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Programm-Tipps: Musik ~ Theater auf 3sat:

Samstag, 31. 07. / 20.15. Uhr / Rigoletto
Oper von Giuseppe Verdi
Pfingstfestspiele 2004, Festspielhaus Baden-Baden
Der Herzog von Mantua: Raúl Hernández
Rigoletto, dessen Hofnarr: Paolo Gavanelli
Gilda, seine Tochter: Iride Martinez
Sparafucile, ein Bandit: Guido Jentjens
Maddalena, seine Schwester: Mariselle Martinez
Der Graf von Monterone: Martin Snell
Literarische Vorlage: Victor Hugo
Libretto: Francesco Maria Piave
Kostüme: Anton Wiesinger und Esther Geremus
Chor: Festspielchor Baden-Baden
Orchester: Balthasar-Neumann-Ensemble
Musikalische Leitung: Thomas Hengelbrock
Inszenierung: Philippe Arlaud
Fernsehregie: Peter Schönhofer
(In italienischer Sprache mit deutschen Untertiteln)

Thomas Hengelbrock und Philippe Arlaud verbindet eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Eines ihrer gemeinsamen Projekte war 2004 die Inszenierung von Giuseppe Verdis Oper "Rigoletto" im Festspielhaus Baden-Baden. Ihre Interpretation auf historischem Instrumentarium war eine musikgeschichtliche Sensation. Um dem Originalklang des Uraufführungsjahres 1851 möglichst nahe zu kommen, wurden Instrumente des 19. Jahrhunderts gesucht und umfangreiche musikwissenschaftliche Recherchen zur historischen Aufführungspraxis unternommen. Die neue Bewertung der Tempi und der Klangfarbe lassen Verdis Vision von einer einheitlichen musikalischen Grundfarbe - der "tinta musicale" - im 21. Jahrhundert Wirklichkeit werden. Regisseur Philippe Arlaud rückt seine Inszenierung in die Zeit um 1905, in eine Epoche voller Utopien vor dem Chaos des Ersten Weltkriegs. Bekannt und gefeiert als Mann der Farbe, begibt sich Arlaud mit dem "Rigoletto" auf eine radikal puristische Ebene und lässt sich von Fritz Lang, Alfred Hitchcock und anderen Meistern des Schwarz-Weiß-Films inspirieren.
3sat zeigt eine Aufführung der "Rigoletto"-Inszenierung von Thomas Hengelbrock und Philippe Arlaud aus dem Festspielhaus Baden-Baden.

Samstag, 31.07. / 22.25 Uhr / Träumen mit Annette Dasch ~ Die Sopranistin lädt zum traumhaften Liederabend ein
Ein Drittel unserer Lebenszeit verbringen wir schlafend und träumend. Das hat neben Dichtern und Komponisten auch Annette Dasch inspiriert – zu ihrer neuen Ausgabe von „Annettes DaschSalon“, die 3sat in Erstausstrahlung zeigt. Zum Thema „Schlaf und Traum“ begrüßt die Sopranistin am Samstag, 31. Juli, um 22.25 Uhr unter anderen den Stargeiger Daniel Hope, den Schauspieler Jan-Gregor Kremp, die Mezzosopranistin Elisabeth Kulman und den Traumforscher Eckart Rüther.

Annette Dasch und Daniel Hope musizieren gemeinsam im legendären DaschSalon
© ZDF und Boris Fromageot

In ihrem Salon im Berliner Radialsystem V singen und musizieren Annette Dasch und ihre Gäste mit einem Ziel: Einem Herrn aus den Zuschauerreihen, dem auf der Bühne eine Schlafstätte errichtet wurde, zu süßen Träumen zu verhelfen. Dafür trällern 400 Menschen im Saal im Kanon ein Schlaflied, Annette Dasch stimmt in Begleitung von Stargeiger Daniel Hope Johannes Brahms’ „Wiegenlied“ an, die Mezzosopranistin Elisabeth Kulman singt Modest Mussorgskys „Abendgebet“ und Jan-Gregor Kremp liest zur Guten Nacht Rainer Maria Rilkes „Zum Einschlafen zu sagen“. Traum und Albtraum sind dann auch das Thema des Salongesprächs. So träumte Jazzmusiker Georg Breinschmid während seiner Zeit bei den Wiener Philharmonikern davon, dass seine Kollegen bereits auf der Bühne saßen und er nur noch durch den Zuschauerraum in einer Kletterpartie über die besetzten Stuhlreihen seinen Platz erreichen konnte. Ein Wunschtraum erfüllt sich für Annette Dasch: Sie darf einmal mit den Wiener Philharmonikern Klarinette spielen. Beethovens 9. Sinfonie steht auf dem Programm.

Sonntag, 01.08. / 08.05 Uhr / Romeo und Julia auf dem Dorfe
Spielfilm, Schweiz 1941
Nach der gleichnamigen Novelle von Gottfried Keller
Vreneli Marti: Margrit Winter
Sali Manz: Erwin Kohlund
Bauer Manz: Johannes Steiner
Bauer Marti: Emil Gyr
Der Schwarze Geiger Emil Gerber
u.a.
Regie: Hans Trommer und Valérien Schmidely
Länge: 74 Minuten


Vreneli Marti und Sali Manz wachsen im Zürichbiet auf. Die beiden Bauernkinder spielen zusammen, ihre Väter aber, einst ebenfalls Freunde, geraten in Streit wegen eines kleinen Stückes Ackerland, das sich Manz unredlich aneignet. Jahrelang prozessieren die beiden Streithähne miteinander und verlieren dabei buchstäblich Hab und Gut. Vreneli und Sali finden als junge Erwachsene wieder zusammen und verlieben sich. Doch nicht umsonst hat der geheimnisvolle schwarze Geiger, der rechtmäßige Erbe des umstrittenen Ackerfleckens, die beiden Familien verflucht. Die Kinder wissen, dass sie nicht zusammenkommen dürfen. Sie wissen aber auch, dass sie zusammengehören. Da gehen sie den einzigen Weg, der ihnen bleibt.
Hans Trommer und Valérien Schmidely haben Gottfried Kellers Novelle "Romeo und Julia auf dem Dorfe" 1941 verfilmt. Margrit Winter wurde in der Rolle des Vreneli über Nacht berühmt.

Donnerstag, 05.08. / 15.00 Uhr / Sinatra - Star der Mafia (1/2)
Von Aufstieg und Abgrund
Film von Christopher Olgiati

Frank Sinatra, der smarte Frauenschwarm, der mit seiner Musik Millionen von Fans auf der ganzen Welt begeisterte, hatte auch eine dunkle Seite: seine Beziehung zur Mafia. Sinatras Mutter Dolly stellte für ihren Sohn Frank den Kontakt zur Unterwelt und dem Mafiaboss Lucky Luciano her, der die Vergnügungslokale von Manhattan kontrollierte. Wenn Frank Sinatra in die Clubs wollte, musste er mit der Mafia zusammenarbeiten. Für die Mafia war der aufstrebende Sänger eine lukrative Einkommensquelle. Und Sinatra konnte durch sie das bekommen, was er am meisten wollte: Erfolg. Die Rechnung ging auf. Doch dabei geriet Sinatra immer tiefer in die Fänge des organisierten Verbrechens. 1947 flog er in Begleitung der berühmt-berüchtigten Fischetti-Brüder, den Cousins von Al Capone, nach Havanna. In seinem Aktenkoffer soll er mehrere Millionen Dollar gehabt haben, die er für Lucky Luciano nach Kuba schmuggeln sollte. Der Mafiaboss hatte sich dorthin abgesetzt, nachdem die Vereinigten Staaten ihn abgeschoben hatten. Doch der Pakt mit dem Bösen hatte seinen Preis: Als Sinatra sich für die Harmonie zwischen Rassen und Religionen einsetzte, zog er den Unmut des erzkonservativen Zeitungstycoons William Randolph Hearst auf sich, dem auch die Verbindungen des Künstlers zur Mafia ein Dorn im Auge waren. Mit einer großen Kampagne brachte er Sinatras Karriere ins Wanken. Als Sinatra pleite war, erinnerte er sich seiner "alten Bekannten". Mithilfe der Mafia gelang ihm der Sprung zurück ins Rampenlicht. Sinatra spielte den schüchternen Soldaten Maggio in "Verdammt in alle Ewigkeit", einem Filmepos über den Zweiten Weltkrieg. 1953 erhielt er dafür den Oscar als bester Nebendarsteller.
Dank intensiver Recherchen in den USA und in Italien, zahlreicher Hintergrundgespräche und Interviews mit bis dahin ungehörten Zeitzeugen wirft der Film "Sinatra - Star der Mafia" ein Licht auf das Leben der Ikone des 20. Jahrhundert. Erster Teil des zweiteiligen Films über die dunkle Seite des strahlenden Stars.

Den zweiten Teil von "Sinatra - Star der Mafia" zeigt 3sat im Anschluss, um 15.45 Uhr.

Donnerstag, 05.08. / 15.45 Uhr /Sinatra - Star der Mafia (2/2)
Von Mythos und Macht
Film von Christopher Olgiati
(Erstsendung 21.8.2007)

Als die Mafiageschäfte in Kuba nach Fidel Castros Machtübernahme immer schlechter liefen, avancierte Las Vegas in den 1950er Jahren zu einem neuen Havanna, einem Mekka für Spieler. Frank Sinatra war der Star. Es war die Zeit des legendären "Rat Packs". Das "Rattenpack" - Frank Sinatra, Dean Martin, Sammy Davis Jr. und Peter Lawford - waren die männlichen Idole ihrer Generation. Die vier drehten Hollywoodstreifen wie "Ocean's Eleven", die zu Dauerbrennern wurden und feierten ihre legendären Erfolge im Hotelcasino "The Sands", an dem die Mafia und Sinatra Teilhaber waren. Sinatra war wieder ganz oben. Anfang der 1960er Jahre versuchte auch die Politik, Sinatras Ruhm und Ansehen für ihre Zwecke einzusetzen. 1960 kam John F. Kennedy das erste Mal nach Las Vegas. Er wollte Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden und suchte die Unterstützung der Stars. Kennedy wollte Sinatras Ruhm nutzen - und über ihn Verbindung zur Mafia aufnehmen. Denn mit ihrer Hilfe, so glaubte der Präsidentschaftskandidat , konnte er sich den Wahlkreis Chicago für seinen Erfolg sichern. Die Mafia erhoffte sich von dem Deal einen guten Kontakt zum neuen Präsidenten. Doch für sie ging die Rechnung nicht auf: Kennedy machte seinen Bruder Robert zum Generalstaatsanwalt, der dem organisierten Verbrechen den Kampf ansagte. Nach der gewonnenen Wahl ließ Kennedy Sinatra fallen. Für seine ehemaligen Freunde aus der Unterwelt war er nutzlos geworden. In Las Vegas übernahmen die Großindustriellen die Macht, die Zeit der großen Mafiabosse ging zu Ende. Und zwischen Rock 'n' Roll und Vietnamkriegs-Generation schien niemand mehr Sinatras Musik hören zu wollen. Seine vierte und letzte Ehefrau Barbara brachte ihn schließlich wieder in die Konzertsäle. Zwischen 1977 und 1990 gab er fast 1.000 Konzerte.
Dank intensiver Recherchen in den USA und in Italien, zahlreicher Hintergrundgespräche und Interviews mit bis dahin ungehörten Zeitzeugen wirft der Film "Sinatra - Star der Mafia" ein Licht auf das Leben der Ikone des 20. Jahrhundert. Zweiter Teil des zweiteiligen Films über die dunkle Seite des strahlenden Stars.

Freitag, 06.08. / 22.25 Uhr / U2 - Rattle and Hum
Dokumentarfilm von Phil Joanou, USA 1988
Die irische Rockband U2 wurde 1976 in Dublin gegründet. Ihr 1987 erschienenes Album "The Joshua Tree" gilt unter Musikkritikern als das beste Album der Band und als Meilenstein der Musikgeschichte. In Deutschland ist es unter den Top 50 der meistverkauften Alben aller Zeiten. Die zum Album veranstaltete Joshua-Tree-Tour war weltweit ausverkauft.
Im Oktober 1988 kam der Dokumentarfilm "Rattle and Hum" in die amerikanischen, im November in die deutschen Kinos. Er begleitet die Bandmitglieder auf der "Joshua-Tree-Tour" und enthält Interviews und zahlreiche Live-Aufnahmen, die während der Tour entstanden sind. Das Album "Rattle and Hum" mit Live-Material der Tour erschien parallel zum Kinofilm.

Freitag, 06.08. / 03.20 Uhr / Superstars: U2
Videomusik - Musikvideos
(aus der ORF/3sat-Reihe "clip")
Gestaltung: Anita Dollmanits
Die irische Rock-Band U2 wurde 1976 in Dublin gegründet und erhielt zwei Jahre später dank einer Talentshow den ersten Plattenvertrag. Ihr Erfolgsgeheimnis scheinen ihre Aufgeschlossenheit gegenüber neuen musikalischen Einflüssen, darunter Gospel, Industrial, Blues und Dance, sowie ihre Experimentierfreudigkeit bei Bühnenshows zu sein. Leadsänger Bono transportiert in seinen Songs religiöse und politische Texte. Immer wieder erheben U2 ihre Stimmen gegen Hungersnöte, Krieg, Aids und Armut in der Dritten Welt. Sowohl ihre Musik als auch das soziale Engagement der Band wurden mehrfach ausgezeichnet.
Der Film aus der Reihe "clip" präsentiert unter anderen die U2-Songs "Pride (In the Name of Love)", "With or Without You" und "I Still Haven't Found What I'm Looking For", "Beautiful Day", "One", "Vertigo" und "Get on Your Boots".


Samstag, 07.08. / 13.15 Uhr / Nie wieder keine Ahnung! Malerei (1/4)
Mit Enie van de Meiklokjes
Film von Simone Reuter

Wieso haben die Damen auf Picassos Porträts oft zwei Nasen? Welcher Sinn steckt hinter abstrakten Bildern? Enie van de Meiklokjes hat - wie viele andere Menschen - zahlreiche Fragen zur Malerei. Fragen, die Neueinsteiger oft nicht zu stellen wagen. Doch die Moderatorin hat zwei Experten an der Seite, die ihr auf verständliche Art und Weise Rede und Antwort stehen. Professor Raimund Wünsche ist leitender Sammlungsdirektor der Glyptothek und der Staatlichen Antikensammlungen in München - und bei allen Fragen rund um die Alten Meister zuständig. Professor Wolfgang Flatz steht für die klassische Moderne und ist für die moderne Malerei zuständig.
In der ersten Folge von "Nie wieder keine Ahnung! Malerei" geht es um die Malerei im Wandel der Zeit.

Die zweite Folge von "Nie wieder keine Ahnung! Malerei" zeigt 3sat am Samstag, 14. August, um 13.10 Uhr. Die letzten beiden Folgen sendet 3sat an den darauffolgenden Samstagen, jeweils um 13.15 Uhr.

Samstag, 07.08. / 19.20 Uhr / Box Office extra: Cameron Diaz
Inside the Actors Studio
"Box Office extra" sendet im Rahmen des Sommerprogramms acht Folgen der exklusiven Talkshow "Inside the Actors Studio". Darin werden einige der bekanntesten Hollywood-Schauspielerinnen und Schauspieler, unter anderem Angelina Jolie, Tom Cruise, Robert Downey jr. und Charlize Theron, in ausführlichen Interviews vorgestellt.

Samstag, 07.08. / 20.15 Uhr / Festspielsommer: Lulu
Oper von Alban Berg nach den Tragödien "Der Erdgeist" und "Die Büchse der Pandora" von Frank Wedekind

Lulu: Patricia Petibon
Gräfin Geschwitz: Tanja Ariane Baumgartner
Theater-Garderobiere: Cora Burggraf
Der Maler: Pavol Breslik
Dr. Schön: Michael Volle
Der Prinz: Heinz Zednik
u.a.
Felsenreitschule, Salzburger Festspiele 2010

Libretto: Alban Berg
Chor: Wiener Staatsopernchor
Orchester: Wiener Philharmoniker
Musikalische Leitung: Marc Albrecht
Inszenierung: Vera Nemirova
Moderation: Barbara Rett

Lulu umgibt die verführerische Aura des Naturhaft-Ungezähmten. Sie bringt die Männer aus der Fassung, verhöhnt ihre Besitzansprüche, erschüttert ihre bürgerliche Ordnung. So wird Vergeltung geübt.
Frank Wedekinds Lulu-Tragödien "Der Erdgeist" und "Die Büchse der Pandora" thematisieren die unbedingte Kraft des Eros in mythischer Eindringlichkeit. 1928 bestimmte Alban Berg sie als Vorlage für seine zweite Oper, bis zu seinem Tod konnte er allerdings nur die ersten beiden Akte fertig orchestrieren. Vera Nemirova inszeniert Alban Bergs "Lulu" bei den diesjährigen Salzburger Festspielen in der Felsenreitschule. Patricia Petibon übernimmt die Titelpartie. Es spielen die Wiener Philharmoniker unter der musikalischen Leitung von Marc Albrecht.

Am Samstag, 14. August, 20.15 Uhr, setzt 3sat sein Programm zum Festspielsommer mit "Gioacchino Rossini - Der Schwan von Pesaro" fort.

Samstag, 07.08. / 23.20 Uhr / Je später der Abend (6/8): Mit den Gästen Manfred Krug und Klaus Kinski
Moderation: Reinhard Münchenhagen

"Talk kommt von to talk - reden -, und das Ganze ist also eine Rederei", mit diesen erklärenden Worten begrüßte Dietmar Schönherr im März 1973 zum ersten deutschen Fernsehtalk. Mit "Je später der Abend", zunächst im WDR und nach einem Jahr im Ersten ausgestrahlt, begann vor 30 Jahren die Talkflut über die deutsche Fernsehnation hereinzubrechen. 3sat zeigt acht ungekürzte Folgen der Sendung: Dietmar Schönherr, Hansjürgen Rosenbauer und Reinhard Münchenhagen im Gespräch mit Prominenten der 1970er Jahre. Ein hochvergnüglicher Blick in die Vergangenheit, als das Talken im Fernsehen noch ungewohnt und von einem Millionenpublikum verfolgt wurde.
Die sechste Folge zeigt die Sendung vom 2. Juli 1977, in der Reinhard Münchenhagen Schwerstarbeit zu leisten hatte: Seine beiden Gäste waren keine Geringeren als der "frische" DDR-Emigrant Manfred Krug und der "böse" Filmstar Klaus Kinski, der seinem Ruf als Enfant terrible mit einer Publikumsbeschimpfung mehr als gerecht wurde.

Samstag, 07.08. / 00.20 Uhr / Im Reich der "Zauberflöte" ~ Eine Reise durch die Traumfabrik der Opernfestspiele St. Margarethen
Film von Volker Grothskopf

Mit der "Zauberflöte" schuf Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791) ein Stück Welttheater. Das im Jahr 1791 uraufgeführte Werk verbindet Zauberposse, Singspiel und große Oper zu einem rätselhaften und zugleich berührenden Kunstwerk. Damit scheint "Die Zauberflöte" wie geschaffen für die Naturbühne im Römersteinbruch von St. Margarethen, wo die Oper am 14. Juli Premiere hat. Regisseur und Bühnenbildner Manfred Waba hat ein opulentes und farbenreiches Szenario erdacht.
"Im Reich der 'Zauberflöte'" blickt hinter die Kulissen, erlaubt dadurch eine Vorstellung von der Traumfabrik Oper und lässt den beeindruckenden Organismus aus künstlerischen und technischen Elementen erlebbar werden. In Szenenausschnitten sind Publikumslieblinge wie Ekaterina Bakanova, Paul Armin Edelmann, Kristiane Kaiser, Dietmar Kerschbaum und Kammersänger Walter Fink zu sehen und zu hören.

Sonntag, 08.08.. / 10.15 Uhr / Literatur im Foyer
Thea Dorn im Gespräch mit Roger de Weck und Meinhard Miegel
"Kapitalismus - was nun?"

Eigentlich galt der Kapitalismus als unschlagbares Modell, gerade nach dem Untergang des Kommunismus. Aber die Finanzkrise hat den Kapitalismus wieder ins Gerede gebracht. Ist dieses Wirtschaftsmodell noch zu retten? Gibt es einen "guten" Kapitalismus und einen "bösen"?
Thea Dorn diskutiert darüber mit dem Schweizer Publizisten und einstigen Chefredakteur der Zeit, Roger de Weck. "Nach der Krise: Gibt es einen anderen Kapitalismus?" heißt sein Plädoyer für eine gebändigte Marktwirtschaft. Meinhard Miegel, Urgestein deutscher Sozialwissenschaften, wagt sich in seinem neuen Buch "Exit. Wohlstand ohne Wachstum" an die Wachstumsproblematik im Allgemeinen.

Sonntag, 08.08.. / 10.45 Uhr / Gestatten, Peter Weck Ein Porträt zum 80. Geburtstag
von Peter Grundei
Seriöser Burgschauspieler mit einer stillen Liebe zum komischen Fach, Regisseur und Entertainer aus Wien und als Generalintendant der Vereinigten Bühnen Wien zehn Jahre lang für das Theater an der Wien, das Raimundtheater und das Ronacher verantwortlich: Das ist Peter Weck. Der frühere Sängerknabe machte Wien zur Musical-Stadt.
Der Film "Gestatten, Peter Weck" stellt den vielseitigen Künstler vor.
3sat zeigt "Gestatten, Peter Weck" anlässlich des 80. Geburtstags des Künstlers am 12. August.

Sonntag, 08.08.. / 11.30 Uhr / Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr.1, C-Dur, op. 21
Berliner Philharmonie, 1984, Karajan-Nachlass
Orchester: Berliner Philharmoniker
Musikalische Leitung: Herbert von Karajan

Montag, 09.08. / 19.30 Uhr / Meisterwerke der Menschheit (4/6), Brasilien: Das Herz des Samba
Film von Wolfgang Groh-Bourgett

Die Schüler der berühmten brasilianischen Samba-Lehrerin Dalva Damiana De Freitas möchten ihr zum 80. Geburtstag ein besonderes Geschenk überreichen: eine handgefertigte Viola, das wichtigste Musikinstrument des Samba da Roda, den die UNESCO zum "Meisterwerk der Menschheit" erklärt hat. Heute werden fast alle Violen im brasilianischen Bundesstaat Bahia industriell gefertigt. Nur noch ein Instrumentenbaumeister in der Region Cachoeira baut die kunstvoll handgefertigten Instrumente. Doch den Schülern fehlt das Geld für ein solch kostbares Geschenk. Sie beschließen, in der Nachbarschaft zu sammeln. Unter dem Schutz der heiligen Patrone Cosme und Damiao ziehen sie von Haus zu Haus. Die Menschen geben gern, doch sie sind arm, und so kommt nur eine kleine Summe zusammen. Aber Dona Dalvas Geburtstag rückt näher. Deshalb soll ein Los über Glück oder Unglück entscheiden: Werden sie die Viola schenken können? Der Samba da Roda gilt als Urform des brasilianischen Sambas. Dona Dalva hat ihr Leben diesem Kreistanz gewidmet: Vor 50 Jahren gründete sie an ihrem Arbeitsplatz in einer Zigarrenfabrik eine Samba-da-Roda-Gruppe, um die vielschichtigen Traditionen ihres Tanzes zu pflegen. Sie bewahrte damit eine Kunstform, die ohne sie wahrscheinlich verschwunden wäre. Der Tanz ist ein Erbe der afro-brasilianischen Einwohner von Bahia, deren Vorfahren als Sklaven von Afrika nach Brasilien verschleppt wurden. Als die UNESCO Samba da Roda zum "Meisterwerk der Menschheit" auszeichnete, war das auch eine Bestätigung für Dona Dalvas Lebenswerk.
Die vierte Folge der zweiten Staffel "Meisterwerke der Menschheit" stellt Dona Dalva und den Samba da Roda vor und begleitet die Schülerinnen und Schüler der Tanzlehrerin bei ihren Vorbereitungen für deren 80. Geburtstag. Seit 2003 stellt die UNESCO neben Bauwerken und Naturstätten auch immaterielle Weltkulturgüter unter ihren Schutz. Die zweite Staffel von "Meisterwerke der Menschheit" stellt sechs von ihnen vor.

Montag, 09.08. / 00.25 Uhr / Matussek trifft ... Werkstattbesuche mit Matthias Matussek
Matthias Matussek ist Kulturjournalist aus Leidenschaft, neugierig auf alles, was sich im bundesdeutschen Kulturleben tut. Nichts interessiert ihn mehr als das Denken und Schaffen der "Kreativen". Ob als langjähriger Redakteur des "Spiegel" oder als freier Publizist: Meinungsstark, emphatisch, zuweilen polemisch beschreibt und kommentiert Matthias Matussek das Kulturgeschehen im Land. Matthias Matussek trifft in seiner Sendung Schriftsteller, Filmemacher, Schauspieler in ihrer "Werkstatt" - beim Schreiben, Drehen, Proben, mittendrin im kreativen Prozess.
Matthias Matussek trifft die Schauspielerin Martina Gedeck am Set bei den Dreharbeiten zu ihrem neuen Film "Bastard", eine Independent-Kinoproduktion, in der sie eine Kriminalpsychologin spielt. Matussek besucht außerdem den Schauspieler und Filmkenner Hanns Zischler im Tonstudio, der derzeit die gesamten Tagebücher von Thomas Mann einspricht und besucht außerdem Michael Krüger im Münchner Hanser-Verlag und spricht mit ihm über dessen Doppelexistenz als Verleger und Schriftsteller, für die Krüger im Herbst mit dem Joseph-Breitbach-Preis ausgezeichnet wird.

Dienstag, 10.08. / 22.25 Uhr / FOYER - Das Theatermagazin
mit Esther Schweins
Erstausstrahlung

"FOYER - Das Theatermagazin" präsentiert aktuelle Porträts, Premierenberichte, Terminhinweise und Gespräche rund um Schauspiel, Oper, Tanz und andere Bühnen-Performances.

Mittwoch, 11.08. / 22.25 Uhr / Tonspur - der Soundtrack meines Lebens (2/10)
Eine musikalische Spurensuche
Nina Brunner im Gespräch mit Stefanie Heinzmann
In der neuen Sendung "Tonspur - der Soundtrack meines Lebens" erstellt eine bekannte Persönlichkeit eine Liste mit Musiktiteln, die ihr Leben geprägt haben. Nina Brunner erfährt im Gespräch mit dem Gast, was sie mit diesen Titeln verbinden. Parallel dazu rätselt ein "Profiler"-Team, was für ein Mensch sich dahinter verbirgt.
In der zweiten Folge ist die Schweizer Musikerin Stefanie Heinzmann zu Gast. Im Sommer 2007 bewarb sie sich als Sängerin bei dem von Stefan Raab konzipierten Wettbewerb "SSDSDSSWEMUGABRTLAD". Das war der Anfang von Stefanie Heinzmanns Karriere: Innerhalb von 18 Monaten wurde sie vom Nobody zum Star. Heute steht die 21-jährige Walliserin ganz oben in der Pop- und Soul-Welt, im Mai 2008 lobte Blogger Perez Hilton Heinzmann als "Schweizer Joss Stone", ihr Hit "My Man Is A Mean Man" wurde in Deutschland mit über 150.000 verkauften Exemplaren mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet. In der Sendung erzählt Stefanie Heinzmann unter anderem, warum das Zusammenleben mit Bruder Claudio, der gleichzeitig ihr Produzent ist, nicht immer ein Zuckerschlecken ist, warum ihr Herz weiterhin für das Wallis und seine Musik schlägt - und wie wichtig ihr Wurzeln sind: "Roots to grow" ist auch der Titel ihres neuen Albums.

Freitag, 13.08. / 19.20 Uhr / Kulturzeit extra: Salzburger Spaziergänge
Moderation: Ernst A. Grandits

Der Residenzplatz als Bühne des "Jedermann", die Getreidegasse als Flaniermeile des Publikums: Es gibt viele Orte, die die Salzburger Festspiele geprägt haben.
In "Kulturzeit extra: Salzburger Spaziergänge" sucht Ernst A. Grandits die schönsten und wichtigsten Schauplätze des Festivals auf. Zusammen mit Sängern, Schauspielern und Kulturschaffenden lässt er 90 Jahre Salzburger Festspiele Revue passieren. Nach drei Wochen Festspielleben zeigt "Kulturzeit extra" natürlich auch die diesjährigen Highlights: Anna Netrebko in "Roméo et Juliette", "Orfeo et Euridice" unter der musikalischen Leitung von Riccardo Muti und die Uraufführung von "Dionysos" von Wolfgang Rihm. Zusätzlich zu den herausragenden Produktionen des Musik- und Schauspielprogramms blickt "Kulturzeit extra" auf interessante Ausstellungen zur Festspielzeit, fragt, wie ein so traditionsreiches Festival in die Zukunft blickt, und befragt prominente Gästen darüber, wieviel vom Gründergeist und den ursprünglichen Idealen heute noch spürbar ist.

Samstag, 14.08. / 13.10 Uhr / Nie wieder keine Ahnung! Malerei (2/4)
Mit Enie van de Meiklokjes
Wieso haben die Damen auf Picassos Porträts oft zwei Nasen? Welcher Sinn steckt hinter abstrakten Bildern? Enie van de Meiklokjes hat - wie viele andere Menschen - zahlreiche Fragen zur Malerei. Fragen, die Neueinsteiger oft nicht zu stellen wagen. Doch die Moderatorin hat zwei Experten an der Seite, die ihr auf verständliche Art und Weise Rede und Antwort stehen. Professor Raimund Wünsche ist leitender Sammlungsdirektor der Glyptothek und der Staatlichen Antikensammlungen in München - und bei allen Fragen rund um die Alten Meister zuständig. Professor Wolfgang Flatz steht für die klassische Moderne und ist für die moderne Malerei zuständig. In der zweiten Folge von "Nie wieder keine Ahnung! Malerei" erfährt Enie van de Meiklokjes, dass sich alle Bilder (außer den abstrakten) in nur fünf Gattungen einteilen lassen: in Porträt, Stillleben, Genrebild, Landschaftsbild, Historienbild.

Samstag, 14.08. / 19.20 Uhr / Box Office extra: Al Pacino ~ Inside the Actors Studio
"Box Office extra" sendet im Rahmen des Sommerprogramms acht Folgen der exklusiven Talkshow "Inside the Actors Studio". Darin werden einige der bekanntesten Hollywood-Schauspielerinnen und Schauspieler, unter anderem Angelina Jolie, Tom Cruise, Robert Downey jr. und Charlize Theron, in ausführlichen Interviews vorgestellt.

Samstag, 14.08. / 20.15 Uhr / Festspielsommer: Gioacchino Rossini - Der Schwan von Pesaro ~ Rossini reloaded
Film von Theo Roos

Gioacchino Rossini (1792 - 1868) ist einer der wichtigsten Komponisten des italienischen Belcanto. Seine beiden Hauptwerke "Der Barbier von Sevilla" und "La Cenerentola" - "Aschenbrödel" - sind Meilensteine der Operngeschichte und gehören heute zum Bühnenrepertoire. Die Schaffenszeit des italienischen Meisters war kurz, sie umfasst kaum 20 Jahre. Doch der Rossinitaumel, dem sich die europäischen Musikmetropolen Venedig, Neapel, Paris und Wien hingaben, übertraf alles Dagewesene. Zu seinen Bewunderern gehörten Persönlichkeiten wie Richard Wagner, Giuseppe Verdi, Stendhal, Arthur Schopenhauer und Heinrich Heine. Rossinis Kompositionen faszinieren durch ihren schier unendlichen Melodienreichtum, durch ihre eingängige Rhythmik und durch ihren Humor und Witz. Oft beendete Rossini seine Arbeiten erst kurz vor der Premiere, nicht aus Zeitmangel, sondern weil er die Gesangsstimmen seinen Sängern auf den Leib schrieb. Dabei überließ er die Koloraturen nicht mehr der Willkür der Primadonnen, sondern schrieb sie Note für Note aus. Seine Passion für den Gesang spiegelte sich schon bald in seinem Beinamen als "Schwan von Pesaro" wider. Rossinis musikalischen und technischen Herausforderungen stellt sich der peruanische Tenor Juan Diego Flórez. Was den Sänger an Rossinis Partien fasziniert, sind deren filigrane Phrasen, ihre Ausdruckskraft und ihre eingängigen Melodien. Die Leichtigkeit und Flexibilität seiner Stimme liefern Flórez die wichtigsten Voraussetzungen für den Belcanto. Sein Debüt beim "Rossini Opera Festival" in Pesaro 1996 machte Juan Diego Flórez weltweit zum Star.
In dem Porträt "Gioacchino Rossini - Der Schwan von Pesaro" erkundet Filmautor Theo Roos gemeinsam mit Juan Diego Flórez die legendäre Epoche des Belcanto und das komplexe Wesen eines Komponisten, der als musikalischer Spaßmacher galt und dem die Großen seiner Zeit Respekt zollten.

Im Anschluss, um 21.15 Uhr, setzt 3sat sein Programm zum Festspielsommer mit "Gioacchino Rossini: La Cenerentola" fort.

Samstag, 14.08. / 21.15 Uhr / Festspielsommer: La Cenerentola
Dramma giocoso in 2 Akten von Gioacchino Rossini,
Gran Teatre del Liceu, Barcelona 2009
Angelina: Joyce DiDonato
Don Ramiro: Juan Diego Flórez
Dandini: David Menéndez
Don Magnifico: Bruno de Simone

Libretto: Jacopo Ferretti
Kostüme: Joan Guillén
Choreographie: Xevi Dorca
Orchester: Symphony Orchestra des, Gran Teatre del Liceu
Musikalische Leitung: Patrick Summers
Inszenierung: Joan Font
Fernsehregie: Xavi Bové
Erstausstrahlung
(In italienischer Sprache mit deutschen Untertiteln)

Angelina lebt zusammen mit ihren beiden Stiefschwestern im Haus des gemeinsamen Vaters Don Magnifico. Eines Tages bittet ein Bettler an ihrer Tür um ein Stück Brot. Im Gegensatz zu ihren abweisenden Schwestern gibt ihm die gutherzige Angelina zu essen - nicht ahnend, dass es sich dabei um Alidoro, den Lehrer des jungen Fürsten Don Ramiro handelt. Zurück im Schloss rät dieser seinem Herrn, sich zu Magnificos Haus zu begeben. Er werde dort seine künftige Braut vorfinden. Als Diener verkleidet trifft Don Ramiro auf Angelina und fühlt sich sofort zu ihr hingezogen. An seiner statt lädt sein Diener Dandini zum Ball im Schloss ein, bei dem die schönste Frau "seine" Gemahlin werden soll. Am Abend des Balls fahren die beiden Stiefschwestern zusammen mit dem Vater, aber ohne Angelina, zum Schloss. Alidoro schafft es jedoch, dass Angelina verschleiert zum Ball erscheint. Der noch immer als Fürst maskierte Dandini gesteht der schönen Fremden seine Zuneigung. Die jedoch hat sich bereits für seinen vermeintlichen Kammerdiener entschieden, den echten Fürsten Don Ramiro.
Joan Font, der führende Kopf des Ensembles "Comediants", inszenierte eine Neuauflage von Gioacchino Rossinis Opernmärchen "La Cenerentola": frisch, frech, kühn und in Pop-up-Optik. Die gefeierte amerikanische Mezzosopranistin Joyce DiDonato in der Titelrolle und der peruanische Startenor Juan Diego Flórez als Prinz machen diese Aufzeichnung aus dem Gran Teatre del Liceu in Barcelona zu einem Opernvergnügen.

Am Samstag, 21. August, 20.15 Uhr, setzt 3satsein Programm zum Festspielsommer mit "Gioacchino Rossini: La Pietra del Paragone (Die Liebesprobe)" fort.

Samstag, 14.08. / 03.10 Uhr / Jazz Open Stuttgart 2010 (1/6): Camille O'Sullivan
Regie: Michael Maschke

Die in Dublin aufgewachsene Sängerin Camille O'Sullivan ist nicht nur eine grandiose Entertainerin, sondern eine Art Gesamtkunstwerk. In ihrer mitreißenden Show verwandelt sie jeden einzelnen Song in ein fesselndes theatralisches Erlebnis. Sie haucht und faucht, zeigt sich sanft und rau, lasziv und elegant, verletzlich und verführerisch, während sie in die verschiedensten Rollen schlüpft und zwischendurch gelegentlich an einem Glas Rotwein nippt. Die Sängerin und Entertainerin überrascht mit einer unnachahmlichen Bühnenpräsenz und einem grandiosen Gespür fürs Theatralische. Ihre ersten großen Erfolge feierte Camille O'Sullivan mit burlesken Inszenierungen im Stil des Kabaretts der Weimarer Republik. International machte sie sich einen Namen mit eigenwilligen Interpretationen von Jacques Brel, Edith Piaf und Nina Simone. In ihrer aktuellen Show "The Dark Angel" singt Camille O'Sullivan Songs von Nick Cave, Tom Waits, David Bowie, Jacques Brel und Kurt Weill. Ein dreiwöchiges Engagement im Januar 2010 im Londoner Apollo Theatre war restlos ausverkauft, und im Sommer wird Camille O'Sullivan unter anderem neben Marianne Faithfull im Opernhaus in Sydney auftreten.
3sat zeigt das Konzert von den "Jazz Open Stuttgart 2010".

Samstag, 14.08. / 04.15 Uhr / Jazz Open Stuttgart 2010 (2/6): Gretchen Parlato
Mit Gretchen Parlato (Gesang), Taylor Eigsti (Klavier & Keyboard), Alan Hampton (Bass) und Mark Guiliana (Schlagzeug)
Regie: Michael Maschke


Gretchen Parlato ist der neue Stern am Himmel des weiblichen Vocal-Jazz. Unterstützt durch das Thelonious Monk Institute und begleitet von einem innovativen und erstklassigen Quartett überzeugte die amerikanische Sängerin nicht nur Kritiker und Medien in ihrer Heimat, sondern machte auch international von sich reden. Ihre eigene Geschichte beginnt in Los Angeles, wo sie in einem offenen musikalischen Umfeld aufwuchs. 2003 ging sie nach New York. Bereits ein Jahr später gewann Parlato den angesehenen "Thelonious Monk International Jazz Vocals"-Wettbewerb. Das Hauptinstrument von Gretchen Parlato ist ihre Stimme, die sehr biegsam, aber nicht zerbrechlich ist. Elegant und grazil überschreitet sie alle Grenzen, denn sie hat sich die Musik verschiedener Kulturen zueigen gemacht. So verwundert es nicht, dass die amerikanische Jazz-Legende Wayne Shorter Gretchen Parlato als Vokal-Künstlerin vom Format eines Frank Sinatras beschreibt, "weil er und sie als Einzige tatsächlich mit dem Instrument Stimme umgehen können".
3sat zeigt das Konzert von den "Jazz Open Stuttgart 2010".

Montag, 16.08. / 02.15 Uhr / Jazz Open Stuttgart 2010 (3/6): Pink Martini
Regie: Michael Maschke
Erstausstrahlung

Montag, 16.08. / 03.15 Uhr / Jazz Open Stuttgart 2010 (4/6): José James
Regie: Michael Maschke
Sein Debütalbum "The Dreamer" rief in der weltweiten Jazzszene wahre Begeisterungsstürme hervor und machte José James innerhalb kürzester Zeit zu einem der angesagtesten Jazzsänger seiner Generation. Im führenden amerikanischen Fachmagazin JazzTimes wurde es unter die 21 besten Jazzalben 2008 gewählt. Seine Kombination aus Soul, HipHop und Jazzgesang inspiriert von Billie Holiday, Marvin Gaye und Gil Scott-Heron spricht sowohl ein junges wie auch ein reifes Publikum an. José James, Anfang der 1980er Jahre in Minneapolis geboren, entdeckte schon während der Highschool sein musikalisches Interesse. Seine Faszination galt der damals angesagten HipHop-Generation, was man auch heute noch in seinen Songs hören kann. Auf seine Passion - den Jazz - stößt er allerdings erst, als er mit John Coltranes "Equinox" in Berührung kommt und diesem Song verfällt. Nach der Highschool erhielt er ein Teilstipendium, wählte den Weg einer klassischen Ausbildung und studierte an der New School for Jazz and Contemporary Music, wo auch "The Dreamer" entstand.
3sat zeigt die Aufzeichnung des Konzerts von den "Jazz" Open in Stuttgart 2010

Montag, 16.08. / 04.15 Uhr / Jazz Open Stuttgart 2010 (5/6): Jeff Cascaro
Regie: Michael Maschke

Die Profi-Karriere von Jeff Cascaro, Jahrgang 1968, begann bereits, als er mit 18 Jahren Gewinner von "Jugend jazzt" wurde. Weitere musikalische Erfahrungen sammelte er unter anderem als Backgroundsänger und Gastmusiker mit den Bigbands von NDR und Rias, mit Ute Lemper, den Fantastischen Vier, Sasha, Götz Alsmann, Klaus Doldinger's Passport und Paul Kuhn. Seit 2000 ist der vielseitige Musiker auch Professor für Jazz-Gesang an der Hochschule für Musik in Weimar. Außerdem wirkte er als Stimm-Coach bei "Deutschland sucht den Superstar" mit. Sein Solodebüt "Soul of a Singer" erschien 2006. Stefan Raab, der Jeff Cascaro mit seinem Album zu "TV-Total" einlud, empfahl seinem Publikum: "Den Namen sollten Sie sich merken!" Mit "Mother and Brother", Cascaros zweitem Album, bekräftigte der gebürtige Bochumer seinen Ruf als eine der großen deutschen Stimmen.
3sat zeigt die Aufzeichnung des Konzerts von Jeff Cascaro von den "Jazz Open" Stuttgart 2010.

Montag, 16.08. / 04.15 Uhr / Jazz Open Stuttgart 2010 (6/6):Céu
Regie: Michael Maschke

Dienstag 17.08. / 15.30 Uhr / Klänge der Welt (1/3): Appenzell
Die dreiteilige Dokumentation "Klänge der Welt" führt in unterschiedliche Naturräume der Welt: ins Hochgebirge, in die Wüste und in die Tropen. Sie stellt Menschen vor, die dort leben, mit ihrer Geschichte und mit ihrer Musik.
Die erste Folge führt in das Schweizer Appenzellerland, wo bei den Bauern noch eine alte Musiktradition lebt, die Menschen, Tiere und Landschaft verbindet. Bei der Alpauffahrt und beim Abtrieb, beim Feierabend auf der Alp und bei festlichen Gottesdiensten im Tal singen die Sennen "Rugguserli" - einen mehrstimmigen Naturjodel ohne Worte, der so archaisch wirkt wie die Gebirgslandschaft des Alpsteins. In den Bergen schlägt das Wetter oft schnell um, und Nebel behindert die Sicht. Das auf der Alp verstreute Vieh zu finden, dabei helfen dann die Kuhschellen ebenso wie der Lockruf der Sennen, in dem einige den Ursprung des Naturjodels sehen. Die Alpwirtschaft im Appenzellerland ist jedoch kein Nostalgiebetrieb, die Melkmaschine hat längst Einzug gehalten. Dennoch können die Sennen mit Betrieben im Tal oder mit Massentierhaltung nicht konkurrieren. Sie sind heute hoch subventionierte Landschaftspfleger. Denn ohne Bewirtschaftung gäbe es keine Alpwiesen mehr, und eine jahrhundertealte Kulturlandschaft würde verschwinden.

Die zwei weiteren Folgen der Reihe "Klänge der Welt" zeigt 3sat im Anschluss ab 16.00 Uhr.

Dienstag 17.08. / 16.00 Uhr / Klänge der Welt (2/3): Mali
Die dreiteilige Dokumentation "Klänge der Welt" führt in unterschiedliche Naturräume der Welt: ins Hochgebirge, in die Wüste und in die Tropen. Sie stellt Menschen vor, die dort leben, mit ihrer Geschichte und mit ihrer Musik.
Die zweite Folge führt in das afrikanische Mali. Modibo ist Koraspieler in Bamako, der Hauptstadt im tropischen Südwesten des Landes. Seine Familie gehört seit Generationen zum Stand der Griots - der Musiker und Geschichtenerzähler, die schon in den glanzvollen Zeiten des Königreichs der Malinke für Unterhaltung sorgten. In Modibos Heimatdorf werden Mais, Hirse, Erdnüsse und Baumwolle angebaut, Hauptexportgüter Malis. Die Lieder der Griots loben die Arbeit der Bauern und besingen die Ernte. Sie mahnen, die üppige Natur und die Bäume zu schützen, da sonst Dürre drohe. Eine Landschaft fast ohne Vegetation ist die Heimat des Griots Abasse, 1.000 Kilometer weiter nördlich. Dort liegt am Rande der Sahara die legendäre Wüstenstadt Timbuktu. Abasse besingt die Verdienste einer Karawane, die seit 16 Tagen durch die Wüste unterwegs ist, um Salzplatten aus den 800 Kilometer entfernten Minen der Oase Taouedenni nach Timbuktu zu transportieren. Diese Arbeit sicherte den Tuareg jahrhundertelang den Lebensunterhalt. Doch das Leben in der Wüste wird schwerer. Das Wetter wird unberechenbarer, es gibt weniger Wasser - eine Bedrohung auch für die Kamele, die von jeher die Lasten trugen. Viele Lieder der Tuareg handeln von diesem Leben in einer extremen Landschaft.

Dienstag 17.08. / 16.30 Uhr / Klänge der Welt (3/3): Bali
Die dreiteilige Dokumentation "Klänge der Welt" führt in unterschiedliche Naturräume der Welt: ins Hochgebirge, in die Wüste und in die Tropen. Sie stellt Menschen vor, die dort leben, mit ihrer Geschichte und mit ihrer Musik.
Die letzte Folge führt auf die indonesische Insel Bali. Als 1963 der heilige Vulkan Agung ausbrach, hofften die Balinesen auf die Ankunft der Götter, stattdessen kamen Tod und Verwüstung. Doch gerade die Lavaerde und das tropische Klima machen Bali nun zu einem der fruchtbarsten Flecken der Erde. Reis ist dort das Hauptnahrungsmittel, und für eine reiche Ernte werden den Göttern Opfer gebracht. Die Opferbereitung ist eine wichtige Aufgabe auf Bali, das eine hinduistische Bevölkerungsmehrheit hat. Um mit Hindugöttern in Kontakt zu treten, wird in jedem Dorf Gamelan gespielt. Das Gamelanorchester besteht aus über 30 Mitgliedern, die urtümliche Metallschlaginstrumente, wie Gongs, Xylophone, Becken und Klangschalen spielen. Doch es wird als ein Instrument betrachtet - nur im Zusammenklang bekommt es einen Sinn. Wie beim Gamelan spielt die Gemeinschaft auch in den balinesischen Dörfern eine große Rolle: Zusammen erledigen die Männer die wichtigsten Feldarbeiten, gemeinsam legen sie die Kanäle an und verteilen das Wasser. Das Zusammenspiel auf den Reisterrassen klappt seit Jahrhunderten ebenso reibungslos wie das allabendliche Gamelanspiel.

Samstag, 21.08. / 10.15 Uhr / Gräfin Mariza
Spielfilm, BRD 1958
Michael: Rudolf Schock
Mariza: Christine Görner
Lisa: Renate Ewert
Koloman Zupan: Gunther Philipp
Ferdinand: Hans Moser
u.a.
Regie: Rudolf Schündler
Länge: 104 Minuten

Um ihren vielfältigen und dümmlichen Verehrern in Budapest zu entkommen, besucht die schöne Gräfin Mariza nach langer Zeit wieder ihr großes Stammgut. Dort hat der neue Verwalter Michael das Heft in die Hand genommen und ist dabei, den heruntergewirtschafteten Besitz wieder in Schwung zu bringen. Trotzdem will Gräfin Mariza ihn nicht sehen, weil er ihr zu selbstständig zu arbeiten scheint. Als Gutsnachbar Dragomir ihr einen Heiratsantrag macht, lässt Gräfin Mariza in Wien das Gerücht verbreiten, sie habe sich mit einem gewissen Koloman Zupan verlobt, wobei sie annimmt, diesen Namen gäbe es nur in der Operette "Der Zigeunerbaron". Koloman Zupan ist tatsächlich ein Schnorrerkönig in Wien und stiftet als "Verlobter" der Gräfin einige Verwirrung. Als Michaels Schwester Lisa auftaucht, glaubt Mariza, sie sei seine Geliebte. Aus Eifersucht lässt sie Zupan seine Rolle als Verlobten spielen, und Michael zerreißt seinen Arbeitsvertrag. Doch bevor das Zerwürfnis endgültig ist, entdeckt Mariza ihren Irrtum und sinkt in Michaels Arme.
"Gräfin Mariza" ist die Verfilmung der gleichnamigen Operette von Emmerich Kálmán. Die Stars des Films sind Rudolf Schock und Christine Görner. Für Humor und Späße sorgen Gunther Philipp und Hans Moser.

Samstag, 21.08. / 19.20 Uhr / Box Office extra: Robert Redford
Inside the Actors Studio

"Box Office extra" sendet im Rahmen des Sommerprogramms acht Folgen der exklusiven Talkshow "Inside the Actors Studio". Darin werden einige der bekanntesten Hollywood-Schauspielerinnen und Schauspieler, unter anderem Angelina Jolie, Tom Cruise, Robert Downey jr. und Charlize Theron, in ausführlichen Interviews vorgestellt.

Samstag, 21.08. / 20.15 Uhr / Festspielsommer: La Pietra del Paragone (Die Liebesprobe)
Opera buffa in zwei Akten von Gioacchino Rossini,
Théâtre Musical de Paris, 2007
La Marchesa Clarice: Sonia Prina
La Baronessa Aspasia: Jennifer Holloway
Donna Fulvia: Laura Giordano
Il Conte Asdrubale: Francois Lis
Il Cavalier Giocondo: José Manuel Zapata
Macrobio: Joan Martin-Royo
Pacuvio: Christian Senn
Fabrizio: Filippo Polinelli
Libretto: Luigi Romanelli
Kostüme: Cristian Taraborelli
Orchester: Ensemble Matheus
Musikalische Leitung: Jean-Christophe Spinosi
Inszenierung: Giorgio Barberio Corsetti und Pierrick Sorin
Fernsehregie: Philippe Béziat
Erstausstrahlung
(In italienischer Sprache mit deutschen Untertiteln)

Trotz seines einstmaligen Erfolges schlummerte das 1812 uraufgeführte Frühwerk Gioachino Rossinis (1792 - 1868) "La Pietra del Paragone (Die Liebesprobe)" lange Zeit in den Archiven. Das Libretto bedient sich der Bühnenstandards seiner Zeit: Verkleidungen, Intrigen, Liebeshändel und viele Missverständnisse sind an der Tagesordnung. Das Raffinement der musikalischen Komposition ist bestechend, Rossinis spätere Handschrift bereits klar erkennbar: Sein Witz, seine Liebe zur Sprache und sein Spiel mit den Worten ziehen sich durch das gesamte Werk.
Giorgio Barberio Corsetti und Pierrick Sorin entdeckten das Werk neu und kleideten Rossinis Frühwerk in eine außergewöhnliche Bühnenoptik. Bekannt für seine Videoinstallationen und -Performances verstärkt Pierrick Sorin Rossinis Humor und Komik durch eigene Stilmittel. Die Sänger, allesamt Rossini-Experten, bringen neben ihrer Musikalität eine außergewöhnliche Spielfreude mit. Dirigent Jean-Christophe Spinosi treibt sein Ensemble Matheus zu übermütigem Spiel und großer Virtuosität.

Als nächsten Beitrag des Festspielsommers zeigt 3sat am Sonntag, 12. September, um 10.45 Uhr "Mare Nostrum - Klangraum Mittelmeer".

Samstag, 21.08. / 22.55 Uhr / Das Publikum - Die Macht im Parkett
Film von Herbert Eisenschenk
Der französische Schriftsteller Jean Cocteau sprach den bedeutenden Satz aus: "Heute war das Publikum wieder ziemlich untalentiert!".
Davon ausgehend beschäftigt sich der Film "Das Publikum - Die Macht im Parkett" mit jener "anderen Seite", die künstlerischen Darbietungen in Theater- und Konzertsälen meist mit Anstand und korrektem Verhalten beiwohnt, aber den Künstlern gar nicht so selten auch ihr Dasein erschwert. Zu Wort kommen unter anderen der Regisseur und Intendant Luc Bondy, die Sängerin Angelika Kirchschlager, der Dirigent Franz Welser-Möst, die Schauspieler Peter Jordan und Peter Simonischek, der Dirigent Peter Schneider, die Sängerin Patricia Petibon sowie Helga Rabl-Stadler, Präsidentin des Direktoriums der Salzburger Festspiele. Außerdem geht der Film der soziologisch-psychologischen Verbindung von Voyeurismus und Exhibitionismus nach und fragt, was ein Publikumsliebling ist und welche Pflichten und Rechte ein solcher gegenüber seiner Fangemeinde hat.

Sonntag, 22.08. / 10.15 Uhr / Literatur im Foyer: Felicitas von Lovenberg im Gespräch mit Andreas Nohl und Manfred Pfister
(Erstsendung 28.5.2010)

Mark Twain wurde zu seinem 100. Todestag als Erfinder der amerikanischen Literatur und als erster Popstar der Literaturgeschichte gefeiert. Seine Helden Tom Sawyer und Huckleberry Finn gehören zu den bekanntesten Lausbuben der Literaturgeschichte. Aber der Autor hat noch mehr geschrieben: Reiseberichte, Romane und Briefe von literarischem Rang.
In "Literatur im Foyer" spricht Felicitas von Lovenberg mit dem Übersetzer von "Tom Sawyer und Huckleberry Finn" Andreas Nohl und dem Amerikanisten Manfred Pfister über den amerikanischen Schriftsteller Mark Twain.

Sonntag, 22.08. / 11.45 Uhr / Tanz am Bolshoi - Das Comeback der Moskauer Balletttruppe
Film von Reiner Penzholz
Das Moskauer Bolshoi Ballett, eine der ältesten und traditionsreichsten Kompagnien, blickt mittlerweile auf eine über 200-jährige Geschichte zurück. Seine Mischung aus fundierter Ausbildung, außergewöhnlichen Talenten und populären Balletten verschaffte dem russischen Ensemble internationalen Ruhm. Der Zusammenbruch der Sowjetunion am Ende des 20. Jahrhunderts führte auch das Bolshoi Ballett in eine Krise. Nun aber meldet sich das traditionsreiche Ensemble wieder zurück. Seine Gastspiele in London und Berlin 2007 und seine Aufführungen in Paris Anfang 2008 bescherten ausverkaufte Häuser und waren triumphale Erfolge. Ob zu Hause in Moskau oder auf Tournee: Das Bolshoi glänzt wieder mit phänomenalen Aufführungen seiner Klassiker wie "Schwanensee", "Nussknacker", "Don Quixote" und "Le Corsaire", daneben aber auch mit Stücken, die seinem Repertoire eine größere Bandbreite geben. Langsam, aber stetig öffnet sich das Bolshoi der Moderne. Die vorsichtige Modernisierung des Balletts, initiiert durch Intendant Anatoly Iksanov, dokumentiert die Arbeit der jungen Bolshoi-Choreografen, allen voran Alexei Ratmansky. Maßgeblich unterstützt wird sie durch das Interesse der Ensemblemitglieder, die den modernen Tanz als neue Herausforderung annehmen. Zu seinen Befürwortern gehört auch die Primaballerina des Bolshois, Svetlana Zakharova, die mit ihren klassischen Partien weltweit Aufmerksamkeit erregt und von internationalen Bühnen als Tänzerin umworben wird.
"Tanz am Bolshoi - Das Comeback der Moskauer Balletttruppe" erzählt die Geschichte der berühmten Kompagnie.

Im Anschluss, um 12.15 Uhr, sendet 3sat mit "Das große Bolshoi" einen Film über das sich im Umbruch befindende Moskauer Opernhaus.

Sonntag, 22.08. / 12.15 Uhr / Das große Bolshoi
Das Moskauer Opernhaus im Umbruch
Film von Reiner Penzholz
Seit 2005 steht das weltbekannte Bolshoi-Theater in Moskau leer. Das Bauwerk drohte einzustürzen, eine Grundsanierung war dringend notwendig. Mittlerweile sind mehr als 2.300 Stützen aus Stahlbeton am Fels der Stadt verankert. Sie geben dem legendären Opernhaus nun Standfestigkeit und Sicherheit. Alle Baumaßnahmen basieren auf den neuesten Kenntnissen - schließlich soll das Bolshoi den anderen großen Opernhäusern in Europa in nichts nachstehen. Auch seine Ausstattung soll es zum Vorzeigeprojekt machen. Dabei setzt man auf das alte russische Kunsthandwerk. Weder Kosten noch Mühen werden gescheut, um das Bolshoi von 1856 wieder erstehen zu lassen. So werden auf alten Webstühlen und in Handarbeit die alten Wandstoffe aus dem 19. Jahrhundert originalgetreu wiederhergestellt, und mit der aufwendigen Verarbeitung hochwertigen Blattgoldes erstrahlt das Bolshoi bald wieder im Glanz der alten Zarenzeit. Statt Hammer und Sichel wird dann wieder der doppelköpfige russische Adler die neue Bedeutung Russlands symbolisieren. Die zeit- und kräftezehrenden Anstrengungen blieben nicht ohne Auswirkungen auf den Spielbetrieb. Junge Kräfte wie der Ballettmeister Alexei Ratmansky und Orchesterchef Alexander Vedernikov konnten anfangs noch dem sehr traditionell ausgerichteten Bolshoi neue Impulse geben. Doch Ratmansky ging Anfang, Vedernikov Mitte des Jahres 2009. Nun befindet sich das Bolshoi auch inhaltlich in einer schwierigen Phase. Der Umbau hat das Theater bautechnisch und künstlerisch bis in die Grundfesten erschüttert und wird so zum Spiegelbild der russischen Gesellschaft.
Der Film "Das große Bolshoi" zeigt ein traditionelles Opernhaus auf seinem ambitionierten, aber schwierigen Weg zurück an die Spitze, an der es bei seiner offiziellen Wiedereröffnung im Herbst 2011 stehen will.

Montag, 23.08. / 02.30 Uhr / Most Expensive Music Videos
Videomusik -  Musikvideos
Gestaltung: Anita Dollmanits
(aus der ORF/3sat-Reihe "clip")

[lang]
Sie dauern nur wenige Minuten und können so viel wie ein Kinofilm kosten: Musikvideos sind ein Multiplikator für den Erfolg einer Single, darum lohnen sich Aufwand und Investition zumeist. Michael Jacksons Duett mit seiner Schwester Janet "Scream" kostete aufgrund damals aufwendiger Spezialeffekte etwa sieben Millionen Dollar. Auf den nächsten Rängen folgen unter anderen Madonna, MC Hammer und Guns N'Roses.
"Most Expensive Music Videos" ist ein Film über die teuersten Musikvideos.

Montag, 23.08. / 04.15 Uhr / Hits der 80er - International
Videomusik - Musikvideos
Gestaltung: Anita Dollmanits
(aus der ORF/3sat-Reihe "clip")
Die Musikszene der 1980er Jahre entdeckte den Synthesizer für ihre Songs. Bands wie Depeche Mode, Genesis, Eurythmics und Visage waren Pioniere auf dem Gebiet des Elektropop. Aber auch etablierte Musiker wie Queen, Genesis und David Bowie benutzten den "Synthie". Pop-Ikone Madonna gelang der internationale Durchbruch 1984 mit "Like a Virgin". Michael Jacksons Video zu "Thriller" 1983 war ein Meilenstein der Musikvideogeschichte. In den 1980er Jahren engagierten sich viele Popmusiker politisch: Im britischen Raum setzten U2, Bob Geldorf, The Police, Sinead O'Connor, Pink Floyd und Peter Gabriel neue Standards. Bruce Springsteens Hit "Born in the U.S.A." war als Kritik an der Rolle Amerikas im Vietnamkrieg intendiert und wurde dennoch von Reagan-Fans zu einer amerikanischen Hymne hochstilisiert. Suzanne Vega machte in ihrem Song "Luca" Kindesmisshandlung und deren gesellschaftliche Verdrängung zum Thema. Im Rahmen des politischen Engagements der Künstler waren die legendären Benefizkonzerte der 1980er Jahre ein logischer Schritt, darunter Bob Geldofs "Life Aid"-Konzert und das Charity-Projekt "USA for Africa" gegen die Hungersnot in Äthiopien. Der Song "We Are The World" wurde von Michael Jackson und Lionel Richie geschrieben. Bei dem Anti-Apartheit-Konzert "A Tribute To Nelson Mandela" wurde die Ballade "Brothers in Arms" von den Dire Straits zum Symbol politischen Widerstands.
"Hits der 80er - International" zeigt die größten Hits des Jahrzehnts, unter anderem U2s "With or Without You", Tina Turners "What's Love Got to Do with It", Michael Jacksons "Thriller", Wham!s "Wake Me Up Before You Go-Go ", Whitney Houstons "How Will I Know" und Bobby McFerrins "Don't worry, be happy".

Samstag, 28.08. / 20.15 Uhr / Festspielsommer: Moses und Aron
Oper von Arnold Schönberg
Ruhrtriennale 2009

Moses: Dale Duesing
Aron: Andreas Conrad
Junges Mädchen: Ilse Eerens
Eine Kranke: Karolina Gumos
Junger Mann/Jüngling: Finnur Bjarnason
Nackter Jüngling: Michael Smallwood
Anderer Mann/Ephraimit: Boris Grappe
Priester: Renatus Mészár

Choreografische Mitarbeit: Jo Siska
Chor: ChorWerk Ruhr
Orchester: Bochumer Symphoniker
Musikalische Leitung: Michael Boder
Regie: Willy Decker
Fernsehregie: Hannes Rossacher

Moses und Aron, die ungleichen Brüder, ringen um die Vermittlung des Nichtvermittelbaren: die Gegenwart des ewigen und allmächtigen Gottes. Aron mit den Zügen eines Volksführers, Moses als Personifikation des unerbittlichen Gesetzes Gottes, das vermittelnde Worte unmöglich macht. Das erste Jahr seiner Ruhrtriennale-Intendanz von 2009 bis 2011 eröffnete Willy Decker mit einem Hauptwerk des modernen Musiktheaters und inszenierte Arnold Schönbergs monumentale Zwölftonoper "Moses und Aron" in der Bochumer Jahrhunderthalle mit über 200 Mitwirkenden. Mit seiner Inszenierung schuf der international renommierte Opernregisseur eine neue Maßstäbe setzende Interpretation von Schönbergs kompromissloser und radikaler Auseinandersetzung mit der biblischen Mosesgeschichte. Die überragenden Solisten, allen voran Dale Duesing und Andreas Conrad in den Titelpartien, das ChorWerk Ruhr mit gesanglichen, darstellerischen und choreografischen Höchstleistungen und die ausgezeichneten Bochumer Symphoniker unter der musikalischen Leitung von Michael Boder, dem Generalmusikdirektor des Gran Teatre del Liceu in Barcelona, machen Schönbergs erkenntnistheoretisches Opernfragment zum Spannungstheater.
Im Rahmen des 3sat-Festspielsommers 2010 folgt am Sonntag, 12. September, um 10.45 Uhr "Mare Nostrum - Klangraum Mittelmeer".

Samstag, 28.08. / 22.00 Uhr / Umzug in die Kohlenwäsche: Das Ruhrmuseum auf Zeche Zollverein

Film von Traute Bonnichsen
Als am 9. Januar 2010 offiziell das Kulturhauptstadtjahr im Ruhrgebiet eingeläutet wurde, stand vor allem die Zeche Zollverein im Zentrum der Aufmerksamkeit. Schon bei der Fertigstellung 1932 galt sie nicht nur als modernste, sondern auch als schönste Zeche der Welt. Als sie 1986 als letzte Essener Zeche stillgelegt wurde, war ihre Zukunft unklar. Erst Jahre später wurde das gesamte Übertage-Ensemble unter Denkmalschutz gestellt, Zollverein nach und nach ein Ort für Konzerte und Ausstellungen, 2001 dann sogar Teil des UNESCO-Welterbes. In den Monaten vor der Eröffnung des Kulturhauptstadtjahres wurde auf Zollverein erneut in großem Stile geplant, entworfen, gehämmert und gemessen. Denn zum krönenden Abschluss wurde die riesige ehemalige Kohlenwäsche zum Sitz des neuen Ruhrmuseums umgestaltet. Tausende von Ausstellungsstücken erzählen dort von den besonderen Phasen der Naturund Erdgeschichte, durch die das gesamte Ruhrgebiet geprägt wurde, von der Geschichte der Zivilisation in der Region, von den glanzvollen Zeiten des Mittelalters, den 150 Jahren Industriezeitalter, die immer noch das Bild des Ruhrgebiets bestimmen, und von der Region im Strukturwandel - spektakulär eingefügt in die sehr gut erhaltene Maschinerie der Kohlenwäsche und unterstützt durch modernste Museumsarchitektur. Traute Bonnichsen hat die Entstehung des Ruhrmuseums über viele Monate hinweg exklusiv begleitet. Ihr Film zeigt die Planer und Macher und zeigt, wie aufwendig es war, die rund 4,5 Millionen Ausstellungsstücke - von Fotos und Münzen über Versteinerungen bis hin zu Mammut und Förderkorb - an ihren Bestimmungsort zu bringen.

Sonntag, 29.08. / 10.15 Uhr / Robert Stolz: Musik der Versöhnung
Film von Thomas Voigt und Wolfgang Wunderlich

Seine Melodien kennen Millionen, seine Geschichte nur wenige: Schon in den 1920er und 1930er Jahren war Robert Stolz ein Star. Die Nazis hofierten ihn, konnten ihn jedoch nie vereinnahmen. Stolz verhalf vielen Juden zur Flucht, bis er selbst aus Wien flüchten musste und dabei sein Leben riskierte. In Paris wurde er als "feindlicher Ausländer" interniert. Im Fußballstadion Colombes mit 70.000 Menschen unter freiem Himmel zusammengepfercht, bekam er eine doppelseitige Lungenentzündung. Louise Ulrich, seine spätere Frau "Einzi", kaufte ihn frei und pflegte ihn gesund. Beide immigrierten in die USA, dort wurde die Musik von Stolz zum Synonym für "die gute alte Zeit". Nach dem Krieg kehrte der damals 66-Jährige nach Wien zurück und machte eine große Alterskarriere. 1963 dirigierte Stolz erstmals in Israel. Auf dem Programm standen Walzer und Wiener Operettenlieder. Entgegen der Warnungen der Veranstalter setzte er durch, dass die Lieder auf Deutsch gesungen wurden. Damit brach er ein Tabu - und zugleich das Eis bei einem Großteil des Publikums: Viele Zuhörer weinten. Nach dem ersten Konzert dankte Simon Peres dem Musiker mit den Worten: "Sie haben uns von einem Trauma befreit". Der Film "Robert Stolz" erzählt die bewegende Geschichte eines großen Musikers, der mit seiner Liebe zur Musik und seiner Zivilcourage half, Brücken zu bauen.

Sonntag, 29.08. / 11.15 Uhr / Salute Petra: Luciano Pavarotti - Gedenkkonzert vom 12.10.2008
aus Petra, Jordanien
Mit José Carreras, Placido Domingo, Sherill Milnes, Cynthia Lawrence, Jovanotti, Zucchero, Angela Gheorghiu, Andrea Bocelli, Sting, Laura Pausini, Aleem Kandour, Andrea Grimelli und Edin Karamazov

Ein Jahr nach Luciano Pavarottis (1935 - 2007) Tod sind seine Freunde Angela Gheorghiu, Sting, Andrea Bocelli, Plácido Domingo und José Carreras, sowie eine Vielzahl prominenter Gäste der Einladung von Nicoletta Mantovani, Luciano Pavarottis Witwe, nach Jordanien gefolgt: Dort fand am 12. Oktober 2008, dem Tag von Luciano Pavarottis 73. Geburtstag, ein Konzert zu seinem Andenken vor der Kulisse der historischen Stätten in Petra statt. Plácido Domingo und José Carreras, die gemeinsam mit Pavarotti die legendären Drei Tenöre bildeten, traten zum ersten Mal seit der Beisetzung ihres großen Kollegen gemeinsam auf Aufzeichnung des Konzertes "Salute Petra" zum Gedenken an den großen Tenor Luciano Pavarotti. 3sat zeigt "Salute Petra" zum dritten Todestag von Luciano Pavarotti am 6. September.

Sonntag, 29.08. / 12.40 Uhr / Abgeschminkt: Peter Konwitschny
beobachtet von Johanna Schickentanz
Peter Konwitschny wurde 1945 in Frankfurt am Main in eine Musikerfamilie geboren. Sein Vater war Dirigent und arbeitete als Gewandhauskapellmeister in Leipzig, seine Mutter war Sängerin. Von 1965 bis 1970 studierte Konwitschny Opernregie an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler". Danach war er bis 1978 als Regieassistent bei Ruth Berghaus am Berliner Ensemble. Seit 1980 arbeitet Konwitschny als freier Regisseur in Halle, Leipzig, Dresden, Berlin, Hamburg, Graz und Basel. 1988 erhielt er den Kunstpreis der DDR und 2005 den Berliner Theaterpreis. Seit 1992 ist er Mitglied der Freien Akademie der Künste in Berlin. Außerdem hat er Lehraufträge an Hochschulen im In- und Ausland für Regisseure, Dramaturgen, Schauspieler und Sänger. Der Film aus der Reihe "Abgeschminkt" stellt den Theatermann Peter Konwitschny vor.

Sonntag, 29.08. / 18.30 Uhr / Museums-Check: Museum Folkwang Essen
mit Markus Brock
Die gläserne, lichtdurchflutete Architektur des Museum Folkwang in Essen ist schnörkellos, eine gelungene Hommage an die 1950er Jahre. Pünktlich zum Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 wurde das Museum von David Chipperfield umgebaut und mit vielversprechenden Sonderausstellungen eröffnet. Der nordische Name des Museums spricht für sich: "Folkwang" - "Halle des Volkes". Mit dem Wunsch, ein Museum für alle zu schaffen, hat es Karl Ernst Osthaus einst in Hagen begründet. Dort ließ sich der Kunstmäzen 1902 ein Museum erbauen und vom Jugendstilkünstler Henry van de Velde ausstatten. Ursprünglich war es für exotisches Kunsthandwerk und Skulpturen bestimmt, die Osthaus von seinen Reisen durch die Welt mitbrachte. Doch van de Velde überzeugte ihn davon, Bilder von damals verpönten Zeitgenossen wie Paul Gauguin, Oskar Kokoschka und Wassily Kandinsky zu kaufen. Das Museum Folkwang stellte als eines der ersten die Künstler der Moderne aus. Nach dem Tod von Osthaus 1921 wurde seine einzigartige Sammlung nach Essen verkauft. Paul J. Sachs, ein Mitbegründer des Museum of Modern Art in New York, bezeichnet 1932 das Museum Folkwang als "Das schönste Museum der Welt" - und so heißt auch die aktuelle Sonderausstellung, die die Geschichte der Sammlung rekonstruiert. Gezeigt werden viele Werke, die während des Nationalsozialismus als entartete Kunst vom Museum Folkwang wenn nicht zerstört, so doch verkauft wurden. Markus Brock besucht in dieser Ausgabe von "Museums-Check" das Museum Folkwang. Als Gast begrüßt er den Kabarettisten Dieter Nuhr. Der leidenschaftliche Fotograf interessiert sich besonders für die einzigartige Fotosammlung des Museums mit Werken von August Sander und Andreas Gursky. Die nächste Ausgabe von "Museums-Check" zeigt 3sat am Sonntag, 10. Oktober, um 18.30 Uhr.

Montag, 30.08. / 01.30 Uhr / Donauinselfest 2010: Die Highlights
Mit Amy McDonald, Billy Idol, Kim Wilde, Roger Hudson, Right Said Fred, Paul van Dyk u.a.
Das Donauinselfest in Wien hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem der größten Freiluftfestivals in Europa entwickelt. Jährlich strömen bis zu drei Millionen Besucher zu den Konzerten auf der Insel: Musik, Kleinkunst, Leistungsschauen und andere Aktivitäten bilden einen internationalen kulturellen Magneten für viele.
3sat zeigt eine Aufzeichnung vom diesjährigen Donauinselfest mit Amy McDonald, Billy Idol, Kim Wilde, Roger Hudson, Right Said Fred, Paul van Dyk und vielen anderen.

Montag, 30.08. / 03.50 Uhr / Newcomer
Videomusik – Musikvideos
Gestaltung: Anita Dollmanits (aus der ORF/3sat-Reihe "clip")
Mit Christina Stürmer, Anna F., Saint Lu, Bunny Lake, Herbstrock, Excuse Me Moses, Luttenberger*Klug, Tuesday, Valerie, My Excellence und PBH Club
Dass die junge österreichische Musikszene erfolgreich ist, beweisen Stars wie Christina Stürmer, Anna F. und Retro-Rockröhre Saint Lu. Das Spektrum reicht von Elektropop mit Bunny Lake und Herbstrock, Alternative Rock mit Excuse Me Moses, Deutschrock mit Luttenberger*Klug, US-College-Rock mit Tuesday, poppigem Chanson und Jazz mit Valerie und Crossover mit My Excellence bis hin zu Ska-Punk mit PBH Club. "Newcomer" aus der Reihe "clip" über die junge österreichische Musikszene.

Montag, 30.08. / 05.00 Uhr / Hits der 80er - in Deutschland und Österreich
Videomusik – Musikvideos
Gestaltung: Anita Dollmanits (aus der ORF/3sat-Reihe "clip")
Die Musikszene der 1980er Jahre entdeckte den Synthesizer für ihre Songs. Bands wie Depeche Mode, Genesis, Eurythmics und Visage waren Pioniere auf dem Gebiet des Elektropop. Aber auch etablierte Musiker wie Queen, Genesis und David Bowie benutzten den "Synthie". Pop-Ikone Madonna gelang der internationale Durchbruch 1984 mit "Like A Virgin". Michael Jacksons Video zu "Thriller" 1983 war ein Meilenstein der Musikvideogeschichte. In den 1980er Jahren engagierten sich viele Popmusiker politisch: Im britischen Raum setzten U2, Bob Geldorf, The Police, Sinead O'Connor, Pink Floyd und Peter Gabriel neue Standards. Bruce Springsteens Hit "Born in the U.S.A." war als Kritik an der Rolle Amerikas im Vietnam-Krieg intendiert und wurde dennoch von Reagan-Fans zu einer amerikanischen Hymne hochstilisiert. Suzanne Vega machte in ihrem Song "Luca" Kindesmisshandlung und deren gesellschaftliche Verdrängung zum Thema. Im Rahmen des politischen Engagements der Künstler waren die legendären Benefizkonzerte der 1980er Jahre ein logischer Schritt, darunter Bob Geldofs "Life Aid"-Konzert und das Charity-Projekt "USA for Africa" gegen die Hungersnot in Äthiopien. Der Song "We Are the World" wurde von Michael Jackson und Lionel Richie geschrieben. Bei dem Anti-Apartheit-Konzert "A Tribute to Nelson Mandela" wurde die Ballade "Brothers in Arms" von den Dire Straits zum Symbol politischen Widerstands. Der Film aus der Reihe "clip" zeigt die größten Hits der 1980er Jahre, unter anderem U2s "With or Without You", Tina Turners "What's Love Got to Do With It", Michael Jacksons "Thriller", Wham!s "Wake Me Up Before You Go-Go ", Whitney Houstons "How Will I Know" und Bobby McFerrins "Don't Worry, be Happy".

Freitag, 03.09. / 01.35 Uhr / Rainald Grebe & Die Kapelle der Versöhnung: "1968"
3sat-Zelt in Mainz, 8.9.2008
Mit Rainald Grebe (Gesang, Flügel), Martin Brauer (Schlagzeug) und Marcus Baumgart (Gitarren)
Fernsehregie: Volker Weicker
Der Dadaist unter den Kabarettisten, Rainald Grebe, geboren 1971, hat sich mit der "Kapelle der Versöhnung" - Martin Brauer und Marcus Baumgart - die Achtundsechziger vorgenommen: Schön war die Zeit, als lange Haare noch politisch waren. Die drei Musiker zeigen großartiges, zeitkritisches Entertainment. Grebe wurde 2008 mit dem renommierten Kleinkunstpreis "Salzburger Stier" ausgezeichnet. Eine Aufzeichnung vom 3satfestival 2008. Im Anschluss an "Rainald Grebe & Die Kapelle der Versöhnung", ab 2.20 Uhr, zeigt 3sat vier weitere Programme vom 3sat-Festival der Vorjahre.

Freitag, 03.09. / 02.20 Uhr /
Helmut Schleich: "Der allerletzte Held"
3sat-Zelt in Mainz, 10.9.2009
Fernsehregie: Volker Weicker
Mit einem Panoptikum von schüchternen Haudegen, zögernden Teufelskerlen und zaghaften Desperados begibt sich Helmut Schleich auf die Spur des allerletzten Helden. Ebenso ausdrucksstark wie originell schlüpft der Münchner Kabarettist flüsternd, schnaubend, gemein, voller Wucht und Elan in die Rollen seiner Protagonisten, dem selbstgefälligen greisen Gesangslehrer von Johannes Heesters und Marika Rökk, dem chinesischen Feng-Shui-Kontrolleur, dem pragmatischen Helden-Denkmal-Steinmetz und dem masochistischen Wallfahrer: Kühnes Typenkabarett angereichert mit draufgängerischem Witz, bösem Spott und kernigen Skurrilitäten.
Aufzeichnung vom 3satfestival 2009.

Freitag, 03.09. / 03.05 Uhr / Gustav Peter Wöhler Band: "Across the universe"
3sat-Zelt in Mainz, 2005
Fernsehregie: Volker Weicker
Als Sänger und Musiker hat Gustav Peter Wöhler, bekannt aus Filmen, Fernseh- und Theaterproduktionen, gemeinsam mit seiner Band inzwischen Kultstatus erlangt. Wenn Gustav Peter Wöhler, "klein, dick und sexy", seine eigenen Coverversionen von Rock- und Popsongs präsentiert, vergisst man das Original. Er ist ein begnadeter Entertainer, der höchst lasziv den Mikrofonständer mit seinem meterlangen Schal umgarnt, voller Leichtigkeit über die Bühne schwebt und dabei mit fulminanter Stimme Songs von Elvis Presley, Gloria Gaynor und den Beatles interpretiert. Bei dieser intelligenten und unterhaltsamen Show begleiten ihn Olaf Casimir am Bass, Kai Fischer am Piano und Hardy Kayser an der Gitarre. Eine Konzertaufzeichnung vom 3satfestival 2005.

Freitag, 03.09. / 04.05 Uhr / Wise Guys: "A-Cappella-Comedy-Show 2007"
3sat-Zelt in Mainz, 8.9.2007
Fernsehregie: Volker Weicker
Die fünf Wise Guys, übersetzt heißt das "Besserwisser" oder auch "Klugscheißer", begeistern ihre Fans in Deutschland schon seit Jahren. Inzwischen füllen sie auch die großen Konzertsäle in Österreich und der Schweiz: Das Konzerthaus Wien war genauso ausverkauft wie die Columbia Halle in München und die Alte Oper in Frankfurt. Und das ohne große Werbekampagnen: Die Kultband kann sich auf die Mundpropaganda ihrer stets wachsenden Fangemeinde verlassen. Die Wise Guys, das sind Edzard Hüneke, Daniel Dickopf, Marc Sahr und Clemens Tewinkel, deren Stimmlagen je nach Bedarf zwischen Bariton und Tenor pendeln, sowie der Bassist Ferenc Husta. Ihre Musik bezeichnen die Sänger selbst als melodisch abwechslungsreiche Popmusik, die zufällig a cappella daherkommt. In ihre ausgeklügelten Arrangements fließen Elemente von Reggae, Rap, Hip-Hop, Rock und Techno ein, ihre überwiegend deutschen Texte sind mal witzig frech, mal melancholisch.
Eine Aufzeichnung des Auftritts der Wise Guys vom 3satfestival 2007.

Freitag, 03.09. / 04.50 Uhr / Stefan Gwildis: "Nur wegen dir"
3sat-Zelt in Mainz, 15.9.2005
Mit den Soul-Klassikern scheint Stefan Gwildis seine Bestimmung gefunden zu haben: Nach 20 Jahren im Musikgeschäft wurde er 2004 als "Newcomer des Jahres" mit der "Goldenen Stimmgabel" ausgezeichnet. Er nahm am deutschen Vorausscheid zum Eurovision Song Contest teil und wurde quasi über Nacht zum Star. Beim 3satfestival 2005 stellte Stefan Gwildis sein Tourprogramm "Nur wegen dir" vor. Begleitet wurde er bei den großen Songs wie Van Morrisons "Brown Eyed Girl" ("Nur wegen Dir") und Marvin Gayes "I Heard it Through the Grapevine" ("Das kann doch nicht Dein Ernst sein") – aber auch bei selbstkomponierten Liedern - von Mirko Michalzik, Martin Langer, Matze Kloppe und Ralph Schwarz und Achim Rafain.

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