kulturfreak

Operette: Blaubart

Blaubart (Barbe-bleue)
opéra bouffe in 3 Akten

Von: Jacques Offenbach
Uraufführung: 5. Februar 1866 (Paris, Variétés)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
7. November 09 (Großes Haus)

Musikalische Leitung: Thomas Dorsch
Inszenierung: Søren Schuhmacher
Bühnenbildn: Norbert Bellen
Kostüme: Carola Volles
Choreinstudierung: Sebastian Hernandez-Laverny
Dramaturgie: Barbara Gräb

Besetzung:
Ritter Blaubart :
Alexander Spemann
König Bobèche: Ks. Jürgen Rust
Graf Oscar, Kammerherr: Axel Herrig
Popolani, Alchemist: Patrick Pobeschin
Prinz Saphir: Alexander Kröner
Alvarez, Höfling: Reiner Weimerich
Boulotte: Patricia Roach
Königin Clementine: Katherine Marriott
Fleurette: Inga-Britt Andersson
Heloise: Claudia Sasse
Rosalinde: Cornelia Langhals
Isaura: Elisabeth Stradalski
Blanche: Katja Ladentin
Eleonore: Danaila Dimitrova

Philharmonisches Staatsorchester Mainz
Besprechung auf kulturfreak.de

blaubart_STMainz_13 © MartinaPipprich
Blaubart
Staatstheater Mainz
Blaubart (Alexander Spemann), Fleurette (Inga-Britt Andersson), Königin Clementine (Katherine Marriott),
König Bobèche (Ks. Jürgen Rust), Prinz Saphir (Alexander Kröner), Chor und Statisterie des Staatstheaters Mainz
Foto:
Martina Pipprich

Mit der Moral und Integrität der Herrschenden steht es nicht zum Besten: Ritter Blaubart ist froh, denn er konnte sich gerade seiner fünften Gattin entledigen. Sein Alchemist Popolani übernahm wie immer diese unfeine Aufgabe. Aber nicht nur der ehrenwerte Ritter hat eine schmutzige Weste, auch König Bobèche lässt durch seinen Minister die angeblichen Liebhaber der Königin aus dem Weg räumen. Zum Glück bringen es aber weder Popolani noch der Minister übers Herz, die Frauen zu töten. Als Blaubart nach Gattin Nummer 6 Ausschau hält, trifft er auf die resolute Boulotte, die die Revolution plant: Sie befreit die vermeintlich toten Ex-Frauen und führt sie dem Ritter vor Augen. Die berühmte „Blaubart“-Sage wurde von Jacques Offenbach in seiner 1866 uraufgeführten Opéra bouffe völlig auf den Kopf gestellt: So trifft man auf korrupte Machthaber, zwielichtige Wissenschaftler, hintergangene Kerle und fidele Mordopfer. Die bissige, von Offenbach als Gesellschaftskritik angelegte Operette besitzt großes satirisches Potential, das auch heute noch zahlreiche Anspielungen auf unsere Zeitliefert.

Thomas Dorsch studierte Germanistik sowie Komposition bei Reinhard Febel und Dirigieren bei Lutz Köhler, Karl-Heinz Bloemecke und Heinz Hennig in Hannover und Detmold. Darüber hinaus besuchte er Meisterkurse u, a. bei Jorma Panula, Neeme Järvi, Esa-Pekka Salonen und Peter Eötvös.Neben der Tätigkeit als praktisch ausübender Musiker entstanden in den letzten Jahren Kompositionen unterschiedlichster Gattungen sowie Arrangements. Lehraufträge in den Fächern Tonsatz, Arrangement, Gehörbildung, Generalbass und Partiturspiel führten ihn u. a. an die Musikhochschule Hannover und die Universität Hildesheim. Nach Engagements in Hildesheim und Wuppertal ist Thomas Dorsch seit August 2005 1. Kapellmeister am Staatstheater Mainz. Im August 2009 übernahm er die Funktion des Musikalischen Oberleiters am Staatstheater Oldenburg und wird in dieser Spielzeit als Gast am Staatstheater Mainz die musikalische Leitung von „Blaubart" und des 6. Sinfoniekonzerts - der konzertanten Aufführung von „Romeo und Julia" - übernehmen.

Søren Schuhmacher ist Oberspielleiter an der Deutschen Oper Berlin. Nach dem Studium der Musikwissenschaften an der Universität zu Köln arbeitete er zunächst als Regieassistent und Co-Regisseur für Günter Krämer, Willy Decker, Robert Carsen und Christof Loy, bevor er erste eigene Arbeiten in Szene setzte. Neben Inszenierungen an der Deutschen Oper Berlin („Carmen“, „Infinito Nero“ von Salvatore Sciarrino, Walter Braunfels’ „Jeanne d’Arc“ – gemeinsam mit Carl Hegemann und Anna-Sophie Mahler – und dem „Freischütz für Kinder“) erarbeitete Schuhmacher Produktionen u. a. für das Theater St. Gallen („Katja Kabanova“), das Theater Nordhausen („Turandot“, „Hoffmanns Erzählungen“, „un ballo in maschera“), die Komische Oper Berlin („Filemon Faltenreich“). Seine Mozart-Adaption „Türkisch für Liebhaber“ wurde nach der Premiere an der Neuköllner Oper in Berlin zum renommierten KamerOpera Festival nach Zwolle/NL eingeladen. Die Inszenierung von Jacques Offenbachs „Blaubart“ führt Søren Schuhmacher zum ersten Mal ans Staatstheater Mainz.

[© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

nach oben