kulturfreak

Oper, Stückeinfo: R

Die Räuber (l Masnadieri)
Melodramma in vier Akten

Von: Giuseppe Verdi
Uraufführung: 22. Juli 1847 (London, Her Majesty’s Theatre)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
30. November 08 (Frankfurter Erstaufführung)
Wiederaufnahme Saison 2010/11: 11. Juni 11

Musikalische Leitung: Zsolt Hamar / Yuval Zorn / Henrik Nánási
Regie: Benedikt von Peter
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Caterina Panti Liberovici
Bühnenbild: Annette Kurz
Kostüme:
Ursula Renzenbrink
Dramaturgie: Benjamin von Blomberg, Malte Krasting
Licht: Olaf Winter
Chor: Matthias Köhler

Mitwirkende:
Amalia, Waise, Nichte des Grafen:
Olga Mykytenko /
Olga Mykytenko
Massimiliano, Graf von Moor, Regent: Magnus Baldvinsson / Magnus Baldvinsson
Carlo, sein ältester Sohn: Alfred Kim / Alfred Kim
Francesco, sein jüngerer Sohn: Ashley Holland / Aris Argiris / Aris Argiris / Mikael Babajanyan
Arminio, Kammerherr: Michael McCown / Peter Marsh / Michael McCown
Moser: Magnus Baldvinsson / Magnus Baldvinsson
Rolla: Hans-Jürgen Lazar / Hans-Jürgen Lazar
u.a.

grün = Wiederaufnahme Saison 200/11

Besprechung auf kulturfreak.de

Zur Wiederaufnahme im Juni 2011:
Die Räuber (I Masnadieri) von Giuseppe Verdi (1813-1901), vertont 1847 nach Friedrich Schillers Schauspiel, feierten ihre Frankfurter Erstaufführung am 30. November 2008. Die fünfte Premiere der Spielzeit 2008/09 stand seinerzeit unter den unglücklichen Vorzeichen eines Orchesterstreiks und konnte nur durch den beherzten, stark akklamierten Einsatz zweier Korrepetitoren am Flügel gerettet werden. Dies tat dem Erfolg der unkonventionellen Produktion jedoch keinen Abbruch, glaubt man dem begeisterten Rezensenten eines internationalen Opernmagazins: „An die Ästhetik des Hässlichen des ‚compositore rozzo’, des bewusst ungehobelten frühen Verdi, knüpft der junge Regisseur Benedikt von Peter in seiner großartigen Frankfurter Inszenierung an. (...) Die gleichermaßen genaue wie präzis stilisierte Personenregie schiebt die Protagonisten wie auf einem Schachbrett hin und her. (...) Das Vertrauen der Frankfurter Opernintendanz in Verdis Masnadieri wie in Benedikt von Peter jedenfalls wurde reichlich belohnt. Großer, selbst für die Regie fast unwidersprochener Beifall.“ Nun wird die Produktion zum ersten Mal wiederaufgenommen.

Lediglich eine Neubesetzung weist die Wiederaufnahme auf: Am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters steht diesmal Henrik Nánási, der bis 2010 Erster Kapellmeister und stellvertretender Chefdirigent am Gärtnerplatztheater in München war. Ab 1. August 2012 wird er an der Komischen Oper Berlin die Position des Generalmusikdirektors bekleiden. 2008/09 debütierte er in Frankfurt mit Puccinis La Bohème. Angeführt von Olga Mykytenko (Amalia), Magnús Baldvinsson (Massimiliano / Moser), Alfred Kim (Carlo) und Aris Argiris (Francesco) haben alle weiteren Sänger ihre Partien bereits 2008/09 in der ersten Vorstellungsserie verkörpert. Aris Argiris alternierte seinerzeit mit dem erstbesetzten Ashley Holland. In dieser Saison hingegen singt am 23. Juni 2011 erstmals der armenische Bariton Mikael Babajanyan vom Aalto-Musiktheater Essen anstatt Aris Argiris die Partie des Francesco. [© Oper Frankfurt]

Zur Neuinszenierung vom November 2008:
Die Räuber (l Masnadieri) von Giuseppe Verdi (1813-1901) ist neben Giovanna d'Arco (nach Die Jungfrau von Orleans) von 1845 dessen zweite Vertonung eines Dramenstoffes von Friedrich Schiller (1759-1805), der später noch Luisa Miller (nach Kabale und Liebe) und Don Carlo folgten. Die Komposition der Räuber in der zweiten Hälfte der 1840er Jahre fällt mit dem Ende von Verdis „Galeerenjahren" zusammen. Damit entstand das Werk in einer Phase künstlerischer Neuorientierung - ein ästhetischer Umbruch, bei dem er anstrebte, seine eigene kompositorische Stimme genauer zu fokussieren, wie er es besonders im gleichzeitig entstandenen Macbeth tat. Zwar verwendet Verdi in den Räubern über weite Strecken noch konventioneile Formmodelle, aber zumindest in den Finali findet er schon zu einer individuelleren musikalischen Gestaltung, die in die Zukunft weist. Das Libretto schrieb der Schiller-Kenner und -Übersetzer Andrea Maffei, der dabei die politischen Aspekte der Vortage zugunsten der Schilderung der privaten Familien- und Liebesgeschichte eliminierte. Die Oper wurde 1847 an Her Majesty's Theatre in London unter der musikalischen Leitung des Komponisten uraufgeführt. Vom Publikum bejubelt, fiel das Werk allerdings bei der Presse durch. Erfolgreicher hingegen waren die sich anschließenden Aufführungen in Italien. In Deutschland wurde die Oper nie wirklich heimisch - tatsächlich handelt es sich bei dieser Produktion um die Frankfurter Erstaufführung!

Zum Inhalt: Der alte Graf von Moor hat zwei Söhne, den älteren Carlo und den jüngeren Francesco. Dieser versucht mittels einer Intrige, den Bruder um sein Liebesglück mit Amalia zu bringen und dem Vater zu entfremden, um selbst an die Macht zu gelangen. Carlo, der inzwischen verstoßen und Anführer einer Räuberbande geworden ist, durchschaut die Verhältnisse, kann sie aber nicht aufklären, ohne sich selbst zu diskreditieren. Verzweifelt tötet er die Geliebte und übergibt sich selbst dem Gesetz.

Zsolt Hamar ist seit 2000 Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Pannon Philharmonie Orchestra im südungarischen Pecs. Im Rahmen seiner internationalen Gastiertätigkeit ist er vor allem dem Opernhaus Zürich verbunden. Mit ihm alterniert Kapellmeister Yuval Zorn. Der junge Regisseur Benedikt von Peter war Assistent und Mitarbeiter bei Luca Ronconi, Peter Mussbach und Christof Loy und eröffnete u.a. 2006 die Spielzeit am Theater Heidelberg mit Zenders Chief Joseph, wofür er den Götz-Friedrich-Preis für Opemregie erhielt. 2007/08 inszenierte er Handels Theseus an der Komischen Oper Berlin sowie Tschaikowskis Eugen Onegin in Heidelberg. Die ukrainische Sopranistin Olga Mykytenko (Amalia) gastierte 2007 als Lauretta in Puccinis Gianni Schicchi an der Metropolitan Opera in New York. Weitere Aufgaben führten sie nach München, Berlin, Hamburg, Stockholm und Rom. Ensemblemitglied am Hessischen Staatstheater ist der südkoreanische Tenor Alfred Kim (Carlo). Der englische Bassbariton Ashley Holland (Francesco) war und ist in Frankfurt mit der Titelpartie von Glanerts Caligula sowie kürzlich in Pintschers L'espace demierzu erleben. In weiteren Partien sind Ensemblemitglieder der Oper Frankfurt besetzt. (© Oper Frankfurt)

www.oper-frankfurt.de

The Rake’s Progress
Oper in drei Akten

Von: Igor Strawinsky (1882-1971)
Libretto: Wystan Hugh Auden und Chester Simon Kallman
Uraufführung: 11. September 1951, Teatro La Fenice, Venedig

Zur Inszenierung des Oldenburgischen Staatstheaters:

Premiere:
31. Mai 13

Musikalische Leitung: Thomas Dorsch
Inszenierung: Markus Bothe
Bühne: Ricarda Beilharz
Kostüme: Justina Klimczyk
Chor: Paul-Johannes Kirschner
Dramaturgie: Lars Gebhardt

Besetzung:

Trulove:
Benjamin LeClair
Ann Trulove: Mareke Freudenberg
Tom Rakewell: Stefan Heibach
Nick Shadow: Peter Felix Bauer
Mother Goose: Annekathrin Kupke / Ks. Marcia Parks
Baba, the Turk: Geneviève King
Sellem: Ziad Nehme
Keeper: Anthony Gardner

Opernchor des Oldenburgischen Staatstheaters
Oldenburgisches Staatsorchester

Der Teufel ließ ihn nie los. Immer wieder und in unterschiedlichen Formen setzte sich Igor Strawinsky in seinem Schaffen mit dem faustischen Motiv vom Teufelspakt auseinander, wie etwa in Die Geschichte vom Soldaten. Für The Rake’s Progress wurde Strawinsky von Kupferstichen William Hogarths inspiriert, die in Deutschland durch Georg Christoph Lichtenbergs Erklärungen von 1796 bekannt wurden: Der junge Tom Rakewell könnte eigentlich ein bescheidenes Leben mit seiner Freundin Ann Trulove und deren Vater führen, doch in Gestalt des diabolischen Nick Shadow strömt der Duft der weiten Welt und damit auch die Versuchung ins Haus. Tom bricht nach London auf, wo er von Shadow, dem Teufel, immer tiefer ins Verderben gerissen wird. Er vergisst seine geliebte Ann, treibt sich in Bordellen herum und verliert sein ganzes Geld. Zwar gewinnt er im Kartenspiel gegen den Teufel, verfällt aber dem Wahnsinn und landet schließlich im Irrenhaus.

Anspielungen an Urmotive der Oper, das Spiel mit Ironie und Parodie und absurde Figuren – wie die bärtige Türkenbaba, Toms spätere Ehefrau – machen The Rake’s Progress zu einem schillernden Stück lebendiger Operngeschichte. Diese Oper ist eine Hommage an Mozart und die klassische Periode: Strawinsky beschränkte sich auf die Orchesterbesetzung von Mozarts Così fan tutte und komponierte Rezitative, Arien und Ensembles, die den Geist des ausgehenden 18. Jahrhunderts atmen, ohne das 20. Jahrhundert zu verleugnen. In W. H. Auden und Chester S. Kallman fand er zwei kongeniale Librettisten, die auch mit Komponisten wie Benjamin Britten und Hans Werner Henze zusammengearbeitet haben und die perfekte Balance zwischen historischem Ton, Travestie und subtilen Anspielungen trafen.

Regisseur Markus Bothe, der unter anderem am Schauspielhaus Hamburg, am Schauspiel Frankfurt, den Staatsopern in Hannover und Stuttgart und an der Deutschen Oper Berlin inszenierte, wird sich mit dieser Arbeit dem Oldenburger Publikum vorstellen. [© Oldenburgisches Staatstheater]

weitere Vorstellungen: Fr 7., Mi 12. und Do 20. Juni
Wiederaufnahme: Sa 7. Dezember 2013

www.staatstheater.de

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
20. Mai 12

Musikalische Leitung: Constantinos Carydis
Regie:
Axel Weidauer
Bühnenbild:
Moritz Nitsche
Kostüme:
Berit Mohr
Licht:
Joachim Klein
Dramaturgie:
Agnes Eggers
Chor:
Matthias Köhler

Trulove:
Alfred Reiter
Ann Trulove:
Brenda Rae
Tom Rakewell:
Paul Appleby
Nick Shadow:
Simon Bailey
Mother Goose:
Barbara Zechmeister
Baba the Turk:
Paula Murrihy
Sellem:
Peter Marsh
Keeper of the madhouse:
Vuyani Mlinde

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Besprechung auf kulturfreak.de

1939 übersiedelte Igor Strawinsky (1882-1971) nach Amerika und trug sich seither mit Plänen zur Komposition einer englischsprachigen Oper, die sich erst acht Jahre später konkretisierten. Ausgelöst durch den Besuch einer Ausstellung des im 18. Jahrhundert entstandenen achtteiligen Kupferstich-Zyklus’ A Rake’s Progress von William Hogarth 1947 in Chicago – Hogarths Bilderfolge beleuchtet satirisch das gesellschaftliche Leben Londons seiner Zeit, Schauplätze sind die Casinos, Bordelle und die Irrenhäuser der Hauptstadt – setzte sich Strawinsky erneut mit diesem Projekt auseinander. Der Schriftsteller Wystan Hugh Auden, der durch seine Zusammenarbeit mit Benjamin Britten entsprechende Erfahrung gesammelt hatte, verfasste zusammen mit Chester Simon Kallman das Libretto. Strawinsky hingegen suchte und fand seine musikalischen Vorbilder in den Werken des 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Hier waren es vor allem die Arbeiten Händels und Mozarts sowie italienischer Tonsetzer wie Rossini und Bellini, die den Kurs vorgaben. So entstand eine Nummernoper im Geiste der „alten Meister“, von Strawinsky in seinem persönlichen, modernen Stil eingerichtet. Das Werk markiert für die Musikwissenschaft den Abschluss der neoklassizistischen Schaffensphase des Komponisten. Die Uraufführung fand 1951 unter der Musikalischen Leitung Strawinskys und mit Elisabeth Schwarzkopf in der weiblichen Hauptpartie als Gastspiel der Mailänder Scala in Venedig statt, danach wurde das Werk rasch an den Bühnen der Welt nachgespielt. Letzte Frankfurter Inszenierungen von Strawinskys Dreiakter besorgten Harry Buckwitz (1958), Peter Lehmann (1972) und zuletzt Karl Kneidl in seinem eigenen Bühnenbild (1983).

Zum Inhalt: Tom Rakewell schlägt das Angebot seines zukünftigen Schwiegervaters Trulove aus, ihm eine sichere Stellung zu beschaffen und damit die baldige Hochzeit mit seiner Tochter Ann zu ermöglichen. Obwohl er Ann aufrichtig liebt, lockt Tom die Aussicht auf Geld und Freiheit in die Großstadt London. Begleitet wird er von dem mysteriösen Nick Shadow, der sich ihm als Diener anbietet und von einer Erbschaft erzählt, die ein verstorbener Onkel Toms hinterlassen habe. Der zurückbleibenden Ann verspricht Rakewell, sie baldmöglichst nachzuholen. In London gibt sich Tom hemmungslos allen sich bietenden Genüssen hin, findet jedoch keine Erfüllung. Er verheiratet sich sogar mit der weiblichen Jahrmarktsattraktion Baba the Turk, um damit seine Unabhängigkeit von allen bürgerlichen Vorstellungen zu beweisen. Ann ist nach London gereist, um ihrem Verlobten beizustehen, muss aber erkennen, dass ihr Bemühen erfolglos bleibt. Durch dubiose Geschäfte verliert Tom sein ganzes Geld, seine restliche Habe wird versteigert. Da fordert Shadow seinen Lohn für die erwiesenen Dienste: Toms Seele. Dieser erhält noch eine letzte Chance, sich durch den Gewinn beim Kartenspiel zu retten. Die unerschütterliche Liebe Anns lässt Tom tatsächlich wie durch Zauberei gewinnen, doch bevor Shadow verschwindet, lässt er Tom dem Wahnsinn anheim fallen. Im Irrenhaus erscheint Ann ein letztes Mal. Tom hält sich für Adonis und die Geliebte für Venus, dann schläft er ein. Ann versichert ihm ihre fortwährende Treue, folgt aber trotzdem dem Vater zurück nach Hause. Dem erwachten Tom bricht das Herz. Im Epilog treten alle Protagonisten nochmals auf und ermahnen die Zuschauer, dass Faulheit und Eitelkeit den Menschen anfällig machen für den Teufel.

Die musikalische Leitung dieser Neuproduktion liegt bei Constantinos Carydis, der 2010/11 in Frankfurt einen überragenden Erfolg mit dem aus Purcells Dido and Aeneas und Bartóks Herzog Blaubarts Burg bestehenden Opern-Doppel feiern konnte. Axel Weidauer war von 2001 bis 2008 als Spielleiter an der Oper Frankfurt engagiert und ist mittlerweile als freischaffender Regisseur tätig. Aufmerksamkeit erregte er hier zuletzt 2007/08 mit Die Ausflüge des Herrn Brouček, seiner ersten Regiearbeit im Opernhaus. Frankfurt-Debütant Paul Appleby (Tom Rakewell) befindet sich im dritten Jahr seines Lindemann- Stipendiums an der New Yorker Metropolitan Opera, wo er kürzlich als Demetrius in dem Barockpasticcio The Enchanted Island auftrat. Angeführt von Brenda Rae (Ann Trulove) und Simon Bailey (Nick Shadow) sind alle übrigen Partien mit Mitgliedern des Ensembles der Oper Frankfurt besetzt. [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Das Rheingold
Der Ring des Nibelungen / Vorabend: Das Rheingold
Ein Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend

Musik & Libretto: Richard Wagner
Uraufführung: 22. September 1869 (München, Königliches Hof- und Nationaltheater)

Ort: In der Tiefe des Rheines - Freie Gegend auf Bergeshöhen, am Rhein gelegen - Die unterirdischen Klüfte Nibelheims
Zeit: Mythische Vorzeit

Das Rheingold bildet zusammen mit „Die Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“ die Tetralogie „
Der Ring des Nibelungen“.

Zur Inszenierung der Oper Leipzig:

Premiere:
4. Mai 13

Musikalische Leitung: Ulf Schirmer
Inszenierung: Rosamund Gilmore
Bühne: Carl Friedrich Oberle
Kostüme: Nicola Reichert
Dramaturgie: Christian Geltinger

Besetzung:

Wotan:
Tuomas Pursio
Donner: Michael Kraus
Froh: James Allen Smith
Loge: Thomas Mohr
Fasolt: Stephan Klemm
Fafner: James Moellenhoff
Alberich: Jürgen Linn
Mime: Dan Karlström
Fricka: Karin Lovelius
Freia: Sandra Trattnigg
Erda: Nicole Piccolomini
Woglinde: Eun Yee You
Wellgunde: Kathrin Göring
Flosshilde: Sandra Janke

Tänzer: Elodie Lavoignat, Sandra Lommerzheim, Ziv Frenkel, Jochen Vogel

Gewandhausorchester

Das Rheingold
Oper Leipzig
Wotan (Tuomas Pursio) & Fricka (Karin Lovelius)
Foto: Tom Schulze

Nach vierzig Jahren ist der szenische „Ring des Nibelungen“ in der Geburtsstadt des Komponisten für die Oper wie auch die Stadt Leipzig, die mit dem ersten szenischen „Ring“ außerhalb Bayreuths und dem legendären Herz-„Ring“ Geschichte geschrieben haben, ein ganz besonderes Ereignis im Jubiläumsjahr 2013.

Im Vorabend zum Bühnenfestspiel werden alle Themen exponiert, die in den darauf folgenden drei Werken die beziehungsreichen Geschicke von Göttern und Menschen bestimmen: vom Urzustand der Natur über die im Verfall begriffene Welt der Götter, dem Wunsch nach dem großen Helden der Zukunft, bis hin zum Einbruch der menschlichen Zivilisation in die mystisch-märchenhafte Welt. Neben den bestimmenden Polen Liebe und Macht in Wagners Tetralogie, dreht sich am Ende alles um den Besitz eines Rings, der die Weltherrschaft verleiht.

Durch die karikaturistische Darstellung der einzelnen Figuren, erhält das Vorspiel zum „Ring des Nibelungen“ eine Leichtigkeit, die das „Rheingold“ über weite Strecken als eine komödiantische Spieloper erscheinen lässt. Die Geschichte von ihrer Erdenschwere zu befreien, ohne dabei die Ernsthaftigkeit der schicksalhaften Verstrickungen dieses Weltendramas zu verleugnen, das ist auch das Ziel von Rosamund Gilmore. Die britische Regisseurin versucht aus dem göttlichen Figurenpersonal menschliche Charaktere zu formen.

In den Partien Wotan und Fricka werden die Ensemblemitglieder Tuomas Pursio und Karin Lovelius zu erleben sein. Jürgen Linn wird als Alberich auf der Leipziger Bühne stehen. Ein Wiedersehen nach der umjubelten konzertanten Aufführung des „Rheingolds“ im Jahre 2010 gibt es mit Thomas Mohr als Loge und Ensemblemitglied Dan Karlström als Mime. Die musikalische Leitung des Gewandhausorchesters übernimmt Intendant und Generalmusikdirektor Prof. Ulf Schirmer. [© Oper Leipzig]

Karten für die Premiere und die Vorstellungen am 18. Mai, 08. & 16. Juni gibt es an der Kasse im Opernhaus, unter Tel: 0341 – 12 61 261 (Mo – Sa 10.00 – 19.00), per E-Mail: service@oper-leipzig.de oder im Internet unter
www.oper-leipzig.de

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
2. Mai 10

Musikalische Leitung: Sebastian Weigle
Regie:
Vera Nemirova
Bühnenbild:
Jens Kilian
Kostüme:
Ingeborg Bernerth
Dramaturgie:
Malte Krasting
Licht:
Olaf Winter

Wotan:
Terje Stensvold
Donner:
Dietrich Volle
Froh:
Richard Cox
Loge:
Kurt Streit
Alberich:
Jochen Schmeckenbecher
Mime:
Hans-Jürgen Lazar
Fasolt:
Alfred Reiter
Fafner:
Magnus Baldvinsson
Fricka:
Martina Dike
Freia:
Barbara Zechmeister
Erda:
Meredith Arwardy
Woglinde:
Britta Stallmeister
Wellgunde:
Jenny Carlstedt
Floßhilde:
Katharina Magiera

Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Besprechung auf kulturfreak.de

Als Richard Wagner (1813-1883) im März 1852 den Prosaentwurf des Rheingolds verfasste, hatte er sein Heldenepos bereits in den innerhalb des Ring des Nibelungen nachfolgenden Werken – Die Walküre, Siegfried und Götterdämmerung – verarbeitet. Dabei beschäftigte er sich seit 1846 zunächst mit Siegfrieds Tod, erkannte im Laufe dieser Schaffensphase jedoch, dass sich seine in der Götterdämmerung endende Tragödie nur mit deren Vorgeschichte erzählen ließ. Somit entstand Das Rheingold als Vorabend zu den drei Tagen. Obwohl bereits zwei Jahre später die fertige Partitur existierte, dauerte es weitere 20 Jahre, bis Wagner sein Gesamtwerk vollendete, welches 1876 seine erste zyklische Gesamtaufführung bei den speziell dafür gegründeten Bayreuther Festspielen erlebte. Die Uraufführung des Rheingold hingegen erfolgte bereits am 22. September 1869 in München – gegen den Willen Wagners und auf Wunsch seines Gönners König Ludwig II. von Bayern.

Zum Inhalt: Am Beginn ruht das Rheingold, bewacht durch die drei Rheintöchter, auf dem Grund des Flusses. Der Zwerg Alberich muss der Liebe entsagen, um den Schatz rauben zu können. Aus dem Gold schmiedet er sich einen Ring, der ihm die Macht verleiht, die Welt zu beherrschen. Derweil entdeckt Göttervater Wotan den Raub des Goldes. Er hatte seinerzeit den Riesen Fasolt und Fafner für den Bau der Burg Walhall die Jugendgöttin Freia als Lohn versprochen, ohne diesen wirklich zahlen zu wollen. Der Feuergott Loge versucht, den beiden eine andere Belohnung anzubieten und macht sie auf den Schatz aufmerksam. Sie willigen in den Tausch ein und wollen Freia ziehen lassen, sobald sie das Gold erhalten haben. Wotan und Loge steigen nach Nibelheim hinab und überlisten dort Alberich, indem sie ihn dazu verleiten, sich mit Hilfe des von seinem Bruder Mime geschmiedeten Tarnhelms in eine Kröte zu verwandeln. Daraufhin wird Alberich von den Göttern gefangengenommen und nur unter Herausgabe des Schatzes wieder freigelassen. Von dem Ring möchte sich der Zwerg jedoch trotzdem nicht trennen. Als Alberich aber seine aussichtslose Lage erkennt, verflucht er den Reif. Die Macht der Verwünschung wird sogleich ersichtlich: Die Riesen geraten über die Teilung des Schatzes in Streit und Fafner erschlägt seinen Bruder. Zuletzt warnt Erdenmutter Erda Wotan vor der Götterdämmerung.

Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Sebastian Weigle singen in der Regie von Vera Nemirova, die 2006/07 mit Wagners Tannhäuser an der Oper Frankfurt debütierte, Ensemblemitglieder der Oper Frankfurt und Gäste, darunter in Frankfurt hochgeschätzte Künstler wie Terje Stensvold (Wotan) und Kurt Streit (Loge) sowie „Neu -Frankfurter“ wie Jochen Schmeckenbecher (Alberich).  [© Oper Frankfurt]

Weitere Vorstellungen: 7., 15., 22. Mai, 3. (15.30 Uhr; mit kostenloser Kinderbetreuung), 6., 12. Juni 2010
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 12 bis 130 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr (außer an der Vorverkaufs- und Abendkasse der Oper Frankfurt)
Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 oder online unter
www.oper-frankfurt.de erhältlich. Bei Buchung von Vorstellungen bis 4 Wochen vor dem Aufführungstermin gibt es einen Frühbucherrabatt von 10% auf die oben angegebenen Preise, die Premiere ausgenommen.

Die geplanten Premierentermine für die weiteren Teile des Rings:

Die Walküre:
Sonntag, 31. Oktober 2010
Siegfried: Sonntag, 30. Oktober 2011
Götterdämmerung: Sonntag, 29. Januar 2012

Im Juni 2012 sind zwei
RING-Zyklen geplant.

www.oper-frankfurt.de

Zur Inszenierung des Nationaltheater Weimar:

Premiere:
15. Juli 06

Musikalische Leitung: Carl St. Clair
Inszenierung: Michael Schulz
Dramaturgie: Wolfgang Willaschek
Bühne: Dirk Becker
Kostüme: Renée Listerdal


Besetzung:

GÖTTER:
Wotan (Bariton):
Mario Hoff
Donner (Bariton): Alexander Günther/ Jens Söndergaard
Froh (Tenor): Jean-Noel Briend
Loge (Tenor): Erin Caves, Axel Mendrok

GÖTTINNEN:
Fricka (Mezzosopran):
Christine Hansmann
Freia (Sopran): Catherine Foster/ Marietta Zumbült
Erda (Alt): Alexandra Kloose / Nadine Weissmann

NIBELUNGEN:
Alberich (Bariton):
Tomas Möwes
Mime (Tenor): Frieder Aurich/ Günter Moderegger

RIESEN:
Fasolt (Bass):
Renatus Mészár
Fafner (Bass): Hidekazu Tsumaya

DIE RHEINTÖCHTER:
Woglinde (Sopran):
Silona Michel
Wellgunde (Mezzosopran): Susann Günther / Marietta Zumbült
Flosshilde (Alt): Christiane Bassek

Staatskapelle Weimar

www.nationaltheater-weimar.de

Richard Wagner - Wie ich Welt wurde
Eine wahre Fantasie in zwei Akten mit Musik aus dem Werk von Richard Wagner

Von: Hans Neuenfels
Koproduktion des Schauspielhauses Zürich und des Opernhauses Zürich im Rahmen der Festspiele Zürich

Uraufführung: 14. Juni 13 (Zürich, Schiffbau/Halle)

Zur Koproduktion des Schauspielhauses Zürich und des Opernhauses Zürich im Rahmen der Festspiele Zürich:

Premiere:
14. Juni 13

Regie: Hans Neuenfels
Musikalische Leitung: Arno Waschk
Bühne: Stefan Mayer
Kostüme: Elina Schnizler
Licht: Markus Keusch
Dramaturgie: Henry Arnold

Besetzung:

Richard Wagner:
Robert Hunger-Bühler
Cosima/Mathilde Wesendonck: Elisabeth Trissenaar
Otto Wesendonck: Jean-Pierre Cornu
Charles Baudelaire: Ludwig Boettger
Gottfried Keller: Siggi Schwientek
Ludwig II.: Samuel Braun
Karl Ritter: Gottfried Breitfuss
Sopran: Catherine Naglestad
Sopran: Herdís Anna Jónasdóttir
Mezzosopran: Olivia Vote
Alt: Kismara Pessatti
Tenor: Kor-Jan Dusseljee
Tenor: Jan Rusko
Bassbariton: Tomasz Rudnicki

Instrumentalensemble des Opernhauses Zürich
Statistenverein am Opernhaus Zürich

Ein Jahr vor seinem Tod macht Richard Wagner mit seiner Frau Cosima auf der letzten Reise nach Venedig noch einmal Station in Zürich, wo er neun Jahre seines Lebens verbracht hat und viele seiner wichtigsten Werke entstanden sind. Ein Erinnerungsfieber erfasst den Komponisten. Es begegnen ihm bedeutende Figuren seines Lebens, reale und surreale, tote und lebendige. Richard trifft auf seine Geliebte Mathilde und ihren Mann Otto Wesendonck. Er trinkt mit seinem Schweizer Weggefährten Karl Ritter, tanzt mit dem Schriftsteller Gottfried Keller, parliert mit dem toten französischen Dichter Charles Baudelaire. Aber nicht nur Menschen treten dem Komponisten in dieser Fieberfantasie vor Augen. Auch Musik nimmt, umglüht vom Schweizer Alpenpanorama, Gestalt an: Arien, Lieder, Szenen, instrumentale Passagen aus den Bühnenwerken des Alten …

Zürich ist im Leben Wagners der Ort der künstlerischen Gärungs- und Klärungsprozesse und des im kleinen äusseren Rahmen musikdramatisch gross Gedachten. Aufwendige Aufführungen eigener Opern hat Wagner allerdings in Zürich nicht erlebt. Die Festspiele Zürich haben deshalb beschlossen, den 200. Geburtstag des Komponisten nicht mit repräsentativen Aufführungen seiner Werke zu würdigen, sondern mit einer Produktion, die den Suchbewegungen und der Lust an formaler Grenzüberschreitung in Wagners Zürcher Zeit Rechnung trägt und mehr Wagnerreflexion sein will als Jubiläumsgala. So hat Hans Neuenfels mit RICHARD WAGNER – WIE ICH WELT WURDE ein Musik-Theater-Stück für Schauspieler, Sänger und kleines Orchester geschrieben, das am 14. Juni als Koproduktion des Schauspielhauses Zürich mit dem Opernhaus Zürich zur Eröffnung der Festspiele Zürich im Schiffbau zur Uraufführung kommt.

In der Produktion ist mit der Amerikanerin Catherine Naglestad eine der der international profiliertesten (Wagner-)Sopranistinnen zu hören. Der Schauspieler Robert Hunger-Bühler ist Richard Wagner, Elisabeth Trissenaar ist Cosima Wagner und Mathilde Wesendonck. Die musikalische Leitung und das Arrangement übernimmt der Berliner Komponist, Dirigent und Pianist Arno Waschk.

Als Richard Wagner 1849 in Zürich ankam, war er ein steckbrieflich gesuchter politischer Flüchtling und gescheiterter Revolutionär. Als er der Stadt neun Jahre später wieder den Rücken kehrte, geschah das ebenso fluchtartig wie bei seiner Ankunft, aber nicht mehr aus politischen, sondern aus privaten Gründen: Er brach nach Venedig auf, um eine gescheiterte Ehe und die aufgeflogene Liebesaffäre mit Mathilde Wesendonck hinter sich zu lassen. Dazwischen liegt seine produktivste Lebensphase.
Richard Wagner hat in Zürich seine Kunstschriften zu Papier gebracht, „Tristan und Isolde“ komponiert, den „Ring des Nibelungen“ konzipiert und grosse Teile davon komponiert. Er entwickelte in dieser Zeit die für sein Schaffen zentralen Ideen zum Musikdrama und zum Gesamtkunstwerk, auch der Festspielgedanke keimte. Er las Schopenhauer, pflegte inspirierende Künstlerfreundschaften mit Franz Liszt, Georg Herwegh, Gottfried Keller und vielen anderen.

Biographisch sind die Zürcher Jahre geprägt von finanziellen Nöten und lokalen Erfolgen, Emigranteneinsamkeit, Kreativitätsschüben und der heftigen Liebe zu Mathilde.

Hans Neuenfels , in Krefeld geborener Regisseur, Filmemacher und Schriftsteller, erhielt seine Schauspiel- und Regieausbildung in Wien am Max-Reinhardt-Seminar. Den Surrealisten Max Ernst, als dessen Sekretär er arbeitete, nennt er seinen „geistigen Vater“. Wichtige Stationen nach Heidelberg waren das Stuttgarter Staatstheater und das Schauspiel Frankfurt. Von 1986 bis 1990 war Hans Neuenfels Intendant der Freien Volksbühne in Berlin. Neben seiner Theaterarbeit drehte er auch Filme über Kleist, Musil, Genet und Strindberg. 1992 erschien sein autobiographischer Roman „Isaakaros“. Seit 1974 führt er Opernregie.
Herausragende Arbeiten waren u.a. Verdis „Il Trovatore“ in Nürnberg und Berlin; Verdis „Macbeth“ und „Aida“ in Frankfurt; „Die Macht des Schicksals“, „Rigoletto“ und Zimmermanns „Die Soldaten“ an der Deutschen Oper Berlin; die Uraufführung von Adriana Hölszkys „Die Wände“ bei den Wiener Festwochen; an der Volksoper Wien „Der König Kandaules“ von Alexander von Zemlinsky und an der Wiener Staatsoper Giacomo Meyerbeers „Le prophète“.
In Stuttgart brachte er eine Inszenierung der „Entführung aus dem Serail“ heraus, die 1998 zur Aufführung des Jahres gekürt wurde. Am Deutschen Theater Berlin inszenierte er Shakespeares „Titus Andronicus“ und Strindbergs „Totentanz“. Mit der Inszenierung von Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“ legte Hans Neuenfels 2004 seine erste Arbeit an der Komischen Oper Berlin vor. In der Spielzeit 2006/07 setzte er „Die Zauberflöte“ in Szene, ausserdem wurde in Koproduktion mit der RuhrTriennale sein Stück „Schumann, Schubert und der Schnee“ in der Arena Berlin aufgeführt. 2010 feierte mit der Neuproduktion von Wagners „Lohengrin“ bei den Bayreuther Festspielen einen seiner grössten Inszenierungserfolge. Zuletzt inszenierte er im Herbst 2012 Mozarts „La Finta Gardiniera“ an der Staatsoper Berlin.
Hans Neuenfels ist Mitglied der Akademie der Künste und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. 2005 und 2008 wurde er zum „Opernregisseur des Jahres“ gewählt. 2009 erschienen seine Essays unter dem Titel „Wie viel Musik braucht der Mensch“. Im Sommer 2011 folgte mit „Das Bastardbuch“ seine vielbeachtete Autobiographie. [© Schauspielhaus Zürich]

Weitere Vorstellungen im Schiffbau/Halle: 16. Juni, 19 Uhr, 18./ 20./ 22./ 25./ 27./ 29. Juni, jeweils 20 Uhr

www.schauspielhaus.ch www.opernhaus.ch www.festspiele-zuerich.ch

Rienzi, der Letzte der Tribunen
Große tragische Oper in fünf Akten

Von: Richard Wagner
Text: vom Komponisten (nach dem gleichnamigen Roman von Edward Bulwer-Lytton)
Uraufführung: 30. Oktober 1842 (Dresden, Königlich Sächsisches Hoftheater)

Zur konzertanten Aufführung der Oper Frankfurt in der Alten Oper Frankfurt:
Koproduktion mit der Alten Oper Frankfurt

Aufführungen: Freitag, 17. und Mo. 20. Mai 13 (jeweils 18.00 Uhr)

Musikalische Leitung: Sebastian Weigle
Chor: Matthias Köhler

Besetzung:

Rienzi:
Peter Bronder
Irene: Christiane Libor
Steffano Colonna: Falk Struckmann
Adriano: Claudia Mahnke
Paolo Orsini: Daniel Schmutzhard
Raimondo: Alfred Reiter
Baroncelli: Beau Gibson
Cecco del Vecchio: Peter Felix Bauer

Weitere Vorstellung: 20. Mai 2013, 18.00 Uhr

Besprechung auf kulturfreak.de

Eine der beiden konzertanten Produktionen der Oper Frankfurt in Kooperation mit der Alten Oper war während der letzten beiden Spielzeiten dem Frühwerk von Richard Wagner (1813-1883) gewidmet, dessen 200. Geburtstag die Oper Frankfurt in diesem Jahr mit Aufführungen des Ring sowie des Lohengrin feiert. Nun wird nach Die Feen (2011) und Das Liebesverbot (2012) die Reihe mit Rienzi komplettiert und zusammen mit dem Münchner Label OehmsClassics erneut auf CD mitgeschnitten.
Rienzi sei „Meyerbeers ‚beste’ Oper“. Dieses Hans von Bülow zugeschriebene Bonmot trifft nur zum Teil zu. Zwar hat Richard Wagner mit seinem dritten vollendeten Werk für das Musiktheater dem Stil der Grand Opéra Meyerbeers nachgeeifert – sicherlich auch in der Absicht, diese spektakuläre Form mit den typischen Merkmalen wie Balletten und Tableaux sogar noch zu überbieten –, doch finden sich darin ebenso Anklänge an die Werke Spontinis, Halévys, Aubers und Bellinis sowie an Rossinis Guillaume Tell. Diese Nähe liegt sicherlich darin begründet, dass Wagner seine neueste Oper anfangs gerne – da Berlin „aus dem Rennen“ war – in Paris, dem damaligen Zentrum der Musikwelt, uraufgeführt sehen wollte. Als diese Versuche scheiterten, kam es nach einer Empfehlung Meyerbeers, den Wagner 1839 auf seiner abenteuerlichen Reise von Riga nach Paris kennenlernte, am 20. Oktober 1842 zur Uraufführung des Rienzi am Neuen Königlichen Hoftheater Dresden, wohin Wagner später als Kapellmeister berufen werden sollte. Das Libretto, welches der Komponist schon damals selbst verfasst hatte, geht auf einen Roman des englischen Schriftstellers Edward Bulwer-Lytton zurück, der dem Komponisten in deutscher Übersetzung vorlag. Rienzi gilt als eines von Wagners längsten Werken, doch wird in Frankfurt eine Strichfassung von Generalmusikdirektor Sebastian Weigle erklingen, die dieser seinerzeit für das Liceu in Barcelona erstellt und nun für Frankfurt neu eingerichtet hat. Damit ist das Werk nach einer konzertanten Aufführung 1991 unter dem Dirigat von Christopher Keene erstmals wieder in Frankfurt zu hören.

Die Handlung spielt um 1350 in Rom: Als der Sitz des Papstes nach Avignon verlegt wird, nutzt der päpstliche Notar Cola di Rienzi die Streitigkeiten unter den Patrizierfamilien für seine eigenen Karrierepläne, indem er sich beim Volk als angeblicher Friedenstifter beliebt macht. Gleichzeitig sichert er sich die Unterstützung des jungen Adligen Adriano, der Rienzis Schwester Irene liebt. Tatsächlich gelingt es Rienzi, die Ruhe in der Stadt wiederherzustellen, worauf er sich zum Tribun ausrufen lässt. Doch die Adligen, welche Rienzi auf seiner Seite glaubt, wollen ihn, den Mann aus dem Volke, ermorden lassen. Der Anschlag misslingt, weil Adriano Rienzi zuvor warnen konnte. Als die Adelsfamilien schließlich offen gegen den Tribun aufbegehren, lässt dieser den Aufstand blutig niederschlagen. Zu den Opfern gehört auch Adrianos Vater. So nimmt Rienzis Unterstützung durch das Volk wegen des unnützen Blutvergießens ab, und als auch noch die Kirche gegen ihn Stellung bezieht, sind seine Tage gezählt. Das Volk stürmt das Kapitol, und in dem zusammenstürzenden Gebäude sterben neben dem Tribun auch Irene und Adriano, der die Geliebte vergeblich zur Flucht überreden wollte.

Als Zemlinskys Zwerg und Pfitzners Palestrina hat sich der britische Tenor Peter Bronder (Rienzi) in Frankfurt einen Namen gemacht. Zuletzt sang er hier Luzio im konzertant dargebotenen Liebesverbot. Bereits da war als Isabella die Berlinerin Christiane Libor (Irene) seine Partnerin. Die Sängerin hat nach Engagements an den Staatsopern von Hamburg und Berlin sowie in Zürich und Dresden ihr Repertoire mit Eva (Meistersinger) in Leipzig und Senta (Holländer) in Nürnberg in „Richtung Wagner“ ausgeweitet. Der deutsche Bassbariton Falk Struckmann (Steffano Colonna), der ab 29. März 2013 im Opernhaus als Heinrich der Vogler im Lohengrin zu erleben ist, gilt derzeit als einer der wichtigsten Vertreter seines Fachs und gastierte in Frankfurt 2008/09 als Borromeo in Pfitzners Palestrina. Kürzlich gab er den Jago an der Seite von Johan Bothas Otello an der New Yorker Metropolitan Opera. Angeführt von Ensemblemitglied Claudia Mahnke in der Hosenrolle des Adriano sind die übrigen Partien vorwiegend mit Ensemblemitgliedern der Oper Frankfurt besetzt. [© Oper Frankfurt]

Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, online unter
www.oper-frankfurt.de oder im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.

Zur konzertanten Aufführung der Münchner Opern- und Sängerfreunde e.V.:

Aufführung:
4. Mai 13 (Philharmonie)

Musikalische Leitung: Aleksandar Markovic

Besetzung:

Rienzi:
Endrik Wottrich
Adriano: Michelle Breedt
Irene: Katerina Sokolova-Rauer
Colonna: Michael Lion
Orsini: Dae Hee Shin
Baroncelli: Steven Ebel
Cecco del Vecchio: Roman Ialcic
Kardinal: Dirk Aleschus

Philharmonisches Orchester Brünn
Tschechischer Philharmonischer Chor Brünn
 
Die Münchner Opern- und Sängerfreunde e.V. veranstalten im Mai 2013 zu Ehren von Richard Wagners 200. Geburtstag ein dreitägiges "Wagner-Wochenende" im Herkulessaal und in der Philharmonie im Gasteig. Höhepunkt ist die konzertante Aufführung seiner Oper "Rienzi", die zuletzt 1983 zu Wagners 100. Todestag in München zur Aufführung kam.

Mit seinem 1842 in Dresden uraufgeführten "Rienzi" erlebte Wagner seinen ersten großen, sensationellen Erfolg. Wenngleich das Werk stark der Tradition der Grand Opera verhaftet ist - Hans von Bülow bezeichnete es einmal als "Meyerbeers beste Oper" -, sind auch hier bereits deutliche Ansätze zur romantischen Oper in Instrumentation und Klangbild, aber auch in der Thematik erkennbar. Wagner selbst schrieb 1851 in seiner "Mitteilung an meine Freunde" über seinen "Rienzi": "Die große Oper, mit all ihrer szenischen und musikalischen Pracht, ihrer effektreichen, musikalisch-massenhaften Leidenschaftlichkeit, stand vor mir, und sie nicht etwa bloß nachzuahmen, sondern, mit rückhaltloser Verschwendung, nach allen ihren bisherigen Erscheinungen sie zu überbieten, das wollte mein künstlerischer Ehrgeiz".

Mit dem Tenor Endrik Wottrich und der Mezzosopranistin Michelle Breedt konnten zwei Sänger gewonnen werden, die über eine langjährige Bayreuth-Erfahrung verfügen und an allen großen Bühnen der Welt zuhause sind. Die Sopranistin Katerina Sokolova-Rauer ist vielen Münchnern noch vom ARD-Wettbewerb 2000 in Erinnerung, Engagements in den großen Rollen ihres Fachs (Fiordiligi, Donna Elvira, Tatjana, Violetta, Tosca etc.) führten sie an zahlreiche Opernhäuser von Dresden, Köln, Augsburg und Leipzig bis nach Wien.

Das Tschechische Philharmonische Orchester Brünn wurde im 19. Jahrhundert gegründet und wesentlich durch das Wirken Leos Janaceks in den 1880er Jahren geprägt. Heute ist es mit 110 Musikern eines der größten Orchester Mitteleuropas. Über 800 Gastspiele führten es in die großen Musikmetropolen Europas, Japans und der USA. Dabei arbeitete es regelmäßig mit Dirigenten und Solisten wie Kurt Masur, Sir Charles Mackerras, Yehudi Menuhin, Gidon Kremer, Swjatoslaw Richter oder Rudolf Buchbinder zusammen. Seit 2009 ist Aleksandar Markovic Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie Brünn . Die französische Musikzeitschrift "Le Monde de la Musique" kürte sie 2006 zu einem der zehn besten Orchester Europas, die britische Zeitschrift "Gramophone" wählte sie 2008 unter die 20 besten Orchester weltweit.

Der Tschechische Philharmonische Chor Brünn zählt zu den renommiertesten Ensembles Europas und hat sich in den letzten Jahren neben seinem umfangreichen Konzertrepertoire vermehrt auch Werke der Opernliteratur erarbeitet. Er gastiert regelmäßig bei internationalen Musikfestivals in ganz Europa und arbeitete dabei mit Dirigenten wie Enoch zu Guttenberg, Gerd Albrecht, Zubin Mehta, Nikolaus Harnoncourt, Kurt Masur, Marek Janowski, Christoph Eschenbach, Eliahu Inbal, Neeme Järvi und Simone Young zusammen. 2007 wurde der Chor für seine Aufnahme von Bruckners Motteten mit dem Echo Klassik als „Ensemble/Orchester des Jahres" ausgezeichnet, zugleich erhielt seine Aufnahme des Oratoriums „Christus“ von Franz Liszt die Auszeichnung „Aufnahme des Jahres".

http://muenchner-opern-und-saengerfreunde.de.tl/

Zur Inszenierung des Theater Krefeld Mönchengladbach:

Premiere:
9. März 13

Musikalische Leitung: Mihkel Kütson
Inszenierung: Matthias Oldag
Bühne: Thomas Gruber
Kostüme: Henrike Bromber
Choreinstudierung: Maria Benyumova
Dramaturgie: Andreas Wendholz

Besetzung:

Cola Rienzi
: Jon Ketilsson, Carsten Süss
Irene: Anne Preuß
Steffano Colonna: Hayk Dèinyan
Adriano: Eva Maria Günschmann
Paolo Orsini: Andrew Nolen
Kardinal Orvieto: Matthias Wippich
Baroncelli: Walter Planté
Cecco del Vecchio : Rafael Bruck, Thomas Peter

www.theater-kr-mg.de

Rigoletto
Melodramma in drei Akten

Musik: Giuseppe Verdi
Text: Francesco Maria Piave, nach Victor Hugos Schauspiel “le roi s´amuse”
Uraufführung: 11. März 1851 (Venedig, Teatro La Fenice)

Zur Inszenierung der Deutschen Oper Berlin:

Premiere:
21. April 13

Musikalische Leitung: Pablo Heras-Casado / Moritz Gnann (30. April)
Inszenierung: Jan Bosse
Bühne: Stéphane Laimé
Kostüme: Kathrin Plath
Chöre: William Spaulding
Dramaturgie: Jörg Königsdorf

Besetzung:

Der Herzog von Mantua:
Eric Fennell / Yosep Kang (28., 30. April)
Rigoletto: Andrzej Dobber
Gilda: Lucy Crowe
Der Graf von Monterone: Bastiaan Everink
Der Graf von Ceprano: Andrew Harris / Seth Carico (24. April)
Die Gräfin von Ceprano: Kim-Lillian Strebel
Marullo: Simon Pauly
Matteo Borsa: Paul Kaufmann
Sparafucile: Albert Pesendorfer
Maddalena / Giovanna: Clémentine Margaine
Ein Gerichtsdiener: Marko Mimica
Eine Hofdame: Annie Rosen

Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin

www.deutscheoperberlin.de

Zur Inszenierung der Oper Leipzig:

Premiere:
13. Oktober 12

Musikalische Leitung: Matthias Foremny
Inszenierung: Anthony Pilavachi
Bühne, Kostüme: Tatjana Ivschina
Choreinstudierung: Alessandro Zuppardo
Dramaturgie: Christian Geltinger

Besetzung:

Der Herzog von Mantua:
Leonardo Capalbo
Rigoletto: Vittorio Vitelli, Devid Cecconi (21.11.)
Gilda: Eun Yee You, Giovanna Carolin Masur
Der Graf von Monterone: Jürgen Kurth
Graf Ceprano: Sejong Chang, Andreas Reinboth
Gräfin Ceprano: Anat Edri*, Marullo Sebastian Wartig*
Borsa: Viktor Sawaley |
Sparafucile: James Moellenhoff, Milcho Borovinov
Maddalena: Karin Lovelius
Page: Olena Tokar, Anika Paulick

Herrenchor der Oper Leipzig
Gewandhausorchester

* Studenten der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig

Rigoletto
Oper Leipzig
© Tom Schulze

Premiere von Verdis „Rigoletto“ an der Oper Leipzig
ECHO Klassik-Preisträger Anthony Pilavachi inszeniert den Opernklassiker für die Leipziger Bühne
Die Oper Leipzig eröffnet am Sonnabend, 13. Oktober 19 Uhr, die Opernsaison mit der ersten Premiere „Rigoletto“ von Giuseppe Verdi. Für die Inszenierung konnte der ECHO Klassik-Preisträger Regisseur Anthony Pilavachi gewonnen werden.
Er spielt bei seiner Inszenierung mit der opulenten Dekadenz der Renaissance, einer Zeit, in der Gesetze und Moral nicht existierten.
Mit „Rigoletto“ hat Verdi das Schicksal eines buckligen Hofnarren und gesellschaftlichen Außenseiters zur Renaissancezeit auf die Opernbühne gebracht. Rigoletto bedient die Bedürfnisse des Herzogs von Mantua und seiner Hofgesellschaft nach abgeschmackter Unterhaltung und präsentiert seinem vergnügungssüchtigen Geldgeber die Töchter aus feinem Haus auf dem Silbertablett. Zu Hause allerdings gibt er den treusorgenden Familienvater und schirmt Tochter Gilda, gespielt von Ensemble-Liebling Eun Yee You, von der bösen Welt ab.
Doch als sich Gilda in den Herzog von Mantua – in Gestalt eines jungen Studenten – verliebt, wird Rigoletto seine Doppelexistenz zum Verhängnis.
Der geborene Zypriot Pilavachi hat als international tätiger Opernregisseur über 75 Inszenierungen erfolgreich auf die Bühne gebracht. Engagements führten ihn u.a. an die Komische Oper und an die Deutsche Oper Berlin, zu den Dresdner Musikfestspielen, den Händel-Festspielen Halle oder Expo 2000 in Hannover. Zuletzt hat er als Regisseur des Lübecker „Ring des Nibelungen“ deutschlandweit gleichermaßen Aufmerksamkeit bei Publikum und Presse erregt. Neben der Nominierung in der Kategorie „Beste/r Inszenierung/ Regisseur des Jahres “ („Opernwelt“ 2006), erhielt er 2011 den Preis der Deutschen Schallplattenkritik sowie den diesjährigen ECHO Klassik Preis für die beste DVD 2012 für seinen „Ring“.
In der Rolle des Rigoletto wird der italienische Bariton Vittorio Vitelli die Leipziger Bühne erobern. Nachdem er 1996 Placido Domingos „Operalia“ gewonnen hatte, startete er eine internationale Karriere und sang an Opern wie der Deutschen Oper Berlin, der Oper Nizza, dem Gran Teatre del Liceu Barcelona, dem Teatro Real di Madrid und der Washington Opera. Vitelli sang ein weites Repertoire, bis er sich auf die Rollen der Verdi-Opern spezialisierte. Im Jahr 2006 gab er sein Debüt an der Mailänder Scala in „Aida“, wo er die Rolle des Amonasro unter der Leitung von Riccardo Chailly und in der Regie von Franco Zeffirelli sang.
Der italienisch-amerikanische Tenor Leonardo Capalbo wird in Leipzig in der Partie des rücksichtslosen Verführers, des Herzogs von Mantua, zu sehen und zu hören sein. Capalbo ist sowohl in den USA als auch in Europa ein willkommener Gast. In Deutschland debütierte er an der Berliner Staatsoper und der Semperoper Dresden. Auch Olena Tokar, Gewinnerin des ARD Musikwettbewerbs 2012, wird in dieser Inszenierung in der Rolle des Pagen im Leipziger Opernhaus zu erleben sein. [© Oper Leipzig]

Eine Stückeinführung findet 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Konzertfoyer der Oper statt. Karten für die Premiere und weitere Aufführungen sind an der Kasse im Opernhaus, unter Tel: 0341 – 12 61 261 (Mo – Sa 10.00 – 19.00), per E-Mail: service@oper-leipzig.de
oder im Internet unter www.oper-leipzig.de erhältlich.

Zur Inszenierung des Theater Bielefeld:

Premiere:
26. Mai 12

Musikalische Leitung: Alexander Kalajdzic
Inszenierung: Roman Hovenbitzer
Bühne: Hermann Feuchter
Kostüme: Roy Spahn
Choreinstudierung: Hagen Enke
Dramaturgie: Uwe Sommer-Sorgente

Besetzung:

Herzog von Mantua:
Eric Laporte
Rigoletto: Jacco Venter
Gilda: Cornelie Isenbürger
Monterone: Torben Jürgens
Graf Ceprano: Tae-Woon Jung / Paata Tsivtsivadze
Gräfin Ceprano: Vuokko Kekäläinen / Aukse Urbanaviciene
Marullo: Daniel Billings
Borsa: Michael Pflumm
Sparafucile / Gerichtsdiener: Jacek Janiszewski
Maddalena, Giovanna, Page: Melanie Forgeron / Sünne Peters

Bielefelder Philharmoniker, Bielefelder
Opernchor, Studierende der Hochschule für Musik Detmold

Dass Giuseppe Verdi ein unnachahmliches Gespür für die theatrale Wirksamkeit von literarischen Stoffen, dramatischen Situationen und vielschichtigen Figuren hatte, ist allgemein bekannt. Auch, dass er es wie kaum ein anderer vermochte, einen ganzen Kosmos von Emotionen in einem einzigen »erfüllten« Moment szenisch-musikalisch zu bannen. In der legendären »trilogia popolare« aus Rigoletto, Il Trovatore und La Traviata, jenen Opern, die 1850-1853 entstanden, kommt diese Fähigkeit in ganz besonderer Weise zum Tragen – die in den 16 Opern seiner »Galeerenjahre« gesammelten Erfahrungen verbinden sich aufs Glücklichste mit einem ungeheuer frischen und tatendurstigen kompositorischen Geist. Rigoletto mag dabei schon in der Entstehung das Stück mit dem größten Feuer und Herzblut gewesen sein: Die Vorlage, Victor Hugos mutiges, umstrittenes, vielfach zensiertes und sogar verbotenes Drama Le Roi s’amuse, forderte das kämpferische und politische Naturell Verdis besonders heraus – und mit Rigoletto, Gilda und dem Herzog fand er hier drei Figuren, die in ihrer Ambivalenz und ihrem jeweils ganz anders gearteten Außenseiter-Dasein eine echte Steilvorlage für seine begnadete Charakterisierungskunst waren.
Was für Welten! Am herzoglichen Hof verführt der Chef eine Schöne nach der anderen und lässt sich zusammen mit seiner Männerbande singend und lachend durch ein Leben treiben, in dem schon der kleinste Ansatz von Moral im Keim erstickt wird. Natürlich hält er sich, zur allgemeinen Belustigung, auch einen Hofnarren. Dieser – Rigoletto – lässt seinerseits keine Gelegenheit aus, beißenden Spott über die Gehörnten und Entehrten zu gießen und sich an denen zu rächen, die ihm das Leben zur Hölle machen. Und zu Hause hält er seine geliebte Tochter Gilda wie eine Puppe versteckt: Wehe, sie beginnt zu leben! Nun lässt sich hier wie dort das wahre Leben nicht zurückhalten. Leidenschaften und Gefühle brechen sich Bahn: Das neueste Abenteuer des Herzogs scheint eine echte Herzensangelegenheit zu sein. Dass es sich dabei ausgerechnet um Gilda handelt, setzt eine Handlung in Gang, die in einem dunklen Aufriss die Unmenschlichkeit zweier deformierter Welten zeigt – und unweigerlich in den Tod mündet. Schlaglichtartig und mit krassen Brüchen folgen die Szenen aufeinander, trotzdem gehört Rigoletto zu den dramatisch zwingendsten Opern des 19. Jahrhunderts. Dies ist vor allem Verdis Musik zu verdanken, die in jeder Hinsicht aufs Ganze geht und sich gleichermaßen am Realismus des Dramas entzündet wie an den schönen Unwahrscheinlichkeiten, die die psychologische Dramaturgie so wunderbar überhöhen, wie es nur das Musiktheater kann – und für die das Schlussduett Rigolettos mit der sterbenden Gilda im Leichensack ein echter locus classicus ist.

Regisseur Roman Hovenbitzer, der in Bielefeld zuletzt 2005 Mozarts Entführung aus dem Serail inszenierte, akzentuiert in seiner Deutung die krasse Amoralität der handelnden Figuren und die entmenschlichten Welten, in denen sie sich bewegen. Die raffinierten Räume, die sowohl die Hermetik als auch die Brüchigkeit dieser Welten zeigen, stammen von Hermann Feuchter, der durch sein Bühnenbild zu Alice in Wonderland (2011) in bester Erinnerung ist. Unter der Leitung von GMD Alexander Kalajdzic sind in den Hauptrollen der fulminante südafrikanische Bariton Jaco Venter als Rigoletto (er sang 2011 den Tonio/Alfio in einigen Vorstellungen von Pagliacci / Cavalleria Rusticana in Bielefeld), Cornelie Isenbürger als Gilda und – als Rollendebüt – Eric Laporte als Herzog zu erleben.

MUSIKALISCHE LEITUNG
Alexander Kalajdzic
, geboren in Zagreb, Kroatien, begann seine musikalische Ausbildung mit sechs Jahren und gab ab dem achten Lebensjahr regelmäßig Konzerte als Pianist. Er gewann mehrere Preise bei Bundeswettbewerben und setzte anschließend sein Studium an der Musikhochschule in Wien fort, wo er die Dirigierklasse von Karl Österreicher mit Auszeichnung absolvierte. Darüber hinaus studierte er Klavier, Viola und Korrepetition. Schon während des Studiums dirigierte er Symphoniekonzerte mit den Zagreber Philharmonikern sowie dem Orchester des Kroatischen Rundfunks.
Sein beruflicher Weg führte ihn nach Krefeld-Mönchengladbach, wo er als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung erste Theatererfahrungen sammelte. Danach war er als Kapellmeister in München, als erster Dirigent am Nationaltheater Weimar und von 2008 – 2010 als 1. Kapellmeister am Nationaltheater Mannheim tätig, wo er sich ein großes Repertoire erarbeiten konnte. Er gastierte u. a. in den USA, Mexiko, Südafrika, Italien, Frankreich, in der Schweiz und in Tschechien.
Alexander Kalajdzic ist sowohl in der Oper als auch im Konzertbereich gefragt. Sein Repertoire reicht vom frühen Barock bis zur Moderne, wobei sein besonderes Interesse der französischen Musik gilt. So führte er fast das gesamte Orchesterwerk von Ravel und Debussy mehrmals auf. Auch war er lange Zeit als Liedbegleiter und Kammermusiker aktiv und hatte bis vor kurzem einen Lehrstuhl für Orchestererziehung in Zagreb inne. Seit Spielzeitbeginn 2010/11 leitet er als GMD die musikalischen Geschicke des Theater Bielefeld und der Bielefelder Philharmoniker.

INSZENIERUNG
Roman Hovenbitzer
wurde 1972 in Düsseldorf geboren. In den Jahren 1988-1990 machte er eine Ausbildung zum katholischen Kirchenmusiker in Xanten und Münster parallel zum Besuch des Gymnasiums. Von 1992-1996 studierte er Musiktheaterregie (MTR) an der Hochschule für Musik und Theater / Universität Hamburg bei Götz Friedrich. Von 1996-1999 war er Regisseur und Regieassistent am Staatstheater Kassel. Seit 1999 ist Roman Hovenbitzer als freischaffender Regisseur tätig. Seine über 40 Regiearbeiten führten ihn u. a. an die Staatsoper Prag, das Aalto-Theater Essen, das Staatstheater Kassel, das Staatstheater Oldenburg, das Stadttheater Gießen, das Theater Kiel, das Theater Pforzheim, das Staatstheater Braunschweig, das Opernhaus Dortmund, nach Brasilien und Estland.

BÜHNE
Hermann Feuchter
studierte Bühnen- und Kostümbild am Mozarteum in Salzburg. Nach Assistenzen an verschiedenen Theatern ist er seit 1983 als freischaffender Bühnenbildner tätig. Mit Nicolaus Brieger erarbeitete er in Stuttgart Die Liebe zu den drei Orangen, an der Staatsoper Unter den Linden Berlin Busonis Die Brautwahl und an der Oper Frankfurt Rihms Die Eroberung von Mexiko. Mit Anselm Weber entwickelte er in Frankfurt Tiefland und am Wiener Burgtheater Zu ebener Erde und erster Stock. Zur Regie von Philipp Himmelmann stattete er 2006/07 in Bremen Mozarts La finta Giardinera aus und machte 2009 mit ihm abermals Die Liebe zu den drei Orangen am Theater Bonn sowie Norma am Bremer Theater. Karoline Gruber begleitete er 2008 für den Doppelabend Eine florentinische Tragödie / Gianni Schicci nach Tokio; Don Giovanni führte ihn ans Landestheater Linz, Alceste nach Nürnberg, Doktor Faust ans Münchener Nationaltheater und Salome nach Japan. Mit Andreas Baesler brachte er in Nancy Tristan und Isolde heraus und arbeitete mit ihm 2009 bei Rigoletto in Münster zusammen. Weitere Engagements führten Hermann Feuchter an das Opernhaus Zürich zur Uraufführung von Holligers Schneewittchen, an die Hamburgische Staatsoper, das Théâtre de la Monnaie in Brüssel, das Teatro Nacional de São Carlos Lissabon und an das Musiktheater im Revier Gelsenkirchen. Hier entwarf er die Bühnenbilder für La Calisto, Attila, Boris Godunow und Les Troyens – letzteres wurde auch in Straßburg gezeigt.
Neben seiner Arbeit für die Bühne ist Hermann Feuchter als bildender Künstler aktiv. Seine jüngste Ausstellung wondering alien war in seiner Heimatstadt Kassel, in Berlin und Frankfurt zu sehen und wird auch in Wien gezeigt.

KOSTÜME
Roy Spahn
absolvierte ein Kunststudium in seiner Heimatstadt Frankfurt/Main bei Willi Schmitt, war Preisträger des Kunstförderpreises der Stadt Frankfurt und kam durch den Schweizer Marc Deggeller zum Bühnenbild. Er war Ausstattungsleiter am Jungen Theater Göttingen und am Landestheater Neustrelitz. Seit 1991 entwirft er Bühnen- und Kostümbilder u. a. am Schauspielhaus Hamburg und an den Theatern Kassel, Bremen, Luzern, Straßburg und Dessau sowie am Opernhaus Zürich und an der Deutschen Oper am Rhein. Enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit den Regisseuren Roman Hovenbitzer und Karoline Gruber. [© Theater Bielefeld]

www.theater-bielefeld.de

Zur Inszenierung des Theater Freiburg:

Premiere:
17. März 12

Musikalische Leitung: Fabrice Bollon
Regie: Thomas Krupa
Bühne: Simeon Meier

Kostüme: Sabina Moncys
Chor: Bernhard Moncado
Kostüme: Sabina Moncys
Chor: Bernhard Moncado
Dramaturgie: Heiko Voss

Besetzung:

Herzog:
Fausto Reinhart
Rigoletto: Juan Orozco
Gilda: Aleksandra Zamojska
Monterone: Neal Schwantes
Gräfin Ceprano: Susana Schnell
Ceprano: Younjin Kim
Marullo: Alejandro Lárraga Schleske
Borsa: Christoph Waltle
Sparafucile: Jin Seok Lee
Maddalena: Anja Jung
Giovanna: Orietta Battaglione
Gerichtsdiener: Dirk Golombek
Page: Kyoung-Eun Lee

Philharmonisches Orchester Freiburg
Opernchor des Theater Freiburg
Statisterie des Theater Freiburg

Der Narr heißt Rigoletto. Inmitten der wahnhaft vergnügungssüchtigen Gesellschaft um den Herzog von Mantua hat er mit seinen zynischen Witzen für Unterhaltung zu sorgen. Er ahnt dabei nicht, dass der Herzog seiner Tochter Gilda nachstellt. Gilda hat ihre gesamte Kindheit abgeschirmt verbracht und verliebt sich gleichsam in den ersten Mann, der ihr zu Gesicht kommt – es ist der rücksichtlose Herzog. Doch einmal dem väterlichen Gefängnis entkommen, gibt es kein Zurück mehr. Was für Gilda Gefängnis, ist für Rigoletto jedoch selbst errichtetes Refugium, eine konstruierte Idylle, ohne die das höfische Leben zur Hölle wird. Denn zur äußerlichen Deformation des Narren ist längst eine innere hinzugetreten, die er nur mehr durch das Doppelleben ausgleichen kann, das er auf Kosten der Tochter führt. Verdis populäres Meisterwerk gibt sich heiter und handelt doch letztlich nur vom Weinen. Der missgestaltete Narr jedoch muss lachen. Weinen darf er nicht. Weinen hieße Menschsein. [© Theater Freiburg]

Am Sonntag, den 4. März findet um 11 Uhr im Winterer Foyer eine Einführung zu »Rigoletto« statt.

www.theater.freiburg.de

Rinaldo

Von:
Georg Friedrich Händel

Uraufführung: 24. Februar 1711 (London, Queens Theatre)

Zur Inszenierung des Theater Freiburg:

Premiere:
16. Juni 12

Musikalische Leitung: Julia Jones
Regie: Tom Ryser
Bühne und Kostüme: Stefan Rieckhoff
Dramaturgie: Heiko Voss

Besetzung:

Rinaldo:
Xavier Sabata
Goffredo: Christoph Waltle
Almirena: Aleksandra Zamojska
Armida: Sally Wilson
Argante: Ursula Eittinger
Mago: Alejandro Lárraga Schleske

Philharmonisches Orchester Freiburg
Statisterie des Theater Freiburg
 
Täuschung, Eros, Zauberkraft – schon eine dieser Mächte reicht in der Regel aus, den Menschen aus der Bahn zu werfen. Bei Rinaldo kommen sie alle zusammen. Doch Rinaldo darf sich auch rühmen, ein Held zu sein. Seine Normalität ist der Krieg, die Verbindung zu Almirena seine verlockende Belohnung. Als sie entführt wird, gerät er ins Wanken. Trotz aller Heldenstärke verstrickt er sich in einem Netz aus Reizen und Trugbildern, aus dem er sich aus eigener Kraft nicht mehr zu befreien vermag – kein Wunder, denn seine Gegenspielerin ist die Zauberin Armida, die mit aller Gewalt versucht, Krieg und Mann für sich zu gewinnen. Mit Ungeheuern und verzauberten Orten findet Händel für seine 1711 uraufgeführte Zauberoper barocke Bilder, die die Identitätsverwirrung des jungen Mannes aufzeigen. Rinaldos Sinnsuche löst zudem bei den anderen Figuren eine Kettenreaktion an Leidenschaften aus, denen Händels Musik höchste Emotionalität verleiht. [© Theater Freiburg]

 
Mit Unterstützung der EXCELLENCE Initiative der TheaterFreunde Freiburg.
Am Sonntag, den 10. Juni findet um 11 Uhr im Winterer Foyer eine Einführung zu »Rinaldo« statt.

www.theater.freiburg.de

La Rondine (Die Schwalbe)
Commedia lirica in drei Akten

Von: Giacomo Puccini
Text: Giuseppe Adami (nach einem Librettoentwurf von: Alfred Maria Willner und Heinz Reichert)
Uraufführung: 27. März 1917 (Monte Carlo, Opernhaus)

Zur konzertanten Aufführung der Oper Frankfurt in Koproduktion mit der Alten Oper Frankfurt:

Musikalische Leitung:
Marc Soustrot
Chor: Matthias Köhler

Magda de Civry: Elaine Alvarez
Lisette: Britta Stallmeister
Ruggero: Joseph Calleja
Prunier: Marius Brenciu 
Rambaldo: Aris Argiris
Yvette / Georgette / Una voce interna: Christiane Karg
Bianca / Gabriella: Sun Hyung Cho
Suzy / Lolette: Nina Tarandek
Périchaud / Rabonnier / Maggiordomo: Sungkon Kim
Gobin: Michael McCown
Crébillon: Franz Mayer

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester


Auch in der Spielzeit 2009/10 präsentiert die Oper Frankfurt in Koproduktion mit der Alten Oper konzertante Aufführungen. Nach Donizettis Belcanto-Juwel Anna Bolena steht nun die lyrische Komödie La Rondine (Die Schwalbe) von Giacomo Puccini (1858-1924) auf dem Programm.

Puccini gilt nach Verdi als wichtigster Vertreter der italienischen Oper und zählt zu den meistgespielten Komponisten des internationalen Musiktheaters. Der musikalische Durchbruch gelang ihm 1893 mit Manon Lescaut, und auch alle nachfolgenden dramatischen Werke erhielten weltweit Anerkennung. Die am 27. März 1917 in Monte Carlo uraufgeführte Oper La Rondine war ursprünglich als Operette geplant, da Puccini von den Werken etwa Franz Lehárs beeindruckt war. Auch wenn La Rondine letztendlich nur noch wenige Merkmale dieses Genres aufweist, erzielte sie einen beachtlichen Erfolg.

Zum Inhalt: Im Hause von Magda de Civry, der Geliebten des Bankiers Rambaldo, trifft sich die vornehme Pariser Gesellschaft. Unter den Gästen befindet sich auch der Dichter Prunier, der Magda prophezeit, dass sie – gleich einer Schwalbe – der Liebe wegen in ein fremdes Land ziehen wird. Auf der Suche nach einer Unterkunft wird dem ebenfalls anwesenden Ruggero das Tanzcafé Bullier empfohlen. Kaum ist die Gesellschaft aufgebrochen, tauscht Magda – um unerkannt zu bleiben – die Kleider mit dem Kammermädchen Lisette und verlässt das Haus. Im Café Bullier trifft sie auf Ruggero, dem sie sich als Paulette vorstellt. Beide empfinden sofort tiefe Zuneigung füreinander. Rambaldo, der unerwartet hinzukommt, muss erkennen, dass Magda sich in Ruggero verliebt hat. Das Paar verbringt glückliche Monate. Als Ruggero um Magdas Hand anhält, gesteht sie dem Geliebten verzweifelt ihre nicht standesgemäße Vergangenheit, die sie hindert, seine Frau zu werden. Alle Bemühungen Ruggeros schlagen fehl, die Schwalbe muss aus dem fernen Land in ihren goldenen Käfig zurückkehren.

Die musikalische Leitung dieser konzertanten Aufführungen hat Marc Soustrot, der neben seinen internationalen Aufgaben zuletzt von 1996 bis 2006 dem Brabants Orkest Eindhoven vorstand. Im Oktober 2009 gab die kubanisch-amerikanische Sopranistin Elaine Alvarez als Mimì in Puccinis La Bohème ihr Frankfurt-Debüt. Nun kehrt sie zurück für die Titelpartie von La Rondine, welche sie im März 2009 bereits mit großem Erfolg an der Oper Leipzig verkörperte. In Frankfurt steht ihr als Ruggero mit Joseph Calleja einer der erfolgreichsten Tenöre unserer Zeit zur Seite. Im Dezember 2009 feierte er Triumphe in der Titelpartie von Offenbachs Les contes d’Hoffmann an der Metropolitan Opera in New York. Alle übrigen Partien sind mit einem Gast sowie Ensemblemitgliedern und Mitgliedern des Opernstudios der Oper Frankfurt besetzt. [© Oper Frankfurt]

Vorstellungen: Samstag, 6. März 2010, und Dienstag, 9. März 2010, jeweils um 19.00 Uhr in der Alten Oper Frankfurt
Einführungsvortrag im Großen Saal, 18.15 Uhr
Preise am 6. März 2010: € 12 bis 93 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr (außer an der Vorverkaufskasse der Oper Frankfurt sowie der Abendkasse der Alten Oper)
Preise am 9. März 2010: € 23,20 bis 85 inkl. aller Gebühren
Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 oder online unter
www.oper-frankfurt.de oder www.frankfurt-ticket.de erhältlich.

Der Rosenkavalier
Komödie für Musik in drei Aufzügen

Von: Richard Strauss
Text von: Hugo von Hofmannsthal
Uraufführung: 29. Januar 1911 (Dresden, Hofoper)

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere: 19. März 11

Musikalische Leitung: Marc Piollet
Inszenierung: Renate Ackermann
Bühne: Marcel Keller
Kostüme: Michael Sieberock-Serafimowitsch
Choreinstudierung: Anton Tremmel
Einstudierung des Jugendchores: Dagmar Howe
Dramaturgie: Klaus Fehling

Besetzung:

Die Feldmarschallin Fürstin von Werdenberg:
Lydia Easley
Der Baron Ochs auf Lerchenau: Albert Pesendorfer
Octavian: Ute Döring, Merit Ostermann
Herr von Faninal: Thomas de Vries
Sophie: Emma Pearson
Jungfer Marianne Leitmetzerin: Annette Luig
Valzacchi: Erik Biegel
Annina: Diane Pilcher
Ein Polizeikommissar: Axel Wagner
Notar: Hye-Soo Sonn
Haushofmeister der Feldmarschallin / Wirt / Der Haushofmeister bei Faninal: Patrick Hurley, Koan-Sup Kim
Ein Sänger: Jonas Gudmundsson, Felipe Rojas Velozo
Modistin: Simone Br¦hler
Drei adelige Waisen: Annett Arnold, Elisabeth Bert, Elke End-Beck, Ulrike Geisen, Petra Heike, Barbara Schramm
Ein Tierhändler: Kyoung-Soon Kim, Osvaldo Daniel Navarro Turres
Vier Lakaien der Feldmarschallin / Vier Kellner: Jochen Elbert, Vladimir Emelin, Jos Hendrix, John D. Holyoke, André Korporaal, Keun Suk Lee, Oliver Steinmetz, Slawomir Wielgus
Hausknecht: Leonid Firstov, Marek Markisz
Leopold: Thomas Braun
Ein Flötist / Ein Gelehrter / Ein Friseur / Dessen Gehilfe / Eine adelige Witwe: Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden 

Doppelbesetzung in alphabetischer Reihenfolge

Orchester, Chor, Jugendchor und Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden

Diese „Komödie für Musik“ um eine Adelsgesellschaft an einem historischen Wendepunkt ist nach allen Regeln der Kunst aus sorgsam ausgewählten Zutaten zusammengefügt – einer Kunst, die die Autoren des „Rosenkavaliers perfekt beherrschten. Das sehr genaue Regiebuch der Uraufführung, die Dekoration und die Rokoko-Kostüme von Alfred Roller – all das kann als ein raffiniertes Kochrezept verstanden werden, mit dessen Hilfe ein geschickter Regisseur, über 100 Jahre nach der Uraufführung in der Dresdner Semperoper, ein wohlschmeckendes Gericht zubereiten kann – wenn er sich nur genau an die Anweisungen hält. Wichtig ist, dass die Zutaten zueinander passen – das prächtige Rokoko zur Etikette ebenso wie der Walzer zum Wienerischen. Dass es sich bei diesem Rokoko um ein Erfundenes handelt und das folkloristische Wienerisch ebenso wenig historisch verbürgt ist wie das zum Sinnbild gewordene Zeremoniell mit der silbernen Rose, spielt keine Rolle. Schließlich wurde der Walzer auch erst Jahrzehnte nach der Zeit erfunden, in der die Schöpfer des „Rosenkavaliers“ die Handlung der Oper ganz bewusst angesiedelt haben. Der Wunsch der Autoren war, die „absolute Übereinstimmung der Gebärde und des Schritts mit der Musik“ in einem genauen Regiebuch zu fixieren, „an dessen Hand der trottelhafteste Provinzopernregisseur eigentlich kaum eine Stellung oder Nuance verfehlen kann“ (Hofmannsthal in einem Brief an Strauss am 12. Oktober 1910). Wer auch nur eine Zutat des Rezeptes weglässt, hinzufügt oder das Mengenverhältnis ändert, muss damit rechnen, dass das Ergebnis ungenießbar wird. Und so schauen wir noch heute, hundert Jahre später, fasziniert auf den „Rosenkavalier“ wie in eine Schneekugel, die man nach wie vor nur zu schütteln braucht, um sich daran zu erfreuen. Doch unter der hochpolierten Glashaube und unter dem Zuckerguss aus Fantasierokoko findet sich etwas, was uns auch heute noch berührt. Wir sehen eine Gesellschaft, die – wie die Oper selbst – auf einem Regelwerk basiert, das für alle Zeiten gültig zu sein scheint. Der Adel ist sich seiner Privilegien sicher. Ein Betrug ist ein Betrug, und ein Geschäft ist ein Geschäft. Alles ist durch die Etikette geregelt. Aber mindestens eine der Figuren ahnt, dass es nicht bleiben kann, wie es ist. Marie Theres, die kinderlos gebliebene Ehefrau des dauernd abwesenden Feldmarschalls, ist erfahren genug, und hat in den über dreißig Jahren ihres Lebens gelernt, dass das Gestern Einfluss auf das Morgen hat, und dass auch ihr Techtelmechtel mit dem jungen Grafen Rofrano irgendwann ein schales Ende finden wird. Sie hat nicht nur die Gegenwart, sondern immer auch die Vergangenheit und die Zukunft im Blick. Diese Janusköpfigkeit teilt sie mit der von Hofmannsthal offen verehrten österreichischen Herrscherin Maria Theresia, deren Regierungszeit zum Zeitpunkt des Rosenkavaliergeschehens gerade begonnen hatte und die kurz darauf weitreichende Reformen auf den Weg bringen sollte, die unter anderem die Privilegien des Adels einschränken und über kurz oder lang zur Überwindung des barocken Staates durch die Aufklärung führen würden. Doch von all dem ahnt die Gesellschaft in unserer Komödie nichts. Im Inneren der Kugel verfolgt ein jeder noch immer seine eigenen Interessen in den Schlafzimmern und Séparées, verteidigt seinen Stand, bemüht sich nach Kräften um den gesellschaftlichen Aufstieg und spinnt die dazu notwendigen Intrigen. Die deutlicher werdenden Zeichen der neuen Zeit erreichen höchstens das Vorzimmer. Doch auch in diesem letzten Reservat wird die Zeit nicht ohne Auswirkungen bleiben, und die ersten Landvermesser haben sich bereits Zugang zum Lustgarten verschafft.

Renate Ackermann (Inszenierung)
wurde zunächst als Cellistin und Sängerin ausgebildet. Als Opern- und als Konzertsängerin trat sie in vielen Städten Deutschlands und Frankreichs auf. Ihr Interesse an der Neuen Musik führte zu einer langjährigen Zusammenarbeit mit Olivier Messiaen und Yvonne Loriod. In Hamburg studierte sie Musiktheater-Regie. Anschließend wurde sie an die Staatsopern Hamburg und München, die Städtischen Bühnen Frankfurt und die Staatsoper Stuttgart verpflichtet und assistierte den Regisseuren August Everding, Jürgen Flimm, Achim Freyer, Götz Friedrich, Jean-Pierre Ponnelle und Herbert Wernicke. Seit 1978 arbeitet Renate Ackermann als freischaffende Regisseurin. Sie inszenierte die großen Werke der Opernliteratur vom Barock bis zur Moderne an vielen Opernhäusern im In- und Ausland u.a. in Amsterdam, Basel, Frankfurt/Main, Mannheim, Mexico City, München, Nürnberg, Stuttgart, Straßburg, Riga und São Paulo. Dabei arbeitete sie mit vielen namhaften Dirigenten wie Peter Eötvös, Michael Gielen, René Jacobs und Stefan Soltesz zusammen. Ihre pädagogische Arbeit mit Sängern und Regisseuren führte sie an die Musikhochschulen Karlsruhe, Maastricht, München, Stuttgart, an das Teatro Studio Bologna, die Jerusalem Rubin Academy of Music and Dance und das Institut für Musiktheater- Regie der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg. 1986 wurde Renate Ackermann an die Staatliche Hochschule für Musik Karlsruhe berufen. Seit 2006 ist sie Szenische Leiterin des Studiengangs Gesang/Musiktheater an der Bayerischen Theaterakademie August Everding. [© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Zur Inszenierung der Komischen Oper Berlin:

Premiere:
Sonntag, 2. April 2006
weitere Aufführungen in der Spielzeit: 8./16./22./30. April, 10./21. Mai 2006, jeweils 19:00 Uhr

Einführungsmatinee: 19. März 2006, 12:00 Uhr mit Kirill Petrenko, Solisten und dem Regieteam


Musikalische Leitung: Kirill Petrenko
Inszenierung: Andreas Homoki
Bühnenbild: Frank Philipp Schlößmann
Kostüme: Gideon Davey
Dramaturgie: Antje Kaiser
Chöre: Robert Heimann
Kinderchor: Christoph Rosiny
Licht : Franck Evin

Besetzung:
Feldmarschallin von Werdenberg:
Geraldine McGreevy
Baron Ochs auf Lerchenau: Jens Larsen
Octavian: Stella Doufexis
Herr von Faninal: Klaus Kuttler
Sophie: Brigitte Geller
Marianne Leitmetzerin: Miriam Meyer
Valzacchi: Christoph Späth
Annina: Caren van Oijen
Polizeikommissar: Tobias Hagge
Haushofmeister: Thomas Ebenstein/Peter Renz
Notar: Hans-Martin Nau
Wirt: Stephan Spiewok
Sänger: Timothy Richards
Modistin: Karen Rettinghaus

Die Chorsolisten und der Kinderchor der Komischen Oper Berlin, das Orchester der Komischen Oper Berlin.

Besprechung auf kulturfreak.de

www.komische-oper-berlin.de

Rusalka
Lyrisches Märchen

Von: Jaroslav Kvapil
Musik: Antonín Dvořák
Uraufführung: 31. März 1931 (Prag, Nationaltheater)

Ruslan und Ludmila
Phantastische Oper in fünf Akten

Von: Michail I. Glinka
Text: nach dem Poem von Alexander S. Puschkin von Walerijan F. Schirkow, Michail I. Glinka u.a.
Uraufführung: 9. (21.) Dezember 1842 (St. Petersburg, Großes Theater)

nach oben