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Theater, Stückeinfo: H
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Der Hals der Giraffe
Von: Judith Schalansky Uraufführung: 8. Dezember 2012 (Frankfurt,
Schauspiel Frankfurt im Senckenberg Naturmuseum)
Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt: In einer Fassung von Anita Augustin und Florian Fiedler
Premiere: 8. Dezember 12 (Senckenberg Naturmuseum)
Regie: Florian Fiedler Bühne, Video, Licht: Bert Zander Kostüm: Raphaela Rose Dramaturgie:
Anita Augustin
Besetzung:
Inge Lohmark: Heidi Ecks
Besprechung auf kulturfreak.de
Der Hals der Giraffe Schauspiel Frankfurt Inge Lohmark (Heidi Ecks) © Birgit Hupfeld
Der Weg vom Affen zum Menschen ist lang, und nicht jeder legt ihn mit Erfolg zurück. Niemand weiß das besser als Inge Lohmark, Lehrerin für Biologie und Sport. Seit
Jahrzehnten unterrichtet sie stimmbrüchige oder menstruationsbeschwerte Primaten an der Schwelle zur Adoleszenz. Evolution, Zuchtwahl, Wettlaufen, hopp hopp. Wer es
schafft, wird ein Mensch, wer nicht, wird Sozialhilfeempfänger. Oder Amokläufer. Die Schwachen mitschleifen ist immer ein Fehler – schreiben Sie das in Ihr Heft! Jenseits ihrer
Rolle als schwarze Pädagogin hat Frau Lohmark seltsame Träume. Tagträume. Von ihrer Lieblingsschülerin Erika zum Beispiel, oder vom Sex unter Schnecken.
Das Schauspiel Frankfurt erkundet ungewöhnliche und neue Spielorte in der Stadt. Nach Inszenierungen im MMK Museum für Moderne Kunst (»NippleJesus«) und dem Städel
Museum (»Bacon talks«) feiert nun eine Kooperation mit dem Senckenberg Naturmuseum Premiere: Am 8. Dezember wird dort Judith Schalanskys gefeierter Roman »Der Hals
der Giraffe« in der Regie von Florian Fiedler zur Uraufführung gebracht. Der Monolog einer Biologie-Lehrerin (gespielt von Heidi Ecks) hat damit einen passenden Raum gefunden.
. [© Schauspiel Frankfurt]
Spielort: Senckenberg Naturmuseum, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt Am:
8. / 9. / 15. / 16. Dezember 12 / 11. / 12. / 20. / 21. / 25. Januar 13
www.schauspielfrankfurt.de
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Hamlet Drama in 5 Akten
Von: Wiliam Shakespeare Uraufführung: 1601 (London) Deutsche Erstaufführung:
16. Januar 1773 (Wien)
Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt: In einer Neuübersetzung von Roland Schimmelpfennig
Premiere:
3. Dezember 11 (Schauspielhaus)
Regie: Oliver Reese Bühne: Hansjörg Hartung Kostüme: Bernd Skodzig Mitarbeit Kostüm Dorothee Joisten
Musik: Jörg Gollasch Musikalische Einstudierung Wolfgang Runkel Licht Frank Kraus Kampfchoreografie: Peter Theiss Dramaturgie: Nora Khuon
Besetzung:
Hamlet, Prinz von Dänemark: Bettina Hoppe Geist, Hamlets Vater, der verstorbene König von Dänemark: Felix von Manteuffel
König Claudius, der Bruder des verstorbenen Königs: Till Weinheimer Königin Gertrude, Hamlets Mutter: Stephanie Eidt Polonius, Berater des Königs / Priester:
Peter Schröder Laertes, Polonius’ Sohn: Sébastien Jacobi Ophelia, Polonius’ Tochter: Sandra Gerling Rosenkranz, Studienkollege / 2. Totengräber:
Mathis Reinhardt Güldenstern, Studienkollege / Totengräber: Christian Bo Salle Osric, ein Höfling: Johannes Kühn* Fortinbras, Prinz von Norwegen: Moritz Pliquet*
* Mitglied des Schauspiel STUDIO Frankfurt
Besprechung auf kulturfreak.de
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Hamlet Schauspiel Frankfurt
Getrud (Stephanie Eidt), Güldenstern (Christian Bo Salle), Rosenkranz (Mathis Reinhardt), Ophelia (Sandra Gerling) © Birgit Hupfeld
Krisen und Konflikte erschüttern Dänemark. Der alte König, kürzlich verstorben, findet keine Ruhe und geht als Geist um. Dessen Bruder hat die Herrschaft durch geheimen Mord
an sich gerissen und die Frau des Ermordeten geheiratet. Der norwegische Prinz Fortinbras steht an der Grenze und erhebt Gebietsansprüche. Dazwischen der eigentliche
Thronfolger Hamlet. Er soll eingreifen, ordnen, den Konflikt lösen, soll ungesühnten Brudermord und Thronraub rächen, das Böse richten und die Ruhe im Land wiederherstellen.
Aber er kann nicht. Statt zu handeln, flüchtet er sich in Gedankenspiele, statt einzugreifen verharrt er in der Rede. Oliver Reese, von dem zuletzt »Phädra« und »Der Nackte
Wahnsinn« zu sehen waren, wird »Hamlet« in einer für Frankfurt angefertigten Neuübersetzung von Roland Schimmelpfennig auf die Bühne bringen.
Regieteam
Oliver Reese (Regie) geboren 1964. Er studierte in München und arbeitete als Regieassistent an den Münchner Kammerspielen, am Düsseldorfer Schauspielhaus und am Bayerischen
Staatsschauspiel. 1989 ging er als Dramaturg an das Bayerische Staatsschauspiel, 1991 als Chefdramaturg an das Ulmer Theater. 1994 bis 2001 war Oliver Reese
Chefdramaturg am Maxim Gorki Theater Berlin, danach Chefdramaturg und Stellvertretender Intendant unter Bernd Wilms am Deutschen Theater Berlin, wo er u. a. mit Hans
Neuenfels, Robert Wilson, Michael Thalheimer und Jürgen Gosch arbeitete. In der Spielzeit 2008/09 war Oliver Reese Intendant am Deutschen Theater, seit der Spielzeit 2009/10
leitet er das Schauspiel Frankfurt.
Reese brachte zahlreiche Dramatisierungen (»Berlin Alexanderplatz« von Alfred Döblin, »Lolita« nach Nabokov) und Stücke nach biografischen Texten auf die Bühne (»Bartsch,
Kindermörder«, »Emmy Göring an der Seite ihres Mannes«). »Emmy Göring« wurde 1999 mit dem Friedrich-Luft- Preis der Berliner Morgenpost ausgezeichnet. In den
Kammerspielen des Deutschen Theaters erarbeitete er »Goebbels« auf Grundlage der Tagebücher des NS-Propagandaministers, »Der Mann ohne Eigenschaften« nach Robert
Musil und »Ritter, Dene, Voss« von Thomas Bernhard. Am Düsseldorfer Schauspielhaus inszenierte er »Treulose« nach Ingmar Bergman und »Warum tanzt ihr nicht« nach
Erzählungen von Raymond Carver. Am Schauspiel Frankfurt inszenierte Oliver Reese Jean Racines »Phädra«, »Die Frau, die gegen Türen rannte « von Roddy Doyle und die
Komödie »Der nackte Wahnsinn«.
Hansjörg Hartung (Bühne) geboren im Allgäu. Er absolvierte ein Bühnenbildstudium an der Akademie der Bildenden Künste in München. Bereits während seines Studiums realisierte er diverse Projekte in
der freien Theaterszene in München und für die Münchner Biennale. Als freischaffender Bühnenbildner arbeitete er u.a. am Deutschen Theater Berlin, am Düsseldorfer
Schauspielhaus, an den Bühnen Köln, am Schauspiel Frankfurt, an der Staatsoper Hannover. Von 1995 bis 1998 war Hansjörg Hartung als Ausstattungsleiter am Maxim Gorki
Theater Berlin tätig sowie wiederholt als Ausstellungsarchitekt, v.a. für die Staatlichen Museen zu Berlin (u. a. die große Rembrandt-Ausstellung 2006). Ihn verbindet eine
kontinuierliche Zusammenarbeit mit Oliver Reese, Hans Neuenfels, K. D. Schmidt und Nicolai Sykosch. Als Ausstellungsarchitekt entwarf er 2011 für »Gesichter der
Renaissance« im Bode-Museum Berlin das Raum- und Beleuchtungskonzept.
Bernd Skodzig (Kostüm) studierte Bühnen- und Kostümbild an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei Prof. Jürgen Rose. Nach dem Studium war er als freier Mitarbeiter in der
Textiliensammlung des Victoria and Albert Museum London mit einem Schwerpunkt auf historische Kostüme des 17ten und 18ten Jahrhunderts tätig. So entwarf Bernd Skodzig
die Kostüme für Produktionen an der Berliner Schaubühne, dem Deutschen Theater Berlin, den Schauspielhäusern Düsseldorf und Zürich. Darüber hinaus zeichnet er die
Kostümbilder für Produktionen der Berliner Staatsoper unter den Linden, der Pariser National Oper sowie für die Bayreuther Festspiele. Zu den Regisseuren, mit denen er
arbeitet, zählen Thomas Ostermeier, Peter Mussbach, Ulrich Rasche, Burkhardt C. Kosminski, Falk Richter und Tankred Dorst. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn mit
der Choreografin Sasha Waltz, deren Kostümbilder er seit 1998 kontinuierlich gestaltet (u.a. »Körper«, »Inside out«, »No Body«, »Continu«). Darüber hinaus tragen die
Inaugurationsproduktionen von Sasha Waltz des Jüdischen Museums des Architekten Daniel Libeskind, des Neuen Museums Berlin in der Architektur von David Chipperfield
sowie die Eröffnung des Museums MAXXI der Architektin Zaha Hadid in Rom seine Handschrift als Kostümbildner. 2008 wurde Bernd Skodzig zum Gastprofessor an die Berliner
Universität der Künste für den Fachbereich Kostümbild berufen. Er lebt in Berlin und London.
Jörg Gollasch (Musik) studierte Musik im Rahmen des Studiengangs Angewandte Kulturwissenschaften an der Universität Hildesheim. Von 1997 bis 1999 war er als musikalischer Leiter der Baracke
am Deutschen Theater Berlin tätig, wo er vor allem mit Thomas Ostermeier zusammenarbeitete. Anschließend war er Hauskomponist an der Schaubühne Berlin. Seit 2002
arbeitet er als freier Komponist, Arrangeur und Produzent an diversen Theatern im In- und Ausland, darunter das Wiener Burgtheater, das Deutsche Theater Berlin, die
Münchner Kammerspiele und das Kretakör Theater Budapest. Er arbeitete u.a. mit den Regisseuren Karin Beier, Claus Peymann, Dieter Giesing und Robert Schuster zusammen.
Gollasch komponierte außerdem die Musik für zahlreiche Kurzfilm- und Hörspielproduktionen.
Peter Theiss (Kampfchoreografie) geboren 1962 in Transsylvanien, Rumänien, ist Bühnenkampfchoreograf. Er studierte Romanistik und Anglistik, bevor er 1990 sein erstes Engagement am Schauspielhaus
Hamburg antrat. Er assistierte vier Jahre Malcolm Ranson, wurde dessen Co-Choreograf und war Fightcaptain der »English Shakespeare Company« in London. Seit 1995 ist er
als Choreograf, Bühnenfechtmeister und Fight Director u.a. für Bühnen Köln, Schauspiel Bonn, Nationaltheater Mannheim, Hamburger Schauspielhaus, Hamburger Kammerspiele,
Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Staatstheater Schwerin, Theater des Westens Berlin sowie für Film und Fernsehen tätig. Am Schauspiel Frankfurt zeichnet er sich u.a.
für die Kampfchoreografien von »Romeo und Julia« und »Der nackte Wahnsinn« verantwortlich.
[© Schauspiel Frankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
Zur Inszenierung von „To Be. Hamlet“ des Theaters Landungsbrücken:
Premiere: 28. Oktober 11
Regie und Konzeption: Linus Koenig
Mit: Mario Krichbaum als Hamlet; Nele Hornburg, Linus Koenig, Nenad Smigoc und Burak Uzuncimen
To Be. Hamlet Landungsbrücken, Frankfurt © Landungsbrücken
„Ich bin nicht Hamlet. Ich spiele keine Rolle mehr. Meine Worte haben mir nichts mehr zu sagen. Mein Drama findet nicht mehr statt. Hinter mir wird die Dekoration aufgebaut. Von
Leuten, die mein Drama nicht interessiert, für Leute, die es nichts angeht. Mich interessiert es auch nicht mehr. Ich spiele nicht mehr mit.“ (Heiner Müller, Hamletmaschine)
Stille Tage im Klischee. So weit, so bekannt: Dein Vater, den Du liebst, stirbt. Du bist der Thronfolger. Eigentlich. Du kommst zurück. Stellst fest, dass, kaum dass die Leiche
erkaltet ist, Dein Onkel nicht nur auf den Thron, sondern gleich auch ins Bett der lustigen Witwe hüpft. Deiner Mutter. Wer wird denn da gleich in die Luft gehen? Der Rest ist . . .
nein. Eben nicht.
Die Welt ist aus den Fugen. Es gibt kein richtiges Leben im Falschen. Nicht Hamlet ist verrückt, sondern die Situation, in der er lebt. Sagt er. Sagt Hamlet. Ein handlungsunfähiger
Handlungsträger. Ein Intellektueller im Dilemma zwischen Denken und Handeln. Jemand, der sich verstellen muss, um wahrhaftig zu werden. Oder doch einfach nur ein
wohlstandsverwahrloster Pop-Held auf der Suche nach der 42? Sind wir nicht alle ein bisschen Hamlet? Hamlet, ein Zustand. Grau inmitten von Schwarzweiß. Alles eine Frage der Perspektive.
Kann man in einer Welt der begrenzten Unmöglichkeiten einen humanen Anspruch an sich selbst und seine Umwelt aufrechterhalten, ohne daran zugrunde zu gehen? Gibt es
einen Moment, an dem man ganz einfach mal NEIN sagen kann zu all der Falschheit, Verlogenheit und Dummheit, die uns tagtäglich umgibt? Und warum haben wir den verpasst?
Mario Krichbaum will Hamlet sein. Spielt Hamlet. Ist Hamlet. Isoliert von der Außenwelt. Weil er alles verstanden hat. Auf der Suche nach dem einen Weg, von dem er weiß, dass
er ihn schlussendlich verderben wird. Alle anderen lediglich Statisten in seinem Spiel. Die nur dann als Stichwortgeber in seine Welt eintauchen, wenn sie eben mal gerade
gebraucht werden. Und doch eigentlich die Strippen ziehen. Wenn sie nicht gerade mit wichtigeren Dingen beschäftigt wären. Überleben. Jeder für sich selbst.
Hamlet sein. To Be. Hamlet [© Landungsbrücken] www.landungsbruecken.org
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Die Hamletmaschine
Von: Heiner Müller Uraufführung:
30. Januar 1979 (Saint-Denis, Théâtre Gérard Philipe)
Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt: Neufassung einer Produktion des Deutschen Theaters Berlin
Premiere: 30. Oktober 11 (Frankfurter Erstaufführung; Kammerspiele)
Regie: Dimiter Gotscheff Bühne und Kostüme: Mark Lammert Musik: Bert Wrede
Dramaturgie: Bettina Schültke Licht: Johannes Richter
Besetzung:
Orphelia: Valery Tscheplanowa Hamlet: Dimiter Gotscheff
sowie mit: Isaak Dentler / Alexander Khuon
Besprechung auf kulturfreak.de
Der Regisseur Dimiter Gotscheff, berühmter Heiner-Müller-Spezialist, spielt selbst in seiner Inszenierung der »Hamletmaschine«.
Dimiter Gotscheff (Regie) geboren in Bulgarien. Anfang der 1960er Jahre kam er nach Ost-Berlin und wird Schüler und Mitarbeiter von Benno Besson am
Deutschen Theater Berlin und der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. 1979 kehrt er nach Bulgarien zurück. Seit Mitte der 1980er Jahre arbeitet er als freier Regisseur an zahlreichen Deutschen
Bühnen. Seine Inszenierungen wurden regelmäßig zum Berliner Theatertreffen eingeladen und wurden von der Zeitschrift »Theater heute« als »Inszenierung des Jahres« ausgezeichnet. Für seine
Inszenierung von Tschechows »Iwanow« erhielt er 2006 den 3Sat Innovationspreis.
Mark Lammert (Bühne) 1960 in Berlin
geboren studierte Malerei an der Kunsthochschule und der Akademie der Künste in Berlin. Sein erstes Bühnenbild entstand 1993 für Heiner Müllers Inszenierung »Duell-Traktor-Fatzer« am Berliner
Ensemble. Es folgen Stipendien für Malerei und 1997 ein längerer Arbeitsaufenthalt in Lissabon. 1998 erhielt Lammert den Grafikpreis der Kunstmesse Dresden und 1999 den Käthe-Kollwitz-Preis
der Akademie der Künste. Seit 2011 ist er Professor für Malerei an der Universität der Künste Berlin. Mit Dimiter Gotscheff verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit.
Bert Wrede (Musik) geboren 1961 in Potsdam, studierte Musik an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin. Als freier Musiker veröffentlichte er
zahlreiche CDs, gastierte auf internationalen Festivals und arbeitete mit Musikern wie Phil Minton, Elliot Sharp, Friedrich Schenker. 1997 erhielt er ein Kompositionsstipendium der Akademie
der Künste Berlin, 1998 eines für New York. Als Bühnenmusiker arbeitet er regelmäßig mit Michael Thalheimer, Martin Kušej, Andrea Breth, Dimiter Gotscheff, Wilfried Minks und Enrico Lübbe.
2002 erhielt er den österreichischen Nestroy-Preis, 2006 den Deutschen Filmpreis für die Musik zu »Knallhart« von Detlev Buck. [© Schauspiel Frankfurt]
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Hanglage Meerblick (Glengarry Glen Ross) Stück in 2 Akten
Von: David Mamet
Deutsch von: Samland, Bernd
Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Premiere: 7. September 12 (Kammerspiele)
Regie: Robert Schuster Bühne / Kostüme: Sascha Gross Musik Jörg Gollasch Licht: Frank Kraus Dramaturgie: Claudia Lowin
Besetzung:
John Williamson: Torben Kessler Baylen: Andreas Uhse Richard Roma (Thomas Huber James Lingk: Peter Schröder Shelly Levene:
Michale Benthin Dave Moss: Oliver Kraushaar George Aaronow: Till Weinheimer
Eine Pianistin: Yan Su
Besprechung auf kulturfreak.de
Hanglage Meerblick Schauspiel Frankfurt Shelly Levene (Michale Benthin), Richard Roma (Thomas Huber), George Aaronow (Till Weinheimer),
John Williamson (Torben Kessler), Dave Moss (Oliver Kraushaar) © Birgit Hupfeld
Ein Wettbewerb heizt die Konkurrenz unter den vier Immobilienmaklern Ricky Roma, Shelley Levene, Dave Moss und George Aaronow an: einer von ihnen wird am Ende seinen
Job verlieren. Loyalität, Erfahrung oder bereits erbrachte Erfolge sind bedeutungslos. Das Einzige, was zählt, ist der erfolgreiche Verkauf einer Immobilie. Aber ohne die
begehrte Kundenkartei, die Büroleiter Williamson nur an die Mitarbeiter verteilt, die lukrative Geschäfte abschließen, sind die Aussichten auf gewinnbringende Verkäufe gering.
Es beginnt ein verzweifelter Kampf um potenzielle Kunden und aussichtsreiche Adressen – ohne Rücksicht auf Verluste.
David Mamets 1983 entstandenes Theaterstück zeigt, wie die unternehmerische Philosophie einer Firma das soziale Leben der Mitarbeiter in Frage stellt und schließlich zerstört.
[© Schauspiel Frankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
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Harper Regan
Von: Simon Stephens Uraufführung: 23. April 2008 (London, National Theatre)
Deutschsprachige Erstaufführung: 22. August 2008 (Salzburger Festspiele in Koproduktion mit dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg Deutsch von: Barbara Christ
Zur Inszenierung des Theater Aachen:
Premiere: 4. März 11
Inszenierung: Ronny Jakubaschk
Bühne und Kostüme: Matthias Koch Dramaturgie: Caroline Schlockwerder Besetzung:
Harper Regan: Bettina Scheuritzel
Sarah Regan/ Justine Ross: Emilia Rosa de Fries A. Wooley, Harpers Mutter: Elisabeth Ebeling Tobias Rich/ Mahesh Aslam: Felix Strüven
James Fortune: Benedikt Voellmy Mickey Nestor: Philipp Manuel Rothkopf Seth: Joey Zimmermann Elwood Barnes/ Duncan Woolley: Rainer Krause
Harper Regan, 41, verheiratet, Mutter einer fast erwachsenen Tochter, wohnt irgendwo im Niemandsland um London. Mit ihrem leidlich gut bezahlten Job hält sie die Familie über Wasser.
Als ihr Vater im Sterben liegt, möchte sie ihn noch ein letztes Mal sehen. Doch ihr Chef verweigert ihr den nötigen Urlaub und droht mit sofortiger Kündigung, so dass sie in einer Nacht- und
Nebelaktion abreist, ohne jemandem davon zu erzählen. Ihre Reise wird zu einer Odyssee zwischen Selbstzweifeln, Ängsten und Begierden… [© Theater Aachen]
www.theater-aachen.de
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Harry und Sally (When Harry Met Sally)
Für die Bühne bearbeitet von: Marcy Kahan Deutsch von: Isabel Welz
Uraufführung: 10. Februar 2004 (London, Theatre Royal Haymarket) Deutsche Erstaufführung: 26. September 2010 (Bielefeld, Theater Bielefeld)
Nora Ephron, 1941 in New
York geboren, ist Journalistin, Autorin, Regisseurin und eine der bekanntesten amerikanischen Drehbuchautorinnen. Zu ihren größten Erfolgen zählen das Stück "Heartburn", inspiriert
durch einen persönlichen Tiefschlag, sowie die Filme Harry und Sally, "Schlaflos in Seattle" und "E-Mail für dich".
2009 kam mit "Julie & Julia" ihr neuester Film mit Meryl Streep in der Hauptrolle in die Kinos.
Marcy Kahan ist in Montreal (Kanada) geboren und lehrt an der Universität
Oxford englische Literatur. Die mehrfach ausgezeichnete Schriftstellerin ist für Rundfunk, Theater, Film und Fernsehen tätig und schreibt sowohl Theaterstücke, Drehbücher als auch Hörspiele.
[© Felix Bloch Erben, Berlin]
Zur Inszenierung des Theater Bielefeld:
Premiere: 26. September 10 (Deutsche Erstaufführung)
Inszenierung: Henner Kallmeyer Bühne: Jürgen Höth Kostüme: Franziska Gebhardt Dramaturgie: Katrin Michaels
Besetzung: Harry:
Thomas Wehling Sally: Hannah von Peinen Jack, Harrys bester Freund / Joe, Sallys erster Freund / Ira, Helens neuer Ehemann: Johannes Lehmann
Mary, Sallys beste Freundin / Helen, Harrys Exfrau: Nicole Paul
New York City, Ende der achtziger Jahre. Die angehende Journalistin Sally Albright möchte in der Stadt, die niemals
schläft, endlich etwas erleben und Karriere machen. Der Freund ihrer besten Freundin streicht für ein paar Dollar ihre erste eigene Wohnung. Harry Burns ist angehender Anwalt und ihre
Begegnung ist insofern magisch, dass sie sich abstoßen wie die gleichen Pole von Magneten. Harry antwortet mit bissigen Witzen auf Sallys naiven Idealismus und gibt sich betont locker – was
Sally zur Weißglut treibt. Seine berühmte These, dass Männer und Frauen nicht befreundet sein können, scheint schließlich das Ende der Beziehung zu markieren und die beiden gehen getrennte
Wege, denn Sally ist ja kein bisschen an Harry interessiert. Im Laufe des Stücks begegnen die beiden sich immer wieder und entdecken erst viele Jahre später, was sie einander bedeuten. Bis
dahin wechseln ihre Lebensziele, die Moden, die Haarschnitte und Musikrichtungen, Beziehungen kommen und gehen, nur Sally und Harry streiten sich weiter und lassen dabei kein Missverständnis
ungenutzt. Trotz allen Widerwillens ist die Geschichte ein modernes Großstadtmärchen von der großen Liebe – mit all ihren Hindernissen. Die Verfilmung von Harry und Sally von 1989 ist
heute ein Klassiker des Genres der romantischen Komödie und ihre Protagonisten Paradefiguren des Paars, das sich einfach nicht erkennen will. Und auf der Bühne? Während die romantische
Komödie im Kino ein Dauerbrenner ist, wirkt die Geschichte für ein Theaterstück vergleichsweise konfliktarm. Der Regisseur Henner Kallmeyer, der zuletzt am Schauspielhaus Bochum und am
Schauspiel Essen inszeniert hat und sich mit Harry und Sally zum ersten Mal in Bielefeld vorstellt, ist Spezialist für Filmstoffe und spielt mit cineastischen Assoziationen und den
Sehnsüchten, die wir im Kino meist viel hemmungsloser ausleben als im Theatersessel. Mit Slapstick-Komik und dem Spiel mit den dem Theater eigenen Erzählformen jenseits der Filmillusion
durchschreiten Harry und Sally die Jahre, die seit dem Erscheinen des Films vergangen sind und decken nebenbei so manchen modischen Fauxpas und musikalischen Irrtum auf.
Inszenierung Henner Kallmeyer, 1974 in Lübeck geboren, arbeitete als Regieassistent am Schauspielhaus Bochum und bei Christina Paulhofer am Staatstheater
Hannover, bevor er 2002 dort mit der Uraufführung von A.L. Kennedys Gleißendes Glück sein Regiedebüt gab. Seitdem war er u. a. am Deutschen Theater Göttingen, am Schauspielhaus Salzburg, am
Schauspielhaus Bochum und am Schauspiel Essen tätig. Zu seinen Regiearbeiten gehören u. a. Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, Quartett, Private lives, Spanische Reiter, Engel (DSE),
Kitchen Stories (UA), Schöne Bescherungen, Hedda Gabler, Männerhort und Sein oder Nichtsein.
Bühne Der in Hamburg lebende Jürgen Höth ist seit 1993 freischaffend tätig, u.a. am Thalia Theater Hamburg, an der Volksbühne Berlin, am Schauspiel Leipzig und an Theatern in Braunschweig, Oldenburg, Köln, Basel, Freiburg, Kiel, Konstanz und Heilbronn. Am Theater Bielefeld war Höth bereits für die Bühnenbilder u.a. von Der Raub der Sabinerinnen/Frau Director Striese, Der Menschenfeind, Tartuffe, Die fetten Jahre sind vorbei, Ein seltsames Paar, Antigone, Der Hauptmann von Köpenick sowie für die Bühnenbilder der TAMZWEI-Produktionen Jugend ohne Gott, Dutschke/Westwärts 1&2, Kamikaze Pictures, Gegen die Wand, Bagdad brennt, Schwarm (Essaim), Bis nach Batang und Die Leiden einer jungen Kassiererin verantwortlich. Von 1989-93 war Höth am Thalia Theater Hamburg als Bühnenbildassistent engagiert. In dieser Zeit entstanden bereits seine ersten eigenen Arbeiten, u.a. für Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui und Endspiel. Der gebürtige Kölner studierte in seiner Heimatstadt Bühnenbild bei Prof. R. Glittenberg.
Kostüme Franziska Gebhardt wuchs in Hannover auf und studierte Innenarchitektur an der Hochschule für Design und Medien Hannover. Sie war Assistentin bei Jörg Kiefel und Raimund Bauer, bevor sie als freie Bühnen- und Kostümbildnerin u. a. am Schauspiel Hannover, am Oldenburgischen Staatstheater und am Deutschen Theater in Göttingen arbeitete. Sie stattete bereits einige Inszenierungen von Henner Kallmeyer aus, u. a Kitchen Storis (UA), Schöne Bescherungen, Hedda Gabler, Männerhort und Sein oder Nichtsein.
[© Theater Bielefeld]
www.theater-bielefeld.de
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Der Hauptmann von Köpenick Kleider machen Leute Ein deutsches Märchen Von: Carl Zuckmayer Uraufführung:
5. März 1931 (Berlin, Deutsches Theater)
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haymatlos
Ein Liederabend des Theater theaterperipherie Frankfurt:
Premiere: 16. September 11
Regie, Textfassung und musikalische Leitung: Natalie Schramm Co-Regie, Textfassung und Theaterpädagogik: Philipp Haines Bühne:
Linnan Zhang Kostüm: Salima Abardouch Dramaturgie: Christian Franke
Besetzung: Jonas Abbood Amin Biemnet Haile Mariana Boscov Olesja Dyring
Francisco Lutumba Bahar Sarkohi Anne Sicking
Besprechung auf kulturfreak.de
haymatlos - Ein Liederabend theaterperipherie
Anne Sicking, Mariana Boscov, Olesja Dyring, Bahar Sarkohi, Francisco Lutumba, Biemnet Haile, Jonas Abbood © theaterperipherie
theaterperipherie hat einen Liederabend gestaltet, der nicht nur danach fragt, was Heimat für jeden von uns bedeuten kann, sondern auch, ob wir sie brauchen und was wir für
sie zu opfern bereit sind.
Die Produktion wird an ganz unterschiedlichen Orten gezeigt. Die Produktion ist demnach, ganz wie ihr Name es sagt, auch ohne eine feste Heimat. Durch ihre Mobilität kann sich
die Inszenierung stets dem speziellen Charakter des jeweiligen Raumes öffnen, so dass immer wieder neue Theaterereignisse entstehen werden.
SEPTEMBER 11:
PREMIERE: 16.9., 21.00 Uhr, Café im Kunstverein, Markt 44, 60311 Frankfurt 20.9., 20.00 Uhr, Frankfurt Art Bar, Ziegelhüttenstraße 32, 60598 Frankfurt
23.9., 20.00 Uhr, Blaues Haus, Niederräderufer 2, 60528 Frankfurt OKTOBER 11: 7.10., 20.00 Uhr, Frankfurter Autoren Theater, Bachmannstr. 2-4, 60488 Frankfurt
8.10., 20.00 Uhr, Frankfurter Autoren Theater, Bachmannstr. 2-4, 60488 Frankfurt NOVEMBER 11: 26.11., 20.00 Uhr, Brotfabrik, Bachmannstr. 2-4, 60488 Frankfurt am Main
29.11, 20.00 Uhr, Frankfurt Art Bar, Ziegelhüttenstraße 32, 60598 Frankfurt Karten am jeweiligen Veranstaltungsort und unter info@theaterperipherie.de
www.theaterperipherie.de
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Hedda Gabler Schauspiel in drei Akten
Von: Henrik Ibsen Uraufführung: 31. januar 1891 (München, Hoftheater)
Zur Inszenierung des Theater Trier:
Premiere: 28. April 12
Inszenierung: Gerhard Weber
Bühnenbild: Anouk Schiltz Kostüme: Carola Vollath Dramaturgie: Sylvia Martin
Mit:
Vanessa Daun, Angelika Schmid, Alina Wolff; Jan Brunhoeber, Klaus-Michael Nix, Michael Ophelders
Hedda Gabler hat den Kulturhistoriker Jörg Tesman geheiratet. Er war nicht ihre erste
Wahl, aber der geeignete Kandidat für die Generalstochter ließ auf sich warten. Nach einer sechsmonatigen Hochzeitsreise kehrt das junge Ehepaar in seine neue Villa zurück. Mit der Aussicht
auf eine Professur hatte Tesman die Villa gekauft, um seiner Frau einen adäquaten Lebensstil bieten zu können. Dabei hat er sich finanziell übernommen. Dann taucht Eilert Lövborg in der Stadt
auf. Lövberg, ein begnadeter, aber labiler und dem Alkohol zugeneigter Mann, war Heddas Jugendliebe, genügte damals aber ihren Ansprüchen nicht. Als Hedda erfahren muss, dass Lövberg sich mit
Hilfe seiner „Kameradin“ Thea Elvsted aus dem Sumpf der Drogen befreit hat und nun vor der Veröffentlichung eines wissenschaftlich wegweisenden Werks steht, sieht sie die Karriere ihres
Mannes in Gefahr. Ihre Lebenspläne scheinen zu scheitern und Hedda setzt alles daran, dies zu verhindern.
In HEDDA GABLER zeichnet der Dramatiker Henrik Ibsen, das Bild einer Frau, die
gegen Konventionen und die Langeweile in ihrem Leben aufbegehrt. Den Weg in ein eigenes selbstbestimmtes Leben findet sie jedoch nicht und richtet ihre Kraft, aber auch ihre Wut, gegen alles,
was sich ihr entgegenstellt und letztlich sogar gegen sich selbst.
Intendant Gerhard Weber setzt sich mit Ibsens Schauspiel auseinander und findet dabei Bezugspunkte zu unserer
heutigen Zeit, in der zwar die Eigenverantwortlichkeit und Selbstverwirklichung des Menschen akzeptiert wird, aber die Verstrickungen von Erziehung und gesellschaftlichen Normen dem oft
zuwider laufen und zu Konflikten führen. [© Theater Trier]
www.theater-trier.de
Zur Inszenierung des Theater Bielefeld:
Premiere: 18. November 11 (Theater am Alten Markt)
Inszenierung: Michael Heicks
Bühne: Jürgen Höth Kostüme: Katharina Kromminga Dramaturgie: Marcus M. Grube
Bestzung: Hedda Tesman, geb. Gabler: Christina Huckle Jorgen Tesman:
Guido Wachter Frl. Juliane Tesman, seine Tante: Therese Berger Eilert Lovborg: Oliver Baierl Thea Elvsted: Nicole Lippold Richter Brack:
Thomas Wolff Berte, Dienstmädchen bei Tesmans: Statisterie
Vor einigen Monaten hat die Generalstochter Hedda Gabler den aufstrebenden Historiker Jörgen Tesman geheiratet.
Als sie von ihrer ausgedehnten Hochzeitsreise zurückkehren, ist sie schwanger. Zurück zu Hause fühlt sie sich schnell gelangweilt von ihrem Mann und den »dürftigen Verhältnissen«, in denen
sie leben. Mit Hohn und Boshaftigkeit traktiert sie ihren Ehemann, der sich in Aussicht auf eine Professur bereits in Schulden gestürzt hat, um seiner anspruchsvollen Frau etwas bieten zu
können. Doch plötzlich erscheint dessen berufliches Weiterkommen nicht mehr gesichert, da Heddas ehemaliger Verehrer Lövborg mit der Ankündigung einer Aufsehen erregenden Veröffentlichung
Tesman den Rang abzulaufen droht. Hedda hatte den lebenslustigen und attraktiven Lövborg seinerzeit abblitzen lassen, da er ihr gesellschaftlich und finanziell nicht aussichtsreich genug
erschienen war. Da sie nun ihre Lebenspläne gefährdet sieht, geht sie zum Angriff über: Sie hintertreibt die Verbindung Lövborgs zu seiner Geliebten und verleitet den frisch gebackenen
Abstinenzler zur Teilnahme an einem Herrenabend bei ihrem Hausfreund Richter Brack. Der Abend entgleist in einen wilden Alkoholexzess, in dessen Folge Lövborg betrunken sein Manuskript
verliert. Schließlich treibt Hedda ihn in den Selbstmord. Doch auch sie wird das Opfer einer weiteren Drehung des Schicksals und beschließt, sich selbst zu richten, um der eigenen Unfreiheit
zu entrinnen. Henrik Ibsens 1889 entstandenes Drama über die alles vernichtende Frau, deren tragische Widersprüche und deren Aufbegehren gegen Konventionen in den Tod führen, ist eine
zeitlose Parabel über Lebenslügen, die Brüchigkeit bürgerlicher Werte und Konventionen sowie den Selbstbetrug. Michael Heicks wird in seiner Inszenierung der Hedda Gabler das Bild einer modernen Frau zeichnen, die ihre Freiheit und ihre Selbstverwirklichung rücksichtslos auf Kosten anderer durchzusetzen weiß.
Inszenierung Michael Heicks ist seit Januar 2005 Intendant des Theater Bielefeld. Der Regisseur war zuvor von 2000 bis 2004 Schauspieldirektor des Bielefelder Theaters. Dort inszenierte er u. a. Shakespeares Was ihr wollt, Ein Sommernachtstraum und Wie es euch gefällt, Rainald Goetz’ Jeff
Koons, die Uraufführung von Ror Wolfs Nachrichten aus der bewohnten Welt, Effi Briest von Theodor Fontane, Neil LaButes das maß der dinge sowie Moritz Rinkes Republik Vineta und Café Umberto.
Michael Heicks führte außerdem Regie bei der deutschen Erstaufführung von Zdenek Fibichs Oper Der Sturm, der Uraufführung von Heul doch!, Tschechows Der Kirschgarten, der Uraufführung von Tom Peuckerts Elende Väter, Robert Thomas Kriminalkomödie Acht Frauen, Mike Svobodas Erwin, das Naturtalent sowie Kay Pollaks Wie
im Himmel. Zuletzt inszenierte er den Liederabend Männerbeschaffungsmaßnahmen, Tracy Letts’ Eine Familie (August: Osage County), die Uraufführung von Die Leiden einer jungen
Kassiererin von Anna Sam, Woyzeck, Brassed Off – Mit Pauken und Trompeten und Boeing-Boeing. Bevor Michael Heicks nach Bielefeld kam, arbeitete er als freier Regisseur mit Inszenierungen am Staatstheater Braunschweig, Staatstheater Oldenburg, Grips Theater Berlin, Deutschen Theater Göttingen, Theater Salzburg, Theater Basel und am Thalia Theater Hamburg. Er studierte von 1979 bis 1984 Schauspiel und Regie an der Akademie der darstellenden Kunst, Otto-Falckenberg-Schule, München. Nach seinem Studium folgten Regiearbeiten in München und Salzburg sowie einige Arbeiten an der Hochschule für Film und Fernsehen München.
Bühne Der in Hamburg lebende Jürgen Höth ist seit 1993 freischaffend tätig, u. a. am Thalia Theater Hamburg, an der Volksbühne Berlin, am Schauspiel Leipzig und an Theatern in Braunschweig, Oldenburg, Köln, Basel, Freiburg, Kiel, Konstanz und Heilbronn. Am Theater Bielefeld war Höth bereits für die Bühnenbilder u. a. von Der
Raub der Sabinerinnen/Frau Director Striese, Der Menschenfeind, Tartuffe, Die fetten Jahre sind vorbei, Ein seltsames Paar, Antigone, Der Hauptmann von Köpenick, Harry und
Sally, Der Leopard sowie für die Bühnenbilder der TAMZWEIProduktionen Jugend ohne Gott, Dutschke/Westwärts 1&2, Kamikaze Pictures, Gegen die Wand, Bagdad brennt, Schwarm (Essaim),
Bis nach Batang und Die Leiden einer jungen Kassiererin verantwortlich. Von 1989-93 war Höth am Thalia Theater Hamburg als Bühnenbildassistent engagiert. In dieser Zeit entstanden bereits
seine ersten eigenen Arbeiten, u. a. für Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui und Endspiel. Der gebürtige Kölner studierte in seiner Heimatstadt Bühnenbild bei Prof. R. Glittenberg.
Kostüme Katharina Kromminga war am Theater Bielefeld bereits für die Kostüme von DRAMENSAMMLER – Schöne neue Werte I, Dutschke/Westwärts 1&2, Don
Karlos sowie von Ansichten eines Clowns und Boeing-Boeing verantwortlich. Die Kostümbildnerin, geboren 1972 in Berlin, erhielt ihre Ausbildung zur Kostümbildnerin am Nationaltheater Prag,
an der Staatsoper unter den Linden Berlin, am Staatstheater Stuttgart, Residenztheater München und am Schauspielhaus Düsseldorf. Arbeiten mit Stephan Rottkamp u. a. an den Münchener
Kammerspielen, am Freiburger Theater, Thalia Theater Hamburg, Burgtheater Wien und mit K.D. Schmidt am Theater Heilbronn. [© Theater Bielefeld]
www.theater-bielefeld.de
Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Premiere: 9. Oktober 09
Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen (Premiere bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen:12. Mai 09) Deutsch von Peter Zadek und Gottfried Greiffenhagen
Regie:
Alice Buddeberg Bühne: Cora Saller Kostüme: Martina Küster Musik: Stefan Paul Goetsch Licht: Jan Walther Dramaturgie: Alexandra Althoff
Besetzung: Jörgen Tesman, Privatdozent: Isaak Dentler Hedda Tesman, seine Frau: Constanze Becker Frau Elvsted: Bettina Hoppe
Amtsgerichtsrat Brack: Thomas Huber Ellert Lövborg: Sébastien Jacobi
Aufführungsdauer etwa 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause
Hedda langweilt sich bereits
auf ihrer Hochzeitsreise. Aus gesellschaftlichem Kalkül hat sie den soliden Kulturhistoriker Jörgen Tesman geheiratet. In der Hoffnung auf eine Professur hat er ihr ein Leben in großzügigen
Verhältnissen versprochen. Nach der Rückkehr aus den Flitterwochen muss sie erfahren, dass die Karriere ihres Mannes keineswegs gesichert ist. Heddas Jugendliebe Eilert Lövborg ist zu einem
ernsthaften Konkurrenten um die Professorenstelle ihres Mannes geworden. Der geniale aber labile Lövborg genügte Heddas Anspruch damals nicht. Jetzt hat er seine Laster aufgegeben und ein
Aufsehen erregendes kulturhistorisches Buch geschrieben. Ein Wunder, von dem die ganze Stadt spricht. Und die das Wunder ermöglicht hat, stürzt hilfesuchend in Heddas Haus: Thea Elvsted, eine
ehemalige Schulkameradin. Thea hat Ehemann und Kinder zurückgelassen und ist Lövborg in die Stadt nachgereist. Heddas Ohnmacht und Selbsthass steigern sich zu einer zerstörerischen Wut. Sie
will auch einmal Macht haben über einen Menschen und nutzt diese Macht schließlich als Waffe zur Vernichtung.
Die Regisseurin Alice Buddeberg, geboren 1982 in Frankfurt am Main, ist
seit 2008 Absolventin der Hamburger Theaterakademie. Schon während ihres Studiums inszenierte Alice Buddeberg u. a. am Schauspiel Bremen, auf Kampnagel in Hamburg und am Theaterhaus Jena.
Das Regieteam
Alice Buddeberg (Regie) geboren 1982 in
Frankfurt am Main, ist Absolventin der Hamburger Theaterakademie (2008). Schon während ihres Studiums inszenierte Alice Buddeberg am Schauspiel Bremen, auf Kampnagel in Hamburg, am
Schauspielhaus in Wien und regelmäßig am Theaterhaus Jena. Zuletzt inszenierte Alice Buddeberg Molières »Der Menschenfeind« am Schauspiel Bremen und »Frühlings Erwachen « von Frank Wedekind
am Deutschen Theater in Göttingen.
Cora Saller (Bühne) geboren 1983 in München, studiert Bühnenbild bei Raimund
Bauer an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. 2008 Auslandssemester in Oslo. Vor ihrem Studium arbeitete sie als Assistentin an den Münchner Kammerspielen. 2007 entwarf sie das
Bühnenbild für Alice Buddebergs Inszenierung »Antigone« nach Hölderlin im Malersaal des Schauspielhaus Hamburg.
Martina Küster (Kostüme) geboren 1967 in Hamburg, absolvierte eine Ausbildung für Schneidertechnik und Mode sowie das Diplomstudium Modedesign an der Hochschule der Künste in Bremen. Nach einer
zweijährigen Assistenz am Schauspielhaus Hamburg arbeitet sie seit 2004 als Kostümbildnerin u. a. am Schauspielhaus Hamburg, am Mainfranken Theater Würzburg und an der Schauburg München.
Stefan Paul Goetsch (Musik) Komponist und Songwriter, geboren 1978 in Freiburg, studierte systematische Musikwissenschaft und Anglistik an der Universität Hamburg. Er arbeitete u. a. am Staatsschauspiel Stuttgart, am Deutschen Schauspielhaus, am Theaterhaus Jena und am Bremer Schauspiel. Stefan Paul Goetsch ist Mitglied der Band »The Dance Inc.«, sowie des Dance-Projektes »Koch & Goetsch« und veröffentlicht elektroakustische Musik unter seinem eigenen Namen.
[© Schauspiel Frankfurt]
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Die heilige Johanna der Schlachthöfe
Von: Berthold Brecht Uraufführung:
30. April 1959 (Hamburg, Deutsches Schauspielhaus)
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hercules @work
Eine Produktion des schauspielfrankfurt in der Reihe “nachtschwärmer”, unter dem Saisonmotto “Helden in Tüten - Singles 2005”
Premiere: 3. März 06
Regie: Paul Georg Dittrich Dramaturgie: Nina Steinhilber Bühne: Sabrina Melanie Henssen Kostüme: Nadja Rudert
Musik: Christopher Brandt
Darsteller: Sandra Bayrhammer, Christopher Brandt, Stefko Hanushevsky, Moritz Peters
Ein Vater hatte einen Sohn ... Hercules: Sohn
des Zeus. Der Edelmütige. Der Tapfere. Der Abenteurer. Der starke Arm und die helfende Hand. Im Olymp und auf Erden. Der Held unter den Menschen. Der Mensch hinter dem Helden? Hercules:
Geboren, um zu kämpfen. Für wen? Gegen was? Und was dann? Selbsthingabe als Lebensaufgabe. Fremdbestimmt. Wer bestimmt? Hercules: Gezeugt, um die Götter zu retten. Heras Ruhm und ihr
Zankapfel. Der Rächer der Schwachen. Der Familienvater. Ein Mörder? Hercules: Sein Auftrag. Sein Mut. Seine Einsamkeit. Sein Wahnsinn? Hercules: Der Mythos. Der strahlende Held. Hercules
für alle. Die Kraft: sprichwörtlich. Der Erfolg: ein Gefängnis. Die Freiheit: ein Traum. Der Feind: unsichtbar. Ein Sieger, besiegt von seinen Siegen? Hercules: Eine Suche.
Mit Texten von Euripides, Sophokles, gebrüder Grimm, Heiner Müller, Michail Bartenjew u.a.
Die zwölf erfolgreich erledigten Aufgaben des Herakles:
1. Die Tötung des Nemeischen Löwen 2. Der Kampf mit der neunköpfigen Hydra 3. Das Einfangen der windschnellen Kerynitischen Hirschkuh 4. Die Erlegung des Erymanthischen Ebers
5. Die Vertreibung der Stymphalischen Vögel 6. Die Reinigung der Rinderställe des Königs Augias von Elis 7. Die Bändigung des kretischen Stiers
8. Die Erlangung der menschenfressenden Rosse des Thrakerkönigs Diomedes 9. Die Gewinnung des Gürtels der Amazonenkönigin Hippolyte 10. Die Erbeutung der Rinder des Riesen Geryon
11. Die Erlangung dreier goldener Äpfel der Hesperiden 12. Die Entführung des Höllenhundes Kerberos
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Der Herr der Fliegen (Lord Of The Flies) Dramatisierung des gleichnamigen Romans von William Golding
Von:
William Golding / Nigel Williams Uraufführung: 31. Juli 1995 (Stratford-upon-Avon, The Other Place ~ Royal Shakespeare Company) Deutschsprachige Erstaufführung: 23.
Januar 1999 (Neuss, Rheinisches Landestheater) Deutsch von: Astrid Windorf
Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt: Theaterprojekt des Jungen Schauspiels
Premiere:
19. Oktober 11 (Kammerspiele)
Regie: Martina Droste Mitarbeit Regie: Alexander Frank Bühne: Olga Ventosa Quintana Kostüme: Kirsten Hoffmann
Dramaturgie: Julien Renard
Besetzung:
Eric: Steffi Basseck Sam: Verena Jockel Simon: Leonie Moritz Maurice: Lucie Weismüller
Piggy: Sarah Zelt
Billy: Florian Friedrich Ralph: Jonas Hackmann Percy: Arthur Hermeyer Jack: Erik Herrmann Roger:
Sebastian Lange
Besprechung auf kulturfreak.de
Der Herr der Fliegen Schauspiel Frankfurt ~ Junges Schauspiel
Percy (Arthur Hermeyer), Jack (Erik Herrmann), Piggy (Sarah Zelt), Ralph (Jonas Hackmann), Simon (Leonie Moritz),
Eric (Steffi Basseck), Sam (Verena Jockel), Maurice ( Lucie Weismüller), Billy (Florian Friedrich), Roger (Sebastian Lange) © Birgit Hupfeld
Irgendwo am Rande eines Krieges stürzt ein Flugzeug ab. Die überlebenden Jugendlichen finden sich auf einer unbewohnten Insel wieder und müssen ihr Schicksal selbst in die
Hand nehmen. Keine Erwachsenen, keine festgefügte Ordnung – es könnte ein Paradies sein, wo sich alles neu erfinden lässt. Doch für die Jugendlichen wird diese Lage zum
Verhängnis, denn zunehmend treten versteckte Ängste auf, die schließlich zur Eskalation führen. [© Schauspiel Frankfurt]
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Die herrschende Klasse (The Ruling Class) Schauspiel in 2 Akten
Von: Peter Barnes Deutsche Fassung:
Martin Esslin Uraufführung: 6. November 1968 (Nottingham, Playhouse) Deutsche Erstaufführung: 10. März 1970 (Düsseldorf, Schauspielhaus)
Peter Barnes wurde 1931 in
einer Arbeiterfamilie geboren. Nach seiner Gymnasialzeit war er kurz bei der Royal Air Force und in der Londoner Stadtverwaltung tätig. Dort arbeitete er für die Zeitung der
Gemeindebediensteten als Filmkritiker und machte sich später selbständig. Barnes wurde Dramaturg einer Filmgesellschaft und begann Drehbücher zu schreiben. 1963 wurde sein erstes Theaterstück
in San Fransisco uraufgeführt – mit mäßigem Erfolg. Erst 1967 wurde der Theaterwissenschaftler und Übersetzer Martin Esslin anlässlich eines Autorenwettbewerbs auf ihn aufmerksam und
konnte ihm mit der Inszenierung von "The Ruling Class" zum internationalen Durchbruch verhelfen. 1968 wurde er dafür mit dem John Whiting Award und 1969 mit dem Evening Standard
Award for Most Promising Playwright ausgezeichnet, bevor es verfilmt wurde.
Barnes’ Stücke sind nicht unumstritten und haben neben Lobeshymnen auch zahlreiche Kontroversen
herbeigeführt. Für sein Stück Rote Nasen (Red Noses) erhielt er 1985 den Olivier Award for Best Play und für Verrückte Hühner - sonst nichts (Nobody Here But Us Chickens) 1989 den British
Television Society Award for Best Single Drama.
Insgesamt umfasst sein Oeuvre fast neunzig publizierte Werke – Theaterstücke, Stückbearbeitungen, Hörspiele, Filme und Bühnenrevuen. [© Felix Bloch Erben, Berlin]
Zur Inszenierung des English Theatre Frankfurt:
Premiere: 6. September 13
Spielzeit bis 19. Oktober 13
Regie: Ryan MBryde Bühnenbild und Kostüme: Georgia Lowe
Jack, der 14. Graf von Gurney, glaubt er sei Jesus Christus. Sein Glaube an die Liebe und das Gute ist für den Rest der Gurneys inakzeptabel; sie möchten Jack für
geisteskrank erklären lassen, um so den Familienbesitz an sich zu bringen.
Peter Barnes´ messerscharfe Satire The Ruling Class seziert die britische Aristokratie und legt die seltsamen Marotten und die Habgier der sogenannten upper – oder ruling
class frei. Ein wilder Mix aus Humor und Horror. Das Stück kocht über vor fiebernder Energie, sexueller und religiöser Satire und verrückten Wortspielen. [© English Theatre Frankfurt]
www.english-theatre.de
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Herzschritt Von: Jan Neumann (* 1975) Uraufführung:
27. September 2008 (Düsseldorf, Düsseldorfer Schauspielhaus)
Zur Inszenierung am schauspielfankfurt: Premiere: 15. November 2008
Regie: Jan Neumann
Bühne: Thomas Goerge Kostüme: Nini von Selzam Video: Matthias Lippert Licht: Sven Bethmann Dramaturgie: Sibylle Baschung Regieassistenz:
Ariel-Nil Levy Bühnenbildassistenz: Birgit Kellner Kostümassistenz: Katharina Tasch Souffleuse: Regina Kroneberg Inspizient: Thomas Nossek
Technische Produktionsleitung: Josef Dreker Technische Einrichtung: Andreas Kremer Ton: Bernd Leinberger, Inga Lüth Maske: Jan Bundil, Beate Bauer
Requisite: Anja Becker, Markus Öhlinger Regiehospitanz: Franziska Pietsch Bühnenbildhospitanz: Bettine Theisse
Besetzung:
Ursula:
Traute Hoess Mutter: Regine Lutz Sabine: Sabine Waibel Schering: Roland Bayer Hagenbeck: Regine Lutz Harald: Oliver Kraushaar
Besprechung auf kulturfreak.de
Herzschritt schauspielfrankfurt v.l.n.r.: Mutter (Regine Lutz), Sabine (Sabine Waibel) und Ursula (Traute Hoess) Foto: Alexander Paul Englert
Ursula: eine Frau um die Sechzig, alleinstehend und zufrieden damit. Jedenfalls behauptet sie das eisern und regelmäßig, wenn ihre Mutter mal wieder mit einem indischen
Hochzeitshuhn vor der Türe steht, um beim gemeinsamen Kochen der eigenen Einsamkeit zu entfliehen. Ursula hat zum Leben ihre Arbeit und zum Träumen ihren Harald; ein
Phantom, für (fast) alle Phantasien zu haben. Ihr fragiles Lebensgebäude wird mit einem Schlag von der Tatsache erschüttert, dass sie völlig unerwartet ihre Anstellung verliert
und kurz darauf auch ihre Mutter. Aus der Bahn geworfen muss Ursula anfangen, sich zu bewegen. Ihre Arbeitskollegin Sabine, die als berufstätige Mutter unter der Last des
Familienlebens ächzt und stöhnt, beneidet Ursula um ihre Freiheit. Mehr von den eigenen Sehnsüchten und Bedürfnissen getrieben als von Ursulas, begleitet sie diese auf der
Suche nach neuen Wegen. Damit Ursula jedoch ihrem Herzen in die richtige Richtung folgen kann, muss dieses den entscheidenden Schritt alleine tun. [© schauspielfrankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
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Heute bin ich blond! Nach dem Roman von: Sophie van der Stap (Meisje met negen pruiken, 2006)
Uraufführung: 29. März 2009 (Frankfurt, Schauspiel Frankfurt)
Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Regie: Mina Salehpour Ausstattung: Anna Dischkow
Musik: Arnim Streek Dramaturgie: Marcel Luxinger
Darstellerin: Julia Penner
Besprechung auf kulturfreak.de
Die junge Frau hat neun
Perücken, weil sie keine eigenen Haare mehr hat. Sie hat ein Leben voller Lust und Sorglosigkeit gehabt, nun hat sie Krebs, und ihr Leben hängt am seidenen Faden. Also kämpft sie darum, mit
Humor, Hartnäckigkeit und Haarersatz. Vor allem aber mit der Kraft des Wortes, denn sie führt ein Tagebuch, in welchem sie ihre Erfahrungen festhält. Erfahrungen eines Lebens, das plötzlich
endlich scheint, aber trotzdem aufregender denn je ein kann. [© schauspielfrankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
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Hexenjagd (The Crucible) Drama in 4 Akten
Von: Arthur Miller
Uraufführung:
22. Januar 1953 (New York, Martin Beck Theater, Regie: Jed Harris) Deutschsprachige Erstaufführung: 10. Februar 1954 (Berlin, Schiller Theater)
Zur Inszenierung des English Theatre Frankfurt, Drama Club:
Premiere: 11. August 12 Spielzeit bis:
22. August 12
Director: Michael Gonszar Co-Director: Lea Dunbar Choreography: Gabrielle Staiger Costume Designer: Melanie Schoeberl
Set Designer: David Gonter Lighting Designers: Christopher Beuth, David Paris Sound Designer: David Gumpper Props: Dirk Conrad
Cast: Reverend Parris:
Michael Ennis Betty Parris: Mariyama Ebel John Proctor: Mario Mateluna Elizabeth Proctor: Maya Pinzolas Thomas Putnam: Karlo Gruja
Mrs. Putnam: Helen Heron Rebecca Nurse: Paula Strassenmeyer Sarah Good: Melanie Schöberl Reverend John Hale: Karl Guttzeit Tituba:
Karla Ortiz-Purrey Abigail Williams: Lisa Ullrich Mary Warren: Pamina Lenn Susanna Walcott: Helena Lenn Mercy Lewis: Karolina Schröder
Giles Corey: Stefan Heinz Martha Corey: Lea Dunbar Governor Danforth: James Morgan Marshal Herrick: Valentin Biehl Ezekiel Cheever:
Ken Gerlinger Judge Hathorne: Philipp Walsch Boys: Kevin Funk, Tim Taucher
Unter den 22 Mitwirkenden sind 10 SchülerInnen von unterschiedlichen Schulen
(Ziehenschule, Lessinggymnasium, Bettinaschule Frankfurt, Gymnasium Ortenberg) und 12 Erwachsene (darunter 2 Studenten, native speaker, Englischlehrer und Schauspieler aus der freien Szene);
viele mit z.T mehrjähriger Spielerfahrung im Drama Club.
Besprechung auf kulturfreak.de
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The Crucible English Theatre Frankfurt, Drama Club
John Proctor (Mario Mateluna), Reverend John Hale (Karl Guttzeit), Governor Danforth (James Morgan), Thomas Putnam (Karlo Gruja) © Richard Pflaume
Der DramaClub des English Theatre eröffnet die Spielzeit 2012/2013 mit Arthur Millers „The Crucible“, das politisch wohl bedeutsamste Stück des USamerikanischen Dramatikers.
Es gehört zu den am häufigsten aufgeführten Stücken auf amerikanischen Bühnen – ein Ausdruck für die immense Relevanz von „The Crucible“.
Inhalt:
Salem, USA, 1692: Eine Gruppe nackter junger Mädchen führt nachts im Wald einen verbotenen okkulten Tanz auf. Sie werden vom puritanischen Pfarrer Samuel Parris
beobachtet und verdächtigt, mit dem Teufel im Bund zu stehen. Da sie sich in ihrer Verzweiflung nicht anders zu helfen wissen, beschuldigen die Mädchen unter Anführung von
Abigail Williams wahllos andere Bürger. Ein Teufelskreis aus Misstrauen, Anschuldigungen, Verhaftungen und Verurteilungen entsteht. Die Hexenjagd beginnt...
Der DramaClub (local professional and nonprofessional actors) Seit 2005 hat sich der Drama Club des English Theatre mit seinen „Outreach Projects“ für Schulen und den Inszenierungen von Peter Shaffers „Equus“, Rob Johns „Living with
Lady Macbeth“, Lionel Barts „OLIVER“, Shakespeares „Romeo and Juliet“, Menkens/Ashmans „Little Shop of Horrors“, Aldous Huxleys „Brave New World“,
Bocks/Harnicks/Steins „Fiddler on the Roof“ und zuletzt Brechts/Weills „Threepenny Opera“ einen Namen gemacht.
So werden Stückvorlagen ausgewählt, in denen es sowohl jugendliche als auch erwachsene Rollen gibt. Letztere werden immer von erwachsenen Schauspielern aus der
freien Szene und von Amateuren, die neu zum Drama Club kommen, besetzt. In den Jugendrollen zeigen Schüler und Studenten ihr Können und haben die Möglichkeit, in der
Zusammenarbeit mit erfahrenen und professionellen Theaterleuten Bühnenerfahrung zu sammeln. [Englsih Theatre Frankfurt, Drama Club]
www.english-theatre.de
Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:
Premiere: 26. November 06
Regie: Martin Nimz Bühne: Olaf Altmann Kostüme: Bernd Schneider Licht: Nicol Hungsberg Dramaturgie: Jan Hein Regieassistenz:
Dagmara Lutoslawska Ausstattungsassistenz: Jana Lünsmann Kostümassistenz: Katja Strohschneider Souffleuse: Christine Schneider Inspizienz:
Joachim Möller Ton: Joachim Steffenhagen, Oliver Blohmer Maske: Patrizia Dietz, Karin Junhhardt, Verena Martin Technische Produktionsleitung: Josef Dreker
Technische Einrichtung: Andreas Kremer Requisite: Jens Schönherr, Helmut Stumvoll Regiehospitanz: Hannah Bayer, Christoph Friedrich Kostümhospitanz:
Kim Stichel
Besetzung:
Betty Parris: Christina Pasedag Reverend Samuel Parris: Michael Grimm Tituba: Anita Iselin Abigail Williams:
Anne Müller Susanna Wallcott: Sarah Bauerett Ann Putnam: Viola von der Burg Mercy Lewis: Alina Rank Mary Warren: Nadja Dankers John Proctor:
Oliver Kraushaar Rebecca Nurse: Cornelia Kempers Giles Corey: Willem Menne Reverend John Haie: Martin Butzke Elizabeth Proctor: Sabine Waibel
Ezekiel Cheever: Axel Sichrovsky Danforth: Wilhelm Eilers
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Hexenjagd schauspielfankfurt Nadja Dankers (Mary Warren), Martin Butzke (Reverend John Hale),
Axel Sichrovsky (Ezekiel cheever), Wilhelm Eilers (Danforth), Michael Grimm (Reverend Samuel Parris) Foto: Alexander Paul Englert
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Amerika im ausgehenden 17. Jahrhundert. Im Dorf Salem soll der Teufel sein Unwesen treiben. Einige der Mädchen sind ihm bereits verfallen und üben einen Hexenkult aus.
Von Pastor Parris gerufen, soll der Spezialist Hale die Vorgänge untersuchen und dem blasphemischen Zauber ein Ende setzen. Dabei kommt ein Netz aus Verschwörung,
Intrigen und Aberglauben ans Licht, das alles andere als teufl ischen Ursprungs ist: Aus Neid, verletzter Liebe und persönlicher Mißgunst werden Gemeindemitglieder der
Hexerei verdächtigt und verhaftet. So auch die Ehefrau John Proctors, die von einem der Mädchen, Abigail, denunziert wird. Abigail ist in Proctor verliebt und will ihn für sich
allein haben. Proctor gesteht den Ehebruch, verweigert aber das falsche Geständnis wegen Teufelsanbetung, weil er damit auch andere Unschuldige belasten würde. Er
bleibt standhaft und geht, sich treu bleibend, in den Tod.
Arthur Millers 1953 auf dem Höhepunkt der Kommunistenverfolgung in den USA geschriebenes Stück ist das beklemmende Psychogramm einer Gesellschaft, die infolge von
Intoleranz, Machthunger und Habgier der Massenhysterie zum Opfer fällt. [© schauspielfrankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
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Hinkemann Eine Tragödie
Von: Ernst Toller (1893 - 1939) Uraufführung: 19. September 1923 (Leipzig, Altes Theater)
Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:
Premiere: 24. März 07
Regie: Christof Nel Künstlerische Mitarbeit: Martina Jochem Bühne: Thomas Goerge Kostüme: Barbara Aigner Musik: Paul Lemp Licht:
Jan Walther Dramaturgie: Hans-Peter Frings Regieassistenz: Benjamin Eggers Bühnenbildassistenz: Britta Kloß Kostümassistenz: Nadja Rudert Souffleuse: Ingrid Seidel Inspizienz: Joachim Möller
Technische Produktionsleitung: Josef Dreker Technische Einrichtung: Hubertus Schneider Ton: Matthias Schmidt, Arnim Streek Maske: Verena Martin, Bernhard Springer Requisite: Anette Mahnke, Stefan Markert
Regiehospitanz: Hanna Werth, Gabriel von Zadow Bühnenbildhospitanz: Julia Strasser Kostümhospitanz: Marie-Theres Thran
Besetzung:
Eugen Hinkemann: Christian Kuchenbuch Grete Hinkemann,
seine Frau: Sabine Waibel Die alte Frau Hinkemann: Friederike Kammer Paul Gro
ßhahn: Joachim Nimtz Budenbesitzer: Matthias Redlhammer
Max Knatsch: Felix von Manteuffel Peter Immergleich: Aljoscha Stadelmann Sebaldus Singegott: Moritz Peters Michel Unbeschwert: Susanne Böwe Fränze, Gretes Freundin: Nadja Dankers
Verschiedene Arbeiter und Arbeiterinnen, allerlei Typen und Volk der deutschen Stra
ße: Susanne Böwe, Nadja Dankers, Friederike Kammer, Felix von Manteuffel, Joachim Nimtz, Moritz Peters, Matthias Redlhammer, Aljoscha Stadelmann,
Sabine Waibel
Aufführungsdauer: ca. 2 Stunden und 10 Minuten, keine Pause
„Wer keine Kraft zum Traum hat, hat keine Kraft zum Leben.“ (Ernst Toller)
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Die Hochzeitsreise (Private Lives)
Uraufführung: 18. August 1930 (Edinburgh, King's Theatre)
Von: Noël Coward Deutsch: Axel Bauer und Folke Braband
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Hörst du mein heimliches Rufen
Von: Thomas Jonigk Uraufführung:
16. September 2006 (Frankfurt, schauspielfrankfurt)
Stückbeschreibung: Ein erfolgreicher Geschäftsmann, tätig im Bereich der Rüstungsindustrie, wird unerwartet entlassen. Bis dahin hatte er alles
im Griff: Arbeit, Karriere, Frau, Adoptivsohn, Geliebte. Die Fassade des Erfolgsmenschen beginnt zu bröckeln, als ihm die Kontrolle plötzlich entzogen wird. Kurz entschlossen greift er zur
Waffe, um seinem Leben auf dem heimatlichen Sofa ein Ende zu bereiten, als ihn die Angst vor der eigenen Zivilcourage packt. Doch es gibt kein Zurück mehr, denn unvermittelt sieht er sich mit
einem Engel konfrontiert, der gekommen ist, ihn zu holen. Unerbittlich und nicht ohne Schadenfreude gewährt dieser dem Mann eine Gnadenfrist, zum Erinnern und zum Träumen. Und wie in einem
Alptraum läuft sein Leben noch einmal vor ihm ab: Zahllose hat der Mann ins Unglück gestürzt, ob aus Gleichgültigkeit, Lust oder Gier – und doch wäscht er seine Hände in Unschuld. Schließlich
hat er sich bei seiner Frau entschuldigt, gleich nachdem er sie vergewaltigt hatte, und hat er nicht dafür gesorgt, dass Gelder aus Waffengeschäften als Fördermittel in Krisengebiete
transferiert wurden? Vielleicht hält er seine Geliebte wie ein dressiertes Tier, aber immerhin hat er sie vom Strich an der tschechischen Grenze in sein schönes deutsches Haus geholt. In
alptraumhaften Sequenzen erlebt er die Momente seiner größten Schuld ein zweites Mal. Noch wehrt er sich gegen den Tod, doch nach und nach wird ihm die Vergeblichkeit seines Kampfes bewusst –
charakterlich ist er schon lange am Ende; die Ideale, die er einst hatte, sind auf der Strecke geblieben. Der Tod ist da nur der nächste und letzte Schritt. Auch seine späte Reue ändert
nichts am vorgegebenen Weg. Am Ende hat der Mann, der alles hatte, nichts und niemanden mehr. Mit einer Ausnahme: Der Engel ist nicht von seiner Seite gewichen. Er wartet. Aber seine Geduld
ist begrenzt. In der Schwebe zwischen Wahn und Wirklichkeit erlebt ein moderner Jedermann einen grotesken, schwindelerregenden Bilderreigen, der sein Leben war. Ohne falsche
Sentimentalität, aber mit viel bösem Humor beschreibt Thomas Jonigk den Niedergang eines Menschen, der sich erst zu wandeln beginnt, als es zu spät ist.
Das Stück ist als Auftragswerk für das schauspielfrankfurt entstanden.
Thomas Jonigk Thomas Jonigk, 1966 in Eckernförde geboren, studierte Mediävistik, Neuere Deutsche
Literatur und Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Vor allem mit Stefan Bachmann in der gemeinsamen Theatertruppe "Theater Affekt" sowie an verschiedenen Stadt- und
Staatstheatern arbeitete er als Dramaturg. Seit 1991 schreibt Jonigk Theaterstücke, Hörspiele, Libretti, Romane. Als Chefdramaturg am Schauspielhaus Wien führte er zwischen 1997 und 1999
dort auch Regie. Seine Stücke erhielten vielfach Preise und Auszeichnungen, wurden in mehrere Sprachen übersetzt und unter anderem in Holland, Frankreich, den Philippinen und den USA
aufgeführt.
1995 kürte ihn die Kritiker-Jury von "Theater heute" zum Nachwuchsdramatiker des Jahres. Zu seinen erfolgreichsten Stücken zählen Täter, Rottweiler und Du sollst
mir Enkel schenken. 2003 wurden die Rockoper Heliogabal, zu der Thomas Jonigk das Libretto schrieb, im Rahmen der RuhrTriennale in Duisburg sowie die Dramatisierung seines Romans Jupiter
am Theater Freiburg uraufgeführt. Für das schauspielfrankurt schrieb er das Stück Hörst du mein heimliches Rufen, das dort im September 2006 in der Regie von Tina Lanik uraufgeführt wird.
Thomas Jonigk lebt derzeit als freischaffender Autor in Berlin. Ab der Spielzeit 2006/07 ist er Hausautor und Dramaturg am Düsseldorfer Schauspielhaus.
© Texte: Verlag Felix Bloch Erben, Berlin
Zur Inszenierung am schauspielfrankfurt:
Premiere: 19. September 06 (Uraufführung)
Regie: Tina Lanik Bühne: Magdalena Gut Kostüme: Su Sigmund Dramaturgie: Marcel Luxinger
Darsteller: Der Mann: Wilhelm Eilers
Die Frau: Silvia Fenz Der junge Mann: Mathias Max Herrmann Die junge Frau: Sabine Waibel Der Engel:
Georgia Stahl Besprechung auf kulturfreak.de
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Hörst du mein heimiches Rufen schauspielfrankfurt
Silvia Fenz, Mathias Max Herrmann, Sabine Waibel (v.l.n.r.) Foto: Alexander Paul Englert
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Horns Ende
Roman von: Christoph Hein Für die Bühne bearbeitet von: Armin Petras
Uraufführung:
19. März 06 (Leipzig, Schauspiel Leipzig)
Zur Koproduktionsinszenierung von Schauspiel Leipzig und schauspielfrankfurt:
Premiere Leipzig: 19. März 06 Premiere Frankfurt: 7. Aprl 06
Regie: Armin Petras Bühne: Kathrin Frosch
Kostüme: Annette Riedel Licht: Norman Plathe Dramaturgie: Carmen Wolfram Regieassistenz: Jörg Reimer Bühnenbildassistenz: Julia Plickat
Kostümassistenz: Katja Strohschneider Souffleuse: Christine Schneider Inspizienz: Annette Thurm Ton: Oliver Blohmer, Franziska Rudolphi, Josef Rennert
Maske: Karin Junghardt, Verena Martin Technische Produktionsleitung: Anette Kahler, Klaus Oberüber Technische Einrichtung: Nico Ramie Requisite:
Aibrecht Haevernick, Stefan Markert, Helmut Stumvoll Regiehospitanz: Sabeth Braun, Johann Kuithann Dramaturgiehospitanz: Manuela Kurt Bühnenbildhospitanz:
Martina Bauer Kostümhospitanz: Johanna von Gehren
Besetzung:
Dr. Spodeck: Berndt Stübner Christine: Anja Schneider Thomas:
Aleksandar Radenkovic Gertrude Fischlinger: Bettina Riebesel Paul, ihr Sohn / Horn: Robert Kuchenbuch Bachofen: Herr Gohl: Andreas Haase
Marlene Gohl, seine Tochter: Susanne Buchenberger Kruschkatz, Bürgermeister: Ronald Kukulies Irene Kruschkatz: Ellen Hellwig
Der Stückfassung von Armin Petras liegt der 1985 erschienene Roman Horns Ende von Christoph Hein zugrunde, der den Mikrokosmos einer typischen DDR-Kleinstadt in den
50er Jahren beschreibt: In Bad Guldenberg hat sich der Historiker Horn, der Leiter des örtlichen Heimatmuseums, das Leben genommen, nachdem er wegen einer Abweichung
von der Parteilinie in die Kritik geraten war. Wegen eines ähnlichen Vergehens wurde er bereits von einem höheren Posten in Leipzig in die sächsische Provinzstadt
strafversetzt. Doch auch hier widersetzte er sich der offiziellen Geschichtsdeutung und -schreibung mit selbstzerstörerischer Hartnäckigkeit. Nachdem Horn jahrelang völlig
isoliert in der kleinen Gemeinde gelebt hatte, war er nicht fähig, eine zweite derartige Demütigung zu ertragen.
Die unterschiedlichsten Bewohner Guldenbergs erinnern sich an den Sommer des Jahres 1957, als Zigeuner ihr Lager mitten in der Stadt aufschlugen, als eine
Untersuchungskommission vom Bezirk kam, als Horn sich das Leben nahm: Da ist der desillusionierte Arzt, der sich vom Geld seines rücksichtslosen Vaters hat erpressen
lassen und mit dieser Lebenslüge nicht fertig wird.
Da ist der zugereiste Bürgermeister, der offensichtlich einst Horns Leipziger Affäre losgetreten hat und in Guldenberg als linientreu-jovialer Stadtvater erscheint.
Da ist ein schweigsamer Maler mit behinderter Tochter, der ein Grab auf dem städtischen Friedhof liebevoll pflegt, in dem genau diese Tochter bestattet zu sein scheint.
Da ist die Betreiberin eines kleinen Ladens, die gleichzeitig Horns langjährige Vermieterin war.
Und da ist Thomas, damals fast noch ein Kind, aber an die Ereignisse während jenes Sommers erinnert er sich genau: Wie er sich bei den Zigeunern verdingte und dafür von
seinem Vater, dem Apotheker, bestraft wurde; wie er seine erste schüchterne Liebe zu Elske erlebte; wie er den toten Horn im Wald fand. Er kann als einziger das damalige
Geschehen aus der Perspektive eines ahnungslosen und naiven Jungen rekapitulieren.
Alle anderen der von einer verborgenen Instanz zu dem Fall Befragten äußern sich in einer Mischung aus Betroffenheit und apologetischem Trotz, reden über etwaige
Gewissensbisse mit wort- und gedankenreichen Erklärungen hinweg oder entschuldigen die Ereignisse mit den Sachzwängen des fortschreitenden Sozialismus.
So entsteht das Bild einer deutschen Gemeinde, die sich seit jeher von jeder Schuld frei wähnt und frei spricht.
Die Verteidigung der Freiheit Elisabeth Schweeger im Gespräch mit Christoph Hein
zum Deutschlandprojekt Helden aus dem Hause Hein am schauspielfrankfurt
Elisabeth Schweeger: Ihre beiden Romane Horns Ende und In seiner frühen Kindheit ein Garten beschreiben Deutschland. Einmal Deutschland DDR in den 60er
Jahren und einmal Deutschland West zur Zeit der RAF. Armin Petras macht daraus einen Abend – ein Deutschlandprojekt, da es doch recht selten
vorkommt, daß ein Autor zwei Sichtweisen auf ein und dasselbe Land zu werfen versucht.
Christoph Hein: Eine interessante Konzeption. Ich bin gespannt, was Petras daraus für Funken zu schlagen versteht.
Beide Geschichten sind miteinander verbunden.
Petras verbindet sie, das macht auch mich neugierig. Freilich, auch In seiner frühen Kindheit ein Garten spielt in Ostdeutschland. Bad Kleinen liegt ja auch im Osten.
Die RAF hat natürlich auch ihre Beziehungen zur DDR gehabt, paradoxerweise haben aber auch die Regierungen in diesen Bereichen wohl zusammengearbeitet. Aber darum geht es ja gar nicht.
Nein, um die RAF geht es nicht, überhaupt nicht. Die RAF interessierte mich nie, da habe ich ein sehr klares und rasches Urteil, seit Jahrzehnten. Mir geht es darum, wie der
Staat darauf reagiert. Und das ist ein Problem, mit dem wir offenbar von Jahr zu Jahr mehr zu tun bekommen. Siehe Guantanamo, siehe England. Der Staat hat die Pflicht und
das Recht, Terror und Terrorismus abzuwehren, aber wie weit kann er gehen, ohne das, was er eigentlich verteidigen will, selber zu zerstören. Da entsteht einfach ein
rechtsfreier Raum wie Guantanamo, die CIA-Flugzeuge, die Folter. All das passiert ja, um den Terror abzuwehren. Aber was damit zerstört wird, ist letztlich das Rechtssystem selbst.
Das hat mich an beiden Romanen so fasziniert: Was macht das System mit den Menschen? Es führt sie, wenn sie sich als Souveräne begreifen, im
Grunde genommen automatisch in einen Widerstand hinein. Und der Staat, also der ›demokratische Staat‹, so habe ich es zumindest verstanden oder
verstehe es immer noch so, begibt sich in eine äußerst diktatorische Situation. Also im Westen kann ich es sehr genau beschreiben, daß das, was
Montesquieu noch gefordert hat, also Gewaltentrennung, ja zumindest mit der Terrorbekämpfung aufgehoben worden ist. Ja, es droht zumindest. Mit noch unabsehbaren Folgen.
In dem Roman In seiner frühen Kindheit ein Garten haben Sie versucht, eine zärtliche und schöne Liebesgeschichte von einem alten Ehepaar zu erzählen
, das den Tod des Sohnes über den Marsch durch die staatlichen, westdeutschen Institutionen aufzuarbeiten sucht und am System zu zweifeln beginnt
und daran fast zerbricht. In Horns Ende beschreiben Sie ein anderes System, das sich zwar auch als antifaschistisch und demokratisch bezeichnet hat,
jedoch auf seine Weise ebenso strangulierend auf die Gemeinschaft und den einzelnen gewirkt hat.
Ich denke auch, daß eine Sichtweise auf die sogenannten sozialistischen Länder und deren Gründungen dann falsch ist, wenn sie davon ausgeht, daß das Verbrecher
waren, die das gemacht haben. Gegründet wurden diese Staaten aus den Träumen des 19. Jahrhunderts, der Arbeiterbewegung, den Freiheits- und Gerechtigkeitsgedanken
heraus. Und dann ging es darum, daß diese Freiheit verteidigt werden muß. Diese Staaten wurden mit stalinistischen Mitteln verteidigt, was jede der Gründerideen und letztlich
sie selbst zerstörte. Und das droht uns jetzt in Guantanamo; in dem Rechtsstaat USA wurde ein rechtsfreier Raum geschaffen mit der guten Begründung, den Terror wirkungsvoller zu bekämpfen.
Die Überwachungssysteme nehmen weltweit zu, in Deutschland überlegt man, die Mautüberwachung auf Autobahnen für die Verbrechensbekämpfung zu nutzen. Dabei geht
es also immer um die Verteidigung von Freiheit und Freiheitsrechten, aber auch um die Frage, was zerstöre ich damit.
Die Frage ist doch nur, ist es überhaupt möglich, eine Utopie, die in ihren Ansätzen meistens zuerst positiv ist, in die Praxis ebenso positiv umzusetzen?
Ähnlich wie Wallenstein, der die Utopie des Friedens hat, aber diese nur mit den Mitteln des alten System herstellen kann. Ist also jeder gute Ansatz
zum Scheitern verurteilt? Daß man eigentlich keinen Weg finden kann, wie die Praxis zur Verteidigung der Freiheit eben wirklich der Freiheit selbst dienen kann?
Die einzigen Beispiele von gewaltloser Verteidigung der Freiheit, wo das so einigermaßen funktioniert hat, das sind Nehru in Indien und Mandela in Südafrika. Aber das ist
natürlich mit unheimlich persönlichen Kosten verbunden. Keiner von beiden wußte, ob ihr Ziel aufgehen wird, aber sie wollten es ohne Gewalt erreichen, und das haben sie
gemacht, bis zum Schluß. Selbst um den Preis des Gefängnisses. Aber der wirtschaftliche Druck heute ist zu groß. Die westlichen Länder müssen sich gleichzeitig gegen
Indien oder China behaupten, und da wird sich Amerika nicht im geringsten nachgiebig zeigen dürfen, und auch Europa nicht. Und der effektive Weg, um die Freiheit zu
garantieren, bedeutet dann auch einen Weg mit Gewaltanwendung.
Ja, und letzten Endes mit Restriktionen. Also mit Kontrollsystemen.
Ja, dieses stalinistische »Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser«, das haben wir natürlich überall.
Könnte man behaupten, daß wir uns von dem faschistischen System noch nicht entfernt haben, sondern daß es sich eigentlich konsequent weiterentwickelt hat und nur subtiler geworden ist?
Das war wahrscheinlich schwer zu umgehen nach 1945. In Ost wie West konnte das alte System nicht gründlich und restlos abgebaut werden, denn es mußte sehr rasch ein
neues aufgebaut werden. Im Westen hat man ja dann auch sehr schnell die alte Justiz übernommen, die alten Lehrer und all jene, die nun gefälligst den Mund zu halten hatten,
die bereit waren, sich mit der dritten Strophe des Deutschlandliedes zu begnügen. Und dabei konnte es dann bleiben. Und im Osten war es ja auch ganz schnell so, daß man
die neue Fahne schwenkte, sich zur neuen Ideologie bekannte und die neue Supermacht begrüßte. Beide deutsche Staaten und ihre Bürger erwiesen sich als Musterschüler,
und das war ja auch verständlich: Mit ihrer Vergangenheit mußten sie beweisen, daß sie besonders lernfähig sind.
Ja, aber hat man das in der DDR auch so gesehen? Bestimmte Organisationsformen waren ja einfach eins zu eins übernommen worden, z.B. die Jugendorganisationen?
Es ging wie bei den meisten diktatorischen Systemen vor allem um die Jugend, insofern haben sie auch alles getan, um diese einzufangen und einzubinden. Und um sich vom
Westen abzuheben, wollte man zu den Gewinnern der Geschichte zählen und nicht als Verlierer gelten. Man fühlte sich auf der richtigen Seite, rechnete sich selbst zur
antifaschistischen Front. Die Faschisten waren woanders. Und dann schien auf einmal die ganze DDR aus dem Widerstand heraus geboren.
Es gab somit auch keine Rechten, keine Nazis.
Offiziell, nein. Der Widerstandskämpfer, das war das einzige, worauf sich die DDR berief. Meine Frau war Jüdin. Als sie eine Kleinstadt in der DDR besuchte, zeigte man ihr die
alte Synagoge und sagte zu ihr: »Also die Synagoge haben die Faschisten 1939 zerstört.« Man hat aber nicht gesagt, wir, die Bürger unserer kleinen schönen Stadt waren es,
sondern das waren die Faschisten, Außerirdische vermutlich. Das war die Haltung: Da gab es eine Periode, ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte, mit der die DDR-Bürger
nichts zu tun hatten. Also, der Vater war nach Möglichkeit im Widerstand, und alles andere mußte man verschweigen.
Also gab es auch keine Neonazis?
Offiziell und in allen Medien, nein. Es gab gelegentlich gewaltbereite Jugendliche, später gab es die Glatzköpfe, das waren Probleme, bei denen die Behörden unbarmherzig
zuschlugen. Denn der große Bezugspunkt, auf den sie sich immer beriefen, war der Antifaschismus. Daß sie eben anders als Westdeutschland die Grundlagen, die Lehre
gründlich ausgewechselt hatten. Man ging gegen solche rechten Tendenzen sehr entschieden vor. So etwas durfte es einfach nicht geben.
Es wurde tot geschwiegen.
Ja, und ich denke, das war einer der Gründe, warum das dann 1989 so richtig heraus brach. Alles, was man unter den Teppich kehrt, bricht eines Tages hervor. Mit Verboten
allein kann man einen Staat nicht regieren. Die Schwierigkeiten hinter Gitter bringen, das ist eine sehr naive und eine einfältige Staatsdoktrin. Und als es mehr Probleme gab, als
hinter Gitter zu verbringen waren, wurde das Ganze nicht mehr haltbar. Und plötzlich zeigte sich all das, was nie verschwunden, sondern lediglich verdrängt worden war.
Haben Sie das Buch In seiner frühen Kindheit ein Garten im Hinblick darauf geschrieben, daß Sie dieses andere System unter die Lupe nehmen wollten? Entsprach das einem
Bedürfnis, eine Gegensetzung zu machen? Oder entstand das einfach nur nach der Öffnung des Landes, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen?
Also, die anfänglichen Gründe bei so einer Arbeit sind doch immer sehr intime, das kann ein Satz oder auch nur ein Geruch sein, Dinge, die ich Dritten kaum vermitteln kann. Ich
hatte über die Vorgänge um Bad Kleinen in der Zeitung gelesen und fand die Reaktion des Staates, der verschiedenen Staatsgewalten befremdlich. Nach drei Jahren habe ich
mich schließlich so sehr dafür interessiert, daß ich mir mit Hilfe von Anwälten die Akten der verschiedenen Prozesse besorgte. Die habe ich ein halbes Jahr lang studiert, weil
ich irgendwas daraus machen wollte, habe dann aber zunächst erst einmal aufgegeben, weil ich für mich keine Möglichkeit sah, aus dem Dokumentarischen herauszukommen,
was mich nicht interessierte. Aber irgendwie ließ mich dieses Thema nicht los. Drei, vier Jahre später kam ich für mich auf die Lösung, nur das, was auf dem Bahnhof
passierte und die Prozesse wie einen Film im Hintergrund ablaufen zu lassen und den ganzen Rest völlig frei zu erfinden. Somit konnte ich mit der Freiheit eines Romanciers
und mit meinen Mitteln und Möglichkeiten mit den Personen umgehen, was ich bei historischen Figuren nie hätte machen können. Es ist aber nicht so, daß für mich jeweils nur
das Thema wichtig ist, sondern da müssen schon andere Aspekte hinzukommen. Insofern war für mich ganz zentral bei der Entstehung des Stoffes die Liebesgeschichte
eines Paares, das 50 Jahre älter ist als Romeo und Julia, also etwas ungewöhnlich für Liebesgeschichten. Diese Liebesgeschichte eines älteren Paares interessierte mich. Der
Rest ist dann eher Zufall, man hat als Autor vielleicht bestimmte Themen, von denen man gar nicht loskommt. Das Thema sucht sich seinen Autor, nicht umgekehrt, auch wenn
der Autor glaubt, er habe die Wahl.
Bekanntlich schreibt der Leser einen Roman oder auch ein Theaterstück selbst weiter. Das ist eigentlich das Wunderbare daran. Ich finde, was so
berührend war an der Geschichte, daß man eben durch diese Liebesgeschichte sieht, in welchem Kontext man existiert. Und was das auch für
beklemmende Auswirkungen hat. Das war schon bei Horns Ende so, daß man stets das Persönliche gesehen hat, in das das politische System immer wieder einbrach.
Ja. Das entspricht auch meiner Sicht, aber ich denke, daß staatliche Gewalt und überhaupt der Staat, die Politik, so wie in Horns Ende, nur punktuell bemerkbar sind. Wenn ich
in einer Kleinstadt lebe, habe ich mit dem Staat nichts zu tun und nur gelegentlich erwischt er mich. Durch Steuererhöhungen etwa oder dadurch, daß auf einmal drei Panzer
durch die Stadt fahren. Gelegentlich habe ich also mit dem Staat zu tun, aber ansonsten versuchen die Leute, ein ganz anderes Leben zu führen, unabhängig vom Staat, frei
von ihm. Man vermeidet im allgemeinen die Nähe zur Macht. Und das unterscheidet sich auch in den verschiedenen Staaten nicht. Einer der heftigsten Vorwürfe bei Horns
Ende in der DDR war, daß ich ein Leben schildern würde, als ob es 1945 gar nicht gegeben habe. Ja, so ist es nun mal. Die Leute heiraten, erziehen Kinder und versuchen, in
einem Beruf erfolgreich zu sein, und das ist genauso vor 45 gewesen wie auch nach 45. Und das hat die staatlichen Stellen in der DDR geärgert, weil ich da keinen Bruch
aufzeige. Die DDR wollte natürlich auch wie der Westen diese Stunde Null. Aber diese Stunde Null gibt es für mich weder ästhetisch noch philosophisch noch weltanschaulich.
Die hat es 1945 nicht gegeben, die hat es in der menschlichen Geschichte nur ein einziges Mal gegeben, vor tausenden von Jahren. Alle spätere Geschichte, jedes spätere
Ereignis war dann die Folge einer Folge einer Folge. Aber gerade weil diese Stunde Null wieder einmal ausgerufen wurde, hatten wir im Osten wie im Westen die
entsprechenden Probleme. Alles wurde zugedeckt, um dann im fatalsten Moment wieder aufzutauchen.
Dadurch hat man sich natürlich die Möglichkeit genommen, zu erkennen, wie man aus diesem ganzen System wieder rauskommt. Man lebt in einer Chimäre, zumindest in einer Behauptung.
Ja. Ich würde vielleicht noch böser sagen, daß man das vielleicht gemacht hat, weil man auch wußte, man kommt gar nicht raus, denn ich kann diese Leute aus dem alten System nicht austauschen.
Bruno Kreisky hat das vollkommen klar gesagt damals in Österreich: Wenn ich alle Nazis rausschmeißen würde, blieben in Österreich nur noch wenige
Leute übrig. Also muß ich mit ihnen operieren.
Da hatte Kreisky völlig recht. Daß wir heute Philosemiten sind, ist nur die andere Seite der gleichen Medaille. Wir sind Philosemiten, weil der Antisemitismus zur Zeit nicht en
vogue ist, aber unsere Xenophobie ist uns geblieben, und der Antisemitismus ist nur eine Spielart von diesem, den gab es auch dort, wo es gar keine Juden gab.
Klar. Die Frage ist nur, wie man damit umgehen kann. Ich fürchte, es wird wieder schlimmer. Gerade als Folge der Globalisierung. Es werden Formen von
Identitäten gesucht, und die werden nicht in neuen Strukturen gesucht, sondern in alten und üblichen.
Unter anderem auch deswegen, weil wir die Globalisierung – möglicherweise geht das auch gar nicht anders – nur als ein wirtschaftliches Unternehmen erleben. Das
Individuum – zumindest das in der sogenannten ersten Welt – hatte seine Globalisierung bereits, es konnte in jedes Land fliegen, um Urlaub zu machen, es konnte aus jedem
Land der Welt die Waren kaufen, die es wünschte, zumeist auch noch zu einem geringen Preis. Mit dem Fall der Mauer entdeckte die Wirtschaft ihre Möglichkeiten. Nach den
Konsumentenparadiesen, wo man billig leben und einkaufen konnte, sehr billig, entdeckte man die Wirtschaftsparadiese, wo man sehr billig produzieren kann. Und die
Globalisierung geht rasch weiter, aus den vormals drei Welten entsteht langsam eine Welt, eine einzige Welt mit einem vergleichbaren Lebensniveau. Das heißt, weltweit
gleiche oder vergleichbare Löhne, Arbeitsbedingungen, Lebensqualität, und das heißt auch: Verluste in der ersten Welt, Zugewinne für die zweite und vor allem für die dritte
Welt, denn dieses einheitliche Lebensniveau wird nicht in der uns vertrauten Höhe liegen, sondern sehr viel tiefer sein, möglicherweise unerträglich tief für uns. Aus dem alten
»Für alle reicht's nicht«, mit dem die erste Welt Jahrzehnte gut leben konnte, wird ein »Für alle fast nichts«, wogegen wir uns heftig wehren. Die zweite Welt und die dritte Welt
sehen und nutzen nun ihre Möglichkeiten, und für uns zerbricht eine überkommene, gewohnte Ordnung. In der zweiten und dritten Welt entstehen Hoffnungen, in der ersten
wachsen die Ängste. Wir erleben es in Europa, in Ost- wie in Westeuropa, daß jetzt die nationalen und die nationalistischen Parteien Zulauf haben.
Ja. Beispiel Polen, oder?
Ja, und das hat mit Ängsten zu tun. Jetzt soll ich auf einmal Europäer sein? Es ist einfach lächerlich. Wer kann von sich sagen, er sei wirklich Europäer? Wir sollen alle
Weltbürger sein und stecken mit all unseren Wurzeln tief in unserer Provinz, im Provinziellen, alles andere sind Träumereien. Ich kenne aus der jüngeren Geschichte nur zwei
wirkliche Europäer: Napoleon und Hitler. Die beiden sahen keine Grenzen.
Napoleon hat immerhin ein Rechtssystem entwickelt, auf das wir uns heute noch berufen.
Das hat Hitler auch gemacht und gewollt. Wenn auch richtig verbrecherisch. Die Intelligenz der anderen Völker sollte zerstört werden, damit das Arbeitspotenzial für die
Herrenrasse genutzt werden kann. Das Napoleonische ist auch nicht großherziger gedacht, aber weniger verbrecherisch. Aber für beide war Europa die Wohnstube. Bei Napoleon noch viel stärker.
Man sollte sich daran erinnern, daß Kaiser Karl V. ganz Europa beherrscht hatte.
Das Problem der Globalisierung ist, daß wir nicht einmal eine europäische Gesetzgebung zustande bringen, keine verbindliche, keine, an die sich auch nur ein europäischer
Staat wirklich halten muß. Karl V. und Napoleon hatten aber dieses verbindliche System. Jetzt aber haben wir überhaupt kein Rechtssystem mehr, das zugreifen kann. So daß
die Wirtschaft zum Beispiel frei wirken und somit auch ihre eigenen Gesetze machen kann. Was in Deutschland nicht funktioniert, wird nach Polen ausgelagert, und wenn es
da auch nicht funktioniert, dann geht man nach China. Es wäre aber wichtig für die Globalisierung, ein System zu haben, das einen bestimmten Einfluß auf die Wirtschaft
nehmen kann, im Sinne einer sozialen Marktwirtschaft. Eine Instanz, die über der Wirtschaft steht und diese bestimmt. Im nationalen System konnte dies noch der Staat sein,
das ist aber jetzt vorbei. Wenn die Konzerne immer mehr wollen, dann steht der einzelne Nationalstaat hilflos davor und Europa auch.
Brauchen wir also wieder den autoritären Staat?
Nein, aber Wettbewerb und ein funktionierendes soziales System. Der Kapitalismus war in einer glücklichen Situation, als es auf der anderen Seite den Sozialismus gab, denn
da war Wettbewerb, und Wettbewerb ist das Element des Kapitalismus. Seitdem das sozialistische System zusammenbrach, gibt es diesen Wettbewerb nicht mehr, und die
wirtschaftliche Entwicklung verläuft jetzt völlig ungehemmt in einer Art und Weise, die für mich selbstzerstörerische Züge trägt. Ich kann alles noch viel billiger produzieren, ich
finde immer noch billigere Arbeitskräfte.
Und die Politik ist ohnmächtig. Wie sagte Karl Kraus: »Sie glaubten, sie seien an der Macht, sie waren aber nur an der Regierung.«
© schauspielfrankfurt
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Horror Vacui
Ein Projekt von: Auftrag : Lorey Uraufführung:
10. März 2011 (Frankfurt, Schauspiel Frankfurt)
Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Premiere: 10. März 11 (Uraufführung; im Bockenheimer Depot)
Konzept / Regie: Stefanie Lorey, Bjoern Auftrag Bühne/Video: Marc Jungreitmeier Kostüme: Lene Schwind Licht: Alexander Kirpacz, Marc Jungreithmeier
Ton: Bjoern Auftrag, Joachim Schröder Dramaturgie: Alexandra Althoff Mitarbeit Dramaturgie: Michaela Stolte
Mit: Kathleen Morgeneyer
Statisterie: Susanne Beck, Hannelore Bögeholz, Helga Comperl, Gisela Eiffert, Marga Hildebrandt, Karin Hoffmann, Brigitte Korn, Edith Kreßmann, Gisela Lonnes, Ulla Schröder, Liselotte
Schweikhardt
Besprechung auf kulturfreak.de
Horror Vacui Schauspiel Frankfurt Kathleen Morgeneyer © Birgit Hupfeld
Eher erträgt die Natur ihren Untergang, als den kleinsten ungefüllten Raum. »Horror Vacui« ist eine Sammlung von allem, was unsere Sinne anspricht oder beansprucht. Die
Symphonie eines ganz gewöhnlichen Tages, Mitteleuropa, Anfang des 21. Jahrhunderts – mit einer Schauspielerin, die über die erstaunliche Fähigkeit verfügt, willentlich die
Frequenz ihres Herzschlags zu beeinflussen. Stefanie Lorey und Bjoern Auftrag realisieren Projekte, die sich an der Grenze zwischen Performance und installativer Kunst bewegen.
Auftrag : Lorey (Konzept und Regie) Stefanie Lorey (geboren 1974 in Bingen am Rhein) und Bjoern Auftrag (geboren 1973 in Ruit auf den Fildern) trafen sich am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in
Gießen. Seit 2001 realisieren sie – neben anderen Arbeiten in unterschiedlichen Gruppierungen – Projekte, die sich an der Grenze zwischen Performance und installativer Kunst bewegen.
Ausgangspunkt bildet vor Ort vorgefundenes bzw. recherchiertes Material. Neben ihrer Regietätigkeit unterrichtet Stefanie Lorey im Rahmen des Dorothea-Erxleben-Stipendiums
an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Bjoern Auftrag arbeitet auch im Bereich Sounddesign und Tonregie für diverse Tanz- und Theaterproduktionen, u.a. für
Stefan Kaegi und Saburo Teshigawara. Außerdem unterrichtet er am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und an der Hochschule der Künste Bern.
Marc Jungreithmeier (Bühne) geboren 1979 in Bremen, studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Seit 2005 arbeitet er regelmäßig als Bühnenbildner, Licht- und Videodesigner mit dem Regieduo
Auftrag : Lorey zusammen, u. a. für »WMF. Wiedersehen macht Freude«, die Produktion war in unterschiedlichen Versionen am HAU in Berlin, bei den Salzburger Festspielen
und am Schauspielhaus Bochum zu sehen, »151 Meter über dem Meer. Selbstportrait einer Stadt« lief im Rahmen der Wiener Festwochen sowie »[blank]« in Johannesburg.
Außerdem arbeitete er zusammen mit Rimini Protokoll.
Lene Schwind (Kostüme) Geboren1979. Sie studierte in München Modegestaltung und arbeitete u. a. bei Hugo Boss und Vivienne Westwood. Sie assistierte am Schauspielhaus Zürich und am Theater
Basel. In dieser Zeit gestaltete sie Kostümbilder in Basel sowie für die Hochschule für Fernsehen und Film München. Seit der Spielzeit 2009 /10 ist sie Kostümassistentin am
Schauspiel Frankfurt. Dort realisierte sie Kostüme für »Lanzarote« von Michel Houellebecq, »Die Frau, die gegen Türen rannte« von Roddy Doyle und die deutschsprachige
Erstaufführung von Simon Stephens »Terminal 5«.
[© Schauspiel Frankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
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Hyperion
Roman von: Friedrich Hölderlin
Zur Bühnenfassung des Theater Willy Praml:
Premiere: 7. August 10
Regie: Willy Praml
Textfassung Hyperion: Willy Praml, Michael Weber, Birgit Heuser, Frank Moritz Dramaturgie: Frank Moritz Bühne/Kostüme: Michael Weber Hospitanz:
Myriam Rohn Musik: Sepp´l Niedermeyer, Gregor Praml Licht / Lichttechnik: Nico Rocznik, Daniel Gebhard Ton: Oliver Blohmer Bühnenbau: Guido Egert
Koordination: Birgit Heuser
Besetzung:
Hyperion I: Manuele Saccaro Hyperion II: Sören Messing Hyperion III: JakobGail Hyperion IV:
Claudio Vilardo Hyperion V / Alabanda: Michael Weber Hyperion VI / Adamas: Reinhold Behling Diotoma I: Gala Winter Diotoma II: Nadja Dankers Diotoma III: Birgit Heuser Eremit: Michael Rieth
Spieldauer: gute 3:30h mit Pause
Besprechung auf kulturfreak.de
Hyperion Theater Willy Praml Hyperions Lazarett - Hyperion (Jakob Gail) © Seweryn Zelazny
Von altgriechisch hyper = „drüberhin und ion= „der Gehende“ Hyperion = der Überflieger Titan, griechischer Licht-und Sonnengott
Text eines deutschen Außenseiters: Friedrich Hölderlin
Selten wurde der Versuch unternommen, dieses Gipfelwerk des deutschen Idealismus ins Theater zu übertragen. Das THEATER WILLY PRAML wird ihn in einer eigenen
Bühnenfassung in die Frankfurter NaXoshalle bringen.
Zum Inhalt: In idyllischer Gegend wächst der Knabe Hyperion auf. Sein Lehrer Adamas führt ihn in die Heroenwelt des Plutarch, dann in die Zauberwelt der griechischen Götter und
begeistert ihn für die griechische Vergangenheit. Zum Studium in die Stadt gezogen, lernt er in Alabanda, einem politischen Widerstandskämpfer, die Schmach des von Türken
besetzten Vaterlandes zu seiner eigenen Sache zu machen. Dieser weiht ihn in die
Pläne zur Befreiung Griechenlands ein. In Kalaurea lernt er Diotima kennen, in der er, die Verkörperung aller Schönheit und Weisheit des altes Hellas erspürend, die volle
Ergänzung seines eigenen Wesens erkennt. Sie ist es, die ihn an seine große Mission mahnt. Von der Kriegserklärung der Russen gegen die Türkei erfährt Hyperion über einen
Brief des Freundes Alabanda. Vielleicht hat jetzt die Stunde der Freiheit für Hellas geschlagen; keiner dürfe sich dem heiligen Kampfe entziehen! Diotima billigt Hyperions
Entschluss, er nimmt Dienst in der russischen Flotte.
Die Rohheit des Krieges stösst ihn ab. Hyperion wird schwer verwundet, Alabanda muss fliehen und Diotima stirbt. In ihren letzten Briefen sucht sie ihn zu trösten und verweist
ihn auf das Reich des Geistes, über das der Tod keine Macht hat. Hyperion verlässt die Heimat.
Er kommt nach Deutschland, wo er sich von den Menschen tief enttäuscht sieht, deren „Leben schal und sorgenschwer und überall von kalter, stummer Zwietracht ist“. Er kehrt
nach Griechenland zurück, aber nicht mehr um zu kämpfen, sondern um in der Einsamkeit im Einklang mit der Natur und im Gedenken an Diotima zu leben. „Wir sind nicht
geschieden, Diotima . . . Lebendige Töne sind wir, stimmen zusammen in deinem Wohllaut, Natur! . . . und alles Getrennte findet sich wieder . . .
Einiges, heiliges, glühendes Leben ist alles.“
In Hölderlins idealistischem und radikalem Blick auf seine Welt steckt noch immer soviel Sprengstoff, dass die Auseinandersetzung mit ihm auch heute noch lohnt. Es geht um die Fragen:
Was ist der Mensch? Haben wir die Natur verloren? Ist Krieg eine Notwendigkeit? Kann Bildung die Welt besser machen?
Eintritt: 18/14/9,-- Euro
Die Produktion wurde ermöglicht durch die Konzeptionsförderung des Fonds Darstellender Künste e.V. – aus Mitteln des Bundes. Reservierungen unter: 069/ 43 05 47 34 und www.theater-willypraml.de
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Hysteria (Fragments of an Analysis of an Obsessional Neurosis)
Von: Terry Johnson
Uraufführung: 1. August 1993 (London, Royal Court Theatre)
Zur Inszenierung des English Theatre Frankfurt:
Premiere: 20. März 09 Spielzeit:
bis: 3. Mai 09
Regie: Ryan McBryde Bühne: Neil Prince Kostüme: Constanze Walldorf Licht: Hartley TA Kemp Ton: David Gumpper Video:
Matthias Michel Casting: Amy Rycroft Kostümassistenz: Anna Schurau Deputy stage manager, London: Marte Bergsland
Sigmund Freud: Ged McKenna
Jessica: Melanie Gray Abraham Yahuda: Simon Clark Salvador Dali: Anthony Spargo Anna Freud / woman: Anna Libbach
Besprechung auf kulturfreak.de
Hysteria English Theatre Frankfurt Sigmund Freud (Ged McKenna, links) und Abraham Yhuda (Simon Clark, rechts) Foto: Anja Kühn
www.english-theatre.de
Vom 23. April bis 24. Mai 09 wird “Hysteria” in einer weiteren Inszenierung im Frankfurter Fritz Remond Theater im Zoo zu sehen sein: Premiere: 23. April 09 Regie:
Rüdiger Hentzschel Mit: Monica Anna Cammerlander, Maximilian Achatz, Carl Achleitner, Willy Höller www.fritzremond.de
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