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Oper, Stückeinfo: H
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Hänsel und Gretel Märchenspiel in drei Bildern
Musik: Engelbert Humperdinck (01.09.1854 - 27.09.1921) Text:
Adelheit Wette Uraufführung: 23. Dezember 1893 (Weimar, Hoftheater)
Zur Inszenierung des Anhaltischen Theater Dessau:
Premiere: 21. Oktober 07
Das Anhaltische Theater empfiehlt die Inszenierung für Kinder ab 10 Jahren.
Musikalische Leitung: Markus L. Frank Inszenierung: Johannes Felsenstein
Bühnenbild und Kostüme: Stefan Rieckhoff Dramaturgie: Susanne Schulz
Es singen und spielen: Peter, Besenbinder: Ludmil Kuntschew Gertrud, sein Weib:
Ilona Streitberger Hänsel, deren Sohn: Sabine Noack Gretel, deren Tochter: Cornelia Marschall Die Knusperhexe: Ludmil Kuntschew Sandmännchen:
Viktorija Kaminskaite Taumännchen: Viktorija Kaminskaite
Die Quelle für Humperdincks Oper war das Märchen „Hänsel und Gretel“ in der Fassung von Ludwig Bechstein. Im
Gegensatz zu den Märchen-Kunstfiguren der Grimmschen Niederschrift zeigt Bechstein Menschen mit Gefühlen, Sehnsüchten und Ängsten. Bei ihm wird der Leser zum ersten Mal mit dem Realismus
einer ausweglosen familiären Situation konfrontiert. Bechstein beschreibt das soziale Elend in seinem Ausmaß und seiner Konsequenz. Hunger und Tod bestimmen das Leben der Kinder: „…und
wie sie so heranwuchsen, gebrach es immer mehr den armen Leuten an Brot. Auch wurde die Zeit immer schwerer und alle Nahrung teurer, das machte den Eltern große Sorge“. Diese Aussage in
Hänsel und Gretel spiegelt die soziale Situation des gesamten 19. Jahrhunderts. Und auch im ganzen ersten Akt der Humperdinckschen Oper ist von nichts anderem als von Hunger die Rede. Er
zieht als ein düsterer Schatten über das zarte Leben der jungen Wesen. Im Laufe eines zunächst harmlos erscheinenden Kinderliedes vom Kuckuck, dem „Eierschluck“, im 2. Akt, zeigt Humperdinck
den Vogel von seiner wirklichen Seite. Handelt es sich doch um ein Tier, das seine Kinder aussetzt und sich gleichzeitig vollfrißt – ein Verweis auf die literarische Originalvorlage, in der
die Eltern ihre Kinder im Wald zurücklassen, um das eigene Überleben zu sichern. Hänsel und Gretel sind bedauernswert arme Kinder, die in einem trostlosen und gewalttätigen Elternhaus
aufwachsen. Wie alle Kinder sehnen auch sie sich nach Harmonieund Geborgenheit bei Mutter und Vater, doch leider können sie dieses Gefühl nur in ihrer Phantasie finden. In ihren Wunschträumen
überschreiten sie die Grenze zwischen Realität und Irrealität, begeben sich in märchenähnliche Erlebniswelten und haben Visionen von einem besseren Leben aller Kinder. Hier erscheinen ihnen
die Eltern so, wie sich jedes Kind seine Eltern erträumt – als positive Helden, als umsorgende, gute, liebende Menschen. Schließlich wachen Hänsel und Gretel unter einem Weihnachtsbaum auf.
Dort entdecken sie ein Knusperhäuschen. Wie jedes Spielzeug offenbart und steigert auch dieses Häuschen seine Geheimnisse in der Imagination: die Kinder spielen das Märchen von Hänsel und
Gretel, der Vater wird zum Darsteller der Hexe. Angst und Neugier, Wissen und Ahnen mischen sich in kindlicher Entdeckungslust. „Hänsel und Gretel“ wird so zum Spiel mit der harten
Realität und ihrer kindlichen Verarbeitung in Wunschbild, Traum, Phantasie und Kreativität. Eine Oper des 19. Jahrhunderts, die durch den Rückgriff auf Archetypen und die Verarbeitung
musikalischen Volksguts nicht nur die Atmosphäre ihrer Zeit traf, sondern Fragen aufwirft, die auch über das 20. Jahrhundert hinaus bis in unsere heutige Zeit brisant geblieben sind. Eine
Oper, die uns dazu anregt, mit Gedenken und Gedächtnis, mit Erinnerung und Geschichte im Blick auf jene umzugehen, die in harten Zeiten als Schwächste die größte Last zu tragen haben – die
Kinder.
www.anhaltisches-theater.de
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Hamlet 12 musikdramatische Tableaux nach William Shakespeare Von: Christian Jost Auftragswerk der Komischen Oper Berlin
Uraufführung: 21. Juni 2009 (Berlin, Komische Oper)
Zur Inszenierung der Komischen Oper Berlin:
Premiere: 21. Juni 09
Musikalische Leitung:
Carl St. Clair Inszenierung: Andreas Homoki Bühnenbild und Kostüme: Wolfgang Gussmann Dramaturgie: Werner Hintze Chöre: Robert Heimann
Licht: Franck Evin
Besetzung: Hamlet: Stella Doufexis Horatio: Tom Erik Lie Claudius: Jens Larsen Gertrud: Gertrud Ottenthal
Polonius: Christoph Späth Rosenkranz/1. Clown: Caren van Oijen Güldenstern/2. Clown: Peter Renz Ophelia: Karolina Andersson Laertes:
James Elliott Mitglieder des Ernst Senff Chors, Orchester der Komischen Oper Berlin.
Eine surreale Reise ins Innere – die Geschichte eines Menschen, der auf dem langen Weg der
Erkenntnis durch ein schockierendes Erlebnis aus allen Sicherheiten herausgetrieben und in das Chaos des Lebens geschleudert wird: Die Uraufführung Hamlet an der Komischen Oper Berlin,
inszeniert von Andreas Homoki, komponiert vom Composer in Residence Christian Jost, befasst sich mit William Shakespeares Geschichte eines aus Machtgier geborenen Verbrechens und dessen
blutiger Rache. Josts Hamlet provoziert eine tiefgreifende und erregende Reflexion über existenzielle Grundfragen unserer Kultur und des Menschseins.
Die letzte Premiere der
Spielzeit 2008/09 ist die zweite Uraufführung der Saison: Eine Oper auf der Grundlage von Shakespeares Hamlet zu schreiben, ist einer der ältesten Pläne des Komponisten. Als die Komische Oper
Berlin bei ihm eine Oper in Auftrag gab und ihm die Wahl des Sujets freistellte, hat sich Jost entschlossen, seinen Jugendtraum in die Tat umzusetzen.
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Hamlet …12 musikdramatische Tableaux Aussage über die conditio humana
In zwölf musikdramatisch in sich geschlossenen Kapiteln (»Tableaux«) erzählt Christian Jost die Geschichte des dänischen Prinzen. Grundsätzlich besteht durch die Struktur
des Werks die Möglichkeit, die Kapitel in beliebiger Reihenfolge zu zeigen. Christian Jost: »Ich suche nach der Möglichkeit, Zustände und Momente darzustellen, die etwas über
die conditio humana aussagen. Dafür muss ich einen offenen, im weitesten Sinne magisch-phantasievollen Raum schaffen, in dem die Chronologie der Ereignisse oder auch ihre
scheinbar logische Motivation völlig irrelevant sind. Ich glaube nicht, dass unser Bewusstsein chronologisch funktioniert. Wir nehmen die Geschehnisse, in die wir verstrickt sind,
nicht als geordnetes Nacheinander von Vorfällen wahr, sondern erst im Nachhinein können wir aus den Mosaikteilen unseres Erlebens ein Ganzes konstruieren. Und das
versuche ich, zur Grundlage der Struktur meines Stücks zu machen.«
Libretto
Auch das Libretto hat Christian Jost verfasst, wobei er die Schlegel-Übersetzung des Werkes zur Grundlage nimmt. Zusätzlich verwendet er in der Komposition auch Teile des
Originaltextes in englischer Sprache.
Diese spezielle Sprachstruktur des Librettos hat mit dem Lösungsansatz für einige grundlegende Probleme, mit denen sich der Komponist bei der Adaption dieses Stoffes
konfrontiert sah, zu tun: Die neuerliche Beschäftigung mit einem Gegenstand, der so oft kommentiert, untersucht, adaptiert und in verschiedensten Medien dargestellt worden ist,
erfordert einen eigenen Zugang. Christian Jost ist von den Shakespeare-Adaptionen Akira Kurosawas inspiriert, vor allem von der Art und Weise, wie der Regisseur mit dem
Text der Dramen und ihrem Handlungsablauf umgeht: »Es wird in diesen Filmen erstaunlich wenig gesprochen, weil alle Inhalte, die bei Shakespeare über den Text und seine
rhetorischen Verschlingungen laufen, hier visualisiert, in die äußerst konzentrierte Gestik der Darsteller übertragen werden.« Jost strebt in seiner Komposition eine ähnliche
Konzentration und Übertragung der Inhalte ins Gestische.
Darum war in erster Linie eine starke Reduktion der Textmenge und der Handlungsfäden nötig, gleichzeitig eine starke Bereicherung der inneren Vorgänge. Jost sieht die
Geschichte im Bereich zwischen »Sein und Nichtsein« angesiedelt, als eine Reise in das Innere der Titelfigur. Um dem magischen Charakter des theatralischen Geschehens zu
stärkerer Wirkung zu verhelfen, hat sich Christian Jost entschlossen, die Titelrolle einem Mezzosopran zu übertragen. Damit will er die Fixierung der Figur auf eine bestimmte
Geschlechterrolle unterlaufen und das Allgemeingültige des Geschehens betonen.
Inszenierungsansatz
Andreas Homokis Inszenierungskonzept folgt diesen Intentionen des Komponisten und setzt sie auf eine ganz eigene Weise um. Der Bühnenraum von Wolfgang Gussmann bildet
in seiner geheimnisvollen Abstraktion eine Umgebung, in der die besondere, von einer naturalistischen Wiedergabe von realen Geschehnissen weit entfernte Struktur des
Werkes sich wie selbstverständlich verwirklichen kann. Es ist eine Bühnenwelt, die einerseits der aus den Fugen geratenen Zeit entspricht, andererseits Hamlets Wahn, dass
vor allem er es sei, der die Welt in Ordnung bringen kann und muss, ermöglicht. Homoki sieht Hamlet als einen Menschen, der überzeugt ist, einen Blick auf das wahre Wesen der
Welt geworfen und nun die Pflicht zu haben, das Verbrechen, das da geschehen ist, zu sühnen. Mit dem Versuch, das Böse aus der Welt zu schaffen, indem er Rache übt,
reißt Hamlet alles in einen Strudel der Gewalt, der schließlich zum Untergang führt. Homoki erfindet gemeinsam mit seinen Darstellern eine Spielweise, die der hergebrachte
Regeln souverän außer Kraft setzenden Dramaturgie von Josts Oper – also ihrem erwähnten magisch-phantasievollen Charakter – gerecht wird, andererseits aber die
Schicksale der Figuren in kraftvollen und den Zuschauer unmittelbar berührenden Vorgängen und Bildern Gestalt werden zu lassen.
Andreas Homoki über Christian Jost
Chefregisseur und Intendant Andreas Homoki hat vor allem Josts Chorwerk Angst bewogen, den in Berlin lebenden Komponisten mit der Komposition einer Oper zu beauftragen:
»Josts Komposition hatte mich auf Anhieb gefesselt und die nähere Bekanntschaft mit seinem Gesamtwerk hat diesen Eindruck bestätigt: Jost schreibt Musik, die nicht aus dem
Elfenbeinturm heraustönt. Er geht auf den Hörer zu, will ihn emotional packen, erschüttern. Er schreibt Musik, die auf unsere Zeit reagiert und sich zu unserer Zeit offensiv äußert.«
Und er schreibt Musik, die zum Hören geschaffen ist. »Jost beherrscht die Palette der Orchesterfarben meisterlich und gestaltet farbenreiche und effektvolle Partituren, ohne
jedoch in der kompositorischen Substanz extreme Wege einzuschlagen. Es bleibt Musik, die in erster Linie zum Hören geschaffen ist und die auch den in Sachen Neue Musik
unerfahrenen Hörer nicht vor unüberwindbare Hindernisse stellt.« (Martin Demmler, Gründer des Festivals »UltraSchall«, das er bis 2005 leitete)
Christian Jost (Komponist/Librettist)
Christian Jost wurde 1963 in Trier geboren. Er studierte Komposition und Dirigieren in Köln bei Bojidar Dimov und am San Francisco Conservatory of Music bei David Scheinfeld.
Heute gehört er zu den gefragtesten deutschen Komponisten seiner Generation. Er erhielt Kompositionsaufträge von renommierten Orchestern und Festivals aus aller Welt, u. a.
von den Berliner Philharmonikern, dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, Residentie Orkest Den Haag, Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, Shanghai Symphony sowie
Lucerne Festival, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Jerusalem Chamber Music Festival und Schleswig-Holstein-Musikfestival. Zum »Composer in Residence«
ernannten ihn bisher das Beethoven Orchester Bonn (1999), die Staatskapelle Weimar (2003), die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz (2005) und die Deutsche Oper
am Rhein in Düsseldorf (2005).
Wie er Komponist wurde, beschreibt er selbst so: »Ich erlebte als Sieben-jähriger die Mondlandung vom heimeligen Wohnzimmer aus. Beim Eintauchen der Apollo-11-Kapsel in
den Pazifischen Ozean stand mein Entschluss fest: Ich wollte Astronaut werden! Die in diese Zeit fallenden Familienurlaube und die damit verbundenen langen Autofahrten
zwangen mich allerdings zu einem radikalen Umdenken. Denn welcher zukünftige Astronaut konnte sich ein konstantes Erbrechen in einem VW-Kombi erlauben? So wurde ich Komponist.«
Das Interesse an der Entdeckung unbekannter Welten und am Ausleuchten extremer Zustände blieb ihm und wurde zu einem zentralen Thema seines künstlerischen Schaffens.
Viele seiner »KlangOdysseen« wurden von den Grenzbereichen menschlicher Erfahrung inspiriert, so zum Beispiel auch das Orchesterwerk Astralis (2005).
Das Herzstück seiner musikalisch-künstlerischen Umsetzungen wird zu einer Reise in die Innerlichkeit des Menschen. Kerngedanke ist die Faszination für die Tiefen individueller
Erfahrung, das Düster-Abgründige des Unterbewussten im Umfeld urbaner Modernität. Hierfür stehen die Choroper Angst (2005), die CocoonSymphonie – 5 Stationen einer
Reise in das Innere (2003), das Konzert für Orchester (2006) mit den Satztiteln: Fluchten, Oasen, Strom, Glas; sowie Heart of Darkness: Odyssee für Klarinette und Orchester.
In seiner Leidenschaft, die musikalische Sprache an ihre formalen Grenzen zu führen, bekennt sich Jost zum klassisch-romantischen Sinfonieorchester, wobei er rhythmisch
-dichte und strukturell bedingte klanglich-polyphone Materialien wählt und findet, die für eine kontemporäre Identifikation relevant sind: »Eine Reise in das Innere ist im 21.
Jahrhundert immer auch politisch. Das erweiterte Innere, die Erforschung dessen, wird dadurch zum reflektierten Äußeren.«
Inzenierungsteam
Carl St. Clair (Musikalische Leitung)
Mit Beginn der Spielzeit 2008/09 trat Carl St. Clair seinen auf sechs Jahre an-gelegten Vertrag als Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin an. In der Spielzeit 2007/08
gab er mit der Premiere von La Bohème und zwei Kon-zerten seinen künstlerischen Einstand im Haus an der Behrenstraße. In seiner ersten Spielzeit stehen die Premiere von La
Traviata, die Uraufführung von Hamlet und vier Sinfoniekonzerte unter seiner musikalischen Leitung.
2009/10 wird er die Premieren von Lear und Fidelio, vier Repertoire-Serien (La Bohème, Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, Hamlet und La Traviata) so-wie vier der acht
Sinfoniekonzerte an der Komischen Oper Berlin dirigieren.
Carl St. Clair ist regelmäßig zu Gast bei bedeutenden Orchestern weltweit. Er leitete u. a. die Sinfonieorchester von Boston, New York, Philadelphia, Los Angeles, San Francisco
, Detroit, Atlanta und Houston in den USA sowie die Bamberger Symphoniker, Radio-Philharmonie Hannover, das Radio-Sinfonieorchester Frankfurt, WDR-Sinfonie-Orchester
Köln, Frankfurter Museumsorchester und das NDR-Sinfonieorchester Hamburg und war Gast bekannter Festivals wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, Grant Park Festival
Chicago, Pacific Music Festival Japan und Tanglewood.
Von 1998 bis 2005 war Carl St. Clair ständiger Gastdirigent des SWR-Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart, mit dem er unter anderem sämtliche Sinfonien von Heitor Villa-Lobos
für das Label cpo aufnahm. Von 1986 bis 1990 war er Assistant Conductor des Boston Symphony Orchestra und dirigierte zahlreiche Konzerte in der Symphony Hall, in
Tanglewood und auf Tourneen des Orchesters. Seit 1990 ist er ebenfalls Chefdirigent des Pacific Symphony Orchestra in den USA.
Neben der sinfonischen Tätigkeit widmet sich Carl St. Clair der Oper, der seit jeher seine große Liebe gilt. Er leitete u. a. Rigoletto, La Bohème, Tosca und Tannhäuser an der
Austin Lyric Opera und Die Zauberflöte an der Pacific Opera. In Deutschland arbeitete er regelmäßig als Gastdirigent an den Opern-häusern von Bonn und Hannover, bevor er
von 2005 bis 2008 Generalmusik-direktor am Deutschen Nationaltheater Weimar wurde, wo er eine vielbeachtete Produktion von Wagners Ring initiierte und dirigierte.
Carl St. Clair ist ein starker Befürworter zeitgenössischer Musik und konnte mit dem Pacific Symphony bereits etliche Kompositionsaufträge an führende Komponisten unserer
Zeit vergeben: Zuletzt entstanden William Bolcoms Liedzyklus Canciones de Lorca, uraufgeführt von Placido Domingo, und Philip Glass’ Werk The Passion of Ramakrishna sowie
ein Cellokonzert für Yo-Yo Ma von Chen Yi. Einige dieser Werke sind auch auf CD erschienen. Besondere Beachtung fand eine bei Sony erschienene CD mit späten Werken von Toru Takemitsu.
Unter den Ehrungen, die Carl St. Clair erhielt, ist besonders der Seaver/Na-tional Endowment for the Arts Conductors Award zu erwähnen, die höchste nationale Auszeichnung in den USA.
Carl St. Clair studierte an der Universität von Texas Opern- und Orchester-dirigieren bei Walter Ducloux, einem Schüler von Felix Weingartner und Wilhelm Furtwängler. Leonard
Bernstein, Seiji Ozawa und Kurt Masur zähl-ten zu seinen musikalischen Mentoren.
Andreas Homoki (Inszenierung)
2002 wurde Andreas Homoki als Nachfolger von Harry Kupfer zum Chefregisseur der Komischen Oper Berlin berufen. Er hatte schon zum damaligen Zeitpunkt bereits Falstaff
(1996), Die Liebe zu drei Orangen (1998) und Die lustige Witwe (2000) an der Behrenstraße inszeniert.
Die Spielzeit 2002/03 wurde mit Die verkaufte Braut, einer Koproduktion mit dem Teatro Comunale di Bologna, eröffnet. Es folgten, als Koproduktion mit dem Théâtre de la Monnaie
, Brüssel, Eine florentinische Tragödie/Der Zwerg von Alexander von Zemlinsky und Die Csárdásfürstin von Emmerich Kálmán.
2003/04 übernahm Andreas Homoki das Amt des kommissarischen Intendanten der Komischen Oper Berlin. In der darauf folgenden Spielzeit wurde er Intendant.
Weitere Regiearbeiten am Haus waren nun Jewgeni Onegin, Der Rosenkavalier, Der goldene Hahn und Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny. Zum 60-jährigen Bestehen der
Komischen Oper Berlin in der Spielzeit 2007/08 inszenierte er Die Fledermaus (September 2007), darauf La Bohème (April 2008). Im November 2008 brachte Andreas Homoki die
Abenteueroper Robin Hood zur Uraufführung und im Juni 2009 inszeniert er Hamlet am Haus in der Behrenstraße.
Der aus einer Musikerfamilie stammende Andreas Homoki studierte an der Hochschule der Künste in Berlin. Schon während seines Studiums hospitierte er bei Harry Kupfer an
der Komischen Oper Berlin und assistierte ihm später bei verschiedenen Gastinszenierungen, unter anderem bei den Salzburger Festspielen. Das erste feste Engagement führte
Andreas Homoki 1987 an die Kölner Oper, wo er bis 1993 als Regieassistent und Abendspielleiter tätig war. In den Jahren 1988 bis 1992 war er außerdem Lehrbeauftragter für
szenischen Unterricht an der Opernschule der Musikhochschule Köln. Hier folgten erste eigene Inszenierungen. 1992 führte ihn sein erstes Gastspiel nach Genf, wo seine
Deutung der Frau ohne Schatten internationale Beachtung fand. Die Inszenierung, die später auch am Pariser Théâtre du Châtelet gezeigt wurde, erhielt 1994 den französischen
Kritikerpreis des Jahres.
Von 1993 bis 2002 war Andreas Homoki ausschließlich als Opernregisseur tätig. In seiner Werkliste finden sich u. a. Orfeo (Barcelona), Das Schloss von Aribert Reimann und
Aida (Hannover), Der Wildschütz, Der Freischütz, Die Zauberflöte (Köln), Rigoletto (Hamburg), Idomeneo, Arabella und Manon Lescaut (München, Staatsoper), La Traviata,
Macbeth (Leipzig), Elektra, Der Rosenkavalier und Verdis Requiem (Basel), Hänsel und Gretel (Deutsche Oper Berlin), Orfeo et Euridice (Genf und Lyon) und Carmen, Capriccio, Lulu (Amsterdam).
Während seiner Intendanz an der Komischen Oper Berlin waren Neuinszenierungen Homokis unter anderem am Théâtre du Châtelet in Paris (Tannhäuser, 2004), an der
Bayerischen Staatsoper München (Roméo et Juliette, 2004, und Die Königskinder, 2005) und am New National Theatre Tokyo (La Fanciulla del West, 2007, und Der Rosenkavalier, 2008) zu sehen.
2009/10 wird Andreas Homoki La Traviata an der Sächsischen Staatsoper Dresden inszenieren. Andreas Homoki ist verheiratet und hat ein Kind.
Wolfgang Gussmann (Bühnenbild und Kostüme)
Wolfgang Gussmann ist als freier Bühnen- und Kostümbildner u. a. in Hamburg, München, Berlin, Stuttgart, Frankfurt, Köln, Dresden, Amsterdam, Genf, Paris und Wien tätig. Eine
enge Zusammenarbeit verbindet ihn seit vielen Jahren mit den Regisseuren Willy Decker und Andreas Homoki.
Zu den wichtigsten Produktionen der letzten Jahre gehören Don Giovanni, Die Soldaten, Lear, Rheingold und Walküre in Dresden, die Uraufführung von Das Schloss und Hänsel
und Gretel an der Deutschen Oper Berlin, Die Frau ohne Schatten und Orphée in Genf, Wozzeck, Elektra, Carmen und Katja Kabanowa in Amsterdam, Rigoletto, Salome und
Pelléas et Mélisande in Hamburg, Eugen Onegin, Der fliegende Holländer und Boris Godunow in Paris, Idomeneo und Arabella in München, Tristan und Isolde und Macbeth in
Leipzig sowie Lulu und Billy Budd an der Wiener Staatsoper, Pique Dame in Hamburg, Tannhäuser in Paris und Die tote Stadt bei den Salzburger Festspielen. An der Komischen
Oper Berlin schuf er Bühnenbild und Kostüme von Die lustige Witwe in der Inszenierung von Andreas Homoki, Jenufa und Albert Herring in der Inszenierung von Willy Decker. In
der Spielzeit 2007/08 zeichnete er für das Bühnenbild und die Kostüme der Neuproduktion Die Fledermaus.
Werner Hintze (Dramaturgie)
Werner Hintze studierte Theaterwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin u. a. bei Rudolf Münz, Joachim Fiebach, Ernst Schumacher und Gerd Rienäcker. Er begann
seine Laufbahn als Dramaturg für Musiktheater 1985 am Landestheater Halle. Bereits im Jahre 1984 nahm ebenfalls in Halle seine inzwischen mehr als zwanzig Jahre
andauernde regelmäßige Zusammenarbeit mit Peter Konwitschny ihren Anfang. Spätere Engagements führten ihn an das Hans-Otto-Theater Potsdam und die Sächsische
Staatsoper (Semperoper) Dresden. Seit 2003 ist er an der Komischen Oper Berlin tätig. Er arbeitete außerdem (meist in Zusammenarbeit mit Peter Konwitschny) u. a. an den
Opernhäusern von München, Dresden, Hamburg, Essen, Kopenhagen, Frankfurt am Main. Zu seinen wichtigsten Arbeiten der letzten Jahre gehören die Produktionsdramaturgien
zu Parsifal an der Bayerischen Staatsoper München, Lohengrin, Wozzeck, Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, Don Carlos und zuletzt Moses und Aron an der
Hamburgischen Staatsoper; Daphne von Richard Strauss am Aalto-Theater Essen, Nabucco, Tannhäuser, Die Csárdásfürstin an der Sächsischen Staatsoper Dresden, Der
fliegende Holländer am Bolschoi-Theater Moskau (alle mit Peter Konwitschny); Katja Kabanova an der Oper Frankfurt (mit Anselm Weber); Xerxes an der Königlichen Oper
Kopenhagen (mit Sebastian Baumgarten); Der Rosenkavalier am Theater Basel (mit Andreas Homoki). Außerdem hat er (gemeinsam mit Bettina Bartz) deutsche Textfassungen u
. a. folgender Opern geschaffen: Don Giovanni, Idomeneo, Le Nozze di Figaro, Così fan tutte, Jewgeni Onegin, Glucks Iphigenie auf Tauris, Händels Alcina und Giulio Cesare und
(gemeinsam mit Reinhold Andert) Der goldene Hahn.
Franck Evin (Licht):
Franck Evin wurde in Nantes/Frankreich geboren. Er erhielt 1983 ein Stipendium des französischen Kultusministeriums und wurde Assistent des Beleuchtungschefs an der
Opéra de Lyon. Hier arbeitete er u. a. mit Ken Russell und Bob Wilson zusammen. Seit 1986 ist er regelmäßig im Düsseldorfer Schauspielhaus, in Nantes, Strasbourg, Montpellier,
Paris, Caen, Lyon, Bochum, Wien, Los Angeles, Bonn und Brüssel tätig. Ebenso arbeitete er in den letzten Jahren an den Opernhäusern von Oslo, Amsterdam, Stockholm, Tokio,
an der Bayerischen Staatsoper und der Opéra de la Bastille, Paris, sowie an der Scala di Milano. Seit der Spielzeit 1995/96 ist er Künstlerischer Leiter des Beleuchtungswesens
der Komischen Oper Berlin und ist hier u. a. für das Lichtdesign in Die Liebe zu drei Orangen, Don Giovanni, Die Hochzeit des Figaro, Così fan tutte, Der Rosenkavalier, Die
Zauberflöte, Hoffmanns Erzählungen, Die Fledermaus, Theseus, La Bohème, Kiss me, Kate und La Traviata verantwortlich. Franck Evin wurde mit dem »Opus – Deutscher
Bühnenpreis 2006« in der Kategorie Lichtdesign für die Lichtgestaltung der Oper Così fan tutte ausgezeichnet.
Besetzung:
Stella Doufexis (Hamlet)
Die deutsch-griechische Mezzosopranistin erhielt ihre Ausbildung an der Berliner Hochschule der Künste bei Ingrid Figur und wurde dort stark geprägt durch die Begegnungen
mit Aribert Reimann und Dietrich Fischer-Dieskau.Weiterhin arbeitet sie regelmäßig mit Anna Reynolds. Zahlreiche Engagements als Opernsängerin führten sie u. a. an das
Théâtre de la Monnaie nach Brüssel, an die Staatsoper Unter den Linden, an die Scottish Opera, das Gran Teatro del Liceu in Barcelona, an die Bayerische Staatsoper München
und zu den Salzburger Oster- und Sommerfestspielen. Als Konzertsängerin war sie u. a. Gast bei allen wichtigen Rundfunkorchestern Deutschlands, den Berliner
Philharmonikern sowie dem BBC Symphony Orchestra, dem London Symphony Orchestra, dem Ensemble InterContemporain, dem Orchestre de Paris und dem Israel Philharmonic
Orchestra. Ihre Arbeit mit namhaften Dirigenten wie Bernhard Haitink, Claudio Abbado, Roger Norrington, Lorin Maazel, Zubin Mehta, Kent Nagano, Simon Rattle, Leonard Slatkin,
Christoph Eschen-bach und Jukka-Pekka Saraste führte sie u. a. zu den BBC Proms, den Berliner Festwochen, zum Beethovenfest Bonn und zu den Salzburger Festspielen. In
der Spielzeit 2004/05 debütierte die Künstlerin an der Komischen Oper Berlin als Cherubino in Die Hochzeit des Figaro. Seit der Spielzeit 2005/06 ist Stella Doufexis
Ensemblemitglied. 2008/09 war sie u. a. als Octavian in Der Rosenkavalier und Medea in Theseus zu sehen.
Tom Erik Lie (Horatio)
Der in Oslo geborene Bariton absolvierte von 1986 bis 1991 sein Gesangsstudium am Konservatorium und an der staatlichen Opernhochschule Oslo. 1991 führte ihn sein erstes
Engagement nach Düsseldorf. Von 1993 bis 1998 war er in Gelsenkirchen engagiert. In der Partie des Wolfram in Tannhäuser wurde er 1996 von der Zeitschrift Opernwelt als
Nachwuchskünstler des Jahres nominiert. 1995 erhielt er das Ingrid-Bjoners-Stipendium für junge Sänger. Es folgten Gastengagements u. a. in Hannover, Nürnberg, Bonn,
Leipzig und Dresden. Von 1998 bis 2001 war Tom Erik Lie Ensemblemitglied der Oper Leipzig. Hier sang er u. a. Frère Léon in der deutschen Erstaufführung von Messiaens
Saint François d’Assise, Guglielmo, Papageno, Siegfried in Genoveva und Wolfram in Tannhäuser. Von 2001 bis 2004 folgte ein Engagement an der Deutsche Oper Berlin. Dort
hatte er große Erfolge als Papageno, Wolfram, Sharpless, Albert, Schaunard und Frère Léon. An der Komischen Oper Berlin debütierte er 2003 als Edwin in Die Csárdásfürstin.
Seit der Spielzeit 2004/05 ist er Ensemblemitglied und sang unter anderem Graf Almaviva, die Titelpartie in Jewgeni Onegin und Papageno. 2008/09 singt er u. a. Georges
Germont in La Traviata, Sharpless in Madame Butterfly, Eisenstein in Die Fledermaus und Marcel in La Bohème.
Jens Larsen (Claudio)
Der in Hamburg geborene Bassist studierte Gesang in seiner Heimatstadt bei William Workman und in Köln bei Kurt Moll. Sein erstes Engagement führte ihn an das Staatstheater
Darmstadt, von 1996 bis 2001 war er Ensemblemitglied des Theaters Basel. Zur Spielzeit 2001/02 wechselte Jens Larsen an die Komische Oper Berlin. Zu seinen Partien
gehören u. a. Sarastro, Rocco, Don Magnifico in Rossinis La Cenerentola, König Heinrich in Lohengrin, König Marke in Tristan und Isolde und Baron Ochs auf Lerchenau in Der
Rosenkavalier. Jens Larsen gastierte u. a. an der Deutschen Oper am Rhein, am Nationaltheater in München und an der Helikon-Oper in Moskau und arbeitete bisher mit
Regisseuren wie Christoph Marthaler, Nigel Lowery, Herbert Wernicke, Peter Konwitschny, Calixto Bieito, Barrie Kosky und Andreas Homoki zusammen. Als Mitglied der
Komischen Oper Berlin sang Jens Larsen unter anderem die Partien Leporello, Osmin, Papageno, Boris Timofejewitsch in Lady Macbeth von Mzensk, Totenrichter in Die
Verurteilung des Lukullus, Papageno in Die Zauberflöte, Baron Ochs in Der Rosenkavalier, Dreieinigkeitsmoses in Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny und Tschang in Das Land des Lächelns.
Gertrud Ottenthal (Gertrud)
Die Sängerin studierte in Lübeck, Detmold und Kopenhagen Gesang und debütierte 1981 an der Hamburgischen Staatsoper. Von 1982 bis 1990 war die Sopranistin an der
Wiener Volksoper festes Ensemblemitglied, wo sie u. a. Tatjana in Eugen Onegin, Mimi in La Bohème, Elvira in Don Giovanni, Antonia in Hoffmanns Erzählungen, Marie in Die
verkaufte Braut und Agathe in Der Freischütz sang. Seit 1986 ist Gertrud Ottenthal ständiger Gast an der Komischen Oper Berlin und sang hier viele große Mozartpartien ihres
Faches, aber auch Mimi in La Bohème, Elisabeth in Don Carlos und Ellen Orford in Peter Grimes. Außer Mitwirkungen bei verschiedenen Festspielen (in Salzburg, Schwetzingen
und bei den Tiroler Festspielen) gastierte sie u. a. in Mailand, Barcelona, Neapel, Dresden, an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin und der Volksoper Wien, wo sie immer
wieder in interessanten Produktionen zu hören war, wie zum Beispiel in Neuenfels’ Inszenierung König Kandaules an der Volksoper Wien, Freia in Das Rheingold an der
Staatsoper Unter den Linden unter Daniel Barenboim, Elsa in Lohengrin, Elisabeth im Tannhäuser in Neapel, als Dritte Norn in Götterdämmerung an der Scala Milano unter Ricardo
Muti und als Sieglinde in Die Walküre unter Gustav Kuhn. In der Spielzeit 2008/09 singt Gertrud Ottenthal an der Komischen Oper Berlin u. a. die Despina in Così fan tutte.
Christoph Späth (Polonius)
Der gebürtige Berliner studierte an der Hochschule der Künste Berlin, am Oberlin Conservatory und an der Yale University in den USA. Nach zwei Jahren im Ensemble des
Landestheaters Altenburg war er freischaffend als Tenor tätig und dabei zu Gast u. a. an den Opernhäusern Braunschweig, Amsterdam,Triest, Palermo und Lyon. 1993
debütierte er bei den Salzburger Festspielen unter Nikolaus Harnoncourt und 1998 bei der Münchner Musikbiennale in der Uraufführung der Oper Visions of Lear von Toshio
Hokosawa. Seit 1997 ist er ständiger Gast und seit der Spielzeit 2002/03 fest im Ensemble der Komischen Oper Berlin. Dort sang er Vašek in Die verkaufte Braut, Bob Boles in
Peter Grimes, Jaquino in Fidelio, Boni in Die Csárdásfürstin und Pedrillo in Die Entführung aus dem Serail. Als Pedrillo gastierte er 2006 auch am Teatro Massimo di Palermo.
Ebenso war er als Prinz in Die Liebe zu drei Orangen, Schäbiger und Sinowi in Lady Macbeth von Mzensk, Goro, Valzacchi in Der Rosenkavalier, Basilio in Die Hochzeit des
Figaro und Fatty in Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny zu erleben. Außerdem singt er die Titelpartie in Robin Hood, Tschekalinski in Pique Dame und Jim Mahoney in Aufstieg
und Fall der Stadt Mahagonny an der Komischen Oper Berlin.
Caren van Oijen (Rosenkranz/1. Clown)
Die niederländische Mezzosopranistin studierte Schulmusik, Geige und Gesang an der Musikhochschule von Arnhem/Niederlande und vervollständigte ihr Gesangsstudium am
Opernstudio der Komischen Oper Berlin, wo sie als Olga in Eugen Onegin debütierte. Es folgte die Partie der Leocasta in Händels Giustino. Caren van Oijen gastierte unter
anderem an der Nederlandse Opera in Amsterdam in Moses und Aron unter Pierre Boulez und in der Uraufführung von Life with an Idiot von Alfred Schnittke unter Mstislaw
Rostropowitsch, an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf sowie an der Oper Köln. An der Staatsoper Hamburg gastierte Caren van Oijen im Rosenkavalier unter der
musikalischen Leitung von Simone Young. Sie sang Händels Messias in der Londoner Royal Festival Hall und folgte Einladungen zu den Salzburger Festspielen, den
Händelfestspielen Halle, zum Bachfest Leipzig, Kissinger Sommer, Festival Santander und Holland Festival. Als Konzertsängerin arbeitete Caren van Oijen u. a. mit dem
Gewandhausorchester Leipzig, der Dresdner Philharmonie, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Rotterdams Phil-harmonisch Orkest, dem Concertgebouw Orkest,
dem Nederlands Philharmonisch Orkest, dem Schönberg Ensemble sowie verschiedenen Rundfunkorchestern. Dabei wirkte sie bei mehreren Rundfunk- und CD-Aufnahmen mit.
An der Komischen Oper Berlin sang sie unter anderem Mrs. Sedley in Peter Grimes, Maddalena in Rigoletto, Prinzessin Clarice in Die Liebe zu drei Orangen, Bradamante in Alcina
, Sonjetka in Lady Macbeth von Mzensk, Marcellina in Die Hochzeit des Figaro, Olga in Jewgeni Onegin, Annina in Der Rosenkavalier, Polina in Pique Dame, Marcellina in Die
Hochzeit des Figaro, Erscheinung der Mutter in Hoffmanns Erzählungen, Bess in Robin Hood und Kater in Pinocchio. Caren van Oijen ist seit der Spielzeit 2003/04 Ensemble
-mitglied der Komischen Oper Berlin.
Peter Renz (Güldenstern/2. Clown)
Der Tenor war Mitglied des Dresdner Kreuzchors und bekam schon während seines Gesangsstudiums an der Dresdner Musikhochschule ein Engagement an die Staatsoperette
Dresden. Danach war er Mitglied der Theater in Potsdam und Magdeburg und dort u. a. in den Partien Belmonte, Ottavio und Tamino zu erleben. Seit 1985 war er ständiger Gast
der Komischen Oper Berlin, wo er u. a. David in Die Meistersinger von Nürnberg sang. Von 1986 an war der Tenor Mitglied des Solistenensembles des Metropol Theaters Berlin.
Hier wirkte er in fast allen Produktionen der Operette mit. Mit der Spielzeit 1998/99 wurde Peter Renz festes Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin und war in den Partien
Tanzmeister in Ariadne auf Naxos, Dr. Blind in Die Fledermaus, Raoul de St. Brioche in Die lustige Witwe, Remendado in Carmen, Bardolph in Falstaff, Büttel Bamford in Sweeney
Todd, Mr. Upfold in Al-bert Herring, Boni in Die Csárdásfürstin, Don Curzio, Andreas/Cochenille/ Pitichinaccio/Franz in Hoffmanns Erzählungen, Monostatos in Die Zauberflöte,
Prinz John in Robin Hood, Truffaldino in Die Liebe zu drei Orangen, Egon von Wildenhagen in Der Vetter aus Dingsda und als Zweiter Ganove in Kiss me, Kate zu erleben.
Karolina Andersson (Ophelia)
Die junge schwedische Sopranistin studierte in den Jahren 2000 bis 2002 an der Universität von Uppsala im Fach Kammermusik. Es folgte eine Ausbildung zur Gesangs-lehrerin
an der Universität Göteborg, wo sie 2007 auch ihr Gesangsstudium abgeschlossen hat. Bereits während ihres Studiums sammelte Karolina Andersson erste
Bühnenerfahrungen in Partien wie Pamina in Die Zauberflöte, Lucy in Das Telefon von Gian Carlo Menotti, Adina in L’elisir d’amore, Adele in Die Fledermaus und Kö-nigin der
Nacht, die sie 2006 an der Königlichen Oper Stockholm sang. Darüber hinaus wirkte Karolina Andersson in Henry Purcells The Fairy Queen und Benjamin Brittens Paul Bunyan
sowie bei Aufführungen von Wolfgang Amadeus Mozarts Re-quiem, Johannes Brahms’ Ein deutsches Requiem und Claudio Monteverdis Marienvesper mit. Im Jahr 2007 sang
sie Anette in einem neuen Faust von Philippe Fénelon am Théâtre du Capitol in Toulouse, im gleichen Jahr erhielt sie von der Königlich-Schwedischen Musikakademie das
Christina-Nilsson-Stipendium. Seit der Spielzeit 2007/08 gehört Karolina Andersson zum Ensemble der Komischen Oper Berlin. Sie sang u. a Barbarina in Die Hochzeit des Figaro,
Papagena in Die Zauberflöte, Clizia in Theseus und Chloë in Pique Dame am Haus in der Behrenstraße.
James Elliott (Laertes)
Der englische Tenor James Elliott erhielt seine Ausbildung an der Royal Academy of Music in London. Dort sang er als Student Rollen wie Monsieur Arithmatic in L’enfant et les
sortilèges, Pedro Capacho in Das Wundertheater und Fenton in Falstaff. Erste Engagements führten ihn u. a. zum Glyndebourne Festival und zu den London Proms als Erster
Gefangener in Fidelio unter Simon Rattle, bald darauf folgte die Partie des Trojan in Idomeneo. Ebenfalls beim Glyndebourne Festival sang er den Boten in Händels Theodora, beim
Ticino Festival in Italien gastierte er als Paulino in Cimarosas Il matrimonio segreto. Von 2003 bis 2005 war James Elliott Mitglied des Zürcher Opernstudios. Während dieser Zeit
besuchte er Meisterklassen von Robert Tear, Francisco Araiza und Reri Grist. James Elliott ist Preisträger verschiedener Gesangswettbewerbe, Gewinner des Glyndebourne
-Wessex Preises, erhielt den drit-ten Preis des Internationalen Ernst-Haefliger-Opern-Wettbewerbs sowie den ersten Preis des Seghizzi-Wettbewerbs 2006 für Oratorium und
Lied. Im Rahmen des Festivals Aix-en-Provence wurde er HSBC-Preisträger und nahm 2008 an dessen Konzerttournee durch Europa und China teil.
Von 2005 bis 2007 gehörte er dem Ensemble des Stadttheaters Bern an. Dort verkörperte er u. a. Goro in Madame Butterfly, Trabuco in La forza del destino, Jack in Aufstieg und
Fall der Stadt Mahagonny, Don Basilio in Le nozze di Figaro, St. Brioche in Die lustige Witwe, Gastone in La Traviata und Jasperino in Josts Vipern. Einen beson-deren Erfolg
feierte er in der letzten Spielzeit als Fenton in Falstaff. In der Spielzeit 2007/08 war der junge Tenor u. a. als Ferrando am Slovenischen Nationaltheater Maribor sowie mit großem
Erfolg als Nencio in der Haydn-Oper L’Infedeltá delusa beim Festival von Aix-en-Provence zu erleben. Neben der Oper ist James Elliott zunehmend auch als Konzert- und
Oratoriensänger gefragt; ihn verbindet eine regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Berner Bach-Chor. Seit der Spielzeit 2008/09 gehört James Elliott dem Ensemble der Komischen
Oper Berlin an und sang Tamino in Die Zauberflöte und Gaston in La Traviata. [© Komische Oper Berlin]
Karten: Kartentelefon Komische Oper Berlin: 030.47 99 74 00 (Montag bis Samstag 9:00 bis 20:00 Uhr, Sonntag 14:00 bis 20:00 Uhr )
Preise: 8,00 bis 62,00 Euro (Sonntag bis Donnerstag) 10,00 bis 72,00 Euro (Freitag und Samstag), Premierenpreise: 12,00 bis 93,00 Euro
www.komische-oper-berlin.de
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Helges Leben Eine Oper für alle und jeden nach dem schönen Theaterstück von Sibylle Berg
Von: Mark Moebius & Karola Obermüller
Uraufführung: 31. Mai 2009 (Bielefeld, Theater Bielefeld / Stadttheater)
Zur Inszenierung des Theater Bielefeld:
Premiere: 31. Mai 09 (Uraufführung)
Weitere Vorstellungen: 4., 23., 25. Juni, 3. und 5. Juli 09 Musikalische Leitung: Carolin Nordmeyer, Witolf Werner Inszenierung:
Florian Lutz, Juliane Scherf Dramaturgie: Jón Philipp von Linden Bühne und Kostüme: Rainer Sellmaier Produktionsleitung:
Alexander Hollensteiner, Ulrike Niehoff Unter Mitarbeit von: Christin Bahnert, Alexander Hollensteiner, Ulrike Niehoff, Janina Moelle
Besetzung:
Helge: Hubert Wild Helges Angst: Jens Krogsgaard Tina: Christiane Linke Helga/Krankenschwester: Sünne Peters Helmut:
Jacek Janiszewski Frau Gott: Elisabeth Umierski Frau Tod: Diana Amos Tinas Angst: Melanie Hirsch Tapir: Jan Andreesen
Schnapphamster: Helmuth Westhausser Reh: Nicole Paul
Bühnenmusiker Cembalo: Alexis Agrafiotis Bühnenmusiker Hammondorgel: Dieter Zahn
Bielefelder Philharmoniker
Ob Atomkrieg oder globale Erwärmung, ob Terrorismus oder Weltwirtschaftskrise – die Zeichen für Apokalypse und Weltuntergang stehen so gut wie schon lange
nicht mehr. Das Theater Bielefeld wagt den »Zeitsprung« und bringt als Uraufführung eine Oper aus ferner Zukunft: Infolge welcher Katastrophe dort die Menschen Geschichte geworden sind, wird
nicht berichtet, Tatsache ist: sie sind es. Tapir, Reh und Schnapphamster haben es sich in den Resten der Zivilisation gemütlich gemacht, leben gleichsam von der Pfote ins Maul und lassen
sich allabendlich von zwei Meisterinnen des gehobenen Entertainments unterhalten: Frau Gott und Frau Tod. Heute im Abendprogramm: »Ein ganz normales, kleines Menschenleben«. Und so wird Helge
geboren, durchlebt als Scheidungskind alle Höhen und – besonders – Tiefen des mitteleuropäischen menschlichen Daseins, lernt Tina kennen, schwängert und verlässt sie, wird arbeitslos, dann
Gelegenheitsmörder und endet schließlich einsam im Krankenbett. Sein ständiger Begleiter: die Angst, ein wahrer Mephisto mit Tenorstimme. Die Tiere amüsieren sich prächtig, spulen vor, wenn
es langweilig wird oder fordern eine Werbepause – ganz wie im richtigen Leben eben.
Helges Leben geht zurück auf das gleichnamige »schöne Theaterstück« von Sibylle Berg, wohl der
scharfzüngigsten Gegenwartssatirikerin des deutschsprachigen Raumes. Das Besondere an der Bielefelder Uraufführung: Eine ganze Schar junger Musiktheatermacher hat sich auf die Fahnen
geschrieben, Helges Leben zu einer »Oper für alle und jeden« zu machen. Mark Moebius und Karola Obermüller, die beiden Komponisten, sind ebenso wie Florian Lutz und Juliane Scherf (Regie)
sowie Carolin Nordmeyer und Witolf Werner (Dirigenten) Stipendiaten der »Akademie Musiktheater heute«, einer Initiative der Deutsche Bank Stiftung. Das zweijährige Stipendienprogramm für
junge Regisseure, Dramaturgen, Dirigenten, Kulturmanager, Bühnenbildner und Komponisten des Musiktheaters bringt zukünftige Führungskräfte der Oper zusammen, die sich über aktuelle
Entwicklungen ihres Fachs austauschen und gemeinsame Projekte entwickeln.
Zusammen mit dem Bühnen- und Kostümbildner Rainer Sellmaier, Mitgliedern des Sänger- und Schauspielensembles
sowie den Bielefelder Philharmonikern inszenieren die Stipendiaten die letzte Musiktheaterproduktion der laufenden Spielzeit mit sechs Vorstellungen. Ansatz dieser Produktion ist es,
innerhalb eines konzeptionell geschlossenen Abends eine stilistische und inhaltliche Komplexität auf allen künstlerischen Ebenen zu erreichen, ohne dabei künstlerische Gegensätze zu
nivellieren, sondern im Gegenteil, diese zu schärfen und auszustellen. Es geht darum, unterschiedliche Ansätze, ästhetische Herangehensweisen und Perspektiven des zeitgenössischen
Musiktheaters aufzuzeigen und dadurch der differenzierten Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Vorgängen Raum zu schaffen.
KOMPOSITION
In der Spielzeit 07/08 war Mark Moebius Komponist für Heidelberg und erarbeitete dort Auftragswerke, darunter Pinienkerne wachsen nicht in Tüten (Oper nach einem Libretto von Paula Fünfeck; UA November 2007). Weitere Arbeiten für Musiktheater u.a. Psyche and Delia (Libretto von Gerd Stern), Idilia (UA Koblenz 2006), Polarlicht (UA Rheinsberg, 2004) sowie Auftragswerke u.a. für das Münchner Kammerorchester (UA 2007) und die Gächinger Kantorei (2006). 2005 war er Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung und 2000-01 des Freistaates Bayern. 2002 zählte er zu den Gewinnern des Wettbewerbs Neue Oper der Kammeroper Schloss Rheinsberg. Mark Moebius studierte Komposition bei H.-J. von Bose in München und H. Zender in Frankfurt am Main. Geboren wurde er 1973 in Summit, New Jersey/USA.
Karola Obermüller arbeitete u.a. zusammen mit dem RSO Saarbrücken, Ensemble Intercontemporain, Arditti
Quartett, Nouvel Ensemble Moderne, ensemble phorminx und dem KlangKonzepteEnsemble. 2007 wurde ihre Oper Dunkelrot, ein Auftragswerk des Staatstheater Nürnberg, uraufgeführt. Weitere
Auftragswerke komponierte sie u.a. für den Nürnberger IPPNWKongress und die Fromm Music Foundation (USA). Karola Obermüller war Finalistin für den Berliner Opernpreis 2008. Sie erhielt
den Darmstädter Musikpreis 2006, den Bayerischen Jugendpreis 2001, den ASCAP Award und den New York Musicians Prize. Sie ist Stipendiatin der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik
Darmstadt und des Centre Acanthes. Seit 2003 hat sie ein Stipendium der Harvard University für eine Promotion in Komposition. Karola Obermüller wurde 1977 in Darmstadt geboren.
MUSIKALISCHE LEITUNG Carolin Nordmeyer ist 2. Kapellmeisterin und Studienleiterin am Theater Bielefeld,
zuvor dort Kapellmeisterin, Studienleiterin und Assistentin des GMD (2003-2005) sowie von 2001 bis 2003 Kapellmeisterin und Solorepetitorin. Hier hatte sie u.a. bei Glucks Orfeo ed Euridice,
der Uraufführung von Manos Tsangaris‘ Orpheus Zwischenspiele, Benatzkys Die Blume von Hawaii, Scarlattis Griselda sowie bei den Ballettabenden Messiah und Bach-Dialoge die musikalische
Leitung inne. Zudem übernahm sie zahlreiche Dirigate, u.a. Strawinskys Le Sacre du Printemps. Zudem ist sie Gastdirigentin der Rheinischen Orchesterakademie Mainz und des LJO Saarland. Seit
2003 übernahm sie die Leitung des Märkischen Jugendsinfonieorchesters und gründete im gleichen Jahr das Freie SinfonieOrchester in Bielefeld. Carolin Nordmeyer, geb. 1975 in Freiburg
(Br.), studierte Dirigieren, Horn und Korepetition an der Hochschule für Musik Detmold und am Conservatoire Nationale Supérieur de Musique, Paris.
Witolf Werner ist seit der Spielzeit 2005/06 als Assistent von GMD Peter Kuhn und Kapellmeister am Theater Bielefeld engagiert, wo er bereits zahlreiche
Dirigate übernahm. Der gebürtige Rheinländer erhielt Klavier-, Cello- und Gesangsunterricht und machte das C-Examen als Kirchenmusiker. 1997 wurde ihm der Düsseldorfer Trude-Fischer-Preis für
junge Künstler zugesprochen. Sein Studium absolvierte Witolf Werner an der Kölner Musikhochschule, parallel dazu leitete er das Hofgartenorchester der Universität Bonn. Es folgten u.a.
Dirigate des Konservatoriumsorchesters der Fachhochschule Osnabrück und der Osnabrücker Philharmoniker. Das Konzertexamen als Dirigent bestand er 2004 »mit Auszeichnung«. Sein erstes festes
Engagement ging Witolf Werner in der Spielzeit 2004/05 als Solorepetitor mit Dirigierverpflichtung am Theater Dortmund ein. 2005 erhielt Witolf Werner ein Stipendium der
Richard-Wagner-Stiftung.
INSZENIERUNG Florian Lutz führte bereits Regie u.a. bei Glucks Orfeo ed
Euridice am Theater Altenburg-Gera (2006), Saint-Saens’ Die gelbe Prinzessin (deutsche Erstaufführung) an der Neuköllner Oper in Berlin (2005), Rossinis Gelegenheit macht Diebe (2005) am
Saalbau Neukölln in Berlin sowie 2003 bei Ionescos Die kahle Sängerin im Theaterhaus Köln. 2005 wirkte er als Schauspieler und Pianist in Kagels Présentation pour deux (Regie: M. von zur
Mühlen) am HAU 2 Berlin mit. Von 2000-2006 studierte Florian Lutz Philosophie, Musikwissenschaft und Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität Berlin. Geboren wurde er 1979 in Köln.
Juliane Scherf studiert seit 2001 Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Zu ihren bisherigen
Regiearbeiten gehören: PLASTIK.Tanzfigurationen nach Oskar Schlemmer (2007, Diplominszenierung, TiL/Stadttheater Gießen), viAndante (2005 in Bologna) sowie f i g u r a u m (2004).
Regieassistenzen u.a. bei fremd von H. Thomalla (2006, Staatsoper Stuttgart, Regie: H.-W. Kroesinger) und bei Il sapore dell´acqua, (2004 in Bologna, Regie: P. Floridia). 2004/05 war Juliane
Scherf Stipendiatin des DAAD. Geboren wurde sie 1980 in Stuttgart-Bad Cannstatt.
BÜHNE UND KOSTÜME Rainer Sellmaier, geboren 1977 in München, lebt in Regensburg. Er studierte Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft an der LMU München sowie Bühnen- und Kostümbild am Mozarteum Salzburg. Als
freier Ausstatter arbeitete er u.a. am Salzburger Landestheater und an der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Seit Dezember 2006 ist er Ausstattungsleiter am Theater Regensburg, wo
er unter anderem Bühnen- und Kostümbild für Sophokles` Antigone (Regie: Christian von Treskow) und Becketts Endspiel (Regie: Frank Asmus) entwarf. Seit 2001 arbeitet er kontinuierlich mit dem
Regisseur Tobias Kratzer zusammen, zuletzt bei Verdis Rigoletto im Rahmen des Regiewettbewerbs ring.award in
Graz. [© Theater Bielefeld]
Ein Kooperationsprojekt vom Theater Bielefeld und der Deutsche Bank Stiftung, gefördert wird dieses Projekt auch durch den Fonds Neues Musiktheater der NRW Kulturstiftung.
www.theater-bielefeld.de
„Helges Leben – das Labor“:
Bei dem Festakt der Deutschen Bank Stiftung, Akademie Musiktheater heute am 27. November 08 an der Oper Frankfurt präsentierten die scheidenden Stipendiaten mit „Helges Leben – das Labor“ ihr künstlerisches Abschlussprojekt.
Der jährliche Festakt wird traditionell von den scheidenden Stipendiaten gestaltet. In diesem Jahr hatte ihr künstlerisches Abschlussprojekt einen besonderen Rahmen: Erstmalig hat die
Deutsche Bank Stiftung in Kooperation mit dem Theater Bielefeld an ihre beiden Stipendiaten der Sparte Komposition, Karola Obermüller und Mark Moebius, einen Kompositionsauftrag für eine Oper
vergeben.
Helges Leben - Das Labor Kooperationsprojekt des Theater Bielefeld und der Deutschen Bank Stiftung
Krankenschwester (Sarah Kuffner) und Witolf Werner am Klavier Foto: Wolfgang Runkel
Die Idee zu der Vertonung des erfolgreichen Theaterstückes der Autorin Sibylle Berg entstand während des jährlichen Arbeitstreffens des Jahrgangs. „Helges Leben“ ist eine
bitterböse Satire mit drei Erzählebenen und vier Lebensstationen des Menschleins Helge: In ferner Zukunft - die Menschheit ist ausgestorben, Tapir und Reh haben Besuch vom
Schnapphamster. Um sich einen schönen Abend zu machen, bestellen sie sich bei den Damen Gott und Tod ein „ganz normales kleines Menschenleben“. So wird Helge geboren,
bekommt als ständigen Begleiter „Helges Angst“ beigesellt und durchlebt alle Höhen und Tiefen – besonders alle Tiefen – heutigen Daseins. Die Tiere unterbrechen mit
Werbepausen oder spulen vor. Die zu Unterhaltungsdienstleistern verkommenen „höheren Wesen“ versuchen, an die gute alte Zeit anzuknüpfen, aber niemand hat mehr Visionen oder gar einen Glauben.
Dieses Theaterstück bietet die ideale Plattform für ein Gemeinschaftsprojekt mit drei Regisseuren und zwei Komponisten. Die jeweilige individuelle Arbeitsweise und der
ästhetische Stil des Einzelnen können in dieser heterogenen Vorlage kreativ umgesetzt werden. Dramaturgen und Komponisten schrieben im Austausch mit den Regisseuren
das Libretto, die Kulturmanager übernehmen die Produktionsleitung. Komponisten und Dirigenten entwickeln eine musikalische Erzählweise. Mit dem Theater Bielefeld wurde ein
Haus gefunden, welches sich für ungewöhnliche Arbeitsweisen im Musiktheater und Projekte junger Künstler engagiert und auf dessen Spielplan regelmäßig Aufführungen
moderner Opern stehen. [©Deutschen Bank Stiftung, Akademie Musiktheater heute]
www.deutsche-bank-stiftung.de
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Das Herz Drama für Musik in drei Akten (vier Bidern)
Von: Hans Pfitzner (* 5. Mai 1869 in Moskau; † 22. Mai 1949 in Salzburg)
Uraufführung: 12. November 1931 (Berlin, Staatsoper & München, Nationaltheater)
Zur Inszenierung des Mainfranken Theater Würzburg:
Premiere: 25. März 06 Weitere Termine:
28. März, 5. / 9. / und 13. April, 5. und 28. Mai, 2. und 5. Juli 06
Musikalische Leitung: Martin Braun Inszenierung: Stephan Suschke Bühne und Kostüme:
Momme Röhrbein Choreinstudierung: Markus Popp Dramaturgie: Sebastian Hanusa / Alexander Jansen Regieassistenz und Abendspielleitung: Alexandra Dapp
Ausstattungsassistenz: Gesine Pitzer Soufflage: Katrin Raetzel Inspizienz: Nadine Döhling
Der Herzog / Der Ankläger: Andreas Bauer
Die Herzogin: Barbara Hahn Der Prinz Tankred (kleiner Knabe): Gustavs Gailus Geheimrat Asmus Modiger: Michael Baba a.G. Helge von Laudenheim, ein Hoffräulein:
Silke Evers Doktor Daniel Athanasius, Arzt: Stefan Stoll a. G. Wendelin, sein Gehilfe: Gundula Schneider a. G. Ein junger Kavalier: David Fielder
Erste Hofdame: Sandra Harnisch Zweite Hofdame: Sarah Bahr Erster Henkersknecht: Herbert Brand Zweiter Henkersknecht: Kenneth Beal Erster Diener:
Paul Henrik Schulte Zweiter Diener: Rodney Westbrook Dritter Diener (Page): Hiroe Ito
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Das Herz Mainfranken Theater Würzburg
Dr. Daniel Athanasius (Stefan Stoll) & die Herzogin (Barbara Hahn) Foto: Kai-Uwe Schulte-Bunert
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Zum Team:
Martin Braun Der gebürtige Berliner studierte zunächst in seiner Heimatstadt Violine, anschließend in Wien Dirigieren. Er arbeitete als erster Kapellmeister an den Theatern von Olmütz (CZ),
Wuppertal und Heidelberg. Neben dem klassisch-romantischen Standardrepertoire sowie zeitgenössischen Opern bildet das Opernschaffen Gioacchino Rossinis einen Schwerpunkt seiner Arbeit. So
leitete er in Wuppertal „II barbiere di Siviglia", „II turco in Italia", „II viaggio a Reims" sowie an der Oper Frankfurt die Wiederaufnahmestaffel von „La Cenerentola".
Gastdirigate führten ihn unter anderem an die Volksoper in Wien, an die Nationaltheater von Prag und Brunn, zu den Bochumer Symphonikern und der Mährischen Philharmonie
. Neben seiner Tätigkeit am Mainfranken Theater ist Martin Braun Lehrbeauftragter an der Musikhochschule Leipzig.
Seit der Spielzeit 05/06 ist er erster Kapellmeister am Mainfranken Theater Würzburg. Er hat die musikalische Leitung von „Orpheus in der Unterwelt" und wird am 4. Juni die
Nachtmusik sowie am 14. Juli die Philharmonische Konzertnacht dirigieren.
Stephan Suschke
Regisseur Stephan Suschke war nach seinem Studium Dramaturg und Regisseur in Greifswald. Er war bis zu dessen Tod der engste Regie-Mitarbeiter von Heiner Müller. Er
arbeitete mit ihm unter anderem am Deutschen Theater in Berlin, am Berliner Ensemble, sowie bei den Bayreuther Festspielen. Ab 1994 führte er in eigenen Arbeit Regie am
Berliner Ensemble, wo er von 1995 bis 1999 in der Leitung arbeitete und dessen künstlerischer Leiter er von 1997 bis 1999 war. Seit 1999 arbeitet er als freier Regisseur (u.a.
am Theätra National in Brüssel, in Cordobä/Argentinien, in Neu Dehli/lndien und Melbourne/Australien). 2003 veröffentlichte er unter dem Titel Müller macht Theater eine
umfangreiche Dokumentation über Heiner Müllers Theaterarbeit.
Mit der auch überregional sehr erfolgreichen Produktion Ödipus, Tyrann gab Stephan Suschke sein Regiedebüt am Mainfranken Theater in dieser Spielzeit.
Momme Röhrbein
Ausstatter Momme Röhrbein ist seit 1989 freischaffender Bühnen- und Kostümbildner und arbeitete unter anderem am Akademietheater Wien, am Theater in der Josefstadt,
am Berliner Ensemble, am Schauspielhaus Hamburg, am dortigen Thalia Theater und am Residenztheater München. In dieser Spielzeit übernahm Momme Röhrbein auch die
Ausstattung in der Produktion „Ödipus, Tyrann" von Sophokles.
SängerInnen:
Michael Baba
studierte Gesang an der Hochschule "Hanns Eisler" in Berlin bei Kammersänger Professor Heinz Reeh, eine derzeitige Arbeit verbindet ihn mit Bernhard Adler (München). 1990
wurde er zunächst Mitglied im Opernstudio der Semperoper Dresden. Es folgten danach Gastspiele in Schwerin (Tam/no/"Zauberflöte") und Mannheim, wo er den
Narraboth/"Sa\ome" unter Jun Märkl sang. 1992 wurde er Ensemblemitglied der Städtischen Bühnen Münster. Unter der Leitung von Will Humburg sang er dort u.a. Partien wie
Maler und Ateger/"l_ulu", Narraboth/Sa\ome und unter Lothar Koenigs sang er die Partie des Baron Kronthal/"Wildschütz". 1996 wechselte er an das Metropoltheater in Berlin,
dort erarbeitete er sich ein breites Operettenrepertoire unter der Intendanz von Rene Kollo. 1999 wurde er festes Ensemblemitglied des Gärtnerplatz Theaters. "Candide"
sowie Lucio in Wagners "Liebesverbot" in einer Inszenierung von Claus Guth. Gastverpflichtungen führten Michael Baba nach Dessau, dort sang er in der Inszenierung von
Johannes Felsenstein den Max/"Freischütz" und den Erik/"Fliegender Holländer". Ein Gastspiel des Dessauer Theaters mit dem "Fliegender Holländer" führte ihn nach Japan; mit
dieser Partie gastierte er außerdem am Theater Chemnitz.
Seit der Spielzeit 2002/03 ist Michael Baba freischaffend; Gastverträge führten ihn an das Staatstheater am Gärtnerplatz sowie an die Bayerische Staatsoper München und
das Staatstheater Kassel. In der Saison 2004/05 folgten seine Debüts in den Partien Hans/Verkaufte Braut und Parsifal.
Dirigenten: Peter Schneider, David Stahl, Christof Prick. Regisseure: August Everding, Claus Guth.
Auch auf dem Konzertsektor ist Michael Baba ein gefragter Tenor. Er sang u.a. Beethovens 9. Symphonie und "Christus am Ölberg", Haydns "Jahreszeiten", Honeggers
"König David" und in der Berliner Philharmonie sang er das "Requiem" von Mozart sowie Konzerte in Charlotte/USA.
Andreas Bauer
Sein Gesangsstudium absolviert er an der Musikhochschule in Dresden und schloss daran ein künstlerisches Aufbaustudium bei Prof. Eugen Rabine in Weimar.
2001 debütierte er als Osmin am Theater Annaberg, wo er auch Gremin, Sparafucile, Van Bett, den Mephisto in Gounods „Faust" und den Caspar in Webers „Freischütz" sang.
Im italienischen Varese sang er 2003 Mozarts Figaro unter Dan Ettinger, Dirigent an der Staatsoper Berlin und im Jahr darauf Paolo Albiani in Verdis Oper „Simone Boccanegra".
In „Veronika, der Lenz ist da - Die Comedian Harmonists" wirkt Andreas Bauer seit 2000 an der Oper Chemnitz, Rostock und Cottbus mit.
2004 gewann er den 2. Gesamtpreis beim internationalen Gesangswettbewerb in Meran und war Finalist des Premio Masini Credem in Reggio Emilia. Hier wurde er für „Die
Zauberflöte" unter Claudio Abbado engagiert und sang im Folgejahr den Sprecher bzw. 1. Priester in Reggio Emilia, Ferrara, Modena und im Festspielhaus Baden-Baden. Im
September 2005 wirkte er bei der CD Aufnahme dieser Produktion für die Deutsche Grammophon Gesellschaft in Modena mit.
Neben seiner Theatertätigkeit widmet sich Andreas Bauer auch dem Oratoriengesang. Insbesondere die Mitwirkung in der vom Sächsischen Musikrat veranstalteten Reihe „Die
Leipziger Kirchenkantaten - Der erste Jahrgang 1723/24" führte zu einer intensiven Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Bach Collegium und Rundfunkübertragungen auf MDR Kultur.
Seit der Spielzeit 2004/2005 ist er Ensemblemitglied am Mainfranken Theater und war als Gernot in Wagners „Die Feen", als Mephisto, Osmin, Ollendorf, Kaiphas, Sparafucile
und Colline zu hören.
Im Dezember 2005 erhielt er den Theaterpreis Würzburg 2005 des Theater Fördervereins.
Silke Evers
Die Sopranistin Silke Evers studierte Gesang in Köln und Düsseldorf. Ausgezeichnet mit zahlreichen Stipendien und Preisen (zuletzt beim internationalen Liedwettbewerb
„Franz Schubert und die Musik der Moderne" 2003 in Graz) sang sie in den großen Konzertsälen Europas (z.B. Köln, Zürich, Athen). Weiterhin führten Konzertreisen sie über
Europa hinaus nach Brasilien, Indien und Island. Auch wirkte sie bei Radio-, Fernseh- und CD-Produktionen mit. Das international renommierte Barockensemble Concerto Köln
engagiert Silke Evers seit 2001 regelmäßig als Solistin. Auf der Opernbühne war sie in den letzten Jahren immer wieder in Hauptrollen zu erleben, so u. a. als Gretel, Susanna
und als Anna in „Die lustigen Weiber von Windsor" an der Seite von Kurt Moll als Sir John Falstaff. Ihre Engagements führte sie an die Opernhäuser in Bonn, Hagen und
Münster. Seit September 2003 ist sie Ensemblemitglied des Mainfranken Theaters, wo sie u.a. alsZer//na in „Don Giovanni", als Mizzi in „Zwei Herzen im Dreivierteltakt, als
Hodel in „Anatevka" zu sehen war.
In der Spielzeit 04/05 war sie als l Ha in „Idomeneo", als Gilda in „Rigoletto", als Laura im „Bettelstudent" und in den „Feen" als Drolla auf der Mainfranken Bühne In dieser
Spielzeit singt sie die Musetta in „La Boheme", die Eurydike in „Orpheus in der Unterwelt" und die Marguerite in Charles Gounods „Faust".
Barbara Hahn
studierte am Mozarteum in Salzburg Gesang. Nach drei Semestern bekam sie ihr erstes Engagement nach Bielefeld, wo sie als Dorabella in Mozarts „Cosi fan tutte" debütierte.
Es folgten Festverträge an die Opernhäuser Freiburg, Frankfurt, Saarbrücken und Leipzig, Gastverträge bei den Bregenzer Festspielen, an die Opernhäuser Bologna,' Bonn,
Braunschweig, Hannover, Gießen, Lübeck, Passau, Köln und Mannheim. Barbara Hahn sang unter Dirigenten wie R. Chailly, Silvio Varoiso, Donald C. Runnicles, Gerd Albrecht
, Michail Jurowsky und Marc Sonströt. Sie arbeitete mit Regisseuren wie Ruth Berghaus, Andreas Homoki, Alfred Hirschner und Sebastian Baumgarten. Ihr Repertoire umfasst
Mozart-, Strauss,- Verdi- und Wagner-Mezzosopranpartien. Seit 2001 ist Barbara Hahn am Mainfranken Theater Würzburg engagiert, wo sie bereits als Gast den Niklaus in
„Hoffmanns Erzählungen", die Mary in „Der fliegende Holländer" und die Federica in „Luisa Miller" gesungen hat. Seit der Spielzeit 2003/04 ist sie festes Ensemblemitglied und
war u.a. als Fenena in „Nabucco" und als Idamantes im „Idomeneo" zu erleben. Neben der Herzogin in „Das Herz" singt sie in dieser Spielzeit die Juno in der Operette „Orpheus
in der Unterwelt".
David Fielder
Der Tenor David Fielder wurde 1974 in Schweden geboren. Seine musikalische Ausbildung begann er 1994 an der University of North Texas und schloss sie an der
Musikhochschule im norwegischen Bergen ab. Im Herbst 1999 zog er nach Oslo, und absolvierte am National College of Operatic Art ein Aufbaustudium, das er im Juni 2002
abschloss. 2000 war er Ruud-Wallenberg Stipendiat.
Mit der Norwegian National Oper trat er als Brosa in „Rigoletto", als Gaston in „La Traviata", und zuletzt als Tamino in „Die Zauberflöte", auf. In verschiedenen Uraufführungen
war David Fielder in den entsprechenden Tenorpartien zu hören, wie z.B. als Garborg in „Hulda und Garborg" von Glenn Erik Haugland. Als Oratoriensänger wirkte er in der" H
-Moll Messe" von J.S. Bach mit, in Handels „Messias", Mozarts „Requiem" und in der „C-Moll Messe", Rossinis „Petite Messe Solennelle" und in Ramirez „Missa Criolla" mit. Im
Bereich des klassischen Liedrepertoires sang er Schuberts „Die schöne Müllerin", Schumanns „Dichterliebe" und seine Liederkreise OP.39 und OP.24.
In der Spielzeit 2002/03 war er in der Oper von Kristiansund als ßorsa in „Rigoletto" und als Marquis von Chateauneuf m „Zar und Zimmermann" zu erleben. Beim Opern
Festival in Sandefjord sang er den Alfred in „Die Fledermaus". Ferner sang er mit der Norwegian National Oper Mozarts „C-Moll Messe". Außerdem gab er Konzerte mit dem
Norwegischen Radio Orchester und wirkte in Mozarts „Requiem" in Oslo mit.
2003/04 war er unter anderem als Percy in „Anna Bolena" an der Oper in Kristiansund zu hören und sang in Oslo und Hamar Mozarts „Requiem". Als Edwin in der Operette
„Die Csärdäsfürstin" ging er in Norwegen auf Tournee.
Seit der Spielzeit 2004/05 ist David Fielder Ensemblemitglied des Mainfranken Theaters. Er war als Arbace in „Idomeneo" und als Jan in „Der Bettelstudent" zu hören. Ferner
sag er in „der Welt Lohn" von Andräs Hamary das Tenorsolo und in Manfred Trojahns „Limonen aus Sizilien" war er Micuccio Fabri. In dieser Spielzeit ist er als Pedrillo in
Mozarts „Entführung aus dem Serail", als Aristeus/Pluto in „Orpheus in der Unterwelt", als der junge Kavalier in Pfitzners „das Herz" und als Parpignol in „La Boheme" auf der
Mainfranken Bühne zu sehen.
Gundula Schneider
Die gebürtige Dresdnerin studierte an den Hochschulen für Musik in Dresden und Karlsruhe bei Maria Venuti und Margret Trappe-Weil und in der Meisterklasse für
Liedgestaltung bei Mitsuko Shirai und Hartmut Höll; Sie besuchte Meisterkurse bei Elisabeth Schwarzkopf, Brigitte Faßbaender, Hilde Zadek, Gerard Souzay, Sena Jurinac und
Dalton Baldwin. 1995 erhielt sei den 1. Preis beim Wettbewerb "Pro Musicis" Paris/New York, 1994 war sie Preisträgerin beim Internationalen Brahms-Wettbewerb in Hamburg,
1992 Preisträgerin beim Internationalen Gesangswettbewerb A. Dvorak in Karlsbad und sie erhielt den Sonderpreis für die beste Interpretation ein Liedes von Dvorak. 1994
war sie Stipendiatin des Deutschen Musikrates und Förderpreis der Opernfreunde Bonn, 1996 erhielt sie den Preis der Stadt Karlsruhe, 1999 den Förderpreis für
Nachwuchskünstler der Theater- und Konzertfreunde Dortmund.
Von 1997 bis 2001 war sie Ensemblemitglied des Theaters Dortmund. Ferner sang sie als Gast an der Sächsischen Staatsoper Dresden, am Hessischen Staatstheater Kassel
, am Volkstheater Rostock, am Musiktheater Görlitz, an den Sächsischen Landesbühnen Dresden, am Tiroler Landestheater Innsbruck, an der Komischen Oper Berlin, an der
Staatsoper Stuttgart, an der Opera National du Rhin Strasbourgh, am Badischen Staatstheater Karlsruhe, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg unter
anderem mit folgenden Partien: Carmen, Rosina, Hansel, Alcina, Komponist, Cherubino, Annio.
Sie trat bei den Musikfestspielen Dresden, bei den Tagen der zeitgenössischen Musik Dresden, beim Internationalen Musikfestival Wratislavia Cantans - Wroclaw, beim Festival
Windrose Nordrhein-Westfalen, beim Brucknerfest Linz, bei Rossini-Festspielen Bad Wildbadauf.
Es liegen Rundfunkaufnahmen für den Mitteldeutschen, Süddeutschen und Hessischen Rundfunk vor sowie mehrere CD-Einspielungen, zuletzt "Sämtliche Lieder von Richard
Wagner". Sie gab Konzerte und Liederabende unter anderem in Paris (Opera Comique, 1995), New York (Weill Hall der Carnegie Hall, 1998), Dresden (Liederabendreihe "Das
Lied in Dresden", 1999), und in der Liederhalle Stuttgart.
StefanStoll
Der gebürtige Salzburger wuchs in München auf, wo er Musikwissenschaft und Philosophie studierte. Daran schloss sich ein Kompositionsstudium an der Hochschule der
Künste in Berlin an. Nebenbei erhielt er Gesangsunterricht bei Kurt Moll, Claudia Eder und Marianne Fischer-Kupfer. Stefan Stoll erhielt zahlreiche Stipendien und ist Preisträger
mehrerer renommierter internationaler Kompositionswettbewerbe, konzentriert sich aber derzeit mehr auf sängerische Aufgaben. Von 1996 bis 2000 war er Ensemblemitglied
des Staatstheaters Cottbus und gehörte seit 1998 auch dem Ensemble der Komischen Oper Berlin an, wo er den Don Bartolo (Rossini, „Der Barbier von Sevilla"), den
Balstrode (Britten, „Peter Grimes") und den Pizarro (Beethoven, „Fedelio") singt.
Außerdem ist Stefan Stoll als Alberich (Wagner, „Ring der Nibelungen") am Staatstheater Karlsruhe sowie als Tomskij (Tschaikowsky, „Pique Dame") am Volkstheater Rostock zu hören.
[Texte: Mainfranken Theater Würzburg] (externer Link)
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Herzog Blaubarts Burg Oper in einem Akt
Text: Béla Balázs Uraufführung:
24. Mai 1918 (Budapest, Königliches Opernhaus)
Zur Inszenierung der Oper Frankfurt: (Doppelabend mit Henry Purcells „Dido and Aeneas“)
Premiere: 5. Dezember 10
Musikalische Leitung: Constantinos Carydis Regie: Barrie Kosky Bühnenbild und Kostüme: Katrin Lea Tag Dramaturgie:
Zsolt Horpácsy Licht: Joachim Klein Chor: Matthias Köhler
Besetzung:
Judit: Claudia Mahnke Blaubart: Robert Hayward
Frankfurter Opern- und Museumsorchester
www.oper-frankfurt.de
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Hexe Hillary geht in die Oper Ein Kinderstück mit Musik
Von: Peter Lund Uraufführung:
19. März 1997 (Berlin, Neuköllner Oper)
Zur Inszenierung der Theater Chemnitz:
Premiere: 24. Januar 07 (Schauspielhaus, Kleine Bühne)
Inszenierung: Sabine Sterken Bühne und Kostüme: Martin Rupprecht
Besetzung: Hexe Hillary: Nancy Gibson Maria Bellacanta:
Jana Büchner/Susanne Thielemann
Am Klavier: Tom Bitterlich
„Hexe Hillary geht in die Oper“ begeisterte bereits in unzähligen Aufführungen Kinder in ganz Deutschland,
indem es die jungen Zuschauer mit viel Witz und Charme, mit Spannung und musikalischen Kostproben und natürlich mit einer gehörigen Portion Hexen- und Theaterzauber an die vielseitige, sich
immer wieder neu entwickelnde Oper heranführt.
„Was ist eigentlich Oper?“, fragt sich Hexe Hillary, als sie in einem Radio-Gewinnspiel zwei Freikarten für die Oper gewinnt. Ihr
Hexenlexikon verrät: „Oper ist Theater, wo alle singen!“ Hillary vermutet mit Entsetzen einen heimtückischen Singfluch, der alle Menschen in der Oper befällt. Schnell zaubert sie sich eine
ausgewiesene Expertin in die Wohnung: Die staatlich geprüfte Opernsängerin Maria Bellacanta. Sie bereitet Hillary auf den bevorstehenden Opernbesuch vor, indem sie ihr Spannendes und
Wissenswertes aus der großen bunten Welt des Musiktheaters erklärt. Sie beschreibt die verschiedensten Gefühle, die man durch Musik ausdrücken kann, und gewährt der noch unerfahrenen Hillary
ebenso wie den jungen Zuschauern einen unterhaltsamen und spannenden Blick hinter die Kulissen. So ganz nebenbei gibt sie auch die eine oder andere Kostprobe ihrer Sangeskünste. Ob es ihr
wohl gelingen wird, Hillary die Angst vor dem „schrecklichen Singfluch“ zu nehmen und für die Oper zu begeistern?
Auf der Kleinen Bühne im Schauspielhaus möchte „Hexe Hillary“ in der
Inszenierung von Sabine Sterken nun auch in Chemnitz das Interesse der Kinder an Musiktheater wecken. Es ist neben den „Opernstunden“ im Rahmen der Schülerkonzerte ein weiteres Angebot,
Musik- und Mitmach-Theater speziell für Kinder (ab 6) zu etablieren.
Im Stück erhält Hexe Hillary (Nancy Gibson) vielerlei Informationen über die Arbeit in der Oper direkt aus erster
Hand, nämlich von der Opernsängerin Maria Bellacanta (Jana Büchner/Susanne Thielemann). Ganz selbstverständlich geben die beiden bühnenerfahrenen Sängerinnen auch einige Kostproben ihres
Könnens. Die aufwändige Ausstattung von Prof. Martin Rupprecht zeigt ganz unaufdringlich auch verschiedene Theater-Ästhetiken von Naturalismus über Pop-Art bis hin zu barocken
Elementen.[© Die Theater Chemnitz]
www.theater-chemnitz.de
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Hip H‘Opera© – Così fan tutti Komische Oper ’Jung ... Mozart streetwise!
Ein Cross–Culture-Projekt nach Mozart und Da Ponte der Komischen Oper Berlin
Premiere: Mittwoch, 5. April 06 (um 20:00 Uhr in der Komischen Oper Berlin)
Idee, Konzeption und Inszenierung: Markus Kosuch
Komposition: Wolfgang Bender, Chatschatur Kanajan HipHop-Beats: kronstädta (ppack) Libretto: Bettina Bartz, Werner Hintze, bearbeitet von MarkusKosuch
Musikalische Leitung: Chatschatur Kanajan Inszenierung: Markus Kosuch Choreographie: Nadja Raszewski Bühnenbild, Kostüme:
Mirella Weingarten, Sonja Albartus Licht: Franck Evin Projektleitung, Musiktheaterpädagogik, Dramaturgie: Anne-Kathrin Ostrop
Besetzung Opernsänger
Fiordiligi: Nina von Möllendorff Dorabella: Vanessa Barkowski Don Alfonso: Hans Griepentrog
Besetzung Rapper Ferrando: BOBMALO Guglielmo:
FlowinImmO Despina: Jasmin Shakeri
weitere Mitwirkende:
40 jugendliche Tänzer zwischen 16 und 24 Jahren, das Orchester des Musikgymnasiums »Carl Philipp Emanuel Bach« Berlin und DJ craft
Der Rapper Guglielmo wettet auf die Treue seiner
Fiordiligi mit ihrem jugendlich-dramatischen Sopran, der Rapper Ferrando auf die Treue von Dorabella mit ihrem lyrischen Mezzosopran. Verführt zu dieser Wette werden sie vom Charakterbass des
Don Alfonso, der sich mit der Rapperin und Kammerzofe Despina verbündet hat. Mozarts Oper battelt gegen HipHop-Beats bis eine Hip H’Opera entsteht: Die Komische Oper Berlin präsentiert im
Mozart-Jahr 2006 eine Cross-Culture-Version zu Mozarts Oper Così fan tutte mit dem Titel Hip H’Opera© – Così fan tutti.
Diese Hip H’Opera ist das Ergebnis einer Fusion von
Klassik und HipHop: eine Oper mit Rap und Rezitativen, Arien und HipHop-Beats, DiscJockey und Orchester, Opernsängern und HipHoppern sowie 40 jugendlichen Sängern und Tänzern zwischen 16
und 24 Jahren aus allen Berliner Bezirken, allen sozialen Schichten, allen Schul- und Ausbildungsformen und vielen unterschiedlichen Nationen. Manche Mitglieder dieser Youth Crew sind Rapper,
HipHopper, Operngänger, Opernneulinge, waren mal Opernhasser – und dennoch: Alle lieben Musik und sind bereit, sich auf dieses riesige Experiment einzulassen.
Die Hip H’Opera©
– Così fan tutti gehört in die Reihe »Komische Oper ’Jung«, die sich an Kinder und Jugendliche wendet. Neben der Veranstaltungen »Musik für jedes Alter«, den Einführungsworkshops zu den
Produktionen, der Komponistenwerkstatt und der Arbeit mit dem Kinderchor bietet die Komische Oper Berlin auch immer wieder Inszenierungen auf der großen Bühne und mit den besten Sängern des
Ensembles für dieses Publikumssegment an. Mit den großen Erfolgen von Brittens Der kleine Schornsteinfeger, der Uraufführung des Auftragswerkes Der Reiter mit dem Wind im Haar von Frank
Schwemmer und der Prinzessin auf der Erbse stehen Produktion auf dem Spielplan, die zeigen, dass die Komische Oper Kindertheater nicht als Nebensache, sondern als integralen Bestandteil
seines künstlerischen Profils versteht.
Die Hip H’Opera© – Così fan tutti ist ein großangelegtes Experiment für eine neue Dimension der Musiktheaterproduktion und
Jugendkulturarbeit. Hier ist vor allem die Perspektive der Jugendlichen entscheidend, die in choreographiertem und freiem Tanz das Bühnengeschehen hinterfragen, weiterführen und karikieren:
Mozart streetwise! Diesem Teil der Produktion liegt keine fertige Choreographie zugrunde. Nadja Raszewski, Choreographin, Tanzpädagogin und künstlerische Leiterin der TanzTangente Berlin,
leitet die Youth Crew seit Oktober 2005. Sie entwickelt und entwirft gemeinsam mit den Jugendlichen in offener Probenarbeit bewegte Bühnenbilder. Diese Proben finden jeden Freitagabend im
Schaufenster der Komischen Oper Berlin Unter den Linden statt. Die Solisten sind der Komischen Oper nahestehende Gäste und Berliner HipHopper. Markus Kosuch entwickelte die Idee und
Konzeption für dieses außergewöhnliche Projekt und führt Regie. Geleitet wird das Projekt von der Musiktheaterpädagogin Anne-Kathrin Ostrop, die in der Spielzeit bei rund 200 Workshops mit
Berliner Schülern und Studenten neugierig auf Musiktheater macht.
Die Bühnenproduktion Hip H’Opera© – Così fan tutti wird vom Hauptstadtkulturfonds gefördert. Die PwC-Stiftung
unterstützt das Jugendprojekt. In Zusammenarbeit mit der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung in Baden-Württemberg und der TanzTangente Berlin sowie mit der freundlichen Unterstützung
des Förderkreises Freunde der Komischen Oper Berlin e. V.
Termine … Voraufführung: 4. April 06, 20:00 Uhr Premiere: 5. Apri 06l, 20:00 Uhr
weitere Aufführung: 6. April 2006, 20:00 Uhr
Kartentelefon Komische Oper Berlin: 030 - 47 99 74 00 Montag bis Samstag 9:00 bis 20:00 Uhr, Sonntag 14:00 bis 20:00 Uhr
Preise ... 25,00 / 20,00 / 15,00 / 10,00 / 8,00 €,
für Schülergruppen ab 15 Personen 5,00 karten@komische-oper-berlin.de, www.komische-oper-berlin.de (externer Link) Anfragen für Workshops und Schülerführungen unter a.ostrop@komische-oper-berlin.de , oder per Fax unter 030.202 60.377
Hip H’Opera© – Così fan tutti
Die Grundlage Così fan tutte … In der Oper Così fan tutte geht es um Treue, um Verführung, Flirt und Ablehnung, kurz gesagt um einen Treuetest
und Gefühlsexperimente. Zwei Paare werden von Don Alfonso in einer Wette verführt, sich auf ein Experiment einzulassen, in dem sie den jeweils anderen Partner zu verführen versuchen. In der
Oper Così fan tutte – übersetzt »So machen es alle Frauen« – erzählt Mozart mit zwinkernden Augen dieses Dramma giocoso. Die Hip H’Opera heißt Così fan tutti, »So machen’s alle! – Männer wie
Frauen!«. Werner Hintze, Chefdramaturg der Komischen Oper Berlin, stellt seine mit Bettina Bartz erstellte Neuübersetzung des Librettos von Così fan tutte für Hip H’Opera zur Verfügung.
Der Inszenierungsansatz Cross culture bedeutet, dass zwei »Kulturen« aufeinanderstoßen und in ihrer jeweils anderen Perspektive eine alte Geschichte neu erzählen können. Wichtig
ist, die künstlerisch-kreative Lebenserfahrung der Solisten als auch der Youth Crew in den Probenprozess zu integrieren. Sie bei der Entwicklung und der inhaltlichen-kreativen Ausgestaltung
von Opern zu beteiligen, ist eine der größten Chancen des heutigen Musiktheaters. Dieser Ansatz hat mehrere Konsequenzen: Zum einen geht es darum, die Qualität unterschiedlicher Stile hart
gegeneinanderzuschneiden, zum anderen darum, beide Stile so zu verschmelzen, dass sowohl die sinfonische Struktur der klassischen Vorlage als auch die Sample-Technik des HipHop in die
Rekomposition respektvoll integriert werden. Bildlich gesprochen haben wir musikalisch folgende Situation: Zwei Schallplatten, eine von Mozarts Così fan tutte und eine mit HipHop-Beats liegen
auf zwei Turntables eines DJs und bilden die musikdramaturgische Ausgangssituation, aus der die Fusion Hip H’Opera© – Così fan tutti entsteht. Tatsächlich sind auf der Bühne und im
Orchestergraben drei Opernsänger, drei Rapper, eine Youth Crew, ein Orchester und ein DJ.
Die Solisten In den Liebespaaren sind die beiden vornehmen Damen als
Opernsängerinnen und die Herren Offiziere als Rapper besetzt: Vanessa Barkowski (Dorabella), BOBMALO (Ferrando), Nina von Möllendorff (Fiordiligi), FlowinImmO (Guglielmo). Die Rolle des Don
Alfonso, der die Offiziere zu der Wette anstiftet, wird vom Opernsänger Hans Griepentrog übernommen, seine Verbündete, die Kammerzofe Despina, ist die Rapperin Jasmin Shakeri.
Das Orchester Es spielen 26 Musiker des Orchesters des Musikgymnasiums »Carl Philipp Emanuel Bach« Berlin. In diesem Spezialgymnasium für musikalisch Hochbegabte leben und lernen
Jugendliche, die alle Jungstudierende an den Musikhochschulen Berlins sind. Diese Jugendlichen beschäftigen sich viele Stunden des Tages mit ihrem Instrument und werden innerhalb dieses
Projektes mit der Musik ihrer Freitzeit – HipHop – in einer musikalisch aktiven Art konfrontiert.
Das Orchester wird vorstudiert von seinem Leiter Tilo Schmalenberg. Künstlerische Leiterin ist Karin Leo.
Hip H’Opera© – Così fan tutti und Peter Konwitschny An
der Komischen Oper Berlin hatte im November 2005 die Mozart-Oper Così fan tutte Premiere. Peter Konwitschny, wiederholt zum Regisseur des Jahres gewählt, inszenierte eine vielumjubelte Così
fan tutte mit einer brillanten Besetzung. Konwitschny ist Verfechter eines lebendigen Musiktheaters: »Lebendiges Theater entsteht, wenn die jeweils Lebenden den Figuren, dem Stück, das sie
aufführen wollen und das vielleicht schon sehr alt ist, ihr Leben ausleihen, ihre Erfahrungen, Hoffnungen, Nöte. Geschieht dies nicht, kommt totes Theater heraus, Theater für Zombies.«
Die an dem Hip H’Opera©-Projekt beteiligten Jugendlichen haben mehrere Proben mit Peter Konwitschny miterlebt. Bei einer Probe der Youth Crew war Konwitschny anwesend. In dem sich
anschließenden Gespräch wurde heiß über den heutigen Umgang mit Oper diskutiert. Konwitschny ist derweil zum Fürsprecher für Hip H’Opera© – Così fan tutti geworden und vom Konzept und
von der Offenheit und Lebendigkeit der Jugendlichen in ihrer Auseinandersetzung mit Oper begeistert.
Schülerworkshops für alle Berliner Schulen Schülerworkshops sind
integraler Bestandteil dieser Produktion. Ab Anfang März 2006 werden kostenlose Einführungsworkshops zu Hip H’Opera© – Così fan tutti für Schulklassen angeboten, in denen mit der Methode
der Szenischen Interpretation von Musiktheater (ISIM) gearbeitet wird. Diese Workshops finden in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Spiel- und Theaterpädagogik der Universität der Künste
Berlin statt.
Das künstlerische Team
Chatschatur Kanajan/Wolfgang Bender/kronstädta (p-pack) (Musikalische Leitung, Komposition und HipHop-Beats) …
Der für eine Oper entscheidende große musikalische Bogen wird von einem Team aus klassischen Musikern/Komponisten und einem HipHop-Produzenten/ DJ kreiert. Die Mitglieder dieses Teams
sind Chatschatur Kanajan als klassischer Komponist und Dirigent. Er wurde 1971 geboren, erhielt ersten Violinunterricht mit fünf Jahren bei Elisabeth Gilels und absolvierte sein Studium in
Moskau, Dresden und Berlin u. a. bei Jaschwili, Schröter und Gronich. Daneben studierte er Dirigieren und Komposition an der Universität der Künste bei Friedrich Goldmann. Seit 1997 ist er
Mitglied des Kairos Quartetts und seit 1998 des Ensembles Mosaik. 2001 reiste er als Vertreter der Universität der Künste zum Kyoto International Music Students Festival (Uraufführung seiner
Auftragskomposition breaks). Als Dirigent leitete er 2002 Blachers Kammeroper Die Flut. Wolfgang Bender ist ein erfahrener Komponist in Cross-Culture-Projekten und stellt bei Hip
H’Opera© – Così fan tutti eine Brücke zwischen klassischer Musik und HipHop her. Er studierte Violine bei Hartog und Fischer, Kammermusik bei Poppen sowie Klavier/Improvisation bei
Norris in Berlin und Detmold. Im Ensemble Oriol, der Kammerphilharmonie Amadé und der Deutschen Kammerakademie Neuss wirkt er - teilweise als Stimmführer - mit. Als Bühnenmusiker arbeitet er
an Berliner Theatern wie Schaubühne und Schillertheater, als Komponist und Improvisator ist er Partner bei Lesungen der Schauspielerin Blanche Kommerell und wirkt bei Konzerten des Ensembles
Mosaik und des European Music Project mit. Seit 2001 schreibt und spielt er Songs für Aufführungen der Performance-Künstler Maren Strack und Johan Lorbeer.
kronstädta (p-pack)
… Biografie wird nachgereicht
Markus Kosuch (Regie und Konzeption) Regie führt der Ideengeber dieses Projektes, Markus Kosuch, Gründer und ehemaliger Geschäftsführer der
Jungen Oper der Staatsoper Stuttgart: »Jugendliche sind das Publikum von heute! Sie bei der Entwicklung und inhaltlichen, kreativen Ausgestaltung von Opern zu beteiligen, ist eine der größten
Chancen des heutigen Musiktheaters.« Mit dieser Haltung hat er 1995-2001 mit Klaus Zehelein die Junge Oper der Staatsoper Stuttgart inhaltlich und konzeptionell aufgebaut und geprägt. Er
entwickelte bereits 1999 die Konzeption zu Hip H’Opera© – Così fan tutti und realisierte mit P.A.G.S! (Weiß/Breitscheid) ein erstes Projekt an der Staatsoper Stuttgart, das Jugendliche
aus dem Streetdance und HipHop- Bereich künstlerisch in eine Opernproduktion mit einbezog. Mit Anne- Kathrin Ostrop arbeitet er seit mehr als 10 Jahren konzeptionell zusammen. »Die Komische
Oper Berlin ist genau der richtige Partner am richtigen Ort, um im Mozart-Jahr 2006 mit einer neuen Perspektive Così fan tutte mit Rappern, Opernsängern, Jugendlichen, jungen
Orchestermusikern und einem DJ auf die Bühne zu bringen.« Cross culture bedeutet für Markus Kosuch, Menschen unterschiedlicher sozialer und künstlerischer Herkunft mit ihrer
künstlerischen Kompetenz zusammenzubringen und über die fremden Perspektiven eine Geschichte neu zu erzählen. Seit 2001 arbeitet Markus Kosuch als freier Regisseur und Musiktheatertrainer
in Deutschland und im europäischen Ausland (Schwerpunkt Finnland, Schweden und Dänemark). Er gründete zusammen mit Prof. Wolfgang Stroh, Rainer O. Brinkmann und Anne-Kathrin Ostrop das
Institut für Szenische Interpretation von Musik und Theater (ISIM, www.isim-online.de), das mit seinen Projektkonzeptionen mittlerweile international aktiv ist. Als Mitbegründer des
European Network of Education Departements in Opera Houses (RESEO, www.reseo.org, Sitz in Brüssel, offizielle Gründung 1997 in Stuttgart), einem Zusammenschluss von mittlerweile 40
europäischen Opernhäusern, engagiert er sich intensiv im Bereich der kreativen Publikumsprojekte. Am Projekt Culture 2000 Why/How opera education today war er inhaltlich und
wissenschaftlich maßgeblich beteiligt. In Hamburg und Oldenburg studierte er 1988–1993 Musik und Mathematik und promovierte 2004 über Szenische Interpretation von Musiktheater.
Nadja Raszewski (Choreographie, Leitung der Youth Crew) Nadja Raszewski ist ausgebildete Choreographin, Tänzerin und Tanzpädagogin mit Schwerpunkt in Modernem Tanz (Hawkins-Technik),
Modern Jazz, Mime, Pantomime und HipHop-Styles. Als Tänzerin war sie in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen, so zum Beispiel in Linie1, und tourte mit ihrem Stück Modern Cinderella: Lolita
meets Barbie durch ganz Deutschland. Als Tanzpädagogin arbeitet sie seit 1991 in der Tanzschule TanzTangente Berlin und hat inzwischen die künstlerische Leitung dieser Schule übernommen.
Sie ist Dozentin an der Universität der Künste Berlin und leitet Fortbildungen für Lehrer und Tanzpädagogen. Zahlreiche auch preisgekrönte Projekte und Stücke mit Kindern, Jugendlichen und
Erwachsenen, Laien und Profis, wurden von ihr auf die Bühne gebracht. Mit ihrem Jugend-Tanzstück Stationen war sie zu verschiedenen Jugend-Tanz-Festivals in der Schweiz und Deutschland
eingeladen. Außerdem hat sie das Jugend-Tanz-Festival footsteps and fingerprints ins Leben gerufen, das seit 2003 jährlich stattfindet und den Jugend-Tanz in Berlin in allen Ausrichtungen
repräsentiert. In ihrer choreographischen Arbeit mit den Jugendlichen der Youth Crew verbinden sich Dynamik, Rhythmus und Groove aus dem HipHop mit den fließenden Bewegungen des Modernen
Tanzes. Sie begeistert ihre Eleven mit Expressivität und Dynamik, Lust am Rhythmus und Musik. In ihrer Arbeit steht Freude und Lust an der Bewegung vor Leistung und Perfektion, es gibt Raum
für eigene Bewegungsideen, die in die Choreographien mit einfließen: »Die Zeit, die man Jugend nennt, nenne ich die zweite Geburt. Diese Zeit ist voll Unsicherheit, Aggression,
Ausprobieren, Sich-Auflehnen – man ist so verletzlich und auf der Suche. Es ist so viel im Wandel, es passiert so vieles und auf so unterschiedliche Art und Weise, sehr still und leise und
unmerklich, aber auch laut und großartig und spektakulär. Das alles sind Gründe, warum ich so gern mit Jugendlichen arbeite.«
Mirella Weingarten und Sonja Albartus (Bühne und Kostüm)
Das Bühnen- und Kostümbild gestalten die international renommierten Bühnen- und Kostümbildnerinnen Mirella Weingarten und Sonja Albartus gemeinsam.
Mirella Weingarten … Nach ihrem
Schauspielstudium in London absolvierte sie ein Kunststudium in Hamburg und Edinburgh u. a. bei Marina Abramovic. Nach zahlreichen Ausstellungen arbeitete sie als freiberufliche Regisseurin
und Bühnenbildnerin in Edinburgh. 1996 inszenierte sie Fadenschein in der Demarco Foundation (Edinburgh Festival). 1998 schloss sie ihr Studium (Meisterschülerin) für das Fach Bühnenbild an
der Slade School of Art in London ab. 1999 gründete sie das »tanztheater mirella weingarten« und trat mit Eigenreigen. Eine Entfremdung 1999 im Theaterdock Berlin und 2000 im Theater am
Halleschen Ufer auf. 2002 inszenierte sie Olympische Gesänge, eine Operncollage auf dem Pergamon- Altar, und María de Buenos Aires in der Schweiz, 2003 Die Geschichte vom Soldaten von
Igor Strawinsky im Konzerthaus Berlin. Seit 2000 erarbeitete sie für die Zeitgenössische Oper Berlin die Ausstattungen für Neither von Morton Feldman, Tragödia – der unsichtbare Raum von
Adriana Hölszky, Le Vin Herbé von Frank Martin, Acht Gesänge für einen verrückten König und Miss Donnithornes Grille von Peter Maxwell Davies und die Konzeption für Séraphin von Wolfgang Rihm
sowie Don Quijote de la Mancha, das 2004 an der Komischen Oper Berlin zur Aufführung kam. Zur Zeit arbeitet Mirella Weingarten an verschiedenen Produktionen in Innsbruck und Lyon.
Sonja Albartus … Die gelernte Modedesignerin studierte an den Hochschulen Lüneburg und Bremen. Nach Praktika an der Staatsoper Unter den Linden und bei Vivienne Westwood in London arbeitet
sie als freie Kostümbildnerin unter anderem am Staatstheater Hannover, am Deutschen Nationaltheater Weimar, am Theater der Landeshauptstadt Magdeburg, bei der Motion Pictures GmbH am
Filmstudio Babelsberg und als Kostümassistentin am Theater Oberhausen. In Berlin waren ihre Arbeiten unter anderem am Hebbel Theater und im Pergamon-Museum zu sehen. Mitarbeit am Burgtheater
Wien und an der Komischen Oper Berlin. Sonja Albartus und Mirella Weingarten sind bei vielen Produktionen künstlerische Partner.
Anne-Kathrin Ostrop (Projektleitung) Die
Musiktheaterpädagogin der Komischen Oper Berlin leitet das Projekt: »Für mich ist das Wichtigste in diesem Projekt der Respekt! Die Oper bringt mit diesem Projekt dem HipHop Respekt entgegen,
und genauso umgekehrt: Die Musiker arbeiten mit einem DJ, Opernsänger mit Rappern, die an der Produktion beteiligten Jugendlichen setzen sich mit Mozart und HipHop auseinander. Dieses
Cross-Culture-Projekt braucht und verdient von allen Respekt.« Anne-Kathrin Ostrop studierte Musikpädagogik in Münster und Düsseldorf, Theaterpädagogik an der Universität der Künste Berlin
und ist ausgebildete Musiklehrerin. Sie bietet zu allen Opern des Spielplanes der Komischen Oper Berlin Workshops für Kinder, Jugendliche und Studierende an. Sie arbeitet seit 10 Jahren mit
der Methode der Szenischen Interpretation von Musiktheater, zunächst freiberuflich an verschiedenen Opernhäusern und Lehrerfortbildungsinstituten und seit zwei Jahren fest an der Komischen
Oper Berlin. Ziel ihrer Arbeit ist die Vernetzung von Schule und Opernhaus in jeglicher Form: »Das Wichtigste ist, dass wir die Jugendlichen ernstnehmen. Die Opernbühne ist ein Ort voller
Liebe und Hass, voller Neid und Vertrauen, voller pianissimo und fortissimo. Das ganze Leben findet sich in ihr wieder. Man muss den Jugendlichen eine eigene Erfahrung mit Oper ermöglichen,
Oper mit ihrem Leben verweben, – dann ist Oper für jeden unglaublich spannend!« Das Großprojekt Hip H’Opera© – Così fan tutti verbindet nun erstmals Jugendprojekt und Opernproduktion
auf professionellem Niveau. Anne-Kathrin Ostrop ist Mitbegründerin des ISIM, des Instituts für Szenische Interpretation von Musik und Theater. Das Institut veranstaltet mit der Komischen Oper
Berlin und der Staatsoper Unter den Linden ein Symposion im Rahmen von Hip H’Opera© – Così fan tutti für Musiktheaterpädagogen am 6. und 7. April 2006. Die Komische Oper Berlin ist das
einzige Berliner Opernhaus – neben nur zwei weiteren deutschen Opernhäusern –, das Mitglied bei RESEO ist, der Vereinigung von Education Departements an europäischen Opernhäusern.
Ensemble … Nina von Möllendorff (Fiordiligi) studierte Gesang an der Hochschule der Künste in Berlin bei Karan Armstrong und erwarb das Diplom für Konzert/Musiktheater. Meisterkurse
absolvierte sie bei Dietrich Fischer-Dieskau, Axel Bauni und Ingrid Bjoner. Es folgten Studien bei Marianne Fischer-Kupfer und Peter Maus. 1998 war sie Stipendiatin der Bayreuther
Festspiele und sang im Finale des »I cestelli Competitione dell’ opera« an der Deutschen Oper Berlin. Zu ihren Partien gehören die Contessa aus Le nozze di Figaro, Pamina und Erste Dame aus
Die Zauberflöte, Marzelline aus Fidelio, Micaela aus Carmen und Suor Angelica aus Il Trittico. An der Deutschen Oper Berlin sang sie in der Kammermusikreihe der Spielzeit 2001/02 La
bonne chanson von Gabriel Fauré. Seit der Spielzeit 2000/01 ist sie Gast an der Komischen Oper Berlin und sang unter Vladimir Jurowski, Yakov Kreizberg und Matthias Foremny u. a. die Servilia
in Titus (Inszenierung Harry Kupfer) und in Der Zwerg von Alexander von Zemlinsky (Inszenierung Andreas Homoki).
In der Spielzeit 2003/04 sang sie u. a. die Titelpartie Suor Angelica
in der Neuinszenierung von Puccinis Il Trittico am Staatstheater Oldenburg sowie Konzerte u. a. Elias von Mendelssohn und Te Deum von Bruckner in der Philharmonie Berlin, Der Zwerg von
Alexander von Zemlinsky im Concertgebouw Amsterdam. An der Komischen Oper Berlin war sie u. a. als Miss Wordsworth in Brittens Albert Herring (Inszenierung Willy Decker), als Servilia in
Mozarts Titus (Inszenierung Harry Kupfer) und in der Uraufführung von Frank Schwemmers Kinderoper Der Reiter mit dem Wind im Haar zu erleben. In dieser Spielzeit singt Nina von Möllendorff u.
a. die Linetta in Die Liebe zu drei Orangen.
Vanessa Barkowski (Dorabella) wurde in Detmold geboren und begann ihr Gesangsstudium an der dortigen Hochschule für Musik. Im
Jahr 2004 erhielt sie ihr Konzertdiplom mit der Note »sehr gut« an der Universität der Künste Berlin. Sie besuchte Meisterkurse bei Kurt Moll, Dietrich Fischer-Dieskau sowie Ingeborg Danz und
erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. war sie Preisträgerin des Internationalen Wettbewerbs Kammeroper Rheinsberg 2001 und Finalistin beim Bundeswettbewerb Gesang in Berlin im Jahre 2000.
Engagements führen Vanessa Barkowski u. a. an die Opernhäuser von Frankfurt, Paris, Hamburg und München. Im Jahre 2003 gab sie mit der Rolle der Zofe in Zemlinskys Der Zwerg, inszeniert von
Andreas Homoki, ihr Debüt an der Komischen Oper Berlin.
BOBMALO (Ferrando) wurde 1979 in Hamburg geboren. Im Alter von 12 Jahren macht BOBMALO erste Bühnenerfahrungen in dem
Musical Tom Sawyer und spielte später in mehreren Fernsehproduktionen mit. Mit 15 Jahren gründet er seine erste HipHop-Crew: Schlechter Umgang und das Musiklabel Dont Stop Uz, das heute noch
besteht. 2001 zieht er nach Berlin und gründet die Gruppe Moabeat. Diese wurde von Virgin/EMI unter Vertrag genommen und produzierte u. a. ein Album und zwei Videos (Topmodel/ Macker).
2003 geht Moabeat mit den Musikgruppen Seeed und Lychee Lassi auf Tour. Zur gleichen Zeit begann BOBMALO in verschiedenen Projekten mitzuarbeiten und hat Auftritte in ganz Deutschland,
Österreich und in der Schweiz. 2004 kommt sein erstes Soloalbum unter dem Namen BOBMALO auf den Markt. Ein weiteres Album ist in Vorbereitung.
FlowinImmO (Guglielmo)
Baujahr 1975. Bühnenauftritte seit 1993, regelmäßige Plattenveröffentlichungen seit 1994.Der umtriebige Paradiesvogel, bisher zumeist bekannt als der Freak flowin- IMMO (ImmO: Kurzform von
Irmfried: der Leuchtende, flowin: der Fluss, der Fließende) aus Bremen, (ex F.reaks.A.ssociation.B.remen-Chef 1993- 1997 mit FERRIS MC) und Terra Pi Inselkönig 2000 hat in den letzten drei
Exiljahren in Berlin seine neuen »Psalme gesalbt und geölt«. Das neue Album trägt den verheißungsvollen Namen Grenzenlose Freiheit. Der exorbitanteste Entertainer, den die hiesige
HipHop-Szene je hervorbrachte, ist mit seinem neuen Album im Klingelbeutel unterwegs. Mit hungriger Live-Band und mit sattem Sound! IMMOs Improvisationsgabe strotzt vor Souveränität, der
Moment wird von kurzweiligen Geistesblitzen der Erleuchtung durchzuckt. ImmO ist anders. ImmO ist der Andere. Ohne Scheuklappen experimentiert er mit unterschiedlichen Stilen und bringt
somit Welten zusammen, die sonst in unterschiedlichen Schubladen stecken. Wohl deshalb scheint man ImmO in keine Schublade zu bekommen. Im Auftrag des Goethe-Instituts brachte er seine
Raps für Konzerte 2001 nach Südostasien, um ein Jahr später in Thailand auf dem WorldScoutJamboree Pfadfindern aus aller Welt in Workshops deutschen Rap beizubringen. Das hat er 2005 auch
wieder im Rahmen des Weltjugendtages in Köln getan. In den letzten Jahren produzierte er unter anderem für die Spezializtz und Mellow Mark. Als Vocal-Feature-Gast gibt es eine lange Liste: DJ
Friction, Blumentopf, Die Firma, Main Concept, Spezializtz, DJ Stylewarz, Kraans De Lutin, Deja Vu Crew, Die Lyrika, Massive Töne, Der Tobi und das Bo, DJ Derezon, Die Erben der Scherben …
Jasmin Shakeri (Despina) wurde 1979 als Tochter iranischer Eltern in Berlin geboren und begann schon im Kindesalter mit einer Tanzausbildung im klassischen Ballett und später in
modernem Tanz wie Jazz und Street Dance. Während der Schulzeit nahm sie Gesangs-, Klavier- und Schauspielunterricht und trat nach dem Abitur das erste Mal mit eigenen Songs und ihrer eigenen
Band auf Festivals und Veranstaltungen auf. Parallel zum Studium der Amerikanistik, Anglistik und Romanistik an der Freien Universität Berlin arbeitet sie als Songtexterin für diverse
nationale Künstler (Ayman, NinaMc u. a.) und als Backgroundsängerin unter anderem für Yvonne Catterfeld, Nadja Benaissa, Ayman, Maya Saban, Vanessa Mason und Sedoussa. Zur Zeit ist sie neben
der Beendigung ihres Studiums mit der Arbeit an ihrem deutschsprachigen Debütalbum beschäftigt, welches vom HipHop-Produzententeam Beathoavenz (Sido, Gentlemen, Deine Lieblingsrapper u. a.)
produziert wird und 2006 erscheinen soll.
Hans Griepentrog (Don Alfonso) Der Bassist Hans Griepentrog wurde in Münster geboren und begann seine Ausbildung an der dortigen
Westfälischen Schule für Musik. Danach führte er sein Studium an der Freiburger, Kölner und Mannheimer Musikhochschule bei Ingeborg Most, Hans Sotin und Rudolf Piernay fort. 1990 wurde
man auf den jungen Bassisten aufmerksam, als er beim Bundeswettbewerb Gesang in Berlin den 1. Preis gewann. Es folgen Rundfunk-, Fernseh- und CD-Produktionen mit dem Bayerischen Rundfunk, dem
Westdeutschen Rundfunk, dem SWR und dem ZDF. 1991 gewann er den Förderpreis der Wirtschaft, 1995 wurde er Preisträger beim Meistersängerwettbewerb in Nürnberg. Hans Griepentrog war Solist bei
der Ansbacher Bachwoche und beim Kissinger Sommer. Neben seiner Tätigkeit als Oratoriensänger gastierte er während seiner Studienzeit an verschiedenen Theatern, u. a. dem Freiburger Theater
und dem Anhaltischen Theater Dessau. Mit 28 Jahren debütierte er am Regensburger Theater als Sarastro in Mozarts Zauberflöte. Danach ging er an die Deutsche Oper Berlin, wo er u. a. als
Sprecher in Die Zauberflöte, Joe in Weills Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, König in Verdis Aida und Titurel in Wagners Parsifal auf der Bühne zu erleben war. 2002 debütierte Hans
Griepentrog bei den Bayreuther Festspielen als Meister Schwarz in Die Meistersinger von Nürnberg und Edler in Lohengrin. Er war fünf Jahre Ensemblemitglied am Theater Bielefeld, wo er u. a.
als Alfonso in Mozarts Così fan tutte, Daland in Wagners Der fliegende Holländer, Waldner in Strauss‘ Arabella, Rocco in Beethovens Fidelio und Pogner in Wagners Meistersinger zu erleben war.
Hans Griepentrog arbeitete bisher mit Dirigenten wie Christian Thielemann, Donald Runnicles, Stefan Soltesz, Thomas Hengelbrock und Marek Janowsky.
DJ craft DJ craft wurde
1985 in Berlin geboren und begann 1998 mit dem DJ-ing. Die DJs Phillaip, Bobafett und Illvibe haben ihn besonders beeinflusst. Bei seinen Gigs spielt er eine Kombination aus Funk, HipHop,
Drum’n’Bass und Dancehall. Aber auch andere Stile wie Soca, Klezmer, Samba oder Banghra fließen in seine Sets ein. Im Jahr 2000 gründete er mit Maxim, Tarek, Nico (Euro8000) die HipHop-
Gruppe K.I.Z. (Künstler im Zuchthaus), mit der er bei dem HipHop-Label Royalbunker unter Vertrag steht. Zur gleichen Zeit bildete sich die Jazz/HipHop-Gruppe S.E.K. (Subground Entertainment
Kombinat), in der er als DJ Mitglied einer Band war. Zudem ist er Teil des Berliner Soundsystems Bionic Sounds. Zusammen mit den DJs Mad Milian und Philipp werden hierbei Reggae, HipHop und
Dancehall Styles miteinander verschmolzen. Durch die Erfahrung mit Live-Musikern konnte er sich schnell in die New- Metall-Band Instead integrieren. Mit Instead verfeinerte und routinierte er
seine Fähigkeiten als Scratch-DJ. Im Jahr 2003 wurde die Klezmer-Punk- HipHop-Band Rotfront auf ihn aufmerksam und engagierte ihn als Turntablelist. Seitdem gab er viele erfolgreiche Konzerte
und legte bei Partys in Deutschland und Europa auf.
[Texte: Anne-Kathrin Ostrop, Musiktheaterpädagogin, Komische Oper Berlin]
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Hoffmanns Erzählungen (Les contes d´Hoffmann) Phantastische Oper in fünf Akten
Von: Jacques Offenbach
Libretto nach dem gleichnamigen Drama: Jules Barbier und Michel Carré Uraufführung: 10. Februar 1881 (Paris, Opéra-Comique)
Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
Premiere: 3. Oktober 10
Musikalische Leitung:
Roland Böer / Hartmut Keil / Erik Nielsen Regie: Dale Duesing Bühnenbild: Boris Kudlička Kostüme: Arno Bremers Dramaturgie:
Norbert Abels Licht: Olaf Winter Chor: Matthias Köhler
Besetzung:
Hoffmann: Alfred Kim Lindorf, Coppélius, Doctor Miracle,
Daperdutto: Giorgio Surian / Aris Argiris Olympia: Brenda Rae: Julia Novikova Antonia: Elza van den Heever / Juanita Lascarro Giulietta:
Claudia Mahnke / Irini Karaianni Cochenille: Michael McCown La Muse / Nicklausse: Jenny Carlstedt Stimme der Mutter: Katharina Magiera
Nathanael / Spalanzani / Frantz / Pitichinaccio: Peter Marsh Crespel: Magnus Baldvinsson Hermann / Peter Schlemihl: Florian Plock
Chor der Oper Frankfurt Frankfurter Opern- und Museumsorchester
www.oper-frankfurt.de
Zur Inszenierung der Oper Zürich:
Premiere: 13. März 10
Dirigent: David Zinman
Inszenierung: Grischa Asagaroff Bühnenbild: Bernhard Kleber Kostüme: Florence von Gerkan Lichtgestaltung: Jürgen Hoffmann Choreinstudierung:
Jürg Hämmerli Orchester: Orchester der Oper Zürich Chor: Chor der Oper Zürich Ballett: extra Ballett
Besetzung:
Stella/Olympia/Antonia/Giulietta:
Elena Mosuc La Muse/ Nicklausse: Michelle Breedt La voix de la tombe: Wiebke Lehmkuhl Hoffmann: Vittorio Grigolo
Lindorf/Coppélius/Le docteur Miracle/Le capitaine Dapertutto: Laurent Naouri Spalanzani: Benjamin Bernheim Crespel: Giuseppe Scorsin Peter Schlémil:
Cheyne Davidson Andrès/Cochenille/Frantz/Pitichiaccio: Martin Zysset Maître Luther: Davide Fersini Nathanaël: Thierry Duty Hermann:
Kresimir Strazanac Wilhelm: Pablo Ricardo Bemsch Le capitaine des Sbires: Adam Palka
www.opernhaus.ch
Zur Inszenierung des Theater Aachen:
Premiere: 25. Mai 08
Musikalische Leitung: Daniel Jakobi
Inszenierung: Corinna von Rad Bühne: Ralf Käselau Kostüme: Sabine Blickenstorfer Choreinstudierung: Frank Flade Choreographie:
Thomas Stache Dramaturgie: Kai Weßler
Besetzung: Olympia: Michaela Maria Mayer Giulietta: Johanna Stojkovic Antonia: Irina Popova
Stimme der Mutter: Annika van Dyk Andreas / Cochenille / Pitichinaccio / Franz: Andreas Joost Lindorf / Coppelius / Dapertutto / Mirakel: Woong-jo Choi
Niklaus / Muse: Mélanie Forgeron Hoffmann: Yikun Chung Spalanzani: Hans Schaapkens Nathanael: Munki Jeong Crespel / Luther: Pawel Lawreszuk
Wilhelm, Student: Remco Vink Hermann / Schlemihl: Martin Berner Kapitän: Jan Doroszko
Damen und Herren des Opernchor Theater Aachen, Extrachor Theater Aachen und das Sinfonieorchester Aachen
Der Dichter Hoffmann sitzt im Wirtshaus, trinkt und wartet auf seine Geliebte
Stella. Angespornt von seinen Freunden erzählt er drei Geschichten, die doch nur sein Verhältnis zu Stella beschreiben: von dem Automaten Olympia, über die Sängerin Antonia bis zur Kurtisane
Giulietta. Wie in einem Alptraum tauchen in allen Geschichten immer seine Muse, sein Widersacher und ein zwielichtiger Diener auf. Am Ende hat Hoffmann drei Mal sein eigenes Versagen erzählt:
Ihm bleibt nur der Alkohol und (vielleicht) die Kunst. Jacques Offenbach verarbeitet in seiner letzten und populärsten Oper Motive des deutschen Dichters E.T.A. Hoffmann von lebendigen
Automaten, verlorenen Spiegelbildern und untoten Müttern zu einem packenden Musiktheaterwerk, atmosphärisch dicht und voll von genialer Musik.
Am Pult steht der erste Kapellmeister
Daniel Jakobi. Regie führt Corinna von Rad, die sich 2006 mit Ihrer Inszenierung von Handels »Agrippina« in Aachen vorstellte. Sie inszeniert sowohl im Bereich Schauspiel als auch im
Musiktheater u. a. an der Volksbühne Berlin, am Schauspielfrankfurt, bei den Salzburger Festspielen, am Neumarkt Theater Zürich und am Theater Freiburg. [© Theater Aachen]
www.theater-aachen.de
Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden
Premiere: 15. .März 2008
Weitere Vorstellungen: Do 20., Mi 26., Fr 28. März, Fr 11. und Mo 14. April 2008
Musikalische Leitung: Wolfgang Ott Inszenierung: Jakob Peters-Messer Bühne:
Markus Meyer Kostüme: Sven Bindseil Choreinstudierung: Christof Hilmer
Besetzung:
Hoffmann: Robert Chafin
Lindorf /Coppelius/Mirakel/Dapertutto: Oliver Zwarg Muse/Nicklaus: Betsy Horne /Inga Lampert Stella/Stimme der Mutter: Betsy Horne /Inga Lampert Olympia:
Emma Pearson Antonia: Sharon Kempton/Tatjana Plotnikova Giulietta: Ute Döhring/Tatjana Plotnikova Cochenille/Franz/Pitichinaccio: Erik Biegel/Jud Perry
Andreas Spalanzani, Nathanael: Angus Wood Hermann/Schlemihl: Brett Carter Rat Krespel/Luther: Axel Wagner
www.staatstheater-darmstadt.de
Zur Inszenierung der Komischen Oper Berlin:
Premiere: Sonntag, 4. Februar 07 weitere Aufführungen in der Spielzeit: 10./17./25. Februar, 10./16./25./31. März, 8./15./24. April, 1./5. Mai 07
Einführungsmatinee: 21. Januar 07 (12:00 Uhr) In der deutschen Übertragung von Gerhard Schwalbe
Musikalische Leitung: Kimbo Ishii-Eto Inszenierung:
Thilo Reinhardt Bühnenbild: Paul Zoller Kostüme: Katharina Gault Dramaturgie: Ingo Gerlach Chöre: Robert Heimann Licht: Franck Evin
Besetzung: Hoffmann: Andreas Conrad/Timothy Richards Die Muse: Stella Doufexis/Elisabeth Starzinger Lindorf/Coppelius/Mirakel/Dapertutto: Peteris Eglitis/Carsten Sabrowski
Andreas/Cochenille/Franz/Pitichinaccio: Thomas Ebenstein/Peter Renz Olympia: Cornelia Götz/Victoria Joyce Antonia: Maria Bengtsson/Sinéad Mulhern Giulietta: Karolina Gumos Stella: N.N. Die Stimme der Mutter: Christiane Oertel/Caren van Oijen Nathanael/Spalanzani: Stephan Spiewok/Adrian Strooper Hermann/Schlemihl: Tobias Hagge Luther/Crespel: James Creswell/Hans-Peter Scheidegger
Die Chorsolisten und das Orchester der Komischen Oper Berlin
(Doppelbesetzungen in alphabetischer Reihenfolge, Premierenbesetzung jeweils blau)
Jacques Offenbachs Hoffmanns Erzählungen gehört
mit Bizets Carmen zu den meistgespielten Opern des französischen Repertoires. In einer verbindlichen Werkgestalt liegt die Oper jedoch nicht vor, da Offenbach vor der Fertigstellung verstarb. Hoffmanns Erzählungen ist
folglich ein Fragment, das nichtsdestoweniger immer wieder zur Auseinandersetzung herausfordert. Dabei ist jede Annäherung an die Oper eine Auseinandersetzung mit der prekären Werkgestalt.
Walter Felsenstein hat sich für seine weltberühmt gewordene und auch verfilmte Inszenierung eine Fassung erstellt, die das sehr lückenhafte musikalische Material, das seinerzeit bekannt war,
auf der Grundlage des der Oper zugrunde liegenden Dramas sehr geschickt zu einem musikalischen Schauspiel entwickelte. In den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts erschien die
Neuausgabe der Oper von Fritz Oeser, die umfangreiches bis dahin unbekanntes Material brachte und den vorhandenen Stoff auf eine kluge Weise theaterpraktisch einrichtete. Diese Fassung lag
Harry Kupfers Inszenierung an unserem Hause zugrunde, und sie ist es auch, von der unsere Neuinszenierung ausgeht.
Der Regisseur Thilo Reinhardt war Meisterschüler und Assistent von
Ruth Berghaus. Er trat bisher mit Arbeiten an Häusern wie Braunschweig, Cottbus, Weimar und Freiburg hervor und gibt mit Hoffmanns Erzählungen sein Debüt an der Komischen Oper Berlin. Thilo
Reinhardt stellt den Menschen Hoffmann in den Mittelpunkt, während ihn die im Stück auf einigermaßen triviale Weise abgehandelte Künstlerproblematik nur am Rande interessiert. Jenseits des
verklärenden Kunstdiskurses legt er in der Oper fünf traurige Liebesgeschichten frei und sucht nach dem Grund für das Scheitern des Titelhelden. Die Muse, die im Prolog eindeutig als Frau
gezeichnet ist und in ihrer Auftrittsnummer den – zweifelsohne erotisch aufgeladenen – Kampf um Hoffmann verkündet, wird tatsächlich zur zentralen weiblichen Figur neben Hoffmann: Die
Verwandlung der Muse in Niklas bleibt in Reinhardts Konzeption aus, und ihre Beziehung zu Hoffmann wird neben Stella, Olympia, Antonia und Giulietta zur fünften und umfangreichsten
Liebesgeschichte der Oper.
Kimbo Ishii-Eto, dem Haus seit Jahren als Gastdirigent eng verbunden und seit Beginn der laufenden Spielzeit als Kapellmeister fest im Vertrag, wird mit
dieser Produktion seine erste eigene Einstudierung an der Komischen Oper Berlin vorlegen.
Handlung: 1. Akt Wie jeden Abend sitzt Hoffmann in seinem Lieblingslokal und
trinkt. Bei ihm ist seine jahrzehntelange Begleiterin und »Muse«. Dass Stella, die ihn einst sitzengelassen hat, nebenan in der Oper die Donna Anna im Don Giovanni gibt, hebt seine
Laune keineswegs. Auch nicht, dass Lindorf, ihr neuer Verehrer, ausgerechnet hier ein Tête-a-tête mit ihr vereinbart hat. Einen an Hoffmann bestimmten Versöhnungsbrief Stellas fängt Lindorf
ab. Angestachelt von anderen Gästen geraten Lindorf und Hoffmann aneinander; und um jenem die Frau zu vermiesen, erzählt Hoffmann von ihr und anderen schlechten Erfahrungen mit Frauen. Der
Alkohol tut sein übriges.
2. Akt 30 Jahre früher: Der Physiker Spalanzani will der Öffentlichkeit seine neue Erfindung vorführen: Olympia, ein weiblicher Androide, der nicht nur
extrem gut aussieht, sondern auch noch ausgezeichnet singen und tanzen kann. Augenblicklich hat sich der junge Student Hoffmann in Olympia verliebt, traut sich aber nicht, sie anzusprechen.
Allen Hinweisen seiner Begleiterin zum Trotz hält Hoffmann Olympia für die perfekte Frau. Coppelius, der Olympias Augen entwickelt hat, will sich seinen Teil an den Einnahmen sichern. Statt
auf Spalanzani trifft er auf Hoffmann, dem er eine Brille verkauft, mit der Olympia noch lebendiger aussieht. Nachdem Olympia sich dem Publikum musikalisch präsentiert hat, findet Hoffmann
Gelegenheit, ihr seine Liebe zu gestehen. Als Hoffmann im zweiten Teil der Vorführung mit ihr tanzt, kommt es zu einem technischen Defekt: Hoffmann wird verletzt und die Brille sowie Olympia
werden zerstört. Zur Belustigung der Menge erkennt Hoffmann, dass er einen Automaten geliebt hat.
3. Akt 15 Jahre später: Hoffmann und seine Gesangsschülerin Antonia haben sich
verlobt. Doch Antonia leidet an einer Krankheit, die das Singen für sie zu einer tödlichen Gefahr macht. Antonia aber bedeutet die Musik alles. Ihr Vater will sie daher von Hoffmann trennen
und flieht mit ihr quer durch Europa. Hoffmann spürt sie auf und erneuert seinen Antrag. Allen Hinweisen seiner Begleiterin zum Trotz will Hoffmann die Künstlerin zur Hausfrau machen. Doktor
Mirakel, der schon Antonias Mutter bis zu deren Tod begleitet hat, nimmt in einer séanceartigen Behandlung mit Antonia Kontakt auf. Diese vernimmt die Stimme ihrer Mutter. Gemeinsam singen
sie, bis Antonia tödlich geschwächt zusammenbricht.
4. Akt 10 Jahre später: Hoffmann hat der Liebe abgeschworen und verbringt seine Tage mit Glücksspiel und Alkohol. Kapitän
Dapertutto setzt die Edelhure Giulietta auf Hoffmann an: Er erhofft sich von ihr dessen Spiegelbild. Allen Hinweisen seiner Begleiterin zum Trotz verliebt sich Hoffmann in Giulietta, die ihn
dazu überredet, ihr sein Spiegelbild zu überlassen sowie ihren Liebhaber Schlemihl zu töten. Als Dapertutto Hoffmann mit dem Verlust seines Spiegelbildes konfrontiert, verliert dieser fast
den Verstand. Gemeinsam mit Dapertutto und ihrem Faktotum Pitichinaccio entfernt sich Giulietta lachend.
5. Akt Wieder im Lokal: Hoffmann ist im Delirium. Das erneute Durchleben
der Geschichten und der Alkoholkonsum haben ihm schwer zugesetzt. Stella, die vergeblich auf Hoffmann gewartet hat, kommt zur Verabredung mit Lindorf und trifft dort auf den Betrunkenen.
Voller Verachtung bricht sie endgültig mit Hoffmann und verlässt mit Lindorf das Lokal. Hoffmann bleibt mit seiner Muse zurück.
Entstehung:
Ulrich Schreiber formuliert die Problematik von Offenbachs Hoffmanns Erzählungen mit einem Paradoxon: »Das nach Carmen international populärste Werk des französischen Opernrepertoires
existiert gar nicht; was vom Publikum gefeiert wird, ist ein Phantom«. Der Großteil der mittlerweile 125-jährigen Rezeptionsgeschichte von Offenbachs nicht vollendetem Hauptwerk ließe sich
dementsprechend auch als Suche nach einer Werkgestalt beschreiben. Und obgleich durch die Entdeckung des Zensurlibrettos, das am 5. Januar 1881 bei den Pariser Behörden eingereicht wurde, die
von Offenbach geplante Handlung ziemlich eindeutig rekonstruiert werden konnte, ist das Erstellen einer Spielfassung immer wieder eine Herausforderung.
Die Grundlage der Komposition bildet das gleichnamige Drame fantastique von Barbier und Carré, das 1851 mit Musik von Joseph Jacques Augustin Ancessy in Paris uraufgeführt wurde. Mit
großer Wahrscheinlichkeit hat Offenbach das Stück in diesem Zusammenhang kennengelernt. Bereits ab 1873 beschäftigte er sich mit der Planung von Hoffmanns Erzählungen, mit den Arbeiten
an der Oper begann er allerdings erst 1876. Einen entscheidenden Einschnitt brachte das Jahr 1875: Mit dem von ihm geführten Théâtre de la Gaité hatte Offenbach Bankrott gemacht und ging im
folgenden Jahr aus finanziellen Gründen auf eine Gastspielreise in die USA. Mit seinem Nachfolger und Freund Louis Albert Vizentini verhandelte Offenbach ab 1877 über die Uraufführung von Hoffmanns Erzählungen.
Geplant war eine durchkomponierte Oper mit Rezitativen und einer als Bariton angelegten Titelfigur. Nachdem Vizentini 1878 ebenfalls Bankrott machte, erklärte sich der Leiter der Opéra
Comique, Léon Carvalho, zur Aufführung des Werkes bereit, aus dem er bei einem Privatkonzert 1879 bereits Teile gehört hatte. Die neue Uraufführungsstätte erforderte allerdings formale
Veränderungen. Der Tradition des Hauses folgend wurden die Rezitative durch Dialoge ersetzt, die Titelrolle in eine Tenorpartie umgewandelt und die weibliche Hauptrolle nicht für einen
lyrischen Sopran, sondern für einen Koloratursopran konzipiert. Nach Offenbachs Tod im Oktober 1880 erfolgten während der Probenphase weitere entscheidende Veränderungen – vornehmlich durch
Carvalho und den Komponisten Guiraud: Die Doppelrolle Muse/Niklas wurde geteilt und der Giulietta-Akt gestrichen. In dieser Fassung wurde Hoffmanns Erzählungen am 10. Februar 1881
uraufgeführt. Allerdings war diese Version nicht Schlusspunkt, sondern viel mehr der Anfang einer Vielzahl unterschiedlichster Fassungen. Für die mit Offenbach noch vereinbarte
deutschsprachige Erstaufführung im Dezember 1881 in Wien wurde eine Fassung mit Rezitativen erstellt. Der nur verstümmelt überlieferte Giulietta-Akt wiederum wurde erstmals 1882 in Hamburg
gespielt und in der Folge mit Fremdkompositionen wie Dapertuttos »Spiegelarie« oder dem »Septett« (das eigentlich ein Sextett mit Chor ist) angereichert. Die 1907 erschienene Choudens-Ausgabe
übernahm diese Erweiterungen und wurde bis in die 1950er Jahre zur maßgeblichen Fassung. Walter Felsenstein brachte Hoffmanns Erzählungen 1958 an der Komischen Oper als Dialogfassung
heraus, bei der er sich eng an der dramatischen Vorlage orientierte. Eine Zäsur bedeutete die 1977 erschienene »Quellenkritische Neuausgabe« von Fritz Oeser, die auch der Neuinszenierung an
der Komischen Oper Berlin zu Grunde liegt. Oeser konnte zahlreiche handschriftliche Quellen erstmalig auswerten; seine Fassung enthält jedoch ebenfalls Teile, die der Herausgeber selber
komponiert hat – vornehmlich in den letzten beiden Akten. Dennoch handelt es sich bei dieser theaterpraktischen und bühnenerprobten Edition nach wie vor um die praktikabelste Spielfassung.
Zahlreiche Quellenfunde haben die Situation ab den 1980er Jahren erneut verändert. Michal Kaye und Jean-Christophe Keck haben diese in ihrer musikwissenschaftlich hochinteressanten Ausgabe
zusammengetragen und somit eine umfangreiche Materialsammlung vorgelegt. Obwohl sich die Quellenlage zu Hoffmanns Erzählungen in den letzten Jahren deutlich verbessert hat, bleiben sie
dennoch, was sie sind: ein Fragment.
Inszenierungsansatz:
Die in der Entstehung- und Rezeptionsgeschichte erwähnten Besonderheit der Werkgenese findet sich in strukturellen Auffälligkeiten des Werkes wieder: Hoffmanns Erzählungen sind nicht
einer speziellen Gattung zuzuordnen. Sie changieren vielmehr zwischen »Operette«, wie Offenbach nur seine Einakter bezeichnet hat, und großer Oper. Obwohl es sich um keine Aneinanderreihung
von Einaktern handelt, wird die Komposition doch durch diese Kleinform bestimmt. Nicht nur in der Abfolge der einzelnen Erzählungen, sondern auch in der formalen Gestaltung der einzelnen
Nummern: Zumindest bis zur Hälfte des Stückes dominiert das Couplet die Oper – eigentlich die zentrale Formeinheit der Opéra-bouffe, die das Schaffen Offenbachs wie keine zweite kennzeichnet.
Die grundlegende dramaturgische Überlegung korrespondiert somit aufs engste mit der formalen Grundeinheit: beide charakterisiert die Wiederholung. Und so geht es in den Erzählungen
Hoffmanns nicht nur um die verschiedenen Facetten einer Frau, nicht nur um das vielzitierte »Drei Frauen in einer vereinigt. Drei Seelen verbunden zu einer: die Puppe, die Künstlerin, die
Kurtisane«, sondern natürlich immer auch um die Mechanismen, die den erzählenden Hoffmann scheitern lassen. Ein Blick über das Stück zeigt ziemlich deutlich, dass die vier Geschichten (eine
Rahmenhandlung und drei Binnenakte) nach dem gleichen Schema ablaufen: Hoffmann verliebt sich in eine Frau. Er tritt mit Niklas auf. Über die Diener- und Vaterfiguren wird ein Kontakt
hergestellt. Es gibt ein (wie auch immer geartetes) Zusammentreffen mit den Frauen. Der Bösewicht tritt auf. Die Geschichten enden katastrophal. Es liegt somit nahe, dass Hoffmann seine
Erzählungen nicht extemporiert, sondern dass er auf Erlebtes zurückgreift. Dennoch handelt es sich um Fiktionen, in denen er die Gegenwart integrierend verarbeitet. Die vier erzählten
Episoden sind zeitlich voneinander entfernt – sie sind dementsprechend nicht nur zeitlose Darstellungen einer Frau, Stella, sondern zeitlich gestaffelte Erfahrungen eines Mannes, Hoffmann. Im
Olympia-Akt ist er ein junger Heißsporn, der Olympias Oberfläche vollkommen erliegt. In der Antonia-Episode lässt sich bei ihm ein Anflug bürgerlicher Gesetztheit ausmachen. Hoffmann ist hier
ein durchaus erfolgreicher Komponist Mitte 30 und will eine Familie gründen. Im Giulietta-Akt ist er ein älterer Zyniker um die 50, der meint, der Liebe abgeschworen zu haben. Noch ein gutes
Stück älter ist er in den rahmenden Akten 1 und 5. Diese biografische Abfolge der immer ähnlich gebauten Akte macht deutlich, dass es sich weniger um die Facetten Stellas als um das Scheitern
Hoffmanns handelt – gerade weil die Akte 1 und 5 zusammengefasst, zwangsläufig auf die auch alkoholbedingte Katastrophe zusteuern: Hoffmann versagt erneut kläglich. Neben dem Konterpart
Hoffmanns, dem Rat Lindorf, gibt es eine weitere zentrale Figur, die Hoffmann in allen Akten begleitet: die Muse. Gemäß der Opernkonvention handelt es sich bei Hoffmann und der Muse somit um
das eigentliche »hohe Paar«, da alle anderen Damen ja jeweils nur in einem Akt auftreten. Durch die Trennung dieser eigentlichen Protagonistin in Muse und Niklas wird ihre konstante Präsenz
abgeschwächt; durch die Hosenrolle und der damit verbundenen Charakterisierung als komische Figur wird sie sogar marginalisiert. Der mit ihr verbundene Kunstdiskurs wertet sie zwar auf, nimmt
dem Verhältnis zu Hoffmann jedoch jegliche Brisanz und verklärt die Vorgänge ins Unbedeutende. In der Konzeption des Regieteams um Thilo Reinhardt wird daher ein anderer Fokus gewählt:
weniger Künstlerdrama als Darstellung des Menschen Hoffmann – und des wiederholten Scheiterns seiner Beziehungen. In diesem Kontext wird die Muse, die im Prolog eindeutig als Frau gezeichnet
ist und in ihrer Auftrittsnummer den – zweifelsohne erotisch aufgeladenen – Kampf um Hoffmann verkündet, tatsächlich zur zentralen Figur neben Hoffmann: Die Verwandlung der Muse in Niklas
bleibt in Reinhardts Konzeption aus, und ihre Beziehung zu Hoffmann wird zur fünften und umfangreichsten Liebesgeschichte der Oper. Im erwähnten Zensurlibretto beschließt die letzte
Strophe der Ballade von Klein- Zack den fünften Akt. Statt der Apotheose des Künstlers wird also das Scheitern des Säufers als Schlusspunkt gesetzt. Die in der Neuinszenierung der Komischen
Oper Berlin gewählte realistische Sicht auf Hoffmann korrespondiert somit ihrerseits mit den ursprünglichen Intentionen Offenbachs. [Text: Ingo Gerlach, Dramaturg © Komische Oper Berlin]
Karten: Kartentelefon Komische Oper Berlin: 030.47 99 74 00 Montag bis Samstag 9:00 bis 20:00 Uhr, Sonntag 14:00 bis 20:00 Uhr Preise ... 8,00 bis 62,00 €
karten@komische-oper-berlin.de, www.komische-oper-berlin.de
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Das Holzschiff Ein Auftragswerk des Staatstheater Nürnberg
Von: Detlev Glanert Libretto:
Christoph Klimbke nach dem gleichnamigen Roman von Hans Henny Jahnn Uraufführung: 9. Oktober 2010 (Staatstheater Nürnberg)
Zur Inszenierung des Staatstheater Nürnberg:
Premiere: 9. Oktober 10 (Uraufführung)
Musikalische Leitung: Guido Johannes Rumstadt Inszenierung: Johann Kresnik Bühne: Bernhard Hammer Kostüme: Gabriele Heimann Choreinstudierung:
Edgar Hykel Dramaturgie: Christoph Klimke, Johann Casimir Eule
Besetzung: Gustav Anias Horn: Anna Lapkovskaja Ellena Strunck, Tochter des Kapitäns:
Heidi Elisabeth Meier Alfred Tutein, Leichtmatrose: Heidi Elisabeth Meier Waldemar Strunk, Kapitän des Schiffes: Kurt Schober Georg Lauffer, Superkargo:
Nicolai Karnolsky Paul Fitte, Schiffskoch: Richard Kindley
Dämonen, Erscheinungen: Staatstheater Nürnberg Ballett
Mannschaft des Schiffs: Staatstheater Nürnberg Ballett/ Chor Staatstheater Nürnberg
www.staatstheater-nuernberg.de
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