kulturfreak

Theater, Stückeinfos: A

abalon, one nite in bangkok

Von:
Fritz Kater
Uraufführung: 8. Januar 2006 (Frankfurt, schauspielfrankfurt)

Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt:

Premiere:
8. Januar 06 (Uraufführung)

Regie: Peter Kastenmüller
Bühne: Michael Graessner
Kostüme: Magdalena Musial
Video: Tobias Yves Zintel
Dramaturgie: Peter Kroher
Regieassistenz: Florian von Hoermann
Bühnenbildassistent: Britta Kloß
Kostümassistenz: Katja Strohschneider

Darsteller:
Abalon:
Bert Tischendorf
Bruder: Gunnar Teuber
Lin: Hsiao yin Wang
Mia: Chun hui Hsieng
Der Drache: Sandra Bayrhammer


Besprechung auf kulturfreak.de


Abalon ist Comic-Zeichner und lebensmüde. Sein älterer Bruder ist zu Besuch in Bangkok. Dort lernen sie zwei Schwestern kennen. In einer einzigen Nacht passiert Entscheidendes. Doch ist es Wirklichkeit oder der Phantasie des Zeichners entsprungen? Komödie oder Tragödie? All dies bleibt offen. Der Zuschauer kann selbst entscheiden , in welche Welt er die Ereignisse einordnen möchte.

Peter Kastenmüller, dessen Inszenierung von // Die Räuber im Großen Haus auch nach anderthalb Jahren immer ausverkauft ist, führt Regie in Fritz Katers neuem Stück. Fritz Katers Stücke gehören zu der zeitgenössischen Theaterliteratur, die regelmäßig ausgezeichnet werden („zeit zu lieben, zeit zum sterben“ wurde 2003 von der Redaktion der Zeitschrift Theater heute zum deutschsprachigen Stück des Jahres gekürt) und Erfolge auf wichtigen Theaterfestivals feiern.

Stückauftrag im Rahmen der Frankfurter Positionen – eine Initiative der BHF-BANK-Stiftung

abalon, one nite in bangkok ist eine Koproduktion mit dem National Theatre Taipeh, Taiwan.  

www.schauspielfrankfurt.de (externer Link)

Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk

Von:
Max Brod und Hans Reimann nach dem Roman von Jaroslav Hašek

Zur Inszenierung des Theater am Kurfürstendamm, Berlin:

Wiederaufnahme:
22. Juli 11 (bis 4. September 11)

Musik: Horst Maria Merz
Prolog und Liedtexte: Peter Ensikat
Regie: Klaus Gendries
Bühne: Edda Lingner
Kostüm: Riccarda Merten-Eicher
Pianist: Peter Buchheim

Mit: Walter Plathe, Maria Mallé, Frauke Büscher, Klaus Gendries, Reiner Heise, Herbert Sand, Marek Gierszal, Alexander Rogge und Thomas Hintze

Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk
Theater am Kurfürstendamm, Berlin
Im Gefängnis. V. l.: Marek Gierszal, Walter Plathe, Reiner Heise und Otmar Richter
© Jirka Jansch

„Es gibt in der Weltliteratur Helden, die ihren Büchern entstiegen sind, sich mitten unter den Menschen angesiedelt haben und ihr eigenes Leben führen, unabhängig von ihrem Autor und dessen Sujet. Alles, was dafür nötig ist, haben sie: einen eigenen Charakter, ein unverwechselbares Äußeres, eine eigene Art zu denken und zu handeln“, schreibt der russische Autor Daniil Granin in der „Zeit“ über die von Jaroslav Hašek geschaffene Figur des Schwejk und stellt den Prager Hundehändler in eine Reihe mit Don Quijote, den drei Musketieren, Hamlet, Faust und Oblomov.
Der Roman „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ wurde zwischen 1921 und 1923 veröffentlicht. 1928 brachte Erwin Piscator seine legendäre „Schwejk“-Inszenierung am Theater am Nollendorfplatz heraus. Hierfür konnte er George Grosz als Bühnenbildner gewinnen. An der Dramatisierung des Textes war auch Bertolt Brecht beteiligt. Max Pallenberg gab den Schwejk.
Der Stoff wurde für das deutsche Kino zwei Mal verfilmt: 1960 mit Heinz Rühmann, drei Jahre später mit Peter Alexander. Unvergessen ist vielen auch die 1967 entstandene Fernsehserie mit Fritz Muliar.

Die Story
Schwejk (Walter Plathe), der schlitzohrige Söldner, führt mit subversiver Dümmlichkeit und raffiniert gespielter Hilflosigkeit inmitten der Wirren des Ersten Weltkrieges seinen ganz persönlichen Krieg gegen die Bürokratie und den Militarismus der österreichisch-ungarischen K.u.K.-Monarchie. Schwejks Blödheit ist amtsärztlich attestiert, er wird jedoch im Krieg trotzdem dem Oberstleutnant Lukasch als Bursche zugeteilt. Alle ihm zugeteilten Aufgaben erfüllt Schwejk eifrig und über Gebühr und führt damit ihre Sinnhaftigkeit ad absurdum. Er ist ein Meister darin, sich dumm zu stellen und freut sich darüber, dass Lukasch ihn für einen Idioten hält, denn nur deswegen kann er sagen, was er will. Dauernd fällt ihm eine Anekdote ein, mit der er die ganze Lächerlichkeit des Patriotismus und Militarismus bloßstellen kann. Mit zahlreichen „Beispielen“ entlarvt er die Dummheit der Vorgesetzten und deren patriotische Phrasen.
Mit Witz und Phantasie gewinnt der „kleine Mann“ gegen die „Herren“ und rettet sich mit seinem Humor über das Chaos des Krieges.

Die Darsteller

Schwejk – Walter Plathe
Kaum ein Schauspieler ist im Fernsehen so durchgehend präsent wie Walter Plathe. Seine TV-Karriere begann er 1981 mit „Märkische Chronik“. Fünf Mal wurde er zum TV -Liebling der DDR gewählt. Kurz vor der Wende – im Sommer 1989 – verließ er die DDR und begann noch einmal ganz von vorn.
Von 1992 bis 2008 spielte er 130 Mal die Titelrolle in der ZDF-Serie „Der Landarzt“. Seit 2010 steht er in der Serie „Familie Dr. Kleist“ als Bürgermeister vor der Kamera. Plathe ist er einer der wenigen gesamtdeutschen Fernsehlieblinge. Trotz der vielen Dreharbeiten bleibt er seiner ersten Liebe – dem Theater – treu. Denn: „Die Mutter von’s Janze ist das Theater!“ Mit dem Otto-Reutter-Abend „Alles weg’n de’ Leut’“ gab er 1990 sein Debüt am Kurfürstendamm. 1995 glänzte er in der Titelrolle des großherzigen Kneipenwirts in Horst Pillaus „Kaiser vom Alexanderplatz“. Vom selben Autor ließ er sich auch den „Kohlenpaul“ und „Zille“ schreiben. Für das Solostück „Heute kein Hamlet“ erhielt er 2001 erstmals den Goldenen Vorhang (Publikumspreis des Berliner Theaterclubs). Insgesamt vier Mal wurde er mit dem Goldenen Vorhang geehrt. Auch für seine Darstellung des Schwejk bekam er die Auszeichnung. Zuletzt sahen ihn die Zuschauer am Kurfürstendamm als Professor Unrat in „Der blaue Engel“. Außerdem stand er im Sommer 2008 unter der Regie von Dieter Wedel bei den Nibelungen-Festspielen in Worms auf der Bühne. Auch 2011 ist er dort wieder engagiert. Er spielt in der Uraufführung von „Die Geschichte des Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß“.

Frau Palivec, Frau Müller, Frau Oberst, Bäuerin - Maria Mallé
„Maria Mallé gehörte zu den Stars des alten Metropol-Theaters. Sie war Sally Bowles in ´Cabaret´, Katharina in ´Kiss me Kate´, die Bandleaderin Sweet Sue in ´Manche mögen´s heiß´und und und ... Mehr als 25 Jahre hat sie eine Hauptrolle nach der anderen gespielt“, schrieb ein Journalist 2008 über die Sängerin. Anlass hierzu war ihre Rückkehr in den Admiralspalast, das frühere Metropol-Theater, wo sie damals in der Rolle der Mrs. Higgins in „My Fair Lady“ zu sehen war.
Gerade 20-jährig wurde die Mallé Ensemblemitglied des berühmten Berliner Kabaretts „Die Distel“. Nicht lange danach wechselte sie vom Hinterhaus ins Vorderhaus – dem Metropol-Theater, wo sie Berliner Theatergeschichte schrieb.
Zum 750-jährigen Stadtjubiläum Berlins verkörperte sie die Kabarett-Legende Claire Waldoff im Film „Claire Berolina“. Georg Kreislers „Heute abend: Lola Blau“ brachte sie in der DDR zur Erstaufführung und auf Schallplatte heraus.
Im Mittelpunkt ihrer vielseitigen Soloabende stehen immer wieder Blüten der Berliner Brettl- und Gassenhauer-Geschichte, aber auch Schlager aus der Ufa-Film-Zeit oder Kompositionen von Kurt Weill, Hanns Eisler und Paul Dessau.
Am Kurfürstendamm stand sie zuletzt in „Zille“ und „Der blaue Engel“ an der Seite von Walter Plathe auf der Bühne des Theaters am Kurfürstendamm.

Außerdem sind Frauke Büscher, Klaus Gendries, Reiner Heise, Herbert Sand, Marek Gierszal, Alexander Rogge und Thomas Hintze auf der Bühne zu erleben.

Der Regisseur - Klaus Gendries
Nach seiner Schauspielausbildung am Staatstheater Oldenburg folgten für Gendries Lehrjahre am Deutschen Theater Berlin. Ein Patenschaftsvertrag mit dem Theater in Senftenberg führte für ihn zur Übernahme der Oberspielleitung des Schauspiels. Neben klassischen Dramen inszenierte er Stücke von Heiner Müller und Peter Hacks. Kulturpolitische Auseinandersetzungen um seine Inszenierungen erzwangen einen Wechsel in die Filmregie. Literaturadaptionen wie „Der Schimmelreiter“, „Immensee“ und „Claire Berolina“ standen neben heiteren Stoffen wie „Florentiner 73“ oder dem Mehrteiler „Aber Vati“. Nach der Wende realisierte Gendries ca. 150 Folgen beliebter Serien wie „Forsthaus Falkenau“, „Der Bergdoktor“, „In aller Freundschaft“, „Schlosshotel Orth“, „Für alle Fälle Stefanie“ und „Der Landarzt“ (mit Walter Plathe in der Titelrolle) als Regisseur.

Mit letzterem inszenierte er am Theater am Kurfürstendamm Erfolgsstücke wie „Der Kaiser vom Alexanderplatz“ (450 Vorstellungen), „Heute kein Hamlet“, die Uraufführung „Kohlenpaul“, „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ (bisher fast 400 Aufführungen), „Zille“ und zuletzt „Der blaue Engel“. Gendries war auch in Bochum, Hamburg, Leipzig und Halle als Theaterregisseur tätig. Gendries steht in dieser Spielserie auch auf der Bühne.

© Theater am Kurfürstendamm

Kartenpreise Di bis Do 36/25/13€
Fr/Sa/So 39/28/17€

Karten 030/88 59 11 88 und unter
www.komoedie-berlin.de

Abgesoffen (Ahogados)

Nach dem Roman von: Carlos Eugenio López
Deutsch von: Susanna Mende
Urauffühurng:  6. Oktober 09 (Frankfurt/M, Schauspiel Frankfurt)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
6. Oktober 09 (Box; Uraufführung)

Regie: Antú Romero Nunes
Bühne, Musik, Video: Johannes Hofmann
Dramaturgie: Sibylle Baschung


Mit: Nils Kahnwald und Oliver Kraushaar

Besprechung auf kulturfreak.de

Abgesoffen
Schauspiel Frankfurt
Nils Kahnwald und Oliver Kraushaar
Foto:
Alexander Paul Englert

Ist das Universum eigentlich unendlich oder nur unmessbar groß? Und wenn es nicht unendlich ist, was kommt dort, wo es zu Ende ist? Und wozu ist eigentlich Masturbation gut ? Diese und noch andere Fragen treiben die zwei Männer um, die mit ihrem Wagen nachts durch die Weite der spanischen Mancha eilen. Immer auf das Meer zu. Philosophen sind sie, die die großen Fragen noch mal ganz von vorn aufrollen. Hin und wieder kommen sie ein wenig aus der Spur, durch Überlegungen wie: Welche Augenfarbe hatte eigentlich der Mann, der jetzt im Kofferraum des Wagens liegt? Ist das bei Afrikanern immer braun? Und kutschieren sie seine Leiche nur des Geldes wegen durch die Mancha oder tun sie es für das Gemeinwohl?

»Abgesoffen« ist ein, vollständig als Dialog geschriebener, tief schwarzer Roman des spanischen Autors Carlos Eugenio López. Ätzende Gesellschaftskritik paart er mit den Grundfragen des Seins. López wurde 1954 in Leon, in Spanien, geboren, er veröffentlichte preisgekrönte Romane und Gedichtbände und lebt heute in London.

Zum Regisseur
Antú Romero Nunes wird 1983 in Tübingen als Sohn eines portugiesischen Vaters und einer chilenischen Mutter geboren. Nach ersten Theatererfahrungen als Regisseur und Schauspieler am Theater Lindenhof in Tübingen und den Freilichtspielen Schwäbisch Hall, assistiert er beim Film und im Theater in Chile. 2005 beginnt er sein Studium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin, das er 2009 mit seiner Diplominszenierung „Die Geisterseher“ nach Friedrich Schiller am Maxim Gorki Theater Berlin erfolgreich beendet. In dieser Zeit entstehen außerdem Arbeiten am bat, am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin und am Düsseldorfer Schauspielhaus. Seine Inszenierung „Don’t wanna die watching Spiderman 3“ wird zu Festivals und Gastspielen nach Straßbourg, Lyon, Montpellier und Paris sowie zum Heidelberger Stückemarkt ins „Forum Junge Regie“ eingeladen.
In der Spielzeit 2009/2010 inszeniert Antú Romero Nunes neben seiner Arbeit am Schauspiel Frankfurt, in der Gaußstrasse des Thalia Theaters Hamburg, am Maxim Gorki Theater Berlin sowie am Theater Essen.

[© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Die Abschaffung der Arten
Nach dem Roman von: Dietmar Dath

Uraufführung der Bühnenfassung von Kevin Rittberger: 8. November 2009 (Berlin, Deutsches Theater [Box])
Uraufführung der Bühnenfassung on Martin Oelbermann: 30. April 10 (Mainz, Staatstheater Mainz)

Zur Inszenierung des Centraltheater Leipzig:

Premiere:
7. Mai 10 (Skala)

Regie: Martin Laberenz
Konzeptioneller Mitarbeiter: Christoph Wirth
Bühne: Oliver Helf
Kostüme: Aino Laberenz
Video: Matthias Petzold
Dramaturgie: Johannes Kirsten

Mit: Manolo Bertling, Anna Blomeier, Sebastian Grünewald, Guido Lambrecht, Melanie Schmidli, David Simon, Anita Vulesica

„Die Kinder von Dimitri und Lasara hatten schließlich eine andere Aufgabe gefunden als die, von der sie geglaubt hatten, dass ihr ganzer Weg sie darauf vorbereitet hatte. Sie mussten nicht Kundschafter sein, es würde zu keinem Krieg kommen, so kleinlich war die Geschichte nach der Geschichte gar nicht. Die Zweifel der Zukunft richteten sich auf Interessanteres als das nackte Überleben.“ In einer Zeit nach unserer Zeit der Langeweile, wie es heißt: Die Welt gehört den Gente, einer neuen Spezies, Tiermenschen, eine Folge von Biopolitik und -technik. Wo einst Europa war, liegen drei riesige labyrinthische Städte.Der Löwe Cyrus Golden ist der Lenker der Gemeinschaft von Gente, die die Städte bevölkert. Eine neue Art bedroht diese Welt – Keramikaner, Wesen ganz neuer Ordnung. Was bleibt, ist die Emigration in die Weiten des Weltraums, hin zur Venus, hin zum Mars. Als sich auf der Erde nichts mehr regt, schlüpfen zwei Nachkommen: Feuer und Padmasambhava. Am Ende, das vielleicht gar kein Ende ist, wird klar, dass alles bisher Geschehene nebeneinander existierte und weiter existiert. Kein Nacheinander, sondern ein Ineinander, Geschichte und Geschichten wiederholen sich … So ist „Die Abschaffung der Arten“ auch die Geschichte des Wolfes Dimitri, der von Cyrus Golden als Diplomat auf Reisen geschickt wird, um Verbündete gegen den immer mehr erstarkenden Gegner und die neue Gesellschaft zu suchen. Eine Geschichte ganz in der Tradition der großen utopischen Gesellschaftsentwürfe, die Antworten auf die Frage sucht, „warum den Menschen passiert ist, was ihnen passiert ist“. [© Centraltheater Leipzig]

www.schauspiel-leipzig.de

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
30. April 10 (Uraufführung; Kleines Haus)

Inszenierung: Martin Oelbermann
Bühne und Kostüme: Marc Thurow

Erzähler 1, Katahomenduende, Dmitri, Zagreus: Tim Breyvogel
Erzähler 2, Cordula Späth: Verena Bukal
Erzähler 3, Stanz, Katahomencopiava, Junger Freund mit Fell, Schütz: Jan-Philip Frank
Erzähler 4, Philomena, Elektrizitas Pulsipher, Wempes, Pyretta: Lisa Mies
Erzähler 5, Livienda, Izquierda, Lasara, St. Oswald: Johanna Paliatsou
Erzähler 6, Padmasambhava: Pascale Pfeuti
Erzähler 7, Feuer: Felix Mühlen
Erzähler 8, Ryu von Schnaub – Villalila: Lukas Piloty
Erzähler 9, Cyrus Iemelian Golden, Ältester Freund mit Fell, Aristoi, Preisnitel: Gregor Trakis

Mit seinem Roman will der erklärte Utopist Dietmar Dath die Welt verändern. Und das mit Hilfe von Tieren. Die Erzählung beginnt paradoxerweise mit dem Ende der Welt und dem Untergang der Menschheit. Die Welt gehört jetzt den Tieren. Dachse, Raben, Laufschweine, der Wolf und ein Luchs, aber auch Fledermaus und Libelle haben die Macht übernommen. König ist der Löwe Cyrus Golden. Diese neu geschaffene Tierwelt befindet sich im alten Europa, wo es nur noch drei letzte Menschenstädte gibt. Doch auch das Reich der Tiere erfährt Bedrohung durch den Angriff einer fremden Macht. So schickt der König den Wolf Dimitri nach Amerika, um als Diplomat Hilfe für sein Reich zu erbitten und Verbündete zu suchen. Die Suche führt ihn bis an den Rand der Welt, wo er erkennt, „warum den Menschen passiert ist, was ihnen passiert ist“. Dietmar Dath schreibt poetisch und mutig die Zukunft voraus. Er schreibt für das kommende posthumanistische Zeitalter und gibt uns Weltverbesserungsmöglichkeiten zur Hand. Und dazu noch die Löwen-Lehre: „Lebt, als ob ihr auf einer neuen Erde lebtet, die einen neuen Himmel vorhat.“
Martin Oelbermann wird die abenteuerliche Fabel mit Hilfe von Musikern, Tänzern und Schauspielern auf die Bühne bringen.

Dietmar Dath, geboren 1970, ist einer der außergewöhnlichsten jungen deutschen Schriftsteller. Mit seinen poetischen Texten, die gesellschaftliche und popkulturelle Themen, linke politische Ideen und übertriebene fantastische und Horror-Elemente vereinen, polarisiert er die Literaturwelt. Von 1998 bis 2000 war er Chefredakteur der Zeitschrift „Spex“, von 2001 bis 2007 Redakteur der FAZ. Bisher veröffentlichte er zehn Romane, Essaybände, Erzählungen und einige Sachbücher. Er unterwandert, überfliegt und durchkreuzt darin Gattungs- und Vorstellungsgrenzen. 2008 wurde Dath mit dem Förderpreis zum Lessing-Preis für Kritik ausgezeichnet. Im selben Jahr wurde „Die Abschaffung der Arten“ für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Martin Oelbermann wurde beim NRW-Theatertreffen 2003 für seine Uraufführungsinszenierung von Elfriede Jelineks Roman „Die Liebhaberinnen“ am Düsseldorfer Schauspielhaus ausgezeichnet. Er arbeitete außerdem am Staatsschauspiel Dresden, am Schauspielhaus Graz, am Volkstheater Wien und am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Am Staatstheater Mainz inszenierte er die Uraufführungen „Tristan und Isolde“ (2007) und „Die Ilias“ nach Homer (2009).     [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Achtung Deutsch!
Komödie

Von: Stefan Vögel
Uraufführung: 27. Februar 2011 (Berlin, Komödie am Kurfürsetendamm)

Zur Inszenierung der Berliner Komödie am Kurfürstendamm:

Premiere:
27. Februar 11 (Uraufführung)

Regie: Martin Woelffer
Bühne: Julia Hattstein
Kostüm: Gabriella Ausonio


Mit: Karim Cherif, Agnieszka Guzikowska, Oliver Dupont, Alessandro Calabrese, Helmut Krauss, Helmut Baumann u. a.

Henrik Schlüter (N.N.) ist das Oberhaupt einer fünfköpfigen Studenten-Wohngemeinschaft. Seine Mitbewohner sind der Syrer Tarik (Karim Cherif), Spezialist in mittelhochdeutscher Lyrik, die lebenslustige Französin Virginie (Agnieszka Guzikowska), ihr aktueller italienischer Lover Enzo (Alessandro Calabrese) und der trinkfeste Wiener Rudi (Oliver Dupont).
Als Henrik in den Urlaub fährt, übergibt er Tarik, dessen Einbürgerungsverfahren kurz vor einem positiven Abschluss steht, offiziell die Aufsicht über den Chaotenhaufen. Kurz nach Henriks Abreise kündigt sich Herr Reize (Helmut Baumann) von der Wohnungsbaugenossenschaft an, um „Familie Schlüter“ zu überprüfen – anscheinend hat man die Multikulti-Truppe als eine deutsche Familie mit zwei Kindern eingestuft.
Um Tariks Einbürgerungsverfahren nicht zu gefährden, beschließt die WG, das Spiel mitzuspielen – doch wie wird man so schnell zu einem „richtigen" Deutschen? Als Herr Reize zum Termin erscheint, steht Virginie am Herd und brät Würste, Tarik hat es sich mit einer Flasche Bier vor dem Fernseher gemütlich gemacht. Deren zwei wohlerzogene Kinder schließt Herr Reize schnell ins Herz.
Die Situation gerät aus den Fugen, als der unangenehme Nachbar Schröder (Helmut Krauss) eingreift und alles aufzufliegen droht.
Fragt man einen Deutschen, was er für typisch deutsch hält, wird man oft die Antwort erhalten: Deutsche sind zuverlässig, fleißig und haben keinen Humor. Eine Studie der GFK Marktforschung, in der 12.000 Bürger in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, Polen, Russland, Tschechien und der Türkei befragt wurden, ergab, dass die Befragten Deutsche vor allem für gut organisiert, akkurat und leicht pedantisch hielten.
Zuverlässigkeit, Umgänglichkeit und Geselligkeit sind ebenfalls Eigenschaften, die oft für typisch deutsch gehalten werden.
In „Achtung Deutsch!“ jongliert Stefan Vögel mit nationalen Klischees, indem er die Mitglieder einer bunt zusammen gewürfelten Multikulti-WG überlegen lässt, was typisch deutsch ist und sie dann auch als Deutsche agieren lässt.

Der Autor
Stefan Vögel
… studierte zuerst Wirtschaftsinformatik, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Seit 1993 ist er als freischaffender Autor und Schauspieler tätig. Die Komödie am Kurfürstendamm zeigte seine Komödien „Eine gute Partie“, „Süßer die Glocken“ und zuletzt „Die süßesten Früchte“.

Der ätzende Nachbar
Helmut Krauss
… absolvierte eine Schauspielausbildung und studierte Pädagogik. Er spielte unter anderem am Grips-Theater, am Hansa-Theater in Berlin sowie am Staatstheater Hannover.
Kabarettfans konnten ihn einige Male in Dieter Hildebrandts „Scheibenwischer“ erleben. Die Liste seiner Auftritte in Film und Fernsehen ist lang. Eine seiner bekanntesten Rollen ist seit 1981 die des Nachbarn Hermann Paschulke in der Kindersendung „Löwenzahn“. Gastengagements hatte er u. a. in „Tatort“, „Lukas und Sohn“, „Praxis Bülowbogen“ oder „Pastewka“.
Außerdem ist er ein gefragter Synchronsprecher: So leiht er seine Stimme u. a. Marlon Brando, Jean Reno und Samuel L. Jackson. Viele Synchron-Studios buchen ihn als Schurken. Im Zeichentrickfilm „Basil, der große Mäusedetektiv“ war er der Greifer, in „Bernard und Bianca im Känguruhland“ sprach er den Percival C. McLeach, in der Disney-Zeichentrickversion von „Der Glöckner von Notre Dame“ synchronisierte er den Erzdiakon.
Häufig wird er auch für das Einsprechen von Hörspielen und –büchern gebucht.
2006 war er bei den Störtebeker-Festspielen auf Rügen als Ambrosio zu sehen. Krauss spielt zum ersten Mal im Theater am Kurfürstendamm.

Der freundliche Prüfer
Helmut Baumann
… war von 1984 bis 1999 Intendant des Theater des Westens. Er begann seine Karriere als Solotänzer an der Hamburger Staatsoper und arbeitete in dieser Zeit unter anderem mit Choreographen wie Balanchine und Cranko zusammen. Parallel zu seiner Tätigkeit an der Staatsoper begann er ein Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater. Seine ersten Choreographien fielen auf und so wurde er einer der Theatermacher, der die Gratwanderung zwischen Musik- und Sprechtheater, zwischen Oper und Musical meisterte. Wichtige Stationen in seinem Leben waren: Thalia Theater Hamburg, Residenztheater München, Volksoper Wien, Opernhaus Zürich und das Schillertheater Berlin.
Als künstlerischer Leiter des Theater des Westens machte er dieses zum wichtigsten deutschen Musicalrepertoiretheater. Hier inszenierte er zahlreiche Erfolge: 1985 führte er bei der deutschen Erstaufführung von „La Cage aux Folles“ nicht nur Regie, sondern übernahm auch gleich noch die Hauptrolle der Zaza und wurde damit zum Publikumsliebling. Ebenso inszenierte Baumann „Cabaret“ und „My Fair Lady“. Unter seiner Intendanz standen Stars wie Eartha Kitt, Hildegard Knef, Helen Schneider und Angelika Milster auf der Bühne an der Kantstraße. Nach seiner Zeit am Theater des Westens inszenierte er u. a. das Musical „Victor/Victoria“ am Bremer Theater am Goetheplatz und eröffnete mit seiner Inszenierung von „Orpheus in der Unterwelt“ 2007 die Intendanz von Robert Meyer an der Volksoper Wien.
Für das Theater am Kurfürstendamm inszenierte er „Swinging Berlin – Tanzen verboten“ und „Das Apartment“. Nun kehrt er als Schauspieler an das Haus zurück.

Die Multikulti-WG
Der Syrer
Karim Cherif
… studierte Schauspiel an der Universität der Künste in Berlin. Noch während seiner Ausbildung spielte er am Studio des Maxim Gorki Theaters in dem Stück „Peanuts“. 2005 folgte ein Stückvertrag am Schauspielhaus Bochum, wo er in „Das Käthchen von Heilbronn“ auftrat.
Von 2005 bis 2008 war Cherif festes Ensemblemitglied am Burgtheater Wien. Seit der Spielzeit 2008/2009 ist er weiterhin mit einem Gastvertrag an das Haus gebunden.
Ab 2004 war Cherif auch regelmäßig in deutschsprachigen Fernsehrollen zu sehen. Unter anderem in: „Berlin, Berlin“, „Der Ermittler“ und „Türkisch für Anfänger“.

Der Österreicher
Oliver Dupont
... war bereits in diversen Komödien und Stücken auf Bühnen in Duisburg, Bochum, Wuppertal und Bonn zu sehen.
Zahlreiche Rollen in erfolgreichen TV-Reihen und Serien wie „Die Anrheiner“, „Mensch Markus“, „Weibsbilder“, „Soko Köln“, „Deutschland ist schön“ (SAT.1, 2008 nominiert für den Grimme-Preis), „Drei, ein Viertel“ sowie die Sketch-Comedy „Mannsbilder“ (SAT.1) machten ihn dem Fernsehpublikum bekannt.
Am Kurfürstendamm spielte er in „Die 39 Stufen“ und „Alles Astro“.

Die reizende Französin
Agnieszka Guzikowska
… gab erst vor kurzem ihr Debüt am Kurfürstendamm in „Die Perle Anna“ an der Seite von Anita Kupsch. Guzikowska war bereits in mehreren TV-Produktionen („Two Funny“, „Unser Charly“, „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“) zu sehen.

Der Italiener Enzo
… wird gespielt von Alessandro Calabrese.

[© Theater am Kurfürstendamm]

Spielzeit bis 24. April 2011
Karten 030/88 59 11 88 und unter
www.komoedie-berlin.de

Die Ängstlichen und die Brutalen

Von:
Nis-Momme Stockmann
Uraufführung: 12. November 2010 (Frankfurt, Schauspiel Frankfurt)

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
12. November 10 (Uraufführung)

Regie: Martin Kloepfer
Bühne / Kostüme: Esther Hottenrott
Dramaturgie: Nora Khuon

Mit: Thomas Huber, Sébastien Jacobi u. a.

Besprechung auf kulturfreak.de

Die Ängstlichen und die Brutalen
Schauspiel Frankfurt
Berg (Sébastien Jacobi), Eirik (Thomas Huber)
© Birgit Hupfeld

Die Brüder Eirik und Berg leben in zwei verschiedenen Welten. Lediglich ihr Vater verbindet sie noch. Doch eben jener liegt jetzt tot im Sessel. Mit sich, dem Tod und miteinander konfrontiert, verändert sich ihre eingefahrene Wahrnehmungs- und Verhaltensweise. Nis-Momme Stockmann sucht in den privaten Zusammenhängen, im Kleinen, im Intimen, nach der großen Welt: Seine Stücke sind berührend, involvierend und empathisch. Der mehrfach preisgekrönte und zum »Nachwuchsdramatiker der Stunde« (Der Spiegel) ausgerufene Nis-Momme Stockmann ist Hausautor des Schauspiel Frankfurt.

Zum Autor
Nis-Momme Stockmann wird 1981 auf Föhr geboren. Er studiert, nach einer Ausbildung zum Koch, Sprache und Kultur Tibets in Hamburg und Medienwissenschaften im dänischen Odense, beginnt Drehbücher zu schreiben und Kurzfilme zu drehen, darunter »Ignorans«, für den er 2005 beim internationalen Filmfestival in Odense den 1. Preis erhält. 2007 besetzt er mit anderen Künstlern eine ehemalige Grundschule in Flensburg und gründet dort das freie Kunst- und Kulturzentrum, »Laboratorium«, wofür er das Gründungsmanifest verfasst und Ausstellungen kuratiert. Stockmann stellt auch eigene Medieninstallationen aus, so einen Zyklus von Audiofotografien – ein Medium, das er selbst erfunden hat. Ab 2008 studiert er Szenisches Schreiben an der UdK Berlin. Mit seinem Stück »Der Mann der die Welt aß« wird er beim Heidelberger Stückemarkt 2009 mit dem Hauptund Publikumspreis ausgezeichnet. Noch im selben Jahr wird es uraufgeführt. Beim Berliner Stückemarkt reüssiert es ebenfalls – die Jury verleiht dem Autor daraufhin den Werkauftrag des tt Stückemarkts Berlin. Für die Spielzeit 2009 / 10 schreibt Stockmann mit »Kein Schiff wird kommen« ein neues Stück für das Staatstheater Stuttgart. Die Inszenierung wird zu den Mülheimer Theatertagen und ins Rahmenprogramm des Berliner Theatertreffens 2010 eingeladen.
Im Herbst 2010 wird sein Stück »Inga und Lutz« in Braunschweig uraufgeführt. In der Kritikerumfrage des Fachmagazins »Theater Heute« wird Nis-Momme Stockmann mit großer Mehrheit zum »Nachwuchsdramatiker des Jahres 2010« gewählt.
Seit Beginn der Spielzeit 2009 / 10 arbeitet Nis-Momme Stockmann als Hausautor für das Schauspiel Frankfurt. »Die Ängstlichen und die Brutalen« ist nach »Das blaue blaue Meer« die zweite gemeinsame Uraufführung. Stockmann entwickelt außerdem in der Box die Reihe »Herkules Manhattans holistisches Kompendium des modernen Seins« und schreibt für die Website des Schauspiel Frankfurt »Stockmanns Appendix«. Nis-Momme Stockmann ist Vater von zwei Töchtern.

Das Regieteam:

Martin Kloepfer (Regie)
Geboren 1971 in Essen. Martin Kloepfer studierte Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf. Seit 1996 arbeitete er als Bühnenbildner, 1999 debütierte er als Regisseur am Maxim Gorki Theater Berlin. Seither arbeitete er an zahlreichen Theatern im deutschsprachigen Raum, wie dem Nationaltheater Mannheim, am Theater Freiburg, am Deutschen Theater Göttingen und am Deutschen Theater Berlin, wo er 2001 »Ausweitung der Kampfzone« und 2009 »Der futurologische Kongress« inszenierte. Zuletzt führte er bei Borges’ »Die Lotterie in Babylon« am Schauspiel Wuppertal Regie. Am Schauspiel Frankfurt inszenierte er in der Spielzeit 2009 / 10 »Die Pest« von Albert Camus im Bockenheimer Depot.

Esther Hottenrott (Bühne und Kostüme)
Geboren 1963. Nach abgebrochener musikalischer Ausbildung und vorübergehendem Studium der Germanistik und Musikwissenschaften an der Uni Köln beginnt Esther Hottenrott Bühnenraum an der Kunsthochschule Hamburg bei Prof. Wilfried Minks zu studieren. Während des Studiums arbeitet sie bei zahlreichen Low- und No-Budgetprojekten in Hamburg mit. Nach einjähriger Assistenz am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg entwirft sie ihre eigenen Ausstattungen für Theater in Karlsruhe, Lübeck, Basel, Frankfurt, Freiburg, Ulm und Mannheim. Dort arbeitet sie u. a. mit Titus Selge, den Musikern Christian Zehnder / Balthasar Streiff, Christian Tschirner und seit 2003 mit Martin Kloepfer. In der Spielzeit 2009/10 entwarf sie für »Die Pest« am Schauspiel Frankfurt die Bühne und die Kostüme. [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Ajax

Von:
Armin Petras nach Sophokles
Uraufführung: 23. Dezember 2005 (Frankfurt, schauspielfrankfurt in der schmidtstrasse12)

Zur Uraufführungsinszenierung des schauspielfrankfurt:

Premiere: 23. Dezember 05 (Uraufführung)

Regie: Armin Petras
Raum: Michael Graessner
Kostüme: Bernd Schneider
Video: Fausto Molina
Dramaturgie: Sibylle Baschung
Regieassistenz: Martin Baasch
Bühnenbildassistent: Julia Plickat

Darsteller:

Ajax:
Robert Kuchenbuch
Tekmessa: Hilke Altefrohne
Eurysakes, ihr Kind: Sebastian Hamerski
Freund: Andreas Leupold
Athene, Agamemnon, Menelaos: Regine Zimmermann
Odysseus: Andreas Haase


Heldendämmerung, Bruderkrieg: Weil Achills Waffen nicht ihm, sondern Odysseus zugesprochen werden, fühlt sich Ajax zutiefst in seiner Ehre gekränkt. Blutig will er den Griechen die Erniedrigung heimzahlen. Doch im Rausch der Wut verschiebt sich Ajax’
Wahrnehmung: Er hält eine Herde Rinder für das griechische Heer und tötet sie. Als Ajax aus seinem Wahn erwacht, erkennt er, daß
diese erneute Schmach für ihn nicht zu tragen ist. Ajax stürzt sich in sein Schwert. Zwischen den Griechen entbrennt ein Streit darüber,
ob sein Leichnam dem Ritus gemäß bestattet und der Held damit posthum in die Gemeinschaft zurückgeholt werden soll. [Text: schauspielfrankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Alkestis
Von: Euripides

Zur Inszenierung des Schauspielhaus Zürich:

Premiere:
Samstag, 6. Februar 10 (Pfauen)

Regie: Karin Henkel
Bühnen: Henrike Engel
Kostüme: Klaus Bruns
Licht: Ginster Eheberg
Choreographie: Anna Tenta
Dramaturgie: Katja Hagedorn

Mit:
Gabor Biedermann
Ludwig Boettger
Carolin Conrad
Jean-Pierre Cornu
Markus Scheumann
Tatja Seibt

In seiner ALKESTIS führt Euripides – schwankend zwischen Tragödie und Komödie - den menschlichen Traum von der Kontrolle über den Tod ad absurdum. Das früheste der Euripideischen Dramen (uraufgeführt 438 v. Chr.) wird ab dem 6. Februar in einer Inszenierung von Karin Henkel im Pfauen zu sehen sein.

Was wäre, wenn sich der Tod delegieren liesse? Admet, König von Thessalien, erhält von den Göttern diese Möglichkeit: Findet er einen Menschen, der für ihn zu sterben bereit ist, muss er nicht in den Tod gehen. Doch in Admets Verwandtschaft will niemand das Opfer bringen; selbst die alten Eltern, die auf ein erfülltes Leben zurückblicken können, wollen nicht für den Sohn sterben. Nur Admets noch junge Frau Alkestis ist zum stellvertretenden Tod bereit.
Jahre später aber, als Alkestis ihr Versprechen einlösen muss, steht sie ihrem Mann in der Stunde ihres Todes entfremdet gegenüber. Und auch Admet wird nicht mehr glücklich. Gerade weil er dem Tod ausgewichen ist, ist dieser nun umso präsenter – in den Erinnerungen an seine tote Frau, in den ausgesprochenen und unausgesprochenen Vorwürfen der Mitmenschen, in seinen Selbstmordgedanken. Was wäre also, wenn man dem Tod noch einmal ein Schnippchen schlagen und die Tote wieder zu den Lebenden zurückkehren könnte?

Euripides gilt als der Zweifler unter den antiken Tragikern, in dessen Dramen der Glaube an das göttliche Walten ins Wanken gerät und die Pathologien der menschlichen Seele ins Zentrum treten. Auch im Drama ALKESTIS stellt er bohrende Fragen nach der Beherrschbarkeit des Todes, der auch im 21. Jahrhundert noch als schicksalshaft erlebt wird.
Alkestis stirbt aus Liebe zu Admet, doch macht das stellvertretende Sterben Sinn? Der Verlust seiner Frau schmerzt Admet so sehr, dass er selber sterben will. Seinen alten Eltern wirft er vor, den Tod Alkestis‘ zugelassen zu haben, wird aber von seinem Vater als Mörder seiner Frau beschimpft: Admet, so der Vater, hätte das Opfer nie annehmen dürfen. „Alle Menschen müssen sterben,/und keinen Sterblichen gibt’s, der sicher weiss,/ob er am nächsten Tag noch leben wird“, sagt Herakles, der gegen Ende Hoffnung in das Geschehen bringt und gleichzeitig die Sinnlosigkeit des Versuchs artikuliert, über den Tod bestimmen zu wollen.

Karin Henkel, geboren 1970 in Köln, inszenierte schon 1993 am Wiener Burgtheater. Es folgten Inszenierungen u.a. am Thalia Theater Hamburg, an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin, am Schauspielhaus Bochum, am Schauspielhaus Zürich („Woyzeck“ 1999, „Das weite Land“ 2004), am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und am Deutschen Theater Berlin. Ihre Stuttgarter Inszenierung „Platonow“ wurde zum Theatertreffen 2006 nach Berlin eingeladen. Nach „Medea“ (Deutsches Schauspielhaus in Hamburg) und „Iphigenie“ (Schauspiel Köln) beschäftigt sie sich mit „Alkestis“ zum dritten Mal mit einem antiken Stoff. [© Schauspielhaus Zürich]

Weitere Vorstellungen im Pfauen: 9./ 10./ 20./ 24./ 25. Februar, jeweils 20 Uhr; 14./ 21. Februar, jeweils 15 Uhr
weitere Vorstellungen im März und April 2010 sind in Planung.

www.schauspielhaus.ch

Alles Astro

Von:
Frank-Lorenz Engel
Uraufführung: 18. Mai 2009 (Berlin, Komödie am Kurfürstendamm)

Zur Inszenierung der Berliner Komödie am Kurfürstendamm:

Premiere:
18. Mai 09 (Uraufführung)

Regie: Frank-Lorenz Engel,
Ausstattung: Julia Hattstein

Mit: Edith Hancke, Klaus Sonnenschein, Astrid Kohrs, Sylvia Wintergrün, Oliver Dupont

Lothar ist ein angesehener Professor für Astronomie. Für übersinnliche Dinge hat er nichts übrig. Seine Frau Charlotte hat also gute Gründe, ihre gutgehende Astrologiepraxis vor ihm zu verheimlichen. Doch durch einen Zufall kommt Lothars Assistent hinter Charlottes Geheimnis. Er verspricht ihr, sie nicht zu verraten und bittet sie wegen seiner Eheprobleme um astrologische Hilfe. Sie lässt sich von ihm dazu überreden, ein Liebeselixier für seine Frau Isabelle zu mischen, um seine Ehe aufzufrischen. Bei einem gemeinsamen Abendessen der beiden Paare kommt die Liebesdroge zum Einsatz: Sie wirkt tatsächlich, aber leider anders als geplant. Dies hat für alle ungeahnte Folgen ...

„Alles Astro“ nimmt die Esoterik mit all ihren Auswüchsen auf die Schippe und spielt mit dem Gegensatz von Wissenschaft und Spiritualität.
Ein augenzwinkernder Beitrag der Komödie am Kurfürstendamm zum „Internationalen Jahr der Astronomie 2009“.

Astronomie und Astrologie
Meyers großes Taschenlexikon von 1995 definiert die beiden Begriffe folgendermaßen: Der Begriff „Astrologie“ kommt aus dem griechischen und steht für Sternendeutung. Es ist „der Versuch, das Geschehen auf der Erde und das Schicksal des Menschen aus bestimmten Konstellationen der Gestirne zu deuten und vorherzusagen. Die Astrologie geht dabei von der Überzeugung aus, daß zwischen der Sternenwelt und irdischen Vorgängen (insbesondere die menschliche Existenz) eine erfaßbare geregelte und damit prognostizierbare Beziehung besteht.“
„Astronomie“, griechisch für Stern-, Himmelskunde, ist „die Wissenschaft, die sich mit der Erforschung des Universums befaßt, das heißt mit der kosmischen Materie, ihrer Verteilung und Bewegung, ihrem physikalischem Zustand sowie ihrer Entstehung und Entwicklung, aber auch der Struktur der Welt als Ganzem. Grundlage ist die Analyse der aus dem Kosmos ankommenden elektromagnetischen Strahlung und der Korpuskelstrahlung (kosmische Strahlung).“

Gibt man in der Suchmaschine Google den Suchbegriff „Unterschied Astrologie und Astronomie“ ein, erhält man fast 100.000 Treffer. Bei Yahoo!Clever erklärt jemand den Unterschied folgendermaßen: „Die Astrologie ist Schmarrn. Sie beschäftigt sich mit ... Horoskopen. Das Wort kommt vom Griechischen und bedeutet wortwörtlich Sternenkunde ´Stern, Gestirn´ und ´Rede, Begriff, Lehre´. Die Astronomie – auch griechischer Herkunft, ist die Wissenschaft über die Sterne, ohne vorherzusagen, ob der Ehemann Seitensprung gemacht hat oder die EC-Karte in dem Automaten am übernächsten Mittwoch vergessen bleibt, ...“

Sicherlich kann man sich darüber streiten, ob Astrologie praktische Lebenshilfe oder „Schmarrn“ ist. Bestimmt bedeutet sie jedoch mittlerweile für viele einen angenehmen Geldsegen, schaut man sich die zahlreichen Telefonhotlines von Questico bis Vistano an, die „ganzheitliche“ oder „liebevolle kompetente Lebensberatung“, manchmal auch „wertvolle Lebenshilfe“ versprechen: mithilfe von Astrologie und Horoskopen, Tarot und Kartenlegen, Hellsehen und Wahrsagen. Angeboten werden auch Engelkontakte und Kaffeesatzlesen. Die Beratungsminute kostet zwischen 0.70 € und 2.90 €. Beraten wird dabei häufig in Liebesdingen. Im Zentrum stehen Fragen wie: „Ist er der richtige?“, „Was bringt mir die Zukunft?“, „Wie stehen meine Sterne?“

Die erfolgreiche Astrologin: Edith Hancke
Drei Wochen nachdem sie bei der Abschlussprüfung „wegen Talentlosigkeit" durchgefallen war, bekam sie ihre erste Filmrolle als Adelheid in Gerhard Hauptmanns “Biberpelz“. Die erste Theaterrolle war die Hedwig in Ibsens „Wildente“ am Berliner Renaissance Theater. Darauf folgte ein Gastspiel an den Kammerspielen des Deutschen Theaters. Während ihrer zweijährigen Mitgliedschaft beim Kabarett „Stachelschweine“ begann sie parallel für das Fernsehen zu arbeiten. Aber es zog sie doch immer wieder ans Theater: auf Schiller-, Schlosspark- und Hansa-Theater folgten ab 1970 mit Bert Brechts „Happy End“ 20 Jahre Tribüne mit ihrem Schauspiel- und Regiekollegen und Ehemann Klaus Sonnenschein. 1993 spielte sie am Kurfürstendamm in der Uraufführung „Keine Ehe nach Maß“ von Curth Flatow. Danach wurden die Häuser am Kurfürstendamm ihre künstlerische Heimat. Zuletzt überzeugte sie hier als verschrobene Schriftstellerin in „Pension Schöller“. Hancke wurde von den Berliner Zuschauern bereits zwölf Mal mit dem Publikumspreis „Goldener Vorhang“ geehrt.

Der erfolgreiche Professor der Astronomie: Klaus Sonnenschein
Nach Theaterstationen in Konstanz und Bochum folgten Engagements in Berlin, davon allein sechs Jahre an der Schaubühne. 1970 spielte er zusammen mit Edith Hancke Bert Brechts „Happy End“ an der Berliner Tribüne. Anschließend übernahm er die Direktion des Hauses und heiratete seine Bühnenpartnerin. Das Ehepaar Hancke-Sonnenschein spielte unter seiner Regie 20 Jahre lang an der Tribüne Berliner Volkstheater. Erfolgs-Volksstücke von Curth Flatow und Horst Pillau, wie „Das Fenster zum Flur“ wurden zum Markenzeichen des Hauses.
Für seine Leistung in „Hochzeit bei Zickenschulze“ am Volkstheater Hansa erhielt Klaus Sonnenschein 1998 den „Goldenen Vorhang“ des Berliner Theaterclubs.
Für die Komödie „Herbstzeitlose“ in der Komödie am Kurfürstendamm, in der er gemeinsam mit seiner Frau Edith Hancke auf der Bühne stand, bekamen die beiden den „Goldenen Vorhang“ des Berliner Theaterclubs. 2008 trat er als Großwildjäger in „Pension Schöller“ auf.

Die ehrgeizige Journalistin: Astrid Kohrs
Ab 1988 spielte Astrid Kohrs am Schiller Theater Berlin, wo sie mit Regisseuren wie Harald Clemen und Jérôme Savary arbeitete. Sie war in Wien, am Schönbrunner Schlosstheater sowie in Schwedt an der Oder engagiert, bevor Martin Woelffer sie an sein magazintheater holte, wo sie das „kunstseidene Mädchen“ war und in vielen weiteren seiner Inszenierungen auftrat.
An der Seite von Jürgen von der Lippe war sie in der Comedy Serie „Der Heiland auf dem Eiland“ zu sehen. In „Allein unter Bauern“ stand sie als Wirtin vor der Kamera.
Zuletzt war sie mit Claude-Oliver Rudolph auf Tournee und spielte an seiner Seite die Gelsomina in Fellinis „La Strada“.

Der vielversprechende Astronomie-Professor: Oliver Dupont
... war bereits in diversen Komödien und Stücken auf Bühnen in Duisburg, Bochum, Wuppertal und Bonn zu sehen.
Zahlreiche Rollen in erfolgreichen TV-Reihen und Serien wie „Die Anrheiner“, „Mensch Markus“, „Weibsbilder“, „Soko Köln“, „Deutschland ist schön“ (SAT.1, 2008 nominiert für den Grimme-Preis), „Drei, ein Viertel“ sowie die Sketch-Comedy „Mannsbilder“ (SAT.1) machten ihn dem Fernsehpublikum bekannt.
Zuschauer, die „Die 39 Stufen“ am Kurfürstendamm gesehen haben, erinnern sich auf jeden Fall an ihn und haben schon Tränen über ihn gelacht: Gemeinsam mit seinem Kollegen Alexis Kara bildet er das wandlungsfähige ungemein komische Duo, das neben Ingolf Lück und Nicola Ransom auf der Bühne steht.

Operndiva mit Beratungsbedarf: Sylvia Wintergrün
Unter der Intendanz von Helmut Baumann gehörte Sylvia Wintergrün zum Stammensemble des Theater des Westens und spielte sich in die Herzen des Publikums: „La cage aux Folles“, „Sweet Charity“, „Kurt Weill Revue“, „UFA-Revue“ und „My Fair Lady“ sind nur einige der vielen Produktionen, an denen sie beteiligt war.
Danach spielte sie am Friedrichstadtpalast, im Wintergarten Varieté, am Schlosspark Theater, der Komödie Winterhuder Fährhaus und der Komödie Dresden.
Im vergangenen Jahr begeisterte sie Publikum und Kritiker gleichermaßen mit der Darstellung einer abgelegten Chefgeliebten sowie einer übriggebliebenen Partybraut in Helmut Baumanns Inszenierung des Musicals „Das Apartment“. „Der Tagesspiegel“ lobte damals: „ ... sie hat nur zwei Minirollen, aber sie formt sowohl die zynische Sekretärin (...) als auch (...) Marge mit wenigen, schrill-stimmig servierten Sätzen zu Menschen aus Fleisch und Wut, die einem verdammt bekannt vorkommen.“


Regisseur und Autor: Frank-Lorenz Engel
... ist nicht nur Regisseur, sondern auch Schauspieler. Er spielte unter anderem am Theater am Kurfürstendamm, der Freien Volksbühne und am Maxim Gorki Theater. 1991 begann er zu inszenieren: Er arbeitete u. a. am Renaissance Theater, der Tribüne, der Freien Volksbühne, der Komödie Winterhuder Fährhaus, dem Maxim Gorki Theater, am Altonaer Theater in Hamburg und der Komödie Winterhuder Fährhaus. Weitere Stationen sind München, Kiel und Rostock. 2007 erhielt Frank-Lorenz Engel den „INTHEGA-Preis“ für die beste Inszenierung Musiktheater für das Musical „Sister Soul".
Am Kurfürstendamm inszenierte Frank-Lorenz Engel zuletzt „Herbstzeitlose“ – ebenfalls mit Edith Hancke und Klaus Sonnenschein. [©Komödie am Kurfürstendamm]

Karten 030/88 59 11 88 und unter
www.komoedie-berlin.de

Altweiberfrühling

Von:
Stefan Vögel ( nach dem Drehbuch des Films “Die Herbstzeitlosen” von Sabine Pochhammer und Bettina Oberli)
Uraufführung in hochdeutscher Sprache: 8. April 2010 (Wien, Theater in der Josefstadt)

Zur Inszenierung des Volkstheater Frankfurt ~ Liesel Christ unter dem Titel “Alles für Mama”

Premiere:
14. April 12
Spielzeit bis: 2. Juni 2012

Hessische Fassung: Wolfgang Kaus
Regie: Sylvia Hoffman
Bühnenbild: Rainer Schöne

Mit: Anette Krämer, Steffen Wilhelm,Thomas Hessdörfer,Thomas Koob, Emanuel Raggi

Leo, Herbert und Wolfi - drei chaotische, liebenswerte Brüder- entführen die schwerreiche Industrielle Konstanze Papenburg, um Geld zu erpressen. Die Mutter der drei mittellosen jungen Männer hatte 40 Jahre lang in Frau Papenburgs Unternehmen gearbeitet, ehe sie von heute auf morgen mittels juristischer Tricks entlassen und aus der langjährigen Dienstwohnung geschmissen worden war. Gewaltsam wollen die Brüder das Recht nun selbst in die Hand nehmen - und riskieren alles für Mama. Aber nicht nur erweist sich Konstanze von Anfang als äußerst wehrhafte Geisel - auch ihr Sohn Christian, der letzte der Papenburgs, macht absolut keine Anstalten für seine "Alte" zu zahlen... [© Volkstheater Frankfurt ~ Liesel Christ]

www.volkstheater-frankfurt.de

Amphitryon
Lustspiel nach Molière in 3 Akten

Von: Heinrich von Kleist
Entstanden: 1806/07
Uraufführung: 8. April 1899 (Berlin, Neues Theater)

Zur Inszenierung am schauspielfrankfurt:

Premiere:
19. September 08
Regie: Florian Fiedler
Bühne: Maria-Alice Bahra
Kostüme: Irene Ip
Musik: Martin Engelbach, Frank Wulff
Licht: Jan Walther
Dramaturgie: Sibylle Baschung
Regieassistenz: Mina Salehpour
Bühnenbildassistenz: Anna Dischkow
Kostümassistenz: Katharina Tasch
Inspizienz: Joachim Möller
Souffleuse: Christine Schneider
Technische Produktionsleitung: Josef Dreker
Technische Einrichtung: Hubertus Schneider
Ton: Philipp Batereau, Joachim Steffenhagen
Maske: Lutz Paschke, Verena Martin
Requisite: Jens Schönherr, Corinna Lang
Regiehospitanz: Carlos Döring
Bühnenbildhospitanz: Denisa Dyrsmidova
Kostümhospitanz: Elena Rosenau
Dramaturgiehospitanz: Lisa Danulat, Tobias Langenbach

Besetzung:
Jupiter/Amphitryon:
Aljoscha Stadelmann
Merkur: Christian Kuchenbuch
Sosias: Sebastian Schindegger
Alkmene: Sabine Waibel
Charis: Julia Penner
Musiker: Martin Engelbach, Frank Wulff

Besprechug auf kulturfreak.de

Amphitryon
schauspielfrankfurt
Merkur (Christian Kuchenbuch) und Sosias (Sebastian Schindegger)
Foto:
Alexander Paul Englert

Alkmene erwartet die Kriegsheimkehr ihres siegreichen Gatten Amphitryon. Dieser hat Sosias voraus geschickt, um Alkmene auf seine ruhmreiche Ankunft vorzubereiten. Im nächtliche n Dunkel begegnet Sosias sich selbst, das heißt: dem Gott Merkur, der Sosias Gestalt angenommen hat und der ihn nun mit roher Gewalt davon überzeugt, nicht er selbst zu sein. Jupiter, der seinerseits in Amphitryons Gestalt geschlüpft ist, um mit Alkmene eine Liebesnacht zu verbringen, hat Merkur damit beauftragt, für ihre Ungestörtheit Sorge zu tragen. Der Plan scheint aufzugehen: Alkmene gibt sich der verführerischen Täuschung hin und verbringt ihre leidenschaftlichsten Stunden in Jupiters Armen. Als der heimgekehrte Amphitryon am nächsten Morgen bestreitet, die Nacht mit Alkmene verbracht zu haben, sieht er sich, betrogen von sich selbst, sich selbst gegenüber und ringt um Selbstgewissheit. Auch Alkmene gerät über den tragischen Zweifel, ob sie mit dem richtigen Mann geschlafen hat, in existentielle Nöte. Hin- und hergerissen zwischen Verund Misstrauen fällt Alkmene ins Bodenlose. [© schauspielfrankfurt]

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Amphitryon. Eine Inquisition.
Inszenierung des Thetaer Willy Praml, Frankfurt:

Premiere:
22. November 07
Wiederaufnahme: 29. März 08

Der zweite Teil des Projektzyklusses „Der zerbrochene Kleist“.
Ein Teil in Dunkelheit und Kälte, eine Inquisition (lat. > Untersuchung) an sich selbst.

Amphitryon
Theater Willy Praml
Foto: Seweryn

Der Versuch Kleists, im „Amphitryon“ über alle Verzweiflung hinaus komisch zu sein, führt seine Hauptpersonen in die Nähe von Woody Allens, die,
mit Schwermut beladen,
mit ein paar Schneeflocken im zerzausten Haar,
durch die Häuserschluchten der Großstadt
stolpern
und mit dem lieben Gott oder
mit dem eigenen seltsamen Gesicht in den hellerleuchteten Schaufensterscheiben
hadern.
Bin ich, ich?
Ach!
Gott erscheint der Alkmene in der Nacht.
Hat aber die Gestalt des Ehegatten, der schon seit Monaten, durch Krieg gebunden, sehnsüchtig erwartet wird.
Wenn er am morgen die Frau verlässt, erscheint der andere, der genauso aussieht und der behauptet, er sei er.
Chaos der Beziehungen/Verwirrung der Gefühle.
Gott/Mensch?
Liebe/Verhör!
Amphitryon! Das fasst kein Sterblicher.

www.theater-willypraml.de

An Goethe (zum 261ten)

Zur Inszenierung des Theater Willy Praml:

Premiere:
26. August 10

Regie: Joanna-Maria Praml
Konzept: Joanna-Maria Praml /Michael Weber
Bühne/Kostüme: Michael Weber

Mit: Reinhold Behling, Nadja Dankers, Jakob Gail, Birgit Heuser, Sören Messing

An Goethe (zum 261ten)
Foto: Theater Willy Praml

„Er ist das vollkommenste Wesen, das ich kenne, auch im Äußeren – in seinen Augen, seiner Stirne, seinen Zügen liegt gleichsam das Universum. Die höchste Glorie umleuchtet ihn.“
So wird über Goethe geschwärmt. Zu Beginn der Feierlichkeit seines Geburtstags, die sich zum xten mal wiederholt.
Jahrhunderte lang schon hocken sie an der Geburtstagstafel, kauen am Phänomen Goethe herum, stoßen an, singen, erzählen, streiten, keifen, schlagen sich, liegen sich in den Armen und sterben aufs Neue - ihren Goethe-Tod:
Frau von Stein, Schiller, Lenz, die Vulpius und Sohn August.
Alle haben sie zu loben und vor allem zu fluchen und die Dichter-Exzellenz durch den Kakao und in den Dreck zu ziehen.
„Ein solches Wesen sollte man nicht um sich herum aufkommen lassen“, warnt Schiller -
„Mit Wahrheit sagt er, dass er einen vom Himmel bis zur Hölle führt“, antwortet die Stein - Jugendfreund Lenz hält eine glühende Liebe-Hass-Tirade auf JWG -Sohn August säuft sich im Schatten des großen Vaters – profillos - zu Tode und Goethes Ehefrau Christiane Vulpius begräbt beider Säuglinge und tanzt die Schuhe durch, wenn der Gatte mal wieder ein paar Monate verreist ist.
Sehnlichst von ihnen, den Goethe-Malträtierten, erwartet, wird er sie alle überleben. Warten auf G. – Ein Gespräch über den abwesenden Herrn von Goethe, der an diesem Abend wieder einmal ganz herrlich lebendig wird.
Bleibt der Schluss:
„Und während Europa uns um Goethe beneidet, hätten diese Unsinnigen nicht übel Lust, seine heilige Asche aus der Fürstengruft zu Weimar heraus zu reißen und in alle vier Winde zu streuen. Solcher Wahnsinn ist doch nur in Deutschland möglich.“ (Ein Zeitgenosse)

Spieldauer: 1.30h ohne Pause
Do, 26.08. (Premiere)/ Fr, 27.08./ Sa, 28.08./ Do, 09.09./ Do,16.09./ So, 26.09./ Do, 30.09./ Sa, 09.10. jeweils 20:30 Uhr
Eintritt: 16/12/9,--€
Reservierungen unter: 069/ 43 05 47 34
www.theater-willypraml.de  

Das andalusische Mirakel - Ein Pingel auf Reisen

Von:
Lars Albaum und Dietmar Jacobs
Uraufführung: 9. März 2006 (Bonn, Contra-Kreis-Theater)

Zur Inszenierung der Komödie TAP, Darmstadt:

Premiere:
9. September 11

Inszenierung: Dieter Rummel 
Bühnenbild: Anne Uhlig
Bühne und Technik: Volker Seibel

Mit: Dieter Rummel, Oliver Lemki, Benjamin Rollmann, Stephanie Meisenzahl und Inka Schmietendorf

www.die-komoedie-tap.de

Die andere Seite
Nach dem Roman von Alfred Kubin
Bühnenadaption: Christopher Rüping

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
19. September 11 (Box)

Regie: Christopher Rüping
Bühne: Jonathan Mertz
Kostüme: Lene Schwind
Musik: Alexander Drose
Dramaturgie: Johanna Vater

Mit: Lisa Stiegler; Benedikt Greiner, Johannes Kühn

Die andere Seite
Schauspiel Frankfurt
Vorabfoto mit Benedikt Greiner, Lisa Stiegler, Johannes Kühn
© Birgit Hupfeld

Das Angebot kommt überraschend: Der Protagonist des Romans wird von seinem alten Schulfreund Patera eingeladen, Bürger von »Perle« zu werden, ein in einem unbekannten Winkel Asiens liegendes Traumland, dessen Schöpfer und Herrscher Patera ist. Doch was zunächst die Erfüllung eines sorgenfreien Lebens verspricht, entpuppt sich zunehmend als gnadenlose Horrorvision eines Überwachungsstaats, in dem sich ein apokalyptischer Kampf anbahnt, der die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen lässt. [© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Annika oder Wir sind nichts

Von:
Dietmar Dath

Uraufführung: 14. Januar 2011 (Berlin, Deutsches Theater)
Ein Werkauftrag für die Frankfurter Positionen 2011 - eine Initiative der BHF-Bank-Stiftung.

Zum Gastspiel des Deutschen Theater Berlin am Schauspiel Frankfurt:

Vorstellungen:
3. und 4. Februar 11

Regie / Bühne: Kevin Rittberger
Kostüme: Janina Brinkmann
Musik: Stefan Schneider
Dramaturgie: Claus Caesar

Mit Olivia Gräser, Susanne Wolff; Felix Kramer, Bernd Moss, Abak Safaei-Rad, Stefan Schneider

Im Rahmen der Frankfurter Positionen gastiert das Deutsche Theater Berlin mit einem Auftragswerk über topographische, städtebauliche und seelische Provinzen in der Regie von Kevin Rittberger, der am Schauspiel Frankfurt bereits »Die Marquise von O.« inszenierte.

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Antigone
Tragödie

Von: Sophokles
Uraufführung: etwa 442 v.Chr. (Athen)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:
Fassung von Jean Anouilh

Premiere: 18. März 11

Inszenierung: Philip Thelemann
Bühne und Kostüme: KStephan von Wedel
Bühnenmusik: Henrik Kairies
Licht: Peter Meier
Dramaturgie: David Schliesing

Besetzunng:

Antigone/Chor:
Pascale Pfeuti
Kreon / Chor: Stefan Walz
Haimon / Chor: Stefan Graf
Ismene / Chor: Lisa Mies
Amme / Chor: Monika Dortschy
Page: Johanna Liebrich / Teresa Townsend (Statisterie des Staatstheater Mainz)
Wachmann / Chor: Felix Mühlen
Bote / Chor: Zlatko Maltar

Besprechung auf kulturfreak.de

Philip Tiedemann (*1969) war nach ersten Inszenierungen am Wiener Burgtheater drei Jahre lang Oberspielleiter am Berliner Ensemble. Er arbeitete außerdem u. a. am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Theater in der Josefstadt Wien, am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Theater Osnabrück sowie am Schauspielhaus Graz. Am Staatstheater Mainz inszenierte er „Peer Gynt“ von Henrik Ibsen (2008), „Ödipus“ von Sophokles (2009) sowie „Die Perser“ von Aischylos (2010). [© staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Zur Inszenierung des Theater Aachen:

Premiere:
17. September 10

Regie: Markus Kopf
Bühne und Kostüme: Manfred Kaderk
Musikalische Einstudierung: Christina Gehringer
Dramaturgie: Ralph Blase

Mit: Elke Borkenstein, Nadine Kiesewalter, Katja Zinsmeister, Torsten Borm, Heino Cohrs, Felix Strüven, Markus Weickert, Oleg Zhukov

www.theater-aachen.de

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
1. Oktober 09
In der Übersetzung von Ernst Buschor; gemeinsam mit dem Stück “
Ödipus

Regie: Michael Thalheimer
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Katrin Lea Tag
Musik: Bert Wrede
Chorleitung: Marcus Crome
Licht: Johann Delaere
Dramaturgie: Sibylle Baschung


Besetzung:
Antigone:
Constanze Becker
Ismene: Bettina Hoppe
Kreon: Marc Oliver Schulze
Wächter der Leiche des Polyneikes: Oliver Kraushaar
Haimon: I saak Dentler
Teiresias: Michael Benthin
Bote: Michael Abendroth
Eurydike: Susanne Buchenberger

Chor, Statisterie

Mit der antiken Tragödie fängt alles an. In seinen beiden großen Dramen, »König Ödipus« und »Antigone«, bringt Sophokles – wie kaum ein Dichter nach ihm – philosophische und ethische Menschheitsfragen auf die Bühne, deren Dringlichkeit durch die Jahrhunderte noch zuzunehmen scheint. Dabei sind beide Stücke Teil einer Familiengeschichte: Ödipus, der unglückliche Herrscher Thebens, verfällt demselben Fluch wie seine Tochter Antigone: Schuldlos schuldig müssen beide untergehen. Nach einem Worte Sigmund Freuds der erste der modernen Menschen, ist Ödipus verdammt zur Selbsterkenntnis, welche er in gnadenlosem Ringen mit sich selbst zu Tage fördert. Antigone sucht das Duell mit Thebens König, ihrem Onkel Kreon, um das sittliche Gesetz einzuklagen. König Kreon stellt die Staatsräson dagegen, der Zusammenprall vernichtet beide.

Michael Thalheimer bringt zur Eröffnung der Saison am Schauspiel Frankfurt beide Tragödien in einem Doppelprojekt auf die Bühne: »Ödipus / Antigone« an einem Abend. Später können beide Teile auch an verschiedenen Abenden angesehen werden. Der Regisseur Michael Thalheimer, geboren in Münster bei Frankfurt am Main, zählt zu den prägenden Regisseuren seiner Generation. Er begann als Schauspieler und Regisseur am Theater Chemnitz. Später inszenierte er u.a. in Leipzig, Dresden, Stockholm, seit 2000 vorwiegend am Hamburger Thalia Theater und am Deutschen Theater Berlin. Hier zählten »Die Orestie«, Goethes »Faust« und auch »Die Ratten« zu seinen großen Erfolgen. Sechs von seinen Inszenierungen wurden zum Theatertreffen in Berlin eingeladen.

Besprechung auf kulturfreak.de

Antigone
Schauspiel Frankfurt
v.l.n.r. Bote (Michael Abendroth), Eurydike (Susanne Buchenberger), Kreon (Marc Oliver Schulze), Haimon (Isaak Dentler)
Foto: Sebastian Hoppe

Tragödie und Inhalt der Stücke:

»Der Mythos gibt Antworten ohne Fragen, während die Tragödie Fragen ohne Antworten, Probleme ohne Lösungen entwickelt.« Mit dieser Formel beschreibt Emil Anghern die Neuerung, die die attische Tragödie in ihrer Zeit darstellt. In der Art und Weise, wie die Tragödie den Mythos bearbeitet, spiegelt sich ein grundsätzlicher Umbruch in der Geschichte des Geistes und des Bewusstseins des Menschen von sich selbst. Das 5. Jhdt. v. Chr. ist der Moment der Weltgeschichte, in der sich zum ersten Mal sowohl politisch ein freiheitliches Denken, als auch die Selbstwahrnehmung des Menschen als Individuum in Opposition zu den Göttern herausbildet. Die Tragödie als ureigener Ausdruck dieser Zeit befragt und problematisiert den Mythos. Damit erschüttert sie die Gewissheiten des Denkens, der Erklärung von Welt, wie sie die Mythen zum Ausdruck bringen. Doch bleibt der Mythos lebendig und problematisiert seinerseits die Tragödie. Das Tragische an der Tragödie ist deswegen ein unauflösbares Paradox: Das Paradox, dass der Moment, in dem sich der Mensch zum ersten Mal als ein autonom Handelnder artikuliert und erfährt, derselbe ist, in dem er seine eigene Ohnmacht leidvoll erkennt. Und diese paradoxale Verschränkung von menschlicher Allmacht und Ohnmacht scheint auch nach rund 2500 Jahren noch zu bewegen.

Die mythologischen Grundelemente der Ödipus-Geschichte waren dem Publikum in Athen bekannt. Anders bei »Antigone«: Zwar hatte Sophokles die Figur der Antigone nicht erfunden, die Überlieferung des Mythos gab jedoch kaum Auskunft über das Schicksal der Ödipustochter.
Die Besonderheit, wie Sophokles den Ödipus- Mythos gestaltete, lag darin, dass er nicht den Hergang der ödipalen Verstrickung – wie Ödipus unwissentlich den Vater erschlug und die Mutter ehelichte – auf die Bühne brachte, sondern wie Ödipus selbst diese Wahrheit über sich herausfindet und beurteilt. Damit problematisiert das Stück Möglichkeiten und Konsequenzen der menschlichen Selbsterkenntnis und -beurteilung. Die Frage nach der Schuld liegt außerhalb der Tragödienhandlung.
Das Stück beginnt mit der Schilderung der Pest. Das Volk erwartet Rettung durch seinen König. Ödipus, der als der klügste, mächtigste und fähigste Herrscher gilt, hat bereits seinen Schwager Kreon zu dem Orakel geschickt, um zu fragen, ob er gegen diese Seuche etwas tun könne. Die Antwort lautet, dass eine »Befleckung des Landes«, welche Kreon mit dem ungeklärten Mord an Thebens letztem König Laios in Verbindung bringt, gesühnt werden müsse. Statt ein traditionelles Sühne- und Reinigungsritual anzuordnen, entscheidet Ödipus, sich selbst als Richter einzusetzen und eine rechtsförmige Untersuchung durchzuführen. Dieses nun geschilderte Vorgehen entspricht den Verfahren eines typischen Athener Gerichtsprozesses. Gleich zu Beginn verkündet Ödipus öffentlich das Urteil, das dem Schuldigen droht: Verbannung aus der Gesellschaft. Doch kaum ist die Untersuchung eingeleitet, kaum hat der Seher Teiresias ausgerechnet König Ödipus als den gesuchten Mörder bezeichnet, beginnt das gnadenlose Ringen von Ödipus mit sich selbst um Wahrheit und Selbsterkenntnis. Zur Hoffnung, den Mörder des Laios zu finden, tritt die Angst, ihn in sich selbst zu erkennen. Und alles, was im Laufe der Untersuchung den König zu retten scheint, schlägt in der unerbittlich von ihm selbst weitergeführten Nachforschung ins Vernichtende um. Am Ende ist Ödipus dazu verdammt, sich als Kind und Gatte von Iokaste, als Vater-Bruder seiner Kinder, Mörder seines Vaters zu erkennen und in seiner Funktion als Richter selbst zu verurteilen.

Nach Ödipus’ Selbstbestrafung entbrennt ein Thronfolgekrieg zwischen seinen Söhnen Eteokles und Polyneikes, in dem sich beide gegenseitig töten. Ihr Onkel Kreon erläßt als neuer König ein Bestattungsverbot gegen den Angreifer Polyneikes. Dem Feind der Stadt sei weder Totenruhe noch ein Leben im Jenseits vergönnt. Mit dieser härtesten aller Strafen betont Kreon im Sinne einer Warnung den grundlegenden Unterschied zwischen Freund und Feind des Gemeinwesens, dessen Schutz für ihn an oberster Stelle steht. Antigone übertritt dieses Gebot, indem sie ein höheres, gottgegebenes Gesetz für sich in Anspruch nimmt: die Pflicht ein Familienmitglied zu bestatten und damit die Würde des Einzelnen unterschiedslos über den Tod hinaus zu achten.
Die prinzipielle Unbedingtheit, mit der Kreon und Antigone ihre Haltung vertreten, vernichtet beide. Nachhaltig stellt das Stück damit Forderungen und Verpflichtungen des Individuums und des Staates zur Diskussion.

Sophokles - Zum Autor:
Sophokles wird 497 oder 496 v. Chr. in Kolonos, einem Dorf vor den Mauern Athens geboren. Seit etwa 470 nahm er am Tragödienwettkampf teil. Seinen ersten Sieg errang er bereits mit 28 Jahren. In den insgesamt 65 Jahren seines Bühnenwirkens war er überaus erfolgreich: Mit insgesamt gut 120 Stücken bei etwa 30 Aufführungen errang er 18-20 Siege und 10-12 zweite Plätze; Dritter wurde er nie. Nur sieben Stücke von Sophokles sind vollständig überliefert (was circa 6% seines gesamten dichterischen Schaffens entspricht): »Aias« (um 450), die »Trachinerinnen« (440er Jahre), »Antigone« (um 441), »König Ödipus« (um 434), »Elektra« (nach 420), »Philoktet« (um 409) und »Ödipus auf Kolonos« (401 posthum aufgeführt). Im Gegensatz zu Aischylos, von dem mit der »Orestie« eine komplette Trilogie erhalten ist, ist dies bei Sophokles nicht der Fall. Zudem sind die Stücke inhaltlich sehr geschlossen und die einzelne Gestalt rückt mehr in den Mittelpunkt – so dass di e Frage nach der Zusammengehörigkeit der Trilogien nicht entschieden werden kann. Nicht nur inhaltlich, auch formal hat Sophokles Neuerungen eingeführt, sowohl die Bühnenmalerei (Skenographía), als auch die Einführung des dritten Schauspielers (welche Aischylos seinerseits in der »Orestie« übernommen hat) schreibt ihm Aristoteles im vierten Kapitel seiner Poetik zu. Neben seiner dichterischen Tätigkeit nahm Sophokles rege am politischen Leben seiner Heimatstadt teil. 443/442 bekleidete er das Amt eines »Hellenotamias«, eines der führenden Finanzbeamten im attischdelischen Seebund; 441/440 im samischen Krieg war er zusammen mit Perikles, dem bedeutendsten athenischen Politiker seiner Zeit, mit allerdings mäßigem Erfolg, Stratege. Diese militärische Führungsposition, im Übrigen die einzige Position im demokratischen Athen, in die man nicht durch Los, sondern durch Wahl kam, hatte er im Jahr 428 und vielleicht 423/22, in der ersten Phase des Peleponnesischen Krieges, noch einmal inne. Sein einflussreichstes politisches Amt übte er als einer der zehn Probulen (»Berater «) aus, die 412/411 an der Abschaffung der athenischen Demokratie mitwirkten. Die darauf folgende Herrschaft der Vierhundert blieb eine kurze Episode, aber das Renommee des Sophokles scheint auch in der wiederhergestellten Demokratie nicht gelitten zu haben. Auch ein bedeutendes Priesteramt übte der Dichter aus. Zum Dank für seine führende Rolle bei der Einrichtung eines Kultes für den Heilgott Asklepios wurde Sophokles selbst nach seinem Tod kultische Verehrung zuteil.
Gestorben ist Sophokles 406 (kurz nach Euripides), nachdem er bei den Großen Dionysien dieses Jahres ein letztes Mal erfolgreich gewesen war. Bereits in der kurz darauf aufgeführten Komödie »Die Frösche«, in der Aristophanes alle drei verstorbenen großen Tragiker auftreten lässt, wird Sophokles mit der meisten Hochachtung behandelt und gilt bis heute als Innbegriff des klassischen Tragikers.

Das Regieteam:

Michael Thalheimer
(Regie) geboren 1965 in Münster bei Frankfurt a. M., zählt zu den prägenden Regisseuren seiner Generation. Er begann als Schauspieler und Regisseur am Theater Chemnitz, inszenierte danach u.a. in Basel, Leipzig, Dresden und Stockholm, seit 2000 vorwiegend am Thalia Theater Hamburg und am Deutschen Theater Berlin, wo er von 2005 bis 2008 Mitglied der künstlerischen Leitung war. Hier zählten »Die Orestie« von Aischylos, Goethes »Faust«, »Die Ratten« und »Emilia Galotti« zu seinen großen Erfolgen. Seine Inszenierungen erhielten zahlreiche Auszeichnungen, darunter den 3sat-Innovationspreis, sowie den Berliner Friedrich-Luft-Preis, zweimal den Wiener Nestroy -Preis und die Moskauer Goldene Maske. Viele seiner Produktionen wurden zu internationalen Festivals eingeladen, sechs davon zum Theatertreffen in Berlin.

Olaf Altmann (Bühne) geboren 1966 in Chemnitz, ist gelernter Stuckateur, arbeitete als Bühnentechniker am Theater in Chemnitz, wo er 1989 sein erstes Bühnenbild entwarf. Danach arbeitete er als Bühnenund Kostümbildner u. a. in Dresden, Köln, Frankfurt, am Thalia Theater Hamburg, am Deutschen Theater und an der Volksbühne in Berlin. In Chemnitz entstand eine feste Zusammenarbeit mit Michael Thalheimer, für den er seitdem zahlreiche Bühnenbilder entwarf. In den letzten Jahren führte Olaf Altmann auch selbst Regie. Er ist Bühnenbildner des Jahres 2008 und gewann im gleichen Jahr den »Faust«-Preis.

Katrin Lea Tag (Kostüme) geboren in Berlin, studierte Bühnenbild bei Prof. Erich Wonder, Malerei und Grafik bei Prof. Renee Green in Wien. 1997 gewann sie mit ihrer Ausstattung für den 1. Akt von Wagners »Das Rheingold« den 1. Preis im Internationalen Wettbewerb für Regie und Bühne in Graz. Sie entwarf Kostüme für Inszenierungen von Dimiter Gotscheff (»Iwanow«, eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2006) und arbeitete als Kostüm- und Bühnenbildnerin am Thalia Theater Hamburg und dem Akademietheater in Wien. Mit Michael Thalheimer verbindet sie seit 2006 eine regelmäßige Zusammenarbeit.

Bert Wrede (Musik) geboren 1961 in Potsdam, studierte Musik an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin. Als freier Musiker veröffentlichte er zahlreiche CDs, gastierte auf internationalen Festivals und arbeitete mit Musikern wie Phil Minton, Elliott Sharp, Friedrich Schenker. 1997 erhielt er ein Kompositions-Stipendium der Akademie der Künste Berlin, 1998 eines für New York. Als Bühnenmusiker arbeitet er regelmäßig mit Michael Thalheimer (z.B. »Emilia Galotti« und »Faust«), Martin Kušej, Andrea Breth, Dimiter Gotscheff und Wilfried Minks. 2002 erhielt er den Nestroy-Preis, 2006 den deutschen Filmpreis.

Marcus Crome (Chorleitung) geboren 1974 in Berlin, studierte Musikwissenschaft in Berlin. 1997 leitete er am Berliner Ensemble die Choreinstudierung für »Die Maßnahme« (Brecht / Eisler) bei ihrer ersten Wiederaufführung seit der Premiere 1930. Bei den letzten Inszenierungen von Einar Schleef (u.a. »Verratenes Volk«, Deutsches Theater Berlin, 2000) übernahm er die musikalische Leitung. 2006 studierte er den Sprechchor für »Die Orestie« von Michael Thalheimer ein, weitere Arbeiten entstanden u. a. mit Frank Cas torf, Dimiter Gotscheff, Claus Peymann und Christoph Mehler.

[© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Anziehsachen
Schauspiel mit Gesang für Kinder ab 2 Jahren

Stückentwicklung:
Theaterhaus Ensemble, Frankfurt/M
Musik: Henry Purcell, Michael Döhnert
Uraufführung: 25. August 2010 (Frankfurt/M, Theaterhaus)

Zur Inszenierung des Theaterhaus Frankfurt:

Premiere:
25. August 10 (Uraufführung)
Weitere Spieltermine: Do 26.8. 10.00, Fr 27.8. 10.00, So 29.8. 11.00 (auch im Oktober, November und Dezember 2010

Regie und Bühne: Melanie Florschütz, Michael Döhnert
Kostüme: Kerstin Laackmann
Technik: Daniel Maier
Dramaturgie: Susanne Freiling

Spiel und Gesang: Susanne Schyns, Michael Meyer

Theater für die ganz kleinen Zuschauer - das ist ein Neuanfang im wahrsten Sinne des Wortes. Denn im Anfangen sind kleine Kinder Spezialisten!
Für Theatermacher bedeutet das, sich neu zu besinnen auf elementare Erfahrungen: Das erste Mal von Etwas. Das Staunen der ersten Begegnung. Die Trauer über die erste Trennung. Die Freude über ein erstes Gelingen. Und der Anfang einer Geschichte. Über zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Frau und Mann.

Mit aller Sorgfalt inszenieren Melanie Florschütz und Michael Döhnert große Kunst für das allerkleinste Theaterpublikum und genießen dafür internationale Anerkennung: sie waren bei „Starke Stücke“ zu Gast und für ihr Stück „Rawums (:)“wurden sie mit dem renommierten Berliner Kinder- und Jugendtheaterpreis Ikarus ausgezeichnet.
Gemeinsam mit Susanne Schyns und Michael Meyer entwickeln sie nun ein Stück Theater über die Lust an der Verschiedenheit. [© Theaterhaus Ensemble]

www.theaterhaus-frankfurt.de

Auf den Spuren von...
Eine Reise durch die europäische Migrationsgeschichte

Von: Anne Bonfert, Carmen Waack, Malte Pfeiffer, Vanessa Lutz, Verena Lobert und Christian Meinke
Uraufführung: 19. August 2010 (Frankfurt, Theater Landungsbrücken)

Zur Inszenierung der Landungsbrücken Frankfurt
Eine KOPRODUKTION der Fräulein Wunder AG mit Landungsbrücken Frankfurt, LOT Braunschweig und der Stiftung Leben und Umwelt - Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen. GEFÖRDERT VON Land Niedersachsen, Stiftung Niedersachsen, Bundeszentrale für Politische Bildung, TAZ - die tageszeitung. und Ancestry.de

Premiere: 19. August 10 (Uraufführung)

Mit: Anne Bonfert, Carmen Waack, Malte Pfeiffer, Vanessa Lutz, Verena Lobert und Christian Meinke

Auf den Spuren von...
Eine Reise durch die europäische Migrationsgeschichte
Fräulein Wunder AG
Foto: Fräulein Wunder AG

Auf der Suche nach der Geschichte ihrer Familien ist die Fräulein Wunder AG quer durch Europa gereist. Sie hat mit verloren geglaubten Verwandten, Namensforschern und Historikern gesprochen, Archive und Dachböden durchstöbert, Briefe, Fotos und Erinnerungsstücke gesammelt. Das Ziel: die Migrationsbewegung der eigenen Familie nachvollziehen und verstehen: wer ging wann von wo wohin? Und vor allem: warum?
Gemeinsam mit dem Publikum rekapitulieren die Performer in einem unterhaltsamen und zugleich politischen Theaterabend die gesammelten Geschichten und Erlebnisse – und erzählen von Aufbrüchen und Neuanfängen, heimlichen Affären und frühen Patchwork-Familien, Glücksfällen, Überlebenskämpfen und den Träumen von einem besseren Leben.
Die Fräulein Wunder AG zeigt, dass unsere kulturelle Identität seit jeher von Ein- und Auswanderung geprägt ist – und fragt: In wie weit ist meine eigene Familiengeschichte Spiegel gesamteuropäischer oder sogar weltweiter Migrationsgeschichte? Und: woher bloß habe ich diese Nase?!
Um festliche Wohlfühl-Garderobe wird gebeten.
Das Künstlerkollektiv Fräulein Wunder AG steht für zeitgenössisches Theater zwischen Performance, Installation, Schauspiel und Video und ist „der klassische Ausbrecher aus einem Universum, das Hoch- und Popkultur, Kulturvermittlung und Unterhaltung, trennt.“ (Der Freitag).
In Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung finden im Anschluss an einige Aufführungen Publikumsgespräche mit ExtpertInnen aus Migrationsund Minderheitenforschung statt. [©Fräulein Wunder AG]

www.fraeuleinwunderag.net www.landungsbruecken.org

Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui
Gangsterspektakel in 17 Bildern

Von: Bertolt Brecht
Musik: Hans-Dieter Hosalla
Uraufführung: 10. November 1958 (Stuttgart, Staatstheater Stuttgart)

Zur Inszenierung der Theater Chemnitz:

Premiere:
19. März 11 (Schauspielhaus Chemnitz)

Regie: Markus Bothe
Bühne: Manfred Dittrich
Kostüme: Lydia Kirchleitner

Besetzung:
Arturo Ui, Gangsterchef:
Michael Pempelforth
Ernesto Roma, sein Leutnant: Bernhard Conrad
Manuele Giri: Urs Rechn
Guiseppe Givola, Blumenhändler / Ankläger: Tilo Krügel
Der alte Dogsborough / Richter / Ignatius Dullfeet: Bernd-Michael Baier
Sheet, Reedereibesitzer / Ein Schauspieler / Hook, Grünzeughändler: Susanne Stein
Flake, Karfioltrust / Dockdaisy / Betty Dullfeet: Ulrike Euen
lark, Karfioltrust / Bowl, Kassierer bei Sheet / Der Angeklagte Fish: Dirk Lange
Caruther, Karfioltrust / O´Casey, Untersuchungsbeauftragter / 2. Gemüsehändler: Marius Marx
Butcher, Karfioltrust / Verteidiger / 1. Gemüsehändler: Nikolaus Barton
Ansager: Nils Buchholz*
Gemüsehändler: Katharina Schlothauer*, Luise Schubert*, Lena Sophie Vix*, Timo Hastenpflug*, Gordon Kämmerer*, Jan Sabo*, Guido Schikore*

*StudentInnen der Hochschule für Musik und Theater Leipzig

Stück und Inszenierung:
Chicago, während der Weltwirtschaftskrise. Um nicht in den Turbulenzen der Zeit unterzugehen, versuchen einige Wirtschaftsmagnaten, sich Mittel von der Stadt zu erschleichen. Offiziell wollen sie neue Kai-Anlagen bauen, Arbeit schaffen, den Handel anregen. Tatsächlich aber stoßen sie sich gesund, am Geld anderer Leute. Und die Stadtvertreter, die um diese Praktiken wissen, verdienen lieber mit, anstatt ihnen einen Riegel vorzuschieben: Geld, Landhäuser, selbst ganze Firmen wechseln unter der Hand die Besitzer.

Bertolt Brecht erzählt in diesem Rahmen die Geschichte vom großen Aufstieg des kleinen Gangsters Arturo Ui. Ehrgeizig und getrieben drängt es ihn in den Mittelpunkt der Macht. Im Stück wie auch in der Inszenierung ist es aber nicht nur Arturo Ui, der in dieses Zentrum strebt. Er ist unterwegs mit einer Viererbande - Freunde, Gesinnungsgenossen, Weggefährten -, die sich aufmachen, den Karfiolhandel (also den Blumenkohlhandel) der Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen. Und in kürzester Zeit verwandeln sie die Stadt in eine regelrechte Blumenkohlhölle. Aus den vier anfangs scheinbar unschuldigen Männern sickert eine durchdringende Bösartigkeit in alle Bereiche des städtischen Lebens. Ein Knabenchor mit einer bösen Vision.

Es ist eine dekadente, geschlossene Gesellschaft, eingeengt in undurchdringlichen Räumen, dem eigenen Verfall preisgegeben, die dem Treiben Arturo Uis keine Grenzen setzt. Eine Gesellschaft, die über ihre eigenen Eitelkeiten fällt. Man könnte den Untergang immer wieder abwehren, aber alle entscheiden sich für das Prinzip der Egomanie, der Selbstverklärung. Ui und seine Kameraden graben und wühlen sich hinein, suchen in dieser Blumenkohlhölle der Gemüsehändler und Stadtpatriarchen nach dem Schmutz, den Intrigen und finden schnell Sympathisanten. Wer sich ihnen in den Weg stellt, wird erpresst oder ermordet, je nach Dienlichkeit. Uis unbedingter Aufstiegswille setzt alle Regeln außer Kraft. Er entfacht die Gier und die Eitelkeit der anderen Figuren. Er setzt einen Kreislauf der Gewalt um Machterhalt und Machtpartizipation in Gang.

Markus Bothe inszeniert Brechts Stück als zeitloses Tableau gesellschaftlicher Instinkte. Er stellt verschiedene Spielstile ebenso wie Äußerlichkeiten, wie etwa Kostüme und Requisiten, gegeneinander, formuliert so eine eigene Sprache um die Geschichte, die Gegensätzlichkeiten und Paradoxien beschreibt. Holzschnittartig werden die Szenen aneinandergesetzt und steigern sich, bis die Figuren an ihrer Intensität zerbersten. Der Regisseur führt die Figuren an die Grenzen ihrer Integrität. Die Machtfantasie ist allgegenwärtig, und der Wert jedes Einzelnen lässt sich auf einer Skala messen, deren Ausschläge bestimmt sind von illoyalen Bündnissen und der Fähigkeit zur Adaption. Schon Brecht, der in seinen späteren Bemerkungen zum Stück formulierte, dass man den Nationalsozialismus nicht zwingend mitspielen müsste, verwies auf den Eigenwert und die Beständigkeit korrumpierter Gesellschaften. Somit wird sein Text, der ursprünglich ein Gleichnis auf den Aufstieg Adolf Hitlers 1933 war, zu einem zeitlosen Gleichnis auf Machtstrukturen und Machtmechanismen im Allgemeinen.

Das Regieteam

Markus Bothe (Regie)
arbeitet kontinuierlich sowohl für Schauspiel als auch für Oper und inszenierte u. a. an der Deutschen Oper Berlin, Schauspielhaus Hamburg, Staatsoper Hannover, Theater Basel, Volksoper Wien, National Opera Washington D.C. Von 2004 - 2008 war er Mitglied der künstlerischen Leitung der Theaterbiennale „Neue Stücke aus Europa“ in Wiesbaden. In Chemnitz inszenierte er bereits 2009 Franz Wittenbrinks „Männer - Ein Stadionabgesang“. Für die Uraufführung von „Roter Ritter Parzival“ (nach Wolfram von Eschenbach) am Schauspiel Frankfurt wurde Markus Bothe 2010 mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST ausgezeichnet.

Manfred Dittrich (Bühne)
studierter Architekt, kam durch die Modellbauarbeit zu Peter Steins Pariser „Rheingold”-Inszenierung 1976 zum Beruf des Bühnenbildners. Seit 1980 arbeitet Manfred Dittrich als freier Bühnenbildner und stattet seitdem Schauspiele, Opern und Musicals an verschiedenen europäischen Theatern aus, u. a. an der Schaubühne am Lehniner Platz, Theater am Neumarkt in Zürich, Teatro de la Plaza in Madrid, Schauspielhaus Bochum und am Düsseldorfer Schauspielhaus. Mit Markus Bothe arbeitete Manfred Dittrich bereits an dessen Chemnitzer Inszenierung „Männer – ein Stadionabgesang“ von Franz Wittenbrink.

Lydia Kirchleitner (Kostüme)
assistierte nach ihrer Ausbildung zur Herrenschneiderin und Diplom-Modedesignerin mit Auszeichnung zunächst am Düsseldorfer Schauspielhaus. Seit 1996 ist sie freischaffende Kostümbildnerin und arbeitete seitdem mit den Regisseuren Anselm Weber, Peter Hailer, Wolf Dietrich Sprenger, Elmar Goerden, Karin Beier, Burkhard C. Kosminski u. a. am Thalia Theater, Schauspielhaus Hamburg, Schauspiel Köln, Burgtheater Wien, Volkstheater Wien, Staatstheater Stuttgart, Oper Erfurt und dem Nationaltheater Mannheim zusammen. Lydia Kirchleitners erste Chemnitzer Arbeit für „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ ist zugleich auch ihre erste Zusammenarbeit mit Markus Bothe.

[© Die Theater Chemnitz]

www.theater-chemnitz.de

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