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Theater, Stückeinfo: G

Das Gähnen der Leere
I don’t wanna close my eyes, aber aus dieser Visage werde ich heute nicht mehr schlau
Schauspiel von: Stephan Seidel

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden, in Kooperation mit der Hessischen Theaterakademie:

Premiere:
10. Januar 10

Inszenierung und Bühne: Stephan Seidel
Bühne: Jana Lühnsmann-Messerschmidt
Kostüme:
Jelena Miletić
Musik: Ernst August Klötzke
Dramaturgie: Anika Bárdos
Mitarbeit Dramaturgie: Anna Gerhards

Besetzung:
Sieglinde:
Evelyn M. Faber
Rosalinde: Friederike Ott
Wilhelm: Wolfgang Böhm
Rudolf: Michael von Burg
Christian: Sebastian Muskalla
Hans: Jürg Wisbach

Hans ist Wetterfrosch im Fernsehen, doch seit kurzer Zeit lässt ihm ein Gedanke keine Ruhe; Er glaubt, die Schönheit ist verschwunden. Grau und eintönig erscheint ihm sein Leben, in dem nichts zu passieren scheint. Er beschließt, aus der Monotonie seines Alltags auszubrechen: Eines Morgens prophezeit Hans in seiner Live-Wettervorhersage etwas Beunruhigendes, etwas, das nicht auf dem Plan stand, und wird gefeuert. Hans verlässt zufrieden den Sender und will von nun an nur noch eines: Liebe Tod und Leidenschaft. Die findet er in seinem Fernseher, in seiner Lieblingsseifenoper, in der er plötzlich selbst steckt, in Folge 531. Hier strahlen die Menschen mit dem Blau des Himmels um die Wette. Hier trifft er auch die Frau seiner Träume, die er bisher nur von Weitem bewundern konnte, Rosalinde. Doch Rosalinde hat andere Sorgen, sie muss sich zwischen zwei Männern entscheiden. Soll sie den Heiratsantrag des angesehenen Christian annehmen oder mit dem geheimnisvollen Rudolf zusammen kommen? Und jetzt taucht auch noch Hans auf und erklärt ihr seine Liebe. Aber damit nicht genug; die Sonne, die in der „Stadt der Schönheit“ immer scheint, verdüstert sich plötzlich und unheimliche Vorkommnisse bringen die Gesetze der Fernsehwelt ins Wanken.

Nachwuchsregisseur und Autor Stephan Seidel nähert sich in der Inszenierung seines eigenen Stücks dem Lebensgefühl der Monotonie und Handlungsunfähigkeit auf eine erfrischend leichtfüßige Art und Weise, die bisweilen tragikomische Züge annimmt. Ein Abend, inspiriert von Kultfilmen wie „Täglich grüßt das Murmeltier“ und der „Trumanshow“, der Spaß verspricht, hinter dessen Fassade aber der gähnende Abgrund hervor blitzt.

Stephan Seidel wurde 1983 in Halle an der Saale geboren. Literatur- und Philosophiestudium in Berlin und Potsdam, seit 2006 Theaterregie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. 2005 Stipendiat am Watermill Center bei Regisseur Robert Wilson in New York, Regie für „Woman Machine Man“. 2007-08 Stipendiat des Autorenlabors am Düsseldorfer Schauspielhaus. Regie für „Ophelias Teich“ nach Hamlet von Shakespeare vor dem IG-Farbenhaus in Frankfurt. Die Uraufführung von „Das Gähnen der Leere“ ist Seidels erste Regiearbeit am Hessischen Staatstheater Wiesbaden.

[© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Ganze Kerle (Tough Guys!)
Komödie

Von: Kerry Renard
Deutschsprachige Erstaufführung: 18. Januar 2007 (Braunschweig, Komödie am Altstadtmarkt)
Deutsch von: Angela Burmeister

Zur Inszenierung der Burgfestspiele Bad Vilbel:

Premiere:
6. Juli 11

Regie: Christian H. Voss
Ausstatung: Oliver Lühr
Choreographie: Elfie Hansch
Regieassistenz / Abendspielleitung: Linus Buck
Lichtdesign: Jan Langebartels

Besetzung:

Manuel Rodrigues: Martin Brücker
Frank Collins: Sebastian Gerasch
Elaine Knoxville: Harald Heinz
Paul Rowlands: Christian Hilger
George Mc Gregor: Voker Niederfahrenhorst
Sam Knoxville: Jens Wachholz

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Ganze Kerle
Burgfestspiele Bad Vilbel
Paul (Christian Hilger), Manuel (Martin Brücker), Sam (Jens Wachholz), George (Voker Niederfahrenhorst)
© Eugen Sommer

www.kultur-bad-vilbel.de

Zur Inszenierung des Volkstheater Frankfurt:

Premiere:
8. November 08
Spielzeit bis: 31. Januar 09

Regie: Steffen Wilhelm
Bühnenbild: Rainer Schöne
Kostüme: Claudia Rohde
Choreographie: Ralph Wink
Regie-Assistenz: Natascha Retschy

Besetzung:
Manfred Kollmann:
Axel Küffe
Toni Sorrano: Giovanni Romano
Georg Struck: Jochen Nötzelmann
Paul Ruland: Horst Krebs
Joachim Krumbach: Thomas Hessdörfer
Elvira Krumbach: Silvia Tietz

www.volkstheater-frankfurt.de

Gaslight

Von:
Patrick Hamilton
Uraufführung: 5. Dezember 1938 (London, Richmond Theatre)
Deutsche Erstaufführung: 27. November 1946 (Berlin, Theater in der Kaiserallee )

Zur Inszenierung des Englishs Theatre Frankfurt:

Premiere:
13. September 08
Spielzeit bis: 9. November 08

Creativ Team:

Director:
Tim Hardy
Set & Costume Designer: Terence Parsons
Lighting Designer: Nick Richings
Soud Designer: Wolfgang Dienst
Deputy Stage Manager, London: Francesca Reidy
Casting Director: Amy Rycroft

Cast:

Mrs. Manningham:
Caitlin Shannon
Mr. Manningham: Robin Kermode
Rough: Roger Forbes
Elizabeth: Sarah Simpkins
Nancy: Mia Austen

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Gaslight - English Theatre Frankfurt ©BärbelHögner
Gaslight
English Theatre Frankfurt
Mrs. Manningham (Caitlin Shannon) und Mr. Manningham (Robin Kermode)
Foto: Bärbel Högner

Die dunkle Seite einer Ehe
Das English Theatre Frankfurt zeigt zum Saisonauftakt den Psychothriller Gaslight. Das Stück von Patrick Hamilton aus dem Jahr 1938 wirft immer wieder neue Rätsel auf und hält sein Publikum bis zum Schluss in Atem. Gaslight spielt im Viktorianischen England und zeigt eine Ehe, in der es dunkle Geheimnisse und tiefe Abgründe zu geben scheint. Das Stück beleuchtet die Lebensumstände in England vor den Suffragetten und gibt Einblick in das Abhängigkeitsverhältnis von Mann und Frau. In spannungsgeladenen Momenten wird der trügerische Schein der Ehe entlarvt, um der Wahrheit langsam auf den Grund zu kommen.
Gaslight gehört zu den meistgespielten Theaterstücken am Broadway und wurde 1944 von George Cukor verfilmt. In dem für sieben Oscars nominierten Film glänzen Ingrid Bergman, Charles Boyer und Joseph Cotten.


Inhalt:
Während Jack Manningham jeden Abend ausgeht, bleibt seine Frau Bella allein zu Hause und glaubt den Verstand zu verlieren: Sie kann sich das Verschwinden vertrauter Gegenstände, die mysteriösen Schritte oder das Flackern der Lampen im Wohnzimmer nicht erklären. Nach dem unerwarteten Eintreffen von Detektiv Rough treten Fragen über Jacks Verhalten und dessen wahre Identität auf.


Tim Hardy – Regisseur
Hat die Royal Academy of Dramatic Art besucht. Nach seiner Ausbildung spielte er an allen renommierten Theatern Londons und etlichen Schauspielhäusern in Großbritannien, den Vereinigten Staaten von Amerika und auf dem europäischen Kontinent. Darüber hinaus trat Tim Hardy in verschieden Musicals auf („Fiddler on the Roof") und hat in Fernseh- („Midsomer Murder") und Kinoproduktionen („Captain CorellPs Mandolin") mitgewirkt. Er ist Sprecher unzähliger Dokumentationen des History- und Discovery Channels sowie der BBC. Seit 1995 unterrichtet der erfahrene Schauspieler an der Royal Academy of Dramatic Art, wo er Regie führt und seine Leidenschaft für Shakespeare weitergibt. Tim Hardy spielte am English Theatre Frankfurt neben Sonya Kraus bereits in dem Zwei-Personen-Stück „A Picasso" den Maler „Pablo Picasso".

Terry Parsons - Set- und Kostümdesigner
Hat über 37 Produktionen in Londons West End gemacht. Er ist der „Head of Design" an drei großen Theatern: The Theatre Royal Plymouth, The Haymarket Leicester und am Beigrade Coventry. Terry arbeitete darüber hinaus in Canada, Australien und Japan und kostümierte unzählige Shows.
CAITLIN SHANNON - Mrs. Manningham
Caitlin spielte in den USA u.a. folgende Rollen: Hannah in A Chorus of Disapproval und Nikki in Things We Do For Love (Odyssey Theatre, Los Angeles), Tara in Stella by Starlight (Laguna Playhouse), A Bench in the Sun (Westport Country Playhouse), Annie in The Norman Conquests (Theatre 40), Henry IV pari 1 und The Canterbury Tales (The Classicai Theatre Lab), The Cradle Will Rock, Twelfth Night, Medea und Much Ado About Nothing (Will Geer Theatricum Botanicum), und viele andere. In England beinhaltete Caitlins Theaterarbeit bislang: Woman in Tennessee Williams' Talk to me Like Rain (Courtyard Theatre, London), Edgar in Love Labours Won (Gilded Balloon, Edinburgh). Film und Fernseharbeit: Susan in den Mini-Serien A Legend to Ride, The Division, Obscura und Waiting. Sie ist auch ein Mitglied des 'California Artists' Radio Theater, in jüngster Zeit war sie in Charley's Aunt und Jane Eyre neben Michael York zu hören.

Robin Kermode - Mr. Manningham
Robin wurde an der "Central School of Speech and Drama" ausgebildet. In London stand Robin u.a. in folgenden Stücken auf der Theaterbühne: als Leontes in The Winter's Tale (Time Out Critics Choice Award), als Sir Edward Ramsey in The King And l, Algernon in The Importance Of Being Earnest und Trevor in Funny Peculiar. Sein Theatererfahrung sammelte er während Spielzeiten in Oxford, Salisbury, Southampton, Watford, Windsor, Dundee, Farnham und Orange Tree, Richmond. Er tourte darüber hinaus auch im Nahen und Fernen Osten. Robin spielte als Fernsehschauspieier in zahlreichen TV-Serien. Auch als Filmschauspieler sieht man Robin in etlichen Produktionen. Zuletzt veröffentlichte Robin sogar einen Roman, The Flowerpot Man, in dem es um einen tragikomischen Scheidungskrieg geht.

Roger Forbes – Rough
Roger wird in Gaslight zum ersten Mal in Frankfurt auftreten. Er wurde jüngst von der Kritik für seine Ein-Mann-Show Falstaff gewürdigt, deren Premiere letztes Jahr im „National Arts Centre" in Ottawa stattfand. Roger spielte nicht nur in den USA an großen Theatern, sondern auch in England. Roger hat sich neben seiner Schauspielkarriere auch als Regisseur einen Namen gemacht.

Sarah Simpkins – Elisabeth
Sarah beendete ihre Ausbildung bei der "Actors Company" im August 2007. Im selben Jahr gab sie ihr Debüt als professionelle Schauspielerin am New Players Theatre in Undiscovered Country. Andere Theatererfahrungen sammelte sie in den Stücken Hannah and Martin, Macbeth, Deep Blue Sea und Blithe and Spirit.

Mia Austen - Nancy
Mia spielte unter anderem in Pygmalion, A Warwickshire Testimony, La Dame Des Poupees Sages. Auch als Filmschauspielerin ist sie zu sehen in Driven, 12:30, Elephant Trunk, Just Another Day.

[© Engish Theatre Frankfurt]

www.english-theatre.org

Die Geistheilerin

Von:
Annegret Held
Uraufführung: 19. November 2011 (Frankfurt/Main, Volkstheater Frankfurt - Liesel Christ)

Zur Inszenierung des Volkstheater Frankfurt Liesel Christ:
In einer Bearbeitung von Sylvia Hoffman

Premiere: 19. November 11
Spielzeit bis: 4. Februar 2012

Regie: Sylvia Hoffman
Bühnenbild: Gerhard Weger
Kostüme: Bärbel Christ-Heß und Andreas Stöbener-Koch

Besetzung:

Dorothea Hans, Geistheilerin: Kate Schaaf
Käthe Eisenschmidt, Dorotheas Mutter: Anette Krämer
Klaus-Peter Hans, Dorotheas Ehemann: Ivan Vrgoc
Johanna Gerstenburg, Patientin / Hildegard von Bingen: Ricarda Klingelhöfer
Heinrich Schiebelhuth, Patient: Jochen Nix
Pauline Meier, Dorotheas Freundin: Julia Schneider
Lorenzo di Rossario , Kollege von Klaus-Peter: Emanuel Raggi

Besprechung auf kulturfreak.de

Die Geistheilerin
Volkstheater Frankfurt - Liesel Christ
Pauline (Julia Schneider), Johanna (Ricarda Klingelhöfer), Käthe (Anette Krämer), Heinrich (Jochen Nix)
© STU GRA PHO

Am Samstag, 19. November 2011, 20 Uhr, kommt eine Uraufführung auf die Bühne des Frankfurter Volkstheaters. Autorin Annegret Held hat das Stück „Die Geistheilerin“ speziell für das Volkstheater geschrieben. Die künstlerische Leiterin des Theaters, Sylvia Hoffman, hat das Stück bearbeitet und führt Regie.

Zum Inhalt: Wunder sind immer gefragt, wenn es um Gesundheit und Fitness geht. In Bretzenbach glauben die Leute, dass Dorothea über besondere Kräfte verfügt. Sie behauptet , mit Hildegard von Bingen in direkter Verbindung zu stehen und aus dem Jenseits wertvolle Ratschläge zur Heilung Kranker zu empfangen. Dorothea hängt ihren Job an den Nagel , verlässt den Ehemann, eröffnet eine Praxis und vollbringt Wunder – denn der Glaube versetzt ja bekanntlich Berge. Doch unerwartet mischen sich andere Einflüsse aus dem Jenseits in die seherischen Gaben der Dorothea und das führt direkt ins Chaos. Nur sehr irdische Schritte können da noch helfen.

Annegret Held, 1962 im Westerwald geboren, fährt als Polizei-Hauptwachtmeisterin drei Jahre Streife in Darmstadt und Frankfurt. 1987 folgt ein Studium der Ethnologie und Kunstgeschichte, danach arbeitet sie bei einem Anwalt, später in diversen Pflegeberufen und zuletzt als Flugsicherheitsassistentin auf dem Frankfurter Flughafen. Die in Frankfurt lebende Autorin begann 1988 mit dem Schreiben und schöpft in ihren Romanen immer aus dem Fundus, den ihr ihre beruflichen Tätigkeiten bereitstellen. Nahezu jeder Roman entspringt ihren eigenen Erfahrungen. Für ihr literarisches Schaffen erhielt sie u. a. für ihren Westerwaldroman „Die Baumfresserin“ im Jahr 2001 den Berliner Kunstpreis der Berliner Akademie der Künste für Literatur und 2003 den Koblenzer Literaturpreis. [© Volkstheater Frankfurt Liesel Christ]


Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen und im Theater im Großen Hirschgraben 21 (telefonische Reservierung unter 069/288598) oder online unter www.volkstheater-frankfurt.de. Auf der Homepage sind auch die genauen Spielzeiten nachzulesen.

Der Geldgott

Von:
Peter Hacks

Uraufführung: Sept. 1993 (Greifswald, Theater Greifswald)

Zur Inszenierung im Frankfurter Theater Landungsbrücken:
Eine Produktion von paradiesmedial.de

Premiere: 11. Februar 10

Regie: Maria Piniella

Mit: Mario Krichbaum, Detlev Nyga, Ariane Klüpfel, Paddy Twinem, Linus Koenig, Sandra Luehr und Svenja Assmann

der geldgott in zeiten der krise
wenn alles zu kaufen ist
geld banken politik menschen
und manchmal auch einfach
nichts
was tun wenn wenn das glück sich nicht mehr finden lässt wo in einer welt
es war einmal das geld das größte glück der unternehmer seine angestellte der
unternehmensberater die bank der kunde der bürokrat das glück die armut
einfach mal näher zusammenrücken


Der Töpfer Chremylos lernt die Umwertung von Politik und Wirtschaft, Moral und Geschmack kennen, die Umstellung von Cash auf Kredit. Er investiert in die Geldbeschaffung seine gesamte Existenz, seinen Handel und Wandel ebenso wie sein Handwerk und seine Kunst, sich selber und seine Fifine. Der ehemals freischaffende Mensch verschreibt sich der Bank, die in Gestalt einer geilen Borgerin scharf ist auf den ganzen Mann. Und so sitzt er nun in der Falle: der scheinreiche Chremylos, ein Opfer des Spätkapitalismus, betrogen um Leib und Seele, Liebe und Glück. [© Landungsbrücken]

www.landungsbruecken.org

George Dandin. Der betrogene Ehemann (George Dandin ou Le mari confondu)
Komödie in 3 Aufzügen

Von: Molière
Uraufführung: 18. Juli 1668 (Versailles)

Zur Inszenierung von Barock am Main:
Hessischen Fassung von Rainer Dachselt: Schorsch Dandin. Der beduppte Ehemann

Premiere: 4. August 11

Es spielt das Barock am Main-Ensemble mit Michael Quast in der Titelrolle.

Schorsch Dandin, ein Mann aus einfachen Verhältnissen, glaubt, mit viel Geld im Rücken und einer Frau aus der besseren Gesellschaft das Glück gepachtet zu haben. Doch seine durchtriebene Gattin betrügt ihn vor aller Augen und die eingebildeten Schwiegereltern nutzen jede Gelegenheit, den betrogenen Mann auch noch vorzuführen und zu demütigen. Schorsch unternimmt alles, um seine Ehre wieder herzustellen, aber an dieser Gesellschaft beißt er sich die Zähne aus. Es ist zum Verzweifeln, wenn es nicht so komisch wäre! [© Barock am Main]

www.barock-am-main.com

Die Gerechten

Von:
Albert Camus
Uraufführung: 15. Dezember 1949 (Paris, Théâtre-Hébertot)
Deutschsprachige Erstaufführung: 14.September 1950 (Zürich, Schauspielhaus Zürich)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
11. April 11 (Box)

Regie: Karoline Behrens
Bühne: Olga Ventosa Quintana
Kostüme: Lene Schwind
Dramaturgie: Sibylle Baschung

Mit: Henrike Johanna Jörissen; Benedikt Greiner, Moritz Pliquet, Christoph Pütthoff

Gibt es einen gerechten Mord? Heiligt der Zweck alle Mittel? Zum Beispiel im Befreiungskampf gegen einen Despoten? Um dieser Frage und den Konsequenzen einer solchen Tat nachzugehen, greift Camus in seinem Stück einen historischen Stoff auf: Das 1905 von russischen Anarchisten verübte Attentat auf den Grossfürsten Sergej. Janek hat Skrupel, die Bombe zu werfen, da Kinder im Spiel sind. Für Stepan hingegen kann es im Befreiungskampf keine Grenzen geben. Innerhalb der Gruppe brechen Konflikte auf und entfachen eine Diskussion um Überzeugung, Rechtfertigung und die ethischen Grundsätze gewaltsamen Widerstands. [© Schauspiel Frankfurt]
 
www.schauspielfrankfurt.de

Geschichten aus dem Wiener Wald

Von:
Ödön von Horváth
Uraufführung: 2. November 1931 (Berlin, Deutsches Theater)

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
29. Januar 11 (Wartburg)

Inszenierung: Manfred Beilharz
Bühne und Kostüme: Bernd Holzapfel
Musikalische Einstudierung: Ernst August Klötzke
Dramaturgie: Maya Schöffel

Besetzung:

Alfred:
Michael Birnbaum
Die Mutter: Doreen Nixdorf
Die Großmutter/Baronin: Susanne Bard
Der Hierlinger Ferdinand: Lars Wellings
Valerie: Monika Kroll
Oskar: Uwe Kraus
Havlitschek: Tobias Randel
Der Rittmeister: Benjamin Krämer-Jenster
Marianne: Verena Güntner
Zauberkönig: Rainer Kühn
Erich: Michael von Burg
Der Mister: Franz Nagler
Die gnädige Frau/Die Tante/Helene: Franziska Werner
Ida/Kleines Mädchen: Statisterie

Der Zauberkönig hat alles arrangiert. Er hat mit Metzger Oskar von nebenan den richtigen Mann gefunden für Marianne, hat eine Verlobungsfeier organisiert und muss dann mit ansehen, wie die Tochter vor den geladenen Gästen mit einer Zufallsbekanntschaft im Gebüsch verschwindet. Es dauert nur ein Jahr, da sitzt sie mit einem Säugling in einem kleinen Zimmer und der Mann ihrer Träume schmiedet Fluchtpläne.

Ödön von Horváth hat in seinem Stück ein ganzes Panorama Wiener Figuren geschrieben, die mit unerbittlicher Direktheit durchs Leben gehen. Ihr Pragmatismus mündet in einer lustvollen Passivität. Sie haben sich eingerichtet in einer trügerischen Idylle, mit Liedern auf den Lippen und Kalendersprüchen auf der Zunge. Und verraten mit ihrer meisterhaften Sprache oft mehr über sich, als sie jemals mitteilen wollten. Unmittelbar bevor die Geschichten aus dem Wiener Wald zur Uraufführung gelangten, wurde Horváth im Oktober 1931 mit dem Kleistpreis ausgezeichnet. „Horváth scheint unter den jüngeren Dramatikern die stärkste Begabung, darüber hinaus, der hellste Kopf und die prägnanteste Persönlichkeit zu sein“ schrieb der Juror Carl Zuckmayer in seiner Urteilsbegründung.

Trotz des riesigen Erfolges der Uraufführung am 2. November 1931 am Deutschen Theater in Berlin blieb diese Inszenierung lange Zeit die einzige: Die Nationalsozialisten hatten das Stück als eine „dramatische Verunglimpfung des alten Österreich-Ungarn“ scharf angegriffen. Auf die Erstaufführung in Wien nach dem Krieg 1948, die erneut einen Skandal wegen der „Verunglimpfung Wiens“ auslöste, folgte erst zwanzig Jahre später wieder eine Inszenierung. 1968 wurde der Autor gefeiert, die Zeiten hatten sich geändert. Mittlerweile ist Ödön von Horváth aus den Spielplänen nicht mehr wegzudenken. [© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
6. Dezember 09 (Schauspielhaus)
Weitere Vorstellungen im Dezember 09: 12. / 20. / 21. / 29. Dezember

Regie und Bühne: Günter Krämer
Kostüm: Falk Bauer
Musikalische Arrangements und Choreinstudierung: Frank Rosenberger
Licht: Johan Delaere
Dramaturgie: Andreas Erdmann


Alfred: Isaak Dentler
Mutter: Josefin Platt
Großmutter: Michael Abendroth
Hierlinger: Marc Oliver Schulze
Valerie: Constanze Becker
Oskar: Sascha Nathan
Ida: Maren Schwartz
Emma: Niuscha Etemadi
Havlitschek: Simon Zigah
Rittmeister: Michael Benthin
Marianne: Claude De Demo
Zauberkönig: Wolfgang Michael
Erich: Oliver Kraushaar
Chor

Besprechung auf kulturfreak.de

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Geschichten aus dem Wiener Wald
Schauspiel Frankfurt
Simon Zigah, Wolfgang Michael, Michael Benthin, Isaak Dentler, Claude De Demo, Sascha Nathan
Foto:
Alexander Paul Englert

Der renommierte Opern- und Theaterregisseur Günter Krämer bringt Horváths »Geschichten aus dem Wiener Wald« auf die Bühne. Romeo und Julia in der Vorstadt: Marianne und Alfred brechen alle Brücken ab, Marianne die Verlobung mit dem Metzger Oskar, Alfred seine einkömmliche Liaison mit der Trafikantin Valerie. Als die beiden endlich haben, was sie wollten, will das Schicksal sie doch eines Besseren belehren.

Zum Regieteam

Günter Krämer (Regie), geboren in Neustadt an der Weinstraße, studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie in Heidelberg und Freiburg. Sein Regiedebüt gab er 1972 am Schauspiel Köln. Danach folgten Inszenierungen in Wiesbaden, Köln, Hannover. Von 1975 bis 1979 arbeitete er regelmäßig an den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin. 1980 bis 1984 war er Oberspielleiter am Staatstheater Stuttgart, danach sechs Jahre Leiter des Bremer Schauspiels. 1990 wurde Günter Krämer Intendant des Kölner Schauspiels, von 1995 bis 2002 war er Generalintendant der Kölner Bühnen.
Seit 1979 inszeniert Günter Krämer auch Opern. Sein Repertoire umfasst klassische wie zeitgenössische Werke.

Falk Bauer (Kostüm), geboren in Stuttgart, studierte Kostümdesign in Hamburg. Er arbeitete als Assistent von Marianne Glittenberg und seit 1994 als freischaffender Kostümbildner für die Schauspiel- und Opernbühne u. a. in Nürnberg, Amsterdam sowie für das Teatro Real Madrid, Theater an der Wien, für die Opernfestspiele München, die Deutsche Oper Berlin und die Semperoper Dresden. Seit 1996 verbindet ihn eine enge künstlerische Zusammenarbeit mit Günter Krämer.

Frank Rosenberger ( Musikalische Arrangements und Choreinstudierung), studierte Schulmusik und Solorepetition an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Als Pianist ist er in verschiedenen Ensembles und Formationen in den unterschiedlichsten Stilbereichen und insbesondere als Begleiter tätig. Darüber hinaus ist er eine Hälfte des Kleinkunstduos »Die Suboptimisten«. Bisher arbeitete er als Bühnenmusiker bei verschiedenen Theaterproduktionen – u. a. am Staatstheater Wiesbaden, Stadttheater Gießen – sowie als Korrepetitor bei zahlreichen Opernprojekten.

www.schauspielfrankfurt.de

Geschichten vom blauen Planeten
Ein Schauspiel für Kinder

Von: Andri Snaer Magnason
Uraufführung:  6. April 2008 (Berlin, Maxim-Gorki Theater)

Zur Inszenierung der Landungsbrücken Frankfurt:
(Übernahme vom Maxim Gorki Theater, Berlin, Frankfurter Fassung)

Premiere: 19. März 10

Regie: Sascha Hargesheimer
Ausstattung: Julia Ries

Mit: Nina Baldinger, Sandra Lühr, Manuela Stüsser und Björn von der Wellen

Auf dem blauen Planeten, weit draußen im Weltall, leben nur Kinder. Sie werden niemals erwachsen, erleben tolle Abenteuer miteinander und tun, was immer sie gerade wollen. Es sind wilde Kinder. Auf ihrem Planeten gibt es keine Erwachsenen, die sie dabei stören könnten. Das allergefährlichste und allerunglaublichste Abenteuer beginnt mit der Landung eines Raumschiffs, dem eine mysteriöse Gestalt entsteigt: Gledi Glamour, intergalaktischer Spaßbereiter und Traumerfüller. Er bringt den Kindern den Schmetterlingsstaub, mit dem man wirklich fliegen kann und nagelt die Sonne am Himmel fest, damit sie immer scheint. Doch dafür zahlen sie einen hohen Preis - ihre Jugend. Der Einfallsreichtum von Brimir und Hulda wird auf eine harte Probe gestellt, als sie feststellen müssen, welche Konsequenzen Gledis Dienste haben...

Magnason erzählt voller Kontraste von Unschuld und Verführung, von Freundschaft und Abenteuern. Die Geschichte vom blauen Planeten ist zugleich real und unreal, einfach und komplex, ernst und lustig – und der Beweis, dass man ein Kinderbuch über Globalisierung schreiben kann, ohne dass es auch nur eine Sekunde langweilig wird...
Der Schriftsteller Andri Snaer Magnason ist einer der prominentesten isländischen Umweltaktivisten und Globalisierungskritiker. Die Geschichte vom blauen Planeten ist sein erstes Kinderbuch und wurde mehrfach ausgezeichnet und in zwölf Sprachen übersetzt. [© Landungsbrücken]

www.landungsbruecken.org

Gier

Von:
Sarah Kane
Deutsch von: Marius von Mayenburg

Uraufführung: 13. August 1998 (Edinburgh, Traverse Theatre; Regie: Vicky Featherstone)
Deutschsprachige Erstaufführung: 23. März 2000 (Berlin, Schaubühne am Lehniner Platz; Regie: Thomas Ostermeier)

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:

Premiere: 21. April 20

Regie, Raum & Kostüme:
Wanda Golonka
Licht: Ellen Jaeger
Dramaturgie: Susanne Traub
Regieassistenz: Anna Konjetzky
Bühnenbildassistenz: Britta Kloß
Kostümassistenz: Nadja Rudert
Souffleuse: Alexandra zu Stollberg
Inspizienz: Joachim Möller
Ton: Bernhard Klein, Philipp Batereau
Maske: Bernhard Springer
Technische Produktionsleitung: Klaus Oberüber
Technische Einrichtung: Nicolas Ramie
Bühnenbildhospitanz: Henning Bosse
Kostümhospitanz: Melanie Schöberl
Dramaturgiehospitanz: Ulrich Volz

Umgesetzt von:
Shila Anaraki, Veronique Dubin, Nicola Gründel, Mathias Max Herrmann (A), Sascha Icks (M), Anne Müller (C), Bert Tischendorf (B), Katharina Wiedenhofer


Besprechung auf kulturfreak.de

»Wenn Liebe käme – nur Liebe kann mich retten, und Liebe hat mich zerstört.« (Sarah Kane) Gier – das letzte Stück, das zu Lebzeiten von Kane am Royal Court Theatre uraufgeführt wurde – ist ein Quartett. Die Figuren tragen keine Namen, sondern sind lediglich mit Buchstaben A, B, C und M bezeichnet, sie leben zwischen Erinnerung und Vergessen, sind verloren in der Zeit und ihrer Biographie. Ihr Zusammenhalt sind die Worte, die sie zueinander, aneinander vorbei oder auch nur für sich sprechen. Das Stück Gier ist eine dramatische Komposition, ein
Geflecht aus Worten, eine Fuge, die den Zustand der Sehnsucht umspielt. Der Sehnsucht danach, was das Leben nicht einzulösen vermag und doch permanent präsent hält: Spannung, Leiden und Konflikte, Vergewaltigung, Liebeswerben, Mißtrauen, Anziehung und Ablehnung, Vergeblichkeit.
Nach 4.48 Psychose wendet sich Wanda Golonka ein zweites Mal Sarah Kane zu und hält der Wortkomposition einen sinnlichen
Erfahrungsraum entgegen.

Wanda Golonka
Foto: Alexander Paul Englert

Wanda Golonka
Regie, Raum & Kostüme

Geboren am 13.11.1958 in Lyon, Frankreich

1986 Gründung des Ensembles NEUER TANZ in Düsseldorf
1986-1995 gesamt Leitung von NEUER TANZ
1996 Geburt der Tochter Salomé
1997 Geburt der Tochter Saphir
1999-2000 Artist in residence im Marstall/Bayerisches Staatsschauspiel München
2001-2002 Regisseurin, Choreographin im schauspielfrankfurt

Auszeichnungen:
1995 1. Mouson-Award der Stadt Frankfurt
1. Deutscher Produzentenpreis für Choreographie Förderpreis der Stadt Düsseldorf für darstellende Kunst

Werkverzeichnis:
1980 Trio in Opus 1
1985 calligraphie
1986 Engel
Call
1987 DIE BOESE MINUTE
DIE SCHIEFE
1988 VERNE MILOVANI LEITZ, dem Nachlaß verfallen
1989 RÄUMEN. Ein Stück von Wanda Golonka und VA Wölfl
SIEBEN MINIATUREN
GELAGE. Eine Choreographie von Wanda Golonka und VA Wölfl. Produktion: NEUER TANZ, Stadt Düsseldorf
1990 BALLET No.5...to dance by the nose... Ein Stück von Wanda Golonka und VA Wölfl. Produktion: THEATER ERLANGEN, NEUER TANZ, Stadt Düsseldorf
1991 RCA / going to work. Eine Choreographie von Wanda Golonka und VA Wölfl. Produktion: MOUSONTURM / Frankfurt, NEUER TANZ, Stadt Düsseldorf, Kultusministerium NRW
1994 ELEPSIE... Die Künstler sind anwesend. Eine Choreographie von Wanda Golonka und VA Wölfl. Produktion: MOUSONTURM / Frankfurt, NEUER TANZ, Stadt Düsseldorf Kultusministerium NRW, SIEMENS Kulturprogramm / München
1995 MATALE. Eine Choreographie von Wanda Golonka und VA Wölfl. Produktion: MOUSONTURM / Frankfurt, NEUER TANZ, Stadt Düsseldorf, Kultusministerium NRW
High fidelity. Eine Choreographie von Wanda Golonka und VA Wölfl. Produktion: Bayerisches Staatsballett / München, DANCE 95
1997 GEGNUNG. Produktion: Theater im Pumpenhaus
1998 objet inquiétant. Produktion: Festival d´Avignon
1999 Feld. Produktion: MARSTALL, Bayerisches Staatsschauspiel
FRAKTALE. Produktion: MARSTALL, Bayerisches Staatsschauspiel
2000 India song. Produktion: MARSTALL, Bayerisches Staatsschauspiel

Seit der Spielzeit 200/2001 Hausregisseurin am schauspielfrankfurt

Spielzeit 2001/2001
Mit Vollem Munde. Ein literarisches Bankett. Produktion: schauspielfrankfurt
Die blauen den Kleinen, Die gelben den Schweinen, Der Liebsten die roten, die weißen den Toten. Ein Stück von Wanda Golonka. Titel + Text + Material: Heiner Müller. Produktion: schauspielfrankfurt

Spielzeit 2002/2003
An Antigone , ein Performancestückstück von Wanda Golonka

Spielzeit 2003/2004
Mit vollem Munde, by heart auswendig par coeur, Ein Gedeck von Wanda Golonka
India Song ein Tanzstück von Wanda Golonka nach Marguerite Duras
Antigone von Friedrich Hölderlin nach Sophokles

Spielzeit 2004/2005
Alice Blue, ein Tanzstück von Wanda Golonka
Glückliche Tage, von Samuel Beckett

Spielzeit 2005/2006
For sale, Eine Vor-/Ausstellung von Wanda Golonka
Gier von Sarah Kane

Spielzeit 2006/2007
...wenn ich mich umdrehe  EINLADEN / Ein Projekt in 12 Etappen von Wanda Golonka
Erzählung des Gleichgewichts 4.W, Musik-Theater von Wanda Golonka

Spielzeit 2007/08
Iphigenie auf Tauris von Johann Wolfgang von Goethe
Weil Erde in meinem Körper war, Ein Stück für Tänzer, Schauspieler und Musiker von Wanda Golonka und Alvin Curran

Spielzeit 2008/09
Du kamst Vogelherz im Flug. Solo für Sandra, eine Performance von Wanda Golonka
Die Stunde da wir nichts voneinander wussten von Peter Handke, Inszenierung mit dem gesamten Schauspiel-Ensemble, Choreographie und Bühne: Wanda Golonka

Ghostcity - Eine begehbare Theaterinstallation"

Idee, Konzept: M
arius Kob
Klangkomposition: L eo Hofmann
Mentorat: Nils Torpus
Produktionsassistenz: Anna Byland

Uraufführung: 31. August 11 (Basel, Kaserne Reithalle)

Zum Gastspiel in Frankfurt/M:
In Koproduktion von Theater Willy Praml und freiem Theaterhaus Frankfurt.

Frankfurt-Premiere: 29. September 11 (Theater Willy Praml)

Akteure: Lena Kießling, Pauline Drünert, Marius Kob

Ein düsteres und menschenleeres Vorstadtviertel. Die Hochhäuser, urbane Visionen der Vergangenheit, sind dem Zerfall preisgegeben. Hier wohnt niemand mehr. Vorsichtig durchschreitet man die Winkel und Gassen dieser morbiden Tristesse. Da dringen leise Töne aus den Zimmern der verlassenen Häuser. Geräusche, die nicht verstummen wollen in ihrer ewigen Wiederholung. Der Betrachter ist mittendrin in dieser Geisterstadt.
Die Geister zeigen sich nicht. Aber ihre Stimmen sprechen, flüstern, wispern aus den Wohnungen.
Im Kopf des Voyeurs entspinnen sich Geschichten von Liebe, Trauer, Hoffnung,…

Dauer: 1:00 h
Weitere Termine: Fr, 30.09./ Sa, 01.10./ So,02.10./ Do, 06.10./ Fr, 07.10. jeweils 20:30

www.theater-willypraml.de www.ghostcity.eu

Glaube Liebe Hoffnung
Ein Volksstück

Von:
Ödön von Horváth
Uraufführung: 13. November 1936 (Wien)

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
25. September 09

Inszenierung: Manfred Beilharz
Bühne und Kostüme: Bernd Holzapfel
Dramaturgie: Dagmar Borrmann

Besetzung:

Elisabeth:
Verena Güntner
Ein Schupo, Alfons Klostermeyer: Sebastian Münster
Präparator: Rainer Kühn
Oberpräparator / 3. Schupo: Franz Nagler
Baron mit Trauerflor / Kamerad: Michael Günther
Irene Prantl / Arbeiterfrau: Evelyn M. Faber
Frau Amtsgerichtsrat: Monika Kroll
Herr Amtsgerichtsrat / Invalide / Vizepräparator (5. Bild): Uwe Kraus
Maria: Eva-Maria Damasko
Kriminaler / Oberinspektor / Vizepräparator (1. Bild) / Lebensretter Joachim: Sebastian Muskalla

Horváths Stück beruht auf einem authentischen Fall, den ihm der Gerichtsreporter Lukas Kristl 1932 erzählte: eine junge Frau gerät wegen der sogenannten „kleinen Paragrafen“ in eine soziale Abwärtsspirale. Horváth griff diese Anregung auf. Sein Stück ist dennoch kein Dokumentardrama, sondern ein tragikomisches Werk von überzeitlicher Gültigkeit. Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise im Übergang zur Herrschaft der Nationalsozialisten geben für „Glaube Liebe Hoffnung“ lediglich die Folie ab. Horváth zielt vielmehr auf das Exemplarische solch einer „Karriere nach unten“, deren Auslöser ein ganz geringfügiger Anlass ist. Eine „Notlüge“ bringt Elisabeth ins Gefängnis, die Vorstrafe versetzt sie ins soziale Abseits.

Dabei ist Elisabeth eigentlich ein grundoptimistischer Mensch. Selbstbewusst und burschikos trotzt sie den kleinen und großen Miseren des Lebens. „Mir graust es noch lange vor nichts“ sagt sie, und versucht, dem Anatomischen Institut ihren Körper schon zu Lebzeiten zu verkaufen, weil sie das Geld dringend braucht. Der Präparator weist das zurück, borgt ihr aber das Geld. Als er erfährt, dass sie ihm den wahren Verwendungszweck verschwiegen hat, zeigt er sie an.

Nachdem Elisabeth ihre Gefängnisstrafe verbüßt hat, lernt sie den Polizisten Alfons kennen und verliebt sich in ihn. Mit ihm scheint sich ihr Schicksal zum Guten zu wenden. Doch Alfons bleibt ihre Vorstrafe nicht lange verborgen; er bricht die Beziehung ab. Elisabeth sieht keinen Ausweg mehr.

Horváth versteht es, seine Figuren mit subtiler sprachlicher Meisterschaft zwischen Schein und Sein, zwischen nacktem Ego und vorgetäuschter Selbstlosigkeit, zwischen sozialem Kitsch und kalter Realität durchschaubar zu machen, ohne sie jemals bloß zu stellen. Er beschreibt Figuren, die in der Krise mit allen Mitteln um ihre Existenz ringen – und dieser Kampf hat nicht nur tragische, sondern auch komische Seiten - bis hin zur Groteske und zum Schwank. Die Inszenierung liegt in den Händen des Intendanten Manfred Beilharz, der im Schauspiel zuletzt erfolgreich Brechts „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ inszenierte. [© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Zur Inszenierung der Landungsbrücken Frankfurt:

Premiere:
12. September 09

Regie: Tim Egloff
Bühne: Anke Niehammer
Kostüme: Janine Werthmann
Mit: Lisa Hofer, Maja Hofmann und Sophie Melbinger

Elisabeth kämpft. Gegen ihre Armut, gegen ihre Schulden, gegen Ignoranz, gegen Recht und Ordnung, gegen bestehende Gesellschafts-, Herrschafts- und Wirtschaftsformen, gegen scheinbare Helfer und tollkühne Lebensretter, gegen ihre Chefin, Richter, Ämter, gegen die totale Verelendung, gegen sich und schließlich gegen den Tod.
Elisabeth kämpft einen aussichtslosen Kampf in einer Welt, in der Mitgefühl nur noch als Verkaufsargument funktioniert, den eigenen Marktwert steigert - der Dackelblick der Biomafia hilft keiner alten Dame über die Straße.
Wer möchte seine Prekär-Existenz schon gefährden, um Unrecht von einem Mitmenschen abzuwenden? Wieviel Courage kann sich eine verarmende Gesellschaft leisten? Wie laut darfst du werden, bevor sich die Maschen deines ganz persönlichen sozialen Netzes weiten und du durchfällst? Verschließe deine Augen und du eckst nicht an!
In einer Zeit, in der immer mehr Menschen unter prekären Lebensumständen leben und diese als gegeben hinnehmen, in einer Zeit, in der Entscheidungsträger hilflos, aber erschreckend gelassen dieser Problematik gegenüberstehen, demaskiert dieser Spießrutenlauf von Ödön von Horváth, der auf einer wahren Begebenheit beruht, den Menschen in seiner Bigotterie und zynischen Rücksichtslosigkeit.

Drei junge Schauspielerinnen - Lisa Hofer, Maja Hoffmann und Sophie Melbinger - werden alle knapp zwanzig Rollen übernehmen und die Erbärmlichkeit menschlichen Verhaltens als Prinzip von Unterwerfung und Machterhalt ausloten.
Regisseur Tim Egloff ist als Schauspieler festes Ensemblemitglied am Nationaltheater Mannheim. GLAUBE LIEBE HOFFNUNG ist seine zweite Inszenierung für die Landungsbrücken Frankfurt nach BIER FÜR FRAUEN im September 2008. [© Landungsbrücken Frankfurt]

www.landungsbruecken.org

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:

Premiere:
14. Mai 06

Regie: Corinna von Rad
Bühne: Ralf Käselau
Musik: Rainer Süßmilch
Kostüme: Sabine Blickenstorfer
Licht: Frank Kraus
Dramaturgie: Sibylle Baschung
Regieassistenz: Paul-Georg Dittrich
Bühnenbildassistenz: Nina Zoller
Kostümassistenz: Nadja Rudert
Souffleuse: Brigitte Schirdewahn
Inspizienz: Harald Reuter
Ton: Franziska Rudolphi, Inga Lüth
Maske: Manuela Jacob, Verena Martin
Technische Produktionsleitung: Anette Kahler
Technische Einrichtung: Hubertus Schneider
Requisite: Anette Mahnke, Markus Öhlinger
Regiehospitanz: Peggy Neidel
Dramaturgiehospitanz: Rosalie Schweiker

Die Aufführungsrechte liegen beim Thomas Sessier Verlag, Wien
Die Zahnkronen für die Rolle der Maria (Sascha Ö. Soydan) wurden durch das Dentallabor puth&winter angefertigt.


Besetzung:

Elisabeth:
Sandra Bayrhammer
Ein Schupo (Alfons Klostermeyer): Rainer Frank
Oberinspektor: Wilhelm Eilers
Präparator: Stefko Hanushevsky
Herr Amtsgerichtsrat: Roland Bayer
Der Baron mit dem Trauerflor: Wolfgang Gorks
Irene Prantl: Susanne Buchenberger
Tierpfleger: Andreas Haase
Frau Amtsgerichtsrat: Ruth Marie Kröger
Joachim Prantl: Sebastian Schindegger
Maria: Sascha Ö. Soydan
Arbeitsloser, Musiker: Rainer Süßmilch
Kriminaler, Musiker: Matthias Schmidt
Blumenmädchen: Gesa Jonat, Natalija Schajka


Besprechung auf kulturfreak.de

Glaube Liebe Hoffnung
schauspielfrankfurt
Joachim Prantl: Sebastian Schindegger, Elisabeth: Sandra Bayrhammer, Ensemble
Foto:
Alexander Paul Englert
 

Elisabeth braucht Geld und hat Ideen: Um als Vertreterin für Unterwäsche den Gewerbeschein bezahlen zu können, bietet sie dem Anatomischen Institut ihre Leiche schon zu Lebzeiten an – gegen Vorausbezahlung natürlich. Der Präparator leiht ihr die benötigte Summe. Als er erfährt, daß Elisabeth das Geld zur Bezahlung der Vorstrafe verwendet, die sie wegen Handelns ohne Gewerbeschein erhalten hat, zeigt er sie wegen Vortäuschung falscher Tatsachen an. Ein Teufelskreis: Elisabeth geht für vierzehn Tage ins Gefängnis. Danach: Ein junger Polizist und eine Liebe. Alles wird gut. Doch Elisabeths Vergangenheit läßt sich nicht verheimlichen. Ein tragikomischer Kampf zwischen Individuum und Gesellschaft: heiter, absurd, rücksichtslos.

Ödön von Horváth (1901 - 1938) gilt neben Brecht als der bedeutendste deutschsprachige Dramatiker der Zwischenkriegszeit und als Begründer des modernen, in der Tradition von Johann Nestroy stehenden Volksstücks. “Glaube Liebe Hoffnung” (Ein kleiner Totentanz in fünf Bildern) wurde 1932 durch den Gerichtsreporter Lukas Kristl angeregt und beruht auf wahren Tatsachen. Es sollte, so Horváth, „ein Stück gegen die bürokratisch-verantwortungslose Anwendung kleiner Paragraphen“ werden. Horváths Heldin Elisabeth braucht Geld: Um als Vertreterin für Unterwäsche ihren Gewerbeschein bezahlen zu können, bietet sie dem Anatomischen Institut ihre Leiche schon zu Lebzeiten an – gegen Vorausbezahlung natürlich. Der Präparator leiht ihr die benötigte Summe. Als er aber erfährt, daß Elisabeth das Geld zur Bezahlung der Vorstrafe verwendet, die sie wegen Handelns ohne Gewerbeschein erhalten hat, zeigt er sie wegen Vortäuschung falscher Tatsachen an. Ein Teufelskreis beginnt… Das Stück sollte seine Uraufführung 1933 am Deutschen Theater in Berlin erleben, doch die Machtergreifung der Nazis verhinderte dies. Die Uraufführung fand 1936 in einem kleinen Wiener Kellertheater statt, stärkere Beachtung fand das Stück aber erst durch die Inszenierung von Peter Palitzsch am Stuttgarter Staatstheater 1969.

[Texte:
www.schauspielfrankfurt.de

Gloriuos!

Von:
Peter Quilter
Uraufführung: 3. November 2005 (London, Duchess-Theatre)

Zur Inszenierung der Berliner Komödie am Kurfürstendamm:

Premiere:
7. November 10
(Voraufführungen 03. – 06. November 2010)
bis 16. Januar 2011


Regie: Martin Woelffer
Bühne und Kostüme: Julia Hattstein

Mit: Johanna von Koczian, Horst Maria Merz, Anton Rattinger, Ute Willing, Darinka Ezeta Batres und Ev-Katrin Weiß

Glorious!
Komödie am Kurfürstendamm
Johanna von Koczian spielt Florence Foster Jenkins, die schlimmste Sängerin der Welt.
© Nennung des Fotografen Johannes Zacher

Das Stück
... taucht ein in das New Yorker Leben der Florence Foster Jenkins (Johanna von Koczian) im Jahre 1944. Die erste Begegnung zwischen der exzentrischen Möchtegern -Operndiva und ihrem frisch engagierten Pianisten Cosme McMoon (Horst Maria Merz) lässt den jungen Musiker zwischen Zweifel und Hilflosigkeit wanken: Madam Jenkins’ Stimme ist ein schrilles Quietschen, nur selten trifft sie den richtigen Ton, vom fehlenden Gespür für Rhythmus ganz zu schweigen. Dennoch hat sie große Pläne. Eine neue Schallplatte mit den berühmtesten Arien der Musikgeschichte soll aufgenommen werden und schließlich ist das jährlich im Ballsaal des Ritz-Carlton-Hotel stattfindende Konzert vorzubereiten. „Sie ist ein Symbol für alle, die einen Traum haben, aber nie wagen, diesen Traum zu leben“, weiß ihr Lebensgefährte St. Clair Bayfield (Anton Rattinger) letzte Zweifel zu beseitigen und so entsteht zwischen der schlechtesten Opernsängerin der Welt und einem „richtigen“ Musiker eine harmonische Partnerschaft, die in das vermutlich ungewöhnlichste Konzertereignis der Welt, dem legendären Auftritt in der gemieteten Carnegie Hall, mündet ...

„Glorious!“ wurde 2005 im Londoner Duchess-Theatre uraufgeführt. Das Stück war ein Riesenerfolg und in der Kategorie „Beste Komödie” für den Laurence Olivier Award 2006 nominiert. Es wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und u. a. in Montreal, Sydney, Helsinki, Dallas, Toronto, Calgary, Reykjavik, Warschau, Vancouver, Durban, Amsterdam, Boston, Prag und Hamburg aufgeführt.

Die „First Lady der gleitenden Tonleiter
Florence Foster Jenkins
... wurde 1868 in Pennsylvania als Tochter eines Industriellen geboren. Schon früh äußerte sie den Wunsch, Gesang zu studieren, was ihr Vater jedoch nicht finanzieren wollte. Nach einer gescheiterten Ehe und dem Tod ihres Vaters konzentrierte sie sich, stets von ihrem eigenen Talent überzeugt, schließlich voll und ganz auf ihre Gesangskarriere, quälte und quietschte sich auf Wohltätigkeitsveranstaltungen und Bällen unbeirrt durch die Gesangsliteratur. Rasch verbreitete sich ihr Ruf als „schlechteste Sängerin der Welt“ und ihre Konzerte wurden zu einem schrägen Tipp für die New Yorker High Society. Doch Kritik und Zweifel fochten diese mit sich selbst völlig zufriedene Frau nicht an. Dank des riesigen Erbes ihres Vaters konnte Jenkins einen exzentrischen Lebensstil führen, gründete und finanzierte den „Verdi-Club“. Im Alter von 76 Jahren erfüllte sie sich 1944 ihren Lebenstraum: Sie mietete die Carnegie Hall an und gab ein legendäres Konzert, das schon Wochen vorher ausverkauft war. Einen Monat nach dem Konzert starb sie, erkrankt durch die große Anstrengung des Konzertes, vielleicht aber auch aus Gram über die vernichtenden Zeitungskritiken. Auf ihrem Grabstein ist zu lesen: „Die Leute können vielleicht behaupten, dass ich nicht singen kann, aber niemand kann behaupten, dass ich nicht gesungen hätte“. Bis heute werden ihre Mitschnitte der Konzertaufnahmen gehandelt.
Ein Kunde bei amazon.de schrieb: „Dieses inzwischen zur Kult-CD anvancierte Recital gibt hervorragende Einblicke in die Schwierigkeiten des Belcanto-Singens. Dies berührt tief und schmerzhaft, führt aber auch zu grotesken Empfindungen.“

Der Autor
Peter Quilter
... startete seine Berufslaufbahn beim Fernsehen als Seriendarsteller und Moderator bei der BBC. Seit 1998 arbeitet er als Autor. Für das Theater schrieb u. a. „Respecting Your Piers“, ein Stück mit ausschließlich weiblicher Besetzung, „The Canterville Ghost“, ein Musical, in dessen Londoner Produktion Ron Moody die Hauptrolle spielte, „The Coogan Act“, eine dunkle Komödie und „End of the Rainbow“ über das Leben der Judy Garland, das 2005 seine preisgekrönte Weltpremiere in der Oper Sydney erlebte. Peter Quilters Stücke wurden in viele Sprachen übersetzt, in mehr als einem Dutzend Ländern auf der ganzen Welt produziert und in großen Städten wie Sydney, Prag, Amsterdam, Helsinki, Kapstadt, Berlin und Toronto aufgeführt. Peter Quilter lebt auf den Kanarischen Inseln, wo er als Autor für Fernsehen, Radio und Theater arbeitet.

Die Idee zum Stück
... kam Peter Quilter in Form einer Musikkassette, die ihm ein Theaterkollege gab. Sie enthielt Opernmitschnitte von großartigen Sängerinnen, aber auch eine Aufnahme der vermutlich schlechtesten Version der Arie der Königin der Nacht aus Mozarts „Zauberflöte“, ein Mitschnitt, aufgenommen in den Melotone Studios in New York in den 40er Jahren, von einer Frau, bekannt unter dem Namen Madam Jenkins. Quilters Neugier war vom dem bizarren Sound geweckt. Wer war diese Frau, wie ist ihre Geschichte? Es gab bis dahin keine Dokumentation, kein Film, kein Buch über Florence. Erste Recherchen ergaben lediglich ein paar Notizen, u. a. im Sängerlexikon von A-Z. Bei einem Aufenthalt in Washington suchte Quilter weiter und fand etwas mehr: Eine dreiseitige Minibiographie, Magazin-Berichte, Nachrufe und eine Kritik über ein Konzert in der Carnegie Hall …

Der Regisseur
Martin Woelffer gab 1990 anlässlich der Eröffnung des magazin-Theaters am Kurfürstendamm sein Regiedebüt mit Molières „Der Menschenfeind“. Es folgten viele weitere Inszenierungen wie „Katzelmacher“ (Fassbinder), „Das kunstseidene Mädchen“ (Greiffenhagen/Keun), „Glückliche Zeiten“ (Ayckbourn), „Ein unmögliches Paar“ (Simon), „Amphitryon“ (Kleist), „Bullets over Broadway“ (Allen), „Männer“ (Wittenbrink), „Klassentreffen“ (Chatten), die Uraufführungen von „Fabian – Geschichte eines Moralisten“ (Kästner), „Galanacht“ (Schneyder) „Veronika, der Lenz ist da – Die Comedian Harmonists“ sowie „Jetzt oder nie – Die Comedian Harmonists Teil 2“ (beide Greiffenhagen). Zuletzt inszenierte er die Stücke „Außer Kontrolle“ und „Oskar und die Dame in Rosa“. Seit August 2004 leitet er die beiden Berliner Traditionsbühnen Theater und Komödie am Kurfürstendamm.

Die Darsteller

Die Möchtegern-Operndiva
Für Johanna von Koczian ist es als ausgebildete Sopranistin eine besondere Herausforderung, die mangelnde Fähigkeit der Intonation der Florence Foster Jenkins bei richtiger Klavierbegleitung darzustellen. Bevor sie von Gustaf Gründgens für die Salzburger Festspiele entdeckt wurde, besuchte sie das Schauspielseminar am Salzburger Mozarteum. Weitere Engagements führten sie u. a. an das Wuppertaler Schauspielhaus, die Staatlichen Schauspielbühnen Berlin, das Bayerische Staatsschauspiel München, das Wiener Theater in der Josefstadt und das Hamburger Thalia Theater. Ihren Durchbruch als Theaterschauspielerin hatte sie 1956 am Berliner Schillertheater mit der Rolle der Anne Frank. Ein Jahr später besetzte sie Karl Anton in dem Film „Viktor und Viktoria“ neben Georg Thomalla und Johannes Heesters. Danach stand sie mit Hansjörg Felmy und Robert Graf für „Wir Wunderkinder“ vor der Kamera. Für ihre Rolle der Kirsten Hansen wurde sie mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet.
Weitere Filmpartner waren u. a. Ivan Desny, Claus Biederstaedt, O.E. Hasse, Götz George, Mario Adorf und Karin Baal. Angebote aus Hollywood lehnte sie aus privaten Gründen ab. Auch im Fernsehen war sie immer wieder zu sehen. Sie spielte in zahlreichen Literaturverfilmungen und gehörte 1987/88 zum Ensemble der beliebten Vorabendserie „Praxis Bülowbogen“. Sie übernahm Episodenhauptrollen in Krimiserien wie „Derrick“, „Der Alte“ und dem ARD-„Tatort“ sowie „Traumschiff“. Zuletzt war sie mit Christine Neubauer in „Die Landärztin“ zu sehen.
Schwerpunkt ihrer Arbeit blieb jedoch das Theater. Für ihre darstellerischen Leistungen erhielt Johanna von Koczian zahlreiche Auszeichnungen: den Kunstpreis der Stadt Berlin, die „Goldene Maske“ der Filmtheaterbesitzer und dreimal den Publikumspreis „Goldener Vorhang“, zuletzt 2007 für ihre Darstellung in „Oskar und die Dame in Rosa“, das auch zugleich ihre letzte Rolle in der Komödie am Kurfürstendamm war.

Der musikalische Begleiter
Für Horst Maria Merz erfüllt sich mit der Darstellung des Cosme McMoon der Traum einer großen Rolle als Pianist und Schauspieler. Jahrelang war er Leiter der Schauspielmusik am Staatstheater Karlsruhe und Leiter der Revuen bei den Schlossfestspielen in Ettlingen, bevor er 1997 in der Uraufführung von „Veronika, der Lenz ist da“ an der Komödie am Kurfürstendamm die Rolle des Pianisten Erwin Bootz der legendären Comedian Harmonists übernahm, eine Produktion, die phänomenale Erfolge im In- und Ausland feierte und eine Rolle, die ihn bis heute begleitet. Darüber hinaus ist Merz Pianist in Walter Plathes Otto-Reutter-Abend „Alles wegen de Leut’“ und komponierte für die Stücke „Kohlenpaul“ und „Der brave Soldat Schwejk“ mit Walter Plathe die Theatermusik. 2009 überzeugt Merz den Dirigenten und Komponisten HK Gruber als Chansonnier in „Frankenstein!!“, einem Stück für Chansonnier mit Orchester. Es gilt als eine der populärsten und meistaufgeführten zeitgenössischen Kompositionen (UA: Dirigent: Sir Simon Rattle).

Der Geliebte und die beste Freundin

Anton Rattinger
verkörpert St. Clair Bayfield, einen erfolglosen Schauspieler, der das exzentrische Leben an der Seite von Madam Jenkins in vollen Zügen genießt. Im Theater und der Komödie am Kurfürstendamm spielte Rattinger bereits viele Rollen, zuletzt war er in „Der Gast“ zu sehen. Daneben glänzte er in zahlreichen Fernseh- und Kinofilmen wie zum Beispiel „Karniggels“ und „Knocking on Heavens Door“.

Ute Willing gibt die beste Freundin Dorothy, die Florence unermüdlich in allen Belangen um ihre Auftritte zur Seite steht. Auch Ute Willing ist dem Publikum der Kudamm-Bühnen bekannt: Ihr Debüt gab sie an der Seite von Harald Juhnke und Ulrich Matthes in „Ein besserer Herr“. Zuletzt war sie dort mit Wolfgang Spier in „Sugar Daddys“ zu sehen.

Die temperamentvolle Köchin und die vehemente Florence-Gegnerin

Darinka Ezeta Batres
spielt die mexikanische Hausangestellte, über deren Lippen nur spanische Worte kommen. Auch im wirklichen Leben ist sie Mexikanerin und arbeitet u. a. als Nachrichtensprecherin für das spanische TV-Journal der Deutschen Welle.

Ev-Katrin Weiß ist in der Rolle der Mrs. Verindah-Gedge alles andere als ein Fan von Florence. Die Berliner Schauspielerin, die in zahlreichen Theater- und Fernsehproduktionen mitwirkte, steht wie auch Darinka Ezeta Batres zum ersten Mal auf der Bühne der Komödie am Kurfürstendamm. [© Komödioe am Kurfürstendamm, Berlin]

Karten 030/88 59 11 88 und unter
www.komoedie-berlin.de

Glückliche Zeiten (Time of My Life)
Komödie

Von: Alan Ayckbourn
Uraufführung: 21. April 1992 (Scarborough, Stephen Joseph Theatre)
Deutschsprachige Erstaufführung: 6. Oktober 1994 (Osnabrück, Städtische Bühnen Osnabrück)
Deutsch von: Gottfried und Inge Greiffenhagen

Zur Inszenierung des Staatstheater Darmstadt:

Premiere:
15. April 11

Inszenierung: Ina Annett Keppel
Bühne und Kostüme: Martin Apelt

Mit: Iris Melamed, Sonja Mustoff, Diana Wolf | Stefan Schuster, Aart Veder, István Vincze, Andreas Vögler

Im Stammrestaurant von Geschäftsmann Gerry, seiner Frau Laura und den beiden Söhnen Glyn und Adam, wird heute Lauras 54. Geburtstag begangen. Sechs Plätze sind reserviert, denn die Familie hat Zuwachs bekommen. Glyn, der ältere Sohn mit Tendenz zum Totalversagen, wird von seiner leicht bulimischen Frau Stephanie begleitet. Der jüngere, kreativere Adam hat seine neue Flamme Maureen, eine blonde Friseuse, mitgebracht, die sich vor lauter Aufregung in kürzester Zeit k.o. trinkt. Und so verbringen die sechs ungleichen Menschen einen Abend voller Höhen und Tiefen, der weit über Mutters Geburtstag in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft reicht – stets begleitet von den unfreundlichen oder auch hoffnungslos romantischen Kellnern, gewürzt mit einer guten Prise feinen englischen Humors.
Mit Glückliche Zeiten ist dem britischen Dramatiker Alan Ayckbourn eine bitterböse Komödie über das zwischenmenschliche Katastrophengebiet Nummer Eins – die Familie – geglückt. [© Staatstheater Darmstadt]

www.staatstheater-darmstadt.de

Goldfischen
Von:
Jan Neumann
Uraufführung:
9. März 2004 (Köln, Halle Kalk)

Zum Gastspiel der Heiner-Produktion im Frankfurter Theater Landungsbrücken:

Drei Leben, ein Spiel, keine Regeln.

Premiere:
4. Dezember 08
Regie: Fitz van Thom
Mit: T Jonathan Doyle, Christoph Stein und Anja Kimmelmann
Gefördert vom Kulturamt Frankfurt

Goldfischen_m©HeinerProduktion
Goldfischen
Anja Kimmelmann, Christoph Stein und T Jonathan Doyle
Foto: heiner-produktion

Petri Heil, Konsumgesellschaft! Unerwarteter Besuch bringt Nick ins Schwanken: Statt für die Abschlussprüfung, den Job in der Bank und den dazugehörigen BMW zu lernen, lässt er sich von seinen Schmarotzerfreunden Martin und Katja in alte Zeiten versetzen. Ein paar Bierchen, etliche Stunden vor der Glotze und die erwartete Portion sorgloser Sex rücken Nicks neue Ziele und gute Absichten in scheinbar hoffnungslose Ferne. Nur seine Goldfische erinnern ihn noch daran, dass er sich eigentlich dem Streben nach einem ganz normalen Leben gewidmet hatte. Er fällt haltlos in ein Spiel ohne Regeln, jedoch mit hohem Einsatz. Ob er gewinnen wird?
Mit ständigen Perspektivwechseln auf ein bittersüßes Gesellschaftsportrait verspricht das Neuzeitdrama „goldfischen“ die Zuschauer zu fesseln, aber auch zum Hinterfragen zu ermutigen. Die Schauspieler Jonathan Doyle und Christoph Stein arbeiten bei dieser Heiner Produktion erstmals mit der Schauspielerin Anja Kimmelmann und dem Filme- und Theatermacher Fitz van Thom zusammen.
Landungsbrücken Frankfurt präsentiert mit „goldfischen“ zum ersten Mal eine Produktion im benachbarten Tanzhaus West.
 
Spielort:
Tanzhaus West, FFM
Beginn: 20.30 Uhr
Eintritt: 12,- /10,- EUR. Bei Vorbestellung 10,- /8,- EUR

Eine heiner-produktion. Mehr Infos unter
www.heiner-produktion.de

Der Gott des Gemetzels (Le dieu du carnage)

Von: Yasmina Reza (* 1. Mai 1959)
Deutsch von: Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel
Uraufführung: 2. Dezember 06 (Zürich, Schauspielhaus Zürich; Regie:
Jürgen Gosch
Deutsche Erstaufführung: 27. April 07 (Schauspielhaus Bochum; Regie: Burghart Klaußner)
Österreichische Erstaufführung: März 2008 (Wien, Burgtheater; Regie Dieter Giesing)

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
2. Februar 08
Weitere Vorstellungen: 6., 7., 14. 28. und 29. Februar 08, 15. und 26. März 08

Inszenierung und Ausstattung: Ricarda Beilharz
Dramaturgie: Carola Hannusch

Besetzung:
Véronique Houillé:
Monika Kroll
Michel Houillé: Michael Günther
Annette Reille: Doreen Nixdorf
Alain Reille: Lars Wellings

Zwei Elternpaare aus einem Pariser Intellektuellenviertel treffen sich zur Verhandlung bei Kaffee und Kuchen: Der Sohn von Annette und Alain hat Véroniques und Michels Sohnemann zwei Zähne ausgeschlagen. Man hat den Anspruch, den Konflikt der entgleisten Jünglinge nach pädagogisch korrekten Prinzipien beizulegen. Wie unter zivilisierten Menschen eben. Doch siehe da, auch die Eltern sind vor Entgleisungen nicht gefeit: Mit Schuldzuweisungen beginnt der Schlagabtausch, bald bohrt beispielsweise Alain in den Wunden von Véroniques ausgestellter Wohltätigkeit, während er selbst versucht, per Handy einen Pharmaskandal abzuwenden. Und unterschwellig wird auch gern mal der eigene Ehepartner bloßgestellt. Letztendlich hilft nur noch der Griff zu Rum und Zigarre oder die Flucht in Pseudo-Coolness und Schreikrämpfe. Der zivilisierte Umgang ist längst vergessen, es lebe der Gott des Gemetzels!

Yasmina Reza ist eine der erfolgreichsten Dramatikerinnen der Gegenwart. Ihre Dramen wie Kunst, Drei Mal Leben oder Ein spanisches Stück begeisterten international Publikum und Kritik und entwickelten sich nicht nur am Hessischen Staatstheater Wiesbaden zu einem Hit. Der Run auf Reza geht nun (mit dem Gott des Gemetzels) in die nächste Runde: In ihrem neuesten Stück schafft sie es in einer hochkomischen wie todtraurigen Wortschlacht, scheinbar zivilisierte Umgangsformen zum Einstürzen zu bringen. Aus einem nahezu nichtigen Anlass entwickelt sich in der virtuosen Boulevardkomödie ein Desaster des Irrsinns, garniert mit einer ordenlichen Portion Zynismus und sarkastischen Seitenhieben auf unsere vermeintlich hochkultivierte Gesellschaft. Reza meint: „Man erreicht ganz schnell die Grenzen der Zivilisation, die Unmöglichkeit oder jedenfalls die Relativität jeden ethischen Diskurses. … Dem Menschen fällt es schwer, sich zu beherrschen.“ Und so reißen die Fassaden bürgerlicher Höflichkeit schneller ein, als es den Beteiligten lieb ist. So bitterböse diese Erkenntnis eigentlich ist, unter der Feder von Yasmina Reza wird das „Gemetzel“ vor allem auch ein großer Spaß für vier gute Schauspieler.

Ricarda Beilharz ist Regisseurin und Bühnenbildnerin. Sie gehörte zum Leitungsteam am Theater Basel unter Stefan Bachmann, arbeitet u.a. in Berlin, Hamburg, Salzburg, München und Wien und wurde zweimal von „Theater Heute“ zur Nachwuchsbühnenbildnerin des Jahres gewählt. „Gott des Gemetzels“ ist nach der Uraufführung Der Nachlass ihre zweite Inszenierung am Staatstheater Wie sbaden. [© Staatstheater Wiesbaden]
www.staatstheater-wiesbaden.de

Zur Inszenierung des Fritz Remond Theater, Frankfurt:

Premiere:
25. Oktober 07

Regie: Peter Kühn
Bühne: Dieter Stegmann
Kostüme: Christine Glasner

Besetzung:
Véronique Houillé:
Maria Hartmann
Michel Houillé: André Pohl
Annette Reille: Fanny Stavjanik
Alain Reille: Franz Tscherne
 
www.fritzremond.de

Zur Inszenierung des Schauspielhaus Zürich:

Premiere:
2. Dezember 06 (Uraufführung)

Regie: Jürgen Gosch
Bühne und Kostüme: Johannes Schütz
Licht: Sascha Haenschke
Dramaturgie: Klaus Missbach


Besetzung:

Annette Reille: Corinna Kirchhoff
Véronique Houillé: Dörte Lyssewski
Alain Reille: Michael Maertens
Michel Houillé: Tilo Nest


Zwei Jungen, beide elf Jahre alt, haben sich im Park geprügelt. Einer der beiden hat dem anderen zwei Schneidezähne ausgeschlagen. Die Eltern treffen sich, um ganz sachlich, tolerant und wie es sich für kultivierte Menschen gehört, über den Vorfall zu sprechen. Alain und Annette überlegen mit Véronique und Michel bei Kaffee und Kuchen, wie man pädagogisch richtig auf Ferdinand (den Täter) und Bruno (das Opfer) einwirken kann. Aber das ist nicht so einfach. Wer war denn nun wirklich der Schuldige? Deutet vielleicht Ferdinands rabiates Verhalten auf Eheprobleme zwischen Alain und Annette hin? Was ist schlimmer: Dass der um Konsens bemühte Michel den Hamster seiner Tochter umgebracht hat oder dass Alain einen Pharmakonzern mit einem gesundheitsschädlichen Medikament juristisch vertritt? Aus Sticheleien werden Wortgefechte, aus Streitereien werden Handgreiflichkeiten, und der Nachmittag unter zivilisierten Menschen nimmt einen, gelinde gesagt, unangenehmen Verlauf.

Yasmina Reza (*1959 in Paris) ist eine der weltweit meist gespielten Dramatikerinnen. Das Schauspielhaus Zürich zeigte in der Spielzeit 2004/05 die Uraufführung von «Une pièce espagnole» (Regie: Luc Bondy). Ausserdem schreibt Reza Romane und wurde mit dem Welt-Literaturpreis 2005 ausgezeichnet.

«Der Gott des Gemetzels» (Le dieu du carnage) wurde in Zürich noch vor der französischen Erstaufführung in deutscher Sprache uraufgeführt. Regie führte Jürgen Gosch, der in der letzten Spielzeit in Zürich Tschechows «Der Kirschgarten» auf der Pfauenbühne inszenierte. Gosch gehört zu den bedeutendsten Regisseuren der Gegenwart.
www.schauspielhaus.ch

Der Grimm-Code
ein urbaner Märchenthriller in vier Teilen von Simon Solberg
frei nach den Gebrüdern Grimm
in der schmidtstrasse12

1. Teil: 23. April 2009, 2. Teil: 30, April 2009, 3. Teil: 6. Mai 2009, 4, Teil: 13. Mai 2009, jeweils 20.15 Uhr, schmidtstrasse12

Filmpremiere »Der Grimm-Code« am 29. Mai 2009 beim Abschlussfest der schmidtstrassel 2

Text und Regie: Simon Solberg
Grundraum: Maria-Alice Bahra, Jan Alexander Schroeder
Ausstattung: Sebastian Hannak
Kamera: Florian Kirchler
Dramaturgie: Hans-Peter Frings
1. Kameraassistent: Dennis Helm, Thomas Fleissner
2. Kameraassistent: Sebastian Richter
Ton: Erik Stahnke
Technische Einrichtung: Joachim Schröder, Mathias Rößler
Regieassistenz: Sophie Achinger, Juliane Scherf, Maria Leucht, Cornelia Gietzel
Ausstattungsassistenz: Jana Lünsmann
Maske: Anke Scharlach
Requisite: Uschi Trella, Anja Becker
Regiehospitanz: Evangelina Epanomeritaki, Anne Prohl, Sina Schönfeld
Ausstattungshospitanz: Ciaire Dorweiler, Bettine Theissen, Svenja Hennig;
Dramaturgiehospitanz, Skriptbetreuung: Cornelia Gietzel

Besetzung:
Wilhelm: : Stefko Hanushevsky,
Özdemir: Özgür Karadeniz
Jakob: Sebastian Schindegger

In den weiteren Rollen: Roland Bayer (Volker), Sandra Bayrhammer (Anne), Susanne Buchenberger (Susanne), Andreas Haase (Günther), Mathias Max Herrmann (Wolf), Sebastian Hannak (Goldberger), Oliver Kraushaar (Paul), Julia Leal (Hanna) Michael Lücke (Nico), Anne Müller (Imke), Joachim Nimtz (Dimitri), Julia Penner (Tamara), Moritz Peters (Bastian), Winni Seeger (Pförtner), Bert Tischendorf (Sven), Sabine Waibel (Ragna) u. a.

Besprechung Teil1 auf kulturferak.de

Ammenmärchen? Urdeutsche Mythen? Echt hessisch? Die Gebrüder Grimm sind von Hanau in die Welt gezogen, um dem Volk aufs Maul zu schauen. Sie haben Abenteuer erlebt und der Nachwelt davon berichtet. Und jetzt? Haben sie sich niedergelassen? Sind sie häuslich geworden? Nein, der Schein trügt: Getarnt als Undercover-Agenten ermitteln und sammeln sie weitere Geschichten. Doch nicht mehr wie zuvor mit Tinte und Feder auf Papier, sondern sie verfolgen mit Kameras und Tonbandgeräten bewaffnet mysteriöse Spuren, die nur von Wölfen, Hexen und Zwergen stammen können, quer durch Frankfurt am Main. Sie alle scheinen unter einer Decke zu stecken und eine Weltverschwörung zu planen. Immer tiefer dringen die beiden Agenten in die Abgründe zwischen Gallus-Viertel, Nordweststadt und Sachsenhausen vor. Ist die Welt noch zu retten? Kann das Böse bezwungen werden?

Jacob und Wilhelm Grimm sammelten etwa 13 Jahre lang Geschichten und mündliche Überlieferungen, die sie 1812 in der Erstausgabe der „Kinder - und Hausmärchen“ veröffentlichten. Der junge Regisseur Simon Solberg schafft einen urbanen Märchenthriller in vier Teilen und holt die Abenteuer der Gebrüder Grimm auf die Bühne und in die Gegenwart. Frei nach der Märchensammlung bedient er sich der Figuren und Konstellationen, um sie an der heutigen Welt zu überprüfen. Getrieben von der Suche nach dem Grimm-Code, spürt er mit den beiden Protagonisten Wilhelm und Jakob die Märchen im modernen Großstadtleben Frankfurts auf. Am Ende stellt sich jedoch die Frage nach dem Happy End, auf das keiner mehr vertrauen möchte.

DER GRIMM-CODE wird die letzte Produktion in der schmidtstrasse12 sein, bevor am 29. und 30. Mai die Außenstelle des schauspielfrankfurt mit einem großen Fest Abschied von ihrem Publikum nimmt. In einer Filmpremiere DER GRIMM-CODE, die Teil des Abschlussprogramms sein wird, lässt Simon Solberg die abenteuerlichen Fahndungen des urbanen Märchenthrillers noch einmal Revue passieren.

Der Schauspieler und Regisseur Simon Solberg ist dem Frankfurter Publikum besonders durch seine Inszenierung von Heinrich von Kleists DIE FAMILIE SCHROFFENSTEIN aus der Spielzeit 2006/07 bekannt, mit der er einen grandiosen Zugang zu einem Klassiker deutscher Literatur schuf. Mit skurrilen Bildern und Wortwitz setzte er in der folgenden Spielzeit DON QUIJOTE nach Motiven von Miguel de Cervantes erfolgreich in Szene. DON QUIJOTE wurde 2008 zum Festival junger Regisseure „Radikal Jung“ an das Volkstheater München eingeladen und erhielt dort den Kritikerpreis. [© schauspielfrankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Die Grönholm-Methode

Von:
Jordi Galceran (geb. 1964)
Uraufführung: 2003
Aus dem Spanischen von: Stefanie Gerhold

Zur Inszenierung des Frankfurter Fritz Remond Theater:

Spielzeit 2:
11. September bis 12. Oktober 08
Spielzeit 1: 31. Mai bis 1. Juli 07

Regie: Frank-Lorenz Engel
Bühne: Bettina Neuhaus

Mit:
Verena Wengler, Christopher Krieg, Gerhard Mohr, Stefan Schneider

www.fritzremond.de

Die große Erzählung (Il grande racconto)
Die Odyssee in einer Stunde

Von: Bruno Stori (nach mündlicher Überlieferung von Tonino Guerra
Aus dem Italienischen von: Brigitte Korn-Wimmer

Uraufführung: 1991 (Parma, Teatro delle Briciole)
Deutschspachige Erstaufführung: 1. Dezemebr 1994 (Osnabrück, Städt. Bühnen Osnabrück)

Zur Inszenierung des Theater Willy Praml, FFM:

Premiere:
4. Mai 11

Regie: Jürgen Flügge
Mit: Tino Leo (Schauspiel), Gregor Praml (Musik)

Die große Erzählung
Theater Willy Praml, FFM
Gregor Praml und Tino Leo
Foto: Theater Willy Praml

Was der Prenzlauer Berg für Berlin ist,  sind Nordend & Bornheim für Frankfurt am Main - die kinderreichsten Stadtteile der Republik. Das Frankfurter Theater Willy Praml . . . auf NaXos! liegt da mittendrin. Und nachdem die NaXoshalle  - man denke nur an die legendäre Ü4/, Familiendisco in dem Theater seit 2009 – auch beim Nachwuchs Kultstatus gewonnen hat, bringt das Theater jetzt ein großes Theaterereignis für Kinder  u n d  Familien, eben für die ganze Familie, an diesem Ort heraus:
 
DIE GROSSE ERZÄHLUNG – ein Theaterstück über die Irrfahrten des legendären Odysseus / DIE ODYSSEE
 
Erzählt werden die unglaublichen Irrfahrten des großen antiken Helden Odysseus aus dem Blickwinkel des kleinen Jungen und liebenswerten Dorftrottel Rico. Weil Rico aber gar kein `Trottel´ ist, sondern sich nur das Staunen über das Leben und die Reinheit seiner Gefühle bewahrt hat, darum erlebt er alles mit, werden die Abenteuer des Odysseus seine eigenen. Und so erzählt er sie und spielt sie nach, wie er sie verstanden hat und wie  w i r  sie, vor allem wenn wir Kinder, vielleicht auch älter, aber noch kindlich sind, verstehen können. Manchmal wird’s gruselig, wenn der einäugige Zyklop den Odysseus und seine Kumpanen wie Brathähnchen grillen und verspeisen will, und dann wieder komisch, wenn Männer in grunzende Schweine verwandelt werden. Vor allem aber wird’s unterhaltsam, denn der kleine Rico (wie sein italienischer Autor Bruno Stori) ist ein herrlicher Geschichtenerzähler – und die NaXoshalle ist ja auch schon . . . fast . . .  Griechenland.
 
DIE GROSSE ERZÄHLUNG - eine Hommage ans Erzählen.
Sie gibt den weltliterarischen Stoff dorthin zurück, wo er herkommt: in die mündliche Überlieferung. Die Odyssee ist ja zunächst über Generationen erzählt worden, bevor einer sie aufschrieb. Also auch eine Hommage ans Theater.

Weitere Vorstellungen: 10.05.M 18.05., 19.05. jeweils 9.30 Uhr; 15.05., 22.05., 27.05. jeweils 15. Uhr;
Zusatzvorstellungen nach Anfrage möglich
Preise: Erw. 9 € / Kinder 6 € / Gruppen 5 € oder N.V.

www.theater-willypraml.de

Der große Gatsby

Roman von:
F. Scott Fitzgerald

Zur Inszenierung des Theater Bonn:

Premiere:
2. Dezember 11

Inszenierung: Matthias Fontheim
Bühne und Kostüme: Marc Thurow
Licht: Sirko Lamprecht
Dramaturgie: Stephanie Gräve

Besetzung:

Jay Gatsby: Hendrik Richter
Daisy Buchanan: Nina Tomczak
Tom Buchanan: Falilou Seck
Nick Carraway: Birger Frehse
Jordan Baker: Maria Munkert
Myrtle Wilson: Birte Schrein
George Wilson: Oliver Chomik
Eulenäugiger/Meyer Wolfsheim/Henry Gatz: Günter Alt
Partygäste u.a.: Ensemble

www.theater-bonn.de

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
In der Übersetzung von Lutz-W. Wolff und in einer Fassung von Christopher Rüping

Premiere: 10. November 11 (Kammerspiele)

Regie: Christopher Rüping
Bühne: Jonathan Mertz
Kostüme: Lene Schwind
Musik: Manuel Ehlers, Thomas Lindemann
Licht: Frank Klaus
Dramaturgie: Sibylle Baschung

Mit: Isaak Dentler, Benedikt Greiner, Nils Kahnwald, Oliver Kraushaar, Viktor Tremmel

Mitglied des Schauspiel STUDIO Frankfurt

Der große Gatsby
Schauspiel Frankfurt
Viktor Tremmel, Nils Kahnwald, Benedikt Greiner, Oliver Kraushaar
© Birgit Hupfeld

Alkohol-Schmuggler? Kriegsheld? Emporkömmling? Über Jay Gatsbys Herkunft und Reichtum kursieren die wildesten Gerüchte. In der Hoffnung, die Zeit zurückdrehen und seine Jugendliebe Daisy wiedergewinnen zu können, veranstaltet er eine luxuriöse Party nach der anderen. Bei Swing und Champagner trifft sich die New Yorker Welt und Halbwelt der zwanziger Jahre, eine oberflächliche Konsumgesellschaft kurz vor ihrem wirtschaftlichen Niedergang. Eine Geschichte über das Verglühen von Glanz und Illusion, über die Sehnsucht nach dem Unvergänglichen im Flüchtigen.

Christopher Rüping (Regie)
geboren 1985, studierte von 2007 bis 2011 Regie an der Theaterakademie Hamburg und der Zürcher Hochschule der Künste. Erste eigenen Regiearbeiten entstanden während seiner Zeit als Regieassistent am Schauspiel Hannover (von 2005 bis 2006) und während des Studiums, zum Beispiel »PHILOKTET – mein hass gehört mir«, »JEKYLL/HYDE«, beide auf Kampnagel in Hamburg, und »HASS« am St. Pauli-Theater Hamburg. Seit 2011 arbeitet er als freier Regisseur unter anderem für das Staatstheater Braunschweig, Theater Kiel, Theaterhaus Jena und das Schauspiel Frankfurt. Nach »Die andere Seite« in der Box ist »Der große Gatsby« Christopher Rüpings zweite Regiearbeit am Schauspiel Frankfurt.

Jonathan Mertz (Bühne)
geboren 1986 in Stuttgart, studierte Freie Kunst bei Marie-José Burki an der École Nationale Supérieur des Beaux Arts in Paris und Bühnenraum bei Raimund Bauer an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Während des Studiums realisierte und organisierte er zahlreiche Ausstellungen. Die feste Zusammenarbeit mit Christopher Rüping entstand ebenfalls während der gemeinsamen Studienzeit in Hamburg. Jonathan Mertz entwickelte die Bühnenbilder für »HASS« im St. Pauli Theater Hamburg sowie »PHILOKTET – mein hass gehört mir« und »JEKYLL/HYDE«, beides auf Kampnagel in Hamburg. Am Schauspiel Frankfurt richtete er bereits für »Die andere Seite« die Bühne ein.

Lene Schwind (Kostüme)
geboren 1979. Sie studierte in München Modegestaltung und arbeitete unter anderem bei Hugo Boss und Vivienne Westwood. Sie assistierte als Gast am Schauspielhaus Zürich und am Theater Basel. In dieser Zeit gestaltete sie Kostümbilder in Basel sowie für die HFF in München. Seit der Spielzeit 2009/10 ist sie Kostümassistentin am Schauspiel Frankfurt, wo sie unter anderem die Kostüme für »Die Frau, die gegen Türen rannte« und »Die andere Seite« entwarf.

Manuel Ehlers (Musik)
geboren 1986 in Hannover, fing mit sechs Jahren an, Schlagzeug zu spielen und entwickelt sich seither über die Arbeit in verschiedensten Bandprojekten weiter in Richtung Jazz und Improvisation. Derzeit entwirft er in Berlin mit der Band Leather Report ein neues Musikgenre: Retrofuturistic Mashup-Jazz. 2011 gestaltet er gemeinsam mit dem Pianisten Thomas Lindemann die Musik- und Soundkulisse für die Produktion »Der Große Gatsby« am Schauspiel Frankfurt.

Thomas Lindemann (Musik)
geboren 1972 in Hamburg, musikalischer Kompagnon von Ehlers. Begann in dem Jahr, in dem Ehlers geboren wurde, mit Privatunterricht in Sachen Jazz. Seitdem zahlreiche Bands, Musik für Kunstausstellungen. Aktuell ein Funk-Musikprogramm für Grundschulen, als Gegengewicht zur üblichen Kindermusikszene. Der ausgebildete Psychologe und Journalist schreibt ansonsten, u.a. Popkritiken und kürzlich den Buch-Bestseller »Kinderkacke: Das ehrliche Elternbuch« (2011).
[© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Das große Welttheater
Mysterienspiel

Von: Pedro Calderón de la Barca (17. Januar 1600 - 25. Mai 1681)

Zur Inszenierung des Theater Freiburg:

Premiere:
5. November 11

Musikalische Leitung: Clemens Flick
Regie: Calixto Bieito
Bühne: Rebecca Ringst
Kostüme: Ingo Krügler
Dramaturgie: Marc Rosich, Josef Mackert

Besetzung:

Gott:
Xavier Sabata
Das Gesetz der Gnade: Jana Havranová
Die Welt: Leandra Overmann
Die Sterblichen: Martin Weigel Frank Albrecht, Victor Calero, Orhan Müstak, Lena Drieschner, Iris Melamed, Nicole Reitzenstein

und Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Freiburg

Mit Unterstützung der TheaterFreunde Freiburg.

Das Theater Freiburg präsentiert mit der Premiere von Calderóns »Das große Welttheater« die erste internationale Kooperation mit dem von Calixto Bieto im Sommer neugegründeten Barcelona Internacional Teatre (BIT).
Mit seinem Mysterienspiel »El Gran Teatro del Mundo« stellt der spanische Autor Pedro Calderón dabei die Frage nach dem Handlungsspielraum, den jeder Mensch auf dem kurzen Weg zwischen Wiege und Grab besitzt: Warum sollen wir gut handeln in diesem Spiel, das unser Leben ist?
Für die Freiburger Fassung für Sänger und Schauspieler entwarf der katalanische Komponist Carles Santos in Auseinandersetzung mit barocken Kompositionsfiguren eine zeitgenössische Bühnenmusik, in der das Instrumentarium der Orgel eine zentrale Rolle spielt. [© Theater Freiburg]

www.theater.freiburg.de

Gut gegen Nordwind

Nach dem Roman von:
Daniel Glattauer
Bühnenfassung von: Ulrike Zemme und Daniel Glattauer

Zur Inszenierung der Berliner Komödie am Kurfürstendamm:

Premiere:
17. Januar10 (Berliner Erstaufführung)

Regie: Rüdiger Hentzschel
Bühne: Julia Hattstein
Kostüme: Gizella Koppany

Mit :Tanja Wedhorn und Oliver Mommsen

Daniel Glattauers Roman „Gut gegen Nordwind“ erschien im Herbst 2006, wurde für die Longlist des deutschen Buchpreises nominiert und hat sich bisher 750.000 Mal im deutschsprachigen Raum verkauft.
Gemeinsam mit Ulrike Zemmer verfasste Glattauer eine Bühnenfassung des Romans, die im Mai 2009 an den Kammerspielen des Theaters in der Josefstadt in Wien erfolgreich uraufgeführt wurde. Ab dem 17. Januar 2010 wird „Gut gegen Nordwind“ auch in Berlin gezeigt.
In dem Zweipersonenstück geht es um eine ganz besondere „Brieffreundschaft“ im Zeitalter des Internets: Durch einen Tippfehler landet Emmi Rothners Mail irrtümlich bei Leo Leike - und so erlebt der Zuschauer, wie sich die betont „glücklich“ verheiratete Homepage-Expertin und der beziehungsgeschädigte Kommunikationswissenschaftler in der virtuellen Welt näherkommen. Die beiden beginnen zu flirten und müssen dabei kaum etwas von ihrem Leben preisgeben. Die Abwesenheit des anderen macht den Reiz der Korrespondenz aus und weckt in Emmi und Leo verschüttete Sehnsüchte und Begierden. Aber kann sich daraus auch eine Verliebtheit oder sogar Liebe entwickeln, wo die beiden sich doch im wirklichen Leben noch nie begegnet sind? Oder sind die wahren Abenteuer im Kopf?
„Gut gegen Nordwind“ erzählt von der Sehnsucht in Zeiten des Internets. Von hart bis zart, von trotzig bis hingebungsvoll - von schnodderig bis verzweifelt, von unendlich traurig bis unfassbar komisch: Keine Gefühlslage bleibt in „Gut gegen Nordwind“ ausgespart.

GutgegenNordwind_KomödieKurfürstendamm©JohannesZacher
Gut gegen Nordwind
Komödie am Kurfürstendamm
Oliver Mommsen und Tanja Wedhorn
Foto: Johannes Zacher

Der Autor
Daniel Glattauer
„Ich glaube nicht, dass ich Bücher schreibe, die die Weltliteratur vorantreiben werden. Das war nie mein Anspruch. Ich möchte Bücher schreiben. Dass manche das Literatur nennen, freut mich. Wenn man sagt Unterhaltungsliteratur, hab ich kein Problem damit, und wenn man sagt Leichte Literatur ist das auch vollkommen okay. Wenn man aber meint, Leichte Literatur sei etwas Minderwertiges, dann ärgert mich das. Ich möchte Bücher schreiben, mit denen Menschen, die ungefähr mein Bildungsniveau und meine Ansprüche haben, etwas anfangen können.“ (Daniel Glattauer in einem Interview mit Günter Kaindlstofer auf Deutschlandradio Kultur)

Der gebürtige Wiener Daniel Glattauer hat über 20 Jahren als Journalist gearbeitet. Zuletzt schrieb er Gerichtsreportagen, Kolumnen und Feuilletons für die Tageszeitung „Der Standard“. „Gut gegen Nordwind“ ist sein dritter Roman, der wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vor einiger Zeit schrieb „... zunächst von Buchhändlerinnen an Kundinnen und weiter an Freundinnen empfohlen wurde und dann von der Kritik bestaunt wurde.“ Im vergangenen Frühjahr erschien die Fortsetzung „Alle sieben Wellen“. Ursprünglich hatte Glattauer nicht beabsichtigt, die Geschichte von Emmi Rothner und Leo Leike weiter zu erzählen, aber seine Fans ließen ihm keine Ruhe. Bereits Ende November 2009 waren über 275.000 Exemplare des Romans verkauft.


Die Homepage-Expertin
„Ihre Fantasievorstellung von mir kommt Ihrem Frauenideal sicher näher als irgendeine dahergelaufene Bekanntschaft aus einer vermutlich in rotem Plüsch gehaltenen Bar.“

Tanja Wedhorn
... spielte schon während ihrer Schulzeit in freien Theatergruppen. Bevor sie ihr Studium an der Hochschule für Darstellende Künste in Berlin aufnahm, begann sie erst noch ein Lehramtsstudium in Dortmund, aber die Liebe zum Theater war stärker.
Noch während der Abschlussprüfung ihres Studiums wurde sie für „SK-Babies“ (1998) gecastet und bekam ein festes Engagement am Thalia-Theater in Hamburg.
Mit ihrer durchgehenden Serienhauptrolle in „Die Nesthocker“ (1999) wurde Tanja Wedhorn einem breiten Publikum bekannt. Der ganz große Durchbruch für sie kam 2004 mit der Hauptrolle in der ersten deutschen Telenovela „Bianca - Wege zum Glück“. Hierfür wurde sie mit dem österreichischen Fernsehpreis „Romy“ als beliebtester weiblicher Shootingstar ausgezeichnet.
Außerdem war Tanja Wedhorn in vielen Fernsehserien zu sehen, so in „Wolffs Revier“, „SK-Babies“, „Tatort“, „SK Kölsch“, „Balko“ und „SOKO 5113“.

Der Kommunikationswissenschaftler
„Das Fantasiebild von Ihnen gefällt mir außerordentlich gut, sonst würde ich nicht so oft daran denken.“

Oliver Mommsen
... besuchte die renommierte Maria Körber-Schauspielschule in Berlin. Im Anschluss daran absolvierte er eine Kamera-Ausbildung bei Studio Actors&Camera in Köln. Danach spielte er Theater und stand häufig vor der Kamera. Seit 2001 ist er im Bremer „Tatort“ der Assistent von Kommissarin Inga Lürsen, dargestellt von Sabine Postel. 2006 bekam er für seine Rolle in der Folge „Scheherazade“ den Sonderpreis des Deutschen Fernsehkrimipreises als Bester Nebendarsteller.
In dem SAT.1-Film „Männer sind Schweine“, der vor kurzem abgedreht wurde, übernahm Oliver Mommsen die Hauptrolle. Für das ARD-Jugenddrama „Sie hat es verdient“ stand er u. a. neben Veronica Ferres und Jule Ronstedt als Vater, der seine Tochter missbraucht, vor der Kamera. 


Der Regisseur
Rüdiger Hentzschel
Der gebürtige Karlsruher lebt seit seiner Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in seiner Wahlheimat Wien. Schauspielerengagements führten ihn u. a. an die Württembergische Landesbühne Esslingen sowie an viele Wiener Bühnen, u. a. an das Volkstheater, das Schauspielhaus, das Theater in der Josefstadt sowie das Theater der Jugend. Zudem war er in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Seit 1995 arbeitet Hentzschel auch als
Regisseur. In Wien inszenierte er u. a. „Das Land, wo Milch und Honig fließen“ im Theater Drachengasse, „Eleana und Robert“ im Theater in der Josefstadt sowie „Oleanna“, „Wir sind keine Engel“, „Komödie im Dunkeln“, „Die Grönholm-Methode“ und zuletzt „Hin und Her“ am Scala Theater. Seine sehr erfolgreiche Inszenierung von Tschechows „Drei Schwestern“ tourte durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Am Frankfurter Fritz Rémond Theater führte Hentzschel Regie bei „Die Falle“, „Hysteria“ und „Toutou“.

[© Komödie am Kurfürstendamm]

Voraufführungen 13. - 16. Januar 2010
bis 21. Februar 2010
Komödie am Kurfürstendamm
Kartenpreise: Di-Do 36/25/13 €, Fr/Sa/So 39/28/17 €, Voraufführungen 19 €
Premiere/Berliner Erstaufführung: 47/36/24 €
Karten 030/88 59 11 88 und unter
www.komoedie-berlin.de

Der gute Mensch von Sezuan
Parabelstück in zehn Bildern

Von: Bertolt Brecht
Musik: Paul Dessau
Mitarbeit: Ruth Berlau und Margarete Steffin
Uraufführung: 4. Februar 1943 (Zürich, Schauspielhaus)

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
26. März 11
Inszenierung und Bühne:  Ricarda Beilharz
Kostüme: Hanna Zimmermann
Dramaturgie: Anika Bárdos

Besetzung:

1. Gott:
Monika Kroll
2. Gott: Benjamin Krämer-Jenster
3. Gott: Tobias Randel
Shen Te / Shui Ta: Doreen Nixdorf
Yang Sun, ein stellungsloser Flieger: Jörg Zirnstein
Frau Yang, eine Mutter / Die Frau: Susanne Bard/Barbara Teuber
Wang, ein Wasserverkäufer: Michael von Burg
Die Witwe Shin: Franziska Werner
Der Mann: Uwe Kraus
Der Barbier Shu Fu / Der Arbeitslose: Lars Wellings
Die Hausbesitzerin Mi Tzü / Die Alte: Evelyn M. Faber
Der Schreiner Lin To / Der Polizist / Der Alte: Martin Müller
Der Neffe: Florian Thunemann

Eine der produktivsten Zeiten des Autors Bertolt Brecht (1898-1956) war sicherlich seine Zeit im Exil, in dem er sich ab Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 bis zu seiner Rückkehr nach Deutschland 1947 gezwungenermaßen befand. Geschuldet ist dies auch der Tatsache, dass er als deutscher Regisseur im Ausland keinen Fuß in die Tür bekam (von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen) und sich folglich auf das Schriftstellertum beschränkte – häufig auch dies nur für die Schublade. So entstanden in der bewegten Zeit seiner Aufenthalte in Dänemark, Schweden, Finnland und später in den USA einige seiner stärksten Stücke: „Das Leben des Galilei“, „Mutter Courage und ihre Kinder“, „Herr Puntila und sein Knecht Matti“, „Der kaukasische Kreidekreis“ und weitere. Die Idee zu dem Stück „Der gute Mensch von Sezuan“ kam ihm allerdings schon vor dem Exil: Als er 1926 gemeinsam mit den Dichterkollegen Alfred Döblin und Arnolt Bronnen nach Dresden zu einer Dichterlesung geladen wird und am Vorabend nur schlechte Opernkarten erhält, verfasst er das Gedicht „Matinée in Dresden“, in dem die drei als Götter auftreten und aufgrund der ausbleibenden Huldigungen drohen, die Stadt zu überfluten. Um 1930 entstand ein erster Stückentwurf, damals noch mit dem Titel „Die Ware Liebe“, zu dem Thema Prostitution, an dem Brecht immer wieder arbeitete. Fasziniert von den Motiven und Techniken des chinesischen Theaters legte Brecht im Lauf der Zeit die Handlung seines „Parabelstücks“ nach China und gab ihm, das erst 1943 in Zürich uraufgeführt wurde, den Titel „Der gute Mensch von Sezuan“. Den guten Menschen, beziehungsweise zumindest einen guten Menschen zu finden, dazu reisen eigens drei Götter auf die Erde und erreichen nach langer Wanderung die chinesische Provinz Sezuan. Da ihre Suche bisher erfolglos war, haben sie wenig Hoffnung, ausgerechnet hier fündig zu werden, und dies scheint sich zunächst auch zu bestätigen. Wang, der Wasserverkäufer, der die Götter erwartet, hat Mühe, ein Obdach für die müden Wanderer zu finden. Erst bei der Prostituierten Shen Te hat er – nach einigem Überreden – Glück und sie gewährt den Göttern Obdach. Ausgerechnet eine Hure ist also der gute Mensch. Für ihre gute Tat statten die drei Götter Shen Te mit ein wenig Kapital aus und ermahnen sie „gut zu sein und doch zu leben“. Shen Te kauft sich von dem Geld einen kleinen Tabakladen, und auch „gut“ zu sein, fällt ihr nicht schwer – bald wird sie „Engel der Vorstädte“ genannt, und kein Bedürftiger wird von ihr abgewiesen. Doch ihre Hilfsbereitschaft wird ausgenutzt und treibt sie in den finanziellen Ruin. In ihrer Not verkleidet sie sich als ihr Vetter, ShuiTa, der in allem ihr Gegenteil ist: skrupellos, gierig und kaltherzig. Er taucht immer dann auf, wenn Shen Tes Warmherzigkeit ihr zum Nachteil ist, und unter seiner Führung wird aus dem Tabakladen sogar ein kleines Imperium. Immer häufiger muss der unbeliebte Vetter auftauchen, und als sich Shen Te in den arbeitslosen Flieger Yang Sun verliebt, kann sie ihr Doppelspiel nicht aufrecht halten. Einer von beiden muss verschwinden.

Brecht stellt in seinem Parabelstück die Frage, ob Gleichheit und Brüderlichkeit, die einst als ideelle Wertgrundlagen der bürgerlichen Gesellschaft formuliert wurden, im entwickelten Kapitalismus nicht traumtänzerische Illusionen sind. Mit der poetischen Erfindung der Doppelfigur She Te/Shui Ta spielt er durch, welche katastrophalen Folgen das „Gutsein“ hat. Das Gebot der Götter scheitert vorm Wolfsgesetz, aber die Götter bleiben unbelehrbar.

Ricarda Beilharz ist Bühnenbildnerin und Regisseurin. Sie war Leitungsmitglied am Baseler Theater, arbeitete als Bühnenbildnerin u.a. am Thalia Theater Hamburg, bei den Salzburger Festspielen und als Regisseurin bei den Berliner Festwochen und am Zürcher Schauspielhaus. Zwei Inszenierungen, bei denen sie als Bühnenbildnerin mitwirkte, waren zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Dem Wiesbadener Publikum ist sie durch ihre Inszenierungen „Der Nachlass“ von Maja DasGupta, Yasmina Rezas „Der Gott des Gemetzels“, Friedrich Schillers „Die Räuber“ und Lessings „Emilia Galotti“ bekannt. [© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Zur Inszenierung des Schauspiel Stuttgart:

Premiere:
15. Januar 11

Regie: Thomas Dannemann
Bühne: Katrin Nottrodt
Kostüme: Regine Standfuss
Dramaturgie: Jörg Bochow

Besetzung:

Schreiner Lin To:
Bernhard Baier
Einer der drei Götter: Boris Burgstaller
Shen Te / Shui Ta: Inga Busch
Polizist: Jan Krauter
Yang Sun: Florian von Manteuffel
Hausbesitzerin Mi Tzü/Frau Yang: Rahel Ohm
Frau: Katharina Ortmayr
Barbier Shu Fu: Rainer Philippi
Einer der drei Götter: Lutz Salzmann
Mann: Dino Scandariato
Einer der drei Götter: Sebastian Schwab
Witwe Shin: Anna Windmüller
Wang: Bijan Zamani

Musiker: Bernd Settelmeyer und Daniel Smutny

Der gute Mensch von Sezuan
Schauspiel Stuttgart
Shen Te / Shui Ta (Inga Busch), Yang Sun (Florian von Manteuffel)
© MatthiasDreher

Auf der Suche nach einem guten Menschen, der als Kronzeuge für die Welt als gelungener göttlicher Fügung bürgen kann, kommen die drei vom Himmel ausgesandten Götter ausgerechnet zur Prostituierten Shen Te. Sie ist die einzige, die bereit ist, Güte vor Eigennutz zu stellen und die Götter zu beherbergen. In der globalisierten Marktwirtschaft wird alles zur Ware, auch der eigene Körper und die Liebe. Wer an ethische Normen glaubt, hat schon verloren im täglichen Konkurrenzkampf. Brecht, der seit Ende der Zwanziger Jahre an dem Stoff gearbeitet hatte, waren die Folgen der Weltwirtschaftkrise von 1929 deutlich vor Augen, als er sein Stück schrieb, das 1943 in Zürich uraufgeführt wurde. Heute haben Armut und Existenzangst die Form, aber nicht ihr Wesen in unserer Gesellschaft geändert. Wie Shen Te sich in den Mann Shui Ta verwandeln muss, damit ihre Güte nicht gnadenlos ausgenutzt wird, so geht auch durch uns ein Riss, wenn wir in der 'Festung Europa' sitzend unseren Blick auf die Schattenseiten der globalisierten Welt richten. Brechts fiktive Parabelwelt ermöglicht ein lustvolles Durchspielen dieser Widersprüche unseres täglichen Daseins: "Wie soll ich gut sein, wo alles so teuer ist?"
Nach Ibsens "Ein Volksfeind" in der vergangenen Spielzeit ist dies bereits die siebte Inszenierung von Thomas Dannemann (*1968) für das Schauspiel Stuttgart. [© Schauspiel Stuttgart]

www.staatstheater.stuttgart.de/schauspiel

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