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Oper, Stückeinfo: G
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Die Gehetzten
Von: Bernd Redmann Uraufführung:
15. März 2010 (Bremen, Theater Bremen im Neuen Schauspielhaus)
Zur Inszenierung des Theater Bremen:
Premiere: 15. März 10 (Uraufführung; im Neuen Schauspielhaus)
Musikalische Leitung: Tarmo Vaask Inszenierung: Kay Kuntze Ausstattung: Bente Matthiessen
Sängerin 1: Nadine Lehner Sänger 2:
Christian-Andreas Engelhardt Sänger 3: Loren Lang Sänger 4: Christian Hübner Sänger 5: Johannes Scheffler
Das Theater Bremen setzt im
März seine Tradition der Opernuraufführungen fort: Nach dem großen Erfolg von Ludger Vollmers „Gegen die Wand“ wird am Freitag, 19. März, Bernd Redmanns Werk „Die Gehetzen“ uraufgeführt. Die
Premiere beginnt um 20 Uhr im Neuen Schauspielhaus. Komposition und Libretto stammen von Bernd Redmann, dessen vielfältiges Oeuvre unter anderem Solostücke, Orchesterwerke und
Raumkompositionen umfasst. „Die Gehetzten“ ist Redmanns erste Arbeit für das Musiktheater. Dieser Oper liegt kein großer Stoff der Film- oder Literaturgeschichte zugrunde, vielmehr werden
Szenen und Themen der Alltagswelt angesprochen: Die Medien, das Verhältnis des Menschen zur Umwelt, die Finanzwelt und all das, was täglich auf den Menschen einströmt und ihn bisweilen die
Orientierung verlieren, ihn „gehetzt“ erscheinen lässt. In den 21 entstandenen Szenen – die im übrigen in nur wenigen Tagen während eines tosenden Sturmes entstanden – treten verschiedene
Figuren auf, deren Geschichten aus dem Nichts beginnen und Fragen aufwerfen wie: „Ist das, was wir sehen, tatsächlich die Wirklichkeit, oder wer bestimmt, was für uns wirklich sein soll?“
Inszeniert wird dieses Panorama der Absurdität von Kay Kuntze, dem langjährigen künstlerischen Leiter der Berliner Kammeroper, der sich mit seinen bildstarken Inszenierungen auch
international einen Namen gemacht hat. Die musikalische Leitung hat Tarmo Vaask, der in der vergangenen Spielzeit mit “Gegen die Wand” bereits sein besonderes Gespür für Urauführungen unter
Beweis stellen konnte. Es singen und spielen Nadine Lehner, Christian Andreas Engelhardt, Christian Hübner, Loren Lang, Johannes Scheffler sowie der Chor des Theater Bremen. Bühne und
Kostüme stammen von Bente Matthiessen. [© Theater Bremen]
www.theaterbremen.de
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Gianni Schicchi Komische Oper von Giacomo Puccini
siehe auch Il Trittico
Zur Inszenierung des StaatstheaterWiesbaden: Doppelabend: Die spanische Stunde und Gianni Schicchi
Premiere: 13. März 10
Musikalische Leitung: Marc Piollet Inszenierung: Carlos Wagner Bühnenbild: Conor Murphy Kostüme:
Christof Cremer Dramaturgie: Bodo Busse/Serge Honegger
Besetzung:
Gianni Schicchi: Kiril Manolov Lauretta: Sharon Kempton/Emma Pearson
Zita: Ute Döring Rinuccio: Jonas Gudmundsson/Felipe Rojas Velozo Gherardo: Erik Biegel/Christopher Busietta Nella: Betsy Horne/Annette Luig
Gherardo: N.N. Betto von Signa: Hye-Soo Sonn Simon: Bernd Hofmann Marco: Brett Carter/ Reinhold Schreyer-Morlock Ciesca: Merit Ostermann
Magister Spinelloccio: Axel Wagner Amantio di Nicolao: N.N. Pinellino: N.N. Guccio: N.N.
Orchester und Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Der Doppelabend unter der musikalischen Leitung von Marc Piollet mit den beiden von umwerfender Komik und sprühender
Musikalität geprägten Werken von Ravel und Puccini kommt in einer temporeichen Inszenierung von Carlos Wagner zur Aufführung. In den beiden Meisterwerken der musikalischen Komödie stehen zwei
Schlitzohren im Mittelpunkt: Die ebenso schöne wie schlaue Conception nutzt die ‚spanische Stunde’ für ein Stelldichein mit ihrem Liebhaber, während ihr Mann die Uhren in der Stadt aufzieht.
Der bauernschlaue Gianni Schicchi fälscht zugunsten seiner Tochter und für sich selber das Testament des soeben verstorbenen Florentiners Buoso Donato. Er schlüpft dafür in das Nachthemd des
Verblichenen, denn noch weiß in ganz Florenz keiner von dem Todesfall.
Während bei der spanischen Stunde die ablaufende Zeit das Lustempfinden steigert, beginnt Puccinis Einakter „Gianni Schicchi“ nach dem Schlag des letzten
Stündleins für einen reichen Herrn namens Buoso Donati. An seinem Totenbett beklagen die Verwandten mit geheuchelter Anteilnahme dessen Hinscheiden. Da macht das Gerücht die Runde, der
steinreiche Buoso habe seinen gesamten Besitz dem Kloster vermacht. Alle machen sich nun fieberhaft auf die Suche nach dem Testament. Es wird gefunden und die Verwandten müssen mit Schrecken
feststellen, dass sich das Gerücht bewahrheitet hat; alle brechen in laute Verwünschungen aus. Da kommt Runuccio mit der Idee auf, dass nur einer in der Lage sei, eine Wende zum Besseren
herbeizuführen: Gianni Schicchi.
Und tatsächlich hat der Schlaumeier einen Einfall, er führt jedoch in eine ganz andere Richtung als es die heuchlerische Verwandtschaft Buosos gerne
hätte. Nachdem Schicchi sich vergewissert hat, dass die Nachricht von Buosos Tod noch nicht aus dem Haus gedrungen ist, lässt er den Toten ins Nebenzimmer tragen und spielt, als der Arzt den
Kranken aufsuchen will, die Rolle des Sterbenden. Dann diktiert er dem herbeigerufenen Notar ein Testament zu seinen Gunsten und benachteiligt Buosos Verwandtschaft aufs Empfindlichste. Es
ist nicht nur Eigennutz von Gianni Schicchi, sondern auch eine private Abrechnung mit der Sippe des Verstorbenen, die die Heirat von Rinuccio mit seiner eigenen - bis zu diesem Zeitpunkt
mittellosen - Tochter Lauretta nicht akzeptieren wollte.
Die 15 Rollen in Puccinis einziger lustiger Oper werden in Carlos Wagners einfallsreicher Inszenierung von Kiril Manolov an
der Nase herumgeführt. Er ist dem Wiesbadener Publikum seit seinem gefeierten Falstaff bestens bekannt und stellt als Gianni Schicchi eine weitere Facette seines Könnens unter Beweis.
Carlos Wagner hat am Hessischen Staatstheater Wiesbaden mit großem Erfolg in der vergangenen Spielzeit Mozarts ‚Don Giovanni’
inszeniert. Der international gefragte Regisseur hat u.a. in Bordeaux, Nancy, Montpellier, am ‚Gran Teatre del Liceu’ in Barcelona, an der Oper Leipzig sowie am ‚Royal Opera House Covent
Garden’ Regie geführt.
Der in Sofia/Bulgarien geborene Kiril Manolov verkörpert nach seinem bejubelten Falstaff den Gianni Schicchi in Puccinis gleichnamigem Einakter. Nach seinem Studium in seiner Heimatstadt und Gesangskursen in Wien und Mailand wurde der junge Bass-Bariton dort bald auch Ensemblemitglied der Staatsoper. Für seine Rollengestaltung des „Barbiers von Sevilla“ wurde er von der Staatsoper Zagreb als „Bester männlicher Opernsänger“ ausgezeichnet. Gastspiele führten ihn u.a. nach Belgrad, Skopje, Larnaca, Palma di Mallorca und Thessaloniki. [© Staatstheater Wiesbaden]
www.staatstheater-wiesbaden.de
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La Giuditta Oratorium in zwei Teilen
Von: Francisco António de Almeida Text:
von unbekanntem Dichter nach dem Alten Testament
Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
Premiere: 12. Juni 10 (Szenische Erstaufführung; im Bockenheimer Depot)
Weitere Vorstellungen: 14., 16., 18., 20., 21. Juni 2010
Musikalische Leitung: Felice Venanzoni Inszenierung: Guillaume Bernardi Bühnenbild:
Dirk Becker Kostüme: Jorge Jara Dramaturgie: Zsolt Horpácsy Licht: Matthias Paul
Besetzung: Giuditta, eine junge Witwe: Brenda Rae
Holofernes, assyrischer Feldherr: Julian Prégardien Achior, Hauptmann der Ammoniter: Christiane Karg Ozias, Befehlshaber von Betulien: Matthias Rexroth
Statisterie der Oper Frankfurt Mitglieder des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters und Gäste
Die Produktionen im Bockenheimer Depot werden gefördert von der Aventis Foundation
La Giuditta, ein Oratorium in zwei Teilen des portugiesischen Komponisten Francisco António de Almeida (1702-1755) nach dem Libretto eines unbekannten Dichters, wurde 1726 in Rom
uraufgeführt, wo sich der junge Tonsetzer ab 1722 als Stipendiat aufhielt. Auch nachdem das päpstliche Opernverbot im Jahre 1710 aufgehoben wurde, waren Bühnenkompositionen von der
katholischen Kirche ausdrücklich nicht erwünscht. So beugte sich auch de Almeida wie andere Komponisten dem päpstlichen Willen und verzichtete offiziell auf das Komponieren von Opern.
Inoffiziell jedoch wurde unter dem Deckmantel religiöser Textbücher in ähnlichem Stile komponiert wie für das Theater: Alle Affekte wie Liebe, Hass und Eifersucht waren auch hier vorhanden.
Die römische Mezzosopranistin Cecilia Bartoli dokumentierte kürzlich mit ihrem CD-Album „Opera proibita“ dieses musikhistorische Phänomen. Bald nach der Uraufführung von La Giuditta kehrte de
Almeida in seine Heimat zurück, wo es ihm allerdings nicht gelang, an seine römischen Erfolge anzuknüpfen. So geriet der Komponist schnell in Vergessenheit, bis vor ungefähr zwanzig Jahren La
Giuditta durch den auf Barock spezialisierten Dirigenten René Jacobs in der Notenbibliothek des Preußischen Kulturbesitzes entdeckt wurde. Die bald darauf entstandene CD-Einspielung für das
Label Harmonia Mundi wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Bei der Frankfurter Neuinszenierung handelt es sich um die Szenische Erstaufführung des Werkes.
Die Handlung basiert auf
der Geschichte von Judith und Holofernes im Alten Testament und gehört zu den seinerzeit sowohl in der bildenden Kunst als auch in der Sakralmusik am häufigsten zitierten Episoden: Die
Assyrer belagern die jüdische Stadt Betulia. Deren verzweifelte Bewohner ziehen in Erwägung, sich kampflos zu ergeben, sollte das Schicksal sich nicht wenden. Dies missfällt der jungen Witwe
Giuditta. Deshalb macht sie sich auf zum Lager der Assyrer, deren Feldherr Holofernes sogleich ihre Schönheit bewundert. Giuditta gewinnt das Vertrauen des Kriegers. Als dieser eines Nachts
betrunken auf seinem Lager liegt, nutzt die junge Frau ihre Chance und schlägt dem Widersacher mit dem Schwert den Kopf ab. Das jüdische Volk ist befreit.
Die musikalische Leitung
dieser Frankfurter Neuproduktion hat Studienleiter Felice Venanzoni. Als Dirigent trat der Italiener in Frankfurt vor allem mit dem Monteverdi-Zyklus im Bockenheimer Depot sowie u.a. mit
Händels Agrippina und Ariodante im Opernhaus in Erscheinung. Zudem gilt er als gefragter Cembalist, dessen intelligent gestaltete Rezitativbegleitung nicht nur die Barock-Fachwelt begeistert.
Für die Inszenierung kehrt der Kanadier Guillaume Bernardi nach Frankfurt zurück, der im Bockenheimer Depot bereits Haydns L’isola disabitata (2002/03) und Marc Neikrugs Musikdrama Through
Roses (2005/06) erarbeitete. 2006/07 gab er mit Mozarts Le nozze di Figaro sein Debüt im Opernhaus. Die Besetzung aus Ensemblemitgliedern der Oper Frankfurt ergänzt mit Matthias Rexroth als
Gast einer der gefragtesten Countertenöre der internationalen Opernszene. [© Oper Frankfurt]
Preise: € 12 bis 50 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr(außer an der
Vorverkaufs- und Abendkasse der Oper Frankfurt) Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 oder online unter www.oper-frankfurt.de erhältlich.
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Der goldene Hahn Oper in drei Akten
Von: Nikolai A. Rimski-Korsakow Libretto: von Wladimir I. Belski
Deutsche Nachdichtung: Reinhold Andert und Werner Hintze
Uraufführung: 7. (19.) Oktober 1909 (Moskau, Solodownikow-Theater)
Zur Inszenierung der Komischen Oper Berlin in der Saison 2005/06:
»Eine wunderbare Parabel auf die zeitlose Dreifaltigkeit von Dummheit, Faulheit und Eitelkeit.« (Andreas Homoki)
Premiere: Sonntag, 28. Mai 06 Weitere Aufführungen in der Spielzeit 05/06: 3./9./11./24. Juni und 8./19. Juli Einführungsmatinee:
14. Mai 06, 12:00 Uhr mit Andreas Homoki, Michail Jurowski und Solisten der Produktion
Musikalische Leitung: Michail Jurowski Inszenierung: Andreas Homoki
Bühnenbild: Hartmut Meyer Kostüme: Mechthild Seipel Dramaturgie: Werner Hintze Chöre: Robert Heimann Licht: Franck Evin
Besetzung:
Zar Dodon: Carsten Sabrowski/Christian Tschelebiew Prinz Gwidon: Thomas Ebenstein/Peter Renz Prinz Afron: Tobias Hagge/Nanco de Vries General Polkan:
Neven Belamaric/James Creswell Amelfa: Diane Pilcher Der Astrologe: Jochen Kowalski/Eberhard F. Lorenz Die Königin von Schemacha/Der goldene Hahn:
Valentina Farcas
Die Chorsolisten der Komischen Oper Berlin, das Orchester der Komischen Oper Berlin.
Nikolai A. Rimski-Korsakow und Wladimir I. Belski schufen mit ihrem 1907 abgeschlossenen Goldenen Hahn eine der witzigsten und tiefsinnigsten Opern des russischen Repertoires, deren
musikalischer Reichtum weit in die Zukunft weist. Der mächtige Zar Dodon würde so gern nur noch in seinem kuschelweichen Bett liegen und die Staatsgeschäfte ganz und gar vergessen. Aber die
Feinde lassen ihm keine Ruhe. Ein goldener Hahn, den ein geheimnisvoller weiser Mann bringt, scheint alle Probleme zu lösen. Aber leider kommt alles anders: Der müde Herrscher gerät in die
Fänge einer märchenhaften orientalischen Prinzessin, deren erotischen Verführungskünsten er schließlich zum Opfer fällt...
Die Geschichte vom alternden Zaren, wurde seinerzeit als
politisch derartig anrüchig empfunden, dass die zaristische Zensur einschneidende Striche am Werk von Belski und Rimski-Korsakow einforderte. Der Komponist verweigerte seine Zustimmung und
hat darum sein Werk nie auf der Bühne erlebt. Die Uraufführung fand erst nach seinem Tode in politisch gereinigter Form statt. Die verblüffend farbige Musik, die vor allem die Gestalt der
Königin von Schemacha umgibt, aber auch die urkomische Montage von Versatzstücken einer als zarentreu verstandenen primitiven Musik, haben dem Werk schnell große Beliebtheit verschafft, auch
wenn es lange Zeit als bunte Folkloreshow missverstanden und aufgeführt wurde. Heute erscheint das Stück als eine außergewöhnlich scharfe politische Satire und gleichzeitig als
philosophisches Märchen, als ein Stück, das sich auseinandersetzt mit den Gefährdungen, die hierarchische politische Systeme in sich heranzüchten, gleichzeitig aber auch brennende Fragen nach
dem Verhältnis des Menschen zu seiner natürlichen Umwelt stellt, die bis heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben. Die Inszenierung wird die satirischen Züge des Werkes kraftvoll
herausarbeiten, dabei aber die philosophischen Züge nicht außer acht lassen. Für Andreas Homoki und sein Team spielt das Stück nicht in einer fernen, pittoresken, russischen Märchenzeit,
sondern in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichermaßen, zu allen Zeiten und an allen Orten, an denen Verhältnisse herrschen, wie sie in diesem Stück beschrieben werden.
Handlung … Der Zar Dodon hat ein schier unlösbares Problem: Er wird langsam alt, und die Zeit seiner kühnen Heldentaten ist vorbei. Nun möchte er sich nur noch seinen
Lieblingsbeschäftigungen hingeben: viel essen und viel schlafen. Aber die Feinde seines Reiches lassen ihm keine Ruhe. Immer wollen sie Krieg. Darum beruft der Zar seinen Staatsrat ein, der
eine Lösung dieses schwerwiegenden Problems finden soll. Seine beiden Söhne machen recht absurde Vorschläge, die zwar von den Bojaren pflichtschuldigst bejubelt werden, aber an den
Interventionen des immer zornigen Generals Polkan scheitern. Da erscheint ein Astrologe, der dem Zaren den Ausweg aus der schwierigen Lage zeigt: Er bringt ihm einen goldenen Hahn, der immer
krähen wird, wenn dem Land irgendeine Gefahr droht. So kann der Zar sich beruhigt auf die faule Haut legen und das Leben genießen. Der Astrologe will vorerst keinen Lohn für die gute Tat, der
Zar verspricht aber, ihm jeden beliebigen Wunsch zu erfüllen. Der friedliche Schlaf des Zaren wird schon bald durch das Krähen des Hahns gestört: Allem Anschein nach steht ein feindliches
Heer an den Grenzen des Reiches. Bevor der Herrscher sich wieder in die Kissen kuschelt, schickt er sein Heer in den Kampf. Seine beiden Söhne müssen die militärische Expedition leiten.
Alles scheint in Ordnung zu sein, doch da kräht der Hahn erneut. Das von den Zarensöhnen geführte Heer wurde offensichtlich geschlagen, nun muss der Zar selbst eingreifen. Er setzt sich
an die Spitze der Heerschar der Veteranen und zieht in die Richtung, die der Hahn ihm weist. An der Grenze des Reiches findet der Zar seine toten Söhne, umringt von den Leichen der gesamten
Armee. Doch kein feindliches Heer weit und breit, nur ein orientalisch anmutendes Zelt steht auf der Heide. Mit dem Sonnenaufgang öffnen sich die seidenen Türen und eine märchenhaft schöne
orientalische Prinzessin tritt heraus. Sie erklärt dem Zaren kurz und bündig, dass sie gekommen sei, um sein Reich zu erobern, und setzt auch gleich hinzu, dass sie dazu keine Armee nötig
habe. Der Zar hält das zunächst für einen Witz, lässt sich aber bald von der schönen Fremden einwickeln und nimmt sie schließlich als neue Zarin mit in seine Hauptstadt. Allerdings
gestalten sich die Dinge nicht so, wie er es sich gedacht hat. Die seltsamen Gestalten, die die Zarin mitbringt, erschrecken das Volk nicht weniger als den Zaren die Launenhaftigkeit seiner
rätselhaften Gattin. Als plötzlich der Astrologe wieder auftaucht, begrüßt der Zar freudig seinen vermeintlichen Freund, von dem er sich etwas Trost erhofft. Doch dieser erinnert ihn an
sein Versprechen und fordert als Lohn für den goldenen Hahn die orientalische Prinzessin. Der Zar will sich auf diesen Handel natürlich nicht einlassen und erschlägt den Astrologen im Streit.
Da springt der goldene Hahn von seiner Stange und tötet den Zaren. Die Prinzessin verschwindet und man hört nur noch von fern ihr triumphierendes Kichern.
Das Volk bleibt zurück und fragt sich besorgt, ob man denn ohne Zar eigentlich leben kann...
Zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der Oper
Für seine letzte Oper ließ sich Rimski-Korsakow den Text von dem vielseitig gebildeten Juristen und Literaten Wladimir I. Belski schreiben, der bereits die Libretti zum Märchen vom Zaren
Saltan und zur Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch verfasst hatte. Die Vorlage ist das gleichnamige Märchenpoem von Alexandr S. Puschkin, dessen Handlung allerdings um
zahlreiche Motive erweitert wurde. Schon seinerzeit war Puschkin mit seinen rebellischen Texten auf wenig Gegenliebe gestoßen, aber noch am Beginn des 20. Jahrhunderts, wo er längst als
russischer Nationaldichter kanonisiert war, hatte der Stoff so viel Sprengkraft, dass die zaristische Zensur einige einschneidende Striche verlangte. Unter den beanstandeten Textstellen
befanden sich bemerkenswerter Weise nicht wenige Verse, die unverändert aus Puschkins Werk übernommen worden waren. Die Autoren haben solche Probleme sicherlich vorausgesehen, als sie ihr
Projekt im Jahre 1906 in Angriff nahmen und 1907 abschlossen. Zu offensichtlich ist, dass sie sich mit ihrem Werk auf die revolutionären Unruhen vom Februar 1905 bezogen. Das war ein Thema,
auf das die Machthaber so kurz nach den Ereignissen empfindlich reagierten. Da Rimski-Korsakow sich weigerte, die anbefohlenen Striche vorzunehmen, wurde zu seinen Lebzeiten lediglich der
Druck des Werkes genehmigt. Die Uraufführung fand erst im Oktober 1909 in der von der Zensur geforderten Form statt. Diese entstellende Bearbeitung hatte einschneidende Folgen für die
Rezeptionsgeschichte des Werkes. Der Maler Iwan Bibilin hatte aus seiner Kenntnis altrussischer Bräuche heraus eine detailreiche, folkloristische Ausstattung geschaffen, die die
verharmlosende Wirkung der Zensureingriffe noch verstärkte. So trat das Stück seinen erfolgreichen Weg über die Bühnen der Welt als ein buntes folkloristisches Märchen an. Erst spät begann
man, sich auf die scharfe politische Satire und die tieferen philosophischen Schichten des Werkes zu besinnen. Nichtsdestoweniger gilt Der goldene Hahn heute als eine der witzigsten und besten Opern des russischen Repertoires.
Werk Rimski-Korsakows Oper ist einerseits eine politische Satire im Märchengewand, andererseits eine philosophische Parabel über die konfliktreichen Verhältnisse von Macht,
Intelligenz und Liebe. Im Aufeinandertreffen eines Mächtigen, eines Wissenden und einer nicht Domestizierten spiegeln sich für die Autoren die Fragen nach dem Verhältnis von Staat,
Wissenschaft und Kunst. Gleichzeitig symbolisieren die beiden männlichen Hauptgestalten (der mächtige, aber dumme Zar und der ohnmächtige, aber kluge Astrologe) in ihrem Zusammentreffen mit
der fremden Frau das prekäre Verhältnis der patriarchalischen Kultur zur Natur. Die auf rücksichtsloser Machtausübung basierenden Verhältnisse am Zarenhof sind ebenso naturwidrig wie das rein
intellektuelle Verhältnis des weisen Mannes, der nicht lieben kann. Beide Männer versuchen, sich die liebeskundige Frau zu unterwerfen und von ihr zu profitieren, und beide scheitern daran.
Den russischen Intellektuellen des 19. Jahrhunderts bedeutete der ferne Osten des riesigen Reichs, den sie zum Teil als Offiziere der zaristischen Armee kennengelernt hatten, eine utopische
Gegenwelt zu der ständisch geordneten, unflexiblen Gesellschaft, der sie entstammten. Aus dem Osten erhoffte man sich die Impulse, die Russlands Entwicklung voranbringen und es zu einer die
Geschichte bestimmenden Großmacht werden lassen sollte. Diese anarchischen Kräfte, die das verrottete zaristische System hinwegfegen und für etwas Neues Platz machen sollten, symbolisierten
die Autoren in der Gestalt der Königin von Schemacha, die nur aufzutauchen braucht, um das erstarrte politische System zusammenbrechen zu lassen. Durch den Prolog und den Epilog, die jeweils
vom Astrologen allein gestaltet werden, rückt das Stück in noch eine andere Perspektive. Der Astrologe ist es, der diese Geschichte erzählt, die Geschichte seines gescheiterten Versuchs, sich
der Königin von Schemacha zu bemächtigen. Prolog und Epilog waren es vor allem, die den Argwohn der Zensur weckten. Allzu auffällig sind in der Beziehung des Astrologen zu der geheimnisvollen
Schönen die Erfahrungen der russischen Intelligenz mit den Ereignissen von 1905 gestaltet – die Sehnsucht der Intellektuellen nach einer unmittelbaren Verbindung mit den als Lebensquell
angesehenen Kräften des Volkes und die Unfähigkeit, einen solchen Kontakt wirklich herzustellen. Rimski-Korsakow hat mit dem Goldenen Hahn eine seiner farbenreichsten und modernsten
Kompositionen geschaffen. Er setzt alle Errungenschaften seiner raffinierten Instrumentrationskunst ein, um die geheimnisvolle Welt der orientalischen Königin zu charakterisieren und stellt
dieser eine Musik von schockierender und gleichzeitig urkomischer Simplizität auf der Seite des Zaren und seiner tumben Berater entgegen. Wenn es auf der einen Seite die instrumentatorischen
und harmonischen (Verwendung der Ganztonleiter, übermäßige Dreiklänge, Akkordverbindung an der Grenze der Tonalität) sind, die in die Zukunft weisen, ist es auf der anderen Seite die groteske
Montage von Versatzstücken und Fertigteilen »s taatstragender« Musik, die die inhaltliche Leere der Figuren entlarvt.
Inszenierungsansatz … Andreas Homoki nennt den Goldenen Hahn »eine
wunderbare Parabel auf die zeitlose Dreifaltigkeit von Dummheit, Faulheit und Eitelkeit«. Die Inszenierung wird die satirischen Züge des Werkes kraftvoll herausarbeiten, dabei aber die
philosophischen Züge nicht außer acht lassen. Für Andreas Homoki und sein Team spielt das Stück nicht in einer fernen, pittoresken, russischen Märchenzeit, sondern in Vergangenheit, Gegenwart
und Zukunft gleichermaßen, zu allen Zeiten und an allen Orten, wo Verhältnisse herrschen, wie sie in diesem Stück beschrieben werden. Es sind Verhältnisse, die auf mehr oder weniger geschickt
verschleierter Machtausübung in hierarchischen System basierenden, und in ihrem Schoß solche zweifelhaften »Tugenden« heranzüchten und fördern. Das Stück handelt unter diesem Blickwinkel von
der Unfähigkeit solcher Systeme, sich zu reformieren und den Bedrohungen zu begegnen. Es handelt von der Unfähigkeit, das Fremde zu verstehen und ihm zu begegnen, von der Faulheit,
Veränderungen, die anstehen, auch in Angriff zu nehmen, von der Eitelkeit derer, die – von ihrem Erfolg verwöhnt – meinen, es würde nun immer so weitergehen. Rimski-Korsakows letzte Oper
zeigt auf grotesk-schockierend Weise, mit großer Farbenpracht und viel Spaß, wie sich Gesellschaften, die in ihren lebensfernen politischen Strukturen mehr und mehr versteinern, schließlich
zur Veränderung unfähig werden und zusammenbrechen. Ein Menetekel, das allen hierarchischen Systemen an die Wand geschrieben ist, eine Aufforderung, diesen Tendenzen entgegenzuwirken und
gleichzeitig ein Funke Hoffnung, der darin liegt, dass sich die Entwicklungen nicht aufhalten lassen, wie stark die Gegenwehr auch sein mag.
[Text … Werner Hintze, Chefdramaturg der Komischen Oper Berlin]
Karten … Kartentelefon Komische Oper Berlin … 030.47 99 74 00
Montag bis Samstag 9:00 bis 20:00 Uhr, Sonntag 14:00 bis 20:00 Uhr Preise ... (8,00) 11,00 bis 62,00 €
karten@komische-oper-berlin.de , www.komische-oper-berlin.de (externer Link)
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Der Golem Musikdrama in drei Akten
Von: Eugen d´Albert Libretto: Ferdinand Lion Uraufführung:
14. Dezember 1926 (Frankfurt am Main, Oper Frankfurt)
Zur Inszenierung der Oper Bonn:
Premiere: 24. Januar 10
Musikalische Leitung:
Stefan Blunier / Christopher Sprenger Inszenierung: Andrea Schwalbach Bühne: Anne Neuser Kostüme: Stephan von Wedel Licht: Max Karbe
Choreinstudierung: Sibylle Wagner
Besetzung:
Golem: Mark Morouse Rabbi Loew: Alfred Reiter Sein Jünger: Tansel Akzeybek Lea:
Ingeborg Greiner Kaiser Rudolf II: Giorgos Kanaris 1. Jude: Mark Rosenthal 2. Jude: Sven Bakin Tycho Brahe: Katrin Schyns
Chor des THEATER BONN
Statisterie des THEATER BONN Beethoven Orchester Bonn
Mit dem Namen dÁlbert verbindet man in erster Linie die Oper Tiefland, das heute bekannteste Werk des Komponisten. Der
Golem, 1926 in Frankfurt/M. uraufgeführt, gilt dagegen als Rarität und tauch nur sehr selten in den Spielplänen auf. D´Albert und sein Librettist Ferdinand Lion (Cardillac) greifen die
kabbalistische Erzählung aus dem alten jüdischen Prag auf, die vom Rabbi Loew berichtet, der aus Lehm ein übermenschlich großes und starkes Wesen formt und es mit Hilfe mystischer Kräfte zum
Leben erweckt. Bald aber verweigert das Wesen, Golem genannt, dem Rabbi den Gehorsam und versetzt die Prager Juden in Angst und Schrecken. [© Theater Bonn]
www.theater-bonn.de
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Le Grand Macabre
Von: Gyšrgy Ligeti Uraufführung:
12. April 1978 (Stockholm, Königliches Theater)
Zur Inszenierung des Theater Freiburg:
Premiere: 30. Januar 10 Weitere Vorstellungen:
Donnerstag, 4.2., Samstag, 6.2., Samstag, 20.2., Donnerstag, 15.4.,Samstag, 17.4.10
Musikalische Leitung: Jimmy Chiang Regie: Calixto Bieito Bühne:
Rebecca Ringst Kostüme: Marian Coromina Licht: Markus Bönzli Dramaturgie: Dominica Volkert Chor: Bernhard Moncado Studienleitung:
Thomas Schmieger Musikalische Assistenz: Norbert Kleinschmidt Korrepetition: Dominik Hormuth, Johannes Knapp Regieassistenz: Wolfgang Berthold
Bühnenbildassistenz: Andreas Becker Kostümassistenz: Josefine Adrion Soufflage: Gudrun Mühlen-Nitzsche Inspizienz: Brigitte Schäfer
Mit
Nekrotzar: Gabriel Urrutia Piet-vom-Faß: Patrick Jones Mescalina: Leandra Overmann Astradamadors: Jin Seok Lee Ármanda: Jana Havranova
Ármando: Sang Hee Kim Gepopo / Venus: Lini Gong Fürst Go-Go: Xavier Sabata Weißer Minister: Klaus Gerber Schwarzer Minister: Matthias Flohr
Ruffiak: Naoshi Sekiguchi Schobiak: Leon Warnock Schabernack: Lorenz Minth
Philharmonisches Orchester Freiburg Opernchor des Theater Freiburg
In
Breughelland wird’s Abend. Aus der Tiefe steigt Nekrotzar, der große Makabre, und rüstet sich zu einem Vernichtungsfeldzug: Pünktlich um Mitternacht will er die Welt untergehen sehen. Die
Welt: ein eigenartiges Konglomerat aus Saufkumpanen, lüsternen Weibern, versponnenen Astronomen, unreifen Herrschern oder stottern-den Chefs der Geheimpolizei. Und wer ist dieser »Grand
macabre« wirklich, der schließlich im Suff sein eigenes Vorhaben vergisst? Als sich Ligeti Anfang der 70er-Jahre dem Phänomen Oper widmete, wollte er sie »überfarbig, comicartig,
gefähr-lich-bizarr, ganz übertrieben, ganz verrückt« haben. Diesem wahrhaft grotesken Karnevalsspiel wohnt eine sehr spezifische Frage inne: Können uns der Tod und dunkle Zukunftsängste egal
sein? Zählt nur das Hier und Jetzt? Schein und Sein, Fiktion und Realität, Sehnsucht und Pragmatismus prallen in diesem fast schon barock anmutenden Lebensbild leidenschaftlich opulent
aufeinander. [© Theater Freiburg]
www.theater.freiburg.de
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The Greek Passion Oper in vier Akten
Von: Bohuslav Martinu (1890-1959) Libretto:
Bohuslav Martinu nach dem Roman «Christus wird wieder gekreuzigt» (1948) von Nikos Kazantzakis Uraufführung: 12. Juni 1961 (Zürich, Stadttheater Zürich)
Zur Inszenierung der Oper Zürich:
Premiere: 9. November 08
Musikalische Leitung:
Eivind Gullberg Jensen Inszenierung: Nicolas Brieger Bühnenbild: Hans-Dieter Schaal Kostüme: Jorge Jara Lichtgestaltung: Jürgen Hoffmann Chor:
Jürg Hämmerli, Ernst Raffelsberger
Die Witwe Katerina: Emily Magee Manolios: Roberto Saccà Yannakos: Rudolf Schasching Lenio:
Stefanie C. Braun Kostandis: Ruben Drole Michelis: Boguslaw Bidzinski Panait: Andreas Winkler Nikolios: Michael Müller Patriarcheas:
Reinhard Mayr Andonis: Volker Vogel Ein alter Mann: Rolf Haunstein Priester Grigoris: Alfred Muff Priester Fotis: Pavel Daniluk
Ein altes Weib: Wiebke Lehmkuhl Despinio: Rebeca Olvera Ladas, Sprechrolle: Gottfried Breitfuss
Mit der Unterstützung von UBS
Eivind Gullberg Jensen (Musikalische Leitung «The Greek Passion») Eivind Gullberg Jensen stammt aus Norwegen. Nach seinem Studium der Violine und
der Musikwissenschaften in Trondheim studierte er Dirigieren bei Jorma Panula in Stockholm und bei Leopold Hager in Wien. Ausserdem nahm er am Aspen Music Festival teil und besuchte
Meisterkurse von Kurt Masur. In der letzten Zeit hat er erfolgreiche Debüts bei namhaften Orchestern in ganz Europa gegeben. In der Saison 2007/08 debütierte er beim Gewandhausorchester
Leipzig, beim Ensemble Orchestral de Paris, dem BBC Symphony Orchestra, dem Luzerner Sinfonieorchester und dem Mozarteum-Orchester Salzburg sowie Konzerte mit den Münchner Philharmonikern,
dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Mahler Chamber Orchestra und dem SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg. Im Bereich der Oper dirigierte Eivind Gullberg Jensen «Tosca»
(Inszenierung: Nikolaus Lehnhoff) und eine Operngala mit Rolando Villazón im Festspielhaus Baden-Baden, «Die Fledermaus» und «Il Barbiere di Siviglia» an der Komischen Oper Berlin, Puccinis
«Il Tabarro» und Bizets «Djamileh» an der Opéra de Lyon sowie «Fidelio» im Wechsel mit Claudio Abbado in Madrid und Baden-Baden. Am Opernhaus Zürich stellte sich Gullberg Jensen in der
Spielzeit 2007/08 mit «Peer Gynt» vor, 2009 folgen «Carmen» an der Oper Bordeaux und «Jenu° fa» an der English National Opera. Ab der Spielzeit 2009/2010 wird Gullberg Jensen neuer
Chefdirigent der NDR Radiophilharmonie.
Nicolas Brieger (Inszenierung «The Greek Passion») Der gebürtige
Berliner machte sich zunächst einen Namen als Schauspieler im Theater, aber auch in Fernseh- und Kinoproduktionen, von denen «Welcome in Vienna» u.a. auch bei den Filmfestspielen von Cannes
ausgezeichnet wurde. Die Stationen seiner Theaterlaufbahn als Regisseur umfassen den gesamten deutschsprachigen Raum: von Berlin, Basel, Bremen, Bochum, Köln, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg,
Mannheim – wo er von 1988 bis 1992 Schauspieldirektor am Nationaltheater war – über München, Zürich, Stuttgart, Burgtheater Wien und die Wiener Festwochen mit Stücken der Weltliteratur von
Euripides über Kleist, Schiller, Shakespeare bis Thomas Bernhard und zahlreichen Uraufführungen. Zum Berliner Theatertreffen wurde er u.a. mit Schillers «Maria Stuart» eingeladen. Zu seinen
Operninszenierungen gehören u.a. «Der Rosenkavalier», Busonis «Brautwahl», Schönbergs «Von heute auf morgen» und die Uraufführung von Elliot Carters «What next?» an der Berliner Staatsoper,
«Der Barbier von Sevilla» in Brüssel, «Katia Kabanová» und «Die verkaufte Braut» in Leipzig, «Turandot», Prokofjews «Liebe zu den drei Orangen» und «Trovatore » in Stuttgart, «Elektra» und
Janáˇceks «Jenu°fa» in Essen, Henzes «Boulevard Solitude» und «Das verratene Meer», Hindemiths «Cardillac» und Wolfgang Rihms «Die Eroberung von Mexiko» in Frankfurt, «Simon Boccanegra»
an der Pariser Opéra Bastille, Menottis «Konsul» und «La Clemenza di Tito» und «Idomeneo» von Mozart in Wien, «Figaros Hochzeit» und Zemlinskys «Zwerg» in Mannheim, «Lady Macbeth von Mzensk»,
Brittens «The turn of the screw», «Galileo» von Michael Jarrell, «Der Cornet » von Frank Martin, Korngolds «Die tote Stadt» in Genf, «St. François d’Assise» von Messiaen in San Francisco,
Weills «Royal Palace/Der Protagonist» bei den Bregenzer Festspielen sowie «Otello» an der Niedersächsischen Staatsoper Hannover. Seine letzten Opernprojekte waren in Mannheim «Don Giovanni»
und bei den Schwetzinger Festspielen Legrenzis «Il Giustino». Für 2008/09 sind Inszenierungen an der Münchner Staatsoper (Busonis «Doktor Faust» zur Eröffnung der Münchner Opernfestspiele),
am Wiener Burgtheater («Der Schein trügt» von Thomas Bernhard) und «Salome» am Grand Théâtre de Genève geplant.
Hans-Dieter Schaal (Bühnenbild «The Greek Passion») Hans-Dieter Schaal ist in Ulm (Donau) geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur studierte er zunächst
Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie in Tübingen und München, ab 1965 dann Architektur in Hannover. Schaal ist ein Grenzgänger zwischen den Disziplinen. Er arbeitet als Architekt und
Ausstellungsgestalter (z.B. «Wandel ohne Wachstum», Deutscher Pavillon zur Architektur- Biennale Venedig, 1995; «Deutschland von aussen», Haus der Geschichte in Bonn und im Städtischen Museum
in Warschau, 1998; «Fernsehen macht glücklich», Ausstellung im Sony-Center Berlin, 2002–2003; «Bergen-Belsen» Neugestaltung derDauerausstellung KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen, Eröffnung im
Frühjahr 2007), als Bühnenbildner (u.a. «Saint François d’Assise» in San Francisco, «Das verratene Meer» in Frankfurt, «Idomeneo» beim Klangbogenfestival, im Theater an der Wien und an der
Staatsoper Hamburg mit Regisseur Nicolas Brieger; «Il barbiere di Siviglia» in San Francisco, «Wozzeck» am Aalto-Theater Essen mit Johannes Schaaf; «Les contes d’Hoffmann» am Theater Graz und
«Mazeppa» am Theater Bern mit Tatjana Gürbaca), aber auch als Landschaftsgestalter, Künstler und Autor. [© Oper Zürich]
www.opernhaus.ch
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