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Theater Stückeinfos: E

Easy Rider
SPONTANEOUS – UNBELIEVEABLE – UNPLUGGED – NACHT  EMPFUNDEN – FREISCHWEBEND

Von: Jürgen Kruse

Zur Inszenierung des Centraltheater Leipzig:

Premiere:
18. März 11

Co-Regie: Jürgen Kruse
Bühne: Fabian Siepelmeyer
Kostüme: Fabian Siepelmeyer
Licht: Veit-Rüdiger Griess
Dramaturgie: Uwe Bautz

Mit: Mareike Beykirch, Edgar Eckert, Sarah Franke, Manuel Harder, Günther Harder, Carolin Haupt, Zenzi Huber, Andrej Kaminsky, Hagen Oechel, Hanna Werth

Was ist der Preis der Freiheit — und wer zahlt ihn? Mit dem Kultfilm EASY RIDER (1969), dem Schlüsselwerk einer gewaltlosen Gesellschaft, die sich in der Abwendung vom herrschenden, intoleranten, rassistisch unterwanderten Mainstream der Macht sucht, entdeckte die Welt die Schauspieler Jack Nicholson, Peter Fonda und Dennis Hopper.
Der Geist dieses Legende gewordenen Roadmovies auf drei Motorrädern kann heute durchaus provozieren: wem gehört das Land? Zwei jungen Typen, mit dem Motorrad unterwegs von Los Angeles nach New Orleans.

Billy (Hopper) und Wyatt (Fonda) machen Halt bei einer Hippie—Kommune und landen hinter Gittern, wo sie den Jungen Anwalt George Hanson (Nicholson) treffen. Wegen ihrer langen Haare werden beide im Diner nicht bedient, bekommen im Motel kein Zimmer und werden am Ende von einem Lkw—Fahrer brutal abgeknallt.

„Wyatt und Billy“, sagt Hanson im Film, „stehen für die Freiheit, ergo müssen sie vernichtet werden.“ Die restaurative, erzkonservativ-militante TEA—PARTY— Bewegung in 0bamas Amerika stellt dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten die Frage nach dem Preis der Freiheit gerade wieder neu. [© Centraltheater]

www.schauspiel-leipzig.de

Egmont
Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen

Von:
Johann Wolfgang Goethe
Erste Aufführung: 9. Januar 1789 (Mainz)

"In diesem Trauerspiel also wird ein Charakter aufgeführt, der in einem bedenklichen Zeitlauf, umgeben von den Schlingen der Politik, in nichts als sein Verdienst eingehüllt, voll übertriebenen Vertrauens zu seiner gerechten Sache, die es aber nur für ihn allein ist, gefährlich wie ein Nachtwanderer auf jäher Dachspitze wandelt."
               
(Friedrich Schiller, über Egmont)

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:

Premiere: 19. November 05

Regie: Armin Petras
Bühne: Patricia Talacko
Kostüme: Annette Riedel

Darsteller:

Margarete von Parma:
Friederike Kammer
Graf Egmont, Prinz von Gaure: Wolfram Koch
Machiavell, Wilhelm von Oranien, Silva: Oliver Kraushaar
Herzog von Alba: Wilhelm Eilers
Ferdinand, sein natürlicher Sohn: Moritz Peters
Ricarda Vansen: Georgia Stahl
Klärchen: Nadja Dankers
Klärchens Mutter: Susanne Böwe
Brackenburg: Gunnar Teuber
Soest: Andreas Haase
Jetter: Stefko Hanushevsky
Zimmermann: Jan Neumann

Chorführer: Falilou Seck

Bürger:
Horst Beiger, Kiril Boguslawski, Rainer Böhme, Hans Bolz, Klara Buchtovä, Helga Comperl, Carla Cunningham-Abugindy, Florian Däumling, Andreas Duetsch, Christopher Flach, Bettina Fröhlich, Martin Georgi, Anna Gerhards, Gesine Gress, Andreas Hilberer, Marcus Hosch, Amer Issa, Elena Maria Kaden, Gerd Kamphausen, Konstanze Kappenstein, Adolf-Berndt Kolb, Ursula Krienitz, Roswitha Lehmann, Manfred Michel, Marc-Oliver Möller, Roswitha Nees, Janinka Peterek, Conrad Rau, Philip Rau, Göran Rother, Adolfo Sanz Merino, Wolfgang Schreiber, Liselotte Schweikhardt, Peter Skrezek, Claudia Strabel, Maj Voigt, Rüdiger von Wedel

“Ist Krieg, Mord und Todschlag aber wirklich zu verhindern, wenn man, wie Egmont, nur an das Gute in den Menschen glaubt? Ist positives Denken eine politische Kategorie oder nur Naivität? Ist Egmont ein Held oder lediglich ein furchtsamer Mitläufer? Und was ist Verantwortung, für sich selbst und für die Gemeinschaft?
Fragen, mit denen sich die Inszenierung von Armin Petras auseinandersetzen und woran er zeigen wird, wie aktuell und hochpolitisch das „alte“ Stück im 21. Jahrhundert ist.”

Termine Großes Haus:
19., 23., 25. November, 2., 7. & 16. Dezember 05

Besprechung auf kulturfreak.de

Biografie Armin Petras:

Geboren 1964 in Ost-Berlin.

1985-1987 Regiestudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch
Mitbegründer der freien Theatergruppe „Medea Ost“
1988 Übersiedelung nach Berlin-West
Gründung der freien Theatergruppe „Medea West“
Regieassistent am Frankfurter TAT und an den Münchner Kammerspielen
ab 1992 Regisseur in Frankfurt/Oder
ab 1994 Regisseur in Chemnitz
ab 1996 fester Regisseur in Leipzig und Oberspielleiter in Nordhausen
Schauspieldirektor am Staatstheater Kassel

Ab der Spielzeit 2002/2003 an Hausregisseur am schauspielfrankfurt, seit der Spielzeit 2003/2004 auch Kurator der Spielstätte schmidstrasse12, bis er zu Beginn Spielzeit 2006/07 die Intendanz der Berliner Maxim Gorki Theater übernommen hat.

Inszenierungen unter anderem an den Freien Kammerspielen Magdeburg, am Schauspiel Hannover, Nationaltheater Mannheim, Münchner Kammerspiele, Volksbühne Berlin, Berliner Ensemble , Bayerisches Staatsschauspiel München, Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Thalia Theater Hamburg.

Seine Inszenierung von Fritz Katers zeit zu lieben. zeit zu sterben (Thalia Theater Hamburg) wurde von „Theaterheute“ zum deutschsprachigen Stück des Jahres gewählt, zum Berliner Theatertreffen 2003 und zu den Mülheimer Theatertagen 2003 eingeladen. Außerdem wurde Armin Petras 2005 mit dem siebten Lessing-Preis des Freistaates Sachsen ausgezeichnet.

In der Spielzeit 2003/2004 wurde seine Inszenierung von Fritz Katers We are camera / jasonmaterial am Hamburger Thalia Theater zum Berliner Theatertreffen und zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen.

In der Spielzeit 2004/2005 wurde seine Inszenierung von Fritz Katers Drei von fünf Millionen am Deutschen Theater Berlin zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen.

Am schauspielfrankfurt inszenierte Armin Petras in der Spielzeit 2001/2002 Simulacron (nach Daniel F. Galouye) und Knut Hamsuns Das Spiel des Lebens.

In Spielzeit 2002/2003 hatten unter seiner Regie Der zerbrochne Krug von Heinrich von Kleist sowie Friedrich Hebbels Maria Magdalena Premiere.

In der Spielzeit 2003/2004 des schauspielfrankfurt inszenierte Armin Petras Minna von Barnhelm, Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß, Die Glasmenagerie und Zerbombt, alle in der schmidtstrasse12 – sowie Die Frau vom Meer im Großen Haus.

In der Spielzeit 2004/2005 des schauspielfrankfurt führte er bei Fritz Katers krieg böse 5, Heinrich von Kleists Das Käthchen von Heilbronn, Victor Hugos Lucretia Borgia und Malcolm Lowrys Unter dem Vulkan Regie.

In der Spielzeit 2005/2006 des schauspielfrankfurt inszeniert Armin Petras Egmont von Johann Wolfgang von Goethe und Horns Ende & In seiner frühen Kindheit ein Garten von Christoph Hein im Großen Haus und Ajax von ihm selbst nach Sophokles (UA) in der schmidtstrasse12. Im Kleinen Haus wurde sein Stück abalon, one nite in bangkok uraufgeführt. Zudem war er Kurator von Europe Learning – Frankfurt meets Krakow (Ein kleines Festival des polnischen Theaters).

Spielzeit 2006/2007:
Prinz Friedrich von Homburg, Regie: Armin Petras (Koproduktion mit dem Maxim Gorki Theater Berlin)

In der Spielzeit 2007/2008 inszenierte er am schauspiefrankfurt in Koproduktion mit dem Berliner Maxim Gorki Theater Fritz Katers Heaven /(zu Tristan) sowie Gertrud nach dem Roman von Einar Schleef; für die Bühne eingerichtet von Jens Groß.

Eigene Stücke:
Auf dem Weg zur Hochzeit, nach dem gleichnamigen Roman von John Berger, UA Schauspiel Leipzig
Hund, nach Motiven von Marek Hasko, UA Schauspiel Leipzig
Die Nacht von Lissabon, nach dem gleichnamigen Roman von Erich Maria Remarque, UA Freie Kammerspiele Magdeburg
Zigaretten, nach der gleichnamigen Erzählung von Einar Schleef, UA Nationaltheater Mannheim
Zombie oder Ich will nie wieder so alt werden, Staatstheater Kassel
Alkestis, mon amour, Schauspiel Leipzig
Ajax, nach Sophokles, UA schauspielfrankfurt
abalon, one nite in bankok, UA schauspielfrankfurt
Heaven /(zu Tristan) UA schauspielfrankfurt                [© Texte: schauspiel frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Ehrensache

Von:
Lutz Hübner (* 16. Januar 1964)
Uraufführung: 10. Dezember 2005 (Essen, Theater Essen)

TheaterperipherieLogo Zur Inszenierung des Frankfurt Theater theaterperipherie:
(in Kooperation mit schauspielfrankfurt)


Premiere: 26. Januar 08
sankt peter,  stephanstraße 6, 60313 Frankfurt
Wiederaufnahme 2010: 3., 4., 9. und 10. März 10, jeweils 19.30 Uhr, sankt peter
theaterperipherie nimmt seine erfolgreiche Erstproduktion „Ehrensache“ von Lutz Hübner wieder ins Programm. Die Produktion wurde seit ihrer Premiere am 26. Januar 08 in sankt peter bislang in 42 Vorstellungen vor 5.681 Besuchern gezeigt. Neben Spielterminen in Frankfurt gastierte „Ehrensache“ in Freiburg, Eschborn, Istanbul, Berlin, Koblenz, bei der JVA Wiesbaden, in Marburg, Duisburg, Rüsselsheim und in Heidelberg. Von der Jury der Hessischen Theatertage 2009 in Marburg wurde Alexander Brills Inszenierung aufgrund der authentischen und überaus engagierten Spielweise der Schauspieler mit dem Nachwuchs-Preis für die beste darstellerische Leistung ausgezeichnet.
Weitere Einladungen werden „Ehrensache“ demnächst zur Konferenz der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit in Höchst (12. März 10) führen, nach Bensheim zur „Woche junger Schauspieler“ (11. Mai 10) und erneut ans Stadttheater Duisburg (23. und 24. September 10). [Stand vom 1. März 10]

Das Stück
Zwei Jungen lernen zwei türkische Mädchen kennen, es ist Wochenende, und man verabredet einen Ausflug nach Frankfurt, in die Großstadt, will sich einen schönen Tag machen. Doch am Ende dieses Tages liegt eines der Mädchen tot auf einem Rastplatz mit mehr als dreißig Messerstichen regelrecht abgeschlachtet, und ihre zwei Jahre jüngere Freundin überlebt schwer verletzt, nur weil die Täter sie für tot halten. Zwar sind die beiden Täter schnell gefasst, aber was genau an jenem Tag passiert ist, bleibt unklar: Je nach Perspektive gibt es ganz unterschiedliche Versionen oder Vorstellungen davon, was zu einem solchen Exzess von Gewalt geführt hat. Woher kommt die Brutalität, mit der die beiden türkischstämmigen Jungen, die als freundlich und angepasst galten, zugestochen haben? Welche Rolle spielen Frauen- und Männerbilder in dieser Geschichte? Ein psychologisches Spiel über gekränkte Ehre, Männerfreundschaft.

Zum Stück
Lutz Hübner entdeckte in dieser auf den ersten Blick privaten Tragödie einen grundsätzlichen sozialen und politischen Sprengstoff: Viele junge muslimische Frauen können in Deutschland kein selbstbestimmtes Leben führen, weil die patriarchalische Männerwelt darauf oft mit Gewalt reagiert! Sowohl die Frauen als auch die Männer sind Gefangene dieses Systems, aber die Opfer sind immer die Frauen. Tatsache ist, dass es in allen Gesellschaften ein Gewaltverhältnis zwischen Männern und Frauen gibt. Aber im Gegensatz zu den westlichen Demokratien, in denen Gewalt gegen Frauen offiziell verpönt ist, scheint es in anderen Kulturen immer wieder eine stillschweigende Akzeptanz dieser Gewalt zu geben. Auch wenn es von den unterschiedlichen Positionen unterstellt oder propagiert wird: Diese Gewalt ist durch nichts zu rechtfertigen oder zu legitimieren , schon gar nicht durch den Glauben, sei es durch den Islam, den Hinduismus, das Christentum oder den Buddhismus. Die Gewalt gegen Frauen tobt sich in Wirklichkeit dort am hemmungslosesten aus, wo das Patriarchat nach wie vor uneingeschränkt herrschen kann. EHRE ist ein zentraler Begriff im System dieses Patriarchats (der Körper der Frau ist die EHRE des Mannes!) und die gekränkte EHRE ist es, die in dem Stück EHRENSACHE die Hauptrolle spielt und zur Katastrophe führt.

EHRENSACHE ist in mehreren Stadttheatern von deutschen Schauspielern gespielt worden.

“Wir finden das problematisch, denn das kann nur ein Abend werden, in dem wir Deutschen über die „Anderen" erzählen. Unser Ensemble setzt sich aus jugendlichen Darstellern aus der Türkei, Afghanistan, dem Iran und Deutschland zusammen. Ich verspreche mir von dieser Besetzung eine wesentlich höhere Authentizität und Kenntnis der Problematik der EHRE. 
Das könnte helfen, dem Publikum ein differenziertes Bild darüber abzugeben, in welchen Zwängen, Nöten und Widersprüchen junge muslimische Männer und Frauen hier gefangen sind, und wie kompliziert und verletzlich sich die gegenseitige Annäherung oft gestaltet.
Es ist nicht unsere Absicht, die Muslimische Community wieder mal mit dem Klischee der „Gewalt gegen Frauen" in die Öffentlichkeit zu zerren. Diese Community ist in sich genauso differenziert, wie unsere deutsche, und entspricht keineswegs dem Bild, das wir uns von ihr machen. (siehe die blamablen Vorurteile in der „Auseinandersetzung" über den Bau der Moschee in Hausen.) Nein, unser Abend möchte einem Publikum, das sich in der Stadt Frankfurt aus vielen Kulturen und Lebensformen zusammensetzt, zeigen , dass sich Muslime dieses Themas annehmen, weil die meisten hier lebenden diese Gewalt ablehnen.“ theaterperipherie


Die Spielorte

Der Spielort von theaterperipherie wird sankt peter sein: „sanktpeter hat den Auftrag, die Peterskirche und ihre Ressourcen für Jugendliche der Rhein-Main-Region im Alter von 14 – 25 Jahren unabhängig von deren Nationalität oderReligionszugehörigkeit offen zu halten und Programmangebote zu verantworten." So lautet die Programmatik der GMBH.
Damit das Thema aber nicht in der Peripherie verschwindet, sondern auch an einem zentralen Ort seine Öffentlichkeit finden kann, wird EHRENSACHE seit März 2008 auch im Kleinen Haus von schauspielfrankfurt gespielt.
 
www.theaterperipherie.de
www.sanktpeter.com
www.schauspielfrankfurt.de

Ein Inspektor kommt (An Inspector Calls)
Schauspiel in 3 Akten
Von: John Boynton Priestley

Uraufführung: Sommer 1946 (Moskau, in russischer Sprache)
Deutschsprachige Erstaufführung: 1947 (Wien, Neues Wiener Schauspielhaus)

Zur Inszenierung des English Theatre Frankfurt:

Premiere:
26. Februar 11
Spielzeit bis: 17. April 11

Regie: Simon Green
Bühnenbild/ Kostüme: Bob Bailey
Licht: Matt Veitch
Ton: David Gumpper
Assistant Stage Manager, London: Susan Ellicott
Casting Director: Amy Rycroft

Besetzung (in Reihenfolge des Auftritts):

Arthur Birling:
Andrew Harrison
Gerald Croft: Harry Long
Sheila Birling: Tara Godolphin
Sybil Birling: Connie Walker
Eric Birling: Christian Edwards
Inspector Goole: Jules Melvin

Besprechung auf kulturfreak.de

An Inspector Calls
English Theatre Frankfurt
Sheila Birling (Tara Godolphin), Gerald Croft (Harry Long)
© Anja Kühn

Als die Fabrikantenfamilie Birling die Verlobung ihrer Tochter Sheila feiert, platzt Inspektor Goole herein und verkündet den Selbstmord eines Mädchens namens Eva Smith. Alle Familienmitglieder werden befragt und es enthüllen sich nach und nach Geheimnisse. Innerhalb der Familie kochen Streitigkeiten hoch, Weltbilder geraten ins Wanken. Plötzlich aber scheint wieder alles in Ordnung zu sein, oder etwa doch nicht?

www.english-theatre.de

Eine Familie (August: Osage County)

Von:
Tracy Letts (* 1965)
Deutschsprachige Erstaufführung: 31. Oktober 2008 (Mannheim, Nationaltheater Mannheim)

Zur Inszenierung des Theater Bielefeld:

Premiere:
13. Februar 10

Regie: Michael Heicks
Ausstattung: Ilona Lenk
Dramaturgie: Claudia Lowin

Besetzung:
Violet Weston
: Therese Berger
Barbara: Carmen Priego
Bill, ihr Mann: Thomas Wolff
Jean: Julia Friede
Ivy Weston: Christina Huckle
Karen Weston: Nicole Lippold
Mattie Fae, Violets Schwester: Verena Reichhardt
Charlie, Mattie Faes Mann: Harald Gieche
Little Charles: Thomas Wehling
Johnna, Indianerin: Silvia Weiskopf
Sheriff Deon Gilbeau: Stefan Imholz
Steve Heidbrecht, Karens Verlobter: Guido Wachter


FAMILIE: Vater, Mutter, Tochter, Sohn, Bruder, Schwester, Tante, Onkel, Neffe, Nichte, Enkeltochter und Enkelsohn. Momente der Geborgenheit, glückliche Erinnerungen, liebende Sorge für die Nachkommen. Aber es gibt auch die Kehrseite der Medaille: widerstreitende Interessen, lähmende Verpflichtungen und gestaute Frustrationen. Jeder schlägt sich mit jedem herum, und wie es so schön heißt: »Pack schlägt sich, Pack verträgt sich«.
Der Titel des Stücks scheint viel zu harmlos für dieses hochkomplexe Familiensetting. Es geht um die hohe Schule der Psychologie, es geht um Amerika. Ein einsames Haus im mittleren Westen, der Inbegriff der Provinz. Doch Osage County, Oklahoma, der Schauplatz von Tracy Letts Eine Familie, liegt noch nicht einmal dort. Er liegt in einem heißen, platten Nichts: der Prärie. Und die Prärie, erklärt uns eine der Figuren gleich zu Beginn des Stücks, sei keine Landschaft, sondern ein seelisches Leiden…

Das alte Familienoberhaupt Beverly Weston, Hochschullehrer und Dichter, hat seine krebskranke Frau Violet allein gelassen. Eine Familie ohne Führung. Schnell versammeln sich die drei erwachsenen Töchter mit ihren Männern und Kindern im Haus der Eltern. Noch bevor der Selbstmord des Vaters gemeldet wird, brechen alte Konflikte auf, treten Familiengeheimnisse ans Tageslicht, klären sich inzestuöse Liebschaften auf, werden Minderjährige verführt… Alkohol und Drogen vernebeln den Horizont. Mit dem Vater wird ein Teil einer amerikanischen Gründergeneration zu Grabe getragen.

Osage County wurde 1907 gegründet und Beverly Weston war einer der ersten, der in dieser Abgeschiedenheit seine Familie begründet. Doch bereits drei Generationen später steht alles zur Disposition. Ist das die Chance oder der endgültige Untergang? Noch weiß man es nicht. Zurück bleiben Menschen, die jetzt erst recht auf sich allein gestellt sind.

Längst ist Tracy Letts zum neuen großen amerikanischen Dichter ausgerufen worden. Dass er in den USA als Quentin Tarantino der Theaterwelt gilt, ist seinem Hang zu skandalträchtigen Stoffen zu verdanken. Eine Familie ist ein bestechend perfekt gebautes Stück, mit tragikomischen Dialogen und größten spielerischen Herausforderungen für ein Ensemble. Es gewann – nach seiner Uraufführung am Broadway – den Pulitzer-Preis des Jahres 2008.


Michael Heicks (Inszenierung) ist seit Januar 2005 Intendant des Theater Bielefeld. Der Regisseur war zuvor von 2000 bis 2004 Schauspieldirektor des Bielefelder Theaters. Dort inszenierte er u.a. Shakespeares Was ihr wollt, Ein Sommernachtstraum und Wie es euch gefällt, Rainald Goetz’ Jeff Koons, die Uraufführung von Ror Wolfs Nachrichten aus der bewohnten Welt, Effi Briest von Theodor Fontane, Neil LaButes das maß der dinge sowie Moritz Rinkes Republik Vineta und Café Umberto. Michael Heicks führte außerdem Regie bei der deutschen Erstaufführung von Zdenek Fibichs Oper Der Sturm, der Uraufführung von Heul doch!, Tschechows Der Kirschgarten, der Uraufführung von Tom Peuckerts Elende Väter, Robert Thomas Kriminalkomödie Acht Frauen sowie Mike Svobodas Erwin, das Naturtalent. In der letzten Spielzeit inszenierte er Ralf Westhoffs Shoppen und Kay Pollacks Wie im Himmel.
Bevor Michael Heicks nach Bielefeld kam, arbeitete er als freier Regisseur mit Inszenierungen am Staatstheater Braunschweig, Staatstheater Oldenburg, Grips Theater Berlin, Deutschen Theater Göttingen, Theater Salzburg, Theater Basel und am Thalia Theater Hamburg. Er studierte von 1979 bis 1984 Schauspiel und Regie an der Akademie der darstellenden Kunst, Otto-Falckenberg-Schule, München. Nach seinem Studium folgten Regiearbeiten in München und Salzburg sowie einige Arbeiten an der Hochschule für Film und Fernsehen München.

Ilona Lenk (Ausstattung) wurde 1964 in Stuttgart geboren, studierte zunächst Politikund Literaturwissenschaften in Freiburg, bevor sie an die Freiburger Schauspielschule wechselte, an der sie bereits an Bühnenbildern des KIEW sowie an regionalen Ausstellungen mitarbeitete. 1992 bis 1994 war sie als Assistentin für Bühnenbild an den Städtischen Bühnen Freiburg tätig. Während dieser Zeit entwarf sie Ausstattungen für diverse Theater sowie verschiedene Raum- und Außeninstallationen. Seit 1994 ist sie freischaffende Bühnenbildnerin und Malerin, mit wechselndem Wohnsitz in Rom und Berlin. Sie entwarf Bühne und Kostüme u.a. für die Staatsoper Stuttgart, das Theater Lindenhof, das Nationaltheater Mannheim, das Thalia-Theater Halle, das Theater Konstanz und das Landestheater Tübingen. Am Theater Bielefeld war sie bereits für die Ausstattung bei Das Apartment und bei Gefährliche Liebschaften verantwortlich.  [© Theater Bielefeld]

www.theater-bielefeld.de 

Eines langen Tages Reise in die Nacht

Schauspiel von:
Eugene O’Neill

Zur Inszenierung des Theater Trier:

Premiere:
31. Januar 09

Inszenierung: Peter Ries
Ausstattung: Manfred Breitenfellner
Dramaturgie: Sylvia Martin

James Tyrone: Manfred-Paul Hänig
Mary Cavan Tyrone, seine Frau: Johanna Liebeneiner
James Tyrone Junior, ihr ältester Sohn: Paul Steinbach
Edmund Tyrone, ihr jüngster Sohn: Alexander Ourth
Cathleen, zweites Hausmädchen: Barbara Ullmann

Die Tyrones verbringen wie jedes Jahr den Sommer an der Küste Neuenglands. Seit längerer Zeit ist die Familie wieder einmal zusammengekommen. Vater James Tyrone, ein erfolgreicher Bühnendarsteller, und der älteste Sohn Jamie, ebenfalls Schauspieler, haben Theaterferien.
Der jüngere Sohn Edmund ist nach einer abenteuerlichen Seereise zur Familie zurückgekehrt und die einstmals drogenabhängige Mutter Mary hat eine Entziehungskur hinter sich. Die Idylle scheint perfekt, entpuppt sich aber als fragile Fassade. Nach und nach brechen alte Verletzungen auf. Anlass dafür ist Edmunds lebensbedrohliche Erkrankung an Tuberkulose. Jeder einzelne macht den anderen Vorwürfe im verzweifelten Versuch, die Schuld am eigenen Lebensdilemma auf die Angehörigen abzuwälzen. Der Familienkonflikt spitzt sich zu…

In dem 1940/41 entstandenen Schauspiel setzt sich Eugene O’Neill (1888-1953), einer der erfolgreichsten amerikanischen Dramatiker, mit seiner eigenen von Drogen und Alkohol zerstörten Familie auseinander. Die Aktualität des Stückes liegt auch in der analytischen Darstellung einer Gesellschaft, in der Erfolg und Prestige wichtiger sind als die Verwirklichung individueller Lebensträume. Die Rolle der Mary übernimmt Johanna Liebeneiner, die schon bei den ANTIKENFESTSPIELEN 2007 in der Tragödie ÖDIPUS als Iokaste das Publikum beeindruckte. [© Theater Trier]

www.theater-trier.de

Zur Inszenierung am Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
3. Oktober 08

Inszenierung: Dietrich Hilsdorf
Bühne: Haitker M. Böker
Kostüme: Renate Schmitzer
Musik: Ernst August Klötzke
Dramaturgie: Carola Hannusch

Besetzung:
Mary Tyrone:
Monika Kroll
Edmund Tyrone: Michael Birnbaum
James Tyrone: Wolfgang Jaroschka
Jamie Tyrone: Tobias Randel

„Eines langen Tages Reise in die Nacht“ beschreibt einen einzigen Tag im Haus der Familie Tyrone. Der zerbrechliche Hausfrieden wird nur mühsam aufrechterhalten: immer wieder brechen die Ereignisse der Vergangenheit, Gegenwart und auch der Zukunft die glatte Fassade auf und geben Einblick in die Abgründe der einzelnen Familienmitglieder, die untrennbar miteinander verbunden sind.
Die Mutter, Mary, die gerade vom Entzug ihrer Morphiumsucht wiedergekehrt ist, ist wieder rückfällig geworden. Ihr jüngster Sohn, Edmund, hat Tuberkulose und trinkt sich ins Vergessen, sein Bruder Jamie verdrängt sein persönliches Versagen ebenfalls mit Alkohol. Über allem steht der ehrgeizige Vater James Tyrone, ein ehemals berühmter Schauspieler, der sein Zenith längst überschritten hat...
Immer wieder umkreisen die vier Familienmitglieder einander und sich selbst, voll Bitterkeit und Schuldzuweisungen aber auch voll zärtlicher Liebe und unerfüllter Sehnsucht, nicht fähig, loszulassen.
Der Literaturnobelpreiträger Eugene O’Neill, 1888 in New York geboren, stammt aus einer amerikanischen Schauspielerfamilie irischer Herkunft. „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ weist unübersehbar autobiografische Züge auf: O’Neills Vater war Schauspieler, sein ältester Bruder war Alkoholiker, seine Mutter drogenabhängig. 1912 erkrankte O’Neill an Tuberkulose und begann im Sanatorium Stücke zu lesen und zu schreiben. „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ entstand 1941, wurde aber erst nach seinem Tod im Jahr 1953 veröffentlicht und uraufgeführt.
Es inszeniert der renommierte Opern- und Schauspielregisseur Dietrich Hilsdorf, der 2007 mit dem deutschen Theaterpreis DER FAUST ausgezeichnet wurde. Er arbeitete in jüngster Zeit u.a. in Frankfurt, Essen und Leipzig. In Wiesbaden hat er zuletzt die Oper ,Der Freischütz’ und im Schauspiel ,Maria Stuart’ auf die Bühne gebracht. [© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Der eingebildet Kranker (Le Malade imiginaire)
Komödie in drei Aufzügen


Von: Molière (Jean-Baptiste Poquelin, getauft am 15. Jan.1622 - gest. 17. Feb. 1673)
Uraufführung: 10. Februar 1673 (Paris, Palais Royal

Eins, zwei, drei
Ein Spiel in einem Akt

Uraufführung: 5. Oktober 1929 (Budapest, Vigszinház (Lustspieltheater))
Deutschsprachige Erstaufführung: 15. Oktober 1929 (Wien, Raimundtheater)

Bankpräsident Norrison sieht sich vor eine schwierige Aufgabe gestellt: Lydia, die ihm anvertraute Tochter eines amerikanischen Geschäftsfreundes, gesteht ihm um drei Uhr nachmittags, dass sie insgeheim den Taxichauffeur Fuss geheiratet hat und ein Kind von ihm erwartet, ihre nichtsahnenden Eltern aber in einer Stunde am Bahnhof eintreffen werden. Zur Rettung seines Ansehens und seiner lukrativen Geschäftsverbindung bleibt Norrison nichts. anderes übrig, als den Taxichauffeur innerhalb einer Stunde in einen annehmbaren, ja idealen Schwiegersohn zu verwandeln. Das Zauberkunststück gelingt. Aus Antal Fuss wird (durch eine Adoption) Anton Graf Dubois-Schottenburg, aus dem Taxichauffeur der Direktor einer Autofabrik, aus dem sozialdemokratischen Parteimitglied ein Mitglied des Golfklubs und als Zugabe auch noch ein Generalkonsul. Fuss lässt, wenn auch widerwillig, alles um seiner Liebe willen geschehen. Die finanziellen Mittel und die rasche Entschlusskraft Norrisons, eines typischen Finanzkapitäns, sichern das glatte Gelingen des Plans; punkt vier Uhr kann er beruhigt in Urlaub gehen.  

Glaubt man den Kritikern, ist EINS, ZWEI, DREI Molnárs gesellschaftskritischstes Stück. Der Amerikanismus seiner Zeit und seine bekannten Maximen „Geld regiert die Welt“, „Zeit ist Geld“, „Kleider machen Leute“ werden präzise und knapp ausgestellt. Nicht von ungefähr ließ sich Billy Wilder von Molnárs Komödie zu seinem gleichnamigen Filmerfolg anregen. Die spritzige, die Personen charakterisierende Sprache, die aufblitzenden Pointen, besonders der Kunstgriff, das Geschehen von einer Stunde in schnellstem Handlungstempo tatsächlich in einer Stunde auf der Bühne abrollen zu lassen, machen EINS, ZWEI, DREI zu einem dramaturgischen Bravourstück. [© Musik und Bühne GmbH, Wiesbaden]

Einsame Menschen
Drama

Von: Gerhart Hauptmann
Uraufführung: 11. Januar 1891 (Berlin, Freie Bühne)

In einem Landhaus am Müggelsee, um 1890. Der junge Gelehrte Johannes Vockerat und seine Frau Käthe haben ihr erstes Kind bekommen. Käthe ist von Schwangerschaft und Geburt noch angegriffen und kränklich, während Johannes, reizbar und ungeduldig, mit dem philosophischen Werk nicht recht vorankommt, an dem er schreibt. In dieser Situation steht plötzlich eine Fremde vor ihrer Tür: die russische Studentin Anna Mahr, die auf der Durchreise nach Zürich Johannes‘ Freund, den Maler Braun, besuchen will. Johannes ist sofort hingerissen von der intelligenten, selbstbewussten jungen Frau und lädt sie ein, für ein paar Wochen bei ihm und seiner Familie zu leben. Er findet in Anna erstmals einen Menschen, der ihm intellektuell ebenbürtig ist, und zwischen beiden entsteht eine tiefe Verbundenheit, die alle anderen Familienmitglieder mit Sorge beobachten. Käthe leidet still und fühlt sich der klugen Anna hoffnungslos unterlegen, während die frommen Eltern Vockerat zunehmend moralische Bedenken äußern. Johannes und Anna gestehen einander ihre Liebe und erkennen, dass sie ihren Traum von einer freien, partnerschaftlichen Beziehung nicht leben können. Johannes muss Anna abreisen lassen, obwohl es ihm das Herz zerreißt. Als sie fort ist, rudert er allein hinaus auf den Müggelsee um zu sterben.

Der Konflikt, den Hauptmann hier schildert, spielte sich im Leben seines Bruders Carl ab, dessen Freundschaft zu einer jungen Polin die ganze Familie in Aufruhr brachte. In die Figur der Käthe Vockerat ist dagegen viel von Hauptmanns eigener Ehefrau, Marie Thienemann, eingegangen, obwohl seine Ehe zu dieser Zeit noch in keiner Weise gefährdet war.

Gerhart Hauptmann
1862 in Schlesien geboren zählt Gerhart Hauptmann zu den bedeutendsten Vertretern des Naturalismus. Sein umfangreiches Schaffen ausschließlich darauf zu beziehen, wäre indessen den Intentionen des Autors ebenso wenig gerecht wie der stilistischen Vielfalt seiner Dramen. Die Verbundenheit mit seiner schlesischen Heimat und die in seiner Jugend erfahrene wirtschaftliche Not bestimmen immer wieder seine Themen, Motive und Charaktere.
Nachdem er mit 16 Jahren die Realschule verlassen hat, beschäftigt er sich mit vielen unterschiedlichen Studien, ohne sich für die eine oder andere Richtung entscheiden zu können. Die Heirat mit einer Großkaufmannstochter enthebt ihn materieller Sorgen und sichert die Existenz eines freien Schriftstellers. 1889 führt die Uraufführung des sozialen Dramas Vor Sonnenaufgang am Berliner Lessing-Theater zu einem handfesten Theaterskandal.
Seine Schaffenskraft leidet darunter nicht. Im Gegenteil: 1893 werden die Dramen Die Weber, Der Biberpelz und Hanneles Himmelfahrt innerhalb von zehn Monaten an drei Berliner Bühnen uraufgeführt. Bald zählt der "Revolutionär" zu den Etablierten, wird als Volksdichter gefeiert und erhält 1912 den Literatur-Nobelpreis, während ihm im Kaiserreich von "Allerhöchster Stelle" der Schiller-Preis verweigert wurde.

Die Weimarer Republik hingegen feiert in Hauptmann den repräsentativen, weltoffenen Patrioten. Die Nationalsozialisten missbrauchen Namen und Werk zu Propagandazwecken. Hauptmann bleibt in Deutschland, wendet sich aber in der Auseinandersetzung mit der griechischen Mythologie neuen Stoffen zu. In hohem Alter stirbt er am 6. Juni 1946 in Agnetendorf im Riesengebirge, kurz nachdem er von den russischen Besatzungsbehörden aufgefordert worden war, sein Haus und seine Heimat zu verlassen.

Gerhart Hauptmanns Werk ist noch nach mehr als hundert Jahren auf den Theatern lebendig geblieben, und seine Figuren sind so lebendig wie ehedem. Es sind Überlebenskämpfer in einer sich überschlagenden Zeit, Menschen, die ihre Ängste und Hoffnungen, ihre Überforderung, ihre unerfüllten Träume mit sich herumschleppen, die laut die Schuld am eigenen Missglücken dem Andern aufbürden, die lieber austeilen als einstecken - Menschen der modernen Zeit eben! [© Felix Bloch Erben, Berlin]

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
13. Februar 10

Regie: Hanna Rudolph
Bühne: Steffen Schmerse
Kostüme: Geraldine Arnold
Musik: Jacob Suske, Kriton Klingler

Besetzung:
Isaak Dentler
Sandra Gerling
Josefin Platt
Felix von Manteuffel
Sébastien Jacobi
Claude De Demo

Einsame Menchen
Schauspiel Frankfurt (Regie Hanna Rudolph)
Isaak Dentler, Sandra Gerling, Sébastien Jacobi, Claude De Demo
Foto:
Alexander Paul Englert

www.schauspielfrankfurt.de 

Die 1002. Nacht
-
Schwarze Jungfrauen. (Feridun Zaimoglu / Günter Senkel)
- Gyges und sein Ring (Friedrich Hebbel)

Eine Inszenierung des Theater Willy Praml:

Premiere: 28. August 09

Regie: Willy Praml
Bühne/Kostüme: Mi chael Weber
Mit: Hatice Bayval, Reinhold Behling, Maryam Hayatshahi, Birgit Heuser, Dilem Kangalli, Luise Kinder, Burcu Kücük, Nicole Mierzwa, Vanessa Scholz, Stefanie Tauber, Lili Ullrich, Claudio Vilardo, Michael Weber, Gina Spogmeiwassey und Eva Weingärtner
Taiko/Percussion: Johannes Ruppel

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Die 1002. Nacht
Theater Willy Praml, Frankfurt/M
Birgit Heuser und Chor
Foto: Seweryn

Das Theater Willy Praml hat sich mit seiner neuen Produktion DIE 1002. NACHT. eines hochaktuellenThemas angenommen.
Friedrich Hebbels selten gespielteTragödie Gyges und sein Ring aus dem 19. Jahrhundert stellt das TWP in den Zusammenhang mit dem zeitgenössischen Theaterstück Schwarze Jungfrauen von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel , in dem Interviews mit jungen in Deutschland lebenden Musliminnen zu Monologen verdichtet für die Bühne bearbeitet sind.
In beiden Stücken geht es um die Spannung zwischen einer Erziehung / einem Leben innerhalb traditioneller Muster und dem Aufbegehren dagegen – oder umgekehrt um das Festhalten an der Tradition und ein Sich-zur-Wehr-setzen gegen das Neue. Und beiden Stücken wohnt eine Radikalität inne, die den zeitgenössischen Zuschauer erschaudern lässt: Die Konfrontation mit dem Ungewohnten erzeugt Abwehr.
Aufgabe des Theaters als Ort der Aufklärung ist die Provokation.

Die 1002. Nacht – eine Nacht der Wende.
Scheherezade erzählt ihrem Gatten 1001 Nacht lang Geschichten, um nicht sterben zu müssen wie ihre Vorgängerinnen. Nach der 1001. Geschichte wird ihr das Leben geschenkt.
Was aber bringt die 1002. Nacht?
Die 1002. Nacht ist die Nacht der Königin Rhodope und der Schwarzen Jungfrauen. Sie ist die Nacht ihrer Freiheit, die Nacht die Geschichten bringt, für die sie niemand begnadigen würde, kein König und wahrscheinlich auch kein Bundespräsident. [© Theater Willy Praml]

DIE1002.NACHT wird gefördert durch die Konzeptionsförderung des Fonds Darstellender Künste e.V. – aus Mitteln des Bundes. Mit freundlicher Unterstützung: Stadt Frankfurt/M Kulturamt – Amt für multikulturelle Angelegenheiten – Liegenschaftsamt; Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

www.theater-willypraml.de

Elektra
Tragödie

Von: Euripides

Emilia Galotti
Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen

Von: Gotthold Ephraim Lessing
Uraufführung: 13. März 1772 (Braunschweig, Herzogliches Opernhaus)

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
10. April 10
Inszenierung und Bühne: Ricarda Beilharz
Kostüme: Jelena Miletic
Dramaturgie: Dagmar Borrmann

Besetzung:

Emilia:
Franziska Werner
Prinz von Guastalla: Jürg Wisbach
Gräfin Orsina: Doreen Nixdorf
Marinelli: Michael von Burg
Odoardo: Uwe Kraus
Claudia: Monika Kroll
Graf Appiani: Florian Thunemann

Der Prinz von Guastalla ist in Gefühls-Aufruhr. Er hat sich in ein bürgerliches Mädchen verliebt: Emilia Galotti. Seine bisherige Geliebte, die Gräfin Orsina, kämpft nun vergeblich um seine Gunst. Marinelli, der Kammerherr des Prinzen, eröffnet ihm, dass Emilia noch am selben Tage heiraten und mit ihrem Mann, dem Prinzen Appiani, aufs Land ziehen wird. Der Prinz überrascht Emilia in der Kirche und offenbart ihr seine Liebe. Emilia ist bestürzt. Ihr Lebensweg mit Appiani schien klar vor ihr zu liegen – nun fällt auch sie in eine Verwirrung der Gefühle.
Marinelli lässt in vorauseilendem Gehorsam den Grafen Appiani ermorden, damit der Weg für seinen Herrn zu Emilia frei ist. Emilia gerät in einen unauflösbaren Konflikt zwischen erotischer Verführbarkeit, Schuldgefühlen und dem Wissen, dass sie genauso enden wird wie die Gräfin Orsina: als abgelegte Geliebte. Sie trifft eine überraschende Entscheidung.

Die Regisseurin und Bühnenbildnerin Ricarda Beilharz („Der Gott des Gemetzels“, „Die Räuber“) hat schon in Basel, Göttingen, Luzern, Karlsruhe, Salzburg, den Wiener Festwochen inszeniert und war mit ihren Ausstattungen schon zwei Mal beim Berliner Theatertreffen eingeladen. Sie liest Lessings Drama als ein Vexierspiel der Gefühle, in dem die Fronten zwischen Täter und die Opfer nicht mehr klar sind. Nach Tilman Gerschs „Nathan“-Inszenierung führt das Schauspiel des Hessischen Staatstheaters seine Auseinandersetzung mit dem Werk Lessings weiter. [© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:

Premiere:
28. September 07

Regie: Niklaus Helbling
Bühne: DirkThiele
Kostüme: Regine Standfuss
Musik: Martin Gantenbein
Licht: Frank Kraus
Choreographie: Salome Schneebeli
Video: Philipp Batereau
Dramaturgie: Marcel Luxinger
Regieassistenz: Dagmara Lutoslawska
Bühnenbildassistenz: Anna Dischkow
Kostümassistenz: Katja Strohschneider
Soufflage: Christine Schneider,Bngitta Schirdewahn
Inspizienz: Lisa Ahle
Technische Produktionsleitung: Josef Dreker, Laura van Haperen
Technische Einrichtung: Andreas Kremer
Ton: Joachim Steffenhagen, Gloria Müller
Maske: Verena Martin, Bernhard Springer
Requisite: Anette Mahnke, Helena Fries
Regiehospitanz: Anita Pöltl, Tobias Steiner
Bühnenbildhospitanz: Leonie Otto
Kostümbildhospitanz: Mareike Wehrmann
Dramaturgiehospitanz: Florian Heller


Besetzung:

Emilia Galotti:
Anne Müller
Odoardo Galotti: Joachim Nimtz
Claudia Galotti:
Viola von der Burg
Hettore Gonzaga, Prinz von Guastalla: Aljoscha Stadelmann
Marinelli, Kammerherr des Prinzen
Wilhelm Eilers
Battista, Kammerdiener des Prinzen: Mathias Max Herrmann
Conti, Maler: Özgür Karadeniz
Graf Appiani: Ben Daniel Jöhnk
Gräfin Orsina: Sascha Icks
Angelo: Özgür Karadeniz
Pirro, Bedienter der Galottis: Mathias Max Herrmann

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Emilia Galotti
schauspielfrankfurt
Gräfin Orsina (Sascha Icks) und Odoardo Galotti (Martin Nimtz)
Foto:
Alexander Paul Englert

Der Prinz von Guastalla ist außer sich, er hat sich auf den ersten Blick in Emilia Galotti verliebt und überlegt mit seinem Sekretär Marinelli, wie ihre Vermählung mit dem Grafen Appiani zu verhindern sei. Marinelli inszeniert einen Raubüberfall auf das junge Paar, bei dem Appiani ermordet wird, und lässt Emilia (Anne Müller) auf dem Landsitz des Prinzen in »Sicherheit« bringen. Odoardo Galotti, Emilias Vater und politischer Gegner des Prinzen, sieht seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Als er auf dem Landsitz erscheint, wird er nicht zu seiner Tochter vorgelassen. Doch erst die Begegnung mit Gräfin Orsina (Sascha Icks), der abgelegten, rachedurstigen Mätresse des Prinzen, öffnet ihm die Augen. Orsina steckt Odoardo ein Messer zu, damit er, wenn es zum Äußersten komme, den Prinzen umbringe. Und es kommt dazu – nur anders: der Vater tötet seine eigene Tochter. Lessings Trauerspiel ist ein politisches Stück über den fatalen Zusammenstoß der bürgerlichen Gefühlskultur mit der Kälte der absoluten feudalen Macht. Der Machthaber, der sich das individuelle Glück der Bürger wünscht, setzt seinen Apparat in Gang, der nur Zerstörung kennt, und Emilia, die Braut, scheint nur im Tod sich selber treu bleiben zu können. [© schauspielfrankfurt

www.schauspielfrankfurt.de

Das Ende vom Anfang (The End of the Beginning)

Von:
Sean O´Casey
Deutsch: Johanna und Martin Walser
Uraufführung: 8. Februar 1937 (Dublin, Abbey Theatre)
Deutsche Erstaufführung der Neuübersetzung: 22. Mai 1999 (Hannover, Niedersächsisches Staatstheater) 

Zur Inszenierung der Komödie am Kurfürstendamm, Berlin:

Premiere:
25. September 2011
(bis 20. November 2011)

Regie: Carl-Hermann Risse
Ausstattung: Anna Cumin

Besetzung:
 
Darry: Achim Wolff
Barry: Florian Martens
Lizzie: Walfriede Schmitt

Das Ende vom Anfang
Komödie am Kurfürstendamm, Berlin
Duo infernale. Achim Wolff (links) und Florian Martens
Foto: Xavier Bonnin

Rollentausch mit fatalen Folgen
Darry (Achim Wolff) und Lizzie (Walfriede Schmitt) streiten sich wie so oft darüber, wer von ihnen schwerer arbeitet. Die beiden einigen sich auf einen Rollentausch: Während Lizzie die Wiese mäht, soll Darry „das bisschen Haushalt“ erledigen. Kaum hat Lizzie das Haus verlassen, geschieht Darry das erste Malheur: Er macht die Uhr kaputt, die auf der Anrichte steht. Dann taucht sein Freund Barry (Florian Martens) auf, „der so kurzsichtig ist, dass er den Himmel nicht sieht, wenn nicht gerade der Mond scheint!“. Er ist eigentlich gekommen, um den Gesangsbeitrag für das nächste Schützenfest einzuüben, aber nun überredet Darry ihn dazu, mit ihm gemeinsam Gymnastik zu machen. Auch das geht nicht ganz glatt. Danach wird Mandoline geübt. Bis Darry auffällt, dass er sich ja eigentlich „betätigen“ muss. So macht sich das Duo infernale endlich an die Hausarbeit und stolpert in bester Dick-und-Doof-Manier von einer Katastrophe in die nächste. Als der Strom ausfällt, wird die Hausarbeit zum Überlebenstraining.

Der Autor und sein Werk
„Darum lacht, soweit das in der Hast und Komplexität des Lebens möglich ist; lacht, wenn die Sonne scheint, wenn es regnet, oder sogar, wenn die Kälte unsere Haut berührt und das Herz erstarren lässt.“ (Sean O´Casey) Sean O´Casey wurde 1880 als Sohn eines protestantischen Arbeiters im vorwiegend katholischen Dublin geboren. Als er sechs Jahre alt war, starb sein Vater, was die finanzielle Lage der Familie verschärfte. O´Casey besuchte nur drei Jahre die Schule und brachte sich selbst das Lesen bei. Sein ganzes Leben lang zählte Shakespeare zu seinen Lieblingsautoren. O´Casey wurde Arbeiter, um so zum Familieneinkommen beitragen zu können, und schloss sich der kommunistischen Partei an. 1919 veröffentlichte er sein Debüt. Seine ersten Erfolge konnte er in Dublin am Abbey Theatre feiern, das der Nobelpreisträger William Butler Yeats leitete. Als dieser 1928 O´Caseys Antikriegsstück „The Silver Tassie“ ablehnte, verließ der Autor Irland und ging nach England. Hier entstand 1931 „The End of the Beginning“ (Das Ende vom Anfang). Publiziert wurde die Farce erstmalig in dem Buch „Windfalls“ im Jahr 1934. Der junge Samuel Beckett rezensierte den Band und lobte das Stück sehr. Die Uraufführung fand 1937 in Dublin statt. Auch in England war O´Casey weiterhin als Dramatiker erfolgreich und veröffentlichte eine sechsbändige Autobiographie. Er starb 1964 in Torquay.

Das Duo infernale

Darry: Achim Wolff
… hat eine Ader für die leichte Muse. Die brachte ihn 1983 nach Theaterstationen in Quedlinburg, Greifswald und Brandenburg zurück nach Berlin: ans „Ei“, damals eine sehr beliebte Boulevardbühne im Friedrichstadtpalast. Nach dem Mauerfall spielte er an zahlreichen Bühnen wie dem theater 89, dem Renaissance Theater, an Theater am Kurfürstendamm und Komödie, der Komödie Winterhuder Fährhaus, der Komödie Dresden, dem Hans Otto Theater Potsdam und der Komödie am Max II in München. Im Friedrichstadtpalast war er der Baron Münchhausen. Er drehte mit Darstellern wie Günter Pfitzmann, Harald Juhnke und Uwe Bohm. Serienfans kennen ihn als Rudi Reschke aus „Salto Postale“ und „Salto Kommunale“ mit Wolfgang Stumph. Auch in Serien wie „Für alle Fälle Stefanie“, „Der letzte Zeuge“ sowie „In aller Freundschaft“ war er dabei. In Kurt Krömers Show „Bei Krömers“ war er der Opa Gerd. In der „Beutolomäus“-Serie des KIKA spielte er den Weihnachtsmann.
Über 1000 Mal stand er als Philipp Klapproth in „Pension Schöller“ auf der Bühne - eine Rolle, bei der das Publikum immer noch am Boden „liegt vor Lachen“. In der Komödie am Kurfürstendamm war Wolff zuletzt gemeinsam mit seiner Ehefrau Rita Feldmeier in „Fisch zu viert“ zu sehen.

Barry: Florian Martens
„Vielleicht gehe ich irgendwann noch mal ans Theater zurück“, äußerte Florian Martens sich im vergangenen Jahr in einem Interview mit der dpa, anlässlich seiner Nominierung für den Bayerischen Fernsehpreis für seine Darstellung des Kommissars Otto Garber in der ZDF-Reihe „Ein starkes Team“. Den Preis hat er bekommen und ans Theater kehrt er auch zurück. Bevor Martens 1994 die Rolle des „lässigsten Cop des deutschen Fernsehkrimis“ (Spiegel Online) übernahm, gehörte er zum Ensemble der Volksbühne am Rosa -Luxemburg-Platz, wo er u. a. auch mit Frank Castorf arbeitete.
Bereits 1998 erhielt er gemeinsam mit seinem Kollegen Josef Bierbichler und dem Regisseur Christian Görlitz den Grimme-Preis in Gold für den Film „Freier Fall“. Zwei Jahre zuvor hatte er für Dieter Wedels „Der Schattenmann“ vor der Kamera gestanden. Der engagierte ihn auch für „Der König von St. Pauli“ und „Die Affäre Semmeling“. Zum Theater zurück kommt Florian Martens auch wegen des Regisseurs Carl-Hermann Risse, den er noch von seiner Ausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin kennt, an der Risse sein Lehrer war.

Lizzie: Walfriede Schmitt
„Ich gehe ein sehr persönliches Verhältnis mit meinen Rollen ein und führe sie von innen“, verriet die Schauspielerin vor einiger Zeit in einem ddp-Interview. Schmitt wuchs in einer Theaterfamilie auf, spielte in Parchim, Halle, Meiningen und am Deutschen Theater Berlin. Über 20 Jahre gehörte sie zum Ensemble der Volksbühne am Rosa-Luxemburg -Platz. In den 70er Jahren arbeitete sie dort unter Benno Besson und spielte u. a. in Inszenierungen von Karge/Langhoff, Heiner Müller und Fritz Marquardt. Parallel zu ihrem Theaterengagement stand sie auch immer wieder vor der Kamera und drehte Filme wie „Bahnwärter Thiel“ und „Coming Out“. Für ihre Darstellung einer Richterin in „Die Beunruhigung“ erhielt sie den Kunstpreis der DDR für die beste Nebenrolle. In Bodo Fürneisens Psychodrama „Scheusal“ spielte sie eine von vier miteinander verfeindeten Schwestern und wurde dafür gemeinsam mit ihren Kolleginnen mit dem Goldenen Gong ausgezeichnet. Zehn Jahre lang – von 1994 bis 2004 – verkörperte sie die Oberschwester Klara in der TV-Serie „Für alle Fälle Stefanie“ und erreichte damit Kultstatus. Fernsehzuschauer kennen sie auch aus erfolgreichen Krimiserien wie „Polizeiruf 110“, „Tatort“ und „Der letzte Zeuge“.
Für ihr politisches Engagement wurde Walfriede Schmitt 2003 mit dem Berliner Frauenpreis für ihren Einsatz gegen Krieg und Gewalt geehrt. 2009 veröffentlichte sie unter dem Titel „Gott ist zu langsam“ ihren ersten Roman. Zuschauer der Komödie am Kurfürstendamm konnten Schmitt zuletzt an der Seite von Achim Wolff in „Fisch zu viert“ erleben.

Der Regisseur: Carl-Hermann Risse
Nach seiner Ausbildung am Schauspielstudio Dresden folgten erste Engagements als Schauspieler am Theater der Altmark Stendal und am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin, später 18 Jahre an der Berliner Volksbühne. Dort führte er 1981 zum ersten Mal Regie. Neben seiner Bühnentätigkeit spielte er auch in zahlreichen Fernsehfilmen und -serien mit.
Ab 1984 war Carl-Hermann Risse für fünf Jahre Oberspielleiter am Theater der Freundschaft in Berlin (heute Theater an der Parkaue). Seit 1990 ist er als freischaffender Regisseur und Schauspieler u. a. am Deutschen Theater Berlin, dem Maxim Gorki Theater Berlin sowie an den Theatern in Bremen, Graz, Esslingen, Dessau, Heilbronn, Potsdam und Växjö (Schweden) tätig. Zu seinen Regiearbeiten zählen u. a. „Die Minderleister“, „Ghetto“, "Lebenszeichen" (Frauenmonologe), „Faust 1“, „Viel Lärm um nichts“, „Was ihr wollt“ sowie Peter Shaffers „Amadeus“.
Von 1995 bis 2007 war Risse Professor für Schauspielregie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Für die Komödie am Kurfürstendamm inszenierte er bereits Wolfgang Kohlhaases „Fisch zu viert“. [© Theater am Kurfürstendam]

www.komoedie-berlin.de

Endspiel (Fin de partie)
Schauspiel in einem Akt

Von: Samuel Beckett
Uraufführung: 3. April 1957 (London, Royal Court Theatre)
Deutsche Erstaufführung: 30. September 1957 (Berlin, Schloßpark-Theater)

Zur Inszenierung Landungsbrücken Frankfurt:

Premiere:
10. Dezember 11

Regie: Adrian Scherschel

Mit: Ulrich Rügner und Nenad Smigoc

Becketts `Endspiel` spiegelt und spielt eine Situation, die im Allgemeinen für den Menschen die Endzeit darstellt, bzw. für alle Kulturkreise, in denen der Mensch als `die Schöpfung an sich` angesehen wird, das Ende der uns bekannten Welt bezeichnet. Der Mensch teilt das Schicksal aller Lebewesen auf unserer Erde und ist ausgestorben - wie eben 90% aller ihm bekannten Arten auch. Aber nur fast.
Zwei sind übrig geblieben: Clov und Hamm. Aufeinander angewiesen, voneinander abhängig, bewohnen sie den letzten mit menschlichen Mitteln begreifbaren Raum, vollständig von der Außenwelt abgeschottet, die nur durch zwei schmale Luken einsehbar ist.
Hamm, im Rollstuhl, scheinbar behindert und blind, im Besitz des Speiseschrankschlüssels, braucht Clov als existentielle Hilfe für das tägliche Leben, der, scheinbar unfähig sich zu setzen, angewiesen auf Hamms Speiseschrankschlüssel ist und somit auf die Macht über das Leben. Beide sind unfähig, sich abzugrenzen, bzw. zu trennen, denn eine Trennung würde den Tod beider bedeuten. Die Situation ist scheinbar eindeutig: Hier der König, dort der Diener, instinktive menschliche Machtverhältnisse - und Konstruktionen in der allgemeingültigsten Form. Aber nur scheinbar: Becketts Vision in `Endspiel` ist, dass die existentielle Notwendigkeit der menschlichen Anbindung - ob unter Vorgaben des Zwanges oder nicht - aufgrund des Wesens ( des Menschen ) nicht möglich ist. Es sei denn man verlässt seine Subjektivität und die subjektive Wahrnehmung von Wahrheit und steht aus dem Rollstuhl auf, wie Hamm möglich, oder setzt sich, wie Clov möglich, um endlich und vielleicht zum ersten und letzten Mal für den Anderen zu sein. In überspitzter Form werden hier zwei Hilfsbedürftige beschrieben, die für die soziale Abhängigkeit des Menschen als definiert soziales Wesen stehen.
Im Zentrum steht die Behauptung, dass der Mensch, sobald er auf sein Wesen trifft, versuchen wird, es zu töten. Es sei denn, er verlässt seine konkurrierende Subjektivität. Die Figuren `Nagg` und `Nell` werden aus der Inszenierung gestrichen, da diese auf eine Verhaltenskausalität deuten, die in Bezug auf Schuld und somit Unschuld keinen Raum für Eigenverantwortung lässt. Diese Eigenverantwortung aber steht inszenatorisch dem behaupteten wesensimmanenten Vernichtungstrieb - spiel als Kontrapunkt gegenüber, denn der Wille dazu ( zur Eigenverantwortung ) ist jedem gegeben, bzw. `Liebe, Arbeit und Wissen sind die Quellen unseres Lebens - sie sollten es auch beherrschen` ( W. Reich ).

[© Landungsbrücken]

www.landungsbruecken.org

Zur Inszenierung des Schauspiel Zürich:

Premiere:
30. September 11

Regie: Stefan Pucher
Bühne: Barbara Ehnes
Kostüme: Marysol del Castillo
Musik: Christopher Uhe
Video: Stefan Komitsch
Dramaturgie: Benjamin von Blomberg

Besetzung:

Hamm:
Robert Hunger-Bühler
Clov: Jean-Pierre Cornu
Nell: Iris Erdmann
Nagg: Siggi Schwientek

Zwei Männer, der gelähmte und blinde Hamm und sein gehbehinderter Diener Clov, sowie Hamms Eltern Nell und Nagg, die ohne Beine in Mülltonnen vegetieren, bilden ein apokalyptisches Gespann in Samuel Becketts ENDSPIEL.
Inszeniert von Stefan Pucher, wird das Stück ab dem 30. September im Pfauen zu sehen sein. Mit ihm knüpft zugleich ein Regisseur der jüngeren Generation an die grosse Beckett-Tradition am Schauspielhaus an. Puchers letzte Regiearbeit am Schauspielhaus – Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“ – wurde im Mai 2011 als eine der zehn bemerkenswertesten Inszenierungen des Jahres zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

„Innenraum ohne Möbel. Trübes Licht. An der rechten und linken Wand im Hintergrund je ein hoch angebrachtes Fensterchen mit geschlossenen Vorhängen. Vorne rechts eine Tür. Vorne links stehen zwei mit einem alten Betttuch verhüllte Mülleimer nebeneinander. In der Mitte sitzt Hamm in einem mit Röllchen versehenen Sessel. Clov steht regungslos in der Nähe der Tür und betrachtet den Sessel.“ Mit diesen Regieanweisungen beginnt Samuel Becketts ENDSPIEL – sie enthalten beinahe alles, was in diesem Stück zu sehen sein wird. Ein apokalyptisches Szenario, das umso beklemmender wirkt, als sich die vier Figuren herrlich mit ihrer Situation als letzte Überlebende in einem ansonsten toten Universum arrangiert zu haben scheinen. Ihre Lage mag aussichtslos und verzweifelt sein, aber die Gewöhnung hat zu neuen Möglichkeiten geführt: zu immer neuen Spielarten der Gehässigkeit und der Zuneigungsbekundung, zu Möglichkeiten der Wiederholung und der Variation, zu den Möglichkeiten eines Endspiels. Als ENDSPIEL in französischer Originalsprache 1957 in London uraufgeführt wurde, war Samuel Beckett bereits als Autor von „Warten auf Godot“ bekannt und umstritten – auch in Zürich, wo ihn Uraufführungsregisseur Roger Blin und Werner Düggelin durchsetzten. Becketts Stücke – neben den genannten vor allem „Das letzte Band“ und „Glückliche Tage“ – haben durch ihren radikalen Verzicht auf dramaturgisch begründete Handlung und dramatische Zeitstrukturen das Theater revolutioniert und eine neue Theaterform etabliert.

Stefan Pucher, 1965 in Giessen geboren, studierte Theaterwissenschaft und Amerikanistik in Frankfurt. Er erarbeitete verschiedene Performance-Projekte, so am TAT in Frankfurt am Main und mit der britischen Gruppe „Gob Squad“. Pucher inszenierte u.a. am Theater Basel, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, an der Volksbühne Berlin, den Münchner Kammerspielen und am Schauspielhaus Zürich, wo er von 2000 bis 2004 Hausregisseur war. Seine in dieser Ära entstandenen Inszenierungen von Tschechows „Drei Schwestern“, Shakespeares „Richard III.“ und Max Frischs „Homo Faber“ wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen, ebenso seine Inszenierung von William Shakespeares „Der Sturm“ an den Münchner Kammerspielen (2008). Am Schauspielhaus Zürich brachte Pucher ausserdem das Projekt „The Iron Curtain Star“ mit Alexander Scheer auf die Bühne und inszenierte Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“, „Die Perser“ von Aischylos sowie 2010 „Tod eines Handlungsreisenden“ von Arthur Miller, das 2011 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde. [© Schauspielhaus Zürich]

www.schauspielhaus.ch

Zum Gastspiel des Deutschen Theater Berlin am Schauspiel Frankfurt:

Vorstellungen:
19. und 20. Februar 11

Regie: Jan Bosse
Bühne: Stéphane Laimé
Kostüme: Kathrin Plath
Musik: Arno P. Jiri Kraehahn

Mit Wolfram Koch, Ulrich Matthes

Becketts Stück über die Manipulierbarkeit des geschichtlichen Diskurses, ein ironischer Widerstand gegen die als hoffnungslos erscheinenden Verhältnisse.

www.schauspielfrankfurt.de

Endstation Sehnsucht (A Streetcar Named Desire)
Drama

Von: Tennesse Williams (26.03.1914 - 25.02.1983)
Uraufführung: 3. Dezember 1947 (New York, Barrymore Theatre)
Deutschsprachige Erstaufführung: 10. November 1949 (Zürich, Schauspielhaus)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
9. Juni 11

Inszenierung: Christoph Mehler
Bühne: Nehle Balkhausen
Kostüme: Anne Hölzinger
Bühnenmusik: Oliver Urbanski
Dramaturgie: David Schliesing


Besetzung:
Stanley Kowalski:
Lukas Piloty
Stella Kowalski: Lisa Mies
Blanche DuBois: Verena Bukal
Harold Mitchell (Mitch): Lorenz Klee
Eunice Hubbel, Mexikanerin: Nicole Kersten
Steve Hubbel: Gregor Tiakis
Junger Mann, Arzt, Pablo: Felix Schiller
Krankenschwester, Farbige: Lisa-Marie Gerl

www.staatstheater-mainz.de

Zur Inszenierung des English Theatre Frankfurt:

StreetcarNamedDesire_ETFFM

Premiere: 5. September 09

DIRECTOR: Jonathan Fox
SET DESIGNER: Neil Prince
LIGHTING DESIGNER: Brenda M. Veltre
SOUND DESIGNER: David Gumpper
COSTUME DESIGNER: Constanze Walldorf
ASSISTANT COSTUME DESIGNER: Iris Hoffmann
FIGHT DIRECTOR: Annette Bauer
INTERN: Benjamin Kaiser, Dayna Murray
CASTING NEW YORK: Stephanie Klapper

Stanley Kowalski: Michael Aronov
Stella Kowalski: Sarah Dandridge
Eunice Hubbel: Donna Davis
Negro Woman, Nurse, Mexican Woman: Bernadette Ströder
Blanche DuBois: Tamara Scott
Steve Hubbel: Mark Mineart
Harold Mitchell (Mitch): Chris Hietikko
Pablo: Umberto de Bernardo, Marten Weise
Young Man: Ludvig Sinander, Philipp Wise, Lucas Janson
Doctor: Philip Lewis
Sax Player: Guy Gretschel

www.english-theatre.org

Zur Inszenierung des Staatstheater Darmstadt:

Premiere:
15. Dezember 07

Regie: Jens Poth
Bühne und Kostüme: Svea Kossack
Bühnenmusik: Wendelin Hejny

Besetzung:

Blanche:
Gabriele Drechsel
Stella: Maika Troscheit
Stanley: Leander Lichti
Mitch: Tino Lindenberg
Eunice / Mexikanerin: Christina Kühnreich
Steve: Andreas Manz
Pablo / Kassierer: Gerd K. Wölfle

Blanche Dubois flieht vor der Nüchternheit der Gegenwart in die Wohligkeit der Vergangenheit. Als französischstämmiger Spross der Südstaatenaristokratie sehnt sie sich nach dem herrschaftlichen Familiensitz Belle Reve, dem Umgang mit eleganten und kultivierten Standesgenossen. Handküssende Kavaliere, Stil und Lebensart sind ihr doch eigentlich vorbestimmt. Doch die Realität sieht anders aus. Eigentlich auf der Durchreise macht sie sich in der schmuddeligen Zweizimmerwohnung ihrer Schwester Stella in New Orleans als ungebetener Gast breiter als es der Gastgeberin lieb ist. Doch damit nicht genug: Schwager Stanley ist alles andere als ein Kavalier. Gering ist sein Verständnis für die sensible rückwärts gewandte Schwägerin, für deren Lebensstil und Standesdünkel. Blanches verklärter Romantik setzt er einen stumpfen Pragmatismus entgegen. Beider Weltsicht und Lebensentwürfe könnten gegensätzlicher nicht sein. Blanches Lebenslüge bricht Schicht um Schicht in sich zusammen so dass ihre Flucht vor der Realität zunehmend zur Endstation wird … [© Staatstheater Darmstadt]

www.staatstheater-darmstadt.de

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:
In der neuen Übersetzung von: Helmar Harald Fischer

Premiere: 15. Januar 04
Regie: Burkhard C. Kosminski

Besetzung:
Blanche Dubois:
Susanne Lothar
Stella Kowalski: Friederike Kammer
Stanley Kowalsky: Guntram Brattia
Harold Mitchell (Mitch): Felix von Manteuffel
Blumenfrau / Zeitungsjunge / Arzt: Sven Prietz
Pflegerin: Kathrin Grumeth

Blanche, eine ehemalige Gutsbesitzerin, besucht ihre Schwester Stella, die mit dem einfachen, lebenstüchtigen, aber gewalttätigen Stanley Kowalski verheiratet ist. Stella erwartet ein Kind. Als Blanche sich zwischen das Paar zu drängen und Stella gegen ihren Ehemann aufzuhetzen versucht, deckt Stanley ihre wahre Vergangenheit auf. Sie ist Alkoholikerin und wurde wegen skandalträchtiger Männergeschichten als Lehrerein entlassen und aus der Stadt gejagt. [© schauspielfrankfurt]

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Eraritjaritjaka
Museum der Sätze
Von: Heiner Goebbels nach Texten von Elias Canetti
Uraufführung: April 2004 (Lausanne, Theatre Vidy)
Deutschlandpremiere: 16. September 2004 (Frankfurt, Schauspiel Frankfurt)

Vorstellungen 2009: 11. und 12. April im schauspielfrankfurt

Aufzeichnungen Elias Canettis sind neben kurzen Ausschnitten aus Masse und Macht oder Die Blendung die wichtigste Textquelle in dieser Kreation von Heiner Goebbels mit dem französischen Schauspieler André Wilms. Canetti spricht in kurzen, unerbittlichen scharf formulierten Zeilen. „In einzelnen Sätzen ahmt man am wenigsten nach. Schon zwei Sätze beisammen sind wie von jemand anderem." Er nimmt dabei alles ins Visier: die Musik, die Sprache, unsere Gewohnheiten und Eitelkeiten, die Städte, die Medien, die Tiere. „Beobachtung langweilig? Nie! Langweilig ist das Verzeichnen". Die Musik zu diesem hochkonzentrierten Abend, der einer spannungsreichen Einladung zum Nachdenken gleich kommt, liefert das Mondriaan Quartett aus Amsterdam mit Streichquartettmusik des 20. Jahrhunderts.

Ausführender Produzent:Théâtre Vidy-Lausanne E.T.E.
Koproduzenten: schauspielfrankfurt (Deutschlandpremiere), spielzeiteuropa I Berliner Festspiele, Pour-cent culturel, MIGROS, T&M-Odéon Théâtre de l'Europe, Festival d’Autonome Paris, Wiener Festwochen
Mit Unterstützung der Stiftung Landis & Gyr
Gefördert vom Programme Culture 2000 (Union des Théâtres de l’Europe UTE, Réseau Varèse)

Inszenierung: Heiner Goebbels
Bühne: Klaus Grünberg
Kostüme: Florence von Gerkan
Konzept: Heiner Goebbels
Musik: Heiner Goebbels
Licht: Klaus Grünberg
Dramaturgie: Stephan Buchberger

Besetzung:
Mit André Wilms und dem Mondriaan Quartett:
Violine: Jan Erik van Regteren Altena
Violine: Edwin Blankenstijn
Viola: Annette Bergman
Violoncello: Eduard van Regteren Altena

Eraritjaritjaka_5m©Mario Del Curto
Eraritjaritjaka
André Wilms, le Mondriaan Quartet: Jan Erik van Regteren Altena
Foto: Mario Del Curto

Die Aufzeichnungen Elias Canettis sind neben kurzen Ausschnitten aus Masse und Macht oder Die Blendung die wichtigste Textquelle in dieser neuen Kreation von Heiner Goebbels mit dem französischen Schauspieler André Wilms. Canetti spricht in kurzen, unerbittlichen, scharf formulierten Zeilen. Er nimmt dabei alles ins Visier: die Musik, die Sprache, unsere Gewohnheiten und Eitelkeiten, die Städte, die Medien, die Tiere. »Beobachtung langweilig? Nie! Langweilig ist das Verzeichnen.« Die Musik zu diesem hochkonzentrierten Abend liefert das Mondriaan Quartett aus Amsterdam mit Streichquartettmusik des 20. Jahrhunderts.

Eraritjaritjaka - ein archaischer poetischer Ausruck auf Aranda, bedeutet:
"voller Verlangen nach etwas was verloren gegangen ist." Elias Canetti

Mit Eraritjaritjaka lädt Heiner Goebbels zu einem rätselhaften, bilderstarken und hochmusikalischen Abend ein, dessen Texte vor allem aus den kurzen Aufzeichnungen Elias Canettis bestehen. Mit diesen Texten konfrontiert der Schauspieler André Wilms die Musik, das Publikum und sich selbst. Canetti hat darin alles ins Visier genommen: die Musik, die Sprache, unsere Gewohnheiten und Eitelkeiten, die Städte, die Medien, die Tiere und immer wieder die verheerende Macht der Ordnung.

Außer Johann Sebastian Bachs Kunst der Fuge ist es vor allem Streichquartettmusik des 20. Jahrhunderts: von Ravel und Schostakovitch, bis zu Gavin Bryars und George Crumb, die vom Mondriaan Quartett in immer wieder neuen szenischen Konstellationen virtuos vorgetragen wird.

Einen großen Anteil an der soghaften Wirkung dieses anregenden und immer unvorhersehbaren Aufführung hat bei dieser Produktion wie schon bei den vergangenen Musiktheaterarbeiten Hashirigaki und Landschaft mit entfernten Verwandten das Licht und die Bühne von Klaus Grünberg, aber auch ein vom jungen belgischen Filmregisseur Bruno Deville jeden Abend neu und live gedrehtes Video, das uns die virtuose Intensität des Theater- und Filmschauspielers Andre Wilms besonders nahebringt und uns gleichzeitig schwindeln macht bei der Frage, wo wir eigentlich sind: Im Theater? Im Film? Was ist Fiktion und was ist Wirklichkeit?

Man kann Eraritjaritjaka als dritten und letzten Teil einer Trilogie sehen, die Heiner Goebbels mit diesem Schauspieler erarbeitet hat und deren ersten beide Teile Ou bien le débarquement désastreux (1993) und Max Black (1998) waren. So unterschiedlich diese Arbeiten sind, allen ist gemeinsam das durchgehende Motiv der Weltaneignung des Individuums anhand von Aufzeichnungen und Tagebucheintragungen unterschiedlichster Autoren.

Eraritjaritjaka wurde mit sechs europäischen Theaterpreisen ausgezeichnet:

2004 Herald Angel Award at the Edinburgh International Festival
2005 OPUS Stage Price in der Kategorie Regie
2005 GRAND PRIX DE LA CRITIQUE in der Kategorie best foreign performance (Paris)
2005 GRAND PRIX "Mira Trailovic" des 39. BITEF FESTIVAL (Belgrad)
2005 Preis für die „Beste Regie“ der Zeitung POLITIKA (Belgrad)
2006 Preis "Future of the Theatre" verliehen durch die polnische Theaterkritik beim Warschau "Festiwal Festiwali Teatralnych Spotkania" (Polen) [© schauspielfrankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Ernst- und seine tiefere Bedeutung
Eine triviale Komödie für ernsthafte Leute

Von:
Oscar Wilde

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