Operette: Der Vetter aus Dingsda
 

Der Vetter aus Dingsda
Operette in drei Akten

Von: Eduard Künneke (1885-1953)
Libretto : Hermann Haller und Rideamus
Uraufführung: 15. April 1921 (Berlin)

Zur Inszenierung des Theater Heilbronn:

Premiere:
30. Mai 10
Musikalische Leitung: Nicolas Kemmer
Regie: Uta Koschel
Ausstattung: Klaus Werner Noack

Mit: Julia Apfelthaler, Angelika Hart, Gabriel Kemmether, Julia Klotz, Rolf-Rudolf Lütgens, Manuel Rivera, Till Schmidt

www.theater-hn.de

Zur Inszenierung des Theater Krefeld-Mönchengladbach:

Premiere TiN Mönchengladbach:
4. Oktober 09
Premiere Krefeld: 27. September 08

Musikalische Leitung: Philip van Buren ·
Inszenierung: Reinhardt Friese ·
Bühne: Diana Pähler ·
Kostüme: Annette Mahlendorf ·
Choreografie: Myriam Lifka ·
Dramaturgie: Ulrike Aistleitner

Mit: Uta Christina Georg, Isabelle Razawi, Susanne Seefi ng; Christoph Erpenbeck, Ben Heijnen, Markus Heinrich, Luis Lay Steffen Neutze N N Hans-Jürgen Schöpflin;

Julia und ihr Vetter Roderich haben sich als Kinder ewige Treue geschworen. Nun ist Julia erwachsen und ihr Roderich schon seit sieben Jahren in „Dingsda“, im fernen Asien. Obwohl Julias griesgrämiger Vormund Onkel Josse andere Heiratspläne mit seinem steinreichen Mündel hat, besteht Julia weiterhin darauf, Roderichs Rückkehr abzuwarten. Eines Tages erscheint ein „armer Wandergesell“ auf der Bildfl äche und behauptet, der lang ersehnte Roderich zu sein. Julia ist selig. Als jedoch völlig unerwartet ein zweiter Roderich auftaucht, ist ihre Verwirrung komplett. Nun muss das Versteckspiel aufgedeckt werden und sich die wahre Liebe durchsetzen.

Verwechslungen am laufenden Band, Operetten-Exotik, bissige Wortspiele und vor allem temporeiche und tänzerische Musik: Eduard Künnekes „Der Vetter aus Dingsda“ zählt nicht umsonst zu den beliebtesten Operetten weltweit. Die aktuelle Inszenierung von Reinhardt Friese hat in der vergangenen Spielzeit im Nu die Herzen der Krefelder TaZ-Besucher erobert.

Nun ziehen Julia de Weert, ihre schrulligen Verwandten und die zahlreichen Fremden vom TaZ ins TiN (Theater im Nordpark) nach Mönchengladbach.

 „Unbedingt hingehen – das sei allen empfohlen, die einen heiteren Abend auf gepflegtem Niveau erleben möchten.“ (Rheinische Post).

www.theater-krefeld-moenchengladbach.de

Zur Inszenierung der Staatsoperette Dresden:

Premiere:
12. September 09

Inszenierung: Rita Schaller
Musikalische Leitung: Andreas Henning
Ausstattung: Barbara Blaschke

Besetzung:

Julia de Weert:
Peggy Steiner / Jessica Glatte
Hannchen: Jeannette Oswald / Romana Beutel
Josef Kuhbrot: Hans-Jürgen Wiese
Wimpel: Silke Fröde / Jutta Richter-Merz
Egon von Wildenhagen: Frank Oberüber / Frank Ernst
1. Fremder: Michael Heim / Falk Hoffmann
2. Fremder: Marcus Günzel / Alfred Berg

Wer hängt nicht gerne seinen Träumen nach? Vor allem, wenn sie mit Liebe zu tun haben. Und wer eignet sich besser als romantischer Postillon d´amour als ausgerechnet der gute, alte „strahlende Mond“. Den singt in Eduard Künnekes Operette „Der Vetter aus Dingsda“ Abend für Abend in gleichnamiger Arie die junge Julia an, seit ihr Cousin Roderich vor sieben Jahren nach Batavia aufgebrochen ist. Seitdem wartet das unsterblich in ihn verliebte Mädchen auf die Rückkehr ihres Vetters, den sie als das Idol ihrer Jugend nach wie vor liebt. Am Ziel ihrer Träume wähnt sie sich, als ein Fremder auftaucht und sich als der langersehnte Roderich ausgibt...

Die 1921 uraufgeführte Operette „Der Vetter aus Dingsda“ gilt als eine der wirkungsvollsten musikalischen Komödien voller feiner Ironie, die schnell ihren Siegeszug an den Bühnen rund um die Welt antrat. Als Vorlage diente das gleichnamige Lustspiel von Max Kempner-Hochstädt, indem die einzelnen Musiknummern eng mit der Handlung verzahnt und die Figuren der Handlung in den witzig-ironischen Dialogen genau charakterisiert wurden. So ist ein amüsantes Lustspiel mit prallen und liebenswert-komischen Bühnenfiguren gelungen, das Künneke zu einer Musik inspirierte, die geschickt opernhafte Elemente voller Schwärmerei mit den Tanzrhythmen seiner Zeit wie Tango, Foxtrott oder Valse boston zu einem abwechslungsreichen Ganzen verbindet. Bis heute hat der „Vetter aus Dingsda“ nichts von seinem Charme verloren: Ob Julias versonnene Arie „Strahlender Mond“, das eingängige Lied des Fremden „Ich bin nur ein armer Wandergesell“ oder der Foxtrott „Sieben Jahre lebt´ ich in Batavia“ – viele der Melodien dieser Operette erfreuen sich nach wie vor ungebrochener Beliebtheit.


Rita Schaller, Inszenierung „Der Vetter aus Dingsda“:
Rita Schaller hat nach dem Schauspielstudium über fünfzehn Jahre in mehreren festen Engagements als Schauspielerin sehr erfolgreich gearbeitet. Bereits neben dieser Tätigkeit entstanden erste eigene Regiearbeiten, u.a. 1983 „Die Jungs“ von Heinz Drewniok am Theater Senftenberg. Von 1986-1999 war sie als Dozentin für Schauspiel an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden tätig. In dieser Zeit inszenierte sie „Was Ihr wollt“ und „Sommernachtstraum“ in Paderborn, am Theater Junge Generation Dresden entstanden unter ihrer Leitung die Revue „Hier anfassen…“, die Inszenierung „Das Nest“ von Franz Xaver Kroetz und ein großes Jugendprojekt mit dem Stück „Machtprobe“ nach „Die Welle“ von Morton Rhue. Am Theater Görlitz arbeitete sie regelmäßig im Musiktheater. Es kamen unter ihrer Regie Musicals wie „Lola Blau“ von Georg Kreisler und „Der Mann von La Mancha“ von Leigh/Wasserman sowie das Callas-Stück „Meisterklasse“ von Terence McNally zur Aufführung. Am Mainfrankentheater Würzburg inszenierte sie „Don Juan“ von Molière sowie erneut „Meisterklasse“ und war als Schauspielerin besonders erfolgreich als Amme in „Romeo und Julia“ und Balbina Pulheller in „Der starke Stamm“ von Marieluise Fleißer.
Seit dem Jahr 2000 ist Rita Schaller Schauspieldozentin an der Hochschule für Musik Würzburg und erarbeitete im Rahmen dieser Tätigkeit als Hochschulprojekte Inszenierungen von „Alcina“ von Händel und „Rita“ von Donizetti. Im Dresdner Theaterhaus „Rudi“ sind aktuell zwei ihrer Inszenierungen mit dem traditionsreichen H.O. Theater auf dem Spielplan: „Ein Engel kam nach Babylon“ von Dürrenmatt und „Leonce und Lena“ von Büchner. [© Staatsoperette Dresden]

www.staatsoperette-dresden.de

Zur Inszenierung der Komischen Oper Berlin:

Premiere:
3. Mai 09

Musikalische Leitung: Patrick Lange
Inszenierung: Cordula Däuper
Bühnenbild: Markus Karner
Kostüme: Justina Klimczyk
Dramaturgie: Ingo Gerlach
Licht: Franck Evin
Video: Anna Henckel-Donnersmarck

Besetzung:
Julia de Weert:
Julia Kamenik
Hannchen: Anna Borchers
Josef Kuhbrodt, genannt Josse: Uwe Schönbeck
Wilhelmine Kuhbrodt, genannt Wimpel: Christiane Oertel
Egon von Willdenhagen: Peter Renz
Ein Fremder: Christoph Späth
Ein zweiter Fremder: Thomas Ebenstein
Hans: Berthold Kogut
Karla: Verena Unbehaun
Orchester der Komischen Oper Berlin

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Der Vetter aus Dingsda
Komische Oper Berlin
v.l.n.r.: Hannchen (Anna Borchers), Julia de Weert (Julia Kamenik), Josef Kuhbrodt (Uwe Schönbeck),
Wilhelmine Kuhbrodt (Christiane Oertel), Hans (Berthold Kogut) und Karla (Verena Unbehaun)
Foto: Wolfgang Silveri

Eduard Künnekes Verwechslungskomödie zählt zu den populärsten Berliner Operetten der goldenen 1920er Jahre und wurde durch den Schlager »Ich bin nur ein armer Wandergesell« weltberühmt. Für die Regisseurin Cordula Däuper ist Der Vetter aus Dingsda »wie Bollywood ohne Happy End«; denn die bunte, exotische Traumfabrik Bollywoods dient als Referenz für eine Phantasiewelt in die sich Julia de Weert gerne hinein träumt und in der sie glücklich mit ihrem Liebsten Roderich vereint ist, der verweilt nämlich ungünstigerweise seit sieben Jahren im fernen Batavia. Doch individuell konstruierte Wirklichkeit und objektive Realität passen nicht immer zusammen und so entwickelt sich eine ereignisreiche Verwechslungskomödie, in der biedere, enge Vorgartenidylle auf die verruchten Modetänze der Zeit - One Step, Foxtrott, Valse Boston–trifft.

Kurz zum Inhalt …
Wohin genau Roderich de Weert vor sieben Jahren verschwunden ist, das interessiert eigentlich niemanden so richtig. Wichtig ist nur: Der Vetter ist weg – in Dingsda eben. Was er da macht und wie es ihm geht? Egal. Man hat ja auch hier genug zu tun: Roderichs Jugendliebe Julia hat es sich in der Rolle der wartenden Liebenden gemütlich gemacht und träumt sich in die exotische Ferne. Doch so ein Aufenthalt in Batavia, dem exotisch klingende Ort, an dem ihr Liebster verweilt, geht an keinem Menschen spurlos vorüber, auch nicht an Roderich de Weert. Dummerweise hält Julia nicht nur ihre siebenjährige Sehnsuchtsprojektion für verbindlich, sondern auch den Liebes- und Treueschwur, den ihr Roderich gab, als er mit sechzehn in die Fremde ging. Seither wartet sie auf ihn. Ihr Onkel Josse versucht derweil, seine auslaufende Position als Julias Vormund zu seinen Gunsten zu verlängern, denn das Mädchen ist bald volljährig und die Vormundschaft wäre damit beendet – und ob Julia gewillt ist, ihn und seine Frau weiter durchzufüttern, ist mehr als fraglich. Die sauberste Lösung ist einfach: Er will sie mit seinem Neffen August verheiraten, den er allerdings nicht wirklich kennt. Als nacheinander zwei unbekannte Herren auftauchen und unabhängig voneinander behaupten, eben jener Vetter zu sein, ist die Verwirrung komplett – zumal keiner der beiden so aussieht, wie Julia sich ihren Roderich vorstellt.

Inszenierungsansatz …
Für Cordula Däuper und ihr Team steht die Frage nach Wirklichkeit, dem Spannungsverhältnis zwischen objektiver und subjektiver Realitätswahrnehmung und deren Brüchigkeit im Zentrum ihrer Inszenierung von Künnekes Operette. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Projektion als Mittel einer individuell konstruierten Wirklichkeit, die sich von der Realität stark absetzt: Julia nutzt ihre Vorstellungskraft um sich aus ihrem Leben fortzuträumen, sie erschafft sich eine Parallelwelt in der sie mit ihrem Roderich glücklich vereint ist, doch wie lange kann diese Parallelwelt der Wirklichkeit standhalten?
Die Bedeutung der Ferne und die damit verbundene Assoziation mit dem Exotischen und Fremden spielt nicht nur in Künnekes Der Vetter aus Dingsda eine wichtige Rolle; in zahlreichen Operetten dieser Zeit ist sie ein fester Bestandteil. Es handelt sich hier jedoch um eine besondere Situation, da das Stück, anders etwa als in Lehárs Das Land des Lächeln oder Abrahams Blume von Hawaii, nicht in besagter Ferne spielt, sondern in einer holländischen Provinz. Es kommt zu einer kulturellen Konfrontation: Biedermeierlich enge Vorgartenidylle trifft auf die verruchten Modetänzen der Zeit: One Steps, Foxtrotts, Valse Bostons – mondäne Tänze, die zum Teil erst wenige Jahre vor der Komposition in Europa angekommen sind und mit ihrer exotisch-erotischen Note die Menschen faszinierten.
In der Inszenierung von Cordula Däuper wird dieses Phänomen konsequent weitergeführt. Wo bei Künneke Amerika, Indonesien, Deutschland und Holland durcheinander geraten , wo nordamerikanische Modetänze südostasiatisches Flair beschwören sollen, ist der Schritt zu einem bildmächtigen Vergleich unserer Tage nicht weit: Die Traumfabrik Bollywoods dient als Referenz für Julias träumerische Projektionen. Dieses System, das sich Julia als Lebensmodell aufbaut, beruht auf der Leerstelle, die Roderich in ihrem Leben hinterlassen hat. Sie flüchtet sich in eine romantische Phantasiewelt und ihre Projektionskraft wird zu einer lebensnotwendigen Fähigkeit. Doch da Julias Bild von Roderich sich aber auch mit ihr selbst verändert, ist die größte Bedrohung für ihr System paradoxerweise die Rückkehr ihres Vetters. Welche Bedeutung die Aufrechterhaltung des Systems für Julia hat, wird nicht nur dann deutlich, wenn sie eine emotionale und leidenschaftliche Begegnung mit dem Ersten Fremden zugunsten des Wartens aufgibt. Selbst als sie durch die Rückkehr Roderichs doppelt, und im wahrsten Sinne des Wortes, enttäuscht wird – weder ihr geliebter Roderich, noch das erträumte Batavia sehen so aus, wie sie es sich vorgestellt hat – bleibt sie bei der absoluten Richtigkeit ihres Systems: Sie deutet August Kuhbrodt zu Roderich um und die Konsequenz bedeutet einen vollständigen und endgültigen Sprung in Julias Illusion – und somit das Ende einer mit der realen Welt vereinbaren Existenz.


Patrick Lange (Musikalische Leitung)
Patrick Lange wurde in Roth bei Nürnberg geboren und begann seine musikalische Laufbahn im Knabenchor der Regensburger Domspatzen. Nach dem Abitur studierte er an den Musikhochschulen Würzburg und Zürich und wurde 2005 in das Dirigentenforum des Deutschen Musikrats aufgenommen. Mit 27 Jahren gehört Patrick Lange zu den großen Talenten der jungen Dirigentengeneration. 2007 erhielt er den Europäischen Kulturpreis in der Kategorie Förderpreis für junge Dirigenten. Seit der Spielzeit 2008/09 ist Patrick Lange Kapellmeister an der Komischen Oper Berlin. Von Claudio Abbado wurde er 2005 zum Assistenzdirigenten des Gustav Mahler Jugendorchesters ernannt. Er assistierte Claudio Abbado zudem bei den Berliner Philharmonikern, dem Orchestra Mozart Bologna und dem Lucerne Festival Orchestra. Als Gast trat er u. a. bei den Hamburger und Bochumer Symphonikern, dem Beethoven-Orchester Bonn, dem MDR-Sinfonieorchester, dem Mahler Chamber Orchestra, dem Orchestre de Chambre de Genève und beim Simón - Bolívar-Jugendorchester in Venezuela auf. Mit dem Deutschen Bundesjugendorchester gab er 2007 Konzerte in Hamburg, Berlin, Frankfurt und Peking. Im Opernbereich dirigierte Patrick Lange u. a. Le Nozze di Figaro und Massenets Cendrillon in Würzburg, L’Enfant et les Sortilèges in Zürich, La Cenerentola in Weikersheim und Falstaff in Luzern. Außerdem gastiert er erneut am Luzerner Theater mit Don Giovanni. Im Oktober 2007 gab er mit Die Hochzeit des Figaro sein Debüt an der Komischen Oper Berlin. Er dirigiert u. a. La Bohème, Die Zauberflöte, Pique Dame und die Uraufführung von Frank Schwemmers Abenteueroper Robin Hood.

Cordula Däuper (Inszenierung)
Cordula Däuper wuchs in Wiesbaden auf und studierte Theater- und Kulturwissenschaften sowie Musiktheater-Regie an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin. 2004 legte sie ihr Regie-Diplom mit Poulencs surrealer Oper Die Brüste des Tiresias im Saalbau Neukölln ab. Von 2003 bis 2005 war sie Stipendiatin an der Akademie Musiktheater heute der Deutschen Bank Stiftung, von der sie 2005 mit dem Förderpreis der Akademie für ihre szenische Version der Schönen Müllerin ausgezeichnet wurde. Seit 2000 erarbeitete sie diverse Inszenierungen – sowohl Oper als auch Schauspiel – u. a. am Nationaltheater Mannheim, Staatstheater Braunschweig, Theater Augsburg, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt/Main sowie an der Neuköllner Oper. 2008 inszenierte sie die Oper Flavius Bertaridus von Georg Philipp Telemann am Theater Magdeburg. Mit Ernst Tochs Musikmärchen Die Prinzessin auf der Erbse gab sie 2005 ihr Debüt an der Komischen Oper Berlin.

Justina Klimczyk (Kostüme)
Justina Klimczyk wurde in Polen geboren. Sie studierte von 1994 bis 1999 Bühnenund Kostümbild an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart.
Nach ihrem Studium arbeitete sie als Ausstattungsassistentin am Staatstheater Stuttgart und Thalia Theater Hamburg. Seit 2003 ist sie freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin. Sie arbeitete u. a. am Hamburger Thalia Theater mit Martin Kusej sowie am Theater Freiburg, am Theaterhaus Jena, am Theater Heidelberg (Die Räuber) und mit Sebastian Hirn in Graz für die Oper Siroe. Die Kostüme für Der Vetter aus Dingsda sind ihre erste Arbeit an der Komischen Oper Berlin.

Ingo Gerlach (Dramaturgie)
Ingo Gerlach studierte Musikwissenschaft, Literaturwissenschaft und Geschichte in Bonn und an der Humboldt-Universität zu Berlin u. a. bei Erik Fischer und Gerd Rienäcker. Als Stipendiat des DAAD und des italienischen Außenministeriums verbrachte er ein Jahr an der Università degli Studi di Bologna und arbeitete dort am Archivio Bruno Maderna. Er war Mitinitiator der an der Humboldt-Universität zu Berlin ins Leben gerufenen »Akademie Musiktheater heute – Berlin-Salzburg« (1999-2001) und ist Alumnus der daraus hervorgegangenen »Akademie Musiktheater heute« der Deutschen Bank. Von 2002 bis 2004 arbeitete er als Freier Mitarbeiter der Dramaturgie bei Gérard Mortiers RuhrTriennale. Dort begleitete er unter anderem das von Thomas Oberender kuratierte Literaturprojekt Die Wiedererrichtung des Himmels.
Seit 2005 ist Ingo Gerlach Dramaturg an der Komischen Oper Berlin und hat hier u. a. mit Sebastian Baumgarten (Orest), Thilo Reinhardt (Hoffmanns Erzählungen), Cordula Däuper, Peter Konwitschny und Barrie Kosky zusammengearbeitet. 2008 betreute er als Gastdramaturg Sebastian Baumgartens Inszenierung von Victorien Sardous Tosca mit Musik von Tarwater und Puccini an der Volksbühne am Rosa- Luxemburg-Platz. In der Spielzeit 2008/09 begleitete er außerdem die Produktionen Requiem und Pique Dame dramaturgisch.

Franck Evin (Licht)
Franck Evin wurde in Nantes/Frankreich geboren. Er erhielt 1983 ein Stipendium des französischen Kultusministeriums und wurde Assistent des Beleuchtungschefs an der Opéra de Lyon. Hier arbeitete er u. a. mit Ken Russell und Bob Wilson zusammen. Seit 1986 ist er regelmäßig im Düsseldorfer Schauspielhaus, in Nantes, Strasbourg, Montpellier, Paris, Caen, Lyon, Bochum, Wien, Los Angeles, Bonn und Brüssel tätig. Ebenso arbeitete er in den letzten Jahren an den Opernhäusern von Oslo, Amsterdam, Stockholm, Tokio, an der Bayerischen Staatsoper und der Opéra de la Bastille, Paris, sowie an der Scala di Milano. Seit der Spielzeit 1995/96 ist er Künstlerischer Leiter des Beleuchtungswesens der Komischen Oper Berlin und ist hier u. a. für das Lichtdesign in Die Liebe zu drei Orangen, Don Giovanni, Die Hochzeit des Figaro, Così fan tutte, Der Rosenkavalier, Die Zauberflöte, Hoffmanns Erzählungen, Die Fledermaus, Theseus, La Bohème, Kiss me, Kate und La Traviata verantwortlich. Franck Evin wurde mit dem »Opus – Deutscher Bühnenpreis 2006« in der Kategorie Lichtdesign für die Lichtgestaltung der Oper Così fan tutte ausgezeichnet.

Besetzung

Julia Kamenik (Julia de Weert)
Julia Kamenik wurde in Wien geboren, wo sie nach dem Studium der technischen Chemie zunächst eine berufliche Laufbahn als Unternehmensberaterin einschlug. Parallel wurde ihre Stimme von privaten Gesangspädagogen, seit 1997 von Carol Byers, sowie auf Meisterkursen (Thomas Quasthoff, Jean-Pierre Blivet, Kurt Widmer, Gundula Janowitz ) ausgebildet. Julia Kamenik ist Gewinnerin zahlreicher Preise internationaler Gesangswettbewerbe. Bereits während ihrer Ausbildung startete die Künstlerin eine rege Bühnentätigkeit in der freien Wiener Opernszene. Ihr Debüt im Operettenfach gab sie in der Titelparite der Madame Pompadour am Stadttheater Gießen sowie an der Wiener Kammeroper in der Robert-Stolz-Operettengala. In der Saison 2001/02 wurde sie im Rahmen der Jeunes-Voix-du-Rhin an die Opéra National du Rhin in Strasbourg engagiert und seit der Spielzeit 2002/03 ist Julia Kamenik regelmäßig an der Oper Bonn zu hören. Große Erfolge feierte sie dort u. a. als Pamina, Antonia, Mary Lloyd (Die Herzogin von Chicago), Iphis (Jephta), Euridice, Rosalinde, Helena (A Midsummer Night’s Dream) und Donna Elvira. Desweiteren gastierte sie an der Staatsoper Hannover in der Titelpartie von Mozarts Zaide, am Staatstheater Nürnberg und am Theater Dortmund als Micaëla sowie am Hessischen Staatstheater Wiesbaden als Pamina und Rosalinde. Es folgten ihre Debüts als Mimi und Marguerite (Faust) an der Oper Bonn.

Anna Borchers (Hannchen)
Die geborene Berlinerin studierte Gesang an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz und an der Hochschule für Musik und Theater in München. Bereits vor und während ihres Studiums wirkte sie an mehreren Produktionen, unter anderem in Graz, München und Passau mit. In der Spielzeit 2008/09 ist sie Mitglied des Opernstudios an der Komischen Oper Berlin und übernimmt die Partien der Prinzessin Nicoletta in Die Liebe zu drei Orangen, Ida in Die Fledermaus und Mascha in Pique Dame. Außerdem ist sie als Brautjungfer in Der Freischütz, als Modistin in Der Rosenkavalier, als Dämon in Gestalt der Melissa in Armida und als Mi in Das Land des Lächelns zu erleben.

Uwe Schönbeck (Josef Kuhbrodt)
Der Sänger und Schauspieler Uwe Schönbeck studierte in seiner Heimatstadt Essen an der Folkwang-Hochschule für Musik und Theater. Seit Mitte der 80er Jahre ist er in ganz Europa an vielen großen Opernhäusern und Theatern ein gerngesehener Gast. Als Schauspieler oder Sänger im Charakterfach arbeitete er u. a. bei den Salzburger Festspielen, an den Staatsopern Wien und München, in Brüssel, Paris, Genf, Bern, Frankfurt, Mannheim und an der Semperoper in Dresden. Wichtige Rollen oder Partien waren u. a. der Herodes in Salome, Mime in Rheingold und Siegfried; im Schauspiel Mephisto im Faust.
Daneben gibt Uwe Schönbeck Konzerte, hält Lesungen und arbeitet regelmäßig für Film, Funk und Fernsehen. An der Komischen Oper Berlin gab er 2008 sein Debüt als Frosch in Die Fledermaus.

Christiane Oertel (Wilhelmine Kuhbrodt)
Christiane Oertel begann ihre Bühnenlaufbahn als lyrische Mezzosopranistin am Opernhaus Erfurt. 1986 holte sie Harry Kupfer als Cherubino an die Komische Oper Berlin, wo sie 1988 festes Ensemblemitglied wurde. Hier sang sie u. a. die Dorabella in Così fan tutte, die Titelpartie in La Cenerentola, den Komponisten in Ariadne auf Naxos und auch Partien wie Olga und Polina. Sie hatte Gastspielverträge als Cherubino mit dem Royal Opera House Covent Garden in London und der Hamburgischen Staatsoper, arbeitete mit Dirigenten wie Jeffrey Tate und Bernard Haitink. 1998 debütierte sie bei den Salzburger Festspielen und setzte die Gastspiele als Idamante und Siebel in Faust im Kleinen Festspielhaus fort. Mit Kurt Masur gestaltete sie CD-Einspielungen und Konzerte, u. a. bei den BBC Proms in London und beim Festival Aix-en-Provence. 2003 verlieh ihr der Senat von Berlin den Titel »Kammersängerin «. 2004 debütierte Christiane Oertel mit der Partie der Bianca in Eine florentinische Tragödie an der Mailänder Scala sowie 2005 als Dritte Magd in Elektra. 2007 gastierte sie als Clarice in Die Liebe zu drei Orangen am Teatro Carlo Felice in Genua. Sie konzertierte u. a. mit dem Gewandhausorchester und dem Thomanerchor. An der Komischen Oper Berlin sang sie Bianca in Eine florentinische Tragödie, Clarice in Die Liebe zu drei Orangen, Maddalena in Rigoletto, Ruggiero in Alcina, Mrs. Herring in Albert Herring; Donna Elvira, Beate in Robin Hood, Marcellina in Die Hochzeit des Figaro, Leokadija Begbick in Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, Annina in Der Rosenkavalier und Prinz Orlofsky in Die Fledermaus.

Peter Renz (Egon von Wildenhagen)
Der Tenor war Mitglied des Dresdner Kreuzchors und bekam schon während seines Gesangsstudiums an der Dresdner Musikhochschule ein Engagement an die Staatsoperette Dresden. Danach war er Mitglied der Theater in Potsdam und Magdeburg und dort u. a. in den Partien Belmonte, Ottavio und Tamino zu erleben. Seit 1985 war er ständiger Gast der Komischen Oper Berlin, wo er u. a. David in Die Meistersinger von Nürnberg sang. Von 1986 an war der Tenor Mitglied des Solistenensembles des Metropol Theaters Berlin. Hier wirkte er in fast allen Produktionen der Operette mit. Mit der Spielzeit 1998/99 wurde Peter Renz festes Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin und war in den Partien Tanzmeister in Ariadne auf Naxos, Dr. Blind in Die Fledermaus, Raoul de St. Brioche in Die lustige Witwe, Remendado in Carmen, Bardolph in Falstaff, Büttel Bamford in Sweeney Todd, Mr. Upfold in Albert Herring, Boni in Die Csárdásfürstin und Don Curzio zu erleben. 2008/09 ist er als Andreas/Cochenille/Pitichinaccio/Franz in Hoffmanns Erzählungen, Monostatos in Die Zauberflöte, Prinz John in Robin Hood, Truffaldino in Die Liebe zu drei Orangen, und Zweiter Ganove in Kiss me, Kate zu sehen.

Christoph Späth (Ein Fremder)
Der gebürtige Berliner studierte an der Hochschule der Künste Berlin, am Oberlin Conservatory und an der Yale University in den USA. Nach zwei Jahren im Ensemble des Landestheaters Altenburg war er freischaffend als Tenor tätig und dabei zu Gast u. a. an den Opernhäusern Braunschweig, Amsterdam, Triest, Palermo und Lyon. 1993 debütierte er bei den Salzburger Festspielen unter Nikolaus Harnoncourt und 1998 bei der Münchner Musikbiennale in der Uraufführung der Oper Visions of Lear von Toshio Hokosawa. Seit 1997 ist er ständiger Gast und seit 2002 fest im Ensemble der Komischen Oper Berlin. Dort sang er Vašek in Die verkaufte Braut, Bob Boles in Peter Grimes, Jaquino in Fidelio, Boni in Die Csárdásfürstin und Pedrillo in Die Entführung aus dem Serail. Als Pedrillo gastierte er 2006 auch am Teatro Massimo di Palermo. Ebenso war er als Prinz in Die Liebe zu drei Orangen, Schäbiger und Sinowi in Lady Macbeth von Mzensk, Goro, Valzacchi in Der Rosenkavalier, Basilio in Die Hochzeit des Figaro und Fatty in Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny zu erleben. Außerdem singt er die Titelpartie in Robin Hood, Tschekalinski in Pique Dame, Polonius in Hamlet und Jim Mahoney in Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny.

Thomas Ebenstein (Ein zweiter Fremder)
Der Tenor wurde in Kärnten/Österreich geboren und erhielt seine Gesangsausbildung an der Wiener Musikuniversität bei Helena Łazarska. Im Jahr 2001 war er Preisträger beim Internationalen Dvo}ák-Wettbewerb in Karlsbad, 2003 gewann er den Musica-Juventutis-Wettbewerb des Wiener Konzerthauses. Gastengagements führten den Tenor bereits als Boten in Verdis Aida zu den Wiener Festwochen, als Erster Gefangener in Fidelio zu den Osterfestspielen in Salzburg (auch auf CD erschienen für EMI Classics), als Zweiter Priester in Die Zauberflöte zur RuhrTriennale Bochum, als Armand in Lehárs Der Graf von Luxemburg an das Theater an der Wien sowie an die Wiener Volksoper, als Alfred in Die Fledermaus zu den Operettenfestspielen in Langenlois und als Tony in West Side Story zu den Ostseefestspielen Stralsund. Dabei arbeitete er mit Dirigenten wie Simon Rattle, Marc Minkowski, Bertrand de Billy und Plácido Domingo. Thomas Ebenstein widmet sich überdies intensiv dem Liedgesang und der geistlichen Vokalmusik u. a. mit dem Dirigenten Helmuth Rilling. 2004 wurde er Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin und sang hier seitdem u. a. Pedrillo, Don Ottavio, Andres in Wozzeck, Basilio in Die Hochzeit des Figaro, Valzacchi in Der Rosenkavalier, Jakob Schmidt in Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, die vier Dienerrollen in Jacques Offenbachs Hoffmanns Erzählungen, Tschekalinski in Pique Dame, Monostatos in Die Zauberflöte, Daniel in Robin Hood, Der dänische Ritter in Armida und Alfred in Die Fledermaus.

Verena Unbehaun (Karla)
Verena Unbehaun absolvierte ihr Schauspielstudium von 1989 bis 1993 in Hamburg. 1992 besuchte sie an der Musikhochschule Hamburg den Kontaktstudiengang für Popularmusik. 2001 wurde sie Preisträgerin des Kabarett-Kaktus-Wettbewerbs in München. Während der Schauspiel-Ausbildung sang sie am Schauspielhaus Hamburg in der Operette Der kleine Faust. Als Marie in Woyzeck und als Gretchen im Urfaust ging sie 1993 bis 1995 auf Tournee. Es folgten Gesangsrollen wie Megära in Peter Hacks´ Orpheus in der Unterwelt im Tränenpalast Berlin und Amarantha in Garuma, auf Kampnagel Hamburg. Nach zahlreichen weiteren Produktionen auf Kampnagel sang und spielte sie am Nürnberger Schauspielhaus 2000 in Die Phönizierinnen.
2000 bis 2002 spielte sie am Prinz Regent Theater Bochum unter anderem in Push up und Arabische Nacht sowie in mehreren Produktionen am KünstlerhausMousonturm Frankfurt/Main u. a. in Gertrude Stein und Publikumsbeschimpfung. 2003 wurde sie als Sprecherin für Kagels Der mündliche Verrat an der Musikhalle Hamburg engagiert, inszeniert von Hans-Jörg Kapp, mit dem sie als singende Schauspielerin 2008/09 GehenGehenGehen von Thomas Bernhard erarbeitete. Am Ernst-Deutsch-Theater Hamburg spielte sie 2004 die Doppelrolle Eustache/Gertrude in Familie Schroffenstein. Als Verena war sie 2004 am Staatsschauspiel Dresden in der Uraufführung Anrufung des Herrn in der Inszenierung von Patrick Wengenroth zu sehen, mit dem sie von 2003 bis 2009 diverse Planet Porno-Produktionen in Rollen wie »Horst Köhler« und »Yvonne Catterfeld« erarbeitete (Sophiensäle/Hebbel-Theater Berlin). 2008 folgte die Operette Wiener Blut, in der sie unter der Regie von Cordula Däuper als Gräfin engagiert war. Mit ihrer Band Reich und Unbehaun erarbeitete sie 2008 das Schlager-Schauspiel Ein Fessel Buntes.

[© Komische Oper Berlin]

Kartentelefon Komische Oper Berlin: 030.47 99 74 00 (Montag bis Samstag 9:00 bis 20:00 Uhr, Sonntag 14:00 bis 20:00 Uhr), karten@komische-oper-berlin.de
www.komische-oper-berlin.de

Zur Inszenierung des Staatstheaters Wiesbaden:

Premiere:
8. Oktober 07

Musikalische Leitung: Wolfgang Ott
Regie: Ansgar Weigner
Choreografie: Torsten Gaßner
Bühnenbild: Matthias Müller
Kostüme: Renate Schmitzer
Dramaturgie: Janka Voigt

Besetzung:

Julia:
Annette Luig
Hannchen: Simone Brähler
Roderich: Carsten Süß
August Kuhbrodt: Erik Biegel/Jud Perry
Josse: Wolfgang Vater
Wimpel: Angela Mehling
Egon von Wildenhagen: Klaus Krückemeyer
Hans: Jochen Elbert
Karl: John Holyoke/ Oliver Steinmetz
Opa: Thomas Braun

Das muss eine wahnsinnige Liebe sein: Seit sieben Jahren ist Julias Glaube an die versprochene Rückkehr ihrer Jugendliebe aus dem fernen „Dingsda“ ungebrochen. Und das, obwohl sie nur mit Hilfe des strahlenden Mondes mit ihm korrespondiert. Oder ist ihre Träumerei nur eine List, die Heiratspläne zu durchkreuzen, die ihre berechnenden Verwandten für sie schmieden? Denn da Julia demnächst volljährig wird, tragen Josse und Wimpel Sorge, wie sie sich den bequemen Zugriff auf ihr Vermögen auch weiterhin sichern können. Eines Tages steht ein „armer Wandergesell“ vor der Tür, den alle für den heimgekehrten Roderich halten. Auch Julia glaubt es nur allzu gern, denn beide haben sich sofort ineinander verliebt. Doch da erscheint plötzlich der wahre Roderich: ein Hallodri, der sich kaum an sie erinnert und lieber mit ihrer Freundin Hannchen schäkert. Nun muss sie sich entscheiden: Lebt sie weiter in ihrer Traumwelt oder traut sie dem frisch gewonnenen Glück mit einem Unbekannten?

Das Team um Ansgar Weigner feierte in der vergangenen Saison einen großartigen Erfolg mit Benatzkys „Im Weißen Rössl“. Lag der Schwerpunkt dort auf der Revue und dem Zusammenhang zwischen Werk und Leben des Komponisten, so entwickelte Weigner für „Der Vetter aus Dingsda“ eine präzise Analyse jeder einzelnen Figur. Getreu dem Satz des Komponisten: „Die Helden der Operette dürfen bei weitem nicht unecht sein“, gibt er ihnen ausgefeilte Lebensläufe, die weit bis ins 19. Jahrhundert hineinreichen und verschlingt die Familien stärker, als das Libretto es vorgibt. Der in Berlin 1921 uraufgeführte „Vetter aus Dingsda“ gehört mit seinen großartigen Melodien immer noch zu den beliebtesten Werken der Berliner Operette. Ansgar Weigner möchte mit seiner temporeichen Szenerie und einer neu überarbeiteten Textversion an die Tradition der Boulevard-Komödie anknüpfen. [© Texte: Staatstheater Wiesbaden]


Oper(ette)nforum zu „Der Vetter aus Dingsda“
Das Produktionsteam erörtert die Neuinszenierung von Ansgar Weigner und gibt Einblicke in das Stück. Das Ensemble präsentiert musikalische und tänzerische Ausschnitte. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Freunde des Staatstheaters e.V.. Eintritt: 1,50 €, Sonntag, 30. September 2007, 11 Uhr, Foyer

www.staasttheater-wiesbaden.de
 

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
31. März 07

Musikalische Leitung: Sebastian Hernandez-Laverny
Inszenierung: Philip Tiedemann
Bühne: Paul
Lerchbaumer
Kostüme: Stefan von Wedel

Mit:
Tatjana Charalgina
Edith
Fuhr
Kerrie
Sheppard
Lothar Berberich
Martin Erhard
Patrick Pobeschin
Pohl, Ks.
Jürgen Rust
Alexander Spemann
Reiner Weimerich

Philharmonisches
Staatsorchester Mainz


„Onkel und Tante, ja das sind Verwandte, die man am liebsten nur von hinten sieht!" Dieser Ausspruch ist in Bezug auf Onkel Josse nur allzu verständlich, denn er nutzt die Vormundschaft für seine Nichte Julia schamlos aus und lässt es sich auf deren Kosten gut gehen. Als er merkt, dass Landratssohn Egon Julia nachstellt, schmiedet er einen Plan gegen den Mitgiftjäger: Er lädt seinen Neffen August ein, dem er unbesehen zutraut, Julia zu verführen. Doch Julia interessiert sich nur für ihren vor sieben Jahren nach „Dingsda" ausgewanderten Vetter Roderich, dem sie ewige Treue schwor. Als Julia einen Fremden - niemand anderen als August - im Haus einquartiert und der von Julias einstigem Treueschwur erfährt, gibt sich August als zurückgekehrter Vetter Roderich aus. Doch auch der erscheint bald darauf...

Der 1921 uraufgef
ührte Vetter aus Dingsda ist Eduard Künnekes beliebteste Operette, die mit so bekannten Melodien wie „Strahlender Mond" oder „Ich bin nur ein armer Wandergesell" aufwartet. Das Libretto stammt von dem Theaterroutinier Hermann Haller und dem als Feuilletonist und Chansonschreiber bekannten Rideamus. Der Text und die komödiantische Handlung bestechen mit hintersinniger Situationskomik und schlüssigen Spannungskurven. Künneke komponierte auf das spritzige Libretto eine Musik von unbefangener Frische, in die er damals moderne Tanzformen wie Shimmy, Onestep und Tango einfließen ließ.

Der Regisseur Philip Tiedemann, 1969 in Gießen geboren, trat mit ersten Inszenierungen am Wiener Burgtheater hervor und war drei Jahre Oberspielleiter am Berliner Ensemble, wo er unter der Intendanz von Claus Peymann Stücke von Brecht, Turrini, Bernhard, Heiner Müller u. a. inszenierte. Es folgten Regiearbeiten an den Theatern in Stuttgart, Leipzig, Düsseldorf und Graz. Am Staatstheater Mainz inszenierte er mit Oberen die Eröffnungspremiere der laufenden Spielzeit. [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

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