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Oper, Stückeinfos T
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Das Tagebuch der Anne Frank Mono-Oper in zwei Akten
Von: Grigori Frid Deutsch von:Ulrike Patow
Uraufführung konzertant mit Klavier: 18. Mai 1972 (Moskau, im Haus von Grigori Frid Uraufführung konzertant mit Orchester: 7. Mai 1977 (Kislowodsk Philharmonie)
Uraufführung szenisch mit Orchester: 8. Mai 1977 (Swertlowsk (Jekatherinburg), Operntheater Margarita Wladimirowa Uraufführung szenisch / reduzierte Orchesterfassung:
12. November 1999 (Braunschweig, Staatstheater Braunschweig) Deutsche Erstaufführung mit Orchester: 28. März 1993 (Nürnberg, Tafelhalle)
Zur Inszenierung des Münchner Gärtnerplatztheaters:
Premiere: 29. Oktober 09
Musikalische Leitung: Oleg Ptashnikov
Inszenierung: Heinz Lukas-Kindermann Bühne und Kostüme: Daniel Dvorak
Anne Frank: Thérèse Wincent Kammerensemble des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Zusammenarbeit des Staatstheaters am Gärtnerplatz, des Bayerischen Staatsschauspiels, des Kulturzentrums der Israelitischen Kultusgemeinde München und des Nationaltheaters Brno
Die tiefgründigen Gedanken der 14-Jährigen in Angst, und ihr Wille, tapfer zu bleiben, all das findet seinen beklemmenden Ausdruck in den Tagebuchaufzeichnungen der mit 15
Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen ums Leben gekommenen Anne Frank. Sie bilden die Grundlage für die Monooper des russischen Komponisten Grigori Frid, die am 29. Oktober 2009 im
Münchner Marstall zur Münchner Erstaufführung kommt.
Das Werk für eine Sängerin – hier die Sopranistin Thérèse Wincent – und Kammerensemble besteht aus 21 knappen Episoden, die fast wortgetreu die Texte aus dem Originaltagebuch Anne Franks wieder geben. Die musikalische Leitung hat Oleg Ptashnikov, der als Landsmann des Komponisten einen besonders engen Bezug zu diesem Werk hat. Die Inszenierung von Heinz Lukas-Kindermann legt einen Schwerpunkt auf die bleibend philosophischen Aspekte des Werks. Es wird zu einem aufrüttelnden und ermutigenden Plädoyer für Frieden und Menschlichkeit, das sich besonders an junge Menschen richtet.
Das Staatstheater am Gärtnerplatz, das Bayerische Staatsschauspiel, das Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München sowie das Nationaltheater Brno haben sich in einer
Vierfach-Kooperation zusammen gefunden, um dieses Werk auf die Bühne zu bringen und zu begleiten. Erstmals ist das Gärtnerplatztheater durch diese Zusammenarbeit mit einer Produktion im
Marstalltheater zu Gast.
DAS TAGEBUCH DER ANNE FRANK wird in München in nur vier Vorstellungen gezeigt. Danach wandert die Produktion ans Nationaltheater Brno. Im Mai 2010 wird die
Inszenierung nochmals als einer der Beiträge des Staatstheaters am Gärtnerplatz zum 2. Ökumenischen Kirchentag in München zu sehen sein.
Eine dreiteilige musikalisch-literarische
Rahmenreihe im Marstall bereitet ab Sonntag, 25. Oktober thematisch auf die Premiere vor. Sie steht unter dem Motto „ICH HAB DEN VERSTAND NICHT VERLOREN, ICH HAB REIME GEMACHT“ – JUNGE
MENSCHEN, VERFOLGT IM NATIONALSOZIALISMUS. Mitglieder des Bayerischen Staatsschauspiels und des Staatstheaters am Gärtnerplatz erinnern mit diesem Programm – über die weltbekannt gewordene
Geschichte der Anne Frank hinaus – an das Leiden und Sterben, aber auch das Leben und Überleben junger Menschen während des Nationalsozialismus.
Die Auseinandersetzung mit dem
Holocaust bildet in mehrfacher Hinsicht einen thematischen Schwerpunkt in der Spielzeit 2009/10 am Staatstheater am Gärtnerplatz. Am 21.2.2010 wird das Stück BRUNDIBÁR von Hans Krása mit dem
Kinderchor des Staatstheaters am Gärtnerplatz Premiere haben. Diese Oper für Chor, Klavier und einen Sänger wurde 1943 im Konzentrationslager Theresienstadt uraufgeführt. [©
Staatstheater am Gärtnerplatz, München]
www.gaertnerplatztheater.de
Zur Inszenierung des Anhaltischen Theater Dessau:
Premiere: 27. Oktober 09 Inszenierung: André Bücker
Musikalische Leitung und Klavier: Stefan Neubert Bühne und Kostüme: Katja Schröpfer Dramaturgie: Imme Heiligendorff
Anne Frank: Cornelia Marschall
Die Mono-Oper „Das Tagebuch der Anne Frank“ des russischen Komponisten Grigori Frid wurde erstmals 1993 in Deutschland aufgeführt und hat sich seither wie nur wenige zeitgenössische Werke
dieses Genres im Repertoire durchgesetzt. In der Inszenierung von André Bücker wird das einstündige Werk in der Fassung für Singstimme und Klavier erstmals in Dessau aufgeführt. Zur Premiere
am 27. Oktober um 19:30 Uhr im Studio des Alten Theaters können die Zuschauer erleben, wie die Sopranistin Cornelia Marschall in 21 knappen Bildern [wie z.B. „Geburtstag“, „Das Versteck“,
„Ich denke an Peter“ ] das Schicksal des jungen Mädchens und ihre Persönlichkeitsentwicklung zur jungen Frau eindrucksvoll darstellt. Annes tiefgründige Gedanken, ihre Angst, die aufkeimende
Liebe zu Peter, die Hoffnung auf Freiheit und Menschlichkeit, all das findet Ausdruck auch in der Musik, ohne dabei Annes Sinn für Situationskomik, ihre Freude und Zuversicht zu vergessen.
Das weltberühmte „Tagebuch der Anne Frank“ ist ein ergreifendes Dokument über das Schicksal einer von den Nationalsozialisten verfolgten Familie und der Sehnsucht einer sensiblen
Jugendlichen nach einem normalen Leben jenseits des Terrors. Anne Frank wurde 1929 geboren. 1933 emigrierte die deutsch-jüdische Familie Frank nach Amsterdam. Nachdem die Niederlande 1940
durch die deutsche Wehrmacht besetzt und die Maßnahmen gegen die jüdische Bevölkerung zunehmend verschärft wurden, versteckte sich die Familie mit Freunden 1942 in einem Amsterdamer
Hinterhaus. Anne vertraute fortan nicht nur die Geschehnisse, sondern auch ihre Träume, Ängste, Sehnsüchte und Freude ihrem Tagebuch an. 1944 wurden die Untergetauchten verhaftet und nach
Auschwitz deportiert. Anne Frank starb im März 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen.
Die Inszenierung richtet sich insbesondere an Zuschauer ab 13 Jahren und junge Erwachsene. [© Anhaltisches Theater Dessau]
www.anhaltisches-theater.de
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Tango Türk Eine Geschichte zwischen Berlin und Istanbul
Musik: Sinem Altan Text: Kerem Can
Uraufführung: 21. Januar 2010 (Berlin, Neuköllner Oper)
Zur Inszenierung der Berliner Neuköllner Oper:
Premiere: 21. Januar 10 (Uraufführung)
Inszenierung: Lotte de Beer
Musikalische Leitung: Hans-Peter Kirchberg / Sinem Altan Bühne u. Kostüm: Marouscha Lévy Choreographie: Julieta Figueiroa Dramaturgie:
Bernhard Glocksin
Ensemble: Cihan / Zeki: Kerem Can Sedat: Vedat Erincin Vera: Nina Arens Nur: Sesede Terziyan Nilüfer:
Beren Tuna Bayan Fahriye / Caféhaus-Sängerin: Begüm Tüzemen
Orchester Violine: Christin Mittermeyer / Philippe Perotto Violoncello: Anja Susann Hammer
Kontrabass: Martin Genschow Baglama / Mey: Özgür Ersoy Bandoneon: Guillermo Destaillats Yagli Tambur / E-Gitarre: Mustafa Sarisin
Drums / Percussion: Olaf Taube / Martin Lonak Klavier: Hans-Peter Kirchberg / Sinem Altan
Tango Türk – aşkın, müziğin, devrimin insanları birleştirdiği ve de ayırdığı bir hayat yolu hikâyesi.
Gelecek mi yoksa geçmiş mi daha önemli, bütün sorun bu.
Der plötzliche Tod seiner Mutter bringt Cihan in eine unerwartete Situation. Der junge
Mann ist gerade dabei, sich mit Kollegen eine Karriere in einem internationalen Netzwerk aufzubauen – nun muss er zurück zu seiner Familie. Die Wiederbegegnung konfrontiert ihn mit seiner
Vergangenheit und einer Musik, die er bisher nicht kannte, mit dem türkischen Tango. Den hatte schon seine Großmutter unter Atatürk getanzt. Tango hatten auch seine Eltern getanzt –
allerdings in den 80ern, in einer anderen Zeit unter den schwierigen Bedingungen nach dem Staatsstreich. Doch Cihan will das alles nicht wissen, was geht ihn die Türkei von damals (und heute)
an, der Putsch 1980, die Repressionen und der Widerstand, das Leben als „Gastarbeiter“ in Deutschland… Er will so rasch als möglich weg, fort von den Familiengeschichten, den großen
Emotionen, Gesten und der Nostalgie des Tangos. Mit dem Auftauchen von Vera nimmt jedoch alles eine neue Wendung.
Tango Türk ist eine Geschichte über Lebenserfahrungen und – erwartungen jenseits aller Grenzen.
Das vierte Projekt eines deutsch-türkischen Musiktheaters an der neuköllner oper entsteht wieder für ein breites Publikum aller Nationalitäten.
Die Produktion wird gefördert durch den Hautstadtkulturfonds und unterstützt durch die Botschaft des Königreichs der Niederlande.
Sinem Altan – Musik und Musikalische Einstudierung/Leitung wurde 1985 in Ankara geboren. Siebenjährig begann sie zu komponieren, sie erhielt eine spezielle
Ausbildung an der Bilkent-Universität Ankara als Privatschülerin des Komponisten Arif Melikov. Ein 11jähriges Auslandsstipendium dieser Universität und die Aufnahme an der HfM „Hanns Eisler“
Berlin in den Fachbereich Komposition/Klavier mit elf Jahren, parallel dazu der Besuch des Musikgymnasiums Carl-Philipp-Emmanuel-Bach und seit 2002 die Fortsetzung des Kompositionsstudium bei
Friedrich Goldmann an der UdK Berlin, zur gleichen Zeit das Studium der Musiktheorie an der HfM „Hanns Eisler“, waren die Stationen ihrer Ausbildung. Zusätzlich erhielt sie Klavierunterricht
bei Thomas Just und später 2 Jahre Kompositionsunterricht bei Cornelius Schwehr an der Hochschule für Musik Freiburg. Sinem Altan nahm an verschiedenen Wettbewerben teil und gewann mehrere
Preise. U.a. wurden ihre kammermusikalischen Werke sowie eine Kurzoper im Rahmen der zeitgenössischen Festivals in Berlin aufgeführt. Zur Zeit wirkt sie in und leitet verschiedene Projekte,
in denen das Zusammentreffen der deutschen und türkischen Kultur den Mittelpunkt ihrer schöpferischen Arbeit darstellt. Durch gemeinsame Arbeit mit der Sängerin Begüm Tüzemen und
Baglama-Spieler Özgür Ersoy entstand die vor einem Jahr begonnene Konzertreihe mit dem Namen „Yenilige Dogru“ (Der Weg ins Neue), die bis heute durch ein fest bestehendes Ensemble weiterhin
ihre Erfolge feiert. Neben ihrer freischaffenden musikalischen Tätigkeit ist sie als Lehrkraft für Musiktheorie und Klavier in der Musikschule Neukölln tätig und ist Mitgründer des Kunst- und
Kulturinstitut am Türkisch-Deutschen Zentrum .Er zeichnete verantwortlich für die Einrichtung des neuen Mozart-Singspiels Türkisch für Liebhaber und debütierte damit an der Neuköllner Oper
(2008). Gleichzeitig schrieb sie die Musik für das ebenfalls an der Neuköllner Oper uraufgeführte Familienstück Die getauschte Schule von Bernhard Glocksin. Zuletzt entstand für die
Neuköllner Oper Stadt der Hunde. Sinem Altan ist „Composer in Residence“ an der Neuköllner Oper seit Sommer 2008.
Kerem Can – Text, Cihan / Zeki ist Berliner und studierte Schauspiel und Gesang in London und Paris. Er spielte u.a. in der Kinoproduktion „Leroy“ von Armin
Völckers („Bester Deutscher Jugendfilm“ 2007), in der Fernsehproduktion „Im Angesicht des Verbrechens“ (Regie: Dominik Graf) und in Neco Celik’s Inszenierung von Romeo und Julia am Theater
Hebbel am Ufer. Sein Debüt an der Neuköllner Oper gab er mit der Hauptrolle des neuen Mozart-Singspiels Türkisch für Liebhaber (UA 2008), das im April 2009 auch auf dem internationalen
KamerOpera Festival in Zwolle gezeigt wurde. Zuletzt war er an der Neuköllner Oper in der investigativen Oper Der Fall Rigoletto (Regie: Bernhard Glocksin, Musik: Giuseppe Verdi und Etta
Scollo), zu sehen. Kerem Can besitzt außerdem einen Abschluss in internationalem Management der European School of Management und ist Mitglied der Schauspieler-Agentur ten4you in
Berlin.
Lotte de Beer – Inszenierung graduierte im Juni 2009 im Regiefach der Amsterdamse Hogeschool voor de Kunsten. Für die Abschlussproduktion Häuptling
Abendwind von Jacques Offenbach wurde sie mit dem Ton Lutz Award für die viel versprechendste Regie ausgezeichnet. In einer jahrelangen Zusammenarbeit mit der Dutch Opera spezialisierte sie
sich auf Opernregie. Dort assistierte sie Pierre Audi, Johan Simons und Peter Konwitschny. Mit Konwitschny arbeitete sie anschließend in Karlstad, Lissabon und Graz für die Produktionen La
Bohème, King Lear und Salomé. Bereits während ihres Studiums führte sie Regie am Korzo Theater in Den Haag: Clara S. und Are you our Daughter?, beide komponiert von Nicoleta
Chatzapoulou. Letztere Produktion wurde auf die Operadagen Rotterdam sowie das Kameroperafestival Zwolle eingeladen. Anschließend lud sie die Oper Leipzig zur Wiederaufnahme ihrer Produktion Clara S. ein, die an einem Doppelabend mit Peter Konwitschnys szenischer Erarbeitung der Bachkantate Ich habe genug gezeigt wurde. Ihre letzte Regiearbeit Penthesilea, eine Uraufführung des Komponisten Benedict Weisser am Kameroperahuis Zwolle, wurde mit großem Publikumserfolg von der Presse gefeiert.
Hans-Peter Kirchberg – Musikalische Einstudierung und Leitung Thomasschule Leipzig. Dirigierstudium Dresden
(Gülke), zusätzlich Unterricht bei Jochum, Kempe und Masur, Meisterkurse bei Markevitch und Masur. 1988-90 Assistent bei Bernstein, Eschenbach und Rostropovitch, Engagements in Chemnitz,
Zwickau, u.a.. Seit 1990 Konzerte und Aufführungen mit Berliner Orchestern, am theater 89 und der Berliner Kammeroper, mit dem Landesjugendsinfonieorchester Brandenburg und am Schlosstheater
Rheinsberg. Seit 1992 über 60 Werke an der Neuköllner Oper aus der Taufe gehoben (die Uraufführungen Krabat, Wunder von Neukölln, Angela - Eine Nationaloper, Love Bite, Friendly Fire, Elternabend, Held Müller u. a., zuletzt: Der Fall Rigoletto);
sowie die Bearbeitungen von Messeschlager Gisela, Blume von Hawaii, Assassins, Macbeth, Biene Maja, Piraten, Türkisch für Liebhaber u.a. Lehraufträge an beiden Berliner Musikhochschulen, seit 2002 Musikalischer Direktor der Neuköllner Oper, 2005 die europäische Erstaufführung der "Shomyo Symphony II" des Japaners Maki Ishii dirigiert. Zuletzt dirigierte er die Gala zum 80. Geburtstag von Gerd Natschinski und betreute musikalisch die Open-Air - Inszenierung Heißer Sommer in Berlin. Hans-Peter Kirchberg erhielt im Oktober 2009 den Ehrenpreis „Silbernes Blatt“ der Dramatiker-Union für die Förderung und Pflege des zeitgenössischen musikdramatischen Schaffens.
Julieta Figueroa – Choreographie geboren in Santiago de Chile, studierte Schauspiel an der Universidad de Chile
und hat Theater, TV- und Filmproduktionen gespielt; parallel dazu arbeitete sie als Tänzerin in der Tanzkompanie Elizabeth Rodriguez. Seit 2002 lebt sie in Berlin und arbeitet als
Trainingsassistentin für Schauspieler für den Regisseur Alexander Stillmark in Zusammenarbeit mit ITI-Deutschland sowie auch als Tänzerin in Berlin und London. 2009 schloss sie ihr
Choreographie - Studium an der HfS „Ernst Busch“ Berlin ab. Ihre erste Choreographie für die Neuköllner Oper entstand mit der Produktion Stadt der Hunde (UA November 2009).
Marouscha Levy - Ausstattung
Bernhard Glocksin – Dramaturgie Studium der Musikwissenschaft, Germanistik und Politik an den
Universitäten Köln, Tübingen und Marburg. Seit 1986 Dramaturg für Musiktheater, Schauspiel und Tanztheater, zunächst an den Niedersächsischen Staatstheatern Hannover, dem Theater am Neumarkt
Zürich, dem Salzburger Landestheater. Ab 1995 Chefdramaturg / persönl. Referent des Intendanten am Staatstheater Mainz, 1999 – 2002 Chefdramaturg und Stellvertreter des Intendanten in
künstlerischen Fragen am Deutschen Theater in Göttingen. Künstlerische Leitung / Programmgestaltung an der neuköllner oper Berlin seit 2004. Fassungen u.a. von BizetLounge:Perlenfischer;
Die gelbe Prinzessin; Create your life!; Aleko. Eine Zigeunerhochzeit. sowie Text und Inszenierung des Familienstücks Die getauschte Schule sowie zuletzt für Der Fall Rigoletto. Freischaffend
Projekte (wie Berlinale Talk 2004; Koproduktion Haus der Kulturen der Welt/schauspielfrankfurt 2004) sowie Libretti für Tanz (Salzburg 1995) und Musiktheater (u.a. Julie & Jean, Musik
Gerhard Schedl, Uraufführung Wien 2003; HesseIndia, Musik Raffael Reina, Uraufführung Amsterdam/Stuttgart/Wien 2007).
Ensemble
Nina Arens – Vera geboren in Koblenz startete Nina Arens eine Karriere im Leistungssport, die sie 1994 in das Finale der Fecht-Weltmeisterschaft im Damendegen
nach Mexico-City führte. Nach Beendigung ihrer Sportlerlaufbahn und parallel zu ihrer Schulausbildung machte sie erste Bühnenerfahrungen in diversen Produktionen des Koblenzer Jugendtheaters
sowie als Sängerin in verschiedenen Bandformationen. Nach ihrem Abitur erhielt sie Tanz- und Bewegungsunterricht u. a. bei Barbara Pietjou sowie in Workshops bei Nat Horn in New York und
Gesangsunterricht u. a. bei Norbert Gottschalk. Nach einer zweijährigen Ausbildung zur Fotografin absolvierte sie ihr Schauspielstudium an der Schauspielschule Mainz und gastierte daraufhin
am Staatstheater Mainz, bevor sie in ein Festengagement an das Schlosstheater Celle sowie anschließend an das E.T.A. Hoffmann-Theater in Bamberg ging. Seit 2008 arbeitet sie frei u.a. bei den
Kreuzgangspielen Feuchtwangen. An der Neuköllner Oper war sie bereits in Türkisch für Liebhaber und zuletzt in Stadt der Hunde zu sehen. Nina Arens erhielt für die Rolle der Franziska in Minna
von Barnhelm am Ernst-Deutsch Theater den Rolf-Mares-Preis 2009 der Hamburger Theater für außergewöhnliche darstellerische Leistung.
Vedat Erincin – Sedat wurde 1957 in Istanbul geboren. Seit 1978 lebt er in Deutschland als Schauspieler, Regisseur und Autor. Er schreibt Kabaretttexte, deutsche
und türkische Hörspiele und Kinderstücke. Er hat am Stadttheater Oberhausen, den Wuppertaler Bühnen, und dem Schauspielhaus Bonn gespielt. Vedat Erincin ist Gründer des Wupper Theaters
und war Leiter des Arkadas Theater in Köln. An beiden Bühnen hat er gespielt und inszeniert sowie eigene Stücke herausgebracht, mit denen die Ensembles zahlreiche Gastspiele im In- und
Ausland absolvierten. Derzeit stehen die Produktionen Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran, Wegen der Ehre, Hochzeit alla turca und Jihad, mon amour auf dem Tourneeplan von Vedat
Erincin. Aus seiner darstellerischen Tätigkeit für Film und Fernsehen seien die jüngsten Kinofilme genannt: „JANJAN“ (Türkei 2007, Regie: Aydin Sayman) und „Evet, ich will“ (Deutschland 2008,
Regie: Sinan Akkus). 2008 debütierte Vedat Erincin an der Neuköllner Oper in Türkisch für Liebhaber, dem neuen Mozart-Singspiel von Sinem Altan (Musik) und Dilek Güngör (Text).
Sesede Terziyan – Nur Wenige Monate vor dem Militärputsch in der Türkei verließen 1980 Sesede Terziyans Eltern das Land als
politische Flüchtlinge. So kam Sesede Terziyan 1981 in Nordenham zur Welt. Die ersten sieben Jahre lebte sie an der Nordsee, dann zog die Familie nach Baden Württemberg, wo sie bis zu ihrem
Schulabschluss lebte. Danach folgte 2001 ihr Studium im Fach Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Ihre ersten Rollen waren am Deutschen Theater Berlin in
Tod eines Handlungsreisenden und Die Vögel. Am Maxim Gorki Theater war sie in Ein Schiff fährt über die Donau und in Die Übergangsgesellschaft zu sehen und u.a. in Fernsehfilmen wie „In
letzter Sekunde“ und im Tatort „Schatten der Angst“. Sie ist Mitbegründerin des Theaters „Eigenreich“ in Berlin. 2005 bis 2007 folgte ein Engagement am Deutschen Theater Göttingen. Sesede
Terziyan arbeitet und lebt in ihrer Wahlheimat Berlin.
Begüm Tüzemen – Bayan Fahriye / Café-Sängerin wurde in
Istanbul geboren und studierte russische Philologie und Literatur an der Universität Istanbul sowie am Staatlichen Konservatorium der Universität im Fachbereich Musical. Seit 2005
Gesangsunterricht bei Cagnur Gürsan, später Volkmar Bussewitz sowie Schauspielunterricht bei Sebnem Sönmez und später bei Cetin Ipekkaya. Auftritte als Ensemblemitglied von ArtIstanbul
sowie als Konzertsolistin, u.a. in Aspendos, darüber hinaus im Ensemble sowie solistisch mit dem Musical-Ensemble „Ladies and Gentlemen“. Kennzeichnend für die Arbeit und das musikalische
Verständnis Begüm Tüzemens ist die weit gespannte Vielfalt ihres Repertoires, das klassische Arien und Jazzstandards ebenso beinhaltet wie moderne türkische Volksliederbearbeitungen und
Kompositionen. So ist sie u.a. gegenwärtig in der Konzertreihe Yenilige Dogru (Der Weg ins Neue) und in dieser Spielzeit am Atze-Musiktheater zu erleben. Außerdem ist sie als Lehrerin für
Gesang und Musiktheater im Kunst- und Kulturinstitut des Türkisch-Deutschen Zentrums und als Chorleiterin im Tiyatrom tätig.
Ihr Debüt für die Neuköllner Oper gab sie in dem neuen Mozart-Singspiel von Sinem Altan (Musik) und Dilek Güngör (Text) Türkisch für Liebhaber (UA 2008).
Beren Tuna – Nilüfer wurde 1980 in Esslingen geboren. Noch im selben Jahr zog sie nach Izmir in der Türkei, wo sie bis zu ihrem 11. Lebensjahr
blieb. 2000 machte sie in Deutschland Abitur und absolvierte 2002 bis 2006 an der Hochschule für Musik und Theater ihre Ausbildung. Seither war sie als freie Schauspielerin auf verschiedenen
schweizer und deutschen Bühnen zu sehen, u.a. Rote Fabrik Zürich, Staatstheater Braunschweig, Theater Basel. 2009 gründete sie mit Mirjam Neidhart die Produktionsplattform 1visible, mit der
sie Meggiy geht zurück in den Kongo und das dramatische Konzert „Inanna- Euphrates Survival Song“ zur Aufführung brachte. Sie ist zudem Mitglied des Ensemble Umi, mit dem sie regelmäßig
musikalische Programme realisiert, und seit kurzem leitet sie die Theatergruppe des Alevitischen Kulturvereins Zürich. (www.berentuna.com)
www.neukoellneroper.de
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The Tempest (Der Sturm) Oper in drei Akten
Von: Thomas Adès (* 1. März 1971) Text:
Meredith Oakes (nach dem gleichnamigen Schauspiel (1610 / 1611) von William Shakespeare) Uraufführung: 10. Februar 2004 (London, Royal Opera House Covent Garden)
Deutschsprachige Erstaufführung: 10. Januar 2010 (Frankfurt, Oper Frankfurt)
Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
Premiere: 10. Januar 10 (Deutsche Erstaufführung)
Musikalische Leitung: Johannes Debus
Regie: Keith Warner Bühnenbild: Boris Kudlička Kostüme: Jorge Jara Dramaturgie: Norbert Abels Licht: Davy Cunningham Chor:
Michael Clark Video: Bibi Abel
Besetzung: Miranda, Prosperos Tochter: Claudia Mahnke Prospero, Herzog von Mailand: Adrian Eröd Ariel, ein Geist:
Cynthia Sieden Caliban, ein Wilder: Peter Marsh Ferdinand, Sohn König Alonsos: Carsten Süß Stefano, betrunkener Diener: Magnus Baldvinsson
Trinculo, Narr: Christopher Robson Antonio, Prosperos Bruder: Michael McCown Sebastian, Bruder König Alonsos: Sungkon Kim Gonzalo, ehrlicher Ratsherr:
Simon Bailey Alonso, König von Neapel: Richard Cox
Chor der Oper Frankfurt Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Thomas Adès zählt zu den wichtigsten
Komponisten der Gegenwart und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter der Royal Philharmonic Society Prize für seine zweite Oper The Tempest 2005. Das Werk basiert auf Shakespeares
gleichnamigem Drama. Adès beschäftigte sich 1999 erstmals mit dem Stoff. Im Gegensatz zu allen früheren musikalischen Bearbeitungen des Dramas wollte Adès die komplette Handlung vertonen. Am
10. Februar 2004 wurde die Komposition mit großem Erfolg am Royal Opera House Covent Garden in London uraufgeführt. Bei der Neuproduktion der Oper Frankfurt handelt es sich um die deutsche
Erstaufführung.
Zum Inhalt:
Prospero, rechtmäßiger Herzog von Mailand, zerstört durch einen magisch heraufbeschworenen Sturm das neapolitanische Schiff, auf dem sich auch sein Bruder Antonio befindet. Dieser erschlich sich mit Hilfe von König Alonso Prosperos Erbe. Seitdem muss Prospero zusammen mit seiner Tochter Miranda auf einer einsamen Insel leben. Caliban, der Sohn einer Hexe, ist der eigentliche Herrscher dieser Insel. Doch Prosperos Macht ermöglichte es Caliban nicht, sein Erbe anzutreten. Nach dem Schiffbruch wird die Besatzung ans Festland gebracht, nur Prinz Ferdinand, der Sohn König Alonsos, strandet auf der Insel. Dort trifft er auf Miranda und verliebt sich in sie, gegen den Willen Prosperos. Alonso beklagt den vermeintlichen Verlust seines Sohnes. Aber Prospero sinnt weiter auf Rache und so gerät die königliche Gesandtschaft durch Eingreifen des Geistes Ariel in Streit. Das Auftreten Calibans verschärft den Konflikt, verrät der Mannschaft aber gleichzeitig den Aufenthaltsort des Prinzen. Also machen sich alle auf den Weg, um Ferdinand zu befreien. Prospero erkennt, dass seine Magie nur von Schaden war und stellt seinem Bruder das junge Paar vor. Er selbst tritt dem König gegenüber und schließt Frieden mit Alonso und Antonio. Caliban bleibt allein zurück.
Die musikalische Leitung dieser Neuproduktion liegt bei Johannes Debus. Der ehemalige Kapellmeister der Oper Frankfurt wirkt seit 2009/10 als Musikdirektor an der Canadian Opera
Company Toronto. Die Inszenierung besorgt Keith Warner, der hier neben zahlreichen Frankfurter Arbeiten bereits 2004/05 mit Blochs Macbeth und 2008/09 mit Reimanns Lear zwei
Shakespeare-Vertonungen mit großem Erfolg in Szene setzte. Als Gäste sind – erstmals in Frankfurt – Adrian Eröd (Prospero) von der Wiener Staatsoper sowie Cyndia Sieden (Ariel) besetzt; die
international erfolgreiche Amerikanerin übernahm diese Partie bereits in der Londoner Uraufführung. Zudem kehren mit Carsten Süß (Ferdinand) und Christopher Robson (Trinculo) zwei in
Frankfurt bestens bekannte Künstler an das Haus am Willy-Brandt-Platz zurück. Angeführt von Claudia Mahnke (Miranda) sind die übrigen Partien mit Ensemblemitgliedern der Oper Frankfurt
besetzt.
[© Oper Frankfurt]
www.oper-frankfurt.de
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Die Tragödie des Teufels Komisch-utopische Oper in zwölf Bildern
Musik: Peter Eötvös Text:
Albert Ostermaier Uraufführung: 22. Februar 2010 (München, Bayerische Staatsoper)
Zur Inszenierung der Bayerischen Staatsoper:
Premiere: 22. Februar 10 (Uraufführung)
Musikalische Leitung
Peter Eötvös 22./25./28. Feb., 12. Juli 2010 / Christopher Ward / Christian Schumann 6./9. März 2010 Inszenierung Balázs Kovalik Installation
Ilya und Emilia Kabakov Kostüme Amélie Haas Licht Michael Bauer Produktionsdramaturgie Olaf A. Schmitt
Eva Cora Burggraaf Lucy Ursula Hesse von den Steinen Adam
Topi Lehtipuu 22./25./28. Feb., 9. März, 12. Juli 2010 / Jussi Myllys 6. März 2010 Lucifer Georg Nigl Die Jeriko Julie Kaufmann
Die Rumata Elena Tsallagova / Heike Grötzinger / Annamária Kovács Der Skelton Kevin Conners Der Strugatzi Christoph Pohl
Der L Nikolay Borchev Der Arkanar Christian Rieger Der Boris Wolfgang Bankl
Bayerisches Staatsorchester
Die Premiere wird live auf BR-Klassik übertragen. 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn live aus dem Foyer des Nationaltheaters: Foyer, die Sendung zur Neuproduktion
mit Gesprächen und Reportagen.
Deutschlandradio Kultur überträgt am 27. Januar 2010 ab 19.05 Uhr eine Aufzeichnung der Uraufführung.
www.staatsoper.de
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Through Roses Musikdrama für einen Schauspieler und acht Solo-Instrumente
Von: Marc Neikrug Text: Marc Neikrug
Uraufführung: August 1980 (London, Queen Elizabeth Hall)
Zur Inszenierung an der Oper Frankfurt:
Premiere: 15. Januar 06 (Bockenheimer Depot)
Musikalische Leitung: Hartmut Keil Regie: Guillaume Bernardi Bühnenbild: Moritz Nitsche Kostüme: Peter deFreitas Dramaturgie:
Zsolt Horpácsy
Mann: Christoph Quest Frau: Heidi Strauss
Mitglieder des Frankfurter Museumsorchesters
Der Amerikaner Marc Neikrug (* 1946) gilt als
eine der vielseitigsten Musiker-Persönlichkeiten der letzten Jahrzehnte. Seine Studien in den Fächern Klavier, Dirigieren und Komposition schloss er in Deutschland an der Musikhochschule
Detmold ab. Seither ist er vor allem als Komponist, aber auch als Pianist, Dirigent und Festival-Leiter hervorgetreten. Nach seinem erfolgreichen Debüt als Pianist 1966 stand die Kammermusik
im Zentrum seines Schaffen. 1980 schließlich wurde sein erstes großes Orchesterwerk, Eternity’s Sunrise, erstmals zur Aufführung gebracht; die Uraufführung von Through Roses folgte einige Monate später in London. Dabei handelt es sich um den Monolog eines Geigers, der das Konzentrationslager überlebt hat. Das Stück folgt keiner linearen Erzählung, vielmehr verbindet es zunächst scheinbar zusammenhanglose, sich allmählich verdichtende Erinnerungsmomente. Der Text wird gesprochen, ist aber durchgängig von einem kammermusikalischen Satz unterlegt, wobei sich die musikalische und die textliche Ebene konkret ineinander verschränken: In der Erinnerung des alten Mannes erklingt all jene Musik, die er in bestimmten Situationen gespielt hat und die sich in musikalischen Zitaten von Bach bis Berg manifestiert. So ist Through Roses als ein Monodrama über die Funktion von Musik zu verstehen: Die Musik bedeutet für den Geiger das Zentrum seiner Existenz und stellt für ihn das einzige Mittel dar, seine traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten.
Die musikalische Leitung dieser Neuproduktion übernimmt Hartmut Keil, der seit 2002 als Solorepetitor und Dirigent (u.a. Mozarts Zauberflöte) an der Oper Frankfurt tätig
ist. Im letzten Jahr arbeitete er u.a. als Assistent von Pierre Boulez am neuen Bayreuther Parsifal mit. Als Regisseur kehrt der Kanadier Guillaume Bernardi
nach Frankfurt zurück, der 2002/03 mit seiner Sicht auf Haydns L’isola disabitata im Bockenheimer Depot einen großen Erfolg verbuchen konnte. Die Rolle des Geigers übernimmt der renommierte Schauspieler
Christoph Quest, der dem Frankfurter Publikum als Bassa Selim in Christof Loys Inszenierung der Entführung aus dem Serail in bester Erinnerung sein dürfte. In der Rolle der Frau ist die kanadische Tänzerin und Choreografin
Heidi Strauss zu erleben.
www.oper-frankfurt.de
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Die tote Stadt Oper in drei Akten
Von: Erich Wolfgang Korngold (1897 – 1957) Text:
Paul Schott (frei nach Georges Rodenbachs Roman Bruges la morte (1892)) Uraufführung: 4. Dezember 1920 (Hamburg, Stadttheater und Köln, Opernhaus)
Zur Inszenierung des Musiktheaters im Revier, Gelsenkirchen:
Premiere: 27. Februar 10
Musikalische Leitung:
Heiko Mathias Förster Nachdirigat: Rasmus Baumann Inszenierung: Thilo Reinhardt Bühne: Wilfried Buchholz Kostüme: Gisa Kuhn Choreinstudierung:
Christian Jeub Kinderchoreinstudierung: Alfred Sculze-Aulenkamp Dramaturgie: Juliane Schunke
Besetzung:
Paul:
Burkard Fritz / Norbert Schmittberg Marietta / Erscheinung ;ariens: Majken Bjerno / Richetta Manager Frank: Bjørn WaaG Brigitta, Haushälterin Pauls:
Anna Aagathonos Juliette: Alfia Kamalova Lucienne: Almuth Herbst Victorin, Regisseur: Lars Rühl / William Saetre Fritz, der Pierrot: Bjørn Waag
Graf Albert: E. Mark Murphy
www.musiktheater-im-revier.de
Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
Premiere: 22. November 09 Weitere Vorstellungen:
26., 29. November, 5., 10., 13. (15.30 Uhr; mit kostenloser Kinderbetreuung), 17., 20. Dezember 09
Musikalische Leitung: Sebastian Weigle Regie: Anselm Weber
Bühnenbild: Katja Haß Kostüme: Bettina Walter Dramaturgie: Norbert Abels Video: Bibi Abel Licht: Frank Keller Choreografie: Alan Barnes
Chor: Matthias Köhler Kinderchor: Michael Clark
Besetzung:
Paul: Klaus Florian Vogt
Marietta, auch Erscheinung Maries, Pauls verstorbener Gattin: Tatiana Pavlovskaya Frank, Pauls Freund: Michael Nagy Brigitta, Pauls Haushälterin: Hedwig Fassbender
Juliette, Tänzerin: Anna Ryberg Lucienne, Tänzerin: Jenny Carlstedt Gaston : Michael McCown Victorin, Regisseur : Julian Prégardien
Fritz, der Pierrot: Michael Nagy Graf Albert: Hans-Jürgen Lazar u.a.
Chor, Kinderchor und Statisterie der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Besprechung auf kulturfreak.de
Die tote Stadt Oper Frankfurt v.l.n.r.: Juliette (Anna Ryberg), Gaston (Alan Barnes), Marietta / Marie (sitzend: Tatiana Pavlovskaya),
Graf Albert (Hans-Jürgen Lazar), Fritz (Michael Nagy) und Statisterie der Oper Frankfurt (in den Türen im Hintergrund) Foto: Barbara Aumüller
Nach zwei 1916 in München uraufgeführten Einaktern – Der Ring des Polykrates und Violanta – legte Erich Wolfgang Korngold (1897-1957) mit Die tote Stadt sein erstes
abendfüllendes Werk für die Opernbühne vor. Als literarische Vorlage diente die Dramatisierung des symbolistischen Romans Bruges-la-mort, den der belgische Dichter Georges
Rodenbach 1892 veröffentlicht hatte. Unter dem Pseudonym Paul Schott verfasste der Vater des Komponisten, Julius Leopold Korngold, zusammen mit seinem Sohn das Libretto.
Die Uraufführung fand am 4. Dezember 1920 zeitgleich in Hamburg und Köln statt und war ein großer Erfolg – nicht zuletzt deshalb, da es sich bei den beiden Hauptpartien zwar
um höchst anspruchsvolle, aber auch sehr dankbare Rollen handelte. In der Folgezeit wurde die Oper an zahlreichen großen Bühnen nachgespielt und erreichte bereits im Jahr
nach der Uraufführung auch Frankfurt am Main. Allerdings erlosch schon bald darauf das Interesse am Werk des inzwischen vor den Nazis nach Hollywood geflohenen
Musikers, der dort als bedeutender Komponist von Filmmusik tätig war. Erst ab Ende der 1960er Jahre kehrte die Oper allmählich wieder auf die internationalen Bühnen zurück. In
Frankfurt ist nach dem Zweiten Weltkrieg keine Inszenierung der Toten Stadt verzeichnet.
Die Premiere wurde live vom Hessischen Rundfunk auf hr2-kultur übertragen, eine Aufzeichnung ist am 19. Dezember 2009 ab 19.05 Uhr auf
Deutschlandradio Kultur zu hören. Darüber hinaus ist eine CD-Veröffentlichung durch das Label OehmsClassics geplant.
Die Handlung hebt in raffinierter Art und Weise die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit auf: In der „toten Stadt“ Brügge lebt der Witwer Paul völlig zurückgezogen,
versunken in die Erinnerung an seine verstorbene Frau Marie. Als er der jungen Tänzerin Marietta begegnet, hypnotisiert ihn deren frappierende Ähnlichkeit mit der Toten.
Trotzdem oder gerade deshalb werden die beiden ein Paar. In Pauls Vorstellung erweckt Mariettas leichtfertiger Lebenswandel bald schon seine Eifersucht. Als er erfährt, dass
sie zudem ein Verhältnis mit seinem besten Freund Frank eingegangen ist, eskaliert die Situation. Ein Verbrechen bahnt sich an – Traum und Wirklichkeit sind nicht mehr auseinanderzuhalten...
Regisseur Anselm Weber, seit 2004/05 Intendant am Schauspiel Essen, wechselt 2010/11 in gleicher Position nach Bochum. In Frankfurt inszenierte er Janáčeks Katja Kabanová (2003/04) und d’Alberts Tiefland (2006/07). Die musikalische Leitung liegt bei Frankfurts Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, der u.a. in diesem Sommer mit
Wagners Die Meistersinger von Nürnberg erneut in Bayreuth gastierte, wo Klaus Florian Vogt als Stolzing besetzt war. In der Frankfurter Toten Stadt übernimmt der Tenor die
Partie des Paul neben der russischen Sopranistin Tatiana Pavlovskaya vom Mariinsky Theater in St. Petersburg als Marietta bzw. Marie. Neben Hedwig Fassbender (Brigitta) als
Gast, die seit 1999 als Professorin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main wirkt, sind in den übrigen Partien Mitglieder des Ensembles der Oper
Frankfurt zu erleben. [© Oper Frankfurt]
Preise: € 12 bis 130 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr (außer an der Vorverkaufs- und Abendkasse der Oper Frankfurt)
Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 oder online unter
www.oper-frankfurt.de erhältlich. Bei Buchung von Vorstellungen bis
4 Wochen vor dem Aufführungstermin gibt es einen Frühbucherrabatt von 10% auf die oben angegebenen Preise, die Premiere ausgenommen.
www.oper-frankfurt.de
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Il trovatore (Der Troubadour) Oper in vier Akten
Von: Giuseppe Verdi Libretto:
Salvatore Cammarano nach dem gleichnamigen Schauspiel von Antonio García Gutiérrez Uraufführung: 19. Januar 1853 (Rom, Teatro Apollo
Zur Inszenierung des Oldenburgischen Staatstheaters:
Premiere: 23. Januar 10
Musikalische Leitung: Karen Kamensek
Inszenierung: Sven Holm Bühne und Kostüme: Elisa Limberg Dramaturgie: Sebastian Hanusa
Mit:
Anna Agathonos / Zdravka Ambríc, Barbara Schmidt-Gaden, Irina Wischnizkaja; Peter Felix Bauer / James Bobby, Thomas Burger, Alexej Kosarev, Andrey Valiguras
Ganz und gar wie ein
Märchen mutet die Geschichte an, die Giuseppe Verdis großer Erfolgsoper Der Troubadour zugrunde liegt – allerdings ein Märchen für Erwachsene. Die Handlung spielt vor vielen hundert Jahren im
rauen Norden Spaniens. Die Familiengeschichte des Adelsgeschlechts Luna hat dunkle Flecken. Einst stand eine Zigeunerin an der Wiege des jüngsten Sohnes der Familie und prophezeite ihm eine
schreckliche Zukunft, woraufhin sie als Hexe verbrannt wurde. Ihre Tochter Azucena will sich rächen, indem sie den Grafensohn entführt und ins Feuer wirft. Doch sie tötet versehentlich das
eigene Kind. Sie gibt daraufhin den adeligen Knaben als ihr Kind aus und nennt ihn Manrico. Manrico wird Rebell und kämpft später, ohne es zu wissen, gegen seinen eigenen Bruder, der
inzwischen selbst Oberhaupt der Lunas ist. Die beiden streiten nicht nur um Gerechtigkeit, sondern auch um die schöne Leonora. Deren Herz gehört zwar dem wilden Manrico, doch letztlich behält
der mächtige Luna die Oberhand – auch wenn er dabei über Leichen geht. Erst als alles zu spät ist, erfährt er, dass er seinen eigenen Bruder ermordet hat.
Kein Werk Giuseppe Verdis
kann mit so vielen Melodien und einer so großen Bandbreite an musikalischen Ideen aufwarten wie Der Troubadour. Seit ihrer Uraufführung im Jahre 1853 gilt sie als eine der beliebtesten Opern
überhaupt und zählt heute zu den zehn meist gespielten Opern weltweit.
Mit Der Troubadour stellt sich Sven Holm erstmals
dem Oldenburger Publikum als Regisseur vor. Er studierte Opernregie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Seit Ende der 90er Jahre arbeitet er als freier Regisseur und gründete
2002 die Berliner Operncompagnie NOVOFLOT. Es folgten Zusammenarbeiten unter anderem mit der Hamburgischen Staatsoper, dem UltraSchall-Festival Berlin, dem Théatre National du Luxembourg und
dem Warschauer Herbst.
Die musikalische Leitung übernimmt die amerikanische Dirigentin Karen Kamensek. Sie
studierte an der Indiana University und arbeitete bereits während des Studiums an der Houston Grand Opera und der New York City Opera. Weitere Stationen waren Festengagements als erste
Kapellmeisterin der Wiener Volksoper, als Generalmusikdirektorin des Theaters Freiburg und interimistisch als Chefdirigentin des Slovenischen Nationaltheaters in Maribor. Seit der Spielzeit
2008.2009 ist sie stellvertretende Generalmusikdirektorin der Hamburgischen Staatsoper.
Ausstatterin Elisa Limberg ist seit dem Abschluss ihres Studiums an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart freiberuflich tätig. Sie entwarf Kostüme und Bühnenbilder für Produktionen von Sven Holm, Douglas Lee, Christian Brey, Harald Schmidt, René Pollesch und Johann Kresnik u. a. in Stuttgart, an den Münchner Kammerspielen und den Sophiensälen Berlin und zuletzt für die Deutsche Oper am Rhein als Bühnenbildnerin der Produktion Die lustige Witwe.
[© Oldenburgisches Staatstheater]
www.staatstheater.de
Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:
Premiere: 12. September 09
Musikalische Leitung: Wolfgang Ott
Inszenierung: Cesare Lievi Bühne: Csába Antal Kostüme: Marina Luxardo Licht: Luigi Saccomandi Choreinstudierung: Christof Hilmer
Dramaturgie: Bodo Busse
Besetzung:
Manrico: Luis Chapa Graf Luna: Kee-Kuan Lee/Tito You Ferrando: Bernd Hofmann/Hye-Soo Sonn Ruiz:
Erik Biegel/Christopher Busietta Ein alter Zigeuner: Christian Balzer/Aldomir Mollov Ein Bote: Marc-Wolfgang Frey Leonora: Tatiana Plotnikova Inez:
Betsy Horne Azucena: Jeniece Golbourne
Der italienische Regisseur, Autor und international renommierte Theatermacher Cesare Lievi, der in Wiesbaden einen
Mozart-Zyklus inszeniert hat, führt Regie bei der Eröffnungsproduktion der Spielzeit 2009/2010. Cesare Lievi hat zuletzt an der Mailänder Scala, am Opernhaus Zürich und bei den Salzburger
Festspielen inszeniert.
Verdis Meisterwerk „Il trovatore“ („Der Troubadour“) bildet das Herzstück der „trilogia popolare“ zwischen „Rigoletto“ und „La traviata“. Die Musik des
„trovatore“ schildert im flackernden „brio“ eines expressiven Belcanto flammende Leidenschaften wie Liebe, Eifersucht, Rachelust und Hass. Im Streit verfeindet stehen sich der Dichter Manrico
und Graf Luna gegenüber, erst zu spät erkennend, dass sie durch Blutsbande Brüder sind. Als Anführer entweder der Clique der Reichen oder der Rebellen repräsentieren sie zugleich
unterschiedliche soziale Gruppen. Gemeinsam ist ihnen nur die Liebe zu Leonora, so dass sich der gesellschaftliche Konflikt in der Rivalität der Liebe wiederholt. Und immer wieder – vor allem
in den Visionen der Zigeunerin Azucena - taucht die alte Geschichte von der Zigeunerin auf, die einen Sohn des alten Grafen Luna verhext haben soll und deshalb auf dem Scheiterhaufen
verbrannt wurde. Die Tochter der Zigeunerin habe dann Rache genommen. Auf tragische Weise hat diese alte Geschichte das Leben Manricos, seiner Ziehmutter Azucena, des Grafen Luna und sogar
Leonores bestimmt. Nun setzt Manrico alles daran, seine geliebte Leonore vor dem Zugriff Lunas zu bewahren. Doch Luna setzt Azucena fest. Auch Leonore und Manrico geraten in Lunas
Gefangenschaft. Der Preis unbedingter Liebe und der Wahrheit ist der Tod. Unter den drei Opern der „trilogia popolare“ ist „Il trovatore“ pure italienische Romantik im unbedingten
Liebesanspruch Leonores und in Manricos Künstlertum. Die Oper bietet alles auf, was ein echtes „Melodramma“ ausmacht: seelische Exaltation, szenische Durchschlagkraft, ein fatales
Dreiecksverhältnis, Nachtszenen, Wahnvorstellungen und den tragischen Untergang des Liebespaares. Ein ungeheurer, letztlich fataler Elan durchpulst die Oper und überhöht die bizarre Handlung
ins unmittelbar Expressive.
Zu Gast im Troubadour
Luis Chapa Der Mexikaner Luis Chapa macht als Manrico
sein Debüt am hessischen Staatstheater Wiesbaden. Nach seinem Studium folgten Auftritte als Don José, Rodolfo, Pinkerton Manrico, Turiddu in „Cavalleria rusticana“, Cellini in „Benvenuto
Cellini“ und Don Carlos in den Niederlanden und in England. Mit dem Liverpool Philharmonic Orchestra gestaltete er eine Verdi-Gala. Beim international beachteten Gesangswettbewerb „Cardiff
Singer Of the World“ kam der mexikanische Tenor als Repräsentant seines Heimatlandes mit der Arie „Mamma, il vino...“ aus „Cavalleria rusticana“ ins Halbfinale. Am Theater Erfurt stellte sich
Luis Chapa zunächst als Turiddu und Nanni („La Lupa“) vor. Später brillierte er dort als Radames in „Aida“, in der Rolle des Laca in „Jenufa“ und als Maurizi in „Adriana Lecouvreur“. Bei den
DOMSTUFEN-FESTSPIELEN 2004 sang er den Canio in Leoncavallos „Pagliacci“. Gastspiele führten ihn u.a. an die Oper Bonn, nach Dortmund, Saarbrücken, Braunschweig und an die Welsh National
Opera.
Jeniece Golbourne Die Mezzosopranistin Jeniece Golbourne (Azucena) wurde in Rochester/New York als
Tochter Jamaicanischer Einwanderer geboren. Sie studierte u.a. an der Manhatten School of Music. Die Rolle der Azucena sang sie bereits an der Virginia Opera und an der Eugene Opera sowie an
zahlreichen anderen Häusern in den USA. In Mississippi sang sie Santuzza in „Cavalleria rusticana“ und La Zia Principessa in „Suor Angelica“. Am Hessischen Staatstheater Wiesbaden gibt sie
als Azucena ihr Europa-Debüt.
Tito You Am Hessischen Staatstheater Wiesbaden hat Tito You schon als Rigoletto,
Marquis Posa und Scarpia für Furore gesorgt. Nun singt er in der Neuproduktion von „Il trovatore“ die Rolle des Grafen Luna. An der Staatsoper Stuttgart sang er Herzog Blaubart in der
Neuproduktion „Herzog Blaubarts Burg/ Quartett/Erwartung“ sowie Graf Luna in der Wiederaufnahme von „Il trovatore“. 1972 in Seoul geboren, studierte er an der National University in
Seoul und debütierte 1994 als Papageno an der dortigen Nationaloper. 1999 wurde Tito You Mitglied des Jungen Ensembles der Bayerischen Staatsoper, wo er u.a. unter Zubin Mehta und James
Levine arbeiten durfte. 2000 wechselte er als Ensemblemitglied an das Staatstheater Kassel und 2005/2006 an das Staatstheater Darmstadt sang dort u.a. Guglielmo in „Così fan tutte“, Albert in
„Werther“, Escamillo in „Carmen“, Jago in „Otello“ und Marcello in „La Bohème“, Ford in „Falstaff“, Almaviva in „Le nozze di Figaro“, Wolfram in „Tannhäuser“ sowie die Titelpartien in „Il
barbiere di Siviglia“, „Rigoletto“ und „Eugen Onegin“. In Stuttgart sang er 2006/07 bereits Jack Rance in Puccinis „La fanciulla del West“.’’
Sonntag, 6. September 2009, 11.00 Uhr, Foyer: Opernforum zu „Der Troubadour“ Was hat Verdis bizarre Dramaturgie mit Shakespeare und Victor Hugo zu tun? Wie
realisiert Verdi das „szenische Wort“? Was macht das unverwechselbare „con brio“ der Musik zu „Der Troubadour“ aus? Das Produktionsteam gibt einen Einblick in das Werk und die Inszenierung.
Mitglieder des Ensembles präsentieren musikalische Ausschnitte. In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Freunde des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden e.V.
[ © Staatstheater Wiesbaden]
www.staatstheater-wiesbaden.de
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Der Türke in Italien (Il turco in Italia) Dramma buffo per musica in zwei Akten
Von: Gioacchino Rossigni
Text:Felice Romani Uraufführung: 4. August 1814 (Mailand, Teatro alla Scala)
Zur Inszenierung der Oper Leipzig:
Premiere: 7. November 09
Musikalische Leitung:
Andreas Schüller / Martin Wettges (6.12., 7.5.) Inszenierung, Bühne: Michiel Dijkema Kostüme: Claudia Damm Choreinstudierung: Stefan Bilz
Prosdocimo: Giulio Mastrototaro Fiorilla: Viktorija Kaminskaite Geronio: Paolo Rumetz Narciso:Timothy Fallon Selim:Giovanni Furlanetto
Zaida: Claudia Huckle / Elena Belkina Albazar: Dan Karlström
Chor der Oper Leipzig Gewandhausorchester
Die Werktreue beim Wort genommen… Michiel Dijkema inszeniert Rossinis „Der Türke in Italien“ („Il turco in Italia“) als Parodie auf die Oper Eine Oper zu hören, ist – zumindest im Idealfall – eine wahre Freude, eine Oper zu schreiben aber, ist häufig schwieriger als man denkt. Seit über vier Jahrhunderten zerbrechen
sich Librettisten und Komponisten darüber den Kopf. Die Suche nach unterhaltsamen Inhalten, musikalischen Einfällen, lebhaften Figuren und einer gehörigen Portion Komik und Tragik inspirierte
sie zu immer neuen Beispielen ihrer Kunst. Doch all diese Ideen bühnenwirksam zu verpacken, so dass man das Publikum unterhält, berührt und darüber hinaus auch noch moralisch erzieht, das war
die eigentliche Herausforderung, an der nicht selten Komponist und Librettist gescheitert sind. Von einer solchen schwierigen Geburt einer neuen Oper erzählt Rossinis Oper Der Türke in
Italien (Il turco in Italia). Was dabei herauskam, ist allerdings alles andere als eine krude Kopfgeburt, sondern eine sprühende Parodie auf den Opernbetrieb. Der Komponist Gioacchino
Rossini nämlich wusste, was es bedeutet das Bühnengeschehen wirkungsvoll mit Musik zu verbinden. Schon in jungen Jahren schrieb er Opern am laufenden Band. Seinen wohl größten Erfolg beim
italienischen Publikum erlangte er 1813 mit der Oper „L’italiana in Algeri“. 1814 bekam er den Auftrag, eine Oper für das Teatro alla Scala in Mailand zu schreiben. Es dauerte nicht lange,
bis ihm und seinem Librettisten Felice Romani eine packende Idee kam. Sie planten eine Parodie auf die Opera buffa. Theater auf dem Theater. Der Dichter Prosdocimo soll ein Libretto
schreiben, aber es fehlt ihm eine zündende Idee. Da eröffnet sich vor seinem geistigen Auge ein äußerst skurriles Figurengefüge: Ein Türke kommt nach Italien und stellt das Liebesleben der
Italiener komplett auf den Kopf. Die launenhafte und unersättliche Fiorilla – obwohl mit Geronio verheiratet und von Dauerliebhaber Narciso umgarnt – kann von erotischen Abenteuern nicht
genug kriegen. Frei nach dem Motto: Schluss mit der Monogamie! In dem soeben angereisten türkischen Fürsten Selim, der das italienische Leben und Lieben kennen lernen möchte, entdeckt sie ein
neues Opfer ihrer Lust. Fiorilla ist von seiner Exotik ebenso hingerissen wie Selim von ihrer. Doch auch Zaide, Selims ehemalige Geliebte, ist hinter dem Fürsten her. Streitigkeiten sind
vorprogrammiert. Zwei kampfbereite Rivalinnen stehen sich gegenüber, während auf der anderen Seite Geronio, Narciso und Selim um Fiorilla streiten. Ein gefundenes Fressen für einen
Librettisten! Die Figuren werden von Eifersucht, Konkurrenzverhalten und ehrlicher Liebe angetrieben, so dass Prosdocimos Opernlibretto von Verwirrungen und Verwechslungen nur so sprudelt.
Doch schon bald hat der Dichter Schwierigkeiten zu unterscheiden, ob er die Figuren im Griff hat oder diese ihn. Um die Opera buffa mit ihrer dramaturgischen Form, ihren Sujets und Figuren
zu parodieren, griffen die Autoren auf den bereits bestehenden Opernstoff von Caterino Mazzolà zurück. Dieser hatte 1788 eine Oper mit dem Titel „Il turco in Italia“ geschrieben. Romani
treibt die Verwirrung noch mehr auf die Spitze, um Rossinis Ensemblekunst Platz zu machen. Rossini gelingt dazu eine Musik ungetrübter Heiterkeit, die oft an das geschäftige Getöse und den
fesselnden Rhythmus einer Maschine erinnert. Dem kann man sich als Hörer nicht entziehen!
Der niederländische Regisseur und Bühnenbildner Michiel Dijkema inszeniert in seinem Debüt an
der Oper Leipzig eine Parodie auf die Parodie. Dabei spielt er in erster Linie historisierend mit der Theatermaschinerie der Rossini-Zeit. Er entwirft dafür den Prototyp einer
„Librettomaschine“, die imaginiert, wie Übertitel zur Uraufführung 1814 hätten aussehen können. Wie Rossini und Romani arbeitet er mit den Mitteln der Commedia dell’arte ebenso wie mit denen
des zeitgenössischen Theaters. Die musikalische Leitung für diesen garantiert heiteren Abend übernimmt Andreas Schüller, der bereits im „Barbier von Sevilla“ dem Gewandhausorchester Rossinis
musikalisches Feuer, seine sprühende Leidenschaft und sein hitziges Temperament entlockte. [© Oper Leipzig]
www.oper-leipzig.de
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