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Theater: König Ödipus

König Ödipus (Oidpus tyrannos)
Tragödie

Von: Sophokles
Uraufführung: zwischen 429 v.Chr. und 425 v. Chr. (Athen)

König Ödipus
Komödie von Bodo Wartke nach dem antiken Drama von Sophokles
Mit Musik von Bodo Wartke
Uraufführung der Theaterfassung: 14. Januar 2011 (Wiesbaden, Wartburg)

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
14. Januar 11 (Wartburg)

I nszenierung: Caroline Stolz
Bühne und Kostüme: Lorena Díaz Stephens, Jan Hendrik Neidert
Musikalische Leitung: Ernst August Klötzke
Musikalisches Konzept: Timo Willecke
Dramaturgie: Anika Bárdos

Mit: Evelyn M. Faber, Stefanie Hellmann, Friederike Ott und Timo Willecke (Musiker)

Das Projekt, Sophokles’ antikes Drama König Ödipus, sozusagen die Mutter aller Tragödien, als Ein-Mann-Show auf die Bühne zu bringen, spottet an sich schon aller Beschreibung. Das Ganze dann auch noch als Komödie anzupacken und in Reimform zu bringen, grenzt eigentlich schon an Größenwahn, wenn nicht gar an Hybris.

Der Kabarettist Bodo Wartke hat sich mit seiner Fassung einen Traum erfüllt, den er über lange Zeit geträumt und schließlich nach etwa 15 Jahren verwirklicht hat. Immer wieder hat er in seinen Shows einzelne Szenen dem Publikum vorgeführt und überprüft, bis er den ganzen Ödipus fertig hatte und nun als eigenen Abend deutschlandweit präsentiert. Mit unerhörtem Erfolg.

Theben, das von Ödipus als besonnenem König regiert wird, ist von der Pest heimgesucht. Erst wenn der Mörder von Laios, dem vorigen König von Theben und – wie wir alle wissen – Vater von Ödipus, ermittelt ist, kann der Fluch gebannt werden. Ödipus gibt sein Bestes, diese Ermittlungen anzustrengen, nicht wissend, dass er sich dabei sein eigenes Grab schaufelt. Dass er neben dem Vatermord auch noch seine Mutter geehelicht hat, ist hinlänglich bekannt und trägt umso mehr zu der Tragödie bei (pikant ist es natürlich außerdem).

Die Komik in Wartkes Stück liegt aber nicht nur darin, die sperrige Tragödie in luftige Reime zu kleiden. Mit großer Leichtigkeit nähert er sich dem eigentlich düsteren Stoff und geht sogar noch weiter als die antike Tragödie. Sophokles, der Dreieinigkeit von Ort, Zeit und Handlung verpflichtet, beschreibt nur den Moment, an dem die eigentlich Tragödie schon passiert ist und der Schuldige in Rede und Gegenrede ermittelt wird.

Bodo Wartke geht noch weiter als Sophokles – er beginnt bei der Vorgeschichte: Ödipus’ Geburt, seine Jugend bei den Pflegeeltern, nachdem er von den echten Eltern zum Sterben ausgesetzt wurde, die fatale Begegnung mit seinem Vater und natürlich die Rettung Thebens vor der menschenverschlingenden Sphinx, bevor er sich dem tragischen Ende des unschuldig schuldig gewordenen Helden zuwendet.
Die Regisseurin Caroline Stolz (Shopping Queens, The Black Rider, u.a.) hat sich nun der Herausforderung gestellt, aus der Ein-Mann-Version einen veritablen Ensemble-Abend zu machen, ein Theaterstück. Drei Schauspielerinnen, Evelyn M. Faber, Stefanie Hellmann und Friederike Ott teilen sich die Rollen auf: Kreon, Iokaste, der Priester, Teiresias, das Orakel von Delphi und viele mehr, nicht zu vergessen natürlich Ödipus selbst. Zwar übernimmt nicht brav jede Schauspielerin eine Rolle – dann würde man unter 12 Personen auf der Bühne nicht wegkommen – aber mit großer Hingabe schmeißen sich die drei Damen ins Spiel und in die Situationen, dass einem dabei schwindlig werden kann. Unterstützt werden sie dabei von dem Musiker Timo Willecke, der nicht nur den Gesang begleitet (Bodo Wartke hat auch die Musik geschrieben), sondern auch mit ungewöhnlichen und gewöhnlichen Gegenständen musikalische und atmosphärische Räume erzeugt.

Das Publikum wird sich wundern, in vielfacher Hinsicht. Darüber, dass diesem bekannten Stoff soviel Neues und Kurioses abgewonnen werden kann, und dass sich ein tieftragischer Text scheinbar mühelos in die Komödie hinübertransportieren lässt. Darüber, dass nicht nur Furcht und Mitleid eine Katharsis bewirken können, sondern dass auch das Lachen eine durchaus reinigende Wirkung haben kann. Und über vieles, vieles mehr. [© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Zur Inszenierung des Schauspiel Frankfurt:

Premiere:
1. Oktober 09
In der Übersetzung von Ernst Buschor; gemeinsam mit dem Stück “
Antigone

Regie:
Michael Thalheimer
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Katrin Lea Tag
Musik: Bert Wrede
Chorleitung: Marcus Crome
Licht: Johann Delaere
Dramaturgie: Sibylle Baschung


Besetzung:
Ödipus:
Marc Oliver Schulze
Kreon: Isaak Dentler
Teiresias: Michael Benthin
Iokaste: Constanze Becker
Bote aus Korinth: Oliver Kraushaar
Hirte des Laios: Michael Abendroth
Dienerin der Iokaste: Bettina Hoppe
Chor, Statisterie

Mit der antiken Tragödie fängt alles an. In seinen beiden großen Dramen, »König Ödipus« und »Antigone«, bringt Sophokles – wie kaum ein Dichter nach ihm – philosophische und ethische Menschheitsfragen auf die Bühne, deren Dringlichkeit durch die Jahrhunderte noch zuzunehmen scheint. Dabei sind beide Stücke Teil einer Familiengeschichte: Ödipus, der unglückliche Herrscher Thebens, verfällt demselben Fluch wie seine Tochter Antigone: Schuldlos schuldig müssen beide untergehen. Nach einem Worte Sigmund Freuds der erste der modernen Menschen, ist Ödipus verdammt zur Selbsterkenntnis, welche er in gnadenlosem Ringen mit sich selbst zu Tage fördert. Antigone sucht das Duell mit Thebens König, ihrem Onkel Kreon, um das sittliche Gesetz einzuklagen. König Kreon stellt die Staatsräson dagegen, der Zusammenprall vernichtet beide.

Michael Thalheimer bringt zur Eröffnung der Saison am Schauspiel Frankfurt beide Tragödien in einem Doppelprojekt auf die Bühne: »Ödipus / Antigone« an einem Abend. Später können beide Teile auch an verschiedenen Abenden angesehen werden. Der Regisseur Michael Thalheimer, geboren in Münster bei Frankfurt am Main, zählt zu den prägenden Regisseuren seiner Generation. Er begann als Schauspieler und Regisseur am Theater Chemnitz. Später inszenierte er u.a. in Leipzig, Dresden, Stockholm, seit 2000 vorwiegend am Hamburger Thalia Theater und am Deutschen Theater Berlin. Hier zählten »Die Orestie«, Goethes »Faust« und auch »Die Ratten« zu seinen großen Erfolgen. Sechs von seinen Inszenierungen wurden zum Theatertreffen in Berlin eingeladen.

Besprechung auf kulturfreak.de

Oedipus_spffm_47_sf_oedipus_005©SebastianHoppe
Ödipus
Schauspiel Frankfurt
Ödipus (Marc Oliver Schulze) und Iokaste (Constanze Becker)
Foto: Sebastian Hoppe

Tragödie und Inhalt der Stücke:

»Der Mythos gibt Antworten ohne Fragen, während die Tragödie Fragen ohne Antworten, Probleme ohne Lösungen entwickelt.« Mit dieser Formel beschreibt Emil Anghern die Neuerung, die die attische Tragödie in ihrer Zeit darstellt. In der Art und Weise, wie die Tragödie den Mythos bearbeitet, spiegelt sich ein grundsätzlicher Umbruch in der Geschichte des Geistes und des Bewusstseins des Menschen von sich selbst. Das 5. Jhdt. v. Chr. ist der Moment der Weltgeschichte, in der sich zum ersten Mal sowohl politisch ein freiheitliches Denken, als auch die Selbstwahrnehmung des Menschen als Individuum in Opposition zu den Göttern herausbildet. Die Tragödie als ureigener Ausdruck dieser Zeit befragt und problematisiert den Mythos. Damit erschüttert sie die Gewissheiten des Denkens, der Erklärung von Welt, wie sie die Mythen zum Ausdruck bringen. Doch bleibt der Mythos lebendig und problematisiert seinerseits die Tragödie. Das Tragische an der Tragödie ist deswegen ein unauflösbares Paradox: Das Paradox, dass der Moment, in dem sich der Mensch zum ersten Mal als ein autonom Handelnder artikuliert und erfährt, derselbe ist, in dem er seine eigene Ohnmacht leidvoll erkennt. Und diese paradoxale Verschränkung von menschlicher Allmacht und Ohnmacht scheint auch nach rund 2500 Jahren noch zu bewegen.

Die mythologischen Grundelemente der Ödipus-Geschichte waren dem Publikum in Athen bekannt. Anders bei »Antigone«: Zwar hatte Sophokles die Figur der Antigone nicht erfunden, die Überlieferung des Mythos gab jedoch kaum Auskunft über das Schicksal der Ödipustochter.
Die Besonderheit, wie Sophokles den Ödipus- Mythos gestaltete, lag darin, dass er nicht den Hergang der ödipalen Verstrickung – wie Ödipus unwissentlich den Vater erschlug und die Mutter ehelichte – auf die Bühne brachte, sondern wie Ödipus selbst diese Wahrheit über sich herausfindet und beurteilt. Damit problematisiert das Stück Möglichkeiten und Konsequenzen der menschlichen Selbsterkenntnis und -beurteilung. Die Frage nach der Schuld liegt außerhalb der Tragödienhandlung.
Das Stück beginnt mit der Schilderung der Pest. Das Volk erwartet Rettung durch seinen König. Ödipus, der als der klügste, mächtigste und fähigste Herrscher gilt, hat bereits seinen Schwager Kreon zu dem Orakel geschickt, um zu fragen, ob er gegen diese Seuche etwas tun könne. Die Antwort lautet, dass eine »Befleckung des Landes«, welche Kreon mit dem ungeklärten Mord an Thebens letztem König Laios in Verbindung bringt, gesühnt werden müsse. Statt ein traditionelles Sühne- und Reinigungsritual anzuordnen, entscheidet Ödipus, sich selbst als Richter einzusetzen und eine rechtsförmige Untersuchung durchzuführen. Dieses nun geschilderte Vorgehen entspricht den Verfahren eines typischen Athener Gerichtsprozesses. Gleich zu Beginn verkündet Ödipus öffentlich das Urteil, das dem Schuldigen droht: Verbannung aus der Gesellschaft. Doch kaum ist die Untersuchung eingeleitet, kaum hat der Seher Teiresias ausgerechnet König Ödipus als den gesuchten Mörder bezeichnet, beginnt das gnadenlose Ringen von Ödipus mit sich selbst um Wahrheit und Selbsterkenntnis. Zur Hoffnung, den Mörder des Laios zu finden, tritt die Angst, ihn in sich selbst zu erkennen. Und alles, was im Laufe der Untersuchung den König zu retten scheint, schlägt in der unerbittlich von ihm selbst weitergeführten Nachforschung ins Vernichtende um. Am Ende ist Ödipus dazu verdammt, sich als Kind und Gatte von Iokaste, als Vater-Bruder seiner Kinder, Mörder seines Vaters zu erkennen und in seiner Funktion als Richter selbst zu verurteilen.

Nach Ödipus’ Selbstbestrafung entbrennt ein Thronfolgekrieg zwischen seinen Söhnen Eteokles und Polyneikes, in dem sich beide gegenseitig töten. Ihr Onkel Kreon erläßt als neuer König ein Bestattungsverbot gegen den Angreifer Polyneikes. Dem Feind der Stadt sei weder Totenruhe noch ein Leben im Jenseits vergönnt. Mit dieser härtesten aller Strafen betont Kreon im Sinne einer Warnung den grundlegenden Unterschied zwischen Freund und Feind des Gemeinwesens, dessen Schutz für ihn an oberster Stelle steht. Antigone übertritt dieses Gebot, indem sie ein höheres, gottgegebenes Gesetz für sich in Anspruch nimmt: die Pflicht ein Familienmitglied zu bestatten und damit die Würde des Einzelnen unterschiedslos über den Tod hinaus zu achten.
Die prinzipielle Unbedingtheit, mit der Kreon und Antigone ihre Haltung vertreten, vernichtet beide. Nachhaltig stellt das Stück damit Forderungen und Verpflichtungen des Individuums und des Staates zur Diskussion.

Sophokles - Zum Autor:
Sophokles wird 497 oder 496 v. Chr. in Kolonos, einem Dorf vor den Mauern Athens geboren. Seit etwa 470 nahm er am Tragödienwettkampf teil. Seinen ersten Sieg errang er bereits mit 28 Jahren. In den insgesamt 65 Jahren seines Bühnenwirkens war er überaus erfolgreich: Mit insgesamt gut 120 Stücken bei etwa 30 Aufführungen errang er 18-20 Siege und 10-12 zweite Plätze; Dritter wurde er nie. Nur sieben Stücke von Sophokles sind vollständig überliefert (was circa 6% seines gesamten dichterischen Schaffens entspricht): »Aias« (um 450), die »Trachinerinnen« (440er Jahre), »Antigone« (um 441), »König Ödipus« (um 434), »Elektra« (nach 420), »Philoktet« (um 409) und »Ödipus auf Kolonos« (401 posthum aufgeführt). Im Gegensatz zu Aischylos, von dem mit der »Orestie« eine komplette Trilogie erhalten ist, ist dies bei Sophokles nicht der Fall. Zudem sind die Stücke inhaltlich sehr geschlossen und die einzelne Gestalt rückt mehr in den Mittelpunkt – so dass di e Frage nach der Zusammengehörigkeit der Trilogien nicht entschieden werden kann. Nicht nur inhaltlich, auch formal hat Sophokles Neuerungen eingeführt, sowohl die Bühnenmalerei (Skenographía), als auch die Einführung des dritten Schauspielers (welche Aischylos seinerseits in der »Orestie« übernommen hat) schreibt ihm Aristoteles im vierten Kapitel seiner Poetik zu. Neben seiner dichterischen Tätigkeit nahm Sophokles rege am politischen Leben seiner Heimatstadt teil. 443/442 bekleidete er das Amt eines »Hellenotamias«, eines der führenden Finanzbeamten im attischdelischen Seebund; 441/440 im samischen Krieg war er zusammen mit Perikles, dem bedeutendsten athenischen Politiker seiner Zeit, mit allerdings mäßigem Erfolg, Stratege. Diese militärische Führungsposition, im Übrigen die einzige Position im demokratischen Athen, in die man nicht durch Los, sondern durch Wahl kam, hatte er im Jahr 428 und vielleicht 423/22, in der ersten Phase des Peleponnesischen Krieges, noch einmal inne. Sein einflussreichstes politisches Amt übte er als einer der zehn Probulen (»Berater «) aus, die 412/411 an der Abschaffung der athenischen Demokratie mitwirkten. Die darauf folgende Herrschaft der Vierhundert blieb eine kurze Episode, aber das Renommee des Sophokles scheint auch in der wiederhergestellten Demokratie nicht gelitten zu haben. Auch ein bedeutendes Priesteramt übte der Dichter aus. Zum Dank für seine führende Rolle bei der Einrichtung eines Kultes für den Heilgott Asklepios wurde Sophokles selbst nach seinem Tod kultische Verehrung zuteil.
Gestorben ist Sophokles 406 (kurz nach Euripides), nachdem er bei den Großen Dionysien dieses Jahres ein letztes Mal erfolgreich gewesen war. Bereits in der kurz darauf aufgeführten Komödie »Die Frösche«, in der Aristophanes alle drei verstorbenen großen Tragiker auftreten lässt, wird Sophokles mit der meisten Hochachtung behandelt und gilt bis heute als Innbegriff des klassischen Tragikers.

Das Regieteam:

Michael Thalheimer
(Regie) geboren 1965 in Münster bei Frankfurt a. M., zählt zu den prägenden Regisseuren seiner Generation. Er begann als Schauspieler und Regisseur am Theater Chemnitz, inszenierte danach u.a. in Basel, Leipzig, Dresden und Stockholm, seit 2000 vorwiegend am Thalia Theater Hamburg und am Deutschen Theater Berlin, wo er von 2005 bis 2008 Mitglied der künstlerischen Leitung war. Hier zählten »Die Orestie« von Aischylos, Goethes »Faust«, »Die Ratten« und »Emilia Galotti« zu seinen großen Erfolgen. Seine Inszenierungen erhielten zahlreiche Auszeichnungen, darunter den 3sat-Innovationspreis, sowie den Berliner Friedrich-Luft-Preis, zweimal den Wiener Nestroy -Preis und die Moskauer Goldene Maske. Viele seiner Produktionen wurden zu internationalen Festivals eingeladen, sechs davon zum Theatertreffen in Berlin.

Olaf Altmann (Bühne) geboren 1966 in Chemnitz, ist gelernter Stuckateur, arbeitete als Bühnentechniker am Theater in Chemnitz, wo er 1989 sein erstes Bühnenbild entwarf. Danach arbeitete er als Bühnenund Kostümbildner u. a. in Dresden, Köln, Frankfurt, am Thalia Theater Hamburg, am Deutschen Theater und an der Volksbühne in Berlin. In Chemnitz entstand eine feste Zusammenarbeit mit Michael Thalheimer, für den er seitdem zahlreiche Bühnenbilder entwarf. In den letzten Jahren führte Olaf Altmann auch selbst Regie. Er ist Bühnenbildner des Jahres 2008 und gewann im gleichen Jahr den »Faust«-Preis.

Katrin Lea Tag (Kostüme) geboren in Berlin, studierte Bühnenbild bei Prof. Erich Wonder, Malerei und Grafik bei Prof. Renee Green in Wien. 1997 gewann sie mit ihrer Ausstattung für den 1. Akt von Wagners »Das Rheingold« den 1. Preis im Internationalen Wettbewerb für Regie und Bühne in Graz. Sie entwarf Kostüme für Inszenierungen von Dimiter Gotscheff (»Iwanow«, eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2006) und arbeitete als Kostüm- und Bühnenbildnerin am Thalia Theater Hamburg und dem Akademietheater in Wien. Mit Michael Thalheimer verbindet sie seit 2006 eine regelmäßige Zusammenarbeit.

Bert Wrede (Musik) geboren 1961 in Potsdam, studierte Musik an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin. Als freier Musiker veröffentlichte er zahlreiche CDs, gastierte auf internationalen Festivals und arbeitete mit Musikern wie Phil Minton, Elliott Sharp, Friedrich Schenker. 1997 erhielt er ein Kompositions-Stipendium der Akademie der Künste Berlin, 1998 eines für New York. Als Bühnenmusiker arbeitet er regelmäßig mit Michael Thalheimer (z.B. »Emilia Galotti« und »Faust«), Martin Kušej, Andrea Breth, Dimiter Gotscheff und Wilfried Minks. 2002 erhielt er den Nestroy-Preis, 2006 den deutschen Filmpreis.

Marcus Crome (Chorleitung) geboren 1974 in Berlin, studierte Musikwissenschaft in Berlin. 1997 leitete er am Berliner Ensemble die Choreinstudierung für »Die Maßnahme« (Brecht / Eisler) bei ihrer ersten Wiederaufführung seit der Premiere 1930. Bei den letzten Inszenierungen von Einar Schleef (u.a. »Verratenes Volk«, Deutsches Theater Berlin, 2000) übernahm er die musikalische Leitung. 2006 studierte er den Sprechchor für »Die Orestie« von Michael Thalheimer ein, weitere Arbeiten entstanden u. a. mit Frank Cas torf , Dimiter Gotscheff, Claus Peymann und Christoph Mehler.

[© Schauspiel Frankfurt]

www.schauspielfrankfurt.de

Zur Inszenierung des Oldenburgischen Staatstheaters:

Premiere:
18. September 09

Inszenierung und Ausstattung: Albrecht Hirche
Dramaturgie: Jörg Vorhaben 
Licht: Herbert Janßen
Regieassistenz: Ekat Cordes
Ausstattungsassistenz: Lisa Maline Busse
Inspizienz: Tatjana Pohle
Soufflage: Katja Gohe

Besetzung:

Ödipus:
Vincent Doddema
Priester/Teiresias/Iokaste/Hirte: Denis Larisch
Kreon/Bote: Thomas Birklein
Chorführerin: Rika Weniger
Chor: Insa Lüppen, Carla Henckel, Jana Eiting, Clara Epstein, Patrizia Kalis, Mona Li, Sabrina Wardenburg, Heike Schachtschnabel, Neele Müller, Emily Müller

Theben wird von einer Pestepidemie heimgesucht. Aus diesem Grund schickt Ödipus, König von Theben, seinen Schwager Kreon nach Delphi, um das Orakel um Rat zu fragen. Die Antwort ist eindeutig: Die Blutschuld, die seit der Ermordung von König Laios auf der Stadt lastet, müsse getilgt werden. König Ödipus leitet umgehend die Suche nach dem Täter ein und wird mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Der blinde Seher Teiresias erklärt ihm, dass kein anderer als er selbst der gesuchte Mörder sei und er zudem mit seiner Mutter in inzestuöser Ehe lebe. Zunächst schenkt Ödipus Teiresias keinen Glauben, doch immer mehr Details verdichten sich zu der furchtbaren Gewissheit, dass Ödipus in Unwissenheit über seine eigene Herkunft einen Vatermord begangen hat.
Sophokles' Drama ist eine Schicksalstragödie par excellence, in der die antiken Götter über das Wohl der Menschen entscheiden. Nicht zufällig schrieb Sophokles die Tragödie in Zeiten politischer Instabilität, in der Zweifel an der Gerechtigkeit dieser Schicksalsmächte laut wurden. Gleichzeitig ist König Ödipus in seiner Form ein Enthüllungsdrama, das mit dramaturgischer Raffinesse einen Täter sich selbst suchen lässt, der vom Schein zur Wahrheit und von der Selbsttäuschung zur Selbstfindung gelangt.
Regie führt Albrecht Hirche, der am Oldenburgischen Staatstheater bereits Die Wahlverwandtschaften und Der Fremde auf die Bühne brachte. [© Oldenburgisches Staatstheater]

www.staatstheater.de

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