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Operette: Gräfin Mariza
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Gräfin Mariza Operette in drei Akten
Musik: Emmerich Kálmán Text: Julius Brammer und Alfred Grünbaum
Tassilo, neuer Verwalter auf dem
Gut der Gräfin Mariza, ist in Wirklichkeit ein verarmter junger Baron, der mit seiner inkognito aufgenommenen Arbeit die Ausbildung seiner jüngeren Schwester finanzieren will. Seine
Arbeitgeberin fühlt sich zu ihm hingezogen, ist aber über seinen Mangel an Unterwürfigkeit irritiert. Ihre Freunde meinen, sie solle Tassillo mit Herablassung strafen. Die Wahrsagerin Manja
prophezeit indessen, dass Mariza bald ihr Herz verlieren werde. Schließlich können weder Marizas Temperament noch ihr Stolz verhindern, dass sie und Tassilo ein Paar werden. (Q. & ©:
Musik & Bühne, Wiesbaden)
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Zur Inszenierung der Staatsoperette Dresden:
Premiere: 22. Januar 10
Musikalische Leitung: Christian Garbosnik
Regie: Axel Köhler Bühnenbild: Hartmut Schörghofer Kostüme: Katharina Weißenborn Choreographie: Winfried Schneider Choreinstudierung: Thomas Runge
Dramaturgie: André Meyer
Gräfin Mariza: Susanne Geb / Ingeborg Schöpf Fürst Populescu: Alfred Berg / Gerd Wiemer Baron Kolomán Zsupán:
Frank Ernst / Frank Oberüber Graf Tassilo: Barry Coleman / Marc Horus Lisa, Tassilos Schwester: Romana Beutel / Jeannette Oswald Karl Stefan Liebenberg:
Herbert G. Adami / Hans-Jürgen Wiese Fürstin Bozena: Jutta-Richter Merz Penizek, ihr Kammerdiener: Dietrich Seydlitz Manja, Zigeunerin:
Sabine Brohm / Elke Kottmair
Ballett, Chor und Orchester der Staatsoperette Dresden
Weitere Vorstellungen in der Spielzeit 2009/10:
24.01.10, 15:00 Uhr | 26.01.10 | 27.01.10 | 18.02.10 | 19.02.10 | 25.03.10 | 26.03.10 | 28.05.10 | 12.06.10 | 13.06.10, 15:00 Uhr Beginn 19:30 Uhr, wenn nicht anders angegeben.
Axel Köhler inszeniert die „Gräfin Mariza“ an der Staatsoperette Dresden
Ein Welterfolg, neu akzentuiert Keine Frage, Emmerich Kálmáns Operetten-Klassiker „Gräfin Mariza“ ist ein Welterfolg. Vier Mal verfilmt, mit 316 Aufführungen bereits 1926
am Broadway erfolgreich und bis heute eine der meistgespielten Operetten überhaupt. Schon die Wiener Kritiker der Uraufführung hatten dieses Potential erkannt. So kennt jeder
Operettenfreund die Geschichte um die ebenso begehrte wie unnahbare Gräfin Mariza, den inkognito als Gutsverwalter Török arbeitenden Grafen Tassilo, den Baron Kolomán Zsupán aus Varazdin, wo
die Rosen blühen, das ungarische Zigeunerkolorit, Kálmáns molldurchtränkte Gefühlsrhythmik und seine Ohrwurmmusik zwischen Csárdás, Shimmy und Walzerklängen. Man wird mit Fug und Recht sagen
können, dass „Gräfin Mariza“ gemeinsam mit Kálmáns „Csárdásfürstin“ von 1915, an deren Atmosphäre, Handlungsmotive und Musiksprache die „Gräfin“ bewusst anknüpft, zum Modell für die
Zigeuneroperetten der sogenannten Silbernen Ära schlechthin geworden ist. Grund genug, dies über 85 Jahre nach der Uraufführung an der Staatsoperette Dresden ebenso augenzwinkernd wie
liebevoll zu hinterfragen. Denn: so richtig will die alte Geschichte vom Ehrgefühl des verarmten Adeligen Tassilo, vom gedemütigten Csárdáskavalier nicht in unsere Zeit passen. Einen
existentiellen Begriff der Ehre kennen wir heute vor allem aus der Literatur und Kunst der k.u.k-Monarchie, aus den Werken Arthur Schnitzlers etwa und aus unzähligen Duell-Szenen in Literatur
und Film, aus den Milieus des Adels und des Militärs. Aber: heute erscheint uns dieser Ehrenkodex unmodern, hat so in unserer Wirklichkeit keinen Platz mehr. Oder?
Schwermütige Nostalgie im zeitgemäßen Licht
Axel Köhler, der international gefeierte Countertenor, gefragte Regisseur und seit August 2009 Operndirektor der Oper Halle, hat für seine zweite Operetten-Inszenierung genau hier
angesetzt. Nach Inszenierungen von Händel und Monteverdi in Dresden und einer ironischbunt verspielten Lesart von Mozarts „Zauberflöte“ an der Staatsoperette, ist Kálmáns „Gräfin Mariza“
Köhlers vierte Regiearbeit für Dresden. Die Operette, so bekennt Axel Köhler, reize ihn schon lange, schon seit jenen Jahren als er noch im Ensemble der Oper Halle selbst in Operetten sang.
Wie in seinen anderen Arbeiten will sich Axel Köhler auch und gerade bei der Operette nicht bloß mit dem Ewiggleichen einer scheinbar festgeschriebenen Aufführungstradition begnügen. Schon
Kálmáns „Mariza“ war trotz (oder vielleicht auch gerade wegen) ihrer träumerischen Modellhaftigkeit, in der meist besungen wird, was man nicht (mehr) hat, ein Abgesang auf die 1924 real nicht
mehr existierende k.u.k.-Monarchie und ihrem vergangenen Lebensgefühl. Dies gilt es heute, 2010, zu kommentieren und zu übersetzen. Um das, was man heute allzu leicht als schwermütige
Nostalgie und leicht verkitschtes Sentiment des Originals verstehen könnte in ein neues, zeitgemäßes Licht zu rücken, hat Axel Köhler gemeinsam mit seinem Bühnenbildner Hartmut Schörghofer
und der Kostümbildnerin Katharina Weißenborn den äußeren Rahmen behutsam modifiziert – ohne das Stück dabei zu verletzen oder gar zu verraten. Die Ernsthaftigkeit der Figuren, die in ihren
Motivationen verstehbar bleiben müssen, steht dabei im Vordergrund. Die neu geschaffene Grundsituation, die sich an unserer heutigen Erfahrungswelt orientiert, kreiert eine bekannte
Businesswelt aus legalen und illegalen Geschäften, die ihren eigenen Ehrenkodex hat. Rückgekoppelt ist diese Grundsituation – ganz in der Tradition des Genres – an Handlungsmuster aus der
Tagesaktualität und an Traditionen künstlerischer Verarbeitungen. Nicht zuletzt weißt in der „Mariza“ das historische Thema von Insolvenz, Bankenkrise und dem Ende einer Gesellschaftsepoche
unübersehbare Ähnlichkeiten mit der heute global ausgerufenen ‚großen Krise’ auf, bis hin zum Geschäftsgebaren auf Ehre und Gewissen. Auf Leben und Tod. Ironie nicht ausgeschlossen. © André Meyer und Uwe Schneider
www.staatsoperette-dresden.de
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Zur Inszenierung der Volksoper Wien:
1924 am Theater an der Wien uraufgeführt, wurde „Gräfin Mariza“ ein Jahr später schon an die Volksoper übernommen und hier
bislang in vier verschiedenen Inszenierungen gezeigt. In der Nachkriegszeit stand diese beliebte Operette nicht weniger als 282 Mal auf dem Spielplan der Volksoper.
Premiere:
17. Dezember 06
Musikalische Leitung: Andreas Schüller Inszenierung: Miklós-Gábor Kerényi Bühne und Kostüme: Claudia Kofler Choreographie:
Jenö Löcsei
Besetzung: Gräfin Mariza: Tünde Frankó / Ursula Pfitzner Graf Tassilo: Matthias Klink/ Mehrzad Montazeri Baron Koloman Zsupan:
Marko Kathol / Károly Peller Lisa: Andrea Bogner / Renée Schüttengruber Fürstin Bozena: Helga Papouschek / Mirjana Irosch Penizek: Gideon Singer / Gernot Kranner
Manja: Eva Maria Riedl / Elvira Soukop Fürst Populescu: Josef Forstner / Sándor Németh Tschekko: Walter Jenewein
In der Geschichte der reichen und
schönen Gräfin Mariza, die auf der Suche nach der wahren Liebe eine fiktive Verlobung bekannt gibt um die Mitgiftjäger abzuwimmeln, wechselt melancholische Zigeunermusik mit feurigen
Csárdásrhythmen. Eine Fülle an bekannten Melodien wie „Komm mit nach Varazdin“, „Grüß mir die reizenden Frauen“, „Wo wohnt die Liebe“ oder „Komm Zigán“ machten diese Operette zu einem
Welterfolg.
„Gräfin Mariza“, die österreichische Operette mit ungarischem Esprit und Kálmáns zweites Hauptwerk nach der „Csárdásfürstin“, liegt beim Operettenregie-Spezialisten und
Direktor des Budapester Operettentheaters Miklós-Gábor Kerényi in bewährten Händen. Die Budapester Diva Tünde Frankó wird als Gräfin Mariza ungarisches Temperament verströmen. An ihrer Seite
steht Matthias Klink als verarmter Graf Tassilo. Ein Wiedersehen gibt es mit Helga Papouschek als Bozena, an ihrer Seite als Penizek Gideon Singer in seinem Volksopern-Debüt. Andreas
Schüller, zuletzt am Pult bei „Boccaccio“, der „Ballett Gala“ und „Die Hochzeit des Figaro“, wird erstmals eine Premiere an der Volksoper Wien dirigieren.
Tünde Frankó - Gräfin Mariza Die lyrische Sopranistin wurde in Budapest geboren und erhielt ihre Ausbildung an der Franz Liszt Musikhochschule in ihrer Heimatstadt. Tünde Frankó wurde
mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 1998 mit dem „Liszt“-Preis. Die junge Künstlerin wurde u. a. an folgende Häuser engagiert: Ungarische Staatsoper Budapest, Städtisches
Operettentheater Budapest und an das Landestheater Vorarlberg. Ihr Repertoire umfasst u. a. Susanna („Le nozze di Figaro“), Fiordiligi („Così fan tutte“), Pamina („Die Zauberflöte“), Mimì
(„La Bohème“), Liù („Turandot“), Manon („Manon Lescaut“), Lauretta („Gianni Schicchi“), Cio-Cio-San („Madama Butterfly“), Maguérite („Faust“), Antonia („Le contes d’Hoffmann“), Micaela
(„Carmen“), Tatjana („Eugen Onegin“), Rosalinde („Die Fledermaus“) sowie Gräfin Mariza und Lisa („Das Land des Lächelns“). An der Volksoper Wien debütierte Tünde Frankó in der Saison 2004/05
als Sylva Varescu in der „Csárdásfürstin“ und wird in der Titelpartie der Neuproduktion „Gräfin Mariza“ zu sehen sein.
Matthias Klink - Graf Tassilo Nach Beendigung seines
Gesangsstudiums an der Stuttgarter Musikhochschule erhielt der Tenor Matthias Klink ein Stipendium für die Indiana University School of Music in Bloomington, wo ihm der Franz-Völker-Preis für
deutsche Nachwuchstenöre zugesprochen wurde. Wieder zurück in Europa wurde er Ensemblemitglied in Köln. 1998 entschied sich Matthias Klink für die freischaffende Tätigkeit und ist seither
regelmäßiger Gast an der Staatsoper Stuttgart, der Semperoper Dresden, der Hamburgischen Staatsoper, dem Aalto-Theater in Essen, der Oper Frankfurt und der Vlaamse Opera in Antwerpen. 1999
war er bei der Uraufführung von Luciano Berios „Cronaca del luogo“ erstmals bei den Salzburger Festspielen zu erleben; es folgten Auftritte als Tamino in der „Zauberflöte“, Arbace in
„Idomeneo“, Alfred in der „Fledermaus“ und zuletzt 2006 in Joachim Schlömers „Irrfahrten“-Produktion. Auch bei den Schwetzinger Festspielen und der RuhrTriennale gestaltete Klink die Rolle
des Tamino, in Aix-en-Provence trat er als Belmonte in einer von Marc Minkowski geleiteten Produktion der „Entführung“ auf. Unter der Stabführung von Riccardo Muti debütierte Matthias Klink
2003 als Jaquino in Beethovens „Fidelio“ an der Mailänder Scala. Seit der Spielzeit 2006/07 ist er Ensemblemitglied der Staatsoper Stuttgart. An der Volksoper Wien war er bislang als Tamino,
Alfred und Stingo in Nicholas Maws „Sophie’s Choice“ sowie derzeit als Don Ottavio in „Don Giovanni“ zu sehen.
Miklós-Gábor Kerényi - Inszenierung Miklós-Gábor Kerényi,
langjähriger Intendant des Budapester Operettentheaters, gehört zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des ungarischen Musiktheaterlebens und war lange als Regisseur an der Ungarischen
Staatsoper tätig. Der in allen Genres beheimatete Miklós-Gábor Kerényi inszenierte „Don Carlos“, „Madame Butterfly“, „Macbeth“ ebenso wie die Musicals „Miss Saigon“, „Elisabeth“, „Mozart!“,
„Romeo und Julia“. Einige seiner Operettenproduktionen wie „Gräfin Mariza“,„Die Csárdásfürstin“ und zuletzt „Die Fledermaus“ im Oktober 2006 wurden im Festspielhaus Baden-Baden, aber auch in
London, München, Amsterdam sowie bei den Regensburger Schlossfestspielen aufgeführt. [© Volksoper Wien]
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Zur Inszenierung des Staatstheaters Darmstadt:
Premiere: 21. Januar 05
Musikalische Leitung: Stefan Blunier
Inszenierung: John Dew Bühnenbild: Thomas Gruber Kostüme: José Manuel Vazquez
Pressestimmen zur Darmstädter Inszenierung:
Darmstädter Echo:
...Eine derart lebendige, geschmack- wie niveauvolle Operetteninszenierung hat man in Darmstadt schon lange nicht mehr erlebt. Regisseur John Dew nimmt das Stück ernst und entwickelt
dabei wunderschöne Szenen, als seien sie für ein Musterbuch der Operettenregie gestellt. Er inszeniert ganz konventionell am Stück entlang und serviert dennoch immer wieder neue
Überraschungen...
… Dass dem Staatstheater Darmstadt mit der Inszenierung der Operette „Gräfin Mariza“ von Emmerich Kálmán ein überzeugender Wurf gelungen ist, bestätigte sich auch bei
der zweiten Premiere am Sonntag. In das schlüssige Regiekonzept von John Dew fügten sich nahtlos neue Sängerdarsteller ein, die ihre Rollen mit Schwung und Charme ausfüllten…
... Das
Publikum hatte seine Freude auch am malerischen Bühnenbild Thomas Grubers und an den fantastischen Lichteffekten: große Operette auf kleiner Bühne! Lang anhaltender, begeisterter, mit Musik
unterlegter Beifall.
Frankfurter Neue Presse:
...Wenn nur alle Operetteninszenierungen landauf, landab ein solch künstlerisches Niveau aufbieten würden; manch farbloses Musical-Spektakel wäre bald überflüssig...
...Mit John Dew haben die Südhessen einen Theaterchef ergattert, der sich in die Herzen der Darmstädter hinein zu inszenieren versteht...
Offenbach Post: ...Doch
Regie-Routinier Dew hat jetzt mit "Gräfin Mariza" gezeigt, dass es in Darmstadt besser geht. Nur vordergründig wirkt seine Inszenierung in ihrer Entstehungszeit verhaftet, bildet
die Durchgangshalle mit Säulen und augenzwinkerndem Schweinchen-Muster im Bühnenbild von Thomas Gruber den mondänen Rahmen eines Operettengeschehens aus vergangener Zeit und zugleich die
prächtige Kulisse für das Schaulaufen des Chores in üppigen Kostümen (von José Manuel Vázquez)...
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