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Theater, Stückeinfo: I
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Ich war Staatsfeind Nr. 1 Schauspiel
Von: Wolfgang Welsch Mitarbeit: Sylvia Martin
Nach der gleichnamigen Autobiografie Uraufführung: 25. April 2010 (Trier, Theater Trier)
Zur Inszenierung des Theater Trier:
Premiere: 25. April 10 (Uraufführung) Theatercafé:
18. Februar 10 (11.15 Uhr im Foyer)
Inszenierung: Frank Asmus Bühnenbild: Kerstin Laube Kostüme: Kerstin Laube Dramaturgie: Sylvia Martin
Wolfgang Welsch, gerade mal 20 Jahre jung, will die Deutsche Demokratische Republik Mitte der 60er Jahre verlassen. Doch die Flucht wird am Grenzübergang entdeckt und vereitelt.
Welsch wird als Republikflüchtling inhaftiert und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Immer wieder setzt Welsch dem Regime Widerstand entgegen und soll mit Folter und einer Scheinhinrichtung
zu einem angepassten Verhalten gezwungen werden. Anfang der 70er Jahre gelangt er durch einen Freikauf der Bundesregierung in den Westen. Dort wird er zum erfolgreichen Fluchthelfer und
verhalf vielen Akademikern in die Freiheit. Nachdem die Staatssicherheit versucht seine Fluchthilfe-Organisation vergeblich zu unterwandern, beschließt sie die Liquidierung des Staatsfeinds
Nr.1. Doch Wolfgang Welsch überlebt...
Der Roman ICH WAR STAATSFEIND NR. 1, der auf authentischen Erlebnissen des Autors Wolfgang Welsch beruht, wurde zum großen Erfolg. Als
Auftragswerk für das Theater Trier dramatisierte Welsch den Stoff des Romans. Gemäß dem Spielzeitmotto stand.ort.suche.deutschland, setzt sich das Stück mit der Geschichte der ehemaligen DDR
auseinander und thematisiert die brisante Frage nach Widerstand und Anpassung in einem totalitären System.
Die Uraufführung inszeniert Frank Asmus, der im Studio erfolgreich bei Becketts ENDSPIEL Regie führte. [© Theater Trier]
www.theater-trier.de
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Ich werde hier sein im Licht und im Schatten
Von: Christian Kracht
Deutsche Erstaufführung: 2. Juli 10 (Stuttgart, Schauspiel Stuttgart)
Zur Inszenierung des Schauspiel Stuttgart:
Premiere: 2. Juli 10 (Deutsche Erstaufführung; Depot)
Regie: Armin Petras Kostüme: Katja Strohschneider Video: Niklas Ritter Licht: Norman Plathe
Man erinnerte sich nicht mehr. Es waren fast einhundert Jahre Krieg. Es war niemand mehr am Leben, der im Frieden geboren war.
Etwas ist in der Geschichte im Jahre 1917 anders verlaufen, nur eine Kleinigkeit: Lenin hat sein Züricher Exil nicht verlassen, sondern ist in der Schweiz geblieben und hat hier
den Sowjet-Staat, die Schweizer Sowjet Republik (SSR), gegründet. Der hiervon ausgehende alternative Weltverlauf bildet den Hintergrund von Christian Krachts Roman "Ich werde hier sein
im Sonnenschein und im Schatten". Seit Lenins bolschewistischer Revolution herrscht Krieg in der Schweiz. Terror, Barbarei und Angst bestimmen das Leben. Die kommunistischen Ideale
sind in weite Ferne gerückt, der Mensch löscht sich und seine Kultur im andauernden Krieg selber aus. In diesem Setting bekommt ein schwarzer Schweizer Parteikommissär den Auftrag, den
flüchtigen Oberst Brazhinsky, der als ideologisch unzuverlässig angesehen wird, festzunehmen. Der Kommissär nimmt die Verfolgung durch die vom Krieg ausgeblutete Schweiz auf und findet
Brazhinsky im Réduit. Das Réduit, der ganze Stolz der SSR, ist eine Alpenfestung. Ein Tunnelsystem in den Bergen, das von Soldatenmassen stetig ausgebaut wird. Was dem Schein zufolge mächtig
wirkt, ist jedoch ein System, das seinem Zweck, letzte Bastion des Kriegs zu sein, längst entfremdet ist. Die geplante Festnahme Brazhinskys im Réduit verläuft nicht im Sinne des
Parteikommissärs. Brazhinsky, vom Krieg müde, zeigt seinem Verfolger die Unwirklichkeit und Verlogenheit des Sowjet-Systems und nimmt sich in dem Moment, in dem das Réduit von feindlichen
Mächten zerstört wird, das Leben. Der Parteikommissär entkommt dem Angriff, flüchtet und entdeckt, dass die letzte Möglichkeit der Hölle des Krieges zu entkommen im Aufbruch in die Natur
liegt. Er macht sich auf den Weg zurück zu seinen Wurzeln und sucht eine Zukunft, in der Mensch und Natur miteinander verwachsen.
Armin Petras, Regisseur, Autor und seit 2006 Intendant
des Maxim Gorki Theaters Berlin, bearbeitet den Roman von Christian Kracht für die Bühne und präsentiert sich dem Stuttgarter Publikum erstmalig mit einer Regiearbeit. [© Schauspiel
Stuttgart]
www.staatstheater.stuttgart.de/schauspiel
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Eine idealer Gatte (An Ideal Husband) Komödie in vier Akten
Von: Oscar Wilde Uraufführung:
3. Januar 1895 (London, Theatre Royal, Haymarket) Deutsche Erstaufführung: 25. Mai 1905 (München, Residenztheater)
Oscar Wilde: Oscar Fingal O' Flahertie Wills Wilde kam am 16. Oktober 1854 in Dublin zur
Welt. Er besuchte 1864-1871 die Portora Royal School in Enniskillen und studierte 1871-1874 klassische Literatur am Trinity College in Dublin und 1874-1878 am Magdalen College in Oxford.
Neben der Schriftstellerei wandte sich Oscar Wilde der Kunst im weitesten Sinne zu; er wurde zu einem Verfechter der Idee des Ästhetizismus und unterstützte das Motto "Kunst um der Kunst
willen" (L'art pour l'art). Seine literarischen Arbeiten wurden von kunstphilosophischen Abhandlungen und Essays begleitet, die unter den ästhetizistischen Künstlern seiner Zeit bekannt
und diskutiert waren. Wilde wurde bereits zu seiner Zeit als Schriftsteller bewundert und war im prüden viktorianischen England zugleich als Skandalautor und Dandy verschrien. Er war berühmt
für geschliffene Eloquenz und sein extravagantes Auftreten.
Nach 1882 hielt er Vorlesungen in den USA und Kanada, wurde aber von der Kritik lächerlich gemacht. Wilde arbeitete
1887-1889 für die Pall Mall Gazette und danach als Herausgeber der Zeitschrift Woman's World. Während dieser Jahre veröffentlichte er die für seine Söhne geschriebene Märchensammlung
"Der glückliche Prinz und andere Märchen" (The Happy Prince and Other Tales, 1888, Kunstmärchen) und "Das Bildnis des Dorian Gray" (The Picture of Dorian Gray, 1891). In
den folgenden Jahren schrieb Oscar Wilde etwa jährlich ein neues Werk, vor allem Gesellschaftskomödien. Am bekanntesten sind Lady Windermere´ s Fächer (Lady Windermere’s Fan, 1892), Eine Frau
ohne Bedeutung (A Woman of No Importance, 1893), Ein idealer Gatte (An Ideal Husband, 1895) und Bunbury (The Importance of Being Earnest, 1895), welches ein satirisches Abbild der Oberklasse
darstellt und als sein bestes Werk gilt.
Am 30. November 1900 starb Oscar Wilde im Pariser "Hotel d’ Alsace" an den Folgen einer Hirnhautentzündung, die aus einer
chronischen Mittelohrentzündung resultierte. Der Mythos, Wilde habe an der damals unheilbaren Syphilis gelitten, konnte unlängst durch zwei südafrikanische Wissenschaftler widerlegt werden.
[© Felix Bloch Erben, Berlin]
Zur Inszenierung des English Theatre Frankfurt:
Premiere: 26. Februar 10
Regie:
Simon Green Bühne: Bob Bailey Licht-Design: Frank Kaster Ton-Design: David Gummper Kostüme-Design: Constanze Walldorf Casting Director:
Amy Rycroft
Besetzung: Sir Robert Chiltern: Richard Grieve Lady Chiltern: Sarah Desmond Miss Mabel Chiltern: Ellie Turner Viscount Goring:
Gregory Finnegan Mrs. Cheveley: Emma Pallant The Earl of Caversham: Hayward Morse Lady Markby: Marjorie Hayward Mason / Phipps: Paul Aves
Besprechung auf kulturfreak.de
An Ideal Husband English Theatre Frankfurt
v.l.n.r.: Lady Markby (Marjorie Hayward), Lady Chiltern (Sarah Desmond) und Mrs. Cheveley (Emma Pallant) Foto: Anja Kühn
Oscar Wilde selbst sagte zu seinem Stück, das bis heute triumphale Erfolge feiert: „I really think it reads the best of my plays.“
Auch ein von seiner Frau als „idealer Gatte“ bezeichneter Mann hat eine Leiche im Keller: Sir Robert Chiltern, hochangesehener Parlamentarier, verdiente sein
Vermögen in jungen Jahren mit dem Verrat wichtiger Kabinettsgeheimnisse. Die gerissene Mrs. Cheveley weiß um die zwielichtige Vergangenheit und versucht
Chiltern durch Erpressung für ihre Zwecke einzusetzen. Doch dieser Plan wird raffiniert durchkreuzt.
Mit Geist, Ironie und rabenschwarzem Humor entlarvt Oscar Wilde in dieser Satire die Scheinheiligkeit der High-Society. [© English Theatre Frankfurt]
www.english-theatre.org
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Im Dickicht der Städte
Von: Bertold Brecht (10.2.1898-14.8.1956)
Uraufführung:
9. Mai 1932 (München, Residenztheater)
Zur Inszenierung des Schauspiel Stuttgart:
Premiere: 22. Juni 07
Regie: Hasko Weber
Bühne und Kostüme: Anette Hachmann Musik: FM Einheit Dramaturgie: Kekke Schmidt
Mit: Jane Larry: Susana Fernandes Genebra
George Garga: Jonas Fürstenau Shlink: Felix Goeser John Garga: Ernst Konarek Pat Manky: Martin Leutgeb Skinny: Sebastian Röhrle Mae Garga:
Catherine Stoyan Marie Garga: Lilly Marie Tschörtner Collie Couch, genannt der Pavian: Jens Winterstein
"Sie befinden sich im Jahre 1912 in der Stadt
Chicago. Sie betrachten den unerklärlichen Ringkampf zweier Menschen...", stellt der junge Brecht seinem als schwierig geltenden Stück wie eine Gebrauchsanweisung voran, als er es 1926
für den Neudruck überarbeitet. Damit ist ausgesprochen, worum es geht, und worum es nicht geht: "Zerbrechen Sie sich nicht den Kopf über die Motive dieses Kampfes, sondern beteiligen Sie
sich an den menschlichen Einsätzen, beurteilen Sie unparteiisch die Kampfform der Gegner und lenken Sie Ihr Interesse auf das Finish."
Eines Tages sagt der malaiische Holzhändler
dem Leihbibliothekar George Garga den Kampf an. Indem dieser widersteht, aber erschüttert ist, erweist er sich als der richtige Gegner. Es folgt eine Reihe von Runden, die mal an den einen,
mal an den anderen Kontrahenten geht. Shlink büßt seinen Besitz ein, Garga seine sozialen Bindungen. Seine Schwester, seine Eltern und seine Verlobte werden Spielball in der
Auseinandersetzung. Auge um Auge, Zahn um Zahn, geht es um Alles oder Nichts, um den Kampf als geistige Existenzform. Während Garga mehrere Ausweichmanöver versucht, beißt Shlink sich fest.
Er beharrt auf der Unausweichlichkeit des Pakts, solange beide Partner auf dem Platz sind. Es vergehen Jahre, ein Holzhandel steigt und fällt im Kurs und wechselt mehrfach den Besitzer,
Shlinks Truppe verlässt ihn, eine Familie zerfällt, zwei Frauen verkommen, Garga nimmt sogar Gefängnis in Kauf, um Shlink am Ende die Lyncher auf den Hals zu hetzen. Es kommt zu einer letzten
großen Konfrontation, die mit der Niederlage aus Erschöpfung des einen und dem unglücklichen Sieg des anderen endet. "Das Chaos ist aufgebraucht, es war die beste Zeit."
Mit
seiner kühnen Grundbehauptung, der mythisch aufgeladenen Metaphorik und den ins Spiel gebrachten Gegensatzpaaren - Stadt/Land, Realismus/Idealismus, geistig/körperlich,
Isolation/Gemeinschaft, Mann/Frau, alt/jung, Spiel/Ernst - bietet das frühe Brecht-Stück den idealen Boden für einen heutige Sicht. Einer, der alles schon kennt und nichts mehr zu verlieren
hat, erwählt sich einen, der erst alles gewinnen will. Außer um den Kampf selbst geht es auch um die Frage, wer definiert, was der Kampf ist und wie er geht. [© Schauspiel Stuttgart] www.staatstheater-stuttgart.de/schauspiel
Zur Inzenierung des Theater Willy Praml, Frankfurt:
Premiere: 25.August 06, 20h Aktuelle Vorstellungen:
Donnerstag, 17.5.07, 20h (ab 19:30h Einführung in das Stück) Freitag, 18.5.07, 20h (ab 19:30h Einführung in das Stück)
Samstag, 19.5.07, 20h (ab 19:30h Einführung in das Stück, mit anschl. Publikumsgespräch) Sonntag, 20.5.07, 20h (ab 19:30h Einführung in das Stück)
Regie: Willy Praml
Ausstattung: Michael Weber Dramaturgie: Frank Moritz
mit:
Nazir Abdaly, Reinhold Behling, Hertha Georg, Klaus Gößwein, Gabriele-Maria Graf, Birgit Heuser, Anneli Reichel, Tim Stegemann, Michael Weber
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Im Dickicht der Städte Theater Willy Praml, Frankfurt/M Birgit Heuser (Shlink),
Hertha Georg (Mae Garga), Anneli Reichel (Jane Larry) & Reinhold Behling (John Garga/Wurm/Hotelbesitzer) Foto: Seweryn
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"Sie befinden sich im Jahre 1912 in der Stadt Chicago. Sie betrachten den unerklärlichen Ringkampf zweier Menschen und Sie wohnen dem Untergang einer
familie bei, die aus den Savannen in das Dickicht der großen Stadt gekommen ist. Zerbrechen Sie sich nicht den Kopf über die Motive dieses Kampfes, sondern
beteiligen Sie sich an den menschlichen Einsätzen, beurteilen Sie unparteiisch die Kampfform der Gegner und lenken Sie Ihr Interesse auf das Finish." (Bertolt Brecht).
Der Holzhändler Shlink, ein Malaie, sucht einen Gegner für den Kampf. George Garga, Angestellter in einer Leihbibliothek, übernimmt, "ohne nach dem Grund zu
fragen", die Rolle des Gegners. Die beiden setzen alles ein, was sie besitzen und was zu ihnen gehört. Ihr Kampf scheint ihrer Einsamkeit ein Ende zu machen
und dem Chaos, in dem sie sich fühlen, einen Sinn zu geben, bis Shlink gesteht: "Die unendliche Vereinzelung des Menschen macht eine Feindschaft zum
unerreichbaren Ziel.... Ja, so groß ist die Vereinzelung, daß es nicht einmal einen Kampf gibt...." Shlink, der den puren Kampf gewollt hat und seine Unmöglichkeit
einsieht, vergiftet sich, bevor Gargas Lyncher kommen, und Garga, dem es bei dem Kampf nicht darauf ankam, " der Stärkere zu sein, sondern der Lebendige"
überlebt; die Partnerschaft der Feindschaft ist zu Ende, er ist allein. Sein "Finish": " Allein sein ist eine gute Sache. Das Chaos ist aufgebraucht. Es war die beste
Zeit." [Theater Willy Praml]
Besprechung auf kulturfreak.de
www.theater-willypraml.de (externer Link)
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I WENT TO THE HOUSE BUT DID NOT ENTER
SZENISCHES KONZERT IN DREI BILDERN VON HEINER GOEBBELS MIT TEXTEN VON T. S. ELIOT, MAURICE BLANCHOT, SAMUEL BECKETT
Konzept, Musik und Inszenierung: Heiner Goebbels Bühne und Licht: Klaus Grünberg Kostüme: Florence von Gerkan Sounddesign: Willi Bopp
Uraufführung: 28. August 08 (Edinburgh, Edinburgh International Festival)
Produktion: Théâtre Vidy-Lausanne (Schweiz) Koproduktion:
Edinburgh International Festival 2008 (Royaume-Uni), schauspielfrankfurt, Teatro Comunale di Bolzano / Stadttheater Bozen (Italien), Grand Théâtre de Luxembourg, Musica, festival international des musiques d’aujourd’hui de Strasbourg (Frankreich)
Korealisation: Carolina Performing Arts at The University of North Carolina at Chapel Hill (USA) , Hopkins Center, Dartmouth College, Hanover (USA); mit Unterstützung der Schweizer
Kulturstiftung Pro Helvetia für die Tournee.
Zur Deutsche Erstaufführung am schauspielfrankfurt am 24. – 27. September 2008, 20.00 Uhr, Großes Haus
Aufführungen: 24. - 27. September 08
Mit: Countertenor: David James Tenor: Rogers Covey-Crump Tenor:
Steven Harrold Bariton: Gordon Jones The Hilliard Ensemble
Als I WENT TO THE HOUSE BUT DID NOT ENTER am 28. August 2008 seine Uraufführung beim Edinburgh International
Festival 2008 hatte, waren Publikum und Presse einhellig begeistert. Nun kommt die neueste Arbeit des Komponisten und Regisseurs Heiner Goebbels zur Deutschen Erstaufführung an das
schauspielfrankfurt, das dieses beeindruckende Stück vier Tage in der Mainmetropole präsentiert.
Der Titel dieses szenischen Konzertes, das mit dem weltbekannten Vokalquartett The
Hilliard Ensemble entwickelt wurde, signalisiert bereits, dass nicht viel passieren wird. Aber vielleicht gehört das zu den Geheimnissen der Arbeit von Heiner Goebbels, dass sie ohne das
große Spektakel auskommt und dennoch eine große Anziehung auf den Zuschauer ausübt.
I WENT TO THE HOUSE BUT DID NOT ENTER ist ein szenisches Konzert in drei Bildern, in sich
abgeschlossen und jeweils einem Text der Literatur des 20. Jahrhunderts gewidmet. Obgleich streng voneinander getrennt, haben diese unterschiedlichen Texte doch eines im Blick: einem
fragmentierten anonymen ›Ich‹ viele Stimmen und Facetten zu verleihen. Allen Texten ist das Misstrauen gegenüber linearen Erzählformen gemeinsam, auch wenn die Texte voller Geschichten sind.
Diese Erzählungen geben ihren oft paradoxen Sinn nur preis, wenn wir sie als Zuhörer vervollständigen.
I WENT TO THE HOUSE BUT DID NOT ENTER ist in Koproduktion mit
schauspielfrankfurt am Théâtre Vidy-Lausanne entstanden und wurde beim Edinburgh International Festival 2008 uraufgeführt.
HEINER GOEBBELS
Der Komponist und Regisseur Heiner Goebbels gehört zu den vielseitigsten Grenzgängern der zeitgenössischen Musik- und Theaterszene. Ab Mitte der 80er Jahre wurde er
durch seine Hörstücke vor allem nach Texten von Heiner Müller bekannt. Seit den 90er Jahren folgten Kompositionen für verschiedene Ensembles und Orchester, u.a. Ensemble Modern, Berliner
Philharmoniker, Junge Deutsche Philharmonie. In seinen von ihm selbst auch inszenierten Musiktheaterstücken, die auch am schauspielfrankfurt zu sehen waren – wie Schwarz auf Weiß, Max Black, Eislermaterial, Hashirigaki, Landschaft
mit entfernten Verwandten, Eraritjaritjaka – findet er zu originären Sprech- und Musiktheater verbindenden Formen. Seit Ende 1999 ist Goebbels Professor am Institut für Angewandte
Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen und leitet seit 2006 auch die Hessische Theaterakademie. Von Oktober 2007 bis Juli 2008 ist er Fellow am Wissenschaftskolleg Berlin.
THE HILLIARD ENSEMBLE The Hilliard Ensemble wird allgemein als der Welt sublimstes Ensemble vokaler
Kammermusik gesehen, und sein Ruhm ist höchstwahrscheinlich konkurrenzlos in beiden Bereichen, dem der Alten und der Neuen Musik. Sein distinguierter Stil und seine hoch entwickelte
Musikalität führen den Hörer sowohl ins Repertoire des Mittelalters und der Renaissance als auch in speziell für die Gruppe geschriebene Werke lebender Komponisten.
[© schauspielfrankfurt]
13. – 16. November 2008 | 20 Uhr | Haus der Berliner Festspiele Publikumsgespräch: Fr. 14. November [im Anschluss an die Vorstellung]
Pressestimmen der Uraufführung am 28. August 200 beim Edinburgh International Festival 2008 :
“Wer sich (…) Goebbels’ Sprach- und Klangmeditation
über zerstückelte Identität und die Unzulänglichkeit selbst der großartigsten Sprache hingibt, die das Hilliard-Ensemble mit mönchischer Konzentration und einem bewundernswerten Gespür für
die komischen Untiefen der Inszenierung ausagiert, der erkennt, wie überaus gelungen ein Abend sein kann, an dem es vordergründig nur ums Versagen geht.“ Süddeutsche Zeitung, August 2008
„Für jeden Akt schaffen Goebbels und sein Bühnenbildner Klaus Grünberg ein Bild von bleibender Intensität und perfekt beobachtetem Detail. (…) im Laufe der 90 Minuten wird eine immens
starke Atmosphäre geschaffen.“ The Guardian, August 2008
„Goebbels (…) setzt auf unbefleckten und unverschämten Sinn für europäische Großartigkeit, um eine glänzende Studie der
täglichen Schinderei zu schaffen (…) Mit der üppigen Ausstattung von Klaus Grünberg hat Goebbels eine unwiderstehliche Salon-Unterhaltung geschaffen, episch im Stil, das Herz getränkt mit
Galgenhumor, für den man sterben möchte.“ The Herald, August 2008
„Viele Worte wurden gewechselt, um Heiner Goebbels zu beschreiben: klassischer Komponist, Theaterregisseur,
Rockmusiker, Erneuerer, Intellektueller, Wichtigtuer. Aber beim Anschauen seines neuen Stücks auf dem Edinburgh Festival streifte mich die Erkenntnis, dass Magier das zutreffende Wort ist.
(…) Der Trick von Goebbels ist, disparate Elemente zusammenzubringen und sie zu einem einzigartigen und markanten Ganzen zu vermischen.“ Telegraph, September 2008
„Das Hilliard
Ensemble sorgte für einige der ausgefallensten und dennoch stärksten und nachhaltigsten Klänge und Bilder des Festivals. (…) Die Aura der vergehenden Sehnsucht lässt einen nicht mehr los. Hut
ab vor Goebbels, Grünberg und der düsteren, ausgewogenen Schönheit der Stimmen von David James, Rogers Covey-Crump, Steven Harrold und Gordon Jones.“ The Times, September 2008
www.schauspielfrankfurt.de
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In jeder Beziehung Komödie
Von: Lars Albaum und Dietmar Jacobs
Zur Inszenierung des Berliner Theater am Kurfürstendamm:
Premiere: 12. Juli 10 (Berliner Erstaufführung)
(Voraufführungen 07. - 11. Juli 2010) Spielzeit: bis 12. September 2010
Regie: Horst Johanning Bühne: Tom Presting Kostüm: Regina Schill
Mit :Jochen Busse, Heide Keller, Monica Kaufmann, Marko Pustišek, Kerstin Radt und Fabian Goedecke
In jeder Beziehung Theater am Kurfürstendamm (Berlin)
Jochen Busse ist in der Komödie "In jeder Beziehung" auf der Suche nach dem perfekten Seitensprung Foto: Johannes Zacher
Leah und Paul sind in die Jahre gekommen, wie auch ihre Ehe: Es hat sich Routine eingeschlichen, aber beide haben sich darin gemütlich eingerichtet. Sie schenkt
ihm zum 24. Hochzeitstag einen Nasenhaarschneider, er ihr einen elektrischen Fußwärmer. Leahs Freundin Katja, die schon längere Zeit Single ist und nichts
anbrennen lässt, findet: „Ehe ist einfach ein Unfall“ und die ihrer Freundin ist für sie besonders öde. Pauls Freund Dieter, ein etwas unappetitlicher Möchtegern
-Playboy, sieht das ähnlich. Der monogame Lebensentwurf der Ehejubilare gerät durch die beiden Freunde, die ständig vom wilden Single-Dasein, Lust, Laster und
Partnertausch schwärmen, stark ins Wanken. Das Paar fasst einen Entschluss: Jeder gewährt dem anderen einen Seitensprung, aber nur einen! Doch zwischen
Theorie und Praxis in Sachen Seitensprung liegen Welten.
Die Autoren Lars Albaum und Dietmar Jacobs ... haben schon häufig zusammen gearbeitet. Nachdem die zwei bereits 2005 für den Adolf-Grimme-Preis und den Deutschen Fernsehpreis nominiert waren,
erhielten sie 2006 den begehrten Adolf-Grimme-Preis in der Kategorie Serien und Mehrteiler für das Drehbuch zu „Stromberg“. Vorher waren sie schon mit
Vorlagen zu den Comedy-Serien „Das Amt“ und „Die Hinterbänkler“ aufgefallen. Hier wurde Jochen Busse auf die beiden aufmerksam, denn er spielte jeweils die
Hauptrolle. Daraufhin bat er sie, für ihn zu schreiben. So entstanden bereits für das Theater die Komödien „Einmal nicht aufgepasst“, „Das andalusische Mirakel“ und jetzt „In jeder Beziehung“.
Paul „Wenn man ehrlich ist, ist die Ehe sowas wie Microsoft Windows. Die meisten entscheiden sich dafür, aber richtig funktionieren tuts bei keinem.“
Jochen Busse ... hat schon alles gemacht. Angefangen hat er als Statist an den Münchner Kammerspielen bei Fritz Kortner. Es folgten Theatertourneen mit Stücken wie „Die 12
Geschworenen“ oder „Tod eines Handlungsreisenden“. Er arbeitete im Düsseldorfer Kommödchen und gehörte von 1976 bis 1991 zum Ensemble und Autorenteam
der Münchner Lach- und Schießgesellschaft, eine Phase, über die Busse vor einiger Zeit der dpa in einem Interview sagte: „... künstlerisch gesehen, war das
meine schönste Zeit“. Es folgten Fernsehserien wie „Drei Mann im Bett“ und „Die Hinterbänkler“. Später dann war Jochen Busse 10 Jahre lang „der Mann in der
Mitte“ in der Comedy-Reihe „7 Tage – 7 Köpfe“. Zeitgleich gab er 70 Mal den pingeligen Amtsleiter Hagen Krause in „Das Amt“. 2007 startete er gemeinsam mit
Henning Venske die Tournee „Legende trifft Urgestein“. Das aktuelle Folgeprogramm der beiden hat den Titel „Inventur“. Die Berliner Morgenpost schrieb anlässlich
des Berliner Gastspiels über die beiden „Gentleman-Grantler“: „... nie um ein bitterböses Poltern, eine messerscharfe Analyse oder eine erbarmungslos demaskierende Pointe verlegen.“
Busse steht zum dritten Mal im Theater am Kurfürstendamm auf der Bühne. Sein erstes Stück war 2003 „Einmal nicht aufgepasst“, 2006 folgte „Das andalusische
Mirakel“. Damals gestand er in einem Interview: „Wenn die Zuschauer abends um halb elf Bravo rufen, dann laufe ich danach über den Kudamm mit dem Gefühl ´Dir
gehört die Stadt´“. Das ist 2010 bestimmt nicht anders.
Leah „Ich bin seit 55 Jahren in der katholischen Kirche, ich wähle seit 37 Jahren CDU und ich bin seit 24 Jahren verheiratet.“
Heide Keller Ihre Liebe gehört schon seit Schulzeiten der Schauspielerei. Daher lag es nahe, die Leidenschaft zum Beruf zu machen. Nach ihrer Ausbildung spielte sie viele
klassische Frauenrollen. Später entdeckte sie ihre Vorliebe für Komödien. Zu ihren großen Erfolgen zählen unter anderem „Barfuß im Park“ und „Irma la Douce“.
Nach zahlreichen Bühnen- und TV-Engagements entdeckte Wolfgang Rademann sie 1981 im Theater am Kurfürstendamm und bot ihr eine Rolle in der Serie
„Traumschiff“ an. Vom Stapellauf bis heute ist Heide Keller als Chefstewardess mit von der Partie und kümmert sich um das Wohl der Passagiere. Auch für die
Crew hat sie immer ein offenes Ohr. Als einzige im Team ist sie von Anfang an dabei. Seit einiger Zeit schreibt sie auch einzelne Episoden für die immer noch
quotenstarke Serie. Zwischen den Drehs spielt Heide Keller regelmäßig Theater. Die Bühne ist ihr zu Hause.
Die Freunde
Monica Kaufmann und Marko Pustišek Monica Kaufmann und Marko Pustišek stehen als Katja und Dieter auf der Bühne. In „Das andalusische Mirakel“ stand Monica Kaufmann schon einmal gemeinsam
mit Jochen Busse auf der Bühne. Damals spielte sie dessen Ehefrau. Fernsehzuschauer kennen Marko Pustišek vorallem durch seine Rollen in Produktionen wie
„Alles was zählt“, „SOKO Kitzbühel“ und „Schloßhotel Orth“. Neben seiner Fernsehtätigkeit steht er auch immer wieder auf der Bühne. So war er bereits am
Theater in der Josefstadt Wien, an der Landesbühne Hannover sowie am Theater an der Kö in Düsseldorf zu sehen.
Die potentiellen Seitensprung-Kandidaten Kerstin Radt und Fabian Goedecke Kerstin Radt machte von 1999 bis 2002 als Isabella Santos in „Verbotene Liebe“ von sich reden. Es folgten verschiedene
TVProduktionen wie „Für alle Fälle Stefanie“, „Rosenheim Cops“ und „St. Angela“. Außerdem moderierte sie „The Dome“. Bereits in „Das andalusische Mirakel“
stand sie gemeinsam mit Jochen Busse auf der Bühne und lieferte mit ihrer Rolle der Nelli ein glänzendes Theaterdebüt.
Fabian Goedecke war bereits in diversen Theaterstücken wie „Ladies Night“, „Männerhort“, „Schöne Geschichten mit Mama und Papa“ und „Der Diener zweier
Herren“ zu sehen. Daneben stand er auch für verschiedene TV-Produktionen vor der Kamera. So wirkte er in den ARD-Serien „Lindenstraße“ und „Verbotene
Liebe“ mit, weitere Rollen übernahm er in der RTL-Serie „Unter uns“, der SAT.1-Comedyserie „Broti & Pacek“ und der ZDF-Produktion „Die Nesthocker“.
Der Regisseur Horst Johanning ... inszeniert am liebsten Ur-Aufführungen - „Das ist wie Reisen in ein unbekanntes Land.“ Er arbeitet auch als Übersetzer aus dem Englischen und übertrug Stücke
von Autoren wie Derek Benfield, John Chapman und Richard Everett ins Deutsche. Er ist Vizepräsident des deutschen Bühnenvereins und Vorsitzender der
Privattheatergruppe. Viele seiner großen Erfolge mit den Größen des deutschsprachigen Theaters sind im Fernsehen ausgestrahlt worden. In den Bühnen am
Kurfürstendamm konnte man von ihm zuletzt „Einmal nicht aufgepasst“ und „Das andalusische Mirakel“ sehen.
[© Theater und Komödie am Kurfürstendamm, Berlin]
www.komoedie-berlin.de
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