|
|
|
Theater, Stückeinfo: H
|
|
Hamlet Drama in 5 Akten
Von: Wiliam Shakespeare Uraufführung: 1601 (London) Deutsche Erstaufführung:
16. Januar 1773 (Wien)
Zur Inszenierung der Burgfestspiele Bad Vilbel;
Premiere: 1. Juli 09
Regie: Harald Demmer
Bühne: Oliver Kostecka Kostüme: Marion Hauer
Besetzung: Gertraud: Angelika Bartsch Hamlet: Jonas Baeck Ophelia:
Magdalena Helmig Laertes: Daniel Mutlu Claudius: Volker Niederfahrenhorst Rosencrantz: Jens Wachholz Guildenstern: Stephan Ullrich Polonius:
Volker Weidlich Bote/Schauspieler: Frank Rebel Horatio: Daniel Seniuk Geist, Schauspieler: Maximilian Wigger
Für Hamlet gerät die Welt aus den
Fugen. Sein Onkel heiratet seine Mutter, kaum dass der Vater unter der Erde liegt. Es wächst die Wut auf Mutter und Onkel ins Mörderische. Ein königliches Familiendrama um Liebe, Hass, Schuld
und Gerechtigkeit.
Mehr Infos zu den Burgfestspielen Bad Vilbel
www.kultur-bad-vilbel.de
|
|
|
Der Hauptmann von Köpenick Kleider machen Leute Ein deutsches Märchen Von: Carl Zuckmayer Uraufführung:
5. März 1931 (Berlin, Deutsches Theater)
Zur Inszenierung des Theater Bielefeld:
Premiere: 11. April 10
Inszenierung: Matthias Kaschig
Bühne: Jürgen Höth Kostüme: Stefanie Klie Musik: Tobias Vethake Dramaturgie: Bernhard Krebs
Besetzung:
Wilhelm Voigt:
Thomas Wehling Kalle/Kilian: Oliver Baierl Adolf Wormser/Dr. Jelinek/Friedrich Hoprecht/ 1. Bahnbeamter/Rosencrantz: Alexander Swoboda
Wabschke/Grenadier/2. Bahnbeamter/Comenius: Nils Zapfe Bürgermeister/Oberwachtmeister/Schutzmann: Guido Wachter von Schlettow/Krakauer/Gefreiter: Johannes Lehmann
Knell /Grenadier/Gefängnisdirektor/Kutzmann/ PolizeiInspektor/Lurchi: Helmuth Westhausser Zivilist/Schutzmann/Rau: Benjamin Armbruster
Marie Hoprecht/Knells Sekretärin/Sekretärin: Silvia Weiskopf Mädchen/Plörösenmietze: Julia Friede Frau Obermüller: Nicole Paul
Der in seinem Heimatland
heimatlose Schuhmacher Wilhelm Voigt steckt in der Zwickmühle: Weil er keine Aufenthaltspapiere hat, bekommt er keine Arbeit, ohne Arbeit gibt’s aber auch keine Ausweispapiere. Er versucht
auf einem Polizeirevier einen Pass zu stehlen, wird erwischt und geht erneut für zehn Jahre in den Bau. Als er aus dem Gefängnis kommt, ist die Situation dieselbe, wie zehn Jahre zuvor. Kein
Pass, keine Arbeit, keine Arbeit, keinen Pass. Doch jetzt hat Voigt eine Idee, wie er den gordischen Knoten durchschlagen kann. Er zieht sich eine abgetragene Hauptmannsuniform an, übernimmt
mit der Autorität der Uniform das Kommando über eine Schar Soldaten und besetzt mit ihnen kurzerhand das Rathaus von Köpenick. Sein schneidiges Auftreten und seine Kenntnis militärischer
Verhaltensregeln spielen ihm ebenso in die Hände, wie die Autoritätsgläubigkeit der Deutschen. Nur einen Pass, den gibt’s auch auf dem Köpenicker Rathaus nicht … Über den Schumacher
Wilhelm Voigt lachte ganz Deutschland und die weite Welt. Kaiser Wilhelm II. soll gesagt haben: »Da kann man sehen, was Disziplin heißt. Kein Volk der Erde macht uns das nach!« Der
Militarismus des Zweiten Deutschen Reiches war eine Sache des nationalen Erbguts. Das Reich, die Nation wurde in drei Kriegen geboren. Es begann mit dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 und
führte über den Deutschen Krieg von 1866 zum Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 in dem am 18. Januar 1871 das Zweite Deutsche Reich proklamiert wurde. Von nun an herrschte der deutsche
Kaiser Wilhelm I. und regierte Reichskanzler Bismarck. Zum ersten Mal in der Geschichte gab es einen deutschen Nationalstaat. Aus diesen Siegen leitete das Militär seinen
gesellschaftlichen Status, seine Sonderrolle ab. Die Verankerung in der (Zivil-)Gesellschaft wurde dem Militär in einer zweijährigen Wehrpflicht zuteil, der weitere 25 Jahre in der Reserve
folgten. Gesellschaftlich war das Militär also allgegenwärtig – auf den Straßen genauso, wie in den Amtstuben und Schulklassen, den Kontoren und Gerichtssälen. Denn all die Männer, die dort
ihren Dienst taten, hatten gedient und dienten noch in der Reserve. Die Verquickung von Gesellschaft und Militär wurde dabei völlig unkritisch gesehen und stattdessen zur Tugend stilisiert.
Und so wurde dieser »genetische Defekt« im gesellschaftlichen Bindegewebe von Generation zu Generation unreflektiert weitergegeben. Ihr Produkt war der (fast) perfekte Untertan, der es
gewöhnt war Befehle zu empfangen und auszuführen. Was beim Hauptmann von Köpenick noch wie Spaß wirkt, wird 1914 mit Beginn des Ersten Weltkriegs tödlicher Ernst. Vier Jahre und Millionen
Tote später kapituliert das Deutsch Reich. Schon 1916 übernahm die Oberste Heeresleitung unter Hindenburg und Ludendorff die Regierungsgeschäfte – auch im Reich, das damit in den letzten
beiden Kriegsjahren von einer Quasi-Militärdiktatur regiert wurde. Bei der Kapitulation 1918 stand das deutsche Heer noch tief im »Feindesland«; eine Tatsache, aus der sich die furchtbare
Legende vom Dolchstoß entspann. Nach ihr war das Reich nicht militärisch besiegt worden, sondern das kriegsmüde Volk sei ihm mit der Novemberrevolution in den Rücken gefallen. Eine Legende,
die sich hartnäckig hielt und einem kleinen Gefreiten des Ersten Weltkriegs den Weg an die Spitze des Dritten Reiches führte, in dem nicht nur die Partei, sondern die ganze Nation militärisch
organisiert wurde. Die Kontinuität des preußischen Militarismus vom Kaiserreich, über die Weimarer Republik bis hin zur totalitärsten Form im Dritten Reich nimmt Regisseur Matthias Kaschig
in seinem märchenhaften Zerrspiel vom Hauptmann von Köpenick auf. Mitglieder des in dieser Spielzeit neu gegründeten Kinder- und Jugendchors »Chorinis« werden als willfährige Soldatenschar
dem Hauptmann zur Seite stehen, das Rathaus von Köpenick besetzen und durch ihre Jugend die militaristischen Kontinuitätslinien deutscher Gesellschaften offenlegen.
Inszenierung:
Matthias Kaschig inszeniert, nach Tartuffe in der letzten Spielzeit, bereits zum zweiten Mal am Theater Bielefeld. Er wurde 1976 in Freiburg i. Breisgau geboren, wo er 1997 auch eine eigene Theatergruppe gründete. Von 1998 – 2002 studierte er Schauspieltheater-Regie an der Universität Hamburg und war anschließend als Regieassistent am Staatstheater Stuttgart. Seit 2004 ist er als freischaffender Regisseur tätig und inszenierte seitdem u.a. Port von Simon Stephens am Volkstheater München, Der Streit von Marivaux sowie Schillers Kabale und Liebe am Theater Bonn, Lessings Emilia Galotti und Ronja Räubertochter von Astrid Lindgren am Schauspiel Essen, Yvonne, die Burgunderprinzessin von Witold Gombrowicz am Theater Bern, Edward Albees Wer hat Angst vor Virginia Woolf am Theater Bremen sowie Shakespeares Romeo und Julia und die Uraufführung von Wie ein Leben zieht mein Koffer an mir vorüber von Johannes Schrettle am Theater Osnabrück.
Bühne: Der in Hamburg lebende Jürgen Höth ist seit 1993 freischaffend tätig, u.a. am Thalia Theater
Hamburg, an der Volksbühne Berlin, am Schauspiel Leipzig und an Theatern in Braunschweig, Oldenburg, Köln, Basel, Freiburg, Kiel, Konstanz und Heilbronn. Am Theater Bielefeld war Höth bereits
für die Bühnenbilder u.a. von Der Raub der Sabinerinnen/Frau Director Striese (UA), Der Menschenfeind (Regie: C. Schlüter), Tartuffe (Regie: Matthias Kaschig), Die fetten Jahre sind vorbei
(Regie: J. Zimmermann), Ein seltsames Paar (Regie: W.-D. Sprenger) sowie für die Bühnenbilder der TAMZWEI-Produktionen Jugend ohne Gott, Dutschke/Westwärts 1&2, Kamikaze Pictures, Gegen
die Wand, Bagdad brennt und Schwarm (Essaim) verantwortlich. Von 1989-93 war Höth am Thalia Theater Hamburg als Bühnenbildassistent engagiert. In dieser Zeit entstanden bereits seine ersten
eigenen Arbeiten, u.a. für Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui und Endspiel. Der gebürtige Kölner studierte in seiner Heimatstadt Bühnenbild bei Prof. R. Glittenberg.
Kostüme:
Die Bühnen- und Kostümbildnerin Stefani Klie studierte Architektur an der Muthesius-Hochschule für Kunst und Gestaltung in Kiel. Schon während ihres Studiums absolvierte sie zahlreiche Bühnen- und Kostümassistenzen und zeichnete verantwortlich für die Ausstattung zweier Schauspielproduktionen am Theater Kiel. Im Rahmen der »Jeunesses Musicales« realisierte sie die Ausstattungen der Opern Figaros Hochzeit und Don Giovanni. Nach erfolgreichem Abschluss ihres Studiums wurde sie 1999 als Ausstattungsassistentin an das Theater Kiel engagiert, wo sie u.a. Offenbachs Orpheus in der Unterwelt, Donizettis Liebestrank und, gemeinsam mit Bernd Damovsky, Rezniceks Donna Diana ausstattete.
Seit 2003 ist Stefani Klie als freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin für Oper, Ballett, Musical und Schauspiel tätig. Zu ihren bisherigen Arbeiten zählen u.a. die Kostüme für Der
Zauberer von Oz am Theater Lübeck, die Ausstattung für Das hässliche Entlein am Theater Biel Solothurn (Schweiz) sowie Ausstattungen für die Produktionen The Rocky Horror Show an der
Oper Dortmund und an der Musikalischen Komödie in Leipzig. Hier war sie auch für Bühne und Kostüme bei der Produktion Kiss Me, Kate verantwortlich. An der Oper Leipzig war sie Ausstatterin
für das Musical Hair.
Musik: Tobias Vethake, geboren 1975 in Gütersloh, komponiert seit 2004 Theatermusik
für unterschiedliche Theater, u.a. das Junge Schauspielhaus Hamburg, das Theater Düsseldorf und das schauspielhannover. Von 1995-1999 absolvierte er ein Schulmusikstudium an der Hochschule
für Musik und Theater Hannover mit Hauptfach Violoncello. 1994 gewann er den 1. Preis beim Kompositionswettbewerb der Nordwest-Deutschen Philharmonie. Seit 1998 arbeitet er als Live- und
Studio-Musiker für diverse Bands, mit den Instrumenten Gitarre, E-Cello und Schlagzeug und seit 1999 ist er als Komponist von Film- und Werbemusik tätig. 2003 gründete er das Berliner Label
»Blankrecods«, das verschiedene seiner experimentellen und elektronischen Projekte vereint, u.a. Vincent und German experimental loop orchestra. [© Theater Bielefeld]
www.theater-bielefeld.de
Zur Inszenierung des Theater Trier:
Premiere: 14. März 10 (Großes Haus) weitere Vorstellungen:
16.03., 20.00 | 20.03., 19.30 | 26.03., 20.00 | 28.03., 16.00 | 31.03., 20.00 | 04.04., 19.30 | 09.04., 20.00 | 11.04., 19.30 | 16.04.2010, 20.00 Uhr
Inszenierung: Gerhard Weber
Ausstattung: Gerd Friedrich Dramaturgie: Peter Oppermann
Regieassistenz/ Abendspielleitung: Kathrin Horster Inspizienz: Heribert Schmitt
Soufflage: Manuela Gutsmann Regiehospitanz: Dominik Mock
Besetzung:
1. Uniformladen in Potsdam Adolf Wormser: Michael Ophelders Zuschneider Wabschke: Manfred-Paul Hänig Hauptmann von Schlettow: Jan Brunhoeber Wilhelm Voigt
: Klaus-Michael Nix Wormsers Sohn Willy: Statisterie
2. Polizeibüro in Potsdam Wilhelm Voigt
: Klaus-Michael Nix Oberwachtmeister: Tim Olrik Stöneberg
3. Café National / Bordell Dr. Jellinek
: Michael Ophelders Schutzmann: Manfred-Paul Hänig Hauptmann von Schlettow: Jan Brunhoeber Wilhelm Voigt: Klaus-Michael Nix Grenadier
: Tim Olrik Stöneberg Kalle: Hans-Peter Leu Puffmutter: Angelika Schmid Plörösenmieze: Angelika Schmid Nutte: Vanessa Daun Nutte
: Barbara Ullmann Nutte: Antje-Kristina Härle Kellner: Heribert Schmitt Zivilist: Helge Gutbrod
4. Personalbüro der Schuhfabrik
Wilhelm Voigt: Klaus-Michael Nix Bürodiener: Statisterie Sekretärin: Statisterie Arbeitssuchende: Statisterie Knell
: Paul Steinbach
5. Zimmer in Potsdam Zuschneider Wabschke: Manfred-Paul Hänig Hauptmann von Schlettow
: Jan Brunhoeber
6. Herberge Gefreiter: Jan Brunhoeber Wilhelm Voigt: Klaus-Michael Nix Feldwebel
: Tim Olrik Stöneberg Kalle: Hans-Peter Leu Buttje: Angelika Schmid Zeck: Heribert Schmitt Deserteur Gebweiler: Helge Gutbrod Herbergsvater
: Peter Singer
7. Uniformladen in Potsdam Adolf Wormser: Michael Ophelders Zuschneider Wabschke
: Manfred-Paul Hänig Wormsers Sohn Willy: Statisterie Obermüller: Paul Steinbach
8. Zuchthaus
Wilhelm Voigt: Klaus-Michael Nix Die Anderen: Statisterie Zuchthausddirektorin: Barbara Ullmann Bulcke: Helge Gutbrod Pudritzki: Peter Singer
PAUSE
9. Wohnstube in Rixdorf Wilhelm Voigt: Klaus-Michael Nix Friedrich Hoprecht
: Tim Olrik Stöneberg Frau Hoprecht: Vanessa Daun
10. Schlafzimmer Bürgermeister Obermüller
Zuschneider Wabschke: Manfred-Paul Hänig Dienstmädchen Fanny: Vanessa Daun Frau Obermüller: Barbara Ullmann Obermüller: Paul Steinbach
11. Gang vor dem Polizeibüro Leser: Michael Ophelders Polizist: Jan Brunhoeber Wilhelm Voigt: Klaus-Michael Nix Wartender
: Hans-Peter Leu 1. Frau: Angelika Schmid 2. Frau: Angelika Schmid Dicker Mann: Heribert Schmitt Der Mann: Helge Gutbrod Leutnant
: Peter Singer
12. Stube Wilhelm Voigt: Klaus-Michael Nix Das Mädchen: Antje-Kristina Härle
Fremde Stimme: N.N.
13. ---
14. Bei Hoprechts Wilhelm Voigt: Klaus-Michael Nix
Friedrich Hoprecht: Tim Olrik Stöneberg
15. Kleiderladen Wilhelm Voigt: Klaus-Michael Nix
Kleiderhändler Krakauer: Peter Singer
16. ---
17. Schlesisches Tor Wilhelm Voigt: Klaus-Michael Nix
Dienstmann: Statisterie Bahnbeamter: Helge Gutbrod
18. Rathaus Köpenick Stadtrat Comenius
: Michael Ophelders Schutzmann Kilian: Jan Brunhoeber Wilhelm Voigt: Klaus-Michael Nix Schetrum: Statisterie Stadtkämmerer Rosencrantz: Hans-Peter Leu
19. Amtszimmer des Bürgermeisters Stadtrat Comenius: Michael Ophelders Polizeiinspektor Steckler
: Manfred-Paul Hänig Wilhelm Voigt: Klaus-Michael Nix Schreiber: Statisterie Soldat: Tim Olrik Stöneberg Stadtkämmerer Rosencrantz: Hans-Peter Leu
Frau Obermüller: Barbara Ullmann Grenadier: Helge Gutbrod Gefreiter: Helge Gutbrod Schreiber: Helge Gutbrod Obermüller: Paul Steinbach
20. Bierkneipe / Bordell Wilhelm Voigt: Klaus-Michael Nix Plörösenmieze: Angelika Schmid Nutte: Vanessa Daun
Fahrer: Vanessa Daun Nutte: Barbara Ullmann Chauffeur: Barbara Ullmann Zeitungsjunge: Antje-Kristina Härle Putzfrau: Antje-Kristina Härle
Kellner: Heribert Schmitt
21. Polizeipräsidium Direktor: Michael Ophelders Passkommissar
: Jan Brunhoeber Kommissar: Jan Brunhoeber Oberwachtmeister: Tim Olrik Stöneberg Kriminalinspektor: Peter Singer Wegen eines Kavalierdeliktes
verbrachte Wilhelm Voigt mehrere Jahre im Gefängnis und arbeitete nach seiner Entlassung im Ausland. Heimgekehrt nach Berlin, bleibt ihm nichts anderes übrig, als seinen Namen zu fälschen, um
nicht als vorbestraft zu gelten. Doch der Schwindel fliegt auf, und der Teufelskreis nimmt seinen Lauf. Voigt erhält keinen Pass, weil man ihn aus dem Melderegister gestrichen hat. Arbeit
wird jedoch nur dann in Aussicht gestellt, wenn er sich ausweisen kann; eine Aufenthaltsgenehmigung hingegen ist nur möglich im Falle des Beschäftigungsnachweises. Die Mühlen der deutschen
Bürokratie führen unweigerlich in die Absurdität, schlimmer noch: Sie verhindern systematisch Voigts Wiedereingliederung in die Gesellschaft. So kauft er sich aus purer Verzweiflung eine alte
Uniform und besetzt das Rathaus von Köpenick, um Pass und Aufenthaltsgenehmigung zu erzwingen...
Carl Zuckmayers in den Dreißiger Jahren uraufgeführtes „deutsches Märchen“ DER
HAUPTMANN VON KÖPENICK basiert auf einer wahren Begebenheit. Völlig verarmt starb der historische Wilhelm Voigt fernab seiner Heimat und wurde auf dem Luxemburger Friedhof begraben. Nicht
zuletzt durch die legendären Film- und Theaterinszenierungen mit Heinz Rühmann und Harald Juhnke in der Titelrolle avancierte das Stück zum großen Publikumserfolg. In einem groß angelegten
Bilderbogen parodiert Zuckmayer den deutschen (Un-)Geist ebenso pointenreich wie bissig.
Vor dem Hintergrund des aktuellen Spielplanmottos „stand.ort.suche.deutschland“ und den immer
härter werdenden Realitäten hierzulande beschäftigt sich Gerhard Webers Trierer Neuinszenierung aus aktueller Sicht mit dem bewegenden Überlebenskampf Wilhelm Voigts. In den Mittelpunkt rückt
sie dabei die Tragik der sozialen Ausgrenzung, wie sie heute in Zeiten von „Hartz IV“ und penibel geregelten Abschiebungsgesetzen unzählige Menschen erdulden müssen. Doch auch der Humor kommt
nicht zu kurz, gilt er doch für Voigt als treffsicheres Mittel zur Wehr gegen jegliche Form der Willkür...
In der Hauptrolle ist der Schauspieler Klaus-Michael Nix zu sehen, während das gesamte Schauspielensemble des Theaters Trier in zahlreiche Rollen schlüpft. [© Theater Trier]
www.theater-trier.de
Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:
Premiere: 21. April 07
Inszenierung: Jürgen Bosse Bühne: Susanne Maier-Staufen Kostüme: Erika Landertinger
Mit: Friederike Bellstedt, Monika Dortschy, Katja Hirsch, Tatjana Kastei; Martin Bretschneider, Tim Breyvogel, Alfred Herms, Lorenz Klee, Thomas Kornack, Andreas Mach, Zlatko Maltar, Thomas Prazak, Daniel Seniuk, Michael Schlegelberger
„Det is wie wennse ne Laus uff ne Glasscheibe setzen. Da kannse nu krabbeln und krabbeln un rutscht ejal immer wieder runter." (Wilhelm Voigt)
Deutschland im Wilhelminismus: Die Menschen begeistern sich für den Kaiser, für das Militär und für die Obrigkeit. Das Glänzen frisch gewichster Stiefel lässt Herzen höher schlagen. Kleider - Uniformen! - machen Leute. Und wehe dem, der sozial abrutscht. Wer Arbeit sucht, erhält diese bei Vorlage einer Aufenthaltserlaubnis, und eine Aufenthaltserlaubnis erhält, wer eine Arbeitsstelle nachweist. Ein Teufelskreis. Der Schuster Wilhelm Voigt hat für Jugendsünden eine Haftstrafe abgesessen und versucht nun, wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen. Sein ersehntes Ziel erreicht er erst in einer ergaunerten Uniform: die bürokratisch abgesegnete und vor allem abgestempelte bürgerliche Legitimation seines Lebens. Höchste Zeit für eine „Köpenickiade" in einer Welt, in der die Gefahr, durchs soziale Netz zu fallen, nicht geringer geworden ist, der Einzelne immer isolierter in einer „fremden" Gesellschaft steht.
Regisseur Jürgen Bosse war Schauspieldirektor am Nationaltheater Mannheim, Intendant am Staatstheater Stuttgart und zuletzt am Schauspiel Essen. Während seiner Direktion in Mannheim arbeitete er außerdem regelmäßig am Wiener Burgtheater. Zu seinen wichtigsten Autoren zählen Ödön von Horväth, Bernard-Marie Koltes und Botho Strauß. Jürgen Bosse hat in der Spielzeit 2006/2007 in Mainz bereits sehr erfolgreich Mozarts Die Zauberflöte inszeniert. [© Staatstheater Mainz]
www.staatstheater-mainz.de
Zur Inszenierung der Berliner Komödie am Kurfürstendamm:
Premiere: 12. November 06 (Voraufführungen 8. bis 11. November)
Spielzeit bis: 14. Januar 07
Bearbeitung und Regie: Jürgen Wölffer Bühne und Kostüm: Saskia Zschoch Komposition: Jakob Vinje
mit:
Dietmar Mues, Erika Skrotzki, Gisbert-Peter Terhorst, Christian Fischer, Pier Niemann, Shantia Ullmann
|
|
|
“Im Laufschritt, Marsch! Der Hauptmann von Köpenick Komödie am Kurfürstendamm, Berlin
Dietmar Mues in der Rolle des Hauptmanns von Köpenick Foto: Rolf Mönckedieck
|
|
Am 16. Oktober vor genau 100 Jahren kommandierte der arbeitslose Schuster Wilhelm Voigt in einer beim
Trödler erstandenen Hauptmanns-Uniform zehn ihm zufällig begegnende Soldaten von Berlin nach Köpenick ab. Dort ließ er den Bürgermeister und den Kassendirektor verhaften, beschlagnahmte die
Stadtkasse und verschwand. Ganz Berlin lachte über diese Posse und die Geschichte verbreitete sich
wie ein Lauffeuer. Nicht nur die deutsche Presse, auch internationale Zeitungen berichteten über diesen
Schildbürgerstreich. Die Daily Mail wusste zu berichten, dass selbst der Kaiser, seine Majestät Wilhelm
der II., nicht unbeeindruckt war. „Sein Sinn für Humor wurde zutiefst angerührt, wie seine telegraphische Anmerkung zur Person des vorgeblichen Offiziers als eines genialen Kerls erweist.“
Am 17. Oktober schrieb die Berliner Volkszeitung über den Köpenicker Gaunerstreich: „So unsagbar
komisch, so unbeschreiblich lächerlich diese Geschichte ist, eine so beschämend ernste Seite hat sie.
Das Köpenicker Gaunerstückchen stellt sich dar als der glänzendste Sieg, den jemals der militaristische Gedanke in seiner äußersten Zuspitzung davongetragen hat.“
Der Fall Voigt und die Kunst Noch während Voigt inhaftiert war, stürzten sich die Theaterdirektoren auf die Geschichte: Im Passage
-Theater gab man „Sherlock Holmes in Köpenick“, im Deutsch Amerikanischen Theater wurde in die Posse
„Im Wilden Westen“ die Einlage „Der Hauptmann von Köpenick“ eingebaut. In der Metropol-Revue „Der
Teufel lacht dazu“ marschierte eine Gruppe Soldaten auf, die ein zackiger Offizier in Voigts Maske
kommandierte. Wilhelm Voigt wurde nach 20-monatiger Haft begnadigt und danach vollends zum Objekt
der Unterhaltungindustrie. Er trat im Passagenpanoptikum Unter den Linden auf. Dort signierte er Fotos
und hielt Ansprachen an das Publikum, aber seine Auftritte wurden verboten. Er plante Operetten- und
Varietéauftritte, doch seine Pläne scheiterten. Stattdessen tingelte er über die deutschen Jahrmärkte und
signierte Postkarten in Hotels und Lokalen, die ihn als Hauptmann von Köpenick zeigten. 1909 erschienen
seine Memoiren: „Wie ich Hauptmann von Köpenick wurde“. Ende März 1910 reiste er über Kanada in die
USA ein. Dort feierte er große Erfolge. In London wurde er im Wachsfigurenkabinett von Madame Tussaud ausgestellt. Voigt starb 1922.
Carl Zuckmayers Stück „Der Hauptmann von Köpenick. Ein deutsches Märchen“ wurde am 5. März 1931
im Deutschen Theater Berlin uraufgeführt. Heinz Hilpert inszenierte, Werner Krauss spielte die Titelrolle.
160.000 Mark Tantiemen (damals das Lebenseinkommen eines Schwerstarbeiters) verdiente Zuckmayer im ersten Jahr nach der Uraufführung mit seinem Werk.
Der Stoff wurde häufig verfilmt: Unvergessen blieben Heinz Rühmann (1956), Rudolf Platte (1960) und Harald Juhnke (1997) in der Rolle des Hauptmanns.
Der Autor Carl Zuckmayer
1921, im Alter von 25, veröffentlichte Zuckmayer sein erstes Drama: „Kreuzweg“. Es kam in Berlin heraus
und wurde nach drei Aufführungen abgesetzt. Drei Jahre später wurde Zuckmayer gemeinsam mit
Bertolt Brecht Dramaturg am Deutschen Theater Berlin. 1925 gelang ihm mit „Der fröhliche Weinberg“ der
Durchbruch. Es wurde das meistgespielte Theaterstück der 20-er Jahre und mit dem Kleist-Preis
ausgezeichnet. Die Dramen „Der Schinderhannes (1927) und „Katharina Knie“ (1928) folgten. Er schrieb
das Drehbuch zu dem Film „Der blaue Engel“ nach dem Roman „Professor Unrat“ von Heinrich Mann. In den Hauptrollen: Marlene Dietrich und Emil Jannings. Auch in der
Weimarer Republik war Zuckmayer der erfolgreichste Theaterautor. Sein Stück „Der Hauptmann von Köpenick“ war ein Riesenerfolg. Den Nazis gefiel das Stück gar nicht.
Ihnen war die antimilitaristische Tendenz zuwider. Nach deren Machtergreifung erhielt Zuckmayer Aufführungsverbot. Er verließ Deutschland, ging nach Österreich, von dort
in die Schweiz und emigrierte dann in die USA, wo er in Hollywood als Drehbuchautor arbeitete. Er nahm die amerikanische Staatsbürgerschaft an, wurde Kulturbeauftragter
und Rundfunksprecher. 1947 kam sein Drama „Des Teufels General“ in Zürich zur Uraufführung. Er verfasste das Drehbuch für den Film „Der Hauptmann von Köpenick“, für
das er 1957 in Deutschland den staatlichen Filmpreis erhielt. Ein Jahr später verließ das Ehepaar Zuckmayer die USA gen Schweiz. Hier begann der Autor mit seiner
Biographie „Als wär´s ein Stück von mir“, das sein größter Bucherfolg wurde. Zuckmayer wurde in den Orden „Pour le Mérite“ gewählt, 1968 erhielt er das große
österreichische Verdienstkreuz am Band. Er starb am 18.01.1977 in der Schweiz.
Der Hauptmann
Dietmar Mues ist Wahlhamburger. Nach Engagements in Kiel, Nürnberg und Mannheim war er 12 Jahre Mitglied im Ensemble des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg.
Hier hat er u. a. mit Jérôme Savary, Luc Bondy und Jürgen Flimm zusammengearbeitet. 1978 erhielt er für Dario Fos Stück „Bezahlt wird nicht" den Darstellerpreis auf dem
Norddeutschen Theatertreffen. Seit 1984 arbeitet er als Drehbuchautor und Schauspieler auf dem freien Markt. Ca. 80 Fernseh- und Kinofilme sind seitdem entstanden. U. a.:
„Ein Mord, den jeder begeht“ (C. P. Witt), „Girlfriends“ (Christine Kabicsch), „Der große Abgang“ (Nico Hoffmann - Fernsehspiel des Jahres), „Bubi-Scholz-Story“ (Roland S.
Richter) sowie „Tatort“, „Polizeiruf 110“, „Großstadtrevier“. Zu seinen wichtigsten Kinofilmen zählen: „Akte Odessa“ (mit Jon Voight u. Maximilian Schell) und „Conversation
with a beast“ (A. Mueller-Stahl).
Seine große Liebe gehört dem Hörspiel. Mit seinem sonoren Bass erweckt er die unterschiedlichsten Figuren zum Leben. Mues schwärmt von dieser „freien Insel“ im
Kulturbetrieb. Hier gibt es „spannende Manuskripte und Autoren, die noch wirklich was wollen.“
Zur Inszenierung
Jürgen Wölffer hat Zuckmayers Drama neu bearbeitet und führt auch Regie. Über 50 Rollen weist das Original auf – sie werden von lediglich 6 Darstellern gespielt,
Zuckmayers Text aber bleibt fast unangetastet. Eine große Herausforderung auch für Saskia Zschoch, die die Produktion mit Bühnenbild und Kostümen ausstattet, sowie für
Jakob Vinje, der hierzu Klangbilder komponiert hat. [© Komödie am Kurfürstendamm, Berlin]
www.komoedie-berlin.de |
|
|
Hausaufgaben Nach dem Roman von Jakob Arjouni Bearbeitet für die Bühne von Boris C. Motzki und Georg Kentrup
Uraufführung: 15. Oktoebr 2009 (Frankfurt, Landungsbrücken)
Zur Inszenierung der Landungsbrücken Frankfurt:
Premiere: 15. Oktober 09 (Uraufführung)
Regie: Boris Motzki Dramaturgie: Georg Kentrup Ausstattung und Bühne: Anke Niehammer Regie- und Dramaturgieassistenz: Sophie Oldenstein
Mit:
Charles Ripley
Der Deutschlehrer Joachim Linde wird angeklagt: In seinem Oberstufenkurs ist eine Diskussion über den Nationalsozialismus völlig außer Kontrolle geraten. Seine Frau
Ingrid klagt ihn bei Kollegen an, die gemeinsame Tochter Martina missbraucht zu haben. Auf dem Höhepunkt einer Verkettung von Katastrophen sieht er sich gezwungen, sein Privatleben zu
offenbaren. Welche Verantwortung trägt er für den Unfall seines Sohnes Pablo, für den Suizidversuch seiner Tochter und für die psychische Erkrankung seiner Frau? Mehrfache Schuld, eine
Inzest-Anklage und die Auseinandersetzung mit öffentlicher und privater Wahrnehmung stehen im Mittelpunkt der Uraufführung von „Hausaufgaben“. Die Inszenierung vom Nachwuchs-Regisseur Boris
C. Motzki konzentriert sich auf die intensive Auseinandersetzung des Hauptprotagonisten (gespielt vom Kölner Schauspieler Charles Ripley) mit dem Publikum. Hautnah bekommt der Zuschauer
die Abgründe und Zweifel des Gymnasiallehrers Joachim Linde zu spüren und wird in den Entscheidungsprozess auf der Bühne mit eingebunden. Die Umwandlung des Romans vom Erfolgsautor Arjouni in
einen geradlinigen Monolog ermöglicht die Konzentration auf das Wesentliche. Keine Nebenrollen, keine Dialoge lenken von der Auseinandersetzung der Hauptfigur mit seiner Geschichte und dem
Publikum ab. Der Zuschauer muss Position zur Situation der Figur beziehen und seine eigene Haltung zum Thema Schuld überprüfen. Dabei nutzt steht die Sprache Arjounis im Vordergrund, die
sowohl klar und präzise als auch doppeldeutig und pointiert ist, um ein konkretes Bewusstsein für den Stoff zu erzeugen. [© Landungsbrücken]
Eine Koproduktion von Landungsbrücken Frankfurt und favouriteplays
Boris C. Motzki geboren 1980 in Worms am
Rhein, studierte Theaterwissenschaft und Germanistik in Mainz. Von 2006 bis 2009 arbeitete er als Regieassistent und Regisseur am Nationaltheater Mannheim und als Gastdozent an der
Theaterakademie Mannheim. Mittlerweile ist er tätig als freier Regisseur. Boris C. Motzki ist Gründungsmitglied von favouriteplays e.V.
Bisherige Inszenierungen:
Danny und die tiefe blaue See von J.P. Shanley - Mannheim 2007 Chatroom von E, Walsh - Theaterakademie Mannheim 2007 Pericle der Schwarze (UA) nach G. Ferrandino - Mannheim 2008
Bikini von T. Müller - Theaterakademie Mannheim 2009. 4 x 4 (UA) von J. Kann, L. Langenegger, P.Löhle und E. Palmetshofer - Mannheim 2009
In yer face! Collage im Rahmen von "Cool Britannia" - Mainz 2009
Geog Kentrup Jahrgang 1979,
aufgewachsen im Münsterland, hat in Mainz und Paris Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie studiert. Nach Assistenzen im Rhein-Main-Neckar-Raum und einem Engagement in Berlin
fühlt er sich im Ruhrgebiet wohl. Seit Beginn 2007 arbeitet er im Gelsenkirchener Consol Theater als Dramaturg für Öffentlichkeitsarbeit und ist für die Konzeptionierung thematischer Reihen
verantwortlich. An der Hamburger Hochschule für Musik und Theater studiert er im Fernstudium Kultur- und Medienmanagement. Georg Kentrup ist Gründungsmitglied von favouriteplays e.V..
FAVOURITEPLAYS E.V. … entwickelt künstlerische Formen und Projekte
… realisiert Ur- und Erstaufführungen und setzt neue Entdeckungen um … fördert junge und freischaffende Künstler … bildet Netzwerke … schafft Kultur favouriteplays ist die
länderübergreifende Erarheitung neuer Stoffe und Themen für das Theater wichtig. Favouriteplays kennt keine Grenzen, weder in geografischer noch in künstlerischer Hinsicht. Mit starken
regionalen Partnern in unterschiedlichen Städten des deutschsprachigen Sprachraums sollen künstlerische und Inhaltliche Akzente gesetzt werden.
www.landungsbruecken.org
|
|
|
Hedda Gabler Schauspiel in drei Akten
Von: Henrik Ibsen Uraufführung: 31. januar 1891 (München, Hoftheater)
Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Premiere: 9. Oktober 09
Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen (Premiere bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen:12. Mai 09) Deutsch von Peter Zadek und Gottfried Greiffenhagen
Regie:
Alice Buddeberg Bühne: Cora Saller Kostüme: Martina Küster Musik: Stefan Paul Goetsch Licht: Jan Walther Dramaturgie: Alexandra Althoff
Besetzung: Jörgen Tesman, Privatdozent: Isaak Dentler Hedda Tesman, seine Frau: Constanze Becker Frau Elvsted: Bettina Hoppe
Amtsgerichtsrat Brack: Thomas Huber Ellert Lövborg: Sébastien Jacobi
Aufführungsdauer etwa 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause
Hedda langweilt sich bereits
auf ihrer Hochzeitsreise. Aus gesellschaftlichem Kalkül hat sie den soliden Kulturhistoriker Jörgen Tesman geheiratet. In der Hoffnung auf eine Professur hat er ihr ein Leben in großzügigen
Verhältnissen versprochen. Nach der Rückkehr aus den Flitterwochen muss sie erfahren, dass die Karriere ihres Mannes keineswegs gesichert ist. Heddas Jugendliebe Eilert Lövborg ist zu einem
ernsthaften Konkurrenten um die Professorenstelle ihres Mannes geworden. Der geniale aber labile Lövborg genügte Heddas Anspruch damals nicht. Jetzt hat er seine Laster aufgegeben und ein
Aufsehen erregendes kulturhistorisches Buch geschrieben. Ein Wunder, von dem die ganze Stadt spricht. Und die das Wunder ermöglicht hat, stürzt hilfesuchend in Heddas Haus: Thea Elvsted, eine
ehemalige Schulkameradin. Thea hat Ehemann und Kinder zurückgelassen und ist Lövborg in die Stadt nachgereist. Heddas Ohnmacht und Selbsthass steigern sich zu einer zerstörerischen Wut. Sie
will auch einmal Macht haben über einen Menschen und nutzt diese Macht schließlich als Waffe zur Vernichtung.
Die Regisseurin Alice Buddeberg, geboren 1982 in Frankfurt am Main, ist
seit 2008 Absolventin der Hamburger Theaterakademie. Schon während ihres Studiums inszenierte Alice Buddeberg u. a. am Schauspiel Bremen, auf Kampnagel in Hamburg und am Theaterhaus Jena.
Das Regieteam
Alice Buddeberg (Regie) geboren 1982 in
Frankfurt am Main, ist Absolventin der Hamburger Theaterakademie (2008). Schon während ihres Studiums inszenierte Alice Buddeberg am Schauspiel Bremen, auf Kampnagel in Hamburg, am
Schauspielhaus in Wien und regelmäßig am Theaterhaus Jena. Zuletzt inszenierte Alice Buddeberg Molières »Der Menschenfeind« am Schauspiel Bremen und »Frühlings Erwachen « von Frank Wedekind
am Deutschen Theater in Göttingen.
Cora Saller (Bühne) geboren 1983 in München, studiert Bühnenbild bei Raimund
Bauer an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. 2008 Auslandssemester in Oslo. Vor ihrem Studium arbeitete sie als Assistentin an den Münchner Kammerspielen. 2007 entwarf sie das
Bühnenbild für Alice Buddebergs Inszenierung »Antigone« nach Hölderlin im Malersaal des Schauspielhaus Hamburg.
Martina Küster (Kostüme) geboren 1967 in Hamburg, absolvierte eine Ausbildung für Schneidertechnik und Mode sowie das Diplomstudium Modedesign an der Hochschule der Künste in Bremen. Nach einer
zweijährigen Assistenz am Schauspielhaus Hamburg arbeitet sie seit 2004 als Kostümbildnerin u. a. am Schauspielhaus Hamburg, am Mainfranken Theater Würzburg und an der Schauburg München.
Stefan Paul Goetsch (Musik) Komponist und Songwriter, geboren 1978 in Freiburg, studierte systematische Musikwissenschaft und Anglistik an der Universität Hamburg. Er arbeitete u. a. am Staatsschauspiel Stuttgart, am Deutschen Schauspielhaus, am Theaterhaus Jena und am Bremer Schauspiel. Stefan Paul Goetsch ist Mitglied der Band »The Dance Inc.«, sowie des Dance-Projektes »Koch & Goetsch« und veröffentlicht elektroakustische Musik unter seinem eigenen Namen.
[© Schauspiel Frankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
|
|
|
Herzschritt Von: Jan Neumann (* 1975) Uraufführung:
27. September 2008 (Düsseldorf, Düsseldorfer Schauspielhaus)
Zur Inszenierung am schauspielfankfurt: Premiere: 15. November 2008
Regie: Jan Neumann
Bühne: Thomas Goerge Kostüme: Nini von Selzam Video: Matthias Lippert Licht: Sven Bethmann Dramaturgie:
Sibylle Baschung Regieassistenz: Ariel-Nil Levy Bühnenbildassistenz: Birgit Kellner Kostümassistenz: Katharina Tasch Souffleuse: Regina Kroneberg
Inspizient: Thomas Nossek Technische Produktionsleitung: Josef Dreker Technische Einrichtung: Andreas Kremer Ton: Bernd Leinberger, Inga Lüth Maske:
Jan Bundil, Beate Bauer Requisite: Anja Becker, Markus Öhlinger Regiehospitanz: Franziska Pietsch Bühnenbildhospitanz: Bettine Theisse
Besetzung:
Ursula: Traute Hoess Mutter: Regine Lutz Sabine: Sabine Waibel Schering: Roland Bayer Hagenbeck: Regine Lutz
Harald: Oliver Kraushaar
Besprechung auf kulturfreak.de
Herzschritt schauspielfrankfurt v.l.n.r.: Mutter (Regine Lutz), Sabine (Sabine Waibel) und Ursula (Traute Hoess) Foto: Alexander Paul Englert
Ursula: eine Frau um die Sechzig, alleinstehend und zufrieden damit. Jedenfalls behauptet sie das eisern und regelmäßig, wenn ihre Mutter mal wieder mit einem indischen
Hochzeitshuhn vor der Türe steht, um beim gemeinsamen Kochen der eigenen Einsamkeit zu entfliehen. Ursula hat zum Leben ihre Arbeit und zum Träumen ihren Harald; ein
Phantom, für (fast) alle Phantasien zu haben. Ihr fragiles Lebensgebäude wird mit einem Schlag von der Tatsache erschüttert, dass sie völlig unerwartet ihre Anstellung verliert
und kurz darauf auch ihre Mutter. Aus der Bahn geworfen muss Ursula anfangen, sich zu bewegen. Ihre Arbeitskollegin Sabine, die als berufstätige Mutter unter der Last des
Familienlebens ächzt und stöhnt, beneidet Ursula um ihre Freiheit. Mehr von den eigenen Sehnsüchten und Bedürfnissen getrieben als von Ursulas, begleitet sie diese auf der
Suche nach neuen Wegen. Damit Ursula jedoch ihrem Herzen in die richtige Richtung folgen kann, muss dieses den entscheidenden Schritt alleine tun. [© schauspielfrankfurt]
Thomas Goerge
Ausbildung
Thomas Goerge studierte in der Meisterklasse für Bühnen- und Filmgestaltung von Bernhard Kleber an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Während des Studiums
assistierte er u.a. an der Oper Bonn, der Oper Brüssel bei Christof Loy und an der Komischen Oper in Berlin bei Michael Schulz. Nach dem Diplom arbeitete er zwei Jahre als
Bühnenbildassistent am Schauspielfrankfurt, wo er und Jan Neumann sich kennen lernten.
Theater
Seit 2003 ist er freischaffender Bühnen- und Kostümbildner (u. a. Schauspielfrankfurt, Thalia Theater Hamburg, Bregenzer Festspiele, Bayreuther Festspiele, Schauspiel Köln,
Wiener Kammeroper, Staatstheater Oldenburg, Theater Erfurt, Theater Ulm, Württembergische Landesbühne Esslingen, Bayerische Theaterakademie München). Er entwarf
Räume für Dimiter Gotscheff (Der Verwaiser, Thalia Theater Hamburg/Bregenzer Festspiele 2003), mit Daniel Angermayr für Christoph Schlinegnsief: Parsifal, Bayreuther
Festspiele 2004-07, mit Daniel Angermayr für Christoph Schlingensief: 18 Bilder pro Sekunde, Haus der Kunst, München 2007), für Jan Neumann (Die Nacht dazwischen, Aalen
2006; Der Bus, Landesbühne Esslingen 2006) und für Herrmann Schmidt-Rahmer (What next, Gianni Schlecht?, Bayerische Theaterakademie München 2007)).
Im Wintersemester 2006/07 lehrte er an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelsohn-Bartholdy" Leipzig.
am Schauspielfrankfurt Spielzeit 2002/03
Plantonovvon Anton Cechov, Regie: Dimiter Gotscheff
Spielzeit 2003/04 Church of Fear von Christoph Schlingensief
Spielzeit 2006/07
Hinkemann von Ernst Toller, Regie: Christoph Nel
Spielzeit 2007/08 Kredit von Jan Neumann, Uraufführung, Regie: Jan Neumann
Eines langen Tages Reise in die Nacht von Eugene O'Neill, Regie: Christof Nel,
Spielzeit 2008/09 Herzschritt von Jan Neumann, Regie: Jan Neumann
Nini von Selzam Kostümbildnerin, geboren 1976 in Landsberg am Lech
Ausbildung
Sie war von 1998 bis 2000 als Kostümassistentin am Residenztheater in München engagiert. Anschließend studierte sie an der Akademie für Mode und Design in Hamburg. Als
Kostümbildnerin arbeitete sie u.a. am Volkstheater München, am Theater der Stadt Heidelberg, am Schauspielhaus Bochum sowie am Hans Otto Theater Potsdam.
Theater
Eigene Arbeiten als Kostümbildnerin legte sie u.a. im Marstall München (Die Gelehrtenrepublik), am Volkstheater München (Glaube Liebe Hoffnung), am Theater der Stadt
Heidelberg (Hamlet, E/ling, Liebestoll, Aus dem Leben eines Taugenichts, Die Jungfrau von Orleans), am Schauspielhaus Bochum (Winter von Jon Fosse) und bei den
Schlossfestspielen Heidelberg (Der Name der Rose) vor. Eine regelmäßige Zusammenarbeit verbindet sie mit den Regisseuren Wolfgang Maria Bauer und Mona Kraushaar.
am Schauspielfrankfurt
Spielzeit 2002/03 Tiny Dynamite von Abi Morgan, Regie: Guntram Brattia
Spielzeit 2007/08 Kredit von Jan Neumann, Regie: Jan Neumann
Spielzeit 2008/09
Herzschritt von Jan Neumann, Regie: Jan Neumann
Traute Hoess Schauspielerin, geboren in Weilheim / Oberbayern
Ausbildung: Sie absolvierte ihre schauspielerische Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München.
Theater:
Nach ersten Engagements am Theater Basel, am Bremer Theater und am Schauspiel Köln spielte sie an Häusern wie dem Berliner Ensemble, dem Wiener Burgtheater und dem
Bochumer Schauspielhaus, wo sie von 1995 bis 2000 festes Ensemblemitglied war. 2003 wurde Traute Hoess mit dem Nestroy-Preis für die beste Nebenrolle für ihre
Rollengestaltung der Anne in Über allen Gipfeln ist Ruh von Thomas Bernhard und für ihre Rolle der Frau Muskat in Molnärs Liliom am Theater in der Josefstadt ausgezeichnet. In
Berlin spielte sie zuletzt die Mrs Peachum in Robert Wilsons Inszenierung der Dreigroschenoper am Berliner Ensemble.
Film / Fernsehen:
Neben den Engagements am Theater wirkte Traute Hoess in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mit. 1978 spielte sie in Rainer Werner Fassbinders Film Lili Marleen 1980
folgte die Rolle der Emmi in Fassbinders Literaturverfilmung nach Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz. Im Fernsehen war Hoess in zahlreichen Tafort-Folgen zu sehen. 2000
wirkte sie bei der ARD-Verfilmung der Lebensgeschichte der Mann-Familie Die Manns - Ein Jahrhundertroman mit. Im Kino wurde Traute Hoess in den letzten Jahren vor allem
durch ihre Arbeiten mit den Regisseuren Leander Haussmann (Sonnenallee 1999) und Andreas Dresen (Sommer vorm Balkon 2004) bekannt. Demnächst ist sie im Kino in Ulla
Wagners Verfilmung von Uwe Timms Novelle Die Entdeckung der Currywurst zu sehen
Am Schauspielfrankfurt in der Spielzeit 2008/09
Herzschritt von Jan Neumann, Regie: Jan Neumann, Rolle: Ursula
Regine Lutz Schauspielerin, geboren 1928 in Basel
Ausbildung: Die Tochter eines Professors besuchte bereits als Gymnasiastin das Konservatorium in Basel. Nach einem Vorsprechtermin erhielt sie 1947 ein Engagement am Schauspielhaus
Zürich, wo sie als Arabella in Miss Sara Sampson debütierte.
Theater:
Bei der Uraufführung von Herr Puntila und sein Knecht Matti 1 948 als Kuhmädchen Lisa lernte sie Bertolt Brecht kennen, der sie 1949 an sein Berliner Ensemble holte.
Dort war sie unter anderem 1952 Yvette in Mutter Courage und ihre Kinder, 1956 Victoria in Leben des Galilei" 1959 Betty Dullfeet in Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui und
1960 Polly in Die Dreigroschenoper. 1960 spielte sie als Lydia in Carl Sternheims Die Kassette erstmals in Westberlin.
Danach führten Gastspiele sie immer häufiger an Theater der Bundesrepublik. 1968/69 war sie in Basel, 1978 am Residenztheater in München und 1 979 am Thalia-Theater in
Hamburg engagiert. Von 1980 bis 1985 gehörte sie zum Ensemble des Berliner Schillertheaters. In diese Zeit fiel der Tod ihres Ehemannes, den sie 1970 geheiratet hatte.
TV / Film / Diverses: Seither wirkt Lutz als freischaffende Schauspielerin und nahm zunehmend Aufgaben für das Fernsehen und den Film wahr. Besondere Bedeutung erlangte sie als
Schauspiellehrerin. Seit 1 994 ist sie Dozentin für Rollenfach an der Bayerischen Theaterakademie München. Im Juni 2005 übernahm sie an der Hochschule für Musik und
Theater München eine Honorarprofessur. 1993 erschien „Schauspieler, der schönste Beruf", ein Lehrbuch, das sie - nach ihrer Aussage -für „Schauspieler geschrieben (hat),
die sich ratlos vorkommen und von den Regisseuren im Stich gelassen fühlen": „Natürlich habe ich alle Ratschläge, Erklärungen und Wegweiser aus meinen Erfahrungen
genommen - der Trick, den ich dabei anwandte, ist, dass ich hauptsächlich die Schlussfolgerungen aus meinen Misserfolgen zog, denn aus Erfolgen können andere gar nichts lernen."
Am Schauspielfrankfurt in der Spielzeit 2008/09: Herzschritt von Jan Neumann, Regie: Jan Neumann, Rolle: Mutter/ Hagenbeck
www.schauspielfrankfurt.de
Zur Inszenierung des Schauspielhaus Düsseldorf:
Premiere:
27. September 08 (Uraufführung) Inszenierung: Hermann Schmidt-Rahmer Bühne: Ramallah Aubrecht Kostüme: Michael Sieberock-Serafimowitsch
Darsteller (in): Matthias Fuhrmeister, Anne Knaak, Katja Paryla, Michael Schütz
www.duesseldorfer-schauspielhaus.de
|
|
|
Heul doch !
Von: Melanie Arns Uraufführung: 6. Januar 07 (Bielefeld, Theater Bielefeld)
Zur Inszenierung des Theater Bielefeld:
Premiere: 6. Januar 07 (TAM ZWEI JUNG), Uraufführung
Inszenierung: Michael Heicks Bühne: Friederike Hölscher Kostüme: Annette Breuer Choreographische Mitarbeit: Stephanie Bouillaud Dramaturgie:
Claudia Lowin
Mit: Claudia Mau, Ulrike Müller, Ines Buchmann
Eine junge Frau, die wie ein zusammengesetztes Geschöpf erscheint, steht im Mittelpunkt von Heul doch!.
Sie hat ein Glasauge, nennt es aber Kunstauge und betrachtet es als persönlichen Vorzug: »Man kann damit eine Menge Dinge tun, die mit beiden Augen nur schwer möglich wären. Zum Beispiel kann
ich mich beim Überqueren einer Straße von einem Auto überfahren lassen, ohne dass ich damit gerechnet hätte«. Rund herum gruppiert sich ein bizarres Personeninventar. Vater und Mutter haben
einen Hang zum Saufen, die Oma ein marodes Hüftgelenk, der Bruder ist tot, die beste Freundin hat trotz Kartoffelkur Gewichts-probleme, ein Türke zwar Flirttalent, aber keinen Kebabstand und
keinen zyklopischen Penis. Das wäre ja alles halb so schlimm, wären da nicht auch noch Pubertät, Liebeskummer, Selbstmordgedanken, Bulimie, Inzest und und und. Klingt nach viel, aber die
Heldin durch-schaut das: »Ich kenne meinen Fehler. Es geht mir einfach nicht schlecht genug«. Sie gibt aufrichtig zu, geschädigt zu sein und zu lügen: »Wer mir glaubt, ist selber schuld«. Was
also steckt dahinter, was entspricht der Wahrheit?
Die Geschichten, welche die Erzählerin zu ihrer eigentlichen Geschichte dazuerfindet, richten sich wohl nicht zuletzt gegen die
Vereinnahmungs-versuche der Erwachsenenwelt – ein Spiel mit Dichtung und Wahrheit, ein ständiger Wechsel von möglichen Verhaltensweisen und das Verweigern einer Auflösung dessen, was davon
Realität, was Phantasie ist.
Dieses literarische Debüt von Melanie Arns, in dem eine junge Frau von heute eine Zustandsbeschreibung weiblicher Identitätsfindung formuliert, schreit
unerhörte, starke Töne heraus, an die man sich gewöhnen muss. Das sind die Extremwerte der Gefühlsskala des neuen Pathos. Ein infernalischer, lakonischer Triumph der Gier nach Aufmerksamkeit.
Eine neue Empfindsamkeit, die Intensität stiftet und in den Eingeweiden nach Authentizität sucht. Zwischen Schmerz und Ohnmacht, Alptraum und Poesie, mysteriösen Geheimnissen und brutaler
Sachlichkeit schwebt die Ich-Erzählerin als Figur der Phantasie und Magnet tiefer unausgesprochener Wünsche in den Leser/Zuschauer hinein. Traurig, grotesk, poetisch.
Melanie Arns, geboren 1980 im Kreis Kleve am Niederrhein, las 2002 beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt Auszüge aus dem vorliegenden Roman Heul doch!, mit dem sie 2005
debütierte. Die Autorin lebt heute in Leipzig, nachdem sie eine kaufmännische Ausbildung abgebrochen hat, um am Deutschen Literaturinstitut studieren zu können. Das Theater Bielefeld stellt
den Roman erstmals in einer eigenen Theaterfassung vor.
Michael Heicks
ist seit Januar 2005 Intendant des Theater Bielefeld. Der Regisseur war zuvor von 2000 bis 2004 Schauspieldirektor des Bielefelder Theaters. Hier inszenierte er u.a. W. Shakespeares Was ihr wollt, Ein Sommernachtstraum und Wie es euch gefällt, R. Goetz‘ Jeff Koons, die Uraufführung von R. Wolfs Nachrichten aus der bewohnten Welt, Effi Briest von T. Fontane, N. LaButes das maß der dinge, die Uraufführung von V. Olmis Meeresrand sowie M. Rinkes Republik Vineta und Café Umberto. Neben der Uraufführung von Heul doch! und Tschechows Der Kirschgarten wird der Bielefelder Intendant in dieser Spielzeit auch bei Zdenek Fibichs Oper Der Sturm Regie führen.
Bevor Michael Heicks nach Bielefeld kam, arbeitete er als freier Regisseur mit Inszenierungen am Staatstheater Braunschweig, Staats-theater Oldenburg, Grips Theater Berlin, Deutschen
Theater Göttingen, Theater Salzburg, Theater Basel und am Thalia Theater Hamburg. Er studierte von 1979 bis 1984 Schauspiel und Regie an der Akademie der darstellenden Kunst,
Otto-Falckenberg-Schule, München. Nach seinem Studium folgten Regiearbeiten in München und Salzburg sowie einige Arbeiten an der Hochschule für Film und Fernsehen München. Seit 1997
inszeniert Heicks auch Opern und arbeitete als Dozent an der Musikhochschule Hamburg und der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel. In den letzten Jahren war er zudem am Theater
am Neumarkt in Zürich tätig, hier führte er unter anderem Regie bei Shockheaded Peter, The Lamb lies down on Broadway und Elling. Für die Freilichtspiele Schwäbisch Hall inszenierte er 2004
Dracula.
Friederike Hölscher gestaltete ein einheitliches Raumkonzept mit produktionsspezifischen Variationen für alle fünf Inszenierungen der Spielzeit 2006/2007 im TAMZWEI .
Die Bühnen- und Kostümbildnerin ist seit drei Jahren als Bühnenbildassistentin fest am Theater Bielefeld engagiert. Hier entwarf sie bereits die Bühnenbilder und Kostüme für Philipp Lansdales
Ballettabende Der Tod in Venedig und Der Sturm sowie zuletzt für Der Kreidekreis von Alexander Zemlinsky.
Annette Breuer, in Köln geboren, arbeitete bereits mehrfach am Theater
Bielefeld, so unter anderem mit der Regisseurin Isabel Osthues bei norway.today und zusammen mit Michael Heicks bei den Inszenierungen von Jeff Koons, Nachrichten aus der bewohnten Welt, das
maß der dinge, Das Fest, Platonow, Wie es euch gefällt und zuletzt bei Der Kirschgarten. Die Bühnen- und Kostümbildnerin absolvierte zunächst ein Kunst-studium in Köln und arbeitete als
Freie Künstlerin. 1986 erhielt sie ein DAAD Stipendium in Wien und schloss 1988/1989 ihr Bühnenbild-studium in Köln ab. Von 1990 bis 1993 arbeitete sie als Bühnenbild-assistentin am Thalia
Theater in Hamburg. Seit 1994 ist sie als freischaffende Bühnenbildnerin tätig. Ihre Arbeiten führten Sie u.a. an Theater in Wien, Hamburg, Heidelberg, Basel, Göttingen, Heilbronn, Dresden,
Zürich und Weimar. [Texte: Theater Bielefeld]
www.theater-bielefeld.de
|
|
|
Heute bin ich blond! Nach dem Roman von: Sophie van der Stap (Meisje met negen pruiken, 2006)
Uraufführung: 29. März 2009 (Frankfurt, Schauspiel Frankfurt)
Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Regie: Mina Salehpour Ausstattung: Anna Dischkow
Musik: Arnim Streek Dramaturgie: Marcel Luxinger
Darstellerin: Julia Penner
Besprechung auf kulturfreak.de
Die junge Frau hat neun Perücken, weil sie keine eigenen Haare mehr hat. Sie hat ein Leben voller Lust und
Sorglosigkeit gehabt, nun hat sie Krebs, und ihr Leben hängt am seidenen Faden. Also kämpft sie darum, mit Humor, Hartnäckigkeit und Haarersatz. Vor allem aber mit der Kraft des Wortes, denn
sie führt ein Tagebuch, in welchem sie ihre Erfahrungen festhält. Erfahrungen eines Lebens, das plötzlich endlich scheint, aber trotzdem aufregender denn je ein kann. [©
schauspielfrankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
|
|
|
Der Hodler Musiktheatralische Einsicht
Von: Ruedi Häusermann Uraufführung:
10. April 2010 (Zürich, Schauspiel Zürich - Schiffbau/Box)
Zur Inszenierung des Schauspielhaus Zürich:
Premiere: 10. April 10 (Uraufführung)
Regie:
Ruedi Häusermann Bühnenbild: Bettina Meyer Kostüme: Barbara Maier Lichtdesign: Rainer Küng Dramaturgie: Katja Hagedorn
Mit:
Jan Bluthardt; Klara Manzel; Nicolas Rosat; Hansrudolf Twerenbold
Musiker: Benedikt Bindewald (Viola); Josa Gerhard (Viola); Christoph Hampe (Cello); Sara Hubrich (Violine
Der Schweizer Komponist und Regisseur Ruedi Häusermann ist bekannt für seine eigene musiktheatralische Sprache, mit der er wiederholt Welten um AutorInnen wie Elfriede Jelinek, Robert
Walser oder Peter Bichsel geschaffen hat: Text, Ton, Bild und Szene fügen sich in eine übergreifende, fein verästelte Partitur. Für das Stück DER HODLER, das sich mit dem Schweizer Maler
Ferdinand Hodler beschäftigen wird, hat Häusermann mit den „Hodler-Quartetten“ nun eigens eine Sammlung neuer Streichquartette komponiert. Die Uraufführung der „Musiktheatralischen Einsicht“
findet am Samstag, den 10. April, um 20 Uhr in der Box des Schiffbaus statt.
Ferdinand Hodler (1853–1918) gilt als einer der wichtigsten Maler der Schweiz. Hodler hat berauschend
schöne Landschaften von extremer farblicher und formaler Intensität geschaffen, ohne die bestimmte Entwicklungen der modernen Malerei kaum möglich gewesen wären. Seine Darstellungen des
menschlichen Sterbens gehören zu den komplexesten in der Geschichte der Kunst und seine zahlreichen Selbstporträts zeugen von einer fortlaufenden, künstlerischen wie persönlichen
Selbstbefragung. Es sind diese einem breiten Publikum eher unbekannten Seiten des Malers, die Ruedi Häusermann gemeinsam mit vier Schauspielern und vier Musikern umkreisen wird, um so Hodler
und sein Spätwerk auf poetische und humorvolle Art hör- und sichtbar zu machen. „Ich halte die Wahrheit noch über der Schönheit“, hat Hodler über sich selbst gesagt, und auch Häusermann geht
es darum, das dem jeweiligen Werk Eigene erfahrbar zu machen: „Der Motor ist immer, eine eigene Welt zu platzieren, und wenn ich um jemanden kreise, ist es für mich wichtig, eine Atmosphäre
zu schaffen, eine Umgebung, in der ihm dann der rote Teppich ausgerollt werden kann.“ Nach „Wenn eine Dolores heisst, muss sie noch lange nicht schön sein“ (2007) erfindet Ruedi Häusermann
mit DER HODLER wieder einen musikalischen Theaterabend am Schauspielhaus Zürich mit Texten von Peter Bichsel, Jura Brüschweiler, Beat Sterchi u.a.
Ruedi Häusermann wurde 1948 in
Lenzburg geboren. Er studierte Ökonomie und klassische Querflöte. Früh interessierte er sich für Jazz und freie Improvisation. Der Maler Giuseppe Reichmuth und der Musiker und Regisseur
Christoph Marthaler gehören zu seinen wichtigsten künstlerischen Weggefährten. Ruedi Häusermann arbeitete u.a. am Theater Neumarkt in Zürich, am Theater Basel (Bayerischer Theaterpreis für
„Das Beste aus: Das Menschliche Versagen (Folge I)“ 1999), an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin, am Schauspielhaus Wien, am Wiener Burgtheater und bei den Münchner
Opernfestspielen. [© Schauspielhaus Zürich]
Weitere Vorstellungen im Schiffbau/Box: 11./ 18. April, jeweils 19 Uhr, 13./ 14./ 16./ 19. April, jeweils 20 Uhr
Weitere Vorstellungen im Mai und Juni 2010 sind in Planung www.schauspielhaus.ch
|
|
|
Hysteria (Fragments of an Analysis of an Obsessional Neurosis)
Von: Terry Johnson
Uraufführung: 1. August 1993 (London, Royal Court Theatre)
Zur Inszenierung des English Theatre Frankfurt:
Premiere: 20. März 09 Spielzeit:
bis: 3. Mai 09
Regie: Ryan McBryde Bühne: Neil Prince Kostüme: Constanze Walldorf Licht: Hartley TA Kemp Ton: David Gumpper Video:
Matthias Michel Casting: Amy Rycroft Kostümassistenz: Anna Schurau Deputy stage manager, London: Marte Bergsland
Sigmund Freud: Ged McKenna
Jessica: Melanie Gray Abraham Yahuda: Simon Clark Salvador Dali: Anthony Spargo Anna Freud / woman: Anna Libbach
Besprechung auf kulturfreak.de
Hysteria English Theatre Frankfurt Sigmund Freud (Ged McKenna, links) und Abraham Yhuda (Simon Clark, rechts) Foto: Anja Kühn
www.english-theatre.org
Vom 23. April bis 24. Mai 09 wird “Hysteria” in einer weiteren Inszenierung im Frankfurter Fritz Remond Theater im Zoo zu sehen sein: Premiere:
23. April 09 Regie: Rüdiger Hentzschel Mit: Monica Anna Cammerlander, Maximilian Achatz, Carl Achleitner, Willy Höller www.fritzremond.de
|
|
|
nach oben
|
|
|