Theater: Floh im Ohr
 

Floh im Ohr (La puce á l´oreille)
Komödie

Von: Georges Feydeau
Uraufführung: 2. März 1907 (Paris, Théătre des Nouveautés)

Zur Inszenierung der Burgfestspiele Bad Vilbel:

Graffiti_FlohImOhr©BurgfestspieleBadVilbel

Premiere: 5. Juni 09

Regie: Barbara Neureiter
Ausstattung: Dorit Lievenbrück
Regieassistenz: Hanna Diekneite

Besetzung:
Victor-Emmanuel Chandebise/Poche):
Maximilian Wigger
Camille Chandebise: Jens Wachholz
Romain Tournel: Stephan Ullrich
Dr. Finache: Kai Möller
Carlos Homenides de Histangua: Volker Weidlich
Augustin Ferraillon: Volker Niederfahrenhorst
Etienne/Baptistin: Herbert Schöberl
Rugby: Frank Rebel
Raymonde Chandebise: Marina Matthias
Lucienne Homenides de Histangua: Angelika Bartsch
Olympe: Magdalena Helmig
Antoinette: Jessica Walther-Gabory
Eugenie: Miriam Kohler

Besprechung auf kulturfreak.de

Floh_im_Ohr_Bartsch-Matthias01_BadVilbel09©EugenSommer
Floh im Ohr
Burgfestspiele Bad Vilbel
Lucienne Homenides de Histangua (Angelika Bartsch) & Raymonde Chandebise (Marina Matthias)
Foto: Eugen Sommer

Man nehme: eine mysteriöse Postsendung, eine misstrauische Ehefrau, einen eifersüchtigen Gatten, einen ahnungslosen Doppelgänger, setze sie in einen herrschaftlichen Salon und ein verrufenes Etablissement, gebe alles in die Hand eines vortrefflichen Komödienschreibers und man erhält eine der witzigsten Komödien aus der Zeit der Belle Epoche.

Mehr Infos zu den Burgfestspielen Bad Vilbel

www.kultur-bad-bilbel.de

Zur Inszenierung am schauspielfrankfurt in der Saison 2005/06:

In der Übersetzung von:
Elfriede Jelinek

Premiere: 7. Oktober 2005 / Großes Haus

Regie:
Simone Blattner
Bühne: Alain Rappaport
Kostüme: Marcella Maichle
Musik: Christopher Brandt
Licht: Frank Kaster
Dramaturgie: Claus Caesar


Darsteller:
Victor-Emmanuel Chandebise:
Joachim Nimtz
Poche:
Joachim Nimtz
Camille Chandebise:
Stefko Hanushevsky
Romain Tournel:
Ben Daniel Jöhnk
Dr. Finache: Felix von Manteuffel
Carlos Homenides de Histangua:
Sebastian Schindegger
Augustin Ferraillon: Andreas Haase
Etienne:
Rainer Frank
Rugby: Jörg Kleemann
Baptistin: Heiner Stadelmann
Raymonde Chandebise: Anita Iselin
Lucienne Homenides de Histangua:
Abak Safaei-Rad
Olympe: Nicole Stelten
Antoinette: Sandra Bayrhammer

Besprechung des Stücks auf kulturfreak.de
www.schauspielfrankfurt.de

Hat er oder hat er nicht? Die gutbürgerliche Raymonde Chandebise wird von der Eifersucht geplagt. Um herauszufinden, ob sich Gatte Victor-Emmanuel auf amourösen Abwegen bewegt, überredet sie ihre Freundin Lucienne, dem Verdächtigen einen Liebesbrief zu schreiben. Anonym und handschriftlich. Mitsamt einer Einladung in ein Rotlicht-Hotel. Dort, das ist Raymondes Plan, wird sie ihn dann höchst selbst erwarten. Dumm nur: Victor-Emmanuel vermutet eine Verwechslung.
Nicht er, sondern nur sein Freund, der elegant-charmante Romain Tournel könne der Adressat des Briefes sein. Welcher sich schleunigst zu dem unverhofften Rendezvous aufmacht. Unangenehm wird die Lage, als Luciennes Ehemann auftaucht, der hitzige Spanier Carlos Homenides de Histangua. Er erkennt die Handschrift seiner Frau – und droht, seinen vermeintlichen Nebenbuhler Tournel auf der Stelle umzubringen. Um diesen zu warnen, hastet auch Victor-Emmanuel ins Hotel …

Georges Feydeau (1862-1921)
gilt nach Molière als einer der erfolgreichsten französischen Komödiendichter. Er wurde in Paris als Sohn des Romanschriftstellers Ernest Aimé Feydeau geboren. Schon früh zeigte sich sein ausgeprägtes Interesse sowohl an der Schauspielkunst als auch am Verfassen von Bühnenstücken. Während seiner Studienzeit schrieb er kurze Schauspiele und Monologe. Sein Lustspiel "Le tailleur pour dames" (1886) wurde vom Publikum wohlwollend aufgenommen. Sein Durchbruch als Bühnenautor kam allerdings erst 1892 mit der Inszenierung seines Vaudeville-Stückes Monsieur Chasse oder Wie man Hasen jagt. Die komische Wirkung seiner Stücke beruht auf einer turbulenten und äußerst wirkungsvoll inszenierten Abfolge überraschender Handlungssequenzen, in denen es um Themen wie Verwechslungen, Eifersucht, Streit usw. geht, wobei die geringste Bedrohung der gewohnten Ordnung eine Lawine von Pannen und Missgeschicken auslöst, die schließlich in einem oftmals grotesk-komischen Höhepunkt kulminieren.

Feydeaus treffende Darstellung der brüchigen Normen des Bürgertums um die Jahrhundertwende und sein unübertroffen prägnanter Stil weisen ihn nicht nur als hochbegabten Verfasser unterhaltsamer Bühnenstücke, sondern zugleich als Schriftsteller von Rang aus. Feydeau selbst charakterisierte seine Komödien als "umgekehrte Tragödien". Nach seinen bedeutendsten Bühnenwerken wie "La dame de chez Maxim’s" (1889, Die Dame von Maxim), "La puce à l’oreille" (1907, Der Floh im Ohr) und "Occupe-toi d’Amélie" (1908) verfasste er scharfe Farcen über Eheprobleme, darunter "Feu la mère de Madame" (1908), "Le dindon" (1910), "On purge bébé" (1910) und "Hortense a dit: J’m’en fous’" (1916).

Wie populär Feydeaus dramatisches Werk auf deutschen Bühnen noch immer ist, zeigt die jüngste Vergangenheit, in der Werke wie "Floh im Ohr" oder Zwei Herren, die den Kopf verlieren (DSE am 27.08.2004, Kleines Theater am Südwestkorso, Berlin) zu sehen waren.       [ Text: Verlag Felix Bloch Erben, Berlin]


Simone Blattner
Geboren 1968 in Basel.

Ausbildung
Regiestudium an der Otto-Falckenberg-Schule, München

Regieassistenzen
Regiemitarbeiten bei Stefan Müller und Jean-Francois Pesenti, Theater Neumarkt Zürich
Assistenz und Regiemitarbeit bei Dieter Dorn, Münchner Kammerspiele
Spielleiterin am Bayerischen Staatsschauspiel München

Eigene Inszenierungen
Seit 1998 arbeitet Simone Blattner als freie Regisseurin, u.a. am Theater Neumarkt in Zürich, Theater Basel, Theater Luzern, Nationaltheater Mannheim, am Bayerischen Staatsschauspiel München und am schauspielfrankfurt.

Auswahl
Das große Heft, Agota Kristof, Bayerisches Staatsschaupiel (1999)
Elektra, Hugo von Hofmannsthal, schauspielfrankfurt (2001)
Schieß doch, Kaufhaus!, Martin Heckmanns, Staatsschauspiel Dresden (2002)
Girlsnightout, Gesine Danckwart, schauspielfrankfurt (2002)
Kränk, Martin Heckmanns, Uraufführung, schauspielfrankfurt (2004)
Sexual Perversity in Chicago, David Mamet, schauspielfrankfurt (2004)

In der Spielzeit 2004/2005 des schauspielfrankfurt führte Simone Blattner bei Dea Lohers „Leviathan“ Regie.

In der Spielzeit 2005/2006 des schauspielfrankfurt führte Simone Blattner bei Georges Feydeaus Floh im Ohr und Martin Heckmas Uraufführung
Die Liebe zur Leere Regie.

Seit der Spieltzeit 2006/07 ist Simone Blattner Hausregisseurin am schauspielfrankfurt und inszenierte dort Schillers “
Die Jungfrau von Orleans” .

Simone Blattner wurde 2006 vom Goethe-Institut in die Auflistung Deutschlands 50 beste Regisseure aufgenommen.

Spielzeit 2008/09:
Kasimir und Karoline und Othello


Joachim Nimtz
Geboren 1957

Ausbildung
Abitur
Studium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin

Theater (Auswahl)
Staatsschaupiel Dresden
Diener zweier Herren, Regie: W. Engel
Rolle: Tuffaldino
Dreigroschenoper, Bertolt Brecht, Regie: K.-D. Kirst
Rolle: Macheath
Tartuffe, Regie: K.-D. Kirst
Rolle: Tartuffe
Die Nibelungen, Friedrich Hebbel, Regie: Wolfgang Engel
Rolle: Siegfried

Weilheimer Theatersommer
Irre von Chaillot   Regie: C. Trautow
Kreuzgang-Spiele, Feuchtwangen
Dreigroschenoper, Bertolt Brecht, Regie: J. Hube
Parktheater, Augsburg
Geliebter Jaques ... Offenbach, ... Regie: H. Bonnet
Theater am Kurfürstendamm
Wilhelm heeßt er
Oper Basel
Orpheus in der Unterwelt, Regie: K. Thalbach
Rolle: Aristeus / Pluto

Bayerisches Staatsschauspiel
Fisch sucht Fahrrad – Singles singen Singles, Rudolf G. Knabl, Regie: Simone Blattner
Blick von der Brücke, Arthur Miller, Regie: Simone Blattner
Baal, Bertolt Brecht,  Regie: Klaus Emmerich
Dreigroschenoper, Bertolt Brecht, Regie: Klaus Emmerich
Komiker, Trevor Griffiths,  Regie: Anselm Weber
Preparadise sorry now, Rainer Werner Fassbiner, Regie: Anselm Weber
Ramper, Max Mohr,   Regie: Simone Blattner
Penthesilea, Heinrich von Kleist, Regie: Andreas Kriegenburg
Große Szene am Fluß, Tankred Dorst, Regie: Klaus Emmerich

Münchner Kammerspiele
Methamorphosen   Regie: F. Wittenbrink
Rolle: Jupiter

Seit der Spielzeit 2001/2002 festes Ensemblemitglied des schauspielfrankfurt.

Spielzeit 2001/2002:
Woyzeck, Georg Büchner,  Regie: St. Braunschweig
Rolle: Tambourmajor

Spielzeit 2003/2004:
Salome, Marc von Henning nach O. Wilde, Regie: Marc von Henning
Rolle: Herodes

Spielzeit 2004/2005:
Kollektives Lesen eines Buches ..., nach Das Eis von Vladimir Sorokin, Regie: Alvis Hermanis

Spielzeit 2005/2006:
Floh im Ohr, von Georges Feydeau, Regie: Simone Blattne, Rolle: Victor-Emmanuel Chandebise
Wer hat Angst vor Virginia Woolfe, von Edward Albee, Regie: Martin Nimz, Rolle: George

Spielzeit 2006/2007:
Die Jungfrau von Orleans von Friedrich Schiller, Regie: Simone Blattner, Rolle: Karl der Siebente, König von Frankreich
König Arthur von Wolfgang Deichsel nach dem Original von John Dryden mit Musik von Henry Purcell, Regie: Corinna von Rad, Rolle: Gillamar, der hinterhältige Zauberer
Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht und Kurt Weill, Regie: André Wilms, Rolle: Jonathan Jeremiah Peachum
Hinkemann von Ernst Toller, Regie: Christof Nel, Rollen: Paul Großhan u.a.

Spielzeit 2007/2008:
Emilia Galotti von Gotthold Ephraim Lessing, Regie: Niklaus Helbling, Rolle: Odoardo Galotti
Eines langen Tages Reise in die Nacht, von Eugene O’Neill, Regie: Christof Nel

Spielzeit 2008/2009:
Torquato Tasso von Johann Wolfgang Goethe, Regie: Urs Troller, Rolle: Alfons der Zweite, Herzog von Ferra
Kasimir und Karoline von Ödön von Horváth, Regie: Simone Blattner, Rolle: Kasimir

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