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Zur Inszenierung des schauspielfrankfurt
Premiere: 30. August 07 (Bockenheimer Depot !)
Inszenierung, Raum und Kostüme: Wanda Golonka Dramaturgie: Susanne Traub Inspizienz:
Lisa Ahle / Thomas Nossek Licht: Frank Kraus Technische Produktionsleitung: Josef Dreker Technische Einrichtung: Johannes Richter, Tobias Wagner Ton:
Bernhard Klein, Josef Rennert Maske: Lutz Paschke, Anke Scharlach Strickmaske: Sylvia Schäfer Requisite: Iris Hagen Regieassistenz: Anna Konjetzky
Bühnenbildassistenz: Britta Kloss Kostümassistenz: Julia Plickat Dramaturgieassistenz: Ulrich Volz Souffleuse: Alexandra zu Stolberg
Besetzung:
Iphigenie: Falilou Seck
Thoas, König der Taurier: Georgette Dee Orest: Bert Tischendorf Pylades: Fabian Gerhardt
Arcas: Jennifer Minetti
»Verteufelt human« nannte Goethe seine Iphigenie. Damit umschreibt er den Versuch,
dichterisch einer barbarischen Geschichte und Gegenwart zu entkommen. Der Fluch auf dem Haus der Tantaliden hat Iphigenie getroffen. Ihr Vater Agamemnon hat sie Diana geopfert, um im Krieg
gegen die Trojaner seiner Flotte günstige Winde zu verschaffen. Die Göttin rettete Iphigenie und setzte sie auf Tauris als Priesterin in ihrem Tempel ein. Iphigenie sehnt sich ins Land der
Griechen zurück, König Thoas jedoch möchte die Fremde heiraten. Da sie seine Werbung abschlägt, setzt Thoas den alten Brauch wieder ein, Fremde auf dem Altar Dianas zu opfern. Ausgerechnet
Iphigenies Bruder Orest scheint das Los als ersten zu treffen. Nach dem Mord an seiner Mutter hofft dieser dem Fluch zu entkommen, indem er dem Gott Apollon das Standbild der Diana bringt.
Doch auf Tauris begegnet er der eigenen Schwester. Iphigenie, im Konflikt zwischen Vertrauensbruch und Rettung des Bruders, offenbart sich Thoas und sagt ihm die Wahrheit. Seiner Liebe
entsagend lässt er die Fremden in ihre Heimat ziehen. Ist das der Preis der »verteufelten« Humanität: menschlich handeln, aber einsam sein?
Georgette Dee Georgette Dee besingt das Leben hinter dem Leben. Warum wir
durchhalten, warum wir fallen. Wodurch wir uns von Maschinen und Tieren unterscheiden. Eine Seite der Menschheit, roh, verliebt und verletzt. Einem Konzert von Georgette Dee beizuwohnen,
heißt an die Ursprünge des Theaters, des künstlerischen Aktes selbst zurückzukehren. Durch die szenisch und musikalisch inszenierte Offenbarung eines Wesens werden wir uns selbst gewahr. Die
dargebotenen Lieder, seien es perfekte Lovesongs, Wutgeschrei oder sogar Trinklieder, handeln immer von einem Ort in uns selbst und erinnern vage an andere Chansons: ausgestreckte Hände für
Brei, wunde Weiblichkeit für Piaf, verbaler Wahnsinn für Ferre. 2000 hat Georgette Dee das Pariser Theätre de l'Odeon entflammt. Das war die gerechte Gegenleistung einer Stadt, die sie
besungen und geliebt hat. Durch Schlichtheit erreicht man die größte Macht. Georgette Dee hat das auf der Bühne demonstriert, mit Klasse, Großzügigkeit und einer scharfen Phantasie, die jene
zu Boden schmettert, die etwa noch an der Richtigkeit der Stimme, der Musik, des Exzesses zweifelten. Nach einem Georgette Dee Konzert erscheinen Theateraufführungen verstaubt, diverse
Interpreten auf den oberen Rängen der Hit-Paraden wie schlechte Kopien nach Karaoke Art und die Komiker oder Schauspieler von One-Man-Shows wie einfache Anfänger, kaum dem Theaterverein
entwachsen. Georgette Dee erscheint weit weg. Vorne weg. Oder meilenweit über der Flaute, kulturell oder nicht." Yann Allegret
In der Spielzeit 2007/2008 am Schauspielfrankfurt:
Iphigenie auf Tauris von Johann Wolfgang Goethe, Regie: Wanda Golonka Rolle: Thoas
Jennifer Minetti Schauspielerin, geboren 1940 in Berlin.
Theater Bonn, Bremen, Essen, Göüingen, Hannover, Kassel, München, Stuttgart, Wien und Wuppertal.
Seit der Spielzeit 2001/2002 festes Ensemblemitglied des Schauspielfrankfurt.
Spielzeit 2001/2002:
Gold - 92 bars in a crashed car, P. Greenaway und S. Boddeke, Rolle: Video-'Talking-Heads" Regie: Saskia Boddeke Elektra, Hugo von Hofmannsthal, Regie: Simone Blattner
Mit vollem Munde, Wanda Golonka Regie: Wanda Golonka Fliegen auf der Zunge, Werner Fritsch
Die blauen den Kleinen, die gelben den Schweinen, der Liebsten die roten , die weißen den Toten, Text+Titel+Material: Heiner Müller, Regie: Wanda Golonka
Nihilismus de Luxe, FM Einheit / Andreas Ammer, Regie: Marion Metzen
Spielzeit 2002/2003: Der zerbrochne Krug, Heinrich von Kleist, Rolle: Marthe Rull Regie: Armin Petras
Maria Magdalena, Friedrich Hebbel, Regie: Armin Petras, Rolle: Frau AnAntigone, Wanda Golonka, Regie: Wanda Golonka, Rolle: #4 Farben Ton Fetzen Musik, Jeniffer Minetti und FM Einheit
Spielzeit 2003/2004: Die Logik des Zerfalls, Samuel Beckett, Regie: Andre Wilms, Rolle: Mund (Nicht ich) Antigonae, Sophokles, Regie: Wanda Golonka, Rolle: Tiresias
Offene Gruben, Offene Fenster, Werner Schwab,Regie: Jeniffer Minetti
Spielzeit 2004/2005 Die Zofen, Jean Genet, Regie: Andre Wilms, Rolle: die gnädige Frau
Nathan der Weise, Gotthold E. Lessing, Regie: Karin Neuhäuser, Rolle: Daja
Spielzeit 2005/2006 Die Bakchen, Euripides, Fassung von Raul Schrott, Rolle: Agaue, Regie: Christof Nel
Spielzeit 2007/2008 Iphigenie auf Tauris von Johann Wolfgang Goethe, Regie: Wanda Golonka
[© Texte: schauspielfrankfurt]
www.schauspielfrankfurt.de
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