kulturfreak

Theater Stückeinfos: K

Kabale und Liebe
Ein bürgerliches Trauerspiel in 5 Aufzügen

Von: Friedrich Schiller
Uraufführung: 13. April 1784 (Frankfurt am Main)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
18. September 10

Inszenierung:  Jan Phillipp Gloger
Bühne: Franziska Bornkamm
Kostüme: Heide Kastler
Musik: 
Matthias Mohr

Mit: Ulrike Beerbaum, Verena Bukal, Johanna Paliatsou, Andrea Quirbach, Stefan Graf, Lukas Piolty, Gregor Trakis, Stefan Walz, André Willmund
 
www.staatstheater-mainz.de

Das Käthchen von Heilbronn oder Die Feuerprobe
Schauspiel in fünf Akten
Von: Heinrich von Kleist (1777-1811

Uraufführung: 17. März 1810 (Wien, Theater an der Wien)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
(Kein großes historisches Ritterschauspiel)

Premiere: 4. November 12 (Schauspielhaus)

Regie: Philipp Preuss
Bühne: Ramallah Aubrecht
Kostüme: Katharina Tasch
Musik: Kornelius Heidebrecht
Video: Konny Keller
Dramaturgie: Alexandra Althoff

Besetzung:

Käthchen:
Valery Tscheplanowa
Friedrich Wetter Graf vom Strahl: Nico Holonics

Musikalischer Leiter: Kornelius Heidebrecht

Chor:
Andrea Ambros, Maximilian Atta, Susanne Beck, Florian Däumling, Reinhard Ecker, Franz Erb, Wolfgang Gropp, Marion Hitter, Helga Höfert, Julia Jäger, Lusine Khachatryan, Shaghayegh Nayeri, Dietlinde Nermerich, Henner Rosenschon, Jörg Schäfer, Clara-Elena Schmid, Hubert Schulz, Elisabeth Thielicke, Cosima Trittel, Emily Trittel, Josefina Trittel, Alexander Wedel

Besprechung auf kulturfreak.de

Das Käthchen von Heilbronn
Schauspiel frankfurt
Friedrich Wetter Graf vom Strahl (Nico Holonics), Käthchen (Valery Tscheplanowa) mit Valery Tscheplanowa, Chor
© Birgit Hupfeld

Käthchen, Tochter eines Heilbronner Waffenschmieds, hat im wahrsten Sinn des Wortes den Mann ihrer Träume gefunden, den Grafen Wetter vom Strahl. Ihre Liebe, im Traum von Engeln vorausgesagt, ignoriert alles, was ihr im Weg steht – selbst die schroffe Zurückweisung des Grafen. Auch der Graf wird von Träumen heimgesucht. Ein Engel verheißt ihm darin die Heirat mit einer Kaisertochter, die er in Kunigunde von Thurneck vermutet. Doch Käthchen hält weiter an ihrem Gefühl fest, bis sie bekommt, was sie will – auf äußerst märchenhafte Weise. Preuss inszeniert Kleists Stück als Obsession Käthchens, die sich ein Happy End auf Kosten des Lebens erträumt, in einerauf zwei Schauspieler und Chor konzentrierten Fassung. [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Zur Inszenierung des Schauspielhaus Zürich:

Premiere:
10. März 11 (Pfauen)

Regie/ Bühne: Dušan David Pařízek
Kostüme: Kamila Polívková
Musik: Roman Zach
Licht: Ginster Eheberg
Dramaturgie: Roland Koberg

Besetzung:
Käthchen:
Lilith Stangenberg
Theobald Friedeborn, ihr Vater: Manfred Zapatka
Friedrich Wetter, Graf vom Strahl: Frank Seppeler
Gräfin Helena, seine Mutter: Isabelle Menke
Gottschalk, sein Knecht: Aurel Manthei
Kunigunde von Thurneck: Patrick Güldenberg
Burggraf von Freiburg/ Rheingraf vom Stein: Gábor Biedermann

Wie der Blitz schlägt der Graf Friedrich Wetter vom Strahl in Heinrich von Kleists Drama „Das Käthchen aus Heilbronn“ im Leben des Mädchens Käthchen ein, der Tochter eines Heilbronner Waffenschmieds. Dušan David Pařízeks Inszenierung des Stücks, die am 10. März im Pfauen Premiere feiert, fällt in das 200. Todesjahr eines Dichters, dessen Unruhe und Unbedingtheit uns ungebrochen beschäftigen. Für Pařízek ist „Das Käthchen aus Heilbronn“ nach der Theateradaption von Agota Kristofs „Gestern“ in der vergangenen Spielzeit die zweite Regiearbeit am Schauspielhaus Zürich.
Die Rolle des Käthchens spielt Lilith Stangenberg, die von der Fachzeitschrift „Theater heute“ zur Nachwuchsschauspielerin des Jahres gewählt worden ist. Als Friedrich Wetter vom Strahl wird Frank Seppeler, auch er Ensemblemitglied am Schauspielhaus Zürich, auftreten. Der bekannte deutsche Filmschauspieler Manfred Zapatka wird die Rolle von Käthchens Vater übernehmen. [© Schauspielhaus Zürich]

www.schauspielhaus.ch

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:
Für Kinder ab 7 Jahren, Jugendliche und Erwachsene
Von: Jens Gross, nach Heinrich von Kleist

Premiere: 16. November 08

Regie: Christiane J. Schneider
Bühne: Adriane Westerbarkey
Kostüme: Judith Oswald
Musik: Dietmar Wiesner, Markus Höller
Licht: Frank Kaster
Video: Adriane Westerbarkey, Anna Dischkow, Philipp Batereau
Kampfchoreographie: Annette Bauer
Dramaturgie: Hans-Peter Frings, Raphael Kassner
Regieassistenz: Kerstin Becker
Bühnenbildassistenz: Anna Dischkow
Kostümassistenz: Jessica Mairbichler
Souffleuse: Christine Schneider
Inspizienz: Joachim Möller
Technische Produktionsleitung: Josef Dreker
Technische Einrichtung: Nicola Ramie'
Ton: Philipp Batereau, Mathias Schmidt
Maske: Verena Martin, Patricia Dietz, Anke Scharlach, Lutz Paschke, Bernhard Springer
Requisite: Stefan Markert, Melanie Schales
Regiehospitanz: Andrea Feik
Bühnenbildhospitanz: Katharina Hülse
Kostümhospitanz: Amelie Stockinger

Besetzung:
Käthchen:
Nadja Dankers
Friedrich Wetter, Graf vom Strahl: Bert Tischendorf
Cherubim: Felix von Manteuffel
Kunigunde von Thurneck: Leslie Malton
Theobald Friedeborn: Andreas Haase
Gottschalk: Michael Lucke
Rheingraf vom Stein: Moritz Peters
Eginhardt: Florian Stamm
Bewohner des Waldes: Aliaksandr Arynenka / Andreas Hilberger / Christof Fleischer / Daniel Werner / Lydia Reis / Zana Tonkovic

Besprechung auf kulturfreak.de

KäthchenHeilbronn_schspffm_3042_0658_m©APEnglert
Das Käthchen von Heilbronn
schauspielfrankfurt
Käthchen (Nadja Dankers) und Cherubim (Felix von Manteufel)
Foto:
Alexander Paul Englert

Manchmal sind Träume wirklicher als die Wirklichkeit. Ein schicksalhafter Traum ist es, in dem ein Engel dem fünfzehnjährigen Käthchen von Heilbronn den Grafen Wetter vom Strahl als Geliebten verheißt – und das Mädchen ›wie einen Hund‹ seinem Angebeteten auf Schritt und Tritt folgen lässt. Auch dem Grafen erscheint im Fiebertraum ein Engel und verkündet, er werde die Kaisertochter heiraten. Diese glaubt er in Kunigunde von Thurneck gefunden zu haben. Kunigunde jedoch entpuppt sich als intrigante und besitzgierige Hexe. Sie erkennt in Käthchen die Rivalin und schreckt vor einem Mordversuch nicht zurück. Der Engel hat einiges zu tun, um die richtigen Beiden zusammen zu bringen. Mit dieser kindgerechten Bearbeitung des märchenhaften Ritterschauspiels setzt das schauspielfrankfurt seinen Versuch fort, junge Zuschauer sinnlich an die großen Stoffe der Weltliteratur heranzuführen. [© schauspielfrankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Kalender Boys
Komödie

Von: Kay Kruppa | Frank Pinkus
Uraufführung: 9. Juli 2010 (Bad Vilbel, Burgfestspiele Bad Vilbel)

Zur Inszenierung der Burgfestspiele Bad Vilbel:

Premiere:
9. Juli 2010 (Uraufführung)

Regie: Christian H. Voss
Ausstattung: Haitger M. Böken
Licht: Jan Langebartels
Abendspielleitung: Cecilia Knodt

Besetzung:

Svenja:
Anna Eger
Peter: Heinz Harth
Siegfried: Thomas Kornack
Uwe: Dennis Laubenthal
Rudi: Cyrus Rahbar 
Silvio: Jens Wachholz
Achim: Jan Käfer

Besprechung auf kulturfreak.de

Kalender Boys
Burgfestspiele Bad Vilbel
v.l.n.r.: Siegfried (Thomas Kornack), Rudi (Cyrus Rahbar), Uwe (Dennis Laubenthal),
Silvio (Jens Wachholz), Achim (Jan Käfer), Peter (Heinz Harth)
Foto: Eugen Sommer

Statt andere zu retten, müssen die Männer der freiwilligen Feuerwehr erst einmal sich selbst helfen. Zum zweiten Mal ist den wackeren Feuerwehrleuten die eigene Fahrzeughalle abgebrannt. Zur Blamage kommt der finanzielle Ruin. Die Lösung: Sie entblättern sich für den gute Zweck...

Burgfestspiele 2010
www.kultur-bad-vilbel.de www.ff-badvilbel.de

Kalender Girls
Komödie (nach dem gleichnamigen Film von 2003)

Von: Tim Firth
Uraufführung: 5. September 2008 (Chichester, Chichester Festival Theatre)
Deutsch: Wolf Christian Schröder
Deutschsprachige Erstaufführung: 28. November 2010 (Berlin, Theater am Kurfürstendamm)

Zur Inszenierung des Berliner Theater am Kurfürstendamm:

Premiere:
28. November 10
Wiederaufnahme: 13. September 11 (bis 15. Oktober 11)

Regie: Martin Woelffer
Bühne: Anja Wegener
Kostüm: Regina Schill

Mit: Sabine Orléans, Marijam Agischewa, Brigitte Grothum, Manon Straché, Gaby Gasser, Sylvia Wintergrün, Nela Bartsch, Martina Mann, Matthias Zahlbaum und Tobias Schulze

Kalender Girls
Theater am Kurfürstendamm, Berlin
Beim Fotoshooting zum Kalender
V. l.: Sylvia Wintergrün, Manon Straché, Anne Kasprik und Marijam Agischewa
Foto: Thomas Grünholz

Marmeladekochen, Handarbeiten, Chorsingen und Wohltätigsein – das sind die immer wiederkehrenden Aufgaben eines Landfrauenclubs, irgendwo im englischen Yorkshire. Jenseits des Blickwinkels der strengen Vorsitzenden sind die Clubstatute jedoch nur eine Fassade, damit eine Gruppe ganz normaler Frauen in den mittleren Jahren sich treffen und eine unorthodoxe Idee der Nächstenliebe aushecken kann: Annie (Marijam Agischewa) möchte ihrem Mann, der viel zu früh an Leukämie gestorben ist, auf ungewöhnliche Weise ein Denkmal setzen und Geld für die Krebsstation sammeln. Sie schlägt ihren Freundinnen vor, für den alljährlichen Benefiz-Kalender die üblichen Heimatmotive durch die Posen der Clubmitglieder bei ihren karikativen Tätigkeiten zu ersetzen, ganz natürlich, mit Falten und grauem Haaransatz, immer mit einem kleinen Kniff, aber gänzlich nackt! Ihre beste Freundin Chris (Sabine Orléans) treibt das anfangs umstrittene Projekt „Pin-up-Granny“ auf allen Ebenen voran.
 „Das ist jetzt nicht der Moment, prüde zu werden!“ wird Celia (Sylvia Wintergrün) ermutigt, ausgelost als „Miss September“ und als erstes Kalender Girl nackt vor die Kamera zu treten. Das Ergebnis des Fotoshootings, ein wortwörtlicher Akt der Nächstenliebe, findet reißenden Absatz. Doch als der riesige Erfolg des Kalenders Freundschaften und Ehen bedroht, müssen sich die Kalender Girls entscheiden ...

Die Geschichte der Kalender Girls
… beruht auf einer wahren Begebenheit. Die Erkrankung ihres Ehemannes an Lymphkrebs brachte Angela Baker auf den Gedanken der Kalenderfotos, deren Erträge der Leukämieforschung in Großbritannien zugute kommen sollten. 1999 erschien die erste Kalenderauflage mit diskret präsentierten Selbstenthüllungen englischer Landfrauen. Fast zwei Millionen Pfund konnten an die Krebsforschung gespendet werden. 2003 wurde die Erfolgsstory mit Helen Mirren und Julie Waters in den Hauptrollen für das Kino verfilmt und vom Publikum gefeiert. Seither ist die Geschichte auch für die Bühne verarbeitet worden. Das Theater am Kurfürstendamm zeigt die „Kalender Girls“ als deutschsprachige Erstaufführung.

Der Autor
Tim Firth
… wurde 1964 geboren und ist ein englischer Dramatiker, Drehbuchautor und Songtexter. Seine ersten Auftragsarbeiten waren „Heartlands“ für Chichester in der Regie von Sam Mendes und „A Man of Letters“ für das Stephen Joseph Theatre, Scarborough. In Alan Ayckbourns Theater in Scarborough hatten auch „Neville’s Island“(1993) und „The End of the Food Chain“ (1994) Premiere. Daneben begann Firth für das Fernsehen zu arbeiten. Der Film „Money for Nothing” wurde mit dem Writer’s Guild Award ausgezeichnet. Zahlreiche Preise erhielt seine Serie „Preston Row“, u. a. den British Comedy Award. Eine seiner jüngsten Arbeiten ist das Madness-Musical „Our House“, das am Londoner West End Premiere feierte und den Olivier Award als „Best New Musical“ gewann.

Der Regisseur
Martin Woelffer
gab 1990 anlässlich der Eröffnung des magazin-Theaters am Kurfürstendamm sein Regiedebüt mit Molières „Der Menschenfeind“. Es folgten viele weitere Inszenierungen wie „Katzelmacher“ (Fassbinder), „Das kunstseidene Mädchen“ (Greiffenhagen/Keun), „Glückliche Zeiten“ (Ayckbourn), „Ein unmögliches Paar“ (Simon), „Amphitryon“ (Kleist), „Bullets over Broadway“ (Allen), „Männer“ (Wittenbrink), „Klassentreffen“ (Chatten), die Uraufführungen von „Fabian – Geschichte eines Moralisten“ (Kästner), „Galanacht“ (Schneyder) „Veronika, der Lenz ist da – Die Comedian Harmonists“ sowie „Jetzt oder nie – Die Comedian Harmonists Teil 2“ (beide Greiffenhagen). Zuletzt inszenierte er die Stücke „Oskar und die Dame in Rosa“ und „Glorious!“. Seit August 2004 leitet er die beiden Berliner Traditionsbühnen Theater und Komödie am Kurfürstendamm.

Die Darsteller

Chris und Annie – beste Freundinnen
Sabine Orléans spielt die Rolle der resoluten Chris, beste Freundin von Annie, der es gelingt, die Kalender-Idee zu verwirklichen und die PRMaschinerie anzuwerfen. Sabine Orléans war am Berliner Schillertheater engagiert, bis sie 1993 ans Wiener Burgtheater unter der Leitung von Claus Peymann wechselte. 1996 war sie bei den Salzburger Festspielen, anschließend Ensemblemitglied u. a. am Schauspielhaus Bochum und am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Einem breiteren Publikum wurde Sabine Orléans spätestens 1999 als Taxi-Fahrerin Rose in Helmut Dietls „Late Show“ und als Pionierleiterin in Leander Haussmanns „Sonnenallee“ bekannt. Zuletzt war sie in dem arte-/ZDF -Zweiteiler „Gier“ zu sehen sowie in „Zivilcourage“. Im Theater am Kurfürstendamm ist sie zum ersten Mal zu erleben.

Marijam Agischewa ist Annie, die Besonnene des starken Freundinnengespanns, die den Aktkalender mit Sonnenblumen vergleicht, den Lieblingsblumen ihres verstorbenen Mannes: „Die letzte Phase ist immer die prächtigste.“ Marijam Agischewa wurde 1975 für eine Hauptrolle in Wolfgang Hübners Fernsehfilm „Geschwister“ entdeckt. Fünf Jahre später wurde sie zur beliebtesten Schauspielerin der DDR gewählt und hat in rund 30 DDR-Filmen mitgewirkt. Dem gesamtdeutschen Publikum ist sie aus zahlreichen Filmen und Fernsehproduktionen wie „Wolffs Revier“, „Traumschiff“ und „Tatort“ bekannt. Populär wurde sie mit ihren langjährigen Serienhauptrollen in „Dr. Sommerfeld – Neues vom Bülowbogen“ und „Freunde fürs Leben“. Auch sie spielt zum ersten Mal am Theater am Kurfürstendamm.

Jessie, Ruth, Cora, Celia – vier weitere Ladies vom Frauenclub

Brigitte Grothum übernimmt die Rolle der Jessie, eine ehemalige Lehrerin mit Bodenhaftung und starken Abgängen. Brigitte Grothum wirkte in über 200 Fernsehproduktionen mit. Dabei darf ihre Hauptrolle in der bekannten Vorabend-Fernsehserie „Drei Damen vom Grill", die sechzehn Jahre erfolgreich lief, natürlich nicht unerwähnt bleiben. Hauptrollen spielte Brigitte Grothum auch in über zwanzig Kino-Filmen. 1987 inszenierte sie zum ersten Mal Hugo von Hofmannsthals „Jedermann". Inzwischen sind ihre JEDERMANN- Festspiele, die seit dem Fall der Mauer alljährlich im Herbst im Berliner Dom stattfinden, zu einer festen Institution geworden, die auch viele Besucher aus ganz Deutschland in die Hauptstadt zieht. Im Theater am Kurfürstendamm war sie zuletzt in der Produktion „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ zu sehen.

Manon Straché gibt die streberhafte, prüde Ruth, die jedoch mit plötzlichen Sinneswandeln überrascht. Als Ensemble-Mitglied der namhaften Kabaretts „Academixer“ und „Leipziger Pfeffermühle“ wurde sie in den 80er Jahren weit über die damaligen Grenzen der DDR hinaus bekannt. Noch vor der Wende kam Manon Straché in den Westen. Gleichzeitig begann ihre Fernseh-Karriere. Vier Jahre spielte sie in der „Lindenstraße“, bis sie vom Blumenladen in den Schreibpool von Deutschlands beliebtestem Hotel wechselte. Die Rolle der Elfie Gerdes in „Girlfriends“ brachte Manon Straché nicht nur viel Zuneigung beim Publikum und eine eigene Serie mit dem Titel „Hotel Elfie“ sondern auch den Telestar als beste Schauspielerin 1998. Seitdem ist sie aus unserer Fernsehlandschaft nicht mehr wegzudenken und ist auch immer wieder auf Theaterbühnen zu erleben, wie zum Beispiel in der Komödie am Kurfürstendamm in „Der letzte der feurigen Liebhaber“ an der Seite von Heinrich Schafmeister.

Cora, die musikalische in der Runde, stets etwas vorlaut, aber schnell bereit für das Juli-Kalenderblatt zu posieren, wird von
Gaby Gasser dargestellt. Sie spielte an den Kudamm-Bühnen mit unvergessenen Kollegen wie Carl-Heinz Schroth, O.E. Hasse, Rudolf Platte, Günter Pfitzmann und Harald Juhnke. Mit Wolfgang Spiers Inszenierung „Eine gute Partie“ trat sie 488 Mal auf. Daneben drehte sie Serien wie „Die Wicherts von nebenan“ und „Der Alte“.

Sylvia Wintergrün ist in der Rolle der Celia zu erleben, die sich nur mit einigen kräftigen, hochprozentigen Schlucken zum Akt-Shooting durchringen kann. Die Berliner Schauspielerin gehörte unter der Intendanz von Helmut Baumann zum Stammensemble des Theater des Westens, wo sie in zahlreichen Produktionen mitwirkte, u. a. in „My Fair Lady“. Im Friedrichstadtpalast übernahm sie die Moderation bei der „Palastrevue“ und stand für zahlreiche Fernsehproduktionen wie „Tatort“ und „Großstadtträume“ vor der Kamera. Sylvia Wintergrün stand auch schon für die Produktionen „Das Apartment“, „Mutter Gräbert macht Theater“ und im letzten Jahr in „Alles Astro“ auf den KudammBühnen.

In weiteren Rollen sind Nela Bartsch, Martina Mann, Matthias Zahlbaum und Tobias Schulze zu sehen. [© Theater am Kurfürstendamm, Berlin]

Karten 030/88 59 11 88 und unter
www.komoedie-berlin.de

Kampf des Negers und der Hunde (Combat de nègre et de chiens)

Von: Bernard-Marie Koltès (1948 - 1989)

Zum Gastspiel der Berliner Volksbühne im schauspielfrankfurt:

Premiere:
27. Januar 07

Regie: Dimiter Gotscheff
B
ühne und Kostüme: Katrin Brack
Musik: Bert Wrede
Dramaturgie: Andrea Koschwitz
Licht: Henning Streck
Regieassistenz: Paul-Georg Dittrich
Souffleuse: Alexandra zu Stolberg
Inspizienz: Lisa Ahle
Ton: Josef Rennert, Joachim Steffenhagen
Maske: Patricia Dietz
Requisite: Anette Mahnke, Helmut Stumvoll
Technische Produktionsleitung: Marco Fanke
Technische Einrichtung: Andreas Rasche

Übernahme der Produktion der Volksbühne Berlin, Premiere war dort am 19. November 03

Besetzung:

Hörn: Wolfram Koch
Alboury: Samuel Finzi
Leone: Almut Zilcher
Cal: Milan Peschel
Chor: Mitglieder der Statisterie

Ein schwarzer Arbeiter wird von einem weißen Ingenieur getötet. Alboury, der Bruder des Ermordeten, fordert hartnä¤ckig die Herausgabe der Leiche. Ein einfaches Problem, das aber nicht mehr gelöst werden kann. Denn die Leiche ist längst entsorgt.

www.schauspielfrankfurt.de

Der Kampfchor Galaktika singt: Das Beste aus Gewalt und Leidenschaft ~Ein Liederabend des schauspielfrankfurt:

Premiere:
5. Oktober 06 (schmidtstrasse 12)

Regie: Florian Fiedler
Musikalische Leitung: Martin Engelbach, Marco Schmedtje
Raum: Joep van Lieshout
Ausstattung, Produktionsleitung: Julia Plickat
Licht: Matthias Rößler
Dramaturgie: Marcel Luxinger
Regieassistenz: Dagmara Lutoslawska, Johann Kuithan
Ton, Beleuchtung, Technik: Matthias Rößler, Joachim Schröder
Technische Einrichtung: Steve Wagner
Maske: Anke Scharlach
Requisite: Uschi Trella, Anja Becker
Regiehospitanz: Daniel Franz
Ausstattungshospitanz: Caroline Ströhle

Mit:

Susanne Böwe
Nadja Dankers
Max Landgrebe
Anne Müller
Moritz Peters
Marco Schmedtje

Mit dem Liederabend “Der Kampfchor Galaktika singt: Das Beste aus Gewalt und Leidenschaft” macht sich der Regisseur Florian Fiedler auf die Suche nach dem Mut und der Hoffnung auf ein Zusammenleben in Friede, Freude... und "Eierkuchen" – dieser wäre hier aber nur ein Gebäck.

www.schauspielfrankfurt.de

Kasimir und Karoline

Von:
Ödön von Horváth
Uraufführung: 18. November 1932 (Leipzig, Schauspielhaus)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt (Saison 2012/13):

Premiere:
2. Februar 13 (Schauspielhaus)

Regie: Christoph Mehler
Bühne: Jochen Schmitt
Kostüme: Lene Schwind
Video: Konny Keller
Dramaturgie: Claudia Lowin

Besetzung:

Kasimir: Viktor Tremmel
Karoline: Sandra Gerling
Rauch: Sascha Nathan
Schürzinger: Isaak Dentler
Der Merkl Franz: Oliver Kraushaar
Dem Merkl Franz seine Erna: Franziska Junge
Elli: Marlene Hoffmann

Besprechung auf kulturfreak.de

Kasimir und Karoline
Schauspiel Frankfurt
Schürzinger (Isaak Dentler), Rauch (Sascha Nathan), Elli (Marlene Hoffmann), Franz (Oliver Kraushaar),
Erna (Franziska Junge), Kasimir (Viktor Tremmel), Karoline (Sandra Gerling)
© Birgit Hupfeld

Kasimir wurde gerade abgebaut. Seine Braut Karoline hat noch Arbeit. Schürzinger schwooft mit ihr los. Sein Chef, Kommerzienrat Rauch, hat da aber auch ein Interesse. Die blutjunge Elli, besonders vergnügungssüchtig, würde dieses Interesse gern auf sich umlenken. Merkl Franz und seine Erna schimpfen aufs System und auf die Frauen, so dass Kasimir nicht so ganz allein traurig sein muss. Und alle irren lärmend über das Oktoberfest und plärren nach einem Stück vom Glück. Christoph Mehler inszeniert Horváths Volksstück als einen Rummelplatz der Gefühle, der sich unmerklich einem Totentanz annähert. [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt (Saison 2008/09):

Premiere:
18. Dezember 08

Regie: Simone Blattner
Bühne: Alain Rappaport
Kostüme: Sabin Fleck
Musik: Christopher Brandt
Video: Bert Zander
Dramaturgie: Jens Groß

Darsteller: Roland Bayer, Susanne Buchenberger, Rainer Frank, Nicola Gründel, Christian Kuchenbuch, Joachim Nimtz, Julia Penner, Matthias Redlhammer, Sylvia Schwarz

»Man hat halt oft so eine Sehnsucht in sich – aber dann kehrt man zurück mit gebrochenen Flügeln und das Leben geht weiter, als wäre man nie dabei gewesen… «
Eigentlich wollte sie nur ein Eis essen. Und Achterbahn fahren. Sich halt »ein bisserl amüsieren« auf dem Münchner Oktoberfest. Doch Karoline hat Streit mit ihrem Verlobten Kasimir. Der hat seine Stelle verloren und keine Lust auf Lärm und Trubel. Und dann zweifelt er auch noch an Karolines Liebe – jetzt, wo er arbeitslos ist. So gehen sie getrennte Wege. Kasimir gerät an ein Ganovenpärchen, den Merkel Franz und seine Erna. Und Karoline stürzt sich in die Arme des Zuschneiders Schürzinger. Der hat wenigstens eine Arbeit – und einen Chef, der ein amouröses Abenteuer sucht… Verloren irren die beiden durch Bierdunst, Schießbuden, Achterbahn und lärmende Abnormitäten und stehen am Ende beide vor einem Scherbenhaufen.

Simone Blattner inszeniert Ödön von Horvàths Volksstück KASIMIR UND KAROLINE über die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise im ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts. Die gebürtige Baselerin, die ihr Regie-Studium an der Otto-Falckenberg-Schule in München absolvierte und bei Dieter Dorn an den Münchener Kammerspielen und am Münchener Residenztheater ihre ersten Erfahrungen als Regisseurin machte, ist in Frankfurt am Main keine Unbekannte. Seit 2001 inszeniert sie regelmäßig am schauspielfrankfurt. Neben ihren bemerkenswerten (Ur-)Aufführungen etlicher Stücke von Martin Heckmanns ist sie den meisten Zuschauern aber sicherlich durch ihre einprägsamen Inszenierungen von Friedrich Schillers DIE JUNGFRAU VON ORLEANS und Georges Feydeaus FLOH IM OHR in Erinnerung.
Diese Inszenierung von 2005 entwickelte sich binnen kurzer Zeit zu einem absoluten Publikumsmagneten und ereichte innerhalb nur eines halben Jahres eine Zahl von 10 000 Besuchern. Nach Horváths Volksstück-Klassiker wird Simone Blattner im Februar 2009 Shakespeares OTHELLO auf die Große Bühne bringen.

www.schauspielfrankfurt.de

Kaspar Häuser Meer

V
on: Felicia Zeller
Uraufführung: 20. Januar 2008 (Freiburg, Theater Freiburg)

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
9. September 11 (Wartburg)

Inszenierung: André Rößler
Bühne und Kostüme: Simone Steinhorst
Dramaturgie: Barbara Wendland

Besetzung:

Anika:
Franziska Beyer
Barbara: Evelyn M. Faber
Silvia: Doreen Nixdorf

www.staatstheater-wiesbaden.de

Zur Inszenierung des Freien Schauspiel Ensemble, Frankfurt:

Premiere:
Oktober 2010
Wiederaufnahme: 13. & 15. Oktober 11

Regie Reinhard Hinzpeter
Bühne Gerd Friedrich
Licht
Mirjam Lüdecke

Es spielen: Naja Marie Domsel, Bettina Kaminski, Neda Rahmanian

Kaspar Häuser Meer
Freies Schauspiel Ensemble Frankfurt
© FelixHolland

Drei Sozialarbeiterinnen am Rande des Nervenzusammenbruchs. Ort des Geschehens: das städtische Jugendamt. Täglich kämpfen die “Drei Damen vom Jugendamt” gegen desolate Familienverhältnisse, emotional verrohte Eltern, "passionierte Stammelder" und realitätsferne Gesetze. Drei Frauen: engagiert, flexibel, voll guten Willens und heillos überfordert.
„Reinhard Hinzpeter hat diese schwarze Komödie als atemberaubende Sprachakrobatik mit körperlichem Einsatz inszeniert, als eindringlichen Appell.“ aus FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG „Es entsteht ein kurzweilig komischer Zustand, ein Taumel von beredter Ohnmacht. Wenn die Körper der Unglücksverwalterinnen weinen, zittern oder krampfen, wird der Blick plötzlich frei auf die menschlichen Tragödien hinter den Aktendeckeln.“ journal frankfurt

www.freiesschauspiel.de

Die Katze auf dem heißen Blechdach
Cat on a Hot Tin Roof

Von: Tennessee Williams (26. März 1911 - 24. Februar 1983)
Uraufführung: 24. März 1955 (New York, Morosco Theatre)
Deutsche Erstaufführung: 26. November 1955 (Düsseldorf, Schauspielhaus )
Verfilmungen:
- 1958 (mit Elizabeth Taylor und Paul Newman)
- 1976 (mit Natalie Wood & Laurence Olivier)
- 1985 (mit Jessica Lange & Tommy Leee Jones

Zur Inszenierung des Theater Trier:

Premiere:
11. Mai 13

Inszenierung: Werner Tritzschler
Bühne: Gerd Hoffmann / Arlette Schwanenberg
Kostüme: Alexandra Bentele
Dramaturgie: Peter Oppermann

Besetzung:

Margaret:
Sabine Brandauer
Brick: Jan Brunhoeber
Mae: Vanessa Daun
Big Mama: Angelika Schmid
Big Daddy: Manfred-Paul Hänig
Reverend Tooker: Klaus-Michael Nix
Gooper: Christian Miedreich
Doktor Baugh: Peter Singer
Dixie und weitere Kinder: Statisterie des Theaters Trier

Die Katze auf dem heißen Blechdach
Theater Trier
Margaret (Sabine Brandauer)
Foto: Marco Piecuch

Die Idylle scheint perfekt. Der steinreiche Großgrundbesitzer Big Daddy feiert seinen 65. Geburtstag und alle sind gekommen: seine beiden Söhne Brick und Gooper, deren Ehefrauen Maggie und Mae, nicht zu vergessen die fünf Enkelkinder. Doch die Idylle entpuppt sich als Farce, als Nährboden für Verlogenheit, Selbsttäuschung und Habgier. Big Daddy ist an Krebs erkrankt, glaubt sich aber bester Gesundheit. Sein Sohn Gooper, der von der Krankheit weiß, möchte mit seiner geldgierigen Frau Mae an das Erbe seines Vaters und bringt dabei als Argument auch die Kinderlosigkeit seines Bruders ins Spiel. Er selbst kann mit einer zahlreichen Nachkommenschaft punkten. Big Daddy jedoch möchte seinem Lieblingssohn Brick das Erbe übertragen. Brick aber hat kein Interesse daran. Vom einstigen Profisportler zum Alkoholiker mutiert, macht er vor allem seine Ehefrau für den Tod seines besten Freundes Skipper verantwortlich, mit dem ihn eine homoerotische Beziehung verband. Brick verweigert Maggie jede körperliche Annäherung. Doch Maggie kämpft um ihren bürgerlichen Traum vom Glück, von der Liebe und von Kindern.

DIE KATZE AUF DEM HEISSEN BLECHDACH, uraufgeführt 1955, ist Tennessee Williams bekanntestes Drama, unter anderem auch durch die berühmte Hollywoodverfilmung mit Elisabeth Taylor und Paul Newman. Williams beabsichtigte mit seinem Stück den Wahrheitsgehalt von Erlebnissen innerhalb einer Gruppe von Menschen darzustellen, "jenes flackernde, umwölkte, schwer zu fassende - aber fieberhaft mit Spannung geladene - Zusammenspiel lebendiger Wesen in der Gewitterwolke einer gemeinsamen Krise." Die Inszenierung des Dramas übernimmt Werner Tritzschler, dem Trierer Publikum bereits durch seine erfolgreiche Adaption des Bestsellerromans GUT GEGEN NORDWIND von Daniel Glattauer bekannt. [© Theater Trier]
 
Weitere Vorstellungen: Die., 14.05., 20.00 Uhr | Fr., 17.05., 20.00 Uhr | Fr., 24.05., 20.00 Uhr | So., 26.05., 19.30 Uhr | So., 02.06., 16.00 Uhr (mit Kinderbetreuung) | Mi., 05.06., 20 .00 Uhr | Sa., 08.06., 19.30 Uhr | So., 16.06., 19.30 Uhr (zum letzten Mal)

www.theater-tier.de

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
5. April 12

Inszenierung: Sarantos Zervoulakos
Bühne: Raimund O. Voigt
Kostüme: Geraldine Arnold
Dramaturgie: David Schliesing

Besetzung:

Margaret:
Lisa Mies
Brick: Bernd-Christian Althoff
Big Daddy: Marcus Mislin
Big Mama: Monika Dortschy
Mae: Verena Bukal
Gooper: Gregor Trakis
Reverend Tooker: Tibor Locher
Doktor Baugh: Stefan Walz

www.staatstheater-mainz.de

Zur Inszenierung des Theater Aachen:

Premiere:
10. März 12

Inszenierung:  Ludger Engels
Bühne: Ric Schachtebeck
Kostüme: Moritz Junge
Musik: Malcolm Kemp
Dramaturgie: Harald Wolff

Besetzung:
 
Brick: Benedikt Voellmy
Maggie: Nadine Kiesewalter
Big Daddy: Rainer Krause
Big Mama: Elisabeth Ebeling
Mae: Emilia Rosa de Fries
Gooper: Philipp Manuel Rothkopf
Doktor:  N.N.
Referend:  N.N.

Zugespitzte zwischenmenschliche Konflikte, in allen Schattierungen der Leidenschaften – eine Zerreißprobe für die Familie.

www.theateraachen.de

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
14. April 11

Regie: Bettina Bruinier
Bühne: Barbara Ehnes
Kostüme: Justina Klimczyk
Musik: Torsten Kindermann / Oliver Siegel
Video: Kerstin Polte
Dramaturgie: Andreas Erdmann

Besetzung:

Margaret:
Franziska Junge
Brick: Torben Kessler
Gooper: Sascha Nathan
Mae: Birte Schrein
Big Mama: Traute Hoess
Big Daddy: Felix von Manteuffel
Reverend Tooker: Alexander Beck
Doktor Baugh: Wilfried Elste
Gast: Thomas Prazak

Besprechung auf kulturfreak.de

Die Katze auf dem heißen Blechdach
Schauspiel Frankfurt
Mae (Birte Schrein), Doktor Baugh (Wilfried Elste), Gooper (Sascha Nathan), Kinderdarsteller
© Birgit Hupfeld

Hausregisseurin Bettina Bruinier inszeniert die Ringkämpfe der emotionalen Schwergewichtsklasse auf der großen Bühne des Schauspiel Frankfurt.

Bettina Bruinier (Regie)
Geboren 1975 in Wiesbaden. Sie ist seit der Spielzeit 2009 / 10 Hausregisseurin am Schauspiel Frankfurt. Nach dem Studium der Opern- und Schauspielregie an der Bayerischen Theaterakademie August Everding inszenierte sie u.a. am Deutschen Theater Berlin, Staatsschauspiel Dresden und dem Volkstheater München. 2008 wurde Bettina Bruinier auf dem vom Münchner Volkstheater veranstalteten Festival »radikal jung« für ihre Adaption von Juli Zehs Roman »Schilf« mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Am Schauspiel Frankfurt inszenierte sie bisher »Stadt aus Glas« von Paul Auster, »Deutschland. Ein Wintermärchen« von Heinrich Heine, »Romeo und Julia« von William Shakespeare und Rainer Werner Fassbinders »Die Sehnsucht der Veronika Voss«.

Barbara Ehnes (Bühne)
Studierte Freie Kunst und Bühnenbild bei Wilfried Minks und Marina Abramovic an der HfbK Hamburg und in Amsterdam sowie Literaturwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 1995 entwirft sie Bühnenbilder u.a. für das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg, die Münchner Kammerspiele, Schauspielhaus Zürich, Volksbühne Berlin, Thalia Theater Hamburg, Burgtheater Wien, Muziektheater Amsterdam, Salzburger Festspiele und Staatsoper Berlin. Seit 2000 arbeitet sie regelmäßig mit dem Regisseur Stefan Pucher (u. a. »Othello«, »Sturm«) und entwirft auch Bühnenbilder für Jossi Wieler / Sergio Morabito (u. a. »Mozart / da Ponte Zyklus«, »Rusalka«, »Un Ballo in maschera«), Stefan Bachmann (u. a. »Jeff Koons«, »Der seidene Schuh«), Lars-Ole Walburg, Calixto Bieito, Schorsch Kamerun und die Choreografin Meg Stuart (»Replacement«). In den letzten Jahren entstanden eigene inszenierte Installationen (u.a. »Transgelinler«, Wiener Festwochen / HAU Berlin).
In der Zeit der Intendanz Frank Baumbauers (2001 bis 2009) gehörte sie zum künstlerischen Leitungsteam der Münchner Kammerspiele. 2005 erhielt sie den deutschen Bühnenpreis »Opus«. Ab dem Sommersemester 2011 ist sie Professorin für Bühnenbild an der HfbK Dresden.

Justina Klimczyk (Kostüme)
Geboren 1973 in Polen. Nach ihrem Bühnen- und Kostümbildstudium bei Prof. Jürgen Rose in Stuttgart war sie feste Assistentin zunächst am Schauspiel Stuttgart und anschließend am Thalia Theater in Hamburg. Dort realisierte sie bereits eigene Arbeiten, u.a. für Martin Kušej, für den sie auch am Nationaltheater in Ljubljana als Kostümbildnerin tätig war. Seit 2003 arbeitet sie als freie Kostüm- und Bühnenbildnerin u.a. an der Komischen Oper in Berlin, am Bochumer Schauspielhaus, am Volkstheater in München und demnächst an der Stuttgarter Oper und am Düsseldorfer Schauspielhaus. Am Schauspiel Frankfurt entwarf sie für »Stadt aus Glas« und »Die Sehnsucht der Veronika Voss« die Kostüme.

Kerstin Polte (Video)
Absolvierte die Filmklasse der Zürcher Hochschule der Künste. Sie lebt und arbeitet als Autorin und Filmregisseurin in Berlin und Zürich. Sie entwickelt und realisiert Spiel-, Dokumentar-, Theaterund Werbefilme. Mit ihren Arbeiten war sie bei vielen renommierten Filmfestivals zu Gast. Zur Zeit arbeitet Kerstin Polte an ihrem Kinodebüt. Am Schauspiel Frankfurt erstellte sie bereits für »Stadt aus Glas«, »Romeo und Julia« und »Clavigo« das Video.

Torsten Kindermann (Musik)
Studierte Saxophon und Gesang an der Akademie für Bildende Künste in Arnheim. Er wurde als Mitglied der Ska-Formation »Alpha Boy School« bekannt. Als Sänger tritt er mit der Swing-Formation »Downtown Orchestra« auf. Im Schauspielhaus Bochum stand er bereits in den Stücken »Die Au-Schau« und »A Tribute to Johnny Cash« auf der Bühne.

Oliver Siegel (Musik)
Studierte Jazzpiano an der Musikfakultät der Akademie für Bildende Künste in Arnheim. Als freiberuflicher Musiker und Produzent war er seit 1992 an zahlreichen CD -Veröffentlichungen und Aufführungen in Deutschland und dem europäischen Ausland beteiligt. Er ist festes Mitglied einiger Ensembles im Bereich Avantgarde / Zeitgenössische Musik und komponierte mehrere Bühnenmusiken.           [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Zur Inszenierung des Nationaltheater Mannheim:

Premiere:
5. Februar 11

Inszenierung: Nina Gühlstorff
Bühne: Markus Karner
Kostüme: Marouscha Levy
Dramaturgie: Jan-Philipp Possmann

Mit Almut Henkel, Luisa Stachowiak, Dascha Trautwein; Reinhard Mahlberg, Werner Matthiessen-Banek, Peter Pearce, Taner Sahintürk, Matthias Thömmes und anderen

www.nationaltheater-mannheim.de

Zur Inszenierung des English Theatre Frankfurt:

Premiere:
1. September 07
Spielzeit bis: 28. Oktober 07


Director / Regie: Jonatan Fox
Set Designer / Bühne: Neil Prince
Costume Designer / Kostüme: Herbert Ehrhardt
Lighting Designer / Licht: Brenda M. Veltrie
Sound Designer / Ton: David Gumpper
NYC Stage Manager: Pamela Edington

Besetzung (in alphabetischer Reihenfolge):

Big Mama:
Peggy Cosgrave
Brick: Quincy Dunn-Baker
Preacher: James Morgan
Doctor: Philip Lewis
Gooper: Jay Russell
Maggie: Amy Lynn Stewart
Big Daddy: John Robert Tillotson
Mae: Jessica Wortham

INHALT:

Brick, ein junger Mann um die 30, hat sich widerwillig von seiner Frau Maggie dazu
überreden lassen, zum Geburtstag seines Vaters nach Hause zu fahren. Sein Vater „Big Daddy", das Oberhaupt der Familie, ist jedoch vorerst aufgrund chronischer gesundheitlicher Probleme noch im Krankenhaus. Am nächsten Tag kehrt Big Daddy nach Hause zurück. Die Ärzte bescheinigten ihm beste Gesundheit. Er wird am Flughafen von seinem zweiten Sohn Gooper, dessen Frau und Kindern und von Maggie abgeholt. Brick, inzwischen mit Gips und Krücken, wollte nicht mitkommen. Sie fahren zum Gutshaus, wo die Geburtstagsfeierlichkeiten vorbereitet sind. Brick ist auf seinem Zimmer und trinkt. Er will weder von seinem Vater noch von seiner Frau etwas wissen, will nicht zur Feier in den Garten gehen, geschweige denn seinem Vater das von Maggie gekaufte Geschenk überreichen. Bricks Frau Maggie wie auch der andere Sohn Gooper und seine Frau Mae sind jedoch nicht ganz uneigennützig zur Feier gekommen: im Zweifel über den gesundheitlichen Zustand des Vaters trachten sie danach, die riesigen Ländereien von Big Daddy übernehmen zu können. Nur Brick hat daran nicht das geringste Interesse. Er ist nach dem Tod seines Freundes Skipper ein Trinker geworden, verschwiegen und resigniert. Er wirft sich insgeheim vor, seinem Freund in einer schweren Situation nicht geholfen zu haben und an seinem Tod schuld zu sein. Seiner Frau hält er vor, ihn in dieser Situation mit Skipper betrogen zu haben. Seinem Vater gegenüber empfindet er ebenfalls keine Zuneigung, weil dieser nur Interesse für Geld und seine Ländereien habe. Maggie, die Brick liebt und von ihm ein Kind will, leidet zwar unter Bricks Abneigung, ja seinem Hass ihr gegenüber, will aber um ihn kämpfen.

Aufgrund der Zensur wurde der Aspekt der Homosexualit
ät aus der literarischen Vorlage nach Tennessee Williams völlig außer Acht gelassen, weshalb der Autor seinen Lesern abriet den Film zu sehen.

DER AUTOR:
Tennessee Williams (* 26. März 1911 in Columbus, Bundesstaat Mississippi; t 25. Februar 1983 in New York City; eigentlich Thomas Lanier Williams war ein US-amerikanischer Schriftsteller. Den Spitznamen „Tennessee" erhielt er von Collegefreunden an der University of Missouri, weil sein Vater im Bundesstaat Tennessee geboren wurde.

Tennessee Williams wuchs in Columbus/Mississippi auf. Von 1929 bis 1932 studierte er Publizistik und Theaterwissenschaften an der Columbia University (Missouri); nach Abbruch des Studiums jobbte er als Arbeiter in einer Schuhfabrik. In New York besuchte er die Kurse von Erwin
Piscator (deutscher Regisseur und Theatererneuerer, Impulsgeber des Epischen Theaters und einer der bedeutendsten Vertreter des politischen Theaters.) für junge Dramatiker. Bevor Williams 1944 mit The Glass Menagerie seinen ersten Bühnenerfolg feiern konnte, wurde das Script für dieses Stück während eines kurzen, erfolglosen Gastspiels in Hollywood abgelehnt. Seine schwierigen Familienverhältnisse finden teilweise Widerhall in seinem schriftstellerischen Werk. Sein Vater, Cornelius Williams, ein Handelsreisender für Schuhe, schlug seine Kinder. Die Mutter, Edwina Williams, stammte aus einer vormals wohlhabenden Südstaatenfamilie.

Die Figuren in Tennessee Williams' Schauspielen werden oft vor seinem Familienhintergrund gesehen. Auch die Hauptfigur in Cat on A Hot Tm Roof, Brick Pollitt, weist starke autobiographische Z
üge auf. Vor allem war Williams jedoch ein Autor des Südens der USA. New Orleans, das Delta des Mississippi und die Küste des Golfs von Mexiko sind Schauplätze seiner Stücke. Und so diente neben den autobiographischen Bezügen vor allem das Bild der puritanisch-bürgerlichen Südstaatengesellschaft als Vorlage zahlreicher seiner Theaterstücke. Kritiker rechnen Williams' Stil der Südstaatengothik zu.

Tennessee Williams erstickte am 24. Februar 1983 im Alter von 71 Jahren in seiner New Yorker City-Residenz im Hotel Elysee an einem Flaschenverschluss, wie er für Nasensprays benutzt werden. Der untersuchende Rechtsmediziner ging von einem natürlichen Tod aus, andere (u. a. sein Bruder Dakin Williams) nehmen an, er sei ermordet worden. Beerdigt wurde er in St. Louis. [Q, & © English Theatre Frankfurt]

THEATERSTÜCKE - AUSZÜGE:
1944 - The Glass Menagerie (Die Glasmenagerie. Ein Spiel der Erinnerung)
1947 - A Streetcar Named Desire (Endstation Sehnsucht)
1950 - The Rose Tattoo (Die t
ätowierte Rose)
1955 - Cat On a Hot Tin Roof (Die Katze auf dem heißen Blechdach)
1961 - The Night of the Iguana (Die Nacht des Leguan)

www.english-theatre.de

Das Stück war in dieser Inszenierung am 31. Oktober 07 auch am Theater Basel zu sehen.
 

Katzelmacher

Von:
Rainer Werner Fassbinder
Uraufführung: 7. April 1968 (München, Action-Theater)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
29. November 12 (Deck 3)

Inszenierung: Hakan Savaş Mican
Bühne und Kostüme: Sylvia Rieger
Dramaturgie: Barbara Stößel

Besetzung:

Helga:
Ulrike Beerbaum
Elisabeth: Verena Bukal
Marie: Johanna Paliatsou
Peter: Felix Mühlen
Erich: Aram Tafreshian
Paul: Tilman Rose
Mehret/Rosy: Mehmet Yilmaz

„Gastarbeiter“ oder „Bürger mit Migrationshintergrund“? „Katzelmacher“ oder „Kopftuchmädchen“? Was liegt dazwischen? Verändert, was wir sagen, das, was wir meinen?

Als Fassbinder 1968 sein Stück schrieb, waren die ersten Ausländer noch neu im Wirtschaftswunder-Deutschland. „Katzelmacher“ zeigt, wie einer von ihnen – der junge Grieche Jorgos – für eine Gruppe junger Leute zum Objekt exotischer Verlockungen und zur Zielscheibe latenter Gewaltbereitschaft wird. An ihm entzünden sich unerfüllte Sehnsüchte und ein Hass, der in der Unfähigkeit wurzelt, das eigene Leben zu gestalten. An ihm wird abreagiert, worunter man leidet – weil er anders ist.

Mechanismen, denen Fassbinder in einer noch weitgehend geschlossenen Gesellschaft nachspürt, sind in Zeiten vermeintlich längst erreichten Multikulturalismus’ und politisch korrekter Sprachungetüme schwerer zu greifen. Aber welche Art von Ausländerfeindlichkeit lauert hinter „Inklusion“, „Diversity“ und hitzig geführten Integrationsdebatten? Hakan Savaş Mican, deutschtürkischer Filmemacher, Theaterautor und -regisseur, nimmt Fassbinders Stoff zum Ausgangspunkt, um jenseits von Floskeln Wandlungen im Migrationsprozess auszuloten. Sein „Fremder“ ist nicht mehr der sprachlose Gastarbeiter, sondern ein wohlintegrierter Akademiker (oder Yogalehrer). Aber ist er deshalb schon ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft, in der er sich bewegt, oder „nur“ Aushängeschild der gerne gesehenen Vielfalt in der kulturellen Landschaft? Und wo liegt der Punkt, an dem er womöglich wieder zum „Fremden“ wird?

Hakan Savaş Mican,
1978 in Berlin geboren, aufgewachsen in der Türkei, schreibt Stücke und führt Regie bei Film und Theater. Am Ballhaus Naunynstraße inszenierte er „Schnee“ nach Orhan Pamuk. Am Staatstheater Mainz arbeitet er zum ersten Mal. [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Der Kaufmann von Venedig (The Merchant of Venice)
Komödie in 5 Akten

Von: William Shakespeare
Entstanden: ca. 1596/97

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
14. Januar 12

Regie: Barrie Kosky
Bühne und Lichtdesign: Klaus Grünberg
Kostüme: Klaus Bruns
Musik: Contrast Quartet
Dramaturgie: Susanna Goldberg
Übersetzungen ins Jiddische: Michael Felsenbaum
Beleuchtung: Johan Delaere

Besetzung:

Antonio, der Kaufmann von Venedig:
Michael Goldberg
Bassanio, sein Freund: Christoph Pütthoff
Shylock, ein Jude: Wolfgang Michael
Tubal, sein Freund: Michael Benthin
Jessica, Shylocks Tochter: Henrike Johanna Jörissen
Lorenzo, Jessicas Liebhaber: Viktor Tremmel
Lanzelot Gobbo, Shylocks Diener: Nils Kahnwald
Das Gericht: Viktor Tremmel
Martin Luther: Peter Schröder
Sophie, geboren in Vitebsk, lebt in Brooklyn: Barbara Spitz
Männer: Gianfranco Gariano, Marcus Hosch, Sven Rausch, Jan Schrödter, Nikolaos Tsakmakis, Burak Uzuncimen

Contrast Quartet: Yuriy Sych (Piano), Tim Roth (Bass), Martin Standtke (Drums)

Besprechung auf kulturfreak.de

Der Kaufmann von Venedig
Schauspiel Frankfurt
Lanzelot (links: Nils Kahnwald), Bassanio (mitte: Christoph Pütthoff), Statisten
© Birgit Hupfeld

Bassanio, ein junger Venezianer, will eine reiche Braut werben, doch dafür braucht er Geld. Sein Freund Antonio, dessen Geld gebunden ist in riskanten Transaktionen, soll ihm welches borgen. Antonio liebt Bassanio, darum leiht er sich das Geld bei seinem ärgsten Feind: dem Juden Shylock. Der aber will sich an Antonio rächen und setzt einen Vertrag auf, der es in sich hat. Der gefeierte Opern- und Schauspielregisseur Barrie Kosky wird sich mit den Lesarten des Stücks und mit der christlich-jüdischen Geschichte in Europa auseinandersetzen. Es ist seine erste Inszenierung am Schauspiel Frankfurt.

Barrie Kosky (Regie)
Geboren in Melbourne, Australien. Er studierte Klavier und Musikgeschichte. Von 1990 bis 1997 war er künstlerischer Leiter der Gilgul Theatre Company. 1996 übernahm er außerdem die künstlerische Leitung des Adelaide Festivals. Von 2001 bis 2006 war er Intendant des Schauspielhauses Wien. Er arbeitet vornehmlich als Opernregisseur unter anderem bei den Innsbrucker Festwochen für Alte Musik, an der Staatsoper Unter den Linden Berlin, der Oper Bremen, am Aalto-Theater Essen, der Staatsoper Hannover, der Bayrischen Staatsoper, der English National Opera sowie am Deutschen Theater Berlin, dem Edinburgh International Festival und dem Sydney International Festival. An der Oper Frankfurt hat er kürzlich »Dido und Aeneas« und »Herzog Blaubarts Burg« inszeniert. Ab der Spielzeit 2012/13 wird er die Intendanz der Komischen Oper Berlin übernehmen.

Klaus Grünberg (Bühne)
Gebürtig aus Hamburg, studierte Klaus Grünberg Bühnenbild bei Erich Wonder in Wien und arbeitet seitdem als freier Bühnenbildner und Lichtdesigner an Theatern und Opernhäusern in Europa sowie in Kuwait und Buenos Aires – unter anderen mit den Regisseuren Tatjana Gürbaca, Barrie Kosky, Sebastian Baumgarten, André Wilms, Thilo Reinhardt, Antoine Gindt und Christof Nel. Mit Barrie Kosky erarbeitete er u.a. Inszenierungen von »L'Orfeo« an der Berliner Staatsoper, »Die Hochzeit des Figaro«, »Iphigenie auf Tauris« und »Kiss me, Kate« an der Komischen Oper Berlin, »Lohengrin« an der Wiener Staatsoper und »Der Fliegende Holländer« sowie »Tristan und Isolde« am Aalto Theater Essen. Regelmäßig arbeitet Klaus Grünberg auch mit dem Komponisten und Regisseur Heiner Goebbels zusammen. 1999 eröffnete er in Hamburg das MOMOLMA (Museum of More or Less Modern Art).

Klaus Bruns (Kostüm)
Geboren 1962, studierte Klaus Bruns zunächst Bühnenbild und Kostümentwurf am Mozarteum in Salzburg. Seit 1988 arbeitet er als Kostümbildner an vielen bedeutenden Opern- und Schauspielhäusern u.a. in Turin, Hamburg, Frankfurt, Berlin, Antwerpen, Amsterdam, Wien, München, Zürich, Düsseldorf, Köln und Stuttgart mit Regisseuren wie Barrie Kosky, Götz Friedrich, Guy Joosten, Michael Schulz und Michael Talke, Niklaus Helbling, Anna Badora und Karin Henkel.

Contrast Quartet (Musik)
Eine der wohl bemerkenswertesten jungen Jazzformationen aus Frankfurt ist das 2006 um den ukrainischen Pianisten Yuriy Sych gegründete Contrast Quartet. Das eigentlich aus nur drei Musikern bestehende Ensemble wird durch einen wechselnden Solisten zum Quartett vervollständigt und spielt ausschließlich Eigenkompositionen oder Bearbeitungen ausgewählter Werke. Das Besondere an den Arrangements ist ihre komplexe Melodieführung und rhythmische Vertracktheit. Die Stücke sind dennoch stets transparent und niemals konstruiert. Die Musik des Contrast Quartet ist Modern Jazz mit Einflüssen etwa aus der ukrainischen Folklore oder der Popmusik. Das Contrast Quartet bekam 2008 das 18. Arbeits-Jazzstipendium der Stadt Frankfurt.                [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Kein Schiff wird kommen

Von:
Nis-Momme Stockmann
Werkauftrag des tt-Stückemarktes 2009 und des Schauspiel Stuttgart
Uraufführung: 19. Februar 2010 (Schauspiel Stuttgart)

Zur Inszenierung des Schauspiel Stuttgart:

Premiere:
19. Februar 10 (Uraufführung; Depot)

Regie: Annette Pullen
Bühne und Kostüme: Iris Kraft
Dramaturgie: Kekke Schmidt

Mit: Matthias Kelle, Lisa Wildmann und Jens Winterstein

Ein junger Autor hat den Auftrag, ein Stück über die Wende zu schreiben. Aber er war ein Kind, als die Mauer fiel, und wuchs fern von Berlin auf: auf der Nordseeinsel Föhr. Kein innerer Bezug verbindet ihn mit dem Thema, außer der an ihn gestellten Forderung von Dramaturgen, Intendanten und Lektoren, dass sein Stück "welthaltig" und "nachhaltig" zu sein habe. Nun erhofft er sich Aufschluss von seinem Vater, den er auf der heimatlichen Insel aufsucht. Mit diesem begibt er sich in Gespräche über die damalige Zeit, die er als Material aufzeichnet, ohne recht davon überzeugt zu sein. Dabei stößt er allerdings auf verschüttete Erinnerungen an seine Mutter, die ihn weit mehr in Bann ziehen als das offizielle Geschehen der Zeit.
Die Geschichte vom jungen Mann, der ein politisches Drama sucht und eine Familientragödie findet, schrieb der 28jährige Nis-Momme Stockmann im Auftrag des Theatertreffen-Stückemarktes 2009 und des Schauspiel Stuttgart. Neben diesem Preis erhielt er auch Jury- und Publikumspreis beim Heidelberger Stückemarkt für sein Drama "Der Mann, der die Welt aß", das im Dezember 2009 in Heidelberg uraufgeführt wird. Außerdem ist Nis-Momme Stockmann für drei Jahre Hausautor am Schauspiel Frankfurt.
Die 1974 geborene Regisseurin Annette Pullen, die in der vergangenen Spielzeit Dea Lohers "Fremdes Haus" am SCHAUSPIEL STUTTGART inszeniert hat, arbeitet u.a. am Thalia Theater Hamburg, Theater Magdeburg, Schauspielhaus Bochum, Schauspiel Essen und dem Deutschen Theater Berlin. [© Schauspiel Stuttgart]

www.staatstheater.stuttgart.de/schauspiel

KEINOHRHASEN
Komödie nach dem gleichnamigen Erfolgsfilm von Til Schweiger

Drehbuch: Til Schweiger und Anika Decker - Bühnenfassung von Gunnar Dreßler

Zur Inszenierung des Theater Trier:

Premiere:
7. Januar 12

Trierer Regiefassung: Michael Ophelders
Inszenierung: Michael Ophelders
Bühne: Sabine Mann
Kostüme: Carola Vollath
Dramaturgie: Peter Oppermann

Besetzung:

Ludo:
Tim Olrik Stöneberg
Anna: Alina Wolff
Moritz / Anwalt / Pförtner /Arzt / Sacha / Justus: Christian Miedreich
Miriam / Kellnerin / Danielle / Yvonne Catterfeld / Nina: Vanessa Daun
Lilli / Angestellte / Richterin / Cheyenne-Blue / Schwester / Sissi / Daniela Berg: Barbara Ullmann
Clown Bello / Jürgen Vogel / Michi / Chefredakteur / Klitschko / Torsten Lollo: Manfred-Paul Hänig

KEINOHRHASEN
Theater Trier
Tim Olrik Stöneberg und Alina Wolff
Foto: Marco Piecuch

Endlich als Theaterfassung in Trier: KEINOHRHASEN
Der Reporter Ludo ist ständig auf der Jagd nach Stars, Sternchen und aktuellsten Sensationen. Dafür überschreitet er gern auch die Grenzen der Privatsphäre. Eines Tages jedoch übertreibt er es mit seiner Jagd nach sensationellen Storys. Er landet für seine Waghalsigkeit vor Gericht und wird zu Sozialstunden in einer Kindertagesstätte verdonnert . Dort trifft Ludo auf eine alte Bekannte: Anna, Leiterin der Kita, kennt Ludo aus Kindertagen und beschließt, sich für dessen jahrelangen Spott, unter dem sie als Kind zu leiden hatte, zu rächen. Für Ludo, den bekennenden Macho, beginnt eine schwere Zeit. Doch dann entwickeln sich die Dinge anders als erwartet: Er beginnt, sich für die Arbeit im Kindergarten einzusetzen. Aus Feindschaft wird Freundschaft - und am Ende sogar Liebe!
KEINOHRHASEN von Til Schweiger war der erfolgreichste Kinofilm in 2007 und erhielt zahlreiche Preise, darunter den „Bambi“ und den deutschen Comedypreis in der Kategorie „Beste Kino-Komödie“. Das turbulente Drehbuch wurde von Gunnar Dreßler für die Bühne bearbeitet und entwickelte sich in Berlin zur umjubelten Kult-Aufführung.
Die Trierer Neuinszenierung übernimmt Michael Ophelders und stellt sich seinem Publikum somit bereits zum zweiten Mal als Regisseur vor. Tim Olrik Stöneberg spielt die Rolle des Ludo; Alina Wolff steht als neues Ensemblemitglied auf der Bühne und schlüpft in die Figur der Anna. In über 24 Rollen wirken vier weitere beliebte Mitglieder des Schauspiels mit und stellen ihre große Wandlungsfähigkeit unter Beweis. [© Theater Trier]

Weitere Vorstellungen: Mi., 11.01., 20.00 Uhr | Di., 17.01., 20.00 Uhr | Fr., 20.01., 20.00 Uhr | So., 29.01., 16.00 Uhr | Sa., 04.02., 19.30 Uhr | Fr., 17.02., 20.00 Uhr | Sa., 18.02.19 .30 Uhr (im Anschluss KEINOHRHASENPARTY mit Harry Hut im Foyer (-24.00 Uhr)) | Di., 21.02., 20.00 Uhr | Sa., 25.02., 19.30 Uhr | So., 11.03.2012, 19.30 Uhr, Großes Haus (zum letzten Mal)

www.theater-trier.de

Kiebich und Dutz
Familienstück

Von: Friedrich Karl Waechter
Uraufführung: 14. Februar 1979 (Frankfurt/M, Schauspiel Frankfurt)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt in der Saison 2012/13:

Premiere:
9. März 13

Regie: Lily Sykes
Ausstattung: Nele Wangorsch
Musik: Olaf Pyras
Licht: Ellen Jaeger
Dramaturgie: Henrieke Beuthner

Besetzung:

Kiebich:
Isaak Dentler
Dutz: Sascha Nathan
Durchblicker: Olaf Pyras
Kopfloser Kiebich / Nikel: Ljiljana Mihajlovic / Simona Piroddi

Besprechung auf kulturfreak.de

In einem kleinen Kasten lebt Kiebich ganz allein. Weil er seinen Kasten noch nie verlassen hat, vertieft er sich in die spannenden Geschichten aus seinen Büchern, wo tapfere Helden grausame Monster besiegen. Als plötzlich Dutz in sein Leben purzelt, wird sein Ehrgeiz geweckt, zusammen mit ihm die Welt zu entdecken. Doch Dutz ist ängstlich und fürchtet sich vor den Bösewichten, die da draußen lauern könnten. Eines Tages nimmt Kiebich seinen ganzen Mut zusammen und macht sich ohne Dutz auf den Weg, um endlich selbst Abenteuer zu erleben, Monstern zu begegnen und seine Tapferkeit zu beweisen. Aber schon bald stellt er fest, dass ihm ohne seinen Freund Dutz etwas fehlt. [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt in der Saison 1978/1979:

Premiere:
14. Februar 79 (Uraufführung)

Regie: Friedrich Karl Waechter und Brigitte Landes
Bühnenbild: Michael Peter
Kostüme: Christiane Marx
Musik: Heiner Goebbels

Besetzung:

Kiebich:
Michael Altmann
Dutz: Heinz Kraehkamp
Dr. Potter / Durchblicker: Hannes Granzer
 

the killer in me is the killer in you my love

Von:
Andri Beyerler
Aus dem Schweizerdeutschen von: Martin Frank und Juliane Schwerdtner
Uraufführung: 21. September 2002 (Hamburg, ThaliaTheater)
Schweizer Erstaufführung: 8. Mai 2003 (Basel, raum33)
Österreichische Erstaufführung: 6. Juni 2007 (Salzburg, Schauspielhaus)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt Jugendclubs:

Premiere:
20. Februar 11

Regie: Gabriel von Zadow
Coaching: Martina Droste
Bühne: Friederike Meisel
Kostüme: Dorothee Joisten
Veranstaltungstechnik: Matthias Paul (Leitung), David Geyer, Jessica Krger, Fabian Liewig, Fabian Wilhelm

Mit: Verena Jockel, Ann Tatjana Krämer; Florian Friedrich, Carl Gruhn, Dilem Kangalli, Julian-Nico Tzschentke

Besprechung auf kulturfreak.de

the killer in me is the killer in you my love
Eine Produktion des Jugendclubs des Schauspiel Frankfurt
© Edi Szekely

Es beginnt als harmlose Geschichte von fünf jungen Leuten, die einen Sommer im Schwimmbad verbringen. Doch in den knappen Szenen und rasanten Monologen öffnet sich der Blick für die Sehnsucht nach Beachtung und die Angst vor Verurteilung. Am Ende des Sommers ist niemand mehr der, der er war. Mitglieder des Jugendclubs erforschen das Innenleben der Figuren, die sie fast selbst sein könnten, aber eben doch nicht sind, mit Empathie, Humor und Distanz.

Regieteam

Gabriel von Zadow (Regie)
Geboren 1979 in Berlin. Er studierte zunächst Kunst auf Lehramt und realisierte währenddessen verschiedene Filmprojekte. Im Rahmen des Ausbildungsprogramms der Studiobühne Köln entstehen erste Arbeiten für das Theater. 2004 entwickelt er zwei Einakter, die auf der 4. Kölner Theaternacht gezeigt werden, und wird daraufhin für das Sprungbrettprogramm »Frischlinge« ausgewählt. Seit 2007 studiert er Schauspielregie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Während des Studiums entstehen Projekte für die Heidelberger Autorentage (»Das Zwinkerspiel«), das Thalia Theater Hamburg (»How To Become A President«), das Gallustheater Frankfurt (»Die Räuber«), das Frankfurt LAB (»Mercier und Camier«) und die Heidelberger Schlossfestspiele (»Verliebte und Verrückte«). Ab der Spielzeit 2010 /11 ist Gabriel von Zadow als Regieassistent Ensemblemitglied im STUDIO am Schauspiel Frankfurt und inszenierte hier zuletzt die erste Folge von »Extrem laut und unglaublich nah« nach dem Roman von Jonathan Safran Foer.

Martina Droste (Theaterpädagogik und Regie)
Geboren 1961 in Bochum. Sie baute als Diplompädagogin zunächst im Auftrag der städtischen Erziehungsberatungsstelle den Arbeitsbereich Schulsozialpädagogik an einer Gesamtschule auf und machte parallel dazu eine Weiterbildung zur Theaterpädagogin. Regieassistenzen am Theater Dortmund und die Leitung des „Jungen Theaters“ im Kulturzentrum WerkStadt Witten folgten. Sie wird Vorstandsmitglied des ersten Landesverbandes von Theaterpädagogen in NRW und Gründungsmitglied des Bundesverbandes Theaterpädagogik, war ab 1996 Theaterpädagogin am Theater Dortmund und wirkt dort als Coach, Projektleiterin, Dramaturgin und Regisseurin bei zahlreichen Inszenierungen mit Jugendlichen im regulären Spielplan mit, u.a. »Urfaust«, zuletzt »Baal« von Bertolt Brecht, Theaterprojekte mit Senioren (»Frühlingserwachen«) und integrative Projekte mit Jugendlichen und Senioren, u.a. »König Lear«, das Filmprojekt »Frühstark&Halbreif« mit Teenagern der 50er und 90er Jahre oder das landesweite Crossover-Projekt »gemeinschaftsraum« mit dem Museum Ostwall. Mitbegründerin des Festivals »Unruhr« als das Treffen der Jugendclubs der Theater des ganzen Ruhrgebietes. Martina Droste leitete Weiterbildungen für Lehrerinnen in NRW, war Dozentin für Theaterpädagogik an der RUB und Universität Dortmund. Seit 2005 Feldenkreis-Lehrerin. Seit der Spielzeit 2010/11 arbeitet Martina Droste als Theaterpädagogin am das Schauspiel Frankfurt.

Friederike Meisel (Bühne)
Geboren 1979 in Leipzig und aufgewachsen in München. Nach der Schulzeit realisiert sie die Ausstattung verschiedene Kurzfilme. Es folgt ein Studium der Innenarchitektur in Rosenheim, wo sie unter anderem bei Toni Lüdi Szenographie studiert. Nach dem Diplomabschluss arbeitete sie zunächst als freie Innenarchitektin bevor sie zur Spielzeit 2009/2010 als Ausstattungsassistentin an das Volkstheater München geht. Hier assistiert sie unter anderem bei Produktionen von Bettina Bruinier. Seit der Spielzeit 2010/2011 arbeitet sie als Bühnenbildassistentin am Schauspiel Frankfurt und gestaltet hier die Bühnenbilder von »Extrem laut und unglaublich nah«, Folge 4 nach dem Roman von Jonathan Safran Foer und für den Liederabend »Gun Street Girl sings Tom Waits«.

Dorothee Joisten (Kostüme)
Geboren 1982 in Köln. Sie studierte Theaterwissenschaft, Psychologie und Philosophie in München, Venedig und Sheffield. Bereits während ihres Studiums assistierte sie an den Münchner Kammerspielen und arbeitete u. a. mit Luk Perceval, Lars-Ole Walburg und Anna Viebrock. Während dieser Zeit entwarf sie Kostümbilder für Robert Lehninger und Veronica Rignall. Von 2008 bis 2010 war sie als Kostümassistentin an der Oper Frankfurt engagiert. Hier kam es zur Zusammenarbeit mit Künstlern wie Keith Warner, Harry Kupfer, Claus Guth, Ursula Renzenbrink, Yan Tax, Heike Scheele, Jorge Jara und Christian Schmidt. In dieser Zeit gestaltete sie Kostümbilder für verschiedene Filmprojekte sowie für die Opernproduktion »Pimpinone« im Bockenheimer Depot in der Regie von Fabian von Matt. Seit der Spielzeit 2010/11 ist sie Kostümassistentin am Schauspiel Frankfurt und gestaltete seitdem die Kostümbilder für Folge 1 von »Extrem laut und unglaublich nah« nach dem Roman von Jonathan Safran Foer sowie für das Stück »The small things« von Enda Walsh.[© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Kimberlit. Ein Bestiarium

Von:
Kevin Rittberger
Uraufführung: 1. Februar 2013 (Frankfurt, Schauspiel Frankfurt im Frankfurt LAB)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Im Rahmen der Frankfurter Positionen 2013

Premiere:
1. Februar 13 ( Frankfurt LAB, Schmidtstraße 12, 60326 Frankfurt)

Regie: Samuel Weiss
Bühne / Kostüme: Ralph Zeger
Dramaturgie: Henrieke Beuthner

Mit: Lisa Stiegler; Vincent Glander, Mathis Reinhardt

Kimberlit. Ein Bestarium
Schauspiel Frankfurt
Vorankündigungsfoto mit Lisa Stiegler
© Birgit Hupfeld

Ein geheimnisvoller Falke zieht am Himmel seine Kreise. Seine wachsamen Augen sind auf die Erde gerichtet, auf ein zerfallendes Europa, auf nordafrikanische Diamantenjäger, auf fliegende Tiger, rollende Füchse und Leoparden, die deutschen Exportschlager der Rüstungsindustrie. Und auf eine kleine Reisegruppe, die sich auf den abenteuerlichen Weg in die Wüste macht. Aber wer ist der Jäger, wer der Gejagte? Kevin Rittbergers Bestiarium führt durch einen globalen Zoo der Kampfmaschinen, durch eine Welt, in der durch die Jagd die maßlose Gier und Dekadenz des Menschen offenbart werden. [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Kinder des Olymps
nach dem Drehbuch von Jacques Prévert

Zur Inszenierung des Oldenburgischen Staatstheaters:

Premiere: 30. Oktober 10

Inszenierung: Klaus Schumacher
Bühne: Katrin Plötzky
Kostüme: Heide Kastler
Musik: Tobias Vethake
Video: Jürgen Salzmann
Dramaturgie: Jörg Vorhaben

Besetzung:

Garance:
Eva-Maria Pichler
Baptiste Deburau: Denis Larisch
Frédérick Lemaître: Bernhard Hackmann
Lacenaire: Vincent Doddema
Nathalie: Sarah Bauerett
Graf de Montray: Gilbert Mieroph
Produzent: Thomas Lichtenstein
Aufnahmeleiter/Avril: Eike Jon Ahrens
Hermine/Marie: Anne Eversbusch
Der Blinde/Anselme Deburau/Autor: René Schack

Vier Männer lieben dieselbe Frau. Der Pantomime Baptiste und sein Freund und Konkurrent, der Schauspieler Frédérick, der Verbrecher und Dichter Lacenaire sowie der reiche Graf de Montray. Sie alle lieben Garance oder wollen von ihr geliebt werden. Garance will aber ihre Freiheit behalten, sie liebt Baptiste, lebt mit Frédérick zusammen und verlässt gemeinsam mit dem Grafen de Montray Paris, weil nur er sie vor der Polizei schützen kann, die sie verdächtigt, mit Lacenaire unter einer Decke zu stecken.
Nach Jahren kehrt Garance mit dem Grafen nach Paris zurück. Inzwischen ist Baptiste zum ersten Pantomimen seines Theaters geworden, hat Natalie geheiratet und mit ihr ein gemeinsames Kind. Auch Frédérick hat einen Karrieresprung geschafft und ist der Star der Pariser Theater. Sie alle treffen wieder aufeinander, alte Leidenschaften und Wunden brechen auf. Was als ein Fest begann, endet in Verzweiflung und Einsamkeit.
Kinder des Olymp ist eine Hommage an das Theater. Die Handlung spielt sowohl auf der Bühne des Lebens als auch im Theater. Der Film wurde während des Zweiten Weltkriegs im besetzten Frankreich gedreht und sehr groß angelegt, um möglichst vielen Künstlern Gelegenheit zu geben, der Rekrutierung durch den berüchtigten STO (Service du Travail Obligatoire) zu entgehen, der Hunderttausende von Franzosen als Arbeitskräfte nach Deutschland deportierte.Für die Oldenburger Inszenierung wird Klaus Schumacher verantwortlich sein. Von 2000 bis 2004 leitete er das moks Theater in Bremen und ist seit 2005 Leiter des Jungen Schauspielhauses in Hamburg. [© Oldenburgisches Staatstheater]

www.staatstheater.de

Der Kirschgarten
Komödie in vier Akten

Von: Anton Tschechow
Uraufführung: 17. Januar 1904 (Moskau, Künstlertheater)
Deutschsprachige Erstaufführung: 1919 (Prag, Stadttheater)

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:

Premiere:
24. Januar 09

Regie: Urs Troller
Bühne: Stefanie Wilhelm
Kostüme: Katharina Weißenborn
Licht: Nicol Hungsberg
Dramaturgie: Hans-Peter Frings
Regieassistenz: Ute Bansemir
Bühnenbildassistenz: Stephanie Rauch
Kostümassistenz: Jessica Mairbichler
Souffleuse: Corinna Schnabel
Inspizienz: Lisa Ahle
Technische Produktionsleitung:
Josef Dreker, Katrin Omlor
Technische Einrichtung: Hubertus Schneider
Ton: Bernhard Klein, Oliver Blohmer
Maske: Patricia Dietz, Lutz Paschke, Bernhard Springer
Requisite: Corinna Lange
Regiehospitanz: Katharine M
üller
Bühnenbildhospitanz: Bettine Theissen
Kostümhospitanz: Amelie Stockinger, Sofia Aidonopoulou
Dramaturgiehospitanz: Andre Weikard

Besetzung:
Ljubow Andrejewna Ranjewskaja, Gutsbesitzerin: Friederike Kammer
Anja, ihre Tochter, 17 Jahre alt: Sandra Bayrhammer
Warja, ihre Adoptivtochter, 24 Jahre alt: Abak Safaei-Rad
Leonid Andrejewitsch Gajew,
ihr Bruder: Felix von Manteuffel
Jermolaj Alexejewitsch Lopachin, Kaufmann: Oliver Kraushaar
Pjotr Sergejewitsch Trofimow, Student: Daniel Christensen
Boris Borisowitsch Simjonow-Pischtschik,
Gutsbesitzer: Wolfgang Gorks
Charlotta Iwanowna, Gouvernante: Leslie Malton
Semjon Pantelejewitsch Jepichodow,
Kontorist: Andreas Haase
Dunjascha, Zimmermädchen: Anne Müller
Firs,
Diener, 87 Jahre alt: Heiner Stadelmann
Jascha, ein junger Diener: Bert Tischendorf
Ein Reisender: Horst Templin

Besprechung auf kulturfreak.de

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Der Kirschgarten
schauspielfrankfurt
Pjotr Sergejewitsch Trofimow (Daniel Christensen), Ljubow Andrejewna Ranjewskaja (Friederike Kammer),
Charlotta Iwanowna (Leslie Malton) und Boris Borisowitsch Simjonow-Pischtschik (Wolfgang Gorks)
Foto:
Alexander Paul Englert

schauspielfrankfurt: Urs Troller inszeniert Anton Tschechows DER KIRSCHGARTEN
Die Gutsbesitzerin Ljubow Andrejewna Ranjewskaja kehrt nach einer gescheiterten Liebesbeziehung hochverschuldet aus Paris in ihr heimatliches Gutshaus, das von einem Kirschgarten umgeben ist, zurück. Der Kirschgarten soll zwangsversteigert werden. Der Kaufmann Lopachin, Sohn eines ehemaligen Leibeigenen auf Ranjewskajas Landgut, bietet ihr seine Hilfe an. Er rät ihr, die alten Kirschbäume abholzen zu lassen und den Garten als Baugrundstück für Datschen an Sommergäste zu verpachten. Ranjewskaja wehrt sich gegen den Vorschlag und gegen eine neue Zeit, die alles nach ihrem Nutzwert berechnet. Sie hofft noch immer, eine Versteigerung des Kirschgartens abwenden zu können. Vergeblich.
Ein Ball, von Ranjewskaja zur Unzeit veranstaltet (am Tag der Versteigerung), stellt sie vor eine neue Situation: Lopachin kommt von der Auktion mit der Nachricht, er habe den Kirschgarten gekauft. Er beginnt seine Umbaupläne zu verwirklichen und vertreibt die Familie Ranjewskajas von ihrem Gut und aus ihrem alten Leben. Als alle abgereist sind und von draußen Axtschläge die Rodung des Kirschgartens anzeigen, erscheint in dem leeren Haus der alte Diener der Familie, Firs. Man hat ihn bei der Abreise einfach vergessen.

Anton Tschechow zeichnet in seiner Komödie DER KIRSCHGARTEN das Bild einer Übergangsgesellschaft. Gefangen in der eigenen Vergangenheit, in der Gegenwart nicht angekommen, geht sie einer ungewissen Zukunft entgegen.
Am 24. Januar 2009 wird im schauspielfrankfurt die Premiere von Tschechows weltberühmtem Bühnenwerk gefeiert. Urs Troller inszeniert DER KIRSCHGARTEN mit großem Ensemble. Dem Frankfurter Publikum ist der Regisseur durch erfolgreiche Inszenierungen bekannt. Die Spielzeit 2008/09 eröffnete er mit TORQUATO TASSO von Johann Wolfgang Goethe im Großen Haus. Euripides Mythenstoff MEDEA und QUARTETT von Heiner Müller zeigte er auf der Bühne im Kleinen Haus. In DER KIRSCHGARTEN werden neben weiteren Ensemblemitgliedern die in MEDEA und QUARTETT gefeierten Schauspieler Friederike Kammer als Ljubow Andrejewana Ranjewskaja und Oliver Kraushaar als Jermolaj Alexejewitsch Lopachin wieder gemeinsam auf der Bühne stehen. [© schauspielfrankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Die Kleinbürgerhochzeit:
Von:
Berthold Brecht
Uraufführung: 11. Dezember 1926 (Frankfurt, schauspielfrankfurt]

Zur Inszenierung am schauspielfrankfurt:

Premiere:
27. September 08

Regie und Bühne: Alexander Brill
Kostüme: Henrike Bromber
Musik: Günter Lehr
Dramaturgie: Hans-Peter Frings
Regieassistenz: Ute Bansemir
Bühnenbildmitarbeit: Jana Lünsmann
Inspizienz: Thomas Nossek
Technische Produktionsleitung: Laura van Haperen
Technische Einrichtung: Nico Ramie'
Ton: Bernd Leinberger, Oliver Blohmer
Maske: Bernhard Springer
Requisite: Anja Becker, Markus Öhlinger
Regiehospitanz: Sengül Yalcin-loannidis

Besetzung:
Der Vater der Braut:
Christoph Busch
Die Mutter des Bräutigam: Marzieh Alivirdi
Die Braut: Anja Arncken
Ihre Schwester: Lea Steiger
Der Bräutigam: Hadi Khanjanpour
Sein Freund: Arasch Farugie
Die Freundin der Braut: Janine Maschinsky
Ihr Mann: Tobias Weissert
Der junge Mann: Ilyas Kariouh
Der Fremde: Johannes Wachsmuth
Alleinunterhalter: Günter Lehr (Keyboard)

Besprechung auf kulturfreak.de

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Die Kleinbürgerhochzeit
schauspielfrankfurt, lionsclub
Ensemble
Foto:
Alexander Paul Englert

DIE KLEINBÜRGERHOCHZEIT ist die letzte Produktion, die Alexander Brill im Rahmen seines laiensclub am schauspielfrankfurt auf die Bühne bringen wird. In dieser Spielzeit feiert der laiensclub, der 1984 als Schülerclub mit DER DRA-DRA von Wolf Biermann seine erste Premiere hatte, sein 25jähriges Bestehen und gleichzeitig seine letzte Saison. Über dreißig erfolgreiche Inszenierungen mit etwa tausend Vorstellungen machten Alexander Brill und sein „Laien-Ensemble“ zu einem wichtigen Integrationspunkt der Stadt. Am Anfang stand die Frage, wie man Jugendliche für das Theater begeistern könnte. Und was ist nahe liegender als das „Selberspielen“. Aus einem ambitionierten Projekt für Jugendliche hat sich im Laufe der Jahre eine Theaterform entwickelt, die am schauspielfrankfurt zu einer Institution gereift ist. Als sich herauskristallisierte, dass nicht ausschließlich jugendliche Laien an den Inszenierungen mitwirken, war eine Änderung des Namens in laiensclub im Jahr 2001 eine folgerichtige Konsequenz.

Zum Inhalt:
Die Braut ist schwanger, der Bräutigam eifersüchtig auf seinen Freund, die Gäste können sich nicht leiden und am Ende gehen die selbstgebauten Möbel des Bräutigams in die Brüche: Alexander Brill inszeniert Bertolt Brechts 1919 entstandene und in Frankfurt am Main am Schauspielhaus 1926 uraufgeführte Familiengroteske als Multikulti-Ereignis mit Darstellern des laiensclub und der neu gegründeten theaterperipherie. Wenn Familie Deutschland Hochzeit feiert, wird das bei dem Frankfurter Regisseur zu einer Familienzusammenführung der besonderen und vor allem globalisierten Art. Alle Generationen, mit und ohne Migrations-hintergrund, haben sich in der Wohnung des Brautpaares versammelt, um eine Hochzeit zu feiern, welche nach und nach im absoluten Chaos versinkt.

Zur letzten Inszenierung des laiensclub bedankt sich schauspielfrankfurt bei Alexander Brill, der mit seinem unermüdlichen Engagement ein besonderes Stück Frankfurter Stadt- und Theatergeschichte geschrieben hat. In jedem Ende steckt bereits ein Anfang. Alexander Brill gründete in der Spielzeit 2007/08 die theaterperipherie, die in Koproduktion mit schauspielfrankfurt arbeitet.


Alexander Brill (Regie und Bühnenbild)
Alexander Brill, geboren 1944 in Bayrischzell, studierte Germanistik, Soziologie und Theaterwissenschaften in München. Von 1966-1968 absolvierte er eine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Nach zahlreichen Engagements u. a. in Braunschweig, Frankfurt, Freiburg, München, Wiesbaden und Zürich wurde er 1984 Leiter des Schülerclub Schauspiel Frankfurt, der seit der Spielzeit 2001/2002 laiensclub Schauspielfrankfurt heißt. Fast dreißig Aufführungen in der Regie von Alexander Brill hat der Schüler- bzw. laiensclub seit seiner Gründung herausgebracht, zuletzt „Kleiner Mann, was nun?" nach dem Roman von Hans Fallada (2006) und „Ich bin nur vorübergehend hier" von Tankred Dorst (2007). „Die Kleinbürgerhochzeit" wird die letzte Inszenierung des laiensclub sein. Ein neues Projekt mit dem Titel „theaterperipherie", das Alexander Brill 2008 ins Leben gerufen hat, wird in anderer Form an die Arbeit des laiensclub anknüpfen. Im Zentrum stehen Inszenierungen mit Darstellern aus verschiedenen Kulturen zu brisanten sozialen und kulturellen Themen. Als erste Inszenierung innerhalb der Projektreihe gelangte das Stück „Ehrensache" von Lutz Hübner im Januar 2008 zur Aufführung.

Henrike Bromber (Kostüme)
Die gebürtige Frankfurterin Henrike Bromber sammelte nach dem Abitur und der Ausbildung zur Damenschneidermeisterin erste Berufserfahrung an den Städtischen Bühnen Frankfurt als Kostümassistentin und Kostümbildnerin. Anschließend absolvierte sie in Hamburg ein Studium zur Gewandmeisterin und war währenddessen für Kostümausstattungen in Frankfurt und Hamburg verantwortlich. Von 1994-1998 war sie am Theater Vorpommern als Kostümdirektorin und Ausstatterin für viele, oft zeitgenössische Opern tätig. Seitdem ist sie als freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin beschäftigt, mit regelmäßigen Gesamtausstattungen für das Schauspielfrankfurt sowie mit Kostümbild an zahlreichen Opernhäusern im In- und Ausland wie Staatsoper Hamburg, Semperoper Dresden, Aalto Theater Essen, Opera de Nantes und Nikkikai Opera Tokyo. Mit Alexander Brill und dem laiensclub verbindet sie inzwischen eine zehnjährige Zusammenarbeit.

Günter Lehr (Musikalische Leitung, Alleinunterhalter)
Günter Lehr, geboren 1954, studierte in Frankfurt Musik und Mathematik und schloss 1985 mit der Künstlerischen Reifeprüfung für Klavier ab. Seit 1979 arbeitete er als Schauspielmusiker und Komponist zunächst in Frankfurt, später an vielen deutschsprachigen Bühnen u. a. in Stuttgart, Wiesbaden, Darmstadt, Weimar, Heidelberg, Freiburg, Wien und Düsseldorf. Mit Alexander Brill arbeitet er seit 25 Jahren zusammen und hat u.a. die Musicals „Hair", „Black Rider" und „Shockheaded Peter" musikalisch geleitet. Außerdem unterrichtet er die Schauspielklasse der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst im Fach Chanson. Neben der „Kleinbürgerhochzeit" in Frankfurt sind zurzeit seine Produktionen „Mutter Courage und ihre Kinder" in Wuppertal und „Bluesbrothers" in Dortmund zu sehen. Seine nächste Premiere ist „Robin Hood" am Kölner Schauspiel.

Hadi Khanjanpour (Der Bräutigam)
Hadi Khanjanpour wurde am 2. Mai 1982 irO[eheran geboren. Zu dieser Zeit befand sich Iran im Krieg mit dem Irak. Dieser Krieg, die Diktatur und die mangelnden Bildungschancen machten die Situation für die Familie unerträglich, so dass sie 1986 nach Deutschland floh. Es folgten wechselnde Aufenthalte in verschiedenen Asylbewerberheimen in Hessen, bevor die Familie 1990 endgültig nach Offenbach umziehen konnte. Hadi besuchte mehrere Schulen. Nach der 10. Klasse wechselte er aufs Gymnasium und legte 2001 das Abitur ab. Danach leistete er Zivildienst bei einem Behindertenfahrdienst in Offenbach. Seit 2002 studiert er an der Technischen Universität Darmstadt Sportinformatik. Er ist seit 2008 Mitglied von theaterperipherie und spielt den Sinan in „Ehrensache" von Lutz Hübner.

Janine Maschinsky (Die Freundin der Braut)
Janine Maschinsky wurde am 30. September 1974 in Frankfurt am Main geboren. Sie ist Frankfurterin mit Herz und Seele und studiert zurzeit - ebenfalls mit Herz und Seele - an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Sie ist Mitglied des Schüler-/ laiensclub seit 1996.

Lea Steiger (Die Schwester der Braut)
Lea Steiger wurde am 10. Mai 1983 in Frankenthal in der Pfalz geboren. In einer Waldorfschule sammelte sie erste Erfahrungen auf der Bühne. Nach sechs Monaten als Au-Pair in Paris folgte ein Studium der Theaterwissenschaft an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Obwohl sie auch hier Gelegenheit zum Theater spielen hatte, blieb ihr das Studium zu theoretisch. Zurzeit lebt sie in Wiesbaden, und das Ende ihres Innenarchitekturstudiums naht.

Tobias Weissert (Der Mann der Freundin der Braut)
Tobias Weissert wurde 1941 Berlin geboren. Er besuchte die Waldorfschule in Stuttgart und studierte anschließend Kunstgeschichte, Geschichte und Literaturwissenschaft in Kiel, Freiburg und Stuttgart. Die Studentenbewegung hat seine berufliche Richtung verändert. Er wurde Lehrer und hat später 30 Jahre in der Erwachsenenbildung gearbeitet, in der beruflichen Rehabilitation. In seiner Jugend hat er oft Theater gespielt und trug sich zeitweise mit dem Gedanken, Schauspieler zu werden. Mit seiner Mitwirkung in der Inszenierung des laiensclub „Ich bin nur vorübergehend hier" konnte er an den Traum seiner Jugend wieder anknüpfen.

Johannes Wachsmuth (Der Fremde)
Johannes Wachsmuth wurde am 4. Mai 1988 in Frankfurt/Main geboren. Er geht in die 13. Klasse der Wöhlerschule und wird dieses Jahr dort sein Abitur ablegen. Nach dem Abitur will er an der Filmhochschule München Filmregie studieren. 2006 war er ein halbes Jahr als Austauschschüler in den USA, wo er am High-School-Theater die Hauptrolle in Shakespeares „Much ado about nothing" („Viel Lärm um nichts") spielte. Außerdem war er in Frankfurt ein Jahr auf der Musical and Stage School.

Marzieh Alivirdi (Die Mutter des Bräutigams)
Marzieh Alivirdi wurde am 31. Mai 1960 in Teheran geboren Während des Irak-Iran-Krieges 1986 kam sie mit ihren beiden Kindern (u.a. Hadi Khanjanpour, der den Bräutigam in „Die Kleinbürgerhochzeit" spielt) und ihrem Mann nach Deutschland, um ihren Kindern eine bessere Zukunft zu verschaffen. In Deutschland arbeitete sie als Zahnarzthelferin. Das Theaterspielen gehört seit über 35 Jahren zu ihrem Leben dazu.

Anja Arncken (Die Braut)
Anja Arncken wurde 1981 in Freiburg geboren, lebt aber, seit sie denken kann, in Frankfurt. Nach dem Abitur begann sie, Kunst an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach zu studieren und steht nun kurz vor dem Diplom. „Die Kleinbürgerhochzeit" ist ihre vierte Inszenierung unter der Regie von Alexander Brill (nach „Sportstück", „Kleiner Mann, was nun?" und „Ehrensache"). Theater spielen bezeichnet sie für sich selbst als „eine Bereicherung und einzigartige Erfahrung".

Christoph Busch (Der Vater der Braut)
Christoph Busch wurde 1938 in Witten/Ruhr geboren, wo er auch die Schule besuchte. In Wuppertal, Tübingen und Göttingen studierte er Theologie, ergänzend Journalismus und Pädagogik. Bis zu seiner Pensionierung war er evangelischer Pfarrer in unterschiedlichen Aufgabenbereichen, zuletzt in Frankfurt-Bockenheim, aber auch in der deutschen Gemeinde in Abu Dhabi und Dubai. Er ist verheiratet mit Veronika Busch. Im Urlaub streunen sie am liebsten durch fremde Städte. Zu ihrer Patchworkfamilie gehören vier Kinder und sechs Enkelkinder. Seine Hobbys sind Literatur und Kochen. Er hat seit 2002 in drei Produktionen des laiensclub mitgespielt.

Arasch Farugie (Der Freund des Bräutigams)
Arasch Farugie wurde am 2. Mai 1988 in Kabul geboren. 1 992 floh er mit seinen Eltern und seinen beiden Geschwistern wegen des Bürgerkriegs in Afghanistan nach Deutschland. Es folgten Aufenthalte in verschiedenen Asylbewerberheimen in der Nähe von Leipzig. Nach mehreren Anschlägen von Rechtsradikalen auf die Heime kam die Familie zunächst bei Bekannten in Bad Schwalbach unter, bevor sie in der Nähe von Frankfurt einen festen Wohnsitz fand. Arasch legte im Juni 2008 sein Abitur ab und will Medizin oder Mathematik und Sport auf Lehramt studieren. Er ist seit 2008 Mitglied von theaterperipherie und spielt den Cem in „Ehrensache" von Lutz Hübner.

llyas Kariouh (Der junge Mann)
llyas Kariouh wurde am 19. Juni 1988 Marokko geboren. Im Alter von acht Jahren holten seine Eltern ihn und seinen älteren Bruder nach Deutschland. Zuvor lebte er bei seinen älteren Schwestern. In Deutschland wollten seine Eltern ihm ein finanziell gesichertes Leben ermöglichen, das er in Marokko nicht gehabt hätte. 2008 legte llyas sein Abitur an der Weibelfeld-Schule in Dreieich ab und wird - „so Gott will" - demnächst ein Studium im Fach Hotelmanagement aufnehmen. Seit 2008 ist er Mitglied von theaterperipherie.

               [© schauspielfrankfurt]

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Die kleine Hexe
Kinderbuch von Otfried Preußler (aus dem Jahre 1957)

Uraufführung als Live-Hörspiel: 13. Februar 2010 (Frankfurt, Schauspiel Frankfurt)

Zur Produktion des Schauspiel Fankfurt als Live-Hörspiel:

Premiere:
Am 13. Februar 10 (Uraufführung; Kammerspiele)
Für die ganze Familie / ab 5 Jahren

Von und mit: Stefan Kaminski und Sebastian Hilken

Licht: Jan Walther
Dramaturgie: Andreas Erdmann
Regieassistenz: Alexander Frank
Bühnenbildassistenz: Mathieu Zahn
Techn. Produktionsleitung: Marco Fanke
Techn. Einrichtung: Christof Bednorz
Ton: Franziska Rudolphi, Bernhard Klein
Requisite: Markus Öhlinger


Es war einmal eine kleine Hexe, die war erst einhundertundsiebenundzwanzig Jahre alt, und das ist für eine Hexe ja noch gar kein Alter. Darum durfte sie in der Walpurgisnacht auch noch nicht mit den großen Hexen um den Blocksberg jagen. Sondern musste tief im Wald in ihrem schiefen Häuschen sitzen und die Zaubersprüche aus dem dicken Hexenbuch auswendig lernen. Als sie sich dann aber trotzdem auf den Blocksberg schleicht, wird ihr zur Strafe der Besen weggenommen und verbrannt. Und einen neuen soll sie erst bekommen, wenn sie eine gute Hexe geworden ist. Aber was ist eine gute Hexe?

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Die kleine Hexe
Live-Hörspiel nach Otfried Preußler / Schauspiel Frankfurt
Stefan Kaminski
Foto:
Alexander Paul Englert

Der Berliner Schauspieler Stefan Kaminski, der »Mann der 1000 Stimmen«, entwickelte in den vergangenen Jahren das Genre des Kaminski ON AIR-Live-Hörspiels und machte es zur Erfolgsmarke auf Berliner Bühnen. Was mit einem ausgeleierten Kassettendeck und einem alten Mikrofon begann, sind heute multi-instrumentale Hör-Abenteuer geworden , mit Live-Musik, Geräuschen und einem Schauspieler, der die Kunst des Stimmen-Morphings nicht nur selbst erfunden hat, sondern auch perfekt beherrscht. Schließt man die Augen, »sieht« man ein Hörspiel – lässt man sie offen, sieht man, wie es entsteht. Wer also endlich in Surround-Klang hören möchte, wie die kleine Hexe um den Blocksberg saust, sollte zu Kaminski ON AIR in die Kammerspiele kommen. »Kaminski ON AIR: Die kleine Hexe« ist eine Klangreise, die sich nicht nur für Verliebte, Familien und Kinder, für diese aber ganz besonders eignet.



Stefan Kaminski, der »Mann der 1000 Stimmen«, wird 1974 in Berlin geboren. In den 1990er Jahren beginnt er mit einem ausgeleierter Kassettendeck und einem alten Mikro mit Hörspielimitationen und Stimmenmorphing zu experimentieren. Seine Laufbahn als Schauspieler und Sprecher beginnt er 1996 beim Rundfunk. Nach einem Schauspielstudium an der Hochschule Ernst Busch ist Kamiski ab 2001 am Deutschen Theater Berlin engagiert, wo er sein Genre des Live-Hörspiels perfektioniert. Hier entsteht in den Jahren 2007 -2009 der komplette Ring des Nibelungen »on air«.

Sebastian Hilken, geboren 1961 in Bremen. Nach einer Grundausbildung am Cello studierte er in Berlin praktische und theoretische Musikethnologie. Es folgten autodidaktische Studien in Komposition, Percussion und Kontrabass. Seit 25 Jahren arbeitet Hilken mit anderen Komponisten und Musikern, sowie mit Film-, Tanz- und Theaterregisseuren zusammen. Mit einigen dieser Produktionen war er auf internationalen Festivals zu Gast.  [© Schauspiel Frankfurt]

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Kleiner Mann, was nun?

Roman von:
Hans Fallada (1893-1947)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
12. Januar 13 (Schauspielhaus)

Regie: Michael Thalheimer
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Nehle Balkhausen
Musik: Bert Wrede
Dramaturgie: Sibylle Baschung

Besetzung:

Johannes Pinneberg:
Nico Holonics
Emma Mörschel, genannt Lämmchen: Henrike Johanna Jörissen
Mutter Mörschel / Jänecke: Peter Schröder
Vater Mörschel / Jachmann: Michael Benthin
Witwe Scharrenhöfer / Kessler: Andreas Uhse
Emil Kleinholz: Thomas Huber
Lauterbach / Heilbutt: Martin Rentzsch
Schulz / Lehmann / Emil: Till Weinheimer
Marie Kleinholz: Anne Schirmacher
Mia Pinneberg: Stephanie Eidt
Seifenfrau / Frau Rusch: Josefin Platt

Besprechung auf kulturfreak.de

Kleiner Mann, was nun?
Schauspiel Frankfurt
Lämmchen (Henrike Johanna Jörissen), Pinneberg (Nico Holonics)
© Birgit Hupfeld

Die Weltwirtschaft läuft aus dem Ruder, der Konkurrenzdruck am Arbeitsplatz steigt, Menschen entwickeln sich zu Raubtieren, die Gesellschaft radikalisiert sich: Falladas Roman aus dem Jahre 1932 fragt nach Möglichkeiten von Solidarität und individuellem Glück angesichts einer Gesellschaft, die von ökonomischen Zwängen beherrscht wird. Unerschrocken und scheinbar unermüdlich verteidigt die junge Emma, genannt Lämmchen, die Liebe zu ihrem Mann gegen alle äußeren Widrigkeiten. Doch Pinneberg, ein einfacher Angestellter, rutscht immer tiefer in die Arbeitslosigkeit, der soziale Abstieg scheint ausweglos. Mit Falladas endzeitlichem Gesellschaftspanorama bearbeitet Michael Thalheimer nach »Ödipus / Antigone«, »Maria Stuart« und »Medea« zum ersten Mal einen Roman für die Bühne. [© Schauspiel Frankfurt]

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Zur Inszenierung des Volkstheater Frankfurt Liesel Christ:

Premiere:
4. Juni 11

Regie: Michael Wedekind
Regieassistenz: Natascha Retschy
Musikalische Leitung: Cordula Hacke
Choreografie: Julia Waidacher
Bühnenbild: Rainer Schöne
Kostüme: Bärbel Christ-Hess und Claudia Rohde
Licht und Ton: Manfred Ennisch und Peter Teeuwen

Kleiner Mann, was nun?
Volkstheater Frankfurt Liesel Christ
Ensemble
© STU GRA PHO

Besetzung:

Emma Mörschel, Lämmchen:
Iris Reinhardt Hassenzahl
Johannes Pinneberg: Gabriel Spagna
Mia Pinneberg: Ilona Wiedem
Jachmann: Rüdiger Schade
Mutter Mörschel, Frau Kleinholz, Frau Nothnagel, Großmutter: Anette Krämer
Vater Mörschel, Kube, Der Schauspieler Werner Schlüter: Thomas Hessdörfer
Emil Kleinholz, Herr Jänecke: Steffen Wilhelm
Karl Mörschel, Lauterbach, Franz, Schupo: Sören Messing
Schulz, Heilbutt: Artur Molin
Marie Kleinholz, Ilse: Miriam C. Bieramperl
Else: Susanne Anders
Arbeitsloser, Polizist, Vermieter: Thomas Koob

Arbeiter, Reisende, Badegäste, Ausflügler, Biergartenbesucher, Arbeitslose

Spieltermine: bis 9. Juli
und vom 10. September bis 9. Oktober 11, Termine unter: www.volkstheater-frankfurt.de

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt, laiensclub:

Premiere:
7. Oktober 06

Für die Bühne eingerichtet von:
Alexander Brill; laiensclub

Regie:
Alexander Brill
Ausstattung: Henrike Bromber
Musik: Günter Lehr
Licht: Jan Walther
Dramaturgie: Hans-Peter Frings
Regieassistenz: Johann Kuithan
Bühnenbildassistenz: Henning Bosse
Kostümassistenz: Nadja Rudert
Inspizienz: Harald Reuter
Technische Produktionsleitung: Josef Dreker
Technische Einrichtung: Christoph Bednorz, Andreas Rasche
Ton: Bernd Leinberger, Franziska Rudolphi
Maske: Beate Bauer, Jan Bundil,
Karin Junghardt
Requisite: Albrecht Haevernick, Markus
Öhlinger
Regie- und Dramaturgiehospitanz: Sandra Vieth
Kostümhospitanz: Aline Prein


Besetzung:

Pinneberg:
Florian Stamm
Lämmchen: Asta Nechajute
Mia Pinneberg: Elisabeth Leistikow
Jachmann: Lion Howitsch
Schulz / Jänecke u. a.: Metin Akyol
Frau /Ehefrau
u. a.: Anja Arncken
Heilbutt /Volontär u. a.: Jochen Döring
Kleinholz / Lehmann /Kassierer /Herr Schlüter u. a.: Michael Haase
Lauterbach /Kessler u. a.: Marvin Rehbock
Herr Friedrich / Franz /Mann /Angestellter / Puttbrese u. a.: Leon Schröder
Frau Scharrenhöfer / Frau Nothnagel u. a.: Myriam Tancredi
Marie / Portier / Fräulein
Fischer u. a.: Cia Torun
Frau Semmler u. a.: Hanna Werth
Ein Musiker: Günter Lehr /Bernd Winter


Johannes Pinneberg und Emma Mörschel, genannt Lämmchen, wollen heiraten und zusammenziehen. Lämmchen erwartet ein Kind. Der Chef des Familienunternehmens, in dem Pinneberg als Buchhalter angestellt ist und der ihn zu seinem Schwiegersohn machen wollte, entläßt ihn, als er von der Heirat erfährt. Pinneberg und Lämmchen ziehen zu seiner Mutter nach Berlin. Ihr Liebhaber, Jachmann, verhilft Pinneberg zu einer neuen Stelle in einem Konfektionswarenhaus. Als Pinneberg wegen des zwielichtigen Lebenswandels der Mutter bei den Kollegen in Verruf gerät, zieht er mit Lämmchen bei der Mutter aus. Nach wenigen Wochen in der neuen, schäbigen Wohnung bekommt Lämmchen einen Sohn. Im Warenhaus hat sich unterdessen der Konkurrenzdruck erheblich verschärft. Pinneberg ist der Verkaufsquote nicht mehr gewachsen und wird entlassen. Eine Laube am Stadtrand bewahrt ihn und seine Familie vor der Obdachlosigkeit. Sie leben von Gelegenheitsarbeiten und der Hoffnung auf bessere Zeiten.

Die Mitglieder des
laiensclub setzen sich mit dem 1932 entstandenem Roman vor dem Hintergrund eigener Zukunftserwartungen und -ängste auseinander. [Text: schauspielfrankfurt]

Kleiner Mann, was nun ?
schauspielfrankfurt, laiensclub
Metin Akyol, Florian Stamm, Marvin Rehbock
Foto:
Alexander Paul Englert


Hans Fallada
wurde am 21. Juli 1893 in Greifswald geboren. Bevor er als freier Schriftsteller leben konnte, war er als Journalist und Angestellter eines Verlages tätig. Bereits in jungen Jahren wurde Fallada alkohol- und morphiumabhängig und kam wegen Unterschlagungsdelikten zweimal vor Gericht. Aus dem Gefängnis entlassen, arbeitete er mehrere Jahre beim Neumünsterer Generalanzeiger. Bereits mit Bauern, Bonzen und Bomben (1931) hatte der Autor großen Erfolg. Der 1932 veröffentlichte Roman Kleiner Mann, was nun? brachte ihm internationale Berühmtheit. Nach der Machtübernahme Adolf Hitlers zog sich Fallada weitgehend aus dem öffentlichen Leben auf sein Landgut in Feldberg (Mecklenburg) zurück. 1944 wurde er wegen eines mutmaßlichen Mordversuchs an seiner Frau Anna in die Landesanstalt Strelitz eingeliefert, später aber wieder freigelassen. Im selben Jahr entstand der Roman Der Trinker (Veröffentlichung posthum 1950), der autobiographische Züge trägt.
Hans Fallada starb am 5. Februar 1947 an den Folgen eines Rückfalls in die Drogensucht.

Auf der Bühne erlangten Falladas Werke als Dramatisierungen nach seinem Tode zunehmend Popularität. So kam 1972 eine Dramatisierung von Kleiner Mann, was nun? als Revue von Peter Zadek auf die Bühne des Bochumer Schauspielhauses und wurde im Jahre 2004 erfolgreich in der Fassung von von Gil Mehmert und Volker Bürger am Münchner Volkstheater gezeigt. Weitere Theaterfassungen sind Bauern, Bonzen und Bomben (Dramatisierung von Uwe Jens Jensen), Der Trinker (Dramatisierungen von Oliver Hohlfeld und Bernd Ludwig), Es war wie ein Rausch oft gewesen (Zusammenstellung und Bearbeitung von Thomas Ney) sowie Wer einmal aus dem Blechnapf frisst (Dramatisierung von Michael Baumgarten und Carsten Knödler). Zu den bekanntesten Verfilmungen seiner Werke zählen "Wolf unter Wölfen" (1964; mit Armin Mueller-Stahl), "Jeder stirbt für sich allein" (1975; mit Hildegard Knef), "Der eiserne Gustav" (1979; Regie Wolfgang Staudtes) und "Der Trinker" (1995; Regie Tom Toelle) mit Harald Juhnke in der Hauptrolle. [Text: Verlag Felix Bloch Erben, Berlin]


Alexander Brill
Geboren 1944 in Bayrischzell

Ausbildung
Studium der Germanistik, Soziologie und Theaterwissenschaften in München. 1966 - 1968 Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München

Theater
1968 - 1980 zahlreiche Engagements u. a. in Braunschweig, Frankfurt, Freiburg, Wiesbaden und Zürich.
Seit 1984 Leiter des Schülerclub Schauspiel Frankfurt, der seit der Spielzeit 2001/2002 laiensclub Schauspielfrankfurt heißt.

Bisher gab es über 25 Inszenierungen, darunter die UA von Tankred Dorsts "Grindkopf", "Parzival" und "Othoon", mit insgesamt ca. 700 Vorstellungen. Man folgte Einladungen zu Gastspielen nach Bel-grad, Berlin, Budva, Dresden, Graz, Hamburg, Kassel, Krakau, und Wiesbaden.
Zuletzt konnte man am Schauspielfrankfurt folgende laienscIub-Alexander Brill-lnszenierung sehen: "Shockheaded Peter" (2002), "Leonce und Lena" (2003), "Der Streit" (2004 ), "Die Verfolgung und Ermordung des Jean Paul Marat" (2005), "Ein Sportstück" und "mannMachtmann" (2005), "Kleiner Mann, was nun?", nach dem Roman von Hans Fallada (2006).

Seit der Spielzeit 2001/2002 festes Ensemblemitglied des Schauspielfrankfurt.

Spielzeit 2001/2002
Gold - 92 bars in a crashed car von Peter Greenaway und Saskia Boddeke, Regie: Saskia Boddeke, Rolle: Stimmen aus dem Koffer

Spielzeit 2002/2003
Katakomben von Albert Ostermaier, Regie: Wanda Golonka, Rolle: Dark

Spielzeit 2004/2005
Salome von von Oscar Wilde, Regie: Marc von Henning, Rolle: Jochanaan


Kleiner Mann, was nun? - Eine Umfrage unter den Darstellern

Mehrere Wochen lang haben sich die Mitglieder des laiensclub unter der Regie von Alexander Brill mit dem berühmten, 1 932 entstandenen Arbeitslosenroman beschäftigt. Das Schicksal des kleinen Angestellten Pinneberg und seiner Frau Emma Mörschel, genannt Lämmchen, die sich mit ihrem Murkel im Deutschland zur Zeit der Weltwirtschaftskrise durchzuschlagen suchen, bot viele Anregungen für die jugendlichen Darsteller zur Auseinandersetzung auch mit der eigenen Wirklichkeit. Zu Beginn der Proben hatten wir den Mitspielern deshalb einige Fragen zu ihren persönlichen Erfahrungen u.a. mit Arbeitslosigkeit gestellt. Hier Auszüge aus ihren Antworten.

1. Hast du Angst vor Arbeitslosigkeit?
2. Hast du Erfahrung mit Arbeitslosigkeit?
3. Gehört Arbeit für dich zu Lebensglück?
4. Wie sieht dein Lebensglück aus?
5. Was würdest du ändern, wenn es in deiner Macht stünde?

Asta. 22
1. Im Moment habe ich keine Angst vor Arbeitslosigkeit. Ich versuche zur Zeit einen Berufsweg einzuschlagen, den ich mir am meisten wünsche und bin sehr optimistisch. Man kann jedoch die Zukunft nicht berechnen und deshalb auch nie sicher sein, ob es einen nicht trifft.
2. Ich habe Arbeitslosigkeit in meiner Familie erfahren. Die Arbeitslosigkeit ist nicht nur für die betroffene Person ein großes Problem, es verändert auch die Familie und deren Strukturen. Diese Erfahrungen sind für alle sehr schmerzhaft.
3. Arbeit ist ein großer Teil meines Lebensglücks. Mein größter Traum ist mit Beruf und Arbeit verbunden. Ich hoffe mit meinem Wunschberuf auf die verschiedensten Arten zu wachsen. 5. Ich würde das machen, was die Politiker in ihren Wahlkampagnen versprochen haben, aber nicht tun.

Jochen. 25
1. Nein. Angst habe ich direkt keine, obwohl ich mir schon manchmal Gedanken mache, wie sich der Arbeitsmarkt weiter entwickeln wird. Dabei hege ich - noch - Vertrauen in mein Schicksal.
2. Nein. In meinem Umfeld haben alle Arbeit oder stecken in einer Ausbildung. Dazu muß man sagen, noch. Meine Mutter steht kurz davor, Opfer von Rationalisierungsmaßnahmen zu werden.
3. Ganz klar, ja. Zwar nicht ausschließlich, aber zu einem gewissen Teil. Arbeit hilft, soziale Kontakte zu knüpfen und ein gesundes Weltbild zu entwickeln. Sie gibt in meinen Augen Standhaftigkeit, fordert oft physisch und psychisch und ist somit oft eine Frischzellenkur für Geist und Seele.
5. Wir leben in einem komplexen System, das komplexe Lösungswege fordert. Diese Lösungswege ziehen leider oft wiederum Verschlechterungen in anderen Lebensbreichen nach sich. Falls es in meiner Macht stehen würde, wäre die Abschaffung aller Komplexität an der Reihe.

Hanna. 20
1. Ja, manchmal habe ich Angst vor Arbeitslosigkeit, obwohl ich bis jetzt noch nicht wissen kann, wie das wirklich ist, jahrelang einen Beruf auszuüben und plötzlich vor dem Nichts zu stehen.
2. Nein, bisher nicht wirklich persönlich.
3. Ja. Streß und eine Aufgabe gehören für mich zu meinem Leben, damit ich glücklich bin. Und wenn man Theater als Arbeit sehen möchte, ist Arbeit mein Lebensglück.
4. Theater?! Ich möchte eine Aufgabe haben, meine Arbeit lieben, mich aufopfern, völlig verrennen, größenwahnsinnig werden, abheben, leben, eben glücklich sein. :)

Lion. 25
1. Ich arbeite in einem Call-Center und studiere. Ich freue mich, daß ich diesen Job habe, denn ich kann mir eine Wohnung und ein Auto leisten, ich kann es mir leisten auszugehen, Essen kaufen. Dadurch, daß ich mir diese Dinge leisten kann, habe ich eine gewisse Freiheit in meinem Handeln. Aber manchmal, wenn ich an einem stressigen Arbeitswochenende im Call Center sitze, kommen mir solche Gedanken: „Gib diesen Job auf, probiere was anderes, riskiere was..." Und dann wird mir auch bewußt, daß ich Angst habe, diese Werte wie Freiheit, Unabhängigkeit zu verlieren, denn es ist mir wichtig.
2. Ich habe nie hungern müssen. Aber es gab Zeiten, in denen ich, als ich angefangen habe, alleine zu wohnen, nicht so viel verdienen konnte. Zu dieser Zeit mußte wirklich jeden Cent zählen und, das sage ich ohne Übertreibung, ich habe das Geld sehr, sehr genau gezählt; es hat gerade so ausgereicht, um eine kleine Wohnung zu finanzieren. In der Zeit waren mir Wörter wie Mietrückstand und Mahnung wegen verspäteter Zahlung sehr gut bekannt.
3. Sicherlich steht Arbeit in Zusammenhang mit der Vorstellung vom Lebensglück, dennoch verstehe ich unter Lebensglück noch mehr als nur Arbeit. Ich wünsche mir sehr, daß ich in dem von mir gewählten Beruf tätig werden kann und dort auch mein Geld verdienen kann. Ich glaube, daß es wirklich ein Glück ist, wenn man das macht, was man gut kann und was man gern tut.

Myriam. 32
1. Ich habe auf jeden Fall eine gewisse Angst und Unsicherheit, was das Thema Arbeitslosigkeit angeht, weil damit nicht nur der Verlust von Materiellem, sondern auch der Verlust des sozialen Umfelds entsteht. Meiner Meinung nach ist es sehr schwierig, sich mit der neuen Situation abzufinden. Je nachdem, wie lange man arbeitslos ist, desto skeptischer wird das vom Umfeld aufgenommen. Wahrscheinlich stellt sich durch Arbeitslosigkeit auch ein Gefühl von Minderwertigkeit, Hilflosigkeit und Ungerechtigkeit ein.
2. Ich hatte mich vor Jahren mal arbeitslos gemeldet und mußte feststellen, wie verloren man ist, wenn man vieles nicht selbst in die Hand nimmt. Mir wurden so gut wie keine Jobs angeboten, also mußte ich selbst suchen. Da ich sehr flexibel bin, habe ich was gefunden und sozusagen schwarz gearbeitet und kurze Zeit weiter Arbeitslosengeld bezogen. Finanziell ging es mir besser als vorher.
3. Arbeit gehört ein Stück weit für mich zum Lebensglück. Es ist für mich ein gutes Gefühl, eine Leistung zu erbringen und dafür honoriert zu werden. Dafür kann ich mir dann ein kleines Stück Freiheit kaufen, indem ich Länder bereise, die ich mir ohne Geld nicht leisten könnte. Natürlich nervt mich die Arbeit auch oft, aber trotz allem gehört Arbeit für mich zu einem zufriedenen Leben dazu, auch wenn es nicht immer der Traumjob ist.

Metin. 23
1. Ja, ich würde sagen, daß ich Angst vor Arbeitslosigkeit habe. Ich denke, daß trotz der Tatsache, daß dank der sozialen Absicherungssysteme niemand mehr befürchten muß, am Hungertuch zu nagen, Arbeitslosigkeit doch immer noch eine große Bedrohung darstellt, auch für die eigene Persönlichkeit. Man hat das Gefühl, nichts mehr wert zu sein. Gleichzeitig bin ich der Meinung, daß man Arbeitslosigkeit als Chance ansehen sollte, etwas Neues auszuprobieren, vielleicht einem Hobby mehr Zeit zu widmen und das später zum Beruf zu machen.
2. Eigentlich nicht. Ich mußte allerdings nach dem Abitur ein Semester warten, bis ich mit dem Studium beginnen konnte. Sicherlich ist das nicht mit dem Gefühl richtiger Arbeitslosigkeit zu vergleichen, doch ich konnte in etwa erahnen, was in einem Menschen in einer solchen Situation vorgehen muß. Man hat nichts zu tun, muß irgendwie den Tag rum kriegen und weiß nichts mit der vielen Zeit anzufangen.
3. Ja, Arbeit gehört für mich zum Lebensglück, allerdings nur, wenn es sich dabei um Arbeit handelt, mit der ich mich selbst verwirklichen kann. Arbeit die lediglich dem Zweck dient, den Lebensunterhalt zu sichern, würde ich keineswegs als Bestandteil meines Lebensglückes bezeichnen.
5. Ich würde sicherstellen, daß für jeden Mensch eine Grundversorgung mit Geld gewährleistet ist, so daß das Schreckensgespenst der Arbeitslosigkeit an Einfluß verliert und der einzelne sich nicht mehr eine Leben lang in einem stumpfsinnigen Job herum quälen muß aus Angst zu verarmen.

Elisabeth. 18
1. Vor dauerhafter Arbeitslosigkeit habe ich Angst, ja, das schon. Dazu wird es hoffentlich nie kommen, weil, ich möchte nicht 13 Jahre lang in die Schule gegangen sein, mich angestrengt haben, ein gutes Abi zu haben, um dann auf der Straße zu sitzen.
2. Der Bruder von meinem Freund war 'ne ganze Zeit lang arbeitslos. Das war für ihn eine Belastung insofern, daß er sich nutzlos gefühlt hat. Außerdem hatten alle um ihn rum etwas, dem sie nachgehen konnten, und er war oft allein.
3. Wenn ich das Glück habe, die Arbeit auszuüben, die ich will und die mir Spaß macht, dann ja.

Man/in. 21
1. Nein, vor der totalen Arbeitslosigkeit habe ich an sich wenig Angst. Jedoch habe ich eine große Furcht vor Versagen, einem Nichterfüllen meiner eigenen Erwartungen sowie den Erwartungen meiner Umwelt. Außerdem habe ich Angst davor, einem Mädchen bzw. meiner späteren Familie nichts bieten zu können. Obwohl das sicherlich nicht ihre Liebe schmälern würde, wäre ich trotzdem von einem vernichtenden Gefühl der Minderwertigkeit und Schuld gefangen. Ich denke, das ist meine größte Angst, im Hinblick auf das nahende Berufsleben.
2. Nein, nicht in unmittelbarer Umgebung.
3. Ich weiß nicht, ob Arbeit im klassischen Sinne für mich zum Lebensglück gehört. Eine Arbeit, von der man sich nicht erfüllt fühlt, erfüllt für mich nur den Zweck der Geldbeschaffung, dient zum Überleben, nicht mehr, nicht weniger. Ist eine Arbeit jedoch etwas, das man mit Leidenschaft und Herzblut schon immer machen wollte, so gehört sie für mich definitiv zum Lebensglück.

Leon. 19
1. Ja, wenn ich Familie hätte für die ich sorgen müßte. Bin im Moment noch ein bißchen zu jung, um arbeitslos zu werden.
2. Ja, mein Pate ist sei seit 2 Jahren arbeitslos und findet trotz ständiger Fortbildungen keinen neuen Job.
3. Ja, denn wenn es keine Arbeit gibt, dann gibt es auch keine Freizeit, außerdem ist die Freude umso größer, wenn man sich etwas erarbeitet hat, als wenn man alles einfach so bekommt. 5. Das Konsumverhalten in der 1. Welt zu Gunsten der 3. Welt runter schrauben. Das Bewußtsein um den eigenen Wohlstand erhöhen.

Anja. 25
1. Ja, denn da ich freie bildende Künstlerin werden will, ist die Gefahr sehr groß. Trotzdem bin ich voller Hoffnung, daß es mit der Karriere klappt.
2. Ja, mein Stiefvater war ca. 1 Jahr arbeitslos, es hat ihn seelisch sehr fertig gemacht, er war nicht mehr derselbe.
3 Ja, wenn ich als Künstlerin arbeiten könnte, wäre ich glücklich.

Florian. 27
1. Nein. Ich merke aber, daß durch Liebe und langjährige Beziehung, meine Einstellung zur Zukunft nicht nur mich betrifft. Ich denke verantwortungsbewußter, ich denke an eine Zukunft mit Familie.
2. Nein.
3. Zum Lebensglück gehören für mich Aufgaben, Projekte an denen ich wachse, mich selbst weiterentwickle, Erfahrungen sammle und ich lerne, mich selbst zu akzeptieren, mich selbst besser einzuschätzen. Wenn mir Arbeit das gibt, dann bin auch ich glücklich.

Cia. 24
1. Natürlich, wenn man sich umschaut, ist man ja ständig davon umgeben. Mich selbst betrifft es zwar nicht, weil ich studiere. Aber was passiert, wenn ich fertig bin mit dem Studium und trotzdem keinen Job kriege? Es wäre für mich undenkbar und unheimlich frustrierend, wenn ich auf einen Job ausweichen müßte, auf den ich innerhalb der Ausbildung nicht hingearbeitet habe.
2. Ich habe schon sehr früh (mit 16) angefangen, nebenbei zu arbeiten. Es gab es immer arbeitslose Lückenzeiten. Das war sehr schwer, weil ich keine finanzielle Unterstützung aus meinem Elternhaus hatte. Ich hab mich dann sehr schlecht gefühlt.
4. Mein absolutes Lebensglück ist es, mein Studium (Theater/Film/Medien) bestmöglich abzuschließen. Auf diesem Gebiet beruflich tätig zu werden und mich auf diese Art und Weise zu verwirklichen.

Michael. 23
1. Erste Erfahrung mit Arbeitslosigkeit hatte ich, nachdem mein Ausbildungsbetrieb (Stadt Ffm) mich nach abgeschlossener Ausbildung zum Landschaftsgärtner nicht übernommen hatte. Seit 2003 jobbe ich unregelmäßig in verschiedenen Berufen.
2. Meine beiden Elternteile haben Erfahrungen mit betriebsbedingten Kündigungen (Mutter: dreimal; Vater: einmal). Mein Bruder erlebt in seinem momentanen Betrieb sein erstes Konkursverfahren.
3. Lebensglück heißt für mich hauptsächlich, Kraft aus den Wurzeln (Familie, Partnerschaft und echten Freunden) zu ziehen, um nach oben wachsen zu können (Beruf = Berufung).
4. Von anderen Menschen gebraucht und geachtet zu werden, zu sehen, wie eine gemeinsame Arbeit sich mit Leben füllt, sind Dinge, durch die man etwas über sich lernen kann. Man kann also lernen glücklich zu werden.
5. "When l lie in my bed tonight l don't wanna grow up. Nothing even seems to turn out right. l don't wanna grow up. Seems like folks turn into things that they never want. The only thing to live for is today." (Tom Waits)

Aufgezeichnet von Sandra Vieth [©schauspielfrankfurt]


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Hans Fallada - eine Wiederentdeckung
Ein Artikel vom Verlag Felix Bloch Erben, Berlin

Wann ist ein Autor aktuell? Wenn er es versteht, die gesellschaftlichen Umstände und politischen Verhältnisse seiner Zeit genau festzuhalten? Oder wenn sich diese sozialen Gegebenheiten in einer späteren Zeit auf eine Weise wiederholen, dass der Blick zurück nicht nur historisch aufschlussreich, sondern auch hilfreich für ein Neudenken und Positionieren sein kann?

Und wann ist ein Stück ein Erfolg? Wenn es vermag, sein Publikum in den Bann zu ziehen, weil es Geschichten spannend und neu erzählen kann? Wenn die Befindlichkeiten der Figuren als die eigenen erkannt werden? Oder wenn es Sprache und Bilder findet, die sich durch alle Leichtigkeit und Pointiertheit hindurch ins Gedächtnis einprägen?

Hans Fallada ist so ein Autor, seine Romane waren schon zu seiner Zeit Welterfolge, wurden übersetzt, verfilmt, dramatisiert und haben bis heute nichts von ihrer Relevanz verloren. Seine Helden – die Arbeiter und Angestellten, die Bauern und Arbeitslosen, die Glückssucher und Verlierer – stehen stellvertretend für die verunsicherten Massen wirtschaftlicher und politischer Krisen und sprechen mit ihren sozialen Nöten und zutiefst menschlichen Problemen noch immer existierende Realitäten an.

Hans Fallada auf der Bühne
Hans Fallada war vieles in seinem Leben: Morphinist, Alkoholiker, Gefängnisinsasse, Pechvogel, Glückskind, Welterkenner und Weltverkenner, und vor allem: ein großer Erzähler. Wegen der bestechenden Genauigkeit im Erzählton und Detailbeobachtung wird er auch als "dramatischer Epiker" bezeichnet (Roland Ulrich, Die Deutsche Bühne 6/03).

Dass seine Romane auf der Bühne umsetzbar sind, zeigen die Beispiele aus der Vergangenheit: Wer einmal aus dem Blechnapf frisst (Theater Vorpommern 2002/03), Kleiner Mann, was nun? (Schauspielhaus Bochum/Peter Zadek 1972, Schauspiel Leipzig 1998/99, Münchner Volkstheater 2003/04), Der Trinker (Theater und Orchester Neubrandenburg/Neustrelitz 2002/03), Bauern, Bonzen und Bomben (Bühnen Kiel 1995/96), "Die Geschichte vom Mäuseken Wackelohr" (Theater Junge Generation, Dresden seit 2002/03) u. a. Dass sie aber auch noch immer reizvoll und gerade jetzt für einen bestimmten Zeitgeist stehen, beweist die Vielzahl der Bühnen, die sich in dieser Spielzeit mit Falladas Werken auseinandersetzen. Geplant sind außerdem Neuverfilmungen von "Jeder stirbt für sich allein" und "Wolf unter Wölfen"; verschiedene Hörbuchproduktionen werden in den nächsten Monaten veröffentlicht. Hans Fallada – eine Wiederentdeckung.

Die Anfänge und erste Erfolge: Bauern Bonzen Bomben, Kleiner Mann, was nun und Wer einmal aus dem Blechnapf frisst
Hans Fallada, mit bürgerlichem Namen Rudolf Ditzen, wurde am 21. Juli 1893 in Greifswald geboren. Bevor er als freier Schriftsteller leben konnte, war er als Hofbeamter und Buchhalter auf großen Gütern beschäftigt, arbeitete als Annoncensammler, Lokalreporter und Verlagsangestellter. Bereits in jungen Jahren wurde Fallada alkohol- und morphiumabhängig und kam wegen Unterschlagungsdelikten zweimal vor Gericht. Aus dem Gefängnis entlassen, arbeitete er mehrere Jahre beim Generalanzeiger in Neumünster. Bauern, Bonzen und Bomben, sein 1931 erschienener Roman über eine norddeutsche Kleinstadt im Strudel politischer Auseinandersetzungen, brachte Fallada seinen ersten Erfolg. Mit der Schilderung der von Intrigen und politischem Machtspiel bestimmten Kämpfe zwischen Landbevölkerung, Sozialdemokraten und Polizei gelang Fallada ein Miniaturmodell der dem Untergang geweihten Weimarer Republik.

1932 wurde Falladas großer Gesellschaftsroman Kleiner Mann, was nun? veröffentlicht und machte den Autor mit einem Schlag weltberühmt. Fallada erzählt die anrührende Liebesgeschichte von Pinneberg und seinem Lämmchen, einem jungen Paar zur Zeit der Weltwirtschaftskrise, das sich wie Millionen andere mit der Angst vor dem sozialen Abstieg, vor der Ausgeschlossenheit aus der Gesellschaft konfrontiert sieht. "Es sind die Ängste des kleinen Angestellten, die Fallada in allen Facetten beschreibt. Pinnebergs Panik im beruflichen Alltag und der Verlust seiner Selbstachtung während der Arbeitslosigkeit sind so komplex geschildert, dass sie das sozial Besondere ihrer Zeit transzendieren." (Die Zeit 6/03) In der Spielzeit 2006/07 werden Dramatisierungen des Romans am schauspielfrankfurt, am Berliner Maxim Gorki Theater und am Thüringer Landestheater Rudolstadt zu sehen sein.

1933 begann Fallada mit der Arbeit an seinem nächsten Roman, Wer einmal aus dem Blechnapf frisst, der tragischen Geschichte des ehemaligen Häftlings Kufalt. Sein fünfjähriges Gefängnisleben bleibt an ihm haften, wie unsichtbar an ihn gekettet. Kufalts Leidensweg ins bürgerliche Dasein ist von den Vorurteilen seiner Umwelt begleitet. Mit der Verlobung platzt auch sein Traum von der ehrbaren Existenz. Er, der ewige Pechvogel, bleibt Versager für die Bürger und für die Ganoven. Erleichtert geht er zurück ins Gefängnis: Nun hat er Ruhe – er ist zu Hause. Falladas Roman erschien 1934 und stieß bei den Nazis auf wenig Gegenliebe, weil der Autor eindeutig für seinen Helden Willi Kufalt Partei ergreift, dessen Scheitern im Strafvollzug selbst und in den Vorurteilen der so genannten wohlanständigen Bürger begründet liegt. "Nicht aus Freude am Abenteuerlichen, nicht als echte Milieuschilderung wirklicher 'Unterwelt' wird der Roman geschrieben, sondern zu zeigen, wie der heutige Strafvollzug und die heutige Gesellschaft den einmal Gestrauchelten zu immer neuen Verbrechen zwingt.", schrieb Fallada im Exposé des Romans.

Während der Nazi-Zeit: unerwünschter Autor und Der eisener Gustav
Nach der Machtübernahme Adolf Hitlers zog sich Hans Fallada weitgehend aus dem öffentlichen Leben auf sein Landgut in Feldberg (Mecklenburg) zurück. Hier entstanden u. a. "Wir hatten mal ein Kind" (1934), "Das Märchen vom Stadtschreiber, der einmal aufs Land flog" (1935), die Kurzgeschichten für Kinder "Hoppelpoppel, wo bist du?" (1936). Mit seinem "Wolfroman" gelang ihm 1937 wieder ein echter "Fallada"; "Wolf unter Wölfen" ist eine große epische Chronik der Inflationszeit, in der sich alles aufzulösen schien in Rausch, Gier und Glückssuche. Für die unverwechselbaren Schicksale und Gestalten stand die ganze deutsche Gesellschaft Modell – ostelbischer Landadel, Berliner Kleinbürger, Offiziere, Spekulanten, Prostituierte, Spieler, Süchtige, Schieber. Die offene Kritik an der Remilitarisierung Deutschlands, so historisch sie auch angelegt ist, musste am Verriss der Nationalsozialisten scheitern – Fallada wurde zeitweise zum "unerwünschten" Autor erklärt.

1937/38 schrieb Fallada auf Anregung des Filmschauspielers Ernst Jannings den Roman "Der eiserne Gustav", die Geschichte des Droschkenfahrers Gustav Hackendahl, die äußerst plastisch die Verhältnisse der kleinen Leute in der Zeit zwischen dem wilhelminischen Kaiserreich und dem Zerfall der Weimarer Republik schildert. Der Roman, der gleichzeitig als Drehbuchvorlage für einen "repräsentativen deutschen Film" dienen sollte, musste auf Geheiß Goebbels systemkonform umgeschrieben werden; das Filmprojekt scheiterte letztlich an Falladas Namen. Nach dieser demütigenden Erfahrung beschränkte Fallada seine Veröffentlichungen auf politisch unverfängliche Themen – in den nächsten Jahren entstanden u. a. "Geschichten aus der Murkelei" (1939), "Ein Mann will hinauf" (1941), die Erinnerungsbücher "Damals bei uns daheim" (1942) und "Heute bei uns zu Haus" (1943).

Krisen und Abgründe: Der Trinker und Jeder stirbt für sich allein
Physisch und psychisch äußerst angegriffen, wurde Hans Fallada 1944 wegen eines mutmaßlichen Mordversuchs an seiner inzwischen geschiedenen Frau Anna für dreieinhalb Monate in die Landesanstalt Altstrelitz eingeliefert. In dieser Zeit entstand heimlich das "Trinkermanuskript" – eine Abrechnung mit den Albträumen und Erniedrigungen der zurückliegenden Jahre; ein Teil dieser Niederschriften ist der Roman Der Trinker (veröffentlicht 1950), der wohl das am deutlichsten autobiografisch geprägte seiner Werke ist und Falladas "letzte und vielleicht konsequenteste Beschreibung menschlicher Abgründe". (Die Deutsche Bühne, 6/03). – Der Kaufmann Erwin Sommer fühlt sich seiner Frau Magda nach gut vierzehn Jahren kinderloser Ehe entfremdet und verheimlicht ihr, dass er aus Nachlässigkeit mit seinem Großhandelsgeschäft in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist. In dieser Lebenskrise entdeckt er die betäubende Wirkung des Alkohols und wird zum Trinker – mit verheerenden Folgen, vom sozialen Abstieg über das Gefängnis bis zur Entmündigung und Einweisung in eine Heilanstalt. Der Trinker, vielen auch durch die 1995er Verfilmung von Tom Toelle mit Harald Juhnke in der Hauptrolle bekannt, wird im Herbst 2006 am Theater Orlando in Rastede und im Februar 2007 am Theater Altenburg-Gera zu sehen sein.

Nach Kriegsende zog Fallada wieder nach Berlin, wo sich der Dichter Johannes R. Becher seiner annahm, und begann 1946 auf Bechers Anregung, die Geschichte des Berliner Ehepaars Anna und Otto Quangel und dessen einsamen, aussichtslosen Widerstand gegen das Hitlerregime zu bearbeiten. Als Vorlage dienten Fallada die Gestapo -Akten über die illegalen Aktivitäten der Quangels zwischen 1940 und 1942. Ergebnis dieser Arbeit ist Falladas Roman "Jeder stirbt für sich allein", der u. a. 1975 mit Hildegard Knef verfilmt wurde.

Es wurde sein letzter Roman – Hans Fallada starb am 5. Februar 1947 mit 54 Jahren in Berlin. [© Verlag Felix Bloch Erben, Berlin]

Klimaforscher - Das Gewicht der Luft
Ein Kunststück des TheaterGrueneSosse zu Umweltthemen

Premiere:
18. Februar 10 (Theaterhaus Frankfurt)

Regie: Detlef Köhler
Dramaturgie: Kathrin Marder
Musik: Oliver Augst
Spiel: Willy Combecher, Sigi Herold und Friederike Schreiber

Das Wetter spüren wir jeden Tag: Wir tragen Regenjacken oder Sonnenhüte, sehen den Wetterbericht und die Sterne am Himmel, fürchten Gewitter, schützen uns vor UV-Strahlen, freuen uns über die bunten Blätter im Herbst und auf die Blumen im Frühling.
Wir hören vom Treibhauseffekt und von Tsunamis, von den schmelzenden Polarkappen und von Ozonlöchern – und weil das so ist, haben alle, ob groß ob klein, eine Vorstellung davon, wie Wetter und Klima das Leben auf unserer Erde beeinflussen.
Die Klimaforscher vom TheaterGrueneSosse wissen alles über das Wetter, das Klima und seinen Wandel. Die Klimaforscher haben keine Angst vor Sturm und Wind, vor Sonne und Regen, vor Hitze und Eis, denn sie können alles erklären und stellen sich allen neuen Fragen.
Mit Geschichten, Experimenten und Spielen nähern sich Schauspieler und Publikum dem Thema Wetter und Klima und versuchen gemeinsam deren Phänomene aber auch deren Alltäglichkeiten zu erforschen.
Weniger als eine wissenschaftliche oder belehrende steht dabei eine ästhetische und spielerische Herangehensweise im Vordergrund. Wetter und Klima sollen nicht haarklein analysiert sondern als wunderbarer und spannender Prozess begriffen werden, der unser aller Leben beeinflusst. [© TheaterGrueneSosse]

 
weitere Vorstellungen im Theaterhaus Frankfurt:
19.02. 11:00h
Mi. 03.03. 11:00h und 14:30h
Do. 04.03. 11:00h, Fr. 05.03. 11:00h und 14:30h und 19:00h
So. 07.03. 10:00h Frühstück und Theater
Di. 18.05., Mi. 19.05., Do. 20.05., Fr. 21.05. je 11:00h

Im Löwenhof - Löwengasse 27k während STARKE STÜCKE:
Fr. 23.04. 14:30h

Vorbestellungen: 069-2998610

Klimaforscher wird unterstützt duch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst

www.theatergruenesosse.de

König Arthur

Von:
Wolfgang Deichsel (* 1939)
nach dem Original von: John Dryden (1631 - 1700)
Mit Musik von: Henry Purcell (ca. 1659 - 1695)

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:

König Arthur
schauspielfrankfurt
Ruth Marie Kröger, Daniel Christensen, Sascha Icks
Foto:
Alexander Paul Englert


Premiere: 4. November 06
Aufführungsdauer: ca. 90 Minuten, ohne Pause; für Kinder ab 8 Jahren und Erwachsene

Wiederaufnahme: 14. November 2007, 11.00 Uhr, Großes Haus
Weitere Vorstellungen am: 16., 25., 26. November und 2., 3., 6., 9., 10., 11., 16., 17., 22., 23., 26. Dezember 2007 und im Januar 2008

Regie: Corinna von Rad
Musikalische Leitung: Rainer Süßmilch
Bühne: Ralf Käselau
Kostüme: Sabine Blickenstorfer
Licht: Nicol Hungsberg
Kampfszenen: Simon Solberg, Daniel Christensen
Dramaturgie: Sibylle Baschung
Regieassistenz: Lilli-Hannah Hoepner
Bühnenbildassistenz: Nina Zoller
Kostümassistenz: Nadja Rudert
Souffl euse: Alexandra zu Stolberg
Inspizienz: Thomas Nossek
Ton: Franziska Rudolphi, Matthias Schmidt
Maske: Beate Bauer, Jan Bundil, Verena Martin, Lutz Paschke
Technische Produktionsleitung: Josef Dreker, Laura van Haperen
Technische Einrichtung: Nikola Ramie
Requisite: Anette Mahnke, Levin Kittelmann, Helmut Stumvoll
Regiehospitanz: Susanne Grünewald
Bühnenbildhospitanz: Stefanie Bauerochse
Kostümhospitanz: Marie-Theres Thran

Arthur, König der Briten: Daniel Christensen
Emmeline, seine Geliebte: Ruth Marie Kroger
Mathilda, ihre Freundin: Sascha Icks
Albanact: Stefko Hanushevsky (Trompete)
Aurelius: Andreas Bittl (Akkordeon)
und weitere Gefährten Arthurs: Tobias Rüger (Sopransaxophon), Karsten Süßmilch (Posaune, Sousaphon), Rainer Süßmilch (Althorn)
Merlin, der weise Zauberer: Andreas Haase
Philidel, sein Luftgeist: Mathias Max Herrmann
Oswald, König der Sachsen: Özgür Karadeniz
Gillamar, der hinterhältige Zauberer: Joachim Nimtz
Grimbald, sein Erdgeist: Sebastian Schindegger
Cupido, der Liebesbote: Tamara Weimerich
Ritter, Frostwesen, Kobolde, Tiere und Waldwesen: Rainer Böhme, Klara Buchtovä, Christof Fleischer, Martin Georgi, Andreas Hilberer, Marcus Hosch, Ursula Krienitz, Kathrin Tillmans, Thomas Werner

Besprechung auf kulturfreak.de


In einer phantastischen Welt voller Zauberer und Geister kämpft der sagenumwobene König Arthur mit seinen Rittern gegen den bösen König Oswald. Dieser hat die blinde Emmeline, die Geliebte Arthurs, entführt und hält sie mit Hilfe des hinterhältigen Zauberers Gillamar gefangen. Auf der Suche nach Emmeline durchquert Arthur einen verwunschenen Wald, verirrt sich in finsteren Sümpfen und besteht viele Abenteuer und Prüfungen. Dabei stehen ihm der weise Magier Merlin und der Luftgeist Philidel zur Seite. Erst in der eisigen Welt des Frostgeistes treffen die beiden Könige zu dem alles entscheidenden Kampf aufeinander. [Text: schauspielfrankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

König Lear (King Lear)
Tragödie in 5 Akten

Von: William Shakespeare
Entstehung: ca. 1604/05
Erste gesicherte Aufführung: 26. Dezember 1606 (London, Whitehall-Palast)
Erste Aufführungen in Deutschland: 1626 (durch engl. Komödianten)

Zur Inszenierung des Schauspielhaus Chemnitz:

Premiere:
18. Juni 11

Regie: Enrico Lübbe
Bühne und Kostüme: Michaela Barth
Musik: Bert Wrede

Besetzung:

Lear, König von Britannien:
Bernd-Michael Baier
Kent: Dirk Lange
Gloster: Tilo Krügel
Edmund: Wenzel Banneyer
Edgar: Constantin Lücke
Goneril: Ulrike Euen
Regan: Daniela Keckeis
Cordelia: Caroline Junghanns
Herzog von Cornwall: Urs Rechn
Herzog von Albany: Michael Pempelforth
Oswald: Guido Schikore (
König von Frankreich: Karl Sebastian Liebich
Herzog von Burgund: Bernhard Conrad

Zum Abschluss dieser Spielzeit im Schauspielhaus inszeniert Schauspieldirektor Enrico Lübbe mit „König Lear“ eines der bedeutendsten Stücke Shakespeares. Dieses Werk über den jähen Fall eines großen Königs ins absolute Nichts schließt auf der Großen Bühne die Reihe der Premieren ab, die unter dem verbindenden Spielzeitmotto „Wolken.Heim“ standen.
Die Premiere findet am 18. Juni 11 statt. Die nächsten Vorstellungen sind am 21. und 25. Juni, 19.30 Uhr im Schauspielhaus Chemnitz.
Schauspieldirektor Enrico Lübbe wird diesen alten, doch stets aktuellen und zentralen Text erzählen im vollen Vertrauen auf die Kraft des Theaters: Auf einem schlichten Holzspielfeld stehen die Schauspieler, fast das gesamte Ensemble, und Shakespeares Geschichte, in der direkten und unmittelbaren Übersetzung von Werner Buhss, im Mittelpunkt. Unterstützt werden sie von einem der besten Theatermusiker des deutschsprachigen Raumes – Bert Wrede, der nach „Glaube Liebe Hoffnung“ erneut für eine Arbeit in Chemnitz gewonnen werden konnte. [© Die Theater Chemnitz]

www.theater-chemnitz.de

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
3. Dezember 10

Regie: Günter Krämer
Bühne: Jürgen Bäckmann
Kostüme: Falk Bauer
Licht: Johan Delaere
Dramaturgie: Andreas Erdmann

Besetzung:

Lear, König von Britannien:
Michael Abendroth

Seine Töchter
Goneril:
Traute Hoess
Regan: Josefin Platt
Cordelia: Constanze Becker / Bettina Hoppe

Graf von Gloucester: Wolfgang Michael
Edgar, sein Sohn: Oliver Kraushaas
Edmund, sein bastard: Marc Oliver Schulze
Herzog von Cornwall: Viktor Tremel
Herzog von Albany: Till Weinheimer
Graf von Kent: Jocim Nimtz
Oswald, Gonerils Haushofmeister: Christoph Pütthof
Hauptmann / 1. Diener: Helmut Langer
König von Frankreich / 2. Diener: Daniel Heck
Narr: Constanze Becker / Bettina Hoppe

Und als Gast: Wilfried Elste

Statisten: Attila Berkenyi, Rainer Böhme, Hans-Jochim Bormann, Roman Fischer, Franck Hausswirth, Gerd Hofmann, Lars Karge, Mark Scott Kennedy, Göran Rother, Thomas Schäfer, Jan Schrödter, Hubert Schulz, Manfred Thomas, Burak Uzuncimen

Besprechung auf kulturfreak.de

König Lear
Schauspiel Frankfurt
Gonerial (Traute Hoess), Edmund (Marc Oliver Schulze (Edmund)
© Birgit Hupfeld

König Lear ist alt und will sein Reich aufteilen. Seine Töchter, die es erben werden, sollen ihm zuvor beteuern, wie sehr sie ihn lieben. Als die Jüngste, seine Lieblingstochter, das nicht will, verstößt der König sie. Aber die zwei älteren Töchter, die den Liebesschwur ohne Zögern abgelegt haben, machen ihrem Vater das Leben bald zur Hölle. Das Königreich fällt in die Hände kriegerischer Intriganten. Günter Krämer inszenierte in der Spielzeit 2009/10 bereits erfolgreich Horváths »Geschichten aus dem Wiener Wald« am Schauspiel Frankfurt. [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

König Ödipus (Oidpus tyrannos)
Tragödie

Von: Sophokles
Uraufführung: zwischen 429 v.Chr. und 425 v. Chr. (Athen)

König Ödipus
Komödie von Bodo Wartke nach dem antiken Drama von Sophokles
Mit Musik von Bodo Wartke
Uraufführung der Theaterfassung: 14. Januar 2011 (Wiesbaden, Wartburg)

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
14. Januar 11 (Wartburg)

I nszenierung: Caroline Stolz
Bühne und Kostüme: Lorena Díaz Stephens, Jan Hendrik Neidert
Musikalische Leitung: Ernst August Klötzke
Musikalisches Konzept: Timo Willecke
Dramaturgie: Anika Bárdos

Mit: Evelyn M. Faber, Stefanie Hellmann, Friederike Ott und Timo Willecke (Musiker)

Das Projekt, Sophokles’ antikes Drama König Ödipus, sozusagen die Mutter aller Tragödien, als Ein-Mann-Show auf die Bühne zu bringen, spottet an sich schon aller Beschreibung. Das Ganze dann auch noch als Komödie anzupacken und in Reimform zu bringen, grenzt eigentlich schon an Größenwahn, wenn nicht gar an Hybris.

Der Kabarettist Bodo Wartke hat sich mit seiner Fassung einen Traum erfüllt, den er über lange Zeit geträumt und schließlich nach etwa 15 Jahren verwirklicht hat. Immer wieder hat er in seinen Shows einzelne Szenen dem Publikum vorgeführt und überprüft, bis er den ganzen Ödipus fertig hatte und nun als eigenen Abend deutschlandweit präsentiert. Mit unerhörtem Erfolg.

Theben, das von Ödipus als besonnenem König regiert wird, ist von der Pest heimgesucht. Erst wenn der Mörder von Laios, dem vorigen König von Theben und – wie wir alle wissen – Vater von Ödipus, ermittelt ist, kann der Fluch gebannt werden. Ödipus gibt sein Bestes, diese Ermittlungen anzustrengen, nicht wissend, dass er sich dabei sein eigenes Grab schaufelt. Dass er neben dem Vatermord auch noch seine Mutter geehelicht hat, ist hinlänglich bekannt und trägt umso mehr zu der Tragödie bei (pikant ist es natürlich außerdem).

Die Komik in Wartkes Stück liegt aber nicht nur darin, die sperrige Tragödie in luftige Reime zu kleiden. Mit großer Leichtigkeit nähert er sich dem eigentlich düsteren Stoff und geht sogar noch weiter als die antike Tragödie. Sophokles, der Dreieinigkeit von Ort, Zeit und Handlung verpflichtet, beschreibt nur den Moment, an dem die eigentlich Tragödie schon passiert ist und der Schuldige in Rede und Gegenrede ermittelt wird.

Bodo Wartke geht noch weiter als Sophokles – er beginnt bei der Vorgeschichte: Ödipus’ Geburt, seine Jugend bei den Pflegeeltern, nachdem er von den echten Eltern zum Sterben ausgesetzt wurde, die fatale Begegnung mit seinem Vater und natürlich die Rettung Thebens vor der menschenverschlingenden Sphinx, bevor er sich dem tragischen Ende des unschuldig schuldig gewordenen Helden zuwendet.
Die Regisseurin Caroline Stolz (Shopping Queens, The Black Rider, u.a.) hat sich nun der Herausforderung gestellt, aus der Ein-Mann-Version einen veritablen Ensemble-Abend zu machen, ein Theaterstück. Drei Schauspielerinnen, Evelyn M. Faber, Stefanie Hellmann und Friederike Ott teilen sich die Rollen auf: Kreon, Iokaste, der Priester, Teiresias, das Orakel von Delphi und viele mehr, nicht zu vergessen natürlich Ödipus selbst. Zwar übernimmt nicht brav jede Schauspielerin eine Rolle – dann würde man unter 12 Personen auf der Bühne nicht wegkommen – aber mit großer Hingabe schmeißen sich die drei Damen ins Spiel und in die Situationen, dass einem dabei schwindlig werden kann. Unterstützt werden sie dabei von dem Musiker Timo Willecke, der nicht nur den Gesang begleitet (Bodo Wartke hat auch die Musik geschrieben), sondern auch mit ungewöhnlichen und gewöhnlichen Gegenständen musikalische und atmosphärische Räume erzeugt.

Das Publikum wird sich wundern, in vielfacher Hinsicht. Darüber, dass diesem bekannten Stoff soviel Neues und Kurioses abgewonnen werden kann, und dass sich ein tieftragischer Text scheinbar mühelos in die Komödie hinübertransportieren lässt. Darüber, dass nicht nur Furcht und Mitleid eine Katharsis bewirken können, sondern dass auch das Lachen eine durchaus reinigende Wirkung haben kann. Und über vieles, vieles mehr. [© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
1. Oktober 09
In der Übersetzung von Ernst Buschor; gemeinsam mit dem Stück “
Antigone

Regie:
Michael Thalheimer
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Katrin Lea Tag
Musik: Bert Wrede
Chorleitung: Marcus Crome
Licht: Johann Delaere
Dramaturgie: Sibylle Baschung


Besetzung:
Ödipus:
Marc Oliver Schulze
Kreon: Isaak Dentler
Teiresias: Michael Benthin
Iokaste: Constanze Becker
Bote aus Korinth: Oliver Kraushaar
Hirte des Laios: Michael Abendroth
Dienerin der Iokaste: Bettina Hoppe
Chor, Statisterie

Mit der antiken Tragödie fängt alles an. In seinen beiden großen Dramen, »König Ödipus« und »Antigone«, bringt Sophokles – wie kaum ein Dichter nach ihm – philosophische und ethische Menschheitsfragen auf die Bühne, deren Dringlichkeit durch die Jahrhunderte noch zuzunehmen scheint. Dabei sind beide Stücke Teil einer Familiengeschichte: Ödipus, der unglückliche Herrscher Thebens, verfällt demselben Fluch wie seine Tochter Antigone: Schuldlos schuldig müssen beide untergehen. Nach einem Worte Sigmund Freuds der erste der modernen Menschen, ist Ödipus verdammt zur Selbsterkenntnis, welche er in gnadenlosem Ringen mit sich selbst zu Tage fördert. Antigone sucht das Duell mit Thebens König, ihrem Onkel Kreon, um das sittliche Gesetz einzuklagen. König Kreon stellt die Staatsräson dagegen, der Zusammenprall vernichtet beide.

Michael Thalheimer bringt zur Eröffnung der Saison am Schauspiel Frankfurt beide Tragödien in einem Doppelprojekt auf die Bühne: »Ödipus / Antigone« an einem Abend. Später können beide Teile auch an verschiedenen Abenden angesehen werden. Der Regisseur Michael Thalheimer, geboren in Münster bei Frankfurt am Main, zählt zu den prägenden Regisseuren seiner Generation. Er begann als Schauspieler und Regisseur am Theater Chemnitz. Später inszenierte er u.a. in Leipzig, Dresden, Stockholm, seit 2000 vorwiegend am Hamburger Thalia Theater und am Deutschen Theater Berlin. Hier zählten »Die Orestie«, Goethes »Faust« und auch »Die Ratten« zu seinen großen Erfolgen. Sechs von seinen Inszenierungen wurden zum Theatertreffen in Berlin eingeladen.

Besprechung auf kulturfreak.de

Oedipus_spffm_47_sf_oedipus_005©SebastianHoppe
Ödipus
Schauspiel Frankfurt
Ödipus (Marc Oliver Schulze) und Iokaste (Constanze Becker)
Foto: Sebastian Hoppe

Tragödie und Inhalt der Stücke:

»Der Mythos gibt Antworten ohne Fragen, während die Tragödie Fragen ohne Antworten, Probleme ohne Lösungen entwickelt.« Mit dieser Formel beschreibt Emil Anghern die Neuerung, die die attische Tragödie in ihrer Zeit darstellt. In der Art und Weise, wie die Tragödie den Mythos bearbeitet, spiegelt sich ein grundsätzlicher Umbruch in der Geschichte des Geistes und des Bewusstseins des Menschen von sich selbst. Das 5. Jhdt. v. Chr. ist der Moment der Weltgeschichte, in der sich zum ersten Mal sowohl politisch ein freiheitliches Denken, als auch die Selbstwahrnehmung des Menschen als Individuum in Opposition zu den Göttern herausbildet. Die Tragödie als ureigener Ausdruck dieser Zeit befragt und problematisiert den Mythos. Damit erschüttert sie die Gewissheiten des Denkens, der Erklärung von Welt, wie sie die Mythen zum Ausdruck bringen. Doch bleibt der Mythos lebendig und problematisiert seinerseits die Tragödie. Das Tragische an der Tragödie ist deswegen ein unauflösbares Paradox: Das Paradox, dass der Moment, in dem sich der Mensch zum ersten Mal als ein autonom Handelnder artikuliert und erfährt, derselbe ist, in dem er seine eigene Ohnmacht leidvoll erkennt. Und diese paradoxale Verschränkung von menschlicher Allmacht und Ohnmacht scheint auch nach rund 2500 Jahren noch zu bewegen.

Die mythologischen Grundelemente der Ödipus-Geschichte waren dem Publikum in Athen bekannt. Anders bei »Antigone«: Zwar hatte Sophokles die Figur der Antigone nicht erfunden, die Überlieferung des Mythos gab jedoch kaum Auskunft über das Schicksal der Ödipustochter.
Die Besonderheit, wie Sophokles den Ödipus- Mythos gestaltete, lag darin, dass er nicht den Hergang der ödipalen Verstrickung – wie Ödipus unwissentlich den Vater erschlug und die Mutter ehelichte – auf die Bühne brachte, sondern wie Ödipus selbst diese Wahrheit über sich herausfindet und beurteilt. Damit problematisiert das Stück Möglichkeiten und Konsequenzen der menschlichen Selbsterkenntnis und -beurteilung. Die Frage nach der Schuld liegt außerhalb der Tragödienhandlung.
Das Stück beginnt mit der Schilderung der Pest. Das Volk erwartet Rettung durch seinen König. Ödipus, der als der klügste, mächtigste und fähigste Herrscher gilt, hat bereits seinen Schwager Kreon zu dem Orakel geschickt, um zu fragen, ob er gegen diese Seuche etwas tun könne. Die Antwort lautet, dass eine »Befleckung des Landes«, welche Kreon mit dem ungeklärten Mord an Thebens letztem König Laios in Verbindung bringt, gesühnt werden müsse. Statt ein traditionelles Sühne- und Reinigungsritual anzuordnen, entscheidet Ödipus, sich selbst als Richter einzusetzen und eine rechtsförmige Untersuchung durchzuführen. Dieses nun geschilderte Vorgehen entspricht den Verfahren eines typischen Athener Gerichtsprozesses. Gleich zu Beginn verkündet Ödipus öffentlich das Urteil, das dem Schuldigen droht: Verbannung aus der Gesellschaft. Doch kaum ist die Untersuchung eingeleitet, kaum hat der Seher Teiresias ausgerechnet König Ödipus als den gesuchten Mörder bezeichnet, beginnt das gnadenlose Ringen von Ödipus mit sich selbst um Wahrheit und Selbsterkenntnis. Zur Hoffnung, den Mörder des Laios zu finden, tritt die Angst, ihn in sich selbst zu erkennen. Und alles, was im Laufe der Untersuchung den König zu retten scheint, schlägt in der unerbittlich von ihm selbst weitergeführten Nachforschung ins Vernichtende um. Am Ende ist Ödipus dazu verdammt, sich als Kind und Gatte von Iokaste, als Vater-Bruder seiner Kinder, Mörder seines Vaters zu erkennen und in seiner Funktion als Richter selbst zu verurteilen.

Nach Ödipus’ Selbstbestrafung entbrennt ein Thronfolgekrieg zwischen seinen Söhnen Eteokles und Polyneikes, in dem sich beide gegenseitig töten. Ihr Onkel Kreon erläßt als neuer König ein Bestattungsverbot gegen den Angreifer Polyneikes. Dem Feind der Stadt sei weder Totenruhe noch ein Leben im Jenseits vergönnt. Mit dieser härtesten aller Strafen betont Kreon im Sinne einer Warnung den grundlegenden Unterschied zwischen Freund und Feind des Gemeinwesens, dessen Schutz für ihn an oberster Stelle steht. Antigone übertritt dieses Gebot, indem sie ein höheres, gottgegebenes Gesetz für sich in Anspruch nimmt: die Pflicht ein Familienmitglied zu bestatten und damit die Würde des Einzelnen unterschiedslos über den Tod hinaus zu achten.
Die prinzipielle Unbedingtheit, mit der Kreon und Antigone ihre Haltung vertreten, vernichtet beide. Nachhaltig stellt das Stück damit Forderungen und Verpflichtungen des Individuums und des Staates zur Diskussion.

Sophokles - Zum Autor:
Sophokles wird 497 oder 496 v. Chr. in Kolonos, einem Dorf vor den Mauern Athens geboren. Seit etwa 470 nahm er am Tragödienwettkampf teil. Seinen ersten Sieg errang er bereits mit 28 Jahren. In den insgesamt 65 Jahren seines Bühnenwirkens war er überaus erfolgreich: Mit insgesamt gut 120 Stücken bei etwa 30 Aufführungen errang er 18-20 Siege und 10-12 zweite Plätze; Dritter wurde er nie. Nur sieben Stücke von Sophokles sind vollständig überliefert (was circa 6% seines gesamten dichterischen Schaffens entspricht): »Aias« (um 450), die »Trachinerinnen« (440er Jahre), »Antigone« (um 441), »König Ödipus« (um 434), »Elektra« (nach 420), »Philoktet« (um 409) und »Ödipus auf Kolonos« (401 posthum aufgeführt). Im Gegensatz zu Aischylos, von dem mit der »Orestie« eine komplette Trilogie erhalten ist, ist dies bei Sophokles nicht der Fall. Zudem sind die Stücke inhaltlich sehr geschlossen und die einzelne Gestalt rückt mehr in den Mittelpunkt – so dass di e Frage nach der Zusammengehörigkeit der Trilogien nicht entschieden werden kann. Nicht nur inhaltlich, auch formal hat Sophokles Neuerungen eingeführt, sowohl die Bühnenmalerei (Skenographía), als auch die Einführung des dritten Schauspielers (welche Aischylos seinerseits in der »Orestie« übernommen hat) schreibt ihm Aristoteles im vierten Kapitel seiner Poetik zu. Neben seiner dichterischen Tätigkeit nahm Sophokles rege am politischen Leben seiner Heimatstadt teil. 443/442 bekleidete er das Amt eines »Hellenotamias«, eines der führenden Finanzbeamten im attischdelischen Seebund; 441/440 im samischen Krieg war er zusammen mit Perikles, dem bedeutendsten athenischen Politiker seiner Zeit, mit allerdings mäßigem Erfolg, Stratege. Diese militärische Führungsposition, im Übrigen die einzige Position im demokratischen Athen, in die man nicht durch Los, sondern durch Wahl kam, hatte er im Jahr 428 und vielleicht 423/22, in der ersten Phase des Peleponnesischen Krieges, noch einmal inne. Sein einflussreichstes politisches Amt übte er als einer der zehn Probulen (»Berater «) aus, die 412/411 an der Abschaffung der athenischen Demokratie mitwirkten. Die darauf folgende Herrschaft der Vierhundert blieb eine kurze Episode, aber das Renommee des Sophokles scheint auch in der wiederhergestellten Demokratie nicht gelitten zu haben. Auch ein bedeutendes Priesteramt übte der Dichter aus. Zum Dank für seine führende Rolle bei der Einrichtung eines Kultes für den Heilgott Asklepios wurde Sophokles selbst nach seinem Tod kultische Verehrung zuteil.
Gestorben ist Sophokles 406 (kurz nach Euripides), nachdem er bei den Großen Dionysien dieses Jahres ein letztes Mal erfolgreich gewesen war. Bereits in der kurz darauf aufgeführten Komödie »Die Frösche«, in der Aristophanes alle drei verstorbenen großen Tragiker auftreten lässt, wird Sophokles mit der meisten Hochachtung behandelt und gilt bis heute als Innbegriff des klassischen Tragikers.

Das Regieteam:

Michael Thalheimer
(Regie) geboren 1965 in Münster bei Frankfurt a. M., zählt zu den prägenden Regisseuren seiner Generation. Er begann als Schauspieler und Regisseur am Theater Chemnitz, inszenierte danach u.a. in Basel, Leipzig, Dresden und Stockholm, seit 2000 vorwiegend am Thalia Theater Hamburg und am Deutschen Theater Berlin, wo er von 2005 bis 2008 Mitglied der künstlerischen Leitung war. Hier zählten »Die Orestie« von Aischylos, Goethes »Faust«, »Die Ratten« und »Emilia Galotti« zu seinen großen Erfolgen. Seine Inszenierungen erhielten zahlreiche Auszeichnungen, darunter den 3sat-Innovationspreis, sowie den Berliner Friedrich-Luft-Preis, zweimal den Wiener Nestroy -Preis und die Moskauer Goldene Maske. Viele seiner Produktionen wurden zu internationalen Festivals eingeladen, sechs davon zum Theatertreffen in Berlin.

Olaf Altmann (Bühne) geboren 1966 in Chemnitz, ist gelernter Stuckateur, arbeitete als Bühnentechniker am Theater in Chemnitz, wo er 1989 sein erstes Bühnenbild entwarf. Danach arbeitete er als Bühnenund Kostümbildner u. a. in Dresden, Köln, Frankfurt, am Thalia Theater Hamburg, am Deutschen Theater und an der Volksbühne in Berlin. In Chemnitz entstand eine feste Zusammenarbeit mit Michael Thalheimer, für den er seitdem zahlreiche Bühnenbilder entwarf. In den letzten Jahren führte Olaf Altmann auch selbst Regie. Er ist Bühnenbildner des Jahres 2008 und gewann im gleichen Jahr den »Faust«-Preis.

Katrin Lea Tag (Kostüme) geboren in Berlin, studierte Bühnenbild bei Prof. Erich Wonder, Malerei und Grafik bei Prof. Renee Green in Wien. 1997 gewann sie mit ihrer Ausstattung für den 1. Akt von Wagners »Das Rheingold« den 1. Preis im Internationalen Wettbewerb für Regie und Bühne in Graz. Sie entwarf Kostüme für Inszenierungen von Dimiter Gotscheff (»Iwanow«, eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2006) und arbeitete als Kostüm- und Bühnenbildnerin am Thalia Theater Hamburg und dem Akademietheater in Wien. Mit Michael Thalheimer verbindet sie seit 2006 eine regelmäßige Zusammenarbeit.

Bert Wrede (Musik) geboren 1961 in Potsdam, studierte Musik an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin. Als freier Musiker veröffentlichte er zahlreiche CDs, gastierte auf internationalen Festivals und arbeitete mit Musikern wie Phil Minton, Elliott Sharp, Friedrich Schenker. 1997 erhielt er ein Kompositions-Stipendium der Akademie der Künste Berlin, 1998 eines für New York. Als Bühnenmusiker arbeitet er regelmäßig mit Michael Thalheimer (z.B. »Emilia Galotti« und »Faust«), Martin Kušej, Andrea Breth, Dimiter Gotscheff und Wilfried Minks. 2002 erhielt er den Nestroy-Preis, 2006 den deutschen Filmpreis.

Marcus Crome (Chorleitung) geboren 1974 in Berlin, studierte Musikwissenschaft in Berlin. 1997 leitete er am Berliner Ensemble die Choreinstudierung für »Die Maßnahme« (Brecht / Eisler) bei ihrer ersten Wiederaufführung seit der Premiere 1930. Bei den letzten Inszenierungen von Einar Schleef (u.a. »Verratenes Volk«, Deutsches Theater Berlin, 2000) übernahm er die musikalische Leitung. 2006 studierte er den Sprechchor für »Die Orestie« von Michael Thalheimer ein, weitere Arbeiten entstanden u. a. mit Frank Cas torf , Dimiter Gotscheff, Claus Peymann und Christoph Mehler.

[© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de
 

Königreich

Von:
Lisa Danulat
Uraufführung: 30. März 2012 (Mainz, Staatstheater Mainz)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
30. März 12 (Uraufführung)

Regie: Johannes Schmit
Bühne und Kostüme, Co-Regie: Markus Wagner
Licht: Jürgen Sippert
Dramaturgie: Katharina Gerschler

Besetzung:

Ich:
Stefan Graf, Tilman Rose, Mathias Spaan
DrDr / Pitbull Sheitan: Andrea Quirbach

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Angst hat jeder — zumindest in bestimmten Situationen. Sie ist überlebenswichtig, sie ist Schutzmechanismus. Was aber, wenn Ängste überhand nehmen und den Menschen lebensunfahig machen? Die Angst vor dem Versagen ist in Deutschland längst zur Volkskrankheit geworden. Aber Schuld hat scheinbar nicht mehr das System, sondern der Mensch selbst. In ihrem neuen Stück beschäftigt sich Lisa Danulat, die in der letzten Spielzeit Hausautorin am Staatstheater Mainz war, mit genau den Themen Angst, Versagen und Schuld. In ,,Königreich" öffnet sie die Krankenakten von Patienten der Psychiatrie, verdichtet Arztgespräche, autobiographische Notizen, fröhlich machende Medikamente, Interviewmaterial und Tagebucheinträge zu einer psychosomatischen Collage. Eine Frau (,,ich") trifft in drei Lebensaltern auf sich selbst: ihre Versäumnisse, Sehnsüchte, aber auch auf Merkwürdigkeiten, wie die seit jeher verhasste lila Cordhose oder eine verlorene Vaterfigur, die in Gestalt eines märchenhaften ,,alten Königs" ebenso auftauchen und wieder verschwinden kann, wie sie in den freundlichen Psychiater hineinprojiziert wird, der leider auch keine Verantwortung für das Leben der ,,drei" übernehmen kann. Wie ein DJ unterschiedlichste Musik sampelt und daraus neue Rhythmen entstehen lasst, spielt Lisa Danulat mit Sprache, mit Klischees und Zitaten. Sprühend vor Sprachwitz, tief melancholisch oder alptraumhaft verzerrt, formt sie daraus ihre hoch dramatischen Szenen.

Lisa Danulat, geboren 1983 in Frankfurt/M., studierte Philosophie, Schauspiel und Szenisches Schreiben. Sie ist Mitglied der Frankfurter ,,Lesebühne Ihres Vertrauens", gewann 2008 mit ,,Too low Terrain" den Preis für das beste Stück bei ,,Text trifft Regie" am Staatstheater Mainz und wurde 2009 mit ihrem Jugendstück ,,Topinambur" zum Berliner Theatertreffen der Jugend eingeladen. In der Spielzeit 2009/2010 war sie Stipendiatin des Autorenlabors am Düsseldorfer Schauspielhaus, erhielt 2010 das Wiener Dramatikerstipendium und 2011 das DAGNY- Stipendium der Villa Decius in Krakau. 2010/2011 war sie Hausautorin am Staatstheater Mainz, wo sie unter anderem das Deutschlandwanderprojekt ,,1000 Dias — 1000 Salzstangen" verwirklichte. Ihr Schreiben, das sich assoziativ an Alltagsphänomenen und Auswüchsen einer disparaten Welt entzündet, hat musikalische Strukturen: wie ein DJ sampelt sie Sprache, spielt, mit Klischees und Zitaten und formt daraus hoch dramatische Szenen, sprühend vor Sprachwitz, melancholisch oder alptraumhaft verzerrt. Am Staatstheater Mainz waren von Lisa Danulat bereits ,,Too low Terrain" (2009) und ,,Uns kriegt ihr nicht" (2010) zu sehen.

Johannes Schmit, geboren 1981 in Trier; studierte Regie an der Hochschule für Schauspielkunst ,,Ernst Busch" in Berlin. Ab 2003 zeigte er eigene Inszenierungen in Hamburg und am bat—Studiotheater Berlin. 2007 / 2008 übernahm er Regiemitarbeit und -assistenz bei Laurent Chetouane für dessen ,,Tanzstück #2" in den Sophiensaelen und für ,,Faust #2" in Weimar. 2008 bis 2010 war er Hausregisseur am Centraltheater Leipzig, wo er zahlreiche Inszenierungen an der Skala verantwortete, u.a. die Uraufführung von ,,Im Pelz“ von Katharina Schmitt, das 2010 zum Festival radikal jung eingeladen wurde. Mit dem schwedischen Künstler Iggy Malmborg gründete er 2011 das Performance—Duo ,,White on White", Johannes Schmit brachte in der letzten Spielzeit ,,Eine Fahrt ans Mittelmeer" von Fiston Mwanza auf die Bühne des TiC Werkraums. [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de 

Komödie im Dunkeln

Von: Peter Shaffer

Die Kontrakte des Kaufmanns
Eine Wirtschaftskomödie

Von: Elfriede Jelinek
Uraufführung: 16. April 2009 ( Köln, Schauspiel Köln; in Koproduktion mit dem Thalia Theater Hamburg)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
15. Februar 2011 im MA*
Vorstellungen nur bis Ende Februar 2011

Regie: Philipp Preuss
Ausstattung: Philipp Preuss, David Gonter
Dramaturgie: Sibylle Baschung

Mit: Constanze Becker, Lisa Stiegler; Michael Goldberg, Sébastien Jacobi, Nils Kahnwald

Besprechung auf kulturfreak.de

Die Kontrakte des Kaufmanns
Schauspiel Frankfurt
Sébastien Jacobi
© Birgit Hupfeld

Das Schauspiel Frankfurt bespielt im Februar 2011 das MA* (die ehemalige Diamantenbörse) in der Frankfurter Innenstadt. Regisseur Philipp Preuss, der in Frankfurt zuletzt »Alice im Wunderland« mit Valery Tscheplanowa inszenierte, erarbeitete dort Elfriede Jelineks »Die Kontrakte des Kaufmanns«.
Das Stück, in dem sich die Nobelpreisträgerin mit der Finanz- und Wirtschaftskrise auseinandersetzt, wird nun erstmals an einem authentischen Ort gezeigt: Zum Inbegriff für fatale Spekulationen wurde die 1974 eröffnete Diamantenbörse, da sich das groß angelegte Projekt schnell als Millionenverlust erwies. Bevor das 12-geschossige Bürogebäude 2011 komplett entkernt und zu Wohnungen umgebaut wird, hatte der neue Investor Ardi Goldman Frankfurter Künstlern die Räume für Ausstellungen zur Verfügung gestellt.
Das Schauspiel Frankfurt wird nun mit »Die Kontrakte des Kaufmanns« die erste theatralische Bespielung und zugleich das letzte Projekt überhaupt vor dem Umbau des MA* realisieren.

Philipp Preuss (Regie und Bühne)
Geboren 1974 in Bregenz, Österreich. Er studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaften an der Universität Wien und Regie und Schauspiel am Mozarteum Salzburg. Seit 2001 arbeitet er als freier Regisseur und bildender Künstler. Philipp Preuss inszenierte u.a. am Schauspielhaus Bochum, Theater Dortmund und dem Deutschen Theater Berlin. 2008 erhielt er für seine Dortmunder Inszenierung von »Hedda Gabler« den NRW Förderpreis für Darstellende Kunst. Ausstellungen zeigte er u.a. in Bregenz, Wien und Mailand. Am Schauspiel Frankfurt inszenierte er »Alice im Wunderland«.

David Gonter (Bühne)
Geboren 1984 in Frankfurt am Main. Seit 2007 studiert er visuellen Kommunikation mit Schwerpunkt auf Bühnen- und Kostümbild sowie Bildhauerei und Dreidimensionales Gestalten an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Bereits während des Studiums entstehen verschiedene Kurz- und Diplomfilmprojekte sowie Bühnenbildarbeiten im Rahmen der Hessischen Theaterakademie. So realisiert er unter anderem die Bühne für Laura Linnenbaums Inszenierungen von Josef Haders »Indien« im Frankfurt LAB und zu »Schlafes Bruder« nach Robert Schneider in der Box des Schauspiel Frankfurt.

Katharina Tasch (Kostüme)
Geboren 1977 in Mühlhausen. Sie studierte Kostümdesign an der Fachhochschule für Design und Medien in Hannover. Von 2007 bis 2010 war sie als Kostümassistentin am Schauspiel Frankfurt engagiert und assistierte in Produktionen von Andreas Kriegenburg, Karin Henkel, Ulrich Rasche und Florian Fiedler. Während dieser Zeit gestaltete sie Kostüme u.a. für die Deutschsprachige Erstaufführung von Simon Stephens »Steilwand« (Regie Lily Sykes) und »Alice im Wunderland« nach Lewis Carroll in der Inszenierung von Philipp Preuss. Seit 2010 arbeitet sie als freie Kostümbildnerin und entwarf unter anderem die Kostüme für »Stella« in der Regie von Andreas Kriegenburg.

Konny Keller (Video)
Geboren 1979 in Dortmund. Sie studierte Design mit dem Schwerpunkt Audiovisuelle Medien an der »Köln International School of Design«. Seit 2005 arbeitet sie als freie Mediendesignerin und Videokünstlerin. Am Schauspiel Köln, Thalia Theater Hamburg und Maxim Gorki Theater Berlin hat sie Videoarbeiten u.a. für Armin Petras Inszenierungen »Die Wildente«, »Abalon, one nite in Bangkok« und »Baumeister Solness« gemacht. In Frankfurt waren ihre Arbeiten in »Alice im Wunderland« unter der Regie von Philipp Preuss zu sehen.

Maciej Medrala (Musik)
Geboren 1987 in Offenbach am Main. Seit 2009 Studium der visuellen Kommunikation an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main. Produzent und Mitglied diverser Kunst- und Musikprojekte, unter anderem bei Performancegruppe "Baby Of Control".                [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Krabat

Roman von:
Otfried Preußer
Für die Bühne bearbeitet von: Nina Achminow
Uraufführung: 18. Oktober 1994 (München, Prinzregententheater)

Zur Inszenierung des Schausiel Frankfurt:

Premiere:
17. November 12

Regie: Karin Drechsel
Bühne und Kostüme: Julia Hattstein
Musik: Biber Gullatz
Choreografie: Didi Weyrowitz
Dramaturgie: Claudia Lowin

Besetzung:

Krabat:
Christian Erdt *
Kantorka: Wiebke Mollenhauer *
Der Meister: Markus Graf
Tonda / Bürgermeister: Christian Bo Salle
Jro: Martin Butzke
Lyschko: Daniel Rothaug *
Lobosch: Mario Fuchs
Staschko: Tobias Escher
Petar: Uli Schiffelholz
Andrusch: Jens Hilzensauer

Rabe, Bevölkerung, Marktvolk, Osterprozession, Gockel, Altes Weib: Robert Beyer, Christof Fleischer, Gianfranco Gariano, Martin Georgi, Jonas Hackmann, Jim Kallenberg, Sebastian Lange, Van Binh Nghiem, Nikolaos Tsakmakis
 
* = Mitglied des Schauspiel STUDIO Frankfurt

Besprechung auf kulturfreak.de

Krabat
Schauspiel Frankfurt
Krabat (Christian Erdt), Kantorka (Wiebke Mollenhauer)
© Birgit Hupfeld

Schnee knirscht unter den Schuhen des Waisenjungen Krabat, als er in der Dreikönigsnacht von einer Vision geleitet die Mühle im Koselbruch erreicht. Hier wird er bereits vom Müllermeister und dessen Gesellen erwartet und als Lehrjunge aufgenommen. Schnell fasst er zu den Müllerburschen Vertrauen, besonders Tonda, der Altgesell, wird Krabats Vertrauter und Freund. Und Freunde kann er brauchen, in dieser Mühle, in der es nicht mit rechten Dingen zugeht. Denn nicht nur das Müllern wird hier gelehrt, sondern auch die dunkle Kunst der Magie. Krabat ist fasziniert von der Zauberwelt, weiß schnell die Annehmlichkeiten seiner magischen Kräfte zu schätzen und ist so, ganz unbemerkt, Teil eines dunklen Spiels geworden.

In einer Inszenierung für die ganze Familie (ab 9 Jahren) wird die Regisseurin Karin Drechsel Otfried Preußlers Roman über Vertrauen und Freundschaft und die Verlockungen von Macht auf die Bühne bringen.  [© Schauspiel Frankfurt]

Weitere Vorstellungen nur im November und Dezember!

So 18.11.12, 16.00 Uhr
Do 22.11.12, 10.00 Uhr
So 25.11.12, 16.00 Uhr
Mo 26.11.12, 09.00 und 11.30 Uhr
Di 27.11.12, 09.00 und 11.30 Uhr
So 02.12.12, 14.00 und 17.00 Uhr
Mo 03.12.12, 09.00 und 11.30 Uhr
So 09.12.12, 16.00 Uhr
Mo 10.12.12, 09.00 und 11.30 Uhr
Di 11.12.12, 10.00 Uhr
Mo 17.12.12, 09.00 Uhr und 11.30 Uhr
Di 18.12.12, 09.30 und 12.00 Uhr
Do 20.12.12, 11.00 Uhr
So 23.12.12, 14.00 und 17.00 Uhr
Mi 26.12.12, 15.00 und 18.00 Uhr

www.schauspielfrankfurt.de

Krieg der Bilder

Von:
Falk Richter

Uraufführung: 22. Januar 2010 (Mainz, Staatstheater Mainz)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
22. Januar 10 (Uraufführung; TIC Werkraum)

Inszenierung: Maria Åberg
Bühne und Kostüme: Naomi Dawson
Sounddesign: Carolyn Downing

Besetzung:

Laura:
Johanna Paliatsou
Marco: Daniel Seniuk
Marc: Marios Gavrilis
Stefan: Zlatko Maltar
Tim: Moritz Pliquet
Tom: Joachim Mäder
Julia: Ricarda Baus

Wenn Kriege in Echtzeit zur Primetime um die ganze Welt gesendet werden mit Bildern, die aussehen wie Actionfilme aus Hollywood, dann steht meist eine Nachrichtenagentur, die auf Kriegsberichterstattung spezialisiert ist, dahinter. In Falk Richters Stück sind die Redakteure dieser Agentur jung, erfolgshungrig, skrupellos. Das Gefühl dafür, was Frieden sein könnte, haben sie verloren. Marco, ein Performancekünstler, der sich auf Gewalt und Zerstörung spezialisiert hat, bastelt an einem Klangkunstwerk. Die anderen jetten von Termin zu Termin. Kriegszeiten sind Hoch-Zeiten. Und Hoch-Zeiten sind ständig. Die Konkurrenz ist hart. Es tobt ein Krieg der Bilder. So ist der Medienapparat Teil der gesamten Kriegsmaschinerie. „Krieg der Bilder“ wurde 2003 als Hörstück konzipiert und im Deutschlandfunk ausgestrahlt. In seiner Textmontage schildert Falk Richter eindringlich die Ununterscheidbarkeit von Show, Politik und Wirklichkeit. Falk Richters Kritik am Neoliberalismus, den Verwerfungen der Globalisierung und den Allmachtsphantasien der westlichen Welt zieht sich durch alle seine Texte. Wie in „Ausnahmezustand“ oder in der Oper „Unter Eis“ klagt er die Gefühlskälte, den Zynismus und Egoismus der Reichen und Mächtigen an und tritt auf als Anwalt für eine bessere Welt.

Falk Richter, geboren 1969 in Hamburg, lebt in Berlin und arbeitet als Autor, Übersetzer sowie als Theater- und Opernregisseur. Er zählt zu den erfolgreichsten deutschen Dramatikern. Sein Stück „Gott ist ein DJ“ liegt in mehr als 15 Besetzungen vor und wird weltweit, u. a. in London, Berlin, Sydney, New York, Athen, Kopenhagen und Zürich gespielt. Zuletzt inszenierte Falk Richter im Februar 2009 die Uraufführung seines Stückes „Verletzte Jugend“ als Koproduktion des Théâtre national in Brüssel und des Festival de Liège.

Maria Åberg, geboren 1979 in Schweden, war als Dramaturgie- und Regieassistentin am Royal Court Theatre London engagiert und inszenierte bereits mehrere zeitgenössische Stücke u. a. am Young Vic Studio, am Royal Court Theatre und am National Theatre. Außerdem richtete sie am Royal Court Theatre verschiedene szenische Lesungen zeitgenössischer Dramatiker ein. Zuletzt inszenierte sie Falk Richters „Im Ausnahmezustand“ am Londoner Gate Theatre und Philipp Löhles „Die Kaperer“ am Staatstheater Mainz. Nach der Uraufführung von Falk Richters „Krieg der Bilder“ am Staatstheater Mainz wird sie im März 2010 das neue Stück von Dennis Kelly, „The Gods Weep“, für die Royal Shakespeare Company unter anderem mit dem Schauspieler Jeremy Irons inszenieren. [© Staatstheater Mainz]

Weitere Termine am 24. und 30. Januar sowie 23. Februar 2010,jeweils 20 Uhr im TiC Werkraum
Weitere Vorstellungen in Planung

www.staatstheater-mainz.de

Krieg und Frieden
Roman von:
Lew Tolstoi

Zur Koproduktion der Ruhrfestspiele Recklinghausen und des Centraltheater Leipzig:

Premiere Ruhrfestspiele Recklingshausen:
10. Mai 12
Premiere Centraltheater Leipzig: 20. September 12

Regie: Sebastian Hartmann
Bühne: Sebastian Hartmann, Tilo Baumgärtel
Kostüme: Adriana Braga Peretzki
Musik: Apparat (Sascha Ring)
Licht: Lothar Baumgarte
Dramaturgie: Uwe Bautz

Es spielen: Manolo Bertling, Manuel Harder, Matthias Hummitzsch, Guido Lamprecht, Hagen Oechel, Berndt Stübner, Susanne Böwe, Artemis Chalkidou, Janine Kreß, Heike Makatsch, Linda Pöppel, Birgit Unterweger, Cordelia Wege, Jana Zöll

„Ohne falsche Bescheidenheit – es ist wie die Ilias.“ So Lew Tolstoi über sein größtes Werk, das Weltgeschichte und privates Leben in monumentaler Absicht zusammenführt. Sein zwischen 1863 und 1869 entstandenes episches Gemälde vereint einen Familien-, Historien- und Bildungsroman über Europa, den Menschen und die Welt. Über allem die Metaphysik des Titels, die stets mit dem GANZEN spielt. Mit Sein und Tod, mit der Geburt der europäischen Idee aus dem Geist der Unterwerfung, mit der Tragödie des Menschen und dessen Beziehungsunfähigkeit – und mit einer Welt ohne Gott. Zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Sebastian Hartmann und sein 14-köpfiges Ensemble erarbeiten sich Tolstois Werk gemeinsam. Sie durchmessen einen inhaltlichen und poetischen Raum, versuchen, eine gedankliche Quersumme zu bilden aus dieser so revolutionären, formal ausufernden Vorlage: KRIEG UND FRIEDEN, ohne Beginn und ohne Ende, ein Werk, das eine krude, Mitte des 19. Jahrhunderts absolut experimentelle Komposition aus Theorie, Fiktion, Erzählung und Dokument darstellt. [© Centraltheater Leipzig]

www.theater-leipzig.de

Küste (Littoral)

Von: Wajdi Mouawad
und : Isabelle Leblanc

Uraufführung: 1997 (Montréal, Théâtre Ô Parleur/Festival de théâtre des Amériques)
Deutschsprachige Erstaufführung: 19. Februar 2011 (Mainz, Staatstheater Mainz)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz

Premiere:
19. Februar 11 (Deutschsprachige Erstaufführung)

Inszenierung: André Rößler
Bühne: Tine Becker
Kostüme: Simone Steinhorst
Video: Elmar Szücs
Dramaturgie: Katharina Gerschler

Besetzung:

Wilfried:
Lorenz Klee
Vater: Marcus Mislin
Ritter/Jeanne: Andrea Quirbach
Regisseur/Onkel François/Pathologe/Sabbé: Joachim Mäder
Beamter/Tante Marie/Ärztin/Simone: Nicole Kersten
Verkäufer/Tante Lucie/Joséphine: Katharina Knap
Unternehmerin/Onkel Michel/Wazâân: Bernd-Christian Althoff
Onkel Emile/Amé: Tibor Locher

Besprechung auf kulturfreak.de

Ausgerechnet in der aufregendsten Liebesnacht, die Wilfried je hatte, erfährt er vom Tod seines Vaters. Der Vater, den er als Lebenden kaum kannte, wird als Toter höchst lebendig und für Wilfried zum Problem. Unmöglich, ihn zu begraben. Die Familie der Mutter verweigert eine Aufnahme in die Familiengruft. Die Überführung der Leiche in den Libanon, die alte Heimat des Vaters, gerät zur Odyssee. Aufgrund der verlustreichen Kriege sind die Toten im Land längst in der Überzahl und haben alle Grabstellen belegt. Allmählich wird es höchste Zeit, den Vater loszuwerden. Als es Wilfried nach einem beschwerlichen Weg durchs Land endlich gelingt, ihn im Meer zu versenken, hat er Vieles neu erfahren: den Vater, sich selbst und seine eigene von Exil und Entwurzelung geprägte Geschichte.

„Wajdi Mouawad versteht sich und die Protagonisten seiner Stücke als Kinder eines Krieges, als Erben unzähliger geheim gehaltener Geschichten, Traumata, die er auf seinem Theater der einfachen, direkten und plakativen Ästhetik in Zeitreisen durch ganze Familiengeschichten offen legt und damit zu bannen und zu heilen versucht. Es ist ein Theater, das sich ganz bewusst den Trost zum Ziel macht, mit all seinem Pathos und all seiner Naivität.“(Wilfried Sprang, Deutschlandradio Kultur)

André Rößler (*1978) arbeitete zunächst als Schauspieler am Theaterhaus Jena. Im Anschluss studierte er Regie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Nach seiner Diplominszenierung am Deutschen Theater Berlin arbeitete er am Staatstheater Stuttgart, am Schauspielhaus Graz, am Schauspiel Hannover und am Staatstheater Wiesbaden. Am Staatstheater Mainz zeigte er zuletzt „Frühlings Erwachen! (live fast – die young)“ von Nuran David Calis nach Frank Wedekind, das Karl May-Projekt „Durch die Wüste“ und Wajdi Mouawads „Die Durstigen“. [© Staatstheater Mainz]


Weitere Vorstellungen u. a. am 21. Februar sowie am 2., 10., 19. und 30. März 2011, jeweils 19.30 Uhr, Kleines Haus

www.staatstheater-mainz.de

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