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Programm-Tipps: Musik ~ Theater auf arte:
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Samstag, 25.02. / 22.00 Uhr / Andy Warhol - Godfather of Pop (1/2) Dokumentarfilm, USA 2006, ARTE, Synchronfassung, Erstausstrahlung
Regie: Ric Burns, Paul Morrissey Mit: Bob Dylan - (Sänger), Jeff Koons - (Künstler), Laurie Anderson - (Künstlerin)
Scharlatan und großer Manipulator oder Genie und größter
Künstler des 20. Jahrhunderts? Kaum ein Akteur polarisierte die Welt der Kunst und Kultur dermaßen wie Andy Warhol. Zum Todestag des Künstlers, der sich am 22. Februar zum 25. Mal jährt,
zeigt ARTE am 25. und 26. Februar am späten Abend ein fesselndes zweiteiliges Porträt von Filmemacher Ric Burns. Mit umfangreichem und zum Teil bislang unveröffentlichtem Archivmaterial
dokumentiert er das Leben Andy Warhols und zeigt, wie er zum Mittelpunkt - zumindest des amerikanischen Kulturbetriebs - avancierte.
Vor 25 Jahren, am 22. Februar 1987 starb Andy
Warhol, der berühmteste und wohl am meisten missverstandene Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Kunst war zugleich zugänglich und rätselhaft, direkt und schwer erfassbar,
naiv und voll bitterer Ironie. Er veränderte die Vorstellung von der Malerei und führte die Kunst im Zeitalter der mechanischen Reproduzierbarkeit zu ihrem logischen Extrem. Immer wieder
durchbrach er die Grenzen zwischen Kunst und Kommerz. Und wie kein anderer vor oder nach ihm begriff er, welche Rolle der Ruhm in der Massengesellschaft spielt. Mit allem, was er tat, zwang
er den Betrachter zur Auseinandersetzung mit der Welt, in der er lebt. Im Laufe der Zeit wurde er zum Hofdichter des amerikanischen Jahrhunderts, zum Wortführer eines der radikalsten
Experimente der amerikanischen Kultur und zum einflussreichsten Künstler seiner Zeit. Der zweiteilige Dokumentarfilm von Ric Burns ist ein fesselndes und bewegendes Porträt, das sowohl in
Warhols turbulentes Leben als auch in seine ereignisreiche Epoche einführt. Er fügt eindringliche Interviews, bislang unveröffentlichtes Bild- und Filmmaterial sowie Einblicke in Warhols
umfangreiches Werk zusammen und ergründet zum ersten Mal die gigantischen Archive des Andy Warhol Museums in Pittsburgh. Erstmals wird das gesamte Spektrum von Warhols erstaunlicher
künstlerischer Produktion erfasst, die über fünf Jahrzehnte umfasst: von den späten 40er Jahren bis zu seinem frühen Tod in den 80ern. Dabei rückt Burns - auch das eine Premiere - den
Menschen Warhol in den Vordergrund und beleuchtet seine persönliche Geschichte, sein Familienleben und seine Lehrjahre in Pittsburgh, die Schlüsselerlebnisse als "kommerzieller
Künstler" in New York und seine Laufbahn im Verlauf dreier bahnbrechender Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Dieses Programm wurde in HD produziert.
Samstag, 25.02. / 23.55 Uhr / Tracks Magazin, Frankreich 2012, ARTE F, Erstausstrahlung
Dieses Programm wurde in HD produziert. Auf ARTE+7 ist eine Auswahl von "Tracks"-Sendungen sieben Tage lang nach der Ausstrahlung online zu sehen.
Samstag, 25.02. / 00.45 Uhr / Introducing @arte live ~ Age Of Consent / Citizens / Ter Haar
Musik, Deutschland 2012, RBB, Erstausstrahlung
Einmal im Monat am Samstagabend präsentiert die Reihe "Introducing @ARTE Live" aus dem Berliner Magnet Club
in Kreuzberg Konzerte von Newcomer-Bands aus aller Welt. Heute mit dabei: Age Of Consent, Citizens und Ter Haar.
Aus Großbritannien eingeflogen wurde die vierköpfige Band Age Of
Consent. Die Band besteht aus Joe Reeves und Darren Cullen, zwei ehemaligen Mitgliedern der Gruppe Shitdisco. Ihre neuen Stücke klingen bedächtiger und filigraner und erinnern in ihrer
vornehmen Distanz an Helden wie New Order. Die Citizens! sind Martyn, Thom, Mike, Lawrence und Tom - eine Gruppe junger Musiker, die partyfähigen Elektro-Pop versprechen. Gerade ist beim
Label Kitsune ihre Single "Girl Friend" erschienen, ein Debütalbum soll noch in diesem Jahr folgen. Der neue Schatz Berlins in Sachen Postrock ist blutjung und heißt Ter Haar.
Der ungemein treibende Sound des Trios entfacht nicht nur beim Berliner Publikum Begeisterungsstürme: Im letzten Jahr wurde Ter Haar sogar zu Konzerten nach Island eingeladen.
Zusatzinfo: Der Magnet Club in Berlin Kreuzberg liegt in unmittelbarer Nähe der Oberbaumbrücke im Szenebezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Hier befinden sich einige der angesagtesten Clubs
der Hauptstadt. In diesem Umfeld hat das Musikmagazin "Intro" eine Veranstaltungsreihe etabliert, die ganz bewusst auf internationale Newcomer aus dem Independent-Bereich setzt. Vor
allem europäische und US-amerikanische Künstler, die in ihren Herkunftsländern bereits für Furore gesorgt haben, treten bei den Club-Konzerten auf. Die neue ARTE-Sendereihe verspricht
Konzert-Highlights im unverwechselbaren Berliner Ambiente. Dieses Programm wurde in HD produziert.
Sonntag, 26.02. / 10.45 Uhr / The Jazzman from the Gulag Dokumentation, Frankreich 1999, WDR
Regie: Natalia Sazonova, Pierre-Henry Salfati
Addi Rozner ist ein außergewöhnlicher Jazzmusiker: Von Armstrong persönlich als "Weißer Armstrong" betitelt und von Stalin
zum russischen Staatsmusiker ernannt, hat er neben Erfolg und Ruhm auch Verfolgung und Verbannung unter zwei Regimen erfahren. Die Dokumentation blickt auf eine fast vergessene
Musikerpersönlichkeit.
Die Dokumentation "The Jazzman from the Gulag" erzählt die außergewöhnliche Lebensgeschichte von Addi Rozner: Er war der erste Jazzmusiker der
kommunistischen Welt, Wunderkind und einer der jüngsten Trompeter in Europa während der 20er Jahre. Armstrong selbst nannte ihn den "Weißen Armstrong". Es ist auch die Geschichte
eines Mannes, der von den Nazis verfolgt wurde, weil er "entartete" Musik spielte, den Stalin zum Staatsmusiker ernannte, bevor er ihn in die Hölle des Gulag verbannte, und die des
umherziehenden Juden, der durch die Jazzgeschichte, durch Europa und die Sowjetunion wanderte. Rozner hat viel erlebt: Ruhm, Exil, Grausamkeit und Armut. Zum ersten Mal wird durch diese
Dokumentation das vergessene Leben dieser Persönlichkeit nachgezeichnet, die so viele faszinierende und bewegende Abenteuer erlebte. Die Dokumentation zeigt einzigartige Archivaufnahmen sowie
Aussagen seiner Zeitgenossen, unter anderem ein Exklusivinterview mit Irina Prokofieva-Rozner, seiner Tochter, die die meisten seiner persönlichen Erinnerungen aufbewahrt hat.
Sonntag, 26.02. / 16.50 Uhr / Romeo und Julia in der UdSSR ~ Geschichte eines Balletts Dokumentation, Frankreich 2011, ARTE F, Synchronfassung, Erstausstrahlung Regie: Iossif Pasternak
Das Drama "Romeo und Julia" erfreute sich wie viele Werke des
englischen Dramatikers William Shakespeare in der Sowjetunion der 30er Jahre großer Beliebtheit. Zu Propagandazwecken gab das Bolschoi-Theater 1935 bei Sergei Prokofjew eine Ballettadaptation
des Shakespeare-Stoffs in Auftrag. Die Dokumentation beleuchtet die Entstehungsgeschichte des Meisterwerks von Prokofjew und die Verquickung von Kunst und Ideologie.
In den 30er Jahren
des letzten Jahrhunderts war William Shakespeare in der Sowjetunion sehr beliebt. Seine Werke galten als unerschöpflicher Quell von dramatischen Widersprüchen, vom mittelalterlichen
Feudalismus bis hin zum humanistischen Gedankengut der Renaissance. Shakespeares Stücke kamen in Moskau, Leningrad und Wladiwostok ebenso zur Aufführung wie in abgelegenen Dörfern des Urals
und Sibiriens, in Arbeiter- und Militärclubs, in Sowchosen und Kolchosen. 1935 gab das Bolschoi-Theater bei Sergei Prokofjew eine Ballettadaptation von "Romeo und Julia" in
Auftrag. Das Werk sollte bei den Massen die Begeisterung für die kommunistischen Ideale und für große Gefühle schüren. Im Schicksal der Liebenden von Verona finden sich viele Parallelen
zur wandelvollen Geschichte des Meisterwerks von Prokofjew, einem der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Geradezu exemplarisch illustriert die Werkgeschichte dieses Balletts die
in vielen totalitären Staaten praktizierte ideologische Vereinnahmung von Kunstwerken zu Propagandazwecken, durch die sich die Machthaber die Herrschaft über alle Bereiche der Gesellschaft
sichern wollen. In zahlreichen Interviews und anhand historischer und musikalischer Archivbilder beleuchtet Iossif Pasternaks Film die Geschichte von Prokofjews "Romeo und Julia".
Dieses Programm wurde in HD produziert. ARTE stellt diesen Beitrag auch bis sieben Tage nach Ausstrahlung in einer "Streaming"-Fassung auf ARTE+7 bereit.
Sonntag, 26.02. / 17.45 Uhr / Abgedreht! Magazin, Frankreich 2011, ARTE F, Erstausstrahlung
Diese Woche trifft "Abgedreht!" die Schauspielerin Josiane Balasko, um mit ihr ein ganz besonderes Interview zu führen, bei dem auf eine Frage zwei gegensätzliche Antworten
erwartet werden dürfen. Spannend wird es auch bei den Filmstudios Babelsberg, um die sich unzählige Anekdoten ranken. Und schließlich stellt "Abgedreht!" noch ein neues Gesicht der
Musikszene vor: Hollie Cook, die mit "Tropical Pop" eine funkige Mischung aus Reggae, Pop und Soul erfunden hat.
(1): Interview - Josiane Balasko Das französische
Thermalstädtchen Enghien-les-Bains, ein beliebter Naherholungsort für gestresste Pariser, verfügt über ein Kasino und ein Theater. Dort trifft "Abgedreht!" Josiane Balasko während
der Proben zu ihrem neuesten Stück, in dem sie eine mannstolle Putzfrau spielt. In Frankreich ist die Schauspielerin vor allem für ihren provokanten Humor und ihre oft selbstironischen
Auftritte in Komödien bekannt. "Abgedreht!" hat diesmal etwas Besonderes mit Josiane Balasko vor: ein seltsames Interview, bei dem auf eine Frage zwei gegensätzliche Antworten
erwartet werden. Suspense!
(2): In situ - Die Filmstudios Babelsberg Hundert Jahre deutsche (Film-)Geschichte konzentriert auf 47 Hektar - die 30 km von Berlin entfernt gelegenen
Filmstudios Babelsberg erlebten den Stummfilm, den Expressionismus und die Wirren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die größten deutschen Schauspieler drehten hier, der Ort birgt
unzählige Anekdoten. "Abgedreht!" bat Armin Müller-Stahl als würdigen Vertreter dieser Geschichte und seiner Zunft um eine "Insider"-Führung.
(3): Neues Gesicht - Hollie Cook Hollie Cook, die Tochter von Paul Cook (Schlagzeuger der Sex Pistols) und der Sängerin Jennie Matthias (zum Beispiel in Boy Georges Band Culture Club) hat
ihre eigene musikalische Identität gefunden: "Tropical Pop" nennt sie ihren Sound, eine funkige Mischung aus Reggae, Pop und Soul. Dieses Programm wurde in HD produziert.
Sonntag, 26.02. / 18.30 Uhr / Rolando Villazón präsentiert Stars von morgen: Nino Machaidze, Eva-Nina Kozmus, Vilde Frang, David Orlowsky Trio
Musik, Deutschland 2011, ZDF, Erstausstrahlung
Regie: Nicolai Dörler; Autor: Axel Brüggemann; Orchester: Junge Sinfonie Berlin; Dirigent: Patrick Lange
Mit: Rolando Villazón (Moderation), Nino Machaidze (Sopran), Eva-Nina Kozmus (Flöte), Vilde Fang (Violine), David Orlowsky Trio
Rolando Villazón präsentiert junge Künstler: In der
neuen Sendereihe "Stars von morgen" stellt der mexikanische Weltklasse-Tenor Musiker vor, die auf dem besten Weg sind, eine international erfolgreiche Karriere zu machen. In der
lockeren Werkstatt-Atmosphäre der Berliner "Kulturbrauerei" beweisen jeweils vier Gäste als Solisten oder im Zusammenspiel mit dem Orchester ihr außergewöhnliches Können.
Vielsprachig, temperamentvoll und mit der souveränen Lockerheit, die Villazón auf der Bühne auszeichnet, bereitet er seinen jungen Gästen das Podium für ihren TV-Auftritt.
Auch in der
dritten Folge von "Stars von morgen" stellt der Tenor Rolando Villazón seinem Publikum in der Berliner "Kulturbrauerei" und den Fernsehzuschauern vier erfolgreiche junge
Musiker vor: die Sopranistin Nino Machaidze, die Geigerin Vilde Frang, die Flötistin Eva-Nina Kozmus und das Orlowsky Trio.
Mit der aus Georgien kommenden Opernsängerin Nino Machaidze
stand Rolando Villazón schon gemeinsam auf der Bühne. Sie sprang bei den Salzburger Festspielen 2008 für Anna Netrebko ein und feierte als "Juliette" in Gounods Oper "Roméo et
Juliette" einen sensationellen Erfolg. Es folgten Einladungen an die großen Opernhäuser wie der New Yorker Met und dem Londoner Covent Garden, die belegen, dass die Belcanto-Sängerin auf
dem Weg an die internationale Spitze ist.
Die Norwegerin Vilde Frang wurde 2011 als Nachwuchskünstlerin des Jahres mit dem ECHO Klassik-Preis ausgezeichnet. Kritiker schwärmen von
ihrem ausdrucksstarken und zugleich analytischen Spiel. Sie war erst zwölf, als der Weltklassedirigent Mariss Jansons sie für ihr Debüt mit dem Philharmonischen Orchester Oslo engagierte.
Mittlerweile konzertiert sie international und zählt zu den besten Geigern der jungen Generation.
Die Flötistin Eva-Nina Kozmus hat 2010 als erste slowenische Musikerin den
renommierten Wettbewerb "Eurovision Young Musicians" gewonnen. Bereits im Alter von sieben Jahren begann sie, Querflöte zu spielen. Nach dem Besuch des Konservatoriums in Ljubljana
studiert sie derzeit an dem Conservatoire National Supérior de Musique et Danse de Lyon. Eva-Nina Kozmus hat an zahlreichen internationalen Wettbewerben erfolgreich teilgenommen.
Die
Musik, die das David Orlowsky Trio spielt, bezeichnet das Ensemble selber als "Kammerweltmusik". Die farbenreiche Klangwelt der Kompositionen des Trios bedient sich
unterschiedlicher Einflüsse von Klassik, Jazz und Folklore bis hin zu Pop. Das Ensemble, bestehend aus dem Klarinettisten David Orlowsky, dem Gitarristen Jens-Uwe Popp und dem Kontrabassisten
Florian Dohrmann, wird bei "Stars von morgen" durch den Bandoneon-Spieler Klaus Paier ergänzt.
Als Expertin und Ratgeberin steht Rolando Villazón die Leiterin des Festivals
"Young Euro Classics", Gabriele Minz, zur Seite. Das Orchester bei den "Stars von morgen" ist einmal mehr die "Junge Sinfonie Berlin" unter der Leitung von
Patrick Lange. Dieses Programm wurde in HD produziert.
Sonntag, 26.02. / 22.05 Uhr / Unvergessliche Ingrid Bergman Dokumentation, USA 1995, Synchronfassung, Erstausstrahlung
Regie: Gene Feldman
Sie war zweifellos eine der besten Schauspielerinnen ihrer Zeit. Nicht nur ihre Schönheit, sondern vor allem ihre Rollengestaltung machten Filme wie
"Casablanca", "Das Haus der Lady Alquist", "Stromboli" und "Anastasia" zu Klassikern. Das Porträt der Leinwand-Ikone Ingrid Bergman lässt Zeitzeugen zu
Wort kommen, allen voran die Bergman-Töchter Pia Lindström und Isabella Rossellini, und das wechselvolle Leben der Darstellerin Revue passieren.
Ihr Name steht für Schönheit, Anmut,
Talent und Stil. Ingrid Bergman war eine der bedeutendsten Schauspielerinnen ihrer Zeit. Ihre unvergleichliche Ausstrahlung verdankt sie ihrer Natürlichkeit und Verletzlichkeit. Durch ihr
Spiel machte sie Filme wie "Casablanca", "Das Haus der Lady Alquist" und "Anastasia" zu Klassikern. Aber Ingrid Bergmans Geschichte erschöpft sich nicht in ihren
Leinwanderfolgen, sondern ist weitaus tiefschichtiger und wechselvoller. Von einschneidender Bedeutung war der Skandal, den sie als verheiratete Frau durch ihre Romanze mit dem ebenfalls
gebundenen italienischen Regisseur Roberto Rossellini auslöste. Für ihn verließ sie ihren ersten Mann, Petter Lindström und ihre damals elfjährige Tochter Pia. Mit Rossellini hatte sie drei
weitere Kinder, Robertino sowie die Zwillinge Isabella und Isotta. Die Ehe dauerte nur sieben Jahre. In dieser Zeit verschwand die Bergman von den amerikanischen Leinwänden, auf die sie erst
nach ihrer Trennung von Rossellini zurückkehrte. In dem liebevollen Porträt Ingrid Bergmans decken ihre Töchter Pia Lindström und Isabella Rossellini neue Aspekte der Persönlichkeit ihrer
Mutter auf. Die Dokumentation zeichnet das Leben der Schauspielerin von ihrer Kindheit in Schweden bis zu ihrem frühen Tod 1982 nach, als sie mit 67 Jahren einem Brustkrebsleiden erlag.
Wunderbare, bisher unveröffentlichte Archivaufnahmen, darunter Familienfilme, und viele Ausschnitte aus Spielfilmen und Wochenschauen, illustrieren den Werdegang einer großartigen
Schauspielerin. ARTE stellt diesen Beitrag auch bis sieben Tage nach Ausstrahlung in einer "Streaming"-Fassung auf ARTE+7 bereit.
Sonntag, 26.02. / 22.55 Uhr / Rossellini - Bergman, die Liebe zum Kino Dokumentation, Frankreich 2005, Synchronfassung
Regie: Florence Mauro
Die Dokumentation erzählt eine der größten Liebesgeschichten der 50er Jahre: Es ist die Geschichte der Liebe zwischen der berühmten Hollywood-Schauspielerin
Ingrid Bergman und dem italienischen Filmregisseur Roberto Rossellini, die mit einem Skandal begann.
Als die erfolgreiche Hollywood-Schauspielerin Ingrid Bergman am 20. März 1949 in
Rom landet, wird sie von einer enthusiastisch applaudierenden Menschenmenge voller Verehrung empfangen. In der Menge befindet sich auch der italienische Regisseur Roberto Rossellini, er
reicht Ingrid Bergman die Hand. Die anwesenden Fans wittern eine Romanze und sehen die beiden schon als Paar. Die Dokumentation erzählt von der großen Liebe, die die Welt zu Beginn der
50er Jahre bewegte. Roberto Rossellini, ein Mann mit moralischen Grundsätzen und ein Freigeist, erfindet das Kino neu, indem er die Frau seines Lebens filmt. Und die berühmte Schauspielerin
Ingrid Bergman gibt ihre sichere Laufbahn auf, um diesem Mann zu folgen. Die Geschichte der Liebe zwischen Roberto Rossellini und Ingrid Bergman ist auch die Geschichte Italiens, des Landes,
in dem sie gelebt wird - mit vielen Erschütterungen und Umwegen. Eine Liebesbeziehung, aus der eine neue Vision der Wirklichkeit hervorgeht. ARTE stellt diesen Beitrag auch bis sieben Tage
nach Ausstrahlung in einer "Streaming"-Fassung auf ARTE+7 bereit.
Sonntag, 26.02. / 23.50 Uhr / Andy Warhol - Godfather of Pop (2/2) Dokumentarfilm, USA 2006, ARTE, Synchronfassung, Erstausstrahlung
Regie: Ric Burns, Paul Morrissey Mit: Bob Dylan - (Sänger), Jeff Koons - (Künstler), Laurie Anderson - (Künstlerin)
Größter Künstler des 20. Jahrhunderts - kaum ein Akteur
polarisierte die Welt der Kunst und Kultur dermaßen wie Andy Warhol. Zum Todestag des Künstlers, der sich am 22. Februar zum 25. Mal jährt, zeigt ARTE am 25. und 26. Februar am späten Abend
ein fesselndes zweiteiliges Porträt von Filmemacher Ric Burns. Mit umfangreichem und zum Teil bislang unveröffentlichtem Archivmaterial dokumentiert er das Leben Andy Warhols und zeigt, wie
er zum Mittelpunkt - zumindest des amerikanischen Kulturbetriebs - avancierte.
Vor 25 Jahren, am 22. Februar 1987 starb Andy Warhol, der berühmteste und wohl am meisten missverstandene
Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Kunst war zugleich zugänglich und rätselhaft, direkt und schwer erfassbar, naiv und voll bitterer Ironie. Er veränderte die Vorstellung
von der Malerei und führte die Kunst im Zeitalter der mechanischen Reproduzierbarkeit zu ihrem logischen Extrem. Immer wieder durchbrach er die Grenzen zwischen Kunst und Kommerz. Und wie
kein anderer vor oder nach ihm begriff er, welche Rolle der Ruhm in der Massengesellschaft spielt. Mit allem, was er tat, zwang er den Betrachter zur Auseinandersetzung mit der Welt, in der
er lebt. Im Laufe der Zeit wurde er zum Hofdichter des amerikanischen Jahrhunderts, zum Wortführer eines der radikalsten Experimente der amerikanischen Kultur und zum einflussreichsten
Künstler seiner Zeit. Der zweiteilige Dokumentarfilm von Ric Burns ist ein fesselndes und bewegendes Porträt, das sowohl in Warhols turbulentes Leben als auch in seine ereignisreiche
Epoche einführt. Er fügt eindringliche Interviews, bislang unveröffentlichtes Bild- und Filmmaterial sowie Einblicke in Warhols umfangreiches Werk zusammen und ergründet zum ersten Mal die
gigantischen Archive des Andy Warhol Museums in Pittsburgh. Erstmals wird das gesamte Spektrum von Warhols erstaunlicher künstlerischer Produktion erfasst, die über fünf Jahrzehnte reicht:
von den späten 40er Jahren bis zu seinem frühen Tod in den 80ern. Dabei rückt Burns - auch das eine Premiere - den Menschen Warhol in den Vordergrund und beleuchtet seine persönliche
Geschichte, sein Familienleben und seine Lehrjahre in Pittsburgh, die Schlüsselerlebnisse als "kommerzieller Künstler" in New York und seine Laufbahn im Verlauf dreier
bahnbrechender Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Dieses Programm wurde in HD produziert.
Sonntag, 26.02. / 01.45 Uhr / Brahms Rhapsodien und Walzer von Strauss Musik, Frankreich 2011, ARTE F, Erstausstrahlung
Regie: François-René Martin, Rémi Fournis; Orchester: Orchestre Poitou-Charentes; Dirigent: Jean-François Heisser
Mit: Adam Laloum (Klavier), Marie-Josèphe Jude (Klavier)
ARTE ist Stammgast beim Klassikmusik-Festival "La Folle Journée". 2011 standen die deutsche Musik der Spätromantik und der Moderne im Mittelpunkt des Programms. ARTE zeigt
Höhepunkte des Festivals: Das Orchester Poitou-Charentes spielt unter der Leitung von Jean-François Heisser die berühmten Transkriptionen von Strauss-Walzern der Vertreter der 2. Wiener
Schule, Schönberg, Berg und Webern. Doch zunächst eröffnet Adam Laloum das Programm mit zwei Rhapsodien von Brahms.
Die deutsche Musik der Spätromantik und der Moderne stand 2011 im
Mittelpunkt der "Folle Journée" in Nantes. ARTE zeigt mit Werken von Brahms und Strauss zwei Konzerte, die beim alljährlichen Klassikmusik-Festival im letzten Jahr aufgezeichnet
wurden. Als Einstieg widmet sich Adam Laloum auf virtuose Weise Johannes Brahms und spielt die zwei Rhapsodien op. 79. Unter der Leitung von Jean-François Heisser lässt dann das Orchestre
Poitou-Charentes bezauberndste und bekannteste Walzer von Strauss erklingen und zwar in den berühmten Fassungen von Schönberg, Berg und Webern. Gespielt werden sie von einer Formation mit
Streichquartett, Harmonium und Klavier. Die Reihe der Walzer beginnt mit "Rosen aus dem Süden" op. 388; der Walzer vereint Melodien aus der Operette "Das Spitzentuch der
Königin". Es folgt der Schatz-Walzer op. 418 in einer Transkription Webern, und als krönender Abschluss ertönt der Kaiser-Walzer op. 437 in einer Bearbeitung von Schönberg.
Zusatzinfo: Johannes Brahms, der letzte große Romantiker, übte einen großen Einfluss auf die Musiker aus, die nach ihm kamen, und das bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts:
insbesondere auf Max Bruch und Max Reger, aber auch auf Schönberg zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Gleichzeitig entwickelte sich nach Franz Liszt und unter dem Einfluss von Richard Wagner, dem
Verkünder der "Musik der Zukunft", eine mächtige Strömung, welche die musikalische Sprache von Grund auf erneuern wollte. Ihr gehörten die Österreicher Anton Bruckner, ein heftiger
Gegner von Brahms, Gustav Mahler, Hugo Wolf und Alexander Zemlinsky an, aber auch Richard Strauss, der Deutsche. Dieses Programm wurde in HD produziert. ARTE stellt diesen Beitrag auch bis
sieben Tage nach Ausstrahlung in einer "Streaming"-Fassung auf ARTE+7 bereit.
Mittwoch, 29.02. / 06.00 Uhr / Tanzrebellen: Die New Dance Group Tanz, Deutschland 2008, BR
Regie: Ralph Stroehle Mit: The New Dance Group
Vor rund 75 Jahren, auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise, vereinten sich in New York sieben Schülerinnen (Fanya Geltman,
Miriam Blecher, Edith Lambert, Edna Ocko, Rebecca Rosenberg, Pauline Schrifman und Grace Wylie) der Wigman-Schule zur New Dance Group. Beeinflusst von ihrer deutschen Lehrerin Hanya Holm
sowie den sozialen und politischen Visionen der 30er Jahre, hat die Gruppe wie kaum eine andere die Entwicklung des Modern Dance vorangetrieben. Anhand historischer Aufnahmen, Statements von
Tänzern und Choreographen und den wichtigsten Tanztheaterstücken erzählt Birgit Herdlitschke die Geschichte dieser ungewöhnlichen, auch politisch engagierten Bewegung von den 30er Jahren bis
heute.
Auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise 1932 gründeten in New York sechs Schülerinnen der deutschstämmigen Wigman-Schule die New Dance Group. Beeinflusst von den sozialen und
politischen Visionen der 30er Jahre, wollten sie durch Tanz die Welt verändern. Dabei setzten sie wie viele ihrer europäischen Vorbilder auf die Gruppe, das Kollektiv, um eine rein
demokratische Tanzbewegung zu schaffen. Heute ist die New Dance Group in einem spektakulären Art Center im Herzen von Manhattan angekommen. Auf mehreren Tausend Quadratmetern hat die
inzwischen gemeinnützige Organisation auf der achten Avenue elf Ballettsäle und Studios. Die Räume werden vom Broadway als Probebühne genutzt und sind gleichzeitig die Heimat einer
Kooperative aus 50 Lehrern, die von klassischem Ballett über Modern Dance, Improvisation, Sprach- und Schauspielunterricht bis zum Hip-Hop oder Bauchtanz ein so breites Spektrum abdecken,
dass es weit über die klassischen Bereiche der darstellenden Kunst hinausreicht. Nach Jahrzehnten, in denen die Gruppe keine eigene Compagnie - und damit auch kein eigenes
choreographisches Profil mehr zeigen konnte, stand jetzt eine Rückbesinnung auf die ursprüngliche Mission an. Parallel dazu wurde auch in Frankreich die Bedeutung der New Dance Group
gewürdigt. Das Centre National de la Danse in Paris, präsentierte die Geschichte der Truppe unter dem Thema "Danse et Résistance" und lud dazu Experten aus der ganzen Welt ein, wie
zum Beispiel die Schweizerin Karin Hermes und den deutschen Tanzwissenschaftler Jens Giersdorf. Dazu wurden Stücke der wichtigsten Choreographen der New Dance Group gezeigt. Manche ihrer
Namen sind heute fast schon in Vergessenheit geraten, und eigentlich gehört auch kaum einer der Choreographen und Tänzer, die für - und mit der Truppe gearbeitet haben, zu den
"Stars" der internationalen Tanzszene, doch gerade dies macht den besonderen Reiz der New Dance Group aus. Sie war eine der Ersten, die ihre Türen weit für alle öffnete und in
ihrer ethnischen Vielseitigkeit keine Schwäche, sondern eine innovative Stärke sah. Mit insgesamt über 350 Tanztheaterstücken - in den Anfangsjahren vor allem gegen Rassismus, Faschismus und
jede Form von sozialer Ungerechtigkeit - wurde die New Dance Group zu einem Phänomen und 2007 durch die Aufnahme in das nationale amerikanische Tanzmuseum in Saratogo Springs belohnt. Stücke
wie "Rainbow Suite" von Donald McKayle, "Harmonica Breakdown" von Jane Dudley oder Sophie Maslows "Folksay" zu den Balladen eines Woody Guthrie beweisen, dass
auch diese heute als bedeutende Beispiele der Tanzgeschichte anzuerkennen sind.
ARTE stellt diesen Beitrag auch bis sieben Tage nach Ausstrahlung in einer "Streaming"-Fassung auf ARTE+7 bereit.
Mittwoch, 29.02. / 21.40 Uhr / Toscanini über sich selbst Dokumentarfilm, Frankreich 2008, ARTE F
Regie: Jean-Christophe Rose
Der italienische Dirigent Arturo Toscanini (1867-1957), für viele der größte seiner Zeit, berühmt für sein Gedächtnis, sein Wissen und sein
musikalisches Wirken an der Mailänder Scala und in New York, erzählt aus seinem Leben. Basierend auf den heimlichen Aufzeichnungen seines Sohnes von Gesprächen, die sein erblindeter Vater
während seiner letzten Lebensjahre führte, entsteht ein autobiografisches Porträt des Maestros, seiner Kollegen und der Epoche insgesamt. Schauspieler verkörpern Toscanini und seine
Gesprächspartner, Konzertaufnahmen und Bilder illustrieren seine Worte.
Der vielleicht größte Dirigent der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde 1867 in Parma geboren. Arturo
Toscanini war nicht nur ein außergewöhnlicher Musiker, der an der Mailänder Scala, der New Yorker Metropolitan Opera und auf diversen europäischen Festspielen wirkte, sondern auch auf vielen
anderen Gebieten begabt. So verfügte er über ein geradezu enzyklopädisches Wissen, war berühmt für sein fotografisches Gedächtnis. Als einer der Ersten öffnete er sich den neuen Technologien
Radio und Fernsehen. Außerdem fungierte er, seit er 1938 - abgestoßen vom italienischen Faschismus - in die USA emigrierte, als wichtiges Symbol des Anti-Totalitarismus. Am 4. April 1954
verließ ihn seine Sehkraft, und er sollte nie wieder öffentlich auftreten. Er zog sich in sein Haus in Riverdale, New York, zurück, wo er zahlreiche Besucher empfing. Toscaninis Sohn Walter
zeichnete heimlich viele der Gespräche auf, die Toscanini mit seinen Besuchern und seiner Familie führte. "Toscanini über sich selbst" basiert auf diesen bisher unveröffentlichten
Aufnahmen aus seinen letzten drei Lebensjahren, in denen die Stimme des großen italienischen Dirigenten aus seinem eigenen Leben erzählt und gleichzeitig als Zeitzeuge einen Eindruck der
historischen Ereignisse seiner Epoche gibt. Der Maestro und seine Gesprächspartner werden von Schauspielern verkörpert. Der Zuschauer erfährt intime Einzelheiten aus Toscaninis Leben und
über seine Zeitgenossen und Wegbegleiter. Thematisiert werden seine musikalischen Anfänge als Cellist, Giuseppe Verdi, zu dessen Beerdigung er das berühmte Requiem dirigierte, sein Streit mit
Puccini, seine enge Zusammenarbeit mit Catalani und Wagners Musik, die ihn so sehr beeindruckte, dass er beschloss, nie selbst zu komponieren. Ausschnitte aus Konzertaufzeichnungen mit
Toscanini am Dirigentenpult sowie Bilder seiner Zeit und seiner Umgebung illustrieren seine Worte. Dieses Programm wurde in HD produziert.
ARTE stellt diesen Beitrag auch bis sieben Tage nach Ausstrahlung in einer "Streaming"-Fassung auf ARTE+7 bereit.
Freitag, 02.03. / 20.15 Uhr / The September Issue ~ Hinter den Kulissen von "Vogue"
Dokumentarfilm, USA 2009, ARTE F, Synchronfassung, Erstausstrahlung Regie: R. J. Cutler
Als erstem Regisseur erteilte Anna Wintour, die legendäre Chefredakteurin
der amerikanischen "Vogue"-Ausgabe, dem Filmemacher R. J. Cutler die Erlaubnis, längere Zeit in ihrer Redaktion zu filmen. Von der Konzeption bis zur Herstellung durfte er die
Entstehung der einzigartigen "Vogue"-Nummer von September 2007 verfolgen, die mit ihren fünf Pfund die größte je publizierte Einzelausgabe eines Magazins war.
Anna Wintour,
die legendäre Chefredakteurin der US-amerikanischen Ausgabe der Modezeitschrift "Vogue", ist eine der mächtigsten und faszinierendsten Frauen in der Welt der Mode. Die Markenzeichen
der für ihren Machtwillen und ihre Durchsetzungskraft gefürchteten Dame sind Bob-Frisur und Sonnenbrille. So thront sie seit 20 Jahren in der ersten Reihe der weltweit bedeutendsten
Modenschauen. Anna Wintour ist eine Institution in ihrer Branche - ebenso wie ihre Zeitschrift. Mit scharfem Auge beobachtet Filmemacher R. J. Cutler, dem Anna Wintour als erstem Regisseur
überhaupt erlaubte, in ihrer Redaktion zu filmen, wie die große Dame der Mode in ihrem Reich das Zepter führt und mit welchen erstaunlichen Persönlichkeiten sie sich umgibt, um ihre
"Bibel der Mode" herauszubringen. Die Dokumentation begleitet die Journalistin bei den Vorbereitungen zur September-Ausgabe des Jahres 2007, die mit einem Gewicht von fünf Pfund die
schwerste je publizierte Einzelausgabe eines Magazins war. Sie ist dabei, wenn Anna Wintour Modenschauen berühmter Couturiers wie Karl Lagerfeld und Jean Paul Gautier besucht, die ihr
gegenüber geradezu unterwürfig auftreten, und bei Fotosessions an glamourösen Orten. Währenddessen steigt der Druck vor Beendigung der mit besonderen Erwartungen und Anforderungen verknüpften
September-Nummer. R. J. Cutler gelingt ein Blick hinter die Kulissen auf eine raffinierte, privilegierte Welt, die Schauplatz hektischer Arbeit, blühender Kreativität und menschlicher
Komödien ist. Dieses Programm wurde in HD produziert. ARTE stellt diesen Beitrag auch bis sieben Tage nach Ausstrahlung in einer "Streaming"-Fassung auf ARTE+7 bereit.
Freitag, 02.03. / 21.40 Uhr / Isabel Marant ... vor der Show Dokumentationsreihe, Frankreich 2011, ARTE, Erstausstrahlung
Regie: Loïc Prigent
Anprobe, Hektik, Tränen - was passiert in den letzten 48 Stunden vor einer Modenschau? ARTE begleitet berühmte Designer von renommierten Modehäusern hinter den
Kulissen - von den letzten Entwürfen, Änderungen und Ideen bis zum großen Auftritt auf dem Catwalk. Internationale Marken gewähren exklusiven Einblick in ihr Schaffen wie zum Beispiel Fendi,
deren Kollektionen von Karl Lagerfeld entworfen werden, Designergrößen wie Jean Paul Gaultier und Sonia Rykiel, aber auch aufregende junge Senkrechtstarter wie Proenza Schouler in New York.
In der aktuellen Folge der Reihe "...vor der Show" steht die erfolgreiche Modeschöpferin Isabel Marant im Mittelpunkt, der es innerhalb weniger Jahre gelang ihre eigene Marke
erfolgreich am Markt zu etablieren.
Die Modeschöpferin Isabel Marant gründete 1994 ihr eigenes Label und hatte mit ihren eleganten, trendigen Kollektionen fast auf Anhieb Erfolg. Heute
gehört ihre Firma mit acht eigenen Geschäften und einer 50-prozentigen Umsatzsteigerung innerhalb von drei Jahren zu den wenigen französischen Konfektionsmarken, die ohne finanzielle
Unterstützung auskommen. Das Rezept des Erfolges von Isabel Marant? Die Designerin entwirft und fabriziert Luxusmode für Frauen mit Stil. Nach eigenen Aussagen will sie weder die Fantasien
anderer bedienen noch die Bedürfnisse von "Luxusweibchen" befriedigen. Im Hause der vitalen und charismatischen Designerin herrscht eine lockere, beinahe familiäre Atmosphäre,
und auch die Vorbereitungen zur neuen Modenschau laufen eher entspannt. Doch am Vortag der Show wird es dann turbulent: Es fehlen noch immer die Schuhe, eines der Starmodels sagt ab, die
spektakulärsten Kreationen müssen noch sechsmal umgestrickt werden und dann bekommt die sonst so coole Modeschöpferin auch noch einen Hexenschuss. Dieses Programm wurde in HD produziert.
Freitag, 02.03. / 22.35 Uhr / Fendi ... vor der Show Dokumentationsreihe, Frankreich 2009, ARTE, Synchronfassung
Regie: Loïc Prigent
Anprobe, Hektik, Tränen - was passiert in den letzten 48 Stunden vor einer Modenschau? ARTE begleitet berühmte Designer von renommierten Modehäusern hinter den
Kulissen - von den letzten Entwürfen, Änderungen und Ideen bis zum großen Auftritt auf dem Catwalk. Internationale Marken gewähren exklusiven Einblick in ihr Schaffen wie zum Beispiel Fendi,
deren Kollektionen von Karl Lagerfeld entworfen werden, Designergrößen wie Jean Paul Gaultier und Sonia Rykiel, aber auch aufregende junge Senkrechtstarter wie Proenza Schouler in New York.
Im Mittelpunkt dieser Folge steht Fendi, das Symbol für italienischen Luxus, für dessen Design Modelegende Karl Lagerfeld verantwortlich zeichnet.
Fendi ist das größte Pelzhaus der
Welt und ein Symbol für italienischen Luxus. 1925 von Adele Fendi gegründet, gehört es seit 1999 zum französischen Luxusimperium LVMH. Seit über 40 Jahren entwirft Karl Lagerfeld, der eng mit
der Familie Fendi zusammenarbeitet, die Kollektionen. Adele Fendis Enkelin Silvia führt die Accessoireabteilung. Vor ein paar Jahren entwarf sie die Baguettetasche, die seitdem über eine
Million Mal verkauft wurde. Die Dokumentation zeigt das kreative Durcheinander der letzten Stunden vor der Show, die Mischung aus Stress, Genie und Handwerkskunst, die die Entstehung der
neuen Fendi-Kollektion begleitet, bis diese schließlich in einer aufwendigen Show in Mailand vorgeführt wird.
ARTE stellt diesen Beitrag auch bis sieben Tage nach Ausstrahlung in einer "Streaming"-Fassung auf ARTE+7 bereit.
Freitag, 02.03. / 00.55 Uhr / Jean Paul Gaultier ... vor der Show Dokumentationsreihe, Frankreich 2009, ARTE, Synchronfassung
Regie: Loïc Prigent
Anprobe, Hektik, Tränen - was passiert in den letzten 48 Stunden vor einer Modenschau? ARTE begleitet berühmte Designer von renommierten Modehäusern hinter den
Kulissen - von den letzten Entwürfen, Änderungen und Ideen bis zum großen Auftritt auf dem Catwalk. Internationale Marken gewähren exklusiven Einblick in ihr Schaffen wie zum Beispiel Fendi,
deren Kollektionen von Karl Lagerfeld entworfen werden, Designergrößen wie Jean Paul Gaultier und Sonia Rykiel, aber auch aufregende junge Senkrechtstarter wie Proenza Schouler in New York.
Dieser Teil der Reihe porträtiert Jean Paul Gaultier, den großen Modeschöpfer der Haute Couture und seine Kreationen.
Als Markenzeichen Jean Paul Gaultiers, der 1976 sein Label
gründete, gelten die marineblauen Streifen und ein Hang zur Provokation. So sind beispielsweise Männerröcke mittlerweile fester Bestandteil seiner Kollektionen. Galt Jean Paul Gaultier
anfangs noch als Enfant terrible der französischen Mode, hat ihm sein Sinn für Schnitte seither ein weltweites Renommee verschafft. Zu seinen treuen Kundinnen zählen unter anderem die
Popikonen Madonna und Kylie Minogue. In seinem siebenstöckigen Haus vereinigt Jean Paul Gaultier alle hochspezialisierten Handwerker, die zur Haute Couture gehören; fremde Dienstleister gibt
es nicht. Alles wird im eigenen Haus gemacht: Taschen, Hüte, Schuhe, Schmuck, und sogar die Modenschauen. Im Interview mit Filmemacher Loïc Prigent antwortet Jean Paul Gaultier auf die
Frage, warum er Mode mache: "Ich glaube, Mode ist mein Ausdrucksmittel. So einfach ist das. Ich weiß nicht, ob ich so gut mit Leuten zurechtkäme, wenn ich keine Mode machen würde; daher
ist sie für mich ziemlich lebenswichtig. Mode ist meine Leidenschaft; die lebe ich aus. Es ist schon ein ungeheurer Luxus, dass ich diese Möglichkeit habe".
ARTE stellt diesen Beitrag auch bis sieben Tage nach Ausstrahlung in einer "Streaming"-Fassung auf ARTE+7 bereit.
Freitag, 02.03. / 01.45 Uhr / Diane von Furstenberg ... vor der Show Dokumentationsreihe, Frankreich/USA 2011, ARTE, Synchronfassung
Regie: Loïc Prigent
Anprobe, Hektik, Tränen - was passiert in den letzten 48 Stunden vor einer Modenschau? ARTE begleitet berühmte Designer von renommierten Modehäusern hinter
den Kulissen - von den letzten Entwürfen, Änderungen und Ideen bis zum großen Auftritt auf dem Catwalk. Internationale Marken gewähren exklusiven Einblick in ihr Schaffen wie zum Beispiel
Fendi, deren Kollektionen von Karl Lagerfeld entworfen werden, Designergrößen wie Jean Paul Gaultier und Sonia Rykiel, aber auch aufregende junge Senkrechtstarter wie Proenza Schouler in New
York. In der aktuellen Folge der Reihe "... vor der Show" hat die amerikanische Modemacherin Diane von Furstenberg die Fäden in der Hand.
Sie ist eine Institution in New
York und gilt als mächtigste und zugleich humorvollste Frau der US-amerikanischen Modewelt. Alle Amerikaner kennen Diane von Furstenberg und nennen sie nur mit ihren Initialen: DVF. DVF zu
begleiten kommt einem Marathon gleich. Auch 48 Stunden vor der Modenschau hat Prinzessin Diane, ursprünglich aus Belgien eingewandert, noch alle Fäden fest in der Hand: Sie arrangiert die
strategische Sitzplatzordnung für die Gäste, organisiert das Defilee, die Kollektion und die Schminkprobe. Dazu kommen weitere Verpflichtungen als Chefin, das unvermeidliche Yoga zur
Entspannung und Zeit für die Enkelkinder muss auch sein. In den Ateliers tut man sich manchmal schwer mit dem außergewöhnlichen Temperament der Modemacherin, zumal das Kleid, das DVF am
Ende der Show trägt, ebenso viel Arbeit erfordert wie die Kleider der Models.
Zusatzinfo: Anprobe, Hektik, Chaos, Tränen - Was passiert in den letzten 48 Stunden vor einer großen
Modenschau? Die Dokumentationsreihe "... Vor der Show" begleitet berühmte Designer renommierter Modehäuser hinter die Kulissen und taucht ein in das kreative Durcheinander aus
Stress, Genie und solider Handwerkskunst. Dieses Programm wurde in HD produziert.
ARTE stellt diesen Beitrag auch bis sieben Tage nach Ausstrahlung in einer "Streaming"-Fassung auf ARTE+7 bereit.
Freitag, 02.03. / 02.40 Uhr / Proenza Schouler ... vor der Show Dokumentationsreihe, Frankreich 2009, ARTE, Synchronfassung Regie: Loïc Prigent
Anprobe, Hektik, Tränen - was passiert in den letzten 48 Stunden vor einer Modenschau?
ARTE begleitet berühmte Designer von renommierten Modehäusern hinter den Kulissen - von den letzten Entwürfen, Änderungen und Ideen bis zum großen Auftritt auf dem Catwalk. Internationale
Marken gewähren exklusiven Einblick in ihr Schaffen wie zum Beispiel Fendi, deren Kollektionen von Karl Lagerfeld entworfen werden, Designergrößen wie Jean Paul Gaultier und Sonia Rykiel,
aber auch aufregende junge Senkrechtstarter wie Proenza Schouler in New York.
Die aktuelle Folge stellt "Proenza Schouler" vor - das sind Jack McCullough und Lazaro Hernandez, zwei junge Modemacher, die 2002 ihr Label in New York gründeten.
"Ich
hatte Angst Künstler zu werden, aber ich wollte mit einem Fuß in dieser verrückten Welt bleiben," antwortet Jack McCullough auf die Frage danach, warum er Mode mache. McCullough ist
einer der beiden Köpfe hinter dem jungen Trend-Label "Proenza Schouler". Seinen Kollegen Lazaro Hernandez hat er noch in der Schule kennengelernt, wo sie auch ihre
Abschlusskollektion gemeinsam entwarfen und vorstellten. Die beiden Designer gehören zu den Musts der New Yorker Fashion Week. Da sie bisher noch kein Budget für Mannequins haben, werden
die Models mit "Naturalien" wie Kleidern, Schuhen und Taschen bezahlt. Entdeckt und protegiert wurden die beiden Designer von Anna Wintour, der Chefredakteurin von
"Vogue". Ihr haben sie ein Stipendium zu verdanken, mit dem sie ihre erste Kollektion entwerfen konnten. Damit begründeten sie ihren Senkrechtstart in der amerikanischen Modewelt.
Von Anfang an wurden sie von der Presse unterstützt, die sie schlicht zu Genies erklärte. ARTE stellt diesen Beitrag auch bis sieben Tage nach Ausstrahlung in einer
"Streaming"-Fassung auf ARTE+7 bereit.
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Samstag, 03.03. / 17.30 Uhr / Metropolis Magazin, Deutschland 2012, ZDF, Erstausstrahlung
(1): Metropole der Woche: Budapest (2): John Iriving (3): Oda Jaune
(1): Metropole der Woche: Budapest Ungarn ächzt unter der neuen Verfassung, die am 1. Januar in
Kraft getreten ist. Neben der Pressefreiheit geht es vor allem der Kultur an den Kragen. Die Filmförderung ist de facto abgeschafft, das Staatstheater mit einer rechtsradikalen Intendanz
besetzt. Auf der Straße und im Internet formiert sich Widerstand. Die Kulturschaffenden setzen sich zur Wehr. "Metropolis" will wissen: Wie kann das kulturelle Leben einer Stadt in
einem solchen Klima überleben? Für "Metropolis" ist eindeutig Budapest die Kulturmetropole der Woche.
(2): John Iriving John Iriving und wie er die Welt sieht - Sein Thema
ist der Verlust. Ob es sich um Kinder, Partner oder Körperteile handelt, er fehlt in keinem seiner zwölf Romane. Der große Erzähler, der Fans in aller Welt hat, feiert im März seinen 70.
Geburtstag. "Metropolis" besucht ihn zu Hause in Neu England.
(3): Oda Jaune Oda Jaune floh vor zwei Jahren aus Deutschland, nachdem ihr berühmter Künstlermann, Jörg
Immendorf, gestorben war. Sie definierte sich neu, trat aus dem Schatten ihres mächtigen Mentors und etablierte sich als anerkannte, eigenständige Künstlerin in Frankreich.
"Metropolis" traf sie in Paris, wo sie zur Zeit ihr neues Atelier einrichtet und ihre erste große Einzelausstellung vorbereitet. Mehr Informationen zur Sendung unter:
www.arte.tv/metropolis . Dieses Programm wurde in HD produziert. ARTE stellt diesen Beitrag auch bis sieben Tage nach Ausstrahlung in einer "Streaming"-Fassung auf ARTE+7 bereit.
Samstag, 03.03. / 20.15 Uhr / Lanvin ... vor der Show Dokumentationsreihe, Frankreich 2011, ARTE, Erstausstrahlung
Regie: Loïc Prigent
Die Dokumentationsreihe " ... vor der Show" gewährt exklusiven Einblick hinter die Kulissen renommierter Modehäuser wie zum Beispiel der Marke Fendi,
deren Kollektionen von Karl Lagerfeld entworfen werden, blickt in die Ateliers von Designergrößen wie Jean Paul Gaultier und Sonia Rykiel, aber auch aufregender junger Senkrechtstarter wie
Proenza Schouler in New York oder Isabel Marant in Paris. Die Nerven sind zum Zerreißen gespannt. Loïc Prigent begleitet den israelischen Modemacher Alber Elbaz, der das französische
Traditionslabel Lanvin wieder zu einem der international bedeutenden Modehäuser gemacht hat, bei den letzten Vorbereitungen zur großen Modenschau.
Es herrscht Hochspannung, denn es
bleiben nur noch 48 Stunden bis zur großen Modenschau des Hauses Lanvin. Unter Maestro Alber Elbaz ist absoluter Perfektionismus angesagt. Alber Elbaz, in Tel Aviv aufgewachsen, hat dort das
Shenkar College of Engineering Design absolviert, war in den USA, in Italien und in Frankreich bei Yves Saint-Laurent tätig, bevor ihn das Haus Lanvin 2001 als Art Director engagierte. Dank
seines Talents ist das Haus Lanvin heute auf dem internationalen Modeparkett präsent. Alber Elbaz gilt derzeit als einer der genialsten Modeschöpfer weltweit. Sein Witz und seine geradezu
neurotische Unentschlossenheit haben ihm den Ruf des Woody Allen der Mode eingebracht. Die neue Kollektion ist die schwierigste, die das Haus je zu meistern hatte. Elbaz hat sie unter das
Zeichen der Schulterpolster gestellt, und keines gleicht dabei dem anderen. Bis zur letzten Minute muss an den raffinierten Gewändern noch etwas geändert werden. Da ist ein wahrer
Kreativ-Marathon zu bewältigen. Dieses Programm wurde in HD produziert.
Samstag, 03.03. / 21.05 Uhr / Yves Saint-Laurent, die letzte Show Dokumentation, Frankreich 2012, ARTE, Erstausstrahlung
Regie: Loïc Prigent
Im Jahr 2002 zog sich der revolutionäre Modedesigner Yves Saint-Laurent mit einer legendären retrospektiven Modenschau offiziell aus dem Geschäft mit der Mode
zurück. Der Film dokumentiert dieses Ereignis und präsentiert noch einmal einen Querschnitt durch das geniale Schaffen Yves Saint-Laurents.
Vor zehn Jahren zog sich der geniale
französische Couturier Yves Saint-Laurent mit einer als Retrospektive angelegten Modenschau endgültig aus dem Berufsleben zurück. Freunde, Mitarbeiter und Modehistoriker erklären und
entschlüsseln sein Konzept zu dieser legendären Schau, die in verschiedenen Bildern thematisch geordnet war. Ferner verrät die Dokumentation, welche Kreationen die Haute-Couture-Kundinnen bei
ihm kauften, wie das von Catherine Deneuve und Laetitia Casta gesungene Finale vorbereitet wurde und wie das Leben des Designers nach dem offiziellen Abschied aus der Welt der Mode weiterging.
Ob Jeanne Moreau, Paloma Picasso, Lauren Bacall oder die Pariserin von der Straße - alle Frauen erkennen sich in den auf dem Laufsteg vorgeführten Kleidern wieder. Viele Modelle von Yves
Saint-Laurent haben Modegeschichte geschrieben, sei es die Cabanjacke, das Safari- und das Trapezkleid oder der Hosenanzug. Unverwechselbare Bestandteile der denkwürdigen Abschiedsshow waren
auch die Kollektionen im russischen, indischen und chinesischen Stil, die Capes mit Braque-, Picasso- und Matisse-Motiven, die Mäntel und Abendkleider, gefolgt von den fließenden
Musselin-Kreationen und den gewagten durchsichtigen Oberteilen, unter denen die Brüste der Mannequins durchschimmerten. Den Abschluss der Modenschau bildete Yves Saint-Laurents Markenzeichen:
der Damen-Smoking in sämtlichen Variationen, androgyn und doch so weiblich. Dieses Programm wurde in HD produziert.
Samstag, 03.03. / 21.50 Uhr / Glamour für alle ~ Modestadt Berlin Dokumentation, Deutschland 2012, RBB, Erstausstrahlung
Regie: Cordula Kablitz-Post
Ob der im internationalen Vergleich moderaten Mieten und sonstigen Lebenshaltungskosten lockt Berlin zahlreiche junge Leute aus aller Welt an. So steht
die deutsche Hauptstadt für Lebendigkeit, Originalität und grenzenlose Kreativität - auch in der Welt der Mode. Beweis dafür ist der Erfolg der Berliner Fashion Weeks in den vergangenen
Jahren. Die Dokumentation wirft einen Blick auf die aktuelle Berliner Fashionszene und sie stellt die Frage nach der Zukunft der neuen deutschen Modemetropole.
Mode aus Berlin ist so
aufregend und vielseitig wie die Stadt selbst. Ganz selbstverständlich verbindet die Modeszene der deutschen Hauptstadt Luxus und Glamour mit gekonntem Stilbruch. Diese Mischung wird
mittlerweile auch im Ausland fasziniert zur Kenntnis genommen. Und so ist Mode aus Berlin im Begriff, die internationale Fashionszene zu erobern und zu bereichern. Die Dokumentation zeigt,
wie junge, international beachtete Designer - unter anderem Kaviar Gauche, Lala Berlin, das deutsch-französische Designerduo Augustin Teboul und Michael Michalsky sowie die inzwischen
preisgekrönte Nachwuchsdesignerin Alexandra Kiesel, die von Marc Jacobs unterstützt wird - ihre neue Kollektion für die Berliner Fashion Week vorbereiten. Diese jungen Kreativen, die im
Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach kommerziellem Erfolg und avantgardistischem Anspruch stehen, öffnen - ob Newcomer oder bereits international erfolgreich - ihre Ateliers. Sie lassen den
Zuschauer miterleben, wie sie der Countdown zur neuen Kollektion bis zur Premiere auf der Berliner Fashion Week in Atem hält. Während der Vorbereitungen auf das Mode-Großereignis erzählen sie
ihre Geschichte und geben hautnahe Einblicke in ihre Arbeitsweise und Inspirationsquellen. So entsteht ein kontrastreiches Bild vom neuen Berliner Modebewusstsein: glamourös, selbstbewusst,
mit Ecken und Kanten und immer mit höchstem Qualitätsanspruch, der den internationalen Vergleich längst nicht mehr scheuen muss. Dieses Programm wurde in HD produziert.
Samstag, 03.03. / 22.45 Uhr / Jürgen Teller Dokumentation, Deutschland 2011, BR, Erstausstrahlung
Regie: Reiner Holzemer
Mit seinen authentischen, ungeschönten Bildern hat Jürgen Teller die Modefotografie revolutioniert. Und seine Porträts von Björk, Elton John, Simply Red,
Kurt Cobain und Kate Moss, Letztere fotografierte er zum ersten Mal, als sie erst 15 Jahre alt war, machten ihn weltweit berühmt. Dem Filmemacher Reiner Holzemer gestattete Jürgen Teller
exklusiv, ihn bei seiner Arbeit mit der Kamera zu begleiten.
Er zählt zu den erfolgreichsten Modefotografen der Gegenwart. So fotografiert Jürgen Teller seit 20 Jahren die Kampagnen
des Modedesigners Marc Jacobs. Gemeinsam haben sie einen unverwechselbaren Stil geprägt. Die Anzeigen kommen ohne gestylte Supermodels in immer gleichen Posen aus. Sie zeigen
Persönlichkeiten, Schauspieler, Musiker und Freunde des Designers und des Fotografen. Jürgen Teller ist auch ein produktiver Kunstfotograf. Neben Selbstporträts, in denen er sich häufig
nackt zeigt, fotografiert er hauptsächlich seine Familie und Freunde. In den letzten Jahren hat er sich verstärkt Fotoinszenierungen gewidmet, unter anderem mit Charlotte Rampling und Kristen
McMenamy. Aufgewachsen ist Teller im fränkischen Bubenreuth. In München beginnt er eine Fotografenausbildung. Um der Bundeswehr zu entgehen, zieht er Ende der 80er Jahre nach London. Dort
fotografiert er Musiker wie Elton John, Simply Red und die Cocteau Twins für die Zeitgeist-Magazine "iD", "Face" und "Arena" und für Plattencover. Berühmt wird
er unter anderem durch seine Aufnahmen der Band Nirvana und deren Sänger Kurt Cobain. Mit seiner ersten Frau, der Stylistin Venetia Scott, findet er Zugang zur Modebranche. Früh lernt er
das Supermodel Kate Moss kennen, die er zum ersten Mal fotografiert, als sie 15 Jahre alt ist. Der Durchbruch gelingt ihm mit der Bildserie "Versace Heart", die er für das Magazin
der "Süddeutschen Zeitung" Mitte der 90er Jahre realisiert. Der Dokumentarfilmer Reiner Holzemer durfte Jürgen Teller als Erster bei der Arbeit porträtieren. Er begleitet ihn bei
einem Modeshooting mit der Schauspielerin Helena Bonham Carter, bei Aufnahmen mit der britischen Designerin Vivienne Westwood in afrikanischen Slums sowie mit dem britischen Model Lily Cole
und dem amerikanischen Magier David Blaine. Außerdem fährt er mit Jürgen Teller nach Bubenreuth. wo er seine Kindheitserinnerungen an den schwierigen Vater schildert. Und dort hat er auch
eines seiner wichtigsten Bücher, das "Märchenstüberl", fotografiert.
Zusatzinfo: Filmemacher Reiner Holzemer, der sich einen Namen als Porträtist von Fotografen wie
William Eggleston, August Sander und der Agentur "magnum photos" gemacht hat, ist ein sehr intimes Porträt des scheuen Stars der Fotoszene gelungen. Dieses Programm wurde in HD
produziert.
Samstag, 03.03. / 23.30 Uhr / Tracks Magazin, Deutschland 2012, WDR, Erstausstrahlung
(1): Duran Duran - 30 Jahre Wild Boys (2): K-Pop erobert die asiatische Welt - und jetzt auch Europa (3): Fucked Up - Punk entdeckt die Rockoper (4): Live: Austra
(1): Duran Duran - 30 Jahre Wild Boys Man könnte sagen, Jonas Åkerlund hat sie gerettet. Denn der schwedische Regisseur schenkte den 80s-Pophelden 2011 das herrlich
glamourös-größenwahnsinnige Video zu "Girl Panic" und bescherte den Elder Statesmen of Pop damit das Comeback des Jahrzehnts. Mit einem Schlag beziehungsweise über vier Millionen
Clicks sind Simon Le Bon, Nick Rhodes, John Taylor und Roger Taylor wieder so cool wie Anfang der 80er Jahre, als ihre Hits wie "Girls on Film", "Rio", "Hungry Like
The Wolf" oder ihr Übersong "Wild Boys" auf dem damals neuen Sender MTV für Aufsehen sorgten. "Tracks" redet mit Duran Duran über Supermodels, Schulterpolster und den
perfekten Popsong.
(2): K-Pop erobert die asiatische Welt - und jetzt auch Europa Sie heißen Girls Generation, Sistar oder Shinee - und sie sind Südkoreas heißester Pop-Export. Ihre
Musik: Korean Pop, kurz: K-Pop. Knallbunte Videos, einfache Melodien, coole Choreographie. Auf YouTube werden die Videos millionenfach angeklickt, in den Charts in Japan, China, Thailand
stehen die Songs ganz oben. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr, über Jahre ist in Korea eine K-Pop-Industrie entstanden, die gezielt "Teenage Idols" castet, trainiert und
ausbildet. Jetzt schwappt die koreanische Welle langsam auch nach Europa. "Tracks" begab sich in Korea auf die Suche nach dem K-Pop-Rezept.
(3): Fucked Up - Punk entdeckt die Rockoper Rockopern haben das wohl mieseste Image der Musikgeschichte. Schließlich galten sie bisher als prätentiös, dekadent und Kopfgeburt gelangweilter
Stadionrocker. Jetzt bekommt das angestaubte Genre mit dem Hang zum Größenwahn eine zweite Chance. Dafür sorgten gerade Damon Albarn mit "Monkey: Journey to the West", The Knife's
"Tomorrow, In A Year" und Karen O's "Stop the Virgins". Jetzt ist die Hardcore Band Fucked Up aus Toronto an der Reihe. In ihrer Punkrockoper "David Comes to
Life" geht es um die tragische Liebesgeschichte zwischen Glühbirnenfabrikarbeiter David und Antikapitalistin Veronica. In New York führten Fucked Up ihr 78-minütiges Mammutwerk jetzt zum
ersten Mal in voller Länge als Clubgig auf. Und bewiesen, dass Punkrock und Shakespearesches Liebesdrama erstaunlich gut zusammenpassen. "Tracks" traf Fucked Up vor ihrem Konzert in
Brooklyn und sprach mit ihnen über ihre Schwäche für Rockopern und Konzeptalben. Und warum die bisher niemand teilen wollte.
(4): Live: Austra Eigentlich wollte Katie Stelmanis an
die Oper. Deshalb sang sie schon mit zehn Jahren Soli im Kanadischen Kinderopernchor und paukte Geige- und Klavierspielen. Eine Woche vor Beginn ihres Musikhochschulstudiums schmiss sie ihre
Opernambitionen dann doch noch über den Haufen, kaufte sich Platten von The Knife, Björk und PJ Harvey und gründete mit Freunden eine eigene Band: "Ich wollte immer noch klassische Musik
machen, nur sollte die möglichst abgefuckt und verzerrt klingen." Heraus kam Synthiepop mit Gothic-Teint und Hang zum Operndrama. Höchste Zeit für einen Konzertbesuch und Plattencheck
mit Austra. Vor ihrem Konzert in der Berliner Volksbühne wühlte sich Katie Stelmanis durch die Vinylkiste.
Mehr Infos unter: www.arte.tv/tracks
Dieses Programm wurde in HD produziert.
Samstag, 03.03. / 01.20 Uhr / Donatella Versace ... vor der Show Dokumentationsreihe, Frankreich/USA 2011, ARTE, Synchronfassung
Regie: Loïc Prigent
Die Dokumentationsreihe " ... vor der Show" gewährt exklusiven Einblick hinter die Kulissen renommierter Modehäuser wie zum Beispiel der Marke Fendi,
deren Kollektionen von Karl Lagerfeld entworfen werden, blickt in die Ateliers von Designergrößen wie Jean Paul Gaultier und Sonia Rykiel, aber auch aufregender junger Senkrechtstarter wie
Proenza Schouler in New York oder Isabel Marant in Paris. Donatella Versace - Ihre Kollektionen sind seit Jahren auf den Modenschauen der Haute Couture vertreten. Dieser Teil der
Dokumentationsreihe begleitet die italienische Modeschöpferin bei ihrer täglichen Arbeit als Chefdesignerin eines der derzeit bekanntesten Modelabels.
Zum ersten Mal erlaubt Donatella
Versace einen Blick hinter die Kulissen ihres Modeimperiums. Das Filmteam begleitet sie in ihre Ateliers, zu Anproben und sogar in das Zimmer von Donatellas ermordetem Bruder Gianni Versace,
den sie 1997 als Chefdesignerin ablöste. Donatella Versaces Mode ist typisch italienisch: hochwertig, perfekt geschnitten - und immer auffallend. Kein Wunder, dass sich bei ihr viele
Filmstars ihre Roben für besondere Auftritte schneidern lassen. Donatella, geheimnisvoll und zerbrechlicher als man vermutet hätte, leitet das Modehaus mit sicherer Hand. Und das ist auch
notwendig, denn Glanz und Glamour wollen über die Wirtschaftskrise gerettet werden, die auch vor den renommierten Modehäusern nicht haltgemacht hat. Der Film zeichnet das intensive Porträt
einer der bedeutendsten Modeschöpferinnen der Gegenwart. Dieses Programm wurde in HD produziert. ARTE stellt diesen Beitrag auch bis sieben Tage nach Ausstrahlung in einer
"Streaming"-Fassung auf ARTE+7 bereit.
Samstag, 03.03. / 02.15 Uhr / Sonia Rykiel ... vor der Show Dokumentationsreihe, Frankreich 2009, ARTE, Synchronfassung
Regie: Loïc Prigent
Die Dokumentationsreihe " ... vor der Show" gewährt exklusiven Einblick hinter die Kulissen renommierter Modehäuser wie zum Beispiel der Marke Fendi,
deren Kollektionen von Karl Lagerfeld entworfen werden, blickt in die Ateliers von Designergrößen wie Jean Paul Gaultier und Sonia Rykiel, aber auch aufregender junger Senkrechtstarter wie
Proenza Schouler in New York oder Isabel Marant in Paris. Als "Königin des Strick" machte sich Sonia Rykiel in der Pariser Modewelt einen Namen. Die Dokumentation zeigt die
letzten aufregenden Stunden vor einer Modenschau zum 40-jährigen Bestehen ihres Labels.
Als Sonia Rykiel 1968 schwanger wurde und keinen geeigneten Pullover für sich fand, entwarf sie
kurzerhand ein eigenes Modell. Dieser Strickpullover wurde zum Grundstein eines Modeimperiums und Sonia Rykiel zur Königin des salonfähigen Stricks mit Streifen. Aber Sonia Rykiel verbindet
Mode nicht nur mit Erfolg, sondern auch mit Provokation und der Befreiung der Frau. Das große Fest zum 40-jährigen Bestehen des Labels ist ein Mammutprogramm: Die normale Modenschau muss
organisiert werden und dazu ein Galadinner für 500 Gäste, bevor die tausend Journalisten, Redakteure und Modenschaugäste eintreffen. Das Sahnehäubchen: Nathalie Rykiel, Sonias Tochter, wartet
mit einer Überraschung für ihre Mutter auf. Sie hat 30 berühmte Modedesigner aus aller Welt, darunter Giorgio Armani, Vivienne Westwood und Karl Lagerfeld, gebeten, ihre Sicht auf Sonia
Rykiel mit einer eigenen Modekreation vorzustellen. Sonia Rykiel ahnt zwar, dass es eine Überraschung geben wird, aber nichts davon, welcher Art die Hommage sein wird. ARTE stellt diesen
Beitrag auch bis sieben Tage nach Ausstrahlung in einer "Streaming"-Fassung auf ARTE+7 bereit.
Sonntag, 04.03. / 15.55 Uhr / Design ~ Die Fender Stratocaster-Gitarre Dokumentationsreihe, Frankreich 2010, ARTE F, Erstausstrahlung
Regie: Hélène Guetary
Neu bei ARTE: Avantgardistische Industrieprodukte sind zum einen kreative Schöpfungen von Designern, zum anderen immer auch kulturgeschichtlicher Spiegel
ihrer Zeit. Von Möbeln über Haushaltsgeräte bis hin zum Fahrzeug - die neue Sendereihe "Design" stellt schöne Alltagsgegenstände vor, die im 20. Jahrhundert Geschichte geschrieben
haben. ARTE zeigt die Reihe "Design" immer sonntags ab 15.45 Uhr in sechs Folgen.
Was haben Jimi Hendrix, Pink Floyd, Eric Clapton und die Shadows gemeinsam? Die Fender
Stratocaster! Seit es sie gibt, ist sie die Gitarre der Rockstars und ein wahres Kultobjekt. Das Instrument vereint eine Vielzahl von Vorzügen auf sich: Es ist innovativ, von hoher Qualität,
leicht zu spielen und dabei erschwinglich. Kein Wunder, dass die "Strat" seit 1954 die meistverkaufte E-Gitarre ist und Generationen von Musikern begeisterte.
Zusatzinfo:
Industrieprodukte sind ein einzigartiger Spiegel ihrer Zeit. Ob Möbel, Haushaltsgerät oder Fahrzeug, immer muss es zwei Ansprüchen genügen: Funktionalität und Verkäuflichkeit. Dies bringt
Designer dazu, innovative Technik mit ästhetischen Gesichtspunkten zu vereinbaren. Die neue Reihe "Design" erkundet anhand typischer Objekte aus dem 20. Jahrhundert eine ganze
Epoche. In Archivbildern, Filmausschnitten und Mitschnitten bekannter Unterhaltungsmusik werden politische, soziale und kulturelle Hintergründe aufgezeigt. Die Geschichte des jeweiligen
Produktes, vom Entwurf bis zur Herstellung, wird ebenso beleuchtet wie seine Wirkung in der heutigen Zeit. Die Reihe verdeutlicht den Zusammenhang zwischen der Kunst des Designs und den
soziologischen Rahmenbedingungen und erzählt so die Geschichte des Designs im 20. Jahrhundert. All diese Gegenstände haben das gesamte Jahrhundert geprägt und sind gleichzeitig Spiegel ihrer
eigenen Epoche, immer aber ihrer Zeit voraus. ARTE stellt diesen Beitrag auch bis sieben Tage nach Ausstrahlung in einer "Streaming"-Fassung auf ARTE+7 bereit.
Sonntag, 04.03. / 16.20 Uhr / Bei Frida Kahlo Dokumentation, Frankreich 2011, ARTE F, Synchronfassung, Erstausstrahlung
Regie: Xavier Villetard
Von 1931 bis 1941 spielte sich in Frida Kahlos "Blauem Haus" in Mexiko ein paar der denkwürdigsten Abenteuer des 20. Jahrhunderts ab, in dem sich
Kunst und Politik vermischten und gegenseitig befruchteten. Die Dokumentation erzählt diese intensive und bewegte Geschichte, deren Hauptfigur, Friedas Haus, heute ein Mythos ist.
In
den 30er Jahren in Mexiko wurde das Blaue Haus der Malerin Frida Kahlo (1907-1954) zum Treff- und Sammelpunkt linker revolutionärer Kräfte. Während sich die Konflikte in Europa zuspitzten,
fanden Schriftsteller, Künstler, Intellektuelle, Mörder, Dichter und Spione in Mexiko Zuflucht. Vielen von ihnen gewährte Frida Kahlo in ihrem Geburtshaus Unterschlupf, das sie zum Schutz
gegen böse Geister selbst blau angestrichen hatte. Die meiste Zeit wohnte sie dort mit ihrem flatterhaften Ehemann, dem bedeutenden mexikanischen Maler Diego Rivera. Prominente Gäste des
Blauen Hauses waren unter anderem der im Exil weilende Revolutionär Leo Trotzki und der Schriftsteller André Breton, der in Mexiko das Land des "realen Surrealismus" sah. Mit
Trotzkis Ermordung begann das Ende der utopischen Hoffnungen im Blauen Haus, dieser von Frida Kahlo beseelten Höhle, in der ihr Diego Rivera zur Seite stand. Im Mittelpunkt der
Dokumentation stehen neben Malerei, Surrealismus und Revolution die konkreten Abenteuer, Leidenschaften, Stimmungen und Einfälle der Gäste, die durch das Haus gingen und teilweise schwer mit
ihren eigenen Dämonen zu kämpfen hatten. Frida Kahlo zählt zu den Kultfiguren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ihre Persönlichkeit, ihre Kraft, ihr mutiger Kampf gegen die Folgen
eines schweren Unfalles, Behinderung und Unglück, denen sie ausgesetzt war, ihre spannungsgeladene Liebesbeziehung zu Diego Rivera machen sie zu einer der außerordentlichsten Persönlichkeiten
der zeitgenössischen Kunst. Die poetisch-makabre "Inszenierung" ihres Lebens hat stark dazu beigetragen, ihren Ruhm weit über die mexikanischen Grenzen hinauszutragen und sie zu
einer Art Ikone werden zu lassen. Kürzlich wurden in einem eingemauerten Badezimmer des Blauen Hauses mehrere Koffer mit aufschlussreichem persönlichem Archivmaterial von Frida Kahlo
entdeckt. Dank dieser Dokumente ergänzt und bereichert der Film frühere Darstellungen der Künstlerin. Das Blaue Haus beherbergt heute das Frida-Kahlo-Museum.
Dieses Programm wurde in HD produziert. ARTE stellt diesen Beitrag auch bis sieben Tage nach Ausstrahlung in einer "Streaming"-Fassung auf ARTE+7 bereit.
Sonntag, 04.03. / 17.15 Uhr / Künstler hautnah ~ Morgane Tschiember Dokumentationsreihe, Frankreich 2008, ARTE F, Synchronfassung, Erstausstrahlung
Regie: Fred Fiol
"Künstler hautnah" - das Rendezvous mit der internationalen Kunstszene. Jede Sendung ist einem Künstler gewidmet, die heutige der französischen
Fotografin, Bildhauerin und Malerin Morgane Tschiember. Schon mit knapp 30 Jahren war die Absolventin der Pariser Kunsthochschule und Trägerin des Paul Ricard-Preises Morgane Tschiember in
der französischen und internationalen Kunstszene unterwegs. Ob als Fotografin, Bildhauerin oder Malerin - die 1976 in Brest geborene und heute in Paris lebende Künstlerin ist ein
Energiebündel und reitet mit ihrer ausdrucksstarken Kunst auf allen stilistischen Wellen.
Ganz gleich, ob sie fotografiert, filmt, modelliert oder installiert, Morgane Tschiember lotet
in ihrem Werk neue Grenzen der Bildhaftigkeit aus und findet dabei ebenso anziehende wie ausdrucksstarke Ansätze. "Iron Maiden" nennt sich beispielsweise eine Skulpturenreihe,
für die Morgane Tschiember große unbehandelte Metallbleche montierte und mit monochromen Farben lackierte. Schneiden, Rollen, Falten und Biegen sind die wesentlichen Verfahren, die die
Künstlerin für diese Arbeit anwendete - die Metallblätter stehen wie riesige von der Wand herabgefallene Seiten eines Buches im Raum, sie integrieren sich in die baulichen Gegebenheiten der
Galerie und spielen mit den Perspektiven, die der Betrachter einnimmt. "Die Farbflächen wurden wie mit einem Cutter ausgeschnitten", so Morgane Tschiember. "Das Metall hält
der Biegung sein ganzes Gewicht und seine volle Kraft entgegen; die optische Sinnlichkeit ist das Ergebnis eines aufwendigen industriellen Herstellungsprozesses." Auch vor monumentalen
Ausmaßen schreckt Morgane Tschiember nicht zurück: So schuf sie bei ihrem Projekt "Lieu unique" eine überdimensionierte Asphaltstraße, die sich quer durch den Raum schlängelt und
sich sämtlichen Gesetzen der Schwerkraft zu widersetzen scheint. Malerisch steht Morgane Tschiember den amerikanischen Künstlern der 70er Jahre sehr nahe. In ihren großformatigen,
abstrakten Fotografien dagegen deutet sie vieles nur an, was sie wieder zum Dialog mit der Malerei zurückführt. Für Morgane Tschiember ist in ihrer Kunst letztendlich alles möglich.
Zusatzinfo: Zu Wort kommen in der heutigen Sendung Colette Barbier, Leiterin des Ausstellungsraums Espace Paul Ricard, Hervé Loevenbruck, Geschäftsführer der Galerie Loevenbruck sowie
Harry Bellet, Journalist der Tageszeitung "Le Monde". Mehr Infos unter: www.arte.tv/kuenstlerhautnah
ARTE stellt diesen Beitrag auch bis sieben Tage nach Ausstrahlung in einer "Streaming"-Fassung auf ARTE+7 bereit.
Sonntag, 04.03. / 17.45 Uhr / Abgedreht! Magazin, Frankreich 2011, ARTE F, Erstausstrahlung
Das neue Kulturmagazin aus Frankreich wirft einen ganz anderen Blick auf Kunst und Kultur. In einem schrägen und humorvollen Ton, in kurzen und unterhaltsamen Rubriken zeigt das
Magazin Neues jenseits des bekannten Kulturbetriebs. Jede Folge ist eine Geschichte mit fiktionalen Elementen, neu gemixten Filmausschnitten und ausgefallenen Beiträgen von Künstlern aller
Couleur. Diese Woche begibt sich "Abgedreht!" auf die Spuren der Kindheit einer der amerikanischen Legende Bob Dylan. Außerdem geht das Magazin der Frage nach, wie man sich ab
einem gewissen Alter stilvoll kleidet. Und nicht zuletzt führt der französische Choreograph Philippe Découflé durch eine neue Ausstellung im Pariser Centre Pompidou: Sie erkundet unter dem
Titel "Danser sa vie" die Beziehung zwischen Tanz und visuellen Künsten.
(1): In situ - Auf den Spuren von Bob Dylan Bob Dylan ist als Dichter und Chronist Amerikas
weltbekannt. Bei seinem Namen denkt jeder an "Like a Rolling Stone" und "The Times They Are a-Changin'", an Mundharmonika und Allen Ginsberg. Aber Dylan steht auch für
Duluth und Hibbing, die Städte in Minnesota, in denen er geboren wurde und seine Jugend verbrachte, wo er die Gitarre und Buddy Holly entdeckte. "Abgedreht!" wirft einen frischen
Blick auf die Kindheit des Sängers.
(2): Dress Code - Wie kleide ich mich als Senior/in? Eine alte Dame, die im Strandkleid auf die Straße geht, hat wenig Chancen, in den
Streetwear-Seiten eines Modemagazins zu landen. Eher wird sie für unzurechnungsfähig erklärt. Wenn man alt ist, kann man wohl nicht mehr einfach sagen: "Mir steht alles", sondern
sollte schon etwas schummeln. "Abgedreht!" zeigt stilvolle Outfits für Menschen in fortgeschrittenem Alter.
(3): Audioguide - Philippe Découflé: "Danser sa vie" im Centre Pompidou Diese Woche führt der Choreograph Philippe Découflé durch die Ausstellung "Danser sa vie", die
bis zum 2. April im Pariser Centre Pompidou den Verbindungen zwischen Tanz und visuellen Künsten nachspürt. Der Choreograph und seine Truppe DCA sind bis 2013 im Nationaltheater der Bretagne
in Rennes zu Gast.
Zusatzinfo Mehr im Internet unter: www.arte.tv/abgedreht Die Rubriken "Dress Code", "In situ" der "Audioguide" sind auch auf
www.arte.tv/abgedreht feste Rubriken, deren Themen bereits kurz vor der Ausstrahlung jeder neuen Ausgabe online sind. "Abgedreht!" ist das neue Kulturmagazin aus Frankreich. Das
kulturelle Geschehen vermittelt kein klassischer Moderator, sondern die verschiedensten Figuren der Filmgeschichte in der sogenannten "Mash-up"-Technik. Seit der gleichnamigen
Filmkomödie von Michel Gondry steht "Abgedreht!" genau für diese Technik: Neumischen, Neudrehen, Neuvertonen von Filmklassikern in einem völlig anderen Kontext. Ein Remake mit ein
bisschen Trash, viel Humor und einem ganz neuen Blick, das ist der Ton, den die neue Sendung "Abgedreht!" anschlägt. Drei Chefredakteure aus dem Radio, Philippe Colin, Xavier
Maudit und Frédéric Bonnaud, remixen Filme und Kulturereignisse, was das Zeug hält. "Abgedreht!" ist weitab vom klassischen Magazin und ganz nah an den verschiedensten Facetten von
Hoch- und Alltagskultur. Die Handschriften der Beiträge wechseln immer wieder, die Genres vermischen sich, die bunte Werkzeugkiste des Mash-ups rückt große Schriftsteller neben hippe
Pop-Ikonen und stellt Museumsbesuche neben die schrillsten Modetrends. "Abgedreht!" steht für schräg und neu gemixt, fern von ausgetretenen Pfaden des Kulturbetriebs und mit ständig
wechselnden Protagonisten. Dieses Programm wurde in HD produziert.
Sonntag, 04.03. / 18.30 Uhr / Stars von morgen mit Rolando Villazón: Alexej Gerassimez, Lise de la Salle, Stefan Pop, Edicson Ruiz
Musik, Deutschland 2011, ZDF, Erstausstrahlung
Regie: Nicolai Dörler; Autor: Axel Brüggemann; Orchester: Junge Sinfonie Berlin; Dirigent: Patrick Lange
Mit: Rolando Villazón (Moderation), Alexej Gerassimez (Percussion), Lise de la Salle (Klavier), Stefan Pop (Tenor), Edicson Ruiz (Kontrabass)
Die Pianistin Lise de la Salle, der Tenor
Stefan Pop, der Schlagzeuger Alexej Gerassimez und der Kontrabassist Edicson Ruiz sind die jungen Künstler, die Gastgeber Rolando Villazón in der vierten Folge von "Stars von
morgen" präsentiert. Ihm zur Seite steht der Chefdirigent der Komischen Oper Berlin, Patrick Lange, der wie in den Folgen zuvor das Orchester der Sendung, die Junge Sinfonie Berlin,
leitet. Als Gast mit von der Partie: René Kollo.
Die französische Pianistin Lise de la Salle wuchs in einer Familie auf, die eine enge Beziehung zur Musik und Malerei hatte. Schon im
Alter von vier Jahren begann sie mit dem Klavierspiel, mit neun hatte sie ihren ersten von Radio France übertragenen Konzertauftritt und mit elf begann sie ihr Studium am Conservatoire de
Paris. Lise de la Salle, die in den letzten Jahren die großen Konzertsäle erobert hat, zählt neben Pianisten wie Vladimir Horowitz und Swjatoslaw Richter auch Sängerinnen wie Maria Callas und
Elisabeth Schwarzkopf zu ihren Vorbildern, denn ihr Ziel ist es, auf dem Klavier "zu singen". Stefan Pop hat 2010 beim vielleicht wichtigsten Gesangswettbewerb, Plácido Domingos
"Operalia", neben dem ersten Preis auch den Publikumspreis gewonnen. Im selben Jahr gab der rumänische Tenor an der Wiener Staatsoper sein Debüt als Alfredo in Verdis "La
Traviata". Mit dieser Rolle gastierte er anschließend auch in Hamburg an der Seite von Edita Gruberova. Es folgten weitere Engagements in Triest, Frankfurt und Zürich. 2012 wird Pop, der
auch als Konzertsänger gefragt ist, erstmals den Herzog in Verdis "Rigoletto" an der Mailänder Scala singen. Der in Essen geborene Alexej Gerassimez bekam seinen ersten
Schlagzeugunterricht im Alter von sieben Jahren. Er war mehrfacher Gewinner beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" und erhielt weitere zahlreiche Auszeichnungen. Zu seinen Lehrern
zählte Peter Sadlo, bei dem er an der Hochschule für Musik und Theater München studierte. Gerassimez, der Mitglied beim Landesjugendorchester Nordrhein-Westfalen und beim
Bundesjugendorchester war, hat mittlerweile Solokonzerte in Europa und Japan gegeben und wirkte bei Rundfunk- und Fernsehaufnahmen mit. Der Kontrabassist Edicson Ruiz ist ein Kind des
"El Sistema", des beispielhaften sozialen Orchesterprojekts für Kinder und Jugendliche in Venezuela. Mit 16 Jahren debütierte er als Solist beim musikalischen Aushängeschild des
"Sistema", dem Orquesta Sinfónica Simón Bolívar. Ruiz studierte in seiner Heimatstadt Caracas und an der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker. 2003 wurde er das jüngste
Mitglied in der Geschichte dieses Orchesters. Neben Konzerten mit den Berliner Philharmonikern tritt Ruiz auch regelmäßig solistisch auf. Als Experten für die "Stars von morgen"
hat sich Rolando Villazón in die Berliner Kulturbrauerei einen berühmten Tenorkollegen eingeladen, der den jungen Künstlern aus seiner reichhaltigen Erfahrung wertvolle Tipps geben kann: René
Kollo. Dieses Programm wurde in HD produziert.
Sonntag, 04.03. / 20.15 Uhr / Prêt-à-porter (Ready To Wear) Spielfilm, USA/Frankreich 1994, Synchronfassung
Regie: Robert Altman; Buch: Robert Altman, Barbara Schulgasser; Kamera: Pierre Mignot, Jean Lepine; Komponist: Michel Legrand; Schnitt: Géraldine Peroni; Produzent: Bob Weinstein, Harvey
Weinstein, Ian Jessel; Produktion: Miramax International Mit: Anouk Aimée - (Simone), Rupert Everett - (Jack Lowenthal), Sophia Loren - (Isabella de la Fontaine), Jean-Pierre Cassel -
(Olivier de la Fontaine), Kim Basinger - (Kitty Potter), Marcello Mastroianni - (Sergej), Tim Robbins - (Joe Flynn), Julia Roberts - (Ann Eisenhower), Stephen Rea - (Milo O'Brannigan), Lauren
Bacall - (Slim Chrysler), Danny Aiello - (Major Hamilton)
Ausgerechnet zu den herbstlichen Prêt-à-porter-Modenschauen beißt deren Leiter Olivier de la Fontaine ins Gras. Während die
Geliebte trauert, tröstet sich seine Gattin mit ihrem Ex-Lover, der des Mordes an Olivier verdächtigt wird. Doch die Show muss weitergehen, denn die Reichen und Schönen der Welt haben sich in
Paris versammelt und wollen unbedingt gesehen werden.
In Paris laufen die Vorbereitungen für das glanzvollste Ereignis der Modebranche, die "Prêt-à-porter"-Shows, auf
Hochtouren. Aus diesem Anlass treffen sich in der Seine-Metropole die Modemacher und die Reichen und Schönen aus aller Welt. Während die Couturiers, Models, Modejournalisten, Stars und
Sternchen um die Gunst der Drahtzieher im Hintergrund buhlen, wird der umstrittene Vorsitzende der französischen Modedesigner, Olivier de la Fontaine, tot in seiner Limousine aufgefunden. War
es ein Unfall oder war es Mord? Jeder ist verdächtig. Schnell verbreitet sich die Nachricht, doch die Modewelt nimmt den Vorfall kaum zur Kenntnis. Alle sind beschäftigt mit der Vorpremiere
der Herbst-Winter-Modeschauen, in wenigen Stunden wird der große Marathon der Konfektionsbranche seinen Höhepunkt erreichen. Und während die geschwätzige Fernsehreporterin Kitty versucht,
ihren Kolleginnen von "Vogue" und "Elle" ein paar Trends zu entlocken, und die Schönen und Reichen für nichtssagende Statements vor die Kamera bittet, landen zwei
verfeindete Journalisten per Zufall im selben Hotelzimmer und bald darauf im gemeinsamen Bett. Die Promi-Partys steigen, die Topdesigner inszenieren sich selbst und ihre Haute Couture,
während die Models ihren Allüren freien Lauf lassen.
Zusatzinfo: Mit einem gigantischen Star-Ensemble, das von Kim Basinger und Lauren Bacall über Sophia Loren und Marcello
Mastroianni bis hin zu Tim Robbins und Julia Roberts reicht, inszeniert Meisterregisseur Robert Altman eine wunderbare bösartige Farce auf die Modewelt. Mit beißendem Sarkasmus entlarvt
Altman den gigantischen Betrieb der Kostümfabrik als leeres, hohles Gebilde. Das "Lexikon des Internationalen Films" schreibt: "Eine Filmkomödie aus der Welt der Mode, in
deren brillanter Inszenierung eine Vielzahl von Handlungsfäden parallel laufen und die trotz mancher Griffe in die Klamottenkiste der Boulevard-Komödie die Souveränität ihres Regisseurs
bezeugt. Ein auch darstellerisch überzeugendes Kinovergnügen."
Sonntag, 04.03. / 22.25 Uhr / Der Puderkrieg Dokumentarfilm, USA 2007, Synchronfassung
Regie: Arnie Reisman, Ann Carol Grossman
Elizabeth Arden und Helena Rubinstein zählen zu den ersten Frauen weltweit, die es schafften, einen Konzern zu gründen und an die Spitze
ihrer Branche zu führen. Obwohl beide in New York lebten und arbeiteten, haben sich die erbitterten Konkurrentinnen der Kosmetikindustrie nie persönlich kennengelernt. Der Dokumentarfilm
erzählt die bewegte Geschichte der beiden Unternehmerinnen, die die Welt der Schönheit mittels ihrer Produkte maßgeblich prägten.
Vor circa 100 Jahren in die USA eingewandert -
Elizabeth Arden aus der kanadischen Provinz Ontario und Helena Rubinstein aus dem polnischen Krakau - begannen sie parallel praktisch aus dem Nichts ihre Kosmetikkonzerne aufzubauen. Sie
schufen damit eine Industrie, die heute 150 Milliarden US-Dollar jährlich umsetzt. Auch wenn die beiden Frauen nur einige Blocks voneinander in New York lebten und arbeiteten, sind sie
sich persönlich nie begegnet. Die Konkurrenz untereinander trieb sie zu immer neuen Entwicklungen und zu kreativen Höchstleistungen an. Und ihre Methoden waren dabei alles andere als
zimperlich. Als sich Elizabeth Arden von ihrem Ehemann Thomas Jenkins trennte, heuerte die Konkurrentin ihn als Geschäftsführer an. Diese beiden Mütter der Schönheitsindustrie machten
Kosmetika zunächst gesellschaftsfähig und dann unverzichtbar. Sie waren Pioniere in den Bereichen Marketing und Werbung und sie prägten den Stil - ja das Leben der modernen Frau - seit den
frühen Jahren des 20. Jahrhunderts. Gerade auch der sich zu jener Zeit entwickelnde Film mit seinen Nahaufnahmen machte gekonntes Make-up unabdingbar. Elizabeth Arden und Helena Rubinstein
wurden zu Ikonen des 20. Jahrhunderts, ihre Namen verbindet bis heute jeder - ob Frau oder Mann - mit Eleganz und Schönheit.
Zusatzinfo:
Das Drehbuch zum Dokumentarfilm entstand nach dem Buch "War Paint: Miss Elizabeth Arden & Madame Helena Rubinstein" von Lindy Woodhead. Dieses Programm wurde in HD produziert.
ARTE stellt diesen Beitrag auch bis sieben Tage nach Ausstrahlung in einer "Streaming"-Fassung auf ARTE+7 bereit.
Sonntag, 04.03. / 23.50 Uhr / Cristóbal Balenciaga Dokumentation, Spanien/Frankreich 2008, Synchronfassung
Regie: Josu Venero
Er war einer der berühmtesten Modeschöpfer des 20. Jahrhunderts: der Spanier Cristóbal Balenciaga (1895-1972). Balenciaga wurde als Sohn eines baskischen
Fischers und einer Näherin geboren. 1915 eröffnete er in San Sebastián ein eigenes Atelier, dem sich Haute Couture-Salons in Madrid und Barcelona anschlossen. Zu Beginn des Spanischen
Bürgerkriegs 1937 emigrierte er nach Paris, von wo aus er die internationale Modeszene eroberte.
Cristóbal Balenciaga stammte aus einfachen Verhältnissen und stieg Mitte der 40er Jahre
zum unumstrittenen Maestro der Haute Couture auf. Balenciaga erhob die Mode zur Kunst. Bei seinen Kreationen ging schlichte, strenge Eleganz mit perfekter Detailgestaltung einher. Dadurch
entstand ein in Form und Farbe ausgewogenes Erscheinungsbild voller Harmonie. Die Regisseure Enrique Portocarrero und Josu Venero schildern Balenciagas Jugend in seinem baskischen
Heimatort Getaria, in San Sebastián, Madrid und Barcelona sowie seinen Durchbruch in Paris. Die Dokumentation setzt das Werk des spanischen Modeschöpfers außerdem in den Kontext seiner Zeit
und geht auf Wegbereiter der Haute Couture wie Worth, Doucet, Poiret, Paquin, Vionnet oder Schiaparelli und Balenciagas Zeitgenossen Dior, Chanel, Lanvin und Yves Saint-Laurent ein.
Balenciagas einzigartige Persönlichkeit und sein kreatives Genie belegen viele Details aus seinem Leben wie die Organisation seines Ateliers oder die Beliebtheit seiner Kreationen bei
Weltstars aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Außerdem die besondere Philosophie, die seiner Arbeit zugrunde lag und die er in seiner Firma umsetzte; die persönliche Bindung zu seinen
Mitarbeitern und sein ständiges Streben nach Perfektion. All dies brachte ihm die Anerkennung herausragender Kritiker und Modejournalisten der 40er, 50er und 60er Jahre. Davon zeugen auch
in jüngster Zeit regelmäßige Ausstellungen der Werke des unvergessenen, eindeutig von seinem Heimatland Spanien inspirierten Modeschöpfers sowie das wachsende Interesse, auf das seine
Kreationen bei internationalen Auktionen stoßen. Über das Privatleben Balenciagas war aufgrund seiner zurückhaltenden Art bisher wenig bekannt. Die Dokumentation geht auf sein
Familienleben, Freundschaften und Beziehungen zu Pariser Künstlern, zu Kunden und Berufskollegen ein und berichtet von seinen kulturellen Interessen und Kontakten zur Pariser Künstlerszene.
Deutlich wird auch, wie schwer sich der Modemacher am Ende seiner Laufbahn 1968 mit dem aufkommenden Prêt-à-porter tat, und welchen Einfluss sein Werk und sein kreativer Ansatz noch heute
auf junge Designer und die Welt der Mode ausübt. ARTE stellt diesen Beitrag auch bis sieben Tage nach Ausstrahlung in einer "Streaming"-Fassung auf ARTE+7 bereit.
Sonntag, 04.03. / 00.50 Uhr / Karlheinz Stockhausen: Musik für eine neue Welt Dokumentation, Deutschland 2008, ZDF Regie: Norbert Busè[Kurz] Der Name Karlheinz Stockhausen (1928-2007) steht für die musikalische Avantgarde des 20. Jahrhunderts wie der
Eiffelturm für die französische Hauptstadt. In den 60er Jahren gelangte Stockhausen auf das Cover der Beatles LP "Sergeant Pepper": Ein "seriöser" Komponist als Popstar
verehrt, als Prophet des Weltraumzeitalters. So etwas hat es vorher und seitdem nicht mehr gegeben. Karlheinz Stockhausen starb Ende 2007 mit 79 Jahren.
Stockhausen platzte Mitte der
50er mit einem Skandalstück ersten Ranges ins Bewusstsein der Öffentlichkeit: dem "Gesang der Jünglinge". Die Kombination aus elektronisch erzeugten Klängen und dem ätherischen
Gesang eines Knaben war zu viel für die biederen Ohren der Zeit - der Kulturschock Rock 'n' Roll stand da noch aus. Schnell machte das Wort "Atombombenmusik" die Runde. Doch wer auf
der Höhe der Zeit war, kam an dem Neutöner nicht vorbei, der ein fast zwei Jahrzehnte währendes Feuerwerk musikalischer Innovationen entfachte. Während Komponisten akademischer Musik
Stockhausens Bedeutung im Bereich der seriellen Musik sehen, ist er einer breiteren Öffentlichkeit eher als Pionier elektronischer Musik bekannt. In der Elektronik fand er die - für die
serielle Musik wesentliche - Möglichkeit, Klänge bis ins Letzte zu kontrollieren und zu manipulieren. Aus gutem Grunde erkennt die Techno-Generation ihn als ihren Gründer-Vater an. Doch
während die Nachgeborenen auf der Suche nach dem perfekten Beat sind, untersuchte Stockhausen die Molekularstruktur der Klänge, um kosmische Gesetzmäßigkeiten zu finden.
"Atombombenmusik"? Ganz im Gegenteil, die Technologien des Raumfahrt- und Atomzeitalters bildeten für ihn keinen Gegensatz zum Spirituellen. Stockhausen, geprägt von den Ereignissen
des Zweiten Weltkriegs, sprach seiner Musik eine Wirkkraft zu, die auf die ethisch-moralische Erneuerung des Menschen abzielte. Anfang der 70er Jahre zog Stockhausen sich zurück, um bis zu
seinem Tode am monumentalsten Werk der Musikgeschichte zu arbeiten, dem Zyklus "Licht". Sein Rückzug fiel sicher nicht ganz zufällig zusammen mit der zunehmenden Skepsis gegenüber
den Heilsversprechen neuer Technologien. Doch Stockhausen war nicht nur Person der Zeitgeschichte, sondern auch Privatmann. Seine Beziehung zur Fluxus-Künstlerin Mary Bauermeister ist ein
zentraler Punkt seiner Vita, was man am meisten vermisst hat, wisse man erst, wenn man es gefunden habe, sagt Stockhausen. Doch was passiert, wenn man es wieder verliert? Auch davon erzählt
der Film, der sich nicht als reine Komponistenbiografie versteht, sondern als Film über einen Menschen, der nicht anders konnte, als Komponist zu sein.
Zusatzinfo: Norbert Busè und
Thomas von Steinaecker konzentrieren sich auf die für Stockhausens Ruhm maßgeblichen Jahre. Sie zeigen den Komponisten als schöpferischen Visionär, geprägt durch schicksalhafte Jugendjahre,
seine Liebe zu den Frauen und durch seine unbändige künstlerische Abenteuerlust. Dieses Programm wurde in HD produziert.
Sonntag, 04.03. / 02.35 Uhr / Liverpool - Beat City Dokumentation, Deutschland 2008, ZDF
Regie: Irene Langemann
Mit dem Zusammenbruch der Textilindustrie in den 50er Jahren sank der Stern der britischen Metropole Liverpool. Im Jahr 2008 teilte sich die Stadt den Titel
"Europäische Kulturhauptstadt" mit dem norwegischen Stavanger. Liverpool, die Heimat der Beatles, hoffte damit auf einen Strukturwandel und die Entdeckung der Kultur als
Wirtschaftszweig. Filmemacherin Irene Langemann hat sich im neuen Liverpool umgesehen.
Die einstige britische Industriemetropole Liverpool trägt neben dem norwegischen Stavanger den
Titel "Europäische Kulturhauptstadt 2008". Liverpool hat sich für dieses Jahr viel vorgenommen. Die nach London inzwischen zweitwichtigste Kulturmetropole Großbritanniens am Mersey
River zelebriert ihr kulturelles Erbe und ihre künstlerische Vielfalt. Die Ernennung zur Kulturhauptstadt wirkte als eine Art Signal zur Erneuerung. Regeneration und Modernität lautet die
Devise eines beispiellosen Baubooms, der komplette Stadteile bereits verändert hat. Der rasante Strukturwandel und die Entwicklung des Wirtschaftszweiges Kultur sollen Liverpool langfristig
zu einem Touristenmagnet machen. Schließlich hat die Metropole viele Künstler hervorgebracht, die weltweit für ihre herausragenden Beiträge im Bereich der Literatur und Architektur, des Films
und Theaters sowie in der Musik berühmt sind. Für die Musik stehen vor allem die Beatles, die berühmtesten Söhne der Stadt. Der Kult um die legendäre Band ist allgegenwärtig und wird von
zahllosen Cover-Bands lebendig gehalten. Mit der bekannten Gruppe "Mersey Beatles" begibt sich Filmemacherin Irene Langemann auf eine Entdeckungsreise durch Liverpool. Allein die
Veranstaltungen der Kulturhauptstadt Liverpool können die Stadt sicher nicht aus der langjährigen Krise führen. Doch sie haben der Metropole eine neue Attraktivität verliehen und Begegnungen
mit ungewöhnlichen Künstlern ermöglicht. Liverpool ist auf dem besten Weg, eine pulsierende Kulturmetropole zu werden.
Dienstag, 06.03. / 06.00 Uhr / Jerusalem Chamber Music Festival Musik, Frankreich 2008, ARTE F
Regie: Andy Sommer Mit: Matthias Glander, Ori Kam, Kirill Gerstein, Guy Braunstein, Michael Barenboim, Madeleine Carruzzo, Zvi Plesser, Nicolas Altstaedt Das Jerusalem Chamber Music
Festival wurde von der Starpianistin Jelena Baschkirowa gegründet und findet 2008 bereits zum elften Mal statt. Bedeutende Musiker spielen in einer offenen und doch sehr fokussierten
Atmosphäre ausgewählte Werke von Schumann, Mozart, Bruch und Brahms: Kammermusik vom Feinsten.
Jelena Baschkirowa, in Moskau geboren, gilt als herausragende Pianistin mit einer
besonderen Affinität zur Kammermusik. Sie wirkte bei zahlreichen Uraufführungen mit. 1998 gründete Jelena Baschkirowa das Jerusalem Chamber Music Festival (JCMF), das im September 2008
bereits zum elften Mal stattfand. Die Kammermusik-Konzerte im YMCA Jerusalem zeichnen sich durch eine freundschaftlich-ungezwungene, dabei aber hochkonzentrierte Atmosphäre aus, bei der die
musikalischen Werke im Mittelpunkt stehen. Die Konzert-Aufzeichnungen versammeln die Höhepunkte des 2008er Jahrgangs. Neben den Pianisten Jelena Baschkirowa und Kirill Gerstein sind
namhafte Musiker wie Guy Braunstein und Michael Barenboim an der Violine, der Klarinettist Matthias Glander, Ori Kam und Madeleine Carruzzo an der Viola sowie Zvi Plesser, Nicolas Altstaedt
und Gary Hoffmann am Violincello zu erleben. ARTE stellt diesen Beitrag auch bis sieben Tage nach Ausstrahlung in einer "Streaming"-Fassung auf ARTE+7 bereit.
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Samstag, 10. 03. / 17.30 Uhr / Metropolis Magazin, Deutschland, 2012, SWR 50 Min.
Produzent: SWR Erstausstrahlung
(1): Architektonische Absurditäten - Der "Bauch von Paris" im Wandel der Zeit
(2): "Metropolis"-Ausstellungstipp der Woche: La Pluie - Über den Regen im Spiegel der Kulturen
(1): Architektonische Absurditäten - Der "Bauch von Paris" im Wandel der Zeit "Der Bauch von Paris" - Émile Zolas berühmter Roman von 1873 gab dem Hallenviertel in
Paris seinen Namen. Seinerzeit, Ende des 19. Jahrhundert, feilschte in den prächtigen Markthallen am rechten Ufer der Seine die ganze Stadt um den frischesten Fisch und das knackigste Gemüse.
Hier plauderten im Morgengrauen elegante Pariser mit derben Marktfrauen. Dem einstigen Charme dieses Ortes war auch der legendäre französische Fotograf Robert Doisneau (1912-1994) erlegen,
immer wieder kam er mit seiner Kamera hierher. 1969 war der Zauber dann vorbei, der Großmarkt wurde aus der Innenstadt nach Rungis verlegt, und gnadenlose Stadtplaner ließen die prächtigen
Pavillons aus Eisen und Glas niederreißen. Nicht nur Robert Doisneau war entrüstet. "Die Vergänglichkeit ist der Preis des Zaubers" schrieb er einmal und warf der
Stadtplanungskommission vor, Paris den Nährboden für die Poesie entzogen zu haben. Seitdem hat "der Bauch von Paris" eine Metamorphose erlebt, nicht gerade zum Besten. In den 70er
Jahren entstanden hier ein mehrstöckiger Bahnhof und ein großes Einkaufszentrum, das "Forum des Halles", ein banaler Glas-Betonbau. Heute kommen 50 Millionen Menschen jährlich
hierher, Bahnhof und Passagen sind überfüllt und teils verkommen. Drogensüchtige, Rowdys und Obdachlose prägen das Bild. Nun soll das in Verruf geratene Hallenviertel aufgemöbelt werden. Die
Umbaumaßnahmen werden sechs Jahre dauern und rund 800 Millionen Euro kosten. Glanzstück soll dabei "La Canopée", das "Blätterdach" werden, ein zwölf Meter hohes und 19.000
Quadratmeter großes, gläsernes Gewölbe. Ob ein neues Gesicht den Zauber des Hallenviertels zurück bringen kann? Robert Doisneaus zauberhafte Fotos des quirligen Marktgeschehens von einst
kann man derweil im Rathaus von Paris bewundern. Vom 8. Februar bis 28. April sind rund 200 seiner Fotografien der Hallen ausgestellt, der dazugehörige Bildband "Paris les halles"
ist im Verlag Flammarion erschienen. "Metropolis" über den "Bauch von Paris" im Wandel der Zeit.
(2): "Metropolis"-Ausstellungstipp der Woche: La Pluie - Über den Regen im Spiegel der Kulturen Regen - man hasst ihn, man liebt ihn, man sehnt ihn herbei, man fürchtet ihn, man
schützt sich vor ihm, man empfängt ihn wie das größte Geschenk oder das größte Unglück. Das ethnologische "Musée du quai Branly" in Paris beleuchtet das meteorologische Phänomen
Regen im Spiegel der außereuropäischen Kulturen. Ob Regenschirm, Donnersteine oder kunstvoll bemalte Skulpturen, die Ausstellung "La Pluie" greift schlicht materielle Aspekte auf
ebenso wie symbolische, religiöse und künstlerische. Aus Afrika, Asien, Ozeanien, Amerika und Australien stammen die Exponate, die die Ethnologin Françoise Cousin zusammengetragen hat,
angefangen von einfacher Regenbekleidung aus Leinen bis hin zu kostbarem Schmuck. Den Regen mit zeremoniellen Handlungen zu beeinflussen, ihn herbei- oder wegzuzaubern, ist ein
jahrhundertealtes Ritual. Verschiedene Formen des Regentanzes finden sich überall auf der Welt, ob bei den Cherokee-Indianern oder im Alten Ägypten. Davon zeugen in der Ausstellung neben
Masken und Musikinstrumenten auch Muscheln und Steine, die bei Regenritualen in Ozeanien eine große Rolle spielen. Filme veranschaulichen die vielfältigen Erscheinungsformen der Bräuche.
Ebenso wie Mineralien sind auch Tiere in der Regensymbolik von Bedeutung, meist sind es Amphibien oder Reptilien: Kröten, Frösche oder Schlangen, mal auf Textilien gestickt oder andernorts
auf Baumrinde gemalt wie etwa bei den australischen Aborigines. Ein Video des Belgiers Marcel Broodthaers (1924-1976) beschließt die Ausstellung: In strömendem Regen versucht der Künstler mit
Tinte auf ein Blatt Papier zu schreiben. Der Film von 1969 trägt den Titel: "La pluie".
Mehr Informationen zur Sendung unter: www.arte.tv/metropolis
Samstag, 10. 03. / 00.20 Uhr / Durch die Nacht mit ... Eva Ionesco und Bertrand Bonello
Magazin, Deutschland, 2011, ZDF 52 Min. Regie: Ilka Franzmann Erstausstrahlung
Mutig, radikal und kompromisslos: Bei
der Begegnung der französischen Regisseure Eva Ionesco und Bertrand Bonello treffen zwei kämpferische Filmemacher aufeinander - und steuern stilsicher Tabus an. Es geht um Sex und Macht,
Sehnsucht und Abhängigkeit - und darum, ob die Kunst Wunden heilen kann.
Unmittelbar persönlich und autobiografisch ist Eva Ionesco (46) in ihrem Film "I am not a f++king
Princess", der die europäischen Zuschauer begeistert. Im Alter von vier Jahren wurde Eva Ionesco als Aktmodell missbraucht. Ihre eigene Mutter fotografierte sie in erotischen Posen und
verkaufte die Fotos als Kunst. In ihrem Film erzählt Ionesco nun ihre Geschichte, wie ihre Nacktheit ausgestellt, ihre Kindheit verkauft wurde. Gegen ihre Mutter, die noch heute von dem Erlös
der Fotos lebt, zog die Regisseurin vor Gericht - und verlor. "Ich war schon 30. Man sagte mir, ich hätte früher aufwachen müssen." Der französische Filmregisseur Bertrand
Bonello (43) gilt als eine der provokantesten Figuren der "Neuen Extremen Frankreichs". Bonello ist ein Exzentriker, der mit Vorliebe Abgründiges inszeniert: eine schmutzige Welt
von Sex, Gewalt und extremen körperlichen Obsessionen. Auch in seinem neuen gefeierten Cannes-Wettbewerbsbeitrag "L' Apollonide" geht es um grenzüberschreitende Sexualität. Bonello
erforscht das Leben in einem Edelbordell der Jahrhundertwende in Paris. Es ist ein Ort, der Fantasien wahr werden lässt - aber seine Stars, die Huren, in einem Spiel aus Ritualen,
Abhängigkeiten und Hoffnungen zu Gefangenen macht.
Im knallbunten Wohnatelier der Künstler Pierre et Gilles beschwören Eva Ionesco und Bertrand Bonello gemeinsame alte Tage herauf, es geht um Frankreichs Musikikone
Marie-France, die schamlosen 70er Jahre in Paris und Cindy Shermans Verwandlungskünste. Auf einem Jahrmarktskarussell versetzen sie sich in eine vergessene Zeit und tauchen ein in
Kindheitsträume. Immer wieder geht es um die Inszenierung von Realität, um die Frage, weshalb Alpträume von Kindern inspirierend sind und warum Bonello volle sechs Monate an seinem letzten
Film geschnitten hat. Bis weit nach Mitternacht feiern die beiden Protagonisten ihre eigene Rebellion, voller Poesie und zu virtuoser Klavierbegleitung von Bertrand Bonello. Diese Folge
von "Durch die Nacht mit ..." ist eine höchst cineastische Begegnung. Es geht um Machtbeziehungen zwischen Müttern und Töchtern, das Filmemachen und posierende Schauspieler, um
emotionale Abhängigkeit, Schuld und erotische Obsessionen. Es geht um das heilsame Moment beim Filmemachen und um den Sex-Appeal radikaler Filme, die aus gesellschaftlichen Tabu-Themen eine
ungeheure Kreativität ziehen.
Sonntag, 11.03. / 16.00 Uhr / Beethovens Schlusschor aus Japan Musik, Deutschland, 2011, WDR 54 Min.
Regie: Friedemann Hottenbacher Komponist: Ludwig van Beethoven Dirigent: Yutaka Sado Orchester: Sendai Philharmoniker, Suntory Orchestra of the 10.000
Mit: Eijiro Kai (Bariton), Keiko Yokoyama (Sopran), Masako Teshima (Mezzosopran), Satoshi Nishimura (Tenor)
Beethovens Neunte Symphonie hat für die Japaner einen ganz besonderen
Status. Auch in diesem Jahr versammeln sich in Osaka wieder zehntausend Laiensänger zu einem fulminanten Spektakel: Gemeinsam werden sie die "Daiku", wie Beethovens neunte Symphonie
im Land der aufgehenden Sonne auch genannt wird, aufführen. Ihr Text, die Worte aus Schillers Ode "An die Freude," ist für sie auch nach den Katastrophen, die im März 2011 Japan
erschütterten, von besonderer Bedeutung. ARTE begleitet den Stardirigenten Yutaka Sado und drei Laiensänger bei den Vorbereitungen für das Konzert.
"Alle Menschen werden Brüder,
wo dein sanfter Flügel weilt," so lauten die Verse aus Schillers Ode "An die Freude", die für zehntausend Laiensänger, die Beethovens neunte Symphonie auf die Bühne bringen,
von besonderer Bedeutung sind. Im japanischen Osaka versammeln sie sich auch in diesem Jahr wieder zu einem fulminanten Spektakel: der Aufführung der "Daiku", wie Beethovens neunte
Symphonie in Japan auch genannt wird. Die "Daiku", auf Japanisch die "Große" gehört für die Japaner zum Ausklang des Jahres. Das Jahr ist nicht abgeschlossen, ohne die
Neunte von Beethoven gehört oder gesungen zu haben. Seit 20 Jahren wird die "Daiku" in Osaka aufgeführt; und seit vielen Jahren von Stardirigent Yutaka Sado geleitet. Yutaka
Sado geht es dabei nicht um künstlerische Perfektion; wichtiger ist ihm im von Katastrophen geschüttelten Japan ohnehin das Gefühl der Gemeinschaft, an das die Worte Schiller appellieren.
ARTE begleitet Sado und drei Laiensänger bei den Vorbereitungen für das Konzert. Was motiviert sie, mitzumachen? Was bedeutet ihnen Beethovens Musik? Und welche Rolle spielt überhaupt
europäische Klassik in einer Gesellschaft, die elegant ihre eigenen Traditionen mit westlicher Kultur verbindet?
Zusatzinfo: Der langjährige Assistent von Leonard Bernstein und
Seiji Ozawa Yutaka Sado wird als einer der bedeutendsten japanischen Dirigenten der Gegenwart gefeiert. Er gewann einige der wichtigsten Dirigierpreise, wie den Premier Grand Prix des 39.
Internationalen Dirigierwettbewerbs Besançon und den Grand Prix du Concours International L. Bernstein Jerusalem. Er arbeitete bereits mit zahlreichen, international renommierten Orchestern
zusammen, darunter die Berliner Philharmoniker, das Bayerische Staatsorchester, die Rundfunk-Sinfonieorchester von WDR und SWR, das Orchestre des Concerts Lamoureux in Paris, das Mahler
Chamber Orchestra, das BBC Philharmonic und das London Philharmonic Orchestra. Seit 2005 ist Yutaka Sado künstlerischer Direktor des Hyogo Performing Arts Centre (PAC) und Chefdirigent des
PAC-Orchesters. In Japan erfreut er sich enormer Bekanntheit, und auch in Frankreich betritt er als ein äußerst beliebter Gastdirigent des Orchestre de Paris oder des Orchestre Philharmonique
de Radio France das Dirigentenpult. Er ist wohl der einzige Dirigent, der alle vier großen Pariser Orchester in einer Saison dirigieren konnte.
Sonntag, 11.03. / 17.00 Uhr / Die Geheimnisse der Meisterwerke. Raffael Dokumentationsreihe, Frankreich, 2011, ARTE F 43 Min.
Regie: Juliette Garcias, Stan Neumann Erstausstrahlung
Eine einzigartige Sammlung des Pariser Louvres mit Meisterwerken Raffaels erlaubt es, die gesamte Werkgeschichte des
Renaissance-Malers nachzuvollziehen - von seinen Anfängen in der Jugend bis zu seinem letzten Bild. Die Dokumentation öffnet die Türen zu seinem Atelier in Rom und zeigt, auf welche Weise
Raffael gearbeitet hat. Die fünfteilige Reihe "Geheimnisse der Meisterwerke" zeigt ARTE ab 11. März bis 8. April immer sonntags gegen 16.45 Uhr.
Raffael (1483-1520) zählt
neben Leonardo da Vinci und Michelangelo zu den bedeutendsten Künstlern der Hochrenaissance. Eine bemerkenswerte Sammlung im Louvre bietet die einmalige Möglichkeit, die Werke Raffaels in all
ihren Entwicklungsstufen - von den Jugendwerken bis zu den letzten Arbeiten - zu bewundern. Die Raffael-Sammlung des Louvre ist bisher nur selten für Forschungen herangezogen worden, aber
moderne technische Verfahren ermöglichen heute, sie unter einem neuen Blickwinkel zu betrachten. Der Film gibt Einblick in die Arbeitsweise des Renaissance-Meisters: Viele Werke wurden in
seinem Atelier in Rom von verschiedenen Künstlern bearbeitet. Wer also hat sie geschaffen? Raffael selbst? Und wer waren seine Assistenten? Auf diese Fragen sollen die Analysen von Skizzen
aus der reichen Sammlung des Louvres Antworten geben.
Sonntag, 11.03. / 17.45 Uhr / Abgedreht Magazin, Frankreich, 2011, ARTE F 43 Min.
Erstausstrahlung
Das neue Kulturmagazin aus Frankreich wirft einen ganz anderen Blick auf Kunst und Kultur. In einem schrägen und humorvollen Ton, in kurzen und unterhaltsamen
Rubriken zeigt das Magazin Neues jenseits des bekannten Kulturbetriebs. Jede Folge ist eine Geschichte mit fiktionalen Elementen, neu gemixten Filmausschnitten und ausgefallenen Beiträgen von
Künstlern aller Couleur. Fanny Ardant führt diese Woche durch eine Fotoausstellung in Paris mit Bildern einer bezaubernden Laetitia Casta, danach wirft die Sendung einen Blick auf die
Pop-Art Andy Warhols. Mit einer wie immer gut gekleideten Angelina Jolie geht es am Ende zu einem wohltätigen Zweck auf eine Reise nach Sierra Leone.
(1): Audioguide - Fanny Ardant/"Laetitia Casta": Fotoausstellung von Dominique Isserman Die französische Schauspielerin Fanny Ardant präsentiert zu Beginn der Sendung
Schwarz-Weiß-Fotografien einer skulpturhaften und entrückten Laetitia Casta, die aktuell in der Pariser Fotoschau im Maison Européenne de la Photographie zu sehen sind. Drei Tage lang hat
die Modefotografin Dominique Issermann das französische Model und Schauspieltalent in der wunderschönen Therme des Architekten Peter Zumthor im schweizerischen Vals fotografiert.
(2): Story - Andy Warhol Von der Selbstinszenierung bis hin zu den Siebdruckgemälden - der amerikanische Pop-Art-Künstler gilt gemeinhin als begnadeter Visionär. Lange bevor Prominenz,
Geld und Gewalt zu Triebkräften der Gesellschaft wurden, sah er ihre Faszination voraus. Doch es gibt auch Gegner, die Warhols Einfluss bei Weitem nicht so hoch einschätzen.
(3): Dress Code: Wie kleidet man sich beim Besuch eines Entwicklungslandes? Nach Angelina Jolie braucht man auf Reisen zu humanitären Zwecken durchaus keine teuren Klamotten zu tragen und
kann dennoch schick aussehen. Hier ein paar gute Tipps zur Vermeidung von Fauxpas.
Zusatzinfo: Mehr im Internet unter: www.arte.tv/abgedreht Die Rubriken "Dress Code",
"In situ" der "Audioguide" sind auch auf www.arte.tv/abgedreht feste Rubriken, deren Themen bereits kurz vor der Ausstrahlung jeder neuen Ausgabe online sind.
"Abgedreht!" ist das neue Kulturmagazin aus Frankreich. Das kulturelle Geschehen vermittelt kein klassischer Moderator, sondern die verschiedensten Figuren der Filmgeschichte in der
sogenannten "Mash-up"-Technik. Seit der gleichnamigen Filmkomödie von Michel Gondry steht "Abgedreht!" genau für diese Technik: Neumischen, Neudrehen, Neuvertonen von
Filmklassikern in einem völlig anderen Kontext. Ein Remake mit ein bisschen Trash, viel Humor und einem ganz neuen Blick, das ist der Ton, den die neue Sendung "Abgedreht!"
anschlägt. Drei Chefredakteure aus dem Radio, Philippe Colin, Xavier Maudit und Frédéric Bonnaud, remixen Filme und Kulturereignisse, was das Zeug hält. "Abgedreht!" ist weitab
vom klassischen Magazin und ganz nah an den verschiedensten Facetten von Hoch- und Alltagskultur. Die Handschriften der Beiträge wechseln immer wieder, die Genres vermischen sich, die bunte
Werkzeugkiste des Mash-ups rückt große Schriftsteller neben hippe Pop-Ikonen und stellt Museumsbesuche neben die schrillsten Modetrends. "Abgedreht!" steht für schräg und neu
gemixt, fern von ausgetretenen Pfaden des Kulturbetriebs und mit ständig wechselnden Protagonisten.
Sonntag, 11.03. / 18.30 Uhr / Renaud Capuçon und Frank Braley spielen Beethoven Sonaten für Violine und Klavier Musik, Deutschland, 2011, HR 43 Min. Komponist: Ludwig van Beethoven Fernsehregie: Natascha Pflaumbaum
Mit: Frank Braley (Klavier), Renaud Capuçon (Violine) Erstausstrahlung
Der eine spielt Geige, der andere Klavier: Renaud Capuçon und Frank Braley treten regelmäßig in den großen
Konzertsälen der Welt auf. ARTE hat das Duo begleitet, und zeigt ihre Interpretation von Beethovens "Frühlingssonate" im Konzertsaal der Academy for Performing Arts in Hongkong.
Als sie sich 1997 zum ersten Mal auf einem Kammermusikfestival trafen, war gar nicht so klar, dass sie einmal auf so lange Sicht hin Musik miteinander machen würden. "Er trug
Handschuhe", berichtet der Geiger Renaud Capuçon von seinem Klavierpartner Frank Braley, "Handschuhe mit Sternen darauf, die er nur zum Spielen auszog." Nach zehn Minuten
Schubertmusik waren sich die beiden Musiker Renaud Capuçon und Frank Braley aber einig, dass sie sich gefunden haben. "Renaud hat einfach einen sehr schönen Geigenton. Das hört man
selten", lobt Frank Braley. Seitdem hört man Renaud Capuçon und Frank Braley regelmäßig in den großen Konzertsälen dieser Welt. Mit Ludwig van Beethovens zehn Violinsonaten haben sie
sich einem Klassiker des Geigenrepertoires gewidmet. Sie spielen die zehn Sonaten mitunter an einem Tag, haben das Konvolut auch auf CD eingespielt. In Hongkong haben die beiden Musiker die
zehn Sonaten an drei Abenden auf dem Kulturfestival "Le French May" gespielt. ARTE hat das Duo begleitet und zeigt ihre Interpretation von Beethovens "Frühlingssonate" im
Konzertsaal der Academy for Performing Arts in Hongkong sowie einen Satz aus der Sonate Nr. 7. .
Zusatzinfo: Renaud Capuçon begann mit 14 Jahren sein Studium bei Gérard Poulet und
Veda Reynold und setzte es später bei Thomas Brandis und Isaac Stern fort. Schon bald vielfach ausgezeichnet holte ihn Claudio Abbado 1997 als Konzertmeister zum Gustav Mahler
Jugendorchester. 2002 gab er sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern unter Bernard Haitink und 2004 beim Boston Symphony Orchestra unter Christoph von Dohnányi. Seither konzertiert er mit
den weltweit renommiertesten Orchestern und Dirigenten wie etwa Christoph Eschenbach, Alan Gilbert, Daniel Harding und Robin Ticciati. Capuçon wurde bereits mehrfach ausgezeichnet: So erhielt
er 2007 gemeinsam mit seinem Bruder Gautier Capuçon den ECHO Klassik für die Kammermusik-Einspielung des Jahres. Frank Braley begann als Kleinkind mit dem Klavierspiel und trat bereits im
Alter von zehn Jahren mit dem Orchestre philharmonique de Radio France auf. Nach dem Abitur begann der gebürtige Franzose zunächst ein naturwissenschaftliches Studium. Mit 18 wurde er am
Konservatorium aufgenommen und von Pascal Devoyon, Christian Ivaldi und Jacques Rouvier unterrichtet. Er gewann jeweils den ersten Preis in den Kategorien Klavier und Kammermusik. Den
endgültigen Durchbruch zu einer internationalen Solistenkarriere schaffte Braley 1991, nachdem er den renommierten Concours Reine Elisabeth in Belgien gewann. Er tritt mittlerweile weltweit
auf und hat mehrere Platten veröffentlicht, unter anderem zu Gershwin und Beethoven.
Sonntag, 11.03. / 23.35 Uhr / Ich bin Dein Labyrinth ~ Wolfgang Rihms Opernfantasie "Dionysos" Oper, Deutschland, Österreich, 2011, WDR 53 Min. Regie: Bettina Ehrhardt Erstausstrahlung
In
Anlehnung an Nietzsches Kunstmythologie über den griechischen Gott Dionysos ließ Wolfgang Rihm eine Oper entstehen, die elementare Lebensmächte verkörpert. Der Film zeigt Probeaufnahmen,
kommentiert durch Rhim und Ingo Metzmacher, Dirigent der Salzburger Uraufführung.
“Dionysos" ist Wolfgang Rihms großes Opernprojekt, seit Jahren arbeitet er daran. "1995 hat
mir Wolfgang zum ersten Mal davon erzählt", sagt Ingo Metzmacher, der Dirigent der Salzburger Uraufführung am 27. Juli 2010, die Pierre Audi inszeniert hat. In Anlehnung an Friedrich
Nietzsches Dionysos-Dithyramben entstand eine Opernfantasie, die sich dem wilden Gott der Griechen nähert. Wie ein Theaterstück las Rihm das Werk des Philosophen und ließ Nietzsches
Dionysos-Gestalt zum Leben erwachen. Er ist der Gott der Trunkenheit, der Ekstase, aber auch der Musik und des Tanzes: Dionysos repräsentiert das Gegenteil von Apoll, der für Maß, Ordnung
und Klarheit steht. In Nietzsches Kunstmythologie verkörpern sie nicht nur künstlerische Stilmerkmale, sondern elementare Lebensmächte zwischen Rausch und Bewusstsein, Musik und Definition
der Welt in Wort und Bild. Rihm scheint sein Schaffen in ähnlichen Kategorien zu begreifen. Das Entstehen seiner Musik erlebt er als Geburt: "Ich muss Musik im wahrsten Sinn des Wortes
zeugen, gebären, beziehungsweise den Geburtsvorgang, wenn sie durch Interpretation in die Welt hinein tritt, ermöglichen." Der Film geht von Proben-Beobachtungen aus, kommentiert
durch Wolfgang Rihms und Ingo Metzmachers Erzählungen von der Entstehungsgeschichte des Werks, den darin thematisierten Mythen sowie Schlüsselereignissen aus Friedrich Nietzsches Leben.
Mittwoch, 14.03. / 22.05 Uhr / Simone de Beauvoir: Eine moderne Frau Dokumentation, Frankreich, 2007, ARTE F 52 Min.
Regie: Dominique Gros
Selbst über 25 Jahre nach ihrem Tod haben die Texte der Schriftstellerin und Philosophin Simone de Beauvoir nichts an Aktualität eingebüßt. Mit ihrem
Lebensgefährten Jean-Paul Sartre prägte sie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die intellektuelle Szene in Paris. Ihre autobiografisch gefärbten Romane und vor allem ihr Essay "Das
andere Geschlecht" übten einen entscheidenden Einfluss auf die sich entwickelnde Frauenbewegung aus.
Die Dokumentation, die anlässlich des 100. Geburtstags von Simone de Beauvoir
am 9. Januar 2008 entstanden ist, setzt sich nicht nur mit der Schriftstellerin und Philosophin, sondern auch mit der politischen Aktivistin und Feministin auseinander. Sie zeichnet das
Porträt einer überaus facettenreichen Frau in einer bewegten Zeit. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Jean-Paul Sartre prägte Simone de Beauvoir das politische und literarische Leben
zwischen 1940 und 1970. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs war das Intellektuellenpaar politisch stark engagiert und bildete den Motor der linken, existentialistischen und antikolonialistischen
Szene. Simone de Beauvoirs Romane sind stark autobiografisch, etwa "Sie kam und blieb" (1943) und "Die Mandarins von Paris", für den sie 1954 mit dem Prix Goncourt
ausgezeichnet wurde. Ihr groß angelegter Essay "Das andere Geschlecht" (1949) über die Rolle der Frau in Geschichte und Gegenwart machte sie weltbekannt. Er legte den Grundstein für
die 20 Jahre später einsetzende Frauenbewegung und ist auch heute noch aktuell. Ein weiterer Schwerpunkt des Porträts liegt auf Simone de Beauvoirs transatlantischen Beziehungen. Der
Großstadtdschungel und die Bars von New York, Chicago und Paris - Simone de Beauvoirs Auseinandersetzung mit politischen und literarischen Themen konzentrierte sich häufig auf die USA und
Frankreich. Nachdem sie 1947 auf einer Reise in die USA ihre große Liebe Nelson Algren kennengelernt hatte, war die Autorin bis zu ihrem Tod 1986 oft zwischen den Kontinenten unterwegs.
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Samstag, 17.03. / 17.30 Uhr / Metropolis Magazin, Deutschland, 2012, ZDF 50 Min.
Erstausstrahlung
(1): Die Metropole der Woche: Leipzig (2): Atelier: Axel Scheffler, der Vater des Grüffelos
(1): Die Metropole der Woche: Leipzig Die Iden des März
gehören Leipzig. Pünktlich zum 800. Geburtstag des Thomanerchors und zur wichtigsten Bücherlese des Frühjahrs meldet sich "Metropolis" aus der größten Stadt Sachsens: Leipzig. Hier
regiert das Gewandhausorchester und hier wirkten Lichtgestalten wie Bach und Mendelssohn Bartholdy. "Metropolis" hat sich mit einheimischen Künstlern und Urgestalten verabredet und
erforscht das kulturelle Leben der Stadt.
(2): Atelier: Axel Scheffler, der Vater des Grüffelos "Er hat knotige Knie, eine grässliche Tatze und vorn im Gesicht eine giftige
Warze." So steht es zumindest geschrieben, der Vater des Grüffelos selbst wirkt aber nicht annähernd so gefährlich. "Metropolis" besucht den erfolgreichsten deutschen
Kinderbuchillustrator in seinem Londoner Atelier. Was ein pelziges Monster mit dem Leben gemein hat und wie man sich gleich ein ganzes Wunderland selbst malen kann, erzählt er uns dort.
Mehr Informationen zur Sendung unter: www.arte.tv/metropolis
Sonntag, 18.03. / 17.00 Uhr / Die Geheimnisse der Meisterwerke: Rembrandt Dokumentationsreihe, Frankreich, 2009, ARTE F 43 Min. Regie: Juliette Garcias, Stan Neumann
Museumsbesucher aus aller Welt sind
sich beim eiligen Gang durch den Pariser Louvre meist nicht im Klaren, welche Laufbahn die berühmten Kunstschätze hinter sich haben, bevor sie zu Ausstellungsstücken wurden. Bei vielen der
Bilder kann man von Glück reden, dass sie über Jahrhunderte hinweg Brände, Plünderungen, Pigmentzerstörungen oder Holzwürmer überlebt haben, nicht zu vergessen Anschläge, rücksichtslose
Restaurierungen und wechselnde Geschmäcker - mit mindestens ebenso viel zerstörerischer Wirkung. Der Autor blickt bedeutenden Rembrandt-Restauratoren bei ihrer Arbeit über die Schulter und
lüftet manch spannendes Geheimnis, das sich unter der Lackschicht der Bilder verbirgt.
“Die Flucht nach Ägypten", "Bathseba", "Der Philosoph" und "Der
geschlachtete Ochse" - alle vier Bilder sind im 17. Jahrhundert von Rembrandt gemalt worden, einem der bedeutendsten Repräsentanten der abendländischen Malerei. Doch bis heute geben sie
Rätsel auf: Wie kann man sicher sein, dass "Die Flucht nach Ägypten", ein Bild, das der Louvre dank eines Mäzens soeben erwerben konnte, nicht nur eine einfache Kopie ist? Wo
verbirgt sich die Frau auf Rembrandts Gemälde "Der Philosoph"? Warum hat "Bathseba" zwei Gesichter? Und hat Rembrandt den "geschlachteten Ochsen" etwa als
Aushängeschild für eine Fleischerei gemalt? Dies sind nur einige der Fragen, die selbst von Experten nicht mit letzter Gewissheit beantwortet werden können. Auch die Tatsache, dass einige
der Bilder eine falsche Identität angenommen haben oder ganz verschwunden sind, bevor sie Jahrhunderte nach ihrer Entstehung wie aus dem Nichts wieder auftauchten, macht es den
Kunstdetektiven nicht einfacher. Fachleute und Konservatoren sehen sich häufig mit großen Zweifeln konfrontiert. Soll man ein Gemälde reparieren, dem Bild wieder den ursprünglichen Glanz von
vor fünf Jahrhunderten verleihen? Oder soll man die Patina belassen und es weiter so zeigen, wie man es inzwischen gewohnt ist? Dies ist stets die schwierigste und auch umstrittenste Frage.
Und genau in diesem Punkt ist die Initiative des Louvres außergewöhnlich. Das große Museum gestattete Filmemacher Stan Neumann, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, wo er
Begegnungen zwischen den größten Rembrandt-Spezialisten der Welt ganz ungeschminkt filmen durfte. Die Spezialisten diskutieren direkt vor den aus den Rahmen und von den Wänden genommenen
Werken und streiten nach Herzenslust darüber. Alle Fragen, Ungewissheiten und Hypothesen bleiben unzensiert. Der Film erklärt, welche Anhaltspunkte Experten benutzen, um Fragen zur
Urheberschaft, Datierung und Auslegung eines Werkes zu beantworten. Und welche Instrumente sie verwenden, um das Gemälde eingehend zu untersuchen, ohne dabei die Malschicht zu beschädigen -
zum Beispiel Elektronenmikroskopie, Röntgenuntersuchungen im Maßstab 1:1, Infrarottechnik, Multispektralanalyse und natürlich die Begutachtung durch das menschliche Auge. Im Zentrum des
Films steht die wissenschaftliche Arbeit des Labors sowie die Demonstration der Techniken. Der Zuschauer kann dabei die Gemälde einmal wie ein Fachmann betrachten, ganz aus der Nähe, nicht
hinter Glas - entstaubt, verletzlich und lebensecht.
Sonntag, 18.03. / 17.45 Uhr / Abgedreht! Magazin, Frankreich, 2011, ARTE F 43 Min.
Erstausstrahlung
Das neue Kulturmagazin aus Frankreich wirft einen ganz anderen Blick auf Kunst und Kultur. In einem schrägen und humorvollen Ton, in kurzen und unterhaltsamen
Rubriken zeigt das Magazin Neues jenseits des bekannten Kulturbetriebs. Jede Folge ist eine Geschichte mit fiktionalen Elementen, neu gemixten Filmausschnitten und ausgefallenen Beiträgen von
Künstlern aller Couleur. Heute öffnet Paolo Roversi, der als einer der berühmtesten Mode- und Aktfotografen der Welt gilt, die Türen seines Ateliers. Im Anschluss geht es um die
Frage, warum die Figur der Marie Antoinette Film- und Theaterautoren so sehr fasziniert. Der Anlass: Die diesjährige Berlinale eröffnet das französische Revolutionsdrama "Les Adieux à la
Reine" mit Diane Kruger als Marie Antoinette. Von Berlin aus geht es weiter nach Babelberg: Leander Haußmann führt dort durch die berühmten Filmstudios und plaudert über legendäre
Augenblicke der Filmgeschichte, die sich hier abspielten.
(1): L'affiche - Paolo Roversi Paolo Roversi, einer der berühmtesten Mode- und Aktfotografen der Welt, empfing das
"Abgedreht!"-Team in seinem Studio - eine große Ehre und Ausnahme! Mit einer exklusiven Führung durch sein Atelier mit berühmten sowie bisher unveröffentlichten Werken.
(2): Story - Marie-Antoinette Der Historienfilm "Les Adieux à la Reine" von Benoît Jacquot eröffnete am 9. Februar 2012 die 62. Berlinale. Erzählt werden darin die letzten Tage
der Französischen Revolution. Diane Kruger verkörpert Marie-Antoinette - als x-tes Bühnen- oder Leinwandgesicht der letzten französischen Königin. Wie kommt es, dass die Figur der
Marie-Antoinette Film- und Theaterautoren so anhaltend fasziniert?
(3): Audioguide - Babelsberg 100 Jahre deutsche (Film-) Geschichte auf 47 Hektar! Die 30 Kilometer von Berlin
entfernt gelegenen Filmstudios Babelsberg erlebten den Stummfilm, den Expressionismus und die Wirren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die größten deutschen Schauspieler drehten hier,
der Ort birgt unzählige Anekdoten. Regisseur Leander Haußmann gibt "Abgedreht!" eine "Insider"-Führung.
Zusatzinfo: Mehr im Internet unter: www.arte.tv/abgedreht
Die Rubriken "Dress Code", "In situ" der "Audioguide" sind auch auf www.arte.tv/abgedreht feste Rubriken, deren Themen bereits kurz vor der Ausstrahlung
jeder neuen Ausgabe online sind. "Abgedreht!" ist das neue Kulturmagazin aus Frankreich. Das kulturelle Geschehen vermittelt kein klassischer Moderator, sondern die
verschiedensten Figuren der Filmgeschichte in der sogenannten "Mash-up"-Technik. Seit der gleichnamigen Filmkomödie von Michel Gondry steht "Abgedreht!" genau für diese
Technik: Neumischen, Neudrehen, Neuvertonen von Filmklassikern in einem völlig anderen Kontext. Ein Remake mit ein bisschen Trash, viel Humor und einem ganz neuen Blick, das ist der Ton, den
die neue Sendung "Abgedreht!" anschlägt. Drei Chefredakteure aus dem Radio, Philippe Colin, Xavier Maudit und Frédéric Bonnaud, remixen Filme und Kulturereignisse, was das Zeug
hält. "Abgedreht!" ist weitab vom klassischen Magazin und ganz nah an den verschiedensten Facetten von Hoch- und Alltagskultur. Die Handschriften der Beiträge wechseln immer wieder,
die Genres vermischen sich, die bunte Werkzeugkiste des Mash-ups rückt große Schriftsteller neben hippe Pop-Ikonen und stellt Museumsbesuche neben die schrillsten Modetrends.
"Abgedreht!" steht für schräg und neu gemixt, fern von ausgetretenen Pfaden des Kulturbetriebs und mit ständig wechselnden Protagonisten.
Sonntag, 18.03. / 18.30 Uhr / Tschaikowsky interpretiert von P. Kopatchinskaja Musik, Deutschland, 2011, ZDF 43 Min. Komponist: Peter Iljitsch Tschaikowsky Fernsehregie: Hanne Kaisik
Dirigent: Vladimir Fedoseyev Orchester: Tschaikowsky Symphonieorchester Moskau Mit: Patricia Kopatchinskaja (Violine) Erstausstrahlung
Sie steht barfuß auf der Bühne und
stampft mit nackten Füßen im Takt ihrer Musik. Die junge Geigerin, Patricia Kopatchinskaja, ist bekannt für ihr unkonventionelles und expressives Auftreten. ARTE zeigt ihre Interpretation von
Tschaikowskys Violinkonzert D-Dur op. 35 im Rahmen des Rheingau-Musikfestivals im Sommer 2011.
Patricia Kopatchinskaja ist zweifelsohne eine der schillerndsten Geigerinnen der jungen
Generation. Mit ihren eigenwilligen, temperamentvollen Interpretationen fällt sie auf in der klassischen Musikszene. Nicht ohne Grund wird die gebürtige Moldawierin bereits als "eine
engelsgesichtige Musikbesessene" bezeichnet. So verzichtet sie bei ihren Auftritten gerne auf Schuhwerk und stampft auf der Bühne mit nackten Füßen gegen die Konventionen des
Klassikbetriebes an. Auch beim Rheingau-Musikfestival 2011 betritt Patricia Kopatchinskaja barfuß die Bühne des Wiesbadener Kurhauses und spielt mit dem Tschaikowsky Symphonieorchester
Moskau unter der Leitung von Vladimir Fedoseyev ein Vorzeigestück der klassischen Geigenliteratur: Tschaikowskys Violinkonzert D-Dur op. 35. Es ist das einzige Violinkonzert des
russischen Komponisten und galt anfänglich als für die Geige unspielbar. Zudem war es lange aufgrund seiner hemmungslosen Sentimentalität und seiner derben Ausbrüche umstritten. Mittlerweile
zählt das Werk jedoch zu den bekanntesten und meistgespielten Violinkonzerten überhaupt.
ARTE Zusatz: Patricia Kopatchinskaja wurde in Moldawien als Kind von Musikern geboren. Sie
studierte Komposition und Violine in Wien und Bern. Im Jahr 2000 gewann sie den internationalen Szeryng-Wettbewerb in Mexiko und zwei Jahre darauf den renommierten International Credit Suisse
Group Young Artist Award. 2004 wurde ihr der "New Talent - SPP Award" der European Broadcasting Union (EBU) verliehen und 2006 der "Förderpreis Deutschlandfunk". Im Sommer
2011 erhielt sie den "Goldenen Bogen" der schweizer Musikfestwoche Meiringen für ihren Beitrag zum Spiel der Streichinstrumente. 2012 erhält sie den Pretoriuspreis des Landes
Niedersachsen in der Kategorie "Musikalische Innovation". Für ihre musikalischen Aufnahmen erhielt Patricia Kopatchinskaja bereits mehrere Auszeichnungen: Ihre Interpretation
des Beethoven Violinkonzertes mit Philippe Herreweghe und dem Orchestre des Champs-Elysées gewann 2010 einen Preis des BBC Music Magazine und wurde vom Magazin "The STRAD" als
"beste authentische Version" gerühmt. Ihre Recital-CD mit Fazil Say von 2008 mit Beethovens Kreutzersonate sowie Werken von Ravel, Bartók und Say wurde mit einem ECHO-Klassikpreis
ausgezeichnet. Kopatchinskajas CD "Rapsodia" befasst sich mit den Wurzeln von George Enescus Musik und enthält Beispiele von rumänischer und moldawischer Folklore. Die CD gewann die
Empfehlung des amerikanischen Magazins "The STRAD" und wurde in der Februarausgabe 2011 der International Record Review als "hervorragend" klassifiziert.
Sonntag, 18.03. / 23.30 Uhr / Gustavo Dudamel & Das Venezolanische Jugendorchester zu Gast in Salzburg: "Salsa in Salzburg"
Musik, Österreich, 2008, ZDF 94 Min. Fernsehregie: Agnes Meth, Martin Schneider
Dirigent: Gustavo Dudamel Orchester: Simón Bolívar Youth Orchestra of Venezuela Mit: Gautier Capuçon (Cello), Martha Argerich (Klavier), Renaud Capuçon (Violine) Erstausstrahlung
Das "Simón Bolívar Youth Orchestra of Venezuela" und sein charismatischer Chefdirigent Gustavo Dudamel sind ein Phänomen: Ihre Spielfreude ist so mitreißend, dass sie in jedem
Konzertsaal beim Publikum Begeisterungsstürme auslösen. Im Festspielsommer 2008 kam Dudamel mit seinen jungen Musikern nach Salzburg. Über eine Woche lang brachten sie südamerikanische
Atmosphäre in die traditionsbewusste Mozartstadt. Höhepunkt des Salzburger Gastspiels war ein Konzert mit Mussorgskys "Bildern einer Ausstellung" und Beethovens Tripelkonzert in
"explosiver" Besetzung: Die Brüder Renaud und Gautier Capuçon und Martha Argerich sorgen für Virtuosität. ARTE begleitete die junge Musikertruppe nicht nur bei ihren Proben und
Konzerten, sondern auch während ihres Aufenthalts in der Mozartstadt.
So viel Emotion und Leidenschaft hat die klassische Musik seit Leonard Bernstein nicht mehr erlebt: Spätestens bei
den Zugaben, wenn sich die über 200 Orchestermusiker farbenfrohe Jacken über ihre Konzertkleidung ziehen und der wilde Lockenkopf am Dirigentenpult ein Feuerwerk südamerikanischer Rhythmen
entfacht, löst das selbst im konservativsten Konzertsaal Begeisterungsstürme und Jubel beim Publikum aus. Sie sind ein Phänomen, das "Simón Bolívar Youth Orchestra of
Venezuela", und sein charismatischer Chefdirigent. Gustavo Dudamel gehört mit 31 Jahren zu den ganz Großen seines Faches. Vor drei Jahren hat der den Posten des Chefdirigents der Los
Angeles Philharmonics übernommen. Im Festspielsommer 2008 kam Dudamel mit seinen jungen Musikern nach Salzburg: Als "Orchestra in Residence" brachten sie über eine Woche lang
südamerikanisches Temperament in die traditionsbewusste Mozartstadt. Dabei waren die musikalischen Energiebündel nicht nur mit einem ebenso bunt gefächerten wie anspruchsvollen
Konzertprogramm zu erleben, sie haben sich auch in der "Schule des Hörens" über die Schulter blicken lassen, als Dudamel und Dirigenten-Grandseigneur Nikolaus Harnoncourt
Orchesterwerke erarbeiteten. Höhepunkt des Salzburger Gastspiels war ein Konzert mit Mussorgskys "Bildern einer Ausstellung" und Beethovens Tripelkonzert in
"explosiver" Besetzung: Die phänomenalen Streicher-Brüder Renaud und Gautier Capuçon und die legendäre Tastenkönigin Martha Argerich sind wohl das vitalste und brillanteste
Solistentrio, das man sich für Beethovens virtuoses Kabinettstück wünschen kann. Gustavo Dudamel und seine Musiker und Musikerinnen lassen sich bei der Probenarbeit ebenso zusehen wie
beim Shopping in der Getreidegasse und zeigen, wie aus ihrer unnachahmlichen Mischung von konzentriertem Ernst und unbekümmerter Lebens- und Musizierlust energiegeladene Konzerterlebnisse
entstehen.
Zusatzinfo: Die steile Karriere Gustavo Dudamels, der seit 2009 das renommierte Philharmonic Orchestra leitet, ist mehr als die Geschichte eines Wunderkindes: Sie
spiegelt auch die Macht der Musik als "sozialer Rettungsanker" (Dudamel). Das Simón-Bolívar-Jugendorchester ist das internationale Aushängeschild des venezolanischen
"Sistema". Kinder und Jugendliche, oft aus schwierigen oder kriminellen Verhältnissen, finden durch dieses landesweite musikalische Förderprogramm einen Weg in ein neues Leben. Das
Sistema stellt Instrumente und Lehrer und gliedert seine Schüler von Anfang an in ein Orchester ein. So erleben die Kinder schon mit den ersten Tönen, was es heißt, in Gemeinschaft mit
anderen zu musizieren - und sie lernen Motivation, gegenseitige Achtung und das gemeinsame Streben nach Erfolg. Das "Sistema" war die Vision eines Mannes: José Antonio Abreu.
1975 organisierte er in einer Tiefgarage eine erste Orchesterprobe, zu der elf Jugendliche kamen; am zweiten Tag waren es 25, am dritten 46, am vierten 75. Heute ist das "Sistema"
eines der größten Bildungsprojekte der Welt: Eine Viertelmillion Kinder und Jugendliche werden in ganz Venezuela von 15.000 Musiklehrern unterrichtet und betreut.
Dienstag, 20.03. / 23.45 Uhr / Das Mädchen und das Foto ~ Die Geschichte eines Bildes, das die Welt bewegte Dokumentation, Deutschland, 2009, WDR 53 Min. Regie: Marc Wiese
1972 geht ein Foto um die Welt: Es
zeigt die neunjährige Vietnamesin Kim Phúc, die mit schmerzverzerrtem Gesicht um ihr nacktes Leben läuft. Bei dem Versuch, einem Napalmbombenangriff zu entkommen, erleidet sie schwerste
Verbrennungen. Innerhalb von Tagen ist Kim Phúcs Foto in allen Zeitungen, und bis heute ist das Bild ein Sinnbild für die Unmenschlichkeit des Krieges. Die Dokumentation von Marc Wiese
erzählt, wie die bislang weitgehend unbekannte Geschichte des Mädchens auf dem Foto weiterging.
Es ist der 8. Juni 1972. In Vietnam tobt ein grausamer Krieg. Kim Phúc sucht mit ihrer
Familie Schutz in einem Tempel, als ein Angriff auf das kleine Dorf Tran Bang beginnt. Kurz darauf soll der Tempel bombardiert werden. Die Neunjährige flüchtet mit anderen Kindern aus dem
Dorf und gerät mitten in den Napalmangriff. Ihre beiden Cousins sterben. Bei Kim brennt sich der Phosphor in die Haut. In diesem Augenblick drückt der AP-Fotograf Nick Ut auf den Auslöser.
Das Bild wird zu dem berühmtesten Foto des Vietnamkriegs. Nick Ut erhält für seine Aufnahme den renommierten Pulitzer-Preis. Und das Klicken seines Auslösers rettet Kim Phúc das Leben.
Nachdem er das Bild geschossen hat, bringt der Fotograf das Mädchen in das nächstgelegene Krankenhaus. Tage später - als das Foto längst weltberühmt ist - wird Kim Phúc in eine Spezialklinik
für Verbrennungen in Saigon gebracht. Ohne die Veröffentlichung wäre sie gestorben. Die Macht eines Bildes. Das Leben Kim Phúcs wird von nun an von diesem Bild bestimmt. Zunächst
Vorzeigeopfer der westlichen Medien, werden Kim Phúc und ihr Bild nach dem Sieg Nordvietnams vor die kommunistische Propaganda-Maschine gespannt. Und doch verschafft das Foto ihr Vorteile.
Als Privilegierte der vietnamesischen Regierung kann sie später in Kuba studieren. Durch ihre Reisemöglichkeiten gelingt es Kim Phúc später, sich mit ihrem Mann in den Westen abzusetzen. Doch
es scheint, als könnte sie ihrem Bild niemals entkommen. Denn wie lange oder wo sie auch lebt, sie wird für alle immer das flüchtende Mädchen bleiben - das Mädchen auf dem Foto aus Vietnam.
Zusatzinfo: Die Dokumentation - gedreht an Originalschauplätzen - zeigt die Geschichte des weltbekannten Fotos, seine Entstehung und seine bisher unbekannten Hintergründe. Außerdem
veranschaulicht sie, wie ein einziges Bild das Leben aller Beteiligten verändert hat.
Mittwoch, 21.03. / 22.10 Uhr / Ariane Mnouchkine mit Leib und Seele ~ Das Abenteuer "Théâtre du Soleil" Dokumentarfilm, Frankreich, 2008, ARTE F 74 Min. Regie: Catherine Vilpoux
Das weltberühmte
"Théâtre du Soleil" begibt sich mit seiner Begründerin und Direktorin Ariane Mnouchkine auf eine Tournee von Quimper in der Bretagne über Taipeh und New York nach Saint-Etienne in
Südfrankreich. Filmemacherin Catherine Vilpoux hat die Truppe begleitet und zeichnet das Porträt einer Gruppe von Künstlern, die nichts von ihrer anfänglichen Leidenschaft fürs Theater
eingebüßt haben.
Als Filmregisseurin Catherine Vilpoux mit den Dreharbeiten zu ihrer Dokumentation begann, führte Ariane Mnouchkines "Théâtre du Soleil" gerade "Les
Ephémères" auf. In dieser kollektiven Inszenierung bringen Mnouchkine und ihr Ensemble erstmals persönlich gefärbte Szenen aus dem Alltagsleben auf die Bühne. Vorher schufen sie groß
angelegte Zeitgemälde, in denen es um das Chaos in der Welt ging. Das neue Stück verarbeitet Schlüsselmomente aus Mnouchkines eigener Lebensgeschichte. Das kam Catherine Vilpoux sehr gelegen.
Sie hatte sich zum Ziel gesetzt, in ihrem Porträt der Künstlerpersönlichkeit Mnouchkine die biografischen Bezüge zu den Ursprüngen ihrer Theaterleidenschaft, zu Exil, Reisen,
Filmbegeisterung, politischem Engagement, Vertrauen zu den Schauspielern und zum unerschütterlichen Glauben ans Theater darzustellen und zu hinterfragen. So begleitete Catherine Vilpoux
das Ensemble auf seiner Tournee vom bretonischen Quimper über Taipeh und New York ins südfranzösische Saint-Etienne. Aufnahmen aus der Heimstatt der Truppe, der riesigen Fabrikhalle
Cartoucherie de Vincennes am Stadtrand von Paris, dokumentieren die Arbeit der Künstler. Dort hat sich im Laufe der Jahre eine beispielhafte alternative Theaterpraxis herausgebildet, die in
der Dokumentation durch Aufnahmen von Ensemblesitzungen, Begegnungen mit dem Publikum und Improvisationsübungen veranschaulicht wird. Anhand seltener Archivbilder kann der Zuschauer auch
große Teile der Geschichte des "Théâtre du Soleil" bis zu dessen Ursprüngen zurückverfolgen. Der Film pendelt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen den verschiedenen
Inspirationsquellen der Werke, den vom Ensemble durchquerten Welten und den Gastländern sowie zwischen Mnouchkines Äußerungen zu persönlichen und allgemeinen Themen. Catherine Vilpoux
lässt in ihrem Porträt Mitarbeiter von Ariane Mnouchkine, ihren Vater, die Schriftstellerin Hélène Cixous, Béatrice Picon-Vallin, Forschungsdirektorin am CNRS, und andere Bezugspersonen zu
Wort kommen. Sie vervollständigen mit ihren Erinnerungen und Einschätzungen das Porträt der Künstlerin und erklären den wachsenden Erfolg ihres Ensembles, das seine Kreativität auch heute
noch auf einen solidarisch-kollektiven Ansatz gründet.
Zusatzinfo: Die französische Regisseurin Ariane Mnouchkine, geboren 1939 in Boulogne-sur-Seine, leitet seit 1964 das Théâtre
du Soleil in der Cartoucherie in Vincennes bei Paris. Der Titel ihres Theaters deutet »Hitze, Licht, Schönheit, Leben« an. Ideale, die sie einmal formulierte und die bis heute auf ihr Theater
und ihre Inszenierungen ausgerichtet sind. Berühmt wurde Mnouchkine und ihre Compagnie 1967 mit der Laieninszenierung von Arnold Weskers "The Kitchen" (La Cuisine), die von
63.400 Zuschauern besucht wurde. Mit der Produktion "1789", einem Stück über die Französische Revolution erzielte sie 1970 ihren internationalen Durchbruch. Mnouchkine greift in
ihrer Arbeit auf die alten Traditionen des Volkstheaters zurück und orientiert sich an fernöstlichen Theaterformen, wie Kabuki, Kathakali oder das Noh-Theater. Besonderen Einfluss haben auch
das antike Theater, die Commedia dell'arte und Stanislawskis Theorien über naturalistisches Theater. Das Fundament ihrer Inszenierungen ist stets das aktive Körperspiel des Schauspielers
und dessen individuelle Fantasie. Eine traditionelle Ausbildung im klassischen Sinne steht somit nicht im Vordergrund der Theatertruppe: Mnouchkine fordert von ihren Schauspielern viel: dass
sie athletisch sind, tanzen und singen können und bereit sind, alle anfallenden Arbeiten im Theater auszuführen. Gemeinsames Essen, Gleichberechtigung bei der Arbeit und Bezahlung für alle
sind die Grundideale, die die besondere Atmosphäre der Truppe bis heute ausmacht. Die Schauspieler servieren den Zuschauern Rotwein und Brötchen und Ariane verkauft Eintrittskarten und
Theaterprogramme. Für Mnouchkine ist das Theater ein möglicher Ort, um politisch aufzuklären und die Historizität des Menschen zu veranschaulichen. Aber sie engagiert sich politisch auch
weit über das Theater hinaus: Mit Claude Lelouch gründete sie im Juli 1979 einen internationalen Verein, der Willkür und Verfolgung gegen Künstler und Künstlerinnen thematisiert.
Interventionen und Demonstrationen der Organisation führten oft zur Freilassung gefangener Künstler, wie beispielsweise der kolumbianischen Pianistin Alba Gonzales Souza. Aber auch das
Komische wird von ihr als Ausdrucksmittel umgesetzt: So inszenierte sie beispielsweise anhand der Prozessunterlagen den Prager Prozess gegen Vàclav Havel als Justizparodie. In einem
Interview, das Ariane Mnouchkine 2003 dem ARTE-Magazin gegeben hat, sagte sie dazu: "Ich glaube, dass der einzige Unterschied zwischen dem Engagement außerhalb und innerhalb des Theaters
der ist, dass man außerhalb des Theaters als Individuum und als Bürger dieser Welt agiert. Das Engagement hängt vom Vermögen und den Kräften der eigenen Person ab. Wenn man sich gemeinsam mit
anderen engagiert, beispielweise mit einer Theatertruppe, dann ist das ein kollektives Engagement und eine bestimmte Vision von Theater. Ich bin überzeugt davon, dass das Theater eine
erzieherische Kraft, das heißt eine zivilisatorische Tugend besitzt." Die Inszenierungen im Théâtre du Soleil bezeugen dies stets aufs Neue. ARTE adaptierte in Zusammenarbeit mit dem
Théâtre du Soleil bereits drei aktuelle Inszenierungen, die Aufführungen "Trommeln auf dem Deich" (2000), "Die letzte Karawanserei" (2003) und "Les Éphémères"
aus dem Jahr 2007.
Donnerstag, 22.03. / 14.20 Uhr / Dr. Book, die Literatur-Sprechstunde ~ Sense & Sensibility von Jane Austen Dokumentation, Frankreich, 2011, ARTE 14 Min.
Regie: Laure Isenmann, Stéphane Martinez, Béatrice Meier, Oliver Schwehm
Jeder kennt den Serienheld Dr. House, Spezialist für Diagnostik und mit dem besonderem Gespür für
außergewöhnliche Krankheitsbilder. Hier kommt nun Dr. Book, ebenfalls Spezialist für komplizierte Fälle, sein Gebiet sind die Klassiker der Weltliteratur.
Hand aufs Herz - wann haben
Sie Ihren letzten Klassiker zur Hand genommen? Klar, jeder kennt ungefähr die Titel, hat den Namen der Autoren schon einmal gehört und weiß grob, worum es geht. Aber was ist der eigentliche
Inhalt? Wer sind die Protagonisten? Was steht auf dem Spiel? Wer ist der Autor? Welchen Stil hat er geprägt? In welchem Kontext hat er geschrieben? Was macht ihn heute noch lesenwert? - Ein
Fall für Dr. Book! In der ersten Folge untersucht Dr. Book unter Assistenz der Literaturkritikerin Felicitas von Lovenberg den Weltklassiker "Verstand und Gefühl" der britischen
Schriftstellerin Jane Austen aus dem Jahr 1811. Dieser Roman ist eines der ersten Werke der Literatur, das ganz den weiblichen Blickwinkel einnimmt. Stilistisch auf der Schwelle zwischen
Klassik und Romantik erarbeitete Austen mit dem ungleichen Schwesternpaar Elinor und Marianne Dashwood Lebensentwürfe, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Während die eine Schwester
rational und von Illusionen befreit versucht, ihr Leben in die Hand zu nehmen und sich gegen die patriarchalische Gesellschaft auflehnt, hofft die andere romantisch-schwärmend bis zur
Selbstaufgabe auf die Erlösung durch die Liebe. Wobei das Buch nicht eindeutig Stellung für eine der beiden Haltungen bezieht. Deshalb ist unter Feministinnen bis heute umstritten, ob Austen
tatsächlich als eine der ersten feministischen Autorinnen gewertet werden kann.
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Samstag, 24.03. / 17.30 Uhr / Metropolis Magazin 50 Min.
Erstausstrahlung
(1): Metropolenreport: Brüssel (2): "Schrei nach Freiheit" (3): Das Porträt: Art Spiegelman
(1): Metropolenreport: Brüssel Brüssel ist nicht nur die Hauptstadt Europas, geschichtsträchtig, zweisprachig , international und darüber hinaus die Wiege des Comics, sondern auch die
Schlemmermetropole Belgiens. Dieses Frühjahr steht ganz im Zeichen der Gastronomie: "Brusselicious". Genießen heißt das Motto im Gourmetjahr und ein Festival rund um Nahrung und
Essen, das neue Akzente setzt. Von der Bier-Rallye bis zu Fritten Parcours und Festen rund um die Schokolade laden monatlich wechselnde Themenessen an ungewöhnliche Orte zum flanieren ein -
etwa im Dinomuseum etwa oder in der Design Tram. Und Kunst und Kino machen mit, sind Teil eines Spektakels rund um den "Bocuse d'or Europe", dem Gourmetwettbewerb, der vom 20. bis
21. März 2012 in Brüssel stattfindet. Aktueller Rahmen für den "Metropolis"-Metropolenreport.
(2): "Schrei nach Freiheit" Die syrische Schriftstellerin und
Journalistin Samar Yazbek lebt seit einigen Monaten in Paris im Exil. In ihrem Buch "Schrei nach Freiheit" schildert sie ihre Erlebnisse während des Beginns der Aufstände in Syrien,
was ihr während der Inhaftierung widerfahren ist und wie brutal Assads Regime gegen die Opposition vorgeht. "Metropolis" hat sie in Paris getroffen und spricht mit ihr über die
aktuellen Ereignisse in Syrien.
(3): Das Porträt: Art Spiegelman Als erster Comic-Autor erhielt er 1992 den Pulitzerpreis: Art Spiegelman. "Maus", die Geschichte eines
Überlebenden machte ihn weltweit berühmt. Jetzt präsentieren Retrospektiven in Paris und Köln sein Werk in Europa.
Mehr Informationen unter: www.arte.tv/metropolis
Samstag, 24.03. / 23.00 Uhr / Tracks Magazin 52 Min.
Erstausstrahlung
Mit dieser Ausgabe begibt sich "Tracks" buchstäblich auf eine Reise um die Welt. Im "Live der Woche" rocken FM Belfast aus dem hohen Island,
und die schwedische Band Bondage Fairies wird zu einem Konzert nach Russland begleitet. Aus der Kälte geht es nach Kambodscha, wo "Tracks" den märchenhaften Aufstieg von Srey Thy,
der Sängerin des The Cambodian Space Projects, unter die Lupe nimmt. Zurück in Deutschland zeigt "Tracks" den Krautrock des dritten Jahrtausends und stellt Deichkind die
3-Platten-Frage.
(1): Deichkind (2): Bondage Fairies (3): FM Belfast - Live (4): Krautrock im dritten Jahrtausend
(5): The Cambodian Space Project - Rückbesinnung mit Zukunftsvision
(1): Deichkind Nach dreijähriger Pause sind die Tech-Rapper von Deichkind mit neuen Sounds wieder am Start.
"Befehl von ganz unten" heißt das Album, welches an die Erfolge von "Aufstand im Schlaraffenland" (2006) und "Arbeit Nervt" (2008) anschließen will. Als
Vorreiter einer gelungenen Mixtur aus Elektro und Hip-Hop thematisieren die Meister exzentrischer Bühnenperformances diesmal das Business. Ihre Lösung ist krass, aber ehrlich: "Wir
zerbröseln Eure Strategien mit jedem Mausklick. IP-Adressen sind gefälscht, wir gehen über Leichen." "Tracks" ist bei den Konzertproben zur aktuellen Tour vor Ort und schaut,
wie ernst die Deichkinder es mit ihrem Widerstand gegen die vermeintlich bösen Majors meinen. Ist alles nur Show oder doch ernst gemeinte Kritik an der Platten-Industrie? Bei dem Thema dreht
sich die Frage nach den drei Lieblingsplatten schon auf dem Teller.
(2): Bondage Fairies Ihre wahren Gesichter wurden noch nie in der Öffentlichkeit erblickt. Sie verstecken sich
hinter Masken, die ihrer Musik gleichen. Futuristischer Trash Marke Eigenbau: Das sind die Bondage Fairies. Doch schon mit ihrem Debütalbum, das 2006 erschien und einige veritable
Underground-Hits in die Welt pfefferte, konnte das schwedische Duo eine treue Fangemeinde aufbauen. Mittlerweile sind sie eine echte Band mit vier Mitgliedern und überzeugen mit scharfem
Humor, einer Bühnenshow, in der nichts und niemand geschont wird und einem eigenwilligen Sound. Vor allem im Osten des Kontinents scheint man auf nichts anderes gewartet zu haben als auf
diese wilde Mischung aus Punk, Indierock und Nintendo-Sounds im 8-Bit-Gewand. Die Touren der Bondage Fairies in Russland und der Ukraine sind stets ausverkauft. "Tracks" überzeugte
sich von diesem Hype bei einem Konzert in Moskau und traf die Band zudem zum Auftakt ihrer aktuellen Tour.
(3): FM Belfast - Live FM Belfast kommen zwar aus einer der kältesten
und entlegensten Gegenden des Kontinents, doch ihre Ausstrahlung ist von Warmherzigkeit geprägt. Die isländische Band, die aus einem Duo hervorgegangen ist und keine klar definierte
Mitgliederzahl hat, funktioniert als Freundeskreis. Und das merkt man. Live überzeugen sie mit einer wilden, sehr coolen und doch sympathischen Elektropop-Show. Nachdem sie mit ihrem
Debütalbum "How To Make Friends" entsprechend viele neue Freunde auf der ganzen Welt gefunden haben, touren die Skandinavier nun mit ihrem neuen Longplayer im Gepäck. "Don't
Want To Sleep" scheint dabei nicht nur Titel, sondern wieder mal Programm zu sein. "Tracks" war dabei und hat mitgefeiert.
(4): Krautrock im dritten Jahrtausend
Obwohl nur wenige sagen können, was er genau ist, wurde Krautrock elementarer Bestandteil der Musikgeschichte. Can, Amon Düül und Embryo standen neben anderen für einen kreativen Umgang mit
Klangexperimenten. Geprägt haben sie damit eine ganze Generation von Musikern und auch heute noch lehnen sich Bands wie Kreidler, Qluster, Stabil Elite oder Like A Stuntman hörbar an diese
Tradition an. Ihr Sound klingt experimentell und dennoch haarscharf organisiert. Und ebenso wie die musikalischen Vorfahren lassen sie sich nicht so leicht innerhalb von Genregrenzen fassen.
Krautrock war bereits ein Überbegriff, der eher eine Haltung als einen Musikstil beschrieb und vor allem der geografischen Herkunft geschuldet war. So entwickeln auch die Bands, die heute dem
Neo-Krautrock zugeschrieben werden, ihre ganz eigenen unabhängigen Klangwelten. "Tracks" hat zugehört und sich in die neuen alten Dimensionen des Klangexperiments entführen lassen.
(5): The Cambodian Space Project - Rückbesinnung mit Zukunftsvision Aus dem Dschungel von Kambodscha kommt eine Stimme, welche die Musikwelt im Sturm erobert: hell, durchdringend,
schnörkellos. Srey Thy hat als Sängerin in Karaoke-Bars einst ihre Familie unterstützt, jetzt bringt sie mit französischen und australischen Musikern ihre eigenen Texte heraus: ein Logbuch
gesellschaftlicher Beobachtungen und privater Erlebnisse - kritisch, edgy, direkt. Ihr Bandname ist für Khmer zwar unaussprechlich, ihre Musik im Königreich dafür eine Punktlandung. Denn was
sie machen, ist ein Novum: Crossover zwischen Orientrock der 60er und Barang: Soul, Jungle und Elektro des Okzidents. Gleich ihr erster Auftritt war so erfolgreich, dass sie es für angemessen
hielten, schleunigst ihre erste Single herauszubringen. Die Welttournee folgte auf dem Fuß. Direkt im Anschluss legten sie ihr Debütalbum vor. Und das alles innerhalb von nur 16 Monaten.
"Tracks" zeigt, wie dieses kosmische Rendezvous der Kulturen klingt.
Mehr Infos unter: www.arte.tv/tracks
Sonntag, 25.03. / 16.05 Uhr / Tierische Schönheit: Von Albrecht Dürer bis Andy Warhol Dokumentation 52 Min. Regie: Alain Jaubert Erstausstrahlung
Anlässlich der Ausstellung "Beauté animale", die vom 21.
März bis 16. Juli 2012 im Grand Palais in Paris zu sehen ist, erforscht Alain Jaubert, Regisseur der Sendereihe "Palettes", den Status der Tiere im kollektiven Bewusstsein der
Menschen am Beispiel der bildenden Künste. Die Geschichte beginnt mit den Höhlenmalereien von Lascaux, geht weiter mit den Fabeltieren der Renaissance, Da Vincis Katzenskizzen, den
Zeichnungen von Albrecht Dürer bis zu Riesenspinnen von Louise Bourgeois. Alain Jaubert zeigt wie Maler und Bildhauer den Zeitgeist widerspiegeln, welch enge Beziehung zwischen Kunst und
Wissenschaft besteht, zwischen dem Bedürfnis der Menschen, die Tierwelt wissenschaftlich zu erforschen, und der Faszination, die das Tier auf den Menschen künstlerisch ausübt.
Die
Tierdarstellungen von Lascaux, Chauvet und Altamira beweisen, dass schon die ersten Künstler der Menschheitsgeschichte von der Schönheit der Tiere, ihren geschmeidigen Formen und ihrer
Farbenpracht beeindruckt waren. Seit der Frühgeschichte der Kunst stellen sich Zeichner, Maler, Dekorateure und Bildhauer immer wieder der Herausforderung, Tiere in ihrer ganzen Schönheit
darzustellen. Viele Kulturen weisen Tieren einen zentralen Platz zu: Im alten Ägypten waren bestimmte Tiere der Sitz von Gottheiten, bei den Griechen und Römern waren sie die Protagonisten
der von den Göttern inszenierten Verwandlungsgeschichten, im europäischen Mittelalter dienten sie der Darstellung des Teufels und böser Geister, in China gibt es die den Menschen zugesellten
Tiergeister, und in Afrika nehmen die Ahnen Tiergestalt an. Nicht von ungefähr waren Künstler der Moderne wie da Vinci, Dürer, Géricault, Delacroix, Antoine-Louis Barye, Giacometti,
Picasso oder Louise Bourgeois von bestimmten Tierfiguren regelrecht besessen. Es war ihnen nur zu bewusst, dass das Dasein der Tiere am Rande der menschlichen Gesellschaft echte
philosophische Fragen aufwarf: Wie kommunizieren Tiere? Haben Tiere eine Sprache? Was macht die Andersheit der Tiere aus? Was steckt vom Tier im Menschen? Seit jeher wird das Schicksal
der Tiere als eng mit dem der Menschen verbunden empfunden. Die Schönheit gewisser Tierarten stellt dagegen für viele Künstler eine Art unerreichbares Ideal dar. Die Betrachtung der von
Tieren inspirierten Kunstwerke regt zu Überlegungen über die Stellung des Tieres in der Natur an, einer Natur, die ganz und gar vom Menschen gestaltet zu sein scheint. Ferner: Welche Rolle
spielt das tierische Wesen bei der Definition des menschlichen Wesens? Und heute schließlich wird der Status der Tiere in Anbetracht des Aussterbens oder der Bedrohung vieler Arten zu einer
echten politischen Frage, die auch in viele künstlerische Darstellungen einfließt
Sonntag, 25.03. / 17.00 Uhr / Die Geheimnisse der Meisterwerke: Poussin Dokumentationsreihe 43 Min.
Regie: Stan Neumann Erstausstrahlung
Seit 2008 stellt das Musée des Beaux-Arts in Lyon Poussins "Flucht nach Ägypten" als Dauerleihgabe des Louvre aus. Das Gemälde ist
eine neue, überraschend aufgetauchte Fassung. Sein Fund hat Zweifel an der Echtheit der bis dahin bekannten, von Poussin-Experten eindeutig dem Meister zugeschriebenen Darstellung aufkommen
lassen und darüber hinaus Fragen in Bezug auf Poussins gesamte Schaffensweise aufgeworfen. Die Wissenschaft steht vor einem Rätsel.
Die fünfteilige Reihe "Geheimnisse der Meisterwerke" zeigt ARTE ab 11. März bis 8. April immer sonntags gegen 16.45 Uhr.
Nicolas Poussin (1594-1665), der als gelehrter Maler
galt, verkehrte in den gebildetsten Kreisen Roms. Er scheute sich nicht, ikonografische Neuerungen in seine Gemälde einzuarbeiten, die auf einer genauen Kenntnis der theologischen
Überlegungen seiner Zeit beruhten. Der Vergleich der beiden Fassungen der "Flucht nach Ägypten" zeugt davon, dass Poussin zögernd und tastend vorging, indem er gefundene
Lösungen häufig wieder verwarf. Doch welches der beiden Gemälde ist nun der "echte" Poussin? Darüber sind die Kunsthistoriker geteilter Meinung.
Sonntag, 25.03. / 17.45 Uhr / Abgedreht! Magazin 43 Min.
Erstausstrahlung Das neue Kulturmagazin aus Frankreich wirft einen ganz anderen Blick auf Kunst und Kultur. In einem schrägen und humorvollen Ton, in kurzen und unterhaltsamen Rubriken
zeigt das Magazin Neues jenseits des bekannten Kulturbetriebs. Jede Folge ist eine Geschichte mit fiktionalen Elementen, neu gemixten Filmausschnitten und ausgefallenen Beiträgen von
Künstlern aller Couleur. Heute fragt "Abgedreht!": Wie wird man zu einem Power-Liebes-Paar? Angelina Jolie verrät es. Und in "Dress Code" erfahren wir, wie man im
Sportkurs eine gute Figur abgibt und wie coole Kleidung dabei helfen kann. Zuletzt führt Leander Haußmann durch die Filmstadt Babelsberg auf den Spuren deutscher Filmgeschichte.
(1): Die zehn kleinen Gebote: Power-Paare Brangelina, Victoria und David Beckham leben es vor: 1 + 1 macht nicht 2, sondern wesentlich mehr! Zu zweit kann man seine Aura von Liebe, Ruhm
und Schönheit verzehnfachen - sofern man die zehn kleinen Gebote auf dem Weg zum Power-Paar befolgt.
(2): Dress Code: Richtig gekleidet zum Sport Die bloße Teilnahme an einem
Body-Attack-Kurs ist schon demütigend genug, man muss sich nicht auch noch durch einen unpassenden Aufzug lächerlich machen. Dresscode hilft bei der Wahl hipper und lässiger Sportswear.
(3): Audioguide: Die Filmstudios Babelsberg 100 Jahre deutsche (Film-)Geschichte auf 47 Hektar! Die Potsdamer Filmstudios Babelsberg erlebten den Stummfilm, den Expressionismus und
die Wirren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die größten deutschen Schauspieler drehten hier, der Ort birgt unzählige Anekdoten. Regisseur Leander Haußmann führt "Abgedreht!"
durch das traditionsreiche Studiogelände.
Mehr im Internet unter: www.arte.tv/abgedreht Die Rubriken "Dress Code", "In situ" der "Audioguide" sind
auch auf www.arte.tv/abgedreht feste Rubriken, deren Themen bereits kurz vor der Ausstrahlung jeder neuen Ausgabe online sind. "Abgedreht!" ist das neue Kulturmagazin aus
Frankreich. Das kulturelle Geschehen vermittelt kein klassischer Moderator, sondern die verschiedensten Figuren der Filmgeschichte in der sogenannten "Mash-up"-Technik. Seit der
gleichnamigen Filmkomödie von Michel Gondry steht "Abgedreht!" genau für diese Technik: Neumischen, Neudrehen, Neuvertonen von Filmklassikern in einem völlig anderen Kontext. Ein
Remake mit ein bisschen Trash, viel Humor und einem ganz neuen Blick, das ist der Ton, den die neue Sendung "Abgedreht!" anschlägt. Drei Chefredakteure aus dem Radio, Philippe
Colin, Xavier Mauduit und Frédéric Bonnaud, remixen Filme und Kulturereignisse, was das Zeug hält. "Abgedreht!" ist weitab vom klassischen Magazin und ganz nah an den
verschiedensten Facetten von Hoch- und Alltagskultur. Die Handschriften der Beiträge wechseln immer wieder, die Genres vermischen sich, die bunte Werkzeugkiste des Mash-ups rückt große
Schriftsteller neben hippe Pop-Ikonen und stellt Museumsbesuche neben die schrillsten Modetrends. "Abgedreht!" steht für schräg und neu gemixt, fern von ausgetretenen Pfaden des
Kulturbetriebs und mit ständig wechselnden Protagonisten.
Sonntag, 25.03. / 18.30 Uhr /
Tomás Luis de Victoria : Geistliche Musik der Renaissance Musik 43 Min. Regie: Jonathan Haswell
Dirigent: Harry Christophers Darsteller: The Sixteen Mit: The Sixteen Erstausstrahlung
Das "Goldene Zeitalter" des 16. Jahrhunderts war in Spanien eine turbulente
Epoche zwischen Heldentum und katholischem Mystizismus, die Zeit der Konquistadoren und der Inquisition. In dieser Welt des Aufruhrs entsteht außergewöhnliche Musik: vergeistigt, bewegend,
erhaben. Geschrieben wird sie von einem tiefgläubigen Priester und Musiker: Tomás Luis de Victoria, dem bedeutendsten Komponisten der spanischen Renaissance. Anlässlich seines 400.
Todesjahres präsentiert das britische Vokalensemble "The Sixteen" unter der Leitung von Harry Christophers eine Auswahl von Victorias Werken.
Er ist der bedeutendste
Komponist der spanischen Renaissance: Tomás Luis de Victoria. Anlässlich seines 400. Todesjahres präsentiert das britische Vokalensemble "The Sixteen" unter der Leitung von Harry
Christophers eine Auswahl von Victorias Werken. Das Ensemble ist dem Klangideal der Renaissance verpflichtet: Damals war in der Kirchenmusik nur Männern und Knaben die Mitwirkung gestattet.
Deshalb wählt Harry Christophers für sein Ensemble Frauenstimmen, die dem Klang der Chorknaben möglichst nahe kommen: glockenrein schwebende Töne ohne forciertes Vibrato. Schauplatz ist
die Kirche von San Antonio de los Alemanes, ein barockes Juwel im Herzen von Madrid. Erbaut zur Zeit Victorias bietet die Kirche die ideale Akustik für die Klänge des Meisters der
Vokalpolyphonie. Kurze dokumentarische Elemente geben zusätzlich Einblicke in das historische Umfeld und die faszinierende Biografie Victorias.
Zusatzinfo: Geboren wurde Tomás
Luis de Victoria 1548 in Ávila, in der zentralspanischen Sierra nordwestlich von Madrid. Heute ist die Stadt mit ihrer mittelalterlichen Wehrmauer Weltkulturerbe der UNESCO. Victorias Vater
starb, als er neun Jahre alt war; ein Jahr später wurde der Junge in den Chor der Kathedrale aufgenommen - damals ein Zentrum der geistigen Erneuerung und des Mystizismus. Hier lernte er die
Grundlagen der Musik, Singen und Orgelspiel. Auf Empfehlung der Teresa von Ávila und ausgestattet mit einer wahrlich königlichen Förderung durch den spanischen Monarchen Philipp II. kam
der 17-jährige Victoria nach Rom - das kulturelle Zentrum Europas im 16. Jahrhundert. Er studierte am Jesuitenkolleg und erhielt vermutlich auch Unterricht durch den damaligen "Fürsten
der Musik", Giovanni Pierluigi da Palestrina. 1585 kehrte Victoria nach Spanien zurück. Er gab seine erfolgreiche Karriere in Rom auf, schlug auch lukrative Angebote der großen
Kathedralen von Saragossa und Sevilla ab und trat in die Dienste des spanischen Königs Philipp II. Als sich Philipps Schwester Maria nach dem Tod ihres Gatten Maximilian in den Konvent des
Klosters Las Descalzas Reales zurückzog, ging Victoria mit ihr. Das letzte Vierteljahrhundert seines Lebens arbeitete er in dem kleinen Kloster als Kaplan und widmete sein Leben der Musik und
dem Gottesdienst - wenn auch regelmäßig die Elite Madrids dorthin kam, um seine Musik zu hören. Als Maria starb, sicherte sie Victorias Zukunft mit einer stattlichen Pension - und wünschte
sich, in seiner Kapelle begraben zu werden, um noch im Tod seiner Musik lauschen zu können.
Sonntag, 25.03. / 23.40 Uhr / ARTE Lounge: Andreas Scholl, Igudesman & Joo, Katzenjammer, Paul Meyer
Musik 60 Min. Regie: Axel Ludewig
Mit: Andreas Scholl, Igudesman & Joo, Katzenjammer, Paul Meyer Erstausstrahlung
Die "ARTE Lounge" in Berlin mit Yared Dibaba präsentiert wieder hochkarätige
Livemusik aus Klassik und Pop: Der weltweit gefeierte Countertenor Andreas Scholl, der Klarinettist und Dirigent Paul Meyer, die norwegische Band Katzenjammer und das Musik-Comedy-Duo
Igudesman & Joo sorgen für eine heiße Mischung.
"Die Times" lobt ihn als "kultivierteste Countertenor-Stimme der Welt". Der deutsche Sänger Andreas Scholl wurde
am 10. November 1967 in Hessen geboren. Beide Eltern waren Sänger und so begann er schon als Siebenjähriger mit seiner musikalischen Ausbildung bei den Kiedricher Chorbuben. Seine Kopfstimme
konnte er über den Stimmbruch hinaus erhalten und entschloss sich so zu einer Ausbildung an der renommierten Schweizer Schola Cantorum Basiliensis aufzunehmen. Dort studierte Andreas
Scholl bei Richard Levitt und René Jacobs. Mittlerweile ist er selbst als Dozent in Basel tätig. Der Countertenor gewann bereits 1996 den Baroque Vocal Prize bei den Grammophone Awards.
Seither hat er viele weitere Ehrungen erhalten, so unter anderem den Prix de l'Union de la Presse Musicale Belge oder den Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik 1/2004. Als
Opernsänger wirkte Andreas Scholl in verschiedenen Opern Händels mit. Sein Operndebüt erfolgte 1998 in "Rodelinda" als Bertarido unter der Leitung von William Christie. Andreas
Scholl wagt aber auch den Blick über den Tellerrand und verfolgt zum Beispiel im Bereich der Popmusik diverse Projekte, unter anderem zusammen mit der Band "Orlando und die
Unerlösten". Aleksey Igudesman (Violine) und Richard Hyung-Ki Joo (Klavier) kennen sich seit ihrem zwölften Lebensjahr, als sie beide Schüler an der Yehudi Menuhin School in London
waren. Mit ihrer gemeinsamen Show "A little Nightmare Music" hatten sie 2004 ihren ersten großen Erfolg, seitdem treten sie weltweit als Comedy-Duo auf, von Publikum und Kritikern
begeistert gefeiert. Doch sie sind auch anderweitig musikalisch unterwegs: Sie gründeten Kammermusik-Ensembles, komponieren und treten als Solisten auf. Igudesman & Joo verbinden auf
geniale Weise Musik, Theater und Komödie zu einer innovativen Comedy-Show. Virtuos und amüsant zugleich zeigen sie die skurrilen Seiten des Musikerdaseins. Igudesman & Joo stehen für eine
Mischung aus Witz, herzzerreißender Musik und musikalischem Wahnsinn. Und wer mit Igudesman & Joo talkt, muss auf alles gefasst sein, nur nicht auf ernsthafte Antworten. Es ist ein
ganz eigener musikalischer Kosmos, den die vier Mädels der norwegischen Band Katzenjammer auf wunderbar skurrile und originelle Art kreieren. Sie beherrschen nicht nur über 30 Instrumente -
Multitasking in Extremform -, sie setzen auch, was Power, Kreativität und Vielseitigkeit angeht, neue Maßstäbe. Ihre Musik beschreiben die Ladys mit der Vorliebe für Schräges als
"Mischung aus Rock, Folk, Pop und Bluegrass mit Circus Grooves und Cowboy Music". Das aus dem Deutschen ins Norwegische importierte Wort "Katzenjammer" steht für
nervtötende Geräusche und "das traf das Resultat unserer ersten Versuche wohl ganz gut", wie die Bandmitglieder selbst meinen. Auf der Bühne wechseln sie souverän zwischen den
Instrumenten und präsentieren einen wahrlich atemberaubenden Stilmix. Mit ihrer hemmungslosen Freude an der Musik stecken sie auch das "ARTE Lounge"-Publikum an. Der 1965 in
Mulhouse geborene Paul Meyer gilt als einer der außergewöhnlichsten Klarinettisten weltweit. Er debütierte bereits mit 13 Jahren als Solist des Orchestre Symphonique du Rhin und studierte
daraufhin am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris und an der Musik-Akademie der Stadt Basel. Der mehrfache Preisträger bei nationalen und internationalen Wettbewerben tritt
mit den großen Orchestern in Europa, den USA und in Fernost auf, so etwa mit den Berliner und Dresdner Philharmonikern, dem Orchestre National de France, dem BBC oder Tokyo Philharmonic
Orchestra. Seit vielen Jahren beeindruckt der versierte Klarinettist sein Publikum. Dabei stellt er gerne auf unterhaltsame Weise die spieltechnischen Möglichkeiten seines Instruments vor.
Außerdem zeichnet sich Paul Meyer durch ein besonders umfassendes Konzertrepertoire aus, das viele der wichtigen zeitgenössischen Werke für Klarinette enthält. Einen großen Teil seiner
Konzerttätigkeit machen kammermusikalische Projekte aus. In den letzten Jahren hat sich der Klarinettist auch verstärkt einen Namen als Dirigent gemacht.
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Samstag, 31.03. / 17.30 Uhr / Metropolis Magazin, Deutschland, 2012, ZDF 50 Min.
Erstausstrahlung
(1): Metropole München (2): Trend: Mein Ich ist online - Social Network Photography
(3): Literatur: Dracula oder: Die Faszination des Untoten - Zum 100. Todestag von Bram Stoker (4): Kunst: Marcel Duchamp auf dem Weg zum Readymade
(1): Metropole München Mit
gleich drei großen Museumsausstellungen ist München im Frühjahr 2012 präsent. Neben der großen Duchamp-Retrospektive im Lenbachhaus zeigt das Haus der Kunst das Gesamtwerk von Thomas Ruff,
während die Pinakothek der Moderne unter dem Thema Frauen ihre bislang größte Ausstellung präsentiert - Meisterwerke von Picasso, Beckmann und de Kooning. Neben der Hochkultur erkundet
"Metropolis" aber auch den kreativen Underground der bayerischen Metropole und wirft einen Blick auf die Design- und Musikszene der Stadt.
(2): Trend: Mein Ich ist online - Social Network Photography Beginnen wir mit einer Frage: Wie verändert sich unsere Wahrnehmung von uns selbst in den Zeit von ständig griffbereiter
Handy-Kamera? Auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken werden täglich Tausende und Abertausende von selbstinszenierten Porträts hochgeladen. Jetzt ist das erste Buch zu diesem neuen
Phänomen erschienen. Der Fotoband "The Social Network Photography" der Künstlerin Laura Piantoni zeigt eine Auswahl einiger Hundert Porträts aus der ganzen Welt. Und sie hat
Erstaunliches entdeckt. Das Spontan-Porträt scheint ungeschriebenen Gesetzen zu folgen. Ob in Kenia oder in Kanada aufgenommen - die Strategien der Selbstinszenierung ähneln sich.
"Metropolis" wirft einen Blick auf ein völlig neues sozialen Massenphänomen: das Facebook-und Handy-Selbstporträt.
(3): Literatur: Dracula oder: Die Faszination des Untoten - Zum 100. Todestag von Bram Stoker Dracula - ein Mythos des 20. Jahrhunderts. Geschrieben von dem irischen Schriftsteller Bram
Stoker. Mit seinem Roman, erschienen im Jahr 1897, begründete er den Mythos des Vampirs aus dem fernen Transsilvanien. Er konnte nicht ahnen, wie populär seine Schöpfung im 20. Jahrhundert
werden würde. Das noch junge Kino stürzte sich mit Begeisterung auf den Stoff - schon in der Stummfilmzeit entstand bei der UFA "Nosferatu" von Murnau und bei den Universal Studios
wurde Dracula mit Bela Lugosi produziert - beide Filme wurden zu Klassikern der Filmgeschichte. Der Vampir ist seitdem aus dem Kino und der Literatur nicht mehr wegzudenken. Aktuell sind es
die Filme und Romane der Twilight Serie, die weltweit ein Millionenpublikum begeistern. Im März erscheint Bram Stokers Roman in einer neuen Übersetzung - und am 20. April jährt sich sein
Todestag. Ein Anlass für ein Essay über die Faszination des Untoten.
(4): Kunst: Marcel Duchamp auf dem Weg zum Readymade Am 31. März eröffnet im Münchner Lenbachhaus eine große
Marcel Duchamp Retrospektive. Sie wirft einen neuen Blick auf einen entscheidenden Wendepunkt in Marcel Duchamps künstlerischer Entwicklung. Denn vor genau einhundert Jahren, 1912, verbrachte
der junge Marcel Duchamp drei Monate in München - damals die Stadt des Blauen Reiters und eine aufstrebende Industriemetropole. Während seines Münchenaufenthaltes veränderte sich Duchamps
Kunstverständnis. Und zurück in Paris schlug er neue künstlerische Wege ein - weg von der Malerei hin zu einer konzeptuellen Kunst. Die Münchner Ausstellung wirft einen neuen Blick auf
Duchamps Werk und präsentiert eine neue kunsthistorische These: München als Geburtstätte der Konzeptkunst.
Mehr Informationen unter: www.arte.tv/metropolis
Samstag, 31.03. / 22.00 Uhr / "Ich-Udo" - Der Schauspieler Udo Kier Dokumentation, Deutschland, 2011, RB 43 Min. Regie: Jeremy Fekete Erstausstrahlung
Er war blutrünstiger Vampir, androgyner
Schönling und psychopathischer Killer. Er ist mit Lars von Trier befreundet und hat in nahezu jedem seiner Filme einen eindrucksvollen Auftritt. Sein Gesicht mit den blassgrünen Augen hat
sich beim Zuschauer fest eingeprägt: Udo Kier ist einer der wenigen deutschen Schauspieler, die es via Hollywood zu Weltruhm brachten. Seit über 50 Jahren spielt er in über 250 Filmen: von
Arthouse bis Blockbuster.
Sein Hollywooddebüt hatte er in "My Own Private Idaho". Udo Kier überzeugt darin als unheimlicher Biedermann namens Hans. Dass er schließlich in
Hollywood blieb, lag an einem glücklichen Zufall, wie so vieles in seinem Leben. Den Hang zum Exzentrischen zelebriert er auch privat: Vor Jahren rettete er eine denkmalgeschützte
Bibliothek in Palm Springs vor dem Abriss. Inzwischen hat er sie zur Residenz ausgebaut. Doch entgegen seiner "typischen" Rollen lebt Udo Kier hier gesittet mit seinen zwei von der
Straße aufgelesenen Hunden. Die Bilder seines Alltags ähneln einem Western: Endlose Wüstenlandschaften, wie für einen Kinofilm geschaffen, eine staubige Geisterstadt aus den 40er Jahren
und die endlosen Highways sind die Sets aus Udo Kiers Wahlheimat USA, auf denen Autor und Regisseur Jeremy Fekete dem Ausnahmeschauspieler begegnet. Einmal ganz Cowboy, dann wieder
egozentrisches Enfant terrible, setzt sich Udo Kier der Kamera aus, verweigert, gibt sich ungeniert und fordert. "?Ich-Udo' - Der Schauspieler Udo Kier" ist ein etwas anderes
Road-Movie, welches den Zuschauer nicht nur auf die Spitze des Mount Jacinto und runter ins Tal der riesigen Windmühlenfelder entführt, sondern auch die Höhen und Tiefen seines
Schauspielerlebens entdecken lässt.
Samstag, 31.03. / 22.45 Uhr / Tracks Magazin, Frankreich, 2012, ARTE F 52 Min.
Erstausstrahlung
Samstag, 31.03. / 23.40 Uhr / Introducing@arte live / Chairlift / Lianne La Havas / Navet
Magazin, Deutschland, 2012, RBB 90 Min. Regie: Stefan Mathieu Darsteller: Chairlift, Lianne La Havas, Navet
Mit: Chairlift, Lianne La Havas, Navet Erstausstrahlung
Einmal im Monat am Samstagabend präsentiert die Reihe "Introducing @ARTE Live" aus Berlin Konzerte von
Newcomer-Bands aus aller Welt. Heute mit dabei: Lianne La Havas, Chairlift und Navet.
Die neueste Ausgabe von "Introducing @ARTE Live" kommt aus dem Berliner
"Heimathafen Neukölln", mit britischem Soul von Lianne La Havas sowie Elektropop von Chairlift und dem Trio Navet. Die Sängerin Lianne La Havas zählt zu den großen Talenten der
britischen Musikszene. Vor Kurzem schaffte es die 22-Jährige mit der faszinierenden Soulstimme auf die von der BBC veröffentlichte Liste "Sound of 2012". Damit zählt sie zu den 15
Musikern, denen die befragten Experten für 2012 den großen Durchbruch voraussagen. Mit ihrem Hit "Bruises" waren Chairlift aus New York vor drei Jahren bereits in den
internationalen Charts vertreten. An diesen Erfolg möchten sie nun anknüpfen, mit ihrem gerade erschienenen Album "Something" und der Single "Met Before". Bei der
dritten Band des Abends, dem schwedischen Elektropop-Trio Navet handelt es sich um einen echten Geheimtipp. Sängerin Julia Ögren und ihre beiden Bandkollegen sind bisher vor allem im
skandinavischen Raum aufgetreten. Die Songs auf ihrem Album "Navet" bezeichnen sie als Liebeserklärung an die Popmusik, und diese wollen sie nun auch dem Berliner Publikum
präsentieren.
Sonntag, 01.04. / 16.05 Uhr / Joshua Bell ~ Poesie der Unruhe Dokumentation, Deutschland, 2007, NDR 52 Min.
Regie: Eva Münstermann
Joshua Bell ist einer der größten Geiger unserer Zeit, der sein Publikum mit den Emotionen, die er in die Musik legt, zutiefst berührt: Trotz seines Erfolges
und Ruhmes hat sich der amerikanische Stargeiger aber seine Natürlichkeit bewahrt. Die Dokumentation begleitet ihn auf Konzerten, bei Proben und durch seinen gleichermaßen ungewöhnlichen und
aufregenden Arbeitsalltag.
Ein lausbübisches Gesicht und ein charmantes, fast schüchternes Lächeln: Dem amerikanischen Stargeiger Joshua Bell, geboren 1967, steht der Ruhm nicht ins
Gesicht geschrieben: Bell hat einen Oscar eingespielt, vier Grammies gewonnen, fast 30 Alben aufgenommen. Er besitzt eine vier Millionen Dollar teure Stradivari und gibt über 200 Konzerte im
Jahr, weltweit. Wer Joshua Bell privat begegnet, ist erstaunt über seine Natürlichkeit, seine nachdenkliche Art und sein unbändiges Interesse. Perfektionist par excellence und immer in
Bewegung. "Joshua Bell - Poesie der Unruhe" begegnet dem einzigartigen Menschen hinter der Violine außerhalb des Rampenlichts. Christoph von Dohnányi, Roger Norrington, Seiji
Ozawa, Esa-Pekka Salonen und viele mehr: Joshua Bell arbeitete schon mit zahlreichen renommierten Dirigenten und großen Symphonieorchestern zusammen. Gerade mal 14 Jahre alt war Bell, als er
sein Debüt mit Riccardo Muti und dem Philadelphia Orchestra gab. Im gleichen Jahr spielte er auch in der Carnegie Hall. Und war von diesem Zeitpunkt an nicht mehr zu stoppen. Musikalisch
wird Joshua Bell oft mit Jascha Heifetz verglichen. Die Kritiker loben Bells "formvollendete Brillanz", die "übersprühende Virtuosität" und seinen "leuchtenden,
zarten, schlanken, reinen Ton". Den hat er unter anderem auch bei CD-Aufnahmen der Violinkonzerte von Beethoven, Mendelssohn-Bartholdy und Sibelius unter Beweis gestellt.
Crossover-Projekte gehören genauso in Bells musikalischen Kosmos wie klassische Stücke: Nach der Arbeit an "West Side Story" unternahm Bell einen Ausflug in die Bluegrass-Szene.
1998 spielte er die Musik zu François Girards Film "Die rote Violine" ein. Der Filmkomponist, John Corigliano, wurde 1999 für seine Musik mit einem Oscar ausgezeichnet.
"Wenn jemand aufrichtig an jede Note glaubt, die er spielt, dann hört sich das authentisch an", ist Bell überzeugt. Der Geiger berührt seine Zuhörer mit den Emotionen, die er in die
Musik legt. Und der Klang seiner Stradivari ist so intensiv und so prägnant wie er selbst. Eine Leidenschaft, die Bell auch gerne weitergeben möchte. Deshalb engagiert er sich in
Schulprojekten dafür, Kinder für die Musik zu begeistern und ihnen neue Perspektiven aufzuzeigen.
Zusatzinfo: Die Dokumentation "Joshua Bell - Poesie der Unruhe" ist eine
filmästhetisch hochwertige Hommage an einen der bedeutendsten Geigenvirtuosen unserer Zeit. Der amerikanische Künstler zeigt sich privat. Freunde und Familie geben Einblick in sein Leben. Und
Archivmaterial führt den Zuschauer dabei noch näher an die Person Bells heran. Der Film begleitet ihn auf Konzerten, bei Proben und durch seinen gleichermaßen ungewöhnlichen und aufregenden
Arbeitsalltag.
Sonntag, 01.04. / 17.00 Uhr / Die Geheimnisse der Meisterwerke ~ Watteau Dokumentationsreihe, Frankreich, 2010, ARTE F 43 Min. Regie: Stan Neumann, Juliette Garcias Erstausstrahlung
"Die
Geheimnisse der Meisterwerke" blickt Kunstexperten und Restauratoren über die Schulter und löst manch spannendes Rätsel, das sich unter der Lackschicht der Bilder verbirgt. Ort des
Geschehens ist der Louvre, das Objekt der Untersuchung ist der Maler Watteau. Zwei Tage lang lädt das Museum renommierte Experten aus den USA, Deutschland, Großbritannien und Frankreich ein,
"seine" Watteaus unter die Lupe zu nehmen - eine sagenhafte Sammlung, welche auch die beiden Meisterwerke "Die Einschiffung nach Kythera" und "Pierrot genannt
Gilles" enthält. Die fünfteilige Reihe "Geheimnisse der Meisterwerke" zeigt ARTE ab 11. März bis 8. April immer sonntags gegen 16.45 Uhr.
Antoine Watteau (1684-1721)
ist einer der bedeutendsten Meister der französischen Schule und zugleich ein Künstler voller Widersprüche. Der Maler der "Fêtes Galantes" wurde zwar zu Lebzeiten anerkannt, doch
seine Werke umgibt bis heute eine Aura des Geheimnisvollen. Wie sind sie entstanden? Was bedeuten sie? Und wie ist ihre Geschichte? Warum herrscht selbst in den bukolischsten Bildern eine
melancholische Stimmung? Liegt das an Watteauoder an unserer heutigen Sichtweise? Diese Fragen wurden und werden in der Kunstwelt heiß diskutiert. Watteau gehört zu den französischen
Künstlern, über die am meisten geschrieben wurde, und dennoch bleibt er geheimnisvoll, vieldeutig und undurchschaubar.
Sonntag, 01.04. / 17.45 Uhr / Abgedreht Magazin, Frankreich, 2011, ARTE F 43 Min.
Erstausstrahlung
Das neue Kulturmagazin aus Frankreich wirft einen ganz anderen Blick auf Kunst und Kultur. In einem schrägen und humorvollen Ton, in kurzen und unterhaltsamen
Rubriken zeigt das Magazin Neues jenseits des bekannten Kulturbetriebs. Jede Folge ist eine Geschichte mit fiktionalen Elementen, neu gemixten Filmausschnitten und ausgefallenen Beiträgen von
Künstlern aller Couleur. Daniel Brühl trifft heute in "Abgedreht!" auf einen Sternekoch: In der Kreuzberger Tapas-Bar "Raval" zeigt ihm der Katalane Paco Pérez, wie
man die kleinen Happen besonders raffiniert zubereitet. Außerdem wagt sich die Sendung auf das Schlachtfeld der französischen Politik: In Pierre Schoellers neuem provokantem Film
"L'Exercice de l'État", den "Abgedreht!" vorstellt, schlittert Verkehrsminister Bertrand Saint-Jean von einer politischen Krise und Intrige in die nächste. Am Ende blickt
die Sendung nach Lausanne, von wo aus Marice Béjart und sein Ballett die Tanzkunst revolutionierten.
(1):Bühne frei für - Daniel Brühl & Paco Pérez "Raval" heißt
nicht nur die Chinatown von Barcelona, sondern auch eine Tapas-Bar in Berlin Kreuzberg, wo man auf Barhockern sitzend Meeresfrüchte und Patatas bravas zu kräftigen Rotweinen genießt. Einer
ihrer Gründer ist Daniel Brühl, der junge deutsch-spanische Schauspieler, der seit seiner Rolle in "Good Bye, Lenin!" international Karriere macht. "Abgedreht!" hatte die
ausgefallene Idee, den Schauspieler mit dem berühmten katalanischen Sternekoch Paco Pérez in der Bar Raval zusammenzubringen. Auf dem Programm: Tapas-Zubereitung in der Küche, begleitet von
einem mehrsprachigen Erfahrungsaustausch, unter anderem auch über Urlaub an der Costa Brava.
(2): Schuss/Gegenschuss - Filmbesprechung: Raphaëlle Bacqué über "L'Exercice de l'État" Die für "Le Monde" tätige Journalistin Raphaëlle Bacqué hat sich Pierre
Schoellers provokantes Politdrama "L'Exercice de l'État" angesehen. Was ist Fiktion, was Wahrheit an diesem Blick hinter die Kulissen der französischen Politik?
(3): Story - Béjart Maurice Béjart war ein revolutionärer Choreograph. Er befreite den Tanz von jenen Attributen, die ihn zur Kleinkunst, zu schmückendem Beiwerk oder reiner
Unterhaltungskunst degradiert hatten. Um seinem Ensemble anzugehören, kamen Tänzer aus der ganzen Welt in die Schweiz. Rückschau auf 25 Jahre Béjart Ballet Lausanne.
Mehr im Internet unter: www.arte.tv/abgedreht Die Rubriken "Dress Code", "In situ" oder "Audioguide" sind auch auf www.arte.tv/abgedreht feste Rubriken,
deren Themen bereits kurz vor der Ausstrahlung jeder neuen Ausgabe online sind. "Abgedreht!" ist das neue Kulturmagazin aus Frankreich. Das kulturelle Geschehen vermittelt kein
klassischer Moderator, sondern die verschiedensten Figuren der Filmgeschichte in der sogenannten "Mash-up"-Technik. Seit der gleichnamigen Filmkomödie von Michel Gondry steht
"Abgedreht!" genau für diese Technik: Neumischen, Neudrehen, Neuvertonen von Filmklassikern in einem völlig anderen Kontext. Ein Remake mit ein bisschen Trash, viel Humor und einem
ganz neuen Blick, das ist der Ton, den die neue Sendung "Abgedreht!" anschlägt. Drei Chefredakteure aus dem Radio, Philippe Colin, Xavier Mauduit und Frédéric Bonnaud, remixen
Filme und Kulturereignisse, was das Zeug hält. "Abgedreht!" ist weitab vom klassischen Magazin und ganz nah an den verschiedensten Facetten von Hoch- und Alltagskultur. Die
Handschriften der Beiträge wechseln immer wieder, die Genres vermischen sich, die bunte Werkzeugkiste des Mash-ups rückt große Schriftsteller neben hippe Pop-Ikonen und stellt Museumsbesuche
neben die schrillsten Modetrends. "Abgedreht!" steht für schräg und neu gemixt, fern von ausgetretenen Pfaden des Kulturbetriebs und mit ständig wechselnden Protagonisten.
Sonntag, 01.04. / 18.30 Uhr / Myung-whun Chung dirigiert Rossini und Mendelssohn ~ Eindrücke aus Italien Musik, Frankreich, 2011, ARTE F 43 Min. Regie: Corentin Leconte
Komponist: Gioachino Rossini, Felix Mendelssohn Dirigent: Myung-whun Chung Orchester: Orchestre Philharmonique de Radio France Erstausstrahlung
Die Ouvertüre eines begnadeten
italienischen Opernkomponisten und eine Symphonie, zu der sich ein Norddeutscher von einer Italienreise inspirieren ließ: Das Orchestre philharmonique de Radio France interpretiert unter der
Leitung des südkoreanischen Dirigenten Myung-whun Chung die "Italienische Symphonie Nr. 4" des deutschen Romantikers Felix Mendelssohn Bartholdy. Außerdem spielt das Orchester die
Ouvertüre und das fulminate Finale aus Rossinis Oper "Wilhelm Tell" - ein sonnendurchflutetes Programm.
Unter der musikalischen Leitung von Myung-whun Chung interpretiert das
Orchestre Philharmonique de Radio France zunächst die "Italienische Symphonie Nr. 4" von Felix Mendelssohn Bartholdy. Er komponierte sie 1830 auf seiner "Kavalierstour"
durch Italien in Rom. Die Oper in vier Akten "Wilhelm Tell" von Gioachino Rossini, uraufgeführt 1829 an der Pariser Oper, dauert fünf Stunden - was erklärt, warum sie nur selten
in voller Länge aufgeführt wird, ganz im Gegensatz zur Ouvertüre und deren berühmtem, spritzigem Finale "Allegro vivace", einem Highlight dieses Konzertprogramms.
Zusatzinfo:
Myung-whun Chung, geboren 1953 in Seoul, ist ein südkoreanischer Pianist und Dirigent. Als Dirigent debütierte er 1971 mit dem Koreanischen Symphonie-Orchester. 1978 beendete er seine
Ausbildung an der Juilliard School in New York und wurde Assistent von Carlo Maria Giulini beim Los Angeles Philharmonic Orchestra. 1981 verließ Chung die USA und übernahm in den
folgenden Jahren verschiedene Dirigate in Europa. Von 1984 bis 1990 leitetete er das Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken und übernahm die musikalische Leitung an der Pariser Opéra Bastille
(1989-1994). Daneben war er von 1987 bis 1992 Erster Gastdirigent am Teatro Communale in Florenz. 1986 dirigierte er erstmals an der New Yorker Metropolitan Opera, weitere Engagements an
den Opernhäusern von San Francisco, Monte Carlo und Genf folgten. Seit 1997 ist er Ehrendirigent der Accademia nazionale di Santa Cecilia in Rom. 1997 wurde er Chefdirigent des Asia
Philharmonic Orchestra. Das Jahr 2000 markiert seine Rückkehr nach Paris: Seitdem bekleidet er das Amt des musikalischen Direktors des Orchestre Philharmonique de Radio France und ist daneben
seit 2001 auch künstlerischer Berater des Tokyo Symphony Orchestra. 2006 wurde Chung zum Chefdirigenten des Seoul Philharmonic Orchestra. Gastspiele führen ihn an die renommiertesten
Opernhäuser und Konzertpodien weltweit. Myung-whun Chung wurde in seiner musikalischen Karriere bereits mehrfach ausgezeichnet: In Italien erhielt er den Premio Abbiati und den Arturo
Toscanini-Preis, in Frankreich wurde er 1992 zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Ferner wurde er 1991 von der Vereinigung französischer Theater- und Musikkritiker zum "Künstler des
Jahres" gewählt; außerdem errang er dreimal einen Preis bei den französischen "Victoires de la Musique".
Sonntag, 01.04. / 00.30 Uhr / Europäische Musikakademie ~ Auszüge aus "La Finta giardiniera", Mozart Musik, Frankreich, 2010, ARTE F 59 Min. Regie: Andy Sommer Inszenierung: Emmanuelle Cordoliani Mit:
Layla Claire (Sopran), Elena Galitskaya (Sopran), Tehila Nini Goldstein (Sopran), Lina Johnson (Sopran), Mélodie Ruvio (Sopran), Ingeborg Schübeler Gillebo (Mezzosopran), Joshua Stewart
(Tenor), Ole Morten Velde (Tenor), Ronan Collett (Bariton), Christian Eberl (Bariton), Simon Duus Svendsen (Bassbariton)
Erstausstrahlung
Verwicklungen, Verwechslungen und
Verleugnungen: In Wolfgang Amadeus Mozarts "La Finta giardiniera" (Die Gärtnerin aus Liebe) versucht Graf Belfiore, seine Geliebte, die Gräfin Violante Onesti, zu erdolchen. Dann
flieht er, nicht wissend, dass sie den Anschlag überlebt hat ... ARTE zeigt konzertante Auszüge aus der musikalischen Komödie, die beim Festival von Aix-en-Provence im Jahr 2010 für ARTE
aufgezeichnet wurden. Zu hören sind die jungen Sänger der Europäischen Musikakademie.
Die Handlung spielt auf dem Landgut von Don Anchise. Dort treibt die Liebe seltsame Blüten. Der
Hausherr ist in Sandrina verliebt, die Cousine seines Gärtners Nardo. Doch die will partout nichts von ihm wissen und ist auch nicht die, die sie vorgibt zu sein. Mozarts "dramma
giocoso" aus dem Jahr 1775 - ursprünglich für den Münchner Karneval komponiert - treibt die Verwicklungen und Verwechslungen aus der Opera Buffa auf die Spitze, während die dramatischen
Arien dem Stoff zugleich eine gefühlsbetonte Intensität geben. ARTE zeigt Auszüge aus einer konzertanten Aufführung, die von Emmanuelle Cordoliani in Szene gesetzt wurde und im Rahmen des
Opernfestivals in Aix-en-Provence im Jahr 2010 gezeigt wurde. Es singen die jungen Interpreten der Europäischen Musikakademie. Diese jungen Sänger wurden im Rahmen einer Sommerakademie
des renommierten französischen Opernfestivals gefördert. Bei diesem Nachwuchsförderprogramm werden die jungen Künstler zu Workshops eingeladen und bekommen so die Gelegenheit, das in den
Seminaren Erarbeitete im Anschluss auf die Bühne zu bringen.
Sonntag, 01.04. / 03.25 Uhr / Wahnsinnige Kunst (1/2): Das unerhörte Genie Dokumentation, Deutschland, 2006, SWR 26 Min. Regie: Christian Beetz Der Film zeigt die weltweit bedeutendste Sammlung von Bildern,
Skulpturen und Texten aus psychiatrischen Kliniken: die Heidelberger Sammlung Prinzhorn. Diese hat dem Regisseur Christian Beetz ihre Archive und Magazine geöffnet. Ans Licht kommen ebenso
faszinierende wie verstörende Werke. Allesamt entstanden vor etwa hundert Jahren, hinter hohen Anstaltsmauern und vergitterten Fenstern und Türen, unter heute kaum noch vorstellbaren
Umständen. Die Künstler bezeichnete der Psychiater und Kunsthistoriker Hans Prinzhorn selbst als "schizophrene Meister".
Der Filmemacher Christian Beetz wagt sich an ein
heikles Thema: das künstlerische Schaffen psychisch Kranker aus verschiedenen psychiatrischen Anstalten, gesammelt in der Heidelberger Prinzhorn-Sammlung. Der Ursprung der Sammlung geht
zurück ins Jahr 1919: Der damals als Assistenzarzt an der Heidelberger Universitätsklinik tätige Psychiater und Kunsthistoriker Hans Prinzhorn (1886-1933) forderte in einem Rundschreiben die
Leiter psychiatrischer Anstalten im In- und Ausland auf, schöpferische Erzeugnisse ihrer Patienten zu schicken. Tausende von Objekten, die noch heute den Grundstock der Sammlung bilden,
fanden den Weg nach Heidelberg. Hans Prinzhorn selbst hat einige Patienten-Künstler besucht und in seinem Buch "Bildnerei der Geisteskranken" als "schizophrene
Meister" gewürdigt. Die Lebensgeschichten der meisten blieben jedoch über Jahrzehnte im Dunkeln. Und obwohl Prinzhorns Buch in Künstlerkreisen stark beachtet wurde und sogar zur
"Bibel des Surrealismus" avancierte, kamen die Schicksale erst in den letzten Jahren nach und nach an den Tag. Christian Beetz nimmt in seinen beiden Dokumentationen diese
biografischen Spuren auf und verknüpft sie mit den Kunstwerken sowie Statements von Medizinern und Kunsthistorikern zu einer fesselnden Geschichte der Sammlung Prinzhorn und ihrer
"Meister".
Zusatzinfo: Die in den 20er Jahren zu einiger Berühmtheit gelangten Werke der Sammlung Prinzhorn wurden 1938 vom damaligen Leiter der Heidelberger Klinik der
nationalsozialistischen Wanderausstellung "Entartete Kunst" zur Verfügung gestellt und somit zur Diffamierung avantgardistischer Kunst missbraucht. Auf der Liste der Leihgaben
standen Skulpturen des Holzschnitzers Karl Genzel und Bilder von Franz Karl Bühler. Der ehemalige Kunstschmied Bühler wurde wie Tausende anderer Psychiatrie-Patienten Opfer der
nationalsozialistischen Euthanasie. Nach 42 Jahren in psychiatrischen Anstalten wurde er im März 1940 in Grafeneck ermordet. Die Werke der Sammlung Prinzhorn überdauerten den Zweiten
Weltkrieg und gerieten danach in Vergessenheit. Erst seit den 60er Jahren begann man den wertvollen Bestand zu archivieren und zu restaurieren. Seit 2001 hat die Sammlung Prinzhorn ein
eigenes Museum in Heidelberg.
Sonntag, 01.04. / 03.55 Uhr / Wahnsinnige Kunst (2/2): Der gewebte Schmerz Dokumentation, Deutschland, 2007, SWR 26 Min. Regie: Christian Beetz
Die weltweit bedeutendste Sammlung von Bildern, Skulpturen
und Texten aus psychiatrischen Kliniken, die Heidelberger Sammlung Prinzhorn, wurde dem Regisseur Christian Beetz zugänglich gemacht. Ans Licht kommen ebenso faszinierende wie verstörende
Werke, Schöpfungen von unverstellter Direktheit und Kraft - entstanden vor etwa 100 Jahren, hinter hohen Anstaltsmauern und vergitterten Fenstern und Türen, unter heute kaum noch
vorstellbaren Umständen. Die Künstler bezeichnete der Psychiater und Kunsthistoriker Hans Prinzhorn selbst als "schizophrene Meister".
Der Ursprung der Sammlung Prinzhorn in
Heidelberg geht zurück ins Jahr 1919: Der damals als Assistenzarzt an der Heidelberger Universitätsklinik tätige Psychiater und Kunsthistoriker Hans Prinzhorn (1886 - 1933) forderte in einem
Rundschreiben die Leiter psychiatrischer Anstalten im In- und Ausland auf, schöpferische Erzeugnisse ihrer Patienten zu schicken. Das Echo war enorm: Tausende von Objekten, die noch heute den
Grundstock der Sammlung bilden, fanden den Weg nach Heidelberg. Hans Prinzhorn selbst hat einige Patienten-Künstler besucht und in seinem Buch "Bildnerei der Geisteskranken" als
"schizophrene Meister" gewürdigt. Die Lebensgeschichten der meisten blieben jedoch über Jahrzehnte im Dunkeln. Und obwohl Prinzhorns Buch in Künstlerkreisen stark beachtet wurde und
sogar zur "Bibel des Surrealismus" avancierte, kamen die Schicksale erst in den letzten Jahren nach und nach an den Tag. Christian Beetz nimmt in seinen Dokumentationen diese
biografischen Spuren auf und verknüpft sie mit den Kunstwerken sowie Statements von Medizinern und Kunsthistorikern zu einer ansprechenden und fesselnden Geschichte der Sammlung Prinzhorn und
ihrer "Meister". Die in den 20er Jahren zu einiger Berühmtheit gelangten Werke der Sammlung Prinzhorn wurden 1938 vom damaligen Leiter der Heidelberger Klinik der
nationalsozialistischen Wanderausstellung "Entartete Kunst" zur Verfügung gestellt und somit zur Diffamierung von avantgardistischer Kunst missbraucht. Auf der Liste der Leihgaben
standen Skulpturen des Holzschnitzers Karl Genzel und Bilder von Franz Karl Bühler. Der ehemalige Kunstschmied Bühler wurde wie Tausende anderer Psychiatrie-Patienten Opfer der
nationalsozialistischen Euthanasie; nach 42 Jahren in psychiatrischen Anstalten wurde er im März 1940 in Grafeneck ermordet. Die Werke der Sammlung Prinzhorn überdauerten den Zweiten
Weltkrieg und gerieten danach in Vergessenheit. Erst seit den 60er Jahren begann man den wertvollen Bestand zu archivieren und zu restaurieren. Seit 2001 hat die Sammlung Prinzhorn ein
eigenes Museum in Heidelberg. Der Film "Der gewebte Schmerz" zeigt an ausgewählten, vor allem textilen Werken von Psychiatrie-Patientinnen die besondere Situation von Frauen in
Anstalten um 1900. Als herausragende und untypische Person tritt die Malerin Else Blankenhorn hervor. Ihre Bilder hatten großen Einfluss auf den Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner und
wirkten so in die Kunst der Moderne hinein.
Dienstag, 03.04.. / 06.00 Ihr / Balkan-Soul und Gypsy-Blues Musik, Deutschland, 2007, HR 53 Min.
Regie: Alexander C. Stenzel
Sie kommen aus rumänischen Dörfern und den Slums von Skopje: legendäre Roma-Orchester aus Osteuropa, Sänger und Blaskapellen vom Balkan. Sie leben in
abgelegenen Dörfern und in den chaotischen Roma-Vierteln der Städte. Jahrzehntelang war diese Musik hinter dem Eisernen Vorhang von der restlichen Welt abgeschnitten. Seit den 90er Jahren
aber gibt es eine Aufbruchstimmung. Emigranten aus der Balkan-Region haben ihre Heimatklänge in die Welt getragen. Ihre Musikinstrumente sind zerbeult und abgenutzt; ihre Musik jedoch ist
längst in den Konzertsälen der ganzen Welt angekommen.
Mit atemberaubendem Geigenspiel begeistern die Taraf de Haidouks ihr Publikum; die Fanfare Ciocarlia mit rasend schneller
Blasmusik. Esma Red?epova, als "Queen of the Gypsies" bekannt, lässt indische Klänge in ihre Musik einfließen, aber auch persische und spanische Sounds. Ob aus Mazedonien wie das
Original Kocani Orchestar, der Ukraine oder aus Rumänien: Diese Musik wäre undenkbar ohne die Sinti und Roma der jeweiligen Region. Die Dokumentation nimmt den Zuschauer mit auf eine
Reise durch das südöstliche Ende Europas, dessen Musik so vielfältig ist wie seine Sprachen. Die Klänge zeigen Einflüsse aus dem Orient, besonders der Türkei, und sogar aus Indien. Sie sind
geprägt durch jüdische, ungarische und deutsche Musiktraditionen. Die Musik der Roma geht aber auch heute immer wieder neue Verbindungen ein - bis hin zum Gypsy Punk von Eugene Hütz, dem
Bandleader von Gogol Bordello. Er hat mit seiner Musik auch die MTV-Generation erreicht.
Der Film von Alexander Stenzel zeigt die Bandbreite und Wandlungsfähigkeit einer faszinierenden Musik, die sich auf einem weltweiten Siegeszug befindet.
Mittwoch, 04.04. / 06.00 Uhr / Tanz auf der Orgel mit Iveta Apkalna Musik, Lettland, 2008, ZDF 43 Min.
Regie: Peter Schlögl Orchester: Kremerata Baltica Mit: Iveta Apkalna (Orgel)
Enthusiasmus, Virtuosität und Sinnlichkeit: Die junge lettische Organistin und Echopreisträgerin
Iveta Apkalna verzaubert Kritiker und Konzertbesucher gleichermaßen. Wenn sie die Tasten einer Orgel anschlägt, erinnert das an Meeresrauschen. Ob auf der Orgel im Dom zu Riga, in der Essener
Philharmonie oder im österreichischen Lockenhaus, sie experimentiert feinsinnig mit den verschiedenen Klangfarben ihres Instruments. Bei ihrer Interpretation von Bach, Widor, Glass, oder
Poulenc fegt durch die alten Orgelpfeifen stets ein frischer Wind.
Die gebürtige Lettin vermag den Klangreichtum der Orgel zu nutzen wie kaum jemand sonst: Sei es die Kontrapunktik
eines Johann Sebastian Bach, die Virtuosität der Stücke von Charles-Marie Widor oder der meditative Fluss der Musik von Philip Glass - stets überraschen die klangliche Wucht und die
Vielfarbigkeit ihres Spiels. Der Film nimmt den Zuschauer mit auf eine bisweilen rauschhafte Reise der Musik und der Bilder. Ein Höhepunkt ist Poulencs Orgelkonzert in g-Moll, bei dem
Iveta Apkalna vom Orchester Kremerata Baltica unterstützt wird. "Orgeln sind majestätische Instrumente", sagt Iveta Apkalna, "man muss Respekt vor ihnen haben." Und:
"Sie sind männlich, ganz klar." Diese Anschauung mag die besondere Beziehung der jungen Instrumentalistin zu ihrem Instrument erklären. Jede Orgel ist ein Freund, dessen Stärken und
Schwächen man kennen und schätzen sollte. Dann funktioniert die Beziehung perfekt - ganz gleich, ob sie auf Dauer angelegt ist oder nur eine kurze Affäre bleibt. Wenn Iveta Apkalna
spielt, klingt es, als verliehen ihre Finger der Orgel Flügel, so leicht kommt das sonst doch eher etwas schwerfällige Instrument daher. Doch auch eine Musikerin von ihrem Kaliber hat nur
zwei Hände und zwei Füße: Das ausladende Instrument meistert sie mit Hilfe ihres Assistenten, dem Registranten, der die Register zieht und schiebt und der Orgel damit unerhörte Klänge
entlockt. Das Zusammenspiel der beiden mutet des Öfteren fast an wie eine Choreographie. Lettland ist die Heimat der Musikerin, die Orgel im Dom zu Riga ist ihr Lieblingsinstrument. Doch
was die eine Orgel kann, klingt bei der anderen vielleicht noch besser. Zu hören und zu sehen ist Iveta Apkalna deshalb auch in Lockenhaus und auf der Orgel der Essener Philharmonie. Auf
letzterer spielt sie Philip Glass' "Dance No.4" - ein Stück, das kongenial in die Bilder des Films übertragen wird.
Zusatzinfo: Iveta Apkalna wurde in Rezekne (Lettland)
geboren und studierte Klavier und Orgel an der J. Vitols Musikakademie in Riga. Beide Instrumente absolvierte sie 1999 jeweils mit Auszeichnung. Daraufhin erhielt sie ein Stipendium für ein
künstlerisches Aufbaustudium an der London Guildhall School of Music and Drama und schloss im Jahr 2000 das Music Performance Diploma mit Auszeichnung ab. Im Oktober 2003 erhielt sie beim
dritten Internationalen Mikael Tariverdiev Orgelwettbewerb unter der Schirmherrschaft von Vladimir Putin, der von Russlands Medien auf eine Stufe mit den Tschaikowsky-Wettbewerben in Moskau
gestellt wird, den ersten Preis sowie vier weitere Extrapreise. Im Jahr 2002 wurde sie bei der Royal Bank Calgary International Organ Competition in Calgary, Kanada, mit dem für
Organisten maßgebenden Bachpreis ausgezeichnet und damit als zweite Frau überhaupt in der Geschichte des Wettbewerbes. Spätestens seit Calgary war sie nun auch international bekannt,
gastierte bei verschiedenen internationalen Musikfestivals und gab in ganz Europa und Übersee Solokonzerte für Orgel. Regelmäßig spielt sie Orgelkonzerte im Dom von Riga. 1993 war Iveta
die offiziell für den Papstbesuch Johannes Paul II. bestellte Organistin an der lettischen Aglonas Basilika. Im März 2004 wurde Iveta in Riga ein Grand Latvian Music Award für besondere
Leistungen auf dem Gebiet der Musik verliehen - erst zum zweiten Mal in der langen Tradition dieses Preises erlangt so das Fach Orgel diese im lettischen Musikleben höchst begehrte
Auszeichnung. 2005 erlangte die Organistin einen der renommiertesten Musikpreise in Europa, den Echo-Klassik, in der Kategorie "Instrumentalistin des Jahres" zusammen unter
anderem mit Anne-Sophie Mutter und Hélène Grimaud. Es ist das erste Mal in der Historie dieses Preises der Deutschen Phonoakademie, dass das Instrument Orgel für einen Echo berücksichtigt
wurde.
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