Schirmer). Danach folgen regelmäßige Engagements in Freiburg, Stuttgart und Heidelberg. Seit 2000 inszeniert er vor allem an den Münchner Kammerspielen, dem Thalia Theater Hamburg, am Wiener Burgtheater sowie dem Deutschen Theater Berlin. In der Spielzeit 2009/10 debütiert er an der Bayerischen Staatsoper mit seiner Inszenierung von »Don Giovanni« als Opernregisseur. Seine Regiearbeit ist mehrfach ausgezeichnet worden. So erhält er 2004 den Nestroy-Preis und 2007 den Rolf-Mares-Preis sowie den Faust-Preis. Für »Maria Stuart« erhielt er zudem den 3sat- Innovationspreis für zukunftsweisende Leistungen des deutschen Schauspiels. Auch beim Berliner Theatertreffen sind seine Arbeiten mehrfach vertreten. Für das Theatertreffen 2010 ist seine Inszenierung von Dennis Kellys »Liebe und Geld« ausgewählt worden.

Martin Zehetgruber (Bühne), 1961 in der Steiermark geboren, studiert Bühnenbild an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz. In den 80er Jahren tritt er mit Installationen in freien Produktionen in Erscheinung und gründet gemeinsam mit dem Regisseur Martin Kušej die Produktionsgemeinschaft »MY FRIEND MARTIN«. Von 1993 bis 2001 ist er als Bühnenbildner fest am Schauspiel Stuttgart engagiert. Es folgt eine Ernennung zum Professor für Bühnenbild an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Daneben entstehen Arbeiten für das Wiener Burgtheater, das Hamburger Thalia Theater, das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg, die Volksbühne, die Salzburger Festspiele sowie das Opernhaus Zürich. Er arbeitet mit Regisseuren wie Martin Kušej, Andrea Breth und Hans Kresnik, Jossi Wieler und Stephan Kimmig. Zweimal wurde er in der Kritikerumfrage der Zeitschrift »Theater heute« zum Bühnenbildner des Jahres gewählt. 2001, 2002 und 2004 wurde ihm der Nestroy-Preis für »Beste Austattung« verliehen . Mit Stephan Kimmig arbeitete er zuletzt am Burgtheater Wien.

Anja Rabes (Kostüm), geboren 1966 in München, absolviert zunächst eine Schneiderlehre an der Bayerischen Staatsoper. Im Anschluss daran beginnt sie ein Studium der Theaterwissenschaften und arbeitet als Assistentin von Anna Viebrock, Axel Manthey und Johannes Grützke am Burgtheater in Wien, den Münchner Kammerspielen sowie dem Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Für die Tanztheaterproduktionen von Verena Weiss und Carolyn Carlson entstehen erste eigene Kostümentwürfe. Seit 1994 arbeitet sie regelmäßig als Kostümbildnerin für Stephan Kimmig, Jossi Wieler, und Anselm Weber für Schauspiel und Oper. Es entstehen u. a. Arbeiten für das Staatstheater Stuttgart, das Thalia Theater in Hamburg, die Münchner Kammerspiele, das Deutsche Theater Berlin sowie die Salzburger Festspiele. 2002 entsteht ihr erstes eigenes Bühnenbild für Jossi Wielers Inszenierung von »Winter« am Schauspielhaus Zürich. 2004 entwirft sie die Bühne für Wielers Inszenierung von Paul Claudels »Mittagswende«, das 2005 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde. Mehrmals war sie dort auch als Kostümbildnerin vertreten. Anja Rabes lehrt als Gast an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe im Fachbereich Szenografie.

Michael Verhovec (Musik), 1969 in Celle geboren, etabliert sich nach dem Abitur als Schlagzeuger in der Hannoverschen Jazzszene. Der musikalische Autodidakt ist 1990 und 1992 Preisträger beim Jazzpodium Niedersachsen. Er veröffentlichte mehrere CDs und arbeitete mit Jazzgrößen wie Lionel Hampton und Buddy de Franco zusammen. Mitte der 1990er entstehen erste Arbeiten als Theatermusiker für das Schauspiel Hannover sowie die freie Szene. Seit 2000 führt ihn seine Arbeit als Komponist und Theatermusiker häufig an das Hamburger Thalia Theater, wo er unter anderem für Jorinde Dröse, Dimiter Gotscheff und Andreas Kriegenburg tätig ist. Mit Stephan Kimmig verbindet ihn eine langjährige Arbeitsbeziehung.            [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Luthers Teufel
Welturaufführung in Eisenach zeigt Luthers menschliche Seiten

Autor: Jethro D. Gründer
Uraufführung: 21. August 09 (Eisenach, Luther-Festspiele)

Zur Inszenierung der Historienfestspiele “Luther - Das Fest”:

Premiere:
21. August 09 (Uraufführung)

Regie: Jethro D. Gründer

Martin Luther: Marcus Coenen
Teufel: André Kaczmarczyk
Katharina von Bora: Jenny König
Kardinal Cajetan: Gunthart Hellwig
Staupitz, Müntzer, Brandner: Frank Roder
Papst, Kaiser Karl V., Frosch : Lutz Leyh

Mehr als 80 Kleindarsteller und Statisten

Luthers Teufe © AnjaBittdorf
Luthers Teufel
Historienfestspiele “Luther - Das Fest”
Martin Luther (Marcus Coenen) und Teufel (André Kaczmarczyk)
Foto: Anja Bittdorf

Als wichtiger Beitrag zur Lutherdekade präsentieren sich vom 21. bis 23. August die Historien-Festspiele „Luther – Das Fest“ zum vierten Mal in der Wartburgstadt Eisenach. Kultureller Höhepunkt der Veranstaltung, die jährlich über 30.000 Besucher nach Eisenach lockt, ist 2009 die Welturaufführung des neuen Freilichtschauspiels „Luthers Teufel“, am Freitag, 21. August um 20 Uhr.
Bezug nehmend auf die weltweiten Feierlichkeiten im Hinblick auf das Reformationsjubiläum 2017, will „Luthers Teufel“ Martin Luther als Mensch transparent machen und erstmals auch seine dunklen Seiten, seine umstrittenen Anschauungen und Taten auf die Theaterbühne bringen. 

„Wir wollen einen Luther zeigen, wie man ihn noch nie zuvor gesehen hat,“ kündigt der Vorsitzende des Luthervereins, Udo Winkels, an. Autor und Regisseur Jethro D. Gründer zeichnet in seinem neuen Stück „Luthers Teufel“ ein ungewohntes Bild des Reformators: Luther als fehlbarer, zweifelnder Mensch, der - innerlich zerrissen – auch teuflischen Einflüsterungen erlag. Gründer stellt ihm dazu einen leibhaftigen Mephisto, gespielt vom Berliner Schauspieler André Kaczmarczyk, an die Seite.
Ziel der Veranstalter ist es - ganz im Sinne der Lutherdekade - Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung über Luther und die Reformation ins Gespräch zu bringen. Ein Reformator, der allen Zweifeln und Anfechtungen zum Trotz den Mut aufbringt, unter Lebensgefahr für seine Überzeugungen einzustehen, dient - so der Lutherverein - besser als Orientierung für Reformer in der heutigen Gesellschaft, als ein verklärter Held.
Auf dieses Vorhaben freut sich auch Luther-Darsteller Marcus Coenen, der 2009 die Rolle erstmals übernimmt. Coenen, der selbst Katholik ist, begeistert der Anspruch des neuen Lutherstücks: „Dass der Teufel für Luther die Thesen schreibt, ist schon gewagt. Aber ich freue mich darauf, mich in die Rolle eines so streitbaren Luthers hinein zu werfen und mich mit meinem eigenen Glauben auseinander zu setzen.“
Jethro D. Gründers neues Freilichtschauspiel verspricht neben neuen Sichtweisen auf Luthers Wirken auch ein Erlebnis für alle Sinne. So spielen in diesem Jahr in einem neuen, aufwändigeren Bühnenbild über 100 Kleindarsteller und Statisten, Pferdefuhrwerke und Reiter neben den professionellen Hauptdarstellern mit. Erstmals wird dank des späteren Vorstellungsbeginns die Inszenierung auch lichttechnisch wirkungsvoll in Szene gesetzt.

Weitere Festhöhepunkte und Tickets

Die Besucher dürfen sich – neben den drei Aufführungen von „Luthers Teufel“ am Freitag, 21. August, Samstag, 22. August um jeweils 20 Uhr sowie am Sonntag, 23. August um 18 Uhr – auf zahlreiche weitere kulturelle Höhepunkte im Rahmen der Festspiele freuen. Über 150 Musikgruppen, Gaukler, Händler und vorführende Handwerker aus ganz Europa konnten die ehrenamtlichen Organisatoren der Festspiele bereits engagieren, und immer noch häufen sich die Anfragen interessierter Künstler, die gern teilnehmen möchten – augenscheinlicher Beleg dafür, welch hohen Stellenwert die 2005 aus der Taufe gehobenen Historien-Festspiele bereits über die Grenzen Deutschlands hinaus erlangt haben. Auf vier Bühnen laden Musik, Tanz, Feuershows und Mitmachprogramme zu einem Ausflug in die Zeit des Mittelalters ein. Zum Festauftakt am Freitag findet erstmals die „Nacht der Spielleute“ statt. Ab 18 Uhr veranstalten alle am Fest beteiligten Gaukler, Spielleute und Künstler ein gemeinsames Programm auf der Hauptbühne im Zentrum des Festgeschehens. Ausstellungen und Vorträge zu Luthers Leben und Wirken ergänzen das Festspielprogramm. Am Sonntag, 23. August um 11 Uhr findet ein großer Historienumzug statt, der die Lebensstationen des Reformators zeigt. Zum Festumzug werden auch in diesem Jahr Vereine zahlreicher deutscher Lutherstädte erwartet, die die rund 500 Umzugsteilnehmer verstärken. 

Tickets für die Historien-Festspiele „Luther - Das Fest“, die in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft von Dagmar Schipanski, der Präsidentin des Thüringer Landtags stehen, sind in allen Thüringer Tourist-Informationen sowie deutschlandweit im Internet über www.eventim.de und www.ticket-online.de erhältlich.
Für im Voraus erworbene Eintrittskarten wird ein spürbarer Preisnachlass gewährt: Während der Wegezoll im Vorverkauf für 7 Euro pro Person statt 9 Euro angeboten wird, kosten die Karten für das Schauspiel im Vorverkauf 20 Euro statt 25 Euro an der Abendkasse. Wer mit der Bahn anreist, erhält ebenfalls Vergünstigungen. Bei Vorlage des Bahntickets erhalten die Besucher an der Kasse eine Ermäßigung von 2 Euro auf den Wegezoll und von 5 Euro auf das Freilicht-Schauspiel. Weitere Informationen sind auch im Internet unter
www.luther-das-fest.de zu finden. [© Lutherverein e.V)

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