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Klassik XXL ~Höhepunkte im ZDF Musikprogramm / Juli bis Dezember 2010
Zwischen Markt und Marke Musikfernsehen in der digitalen Welt
“Schnelllebigkeit und Konkurrenzdruck prägen heute die Fernsehlandschaft. Die Vielfalt und die nahezu uneingeschränkte Verfügbarkeit digitaler Angebote haben zu
einer grundlegenden Veränderung im Konsumverhalten der Fernsehzuschauer geführt, die jede Programmentscheidung berücksichtigen muss.
Die Möglichkeiten und Folgen der Digitalisierung
trafen zuerst und massiv den Musikmarkt und sind auch am Musikfernsehen nicht spurlos vorüber gegangen. Für den Programmbereich Musik des ZDF wachsen daraus große Herausforderungen, denen wir
mit einer dreiteiligen Strategie begegnen: der Hochwertigkeit unserer Musik-Produktionen, der Konzentration auf Programmmarken und die Ausweitung des Angebots.
Drei wichtige
Programmmarken werden in diesem Jahr weiter gestärkt: "Echo der Stars", eines der wertvollsten Labels der Klassik-Branche, gehört zum Marken-Kern des ZDF und bekommt mit Thomas
Gottschalk als Moderator einen neuen Fürsprecher. Die traditionsreiche "Sommernachtsmusik" geht 2010 mit David Garrett, dem erfolgreichsten Grenzgänger zwischen Klassik und Pop,
neue Wege. Und das ehrwürdige Silvesterkonzert, seit über 30 Jahren Teil des ZDF-Pro gramms, findet zum ersten Mal in der attraktiven Kulisse der Semperoper statt.
Die Strategie der
Konsolidierung etablierter Marken wird ergänzt durch die Suche nach anderen Formaten mit neuartigen Erzählansätzen. Zwei starke Beispiele stehen dafür: "Die Kunst der Verführung"
und "Viva Mexiko!" Im Mittelpunkt dieser innovativen Filme stehen große Künstler, Cecilia Bartoli und Rolando Villazón – zwei Versuche, die TV-Zuschauer mit zeitgemäßen
dokudramatischen Mitteln in die Welt der Musik zu entführen.
Die Angebote des Programmbereichs Musik reichen über Dokus und Konzerte hinaus auch ins unterhaltsame Genre: Eine
ungewöhnliche Show wie "Götz Alsmanns Nachtmusik" hat auf dem Markt ihr Publikum gefunden. Außerdem bedient die Mannschaft des Programmbereichs auch Farben wie "Die Top 10 des
Himmels", eine inzwischen etablierte Musikmarke für die Festtage, bis hin zu Chartshows und Formaten für die junge Szene der Popwelt auf ZDFneo.
Die Hochwertigkeit all dieser
Produktionen sichert uns eine führende Rolle auf dem weltweiten Musikmarkt. Bei internationalen Koproduktionen wie dem außergewöhnlichen Opernprojekt "Rigoletto" mit Plácido Domingo
in der Titelrolle – einem in seinen künstlerischen und technischen Anforderungen einmaliger Event – ist das ZDF ein unverzichtbarer Partner geworden.
Nur durch diese breite
Positionierung zwischen Konzerten, Dokumentationen und neuen Formatideen kann sich Musik im Fernsehen überhaupt noch behaupten. Nur durch die Stärkung bekannter Marken bei gleichzeitiger
Entwicklung innovativer und überraschender Programmideen kann das ZDF-Musikprogramm weiterhin im Angebotsdickicht sichtbar bleiben. Wir gehören nicht zu den Getriebenen, sondern zu den
Gestaltern des Marktes.“ Anca-Monica Pandelea Leiterin des ZDF-Programmbereichs Musik
Auf einen Blick: Höhepunkte des ZDF-Musikprogramms Juli bis Dezember 2010
Freitag, 9. Juli 2010, 22.15 Uhr: Sommernachtsmusik mit David Garrett Open-Air-Konzert aus der Berliner Wuhlheide Special Guest: Elīna Garanča
Freitag, 6. August 2010, 23.30 Uhr: Die Kunst der Verführung Auf den Spuren der Kastraten Film von Stefan Schneider und Cristina Trebbi
Freitag, 13. August 2010, 23.30 Uhr: Viva Mexiko! Ein musikalisches Roadmovie mit Rolando Villazón Film von Peter Schönhofer
Samstag und Sonntag, 4. und 5. September 2010:
Domingo in Mantua Verdis "Rigoletto" als Live-Opern-Film Mit Plácido Domingo, Vittorio Grigolo, Julia Novikova u.a. Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI Musikalische Leitung: Zubin Mehta
Sonntag, 17. Oktober 2010, 22.00 Uhr: Echo der Stars Gala zur Verleihung des ECHO Klassik 2010 Aus der Philharmonie Essen Moderation: Thomas Gottschalk Musikalische Leitung: Andrey Boreyko
Voraussichtlich Oktober 2010: In der Werkstatt Beethovens Die Neunte, Thielemann und die Wiener Philharmoniker Film von Anca-Monica Pandelea und Christoph Engel
Sonntag, 28. November 2010, 18.00 Uhr: Adventliche Festmusik aus Dresden Galakonzert aus der Frauenkirche Mit Anna Netrebko, Sächsische Staatskapelle Dresden, Chor der Sächsischen Staatsoper u.a.
Sonntag, 19. Dezember 2010, 23.30 Uhr: Götz Alsmanns Nachtmusik (Mitwirkende standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest)
1. Weihnachtstag, 25. Dezember 2010, 12.30 Uhr:
Die Top 10 des Himmels Marshall & Alexander präsentieren die schönsten Lieder und Kirchen des Landes
Freitag, 31. Dezember 2010, 17.30 Uhr
Silvesterkonzert aus der Semperoper Live aus Dresden Mit Renée Fleming, Chor der Sächsischen Staatsoper, Dresden SemperOper Ballett, Sächsische Staatskapelle Dresden u.a. Musikalische
Leitung: Christian Thielemann
Freitag, 9. Juli 2010, 22.15 Uhr Sommernachtsmusik mit David Garrett Open-air-Konzert aus der der Berliner Wuhlheide
Regie Frank Hof Produktion ZDF Redaktion Tobias Feilen, Timo Rieth
Mitwirkende: David Garrett Elīna Garanča Neue Philharmonie Frankfurt
Moderation: Eva Maria Grein
David Garrett, der Rockstar unter den Klassikkünstlern, gibt in Berlin ein seit Monaten ausverkauftes Open-Air-Konzert – das ZDF zeigt die Highlights. Mit
seiner Mischung aus Klassik, Pop und Eigenkompositionen begeistert der Geigenvirtuose das Klassikpublikum und die MTV-Generation gleichermaßen. Er erobert Spitzenpositionen in den Pop-Charts
und räumt außerdem wichtige Preise wie den ECHO Klassik und die Goldene Kamera ab.
15.000 Fans in der Berliner Wuhlheide und die ZDF-Zuschauer erleben ein Konzert der Sonderklasse:
eine imposante Bühne, eine spektakuläre Lightshow und ein Programm, das von Klassik über Kino-Soundtracks bis Pop keine Grenzen kennt und alle Genres vereint. Begleitet von großem
Sinfonieorchester und Band spielt David Garrett Rockhymnen wie "Nothing Else Matters" von Metallica, bombastische Filmmusik-Arrangements wie "Fluch der Karibik" und
berühmte Klassiker wie den "Ungarischen Tanz Nr. 5" von Johannes Brahms oder Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten".
Als Special Guest begrüßt Garrett die lettische
Mezzosopranistin Elīna Garanča. Der weltweit gefeierte Klassikstar singt eine der berühmtesten Arien überhaupt: die "Habanera" aus Georges Bizets Oper "Carmen".
Eva-Maria Grein, bekannt als Hochzeitsplanerin der ZDF-Reihe "Kreuzfahrt ins Glück" und Moderatorin der ZDF-"Frühlingsshow", begleitet die Zuschauer durch den
Abend. Sie holt David Garrett am Hotel ab, plaudert mit ihm in der Konzertpause backstage und gesellt sich zu seinen begeisterten Fans im Publikum.
David Garrett Geboren
wurde David Garrett 1980 in Aachen als Sohn eines deutschen Juristen und einer US-amerikanischen Tänzerin. Mit vier bekam er bereits die erste Violine geschenkt, mit zehn hatte er den ersten
öffentlichen Auftritt mit den Hamburger Philharmonikern, mit elf gab er bei Justus Frantz in "Achtung – Klassik" sein Fernsehdebüt im ZDF, und mit zwölf stand er mit Yehudi Menuhin
auf der Bühne. Zwei Jahre später hatte er bereits einen Exklusiv-Vertrag bei einer Plattenfirma.
Menuhin pries sein Spiel als "einfach wunderbar", Isaac Stern nannte ihn
einen "der talentiertesten 14-Jährigen, die ich je gehört habe." Das Etikett "Wunderkind" sieht er jedoch kritisch: "Ich habe von klein auf knochenhart dafür
gearbeitet", sagte er in einem Interview und berichtet von einer nicht einfachen Kindheit ohne soziale Kontakte. Nach dem Abitur siedelte er nach New York über und studierte dort als
Meisterschüler von Itzhak Perlman an der renommierten Juilliard School. Danach war er erst einmal pleite und finanzierte sein Leben unter anderem als Barkeeper und Model.
Inzwischen
hat sich David Garrett in der Musikszene zurückgemeldet, seine CDs erobern eindrucksvoll die deutschen Pop-Charts: "Virtuoso" erreichte 2007 Platz 32, "Encore" kam 2008
auf Platz 7 und das rein klassische Album "Classic Romance" stürmte sogar auf Platz 4. Ein Erfolg, wie er vor 20 Jahren zuletzt den legendären "3 Tenören" gelang.
Elīna Garanča Vater Dirigent, Mutter Liedinterpretin und Stimmbildnerin – Elīna Garanča wurde 1976 als Kind einer musikalischen Familie in Riga geboren. Ein
Album mit Aufnahmen der legendären Joan Sutherland war es angeblich, das in ihr den Wunsch weckte, Opernsängerin zu werden. 1996 ging sie an die Lettische Musikakademie in ihrer Heimatstadt.
Noch während ihres Studiums hatte sie ein einschneidendes Erlebnis: 1998 sang sie nach nur zehn Tagen Vorbereitungszeit die Rolle der Giovanna Seymour in "Anna Bolena" – und
entdeckte eine tiefe Affinität zum Belcanto-Repertoire. Dem Examen folgte ein Engagement am Staatstheater Meiningen. Großes Aufsehen erregte sie mit ihren Erfolgen beim Internationalen
Mirjam-Helin-Gesangswettbewerb 1999 und beim BBC Cardiff Singers of the World 2001. Über die Oper Frankfurt kam Elīna Garanča an die Wiener Staatsoper, wo sie 2003 als Lola in
Mascagnis "Cavalleria rusticana" debütierte. Noch im sel-ben Jahr übernahm sie erstmals eine Partie bei den Salzburger Festspielen: In Mozarts "La clemenza di Tito" gab
sie den Annio. In den vergangenen Jahren hat Elīna Garanča an den wichtigsten Stätten des Musiktheaters gesungen und glänzte zudem als vielgebuchte und umjubelte Lied- und
Konzertsängerin. Im Sommer 2007 gab sie als Dorabella in Mozarts "Così fan tutte" ihr Debüt am Royal Opera House in London, im Januar 2008 trat sie als Rosina in "Der Barbier
von Sevilla" erstmals an der New Yorker Metropolitan Opera. Zurzeit steht sie als Carmen in Georges Bizets gleichnamiger Oper auf den Bühnen der Welt – die Presse jubelt: "Die
Opernwelt hat eine neue, ideale Carmen!"
Eva-Maria Grein Eva-Maria Grein wurde 1980 geboren. Schon als Kind besuchte sie eine Ballettschule. Nach dem Abitur war sie in
New York Gaststudentin am Broadway Dance Studio sowie am Alvin Ailey American Dance Center. Zusätzlich belegte sie private Gesangsstunden an der Würzburger Musikhochschule. 1999 ging
Eva-Maria Grein nach München an die Bayerische Theaterakademie "August Everding" im Prinzregententheater. Noch während des Studiums wurde sie ans Staatstheater am Gärtnerplatz
engagiert. Von 2001 bis 2004 gehörte sie zum Ensemble der Bregenzer Festspiele. Nach dem Diplom holte Walter Plathe sie ans Berliner Theater am Kurfürstendamm. Dort war sie unter anderem in
der Erfolgsproduktion "Swinging Berlin" zu erleben.
Ihre Erfahrungen als Musical-Darstellerin ebneten ihr schließlich auch den Weg vor die Kamera. Nach den Kinoproduktionen
wie "Mädchen, Mädchen II" (2003) und "Aus der Tiefe des Raumes" (2004) folgten erste Fernsehrollen. Dem ZDF-Publikum ist Eva-Maria Grein vor allem als Hauptdarstellerin
der Telenovela "Leben für die Liebe" (2006) sowie als Hochzeitsplanerin in der Reihe "Kreuzfahrt ins Glück" (seit 2007) bekannt geworden. Seit 2009 präsentiert Eva-Maria
Grein zusammen mit Ingo Nommsen die "Frühlingsshow" im ZDF.
Freitag, 6. August 2010, 23.30 Uhr Die Kunst der Verführung Auf den Spuren der Kastraten
Ein Film von Stefan Schneider und Cristina Trebbi Produktion Gruppe 5 Filmproduktion, Köln Redaktion Jörg Hitzemann
Sie wurden verehrt, bewundert, geliebt, sie waren so
berühmt wie heutzutage Fußball- oder Popstars: die italienischen Kastratensänger des 17. und 18. Jahrhunderts. Mit ihren unvergleichlichen Stimmen und ihrer virtuosen Gesangstechnik
versetzten sie das Publikum in ganz Europa in Verzückung.
Eine musikalisch glanzvolle Zeit, die aber auch voller Widersprüche war, in der Schönheit und Grausamkeit, Pracht und Elend
aufeinander prallten. Denn nie zuvor und danach wurden im Namen der Musik so viele Opfer gebracht, so viele Knaben verstümmelt, damit einige wenige von ihnen mit ihrem kunstvollen und
engelsgleichen Gesang die barocke Musikwelt in Entzückung versetzen konnten.
"Die Kunst der Verführung" setzt dieses faszinierende und zugleich grausame Kapitel der
Musikgeschichte in Szene. Die Protagonisten des Films sind Farinelli, der berühmteste aller Kastraten, und die Mezzosopranistin Cecilia Bartoli. Sie hat viele der mittlerweile in
Vergessenheit geratenen Kastraten-Arien wieder entdeckt. Sie gehören zum Anspruchsvollsten und Schönsten, das je für die menschliche Stimme komponiert wurde. Im Film leiht Cecilia Bartoli
ihre Stimme Farinelli und führt uns mit ihrem Gesang vom Heute zum Damals, von der Dokumentation zur Inszenierung.
Cecilia Bartoli spricht auch die Schattenseiten der gängigen
Kastrationspraxis an. Denn ausgeschlossen von der barocken Bühne blieben die unzähligen namenlosen Opfer der Verstümmelung. Von skrupellosen Impresari den mittellosen Eltern abgekauft, wurden
oft auch Jungen kastriert, deren Stimme den hohen Ansprüchen nicht genügte. So wurden Jahr für Jahr allein in Neapel rund 4000 Jungen kastriert. Wer es nicht auf die Opernbühne schaffte, fand
vielleicht noch Platz in den Kirchenchören oder tingelte mit Gauklern durchs Land.
Im Film kommen schließlich Experten zu Wort, die den medizinischen Aspekt der Kastration beleuchten.
Sie klären den Mythos der Liebeskraft der Kastraten auf, die als perfekte Gespielen für Männer wie für Frauen galten und von wohlhabenden Damen oftmals als Gigolos ausgehalten wurden.
Denn eine märchenhafte Karriere und den strahlenden Ruhm eines Farinelli erlebten tatsächlich nur die wenigsten.
Freitag, 13. August 2010, 23.30 Uhr Viva Mexiko! Ein musikalisches Roadmovie mit Rolando Villazón
Film von Peter Schönhofer Produktion ZDF Redaktion Jörg Hitzemann
Mexiko hat in diesem Jahr gleich zwei Gründe zu feiern: 200 Jahre Unabhängigkeit von Spanien und 100
Jahre Revolution, die die Abschaffung der Oligarchie und umfangreiche Sozialreformen zur Folge hatte. Rolando Villazón, gefeierter Tenor und Kulturbotschafter seines Landes, besucht aus
diesen Gründen seine Heimat und gibt Konzerte mit traditionellen mexikanischen Liedern. Das ZDF begleitet Villazón auf seiner Reise und mit seiner Musik durch Mexiko.
Der Musikfilm
hat den Charakter eines ganz besonderen Roadmovies: für Rolando Villazón, der bei der Autofahrt durch Mexiko sein Land wieder- und neu entdeckt, und für den Zuschauer, der Mexiko durch ihn
auf eine sehr persönliche, durch die Musik sehr sinnliche und oft auch überraschende Weise kennenlernt. Der Film zeigt Villazón bei seinen Konzerten, bei Treffen mit Freunden und Musikern, in
seiner Heimatstadt Mexiko City, beim Besuch von Sehenswürdigkeiten und außergewöhnlichen Plätzen und Orten in Mexiko. Er tritt dabei als ebenso lebhafter wie leidenschaftlicher Reiseführer
auf und spricht über seine Musik, seine Heimat und damit letztlich auch über sich selbst.
Drehorte sind u. a. Mexiko City, die alte Kolonialstadt Guanajuato, die Azteken-Pyramiden von
Teotihuacan, die Ausgrabungsstätte Monte Alban und schließlich Acapulco, wo die Reise mit einem Konzert endet. Als Soundtrack des Films dienen die mexikanischen Lieder, die Villazón auf der
Bühne singt: Kompositionen von Agustin Lara, Maria Grever, Consuelo Velázquez und anderen. Darunter sind viele Klassiker wie "Bésame mucho", "Júrame" und "Solamente
una vez".
Die Handschrift des Films wird lebendig, spontan und abwechslungsreich sein, ohne dabei auf Momente des Innehaltens und der Reflexion zu verzichten – also der komplexen
Persönlichkeit Rolandos und der kulturellen Vielfalt seiner mexikanischen Heimat entsprechen.
Samstag und Sonntag, 4. und 5. September 2010 Domingo in Mantua Verdis "Rigoletto" als Live-Opern-Film
Regie Marco Bellocchio Produktion rada film
Mitwirkende Plácido Domingo (Rigoletto) Vittorio Grigolo (Herzog) Julia Novikova (Gilda) u.a.
Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI Musikalische Leitung: Zubin Mehta
Es war die bis dahin spektakulärste Opernübertragung aller Zeiten und eines der großen Fernsehereignisse
des letzten Jahrzehnts, als 1992 Puccinis "Tosca" live im ZDF und in über 30 weiteren Ländern übertragen wurde. Mit immensem technischem und organisatorischem Aufwand wurde da ein
neues Genre geschaffen, der "Opern-Live-Film". Plácido Domingo, Catherine Malfitano und Ruggero Raimondi agierten nicht auf der Opernbühne, sondern sangen (live und zu den
Tageszeiten der Handlung) an den Originalschauplätzen in Rom, der Kirche Sant'Andrea della Valle, dem Justizpalast (heute Sitz der französischen Botschaft) und der Engelsburg.
Nach
demselben Verfahren kam acht Jahre später "La Traviata" aus Paris auf die Bildschirme in über 100 Ländern. Ein sensationeller Erfolg nicht nur beim Fernsehpublikum, sondern auch bei
den Juroren internationaler Festivals: Beide Produktionen wurden vielfach ausgezeichnet und gewannen unter anderem 7 Emmy Awards, den "Prix Italia" und den BAFTA-Preis als
"Bestes TV-Programm weltweit".
Im September 2010 steht nun Giuseppe Verdis großes Operndrama "Rigoletto" auf dem Plan; gespielt, gesungen und inszeniert an den
originalen Schauplätzen, die Verdi vor Augen hatte, als er Victor Hugos Versdrama "Le roi s'amuse" vertonte und statt in Frankreich in einer der schönsten Renaissancestädte Italiens
ansiedelte, in Mantua.
Die prächtigen Bauten des Palazzo Te, des verwunschenen "Rocca di Sparafucile" und vor allem des herzoglichen Palasts mit seinen Festsälen und Gärten
bilden die authentische Kulisse für Verdis tragische Geschichte vom Hofnarren Rigoletto und seinem Herrn, dem Herzog, der als Schürzenjäger und Frauenverführer größtes Unheil heraufbeschwört
– und letztlich den Tod von Rigolettos Tochter Gilda verschuldet.
In Mantua wieder mit dabei ist Startenor Plàcido Domingo. Doch den wohl bekanntesten Opern-Hit aller Zeiten, das
"La donna è mobile" des Herzogs, wird er nicht singen. Domingo wechselt nach seinem sensationellen Erfolg als Simone Boccanegra immer öfter und gerne ins Bariton-Fach und wird auch
diesmal die Titelfigur verkörpern.
Den Herzog singt Vittorio Grigolo. Der junge italienische Tenor trat schon mit 13 Jahren neben Luciano Pavarotti als Pasterello in "Tosca"
auf. Zehn Jahre später gab er als jüngster Tenor aller Zeiten sein Debüt an der Mailänder Scala. Grigolo verfügt nicht nur über eine strahlende Stimme, die ihn zum gern gesehenen Gast an den
großen Opernhäusern der Welt macht; er sieht auch genau so aus, wie man sich den umschwärmten Frauenhelden aus Verdis Oper vorstellt.
Für die Rolle von Rigolettos Tochter Gilda wurde
in Julia Novikova eine Idealbesetzung gefunden. Begeisterte Kritiken erntete sie in dieser Rolle zuletzt an der Komischen Oper Berlin. Ihre Karriere begann Julia Novikova unter Valery Gergiev
am Mariinski-Theater in St. Petersburg. Im vergangenen Jahr war sie strahlende Siegerin von Placido Domingos "Operalia"-Wettbewerb.
Die musikalische Leitung liegt in den
Händen eines Pultstars, der alle großen Musik-TV-Ereignisse der vergangenen Jahre souverän über die Bühne brachte: Zubin Mehta dirigiert das Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI.
Die Regie führt Marco Bellocchio, einer der bekanntesten und renommiertesten Autoren und Filmemacher Italiens, in dessen umfangreicher Sammlung internationaler Auszeichnungen sich auch ein
Silberner Bär von der Berlinale und ein Spezialpreis der Jury vom Filmfestival in Venedig finden.
Sonntag, 17. Oktober 2010, 22.00 Uhr Echo der Stars Galakonzert zur Verleihung des ECHO Klassik 2010
Aus der Philharmonie Essen Regie Utz Weber Produktion ZDF Redaktion Tobias Feilen, Martin Schneider Moderation Thomas Gottschalk Musikalische Leitung Andrey Boreyko
Der ECHO Klassik im ZDF feiert ein Jubiläum: Bereits zum 15. Mal überträgt das Zweite die Verleihung eines der wichtigsten Klassikpreise der Welt. Die glanzvolle Gala findet am 17.
Oktober 2010 in Essen, der Kulturhauptstadt Europas, statt. Ausgewählte Preisträger gestalten das Konzertprogramm und nehmen ihren Preis persönlich entgegen.
Erstmals führt Thomas
Gottschalk durch den Abend, unterstützt von prominenten Laudatoren. Es spielen die Essener Philharmoniker unter der Leitung von Andrey Boreyko. Das ZDF überträgt die Preisverleihung am selben
Abend um 22.00 Uhr unter dem Titel "Echo der Stars".
Mit dem ECHO Klassik ehrt die Deutsche Phono-Akademie, das Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie, herausragende und erfolgreiche CD-Einspielungen.
Ein wesentliches Ziel
des ECHO Klassik ist die Nachwuchsförderung: Nicht nur Weltstars wie Anna Netrebko, Thomas Quasthoff, Plácido Domingo, Lang Lang oder Anne-Sophie Mutter wurden für ihre musikalischen
Leistungen ausgezeichnet, sondern auch herausragende junge Talente wie der Pianist Hardy Rittner oder die Sopranistin Danielle de Niese. Ein wichtiges Anliegen ist auch die Kinder- und
Jugendarbeit: 2009 überreichte der südafrikanische Geiger Daniel Hope den ECHO Klassik-Nachwuchsförderpreis an das Essener Spiel- und Lernprojekt "ReSonanz & AkzepTanz".
Der ECHO Klassik wird von einer Jury vergeben, die ihr Urteil sowohl nach künstlerischer Qualität als auch nach Verkaufserfolg fällt. Die Vergabe des ECHO Klassik spiegelt damit nicht nur die
Meinung von Kritikern wider, sondern auch die Wertschätzung durch Musikkäufer. Die ECHO-Preisträger 2010 werden Anfang Juli von einer Jury ermittelt, die sich aus Persönlichkeiten aus
Politik, Kultur und Medien und dem Arbeitskreis Klassik des Bundesverbandes Musikindustrie zusammensetzt.
"Echo der Stars" ist mit alljährlich rund zwei Millionen Zuschauern
eine der meistgesehenen Klassiksendungen im deutschen Fernsehen. Sie ist eine wichtige Kulturmarke des ZDF, dem Vollprogramm mit dem höchsten Anteil an klassischer Musik.
(Voraussichtlich Oktober 2010) In der Werkstatt Beethovens Die Neunte, Thielemann und die Wiener Philharmoniker
Film von Anca-Monica Pandelea und Christoph Engel Produktion Unitel
Sie gehört unverrückbar zum Kanon des klassischen sinfonischen Repertoires: die "Neunte" von
Beethoven. Sie ist nicht nur die populärste unter seinen Sinfonien, sondern auch die, die am meisten missbraucht wurde. Das Werk, das die Werte des Humanismus, der Freiheit und Brüderlichkeit
in sich trägt, musste im Laufe der Zeit für allerlei Bedürfnisse herhalten: vom tönenden Manifest einer bürgerlichen Kultur bis hin zum Soundtrack der marschierenden Faschisten oder
Marxisten, von der weltweiten Hymne für den Frieden zur AufputschMusik der Kamikaze-Flieger Japans. Wie passt das zusammen? Wie kann es sein, dass so unterschiedliche Menschen, Soldaten und
Pazifisten, Opfer und Henker, eine so innige Beziehung zu der "Neunten" entwickelten?
Diesen Fragen widmet sich die filmische Erzählung "In der Werkstatt
Beethovens". Das ZDF nimmt die neue Aufnahme der Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Christian Thielemann – entstanden auf der ehrwürdigen Bühne des Wiener Musikvereinssaales –
zum Anlass, den musikalischen Kosmos der "Neunten" zu entschlüsseln, Wirkung und Bedeutung dieser Musik erfassbar, erlebbar zu machen.
Ergänzt durch ein einordnendes
Gespräch mit dem Musikschriftsteller Joachim Kaiser und anhand vieler beeindruckender historischer Interpretationen großer Dirigenten wie Wilhelm Furtwängler, Herbert von Karajan, Leonard
Bernstein oder Kurt Masur versucht dieser Film, auch einer breiteren, nicht musikerfahrenen Zuhörerschaft einen Zugang zu der komplexen Welt der "Neunten" zu eröffnen.
Sonntag, 28. November 2010, 18.00 Uhr Adventliche Festmusik aus Dresden Galakonzert aus der Frauenkirche Regie Elisabeth Malzer Redaktion Jörg Hitzemann
Mitwirkende Anna Netrebko Sächsische Staatskapelle Dresden
Chor der Sächsischen Staatsoper u.a.
Exakt zehn Jahre ist es her, dass das erste Konzert aus der damaligen Baustelle Frauenkirche vom ZDF übertragen wurde. Das war der Auftakt für die
seitdem alljährlich stattfindenden ZDF-Adventskonzerte aus dem Dresdner Gotteshaus.
Solistin des Konzerts vor zehn Jahren war die Mezzosopranistin Cecilia Bartoli. Seitdem sind viele
hochkarätige Künstler der Einladung in die Frauenkirche gefolgt, unter ihnen Angela Gheorghiu, Christine Schäfer, Anja Harteros, Elina Garanca, Angelika Kirchschlager, Magdalena Kozená,
Thomas Quasthoff, Thomas Hampson, Simon Keenlyside und Jonas Kaufmann.
In diesem Jahr wird eine Sängerin beim Adventskonzert zu Gast sein, die zu den populärsten Künstlern der
Klassik-Szene zählt: die russische Sopranistin Anna Netrebko. Seit ihrer Rückkehr aus der Babypause begeistert sie wieder Kritiker und Publikum mit einer Stimme, die an Farbe und Kraft noch
gewonnen hat.
Zusammen mit weiteren Solisten, der Staatskapelle Dresden und dem Chor der Sächsischen Staatsoper wird Anna Netrebko das vorweihnachtliche Musikprogramm des
"Jubiläums-Adventskonzerts" gestalten.
Sonntag, 19. Dezember 2010, 23.30 Uhr Götz Alsmanns Nachtmusik Regie Frank Hof
Produktion ZDF Redaktion Tobias Feilen Moderation Götz Alsmann
Populäre Klassik und klassischer Pop: Voraussichtlich am 4. Advent sendet das ZDF eine weitere Ausgabe der
Musikshow "Götz Alsmanns Nachtmusik", deren Markenzeichen die Mischung von Gästen aus Klassik, Pop und Comedy sowie Live-Auftritte aller Künstler und witzige Zugaben sind. Die
Mitwirkenden dieser Sendung, die im November aufgezeichnet wird, standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest.
In diesem Jahr war der Musiker und Entertainer mit seiner Show bereits
zweimal im ZDF zu sehen: An Ostern begrüßte er den deutschen Soulsänger Max Mutzke, die Pianistin Anna Gourari, das Acappella-Ensemble Amarcord und den englische Jazz-Pop-Pianisten Jamie
Cullum. Zusammen mit Hugo Egon Balder, Pionier der deutschen Fernsehunterhaltung, sang Alsmann das Slapstick-Duett: "Der Dumme im Leben ist immer der Mann". In der Sendung an
Pfingstmontag waren die Singer-Songwriterin Katie Melua, die Cellistin Sol Gabetta, der Pianist Yundi, der Musikkabarettist Hans Liberg und der dänische Shootingstar Aura Dione zu Gast in
"Götz Alsmanns Nachtmusik".
Die Show wird in Köln unter Live-Bedingungen aufgezeichnet. Die Solisten werden begleitet von der Götz Alsmann Band und dem "Nachtmusik"-Orchester.
Seit 2005 lädt der
Münsteraner Entertainer und Musiker Götz Alsmann im ZDF zu einer Show der besonderen Art. Internationale Stars wie Thomas Quasthoff, Angela Gheorghiu, Lang Lang, Rolando Villazón, Jessye
Norman und viele andere waren bereits in der Sendung zu Gast. Aber auch Musiker aus anderen Genres, etwa Yvonne Catterfeld, Udo Jürgens oder Reinhard Mey, präsentierten hier ihre Songs in
sinfonischem Sound. 2007 wurde die ZDF-"Nachtmusik" für den Grimme-Preis nominiert.
Im vergangenen Jahr gab es einen Relaunch der Sendung, die nun in moderner Clubatmosphäre
stattfindet – eine Veränderung, die von den Zuschauern gut angenommen wird. Im Dezember 2009 feierte die Show mit der zehnten Ausgabe ein kleines Jubiläum.
Ein umfangreiches, innovatives Begleitangebot zur Sendung gibt es auch im Internet: www.nachtmusik.zdf.de
Samstag, 25. Dezember 2010, 12.30 Uhr Die Top 10 des Himmels Marshall & Alexander präsentieren die schönsten Lieder und Kirchen des Landes
Regie Peter Schönhofer Produktion ZDF in Zusammenarbeit mit G.A.T. Redaktion Timo Rieth
Marshall & Alexander präsentieren im Weihnachtsprogramm 2010 eine neue Ausgabe
ihrer Musiksendung "Die Top 10 des Himmels" mit populärer geistlicher Musik. Die Reise zu den schönsten Kirchen des Landes führt Marc Marshall und seinen Gesangspartner Jay
Alexander wieder quer durch Deutschland, denn überall findet man Gotteshäuser, die über Jahrhunderte nichts von ihrer Anziehungskraft verloren haben. Neben den großen bedeutenden Domen und
Kathedralen stehen dabei auch die kleinen, unscheinbaren Kapellen am Wegesrand auf ihrer Reiseroute.
Die Kirchen werden in kleinen Einspielfilmen vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen
dabei nicht nur kunsthistorische Details, sondern Geschichten und emotionale Ereignisse, die Menschen mit ihrer Lieblingskirche verbinden. Vor Ort treffen Marc Marshall und Jay Alexander
zudem Prominente, die über ihren persönlichen Zugang zum Glauben berichten.
Seit ihrem Erfolgsalbum "Götterfunken" und der begleitenden Kirchentournee sind Marshall &
Alexander zu Kennern sakraler Musik geworden. Für die dritte Folge der "Top 10 des Himmels" werden sie in diesem Jahr ein neues Klassikalbum aufnehmen. Das Repertoire reicht einmal
mehr vom bekannten Gemeindelied bis hin zu populären geistlichen Werken großer Meister. Begleitet werden sie dabei unter anderem vom Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim, dem Gewandhaus
Kinderchor Leipzig und dem renommierten Vokalensemble Singer Pur.
Freitag, 31. Dezember 2010, 17.30 Uhr Silvesterkonzert aus der Semperoper Live aus Dresden Regie Utz Weber Produktion ZDF Redaktion Tobias Feilen
Mitwirkende Renée Fleming Chor der Sächsischen Staatsoper
Dresden SemperOper Ballett Sächsische Staatskapelle Dresden u.a. Musikalische Leitung: Christian Thielemann
Das traditionsreiche ZDF-Silvesterkonzert wird 2010 erstmals aus
der Dresdner Semperoper übertragen. Die Sächsische Staatskapelle spielt unter der Leitung ihres künftigen Chefdirigenten Christian Thielemann, der für diese Premiere eines seiner
Lieblingswerke aus dem unterhaltsamen Genre ausgewählt hat: "Die lustige Witwe". Gemeinsam mit einem Solistenensemble rund um Weltstar Renée Fleming präsentiert er die Höhepunkte
aus Franz Lehárs Operette.
Mit dem Silvesterkonzert baut das ZDF seine lange und erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Staatskapelle Dresden aus, die 1996 mit "Ein Echo für
Dresden" begann. In der Klassik-Gala zum Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche wurde zugleich erstmals die Preisverleihung des ECHO Klassik im ZDF übertragen. 1998 würdigte das Zweite
das 450-jährige Jubiläum des Orchesters mit der großen dokumentarischen Arbeit "Die Wunderharfe".
Unter dem Titel "Sommernacht der Klassik" übertrug das ZDF im
Jahr 2000 ein Open-Air-Konzert vor der Semperoper mit dem Sängerpaar Angela Gheorghiu und Roberto Alagna. Im August 2002 organisierten das ZDF und die Staatskapelle ein Benefizkonzert für die
Opfer und Helfer der Hochwasserkatastrophe an der Elbe ("Wir wollen helfen").
Im selben Jahr begann auch die regelmäßige Zusammenarbeit mit der Staatskapelle bei der
"Adventlichen Festmusik" aus der Dresdner Frauenkirche, die bis heute andauert. Im Oktober 2009 fand schließlich zum zweiten Mal die Verleihung des ECHO Klassik in der Semperoper
statt, das ZDF strahlte die Gala unter dem Titel "Echo der Stars" aus.
Auch mit Christian Thielemann arbeitet das ZDF bereits seit vielen Jahren zusammen. 1997 entstand für
die Reihe "Apropos Musik" ein Porträt anlässlich seines Amtsantritts als Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin. Bei "Echo der Stars" 2004, übertragen aus der
Münchner Philharmonie im Gasteig, hatte Thielemann die musikalische Leitung. Ein Jahr später dirigierte er die Münchner Philharmoniker in der ZDF-"Sommernachtsmusik" von Schloss
Herrenchiemsee. In diesem Jahr zeigt das ZDF einen Konzertfilm mit Christian Thielemann und den Wiener Philharmonikern über Beethovens 9. Sinfonie.
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