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Orlando Opera seria in drei Akten
Von: Georg Frierich Händel Libretto nach: Carlo Sigismondo Capece Uraufführung:
27. Januar 1733 (London, Kings Theatre)
Zur Inszenierung der Komischen Oper Berlin:
Premiere: 26. Februar 10
Musikalische Leitung:
Alessandro De Marchi Inszenierung: Alexander Mørk-Eidem Bühnenbild: Erlend Birkeland Kostüme: Maria Gyllenhoff Dramaturgie: Bettina Auer
Licht: Franck Evin
Besetzung:
Orlando: Mariselle Martinez Angelica: Brigitte Geller Medoro: Elisabeth Starzinger Dorinda:
Julia Giebel Zarathustra: Wolf Matthias Friedrich Isabella, Zarathustras Assistent: Bernd Stempel und das Orchester der Komischen Oper Berlin.
Foto: Hanns Joosten
In Skandinavien ist er ein Regiestar, hat die wichtigsten Theaterpreise in Norwegen, Schweden und Dänemark erhalten. Mit seiner Hamlet-Inszenierung wurde 2008 das
Königliche Theater in Kopenhagen eröffnet, am Stadsteater Stockholm läuft seine Inszenierung von Tschechows Die drei Schwestern vor ausverkauftem Haus, seine Fassung
von Alexandre Dumas‘ Die drei Musketiere als Pop-Revue erlebte dort bereits 100 Vorstellungen. Jetzt gibt er ein doppeltes Debüt an der Komischen Oper Berlin: Der
norwegische Regisseur Alexander Mørk-Eidem inszeniert mit Händels Orlando zum ersten Mal eine Oper und arbeitet gleichzeitig zum ersten Mal in Deutschland. Andreas Homoki:
»Er zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Originalität aus. Er ist innovativ, phantasie- und kraftvoll und vergisst darüber nie das Stück, das es zu erzählen gilt.«
Alessandro De Marchi wurde 2009 in der Nachfolge von René Jacobs die Künstlerische Leitung der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik übertragen. Er dirigiert in Dresden,
Hamburg, Essen, Lyon, Turin oder bei den Händel-Festspielen in Halle. Alessandro De Marchi, der vor zwei Jahren an der Komischen Oper mit großem Erfolg Händels Theseus dirigierte, will: »die ungeheuer farbenreiche, packende Orlando-Musik in ihrer ganzen Dramatik zum Leuchten bringen«. Händels tragikomische Oper über den legendären Krieger
Orlando – der vor Eifersucht und Rachedurst den Verstand verliert – beleuchtet die Macht der Gefühle in all ihren Facetten: von zarter Entdeckung ersten Verliebtseins bis zum
rasenden Liebeswahn. Orlando und seinen drei Liebes- und Leidesgenossen steht der Magier Zarathustra gegenüber oder auch mal im Weg, während er immer wieder ins
Geschehen eingreift und heimlich alle Fäden in der Hand hält. Bis sein Experiment aus den Fugen gerät …
Zu Händels Zeiten wurden die Männerrollen in der Oper mit Kastraten besetzt. Alessandro De Marchi: »Aus der Frage, was männlich und was weiblich ist, entstand damals
absichtlich eine Kunst der Konfusion. Daher finde ich es toll, wie Alexander mit den Travestierollen, den Kriegern Orlando und Medoro, umgeht. Es ist szenisch wie musikalisch
nämlich egal, ob es Frauen oder Männer sind, denn es geht um die Liebe an sich.«
Alexander Mørk-Eidem: »Genau! Da hier die Liebe grundsätzlich diskutiert wird, spielt es keine Rolle, ob sie zwischen Mann und Frau oder zwischen zwei Frauen stattfindet.
Normalerweise verwenden Sängerinnen viel Energie darauf, glaubhaft einen Mann auf der Bühne darzustellen. Ich halte das für überflüssig.«
Das skandinavische Team situiert die Handlung in einem Flower-Power-Ambiente der 60er-70er-Jahre, in einem nordischen Nadelwald, fernab der Zivilisation. In dieser Umgebung
sorgt Orlando in seinem Liebeswahnsinn nicht nur für die Zerstörung einer Natur-Idylle, sondern wird zur akuten Gefahr für Leib und Leben seiner Mitmenschen.
Zum Inhalt:
Der Magier Zarathustra will mit Hilfe seiner Kunst den in grenzenloser Liebe zu Angelica entbrannten Orlando dazu bringen, sein Leben wieder dem ruhmreichen Kriegerdasein zu
widmen. Orlando hingegen glaubt, Liebe und Kampfesruhm miteinander in Einklang bringen zu können, was er sogleich mit der Rettung einer Prinzessin aus Feindeshand
demonstriert. Dabei beobachtet ihn Dorinda, die ebenso an ihrer unglücklichen Liebe zu Medoro verzweifelt wie Orlando an Angelica. Denn Angelica liebt Medoro und ihre Liebe
wird erwidert. Dorinda kommt ihnen auf die Schliche und ist wenig begeistert. Schlimmer aber ist, dass auch Orlando hinter die geheime Verbindung der beiden kommt und sie nun
mit seinem gefährlichen Zorn bedroht. Sie beschließen die gemeinsame Flucht, die Orlando aber verhindert. Zarathustra kann Angelica im letzten Moment aus den Händen des
Rasenden erretten, Orlando aber verfällt dem Wahnsinn. In seiner Raserei zerstört er Dorindas Hütte, in der sich Medoro versteckt hielt, der dem Angriff zum Opfer zu fallen
scheint. Erneut richtet sich der Zorn des Irren gegen Angelica, die wiederum nur durch das Eingreifen des Magiers vor dem sicheren Tod gerettet werden kann. Dann sinkt er
ermattet in Schlaf und wird von Zarathustra geheilt. Der erwachte Orlando gerät über seine vermeintlichen Morde in höchste Verzweiflung. Als er aber zu seiner Erleichterung
erfährt, dass Zarathustra das Schlimmste verhindert hat, ist er bereit, auf Angelica zu verzichten und sich wieder dem Kriegerdasein zuzuwenden.
Alessandro De Marchi (Musikalische Leitung)
Alessandro De Marchi studierte am Konservatorium in Rom und an der »chola Cantorum Basilensis. Er tritt regelmäßig in den renommiertesten Theatern und bei den wichtigsten
Festivals auf. Bislang dirigierte er an der Staatsoper in Berlin, am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, an der Hamburgischen Staatsoper, am Teatro Regio in Turin, beim Maggio
Musicale Fiorentino, an der Sächsischen Staatsoper Dresden, am Essener Aalto-Theater, an der Opéra National in Lyon, beim MDR in Hannover, am Prager Estates Theater, beim
Rossini-Festival in Bad Wildbad, beim Montreux Festival, den Händel-Festspielen in Halle, das Orchestre de Chambre de Genève, das Accademia Santa Cecilia Orchester in Rom, unter anderem Il matrimonio Segreto, Don Pasquale Haydns L‘isola disabitata, Rossinis Der Barbier von Sevilla, La Cenerentola, Glucks Don Juan, Mozarts Il re Pastore, Nozze di Figaro, Così fan tutte, Don Giovanni, Clemenza di Tito, Entführung aus dem Serail, Monteverdis Incoronazione di Poppea, Reinhard Keisers Der lächerliche Prinz
Jodelet, Händels Julius Cäsar in Ägypten, Alcina und Hasses Cleofide.
Er ist Erster Dirigent des Accademia Montis Regalis Orchesters, mit dem er unter anderem Vivaldis Juditha Triumphans, Orlando finto pazzo (beide aufgenommen für Naïve), L’Olimpiade auf einer Konzerttour beim Paris Théâtre des Champs-Elysées und in Lyon aufführte, sowie Il re pastore für die Innsbrucker Festwochen einstudierte. Außerdem
wirkte er bei Aufnahmen für Naïve, Opus 111, Harmonia Mundi France, Accord, Symphonia, K617, Auvidis, WDR, Radio France, Radio Classique und Amadeus mit.
2009 wurde Alessandro De Marchi in der Nachfolge von René Jacobs die Künstlerische Leitung der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik übertragen.
In der Spielzeit 2007/08 leitete Alessandro De Marchi an der Komischen Oper Berlin musikalisch die Aufführungen von Händels Theseus.
Alexander Mørk-Eidem (Inszenierung)
Alexander Mørk-Eidem wurde in Oslo geboren. Nach Umwegen über Jura, Geschichte und Medienwissenschaft absolvierte er sein Regiestudium an der Staatlichen
Theaterhochschule in Oslo. Seit 1998 ist er als Theaterregisseur auch über die Grenzen Norwegens hinaus in den skandinavischen Ländern tätig. Unter anderem inszenierte er 2004 Ibsens Die Kronprätendenten und 2008 Shakespeares Hamlet am Königlichen Theater in Kopenhagen. Zu seinen jüngsten Arbeiten gehören Die drei Musketiere nach
Alexandre Dumas und Brechts Herr Puntila und sein Knecht Matti, beide am Stadsteater Stockholm. Für mehrere seiner Arbeiten ist er mit Preisen ausgezeichnet worden, unter
anderem mit dem norwegischen Hedda-Preis für seine Umsetzung von Aber nichts von Nachtigallen von Tennessee Williams im Jahr 2000 am Osloer Nationaltheater. An der
Komischen Oper Berlin inszeniert er in der Spielzeit 2009/10 mit Händels Opera seria Orlando zum ersten Mal eine Oper.
Einführungsmatinee: Sonntag, 14. Februar 2010, 12:00 Uhr
Weitere Aufführungen in der Spielzeit: 7. März, 19:00 Uhr, sowie 13./18./27. März, 3./18. April, jeweils 19:30 Uhr und am 16. Juli 2010, 20:00 Uhr
Karten:
Kartentelefon Komische Oper Berlin +49 (30).47 99 74 00 Montag bis Samstag 9:00 bis 20:00 Uhr, Sonntag 14:00 bis 20:00 Uhr
Preise: So – Do: 8,00 – 62,00 €, Fr + Sa: 10,00 – 72,00 €, Premiere: 12,00 – 93,00 €
www.komische-oper-berlin.de
Zur Inszenierung der Berliner Neuköllner Oper
Neue Fassung von Wolfgang Böhmer und Rainer Holzapfel
Premiere: 28. September 06 Spieltermine: 28. und 30. September, 1. 4./5., 7./8., 11., 13./14., 18., 20./21., 25./26. und 28./29. Oktober sowie 2.-4. November 06, 20 Uhr
Musikalische Leitung: Hans-Peter Kirchberg Inszenierung: Rainer Holzapfel Ausstattung: Lisa Brzonkalla Dramaturgie: Bernhard Glocksin
Ensemble:
Dorinda: Cassandra Hoffman Orlando: Susanne Langner Angelica: Eva Scheider Zoroastro: Peter Veit Medoro: Christophe Villa
Orchester:
Akkordeon: Timofej Sattarov Cembalo: Sabine Erdmann / Christine Tschirge Spinettino: Peter Veit Honky Tonk – Klavier: Christophe Villa
Toy Piano: Cassandra Hoffman Harfe: Verena Volkmer / Anna Viechtl Harmonium: Winfried Radeke Klavier 1: Hans-Peter Kirchberg
Klavier 2 / Harmonium / Schoßorgel: Winfried Radeke Klavier 3: Susanne Langner, Eva Scheider
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts fabulierte Ludovico Ariost in seinem maßlosen Epos Orlando furioso von Rittern, die aus Effektivitätsgründen schon mal 10 Gegner gleichzeitig
auf eine Lanze spießen können, von Frauen, die immer schön, immer sexuelle willig und immer so jung sind, dass die Geschichten sich meist an der Grenze zur Pädophilie
bewegen, und von Ungeheuern und Zauberern, die jedem heutigen Fantasyfilm den Rang ablaufen.
Händel macht 200 Jahre später in seinem Orlando selbigen dann zu einem Vorboten der Empfindsamkeit: Ein Weichling, der von Kämpfen und Krieg nichts mehr wissen will,
dessen Vorbilder Helden sind, die in Frauenkleidern herumlaufen, der sich herausnimmt, wie eine Frau zu weinen, der dafür aber auch seine bürgerliche Existenz preiszugeben
bereit ist: Händels Orlando will lieber einen Wahnsinn leben als in einer traditionellen und für ihn nicht mehr passenden Geschlechterrolle zu ersticken.
Noch einmal knapp drei Jahrhunderte später erzählt der Regisseur Rainer Holzapfel an der neuköllner oper Orlando als gegenwärtige Geschichte einer auseinander brechenden
Familie. Aus der bei Händel angelegten psychologischen Griffigkeit und Tiefe der Figuren werden konkrete Charaktere innerhalb eines genau definierten sozial-gesellschaftlichen
Zusammenhang entwickelt:
Der allein erziehende Vater, der den Rest an familiärem Zusammenhalt durch Hausmusik (das Orchester wird z.T. von unseren Darstellern selbst gebildet – siehe Seite „Kurz und
bündig“!) zu gewährleisten versucht; der älteste Sohn, der eigentlich ein Mädchen ist und jetzt endlich auch als solches leben möchte; der durch die pubertären Metamorphosen
verunsicherte kleinere Bruder, der von Liebe und Sexualität gar nichts wissen möchte und gerade dadurch zum begehrenswerten und manipulierbaren Objekt wird; die Cousine,
die ihre Cousins als Trainingseinheiten für eine spätere Ehe mit dem dann zu erwartenden Idealgatten nutzt; und schließlich die Haushälterin, die sich nimmt, was sie kriegen kann
und auch vor Vergewaltigung nicht zurückschreckt.
In dieser Produktion prallen die gegensätzlichen Vorstellungen von der Liebe, von sexueller Identität und vom Umgang mit Tradition(en) aufeinander und sorgen für ein explosives
Gemisch. Wer kann sich durchsetzen? Wer sich befreien? Und: Darf Orlando als Frau leben oder nicht? Rainer Holzapfel
Künstlerisches Leitungsteam:
Wolfgang Böhmer - Musikalische Einrichtung
Opern: Alarm / Licht / Die Legende vom Fall ohne Ende weitere Musiken für Musical/Musiktheater: Irma la Douce (Neufassung des Musicals), Ludwigshafen/Esslingen
Die Banditen (Neufassung der opera bouffe von Offenbach), Esslingen Biene Maja (Regie: Peter Lund), Theater Basel zahlreiche Bühnenmusiken, u.a. für :
Was gibt's Neues vom Krieg? (Berliner Ensemble) Kasimir und Karoline und Der Bürger als Edelmann, Landestheater Neustrelitz Die Nächte der Schwestern Brontë (Heidelberg)
Effi Briest (nach Fontane), Wildente und Die Wanze (Regie: Peter Lund) alle Maxim-Gorki-Theater Berlin Projekte in der neuköllner oper
Frau Parker kann nicht schlafen (Regie: Adriana Altaras) Liebestrank (Regie: Adriana Altaras) Das Wunder von Neukölln (Regie: Bernd Mottl) Fromme Lügen (Regie: Bernd Mottl)
La sorella amante (Textfassung. Regie: Adriana Altaras) Der glückliche Prinz (Regie: Peter Lund) Love Bite (Text und Regie: Peter Lund) SommerNachtTraum (Text und Regie: Peter Lund)
Licht (nach dem Schauspieltext von Dea Loher. Regie: Boris von Poser)
Rainer Holzapfel – Textfassung, Inszenierung Studium der Musiktheater-Regie in Hamburg.
Engagements als Assistent in Luzern, London, Darmstadt, Bremen u.a. bei Werner Schroeter, Hans Kresnik, Peter Palitzsch.
Eigene Regiearbeiten u.a. am Theater Biel Solothurn (Jakob von Gunten, Antigone, Zaide), am Europäischen Zentrum der Künste in Dresden Hellerau (In Kürze, 4 Opern, UA), bei
der Young Opera Company Freiburg (Jakob Lenz), in der Opera stabile Hamburg (Der Apotheker, Die geliebte Stimme), am Bremer Theater (Fräulein Julie, Der mündliche Verrat)
und an der Neuköllner Oper (Bizetlounge: Perlenfischer). Lehraufträge an der Folkwangschule Essen und an der Hochschule für Künste Bremen. Wahl-Potsdamer und Vater zweier Kinder.
Hans-Peter Kirchberg - Musikalische Leitung
Kapellmeisterstudium in Dresden bei Peter Gülke; Unterricht zusätzlich bei Eugen Jochum, Rudolf Kempe und Kurt Masur; Meisterkurse u.a. bei Igor Markevitch und Kurt Masur;
Assistent von Leonard Bernstein, Christoph Eschenbach und Mstislav Rostropovitch.
Engagements an den Opernhäusern Chemnitz, Zwickau, Bautzen, Wuppertal; Konzerte beim Schleswig-Holstein Musik Festival; Tourneen mit Rilling und Rostropovitch;
„Conductor in Residence“ der Deutsch-Russischen Jungen Philharmonie; Konzerte als Lied- und Instrumentalbegleiter sowie Cembalist. Freiberufliche Zusammenarbeit u.a. mit der
Berliner Kammeroper, dem theater 89 in Berlin, dem Neuen Berliner Kammerorchester und dem Schlosstheater Rheinsberg. Lehrauftrag an der Berliner„Hanns-Eisler“
-Musikhochschule, Mentor beim „Dirigentenforum“ des Deutschen Musikrates, Gastdozent an der UdK Berlin. Seit fast fünfzehn Jahre prägt Hans-Peter Kirchberg das
musikalische Profil der neuköllner oper durch die musikalische Leitung zahlreicher Bearbeitungen und Uraufführungen. Seit 2002 ist er Musikalischer Direktor des Hauses.
Bernhard Glocksin – Dramaturgie
Studium der Musikwissenschaft, Germanistik und Politik an den Universitäten Köln, Tübingen und Marburg. Seit 1986 Dramaturg für Musiktheater, Schauspiel und Tanztheater,
zunächst an den Niedersächsischen Staatstheatern Hannover, dem Theater am Neumarkt Zürich, dem Salzburger Landestheater. Ab 1995 Chefdramaturg / persönl. Referent des
Intendanten am Staatstheater Mainz, 1999 – 2002 Chefdramaturg und Stellvertreter des Intendanten in künstlerischen Fragen am Deutschen Theater in Göttingen. Künstlerische
Leitung / Bereich Programmgestaltung und Chefdramaturg an der neuköllner oper seit Januar 2004. Stückentwicklung und Fassungen u.a. von BizetLounge:Perlenfischer, Die
gelbe Prinzessin, Create your life!. Daneben freischaffend Projekte (Berlinale Talk 2004; Mach die Augen zu und flieg..., Koproduktion Armin Petras / Haus der Kulturen der Welt /
schauspielfrankfurt 2004) sowie Libretti für Tanz (Salzburg 1995) und Musiktheater (u.a. Julie & Jean, Musik Gerhard Schedl, Uraufführung Wien 2003; HesseIndia, Musik Raffael
Reina, Uraufführung Amsterdam/Stuttgart/Wien 2007).
Lisa Brzonkalla – Ausstattung
studierte Kostümgestaltung an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Engagements führten sie zum Das Phantom der Oper Hamburg, an die The Australian Opera Sydney
, die Bayreuther Festspiele, das Berliner Ensemble und an die Schaubühne am Lehniner Platz. Als Kostümassistentin und Kostümbildnerin arbeitete sie für zwei Jahre an den
Städt. Bühnen Freiburg. Seit 1999 ist sie freischaffend tätig. Neben Arbeiten an Oper, Ballett und Schauspiel hat sie Kostüme für die Filme Vaccum und Lauffeuer entworfen. Mit
Rainer Holzapfel arbeitet sie schon einige Jahre zusammen und entwickelt mit ihm Bühnenbilder. Nächste Produktionen führen sie an die Städt. Bühnen Regensburg mit
Alpenglühen und an das Saarländische Staatstheater Saarbrücken mit Des Teufels General. Sie ist Mutter von zwei Kindern.
Ensemble:
Cassandra Hoffman – Dorinda
stammt aus Bloomington, Indiana, USA. Sie studierte Gesang an der University of Wisconsin-Madison und in New York City am Mannes College of Music. Engagements in den USA
hatte sie u.a. bei dem Mannes Camerata, Ex Umbris und Artek. Bühnenrollen waren die Titelrolle in John Eccles’ Semele und Nero in Händels Agrippina. Seit 1997 lebt sie in Berlin.
Seitdem hat sie viele Barockopern gesungen: am Théatre d´Evreux in Frankreich, sowie bei den Magdeburger Telemann-Festtagen, mit der Batzdorfer Hofkapelle als Hohe
Priesterin der Amazonen in Walpurgis Talestri, sowie mit Werken von Monteverdi beim Lausitzer Opern Sommer. 2001 war sie auf der Bühne der neuköllner oper als Sophia
Western in Francois-André Philidor´s Tom Jones zu sehen, als YumYum in Gilberts Mikado (Saalbau Neukölln, 2003) in dem Händel Pasticchio Capriole d’amore (Halle, 2002 - 2004
) sowie als Baronin in Venus und Adonis (Poetenpack, 2005/2006). Konzertant ist sie mit mehreren Ensembles aufgetreten, u.a. mit dem Duo Fandango und dem Schauspieler
Hartmut Becker, dem Fagott-Duo Satyros und mit ihrem eigenen Ensemble Kalliope.
Susanne Langner – Orlando
wurde 1979 in Dresden geboren. Durch ihr Mitwirken im Gewandhauskinderchor Leipzig und im Rundfunk Jugendchor Wernigerode genoss sie schon früh eine musikalische
Ausbildung. Seit 1998 studierte sie am Mozarteum Salzburg bei Prof. KS Elisabeth Wilke Gesang und absolvierte 2006 mit Auszeichnung. Seit 2003 ist sie Ensemblemitglied des
Rias Kammerchores, Berlin. 1998 debütierte sie als Barbarina in Figaros Hochzeit und wirkte seitdem in zahlreichen Opernproduktionen mit. 2004 gewann sie den Publikumspreis
und den Sonderpreis des Leipziger Barockorchesters beim internationalen Bachwettbewerb, Leipzig. Darüber hinaus war sie Finalistin bei diversen internationalen Wettbewerben
. Zahlreiche Konzertverpflichtungen führen sie ins In- und Ausland, wo sie u.a. mit dem Mozarteumorchester unter D. Russell Davies, dem Leipziger und Dresdener
Barockorchester unter C. Biller und dem Deutschen Sinfonieorchester, Berlin unter P. Rundel, musizierte. Sie verfügt über ein breites Repertoire von der Renaissance bis zur
Moderne, wobei der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit derzeit in der Barockmusik liegt.
Eva Scheider – Angelica
studierte Gesang an den Musikhochschulen in Mannheim und Düsseldorf (Diplom 2004) und besuchte Meisterkurse mit Ulf Bästlein (Lied), Sylvia Geszty (Oper) und Marlis
Petersen. Ergänzenden Unterricht nimmt sie bei der Sopranistin und Regisseurin Patricia Panton. Nach Aushilfen im Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf und
Konzerten mit den „Neuen Vokalsolisten Stuttgart“ (Pierre-Boulez-Festival Lyon 2002) debütierte Eva Scheider erstmals in einer Oper als „Waldvogel“ in Wagners Siegfried
(Bayreuther Festspiele 2003). 2005 kreierte sie zusammen mit der Tänzerin Susanne Rosenfeld einen Tanztheaterabend mit Gesängen der Hildegard von Bingen, den sie in
mehreren deutschen Städten aufführte. Neben einer Reihe von Aufführungen der Musiktheater-Performance Die Formel in Zusammenarbeit mit dem Theater Rampe Stuttgart in
den Jahren 2002-2005 (Stuttgarter Theaterpreis 2005) sang sie mehrere Uraufführungen der Kompositionsklasse der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. Darüber hinaus
trat Eva Scheider mit mehreren professionellen Vokalensembles auf: Schon vor und während des Studiums u. a. mit dem Kammerchor Stuttgart (Leitung: Frieder Bernius) auf
Tourneen, CD-Produktionen, Festivals und Wettbewerben. Mit der „Nederlandse Bachvereniging“ war sie im letzten Dezember auf Tournee mit Bachkantaten unter der Leitung
von Marcus Creed. Außerdem ist sie Gündungsmitglied des „Orpheus-Vokalensemble“ (gegründet im September 2005), mit dem sie gerade eine aktuelle CD mit Werken von Robert
Schumann beim Carus-Verlag Stuttgart aufgenommen hat. Die Rolle der „Angelica“ ist Eva Scheiders Debut an der neuköllner oper.
Peter Veit – Zoroastro
studierte Gesang am Konservatorium der Stadt Wien und besuchte die Opernklasse an der Hochschule f. Musik in Wien. Meisterkurse bei Erika Köth, Kurt Widmer und Josef
Metternich. Private Studien bei Hugh Beresford und George Fortune.
Es folgten Engagements an der Wiener Kammeroper, Neue Oper Wien, Landestheater Altenburg/ Lübecker Sommeroperette, Hamburger Operettencompagnie, Opernhaus Graz u
.a. mit den Partien des Figaro (Figaros Hochzeit, W.A. Mozart), des Papageno in Mozarts Zauberflöte, den Titelrollen in Händels Giulio Cesare und Puccinis Gianni Schicci sowie
als Dr. Reischmann in Henzes Elegie für junge Liebende und den Grigori S. Smirnov in Waltons The Bear. Peter Veit ist seit 1997 Mitglied der Staatsoper Hamburg.
Christophe Villa – Medoro
Geboren 1981, erhielt eine Gesangs- und Regieausbildung am Conservatoire National de Région Marseille und studiert seit 2004 Operngesang an der Hochschule f. Musik „Hanns
Eisler“ bei Prof. Renate Faltin. Während seiner Studien konnte man ihn 2005 in der Staatsoper Unter den Linden Berlin in Seven attempted escapes from silence (Jonathan S.
Froer), ebenfalls 2005 in der Produktion der Komischen Oper Berlin K.O.2 – Hangmans Desire (Carissimis Historia di Jephte) und 2002 im Theatre Gyptis, Marseille in L’Incorazione
di Poppea von Claudio Monteverdi sehen. Daneben ist Christoph Villa als Konzertsänger aktiv (Liederabend mit Werken von Fanny Mendelssohn-Bartholdy, Magnificat von J.S.
Bach, Stabat Mater von L. Boccherini). 2006 war er Gast der Académie Européenne de Musique d’Aix-en-Provence (Meisterkurs und Konzert). Christophe Villa wird im November
2006 den Nerone in Agrippina und im April 2007 die Titelpartie in Händels Xerxes geben, beides Produktionen der Hochschule f. Musik „Hanns Eisler“.
Spielort:
neuköllner oper, Karl-Marx-Str. 131-133, 12043 Berlin – Saal Verkehrsanbindung: U 7 - Karl-Marx-Straße; S 41/42/46/47 – Neukölln; Bus 104
Karten:
9-21 Euro, Vorbestellung unter 030 / 6889 0777, unter tickets@neukoellneroper.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen
www.neukoellneroper.de
Zur Inszenierung des Opernhaus Zürich in der Saison 2005/06:
Szenische Schweizerische Erstaufführung
Musikalische Leitung:
William Christie Inszenierung: Jens-Daniel Herzog Bühnenbild: Mathis Neidhardt Kostüme: Mathis Neidhardt Lichtgestaltung: Jürgen Hoffmann
Dramaturgie: Ronny Dietrich Videoeinrichtung:. Timo Schlüssel
Mit:
Orlando: Marijana Mijanovic Angelica: Martina Janková Medoro:
Katharina Peetz Dorinda: Eva Liebau Zoroastro: Günther Groissböck (Rollendebüt für alle Beteiligten)
Unterstützt von der Ringier AG und vom Zürcher Theaterverein
In meinem ganzen Leben habe ich keine bessere Musik gehört und keine bessere Aufführung: Der berühmte Kastrat Senesino spielte die Hauptrolle, auch die andern waren
Italiener, die sehr gewandt sangen und spielten. Mich überraschte die Zahl der Instrumentalvirtuosen, denn es gab zwei Cembali, zwei grosse Gamben, mindestens 7 Fuss lang
und mit entsprechenden Saiten, deren Durchmesser nicht weniger als ein Viertelzoll betragen haben kann, 4 Celli, 4 Fagotte, 2 Oboen, 1 Theorbe und mehr als zwei Dutzend
Geigen. Ein Signor Montagnana sang den Bass mit einer Stimme, die wie Kanonendonner klang. Ich entsinne mich nicht, jemals so etwas gehört zu haben.
Aufführungsbericht von Sir John Clark of Penicuick, Mai 1733
www.opernhaus.ch
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