Theater, Stückeinfo: D
 

Dantons Tod

Von:
Georg Büchner

Zur Inszenierung des Theater Augsburg:

Premiere:
10. Februar 07

Inszenierung: Roland Hüve
Bühne und Kostüme: Gregor Wickert


Besetzung:
Danton:
Frank Siebenschuh
Robespierre: Robert Arnold
St. Just: Oliver Bode
Camille: Markus Baumeister
Lacroix: Klaus Müller
Hérault: Matthias O. Schneider
Legendre: Tim Bierbaum
Simon: Rainer Etzenberg
Herrmann: Eberhard Peiker
Julie: Gabriele Fischer
Lucile: Stephanie Gossger
Marion, Simons Weib: Nicole Schneider
Simons Tochter: Clarissa Herrmann

Als 21-jähriger verfasst Georg Büchner im Winter 1835 unter dem Eindruck der politischen Umwälzungen in fünf Wochen sein erstes Theaterstück über die Französische Revolution und ihre Folgen, inspiriert und ergriffen von ihrem Verlauf. In seinem Drama beschreibt Büchner die unaufhaltsamen Mechanismen von Politik und Macht, sowie die seelischen Abgründe eines gebrochenen Helden, dessen Abgang von der politischen Bühne vorgezeichnet ist. Büchner stellt die hoch aktuelle Frage, in wie weit eine Ideologie, die der ganzen Menschheit dienen soll, mit Gewalt durchgesetzt werden darf und ob der Zweck, d.h. die Tugend auch terroristische Mittel heiligen kann.
Die Revolution frisst ihre Kinder. Sie hat die Phase der Selbstvernichtung erreicht. Auf den Straßen herrscht Terror, der Tod durch die Guillotine wird zum Jahrmarktsereignis. Der Traum von der Freiheit mündet in ein brachiales Fest, das sich nun seinem Ende neigt, denn seine Helden sind müde geworden. Die philosophisch überhöhten Phrasen der einstigen Drahtzieher Danton und Robespierre klingen angesichts der herrschenden Not wie hohles Wortgeklingel, das von Gauklern auf den Straßen parodiert und verspottet wird.
Der pragmatische Genussmensch Danton, einstmals selbst einer der Bluthunde der Revolution, ist des Tötens überdrüssig. Er fordert ein Ende der Schreckensherrschaft und erklärt das individuelle Glück, die Freiheit des Einzelnen und die Sinnesfreuden zu höchsten Gütern. Todesbereit, resigniert und voller Weltekel philosophiert er im Bordell über den „grässlichen Fatalismus“ der Revolution, deren unaufhaltsamer Verlauf den tragenden Sinn verloren hat. Sein Spott gilt dem einstigen Weggefährten Robespierre, dem „Blutmessias“, der längst das Todesurteil über Danton verhängt hat. Robespierre ist ein fanatischer Asket. Besessen von einer Vernunft- und Tugendideologie, fordert er zu deren Durchsetzung die Gleichschaltung aller Bürger mittels der Guillotine. Am 31. März 1794 wird Danton mit seinen Freunden verhaftet und vor das Revolutionstribunal gestellt. Mit einem zynischen Schachzug gewinnt Robespierre die Sympathien des Volkes, das sich von seiner blutigen Rhetorik verführen lässt und schließlich die Hinrichtung Dantons fordert. Als Dantons Sehnsucht nach dem Nichts der Todesangst weicht, verteidigt er sich in einer letzten großen Rede gegen die Vorwürfe seiner Kontrahenten. Zu spät: „Die Guillotine ist der beste Arzt“. [© Theater Augsburg]

www.theater.augsburg.de

Zur Inszenierung des Theater Bielefeld:

Inszenierung:
Alexander Hawemann
Bühne und Kostüme: Lina Antje Gühne
Dramaturgie: Uwe Bautz

mit: Huckle, Paul, Priego, Zoffmann; Baierl, Grashof, Lange, Reiter, Spohn, Westhausser, Wolff

Premiere: 25. September 2004,19.30 Uhr, Theaterlabor im Dürkopp Tor 6
weitere Vorstellungen: 1., 5., 6., 7., 8., 12., 14., 15. und 16. Oktober; 3. und 7. November 2004; 6., 8., 9. und 11. Januar 2005

Die Französische Revolution von 1789 ist ins Stadium der Stagnation getreten. Danton, ihr müde gewordener Tribun, hat sich desillusioniert aus dem politischen Geschäft verabschiedet und gibt sich dem Genussleben hin. Robespierre, sein Gegenspieler, predigt dagegen um so vehementer Enthaltsamkeit und Terror. Die Fraktion Robespierres beschließt, Danton und dessen Verbündete zu Fall zu bringen.

In Büchners „Dantons Tod" aus dem Jahre 1835 kreuzen sich, das 20. Jahrhundert gleichsam vorausnehmend, die Zentrallinien der Geistes- und Politgeschichte der letzten dreihundert Jahre: Idealismus, Materialismus, Nihilismus, Existenzialismus. Der Autor zeigt und beschwört das Dilemma zwischen Fundamentalismus und Realpolitik, dem seine Figuren mit menschlicher Zerrissenheit ausgeliefert sind. -Und stellt sich und uns die Frage: Wie kommt es, dass Menschen, die gegen Unmenschlichkeit kämpfen, selbst unmenschlich werden - damals wie heute? Büchner beantwortet diese Frage nicht. Aber er stellt das Problem so dringend dar wie kein anderer vor und nach ihm. Und sein Blick ist bei all dem nie zynisch, sondern menschlich.

Zwischen Weltveränderungspathos und der Lethargie des Weltekels aber scheint der büchnersche, schmerzhafte „Riss in der Schöpfung" auf. Georg Büchner schrieb einundzwanzigjährig ein Drama- „in höchstens fünf Wochen", wie er glaubhaft
versichert - abgrundtief im Leiden an der gesellschaftlichen Ungerechtigkeit, und dieses Drama stellt bis heute radikal die Frage: Wie viel Freiheit erlaubt, wie viel Freiheit erträgt das allgemeine Glück?

Alexander Hawemann, 1967 in Berlin geboren. 1986 Republikflucht aus der DDR und Regiestudiurn an der Theaterhochschule in Belgrad. 1991 Rückkehr nach Berlin infolge des Bürgerkriegs in Jugoslawien. Abschluss des Regiestudiums an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch" in Berlin.
Von 1994 bis 1999 Regisseur und Oberspielleiter am Hans-Otto-Theater in Potsdam. Seit 1999 Inszenierungen in Zürich, Weimar, Magdeburg, Cottbus und Lübeck. Zudem ist Hawemann Gastdozent für Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst in Berlin.

Lina Antje Gühne
Die Bühnen- und Kostümbildnerin war von 1999 bis 2000 am Theater am Neumarkt in Zürich als Ausstattungsassistentin engagiert und ist seitdem freischaffend in der Schweiz und in Deutschland tätig. In dieser Spielzeit wird sie auch an den freien Kammerspielen Magdeburg für die Kostüme bei Dea Lohers „Unschuld" verantwortlich sein. In der letzten Zeit arbeitete sie u.a. am Hans-Otto-Theater-Potsdam, am Theater Neumarkt Zürich, am Jungen Ensemble Stuttgart, am Theater in der Roten Fabrik Zürich, am Theater an der Sihl Zürich und am Theaterhaus Jena. Zudem schuf sie Szenen- und Kostümbild für einen Kino-Trauer und das Maskenbild für den Spielfilm „Patwas Spaceship" (Regie: Karim Patwa). Mit dem Regisseur Alexander Hawemann arbeitete sie bereits zusammen bei Plenzdorfs „Die Legende vom Glück ohne Ende" (Hans-Otto-Theater-Potsdam), bei „Heimaten - ein Stück Fremdsein" und „Pausenrehe und Platzhirsche" (beide Theater an der Sihl Zürich).

Die aus Dresden stammende Lina Antje Gühne studierte Produktdesign an der Fachhochschule für angewandte Kunst Heiligendamm und an Bauhausuniversität Weimar, wo sie 1998 ihr Diplom machte.

Besetzung:

Georg Danton: Thomas Wolff
Camille Desmoulins: Oliver Baierl
Legendre: Carmen Priego
Robespierre: Max Grashof
St. Just: Mathias Reiter
Fouquier-Tinville: Klaus Lange
Simon: Torsten Spohn
Bürger Egaiite: Helmuth Westhausser
Bürgerin Liberte: Nicole Paul
Julie: Christina Huckle
Lucile: Katharina Zoffmann
www.theater-bielefeld.de

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
2004 (schmidtstrasse 12)

Regie: Philipp Preuss
Bühne: Natascha von Steiger
Kostüme: Eva Karobaph
Darsteller: Hilke Altefrohne, Michael Weber, Oliver Kraushaar, Susanne Böwe, Susanne Buchenberger, Wilhelm Eilers


Die Revolution ist tot. Es lebe die Revolution. Robespierre herrscht mit Terror über die großen Ideale. Danton hat das Töten satt. Aus den einstigen Weggefährten werden Gegner um die richtige Einstellung. Gepackt von Abscheu über die unendliche Leidensund Gewaltbereitschaft der Menschheit, verweigert sich Danton der Politik. Lieber genießt er das Leben mit Freunden, Frauen und Feiern. Für den tugendbesessenen Robespierre bedeutet dies nicht nur moralischen, sondern auch politischen Verrat. Das Volk ist unzufrieden, will Taten sehen. Danton wird verhaftet. Sein letztes Engagement kommt zu spät: „Die Guillotine ist der beste Arzt."

In einer auf sechs Schauspieler reduzierten Fassung konzentriert sich die Inszenierung auf die Auseinandersetzungen und Haltungen der Hauptfiguren. Wie weit kann und muß politisches Engagement gehen? Wie weit lässt sich eine Revolution steuern? Büchner wurde wegen seiner Sozialrevolutionären Schrift Der Hessische Landbote (1834) steckbrieflich gesucht und mußte nach Straßburg fliehen. Dantons Tod ist sein erstes Bühnenstück und wurde 1835 als einziges zu seinen Lebzeiten gedruckt. Gestützt auf historische Quellen, schildert Büchner die letzten Tage Dantons, der einst selbst den revolutionären Terror organisiert hatte, dann aber wegen seiner kompromißbereiten Haltung in Gegensatz zu den radikalen Jakobinern geraten war.


Philipp Preuss,
1974 in
Österreich geboren, Studium der Theaterwissenschaft und Philosophie in Wien, Regiestudium am Mozarteum in Salzburg. Erste Regiearbeiten: 1998, Mozarteum: Lederfresse von Helmut Krausser und Eskalation ordinär von Werner Schwab im Festspielhaus Salzburg unter der Leitung von Dr. Peter Mußbach. 1999 geht er als Regieassistent an das Theater Dortmund, wo er u.a. Geschlossene Gesellschaft von J.P. Sartre (2001), Der Möwensimulator von Ronald Pohl in einer Szenenfolge von Tschechows Die Möwe (2002, UA), Beauty Queen von Martin McDonagh (2003) und Keiner weiß mehr 2 oder Martin Kippenberger ist nicht tot von Fritz Kater (2003) inszeniert. Am Schauspielhaus Bochum war von ihm zuletzt zu sehen Man spielt nicht mit der Liebe von Alfred de Musset (2004). Zusätzlich zu seiner Theaterarbeit konzipiert er Ausstellungen, in denen er grenzüberschreitend Bildende Kunst und Theater miteinander verknüpft: u.a. The Globe, Künstlerhaus Bregenz (2002) und sei personaggi in verca d'autore, Galeria Galica Milano (2003). Sein Stück Die Welt: Zellteilung im Zeitalter der Einzelhaft wurde am Burgtheater Wien (Regie: Stephan Rottkamp) im Rahmen des take away Wettbewerbs uraufgeführt. Internationale Bodenseekonferenz Förderpreis (2003), Anerkennungspreis Kunst am Bau, LKH Bregenz (2004). www.schauspielfrankfurt.de 

Die eine und die andere

Autor:
Botho Strauß
Uraufführung: 27. Januar 05 (Residenz Theater München)
Berliner Premiere: 24. März 05 (Berliner Ensemble)

Team der Münchener Uraufführung:
Regie:
Dieter Dorn
Bühne & Kostüme: Jürgen Rose


DarstellerInnen:
Cornelia Froboess
Katharina Gebauer
Juliane Köhler
Gisela Stein
Burchard Dabinnus
Jens Harzer
Thomas Holtzmann
Stefan Wilkening
Berivan Kaya
Lukas Eichhammer
Raphael Gehrmann

Inszenierung des Berliner Ensembles
Regie:
Luc Bondy
Es spielen u.a.: Edith Clever und Jutta Lampe
 

Zum Inhalt:

Die Gegenwart der einen und der anderen ist in dem neuen Stück von Botho Strauß direkt geknüpft an Erinnerung. An die Erinnerung vergangener Anstrengungen, Kämpfe und Intrigen, verschwundener Männer und nicht recht gelungener Lebenspläne.
Insa: „Aber das Furchtbare ist: ich sehe meine Spur nicht. Ich finde sie nicht. Nicht vor, nicht hinter mir. Ich weiß nicht, wo sie geblieben ist.“
Der überraschende Neubeginn der einen mit der anderen erweist sich als Fortsetzung der Vergangenheit, die Erwartungen erweisen sich als so trügerisch wie die vergangenen. Die nächste Generation, Tochter und Sohn treffen sich, können aber zueinander nicht finden, schon und gerade nicht, weil sie denselben Vater haben. Die Verhältnisse sind „belastet“, nicht nur die zwischen den Menschen, sondern auch die zu den Dingen. „So ein Stuhl ist eben nicht bloß ein Stuhl. Niemand könnte sagen: dieser Stuhl ist nichts als ein Stuhl.“ In der Wirklichkeit ist nichts eindeutig, aber was ist wirklich? Das Stück spielt in der Stadt und auf dem Land, an keinem der beiden Orte kommen die Personen zu sich, ihr eigentlicher Ort ist der Dialog, in dem jede der beiden sich zu situieren versucht.

    Q. & ©: Bayerisches Staatsschauspiel

Pressestimmen zur Münchener Uraufführung:

Frankfurter Allgemeine Zeitung:
“...Dorn hat sich einen großen, jungenhafte heiteren Spaß damit gemacht.. Jubel.”

Frankfurter Rundschau:
“...Der Wille zum Amusement kommt dieser Intellektuellenboulevardkomödie entgegen, die sich nie zu ernst nimmt oder im metaphysischen Kitsch verliert...
Dorn aber kommt irgendwann doch eine Art Tiefsinnssucht in die Quere; im zweiten Teil erstarrt die Aufführung, die Gags zünden nicht... Die Inszenierung fällt ihrer routinierten Schlauheit zum Opfer...

Neue Züricher Zeitung:
“...Falls Botho Strauss das wirklich so gemeint hat, dürfte man seiner jüngsten theatralischen Gegenwartsparabel einen vorsichtigen Optimismus attestieren...”

Der Standard:
“...Jubel für ein Saisonjuwel...”

Der Tagesspiegel:
“...Strauß jedoch hat kein Melodram, sondern eine bissige, am Ende etwas verläppernde Zweikampf-Komödie geschrieben: mit Anspielungen auf Becketts Endzeitpaare, Bernhards Herrinnen und sogar Albees „Virginia Woolf“. Den Ton für so viel doppelten Boden trifft – außer Thomas Holtzmann in der winzigen Nebenrolle des Exgatten und Elaine/Tim- Vaters – nur eine. Nämlich die andere: Gisela Stein als furiose Lissie...”

Die Tageszeitung:
“...Dennoch ist das neue Stück eine Überraschung. Mit seinen für Strauß-Maßstäbe immens langen Dialogen erinnert es im Kern an Beckett und Tschechow, an den Rändern jedoch ist es wieder gewohnt geschwätzig bis zur wüsten Fantasterei...”

Die Welt:
“...Dies geschieht auch dem Personal seines am Bayerischen Staatsschauspiel von Dieter Dorn uraufgeführten Opus' "Die eine und die andere". Es besteht aus einem Dutzend dahingestreuter Szenen. Das Stück ist also auch gleichsam ein Wühltisch. Ein Karton voller Schnappschüsse von einst und jetzt, viele davon verwackelt und verwischt, einige jedoch tiefenscharf...
...Der Regisseur blättert das Buch ihres Daseins feinfühlig und doch eher possierlich auf. Findet keinen rechten Rhythmus, keine wirklichen Spannungen...”
 

Der Diener zweier Herren (Il sevitore di due padroni)
Komödie in 3 Akten

Von: Carlo Goldoni (25. Feb.1707 - 6. Feb. 1793)
Uraufführung: Herbst 1745 (Mailand, Compagnia Sacchi)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
9. März 10 (Bockenheimer Depot)
Weitere Vorstellungen: 12. / 13. / 15. / 19. / 22. / 26. / 31. März sowie im April 10

Regie: Andreas Kriegenburg
Bühne: Harald Thor
Kostüme: Katharina Kownatzki
Licht: Frank Kraus
Dramaturgie: Alexandra Althoff

Besetzung:

Pandolfo:
Roland Koch
Rosaura: Valery Tscheplanowa
Doktor Lombardi: Thomas Huber
Silvio: Christian Bo Salle
Beatrice: Bettina Hoppe
Florindo: Sascha Nathan
Tebaldo: Nils Kahnwald
Blandina: Henrike Johanna Jörissen
Truffaldino: Mathis Reinhardt

Besprechung auf kulturfreak.de

Der Diener zweier Herren
Schauspiel Frankfurt
vorn Truffaldino (Mathis Reinhardt), hinten Blandina (Henrike Johanna Jörissen), Beatrice (Bettina Hoppe),
Doktor Lombardi (Thomas Huber), Rosaura (Valery Tscheplanowa), Pandolfo (Roland Koch)
Foto: Sebastian Hoppe

Truffaldino hat Hunger. Die Stellung eines treuen Dieners seines Herren ernährt ihn nicht. Heimlich tritt er in den Dienst eines zweiten Herren, um sich endlich einmal richtig satt essen zu können. Doch nun fehlt ihm dazu die Zeit. Beide Herren sind nämlich im gleichen Gasthaus abgestiegen: Florindo, der nach Venedig fliehen muss, weil er beschuldigt wird, den Bruder seiner Geliebten Beatrice getötet zu haben, und Beatrice, die in Männerkleidung, und unter dem Namen ihres toten Bruders, Florindo nachreist. Wachsende Gefahr für seine Geldquellen und für sein Leben treibt Truffaldino in immer unverfrorenere Schwindeleien und immer halsbrecherischere Kapriolen. Und will er nicht ertappt werden als ein Diener zweier Herren, muss er gerade das verhindern, was seine beiden Herren so innig wünschen: dass sie sich endlich finden.

Der außergewöhnliche Regisseur Andreas Kriegenburg nimmt sich des berühmtesten Stückes der Commedia dell’Arte an und wird dabei nicht nur das Geheimnis des Slapstick zu ergründen suchen. Kriegenburg ist einer der markanten Regisseure seiner Generation. Er hat zahlreiche Preise gewonnen, u. a. den Faust-Theaterpreis 2008. Acht Inszenierungen von ihm wurden bereits zum Theatertreffen in Berlin eingeladen. Von 2000 bis 2009 war Andreas Kriegenburg Oberspielleiter am Thalia Theater Hamburg, seit Beginn dieser Spielzeit ist er Hausregisseur am Deutschen Theater in Berlin.


Andreas Kriegenburg (Regie) geboren 1963 in Magdeburg. Ab 1984 Regieassistenzen in Zittau und Frankfurt/Oder. Nach der Wende wechselte er 1991 an die Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, wo er bis 1996 fester Regisseur war. Als Hausregisseur folgten die Stationen am Niedersächsischen Staatstheater Hannover (1997-1999) und am Wiener Burgtheater (1999-2001), dazwischen hat er regelmäßig am Bayerischen Staatsschauspiel in München gearbeitet. Von 2000 bis 2009 war Andreas Kriegenburg Oberspielleiter am Thalia Theater Hamburg und ist seit der Spielzeit 2009/10 Hausregisseur am Deutschen Theater in Berlin. Außerdem inszenierte er regelmäßig an den Münchner Kammerspielen. Im Jahr 2006 gab er sein Debüt als Opernregisseur am Theater Magdeburg mit »Orpheus und Eurydike« nach Christoph Willibald Gluck, es folgte Alban Bergs »Wozzeck« an der Bayerischen Staatsoper in München (2008) und am New National Theatre in Tokyo (2009). Für seine Inszenierung von Hebbels »Die Nibelungen« erhielt er den Nestroy-Theaterpreis für die beste deutsche Inszenierung des Jahres 2005 und den 3sat-Innovationspreis für seine »zukunftsweisende Leistung«. Seine Inszenierung »Das letzte Feuer« von Dea Loher wurde mit dem Faust-Theaterpreis 2008 ausgezeichnet. Von Andreas Kriegenburgs Arbeiten wurden insgesamt neun zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Für das Theatertreffen 2010 ist Andreas Kriegenburgs letzte Berliner Inszenierung, »Diebe« von Dea Loher, ausgewählt worden.

Harald Thor (Bühne) ist gebürtiger Salzburger und schloss 1982 am dortigen Mozarteum seine Ausbildung zum Bühnen- und Kostümbildner ab. Nach seinem ersten Engagement als Ausstatter und Graphiker am Landestheater in Coburg kam er 1984 an die Staatsoper München, wo er ab 1986 die Ausstattungsleitung übernahm. August Everding engagierte ihn 1999 als Ausstattungsleiter und Dozent für Bühnenbild an die Bayerische Theaterakademie. Neben zahlreichen Bühnenbildern für das Prinzregententheater in München entwarf er u. a. Ausstattungen für Theater in Berlin, Basel, Zürich, Moskau, Seoul sowie für Opernhäuser in Dortmund, Darmstadt, Mannheim, Nürnberg und München. Seit der Spielzeit 2001 ist Harald Thor als selbstständiger Ausstatter tätig und arbeitet seitdem kontinuierlich mit Andreas Kriegenburg zusammen. Es entstanden gemeinsame Produktionen am Thalia Theater Hamburg, am Schauspielhaus Zürich, am Schauspiel Hannover, am Akademietheater in München sowie für die Opernarbeiten Kriegenburgs in Magdeburg, München und Tokyo.

Katharina Kownatzki (Kostüme) wurde 1978 in Hannover geboren. Dort studierte sie zunächst Philosophie und Musikwissenschaften an der Hochschule für Musik und Theater, später Kostümbild an der Fachhochschule für Design und Medien Hannover sowie Szenographie an der Musikhochschule in Bratislava (Slowakei). 2004 gründete sie mit anderen die freie Theatergruppe »neunacht«. 2006 bis 2009 war sie feste Kostümassistentin am Thalia Theater in Hamburg. Hier entwickelte sie u. a. eigene Kostüm- und Bühnenbilder für »Regen in Neukölln« von Paul Brodowsky (Regie Hasko Weber) und »Stadtnotizen 3« sowie »Stadtnotizen 5« in der Regie von Frank Abt, mit dem sie seitdem kontinuierlich zusammen arbeitete. Außerdem arbeitete sie regelmäßig mit dem Regisseur Stephan Kimmig, für den sie zuletzt die Kostüme für »Macbeth« am Burgtheater Wien und »Öl« von Lukas Bärfuss am Deutschen Theater in Berlin entwarf. [© Schauspiel Frankfurt]


www.schauspielfrankfurt.de

Don Camillo und Peppone
Komödie

Von: Gerold Theobalt nach Erzählungen von Giovannino Guareschi

Zur Inszenierung der Burgfestspiele Bad Vilbel:

Don Camillo und Peppone
 Burgfestspiele Bad Vilbel
Ensemble
Foto: Eugen Sommer

Premiere: 4. Juni 10

Regie: Adelheid Müther
Ausstattung: Doris Engel 

Besetzung:

Don Camillo:
Joachim Bliese
Peppone: Volker Weidlich
Ariana, seine Frau: Anja Schiffel
Gina, seine Tochter: Anna Eger
Christina: Bernadette Süthold
Pasotti: Harald Heinz
Smilzo: Christian Higer
Mariolino: Michael Klein
Bruciata: Thomas Kornack
Fulmine: Arne Obermeyer
Mann: Jens Wachholz

Wer kennt sie nicht, den schlitzohrigen Priester Don Camillo und den bauernschlauen Bürgermeister Peppone aus der italienischen Provinz der Nachkriegszeit, die im Streit zwischen Kirche und Partei keiner Handgreiflichkeit aus dem Weg gehen. Bekannt wurden die beiden durch die Verfilmung mit Fernandel als Don Camillo, dem Jesus immer wieder die Leviten liest. Die Burgfestspiele lassen die vergnüglichen Abenteuer der liebenswerten Schwerenöter wiederaufleben. [© Burgfestspiele bad Vilbel]

www.kultur-bad-vilbel.de

Durch die Wüste
Ein Karl May-Projekt

Von:
André Rößler

Uraufführung: 5. März 2010 (Mainz, Staatstheater Mainz)

Zur Inszeneirung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
5. März 10 (Uraufführung; Kleines Haus)

Inszenierung: André Rößler
Bühne: Tine Becker
Kostüme: Simone Steinhorst
Video: Elmar Szücs

Besetzung:

Karl May/Sir David Lindsay :
Andrea Quirbach
Kara Ben Nemsi: Gregor Trakis
Hadschi Halef Omar: Stefan Graf
Hanneh: Tatjana Kästel
Mersina, die Bäckerin: Verena Bukal
Sadek, der Wüstenführer/Kaufmann/ Selim Agah/Bruder des Kaufmanns/Prediger : Thomas Prazak
Mythe Selim, der Statthalter/Scheik Mohammed Emir: Joachim Mäder
Hamd el Amassad, der Mörder: Zlatko Maltar

Der sagenumwobene und märchenhafte Orient ist der Schauplatz von Karl Mays berühmten Reise- und Abenteuerromanen um die Figur des Ich-Erzählers Kara Ben Nemsi und seines arabischen Dieners Hadschi Halef Omar. Die phantasiereichen Erzählungen über wilde Abenteuer und harte Überlebenskämpfe von den Dünen der Sahara, zum Roten Meer bis nach Mekka, begeisterten Leser über Jahrzehnte. Mays Orient ist bevölkert von korrupten und gesetzlosen Beamten, von Verbrecherbanden mit mafiösen Strukturen, von Glaubenskriegern und unterdrückten Haremsfrauen. Aus literarischen und wissenschaftlichen Quellen schuf er ein höchst spekulatives Bild des Orients, den er erst viel später selbst bereiste. Es ist ein Bild, das sich nah an der christlich-europäischen Geisteshaltung des 19. Jahrhunderts orientiert, und das vielleicht immer noch tief an die Wurzeln unserer Kultur rührt.

Ausgehend von Karl May macht sich der junge Regisseur André Rößler auf eine lustvoll-multimediale Suche: Was steckt hinter den Klischees über die islamische Religion, ihre Kultur und Mentalität? Existiert der „clash of cultures“ womöglich nur in unseren Köpfen? Wenn ja: Welche Schablonen, Blickwinkel, Projektionen sind es eigentlich, die die westliche Wahrnehmung vom „Orient“ bestimmen?

Karl May (1842 – 1912) war einer der produktivsten Abenteuerschriftsteller und zählte jahrzehntelang zu den meistgelesenen Autoren Deutschlands. Bekannt wurde er vor allem durch seine so genannten Reiseerzählungen, die vorwiegend im Orient, in den USA und in Mexiko angesiedelt sind. Viele seiner Werke wurden verfilmt, für die Bühne adaptiert, zu Hörspielen verarbeitet oder als Comics umgesetzt.

André Rößler, 1978 in Wolfen geboren, studierte Chemie in Jena und Regie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. nach seiner Diplominszenierung „Mamma Medea“ von Tom Lanoye am Deutschen Theater Berlin, inszenierte er am Staatstheater Stuttgart und am Jungen Schauspiel Hannover. Am Staatstheater Mainz zeigte er bereits „Reigen“ (2007) und „Frühlings Erwachen! (live fast – die young)“ (2009). [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

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