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Zur Inszenierung am schauspielfrankfurt in der Saison 2005/06:
In der Übersetzung von: Elfriede Jelinek
Premiere: 7. Oktober 2005 / Großes Haus
Regie: Simone Blattner Bühne: Alain Rappaport Kostüme: Marcella Maichle Musik:
Christopher Brandt Licht: Frank Kaster Dramaturgie: Claus Caesar
Darsteller: Victor-Emmanuel Chandebise: Joachim Nimtz Poche: Joachim Nimtz
Camille Chandebise: Stefko Hanushevsky
Romain Tournel: Ben Daniel Jöhnk
Dr. Finache: Felix von Manteuffel Carlos Homenides de Histangua: Sebastian Schindegger Augustin Ferraillon: Andreas Haase Etienne: Rainer Frank Rugby: Jörg Kleemann
Baptistin: Heiner Stadelmann Raymonde Chandebise: Anita Iselin Lucienne Homenides de Histangua: Abak Safaei-Rad Olympe: Nicole Stelten Antoinette: Sandra Bayrhammer
Besprechung des Stücks auf kulturfreak.de
www.schauspielfrankfurt.de
Hat er oder hat er nicht? Die gutbürgerliche Raymonde Chandebise wird von der Eifersucht geplagt. Um herauszufinden, ob sich Gatte Victor-Emmanuel auf amourösen
Abwegen bewegt, überredet sie ihre Freundin Lucienne, dem Verdächtigen einen Liebesbrief zu schreiben. Anonym und handschriftlich. Mitsamt einer Einladung in ein
Rotlicht-Hotel. Dort, das ist Raymondes Plan, wird sie ihn dann höchst selbst erwarten. Dumm nur: Victor-Emmanuel vermutet eine Verwechslung.
Nicht er, sondern nur sein Freund, der elegant-charmante Romain Tournel könne der Adressat des Briefes sein. Welcher sich schleunigst zu dem unverhofften Rendezvous
aufmacht. Unangenehm wird die Lage, als Luciennes Ehemann auftaucht, der hitzige Spanier Carlos Homenides de Histangua. Er erkennt die Handschrift seiner Frau – und
droht, seinen vermeintlichen Nebenbuhler Tournel auf der Stelle umzubringen. Um diesen zu warnen, hastet auch Victor-Emmanuel ins Hotel …
Georges Feydeau (1862-1921)
gilt nach Molière als einer der erfolgreichsten französischen Komödiendichter. Er wurde in Paris als Sohn des Romanschriftstellers Ernest Aimé Feydeau geboren. Schon
früh zeigte sich sein ausgeprägtes Interesse sowohl an der Schauspielkunst als auch am Verfassen von Bühnenstücken. Während seiner Studienzeit schrieb er kurze
Schauspiele und Monologe. Sein Lustspiel "Le tailleur pour dames" (1886) wurde vom Publikum wohlwollend aufgenommen. Sein Durchbruch als Bühnenautor kam allerdings
erst 1892 mit der Inszenierung seines Vaudeville-Stückes Monsieur Chasse oder Wie man Hasen jagt. Die komische Wirkung seiner Stücke beruht auf einer turbulenten und
äußerst wirkungsvoll inszenierten Abfolge überraschender Handlungssequenzen, in denen es um Themen wie Verwechslungen, Eifersucht, Streit usw. geht, wobei die
geringste Bedrohung der gewohnten Ordnung eine Lawine von Pannen und Missgeschicken auslöst, die schließlich in einem oftmals grotesk-komischen Höhepunkt kulminieren.
Feydeaus treffende Darstellung der brüchigen Normen des Bürgertums um die Jahrhundertwende und sein unübertroffen prägnanter Stil weisen ihn nicht nur als
hochbegabten Verfasser unterhaltsamer Bühnenstücke, sondern zugleich als Schriftsteller von Rang aus. Feydeau selbst charakterisierte seine Komödien als "umgekehrte
Tragödien". Nach seinen bedeutendsten Bühnenwerken wie "La dame de chez Maxim’s" (1889, Die Dame von Maxim), "La puce à l’oreille" (1907, Der Floh im Ohr) und
"Occupe-toi d’Amélie" (1908) verfasste er scharfe Farcen über Eheprobleme, darunter "Feu la mère de Madame" (1908), "Le dindon" (1910), "On purge bébé" (1910) und
"Hortense a dit: J’m’en fous’" (1916).
Wie populär Feydeaus dramatisches Werk auf deutschen Bühnen noch immer ist, zeigt die jüngste Vergangenheit, in der Werke wie "Floh im Ohr" oder Zwei Herren, die den
Kopf verlieren (DSE am 27.08.2004, Kleines Theater am Südwestkorso, Berlin) zu sehen waren. [ Text: Verlag Felix Bloch Erben, Berlin]
Simone Blattner Geboren 1968 in Basel.
Ausbildung
Regiestudium an der Otto-Falckenberg-Schule, München
Regieassistenzen Regiemitarbeiten bei Stefan Müller und Jean-Francois Pesenti, Theater Neumarkt Zürich
Assistenz und Regiemitarbeit bei Dieter Dorn, Münchner Kammerspiele Spielleiterin am Bayerischen Staatsschauspiel München
Eigene Inszenierungen
Seit 1998 arbeitet Simone Blattner als freie Regisseurin, u.a. am Theater Neumarkt in Zürich, Theater Basel, Theater Luzern, Nationaltheater Mannheim, am Bayerischen
Staatsschauspiel München und am schauspielfrankfurt.
Auswahl Das große Heft, Agota Kristof, Bayerisches Staatsschaupiel (1999)
Elektra, Hugo von Hofmannsthal, schauspielfrankfurt (2001) Schieß doch, Kaufhaus!, Martin Heckmanns, Staatsschauspiel Dresden (2002)
Girlsnightout, Gesine Danckwart, schauspielfrankfurt (2002) Kränk, Martin Heckmanns, Uraufführung, schauspielfrankfurt (2004)
Sexual Perversity in Chicago, David Mamet, schauspielfrankfurt (2004)
In der Spielzeit 2004/2005 des schauspielfrankfurt führte Simone Blattner bei Dea Lohers „Leviathan“ Regie.
In der Spielzeit 2005/2006 des schauspielfrankfurt führte Simone Blattner bei Georges Feydeaus Floh im Ohr und Martin Heckmas Uraufführung Die Liebe zur Leere Regie.
Seit der Spieltzeit 2006/07 ist Simone Blattner Hausregisseurin am schauspielfrankfurt und inszenierte dort Schillers “Die Jungfrau von Orleans” .
Simone Blattner wurde 2006 vom Goethe-Institut in die Auflistung Deutschlands 50 beste Regisseure aufgenommen.
Spielzeit 2008/09: Kasimir und Karoline und Othello
Joachim Nimtz Geboren 1957
Ausbildung Abitur
Studium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin
Theater (Auswahl) Staatsschaupiel Dresden Diener zweier Herren, Regie: W. Engel Rolle: Tuffaldino
Dreigroschenoper, Bertolt Brecht, Regie: K.-D. Kirst Rolle: Macheath Tartuffe, Regie: K.-D. Kirst Rolle: Tartuffe Die Nibelungen, Friedrich Hebbel, Regie: Wolfgang Engel
Rolle: Siegfried
Weilheimer Theatersommer Irre von Chaillot Regie: C. Trautow Kreuzgang-Spiele, Feuchtwangen Dreigroschenoper, Bertolt Brecht, Regie: J. Hube
Parktheater, Augsburg Geliebter Jaques ... Offenbach, ... Regie: H. Bonnet Theater am Kurfürstendamm Wilhelm heeßt er Oper Basel Orpheus in der Unterwelt, Regie: K. Thalbach
Rolle: Aristeus / Pluto
Bayerisches Staatsschauspiel Fisch sucht Fahrrad – Singles singen Singles, Rudolf G. Knabl, Regie: Simone Blattner
Blick von der Brücke, Arthur Miller, Regie: Simone Blattner Baal, Bertolt Brecht, Regie: Klaus Emmerich Dreigroschenoper, Bertolt Brecht, Regie: Klaus Emmerich
Komiker, Trevor Griffiths, Regie: Anselm Weber Preparadise sorry now, Rainer Werner Fassbiner, Regie: Anselm Weber Ramper, Max Mohr, Regie: Simone Blattner
Penthesilea, Heinrich von Kleist, Regie: Andreas Kriegenburg Große Szene am Fluß, Tankred Dorst, Regie: Klaus Emmerich
Münchner Kammerspiele
Methamorphosen Regie: F. Wittenbrink Rolle: Jupiter
Seit der Spielzeit 2001/2002 festes Ensemblemitglied des schauspielfrankfurt.
Spielzeit 2001/2002:
Woyzeck, Georg Büchner, Regie: St. Braunschweig Rolle: Tambourmajor
Spielzeit 2003/2004: Salome, Marc von Henning nach O. Wilde, Regie: Marc von Henning
Rolle: Herodes
Spielzeit 2004/2005: Kollektives Lesen eines Buches ..., nach Das Eis von Vladimir Sorokin, Regie: Alvis Hermanis
Spielzeit 2005/2006:
Floh im Ohr, von Georges Feydeau, Regie: Simone Blattne, Rolle: Victor-Emmanuel Chandebise Wer hat Angst vor Virginia Woolfe, von Edward Albee, Regie: Martin Nimz, Rolle: George
Spielzeit 2006/2007: Die Jungfrau von Orleans von Friedrich Schiller, Regie: Simone Blattner, Rolle: Karl der Siebente, König von Frankreich König Arthur von Wolfgang Deichsel nach dem Original von John Dryden mit Musik von Henry Purcell, Regie: Corinna von Rad, Rolle: Gillamar, der hinterhältige Zauberer
Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht und Kurt Weill, Regie: André Wilms, Rolle: Jonathan Jeremiah Peachum
Hinkemann von Ernst Toller, Regie: Christof Nel, Rollen: Paul Großhan u.a.
Spielzeit 2007/2008: Emilia Galotti von Gotthold Ephraim Lessing, Regie: Niklaus Helbling, Rolle: Odoardo Galotti Eines langen Tages Reise in die Nacht, von Eugene O’Neill, Regie: Christof Nel
Spielzeit 2008/2009: Torquato Tasso von Johann Wolfgang Goethe, Regie: Urs Troller, Rolle: Alfons der Zweite, Herzog von Ferra Kasimir und Karoline von Ödön von Horváth, Regie: Simone Blattner, Rolle: Kasimir
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