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Theater: Don Carlos
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Don Carlos, Infant von Spanien Ein dramatisches Gedicht
Von: Friedrich Schiller Uraufführung: 29. August 1787 (Hamburg, Schauspielhaus)
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Zur Inszenierung des Theater Essen:
Premiere: 6. Dezember 08
Inszenierung: Anselm Weber Bühne:
Raimund Bauer Kostüme: Irina Bartels Musik: Henning Beckmann Dramaturgie: Olaf Kröck
Mit: Therese Dörr, Matthias Eberle, Fritz Fenne, Siegfried
Gressl, Andreas Grothgar, Barbara Hirt, Holger Kunkel, Nicola Mastroberardino, Kristina Peters, Roland Riebeling, Jutta Wachowiak „Geben Sie Gedankenfreiheit!“ fordert der
Marquis von Posa König Philipp II. von Spanien auf. Posa, ein Freund des Thronfolgers Don Carlos, hält vor dessen Vater eine flammende Freiheitsrede. Denn in den von Spanien besetzten
flandrischen Provinzen herrscht Alba mit blutiger Hand. Posa will Carlos an Albas statt in die Niederlande geschickt wissen. Carlos teilt Posas Bild von der Freiheit des Menschen. Doch Carlos
liebt und hat mit Staatsgeschäften wenig im Sinn. Er liebt seine Stiefmutter, die einst seine Verlobte war, bevor sie vom eigenen Vater geheiratet und zur Königin gemacht wurde. Posa mahnt
Carlos an seine politische Verantwortung. Und als der König den Sohn nicht in die Niederlande schicken will, sinnt Carlos auf einen gewaltsamen Umsturz. Es beginnt eine Verschwörung am Hofe,
bei der alle einander belauern und verraten.
Intendant Anselm Weber inszeniert das große Stück von Friedrich Schiller über den Anspruch des Menschen auf Freiheit für die Bühne des Grillo. [© Theater Essen]
www.theater-essen.de
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Zur Inszenierung des Theater Bonn:
Premiere: 24. Oktober 08
Inszenierung: Stefan Heiseke Bühne: Ariane Salzbrunn
Kostüme: Uta Heiseke Licht: Max Karbe Dramaturgie: Michael Eickhoff
Philipp der Zweite, König von Spanien: Bernd Braun
Elisabeth von Valois, seine Gemahlin: Birte Schrein Don Karlos, der Kronprinz: Arne Lenk Herzogin von Olivarez, Oberhofmeisterin: Anke Zillich
Prinzessin von Eboli, Dame der Königin: Nicole Kersten Marquis von Posa, ein Malteserritter: Volker Muthmann Herzog von Alba, Grande von Spanien: Yorck Dippe
Graf von Lerma, Oberster der Leibwache, Grande von Spanien: Wolfgang Rüter Domingo, Beichtvater des Königs: Tugsal Mogul Der Großinquisitor des Königreichs: Rolf Mautz
www.theater-bonn.de
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Zur Produktion des Theater Willy Praml (Frankfurt):
Premiere: 6. September 08 Aktuelle Spieltermine:
5., 6., 12., 13., 26., und 27., Juni, und dann ein letztes Mal vor den Theaterferien am 4. Juli 09, jeweils um 19.30 Uhr
Regie: Willy Praml Bühne/Kostüme:
Michael Weber
Mit: Reinhold Behling, Gabriela Maria Graf, Birgit Heuser, Tim Stegemann, Mitschiko Tsubaki, Michael Weber
Spieldauer: 3 Std. mit Pause
Don Carlos. Infant Theater Willy Praml Foto: Seweryn
Solche Söhne müssen sterben. Carlos träumt vom guten Königsein, vom Menschheits- beglücken und –befreien. Sein Freund Posa liefert ihm den Stoff zu solchen Träumen – ein
Dealer in Sachen Gedankenfreiheit. Doch ohne den Dealer Posa ist Carlos wie einer auf Entzug, ein in allem Überforderter. Ein Kind, das im schönen Garten von Aranjuez unter
Heuschnupfen leidet, im prachtvollen Madrid unter Depressionen, in der Familie an Komplexen, im Blick auf die Zukunft an Pessimismus. Carlos verkörpert wie die griechische
Königstochter Elektra, wie der Dänenprinz Hamlet eine NO-FUTURE-Generation, weil die Gegenwart so übergewaltig und undurchschaubar auf die Seele drückt. Was soll man
auch als Erbe eines Reichs, in dem die Sonne nicht untergeht? Carlos scheint ein Typ, der die Sonne eher meidet, ein bleicher Allergiker, der die Fensterläden geschlossen hält.
Denn was die spanische Sonne, d.h. der Vater König Philipp II., beleuchtet, sind vor allem die Scheiterhaufen, auf dem die brennen, die anders denken und anders glauben, die
eroberten Länder der Welt, die sich vor Krone und Kreuz beugen müssen, die bis in die Körper beherrschten Bürger, die der Maler El Greco in bis zu Halskrausen verborgenen
Leibern an Marterszenen teilnehmen lässt – die Frauen verbergen sich unantastbar hinter spanischen Spitzen.
Alles scheint wie angehalten, erstarrt, unmöglich aufgebrochen zu werden, ein Zeitalter der Versteinerung – während die Kontinente wie Kontinentalplatten Verschiebung vorbereiten.
Carlos ist der sensible kranke Seismograph seiner Epoche, der Freund Posa sein Erdbeben, Endlich gerät alles aus den Fugen: Infanten – Time!
Ludwig II von Bayern (1845 – 1886), auch ein träumender Infant, aber einer, der es bis auf den Thron geschafft hat, hat sich den DON CARLOS in 6stündiger, voller Länge
vorspielen lassen und dabei wohl gefunden, was er darin ahnte: sich selbst und die Unmöglichkeit eines Königtraums.
Und für heute: ist ein Traum von Politik möglich? Kann es Infanten geben an der Macht? [© Theater Willy Praml]
Spieldauer: 3:30 Std. mit Pause
www.theater-willypraml.de
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Zur Inszenierung des Theater Bielefeld:
Premiere: 5. September 08
Inszenierung:
Christian Schlüter Bühne: Jürgen Höth Kostüme: Katharina Kromminga Dramaturgie: Bernhard Krebs
Besetzung: Philipp II.: Thomas Wolff
Elisabeth: Christina Huckle Don Karlos: Ingo Tomi Prinzessin Eboli: Anna-Maria Kuricová Marquis von Posa: Alexander Swoboda Herzog von Alba:
Stefan Imholz Graf von Lerma: Jan Andreesen Domingo: Thomas Wehling
Dass Karlos nicht gesonnen ist, / In diesem Reich zu bleiben, wenn es ihm, / Nichts als den Umsturz der Gesetze kostet, / Der Glücklichste zu sein.
Karlos, Sohn von König Philipp II. von Spanien, ist unglücklich. Aus politischen Gründen heiratete Philipp Elisabeth von Valois, in die Karlos verliebt ist. Die Gegenwart der
Geliebten an der Seite seines Vaters macht ihn ebenso wahnsinnig, wie die Geringschätzung, die er durch Philipp erfährt. Die Bitte seines Freundes Marquis von Posa kommt Karlos in dieser
Situation nur recht. Posa will, dass Karlos die Strafexpedition in die aufständischen Niederlande führt, damit die Freiheitsbestrebungen dieses kleinen Volkes nicht in einem Blutgericht
enden. Doch Philipp verwährt ihm misstrauisch das Kommando. Eine Intrige von Prinzessin Eboli, die von der Liebe Karlos’ zu Elisabeth weiß, verhindert eine weitere Verständigung zwischen
Vater und Sohn, König und Thronfolger. Und dabei wünscht sich der König doch nichts sehnlicher als einen Menschen, der sich nicht in Machtspielen und Falschheit verliert, wie es so viele in
seinem Umfeld tun. Diesen glaubt er in Marquis von Posa zu finden, der von ihm Gedankenfreiheit verlangt, was dem absolutistischen Herrscher Respekt abfordert. Doch Posa spielt ein doppeltes
Spiel – mit Philipp und mit Karlos.
Schillers Don Karlos ist ein Politkrimi über den Abfall der Niederlande von Spanien und über die Janusköpfigkeit der Aufklärung, die nicht nur
Befreiung sondern auch Herrschaft und Unterdrückung zeitigen kann. Leidenschaft ist das zentrale Thema des Don Karlos, die – im erweiterten Sinne – ein Verhaftetsein mit einem bestimmten
Ideal darstellt.
200 Jahre nach der historischen Trennung der Niederlande vom spanischen Staat bildet das Ereignis Schillers Folie für die moralische Verantwortung des Individuums bei
gesellschaftlichen Umwälzungen. Schiller zeigt auf, welche Fallstricke den Aufklärer erwarten, wenn er für eine bessere Welt kämpft. Weitere 200 Jahre später hinterfragt nun das Theater
Bielefeld Schillers Freiheitsbegriff auf seine Gegenwarts-tauglichkeit. Die Freiheit steht zwar nicht mehr, wie zu Schillers Zeiten, in einem Kampf mit Despoten, dafür sieht sie sich mit
immer neuen Sicherheitsforderungen konfrontiert, die vorgeben, sie schützen zu wollen.
Zur Inszenierung: Christian Schlüter
ist seit Beginn der Spielzeit 06/07 Oberspielleiter des Schauspiels am Theater Bielefeld, dem er bereits seit vielen Jahren als regelmäßiger Gastregisseur eng verbunden ist. Zuvor arbeitete er seit 1998 als freischaffender Regisseur und Lehrbeauftragter am Studiengang Schauspieltheater-Regie in Hamburg. Er inszenierte u.a. die Uraufführung von Brechts Hans im Glück und Gesine Dankwarts Girlsnightout am Thalia Theater Hamburg, Früchte des Nichts von Ferdinand Bruckner und Liebelei von Arthur Schnitzler am Schauspielhaus Bochum sowie das maß der dinge von Neil LaBute und Die Wildente von Henrik Ibsen am Staatsschauspiel Dresden. Zuletzt führte er Regie bei William Shakespeares Was ihr wollt am Theater Oberhausen, Friedrich Hölderlins Der Tod des Empedokles am Landestheater Tübingen und bei der Ring-Uraufführung von Fritz Katers Tanzen! am Schauspiel Leipzig, die in Kooperation mit dem Theater Graz und dem Berliner Maxim Gorki Theater durchgeführt wurde.
Am Bielefelder Theater inszenierte Schlüter u.a. die Uraufführung von Marlene Streeruwitz‘ Dentro, Amphitryon nach Molière von Kleist, Ödipus von Sophokles, Shakespeares Romeo und
Julia, Elling von Hellstenius/Naess, Der Raub der Sabinerinnen/Frau Director Striese (UA) von den Brüdern von Schönthan, das Projekt Schlachten/Samurai, Hauptmanns Die Weber, Der
Menschenfeind von Molière, Homo faber von Max Frisch, Neil LaButes Fettes Schwein und den dritten Uraufführungsabend aus der Reihe Schöne Neue Werte. In der letzten Spielzeit führte er Regie
bei Maria Stuart, Steppenwolf und Gegen die Wand. Christian Schlüter, geboren in Nesselwang im Allgäu, studierte nach seinem Abitur zunächst zwei Jahre Theaterwissenschaften an der
Universität in Bochum und von 1990-94 Schauspieltheater-Regie bei Jürgen Flimm und Manfred Brauneck in Hamburg. Nach seinem Studium war er bis 1998 als Regieassistent am Thalia Theater
Hamburg tätig.
Bühne: Der in Hamburg lebende Jürgen Höth
ist seit 1993 freischaffend tätig, u.a. am Thalia Theater Hamburg, an der Volksbühne Berlin, am Schauspiel Leipzig und an Theatern in Braunschweig, Oldenburg, Köln, Basel, Freiburg, Kiel, Konstanz und Heilbronn. Am Theater Bielefeld war Höth bereits für die Bühnenbilder von Der Raub der Sabinerinnen/Frau Director Striese (UA) und Der Menschenfeind (Regie: C. Schlüter) sowie für Die fetten Jahre sind vorbei (Regie: J. Zimmermann) und Ein seltsames Paar (Regie: W.-D. Sprenger) verantwortlich. In der letzten Spielzeit hat er zudem die Bühnenbilder für alle Räume der TAMZWEI-Produktionen
(Jugend ohne Gott, Dutschke/Westwärts 1&2, Kamikaze Pictures und Gegen die Wand) entworfen. Von 1989-93 war Höth am Thalia Theater Hamburg als Bühnenbild-assistent engagiert. In
dieser Zeit entstanden bereits seine ersten eigenen Arbeiten, u.a. für Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui und Endspiel. In Hamburg kam es auch mit dem Bühnenbild zu Eroberung des Südpols
zur ersten Zusammenarbeit mit Michael Heicks. Weitere Regisseure, mit denen Jürgen Höth zusammenarbeitete, waren u.a. Hiltrud Kissel, Robert Hungerbühler, Barbara Neureiter und Ulrike Grote.
Der gebürtige Kölner studierte in seiner Heimatstadt Bühnenbild bei Prof. R. Glittenberg.
Kostüme: Katharina Kromminga
war am Theater Bielefeld bereits für die Kostüme von DRAMENSAMMLER – Schöne neue Werte I und Dutschke/Westwärts 1&2 verantwortlich. Die Kostümbildnerin, geboren 1972 in Berlin, erhielt ihre Ausbildung zur Kostümbildnerin am Nationaltheater Prag, an der Staatsoper unter den Linden Berlin, am Staatstheater Stuttgart, Residenztheater München und am Schauspielhaus Düsseldorf. Arbeiten mit Stephan Rottkamp u.a. an den Münchener Kammerspielen, am Freiburger Theater, Thalia Theater Hamburg, Burgtheater Wien und mit K.D. Schmidt am Theater Heilbronn.
[© Theater Bielefeld] www.theater-bielefeld.de
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