Oper Stückeinfo: O
 

O Ewigkeit, du Donnerwort
Kantate von Johann Sebastian Bach

Premiere: 29. Mai 10 (Kellertheater der Oper Leipzig)

Musikalische Leitung: Johannes Harneit
Inszenierung: Peter Konwitschny
Bühne, Kostüme: Helmut Brade

Sopran: Jennifer Porto 
Alt: Lena Belkina
Tenor: Martin Petzold
Bass: Tomas Möwes

Sinfonietta Leipzig

In Verbindung mit
Tagebuch eines Wahnsinnigen

Peter Konwitschy setzt sein Vorhaben, in jeder Spielzeit an der Oper Leipzig eine Bach-Kantate zu inszenieren, fort. Dieses Mal hat er sich zusammen mit Bühnenbildner Helmut Brade die Bach-Kantate „O Ewigkeit, du Donnerwort“ (BWV 60) vorgenommen. Kombiniert wird Bachs Werk mit Manuel Durãos Vertonung von Gogols „Tagebuch eines Wahnsinnigen“. Manuel Durão, in Lissabon geboren, studiert derzeit Komposition an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“. Bereits 2007 vertonte er Gogols „Tagebuch eines Wahnsinnigen“. Für die Oper Leipzig überarbeitete er seine Komposition. In erschütternden und grotesken Bildern schildert Gogol 1835 in seiner Erzählung den Einbruch des Irrationalen in die reale und erbarmungslose Alltagswelt der Namenlosen und Einsamen. Inszeniert wird das „Tagebuch eines Wahnsinnigen“ von der Regisseurin Claudia Forner, die den Leipzigern durch ihre Hochschultätigkeit bereits mit Inszenierungen wie „Die spanische Stunde“ von Ravel bekannt ist. Das Thema der Gogolschen Erzählung korrespondiert hervorragend mit Bachs Kantate „O Ewigkeit, du Donnerwort“ (BWV 60), die Bach selbst als „Dialog zwischen Furcht und Hoffnung“ bezeichnet hat. Damit ist ihr Thema beschrieben: jener seelische Zwiespalt, der dem Menschen angesichts des eigenen Sterbens nicht erspart bleibt. Zwischen Furcht und Hoffnung gibt es keinerlei Konsens. Die Hoffnung kann die Furcht weder überzeugen noch trösten. Bekannt wurde die Bach-Kantate vor allem durch den abschließenden Choral „Es ist genug“, den Alban Berg 1935 in sein Violinkonzert aufnahm. [© Oper Leizig]

www.oper-leipzig.de

Offene Wunden
Ein Projekt des Ensemble Modern mit zwei Songspielen und Film
Mahagonny Songspiel von Kurt Weill, Text von Bertolt Brecht
Die WUNDE Heine Kleines episches Songspiel mit Interludien von Helmut Oehring (* 1961), Textbuch von Stefanie Wördemann nach Texten von Heinrich Heine u.a.

Erstaufführung: 26. Februar 2010 (Dessau, Kurt Weil Fest 2010)

Zu den Aufführungen der Oper Frankfurt im Bockenheimer Depot:
Produktion des Ensemble Modern in Koproduktion mit der Oper Frankfurt, dem Kurt Weill Fest Dessau / Anhaltisches Theater Dessau und der MusikTriennale Köln Auftragskomposition von Ensemble Modern, Oper Frankfurt, Kurt Weill Fest Dessau und MusikTriennale Köln

Premiere: 27. Juni 10 (Frankfurter Erstaufführung)

Musikalische Leitung: Hartmut Keil
Inszenierung und Ausstattung: Stefanie Wördemann und Helmut Oehring
Film / Grafik / Bühne: Hagen Klennert
Harry (E-Gitarre, Gesang / Sprecher): Jörg Wilkendorf
Jessie / M(athilde): Salome Kammer
Bessie / H.: Sylvia Nopper
Charlie / E.: Atrium Ensemble Oliver Uden
Billy / I.: Philipp Neumann
Bobby / N.: Martin Schubach
Jimmy / E’.: Frank Schwemmer

Ensemble Modern
Die Produktionen im Bockenheimer Depot werden gefördert von der Aventis Foundation
Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

In dem Projekt OFFENE WUNDEN wird das Mahagonny Songspiel von Kurt Weill (1900-1950) mit Die WUNDE Heine des 1961 in Berlin geborenen Komponisten Helmut Oehring kombiniert.
Weill gilt als einer der vielseitigsten und bedeutendsten Theaterkomponisten des 20. Jahrhunderts. Das Mahagonny Songspiel basiert auf Bertolt Brechts Gedichtsammlung Hauspostille. Es wurde vom Musikfest Baden-Baden in Auftrag gegeben und dort am 17. Juli 1927 uraufgeführt. Der kammermusikalische Rahmen des Werkes wurde später von Weill und Brecht zu ihrer 1930 in Leipzig herausgebrachten Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny erweitert.
Oehrings international aufgeführte Werke hingegen sind vor allem für ihre auf die Beziehung von Wort, Bewegung, Raum und Klang ausgerichtete musikalische Sprache bekannt. Die WUNDE Heine, am 26. Februar 2010 beim Kurt Weill Fest in Dessau uraufgeführt, wurde als Pendant zum Mahagonny Songspiel konzipiert und basiert auf Texten von Helmut Oehring und Heinrich Heine, der wie Brecht Poesie und Politik eng miteinander verband. Als wichtiges Element der Dessauer Inszenierung von Stefanie Wördemann und Helmut Oehring, die nun ins Bockenheimer Depot übernommen wird, tritt die Gebärdensprache hinzu. Nicht als Illustration, sondern als „verzeichnete, wortlose Gestalten“ der Sprache Heines: Oehring selbst hat als Kind gehörloser Eltern erst im Alter von vier Jahren sprechen gelernt und bezeichnet die Gebärdensprache als seine Muttersprache.

Das u.a. vom Ensemble Modern in Auftrag gegebene Werk wird im Bockenheimer Depot von Kapellmeister Hartmut Keil musikalisch geleitet. Zu den Mitwirkenden gehören neben dem Gitarristen und Sänger Jörg Wilkendorf, durch den in Form von Rio Reiser-Liedern die gesellschaftlich engagierte Rockmusik Eingang in das Stück findet, das Berliner Männervokalquartett Atrium Ensemble sowie die Sopranistin Sylvia Nopper. Ihre Partnerin ist die bei Frankfurt aufgewachsene Schauspielerin und Stimmkünstlerin Salome Kammer, die u.a. durch Edgar Reitz’ TV-Epos Die zweite Heimat einem breiten Publikum bekannt geworden ist.

Weitere Vorstellungen: 28. Juni, 1., 2., 4. Juli 2010
Beginn jeweils um 19.30 Uhr
Preise: € 12 bis 50 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr (außer an der Vorverkaufs- und Abendkasse der Oper Frankfurt)
Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 oder online unter
www.oper-frankfurt.de erhältlich.

L'Oracolo (Das Orakel)

Von: Franco Leoni
Text: Camillo Zanoni nach “The Cat and the Cherub” (1896) von Chester Bailey Fernald
Uraufführung: 28. Juni 1905 (London, Royal Opera House Covent Garden)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
4. Oktober 09
Weitere Vorstellungen: 8., 11., 17., 29., 31. Oktober, 5., 8., 13. November 2009, 3., 8., 17. April 2010

Musikalische Leitung: Stefan Solyom / Hartmut Keil
Regie: Sandra Leupold
Bühnenbild und Kostüme: Heike Scheele
Dramaturgie: Malte Krasting
Licht: Joachim Klein
Chor: Matthias Köhler

Besetzung:

Uin-Sci, ein gelehrter Arzt:
Ashley Holland
Cim-Fen, Inhaber einer Opiumhöhle: Peter Sidhom / Bastiaan Everink
Hu-Tsin, ein reicher Kaufmann: Franz Mayer
San-Lui, Uin-Scis Sohn: Carlo Ventre / Yonghoon Lee
Ah-Joe, Nichte Hu-Tsins: Annalisa Raspagliosi / Barbara Zechmeister
Hua-Qui, Kindermädchen: Katharina Magiera

Die Oper wird gemeinsam mit Giacomo Puccinis “
Le Villi” gegeben.

Besprechung auf kulturfreak.de

Sowohl Franco Leoni (1864-1949) als auch Giacomo Puccini (1858-1924) waren Schüler von Amilcare Ponchielli am Mailänder Konservatorium. Beide konzipierten ihre im Rahmen dieser Frankfurter Neuinszenierung miteinander kombinierten Opern als Einakter, wobei Puccini seinen Erstling später in eine zweiaktige Fassung umarbeiten sollte. Während sich in Leonis am 28. Juni 1905 in London uraufgeführter Kurzoper die grellen Stilelemente des Verismo – des Naturalismus auf der Opernbühne – bereits etabliert zu haben scheinen, ist der stilistische Eindruck von Puccinis Werk, das der Komponist erfolglos bei einem der Wettbewerbe des Verlegers Sozogno eingereicht hatte, weniger eindeutig. So vermittelte sich nach der Uraufführung am 31. Mai 1884 in Mailand der Eindruck, dass hier zwar ein äußerst talentierter Komponist auf der Suche nach einem neuen, zeitgemäßen Stil sei, er den richtigen Weg jedoch noch nicht gefunden habe. Das Werk Leonis wurde vor allem von Antonio Scotti, dem Cim-Fen der Uraufführung, propagiert und oft auch an der New Yorker Met aufgeführt, nach seinem Tode aber geriet es schnell in Vergessenheit.

In L’oracolo versucht Cim-Fen, Inhaber einer Opiumhöhle in San Franciscos Chinatown, seinen gesellschaftlichen Aufstieg durch eine kriminelle Intrige zu beschleunigen. Doch wird er von dem gelehrten Arzt Uin-Scî durchschaut, dessen Prophezeiung von Cim-Fens Untergang sich am Ende der Handlung bewahrheitet. In Le Villi stirbt Anna aus Gram über die Untreue ihres Geliebten Roberto und rächt sich mit Hilfe der Willis, der Geister verlassener junger Bräute.

Die musikalische Leitung der Produktion liegt bei Stefan Solyom, der zuletzt 2007/08 anlässlich der Wiederaufnahme von Gounods Faust in Frankfurt gastierte und seit 1. September 2009 die Position des Generalmusikdirektors am Deutschen Nationaltheater Weimar bekleidet. Nach Dukas’ Ariane et Barbe-Bleue 2007/08 kehrt mit Sandra Leupold eine der interessantesten jungen Regisseurinnen an den Main zurück. Für beide Opern sind mit Annalisa Raspagliosi, Carlo Ventre und Peter Sidhom internationale Gastsänger engagiert, die sich dem Frankfurter Opernpublikum während der vergangenen Spielzeiten bereits in den unterschiedlichsten Partien präsentiert haben. Auch mit Ashley Holland als Uin-Scî kehrt in L’oracolo kein Unbekannter zurück nach Frankfurt. Komplettiert wird die Besetzung durch bewährte Ensemblemitglieder der Oper Frankfurt. Während des zweiten Teils der Aufführungsserie im April 2010 kommen zahlreiche Alternativbesetzungen zum Einsatz, die musikalische Leitung hat dann Kapellmeister Hartmut Keil. [© Oper Frankfurt]


www.oper-frankfurt.de

Orlando
Opera seria in drei Akten

Von: Georg Frierich Händel
Libretto nach: Carlo Sigismondo Capece
Uraufführung: 27. Januar 1733 (London, Kings Theatre)

Zur Inszenierung der Komischen Oper Berlin:

Premiere:
26. Februar 10

Musikalische Leitung: Alessandro De Marchi
Inszenierung: Alexander Mørk-Eidem
Bühnenbild: Erlend Birkeland
Kostüme: Maria Gyllenhoff
Dramaturgie: Bettina Auer
Licht: Franck Evin

Besetzung:

Orlando:
Mariselle Martinez
Angelica: Brigitte Geller
Medoro: Elisabeth Starzinger
Dorinda: Julia Giebel
Zarathustra: Wolf Matthias Friedrich
Isabella, Zarathustras Assistent: Bernd Stempel
und das Orchester der Komischen Oper Berlin.

© HannsJoosten
Foto: Hanns Joosten

In Skandinavien ist er ein Regiestar, hat die wichtigsten Theaterpreise in Norwegen, Schweden und Dänemark erhalten. Mit seiner Hamlet-Inszenierung wurde 2008 das Königliche Theater in Kopenhagen eröffnet, am Stadsteater Stockholm läuft seine Inszenierung von Tschechows Die drei Schwestern vor ausverkauftem Haus, seine Fassung von Alexandre Dumas‘ Die drei Musketiere als Pop-Revue erlebte dort bereits 100 Vorstellungen. Jetzt gibt er ein doppeltes Debüt an der Komischen Oper Berlin: Der norwegische Regisseur Alexander Mørk-Eidem inszeniert mit Händels Orlando zum ersten Mal eine Oper und arbeitet gleichzeitig zum ersten Mal in Deutschland. Andreas Homoki: »Er zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Originalität aus. Er ist innovativ, phantasie- und kraftvoll und vergisst darüber nie das Stück, das es zu erzählen gilt.«
Alessandro De Marchi wurde 2009 in der Nachfolge von René Jacobs die Künstlerische Leitung der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik übertragen. Er dirigiert in Dresden, Hamburg, Essen, Lyon, Turin oder bei den Händel-Festspielen in Halle. Alessandro De Marchi, der vor zwei Jahren an der Komischen Oper mit großem Erfolg Händels Theseus dirigierte, will: »die ungeheuer farbenreiche, packende Orlando-Musik in ihrer ganzen Dramatik zum Leuchten bringen«. Händels tragikomische Oper über den legendären Krieger Orlando – der vor Eifersucht und Rachedurst den Verstand verliert – beleuchtet die Macht der Gefühle in all ihren Facetten: von zarter Entdeckung ersten Verliebtseins bis zum rasenden Liebeswahn. Orlando und seinen drei Liebes- und Leidesgenossen steht der Magier Zarathustra gegenüber oder auch mal im Weg, während er immer wieder ins Geschehen eingreift und heimlich alle Fäden in der Hand hält. Bis sein Experiment aus den Fugen gerät …

Zu Händels Zeiten wurden die Männerrollen in der Oper mit Kastraten besetzt. Alessandro De Marchi: »Aus der Frage, was männlich und was weiblich ist, entstand damals absichtlich eine Kunst der Konfusion. Daher finde ich es toll, wie Alexander mit den Travestierollen, den Kriegern Orlando und Medoro, umgeht. Es ist szenisch wie musikalisch nämlich egal, ob es Frauen oder Männer sind, denn es geht um die Liebe an sich.«
Alexander Mørk-Eidem: »Genau! Da hier die Liebe grundsätzlich diskutiert wird, spielt es keine Rolle, ob sie zwischen Mann und Frau oder zwischen zwei Frauen stattfindet. Normalerweise verwenden Sängerinnen viel Energie darauf, glaubhaft einen Mann auf der Bühne darzustellen. Ich halte das für überflüssig.«
Das skandinavische Team situiert die Handlung in einem Flower-Power-Ambiente der 60er-70er-Jahre, in einem nordischen Nadelwald, fernab der Zivilisation. In dieser Umgebung sorgt Orlando in seinem Liebeswahnsinn nicht nur für die Zerstörung einer Natur-Idylle, sondern wird zur akuten Gefahr für Leib und Leben seiner Mitmenschen.

Zum Inhalt:
Der Magier Zarathustra will mit Hilfe seiner Kunst den in grenzenloser Liebe zu Angelica entbrannten Orlando dazu bringen, sein Leben wieder dem ruhmreichen Kriegerdasein zu widmen. Orlando hingegen glaubt, Liebe und Kampfesruhm miteinander in Einklang bringen zu können, was er sogleich mit der Rettung einer Prinzessin aus Feindeshand demonstriert. Dabei beobachtet ihn Dorinda, die ebenso an ihrer unglücklichen Liebe zu Medoro verzweifelt wie Orlando an Angelica. Denn Angelica liebt Medoro und ihre Liebe wird erwidert. Dorinda kommt ihnen auf die Schliche und ist wenig begeistert. Schlimmer aber ist, dass auch Orlando hinter die geheime Verbindung der beiden kommt und sie nun mit seinem gefährlichen Zorn bedroht. Sie beschließen die gemeinsame Flucht, die Orlando aber verhindert. Zarathustra kann Angelica im letzten Moment aus den Händen des Rasenden erretten, Orlando aber verfällt dem Wahnsinn. In seiner Raserei zerstört er Dorindas Hütte, in der sich Medoro versteckt hielt, der dem Angriff zum Opfer zu fallen scheint. Erneut richtet sich der Zorn des Irren gegen Angelica, die wiederum nur durch das Eingreifen des Magiers vor dem sicheren Tod gerettet werden kann. Dann sinkt er ermattet in Schlaf und wird von Zarathustra geheilt. Der erwachte Orlando gerät über seine vermeintlichen Morde in höchste Verzweiflung. Als er aber zu seiner Erleichterung erfährt, dass Zarathustra das Schlimmste verhindert hat, ist er bereit, auf Angelica zu verzichten und sich wieder dem Kriegerdasein zuzuwenden.

Alessandro De Marchi (Musikalische Leitung)
Alessandro De Marchi studierte am Konservatorium in Rom und an der »chola Cantorum Basilensis. Er tritt regelmäßig in den renommiertesten Theatern und bei den wichtigsten Festivals auf. Bislang dirigierte er an der Staatsoper in Berlin, am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, an der Hamburgischen Staatsoper, am Teatro Regio in Turin, beim Maggio Musicale Fiorentino, an der Sächsischen Staatsoper Dresden, am Essener Aalto-Theater, an der Opéra National in Lyon, beim MDR in Hannover, am Prager Estates Theater, beim Rossini-Festival in Bad Wildbad, beim Montreux Festival, den Händel-Festspielen in Halle, das Orchestre de Chambre de Genève, das Accademia Santa Cecilia Orchester in Rom, unter anderem Il matrimonio Segreto, Don Pasquale Haydns L‘isola disabitata, Rossinis Der Barbier von Sevilla, La Cenerentola, Glucks Don Juan, Mozarts Il re Pastore, Nozze di Figaro, Così fan tutte, Don Giovanni, Clemenza di Tito, Entführung aus dem Serail, Monteverdis Incoronazione di Poppea, Reinhard Keisers Der lächerliche Prinz Jodelet, Händels Julius Cäsar in Ägypten, Alcina und Hasses Cleofide.
Er ist Erster Dirigent des Accademia Montis Regalis Orchesters, mit dem er unter anderem Vivaldis Juditha Triumphans, Orlando finto pazzo (beide aufgenommen für Naïve), L’Olimpiade auf einer Konzerttour beim Paris Théâtre des Champs-Elysées und in Lyon aufführte, sowie Il re pastore für die Innsbrucker Festwochen einstudierte. Außerdem wirkte er bei Aufnahmen für Naïve, Opus 111, Harmonia Mundi France, Accord, Symphonia, K617, Auvidis, WDR, Radio France, Radio Classique und Amadeus mit.
2009 wurde Alessandro De Marchi in der Nachfolge von René Jacobs die Künstlerische Leitung der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik übertragen.
In der Spielzeit 2007/08 leitete Alessandro De Marchi an der Komischen Oper Berlin musikalisch die Aufführungen von Händels Theseus.

Alexander Mørk-Eidem (Inszenierung)
Alexander Mørk-Eidem wurde in Oslo geboren. Nach Umwegen über Jura, Geschichte und Medienwissenschaft absolvierte er sein Regiestudium an der Staatlichen Theaterhochschule in Oslo. Seit 1998 ist er als Theaterregisseur auch über die Grenzen Norwegens hinaus in den skandinavischen Ländern tätig. Unter anderem inszenierte er 2004 Ibsens Die Kronprätendenten und 2008 Shakespeares Hamlet am Königlichen Theater in Kopenhagen. Zu seinen jüngsten Arbeiten gehören Die drei Musketiere nach Alexandre Dumas und Brechts Herr Puntila und sein Knecht Matti, beide am Stadsteater Stockholm. Für mehrere seiner Arbeiten ist er mit Preisen ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem norwegischen Hedda-Preis für seine Umsetzung von Aber nichts von Nachtigallen von Tennessee Williams im Jahr 2000 am Osloer Nationaltheater. An der Komischen Oper Berlin inszeniert er in der Spielzeit 2009/10 mit Händels Opera seria Orlando zum ersten Mal eine Oper.

Einführungsmatinee: Sonntag, 14. Februar 2010, 12:00 Uhr
Weitere Aufführungen in der Spielzeit: 7. März, 19:00 Uhr, sowie 13./18./27. März, 3./18. April, jeweils 19:30 Uhr und am 16. Juli 2010, 20:00 Uhr

Karten: Kartentelefon Komische Oper Berlin +49 (30).47 99 74 00
Montag bis Samstag 9:00 bis 20:00 Uhr, Sonntag 14:00 bis 20:00 Uhr
Preise: So – Do: 8,00 – 62,00 €, Fr + Sa: 10,00 – 72,00 €, Premiere: 12,00 – 93,00 €

www.komische-oper-berlin.de

Zur Inszenierung der Berliner Neuköllner Oper

Neue Fassung von Wolfgang Böhmer und Rainer Holzapfel

Premiere: 28. September 06
Spieltermine: 28. und 30. September, 1. 4./5., 7./8., 11., 13./14., 18., 20./21., 25./26. und 28./29. Oktober sowie 2.-4. November 06, 20 Uhr

Musikalische Leitung: Hans-Peter Kirchberg
Inszenierung: Rainer Holzapfel
Ausstattung: Lisa Brzonkalla
Dramaturgie: Bernhard Glocksin

Ensemble:

Dorinda: Cassandra Hoffman
Orlando: Susanne Langner
Angelica: Eva Scheider
Zoroastro: Peter Veit
Medoro: Christophe Villa

Orchester:
Akkordeon: Timofej Sattarov
Cembalo: Sabine Erdmann / Christine Tschirge
Spinettino: Peter Veit
Honky Tonk – Klavier: Christophe Villa
Toy Piano: Cassandra Hoffman
Harfe: Verena Volkmer / Anna Viechtl
Harmonium: Winfried Radeke
Klavier 1: Hans-Peter Kirchberg
Klavier 2 / Harmonium / Schoßorgel: Winfried Radeke
Klavier 3: Susanne Langner, Eva Scheider

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts fabulierte Ludovico Ariost in seinem maßlosen Epos Orlando furioso von Rittern, die aus Effektivitätsgründen schon mal 10 Gegner gleichzeitig auf eine Lanze spießen können, von Frauen, die immer schön, immer sexuelle willig und immer so jung sind, dass die Geschichten sich meist an der Grenze zur Pädophilie bewegen, und von Ungeheuern und Zauberern, die jedem heutigen Fantasyfilm den Rang ablaufen.

Händel macht 200 Jahre später in seinem Orlando selbigen dann zu einem Vorboten der Empfindsamkeit: Ein Weichling, der von Kämpfen und Krieg nichts mehr wissen will, dessen Vorbilder Helden sind, die in Frauenkleidern herumlaufen, der sich herausnimmt, wie eine Frau zu weinen, der dafür aber auch seine bürgerliche Existenz preiszugeben bereit ist: Händels Orlando will lieber einen Wahnsinn leben als in einer traditionellen und für ihn nicht mehr passenden Geschlechterrolle zu ersticken.

Noch einmal knapp drei Jahrhunderte später erzählt der Regisseur Rainer Holzapfel an der neuköllner oper Orlando als gegenwärtige Geschichte einer auseinander brechenden Familie. Aus der bei Händel angelegten psychologischen Griffigkeit und Tiefe der Figuren werden konkrete Charaktere innerhalb eines genau definierten sozial-gesellschaftlichen Zusammenhang entwickelt:

Der allein erziehende Vater, der den Rest an familiärem Zusammenhalt durch Hausmusik (das Orchester wird z.T. von unseren Darstellern selbst gebildet – siehe Seite „Kurz und bündig“!) zu gewährleisten versucht; der älteste Sohn, der eigentlich ein Mädchen ist und jetzt endlich auch als solches leben möchte; der durch die pubertären Metamorphosen verunsicherte kleinere Bruder, der von Liebe und Sexualität gar nichts wissen möchte und gerade dadurch zum begehrenswerten und manipulierbaren Objekt wird; die Cousine, die ihre Cousins als Trainingseinheiten für eine spätere Ehe mit dem dann zu erwartenden Idealgatten nutzt; und schließlich die Haushälterin, die sich nimmt, was sie kriegen kann und auch vor Vergewaltigung nicht zurückschreckt.

In dieser Produktion prallen die gegensätzlichen Vorstellungen von der Liebe, von sexueller Identität und vom Umgang mit Tradition(en) aufeinander und sorgen für ein explosives Gemisch. Wer kann sich durchsetzen? Wer sich befreien? Und: Darf Orlando als Frau leben oder nicht? Rainer Holzapfel


Künstlerisches Leitungsteam:

Wolfgang Böhmer - Musikalische Einrichtung
Opern:
Alarm / Licht / Die Legende vom Fall ohne Ende
weitere Musiken für Musical/Musiktheater:
Irma la Douce (Neufassung des Musicals), Ludwigshafen/Esslingen
Die Banditen (Neufassung der opera bouffe von Offenbach), Esslingen
Biene Maja (Regie: Peter Lund), Theater Basel
zahlreiche Bühnenmusiken, u.a. für :
Was gibt's Neues vom Krieg? (Berliner Ensemble)
Kasimir und Karoline und Der Bürger als Edelmann, Landestheater Neustrelitz
Die Nächte der Schwestern Brontë (Heidelberg)
Effi Briest (nach Fontane), Wildente und Die Wanze (Regie: Peter Lund) alle Maxim-Gorki-Theater Berlin
Projekte in der neuköllner oper
Frau Parker kann nicht schlafen (Regie: Adriana Altaras)
Liebestrank (Regie: Adriana Altaras)
Das Wunder von Neukölln (Regie: Bernd Mottl)
Fromme Lügen (Regie: Bernd Mottl)
La sorella amante (Textfassung. Regie: Adriana Altaras)
Der glückliche Prinz (Regie: Peter Lund)
Love Bite (Text und Regie: Peter Lund)
SommerNachtTraum (Text und Regie: Peter Lund)
Licht (nach dem Schauspieltext von Dea Loher. Regie: Boris von Poser)

Rainer Holzapfel – Textfassung, Inszenierung
Studium der Musiktheater-Regie in Hamburg.
Engagements als Assistent in Luzern, London, Darmstadt, Bremen u.a. bei Werner Schroeter, Hans Kresnik, Peter Palitzsch.
Eigene Regiearbeiten u.a. am Theater Biel Solothurn (Jakob von Gunten, Antigone, Zaide), am Europäischen Zentrum der Künste in Dresden Hellerau (In Kürze, 4 Opern, UA), bei der Young Opera Company Freiburg (Jakob Lenz), in der Opera stabile Hamburg (Der Apotheker, Die geliebte Stimme), am Bremer Theater (Fräulein Julie, Der mündliche Verrat) und an der Neuköllner Oper (Bizetlounge: Perlenfischer).
Lehraufträge an der Folkwangschule Essen und an der Hochschule für Künste Bremen.
Wahl-Potsdamer und Vater zweier Kinder.

Hans-Peter Kirchberg - Musikalische Leitung
Kapellmeisterstudium in Dresden bei Peter Gülke; Unterricht zusätzlich bei Eugen Jochum, Rudolf Kempe und Kurt Masur; Meisterkurse u.a. bei Igor Markevitch und Kurt Masur; Assistent von Leonard Bernstein, Christoph Eschenbach und Mstislav Rostropovitch.
Engagements an den Opernhäusern Chemnitz, Zwickau, Bautzen, Wuppertal; Konzerte beim Schleswig-Holstein Musik Festival; Tourneen mit Rilling und Rostropovitch; „Conductor in Residence“ der Deutsch-Russischen Jungen Philharmonie; Konzerte als Lied- und Instrumentalbegleiter sowie Cembalist. Freiberufliche Zusammenarbeit u.a. mit der Berliner Kammeroper, dem theater 89 in Berlin, dem Neuen Berliner Kammerorchester und dem Schlosstheater Rheinsberg. Lehrauftrag an der Berliner„Hanns-Eisler“ -Musikhochschule, Mentor beim „Dirigentenforum“ des Deutschen Musikrates, Gastdozent an der UdK Berlin. Seit fast fünfzehn Jahre prägt Hans-Peter Kirchberg das musikalische Profil der neuköllner oper durch die musikalische Leitung zahlreicher Bearbeitungen und Uraufführungen. Seit 2002 ist er Musikalischer Direktor des Hauses.

Bernhard Glocksin – Dramaturgie
Studium der Musikwissenschaft, Germanistik und Politik an den Universitäten Köln, Tübingen und Marburg. Seit 1986 Dramaturg für Musiktheater, Schauspiel und Tanztheater, zunächst an den Niedersächsischen Staatstheatern Hannover, dem Theater am Neumarkt Zürich, dem Salzburger Landestheater. Ab 1995 Chefdramaturg / persönl. Referent des Intendanten am Staatstheater Mainz, 1999 – 2002 Chefdramaturg und Stellvertreter des Intendanten in künstlerischen Fragen am Deutschen Theater in Göttingen. Künstlerische Leitung / Bereich Programmgestaltung und Chefdramaturg an der neuköllner oper seit Januar 2004. Stückentwicklung und Fassungen u.a. von BizetLounge:Perlenfischer, Die gelbe Prinzessin, Create your life!. Daneben freischaffend Projekte (Berlinale Talk 2004; Mach die Augen zu und flieg..., Koproduktion Armin Petras / Haus der Kulturen der Welt / schauspielfrankfurt 2004) sowie Libretti für Tanz (Salzburg 1995) und Musiktheater (u.a. Julie & Jean, Musik Gerhard Schedl, Uraufführung Wien 2003; HesseIndia, Musik Raffael Reina, Uraufführung Amsterdam/Stuttgart/Wien 2007).

Lisa Brzonkalla – Ausstattung
studierte Kostümgestaltung an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Engagements führten sie zum Das Phantom der Oper Hamburg, an die The Australian Opera Sydney , die Bayreuther Festspiele, das Berliner Ensemble und an die Schaubühne am Lehniner Platz. Als Kostümassistentin und Kostümbildnerin arbeitete sie für zwei Jahre an den Städt. Bühnen Freiburg. Seit 1999 ist sie freischaffend tätig. Neben Arbeiten an Oper, Ballett und Schauspiel hat sie Kostüme für die Filme Vaccum und Lauffeuer entworfen. Mit Rainer Holzapfel arbeitet sie schon einige Jahre zusammen und entwickelt mit ihm Bühnenbilder. Nächste Produktionen führen sie an die Städt. Bühnen Regensburg mit Alpenglühen und an das Saarländische Staatstheater Saarbrücken mit Des Teufels General. Sie ist Mutter von zwei Kindern.


Ensemble:

Cassandra Hoffman – Dorinda
stammt aus Bloomington, Indiana, USA. Sie studierte Gesang an der University of Wisconsin-Madison und in New York City am Mannes College of Music. Engagements in den USA hatte sie u.a. bei dem Mannes Camerata, Ex Umbris und Artek. Bühnenrollen waren die Titelrolle in John Eccles’ Semele und Nero in Händels Agrippina. Seit 1997 lebt sie in Berlin. Seitdem hat sie viele Barockopern gesungen: am Théatre d´Evreux in Frankreich, sowie bei den Magdeburger Telemann-Festtagen, mit der Batzdorfer Hofkapelle als Hohe Priesterin der Amazonen in Walpurgis Talestri, sowie mit Werken von Monteverdi beim Lausitzer Opern Sommer. 2001 war sie auf der Bühne der neuköllner oper als Sophia Western in Francois-André Philidor´s Tom Jones zu sehen, als YumYum in Gilberts Mikado (Saalbau Neukölln, 2003) in dem Händel Pasticchio Capriole d’amore (Halle, 2002 - 2004 ) sowie als Baronin in Venus und Adonis (Poetenpack, 2005/2006). Konzertant ist sie mit mehreren Ensembles aufgetreten, u.a. mit dem Duo Fandango und dem Schauspieler Hartmut Becker, dem Fagott-Duo Satyros und mit ihrem eigenen Ensemble Kalliope.

Susanne Langner – Orlando
wurde 1979 in Dresden geboren. Durch ihr Mitwirken im Gewandhauskinderchor Leipzig und im Rundfunk Jugendchor Wernigerode genoss sie schon früh eine musikalische Ausbildung. Seit 1998 studierte sie am Mozarteum Salzburg bei Prof. KS Elisabeth Wilke Gesang und absolvierte 2006 mit Auszeichnung. Seit 2003 ist sie Ensemblemitglied des Rias Kammerchores, Berlin. 1998 debütierte sie als Barbarina in Figaros Hochzeit und wirkte seitdem in zahlreichen Opernproduktionen mit. 2004 gewann sie den Publikumspreis und den Sonderpreis des Leipziger Barockorchesters beim internationalen Bachwettbewerb, Leipzig. Darüber hinaus war sie Finalistin bei diversen internationalen Wettbewerben . Zahlreiche Konzertverpflichtungen führen sie ins In- und Ausland, wo sie u.a. mit dem Mozarteumorchester unter D. Russell Davies, dem Leipziger und Dresdener Barockorchester unter C. Biller und dem Deutschen Sinfonieorchester, Berlin unter P. Rundel, musizierte. Sie verfügt über ein breites Repertoire von der Renaissance bis zur Moderne, wobei der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit derzeit in der Barockmusik liegt.

Eva Scheider – Angelica
studierte Gesang an den Musikhochschulen in Mannheim und Düsseldorf (Diplom 2004) und besuchte Meisterkurse mit Ulf Bästlein (Lied), Sylvia Geszty (Oper) und Marlis Petersen. Ergänzenden Unterricht nimmt sie bei der Sopranistin und Regisseurin Patricia Panton. Nach Aushilfen im Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf und Konzerten mit den „Neuen Vokalsolisten Stuttgart“ (Pierre-Boulez-Festival Lyon 2002) debütierte Eva Scheider erstmals in einer Oper als „Waldvogel“ in Wagners Siegfried (Bayreuther Festspiele 2003). 2005 kreierte sie zusammen mit der Tänzerin Susanne Rosenfeld einen Tanztheaterabend mit Gesängen der Hildegard von Bingen, den sie in mehreren deutschen Städten aufführte. Neben einer Reihe von Aufführungen der Musiktheater-Performance Die Formel in Zusammenarbeit mit dem Theater Rampe Stuttgart in den Jahren 2002-2005 (Stuttgarter Theaterpreis 2005) sang sie mehrere Uraufführungen der Kompositionsklasse der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. Darüber hinaus trat Eva Scheider mit mehreren professionellen Vokalensembles auf: Schon vor und während des Studiums u. a. mit dem Kammerchor Stuttgart (Leitung: Frieder Bernius) auf Tourneen, CD-Produktionen, Festivals und Wettbewerben. Mit der „Nederlandse Bachvereniging“ war sie im letzten Dezember auf Tournee mit Bachkantaten unter der Leitung von Marcus Creed. Außerdem ist sie Gündungsmitglied des „Orpheus-Vokalensemble“ (gegründet im September 2005), mit dem sie gerade eine aktuelle CD mit Werken von Robert Schumann beim Carus-Verlag Stuttgart aufgenommen hat. Die Rolle der „Angelica“ ist Eva Scheiders Debut an der neuköllner oper.

Peter Veit – Zoroastro
studierte Gesang am Konservatorium der Stadt Wien und besuchte die Opernklasse an der Hochschule f. Musik in Wien. Meisterkurse bei Erika Köth, Kurt Widmer und Josef Metternich. Private Studien bei Hugh Beresford und George Fortune.
Es folgten Engagements an der Wiener Kammeroper, Neue Oper Wien, Landestheater Altenburg/ Lübecker Sommeroperette, Hamburger Operettencompagnie, Opernhaus Graz u .a. mit den Partien des Figaro (Figaros Hochzeit, W.A. Mozart), des Papageno in Mozarts Zauberflöte, den Titelrollen in Händels Giulio Cesare und Puccinis Gianni Schicci sowie als Dr. Reischmann in Henzes Elegie für junge Liebende und den Grigori S. Smirnov in Waltons The Bear. Peter Veit ist seit 1997 Mitglied der Staatsoper Hamburg.

Christophe Villa – Medoro
Geboren 1981, erhielt eine Gesangs- und Regieausbildung am Conservatoire National de Région Marseille und studiert seit 2004 Operngesang an der Hochschule f. Musik „Hanns Eisler“ bei Prof. Renate Faltin. Während seiner Studien konnte man ihn 2005 in der Staatsoper Unter den Linden Berlin in Seven attempted escapes from silence (Jonathan S. Froer), ebenfalls 2005 in der Produktion der Komischen Oper Berlin K.O.2 – Hangmans Desire (Carissimis Historia di Jephte) und 2002 im Theatre Gyptis, Marseille in L’Incorazione di Poppea von Claudio Monteverdi sehen. Daneben ist Christoph Villa als Konzertsänger aktiv (Liederabend mit Werken von Fanny Mendelssohn-Bartholdy, Magnificat von J.S. Bach, Stabat Mater von L. Boccherini). 2006 war er Gast der Académie Européenne de Musique d’Aix-en-Provence (Meisterkurs und Konzert). Christophe Villa wird im November 2006 den Nerone in Agrippina und im April 2007 die Titelpartie in Händels Xerxes geben, beides Produktionen der Hochschule f. Musik „Hanns Eisler“.


Spielort:
neuköllner oper, Karl-Marx-Str. 131-133, 12043 Berlin – Saal
Verkehrsanbindung: U 7 - Karl-Marx-Straße; S 41/42/46/47 – Neukölln; Bus 104

Karten:
9-21 Euro, Vorbestellung unter 030 / 6889 0777, unter
tickets@neukoellneroper.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen

www.neukoellneroper.de

Zur Inszenierung des Opernhaus Zürich in der Saison 2005/06:

Szenische Schweizerische Erstaufführung

Musikalische Leitung: William Christie
Inszenierung: Jens-Daniel Herzog
Bühnenbild: Mathis Neidhardt
Kostüme: Mathis Neidhardt
Lichtgestaltung: Jürgen Hoffmann
Dramaturgie: Ronny Dietrich
Videoeinrichtung:. Timo Schlüssel

Mit:

Orlando:
Marijana Mijanovic
Angelica: Martina Janková
Medoro: Katharina Peetz
Dorinda: Eva Liebau
Zoroastro: Günther Groissböck
(Rollendebüt für alle Beteiligten)

Unterstützt von der Ringier AG und vom Zürcher Theaterverein

In meinem ganzen Leben habe ich keine bessere Musik gehört und keine bessere Aufführung: Der berühmte Kastrat Senesino spielte die Hauptrolle, auch die andern waren Italiener, die sehr gewandt sangen und spielten. Mich überraschte die Zahl der Instrumentalvirtuosen, denn es gab zwei Cembali, zwei grosse Gamben, mindestens 7 Fuss lang und mit entsprechenden Saiten, deren Durchmesser nicht weniger als ein Viertelzoll betragen haben kann, 4 Celli, 4 Fagotte, 2 Oboen, 1 Theorbe und mehr als zwei Dutzend Geigen. Ein Signor Montagnana sang den Bass mit einer Stimme, die wie Kanonendonner klang. Ich entsinne mich nicht, jemals so etwas gehört zu haben.
Aufführungsbericht von Sir John Clark of Penicuick, Mai 1733

www.opernhaus.ch

Otello
Oper in vier Akten

Von: Giuseppe Verdi
Dichtung von: Arrigo Boito
Uraufführung: 5. Februar 1887 (Mailand, Teatro alla Scala)

Zur Inszenierung der Deutschen Oper Berlin:

Premiere:
30. Mai 10

Musikalische Leitung: Patrick Summers
Inszenierung: Andreas Kriegenburg
Bühne: Harald Thor
Kostüme: Andrea Schraad
Licht: Stefan Bolliger
Dramaturgie: Katharina John
Chöre: William Spaulding
Künstlerische Produktionsleitung: Christian Baier
Kinderchor: Dagmar Fiebach
Choreographie: Zenta Haerter

Besetzung:
Othello:
José Cura
Jago: Zeljko Lucic
Cassio: Yosep Kang
Rodrigo: Gregory Warren
Lodovico: Hyung-Wook Lee
Montano: Jörn Schümann
Desdemona: Anja Harteros
Emilia: Liane Keegan
Ein Herold: Lucas Harbour
Chor der Deutschen Oper Berlin
Kinderchor der Deutschen Oper Berlin
Orchester der Deutschen Oper Berlin

www.deutscheoperberlin.de

Zur Inszenierung der Oper Bonn:

Premiere:
10. Juni 07

Musikalische Leitung: Roman Kofman
Inszenierung: Dietrich Hilsdorf
Bühne: Dieter Richter
Kostüme: Renate Schmitzer
Choreinstudierung: Sibylle Wagner
Dramaturgie: Jens Neundorff von Enzberg


Otello: Kostadin Andreev / Luis Rodriguez
Jago: Mikail Babajanyan / Mark Morouse
Cassio: Patrick Henckens
Ludovico: Taras Konoshchenko
Montano: Michel Larue
Rodrigo: Johannes Mertes
Herold: Boris Belezki / Johannes Marx
Desdemona: Irina Oknina / Asta Zubaite
Emilia: Anjara I. Bartz

Chor und Extrachor des THEATER BONN
Beethoven Orchester Bonn

Keiner seiner Opern hat Giuseppe Verdi soviel Zeit und Leidenschaft
gewidmet wie der Arbeit an „Otello". Es hat sich gelohnt: Der Erfolg war sensationell, wie eine Zeitzeugin berichtete: „Die Ovationen für Verdi und Boito erreichten den Höhepunkt der Begeisterung. Sie wurden zwanzigmal herausgerufen ... Die Emotionen waren unbeschreiblich, und viele weinten. Verdis Kutsche wurde von Menschen zum Hotel gezogen. Bis fünf Uhr morgens konnte ich kein Auge zudrücken, weil die Menge immer noch Viva Verdi sang und schrie." Die Handlung basiert auf Shakespeares Schauspiel: Otello ist ein erfolgreicher Feldherr, ein Schwarzer, geliebt und gefürchtet. Jago fühlt sich von ihm schlecht behandelt und rächt sich, indem er mittels einer Intrige einen Keil zwischen Otello und seine Frau Desdemona treibt. Zu spät erkennt Otello, dass Desdemona ihm immer treu war und wem er vertrauen kann ...

Ein
weiteres Mal arbeitet Regisseur Dietrich Hilsdorf mit dem Bühnenbildner Dieter Richter und der Kostümbildnerin Renate Schmitzer zusammen. Es ist Dietrich Hilsdorfs 113. Inszenierung und nach „Rigoletto" seine zweite Verdi-Inszenierung in Bonn. Dem Bonner Publikum ist er vor allem durch seine sehr erfolgreichen Händel-Inszenierungen bekannt: „Saul", Belsazar" und „Jephtha". Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Roman Kofman spielt das Beethoven Orchester Bonn. In der Titelpartie alternieren die Tenöre Kostadin Andreev und Luis Rodriguez. Desdemona singt Irina Oknina. Die Partie des Jago übernimmt Mikael Babajanyan. [© Theater Bonn]

Montag, 18. Juni 2007, 19.30
Uhr, Opernhaus-Foyer „Acht Tage danach" zur Premiere „Otello" mit Konrad Beikircher
Konrad Beikircher beleuchtet in .Acht Tage danach" die Premiere
„Otello", gibt auf seine ganz besondere Art Einblicke in die Kritiken und garniert den Abend mit Klangbeispielen.

www.theater-bonn.de

Owen Wingrave
Oper in 2 Akten op. 85 von Benjamin Britten
Libretto von Myfanwy Piper nach einer Novelle von Henry James
Arrangement für Kammerorchester von David Matthews

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
Frankfurter Erstaufführung

Premiere: 24. Januar 10 (Bockenheiemr Depot)
Weitere Vorstellungen: 28., 31. Januar, 3., 4., 7. Februar 10

Musikalische Leitung: Yuval Zorn
Regie: Walter Sutcliffe
Bühnenbild und Kostüme: Kaspar Glarner
Dramaturgie: Agnes Eggers
Licht: Frank Keller

Besetzung:
Owen Wingrave, der Letzte der Wingraves: Michael Nagy
Spencer Coyle, Leiter der Militärakademie: Franz Mayer
Lechmere, Student der Militärakademie: Julian Prégardien
Miss Wingrave, Owens Tante: Sonja Mühleck
Mrs. Coyle: Barbara Zechmeister
Mrs. Julian, Witwe: Anna Ryberg
Kate, ihre Tochter: Jenny Carlstedt
General Sir Philip Wingrave, Owens Großvater / Erzähler, der Balladensänger: Richard Cox
Spencer Coyle, Leiter der Militärakademie: Dietrich Volle
General Sir Philip Wingrave, Owens Großvater: Hans Schöpflin


Benjamin Britten (1913-1976) gilt als einer der bedeutendsten englischen Komponisten und als Wegbereiter der Moderne. Eine besondere Station innerhalb seines Schaffens war die Uraufführung des Zweiakters Owen Wingrave. Das im Auftrag der BBC entstandene Werk wurde als Fernsehoper konzipiert und erreichte dadurch mit der Erstausstrahlung am 16. Mai 1971 ein breites Publikum. Die erste Bühnenaufführung fand zwei Jahre später im Royal Opera House Covent Garden in London statt. Basierend auf einer Gespenstergeschichte von Henry James – dem Autor der literarischen Vorlage von Brittens The Turn of the Screw – ist Owen Wingrave eine spannende Oper über Pazifismus und Selbstverwirklichung. Als der britische Komponist mit der Arbeit begann, tobte der Krieg in Vietnam. Neben diesem aktuellen äußeren Anlass trieb ihn aber auch Selbsterlebtes an: die eigene Vergangenheit als Kriegsdienstverweigerer.

Zum Inhalt: Owen Wingrave ist der jüngste Spross einer stolzen, 300 Jahre alten Offiziersdynastie. Doch Owen verabscheut den Krieg und beendet seine militärische Ausbildung. Ausgerechnet sein Pazifismus provoziert den seelisch wohl grausamsten aller Kriege, den Familienkrieg. Auf Paramore, dem unheimlichen Landsitz der Wingraves, kommt es zum erbitterten Kampf um die Tradition. Die Konsequenz, mit der sich Owens Schicksal erfüllt und sein unaufhaltsamer Gang in den Tod sind so typisch für Horrorgeschichten wie für klassische Tragödien. Schritt für Schritt folgt der Letzte der Wingraves der Spur seiner Ahnen, den Geistern der Vergangenheit.

Bei der aktuellen Neuinszenierung im Bockenheimer Depot handelt es sich um die Frankfurter Erstaufführung, mit der Intendant Bernd Loebe den lose gestalteten Zyklus mit Werken Benjamin Brittens fortsetzt. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Kapellmeister Yuval Zorn, der kürzlich einen großen Erfolg mit der Wiederaufnahme von Mozarts La clemenza di Tito feierte. Sein Hausdebüt gibt der englische Regisseur Walter Sutcliffe, der sich in Frankfurt als Assistent von Keith Warner vorstellte und mittlerweile mit eigenen Produktionen international auf sich aufmerksam macht. Die Titelpartie der fast ausschließlich mit Ensemblemitgliedern der Oper Frankfurt besetzten Produktion im Bockenheimer Depot übernimmt Michael Nagy, der 2009/10 zudem in den Partien Frank und Fritz in Korngolds Die tote Stadt zu erleben ist. Kürzlich gab er an der Oper Frankfurt einen stark akklamierten Liederabend mit Werken von Schumann, Schoeck und Korngold. Als General Wingrave gastiert der Tenor Hans Schöpflin erstmals in Frankfurt. 2008 sang er unter der musikalischen Leitung von Sebastian Weigle den Aschenbach in Brittens Death in Venice am Gran Teatre del Liceu in Barcelona. [© Oper Frankfurt]

Preise: € 12 bis 50 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr (außer an der Vorverkaufs- und Abendkasse der Oper Frankfurt)
Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 oder online unter
www.oper-frankfurt.de erhältlich.

Zur Inszenierung der Wiener Kammeroper:

Premiere:
23. Mai 09

Musikalische Leitung: Daniel Hoyem-Cavazza
Inszenierung: Nicola Raab
Ausstattung: Anne Maria Legenstein
Lichtdesign: Michael Hofer

Besetzung:

Narrator
: Brian Galliford
Owen Wingrave : Andrew Ashwin
Spencer Coyle: Craig Smith
Lechmere: Paul Schweinester
Mrs Wingrave: Ewa Biegas
Mrs Coyle: Rika Shiratsuchi
Mrs Julian : Ingrid Habermann
Kate: Astrid Hofer
General Sir Philip Wingrave: Brian Galliford

Orchester der Wiener Kammeroper

„Owen Wingrave“ ist neben seinem „War Requiem“ Brittens eindringlichstes pazifistisches Bekenntnis. Britten zeigt in diesem Spätwerk, das in den Jahren 1969/70 vor dem Hintergrund der weltweiten Proteste gegen den Vietnamkrieg entstanden ist, eindrucksvoll die Hässlichkeit, Brutalität und Schrecklichkeiten des Krieges und der Traditionen, die ihn begünstigen. 

Anders als all seine männlichen Vorfahren will Owen keine militärische Laufbahn einschlagen; seine Weigerung provoziert heftige Reaktionen seiner Familie und Freunde. Britten konzipierte "Owen Wingrave" sowohl als Fernseh- wie auch als Bühnenstück; die Verfilmung ging der Bühnenpremiere in London voraus und wurde 1971 erstmals ausgestrahlt. Die Kammerfassung von David Matthews wurde 2007 im Linbury Theatre des Royal Opera House Covent Garden, London, uraufgeführt.

www.wienerkammeroper.at

nach oben