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Theater Stückeinfos: K

Kabale und Liebe
Ein bürgerliches Trauerspiel in 5 Aufzügen

Von: Friedrich Schiller
Uraufführung: 13. April 1784 (Frankfurt am Main)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
18. September 10

Inszenierung:  Jan Phillipp Gloger
Bühne: Franziska Bornkamm
Kostüme: Heide Kastler
Musik: 
Matthias Mohr

Mit: Ulrike Beerbaum, Verena Bukal, Johanna Paliatsou, Andrea Quirbach, Stefan Graf, Lukas Piolty, Gregor Trakis, Stefan Walz, André Willmund
 
www.staatstheater-mainz.de

Zur Inszenierung des Theater Aachen:

Premiere:
12. September 10

Inszenierung:  Bernadette Sonnenbichler
Bühne: Jens Burde
Kostüme: Tanja Kramberger
Musik: Martina Eisenreich
Dramaturgie: Inge Zeppenfeld

Besetzung:
 
Präsident von Walter: Karsten Meyer
Ferdinand: Robert Seiler
Hofmarschall von Kalb: Rainer Krause
Lady Milford: Bettina Scheuritzel
Wurm: Thomas Hamm
Miller: Andreas Herrmann
Frau Miller: Elisabeth Ebeling
Luise Emilia: Rosa de Fries
Kammerdiener: Joey Zimmermann


In Schillers mitreißender Liebesgeschichte folgt die Inszenierung von Bernadette Sonnenbichler, die in Aachen bereits erfolgreich „Die Glasmenagerie“, „Törless“ und „ Die Verwandlung“ inszeniert hat, der harschen Kritik des Autors an einem Herrschaftssystem, in dem Willkür, Menschenhandel und tödliche politische Intrigen an der Tagesordnung sind.

www.theater-aachen.de

Zur Inszenierung des Schauspielhaus Hamburg:

Premiere:
12. September 08

Regie und Bühne: Dušan David Parizek
Kostüme: Kamila Polívková
Dramaturgie: Nora Khuon
Licht: Annette ter Meulen

Besetzung:
Präsident von Walter:
Lukas Holzhausen
Ferdinand: Aleksandar Radenković
Hofmarschall von Kalb: Janning Kahnert
Lady Milford: Ute Hannig
Wurm: Philipp Otto
Miller: Michael Prelle
Millerin: Juliane Koren
Luise: Julia Nachtmann

Ferdinand ist verrückt nach Luise und Luise verliebt in Ferdinand. Getrieben von dieser Leidenschaft, wollen die beiden ihre Mesalliance über die Standesschranken hinweg durchsetzen. Denn Ferdinand ist Sohn des herzoglichen Präsidenten und Luise ist Bürgerstochter. Dieses Politikum bleibt nicht lange unangefochten. Angetrieben von dem Interesse, die eigene Macht zu sichern, spinnen der Präsident und sein Sekretär Wurm eine perfide Intrige. In Ferdinand soll Misstrauen gegen Luise gesät und so die Liebe von innen heraus zerstört werden. Der Plan geht auf – die Liebe wird im Kern getroffen und vernichtet, doch die Einschlagstelle ist wesentlich größer als berechnet. Wo zärtliche Verehrung wohnte, ist nun rasende Eifersucht entfacht und löst eine unbeherrschbare Kettenreaktion aus.
Schillers 1783 geschriebenes Drama ist eine grausame Versuchsanordnung über die Liebe. Es gilt herauszufinden, wie weit man sie treiben kann und wann sie, von äußeren und inneren Widersprüchen zerschlagen, zusammenbricht. War zu Schillers Zeit das berühmte Trauerspiel mehr die Kriegserklärung an die herrschenden Zustände und ein Akt der Selbstbefreiung, rücken heute die Fragen nach den inneren Grenzen der Liebe ins Zentrum. Kann man Liebe haben, sie besitzen und ihre Dauerhaftigkeit einklagen? Verwandelt der Verlust jedes zärtliche Gefühl in die Sehnsucht nach Auslöschung des ehemals Geliebten? Ist das Gefühl so vage und leicht, dass es beim ersten Beschuss ins feindliche Lager überläuft? Schiller setzt seine Figuren dieser schonungslosen Zerreißprobe aus, der weder sie noch ihr Ideal der Liebe standhalten können. [© Schauspielhaus Hamburg]

www.schauspielhaus.de

Zur Inszenierung der Burgfestspiele Bad Vilbel:

Premiere:
3. Juli 08

Regie: Harald Demmer
Bühne: Oliver Kostecka
Kostüme: Marion Hauer
Musik: Dennis Scheider

Besetzung:

Präsident von Walter, am Hof eines deutschen Fürsten:
Johann Krummenacher
Ferdinand, sein Sohn: Daniel Mutlu
Hofmarschall von Kalb: Thomas Pohn
Lady Milford, Favoritin des Fürsten: Hanna Jürgens
Wurm, Haussekretär des Fürsten: Martin Müller
Miller, Stadtmusikant, oder wie man sie an einigen Orten nennt, Kunstpfeifer: Ulrich Cyran
Dessen Frau: Ellen Schulz
Luise, dessen Tochter: Sonia Hausséguy
Sophie, Kammerjungfer der Lady: Miriam Kohler
Ein Kammerdiener des Fürsten: Jubril Sulaimon

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Kabale und Liebe
Burgfestspiele Bad Vilbel
Luise (Sonia Hausséguy) und Ferdinand (Daniel Mutlu)
Foto: Eugen Sommer

Das bürgerliche Trauerspiel zeigt eine realistische Sicht der biederen deutschen Bürgerwelt und der lasterhaften Umgebung eines Fürsten. Durch Intrigen wird die nicht standesgemäße Liebe zwischen einer Bürgerlichen und einem Adligen zerstört; sie sterben beide. Die idealistische Liebe des Präsidentensohnes Ferdinands zur schwärmerischen, kleinbürgerlichen Musikertochter Luisa muss tragisch enden, weil sie der Welt der Intrige, Mätressenwirtschaft, Ämtergier und Gewissenlosigkeit nicht standhalten kann. Durch den Tod der beiden Liebenden wird der despotische Präsident und seine machtgierige Gefolgschaft bloßgestellt. So hatte bisher noch niemand mit scharfem Realismus die korrupten Zustände und die im System liegende Skrupellosigkeit, welche menschliche Gefühle zerstört, dramatisch dargestellt.

Inhalt:
Luise lernt die Liebe kennen. Leider mit dem Falschen. So meinen die Väter.
Ferdinand liebt ohne Kompromisse. Nur wen? Wirklich Luise? Oder seinen Drang nach Ablösung vom Vater?


"Die Limonade ist matt, wie deine Seele"
So giftig wie die Limonade, die der liebestolle Ferdinand seiner Luise Miller im letzten Akt von „Kabale und Liebe“ verabreicht, war die Kritik, mit der Karl Philipp Moritz über Schillers Trauerspiel herfiel: Das Stück sei eine „Schande“ und alles, was der Verfasser darin anfasse, werde zu „Schaum und Blase“. Dabei war die Limonade zu Schillers Zeiten noch ohne jeden Zusatz an künstlicher Kohlensäure ausgekommen.

Das kühlende Getränk, das seinen Namen der italienischen „limonata“ und der Limone verdankte, deren Fruchtsaft mit Wasser verdünnt und mit Zucker versüßt wurde, kam im Europa des 18. Jahrhunderts in Mode. Schiller, der den Trunk in den bürgerlichen Haushalt einführte, lässt bis zum Ausschank viel dramatische Zeit fließen, die Ferdinand dazu benutzt, seine giftigen Absichten mit derben Worten zu camouflieren, darunter dem oftmals verballhornten Satz: „Die Limonade ist matt (schwäbisch für: abgestanden) wie deine Seele“.

Luise kostete, lobte den Geschmack und starb bitterlich an dem trüben Wässerchen, das keine Kabale, sondern allein die Liebe gepanscht hatte. Schon im 1. Akt, als die Ränkeschmiede noch gar nicht in Aktion getreten waren, hegte Ferdinand Zweifel an Luisens Liebe, beteuerte zornig, ihre Seele zu durchschauen, und versprach ihr zärtlich, „jeden Tropfen aus dem Becher der Freude... in der Schale der Liebe zu bringen“. Gesagt, getan, mit ein paar Tropfen Arsenik in Limonade. [© Burgfestspiele Bad Vilbel)

www.kultur-bad-vilbel.de

Das Käthchen von Heilbronn oder Die Feuerprobe
Schauspiel in fünf Akten
Von: Heinrich von Kleist (1777-1811

Uraufführung: 17. März 1810 (Wien, Theater an der Wien)

Zur Inszenierung von Das Käthchen von Heilbronn am schauspielfrankfurt:
Für Kinder ab 7 Jahren, Jugendliche und Erwachsene
Von: Jens Gross, nach Heinrich von Kleist

Premiere: 16. November 08

Regie:
Christiane J. Schneider
Bühne: Adriane Westerbarkey
Kostüme: Judith Oswald
Musik: Dietmar Wiesner, Markus Höller
Licht: Frank Kaster
Video: Adriane Westerbarkey, Anna Dischkow, Philipp Batereau
Kampfchoreographie: Annette Bauer
Dramaturgie: Hans-Peter Frings, Raphael Kassner
Regieassistenz: Kerstin Becker
Bühnenbildassistenz: Anna Dischkow
Kostümassistenz: Jessica Mairbichler
Souffleuse: Christine Schneider
Inspizienz: Joachim Möller
Technische Produktionsleitung: Josef Dreker
Technische Einrichtung: Nicola Ramie'
Ton: Philipp Batereau, Mathias Schmidt
Maske: Verena Martin, Patricia Dietz, Anke Scharlach, Lutz Paschke, Bernhard Springer
Requisite: Stefan Markert, Melanie Schales
Regiehospitanz: Andrea Feik
Bühnenbildhospitanz: Katharina Hülse
Kostümhospitanz: Amelie Stockinger

Besetzung:
Käthchen:
Nadja Dankers
Friedrich Wetter, Graf vom Strahl:
Bert Tischendorf
Cherubim:
Felix von Manteuffel
Kunigunde von Thurneck:
Leslie Malton
Theobald Friedeborn:
Andreas Haase
Gottschalk:
Michael Lucke
Rheingraf vom Stein:
Moritz Peters
Eginhardt: Florian Stamm
Bewohner des Waldes: Aliaksandr Arynenka / Andreas Hilberger / Christof Fleischer / Daniel Werner / Lydia Reis / Zana Tonkovic

Besprechung auf kulturfreak.de

KäthchenHeilbronn_schspffm_3042_0658_m©APEnglert
Das Käthchen von Heilbronn
schauspielfrankfurt
Käthchen (Nadja Dankers) und Cherubim (Felix von Manteufel)
Foto:
Alexander Paul Englert

Manchmal sind Träume wirklicher als die Wirklichkeit. Ein schicksalhafter Traum ist es, in dem ein Engel dem fünfzehnjährigen Käthchen von Heilbronn den Grafen Wetter vom Strahl als Geliebten verheißt – und das Mädchen ›wie einen Hund‹ seinem Angebeteten auf Schritt und Tritt folgen lässt. Auch dem Grafen erscheint im Fiebertraum ein Engel und verkündet, er werde die Kaisertochter heiraten. Diese glaubt er in Kunigunde von Thurneck gefunden zu haben. Kunigunde jedoch entpuppt sich als intrigante und besitzgierige Hexe. Sie erkennt in Käthchen die Rivalin und schreckt vor einem Mordversuch nicht zurück. Der Engel hat einiges zu tun, um die richtigen Beiden zusammen zu bringen. Mit dieser kindgerechten Bearbeitung des märchenhaften Ritterschauspiels setzt das schauspielfrankfurt seinen Versuch fort, junge Zuschauer sinnlich an die großen Stoffe der Weltliteratur heranzuführen. [© schauspielfrankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Kalender Boys
Komödie

Von: Kay Kruppa | Frank Pinkus
Uraufführung: 9. Juli 2010 (Bad Vilbel, Burgfestspiele Bad Vilbel)

Zur Inszenierung der Burgfestspiele Bad Vilbel:

Premiere:
9. Juli 2010 (Uraufführung)

Regie: Christian H. Voss
Ausstattung: Haitger M. Böken
Licht: Jan Langebartels
Abendspielleitung: Cecilia Knodt

Besetzung:

Svenja:
Anna Eger
Peter: Heinz Harth
Siegfried: Thomas Kornack
Uwe: Dennis Laubenthal
Rudi: Cyrus Rahbar 
Silvio: Jens Wachholz
Achim: Jan Käfer

Besprechung auf kulturfreak.de

Kalender Boys
Burgfestspiele Bad Vilbel
v.l.n.r.: Siegfried (Thomas Kornack), Rudi (Cyrus Rahbar), Uwe (Dennis Laubenthal),
Silvio (Jens Wachholz), Achim (Jan Käfer), Peter (Heinz Harth)
Foto: Eugen Sommer

Statt andere zu retten, müssen die Männer der freiwilligen Feuerwehr erst einmal sich selbst helfen. Zum zweiten Mal ist den wackeren Feuerwehrleuten die eigene Fahrzeughalle abgebrannt. Zur Blamage kommt der finanzielle Ruin. Die Lösung: Sie entblättern sich für den gute Zweck...

Burgfestspiele 2010 www.kultur-bad-vilbel.de www.ff-badvilbel.de

Kampf des Negers und der Hunde (Combat de nègre et de chiens)

Von: Bernard-Marie Koltès (1948 - 1989)

Zum Gastspiel der Berliner Volksbühne im schauspielfrankfurt:

Premiere:
27. Januar 07

Regie: Dimiter Gotscheff
B
ühne und Kostüme: Katrin Brack
Musik: Bert Wrede
Dramaturgie: Andrea Koschwitz
Licht: Henning Streck
Regieassistenz: Paul-Georg Dittrich
Souffleuse: Alexandra zu Stolberg
Inspizienz: Lisa Ahle
Ton: Josef Rennert, Joachim Steffenhagen
Maske: Patricia Dietz
Requisite: Anette Mahnke, Helmut Stumvoll
Technische Produktionsleitung: Marco Fanke
Technische Einrichtung: Andreas Rasche

Übernahme der Produktion der Volksbühne Berlin, Premiere war dort am 19. November 03

Besetzung:

Hörn: Wolfram Koch
Alboury: Samuel Finzi
Leone: Almut Zilcher
Cal: Milan Peschel
Chor: Mitglieder der Statisterie

Ein schwarzer Arbeiter wird von einem weißen Ingenieur getötet. Alboury, der Bruder des Ermordeten, fordert hartnä¤ckig die Herausgabe der Leiche. Ein einfaches Problem, das aber nicht mehr gelöst werden kann. Denn die Leiche ist längst entsorgt.


Dimiter Gotscheff
Geboren 1943 in Parvomei, Bulgarien. Regisseur. Ging Anfang der sechziger Jahre nach Ostberlin, um dort an der Humboldt- Universität Veterinärmedizin zu studieren; wechselte zur theaterwissenschaftlichen Fakultät über. Schüler und Mitarbeiter von Benno Besson am Deutschen Theater und an der Volksbühne in Ostberlin; ausserdem Assistent von Fritz Marquardt an der Schauspielschule Babelsberg. Erste Inszenierung: Heiner Müllers "Weiberkomödie" in Nordhausen. 1979 verließ er - in Zusammenhang mit der Ausbürgerung Wolf Biermanns - die DDR und kehrte nach Bulgarien zurück. Regiearbeiten an den Theatern von Russe, Sofia und Vratsa; außerdem Übersetzungen von Theatertexten aus dem Deutschen ins Bulgarische (Büchner und Heiner Müller). Er inszenierte u.a. Brechts "Kleines Mahagonny", Büchners "Leonce und Lena", Lessings "Emilia Galotti" sowie mehrere bulgarische Gegenwartsstücke wie Jaborovs "Wenn der Donner schlägt" oder Stratievs "Der Maximalist". Mit seiner Inszenierung von Heiner Müllers "Philoktet" am Theater in Sofia (1983) wurde er schlagartig bekannt. Von Klaus Pierwoß zu einer Gastinszenierung an das Kölner Schauspiel eingeladen, inszenierte Gotscheff dort 1985/86 Heiner Müller "Quartett", seither arbeitet er ausschließlich im Westen. Inszenierungen in Köln u.a.: Lessings "Emilia Galotti" 1986; Euripides "Die Troerinnen" 1988; Strindbergs "Fräulein Julie" 1991 mit Einladung zum Berliner Theatertreffen und Wahl zum Regisseur des Jahres; Heiner Müllers "Der Auftrag" 1992; Tschechows "Die Möwe"; 1993" am Theater Basel: Heiner Müllers "Philoktet" 1987 und Sophokles/Müllers "Ödipus" 1988; am Staatstheater Hannover: Ostrowskis "Gewitter" 1989 und "Der Wald" 1990; Shakespeares/Müllers "Macbeth" 1990. Seit 1990 regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus; seit der Spielzeit 1993/94 als fester Hausregisseur. Regiearbeiten in Düsseldorf u.a.: Georg Seidels "Carmen Kittel" 1990; Pohls "Die schöne Fremde" 1992, Büchners "Leonce und Lena" 1992 und "Woyzeck" 1993; Ekaterina Tomowas "Die vom Himmel Vergessenen" DA 1994
Weiteres: Lothar Trolles Text-Album "Hermes in der Stadt" (1998, Hamburger Schauspielhaus) Hausregisseur von Leander Haußmann am Bochumer Schauspielhaus: Herold Pinters "Asche zu Asche" 1998 Shakespeares "Lear" (1999, Hamburger Schauspielhaus, mit Bierbichler), "Don Quijote" in Bochum in der Jahrhunderthalle.
März 2000, "Viridiana" (Luis Bunuel), Uraufführung im Akademietheater. Am 14. Oktober 2000, "Das Pulverfass" von Dejan Dukovski im Schauspielhaus Graz, im Rahmen des "Steirischen Herbstes".
19. Mai 2001 Der dritte Sektor, von Dea Loher, Uraufführung.
Seine Inszenierungen gelten als »Reisen auf die Nachtseite« der Geschichte und der eigenen
Existenz.

Im Deutschen Theater inszenierte Gotscheff Arthur Millers »Tod eines Handlungsreisenden« und »GERMANIA.Stücke« nach Texten von Heiner Müller. Zuletzt brachte er Ödön von Horväths »Geschichten aus dem Wiener Wald«, »Volpone« von Ben Jonson und "Die Perser" von Aischylos heraus. Ab der Saison 2006/2007 ist er fester Regisseur des Hauses.

am schauspielfrankfurt

Spielzeit 2001/2002: Die Cenci Tragödie von Antonin Artaud in vier Akten und zehn Bildern nach Shelley und Stendhal
Spielzeit 2002/2003: Platonov von Anton Cechov
Spielzeit 2006/2007: Kampf des Negers und der Hunde von Bernard-Marie Koltes, Übernahme von der Volksbühne Berlin


Samuel Finzi
Samuel Finzi wurde 1966 im bulgarischen Plovdiv als Sohn einer jüdisch-bulgarischen Familie geboren. Er studierte Schauspiel an der staatlichen Theater- und Filmakademie Sofia und spielt seit Anfang der 90er Jahre in Deutschland. Hier wurde er besonders durch die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Dimiter Gotscheff bekannt, u.a. durch Tschechows »Die Möwe« am Schauspielhaus Köln (1993), »Germania 3 - Gespenster am Toten Mann« von Heiner Müller am Schauspielhaus Hamburg (1997), »Don Quixote« am Schauspielhaus Bochum (1999) und »Das Pulverfass« von Dejan Dukovski (Koproduktion Steirischer Herbst und Schauspielhaus Graz, 2001). An der Volksbühne Berlin, wo er 2003/04 und 2004/05 fest enagagiert war, steht er derzeit als »Iwanow« in dem gleichnamigen Stück von Tschechow und in Bernard-Marie Koltes' »Der Kampf des Negers und der Hunde« auf der Bühne. Beide Inszenierungen Gotscheffs wurden zum renommierten Berliner Theatertreffen ausgewählt. Am Deutschen Theater Berlin ist Finzi in Aischylos "Die Perser" in der Inszenierung von Dimiter Gotscheff zu sehen. Zu Finzis Film- und Fernseharbeiten gehören »Das Lager« (1990, Regie: Georg! Djulgerov), »Die verbotene Frucht« (1994, Regie: Krasimir Krumov), »Abschied - Brechts letzter Sommer« (2000, Regie: Jan Schütte), »The Devil's Tail« (2000, Regie: Dimitar Petkov), »Meme Dieu est venu nous voir« (2001, Regie: Peter Popzlatev), »Das Wunder von Bern« (2002, Regie: Sönke Worthmann) und Oliver Hirschbiegels »Ein ganz gewöhnlicher Jude« (2005).
Finzis Theater- und Filmarbeit wurde mit zahlreichen Preisen gewürdigt. 1995 wurde er als bester Darsteller Nordrhein-Westfalens ausgezeichnet. Im Jahr darauf erhielt er den Förderpreis der Stadt Düsseldorf. Beim International Television Festival in seiner Geburtsstadt Plovdiv gewann er 2001 den Golden Chest in der Kategorie Bester männlicher Darsteller.

am Schauspielfrankfurt
Spielzeit 2002/2003: Platonov von Anton Cechov, Deutsch von Peter Urban, Spielfassung von Dimiter Gotscheff, Rolle: Michail Vasiljevic Platonov, Dorflehrer
Spielzeit 2006/2007: Kampf des Negers und der Hunde von Bernard-Marie Koltes Übernahme der Produktion von der Volksbühne Berlin, Regie: Dimiter Gotscheff, Rolle: Alboury


Milan Peschel

Ausbildung
Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin

Theater (Auswahl)
ab 1997 Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin

2006
Das große Fressen nach dem Film von Marco Ferreri, Regie: Dimiter Gotscheff, Rolle: Ugo/Milan
Im Dickicht der Städte von Bertolt Brecht, Regie: Frank Castorf, Rolle: George Garga
2005
Schuld und Sühne nach dem Roman von Fjodor M. Dostojewskij, Regie: Frank Castorf
2004
Gier nach Gold nach dem Roman von Frank Norris, Regie: Frank Castorf
2003
Forever Young von Tennessee Williams, Regie: Frank Castorf, Rolle: Tom Junior
Gemeinschaftsproduktion mit den Wiener Festwochen 2003
2003
Kampf des Negers und der Hunde von Bernard-Marie Koltes, Regie: Dimiter Gottscheff, Rolle: Cal
2002
Königsberg von Andrei Nekrasov, Regie: Andrej Nekrassow, Rolle: Rainer
Zeit zu lieben, Zeit zu sterben von Fritz Kater, Regie: Armin Petras
Salzburger Festspiele 2003
Meister und Margarita nach dem Roman von Michail Bulgakow, Regie: Frank Castorf
Gemeinschaftsproduktion mit den Wiener Festwochen 2002

2001
Thalia Theater
Fight City von Fritz Kater, Regie: Armin Petras, Rolle: Steve
Erniedrigte und Beleidigte nach dem Roman von Fjodor M. Dostojwskij, Regie: Frank Castorf, Rolle: Aljoscha
Gemeinschaftsproduktion mit den Wiener Festwochen 2001

2000
Staatstheater Kassel
Hamlet nach William Shakespeare, Regie: Armin Petras, Rolle: Hamlet
Volksvernichtung von Werner Schwab, Regie: Thomas Bischoff, Rolle: Herrmann Wurm
1999
Dämonen nach dem Roman von Fjodor M. Dostojwskij, Regie: Frank Castorf, Rolle: Pjotr Werchowenski
1998
Terrordrom von Tim Staffel, Regie: Frank Castorf, Rolle: Felix
Die schmutzigen Hände von Jean-Paul Sartre Regie: Frank Castorf, Rolle: Slick
1996/97
Neue Bühne Senftenberg
Hamlet von William Shakespeare, Regie: Frank Lienert, Rolle: Hamlet
Rocky Horror Show von Richard O'Brien, Regie: Frank Lienert, Rolle: Riff Riff
1995/96
Hans Otto Theater Potsdam
Klassenfeind von Michail Bulgakow, Regie: Aureliusz Smigiel, Rolle: Vollmond
Leonce und Lena von Georg Büchner, Regie: Alexander Hawemann, Rolle: König Peter

am schauspielfrankfurt Spielzeit 2006/2007
Kampf des Negers und der Hunde von Bernard-Marie Koltes Übernahme der Produktion von der Volksbühne Berlin Regie: Dimiter Gotscheff, Rolle: Cal


Almut Zilcher
Almut Zilcher wurde 1954 in Graz geboren. 1974 schloß sie ihre Ausbildung am Mozarteum in Salzburg ab. Almut Zilcher wurde 1992 von der Fachzeitschrift »Theater heute« zur Schauspielerin des Jahres gekürt. Sie spielte am Thalia Theater Hamburg, am Schauspielhaus Bochum und bei den Salzburger Festspielen. Sie arbeitete eng mit den Regisseuren Adolf Dresen, Leander Haußmann, Werner Schroeter, Karin Beier, Jossi Wieler, Karin Henkel und Hans Neuenfels zusammen. Regelmäßig ist sie zudem in den Inszenierungen von Dimiter Gotscheff zu sehen, wie in Bernard-Marie Koltes' »Kampf des Negers und der Hunde« in der Berliner Volksbühne und in »Germania.Stücke« von Heiner Müller, »Volpone« von Ben Johnson und »Die Perser« von Aischylos am Deutschen Theater.

am schauspielfrankfurt

Spielzeit 2006/2007
Kampf des Negers und der Hunde von Bernard-Marie Koltes, Übernahme der Produktion von der Volksbühne Berlin, Regie: Dimiter Gotscheff, Rolle: Leone

www.schauspielfrankfurt.de
 

Kasimir und Karoline

Von:
Ödön von Horvth
Uraufführung: 18. November 1932 (Leipzig, Schauspielhaus)

Zur Inszenierung am schauspielfrankfurt:

Premiere: 18. Dezember 08

Regie:
Simone Blattner
Bühne: Alain Rappaport
Kostüme: Sabin Fleck
Musik: Christopher Brandt
Video: Bert Zander
Dramaturgie:
Jens Groß
Darsteller:
Roland Bayer, Susanne Buchenberger, Rainer Frank, Nicola Gründel, Christian Kuchenbuch, Joachim Nimtz, Julia Penner, Matthias Redlhammer, Sylvia Schwarz

»Man hat halt oft so eine Sehnsucht in sich – aber dann kehrt man zurück mit gebrochenen Flügeln und das Leben geht weiter, als wäre man nie dabei gewesen… «
Eigentlich wollte sie nur ein Eis essen. Und Achterbahn fahren. Sich halt »ein bisserl amüsieren« auf dem Münchner Oktoberfest. Doch Karoline hat Streit mit ihrem Verlobten Kasimir. Der hat seine Stelle verloren und keine Lust auf Lärm und Trubel. Und dann zweifelt er auch noch an Karolines Liebe – jetzt, wo er arbeitslos ist. So gehen sie getrennte Wege. Kasimir gerät an ein Ganovenpärchen, den Merkel Franz und seine Erna. Und Karoline stürzt sich in die Arme des Zuschneiders Schürzinger. Der hat wenigstens eine Arbeit – und einen Chef, der ein amouröses Abenteuer sucht… Verloren irren die beiden durch Bierdunst, Schießbuden, Achterbahn und lärmende Abnormitäten und stehen am Ende beide vor einem Scherbenhaufen.

Simone Blattner inszeniert Ödön von Horvàths Volksstück KASIMIR UND KAROLINE über die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise im ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts. Die gebürtige Baselerin, die ihr Regie-Studium an der Otto-Falckenberg-Schule in München absolvierte und bei Dieter Dorn an den Münchener Kammerspielen und am Münchener Residenztheater ihre ersten Erfahrungen als Regisseurin machte, ist in Frankfurt am Main keine Unbekannte. Seit 2001 inszeniert sie regelmäßig am schauspielfrankfurt. Neben ihren bemerkenswerten (Ur-)Aufführungen etlicher Stücke von Martin Heckmanns ist sie den meisten Zuschauern aber sicherlich durch ihre einprägsamen Inszenierungen von Friedrich Schillers
DIE JUNGFRAU VON ORLEANS und Georges Feydeaus FLOH IM OHR in Erinnerung.
Diese Inszenierung von 2005 entwickelte sich binnen kurzer Zeit zu einem absoluten Publikumsmagneten und ereichte innerhalb nur eines halben Jahres eine Zahl von 10 000 Besuchern. Nach Horváths Volksstück-Klassiker wird Simone Blattner im Februar 2009 Shakespeares OTHELLO auf die Große Bühne bringen.

www.schauspielfrankfurt.de

Kasper

Von:
Peter Handke
Uraufführung: 11. Mai 1968 (Frankfurt, Theater am Turn)

Zur Inszenierung der Hessischen Theaterakademie in Kooperation mit dem Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
5. Februar 10

Inszenierung: Veit Kassel
Ausstattung: Teresa Rinn
Dramaturgie: Georg Mellert
Sounddesign: Bastian Zimmermann

Mit: Angel Krastev, Daniel Kröhnert, Laura Parker, Tina Witthohn

Staatstheater Wiesbaden: KASPAR in der Wartburg ~ Abschlußarbeit von Veit Kassel
Peter Handkes gesellschaftskritisches Schauspiel Kaspar feiert am Freitag, den 5. Februar 2010 in der Wartburg des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Premiere. Die Inszenierung ist eine Kooperation der Hessischen Theaterakademie mit dem Staatstheater und für Regisseur Veit Kassel das Abschlussprojekt seines Regiestudiums.
Peter Handkes Kaspar unterzieht unsere Vorstellungen von Individualität einer scharfen Kritik: Ein Mensch kommt auf die Bühne, halb Clown, halb Kind. Zu Beginn unartikuliert, grotesk. Standardisierte Sprachmuster, Alltagsweisheiten und Moralvorstellungen machen aus ihm ein Individuum, das ordentlich ‚Ich‘ sagen kann und seine Kleidung nie falsch knöpft. Was Kaspar auf der Bühne durchmacht, findet tagtäglich statt: sich Anpassen, den anderen aufs Maul schauen um ihnen danach zu reden, sich gleichzeitig selbst behaupten und selbst verleugnen. Nicht Eigenständigkeit, sondern Leben in vorgegebenen Formen wird von der Gesellschaft belohnt.
Veit Kassels Adaption von Handkes modernem Klassiker gibt dem gesellschaftlichen Anpassungsdruck ein Gesicht. Vier Darsteller – ein Gebärdensprachler, eine Tänzerin, eine Schauspielerin und ein Bulgare – werfen sich hier mit ihrer jeweils eigenen Ausdrucksform auf die Bühne. Abwechselnd Gleichmacher und Gleichgemachter, unterziehen sie sich reihum dem Kaspar-Prozess.
Veit Kassel wurde 1982 in Mülheim an der Ruhr geboren. Nach eigenen Regiearbeiten in der Schulzeit und im Rahmen der Regiewerkstatt des Schauspiels Bochum studiert er seit 2005 Schauspielregie an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt. Am Staatstheater Wiesbaden war er bereits im Juni 2009 beim Thementag ‚Erbgut‘ mit der Stückentwicklung ‚Kon.fusion‘ (in Zusammenarbeit mit dem Autor Björn Deigner) präsent.

www.staatstheater-wiesbaden.de   www.du-bist-kaspar.de

Die Katze auf dem heißen Blechdach
Cat on a Hot Tin Roof

Von: Tennessee Williams (26. März 1911 - 24. Februar 1983)
Uraufführung: 24. März 1955 (New York, Morosco Theatre)
Deutsche Erstaufführung: 26. November 1955 (Düsseldorf, Schauspielhaus )
Verfilmungen:
- 1958 (mit Elizabeth Taylor und Paul Newman)
- 1976 (mit Natalie Wood & Laurence Olivier)
- 1985 (mit Jessica Lange & Tommy Leee Jones

Zur Inszenierung des English Theatre Frankfurt:

Premiere:
1. September 07
Spielzeit bis: 28. Oktober 07


Director / Regie: Jonatan Fox
Set Designer / Bühne: Neil Prince
Costume Designer / Kostüme: Herbert Ehrhardt
Lighting Designer / Licht: Brenda M. Veltrie
Sound Designer / Ton: David Gumpper
NYC Stage Manager: Pamela Edington

Besetzung (in alphabetischer Reihenfolge):

Big Mama:
Peggy Cosgrave
Brick: Quincy Dunn-Baker
Preacher: James Morgan
Doctor: Philip Lewis
Gooper: Jay Russell
Maggie: Amy Lynn Stewart
Big Daddy: John Robert Tillotson
Mae: Jessica Wortham

INHALT:

Brick, ein junger Mann um die 30, hat sich widerwillig von seiner Frau Maggie dazu
überreden lassen, zum Geburtstag seines Vaters nach Hause zu fahren. Sein Vater „Big Daddy", das Oberhaupt der Familie, ist jedoch vorerst aufgrund chronischer gesundheitlicher Probleme noch im Krankenhaus. Am nächsten Tag kehrt Big Daddy nach Hause zurück. Die Ärzte bescheinigten ihm beste Gesundheit. Er wird am Flughafen von seinem zweiten Sohn Gooper, dessen Frau und Kindern und von Maggie abgeholt. Brick, inzwischen mit Gips und Krücken, wollte nicht mitkommen. Sie fahren zum Gutshaus, wo die Geburtstagsfeierlichkeiten vorbereitet sind. Brick ist auf seinem Zimmer und trinkt. Er will weder von seinem Vater noch von seiner Frau etwas wissen, will nicht zur Feier in den Garten gehen, geschweige denn seinem Vater das von Maggie gekaufte Geschenk überreichen. Bricks Frau Maggie wie auch der andere Sohn Gooper und seine Frau Mae sind jedoch nicht ganz uneigennützig zur Feier gekommen: im Zweifel über den gesundheitlichen Zustand des Vaters trachten sie danach, die riesigen Ländereien von Big Daddy übernehmen zu können. Nur Brick hat daran nicht das geringste Interesse. Er ist nach dem Tod seines Freundes Skipper ein Trinker geworden, verschwiegen und resigniert. Er wirft sich insgeheim vor, seinem Freund in einer schweren Situation nicht geholfen zu haben und an seinem Tod schuld zu sein. Seiner Frau hält er vor, ihn in dieser Situation mit Skipper betrogen zu haben. Seinem Vater gegenüber empfindet er ebenfalls keine Zuneigung, weil dieser nur Interesse für Geld und seine Ländereien habe. Maggie, die Brick liebt und von ihm ein Kind will, leidet zwar unter Bricks Abneigung, ja seinem Hass ihr gegenüber, will aber um ihn kämpfen.

Aufgrund der Zensur wurde der Aspekt der Homosexualit
ät aus der literarischen Vorlage nach Tennessee Williams völlig außer Acht gelassen, weshalb der Autor seinen Lesern abriet den Film zu sehen.

DER AUTOR:
Tennessee Williams (* 26. März 1911 in Columbus, Bundesstaat Mississippi; t 25. Februar 1983 in New York City; eigentlich Thomas Lanier Williams war ein US-amerikanischer Schriftsteller. Den Spitznamen „Tennessee" erhielt er von Collegefreunden an der University of Missouri, weil sein Vater im Bundesstaat Tennessee geboren wurde.

Tennessee Williams wuchs in Columbus/Mississippi auf. Von 1929 bis 1932 studierte er Publizistik und Theaterwissenschaften an der Columbia University (Missouri); nach Abbruch des Studiums jobbte er als Arbeiter in einer Schuhfabrik. In New York besuchte er die Kurse von Erwin
Piscator (deutscher Regisseur und Theatererneuerer, Impulsgeber des Epischen Theaters und einer der bedeutendsten Vertreter des politischen Theaters.) für junge Dramatiker. Bevor Williams 1944 mit The Glass Menagerie seinen ersten Bühnenerfolg feiern konnte, wurde das Script für dieses Stück während eines kurzen, erfolglosen Gastspiels in Hollywood abgelehnt. Seine schwierigen Familienverhältnisse finden teilweise Widerhall in seinem schriftstellerischen Werk. Sein Vater, Cornelius Williams, ein Handelsreisender für Schuhe, schlug seine Kinder. Die Mutter, Edwina Williams, stammte aus einer vormals wohlhabenden Südstaatenfamilie.

Die Figuren in Tennessee Williams' Schauspielen werden oft vor seinem Familienhintergrund gesehen. Auch die Hauptfigur in Cat on A Hot Tm Roof, Brick Pollitt, weist starke autobiographische Z
üge auf. Vor allem war Williams jedoch ein Autor des Südens der USA. New Orleans, das Delta des Mississippi und die Küste des Golfs von Mexiko sind Schauplätze seiner Stücke. Und so diente neben den autobiographischen Bezügen vor allem das Bild der puritanisch-bürgerlichen Südstaatengesellschaft als Vorlage zahlreicher seiner Theaterstücke. Kritiker rechnen Williams' Stil der Südstaatengothik zu.

Tennessee Williams erstickte am 24. Februar 1983 im Alter von 71 Jahren in seiner New Yorker City-Residenz im Hotel Elysee an einem Flaschenverschluss, wie er für Nasensprays benutzt werden. Der untersuchende Rechtsmediziner ging von einem natürlichen Tod aus, andere (u. a. sein Bruder Dakin Williams) nehmen an, er sei ermordet worden. Beerdigt wurde er in St. Louis. [Q, & © English Theatre Frankfurt]

THEATERSTÜCKE - AUSZÜGE:
1944 - The Glass Menagerie (Die Glasmenagerie. Ein Spiel der Erinnerung)
1947 - A Streetcar Named Desire (Endstation Sehnsucht)
1950 - The Rose Tattoo (Die t
ätowierte Rose)
1955 - Cat On a Hot Tin Roof (Die Katze auf dem heißen Blechdach)
1961 - The Night of the Iguana (Die Nacht des Leguan)

www.english-theatre.org

Das Stück war in dieser Inszenierung am 31. Oktober 07 auch im Theater Basel zu sehen.
 

Kein Schiff wird kommen

Von:
Nis-Momme Stockmann
Werkauftrag des tt-Stückemarktes 2009 und des Schauspiel Stuttgart
Uraufführung: 19. Februar 2010 (Schauspiel Stuttgart)

Zur Inszenierung des Schauspiel Stuttgart:

Premiere:
19. Februar 10 (Uraufführung; Depot)

Regie: Annette Pullen
Bühne und Kostüme: Iris Kraft
Dramaturgie: Kekke Schmidt

Mit: Matthias Kelle, Lisa Wildmann und Jens Winterstein

Ein junger Autor hat den Auftrag, ein Stück über die Wende zu schreiben. Aber er war ein Kind, als die Mauer fiel, und wuchs fern von Berlin auf: auf der Nordseeinsel Föhr. Kein innerer Bezug verbindet ihn mit dem Thema, außer der an ihn gestellten Forderung von Dramaturgen, Intendanten und Lektoren, dass sein Stück "welthaltig" und "nachhaltig" zu sein habe. Nun erhofft er sich Aufschluss von seinem Vater, den er auf der heimatlichen Insel aufsucht. Mit diesem begibt er sich in Gespräche über die damalige Zeit, die er als Material aufzeichnet, ohne recht davon überzeugt zu sein. Dabei stößt er allerdings auf verschüttete Erinnerungen an seine Mutter, die ihn weit mehr in Bann ziehen als das offizielle Geschehen der Zeit.
Die Geschichte vom jungen Mann, der ein politisches Drama sucht und eine Familientragödie findet, schrieb der 28jährige Nis-Momme Stockmann im Auftrag des Theatertreffen-Stückemarktes 2009 und des Schauspiel Stuttgart. Neben diesem Preis erhielt er auch Jury- und Publikumspreis beim Heidelberger Stückemarkt für sein Drama "Der Mann, der die Welt aß", das im Dezember 2009 in Heidelberg uraufgeführt wird. Außerdem ist Nis-Momme Stockmann für drei Jahre Hausautor am Schauspiel Frankfurt.
Die 1974 geborene Regisseurin Annette Pullen, die in der vergangenen Spielzeit Dea Lohers "Fremdes Haus" am SCHAUSPIEL STUTTGART inszeniert hat, arbeitet u.a. am Thalia Theater Hamburg, Theater Magdeburg, Schauspielhaus Bochum, Schauspiel Essen und dem Deutschen Theater Berlin. [© Schauspiel Stuttgart]

www.staatstheater.stuttgart.de/schauspiel

Die Kleinbürgerhochzeit:
Von:
Berthold Brecht
Uraufführung: 11. Dezember 1926 (Frankfurt, schauspielfrankfurt]

Zur Inszenierung am schauspielfrankfurt:

Premiere:
27. September 08

Regie und Bühne: Alexander Brill
Kostüme: Henrike Bromber
Musik: Günter Lehr
Dramaturgie: Hans-Peter Frings
Regieassistenz: Ute Bansemir
Bühnenbildmitarbeit: Jana Lünsmann
Inspizienz: Thomas Nossek
Technische Produktionsleitung: Laura van Haperen
Technische Einrichtung: Nico Ramie'
Ton: Bernd Leinberger, Oliver Blohmer
Maske: Bernhard Springer
Requisite: Anja Becker, Markus Öhlinger
Regiehospitanz: Sengül Yalcin-loannidis

Besetzung:
Der Vater der Braut:
Christoph Busch
Die Mutter des Bräutigam: Marzieh Alivirdi
Die Braut: Anja Arncken
Ihre Schwester: Lea Steiger
Der Bräutigam: Hadi Khanjanpour
Sein Freund: Arasch Farugie
Die Freundin der Braut: Janine Maschinsky
Ihr Mann: Tobias Weissert
Der junge Mann: Ilyas Kariouh
Der Fremde: Johannes Wachsmuth
Alleinunterhalter: Günter Lehr (Keyboard)

Besprechung auf kulturfreak.de

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Die Kleinbürgerhochzeit
schauspielfrankfurt, lionsclub
Ensemble
Foto:
Alexander Paul Englert

DIE KLEINBÜRGERHOCHZEIT ist die letzte Produktion, die Alexander Brill im Rahmen seines laiensclub am schauspielfrankfurt auf die Bühne bringen wird. In dieser Spielzeit feiert der laiensclub, der 1984 als Schülerclub mit DER DRA-DRA von Wolf Biermann seine erste Premiere hatte, sein 25jähriges Bestehen und gleichzeitig seine letzte Saison. Über dreißig erfolgreiche Inszenierungen mit etwa tausend Vorstellungen machten Alexander Brill und sein „Laien-Ensemble“ zu einem wichtigen Integrationspunkt der Stadt. Am Anfang stand die Frage, wie man Jugendliche für das Theater begeistern könnte. Und was ist nahe liegender als das „Selberspielen“. Aus einem ambitionierten Projekt für Jugendliche hat sich im Laufe der Jahre eine Theaterform entwickelt, die am schauspielfrankfurt zu einer Institution gereift ist. Als sich herauskristallisierte, dass nicht ausschließlich jugendliche Laien an den Inszenierungen mitwirken, war eine Änderung des Namens in laiensclub im Jahr 2001 eine folgerichtige Konsequenz.

Zum Inhalt:
Die Braut ist schwanger, der Bräutigam eifersüchtig auf seinen Freund, die Gäste können sich nicht leiden und am Ende gehen die selbstgebauten Möbel des Bräutigams in die Brüche: Alexander Brill inszeniert Bertolt Brechts 1919 entstandene und in Frankfurt am Main am Schauspielhaus 1926 uraufgeführte Familiengroteske als Multikulti-Ereignis mit Darstellern des laiensclub und der neu gegründeten theaterperipherie. Wenn Familie Deutschland Hochzeit feiert, wird das bei dem Frankfurter Regisseur zu einer Familienzusammenführung der besonderen und vor allem globalisierten Art. Alle Generationen, mit und ohne Migrations-hintergrund, haben sich in der Wohnung des Brautpaares versammelt, um eine Hochzeit zu feiern, welche nach und nach im absoluten Chaos versinkt.

Zur letzten Inszenierung des laiensclub bedankt sich schauspielfrankfurt bei Alexander Brill, der mit seinem unermüdlichen Engagement ein besonderes Stück Frankfurter Stadt- und Theatergeschichte geschrieben hat. In jedem Ende steckt bereits ein Anfang. Alexander Brill gründete in der Spielzeit 2007/08 die theaterperipherie, die in Koproduktion mit schauspielfrankfurt arbeitet.


Alexander Brill (Regie und Bühnenbild)
Alexander Brill, geboren 1944 in Bayrischzell, studierte Germanistik, Soziologie und Theaterwissenschaften in München. Von 1966-1968 absolvierte er eine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Nach zahlreichen Engagements u. a. in Braunschweig, Frankfurt, Freiburg, München, Wiesbaden und Zürich wurde er 1984 Leiter des Schülerclub Schauspiel Frankfurt, der seit der Spielzeit 2001/2002 laiensclub Schauspielfrankfurt heißt. Fast dreißig Aufführungen in der Regie von Alexander Brill hat der Schüler- bzw. laiensclub seit seiner Gründung herausgebracht, zuletzt „Kleiner Mann, was nun?" nach dem Roman von Hans Fallada (2006) und „Ich bin nur vorübergehend hier" von Tankred Dorst (2007). „Die Kleinbürgerhochzeit" wird die letzte Inszenierung des laiensclub sein. Ein neues Projekt mit dem Titel „theaterperipherie", das Alexander Brill 2008 ins Leben gerufen hat, wird in anderer Form an die Arbeit des laiensclub anknüpfen. Im Zentrum stehen Inszenierungen mit Darstellern aus verschiedenen Kulturen zu brisanten sozialen und kulturellen Themen. Als erste Inszenierung innerhalb der Projektreihe gelangte das Stück „Ehrensache" von Lutz Hübner im Januar 2008 zur Aufführung.

Henrike Bromber (Kostüme)
Die gebürtige Frankfurterin Henrike Bromber sammelte nach dem Abitur und der Ausbildung zur Damenschneidermeisterin erste Berufserfahrung an den Städtischen Bühnen Frankfurt als Kostümassistentin und Kostümbildnerin. Anschließend absolvierte sie in Hamburg ein Studium zur Gewandmeisterin und war währenddessen für Kostümausstattungen in Frankfurt und Hamburg verantwortlich. Von 1994-1998 war sie am Theater Vorpommern als Kostümdirektorin und Ausstatterin für viele, oft zeitgenössische Opern tätig. Seitdem ist sie als freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin beschäftigt, mit regelmäßigen Gesamtausstattungen für das Schauspielfrankfurt sowie mit Kostümbild an zahlreichen Opernhäusern im In- und Ausland wie Staatsoper Hamburg, Semperoper Dresden, Aalto Theater Essen, Opera de Nantes und Nikkikai Opera Tokyo. Mit Alexander Brill und dem laiensclub verbindet sie inzwischen eine zehnjährige Zusammenarbeit.

Günter Lehr (Musikalische Leitung, Alleinunterhalter)
Günter Lehr, geboren 1954, studierte in Frankfurt Musik und Mathematik und schloss 1985 mit der Künstlerischen Reifeprüfung für Klavier ab. Seit 1979 arbeitete er als Schauspielmusiker und Komponist zunächst in Frankfurt, später an vielen deutschsprachigen Bühnen u. a. in Stuttgart, Wiesbaden, Darmstadt, Weimar, Heidelberg, Freiburg, Wien und Düsseldorf. Mit Alexander Brill arbeitet er seit 25 Jahren zusammen und hat u.a. die Musicals „Hair", „Black Rider" und „Shockheaded Peter" musikalisch geleitet. Außerdem unterrichtet er die Schauspielklasse der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst im Fach Chanson. Neben der „Kleinbürgerhochzeit" in Frankfurt sind zurzeit seine Produktionen „Mutter Courage und ihre Kinder" in Wuppertal und „Bluesbrothers" in Dortmund zu sehen. Seine nächste Premiere ist „Robin Hood" am Kölner Schauspiel.

Hadi Khanjanpour (Der Bräutigam)
Hadi Khanjanpour wurde am 2. Mai 1982 irO[eheran geboren. Zu dieser Zeit befand sich Iran im Krieg mit dem Irak. Dieser Krieg, die Diktatur und die mangelnden Bildungschancen machten die Situation für die Familie unerträglich, so dass sie 1986 nach Deutschland floh. Es folgten wechselnde Aufenthalte in verschiedenen Asylbewerberheimen in Hessen, bevor die Familie 1990 endgültig nach Offenbach umziehen konnte. Hadi besuchte mehrere Schulen. Nach der 10. Klasse wechselte er aufs Gymnasium und legte 2001 das Abitur ab. Danach leistete er Zivildienst bei einem Behindertenfahrdienst in Offenbach. Seit 2002 studiert er an der Technischen Universität Darmstadt Sportinformatik. Er ist seit 2008 Mitglied von theaterperipherie und spielt den Sinan in „Ehrensache" von Lutz Hübner.

Janine Maschinsky (Die Freundin der Braut)
Janine Maschinsky wurde am 30. September 1974 in Frankfurt am Main geboren. Sie ist Frankfurterin mit Herz und Seele und studiert zurzeit - ebenfalls mit Herz und Seele - an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Sie ist Mitglied des Schüler-/ laiensclub seit 1996.

Lea Steiger (Die Schwester der Braut)
Lea Steiger wurde am 10. Mai 1983 in Frankenthal in der Pfalz geboren. In einer Waldorfschule sammelte sie erste Erfahrungen auf der Bühne. Nach sechs Monaten als Au-Pair in Paris folgte ein Studium der Theaterwissenschaft an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Obwohl sie auch hier Gelegenheit zum Theater spielen hatte, blieb ihr das Studium zu theoretisch. Zurzeit lebt sie in Wiesbaden, und das Ende ihres Innenarchitekturstudiums naht.

Tobias Weissert (Der Mann der Freundin der Braut)
Tobias Weissert wurde 1941 Berlin geboren. Er besuchte die Waldorfschule in Stuttgart und studierte anschließend Kunstgeschichte, Geschichte und Literaturwissenschaft in Kiel, Freiburg und Stuttgart. Die Studentenbewegung hat seine berufliche Richtung verändert. Er wurde Lehrer und hat später 30 Jahre in der Erwachsenenbildung gearbeitet, in der beruflichen Rehabilitation. In seiner Jugend hat er oft Theater gespielt und trug sich zeitweise mit dem Gedanken, Schauspieler zu werden. Mit seiner Mitwirkung in der Inszenierung des laiensclub „Ich bin nur vorübergehend hier" konnte er an den Traum seiner Jugend wieder anknüpfen.

Johannes Wachsmuth (Der Fremde)
Johannes Wachsmuth wurde am 4. Mai 1988 in Frankfurt/Main geboren. Er geht in die 13. Klasse der Wöhlerschule und wird dieses Jahr dort sein Abitur ablegen. Nach dem Abitur will er an der Filmhochschule München Filmregie studieren. 2006 war er ein halbes Jahr als Austauschschüler in den USA, wo er am High-School-Theater die Hauptrolle in Shakespeares „Much ado about nothing" („Viel Lärm um nichts") spielte. Außerdem war er in Frankfurt ein Jahr auf der Musical and Stage School.

Marzieh Alivirdi (Die Mutter des Bräutigams)
Marzieh Alivirdi wurde am 31. Mai 1960 in Teheran geboren Während des Irak-Iran-Krieges 1986 kam sie mit ihren beiden Kindern (u.a. Hadi Khanjanpour, der den Bräutigam in „Die Kleinbürgerhochzeit" spielt) und ihrem Mann nach Deutschland, um ihren Kindern eine bessere Zukunft zu verschaffen. In Deutschland arbeitete sie als Zahnarzthelferin. Das Theaterspielen gehört seit über 35 Jahren zu ihrem Leben dazu.

Anja Arncken (Die Braut)
Anja Arncken wurde 1981 in Freiburg geboren, lebt aber, seit sie denken kann, in Frankfurt. Nach dem Abitur begann sie, Kunst an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach zu studieren und steht nun kurz vor dem Diplom. „Die Kleinbürgerhochzeit" ist ihre vierte Inszenierung unter der Regie von Alexander Brill (nach „Sportstück", „Kleiner Mann, was nun?" und „Ehrensache"). Theater spielen bezeichnet sie für sich selbst als „eine Bereicherung und einzigartige Erfahrung".

Christoph Busch (Der Vater der Braut)
Christoph Busch wurde 1938 in Witten/Ruhr geboren, wo er auch die Schule besuchte. In Wuppertal, Tübingen und Göttingen studierte er Theologie, ergänzend Journalismus und Pädagogik. Bis zu seiner Pensionierung war er evangelischer Pfarrer in unterschiedlichen Aufgabenbereichen, zuletzt in Frankfurt-Bockenheim, aber auch in der deutschen Gemeinde in Abu Dhabi und Dubai. Er ist verheiratet mit Veronika Busch. Im Urlaub streunen sie am liebsten durch fremde Städte. Zu ihrer Patchworkfamilie gehören vier Kinder und sechs Enkelkinder. Seine Hobbys sind Literatur und Kochen. Er hat seit 2002 in drei Produktionen des laiensclub mitgespielt.

Arasch Farugie (Der Freund des Bräutigams)
Arasch Farugie wurde am 2. Mai 1988 in Kabul geboren. 1 992 floh er mit seinen Eltern und seinen beiden Geschwistern wegen des Bürgerkriegs in Afghanistan nach Deutschland. Es folgten Aufenthalte in verschiedenen Asylbewerberheimen in der Nähe von Leipzig. Nach mehreren Anschlägen von Rechtsradikalen auf die Heime kam die Familie zunächst bei Bekannten in Bad Schwalbach unter, bevor sie in der Nähe von Frankfurt einen festen Wohnsitz fand. Arasch legte im Juni 2008 sein Abitur ab und will Medizin oder Mathematik und Sport auf Lehramt studieren. Er ist seit 2008 Mitglied von theaterperipherie und spielt den Cem in „Ehrensache" von Lutz Hübner.

llyas Kariouh (Der junge Mann)
llyas Kariouh wurde am 19. Juni 1988 Marokko geboren. Im Alter von acht Jahren holten seine Eltern ihn und seinen älteren Bruder nach Deutschland. Zuvor lebte er bei seinen älteren Schwestern. In Deutschland wollten seine Eltern ihm ein finanziell gesichertes Leben ermöglichen, das er in Marokko nicht gehabt hätte. 2008 legte llyas sein Abitur an der Weibelfeld-Schule in Dreieich ab und wird - „so Gott will" - demnächst ein Studium im Fach Hotelmanagement aufnehmen. Seit 2008 ist er Mitglied von theaterperipherie.

               [© schauspielfrankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Die kleine Hexe
Kinderbuch von Otfried Preußler (aus dem Jahre 1957)

Uraufführung als Live-Hörspiel: 13. Februar 2010 (Frankfurt, Schauspiel Frankfurt)

Zur Produktion des Schauspiel Fankfurt als Live-Hörspiel:

Premiere:
Am 13. Februar 10 (Uraufführung; Kammerspiele)
Für die ganze Familie / ab 5 Jahren

Von und mit: Stefan Kaminski und Sebastian Hilken

Licht: Jan Walther
Dramaturgie: Andreas Erdmann
Regieassistenz: Alexander Frank
Bühnenbildassistenz: Mathieu Zahn
Techn. Produktionsleitung: Marco Fanke
Techn. Einrichtung: Christof Bednorz
Ton: Franziska Rudolphi, Bernhard Klein
Requisite: Markus Öhlinger


Es war einmal eine kleine Hexe, die war erst einhundertundsiebenundzwanzig Jahre alt, und das ist für eine Hexe ja noch gar kein Alter. Darum durfte sie in der Walpurgisnacht auch noch nicht mit den großen Hexen um den Blocksberg jagen. Sondern musste tief im Wald in ihrem schiefen Häuschen sitzen und die Zaubersprüche aus dem dicken Hexenbuch auswendig lernen. Als sie sich dann aber trotzdem auf den Blocksberg schleicht, wird ihr zur Strafe der Besen weggenommen und verbrannt. Und einen neuen soll sie erst bekommen, wenn sie eine gute Hexe geworden ist. Aber was ist eine gute Hexe?

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Die kleine Hexe
Live-Hörspiel nach Otfried Preußler / Schauspiel Frankfurt
Stefan Kaminski
Foto:
Alexander Paul Englert

Der Berliner Schauspieler Stefan Kaminski, der »Mann der 1000 Stimmen«, entwickelte in den vergangenen Jahren das Genre des Kaminski ON AIR-Live-Hörspiels und machte es zur Erfolgsmarke auf Berliner Bühnen. Was mit einem ausgeleierten Kassettendeck und einem alten Mikrofon begann, sind heute multi-instrumentale Hör-Abenteuer geworden , mit Live-Musik, Geräuschen und einem Schauspieler, der die Kunst des Stimmen-Morphings nicht nur selbst erfunden hat, sondern auch perfekt beherrscht. Schließt man die Augen, »sieht« man ein Hörspiel – lässt man sie offen, sieht man, wie es entsteht. Wer also endlich in Surround-Klang hören möchte, wie die kleine Hexe um den Blocksberg saust, sollte zu Kaminski ON AIR in die Kammerspiele kommen. »Kaminski ON AIR: Die kleine Hexe« ist eine Klangreise, die sich nicht nur für Verliebte, Familien und Kinder, für diese aber ganz besonders eignet.



Stefan Kaminski, der »Mann der 1000 Stimmen«, wird 1974 in Berlin geboren. In den 1990er Jahren beginnt er mit einem ausgeleierter Kassettendeck und einem alten Mikro mit Hörspielimitationen und Stimmenmorphing zu experimentieren. Seine Laufbahn als Schauspieler und Sprecher beginnt er 1996 beim Rundfunk. Nach einem Schauspielstudium an der Hochschule Ernst Busch ist Kamiski ab 2001 am Deutschen Theater Berlin engagiert, wo er sein Genre des Live-Hörspiels perfektioniert. Hier entsteht in den Jahren 2007 -2009 der komplette Ring des Nibelungen »on air«.

Sebastian Hilken, geboren 1961 in Bremen. Nach einer Grundausbildung am Cello studierte er in Berlin praktische und theoretische Musikethnologie. Es folgten autodidaktische Studien in Komposition, Percussion und Kontrabass. Seit 25 Jahren arbeitet Hilken mit anderen Komponisten und Musikern, sowie mit Film-, Tanz- und Theaterregisseuren zusammen. Mit einigen dieser Produktionen war er auf internationalen Festivals zu Gast.  [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Kleiner Mann was nun?

Roman von:
Hans Fallada (1893-1947)

Zur Inszenierung des Theater Aachen:

Premiere:
20. März 10

Inszenierung: Thomas Oliver Niehaus
Bühne und Kostüm: Barbara Steiner
Musik: Malcolm Kemp
Dramaturgie: Sibille Hüholt
 
Mit:
Philipp Manuel Rothkopf, Julia Brettschneider, Karsten Meyer, Anne Wuchold, Bettina Scheuritzel, Rainer Krause, Björn Büchner
Das Kleine-Mann-Trio: Malcolm Kemp, Uwe Böttcher, Samuel Reissen
 
www.theater-aachen.de

Zur Inszenierung des Berliner Theater am Kurfürstendamm:
Bearbeitung von Gil Mehmert und Volker Bürger
Kooperation mit dem Altonaer Theater Hamburg


Premiere: 31. Januar 10

Regie: Gil Mehmert
Bühne: Steffi Bruhn
Kostüme: Stella Belli

Mit: Franziska Hackl, Dominic Oley, Nina Petri, Peter Franke/ Uwe Karpa, Dirk Hoener, Matthias Pantel und Axel Riemann

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Kleiner Mann was nun?
Theater am Kurfürstendamm
Nina Petri und Dominic Oley spielen in Gil Mehmerts Inszenierung des hochbrisanten Klassikers "Kleiner Mann, was nun?" von Hans Fallada.
Foto: Joachim Hiltmann

Mit „Kleiner Mann, was nun?“ hat Hans Fallada 1932 einen Roman über die Angst vor dem sozialen Abstieg und die Liebe in schwierigen Zeiten geschrieben.
Gil Mehmert und Volker Bürger haben den immer noch aktuellen Klassiker für die Bühne bearbeitet.
„Geld ist nicht die Lösung. Arbeit würde helfen, ein bißchen Hoffnung würde helfen“, findet Lämmchen, die Frau von Johannes Pinneberg, als jemand ihr in einer schwierigen Situation mit Geld unter die Arme greifen will. Für sie steht fest, dass es nicht nur darum geht irgendwie zu überleben, sondern in Würde zu überleben. Gegen die harte wirtschaftliche Realität versucht sie ihr kleines Familienglück auch in schwierigen Zeiten aufrechtzuerhalten.
Ihr Mann, der rechtschaffene Pinneberg, hat unverschuldet seine Stellung in einer Futtermittelhandlung verloren. Daraufhin zieht das junge Paar mit neuer Hoffnung in die Großstadt Berlin. Dort findet Pinneberg eine Anstellung als Verkäufer im Textilwarenhaus - doch nach der Geburt seines Sohnes kann er seine Zielvorgaben nicht mehr einhalten . Er wird entlassen, ein weiteres Mal muss die junge Familie umziehen. Schließlich finden die drei in einer Gartenlaube ein neues Zuhause.
„Kleiner Mann, was nun?“ ist einer der großen Gesellschaftsromane der Weimarer Republik. Hans Fallada erlangte damit internationale Anerkennung.
Gil Mehmerts Inszenierung des hochbrisanten Klassikers zeichnet sich durch ein wandlungsfähiges Ensemble von Schauspielern (u. a. Nina Petri und Peter Franke) und Musikern aus. Mehmerts Verknüpfung von Schauspiel, Musik und Gesang berührt durch seine einzigartige Ästethik.
Die Tageszeitung „Die Welt“ schrieb nach der Premiere am Altonaer Theater über den Regisseur: „(er) gießt (...) die Geschichte vom Überlebenskampf eines Kleinbürgerpaares, das nichts hat als sich selbst, in eine quirlige, turbulente, manchmal fast poppige Revue, die nicht am heiligen Ernst erstickt. Dabei kann er sich auf ein formidables Ensemble verlassen.“


Die Darsteller

Nina Petri
... spielt die Mutter von „Lämmchen“ und übernimmt weitere Rollen. Sie schloss 1987 ihre Ausbildung an der Westfälischen Schauspielschule Bochum ab. Es folgten Engagements am Westfälischen Landestheater Castrop-Rauxel und am Theater Heilbronn, bevor sie für das Fernsehen entdeckt wurde. In Klaus Emmerichs „Rote Erde“ wurde sie von der Kritik hoch gelobt. Sie konzentrierte sich zunächst auf Filmrollen und spielte u.a. in Sönke Wortmanns „Allein unter Frauen“, Doris Dörries „Happy Birthday, Türke“ und Sherry Homanns „Leise Schatten“. Für ihre Charakterstudie der von ihrem Vater und von ihrem Ehemann unterdrückten Hauptfigur Maria in Tom Tykwers Drama „Die tödliche Maria“ erhielt die Schauspielerin 1994 den Bayerischen Filmpreis. Sie wurde sowohl für „Bin ich schön?“ (Regie: Doris Dörrie) als auch für „Lola rennt“ (Regie: Tom Tykwer) als beste Nebendarstellerin mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet und erhielt für „Am Tag als Bobby Ewing starb“ von Lars Jessen den Max-Ophuels-Preis. In den vergangenen Jahren spielte sie außerdem u. a. in „Der alte Affe Angst“ (Regie: Oskar Roehler), „The Bleeding of the Sheep“ (Regie: Gjergj Xhuvani), „Das Haus“ (Regie: Peter Payer), „Emmas Glück“ (Regie: Sven Taddicken) und „Der blinde Fleck“ (Regie: Tom Zenker).
Einem breiten Fernsehpublikum ist sie u. a. durch ihre Rollen in „Tatort“, „Soko Leipzig“, „Polizeiruf 110“, „Die Frau aus dem Meer“, „Schuld und Unschuld“, „Mutterglück“, „Die Pathologin“, „Die Konferenz“, „Die Spielerin“ oder „Schöne Männer“ bekannt.
In diesem Jahr war Nina Petri am Schauspielhaus Zürich in „Der Idiot“ (Regie: Alvis Hermanis) und zuvor in „Am Strand der weiten Welt“ (Regie: Karin Baier) zu sehen.

Peter Franke
... steht u. a. als Ehemann von Nina Petri auf der Bühne. Er absolvierte seine künstlerische Ausbildung an der Folkwang Hochschule in Essen. Als Schauspieler ist er sowohl am Theater als auch für Film- und Fernsehen aktiv. So war er u. a. in den Kinofilmen „Die tödliche Maria“ (Regie: Tom Tykwer) und „Zugvögel... einmal nach Inari“ (Regie: Peter Lichtefeld) zusammen mit Nina Petri zu sehen, er spielte in „Absolute Giganten“ (Regie: Sebastian Schipper), in „Newenas weite Reise“ die Hauptrolle unter der Regie von Nenad Djapic und war als Sepp Herberger in „Das Wunder von Bern“ von Sönke Wortmann zu sehen.
Zum Fernsehen ging er erst Anfang der 90er Jahre, zuletzt stand er u. a. für „Das Duo“, „Koras Hochzeit“, „Die kleinen Dinge des Lebens“, „Braams - Kein Mord ohne Leiche“, „Teufelsbraten“ sowie „Der Dicke“ vor der Kamera.
Seine Engagements an Theatern umfassen Häuser wie das Düsseldorfer Schauspielhaus, das Schauspiel Köln, das Schauspiel Frankfurt, das Bremer Theater, das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg, das Schillertheater in Berlin und von 1988 bis 1994 das Thalia Theater. An allen genannten Häusern verweilte Peter Franke für mehrere Jahre. Seit 1998 war er als freier Schauspieler u. a. bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen, am Züricher Schauspielhaus, an der Lübecker Oper als Papageno, am St. Pauli Theater in Hamburg in „Die Dreigroschenoper“ und aktuell in „Die Nachttankstelle“ oder auch an den Hamburger Kammerspielen in „Die Jungs mit dem Tüdelband“ zu sehen.

Ebenfalls dabei ist Franziska Hackl, die als Emma Mörschel, genannt „Lämmchen“, auf der Bühne steht. Dominic Oley spielt ihren Mann Johannes Pinneberg, Dirk Hoener übernimmt u. a. die Rollen von Schulz, dem Verkäufer Heilbutt, des Schauspielers Franz Schlüter und spielt Gitarre. Matthias Pantel verkörpert u. a. Lauterbach, Kessler und sitzt am Schlagzeug. Axel Riemann spielt Kube sowie den Tischler Sebastian Puttbreese und ist in weiteren Rollen zu erleben. Außerdem sitzt er an der Orgel. Uwe Karpa übernimmt zur Mitte der Spielzeit die Rollen von Peter Franke und ist u. a. als Vater Mörschel, Emil Kleinholz, Holger Jachmann und Spannfuß zu sehen.

Der Autor
Hans Fallada
Hans Fallada hieß mit bürgerlichem Namen Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen und wurde am 21. Juli 1893 geboren. Er gehört zu den bekanntesten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Im Alter von 18 Jahren beschloss er, mit einem Freund einen als Duell getarnten Suizid zu begehen, bei dem der Freund verstarb. Ditzen überlebte schwer verletzt , wurde wegen Totschlags angeklagt und in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Die Anklage wurde wegen Unzurechnungsfähigkeit fallen gelassen. Ditzen beendete das Gymnasium ohne Abschluss und verbrachte in den Jahren 1917 bis 1919 viel Zeit in Entzugsanstalten aufgrund seiner Alkoholabhängigkeit. Für den Kriegsdienst wurde er als untauglich eingestuft und arbeitete gelegentlich im landwirtschaftlichen Bereich.
Um seine Drogen- und Alkoholsucht zu finanzieren, ließ er sich zu Betrügereien und Unterschlagungen hinreißen, wofür er verhaftet wurde.
1928 lernte er in Hamburg seine zukünftige Frau Anna Issel kennen, die Vorbild für seine Romanfigur „Lämmchen“ wurde. Mit ihr bekam er vier Kinder, von denen zwei verstarben. Nachdem die Familie zunächst nach Neumünster gezogen war, folgte ein weiterer Umzug nach Berlin. Anfang der 1930er Jahre begann sich Ditzen als Schriftsteller zu etablieren. Sein Verleger Ernst Rowohlt verschaffte ihm eine Halbtagsbeschäftigung, damit Ditzen sich ohne größere materielle Sorgen seiner Arbeit an „Kleiner Mann, was nun?“ widmen konnte. Der Roman wurde ein großer Erfolg, brachte ihm den Durchbruch als Schriftsteller und auch internationale Anerkennung. Es folgte „Wer einmal aus dem Blechnapf frißt“, in dem der Autor seine Gefängniserfahrungen verarbeitete. Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, beschränkte der Schriftsteller sich auf politisch unverfängliche Inhalte, um sein Überleben zu sichern.
1944 scheiterte seine erste Ehe. Weil Ditzen während eines Streits mit seiner geschiedenen Frau in einen Tisch schoss, wurde er wegen versuchten Totschlags angeklagt und erneut aufgrund seiner Unzurechnungsfähigkeit in eine Anstalt eingewiesen. Ein Jahr später heiratete er zum zweiten Mal. Seine Frau, Ursula Losch, hatte ebenso wie er mit Drogenproblemen zu kämpfen. Trotzdem wurde er 1945 für kurze Zeit Bürgermeister in Feldberg und Mecklenburg, bevor er nach Berlin ging, um dort für die „Tägliche Rundschau“ zu arbeiten.
1947 wurde Ditzen ein weiteres Mal wegen Alkoholismus und Morphinabhängigkeit in einem Lazarett behandelt. Dort starb er an Herzversagen.

Der Regisseur
Gil Mehmert
... wurde 1965 in Nordrhein-Westfalen geboren. Zunächst begann er ein Solistenstudium an der Musikhochschule Köln, es folgte ein Regiestudium bei August Everding an der Hochschule für Musik und Theater in München. Seit 1992 arbeitet er als freier Regisseur im Sprech- und Musiktheater. Seine inzwischen über 80 Inszenierungen entstanden u. a . am Schauspielhaus Bochum, dem Schauspiel Essen, dem Hans Otto Theater Potsdam, den Hamburger Kammerspielen, am Schauspielhaus Graz, am Volkstheater Wien, am Neumarkttheater Zürich und in München, am Volkstheater sowie dem Prinzregententheater. Für „I hired a contract killer“ am Münchner Metropoltheater erhielt er den Regiepreis beim Impulse-Festival 2001 und den Stern des Jahres der „Münchner Abendzeitung“, für „Die Weber“ an der Münchner Schauburg wurde er mit dem Rosenstrauss des Jahres der „Münchner Tageszeitung“ sowie dem Preis für die Beste Regie bei den Bayerischen Theatertagen 2005 geehrt. Für die Tourneeproduktion „Von Mäusen und Menschen“ erhielt er den Inthega-Preis 2006. Für „Der Elefantenmensch“, das er am Altonaer Theater inszenierte, wurde er 2008 mit dem Rolf-Mares-Preis ausgezeichnet.
Seit 2003 lehrt Gil Mehmert als Professor an der Folkwang-Hochschule Essen. Sein mehrfach preisgekrönter Kinofilm „Aus der Tiefe des Raumes“ (Regie und Drehbuch) feierte im Dezember 2004 Premiere. Seine Arbeiten sind auch am Schauspiel Essen und am Deutschen Theater Berlin zu sehen.

[© Theater am Kürfürstendamm]

Voraufführungen: 28. – 30. Januar 2010
bis 07. März 2010
Kartenpreise: Di bis Do 36/25/13€, Fr/Sa/So 39/28/17€, Premiere 47/36/24€
Karten 030/88 59 11 88 und unter
www.komoedie-berlin.de

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt, laiensclub:

Premiere:
7. Oktober 06

Für die Bühne eingerichtet von:
Alexander Brill; laiensclub

Regie:
Alexander Brill
Ausstattung: Henrike Bromber
Musik: Günter Lehr
Licht: Jan Walther
Dramaturgie: Hans-Peter Frings
Regieassistenz: Johann Kuithan
Bühnenbildassistenz: Henning Bosse
Kostümassistenz: Nadja Rudert
Inspizienz: Harald Reuter
Technische Produktionsleitung: Josef Dreker
Technische Einrichtung: Christoph Bednorz, Andreas Rasche
Ton: Bernd Leinberger, Franziska Rudolphi
Maske: Beate Bauer, Jan Bundil,
Karin Junghardt
Requisite: Albrecht Haevernick, Markus
Öhlinger
Regie- und Dramaturgiehospitanz: Sandra Vieth
Kostümhospitanz: Aline Prein


Besetzung:

Pinneberg:
Florian Stamm
Lämmchen: Asta Nechajute
Mia Pinneberg: Elisabeth Leistikow
Jachmann: Lion Howitsch
Schulz / Jänecke u. a.: Metin Akyol
Frau /Ehefrau
u. a.: Anja Arncken
Heilbutt /Volontär u. a.: Jochen Döring
Kleinholz / Lehmann /Kassierer /Herr Schlüter u. a.: Michael Haase
Lauterbach /Kessler u. a.: Marvin Rehbock
Herr Friedrich / Franz /Mann /Angestellter / Puttbrese u. a.: Leon Schröder
Frau Scharrenhöfer / Frau Nothnagel u. a.: Myriam Tancredi
Marie / Portier / Fräulein
Fischer u. a.: Cia Torun
Frau Semmler u. a.: Hanna Werth
Ein Musiker: Günter Lehr /Bernd Winter


Johannes Pinneberg und Emma Mörschel, genannt Lämmchen, wollen heiraten und zusammenziehen. Lämmchen erwartet ein Kind. Der Chef des Familienunternehmens, in dem Pinneberg als Buchhalter angestellt ist und der ihn zu seinem Schwiegersohn machen wollte, entläßt ihn, als er von der Heirat erfährt. Pinneberg und Lämmchen ziehen zu seiner Mutter nach Berlin. Ihr Liebhaber, Jachmann, verhilft Pinneberg zu einer neuen Stelle in einem Konfektionswarenhaus. Als Pinneberg wegen des zwielichtigen Lebenswandels der Mutter bei den Kollegen in Verruf gerät, zieht er mit Lämmchen bei der Mutter aus. Nach wenigen Wochen in der neuen, schäbigen Wohnung bekommt Lämmchen einen Sohn. Im Warenhaus hat sich unterdessen der Konkurrenzdruck erheblich verschärft. Pinneberg ist der Verkaufsquote nicht mehr gewachsen und wird entlassen. Eine Laube am Stadtrand bewahrt ihn und seine Familie vor der Obdachlosigkeit. Sie leben von Gelegenheitsarbeiten und der Hoffnung auf bessere Zeiten.

Die Mitglieder des
laiensclub setzen sich mit dem 1932 entstandenem Roman vor dem Hintergrund eigener Zukunftserwartungen und -ängste auseinander. [Text: schauspielfrankfurt]

Kleiner Mann was nun ?
schauspielfrankfurt, laiensclub
Metin Akyol, Florian Stamm, Marvin Rehbock
Foto:
Alexander Paul Englert


Hans Fallada
wurde am 21. Juli 1893 in Greifswald geboren. Bevor er als freier Schriftsteller leben konnte, war er als Journalist und Angestellter eines Verlages tätig. Bereits in jungen Jahren wurde Fallada alkohol- und morphiumabhängig und kam wegen Unterschlagungsdelikten zweimal vor Gericht. Aus dem Gefängnis entlassen, arbeitete er mehrere Jahre beim Neumünsterer Generalanzeiger. Bereits mit Bauern, Bonzen und Bomben (1931) hatte der Autor großen Erfolg. Der 1932 veröffentlichte Roman Kleiner Mann, was nun? brachte ihm internationale Berühmtheit. Nach der Machtübernahme Adolf Hitlers zog sich Fallada weitgehend aus dem öffentlichen Leben auf sein Landgut in Feldberg (Mecklenburg) zurück. 1944 wurde er wegen eines mutmaßlichen Mordversuchs an seiner Frau Anna in die Landesanstalt Strelitz eingeliefert, später aber wieder freigelassen. Im selben Jahr entstand der Roman Der Trinker (Veröffentlichung posthum 1950), der autobiographische Züge trägt.
Hans Fallada starb am 5. Februar 1947 an den Folgen eines Rückfalls in die Drogensucht.

Auf der Bühne erlangten Falladas Werke als Dramatisierungen nach seinem Tode zunehmend Popularität. So kam 1972 eine Dramatisierung von Kleiner Mann, was nun? als Revue von Peter Zadek auf die Bühne des Bochumer Schauspielhauses und wurde im Jahre 2004 erfolgreich in der Fassung von von Gil Mehmert und Volker Bürger am Münchner Volkstheater gezeigt. Weitere Theaterfassungen sind Bauern, Bonzen und Bomben (Dramatisierung von Uwe Jens Jensen), Der Trinker (Dramatisierungen von Oliver Hohlfeld und Bernd Ludwig), Es war wie ein Rausch oft gewesen (Zusammenstellung und Bearbeitung von Thomas Ney) sowie Wer einmal aus dem Blechnapf frisst (Dramatisierung von Michael Baumgarten und Carsten Knödler). Zu den bekanntesten Verfilmungen seiner Werke zählen "Wolf unter Wölfen" (1964; mit Armin Mueller-Stahl), "Jeder stirbt für sich allein" (1975; mit Hildegard Knef), "Der eiserne Gustav" (1979; Regie Wolfgang Staudtes) und "Der Trinker" (1995; Regie Tom Toelle) mit Harald Juhnke in der Hauptrolle. [Text: Verlag Felix Bloch Erben, Berlin]


Alexander Brill
Geboren 1944 in Bayrischzell

Ausbildung
Studium der Germanistik, Soziologie und Theaterwissenschaften in München. 1966 - 1968 Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München

Theater
1968 - 1980 zahlreiche Engagements u. a. in Braunschweig, Frankfurt, Freiburg, Wiesbaden und Zürich.
Seit 1984 Leiter des Schülerclub Schauspiel Frankfurt, der seit der Spielzeit 2001/2002 laiensclub Schauspielfrankfurt heißt.

Bisher gab es über 25 Inszenierungen, darunter die UA von Tankred Dorsts "Grindkopf", "Parzival" und "Othoon", mit insgesamt ca. 700 Vorstellungen. Man folgte Einladungen zu Gastspielen nach Bel-grad, Berlin, Budva, Dresden, Graz, Hamburg, Kassel, Krakau, und Wiesbaden.
Zuletzt konnte man am Schauspielfrankfurt folgende laienscIub-Alexander Brill-lnszenierung sehen: "Shockheaded Peter" (2002), "Leonce und Lena" (2003), "Der Streit" (2004 ), "Die Verfolgung und Ermordung des Jean Paul Marat" (2005), "Ein Sportstück" und "mannMachtmann" (2005), "Kleiner Mann, was nun?", nach dem Roman von Hans Fallada (2006).

Seit der Spielzeit 2001/2002 festes Ensemblemitglied des Schauspielfrankfurt.

Spielzeit 2001/2002
Gold - 92 bars in a crashed car von Peter Greenaway und Saskia Boddeke, Regie: Saskia Boddeke, Rolle: Stimmen aus dem Koffer

Spielzeit 2002/2003
Katakomben von Albert Ostermaier, Regie: Wanda Golonka, Rolle: Dark

Spielzeit 2004/2005
Salome von von Oscar Wilde, Regie: Marc von Henning, Rolle: Jochanaan


Kleiner Mann, was nun? - Eine Umfrage unter den Darstellern

Mehrere Wochen lang haben sich die Mitglieder des laiensclub unter der Regie von Alexander Brill mit dem berühmten, 1 932 entstandenen Arbeitslosenroman beschäftigt. Das Schicksal des kleinen Angestellten Pinneberg und seiner Frau Emma Mörschel, genannt Lämmchen, die sich mit ihrem Murkel im Deutschland zur Zeit der Weltwirtschaftskrise durchzuschlagen suchen, bot viele Anregungen für die jugendlichen Darsteller zur Auseinandersetzung auch mit der eigenen Wirklichkeit. Zu Beginn der Proben hatten wir den Mitspielern deshalb einige Fragen zu ihren persönlichen Erfahrungen u.a. mit Arbeitslosigkeit gestellt. Hier Auszüge aus ihren Antworten.

1. Hast du Angst vor Arbeitslosigkeit?
2. Hast du Erfahrung mit Arbeitslosigkeit?
3. Gehört Arbeit für dich zu Lebensglück?
4. Wie sieht dein Lebensglück aus?
5. Was würdest du ändern, wenn es in deiner Macht stünde?

Asta. 22
1. Im Moment habe ich keine Angst vor Arbeitslosigkeit. Ich versuche zur Zeit einen Berufsweg einzuschlagen, den ich mir am meisten wünsche und bin sehr optimistisch. Man kann jedoch die Zukunft nicht berechnen und deshalb auch nie sicher sein, ob es einen nicht trifft.
2. Ich habe Arbeitslosigkeit in meiner Familie erfahren. Die Arbeitslosigkeit ist nicht nur für die betroffene Person ein großes Problem, es verändert auch die Familie und deren Strukturen. Diese Erfahrungen sind für alle sehr schmerzhaft.
3. Arbeit ist ein großer Teil meines Lebensglücks. Mein größter Traum ist mit Beruf und Arbeit verbunden. Ich hoffe mit meinem Wunschberuf auf die verschiedensten Arten zu wachsen. 5. Ich würde das machen, was die Politiker in ihren Wahlkampagnen versprochen haben, aber nicht tun.

Jochen. 25
1. Nein. Angst habe ich direkt keine, obwohl ich mir schon manchmal Gedanken mache, wie sich der Arbeitsmarkt weiter entwickeln wird. Dabei hege ich - noch - Vertrauen in mein Schicksal.
2. Nein. In meinem Umfeld haben alle Arbeit oder stecken in einer Ausbildung. Dazu muß man sagen, noch. Meine Mutter steht kurz davor, Opfer von Rationalisierungsmaßnahmen zu werden.
3. Ganz klar, ja. Zwar nicht ausschließlich, aber zu einem gewissen Teil. Arbeit hilft, soziale Kontakte zu knüpfen und ein gesundes Weltbild zu entwickeln. Sie gibt in meinen Augen Standhaftigkeit, fordert oft physisch und psychisch und ist somit oft eine Frischzellenkur für Geist und Seele.
5. Wir leben in einem komplexen System, das komplexe Lösungswege fordert. Diese Lösungswege ziehen leider oft wiederum Verschlechterungen in anderen Lebensbreichen nach sich. Falls es in meiner Macht stehen würde, wäre die Abschaffung aller Komplexität an der Reihe.

Hanna. 20
1. Ja, manchmal habe ich Angst vor Arbeitslosigkeit, obwohl ich bis jetzt noch nicht wissen kann, wie das wirklich ist, jahrelang einen Beruf auszuüben und plötzlich vor dem Nichts zu stehen.
2. Nein, bisher nicht wirklich persönlich.
3. Ja. Streß und eine Aufgabe gehören für mich zu meinem Leben, damit ich glücklich bin. Und wenn man Theater als Arbeit sehen möchte, ist Arbeit mein Lebensglück.
4. Theater?! Ich möchte eine Aufgabe haben, meine Arbeit lieben, mich aufopfern, völlig verrennen, größenwahnsinnig werden, abheben, leben, eben glücklich sein. :)

Lion. 25
1. Ich arbeite in einem Call-Center und studiere. Ich freue mich, daß ich diesen Job habe, denn ich kann mir eine Wohnung und ein Auto leisten, ich kann es mir leisten auszugehen, Essen kaufen. Dadurch, daß ich mir diese Dinge leisten kann, habe ich eine gewisse Freiheit in meinem Handeln. Aber manchmal, wenn ich an einem stressigen Arbeitswochenende im Call Center sitze, kommen mir solche Gedanken: „Gib diesen Job auf, probiere was anderes, riskiere was..." Und dann wird mir auch bewußt, daß ich Angst habe, diese Werte wie Freiheit, Unabhängigkeit zu verlieren, denn es ist mir wichtig.
2. Ich habe nie hungern müssen. Aber es gab Zeiten, in denen ich, als ich angefangen habe, alleine zu wohnen, nicht so viel verdienen konnte. Zu dieser Zeit mußte wirklich jeden Cent zählen und, das sage ich ohne Übertreibung, ich habe das Geld sehr, sehr genau gezählt; es hat gerade so ausgereicht, um eine kleine Wohnung zu finanzieren. In der Zeit waren mir Wörter wie Mietrückstand und Mahnung wegen verspäteter Zahlung sehr gut bekannt.
3. Sicherlich steht Arbeit in Zusammenhang mit der Vorstellung vom Lebensglück, dennoch verstehe ich unter Lebensglück noch mehr als nur Arbeit. Ich wünsche mir sehr, daß ich in dem von mir gewählten Beruf tätig werden kann und dort auch mein Geld verdienen kann. Ich glaube, daß es wirklich ein Glück ist, wenn man das macht, was man gut kann und was man gern tut.

Myriam. 32
1. Ich habe auf jeden Fall eine gewisse Angst und Unsicherheit, was das Thema Arbeitslosigkeit angeht, weil damit nicht nur der Verlust von Materiellem, sondern auch der Verlust des sozialen Umfelds entsteht. Meiner Meinung nach ist es sehr schwierig, sich mit der neuen Situation abzufinden. Je nachdem, wie lange man arbeitslos ist, desto skeptischer wird das vom Umfeld aufgenommen. Wahrscheinlich stellt sich durch Arbeitslosigkeit auch ein Gefühl von Minderwertigkeit, Hilflosigkeit und Ungerechtigkeit ein.
2. Ich hatte mich vor Jahren mal arbeitslos gemeldet und mußte feststellen, wie verloren man ist, wenn man vieles nicht selbst in die Hand nimmt. Mir wurden so gut wie keine Jobs angeboten, also mußte ich selbst suchen. Da ich sehr flexibel bin, habe ich was gefunden und sozusagen schwarz gearbeitet und kurze Zeit weiter Arbeitslosengeld bezogen. Finanziell ging es mir besser als vorher.
3. Arbeit gehört ein Stück weit für mich zum Lebensglück. Es ist für mich ein gutes Gefühl, eine Leistung zu erbringen und dafür honoriert zu werden. Dafür kann ich mir dann ein kleines Stück Freiheit kaufen, indem ich Länder bereise, die ich mir ohne Geld nicht leisten könnte. Natürlich nervt mich die Arbeit auch oft, aber trotz allem gehört Arbeit für mich zu einem zufriedenen Leben dazu, auch wenn es nicht immer der Traumjob ist.

Metin. 23
1. Ja, ich würde sagen, daß ich Angst vor Arbeitslosigkeit habe. Ich denke, daß trotz der Tatsache, daß dank der sozialen Absicherungssysteme niemand mehr befürchten muß, am Hungertuch zu nagen, Arbeitslosigkeit doch immer noch eine große Bedrohung darstellt, auch für die eigene Persönlichkeit. Man hat das Gefühl, nichts mehr wert zu sein. Gleichzeitig bin ich der Meinung, daß man Arbeitslosigkeit als Chance ansehen sollte, etwas Neues auszuprobieren, vielleicht einem Hobby mehr Zeit zu widmen und das später zum Beruf zu machen.
2. Eigentlich nicht. Ich mußte allerdings nach dem Abitur ein Semester warten, bis ich mit dem Studium beginnen konnte. Sicherlich ist das nicht mit dem Gefühl richtiger Arbeitslosigkeit zu vergleichen, doch ich konnte in etwa erahnen, was in einem Menschen in einer solchen Situation vorgehen muß. Man hat nichts zu tun, muß irgendwie den Tag rum kriegen und weiß nichts mit der vielen Zeit anzufangen.
3. Ja, Arbeit gehört für mich zum Lebensglück, allerdings nur, wenn es sich dabei um Arbeit handelt, mit der ich mich selbst verwirklichen kann. Arbeit die lediglich dem Zweck dient, den Lebensunterhalt zu sichern, würde ich keineswegs als Bestandteil meines Lebensglückes bezeichnen.
5. Ich würde sicherstellen, daß für jeden Mensch eine Grundversorgung mit Geld gewährleistet ist, so daß das Schreckensgespenst der Arbeitslosigkeit an Einfluß verliert und der einzelne sich nicht mehr eine Leben lang in einem stumpfsinnigen Job herum quälen muß aus Angst zu verarmen.

Elisabeth. 18
1. Vor dauerhafter Arbeitslosigkeit habe ich Angst, ja, das schon. Dazu wird es hoffentlich nie kommen, weil, ich möchte nicht 13 Jahre lang in die Schule gegangen sein, mich angestrengt haben, ein gutes Abi zu haben, um dann auf der Straße zu sitzen.
2. Der Bruder von meinem Freund war 'ne ganze Zeit lang arbeitslos. Das war für ihn eine Belastung insofern, daß er sich nutzlos gefühlt hat. Außerdem hatten alle um ihn rum etwas, dem sie nachgehen konnten, und er war oft allein.
3. Wenn ich das Glück habe, die Arbeit auszuüben, die ich will und die mir Spaß macht, dann ja.

Man/in. 21
1. Nein, vor der totalen Arbeitslosigkeit habe ich an sich wenig Angst. Jedoch habe ich eine große Furcht vor Versagen, einem Nichterfüllen meiner eigenen Erwartungen sowie den Erwartungen meiner Umwelt. Außerdem habe ich Angst davor, einem Mädchen bzw. meiner späteren Familie nichts bieten zu können. Obwohl das sicherlich nicht ihre Liebe schmälern würde, wäre ich trotzdem von einem vernichtenden Gefühl der Minderwertigkeit und Schuld gefangen. Ich denke, das ist meine größte Angst, im Hinblick auf das nahende Berufsleben.
2. Nein, nicht in unmittelbarer Umgebung.
3. Ich weiß nicht, ob Arbeit im klassischen Sinne für mich zum Lebensglück gehört. Eine Arbeit, von der man sich nicht erfüllt fühlt, erfüllt für mich nur den Zweck der Geldbeschaffung, dient zum Überleben, nicht mehr, nicht weniger. Ist eine Arbeit jedoch etwas, das man mit Leidenschaft und Herzblut schon immer machen wollte, so gehört sie für mich definitiv zum Lebensglück.

Leon. 19
1. Ja, wenn ich Familie hätte für die ich sorgen müßte. Bin im Moment noch ein bißchen zu jung, um arbeitslos zu werden.
2. Ja, mein Pate ist sei seit 2 Jahren arbeitslos und findet trotz ständiger Fortbildungen keinen neuen Job.
3. Ja, denn wenn es keine Arbeit gibt, dann gibt es auch keine Freizeit, außerdem ist die Freude umso größer, wenn man sich etwas erarbeitet hat, als wenn man alles einfach so bekommt. 5. Das Konsumverhalten in der 1. Welt zu Gunsten der 3. Welt runter schrauben. Das Bewußtsein um den eigenen Wohlstand erhöhen.

Anja. 25
1. Ja, denn da ich freie bildende Künstlerin werden will, ist die Gefahr sehr groß. Trotzdem bin ich voller Hoffnung, daß es mit der Karriere klappt.
2. Ja, mein Stiefvater war ca. 1 Jahr arbeitslos, es hat ihn seelisch sehr fertig gemacht, er war nicht mehr derselbe.
3 Ja, wenn ich als Künstlerin arbeiten könnte, wäre ich glücklich.

Florian. 27
1. Nein. Ich merke aber, daß durch Liebe und langjährige Beziehung, meine Einstellung zur Zukunft nicht nur mich betrifft. Ich denke verantwortungsbewußter, ich denke an eine Zukunft mit Familie.
2. Nein.
3. Zum Lebensglück gehören für mich Aufgaben, Projekte an denen ich wachse, mich selbst weiterentwickle, Erfahrungen sammle und ich lerne, mich selbst zu akzeptieren, mich selbst besser einzuschätzen. Wenn mir Arbeit das gibt, dann bin auch ich glücklich.

Cia. 24
1. Natürlich, wenn man sich umschaut, ist man ja ständig davon umgeben. Mich selbst betrifft es zwar nicht, weil ich studiere. Aber was passiert, wenn ich fertig bin mit dem Studium und trotzdem keinen Job kriege? Es wäre für mich undenkbar und unheimlich frustrierend, wenn ich auf einen Job ausweichen müßte, auf den ich innerhalb der Ausbildung nicht hingearbeitet habe.
2. Ich habe schon sehr früh (mit 16) angefangen, nebenbei zu arbeiten. Es gab es immer arbeitslose Lückenzeiten. Das war sehr schwer, weil ich keine finanzielle Unterstützung aus meinem Elternhaus hatte. Ich hab mich dann sehr schlecht gefühlt.
4. Mein absolutes Lebensglück ist es, mein Studium (Theater/Film/Medien) bestmöglich abzuschließen. Auf diesem Gebiet beruflich tätig zu werden und mich auf diese Art und Weise zu verwirklichen.

Michael. 23
1. Erste Erfahrung mit Arbeitslosigkeit hatte ich, nachdem mein Ausbildungsbetrieb (Stadt Ffm) mich nach abgeschlossener Ausbildung zum Landschaftsgärtner nicht übernommen hatte. Seit 2003 jobbe ich unregelmäßig in verschiedenen Berufen.
2. Meine beiden Elternteile haben Erfahrungen mit betriebsbedingten Kündigungen (Mutter: dreimal; Vater: einmal). Mein Bruder erlebt in seinem momentanen Betrieb sein erstes Konkursverfahren.
3. Lebensglück heißt für mich hauptsächlich, Kraft aus den Wurzeln (Familie, Partnerschaft und echten Freunden) zu ziehen, um nach oben wachsen zu können (Beruf = Berufung).
4. Von anderen Menschen gebraucht und geachtet zu werden, zu sehen, wie eine gemeinsame Arbeit sich mit Leben füllt, sind Dinge, durch die man etwas über sich lernen kann. Man kann also lernen glücklich zu werden.
5. "When l lie in my bed tonight l don't wanna grow up. Nothing even seems to turn out right. l don't wanna grow up. Seems like folks turn into things that they never want. The only thing to live for is today." (Tom Waits)

Aufgezeichnet von Sandra Vieth [©schauspielfrankfurt]


www.schauspielfrankfurt.de
 

Hans Fallada - eine Wiederentdeckung
Ein Artikel vom Verlag Felix Bloch Erben, Berlin

Wann ist ein Autor aktuell? Wenn er es versteht, die gesellschaftlichen Umstände und politischen Verhältnisse seiner Zeit genau festzuhalten? Oder wenn sich diese sozialen Gegebenheiten in einer späteren Zeit auf eine Weise wiederholen, dass der Blick zurück nicht nur historisch aufschlussreich, sondern auch hilfreich für ein Neudenken und Positionieren sein kann?

Und wann ist ein Stück ein Erfolg? Wenn es vermag, sein Publikum in den Bann zu ziehen, weil es Geschichten spannend und neu erzählen kann? Wenn die Befindlichkeiten der Figuren als die eigenen erkannt werden? Oder wenn es Sprache und Bilder findet, die sich durch alle Leichtigkeit und Pointiertheit hindurch ins Gedächtnis einprägen?

Hans Fallada ist so ein Autor, seine Romane waren schon zu seiner Zeit Welterfolge, wurden übersetzt, verfilmt, dramatisiert und haben bis heute nichts von ihrer Relevanz verloren. Seine Helden – die Arbeiter und Angestellten, die Bauern und Arbeitslosen, die Glückssucher und Verlierer – stehen stellvertretend für die verunsicherten Massen wirtschaftlicher und politischer Krisen und sprechen mit ihren sozialen Nöten und zutiefst menschlichen Problemen noch immer existierende Realitäten an.

Hans Fallada auf der Bühne
Hans Fallada war vieles in seinem Leben: Morphinist, Alkoholiker, Gefängnisinsasse, Pechvogel, Glückskind, Welterkenner und Weltverkenner, und vor allem: ein großer Erzähler. Wegen der bestechenden Genauigkeit im Erzählton und Detailbeobachtung wird er auch als "dramatischer Epiker" bezeichnet (Roland Ulrich, Die Deutsche Bühne 6/03).

Dass seine Romane auf der Bühne umsetzbar sind, zeigen die Beispiele aus der Vergangenheit: Wer einmal aus dem Blechnapf frisst (Theater Vorpommern 2002/03), Kleiner Mann, was nun? (Schauspielhaus Bochum/Peter Zadek 1972, Schauspiel Leipzig 1998/99, Münchner Volkstheater 2003/04), Der Trinker (Theater und Orchester Neubrandenburg/Neustrelitz 2002/03), Bauern, Bonzen und Bomben (Bühnen Kiel 1995/96), "Die Geschichte vom Mäuseken Wackelohr" (Theater Junge Generation, Dresden seit 2002/03) u. a. Dass sie aber auch noch immer reizvoll und gerade jetzt für einen bestimmten Zeitgeist stehen, beweist die Vielzahl der Bühnen, die sich in dieser Spielzeit mit Falladas Werken auseinandersetzen. Geplant sind außerdem Neuverfilmungen von "Jeder stirbt für sich allein" und "Wolf unter Wölfen"; verschiedene Hörbuchproduktionen werden in den nächsten Monaten veröffentlicht. Hans Fallada – eine Wiederentdeckung.

Die Anfänge und erste Erfolge: Bauern Bonzen Bomben, Kleiner Mann, was nun und Wer einmal aus dem Blechnapf frisst
Hans Fallada, mit bürgerlichem Namen Rudolf Ditzen, wurde am 21. Juli 1893 in Greifswald geboren. Bevor er als freier Schriftsteller leben konnte, war er als Hofbeamter und Buchhalter auf großen Gütern beschäftigt, arbeitete als Annoncensammler, Lokalreporter und Verlagsangestellter. Bereits in jungen Jahren wurde Fallada alkohol- und morphiumabhängig und kam wegen Unterschlagungsdelikten zweimal vor Gericht. Aus dem Gefängnis entlassen, arbeitete er mehrere Jahre beim Generalanzeiger in Neumünster. Bauern, Bonzen und Bomben, sein 1931 erschienener Roman über eine norddeutsche Kleinstadt im Strudel politischer Auseinandersetzungen, brachte Fallada seinen ersten Erfolg. Mit der Schilderung der von Intrigen und politischem Machtspiel bestimmten Kämpfe zwischen Landbevölkerung, Sozialdemokraten und Polizei gelang Fallada ein Miniaturmodell der dem Untergang geweihten Weimarer Republik.

1932 wurde Falladas großer Gesellschaftsroman Kleiner Mann, was nun? veröffentlicht und machte den Autor mit einem Schlag weltberühmt. Fallada erzählt die anrührende Liebesgeschichte von Pinneberg und seinem Lämmchen, einem jungen Paar zur Zeit der Weltwirtschaftskrise, das sich wie Millionen andere mit der Angst vor dem sozialen Abstieg, vor der Ausgeschlossenheit aus der Gesellschaft konfrontiert sieht. "Es sind die Ängste des kleinen Angestellten, die Fallada in allen Facetten beschreibt. Pinnebergs Panik im beruflichen Alltag und der Verlust seiner Selbstachtung während der Arbeitslosigkeit sind so komplex geschildert, dass sie das sozial Besondere ihrer Zeit transzendieren." (Die Zeit 6/03) In der Spielzeit 2006/07 werden Dramatisierungen des Romans am schauspielfrankfurt, am Berliner Maxim Gorki Theater und am Thüringer Landestheater Rudolstadt zu sehen sein.

1933 begann Fallada mit der Arbeit an seinem nächsten Roman, Wer einmal aus dem Blechnapf frisst, der tragischen Geschichte des ehemaligen Häftlings Kufalt. Sein fünfjähriges Gefängnisleben bleibt an ihm haften, wie unsichtbar an ihn gekettet. Kufalts Leidensweg ins bürgerliche Dasein ist von den Vorurteilen seiner Umwelt begleitet. Mit der Verlobung platzt auch sein Traum von der ehrbaren Existenz. Er, der ewige Pechvogel, bleibt Versager für die Bürger und für die Ganoven. Erleichtert geht er zurück ins Gefängnis: Nun hat er Ruhe – er ist zu Hause. Falladas Roman erschien 1934 und stieß bei den Nazis auf wenig Gegenliebe, weil der Autor eindeutig für seinen Helden Willi Kufalt Partei ergreift, dessen Scheitern im Strafvollzug selbst und in den Vorurteilen der so genannten wohlanständigen Bürger begründet liegt. "Nicht aus Freude am Abenteuerlichen, nicht als echte Milieuschilderung wirklicher 'Unterwelt' wird der Roman geschrieben, sondern zu zeigen, wie der heutige Strafvollzug und die heutige Gesellschaft den einmal Gestrauchelten zu immer neuen Verbrechen zwingt.", schrieb Fallada im Exposé des Romans.

Während der Nazi-Zeit: unerwünschter Autor und Der eisener Gustav
Nach der Machtübernahme Adolf Hitlers zog sich Hans Fallada weitgehend aus dem öffentlichen Leben auf sein Landgut in Feldberg (Mecklenburg) zurück. Hier entstanden u. a. "Wir hatten mal ein Kind" (1934), "Das Märchen vom Stadtschreiber, der einmal aufs Land flog" (1935), die Kurzgeschichten für Kinder "Hoppelpoppel, wo bist du?" (1936). Mit seinem "Wolfroman" gelang ihm 1937 wieder ein echter "Fallada"; "Wolf unter Wölfen" ist eine große epische Chronik der Inflationszeit, in der sich alles aufzulösen schien in Rausch, Gier und Glückssuche. Für die unverwechselbaren Schicksale und Gestalten stand die ganze deutsche Gesellschaft Modell – ostelbischer Landadel, Berliner Kleinbürger, Offiziere, Spekulanten, Prostituierte, Spieler, Süchtige, Schieber. Die offene Kritik an der Remilitarisierung Deutschlands, so historisch sie auch angelegt ist, musste am Verriss der Nationalsozialisten scheitern – Fallada wurde zeitweise zum "unerwünschten" Autor erklärt.

1937/38 schrieb Fallada auf Anregung des Filmschauspielers Ernst Jannings den Roman "Der eiserne Gustav", die Geschichte des Droschkenfahrers Gustav Hackendahl, die äußerst plastisch die Verhältnisse der kleinen Leute in der Zeit zwischen dem wilhelminischen Kaiserreich und dem Zerfall der Weimarer Republik schildert. Der Roman, der gleichzeitig als Drehbuchvorlage für einen "repräsentativen deutschen Film" dienen sollte, musste auf Geheiß Goebbels systemkonform umgeschrieben werden; das Filmprojekt scheiterte letztlich an Falladas Namen. Nach dieser demütigenden Erfahrung beschränkte Fallada seine Veröffentlichungen auf politisch unverfängliche Themen – in den nächsten Jahren entstanden u. a. "Geschichten aus der Murkelei" (1939), "Ein Mann will hinauf" (1941), die Erinnerungsbücher "Damals bei uns daheim" (1942) und "Heute bei uns zu Haus" (1943).

Krisen und Abgründe: Der Trinker und Jeder stirbt für sich allein
Physisch und psychisch äußerst angegriffen, wurde Hans Fallada 1944 wegen eines mutmaßlichen Mordversuchs an seiner inzwischen geschiedenen Frau Anna für dreieinhalb Monate in die Landesanstalt Altstrelitz eingeliefert. In dieser Zeit entstand heimlich das "Trinkermanuskript" – eine Abrechnung mit den Albträumen und Erniedrigungen der zurückliegenden Jahre; ein Teil dieser Niederschriften ist der Roman Der Trinker (veröffentlicht 1950), der wohl das am deutlichsten autobiografisch geprägte seiner Werke ist und Falladas "letzte und vielleicht konsequenteste Beschreibung menschlicher Abgründe". (Die Deutsche Bühne, 6/03). – Der Kaufmann Erwin Sommer fühlt sich seiner Frau Magda nach gut vierzehn Jahren kinderloser Ehe entfremdet und verheimlicht ihr, dass er aus Nachlässigkeit mit seinem Großhandelsgeschäft in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist. In dieser Lebenskrise entdeckt er die betäubende Wirkung des Alkohols und wird zum Trinker – mit verheerenden Folgen, vom sozialen Abstieg über das Gefängnis bis zur Entmündigung und Einweisung in eine Heilanstalt. Der Trinker, vielen auch durch die 1995er Verfilmung von Tom Toelle mit Harald Juhnke in der Hauptrolle bekannt, wird im Herbst 2006 am Theater Orlando in Rastede und im Februar 2007 am Theater Altenburg-Gera zu sehen sein.

Nach Kriegsende zog Fallada wieder nach Berlin, wo sich der Dichter Johannes R. Becher seiner annahm, und begann 1946 auf Bechers Anregung, die Geschichte des Berliner Ehepaars Anna und Otto Quangel und dessen einsamen, aussichtslosen Widerstand gegen das Hitlerregime zu bearbeiten. Als Vorlage dienten Fallada die Gestapo -Akten über die illegalen Aktivitäten der Quangels zwischen 1940 und 1942. Ergebnis dieser Arbeit ist Falladas Roman "Jeder stirbt für sich allein", der u. a. 1975 mit Hildegard Knef verfilmt wurde.

Es wurde sein letzter Roman – Hans Fallada starb am 5. Februar 1947 mit 54 Jahren in Berlin. [© Verlag Felix Bloch Erben, Berlin]

Klimaforscher - Das Gewicht der Luft
Ein Kunststück des TheaterGrueneSosse zu Umweltthemen

Premiere:
18. Februar 10 (Theaterhaus Frankfurt)

Regie: Detlef Köhler
Dramaturgie: Kathrin Marder
Musik: Oliver Augst
Spiel: Willy Combecher, Sigi Herold und Friederike Schreiber

Das Wetter spüren wir jeden Tag: Wir tragen Regenjacken oder Sonnenhüte, sehen den Wetterbericht und die Sterne am Himmel, fürchten Gewitter, schützen uns vor UV-Strahlen, freuen uns über die bunten Blätter im Herbst und auf die Blumen im Frühling.
Wir hören vom Treibhauseffekt und von Tsunamis, von den schmelzenden Polarkappen und von Ozonlöchern – und weil das so ist, haben alle, ob groß ob klein, eine Vorstellung davon, wie Wetter und Klima das Leben auf unserer Erde beeinflussen.
Die Klimaforscher vom TheaterGrueneSosse wissen alles über das Wetter, das Klima und seinen Wandel. Die Klimaforscher haben keine Angst vor Sturm und Wind, vor Sonne und Regen, vor Hitze und Eis, denn sie können alles erklären und stellen sich allen neuen Fragen.
Mit Geschichten, Experimenten und Spielen nähern sich Schauspieler und Publikum dem Thema Wetter und Klima und versuchen gemeinsam deren Phänomene aber auch deren Alltäglichkeiten zu erforschen.
Weniger als eine wissenschaftliche oder belehrende steht dabei eine ästhetische und spielerische Herangehensweise im Vordergrund. Wetter und Klima sollen nicht haarklein analysiert sondern als wunderbarer und spannender Prozess begriffen werden, der unser aller Leben beeinflusst. [© TheaterGrueneSosse]

 
weitere Vorstellungen im Theaterhaus Frankfurt:
19.02. 11:00h
Mi. 03.03. 11:00h und 14:30h
Do. 04.03. 11:00h, Fr. 05.03. 11:00h und 14:30h und 19:00h
So. 07.03. 10:00h Frühstück und Theater
Di. 18.05., Mi. 19.05., Do. 20.05., Fr. 21.05. je 11:00h

Im Löwenhof - Löwengasse 27k während STARKE STÜCKE:
Fr. 23.04. 14:30h

Vorbestellungen: 069-2998610

Klimaforscher wird unterstützt duch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst

www.theatergruenesosse.de

Komödie im Dunkeln

Von: Peter Shaffer

Zur Inszenierung des Berliner Theater am Kurfürstendamm:

Wiederaufnahme: 12. September 2009
Spielzeit:bis 29. Oktober 2009 Wiederaufnahme:

Regie: Michael Bogdanov
Ausstattung: Sean Crowley

Mit:
Robert Glatzeder, Angela Schmid-Burgk, Manon Straché, Jürgen Mai, Markus Majowski, Matthias Zahlbaum, Jana Kozewa und Alexander Rogge

Komödie im Dunkel
Theater am Kurfürstendamm, Berlin
Harold (Markus Majowski) versucht Licht ins Dunkel zu bringen
Foto: Thomas Grünholz

„Seien Sie gewarnt: Das Chaos, das sich entwickelt, führt zu Bauchkrämpfen – vor Lachen“, befand die Bild Zeitung nach der Premiere von „Komödie im Dunkeln“ im Januar 2009 und ein Zuschauer schrieb ins Gästebuch: „Originelles Stück – schon lange nicht mehr im Theater so gelacht.“

1965 fand am National Theatre in London die Uraufführung von Peter Shaffers Komödienerfolg statt. Der Autor bringt sein Stück durch eine geniale Idee zum Leuchten: Die Bühne ist hell, wenn sie für die Darsteller im Dunkeln liegt, und dunkel, wenn das Licht angeht. Während die Darsteller auf der Bühne ihr Orientierungsvermögen verlieren und Dinge tun, für die sie sich bei Licht schämen würden, hat der Zuschauer den Überblick und amüsiert sich über die zahlreichen Fettnäpfchen, die in der Dunkelheit lauern und von denen kaum eines ausgelassen wird.

Im Zentrum der Komödie steht Brindsley, gespielt von Robert Glatzeder, ein junger Künstler, der von einer großen Künstlerkarriere träumt. Gemeinsam mit seiner Verlobten (Angela Schmid-Burgk) erwartet er den Besuch des reichen russischen Kunstmäzens George Godunow (Alexander Rogge). Um ihm und seinem zukünftigen Schwiegervater (Jürgen Mai) zu imponieren, hat er seine schäbigen Möbel gegen die exquisiten Antiquitäten seines vorübergehend verreisten Nachbarn Harold (Markus Majowski) ausgetauscht, der davon natürlich nichts ahnt. Als die Sicherung durchknallt und auch noch Brindsleys Ex-Freundin Clea (Jana Kozewa), Miss Furnival, die Schnapsdrossel von nebenan (Manon Straché), sowie Nachbar Harold, der vorzeitig aus dem Urlaub zurückkommt, hereinschneien, scheint das Chaos komplett. Aber es kommt schlimmer, denn schließlich taucht noch der Mechaniker (Matthias Zahlbaum) auf, der den Kurzschluss reparieren soll.

Der Regisseur
Michael Bogdanov

... wurde in Wales geboren und studierte am Trinity College in Dublin.
Von 1980 bis 1988 war er Associate Director des Londoner Royal National Theatre. Er inszenierte acht Produktionen der Royal Shakespeare Company, unter anderem das preisgekrönte „Der Widerspenstigen Zähmung“ und Goethes „Faust 1“ und „Faust 2“. Er war Mitbegründer der English Shakespeare Company und führte Regie bei „The Henrys“ sowie dem Zyklus „The Wars of the Roses“, mit dem er auf Welttournee ging und für den er 1990 mit dem Olivier Award für die beste Regie ausgezeichnet wurde. Auch international war er sehr gefragt: Von 1989 bis 1992 war er Intendant des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg. In Tokio realisierte er „Romeo und Julia“, in Stratford (Ontario) „Maß für Maß“, für die Mailänder Scala inszenierte er Stockhausens „Montag aus Licht“. 1993 führte er Regie beim Revival des Musicals „Hair“ im Old Vic Theatre in London.
Für das Dänische Nationaltheater brachte er „Beowulf“ (1994), für das Münchener Residenztheater „Peer Gynt“ (1995) und „Macbeth“ (1999), für das Shakespeare Repertory Theatre in Chicago „Timon von Athen“ (1999) auf die Bühne. 2004 inszenierte er „Diener zweier Herren“ an den Hamburger Kammerspielen und die Oper „Lady Hamilton“ am Kölner Opernhaus. Im selben Jahr sendete die BBC seine Produktion „The Welsh in Shakespeare“. Nach unzähligen erfolgreichen Arbeiten für Bühne und Fernsehen gründete er 2003 in Wales, wo er mit seiner Familie auch lebt, die Wales Theatre Company. 2006 wurden Roland Remmers und Gerhard Garbes für ihre Darstellung in Bogdanovs Inszenierung von „Der Garderobier“ an den Hamburger Kammerspielen mit dem Rolf-Mares-Preis der Hamburger Theater geehrt. Im Folgejahr erhielt Bogdanov selbst den Preis in der Kategorie „besondere Aufführungen“ für seine Regie zu „Warten auf Godot“, ebenfalls an den Hamburger Kammerspielen.

Der Autor
Peter Shaffer
„Wie sich die Welt Mozart vorzustellen habe, dafür sorgte Peter Shaffer. Zumindest indirekt. Zwar wurde ‚Amadeus’ sein mit Abstand erfolgreichstes Stück, doch dessen Verfilmung machte den britischen Dramatiker zum Weltstar des Boulevards.“, schrieb „Die Welt“ zum 80. Geburtstag am 15. Mai 2006 über Peter Shaffer.
Der Autor wurde in Liverpool geboren, studierte Geschichte in Cambridge, arbeitete zeitweise im Kohlebergbau und zog in den 50er Jahren nach New York, wo er sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser hielt. Bereits für sein erstes Stück, „Five Finger Exercise“, bekam Shaffer 1958 den Evening Standard Drama Award sowie den New York Drama Critics Circle Award für das beste ausländische Schauspiel. Der internationale Durchbruch gelang ihm 1965 mit „Komödie im Dunkeln“. Sein nächstes erfolgreiches Werk war „Equus“, das 1973 herauskam und mit einem Tony Award, dem New York Drama Critics Circle Award und dem Outer Critics Circle Award ausgezeichnet wurde. 1979 wurde „Amadeus“, sein erfolgreichstes Stück, uraufgeführt. Für das Drehbuch zu Milos Formans gleichnamigem Film wurde Shaffer mit einem Oscar geehrt.

Der junge Künstler
Robert Glatzeder
... drehte mit Regisseuren wie Matti Geschonneck, Markus O. Rosenmüller, Andreas Kleiner, Bernd Böhlich und Hans-Christoph Blumenberg. In dessen „Kanzleramt“-Serie spielte er den zur absoluten Diskretion verpflichteten Kanzler-Fahrer.

Er spielte an Bühnen wie dem Hans Otto Theater Potsdam, dem Berliner Ensemble sowie dem Schauspiel Bonn und arbeitete dort u. a. mit den Regisseuren Carmen Maja Antoni und Philippe Besson.
Zuletzt gastierte er bei den Störtebeker Festspielen, wo er die Rolle des Bruder Thomasius übernahm. Im Frühjahr 2008 gab er mit dem bitterbösen „High High High“ in Berlin sein erfolgreiches Regiedebüt.

Die Verlobte
Angela Schmid-Burgk
... bekam für die weibliche Hauptrolle in dem zehnteiligen ARD-Fernsehfilm „Molle und Korn“ den Starlight-Preis. Es folgten die Hauptrolle in dem Kinofilm „Wedding“ und Bühnenengagements unter anderem in Berlin, München und Stuttgart. Seitdem war sie in Serien wie „Wolffs Revier“, „Der Alte“ oder „Offroad-TV“ zu sehen. Für das Hamburger Schauspielhaus war sie mit Michael Bogdanovs „Reinecke Fuchs“ und 2005 für das Altonaer Theater mit seiner Inszenierung „Unter dem Milchwald“ (von Dylan Thomas) auf Tournee. Als Tänzerin wurde sie u.a. für die Produktion „Flugstücke“ engagiert.
Das Publikum von Theater und Komödie am Kurfürstendamm kennt Angela Schmid-Burgk u.a. aus den Stücken „Katzelmacher“, „Amphitryon“, „Der keusche Lebemann“, „Bindung 6. Grades“, „Pünktchen und Anton“, „Das unmögliche Paar“ und „Wie werde ich reich und glücklich“. Zuletzt spielte sie hier in „Der Menschenfeind“.

Der exzentrische Nachbar
Markus Majowski
... gab sein Spielfilmdebüt in Helmut Dietls „Rossini“. Auch für dessen „Late Show“ stand er vor der Kamera. In „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ war er als vegetarischer Kochzwerg Cookie zu sehen.
Kultstatus gewann Majowski mit der Figur T. Neumann in diversen Werbespots für die Deutsche Telekom, in denen er Prominenten wie Mika Häkkinen „Telefone mit ohne Schnur“ empfahl.
Comedyfans kennen Majowski aus der Sat.1-Serie „Die dreisten Drei“, die 2006 für den Deutschen Comedy Preis nominiert war und von der 2008 noch einmal 15 neue Folgen gedreht wurden. Für eine „Traumschiff“-Episode stand er als genialer Erfinder vor der Kamera.
Von seiner ernsten Seite konnte er sich in „Die rote Meile“, als „Tatort“-Kommissar in „Das Paar des Jahres“ oder als Kommissar Kolditz in der ZDF-Serie „Der letzte Zeuge“ zeigen.
In der Märchenverfilmung des berühmten „Zwerg Nase“ spielte er den Herzog Alois, einen Choleriker ohne Manieren, mit häufigen Temperamentsausbrüchen, der jedoch trotz allem ein gutmütiger Kerl ist. Der Film von Felicitas Darschin wurde im Rahmen des Fünf Seen Festivals in München 2008 mit dem Publikumspreis „Kleiner Star“ ausgezeichnet. Trotz seiner vielen Filmengagements nimmt er sich Zeit fürs Theater. Am Kurfürstendamm spielte er zuletzt in Folke Brabands Inszenierung „Die Grönholm Methode“ einen mit allen Wassern gewaschenen Manager. Ein Berliner Theaterkritiker schrieb über Majowski: „Seine kleinen, zarten Szenen sind für die Menschen so interessant, weil darunter so ein gr0ßer Vulkan lauert.“
Im Frühjahr diesen Jahres kam der erste Teil seiner Kinderhörbuchserie „Fischermann Mojo & sein Sohn Mütze Rocco – Der Drache HEBV“ heraus.

Die Exfreundin
Jana Kozewa
Comedyfans kennen Jana Kozewa aus „Mensch Markus“. Sie gehörte zu dem Ensemble, dass 2004 mit dem Deutschen Comedy-Preis als Beste Sketch-Show ausgezeichnet wurde. In der ZDF-Erfolgsserie „Girl Friends“ spielt sie eine der Hauptrollen, die polnische Küchenhilfe Sonja Borucka.
In dem Kinofilm „Der Dolch des Batu Kahn“, der 2004 mit dem Fox Kids Award als Bester Kinderfilm ausgezeichnet wurde, übernahm sie eine Hauptrolle.
Drei Jahre lang war sie am Berliner Metropoltheater für die Rolle der Anybodies in „West Side Story“ engagiert.
1996 war sie am Kurfürstendamm in „London Suite“ zu sehen, 2007 in dem Gastspiel „Mondscheintarif“.

Die ältliche Nachbarin
Manon Straché
... die talentierte Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin war nach Theater-Engagements in Leipzig und Halle lange Zeit Ensemble-Mitglied der namhaften Kabaretts "Academixer" und "Leipziger Pfeffermühle", das sie über die Grenzen der DDR hinaus bekannt machte. Vor der Wende reiste sie in den Westen aus, wo das Theater in Heidelberg ihre erste Station war. Kurze Zeit später begann ihre Fernsehkarriere. Vier Jahre spielte sie in der "Lindenstraße", bis sie vom Blumenladen in den Schreibpool von Deutschlands beliebtestem Hotel in der ZDF-Serie „Girlfriends“ wechselte. Weitere Produktionen wie „Das Traumschiff“, „Der Club der grünen Witwen“, „Scharf aufs Leben“ sowie der Kinofilm „Die Boxerin“ folgten. In der Komödie am Kurfürstendamm stand Manon Straché zuletzt in „Der letzte der feurigen Liebhaber“ auf der Bühne.

Der militaristische Schwiegervater in spe
Jürgen Mai
... begann seine Theaterkarriere am Maxim-Gorki-Theater Magdeburg, danach folgten Engagements an Bühnen wie dem Hans Otto Theater Potsdam, dem Landestheater Halle, dem Stadttheater Bremerhaven, dem Theater Bremen, dem Theater Basel sowie dem Grenzlandtheater Aachen. Er übernahm zahlreiche Rollen in der Komödie am Kurfürstendamm und der Komödie Dresden. 
Sein vielseitiges Talent konnte er auch in TV- und Filmproduktionen unter Beweis stellen, wie z.B. in „Delta Team“, „Der letzte Zeuge“, „Balko“, „Gegen den Strom“, „Ein Vater kämpft allein“ oder „Fieber“. Außerdem war er in „Berlin, Berlin“ als Lolles Vater zu sehen und spielte in der Comedy-Serie „Maddin in Love“, die 2008 für den Deutschen Comedy Preis nominiert war, an der Seite von Martin Schneider einen Zoodirektor. Neben seiner schauspielerischen Tätigkeit führt er regelmäßig Regie und war lange Zeit an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ als Gastdozent tätig. Seit Februar 2003 ist er künstlerischer Leiter an der Komödie Dresden, wo er zahlreiche Inszenierungen verantwortete: u. a. in der Spielzeit 2003/2004 die Revue „Den Sozialismus in seinem Lauf…“.

Der Elektriker
Matthias Zahlbaum
Nach Engagements am Berliner Ensemble und am Deutschen Theater gastierte er in Brandenburg, Stendal und Parchim. Danach holte Martin Woelffer ihn 1991 an das magazin -Theater am Kurfürstendamm. Hier spielte er in den Inszenierungen „Katzelmacher“ (Faßbinder) und „Der Menschenfeind” (Enzensberger).
Es folgten zahlreiche weitere Theaterrollen an verschiedenen Bühnen, darunter der Tambourmajor in „Woyzeck”, Tom in „Die Glasmenagerie”, Robespierre in „Dantons Tod” und Lopachin in „Der Kirschgarten”. Zahlbaum steht häufig vor der Kamera und war in TV-Produktionen wie „Wolffs Revier”, „Der große Abgang”, „Für alle Fälle Stefanie”, „Der Mörder und die Hure”, „Ein Bayer auf Rügen”, „Alarm für Cobra 11”, „Freunde fürs Leben”, „Küstenwache”, „Die Wache”, „Soko Wismar“ und „Ein starkes Team“, „Girl Friends“ sowie „Das Licht von Afrika” zu sehen. In der Komödie am Kurfürstendamm trat er zuletzt in Martin Woelffers Inszenierung von „Der Menschenfeind“ auf.

Der russische Mäzen
Alexander Rogge
... spielte am Berliner Metropol-Theater, an Bühnen in Essen, Augsburg, Hamburg, Köln und Düsseldorf. Mit „Sonny Boys“, „Monsieur Amédée“, „Hände weg von meiner Frau“, „Der keusche Lebemann“ sowie „Das Fenster zum Flur“, allesamt Produktionen des Theaters am Kurfürstendamm, ging er auf Tournee. [© Theater am Kurfürstendamm]

Karten: 030/88 59 11 88 und unter
www.komoedie-berlin.de

Krieg der Bilder

Von:
Falk Richter

Uraufführung: 22. Januar 2010 (Mainz, Staatstheater Mainz)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
22. Januar 10 (Uraufführung; TIC Werkraum)

Inszenierung: Maria Åberg
Bühne und Kostüme: Naomi Dawson
Sounddesign: Carolyn Downing

Besetzung:

Laura:
Johanna Paliatsou
Marco: Daniel Seniuk
Marc: Marios Gavrilis
Stefan: Zlatko Maltar
Tim: Moritz Pliquet
Tom: Joachim Mäder
Julia: Ricarda Baus

Wenn Kriege in Echtzeit zur Primetime um die ganze Welt gesendet werden mit Bildern, die aussehen wie Actionfilme aus Hollywood, dann steht meist eine Nachrichtenagentur, die auf Kriegsberichterstattung spezialisiert ist, dahinter. In Falk Richters Stück sind die Redakteure dieser Agentur jung, erfolgshungrig, skrupellos. Das Gefühl dafür, was Frieden sein könnte, haben sie verloren. Marco, ein Performancekünstler, der sich auf Gewalt und Zerstörung spezialisiert hat, bastelt an einem Klangkunstwerk. Die anderen jetten von Termin zu Termin. Kriegszeiten sind Hoch-Zeiten. Und Hoch-Zeiten sind ständig. Die Konkurrenz ist hart. Es tobt ein Krieg der Bilder. So ist der Medienapparat Teil der gesamten Kriegsmaschinerie. „Krieg der Bilder“ wurde 2003 als Hörstück konzipiert und im Deutschlandfunk ausgestrahlt. In seiner Textmontage schildert Falk Richter eindringlich die Ununterscheidbarkeit von Show, Politik und Wirklichkeit. Falk Richters Kritik am Neoliberalismus, den Verwerfungen der Globalisierung und den Allmachtsphantasien der westlichen Welt zieht sich durch alle seine Texte. Wie in „Ausnahmezustand“ oder in der Oper „Unter Eis“ klagt er die Gefühlskälte, den Zynismus und Egoismus der Reichen und Mächtigen an und tritt auf als Anwalt für eine bessere Welt.

Falk Richter, geboren 1969 in Hamburg, lebt in Berlin und arbeitet als Autor, Übersetzer sowie als Theater- und Opernregisseur. Er zählt zu den erfolgreichsten deutschen Dramatikern. Sein Stück „Gott ist ein DJ“ liegt in mehr als 15 Besetzungen vor und wird weltweit, u. a. in London, Berlin, Sydney, New York, Athen, Kopenhagen und Zürich gespielt. Zuletzt inszenierte Falk Richter im Februar 2009 die Uraufführung seines Stückes „Verletzte Jugend“ als Koproduktion des Théâtre national in Brüssel und des Festival de Liège.

Maria Åberg, geboren 1979 in Schweden, war als Dramaturgie- und Regieassistentin am Royal Court Theatre London engagiert und inszenierte bereits mehrere zeitgenössische Stücke u. a. am Young Vic Studio, am Royal Court Theatre und am National Theatre. Außerdem richtete sie am Royal Court Theatre verschiedene szenische Lesungen zeitgenössischer Dramatiker ein. Zuletzt inszenierte sie Falk Richters „Im Ausnahmezustand“ am Londoner Gate Theatre und Philipp Löhles „Die Kaperer“ am Staatstheater Mainz. Nach der Uraufführung von Falk Richters „Krieg der Bilder“ am Staatstheater Mainz wird sie im März 2010 das neue Stück von Dennis Kelly, „The Gods Weep“, für die Royal Shakespeare Company unter anderem mit dem Schauspieler Jeremy Irons inszenieren. [© Staatstheater Mainz]

Weitere Termine am 24. und 30. Januar sowie 23. Februar 2010,jeweils 20 Uhr im TiC Werkraum
Weitere Vorstellungen in Planung

www.staatstheater-mainz.de

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