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Theater, Stückeinfo: B
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Babel von: Elfriede Jelinek
Uraufführung: 18. März 05 (Wien, Akademietheater)
Regie: Nicolas Stemann Bühnenbild: Katrin Nottrodt Kostüme: Esther Bialas Licht: Werner Chalubinski Musik: Thomas Kürstner / Sebastian Vogel
Trickfilm: Hanna Hollmann Dramaturgie: Joachim Lux
Musiker: Thomas Kürstner / Sebastian Vogel Puppenspiel: Angelika Höckner / Hanna Hollmann
Mitwirkende: Sachiko Hara Barbara Petritsch Myriam Schröder Philipp Hauß Markus Hering Philipp Hochmair Rudolf Melichar Hermann Scheidleder
Babel" ist nach "Bambiland" das zweite Stück von Elfriede Jelinek über den Irakkrieg bzw. darüber, wie dieser sich in den Medien spiegelt und welche Auswirkung diese
Spiegelungen auf uns alle haben. Während "Bambiland" zeitgleich mit dem Irakkrieg sozusagen von einem "embedded writer" geschrieben und von Christoph Schlingensief am
Burgtheater uraufgeführt wurde, zieht "Babel" die geistige Bilanz der Nachkriegszeit. In drei Texten geht Jelinek den Nachwehen und Nachwirkungen des Krieges auf unser aller
Bewusstsein nach. Ihr jüngster Theatertext ist keiner, der sich im verkürzenden, tagespolitischen Sinne mit dem Irakkrieg beschäftigt, sondern die Ereignisse in Falludscha und Abu Ghraib zum
Ausgangspunkt für eine kulturelle und anthropologische Reise in die Abgründe der Menschheit und die Verflechtung von Gewalt, Sexualität und Religion in unserer Zivilisation macht. Der erste
Teil von "Babel" beschäftigt sich mit dem Niedergang unserer an Vaterbildern orientierten Kultur, die sich mitder Wiederkehr archaischer Kannibalismen auseinandersetzen muss. Im
zweiten Teil geht es um die Familie und das besondere Mutter-Sohn-Verhältnis, das offenbar mit schuld an den Barbareien der Gegenwart ist, der dritte und längste Teil schließlich fragt sich,
wie weit wir alle durch die medialen Bilder von Kriegen und Katastrophen so abgestumpft und immunisiert sind, dass das klassische Repertoire humanen Reagierens, das ohne Kategorien wie Furcht
und Mitleid nicht denkbar ist, sich selbst abgeschafft hat.
Nicolas Stemann, der bereits Elfriede Jelineks "Das Werk" uraufgeführt hat, inszeniert den jüngsten Text
der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek als Teil zwei seiner Trilogie "Wohlstand in
Gefahr". Q. & ©: Akademietheater Wien
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Bagdad brennt (Baghdad Burning)
Dramatischer Monolog nach dem Netztagebuch des Girl Blog von Riverbend für die Bühne übersetzt und bearbeitet von: John und Peter von Düffel
Uraufführung: 28.September 2008 (Freiburg, Theater Freiburg)
Zur Inszenierung des Theater Freiburg:
Premiere: 28. September 08 (Uraufführung)
Grundlage für diesen Text bilden die Weblog-Einträge einer jungen irakischen Frau: Unter dem Pseudonym »Riverbend«, zu deutsch »Flussbiegung«, beschreibt sie seit August 2003 im
Internet ihr Leben in Bagdad. In dem von ihr veröffentlichten Tagebuch schildert sie den irakischen Alltag unter der amerikanischen Besatzung, den wir durch ihre subjektive Schilderung aus
einer bisher ungekannten Perspektive miterleben. Die Identität von »Riverbend« wird sorgfältig geheim gehalten, aber alles, was man erfährt, lässt darauf schließen, dass sie eine
unverheiratete Irakerin Mitte Zwanzig ist und aus einer gemischt schiitisch-sunnitischen Familie stammt. Sie lebt nach eigenen Angaben mit ihren Eltern und ihrem Bruder in einer
Wohngegend der Mittelschicht im Norden Bagdads. Wegen der mangelnden Sicherheit und den fortwährenden ethnischen Gewalttätigkeiten in ihrer Heimat, kündet sie im April 2007 an, mit ihrer
Familie den Irak verlassen zu wollen. Am 22. Oktober 2007 gibt sie bekannt, dass sie Syrien sicher erreicht hat. Seit diesem Tag gibt es keine neuen Einträge.In der Inszenierung von Enrico
Stolzenburg wird Anna Böger erstmals auf der Bühne des Theater Freiburg zu sehen sein. Ihren Monolog wird der amerikanische Video-Künstler Victor Morales mit einem eigens für diesen Abend
entwickelten Videospiel begleiten. www.theaterfreiburg.de
Zur Inszenierung des Theater Bielefeld:
Premiere: 4. Oktober 08 (TAM Zwei Schauspiel )
Inszenierung: Michael Heicks
Mit: Christina Huckle
Nachdem George W. Bush am 01. Mai 2003 auf dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln den Krieg im Irak medienwirksam für gewonnen erklärte (»mission
accomplished«), ging der Krieg im Irak eigentlich erst richtig los. Und wir hingen über die Medien auch mitten drin. Es verging kaum ein Morgen, an dem im Radio kein Selbstmordattentat auf
einem Markt in Bagdad oder einer Polizeistation vermeldet wurde. Auch die Opferzahlen unter den Soldaten der »Koalition der Willigen« stiegen nach dem Ende der offiziellen Kampfhandlungen in
Schwindel erregende Höhen an. Die Zeit der Besatzung des Iraks hatte begonnen, und sie entpuppte sich als eine Art Krieg nach dem Krieg. Diesen Krieg nach dem Krieg schildert in klarer
Sprache und auf schockierende Weise das Internettagebuch einer jungen Irakerin, die unter dem Pseudonym Riverbend publizierte und deren zu Hause zur Kampfzone geworden war. Sie berichtet über
nächtliche Hausdurchsuchungen durch die Besatzer und beschreibt wie nach der »Befreiung« des Iraks das Rad des Fortschritts zurückgedreht wurde: islamisch-fundamentalistische Tugendwächter
sprossen wie Pilze aus dem Boden, die vor allem Frauen terrorisieren und ihnen verwehren, weiter berufstätig zu sein. Gleichzeitig macht sie aber auch deutlich, dass sie keinen Hass gegen die
Amerikaner hegt. Im Gegenteil, sie empfindet fast schon Mitleid für die 20jährigen Männer in einer fremden Welt.
Der Hamburger Dramaturg und Schriftsteller John von Düffel hat den so genannten Blog von Riverbend unter dem Namen Bagdad brennt für die Bühne eingerichtet. Entstanden ist ein authentisches und dramatisches Zeugnis über die Besatzung des Iraks und deren Folgen. Die junge Irakerin gibt in dem Monolog eine Innenansicht des Lebens und des Kriegs in Bagdad wieder, die keine Fernsehkamera so einfangen kann.
Mittlerweile lebt die Autorin des Blogs nicht mehr in Bagdad. Sie floh mit ihrer Familie nach Damaskus/Syrien, von wo sie am 22. Oktober 2007 ihren letzten Blogeintrag sendete. Dieser
beginnt mit der Feststellung: Syrien sei schön. Zumindest denke sie es. Aber sie sei sich nicht sicher, schreibt sie weiter, ob sie Sicherheit und Normalität nicht mit Schönheit verwechsle.
Das Theater Bielefeld spielt Bagdad brennt wenige Tage nach der Uraufführung am Theater Freiburg.
Inszenierung und Kostüm: Seit 1999 arbeitet der Regisseur
Alexander Hawemann
freischaffend und übernahm Inszenierungen u.a. an Theatern in Zürich, Weimar, Magdeburg, Cottbus, Schwedt, Lübeck, Chemnitz und Berlin. Für das Theater Bielefeld inszenierte Hawemann in den vergangenen Spielzeiten bereits Georg Büchners Dantons Tod, Fritz Katers 3 von 5 Millionen, Carl Laufs/Wilhelm Jacobys Pension Schöller und Gerhart Hauptmanns Vor Sonnenaufgang. Seine Inszenierung von Katers Stück wurde 2006 zum NRW-Theatertreffen eingeladen.
Alexander Hawemann wurde 1967 in Berlin geboren. 1986 Republikflucht aus der DDR und Regiestudium an der Theaterhochschule in Belgrad. 1991 kehrte er infolge des Bürgerkriegs in
Jugoslawien zurück nach Berlin. Abschluss des Regiestudiums an der dortigen Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«. Von 1994 bis 1999 war er Regisseur und Oberspielleiter am
Hans-Otto-Theater in Potsdam. Neben seinen Regiearbeiten ist Hawemann als Gastdozent für Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« in Berlin tätig.
Bühne:
Der in Hamburg lebende Jürgen Höth
ist seit 1993 freischaffend tätig, u.a. am Thalia Theater Hamburg, an der Volksbühne Berlin, am Schauspiel Leipzig und an Theatern in Braunschweig, Oldenburg, Köln, Basel, Freiburg, Kiel, Konstanz und Heilbronn. Am Theater Bielefeld war Höth bereits für die Bühnenbilder von Der Raub der Sabinerinnen/Frau Director Striese (UA) und Der Menschenfeind (Regie: C. Schlüter) sowie für Die fetten Jahre sind vorbei (Regie: J. Zimmermann), Ein seltsames Paar (Regie: W.-D. Sprenger) und zuletzt Don Karlos (Regie: C. Schlüter) verantwortlich. In der letzten Spielzeit hat er zudem die Bühnenbilder für alle Räume der TAMZWEIProduktionen (Jugend ohne Gott, Dutschke/Westwärts 1&2, Kamikaze Pictures und Gegen die Wand) entworfen. Von 1989-93 war Höth am Thalia Theater Hamburg als Bühnenbildassistent engagiert. In dieser Zeit entstanden bereits seine ersten eigenen Arbeiten, u.a. für Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui und Endspiel. In Hamburg kam es auch mit dem Bühnenbild zu Eroberung des Südpols zur ersten Zusammenarbeit mit Michael Heicks. Weitere Regisseure, mit denen Jürgen Höth zusammenarbeitete waren u.a. Hiltrud Kissel, Robert Hungerbühler, Barbara Neureiter und Ulrike Grote. Der gebürtige Kölner studierte in seiner Heimatstadt Bühnenbild bei Prof. R. Glittenberg.
Besetzung: Christina Huckle ist seit der Spielzeit 04/05 Mitglied des Schauspiel- Ensembles und gab als Julie in Dantons Tod ihr Debüt in Bielefeld. Seitdem war sie in
zahlreichen Stücken zu sehen, u.a. in Kerstin Hensels Kalka, Moritz Rinkes Café Umberto, Marc Beckers Wir im Finale, Hauptmanns Vor Sonnenaufgang und zuletzt in Don Karlos. Direkt im
Anschluss an ihre Schauspielausbildung in Berlin war Christina Huckle von 1999-2003 am Theater der Altmark Stendal engagiert. Außerdem wirkte die gebürtige Heidelbergerin als Sprecherin bei
Synchron- und Hörspielproduktionen mit und war an verschiedenen Fernsehspielen beteiligt.
www.theater-bielefeld.de
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Biedermann und die Brandstifter
Von: Max Frisch (15. Mai 1911 - 4. April 1991)
Erstsendung als Hörspiel: 1953 Uraufführung: 29.März 1958 (Zürich, Schauspielhaus)
Zur Inszenierung des Schauspielhaus Zürich:
Regie: Christian Weise Bühne: Volker Hintermeier Kostüme: Su Bühler
Masken: Suse Wächter Musik: Jens Dohle Licht: Ginster Eheberg Dramaturgie: Friederike Biron
Besetzung: Anna: Lina Beckmann
Sänger: Robert Braunschweig Chorführer: Marcus Burkhard Dr. phil.: Markus Kiepe: Herr Biedermann: Fabian Krüger Eisenring: Pascal Lalo
Polizist: Andreas Matti Witwe Knechting/Sängerin: Elizabeth McQueen Schmitz: André Meyer Frau Biedermann: Catherine Stoyan
Musiker:
Herbert Kramis (Kontrabass) Gregor Müller/Ephrem Lüchinger (Klavier)
Es klingelt, und das Böse steht vor der Tür. Während Brandstifter in der Stadt ihr Unwesen treiben und die
Feuerwehr die Nächte durchwacht, tischt Herr Biedermann zwei Landstreichern Wein und Gänsebraten auf. Er ist ja kein Unmensch, und Gottfried und Babette Biedermann führen schliesslich einen
zivilisierten Haushalt, in dem Menschlichkeit und Gastfreundschaft noch etwas gelten. Dass sich die beiden Gesellen auf dem Dachboden einnisten und dort nicht nur Fässer mit Benzin stapeln,
sondern auch mit Zündschnur hantieren, was lässt sich daraus schon schliessen?
Max Frischs berühmtes «Lehrstück ohne Lehre», das für die Pfauenbühne verfasst wurde und 1958 dort
uraufgeführt wurde, fragt, warum wir das Offensichtliche nicht verhindern. Frisch schrieb das Stück unter dem Eindruck des totalitären Staatsterrors in Osteuropa. Heute hat sich der
historische Kontext dramatisch verändert. Der aufstrebende junge Regisseur Christian Weise aktualisiert dieses Monument der Schweizer Komödienliteratur. Er setzt Masken (gebaut von Suse
Wächter) und Live-Musik (von Jens Dohle) ein. Fabian Krüger spielt die Titelrolle.
Christian Weise (geboren 1973 in Eisleben, Deutschland), absolvierte eine Ausbildung zum
Puppenspieler an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst «Ernst Busch». Er war als Schauspieler Ensemblemitglied am TAT in Frankfurt und inszenierte gemeinsam mit Christian Tschirner von
2001 bis 2004 in Mannheim, Halle, am Deutschen Theater Berlin und an der Columbia University New York. Seit der Spielzeit 2005/06 ist er fester Regisseur am Neuen Theater Halle. Am Schauspiel
Köln inszenierte er Shakespeares «Sturm» und zuletzt die Uraufführung der Don Quichote-Bearbeitung «Herr Ritter von der traurigen Gestalt» am Schauspiel Stuttgart.
Fabian Krüger,
aufgewachsen in der Schweiz, absolvierte seine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Zürich. Er war Mitglied der Freien Theatergruppe 400asa und spielt am Maxim
Gorki Theater in Berlin. Nach Gastengagements gehörte Fabian Krüger 2003-2005 fest zum Ensemble des Schauspielhauses Bochum. Seit der Spielzeit 2005/06 ist er am Schauspielhaus Zürich fest
engagiert. In Kleists «Amphitryon» begeistert er gerade als Sosias. [© Schauspielhaus Zürich]
Unterstützt von der Hans Imholz Stiftung Info/Vorverkauf:
+41 (0) 44 258 77 77
www.schauspielhaus.ch
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Bier für Frauen Von: Felicia Zeller Uraufführung:
23. September 2001 (Mainz, Staatstheater Mainz)
Zur Inszenierung der Landungsbrücken Frankfurt:
Premiere: 19. September 08
Regie: Tim Egloff Bühne: Anke Niehammer Kostüme: Janine Werthmann
Mit: Sandra Lühr, Alexandra Mitdank und Lena Sturm
Drei Frauen
arbeiten sich an den Herausforderungen des Lebens ab, suchen ihre Position in der Gesellschaft. Drei Frauen, die gemeinsam als drei Drittel eines Gedankenkörpers um Fokussierung, um
Durchdringung der Verwirrung kämpfen. Drei innere Stimmen, die gehört werden wollen.
BIER FÜR FRAUEN schickt seine Heldinnen in einem Zustand zwischen Rausch und Klarheit, Enthemmung
und Selbstdisziplinierung in die Arena, im Kampf um Wahrheit, mit dem unbedingten Willen, die Banalitäten des Alltags genauso wie die existenziellsten Lebensfragen des Menschen endlich
begreifen zu können.
Wenn betrunkene Frauen die großen und kleinen Probleme des Lebens diskutieren, ist das eine interessante, aber keine völlig neue Grundsituation. Spätestens seit
„Sex and the city“ sind einem Figurenkonstellationen dieser Art mehr als bekannt: Meist gibt es die junge Mutter, die Karrierefrau, die Nymphomanin etc.
Felicia Zellers „Bier für
Frauen“, ein Text, der mit anderen Mitteln arbeitet: Wer in hier einen Plot sucht, wird enttäuscht sein. Eine Handlung im herkömmlichen Sinne, die Stringenz einer Geschichte, der dramatische
Bogen ist in dieser auf Interviews basierenden Phrasensammlung nicht zu finden. Die Einzigartigkeit liegt in der virtuosen Sprachbehandlung Zellers.
Die fast schon dokumentarische
Genauigkeit der Beobachtung einerseits und die poetischen Sprachverdichtungen andererseits heben die Konflikte in eine universelle Ebene, in der sich die archaische Sehnsucht nach Erkenntnis
widerspiegelt. Die Stimmen des Infragestellens der gegebenen Umstände, diesen Stimmen, die vielleicht unter Alkoholeinfluss erst den Mut haben, sich Gehör zu verschaffen, hören wir in BIER
FÜR FRAUEN zu – den Stimmen von Lebenssüchtigen.
Dabei erzeugt „Bier für Frauen“ durch assoziative Gedankensprünge und sprachliche Rhythmisierungen einen Humor, der bei aller absurden
Leichtigkeit die Dimension des modernen Sisyphos, des ewig Weiterkämpfenden stets mitschwingen lässt. Desorientierte Menschen in einer Welt, in der mediales Konsumgetöse, hochzivilisierte
Barbarei und arbeitsmarktbedingte Wettbewerbspornograhie so laut werden, dass das Individuum seine eigene Stimme nicht mehr hört.
Durch den Verzicht auf eindeutige
Charakterzuteilungen wird eine Dimension erschaffen, die das Universelle der donnernden Sprachsalven zum Tragen kommen lässt und die auszufechtenden inneren Konflikte den Zuschauer - ob
Biertrinker oder Abstinenzler, ob Mann oder Frau – in ihrer Allgemeingültigkeit erreicht.
Tim Egloff
wurde in Hamburg geboren. Nach seinem Schauspielstudium in München ging er 2001 als festes Ensemblemitglied ans Düsseldorfer Schauspielhaus. Dort spielte er unter anderem den Ferdinand in „Kabale und Liebe“, den „Peer Gynt“ in Michael Simons Inszenierung und Paul in Marius von Mayenburgs „Feuergesicht“.
Er arbeitete mit Regisseuren wie Burkhard C. Kosminski, Jürgen Gosch, Rene Pollesch und Florian Fiedler. Seit Beginn der Spielzeit 06/07 ist er als Schauspieler am Nationaltheater
Mannheim engagiert, wo er als Biff in „Tod eines Handlungsreisenden“, Carlos in Goethes „Clavigo“, in Franz Wittenbrinks „Mütter“, sowie in den Uraufführungen „Kaltes Land“, „Die Sturheit“
(Co-produktion mit schauspielfrankfurt) und in Roland Schimmelpfennigs „Start Up“ zu sehen ist. Darüber hinaus hat er seit 1998 in zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen mitgewirkt.
„Bier für Frauen“ ist seine erste Arbeit als Regisseur.
Bühne: Anke Niehammer Anke Niehammer studierte Produktdesign an der Fachhochschule Niederrhein in Krefeld.
Anschließend arbeitete sie an freien Theaterprojekten in Düsseldorf und Berlin. Von 2004 bis 2006 assistierte sie am Düsseldorfer Schauspielhaus, unter anderem den Bühnenbildnern Florian
Etti, Paul Lerchbaumer sowie Michael Simon und entwarf dort die Bühnenbilder für „Amour fou“ in der Regie von Stefanie Aehnelt und „Und Tschüss“ von Johannes Allmayer. Seit der Spielzeit
2006/2007 arbeitet sie als Ausstattungsassistentin und Bühnenbildnerin am Nationaltheater Mannheim. Dort hat sie unter anderem die Bühnenbilder für Neil LaButes „Heimgegangen“, sowie für die
Uraufführungen „Nah und hoch hinaus“ und „Pericle der Schwarze“ entworfen.
Kostüme: Janine Werthmann Janine Werthmann arbeitet nach ihrer Ausbildung zur
Bekleidungstechnischen Assistentin in Duisburg zunächst bei verschiedenen Modeateliers sowie als Kostümhospitantin am Düsseldorfer Schauspielhaus. Seit der Spielzeit 2006/2007 ist sie am
Nationaltheater Mannheim engagiert, wo sie Kostümbildnern/innen wie Sabine Blickenstorfer, Ute Lindenberg Zana Bosnjak, Jan Steigert und Peter Schubert assistierte. Als Kostümbildnerin hat
sie am Nationaltheater Mannheim unter anderem die Kostüme für die Schauspielproduktionen „Lilja 4-ever“, „Raststätte oder sie machens alle“ und „4 Millionen Türen“, für die
Ballettproduktionen „Delta Blues“ und „Entre deux“, sowie für den Kurzfilm „Strafstoß“ (Regie: Till Endemann, Simon & Schlosser Filmproduktion) entworfen.
[© Landungsbrücken Frankfurt]
www.landungsbruecken.org
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Bildung für Rita („Educating Rita“) Komödie in zwei Akten
Von: Willy Russel
Uraufführung: 10. Juni 1980 (London, Royal Shakespeare Company Warehouse) Deutsche Übersetzung: Angela Kingsford Röhl
Zur Inszenierung des English Theatre Frankfurt:
Premiere: 15. Mai 09 Spielzeit bis: 5. Juli 09
In „Educating Rita“ geht es
um die 26 Jahre alte Friseurin Rita, die sich nach einem tieferen Sinn im Leben sehnt und sich für das Fach Literaturwissenschaft an der „Open University“ einschreibt. Dort trifft sie auf den
betagten Professor Frank Bryant, der zu ihrem Mentor wird. Frank ist vom akademischen Leben desillusioniert und greift häufig zum Alkohol. Die freche und lebensfrohe Rita bringt durch
ihre Neugier und Unbefangenheit neuen Wind in das Leben des Professors. Mit ihrer Sichtweise auf Literatur und Bildung zwingt sie Frank, sein Verständnis für die Wissenschaft zu überdenken.
[© English Theatre Frankfurt]
www.english-theatre.org
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Das blaue blaue Meer
Von: Nis-Momme Stockmann
Uraufführung:
22. Januar 2010 (Frankfurt, Schauspiel Frankfurt)
Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:
Premiere: 22. Januar 10 (Uraufführung; Kammerspiele)
Regie:
Marc Lunghuss Bühne: Tobias Schunck Kostüme: Grit Gross Musik: Karsten Riedel Licht: Jan Walther Dramaturgie: Andreas Erdmann
Besetzung:
Darko: Nils Kahnwald Motte: Henrike Johanna Jörissen Musiker: Jan Weichsel & Daniel Brandel
Besprechung auf kulturfreak.de
Das blaue blaue Meer Schauspiel Frankfurt Darko (Nils Kahnwald), Motte (Henrike Johanna Jörissen) Foto: Alexander Paul Englert
Darko säuft. Bis sich sein Gehirn nach außen stülpt. Säuft, bis ihm die Zähne ausfallen und er seinen Namen nicht mehr weiß – wie so viele in der Plattenbausiedlung, in der er
lebt und in der die Sterne nie zu sehen sind. Selbstmord scheint hier eher eine Frage der Geschwindigkeit: ob man dazu nur ein paar Minuten, Jahre oder doch das halbe Leben
braucht. Aber dann kommt Motte, Wohnsiedlungsprostituierte, 19 Jahre alt. Ein Lottogewinn, eine heruntergefallene Sternschnuppe. Und plötzlich fängt Darko an, etwas zu fühlen
, das er lange nicht gekannt hat: Hoffnung. Auf einmal sagt er: »Raus, wir müssen raus hier.« Die Sterne sind noch immer nicht zu sehen und das blaue, blaue Meer ist weit –
doch gemeinsam trauen sich Darko und Motte, vom bisher Undenkbaren zu träumen. Nur vorher haben beide noch eine Rechnung zu begleichen.
Ein Stück über das Meer, die Sterne, Plattenbauten und den Tod. Ein Stück darüber, wie die Armut, die Verzweiflung einer Minderheit für die Mehrheit unsichtbar bleibt. Und ein
Stück darüber, dass für manche Menschen auch die Hoffnung es nur schlimmer macht. Zugleich poetisch und verstörend erzählt Stockmann von den Vergessenen an einem vergessenen Ort.
Geboren in Wyk auf Föhr, studiert Nis-Momme Stockmann nach einer Ausbildung zum Koch ab 2002 in Hamburg Sprache und Kultur Tibets, ab 2004 Medienwissenschaften
an der Universität Odense in Dänemark. Er erhält ein Stipendium der Königlich Dänischen Filmwerkstatt, schreibt Drehbücher und inszeniert verschiedene Kurzfilme, darunter
»Ignorans«, der 2005 den Preis des Kurzfilmfestivals Odense gewinnt. Auseinandersetzung mit den Werken Peter Greenaways, David Lynchs und Mogens Rukovs. Ab 2007
besetzt er mit anderen Künstlern eine ehemalige Grundschule in Flensburg und gründet hier das freie Kunstund Kulturzentrum Laboratorium. Er verfasst das Gründungsmanifest
und kuratiert Ausstellungen. Stockmann stellt auch eigene Medieninstallationen aus, so einen Zyklus von Audiofotografien – ein Medium, das Stockmann selbst erfunden hat. Ab
2008 studiert er in Berlin »Szenisches Schreiben«. Mit dem Stück »Der Mann der die Welt aß« wird er zu den Stückemärkten in Heidelberg und beim Berliner Theatertreffen eingeladen.
Seit 2009 ist Nis-Momme Stockmann Hausautor am Schauspiel Frankfurt, die Uraufführung von »Das blaue blaue Meer« ist seine erste Frankfurter Premiere. Für die Website des
Schauspiel Frankfurt schreibt er »Stockmanns Appendix« und in der Box bereitet er die Reihe »Herkules Manhattans Holistisches Kompendium« vor. Nis-Momme Stockmann ist
Vater von zwei Töchtern. »Stockmanns Appendix« ist zu finden unter www.schauspielfrankfurt.de.
Marc Lunghuß (Regie) studierte in Heidelberg und Berlin Germa-nistik und Philosophie. Er assistierte am Maxim Gorki Theater Berlin und war von 2002 bis 2005 Regieassistent
am Schauspielhaus Bochum. Seitdem brachte er Inszenierungen an den Theatern in Bochum, Chemnitz, Kiel, Konstanz und Leipzig heraus.
Tobias Schunck (Bühne) geboren in Herdeke, lebt heute mit seiner Familie in Schweden. Gestaltet seit 1997 Bühnenbilder für off-Theater-Projekte, war von 2000 bis 2005
Bühnenbildassistent am Schauspielhaus Bochum. Seit 2005 arbeitet er frei. Mit Regisseur Marc Lunghuß verbindet Tobias Schunck eine intensive Zusammenarbeit. Bühnenbilder
für dessen Inszenierungen entstanden in Bochum (»Night on Earth« und »Coffee & Cigarettes« nach Jim Jarmusch, »Hughie« von Eugene O’Neill, »American Buffalo« von David
Mamet u. a.), Leipzig (»Kricket« von Daniel Call, »Motortown« von Simon Stephens und »Volpone« von Ben Jonson), Chemnitz (»Die Glasmenagerie« von Tennessee Williams),
Konstanz (»Der Tod eines Handlungsreisenden« von Arthur Miller) und Kiel (»Wie es so läuft« von Neil LaBute). Wichtig waren für ihn außerdem die Arbeiten mit den
Regisseuren Hannes Rudolph, Jürgen Kruse und Frank-Lorenz Engel.
Grit Groß (Kostüm) geboren in Hannover, studierte Mode an der Fachhochschule für Design und Medien. Nach ihrem Studium arbeitete sie zunächst in Deutschland, Italien und
in den Niederlanden im Modebereich. Von 2001 bis 2004 war sie Kostümassistentin am Schauspielhaus Bochum, seitdem ist sie als freie Kostümbildnerin tätig. In Bochum
arbeitete Grit Groß unter anderem mit Regisseuren wie Jürgen Kruse und Matthias Hartmann, u. a. bei Jon Fosses »Todesvariationen«, O’Neills »Hughie«, »Der
Schauspieldirektor« nach Mozart, »American Buffalo« von Mamet und Dorsts »Ich, Feuerbach«. Mittlerweile arbeitet sie an Theatern im In- und Ausland, zuletzt am
Schauspielhaus Zürich bei David Harrowers »Blackbird«, am Schauspiel Leipzig bei »Volpone« von Ben Jonson und am Theater Chemnitz bei »Die Glasmenagerie« von Tennessee Williams.
Jan Weichsel (Musiker) Geiger & Saiteninstrumentalist, wuchs in einer musikalischen Familie als letztes von acht Kindern auf. Nahm als Heranwachsender klassischen
Geigenunterricht bei Konzertmeister a. D. Sigurd Josbacher. Studierte von 1997 bis 1998 an der »Jazz & Rockschule Freiburg « sowie von 2003 bis 2008 an der »Hoogeschool
voor de Kunsten« in Arnheim, Niederlande. Tritt seit 2006 auch unter dem Künstlernamen Jan Scott auf. Teilnahme an zahlreichen Bandprojekten, so »St. Pornoreport«, »Bedford
Blitz«, »Bad Boy Boogiez« und »Gebietsweise Regen«. Außerdem Theater- und Filmprojekte. Mit der Gruppe »Bad Boy Boogiez« 2009 in dem Film »Soul Kitchen« von Fatih Akin.
[© Schauspiel Frankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
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Bleib mein schlagendes Herz Ein Jugendstück
Von:
Juliane Kann Uraufführung: 13. März 2010 (Frankfurt, Schauspiel Frankfurt)
Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt: in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt/M und der Hessischen Theaterakademie
Premiere: 13. März 10 (Uraufführung; Kammerspiele)
Regie: Daniela Löffner Bühne und Kostüme: Claudia Kalinski Licht:
Ellen Jäger Dramaturgie: Sibylle Baschung
Besetzung: Tilman: Daniel Kozian Julischka: Rebekka Aue Lucy: Luise Audersch Larissa:
Denise Matthey Caspar: Cyril Sjöström Symon: Peter Volksdorf Gitte: Sigrid Dispert Eddie: David Müller Danka: Liza Jakob
Besprechung auf kulturfreak.de
Bleib mein schlagendes Herz Schauspiel Frankfurt in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt/M und der Hessischen Theaterakademie
v.l.n.r. Liza Jakob, Luise Audersch, Rebekka Aue, Daniel Kozian, Peter Volksdorf © Birgit Hupfeld
Willkommen im Leben. Sie sind Mitte Zwanzig, haben Einiges erreicht und befinden sich in einer tiefen Krise … Das kann doch nicht alles gewesen sein! Zwischen
Glückserwartung und Realitätsschock, Bindungsangst und Torschlusspanik ringen neun junge Menschen um Erfüllung und perfekte Zweisamkeit. Einen Schwerpunkt des neuen
Frankfurter Programms bilden Inszenierungen für Kinder und Jugendliche. Und jugendliche Problematiken sollen auch im Mittelpunkt der Kooperation mit der Hochschule für Musik
und Darstellende Kunst Frankfurt am Main stehen.
Die angehenden Schauspieler der Hochschule werden unter Leitung profilierter Regisseure jedes Jahr eine Inszenierung auf die Bühne der Kammerspiele bringen.
Juliane Kann, geboren 1982 in Mecklenburg, schrieb im Auftrag des Schauspiel Frankfurt den Studierenden der Frankfurter Hochschule dieses Stück auf den Leib. Kann
studierte Szenisches Schreiben an der UdK Berlin und erhielt dafür bereits mehrere Auszeichnungen, u. a. wurde sie mit dem Dramatikerpreis des Kulturkreises der deutschen
Wirtschaft 2009 ausgezeichnet. Ihr Stück »Blutiges Heimat« wurde 2005 auf dem Stückemarkt des Berliner Theatertreffens vorgestellt. Ihre Texte schildern – oft rasant – die
Kämpfe junger Menschen in einer Gesellschaft voller Brüche und mit unsicheren Perspektiven.
Die Regisseurin Daniela Löffner inszenierte 2008 am Düsseldorfer Schauspielhaus die Uraufführung von Juliane Kanns »Siebzehn«.
Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, Ausbildungsbereich Schauspiel, und der Hessischen Theaterakademie
Infos auch auf schaefersphilippen.de
www.schauspielfrankfurt.de
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Breaking the Waves Nach dem gleichnamigen Film von Lars von Trier aus dem Jahr 1996
Deutsch von: Maja Zade Bearbeitet von: Vivian Nielsen Deutschsprachige Erstaufführung: 1. Oktober 2007 (Berlin, Maxim Gorki Theater, Berlin)
Zur Inszenierung des Oldenburgischen Staatstheaters:
Premiere: 12. Februar 10
nszenierung und Bühne: Anna Bergmann
Mitarbeit Bühne: Lisa Maline Busse Kostümbild: Claudia González Espíndola Sounddesign: Heiko Schnurpel Dramaturgie: Verena Vollertsen
Bess:
Rika Weniger Jan: Jens Ochlast Dodo: Eva-Maria Pichler Dr. Richardson: Bernhard Hackmann Bess' Mutter: Gaby Pochert Terry:
Vincent Doddema Großvater William: Thomas Lichtenstein Pfarrer: Hartmut Schories Gott: Claudia Acker
Bess sei dumm, sagen die Bewohner eines kleinen
Fischerdorfes an der schottischen Küste und wundern sich umso mehr, als ein Fremder Bess heiraten will. Fremde sind in der Dorfgemeinschaft nicht willkommen, zumal Jan Nyman, der auf der nahe
gelegenen Bohrinsel arbeitet, noch dazu ein Ungläubiger ist. Und der Glaube an Gott ist die tragende Säule dieser Gemeinschaft, in die sich die Außenseiterin Bess mit ihrer tiefreligiösen
Einstellung einzugliedern versucht. Nach der Hochzeit blüht Bess regelrecht auf. Ihr Glück ist jedoch nur von kurzer Dauer, da Jan auf die Bohrinsel zurück muss. Da betet Bess zu Gott, er
möge Jan zurückschicken. Als dieser kurz darauf querschnittsgelähmt wiederkehrt, gibt Bess sich die Schuld und ist bereit, jedes Opfer für Jans Heilung zu erbringen.
Der gefeierte
dänische Filmemacher Lars von Trier erzählt in Breaking the Waves die Passionsgeschichte der jungen Bess, deren uneingeschränkter Glaube und deren leidenschaftliche Liebe unsere
vernunftregierte Welt hinter sich lassen. Der vielfach ausgezeichnete Film ist der erste Teil der sogenannten »Golden Heart Trilogie«, zu der auch die Filme Idioten und Dancer in the Dark
gehören. Breaking the Waves wird von Anna Bergmann in Szene gesetzt, die in Oldenburg zuletzt Madama Butterfly und Viel Lärm um Nichts inszenierte. [© Staatstheater Braunschweig]
www.staatstheater.de
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blutsbande nach William Shakespeare „Romeo und Julia“ und Heinrich von Kleist „Die Familie Schroffenstein“
Textfassung: Alexander Brill Uraufführung: 17. September 2009 (Frankfurt, theaterperipherie in sankt peter)
Zur theaterperipherie-Inszenierung:
Premiere: 17. September 09 (FFM, sankt peter) Weitere Vorstellungen: 20., 23. September, 03., 07., 08., 23., 29. Oktober, 05., 06.,
19. November, 03., 05., 11. Dezember 2009 jeweils 19:30 Uhr (außer 08. Oktober, 11:00 Uhr), sankt peter, Stephanstr. 6, 60313 Frankfurt am Main blutsbande-Rahmenprogramm
Regie: Alexander Brill Bühne:
Alexander Brill, Jana Lünsmann-Messerschmidt Kostüm: Nadja Kaster, Jana Lünsmann-Messerschmidt Dramaturgie: Heike Oehlschlägel Licht: Frank Kaster
Filmregie: Seweryn Zelazny Filmkamera: Andreas Fitza Regiemitarbeit: Philipp Haines Lichttechnik: Jonathan Rosenbauer Tontechnik: Tanja Jung
Theaterpädagogik: Ute Bansemir Öffentlichkeitsarbeit: Annette Remy
Ensemble:
Rossat Otar: Thomas Handzel Cutio: Hadi Khanjanpour
Volia: Rebecca Ajnwojner Joni: Jonas Abbood
Warent: Anes: Tanja Ronaghi Tyzon: Duran Özer Barish: Hadi El-Harake Ashina:
Deniz Kezer
Wyk Jerome: Johannes Wachsmuth Jojo: Soheir Tafzati Nachrichtensprecher: Johannes Wachsmuth Reporterin: Alba Lenertz
Urlauber / Geschäftsmann: Hadi El-Harake
Das Ensemble von blutsbande besteht aus jungen Darstellerinnen und Darstellern mit deutschen, serbischen, türkischen, kurdischen,
iranischen, irakischen, libanesischen, äthiopischen und marokkanischen Wurzeln und einem christlichen, jüdischen und muslimischen Hintergrund.
Besprechung auf kulturfreak.de
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theaterperipherie: blutsbande Foto: theaterperipherie
Zum Stück:
Die Familien aus Rossat und Warent sind durch einen Erbvertrag aneinander gekettet. Hat ein Zweig keinen männlichen Nachfolger, fällt das Reich unzerteilt an die andere Seite.
Die übrige Verwandtschaft, wie das Haus Wyk, geht leer aus. Aus einer besonderen Zuneigung geschlossen, lässt der Vertag diese zur hässlichen Beziehungspflicht erstarrt.
Statt ein mögliches Absterben des einen Familienzweigs durch den anderen zu verhindern, treibt der Vertrag selbst sie konsequent ihrem Untergang entgegen.
Der Tod eines Rossat-Kindes setzt die unerbittliche Dynamik in Gang. Misstrauen, Unterstellungen und Projektionen nehmen Besitz von den Menschen. Angst mutiert zu blindem
Hass. In diesem Wahnsystem gibt es kein Innehalten - nur das Drängen nach Rache der Rache der Rache...
Die Medien heizen die Stimmung auf: Gerüchte werden zu Tatsachen, Nachrichten zu Botschaften, Informationen zu gezielter Desinformation. So schaffen sich die Anführer
beider Seiten die Legitimation für ihr weiteres Handeln...
In diesem vergifteten Klima lieben sich die Kinder der verfeindeten Clans. Die ungeschriebene Pflicht der Kinder, sich zu hassen, bringt sie zur Liebe ihrer Vorfahren zurück.
Doch auch ihre Begegnungen sind von Ahnungen, Misstrauen und dem Druck der eigenen Familie überschattet. Selbst in der Umarmung erlischt nicht die Angst, vom Gegenüber
getäuscht und getötet zu werden. Doch was Anlass zur Hoffnung auf Versöhnung sein könnte, endet in der Katastrophe: das sich selbst erfüllende Misstrauen entfaltet seine
Kraft... [© theaterperipherie, Frankfurt]
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blutsbande theaterperipherie Frankfurt Ensemble Foto: Seweryn Zelazny
blutsbande bildet das Zentrum für weitere Programme und Aktivitäten, die die Aufführungen begleiten:
Feindliche Brüder – Theaterprojekte mit Frankfurter Schulen Lehrer und Schüler erarbeiten im Austausch mit theaterperipherie szenische Projekte zum Thema „Feindliche Brüder“. Dabei gehen die Gruppen auf unterschiedliche Art und
Weise von literarischen Texten, Filmen oder Improvisationen aus.
18.11.2009: Feindliche Brüder I – Theaterprojekte von und mit SchülerInnen und LehrerInnen der I. E. Lichtigfeldschule, der Musterschule und der Liebigschule
come together – Konzertreihe Kontrast im Dialog: Deutsch-Türkischer HipHop trifft auf Tanz und Percussion aus Israel und Deutschland. Soulige Singer-Songwriterin aus Sierra Leone trifft auf impulsiven
HipHop-Tanz. präsentiert von theaterperipherie und sankt peter 09.10.2009: [ohne fronten] Crew & SHADEseasons Tanzprojekt 20.11.2009: Mariama & Brothers and Stylez
Wahrheit oder Lüge? – Filmreihe Konflikte und Kriege geben Filmen Stoff: in den Kurznachrichten jeden Abend im TV, in fiktionalen Spielfilmen oder Dokumentationen, die auf der Suche nach der „Wahrheit“ sind.
Die Bilder erschrecken und fesseln zugleich, man will sehen – oder lieber nicht. präsentiert von theaterperipherie und sankt peter 01.10.2009: Waltz with Bahir Ein Film von Ari Folman
12.11.2009: Das Kind, der Tod und die Wahrheit Ein Film von Esther Schapira und Georg Hafner
Ringparabel – interreligiöser Dialog Frankfurter Jugendliche werden zu einem interreligiösen Dialog eingeladen. Dieses Projekt befindet sich in der Planung für Februar 2010.
präsentiert von theaterperipherie und sankt peter
theaterperipherie dankt der freundlichen Unterstützung von: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Stadtschulamt Frankfurt am Main, Kulturamt der Stadt Frankfurt
am Main, Amt für multikulturelle Angelegenheiten, Stiftung Citoyen, Crespo Foundation, Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, Schauspiel Frankfurt, sankt peter
theaterperipherie wurde 2008 von Alexander Brill, der 25 Jahre lang den laiensclub von Schauspiel Frankfurt leitete, gegründet. Es versteht sich als ein Theater für
migrantische und deutsche Zuschauer und setzt sich mit Menschen und Kulturen unserer gesellschaftlichen Peripherie theatral auseinander. In jedem neuen Projekt arbeitet
Alexander Brill mit eigens ausgewählten Darstellerinnen und Darstellern, die ihre Wurzeln in der jeweiligen Peripherie haben.
Bislang entstanden zwei Produktionen: „Ehrensache“ von Lutz Hübner und „Leyla und Medschnun“, eine orientalische Volkserzählung nach den Romanen von Nizami und Fuzuli.
Auf Einladungen gastierte theaterperipherie in Freiburg, Eschborn, Istanbul, Berlin, Koblenz, Wiesbaden, Duisburg und Marburg. Die Produktion „Ehrensache“ wurde im Juni 2009
von der Jury der Hessischen Theatertage Marburg mit dem „Nachwuchs-Preis“ ausgezeichnet. theaterperipherie koproduziert mit dem Schauspiel Frankfurt in Kooperation mit sankt peter.
Karten: 0180 / 50 40 300, www.sanktpeter.com www.theaterperipherie.de
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Brüchig (Mach mich schwach, Justin Timberlake)
Von: Sheila Callaghan
Deutschsprachige Erstaufführung: 17. Oktober 2008 (Bielefeld, im Rahmen des Festivals VOICES FROM UNDERGROUNDZERO
Zur Inszenierung des Theater Bielefeld:
Premiere: 17. Oktober 08 (DEA) Inszenierung: Paul Bargetto Bühne und Kostüme: Jürgen Höth Dramaturgie: Christine Richter-Nilsson
Besetzung: Der Wohnraum: Stefan Imholz Vater / Justin Timberlake / Harrison Ford: John Wesley Zielmann Janice: Isabell Giebeler Mutter:
Karla Trippel Barbara: Therese Berger
Claras Ehemann ist vor einem Jahr beim Aufsetzen des Weihnachtsengels von der Leiter gestürzt und tödlich verunglückt. Nicht nur sie,
sondern auch ihre Tochter Janice ist seit dem Verhängnis traumatisiert und spricht nur noch mit ihren Puppen. Clara versucht Janice mit köstlichen Rezepten zum Gespräch zu bewegen. Und Tante
Barbara versucht es mit Küchenpsychologie. Alles ohne Erfolg. Janice hört nur auf Justin Timberlake, der nachts zu ihr ins Zimmer geflogen kommt, um sie bei ihrem wichtigen Projekt zu
unterstützen: Sie bastelt zu Weihnachten eine Bombe, die alles wieder gut machen soll. Doch nicht nur die Beziehung zwischen Mutter und Tochter ist brüchig geworden, auch die Wohnung um sie
herum. Es zieht, tropft, klopft und knarrt, denn der Wohnraum versucht höchstpersönlich, auf sich und seine dringende Renovierungsbedürftigkeit aufmerksam zu machen. Irgendjemand muss doch
endlich den verhängnisvollen Riss in der Diele reparieren, der nicht ganz unschuldig ist an Vaters Tod. Oder hat der Wohnraum selbst nachgeholfen? Clara versteht die vielen Zeichen nicht, sie
hört nur auf Harrison Ford, der ihr die verspannten Schultern massiert und sie tröstet. Bleibt zu hoffen, dass die Bombe ihre Mission erfüllt.
Brüchig (Mach mich schwach, Justin
Timberlake) ist eine absurdpoetische Reflexion verrückter Zeiten, in denen nach einem großen Verlust nichts mehr so ist wie früher – eine Situation, die viele New Yorker nach dem 11.
September ganz konkret erlebt haben. Die vielfach ausgezeichnete Dramatikerin Sheila Callaghan gehört zu den wichtigsten Nachwuchsdramatikerinnen der New Yorker Szene. Ihr Stück We are not
these hands wurde im Mai 2008 am Düsseldorfer Schauspielhaus beim Festival Gimme Shelter in englischer Sprache zur Deutschen Erstaufführung gebracht. Mit der Deutschsprachigen Erstaufführung
von Brüchig (Mach mich schwach, Justin Timberlake) zeigt das Theater Bielefeld erstmals ein Stück von Sheila Callaghan in deutscher Sprache. Die Premiere von Brüchig (Mach mich schwach,
Justin Timberlake) findet im Rahmen des Festivals VOICES FROM UNDERGROUNDZERO statt, bei dem vom 16. – 19. Oktober am Theater Bielefeld eine repräsentative Auswahl an neuen Theaterstücken aus
New York City erstmals in Deutschland und in deutscher Übersetzung vorgestellt werden.
DIE AUTORIN: Sheila Callaghan ist Mitglied der renommierten New Yorker Dramatikergruppe
»13P«, die eigene Stücke produziert und mit dem »Obie«, dem amerikanischen Theater-Oscar, ausgezeichnet wurde. Außerdem ist Callaghan Stipendiatin der Autorenorganisation New Dramatists und
Hausautorin am HERE Arts Center. Sie erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter: LA Weekly Award for Best One-act (2001), MacDowell residency (2003), Susan Smith Blackburn Award (
2007) und den prestigeträchtigen Whiting Award (2007). Außerdem erhielt sie Projektförderungen der New York Foundation of the Arts (NYFA) und des New York State Council for the Arts
(NYSCA). Callaghans Stücke wurden international aufgeführt, u.a. in Neuseeland, Norwegen und Tschechien. In Deutschland wurde bisher nur We are not these hands in der Regie von Daniel Fish
beim Festival Gimme Schelter im Juni 2008 am Düsseldorfer Schauspielhaus in englischer Sprache zur Deutschen Erstaufführung gebracht. Ihr Stück Dead City wurde 2007 vom German Theater Abroad
als Lesung im Haus der Kulturen der Welt gezeigt. Callaghan hat bereits an der University of Rochester, dem College of New Jersey und der Florida State University szenisches Schreiben
unterrichtet und hält derzeit eine Gastdozentur in Creative Writing an der Spalding University.
INSZENIERUNG Paul Bargetto ist der Begründer und künstlerische Leiter der
East River Commedia, einer internationalen Theatergruppe in New York City, und Kurator des New Yorker Undergroundzero Festivals. Seinen MFAAbschluss in Regie machte er an der Columbia
Universität in New York, seinen BA in Drama an der San Francisco State Universität. Bargetto wuchs in Kalifornien auf und lebt in Brooklyn, New York. Zu seinen letzten Regiearbeiten gehören
Necessary Monsters mit Carla Kihlstedt im Chicago Museum of Contemporary Art, The Magnificient Cuckold im Connelly Theater in New York, The Taming of the Shrew und Serenada si vulpe filosof
am Nationaltheater von Constanta in Rumänien, Philosopher Fox beim Internationalen Festival auf Malta und Hecuba in Assos, Türkei. Bargetto war im Halbfinale des Ring Award des Wagner
Forums in Graz. 2005 gewann er den Innovative Theater Award in den Kategorien bester Regisseur und beste Inszenierung. Zudem ist er Gründungsmitglied der League of Independent Theater. Im
August 2008 war er als Schauspieler mit dem preisgekrönten Stück Charlie Victor Romeo beim Edinburgh Fringe Festival zu Gast.
BÜHNE UND KOSTÜME Der in Hamburg lebende
Jürgen Höth ist seit 1993 freischaffend tätig, u.a. am Thalia Theater Hamburg, an der Volksbühne Berlin, am Schauspiel Leipzig und an Theatern in Braunschweig, Oldenburg, Köln,
Basel, Freiburg, Kiel, Konstanz und Heilbronn. Am Theater Bielefeld war Höth bereits für die Bühnenbilder von Der Raub der Sabinerinnen/Frau Director Striese (UA) und Der Menschenfeind sowie
für Die fetten Jahre sind vorbei, Ein seltsames Paar und zuletzt Don Karlos verantwortlich. In der letzten Spielzeit hat er zudem die Bühnenbilder für alle Räume der TAMZWEI-Produktionen
(Jugend ohne Gott, Dutschke/Westwärts 1&2, Kamikaze Pictures und Gegen die Wand) entworfen. Von 1989-93 war Höth am Thalia Theater Hamburg als Bühnenbildassistent engagiert. In dieser
Zeit entstanden bereits seine ersten eigenen Arbeiten, u.a. für Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui und Endspiel. In Hamburg kam es auch mit dem Bühnenbild zu Eroberung des Südpols
zur ersten Zusammenarbeit mit Michael Heicks. Weitere Regisseure, mit denen Jürgen Höth zusammenarbeitete, waren u.a. Hiltrud Kissel, Robert Hungerbühler, Barbara Neureiter und Ulrike Grote.
Der gebürtige Kölner studierte in seiner Heimatstadt Bühnenbild bei Prof. R. Glittenberg.
www.theater-bielefeld.de
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