kulturfreak

Oper, Stückeinfo: F

Falstaff
Commedia lirica in drei Akten

Von: Giuseppe Verdi
Libretto: Arrigo Boito nach William Shakespeares ‚The Merry Wifes of Windsor’ (1597) und Passagen aus ‚King Henry IV (1597)
Uraufführung: 9. Februar 1893 (Mailand, Teatro alla Scala)

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
24. Januar 10

Musikalische Leitung: Marc Piollet
Inszenierung: Christian Spuck
Bühne und Kostüme: Emma Ryott
Choreinstudierung: Christof Hilmer
Dramaturgie: Bodo Busse

Besetzung:
Falstaff:
Kiril Manolov/Thomas J. Mayer
Ford: Thomas de Vries
Fenton: Jonas Gudmundsson/Felipe Rojas Velozo
Dr. Cajus: Christopher Busietta
Bardolph: Erik Biegel
Pistol: Bernd Hofmann/Hye-Soo Sonn
Alice Ford: Sharon Kempton/Tatiana Plotnikova
Nannetta: Emma Pearson
Mrs. Quickley: Diane Pilcher
Mrs. Meg Page: Ute Döring

Orchester, Chor und Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Christian Spuck gehört international zu den führenden Choreografen seiner Generation und ist Hauschoreograf beim Stuttgarter Ballett. Nach „Armide“ mit Inabal Pinto und Avshalom Pollack und „Faust“ mit Jean-Christophe Maillot bringt Intendant Manfred Beilharz wieder einen renommierten Choreografen zur Opernregie.

Die musikalische Komödie „Falstaff“ des seit „Otello“ erfolgreichen Autorgespanns Verdi/Boito bewegt sich zwischen romantischer Phantasie, skurriler Charakterkomödie, Buffo-Typik und sentimentaler Poesie. Die Figur des finanziell zwar ausgebrannten, dennoch lebens- und liebeshungrigen Sir John Falstaff ist ein Inbegriff des Komischen: der sich selber hoffnungslos überschätzende Ritter passt nicht mehr so recht in die kleinstädtische bürgerliche Welt, er gehört einer längst vergangenen Zeit an und wird daher das ahnungslos Opfer der von ihm selbst raffiniert angezettelten Intrige, durch das Liebeswerben um die beiden Damen Meg Page und Alice Ford an das nötige Geld zu kommen, um die Schulden im Wirtshaus zu begleichen – vielleicht aber auch eine Frau und das längst verlorene Lebensglück zu erringen. Die „lustigen Weiber vom Windsor“ wollen dem scheinbar verliebten Sir John einen Denkzettel verpassen und gehen auf dessen amouröse Angebote ein. Doch auch die Männer haben sich gegen den ebenso ahnungslosen wie unverschämten Ritter verschworen und planen einen Rachefeldzug. Während die Frauen den schwerfälligen „Schmerbauch“ – so Verdi und Boito in ihrem Briefwechsel über den Typus der Titelfigur – vor dem wütenden Ford in einem Wäschekorb verstecken, küssen sich hinter dem Paravan heimlich Fords Tochter Nanetta und der schwärmerisch verliebte Fenton. Sir John Falstaff sorgt für ein gehöriges Durcheinander in der Bürgerwelt. Im Wald von Windsor ist Falstaff schließlich der Genarrte. Nur das junge Liebespaar Fenton und Nanetta finden in der allgemeinen Maskerade wahrhaft zueinander. Doch am Ende ist die Welt wieder in Ordnung.

Als Ritter von trauriger Gestalt am falschen Ort ist Falstaff in der Unangemessenheit von Selbsteinschätzung und tatsächlichem gesellschaftlichem Rang zugleich komisch und tragisch. Mit den berühmten, in eine kunstvolle Fuge führenden Schlussworten der Titelfigur „Alles ist Spaß auf Erden, der Mensch ein geborener Narr“ ist die philosophische Lebenslehre des über 76jährigen Komponisten ausgesprochen, der in der handschriftliche Partitur über dem Schlussmonolog seines Helden notierte: „Die letzten Noten des Falstaff. Alles ist zu Ende! Geh, geh, alter John. Lauf dahin auf deinem Weg, so lange du kannst ... Lustiges Original eines Schurken; ewig wahr, hinter jeglicher Maske, zu jeder Zeit, an jedem Ort!! Geh .... Geh .... Lauf Lauf ... Addio!!!“ Doch dem befreienden Lachen geht in ‚Falstaff’ einiges Verstecken, Verkleiden, Verwirren und Verirren voraus. „Falstaff’“ ist ein Werk der alten und der neuen Zeit: es endet die alte italienische Opera buffa mit ihren typisierten Figuren und schematischen musikalischen Nummern und es beginnt die musikalische Komödie mit ihrer psychologischen Tiefenschärfe und dem durchkomponierten musikalischen Strom.

Christian Spuck (Inszenierung) gehört international zu den meist gefragten Choreografen seiner Generation, er hat zahlreiche Preise erhalten und ist Träger des deutschen Tanzpreises „Zukunft“ 2006. Christian Spuck war Absolvent der „John-Cranko-Schule“ in Stuttgart und war lange Jahre Tänzer am Stuttgarter Ballett. Erste Choreografien schuf er für die „Noverre-Gesellschaft“ sowie im Kammertheater des Staatstheaters Stuttgart. Seit 1998 hat er dreizehn Choreografien für das Stuttgarter Ballett erarbeitet und wurde 2001 vom Ballettintendanten Reid Anderson zum Hauschoreografen ernannt. In der jährlichen Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Ballett International – Tanz aktuell“ wurde Christian Spuck mehrfach als „Bester Nachwuchschoreograf“ genannt. Als Choreograf gastierte er u.a. am Aalto-Theater Essen, Staatsballett Berlin, Königliches Ballett von Flandern, Königlich Schwedisches Ballett, Israel Ballet Tel Aviv, Aterballetto, Finnisches Nationalballett, American Ballet Theatre, Hubbard Street Dance 2 Chicago sowie außerdem in Saarbrücken, Karlsruhe und Riga. Seit einigen Jahren beschäftigt ihn auch die Auseinandersetzung mit der Kunstform Oper. Am Theater Heidelberg debütierte er als Opernregisseur mit der die zeitgenössische Kammeroper ‚Berenice’ von Johannes Maria Staud. Für die Staatsoper Stuttgart choreografierte und inszenierte er zuletzt Glucks „Orfée et Eurydice“ als große französische Ballettoper. Bühnenbild und Kostüme für diese Verdi-Neuproduktion hat die Engländerin Emma Ryott entworfen, die seit einigen Jahren schon mit Christian Spuck zusammenarbeitet. Von ihr stammt auch die Ausstattung zum Ballett „Lulu. Eine Monstretragödie“, das als Gastspiel des „Stuttgarter Balletts“ bei den Internationalen Maifestspielen 2008 für Furore gesorgt hat.

Zu Gast in Falstaff
In der Titelrolle des Ritters Sir John Falstaff debütiert am Hessischen Staatstheater Wiesbaden Thomas J. Mayer, der hier bereits mit größtem Erfolg bei Publikum und Presse als Don Giovanni und als Jochanaan in „Salome“ gastiert hat. Er war Ensemblemitglied in Basel und Karlsruhe sowie an der Hamburgischen Staatsoper. Gastspiele führten ihn u.a. als Wozzeck, Wotan, Don Giovanni und in anderen Hauptpartien an die Mailänder Scala, zu den Salzburger Festspielen, an die Bayrische Staatsoper, nach Riga, Budapest sowie an die Deutsche Oper Berlin.

Auch der in Sofia/Bulgarien geborene Kiril Manolov stellt sich in Wiesbadener als „Falstaff“ vor. Nach seinem Studium in seiner Heimatstadt und Gesangskursen in Wien und Mailand wurde der junge Bass-Bariton dort bald auch Ensemblemitglied der Staatsoper. Für seine Rollengestaltung des „Barbiers von Sevilla“ wurde er von der Staatsoper Zagreb als „Bester männlicher Opernsänger“ ausgezeichnet. Gastspiele führten ihn u.a. nach Belgrad, Skopje, Larnaca, Palma di Mallorca und Thessaloniki.

Diane Pilcher singt in Wiesbaden die Mrs Quickly. Die gebürtige Kalifornierin gastierte u.a. an der Komischen Oper und der Deutschen Oper Berlin, am Staatstheater Saarbrücken, am Nationaltheater Mannheim, an der Staatsoper Stuttgart, am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, an der Oper Frankfurt, am Opernhaus Zürich, am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, am Opernhaus Graz und an der Oper in Oslo mit Partien wie Mrs. Quickly in ‚Falstaff’ und Herodias in „Salome“. Bei den Salzburger Festspielen debütierte sie im Sommer 2005 als Annina in“La Traviata“ an der Seite von Anna Netrebko und Rolando Villazón. In der Spielzeit 2008/2009 gastierte sie u.a. Nederlandse Opera Amsterdam und an der Oper Leipzig.

[© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Flavius Bertaridus, König der Langobarden
Oper in drei Akten

Von: Georg Philipp Telemann
Libretto: Georg Philipp Telemann und Christoph Gottlieb Wend
Uraufführung: 1729

Zur Inszenierung der Staatsoper Hamburg:

Premiere:
23. Oktober 11

Musikalische Leitung: Alessandro De Marchi
Inszenierung: Jens-Daniel Herzog
Bühnenbild und Kostüme: Mathis Neidhardt
Licht: Stefan Bolliger
Chor: Florian Csizmadia

Besetzung:

Flavius Bertaridus:
Maite Beaumont (Rollendebüt)
Rodelinda: Tatiana Lisnic (Rollendebüt)
Cunibert: Katerina Tretyakova (Rollendebüt)
Grimoaldus: Antonio Abete (Rollendebüt)
Flavia: Ann-Beth Solvano (Rollendebüt)
Orontes: Jürgen Sacher (Rollendebüt)
Onulfus: David DQ Lee (Rollendebüt)
Regimbert / Lombardischer Schutzgeist: Mélissa Pétit (Rollendebüt)

Im Rahmen des Programmschwerpunktes »333 Jahre Oper in Hamburg« der Spielzeit 2011/2012 steht mit »Flavius Bertaridus, König der Langobarden« ein Werk aus den Anfängen der Operntradition an der Alster auf dem Spielplan. Zur Zeit der Uraufführung 1729 war Georg Philipp Telemann, der bereits als der bedeutendste deutsche Komponist seiner Zeit galt, Musikdirektor der Oper am Gänsemarkt. »Flavius Bertaridus« ist seine einzige erhaltene Opera seria. Die Titelfigur Flavius Bertaridus kämpft mit seinem Rivalen und Schwager Grimoaldus nicht nur um den Thron des frühmittelalterlichen Langobardenreichs, sondern auch um das Herz seiner Frau Rodelinda. Seit seiner Uraufführung ist das Werk nun zum ersten Mal wieder in Hamburg zu sehen. In Szene gesetzt wird es von Jens-Daniel Herzog, dem designierten Opern-Intendanten in Dortmund, die Ausstattung entwirft Mathis Neidhardt. Am Pult steht mit Alessandro De Marchi ein Spezialist für historische Aufführungspraxis von Barockopern.
Koproduktion mit den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik

Alessandro De Marchi – Dirigent
Der Dirigent Alessandro De Marchi gilt als einer der führenden Aufführungspraxis- Spezialisten auf historischen und modernen Instrumenten. Seit 2010 ist Alessandro De Marchi in der Nachfolge von René Jacobs Künstlerischer Leiter der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik.
Sein Repertoire umfasst Werke von der Spätrenaissance bis zur modernen und zeitgenössischen Musik. Der Italiener studierte zunächst Orgel und Komposition am Konservatorium Santa Cecilia in seiner Geburtsstadt Rom sowie an der Schola Cantorum Basiliensis in Basel Cembalo, Basso Continuo und Kammermusik. Gleich im Anschluss lud ihn René Jacobs als Cembalist und Musikalischen Assistenten zu zahlreichen Produktionen in ganz Europa ein, darunter auch zu den Salzburger Festspielen, wo er für vier Saisons unter Claudio Abbado, Donald Runnicles und Daniel Barenboim arbeitete. Der persönlichen Einladung Daniel Barenboims an die Berliner Staatsoper Unter den Linden folgend, wurde Alessandro De Marchi dort zunächst Solorepetitor mit Dirigierverpflichtung, später Kapellmeister und schließlich Gastdirigent. Seither dirigiert Alessandro De Marchi an den wichtigsten Opernhäusern Europas wie der Mailänder Scala, dem Pariser Théâtre des Champs Elysées, dem Brüsseler Théâtre Royal de la Monnaie, der Dresdner Semperoper, der Berliner Staatsoper Unter den Linden, dem Staatstheater Stuttgart, der Komischen Oper in Berlin, dem Theater an der Wien und der Opéra de Lyon, um nur einige zu nennen. Tourneen führten den Dirigenten nach Kanada, Australien, Südamerika und Japan. Als Konzertdirigent arbeitete Alessandro De Marchi unter anderem mit den Wiener Symphonikern, dem Orchestra sinfonica dell’Accademia di Santa Cecilia in Rom, dem Orchestra sinfonica dell’Accademia della Scala in Mailand, dem Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino in Florenz sowie mit der NDR Radiophilharmonie, der Staatskapelle Berlin, den Essener Philharmonikern und dem Orchestre de Chambre de Genève. Besonders umjubelt von der internationalen Kritik und vom Publikum wurden seine Aufnahmen von Vivaldis »Juditha triumphans« mit der Academia Montis Regalis und Magdalena Kožená sowie Bellinis »La Sonnambula« mit dem Zürcher Opernhausorchester unter Mitwirkung von Cecilia Bartoli und Juan Diego Florez. Seit 1998 ist Alessandro De Marchi Generalmusikdirektor des Barockorchesters Academia Montis Regalis, das 2006 mit dem Premio Franco Abbiati als bestes Kammerorchester Italiens ausgezeichnet wurde, sowie des dem Orchester angeschlossenen Jugendorchesters Giovani della Montis Regalis.
An der Hamburgischen Staatsoper ist De Marchi seit 2002 regelmäßig zu Gast. Er leitete Vorstellungen von »Il Barbiere di Siviglia« und »Don Giovanni« sowie die Premieren von »L’Incoronazione di Poppea«, »Der lächerliche Prinz Jodelet«, »Giulio Cesare in Egitto«, »Iphigénie en Tauride« und »Weihnachtsoratorium«.

Jens-Daniel Herzog – Regisseur
Jens-Daniel Herzog war nach dem Studium der Philosophie zunächst Assistent und später Spielleiter an den Münchner Kammerspielen, wo er unter anderem auch zahlreiche Uraufführungen inszenierte. Gastengagements führten ihn darüber hinaus an das Schauspielhaus Zürich, das Hamburger Thalia Theater, das Wiener Burgtheater und das Schauspiel Frankfurt, um nur einige zu nennen. Seine Inszenierung von »Oleanna« von David Mamet am Schauspielhaus Zürich wurde zum Berliner Theatertreffen eingeladen, seine Inszenierung von Marlene Streeruwitz’ »New York, New York« zu den Mühlheimer Theatertagen. Von 2000 bis 2006 war Jens-Daniel Herzog Schauspieldirektor am Nationaltheater Mannheim. Neben zahlreichen Produktionen im Schauspiel – unter anderem »Don Karlos«, »Tartuffe«, »Das Käthchen von Heilbronn«, »Hamlet«, »Der zerbrochne Krug«, »Othello«, »Unschuld« von Dea Loher und »Maria Magdalena« – setzte er die Opern »Così fan tutte« und »Die Entführung aus dem Serail« in Szene. Am Opernhaus Zürich brachte er »Tannhäuser«, »Pique Dame«, »La finta semplice«, »Orlando«, »Königskinder«, »Intermezzo«, »Rinaldo«, »La fedeltà premiata«, »Der ferne Klang« sowie »Les Pêcheurs de Perles« auf die Bühne. Heute ist Jens-Daniel Herzog als freischaffender Regisseur tätig. Zu seinen jüngsten Arbeiten gehören »Die Meistersinger von Nürnberg« und »Fiesque« von Lalo am Nationaltheater Mannheim, Mendelssohns »Elias« am Staatstheater Mainz, »Aida« am Staatstheater Nürnberg, »Hamlet« von Thomas am Seoul Arts Center, »Lohengrin« an der Oper Frankfurt, Schillers »Turandot« am Bayerischen Staatsschauspiel München und »Giulio Cesare« an der Semperoper Dresden. Daniel Herzog ist designierter Intendant der Dortmunder Oper. Diese Stelle wird er im August 2011 antreten. »Flavius Bertaridus« ist seine erste Arbeit an der Hamburgischen Staatsoper.

Matthis Neidhardt - Bühnenbild und Kostüme
Mathis Neidhardt studierte Bühnen- und Kostümbild in Dresden sowie Film in Frankfurt am Main. Von 1992 bis 2001 war er als Bühnen- und Kostümbildner am Staatsschauspiel Dresden engagiert, wo er mit Regisseuren wie Klaus Dieter Kirst, Horst Schönemann, Stefan Nolte und Hasko Weber zusammenarbeitete. Seit 2002 verbindet ihn eine enge künstlerische Partnerschaft mit Jens-Daniel Herzog, mit dem er seither zahlreiche Inszenierungen erarbeitete, zunächst für das Schauspiel, seit 2004 auch zunehmend für die Oper. Dazu zählen unter anderem »Tartuffe« (Molière), »Das Käthchen von Heilbronn« und »Der zerbrochne Krug« (Kleist), »Hamlet« (Shakespeare), »Die Entführung aus dem Serail« (Mozart), die Uraufführung von »Fiesque« (Lalo) sowie »Die Meistersinger von Nürnberg« (Wagner) in Mannheim, eine szenische Umsetzung des »Elias« (Mendelssohn) am Staatstheater Mainz, »Orlando« (Händel), »Königskinder« (Humperdinck), »Intermezzo« (Strauss) und »Der ferne Klang« (Schreker) am Opernhaus Zürich, »Turandot« (Gozzi/ Schiller) in München, »Lohengrin« (Wagner) an der Oper Frankfurt und »Giulio Cesare« (Händel) an der Semperoper in Dresden. Außerdem erarbeitete Mathis Neidhardt mit Thomas Langhoff »Wilhelm Tell« (Schiller) in Mannheim sowie mit Hasko Weber »Klein Eyolf« (Ibsen) und die Uraufführung von »Wörter und Körper« (Heckmanns) in Stuttgart. In der Spielzeit 2011/12 arbeitet er erstmals an der Hamburgischen Staatsoper.

[© Staatsoper Hamburg]

www.staatsoper-hamburg.de

Fanny & Schraube
Kammeroper

Musik: Jan Müller-Wieland
Libretto: Kai Ivo Baulitz
Uraufführung: 27. August 09 (Berlin, Neuköllner Oper)

Zur Inszenierung der Berliner Neuköllner Oper:

Premiere:
27. August 09 (Uraufführung)

Musikalische Leitung: Hans-Peter Kirchberg
Inszenierung: Robert Lehmeier
Bühne: Markus Meyer
Kostüm: Mathias Rümmler
Dramaturgie: Bernhard Glocksin

Besetzung:

Zewa/Svetlana:
Jana Degebrodt
Schraube: Clemens Gnad
Fanny: Johanna Krumin
Ignaz: Markus Vollberg

Hamburg. In seinem Büro: Schraube. Seine Reederei ist pleite, kein Land in Sicht. Er ist am Ende. Da kommt ein Fax. Es geht um das Haus in Berlin. Eine Bruchbude. Plötzlich in begehrter Lage. Das Haus gehört Schraube. Rettung in Sicht. Fährt er mal hin.
Berlin-Neukölln. Fanny malt. Auf die Wände ihrer Wohnung in dem Haus. Bilder für ihren Sohn. Aber den hat außer ihr noch niemand gesehen.
Zwischenbilanz: Geld muss her. Das Haus muss weg. Da ist eine, die lebt noch in dem Haus. Die soll weg.
Berlin-Neukölln. Schraube klingelt. Fanny macht auf. Schraube geht rein. Fanny stellt ihm ihren Sohn vor. Schraube sieht niemanden. Aber er sieht Bilder auf der Wand. Und etwas in ihm bewegt sich und ist anders als jemals zuvor.
Eine Geschichte über zweimal Welt, einmal mit, einmal ohne Geld. Über die Liebe, die wo hinfällt und will, dass sie einer aufhebt. Über Schrauben, die locker werden.
Mit Fanny & Schraube ist eine eigenwillige Großstadtfantasie entstanden - Kai Ivo Baulitz (Preisträger des Autorenwettbewerbs Maxim Gorki Theater / schauspielfrankfurt; Stückemarkt beim Theatertreffen 2007) schrieb sein erstes Libretto, das der Komponist Jan Müller-Wieland auf Einladung der Neuköllner Oper vertont hat. Der gebürtige Hamburger hat neben großen Orchesterwerken, Kammer- und Vokalmusik u.a. auch zehn Opern geschrieben (u.a. Staatsoper Unter den Linden) und zahlreiche renommierte Preise erhalten. Hans-Werner Henze über Jan Müller-Wieland: „Er hat einen Humor wie Verdi im Falstaff“.

Fanny & Schraube ist eine Inszenierung von Robert Lehmeier, dem Publikum der Neuköllner Oper aus etlichen Uraufführungen (Moshammeroper, Friendly Fire, Angela) sowie den Produktionen Così fan tutte und The Sound of Music bestens bekannt. An seiner Seite und für die Bühne verantwortlich ist einmal mehr Markus Meyer, Mathias Rümmler debütiert als Kostümbildner am Haus. Die musikalische Leitung der Kammeroper liegt beim musikalischen Direktor des Hauses, Hans-Peter Kirchberg.

www.neukoellneroper.de

Dr. Faust
Dichtung für Musik in zwei Vorspielen, einem Zwischenspiel und drei Hauptbildern

Von: Ferruccio Busoni
Ergänzt und vollendet von: Philippe Jarnach und Antony Beaumont
Uraufführung: 21. Mai 1925 (Dresden, Staatsoper)

Faust (Margarethe)

Von:
Charles Gounod
Text: Jules Paul Barbier und Michel Florentin Carré (nach Carrés Drame fantastique) Faust et Marguerite und Johann Wolfgang von Goethes Faust. Der Tragödie erster Teil

Uraufführung:  19. März 1859 (Paris, Théatre-Lyrique)
Erstaufführung der 2. (durchgesetzten Fassung): 3. März 1869 Paris (Opera - Salle de la rue Le Peletier)

Zur Inszenierung der Hamburgischen Staatsoper:

Premiere:
30. Januar 11

Musikalische Leitung: Cornelius Meister
Inszenierung: Andreas Homoki
Bühnenbild und Kostüme: Wolfgang Gussmann
Licht: Franck Evin
Chor: Christian Günther

Besetzung:

Faust: Giuseppe Filianoti
Méphistophélès: Tigran Martirossian
Valentin: George Petean
Wagner: Jongmin Park
Marguerite: Alexia Voulgaridou
Siebel: Maria Markina
Marthe: Renate Spingler

Es spielen die Philharmoniker Hamburg.
Es singt der Chor der Hamburgischen Staatsoper.

www.staatsoper-hamburg.de

Zur Inszenierung des Theater Trier:
(Kooperation mit der Opéra de Dijon)

Premiere: 9. Januar 10

Musikalische Leitung: Victor Puhl
Inszenierung: Gerhard Weber
Bühne: Claude Stephan
Kostüme: Jean-Michel Angays und Stéphane Lavergne

Mit: Evelyn Czesla, Eva Maria Günschmann, Adréana Kraschewski, Francis Bouyer, Pawel Czekala, László Lukács / Alexander Trauth und Svetislav Stojanovic

Charles François Gounod wirft mit seiner 1859 in Paris uraufgeführten Oper FAUST ein französisches Schlaglicht auf eines der zentralen deutschen Theatersujets. Der Protagonist Faust erscheint in dieser Version weniger als weltverzweifelter Sinnsucher, sondern als vitaler Mann mit herausfordernden Ansprüchen an das reale Leben. Die Inszenierung von Intendant Gerhard Weber war bereits 2007 in der Opéra de Dijon im Rahmen der internationalen Kooperation beider Theater zu erleben.

Diese Musik wirkt wie ein Schaumbad des Wohlklangs – so zahlreich sind die schwelgenden Melodien in die Partitur gegossen. Wüsste man nicht, wie die Tragödie um Doktor Faust und seine von ihm verführte Marguerite ausgeht, man könnte sich allein von diesen Klängen in den Bann ziehen lassen. Doch die Dramatik, mit der der Komponist Charles François Gounod „seinen“ FAUST musikalisch umsetzt, lässt einem keine ruhige Minute – denn kompromisslos entspinnt sich der Konflikt um die Lebenslüge der Titelfigur: Faust ist alt geworden. Doch er kann sich nicht abfinden mit dem Lauf der Welt und den Gesetzen des Werdens und Vergehens. Das Unmögliche soll ein Bündnis mit Mephistophélès bringen: Jugend, Leidenschaft und Liebesglück. Aber die Abmachung mit dem Verführer steuert geradewegs auf die Katastrophe zu: Faust verpfuscht nicht nur das Leben des Mädchens Marguerite, sondern wird selbst zum Mörder. Die Lebenslüge holt ihn ein…  [© Theater Trier]

www.theater-trier.de

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
Februar 05

Musikalische Leitung: Johannes Debus /
Stefan Solyom
Inszenierung: Christof Loy / Szenische Leitung der Wiederaufnahme: James McNamara
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: James McNamara
Bühnenbild: Herbert Murauer
Kostüme: Bettina Walter
Dramaturgie: Hendrikje Mautner
Licht: Olaf Winter
Chor: Alessandro Zuppardo

Besetzung:
      
Dr. Faust:
Andrew Richards / Andrej Dunaev / Robert Nagy / Andrej Dunaev (14., 16., 21., 26., 29. Dezember 2007)
Méphistophélès: Mark S. Doss / Bálint Szabó / Bálint Szabó / Mark S. Doss (14., 16., 21., 26., 29. Dezember 2007)
Valentin: Željko Lučić / Johannes Martin Kränzle / Michael Nagy
Wagner: Florian Plock / Florian Plock / N.N. (21. Januar 2006) / Florian Plock
Marguerite: Nina Stemme / Ann-Marie Backlund / Maria Fontosh / Barbara Zechmeister (3., 14. Dezember 2007)
Siebel: Jenny Carlstedt / Annette Stricker (Jenny Carlstedt 29.12.05) / Stella Grigorian
Marthe: Elzbieta Ardam / Elzbieta Ardam / Margit Neubauer / Elzbieta Ardam

(Premiere Feb. 05 / Wiederaufnahme Dez.05 / Wiederaufnahme Nov. 07)

Nach der Faust-Vertonung des Italieners Arrigo Boito, welche die Oper Frankfurt mit Mefistofele in der Spielzeit 2003/04 präsentierte, stand in der darauffolgenden Saison die französische Opernvariante des Goethe-Stoffes auf dem Programm: Faust von Charles Gounod (1818-1893) wurde in der durchkomponierten Form erstmals am 3. März 1869 an der Pariser Opéra mit großem Erfolg aufgeführt (eine erste Fassung mit Sprechdialogen stammt von 1859) und gehört seitdem zu deren festem Repertoire. Ähnlich wie Boito konzentrierten sich Gounod und seine Librettisten auf die Gretchen-Tragödie, so dass Goethes Vorlage kaum mehr als den spektakulären Rahmen für eine ergreifende Liebesgeschichte und eingängige Melodien von bewusst lyrischer Einfachheit bot.
Der an der Sinnhaftigkeit seines Tuns zweifelnde Wissenschaftler Faust lässt sich mit den dunklen Mächten ein. Im Diesseits wünscht er sich Jugend und Liebe und muss dafür versprechen, Méphistophélès im Jenseits zu dienen. Faust verliebt sich in Marguerite, tötet deren Bruder Valentin und folgt Méphistophélès in sein Reich. Doch kann er Marguerite, die inzwischen ihr Kind getötet hat und deswegen im Gefängnis sitzt, nicht vergessen. Vergeblich versucht er, sie zu befreien...
„Dem Opernregisseur des Jahres 2003 und 2004 (...) ist wiederum eine großartige Arbeit gelungen“, so urteilte die Presse über die Inszenierung von Christof Loy, die am 6. Februar 2005 Premiere feierte. Nun wird die Produktion zum zweiten Mal wiederaufgenommen, wobei die Besetzungsliste einige neue Namen aufweist: Maria Fontosh (Marguerite) gehörte 2003/04 für kurze Zeit zum Frankfurter Opernensemble und gastierte hier im Anschluss u.a. als Marie in Smetanas Die verkaufte Braut und als Gräfin in Mozarts Le nozze di Figaro. Aus dem Ensemble neu besetzt sind Michael Nagy (Valentin) und Stella Grigorian (Siebel). Als Marthe alterniert mit der premierenbewährten Elzbieta Ardam zum ersten Mal in dieser Inszenierung Kammersängerin Margit Neubauer. Alle weiteren Sängerinnen und Sänger haben ihre Partien bereits in der Premieren- bzw. in der ersten Wiederaufnahme-Serie verkörpert. Erstmals bei dieser Produktion steht der junge Schwede Stefan Solyom am Pult, der in Frankfurt bereits Gounods Roméo et Juliette und Puccinis Tosca dirigierte.

www.oper-frankfurt.de

Faust II
Sprechoper

Von: Karsten Gundermann
Libretto: Karsten Gundermann

Zur Produktion der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen:

Premiere:
11. Juni 09

Dirigent: Alexander Shelley
Regie: Julia Haebler
Dramaturgie: Karsten Gundermann
Choreographie: Marion Amschwandt

Mit:

Faust – Sprecher: Dominique Horwitz
Faust – Tänzer: Jean Sasportes
Helena: Etta Scollo
Narr: Mateng Pollkläsener
Ca. 250 Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Bremen-Ost
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Ca. 130 Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Bremen-Ost in Teams für Licht, Ton, Bühnenbild, Maske, Video, Website, Organisation, Dokumentation
Mit Unterstützung von: 21 Lehrerkräften der Gesamtschule Bremen Ost
14 Paten aus dem Stadtteil Osterholz-Tenever
insgesamt etwa 500 Mitwirkende

FAUST II vereint verschiedene künstlerische Elemente:
Klassik:
Profischauspieler, Kammerphilharmonie, GSO-Musikklassen
Moderne: Rap, Hiphop, Tanz, Schulband, Game-Musik
Theater: Licht, Ton, Bühnenkonzept, Choreografie, Regie


›Goethe in OTe‹: Ein ganzer Stadtteil spielt Faust II
Weltklasseorchester probt Sprechoper mit 500 Mitwirkenden

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen präsentiert das neuste Ergebnis aus ihrem Zukunftslabor: Seit fast einem Jahr beschäftigen sich die Musiker gemeinsam mit den Schülern und Lehrern der Gesamtschule Bremen-Ost sowie zahlreichen Menschen und Institutionen im Stadtteil Osterholz-Tenever (OTe) intensiv mit einer besonderen Fassung von Goethes ›Faust II‹: Einer Sprechoper des Komponisten Karsten Gundermann. Premiere ist am 11. und 12. Juni 2009 – live und open air.
Über 500 Mitwirkende aus Orchester, Schule und dem als Problemstadtteil abgestempelten Quartier Tenever beteiligen sich an dem in dieser Form in Deutschland wohl einzigartigen Open-Air Spektakel. Literatur, Theater und Musik werden in diesem ambitionierten Großprojekt miteinander zu einem visionären Cross-Over verwoben. Karsten Gundermann und das Orchester wollen keine Lerndebatte lostreten. Unter dem Motto „Du hast immer eine Wahl“ geht es ihnen vielmehr darum, anhand eines großen Stoffes der klassischen Weltliteratur abzuleiten, dass jeder jederzeit die Möglichkeit hat, seine Perspektiven und damit auch sein Leben zu verändern. „Wir wollen Visionen und Entscheidungskompetenzen schärfen“, erläutert Gundermann sein Anliegen. Der bekannte und bekanntermaßen sozial engagierte Schauspieler Dominique Horwitz konnte für die Rolle des Faust gewonnen werden, der Narr wird von dem Bremer Mateng Pollkläsener gegeben. „Faust II in einer Schulaufführung? Natürlich ist das ein gewagtes Projekt. Aber die Begeisterung und das große Engagement, mit dem alle Beteiligten hier dabei sind, haben mich gleich überzeugt. Ich freue mich sehr, ein Teil dieses tollen Teams zu sein“, beschreibt Horwitz seine bisherigen Probenerlebnisse. Regie führt Julia Haebler. Weiterer Gaststar ist Etta Scollo als Helena.
 

Mit ›Goethe in OTe‹ dringt die Education-Arbeit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen in ganz neue Dimensionen vor. Seit Beginn des Schuljahres wird in jeder Woche daran geprobt und gearbeitet. In einer ersten intensiven Projektwoche Anfang Dezember haben die Schüler und Kammerphilharmoniker zusammen mit Karsten Gundermann und Regisseurin Julia Haebler die ersten Szenen zusammengesetzt. Mit dabei war auch Gaststar Dominique Horwitz. Gundermann hat den klassischen Stoff mit der Dramaturgie und Musik moderner Computerspiele kombiniert, da in viele Jugendliche in diesen Parallelwelten mehr zuhause seien als in ihrer realen Welt. Aber nicht nur Gameboy-Musik, sondern auch Klassik, Rap und Hip-Hop werden gleichberechtigt erklingen. Die Schüler fungieren im Stück als Schauspieler, Tänzer und Musiker.
Die Aufführungen finden am 11. und 12. Juni 2009 open air in Bremen-Tenever. Bis dahin ist von allen Beteiligten noch ein gutes Stück Probenarbeit zu leisten. Aber nach dem bisherigen Projektverlauf sind alle Beteiligten guten Mutes. Schüler, Lehrer, Orchestermusiker und Paten freuen sich auf die Aufführungen kurz vor den Sommerferien.

Faust II als Sprechoper – ›Du hast immer eine Wahl!‹
›FAUST II‹ ist eine Sprechoper für Sängerin, Schauspieler, Chor, Orchester und Zuspielband des Komponisten Karsten Gundermann. In seinem Opern-Musical transportiert Karsten Gundermann die essenziellen Fragen aus Faust II in unsere Zeit. Mit einer unterhaltsamen Herangehensweise gelingt es ihm, Jugendliche mit Musik an den Faust-Stoff heranzuführen und dafür zu begeistern. „Faust ist – neben der Lutherbibel – das schönste, tiefsinnigste, ermutigendste und kostbarste Buch, das uns die deutsche Klassik hinterlassen hat“, so Komponist Karsten Gundermann. „Um dieses Werk lebendig zu erhalten, muss es immer wieder aktualisiert werden“. Mit seiner Sprechoper möchte Gundermann den Faust zukunftsfähig machen und damit für das 21. Jahrhundert erhalten. ›FAUST II‹ enthält die wichtigsten Textstellen des umfangreichen Goetheschen Originaltextes. Die Person des Faust ist ein Synonym für tatkräftiges und selbstbestimmtes menschliches Handeln – für Gundermann eine der Kernaussagen. Und doch scheitert Faust? Warum? Woran? Was hätte er besser tun können?
Die wichtigste Botschaft, die Gundermann – nicht zuletzt für die Bremer Jugendlichen aus Osterholz- Tenever – daraus ableitet, lautet: »Es gibt immer eine Alternative!«. So soll die Sprechoper auch die geschichtsträchtige Kraft des Faust mit der Initiative und der Selbstorganisation der Bewohner in Tenever zusammen führen und damit ein weiterer Baustein der schon so aktiven Stadtteilintegration sein.

Vielfältige Einbindung der Schüler
Der Anteil der Schüler umfasst dabei weit mehr als lediglich die Aufführung des Stückes. Vielmehr übernehmen die Schüler auch weitgehend Aufgaben wie Beleuchtung, Bühnenbild, Choreografie und Ausstattung – jeweils unter Anleitung bzw. mit Unterstützung von erfahrenen Profis auf diesen Gebieten. Außerdem steuern die Schüler auch eigene Texte und Kompositionen bei. ›FAUST II‹ verdichtet den Text des Originals und lässt den Schülern damit Freiraum für ihre gestalterische Kreativität. Das Werk ist modular gebaut. Jede Szene wird von einer anderen Schülergruppe umgesetzt. Dabei schreitet Faust wie in einem Computerspiel von Level zu Level, von einer Welt in eine andere. Dem entsprechend nimmt die Musik ebenfalls stilistische Anregungen aus der Gameboy-Musik auf.

Patenschaften
Jede Szene von ›FAUST II‹ entsteht in Zusammenarbeit der Schüler mit einem Paten aus der Umgebung der Schule. Für die Welt des Geldes ist dies ein Bankkaufmann, für Goethes große Kriegsszene steht die Scharnhorst-Kaserne Pate, für Fausts Himmelfahrt die Pastorin der Trinitatis-Gemeinde Tenever. Durch dieses Patenschaftsprinzip wird eine fachliche Profilierung der dargestellten Szenen erreicht, wobei die Schüler gleichzeitig Einblick in die Berufswelt erhalten, die für die spätere Berufsausbildung von entscheidender Bedeutung sein können. Schließlich erleben die Schüler hautnah, wie die Kunst fest im Leben wurzeln muss, um daraus ihre Kraft zu entfalten. Und das Projekt von Kammerphilharmonie und GSO strahlt damit weit über den Stadtteil hinaus.

Gaststar Dominique Horwitz
Der bekannte und bekanntermaßen sozial engagierte Schauspieler Dominique Horwitz übernimmt die Rolle des Faust. Er kennt sowohl Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen als auch Komponist Karsten Gundermann schon aus einem gemeinsamen Filmprojekt. Im Kinofilm ›Verrückt nach Paris‹ spielt Horwitz eine der Hauptrollen und Karsten Gundermann hat die von der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen eingespielte Filmmusik komponiert. In der Rolle des Faust ist Dominique Horwitz stark gefordert. Er spricht, rappt, singt und deklamiert Goethes Hauptfigur. Im Spiel mit den Schülern der Gesamtschule Bremen-Ost entfaltet er alle Facetten seiner Darstellungskunst. Ihm zur Seite steht der Tänzer Jean Sasportes, der den szenischen Part des Faust in dieser Inszenierung übernimmt.

Faust II – Die Sprechoper von Karsten Gundermann

Inhaltliche Überlegungen
Ein Goethewerk mit in den letzten Jahren sprunghaft steigenden Aufführungszahlen ist FAUST II. Die Gründe haben sicherlich etwas mit dem Ringen um ein neues Selbstverständnis des westlichen Menschen, neuen gesellschaftspolitischen Entwicklungen und der Sehnsucht nach human definierten Handlungsmaximen in einer immer größeren und schnelleren Welt zu tun.
War die Faustfigur jahrzehntelang überwiegend positiv bewertet, so verschieben sich die Akzente immer stärker hin zu einer kritischen Sicht der Faustschen Aktivitäten, der Begriff der „Tragödie“ rückt mehr und mehr in den Blickpunkt. Gundermann unternimmt den Versuch, ein Material zu schaffen, das den gegenwärtigen Forschungsstand zum Faustphänomen einbezieht.
Im Mittelpunkt der Tragödie steht Faust mit seinen Motiven, seinen Handlungen und seinem Scheitern. Die Frage ob und wie man heute handeln soll, bietet umfassende Bezüge zur Lebenssituation in Bremen-Tenever, einschließlich Schule, Stadtteil, Gesellschaft. Warum und woran scheitern Fausts Bemühungen, was wären seine Handlungsalternativen – diese Fragen stehen im Zentrum von Gundermanns FAUST II.

Die Form des Werkes
Das Goethesche Original ist sehr umfangreich und dauert bei vollständiger Lesung ca. fünf Stunden. Das Libretto von FAUST II verdichtet den Text auf ca. 10 % des Originals unter Beibehaltung aller wichtigen und bekannten Szenen. Es wurde vom Grundprinzip des Musiktheaters ausgegangen, möglichst viel „darzustellen“ und wenig „abzulesen“. So entsteht Freiraum für gestalterische Kreativität ohne zu großen Verlust an inhaltlicher Substanz. Augenmerk lag dabei auf einer hohen Verständlichkeit aller Bühnenvorgänge, um auch jugendliches Publikum inhaltlich zu interessieren.
Gundermanns Faust-Oper ist in Verständlichkeit und Thematik auf die Schüler der GSO zugeschnitten. Der klassische Stoff wird mit der Dramaturgie moderner Computerspiele kombiniert: Faust springt von Level zu Level, von einer Welt in eine andere. Gundermann formuliert Parallelwelten und knüpft so an den Erfahrungshorizont der Schüler an.

Patenschaften
Durch die besonderen aufführungspraktischen Bedingungen an der Gesamtschule Bremen Ost kam die Idee, die Inszenierung mit einem Patenschaftsprinzip zu koppeln: Jedes Level von FAUST II, das die Schüler darstellen, z.B. die Welt des Geldes, die Welt der Griechischen Klassik, die Welt des Krieges, die Welt des Fernhandels, usw. entsteht in Zusammenarbeit der Schüler mit einem Paten der realen Umgebung der Schule, wie entsprechend einem Banker, einem Altphilologen, einem Bundeswehrgeneral, einem Bremer Kaufmann.
Mit dem Patenschaftsprinzip verfolgt das Projekt dreierlei Ziele: Zum Ersten tragen die Paten zur fachlichen Profilierung der dargestellten Situation bei, zum Zweiten gewinnen die Schüler einen durch die Perspektive des Werkes motivierten Einblick in die Probleme der Lebenswelt nach ihrer Schulausbildung und zum Dritten erleben die Schüler hautnah, wie Kunst im Leben wurzeln muss, um ihre Kraft zu entfalten. Parallel zur Einstudierung des FAUST II vernetzen sich Kammerphilharmonie und GSO im Stadtteil Tenever besser, wachsen gemeinsam über die Grenzen der Schule hinaus und bauen Strukturen für zukünftigen Stadtteilfeste auf.

Einstudierung und Aufführung
FAUST II ist ein umfangreiches Projekt. Um eine hohe Qualität in realistischer Arbeitszeit zu erreichen, sind die Hauptrollen Faust (Sprecher und Tänzer), Narr (Schauspieler) und Helena (Sängerin) durch Profis besetzt. Die Schüler bilden kleine überschaubare Projektgruppen, von denen jede für die Ausarbeitung und Aufführung von ein bis zwei Szenen verantwortlich ist. Diese Szenen werden mit Hilfe der Schauspieler, der Musiker der Kammerphilharmonie, des Komponisten und des Paten im Verlaufe eines Jahres erarbeitet und kurz vor der Aufführung in einer Intensivwoche als Gesamtwerk zusammengefügt.
Für Bühnenbild, Beleuchtung, Kostüm, Maske, ect. haben sich von den Schülern ebenfalls Projektgruppen gebildet. Je nach Verantwortungsbereich werden sie unterstützt von Fachlehrern unterstützt.                       [Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen/ Tine Klier, text+pr]

www.kammerphilharmonie.com

Die Feen
Große romantische Oper in drei Akten

Von: Richard Wagner (22.05.1813 – 13.02.1883)
Text: vom Komponisten nach La donna serpente (1762) und Il corvo (1761) von Carlo Gozzi
Uraufführung: 29. Juni 1888 (München, Königliches Hof- und Nationaltheater)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt in Koproduktion mit der Alten Oper Frankfurt:

Premiere:
3. Mai 11 (Alte Oper)

Musikalische Leitung: Sebastian Weigle
Chor:
Matthias Köhler

Besetzung:

Feenkönig:
Thorsten Grümbel
Ada:
Tamara Wilson
Zemina:
Anja Fidelia Ulrich
Farzana:
Juanita Lascarro
Arindal:
Burkhard Fritz
Lora:
Brenda Rae
Morald:
Michael Nagy
Drolla:
Christiane Karg
Gernot:
Alfred Reiter
Gunther:
Julian Prégardien
Harald:
Sebastian Geyer

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Besprechung auf kulturfreak.de

Nach Catalanis La Wally widmet sich in der Spielzeit 2010/11 die zweite konzertant dargebotene Produktion der Oper Frankfurt in Zusammenarbeit mit der Alten Oper dem frühen Schaffen des Komponisten Richard Wagner (1813-1883). Bei Die Feen handelt es sich um sein erstes vollendetes Werk für das Musiktheater, welches – obwohl bereits 1834 komponiert – erst am 29. Juni 1888 am Münchner Nationaltheater zur Uraufführung gelangte. Als literarische Grundlage dieser Arbeit diente Wagner die von seinem Onkel ins Deutsche übersetzte „fiaba teatrale“ La donna serpente (1762) des italienischen Theaterdichters Carlo Gozzi. Wagner richtete den Stoff in der Tradition der romantischen Oper neu ein und reduzierte das Possenhafte zugunsten bürgerlich-realistischer Züge. So entstand eine noch stark den Vorbildern Beethoven, Weber und Marschner verhaftete Komposition. Gleichwohl kündigen sich auch schon einige stilistische Merkmale des späteren Meisters an.
Den Feen werden später konzertante Aufführungen von Wagners Frühwerken Das Liebesverbot (2011/12) und Rienzi, der letzte der Tribunen (2012/13) in Koproduktion von Oper Frankfurt und Alter Oper folgen.

Zum Inhalt: Arindal, König von Tramond, hat sich in die Fee Ada verliebt. Nur unter der Bedingung, dass er acht Jahre lang nicht erfahren dürfe, wer sie sei, darf er sie heiraten. Kurz vor Ende der Frist jedoch stellt Arindal die verbotene Frage und wird aus dem Feenreich verbannt. Ada will lieber auf ihre Unsterblichkeit als auf den Geliebten verzichten, und so bietet ihr Vater, der Feenkönig, seiner flehenden Tochter noch eine Chance: Arindal soll ihr schwören, sie am kommenden Tag nicht zu verfluchen, egal was geschehe. Er gibt sein Wort, doch erscheint ihm Adas Handeln durch Intrigen aus beiden Lagern in völlig falschem Licht, sodass er die Geliebte schließlich verflucht. Daraufhin verwandelt sie sich zu Stein. Gleich Orpheus kann Arindal Ada jedoch durch den Klang seiner Leier erlösen. Sie gewinnt ihre frühere Gestalt zurück, und ihr Geliebter – nunmehr der Unsterblichkeit würdig – wird in das Feenreich aufgenommen.

Die Musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, dessen Kompetenz für die Musik Richard Wagners ihn nicht zuletzt für alljährliche Gastdirigate auf dem Grünen Hügel (Meistersinger) empfahl. Ihr Deutschland-Debüt legt die amerikanische Sopranistin Tamara Wilson (Ada) vor. In ihrer Heimat hat sie vor allem mit den großen Verdi-Partien auf sich aufmerksam gemacht. Nun erschließt sie sich auch das Wagner-Repertoire. Burkhard Fritz (Arindal) ist seit 2004/05 Ensemblemitglied der Berliner Staatsoper, wo er schon unterschiedlichste Wagner-Partien interpretierte. Zu seinen aktuellen Gastverpflichtungen gehören Bacchus in Strauss’ Ariadne auf Naxos an den Staatsopern von München und Wien. Im Sommer 2011 folgt sein Debüt bei den Bayreuther Festspielen als Stolzing in den Meistersingern. Die übrigen Partien sind überwiegend mit Mitgliedern des Frankfurter Opernensembles und -studios besetzt. [© Oper Frankfurt]

Vorstellungen: Dienstag, 3. Mai 2011, und Freitag, 6. Mai 2011, jeweils um 19.00 Uhr in der Alten Oper Frankfurt
Einführungsvortrag um 18.15 Uhr im Großen Saal

Preise am 3. Mai 2011: € 12 bis 93 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Preise am 6. Mai 2011: € 29 bis 85 (inkl. aller Gebühren)
Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, per Ticket-Hotline 069 – 212 49 49 4 (Oper Frankfurt) sowie 069 – 13 40 400 (Alte Oper Frankfurt) oder online unter
www.oper-frankfurt.de oder www.frankfurt-ticket.de erhältlich.

Der ferne Klang
Oper in drei Aufzügen

Von: Franz Schreker
Uraufführung: 18. August 1912 (Frankfurt, Oper Frankfurt [heute: Alte Oper])

Zur Inszenierung der Oper Bonn:

Premiere:
11. Dezember 11

Musikalische Leitung: Will Humburg
Inszenierung: Klaus Weise
Bühne: Martin Kukulies
Kostüme: Dorothea Wimmer
Choreinstudierung: Sibylle Wagner

Besetzung:

Grete, Greta, Tini:
Ingeborg Greiner
Fritz: Michael Ende
Rudolf, der Wirt, auch „Baron“ genannt: Piotr Micinski
Chevalier/Individuum: Mark Rosenthal
Graf/Rudolf, Schmierenschauspieler: Giorgos Kanaris
Dr. Vigelius: Renatus Mészár
Altes Weib/Spanierin/Kellnerin: Anjara I. Bartz
Der alte Graumann: Egbert Herold
Seine Frau: Suzanne McLeod
Schauspieler: Giorgos Kanaris
Mizi: Julia Kamenik
Milli: Kathrin Leidig / Susanne Blattert
Mary: Emiliya Ivanova

Chor und Extrachor des THEATER BONN
Beethoven Orchester Bonn

www.theater-bonn.de

Zur Inszenierung des Staatstheater Nürnberg:

Premiere:
30. April 11

Musikalische Leitung: Philipp Pointner
Inszenierung: Gabriele Rech
Bühne: Dirk Becker
Kostüme: Gabriele Heimann
Choreinstudierung: Edgar Hykel
Dramaturgie: Kai Weßler

Besetzung:
Der alte Graumann / Ein Polizeimann:
Rüdiger Krehbiel
Frau des alten Graumann: Angelika Straube
Grete: Astrid Weber
Fritz - ein junger Künstler: Michael Putsch
Der Wirt des Gasthauses "Zum Schwan“: Dariusz Siedlik
Dr. Vigelius - ein Winkeladvokat / Der Baron: Guido Jentjens
Ein altes Weib / Eine Spanierin / Kellnerin: Teresa Erbe
Mizzi – Tänzerin: Isabel Blechschmidt
Mary – Tänzerin: Melanie Hirsch
Milli – Tänzerin: Esen Demirci
Der Graf / Rudolf / Ein Schmierenschauspieler: Jochen Kupfer
Der Chevalier / Ein zweifelhaftes Individuum: Martin Nyvall
1. Chorist: Klaus Brummer
2. Chorist: Dariusz Siedlik
Gesang des Baritons: Michael Kunze

Gabriele Rech, die bereits 2009 mit „Die tote Stadt“ vom Schreker-Zeitgenossen Erich Wolfgang Korngold einen großen Regie-Erfolg feierte, wird „Der ferne Klang“ 2011 erstmals nach 86 Jahren wieder auf die Bühne des Nürnberger Opernhauses bringen. Mit ihrer neuen Inszenierung setzt sie zugleich eine in der Spielzeit 2008/2009 begonnene Reihe an Musiktheaterproduktionen fort, welche sich den Werken von Komponisten widmet, die im Dritten Reich geächtet und verfolgt wurden. [© Staatstheater Nürnberg]

www.staatstheater-nuernberg.de

Zur Inszenierung der Oper Zürich:

Premiere:
9. Mai 10

Regie: Ingo Metzmacher
Inszenierung: Jens-Daniel Herzog
Ausstattung: Mathis Neidhardt
Lichtgestaltung: Jürgen Hoffmann
Choreinstudierung: Ernst Raffelsberger

Besetzung:
Grete Graumann:
Juliane Banse
Die Frau des alten Graumann: Irène Friedli
Ein altes Weib: Stefania Kaluza
Mizzi/ eine Choristin: Teresa Sedlmair
Milli/ eine andere Choristin: Susanne Grobholz
Mary:Camille Butcher
Eine Spanierin: Andrea Schwendener
Die Kellnerin: Irène Friedli (
Mädchen: Agnieszka Adamczak
Fritz:Roberto Saccà
Dr. Vigelius: Valeriy Murga
Ein Schmierenkomödiant: Cheyne Davidson
Der alte Graumann / Rudolf: Morgan Moody
Der Wir t/ 1. Gast :Tomasz Slawinski
Der Graf: Oliver Widmer
Der Baron/ 2. Gast: Davide Fersini
Der Chevalier / 6. Gast: Peter Sonn
Ein zweifelhaftes Individuum: Boguslaw Bidzinski
Erster Chorist: Andreas Winkler
Zweiter Chorist: Igor Bakan
Polizist: Thomas Tatzl
3. Gast: Kresimir Strazanac
4. Gast: Shinya Kitajima
5. Gast: Pablo Ricardo Bemsch
7. Gast: Alejandro Lárraga

Orchester: Orchester der Oper Zürich
Chor: Chor der Oper Zürich

www.opernhaus.ch

Zur Inszenierung des Theater Augsburg:

Premiere:
28. Februar 10

Musikalische Leitung: Dirk Kaftan
Inszenierung: Renate Ackermann
Bühne und Kostüme: Timo Dentler,
Okarina Peter
Einstudierung der Chöre: Karl Andreas Mehling
Dramaturgie: Ralf Waldschmidt

Der alte Graumann, pensionierter kleiner Beamter: Eckehard Gerboth
Seine Frau: Wilhelmine Busch
Grete, beider Tochter: Sally du Randt
Fritz, ein junger Künstler: Mathias Schulz
Der Wirt des Gasthauses zum "Schwan": Markus Hauser
Ein Schmierenschauspieler: Jan Friedrich Eggers
Dr. Vigelius, ein Winkeladvokat: Stephen Owen
Ein altes Weib: Kerstin Descher
Mizzi, Tänzerin: Isabel Blechschmidt
Milli, Tänzerin: Stephanie Hampl
Mary, Tänzerin: Jasmin Hörner
Eine Spanierin: Maria Theresia Jakob
Der Graf: Seung-Gi Jung
Der Baron: Jan Friedrich Eggers
Der Chevalier: Seung-Hyun Kim
Rudolf, Fritzens Freund und Arzt: Jan Friedrich Eggers
1. Chorist: Gerhard Werlitz
Kellnerin: Stephanie Hampl
Ein zweifelhaftes Individuum: Roman Payer
Ein Polizist: Markus Hauser

www.theater.augsburg.de

Fidelio
Oper in zwei Akten (erste Fassung in drei Akten)

Musik: Ludvig van Beethoven
Text: Josef Ferdinand Sonnleithner, Stephan von Breuning und Georg Friedrich Treitschke
Uraufführung: 20. November 1805 (Wien, Theater an der Wien; Titel: “Fidelio oder Die eheliche Liebe”; erste Fassung)
Zweite Fassung: 29. März 1806 (Wien, Theater an der Wien; Titel: “Leonore oder Der Triumph der ehelichen Liebe”)
Dritte Fassung: 23. Mai 1814 (Wien, Kärntnertorttheater; Titel: “Fidelio”)

Zur Inszenierung des Staatstheaters Wiesbaden:

Premiere:
10. September 11

Musikalische Leitung: Marc Piollet
Inszenierung: Hans Hollmann
Bühne: Hans Hoffer
Kostüme: Gera Graf
Choreinstudierung: Anton Tremmel
Dramaturgie: Stephan Steinmetz

Besetzung:

Don Fernando:
Thomas de Vries
Don Pizarro: Joachim Goltz
Florestan: Thomas Piffka
Leonore: Sinéad Mulhern
Rocco: Bernd Hofmann, Hye-Soo Sonn
Marzelline: Evgenia Grekova, Sharon Kempton
Jaquino: Jonas Gudmundsson
1. Gefangener: Patrick James Hurley, Kyoung-Soon Kim
2. Gefangener: Jos Hendrix, Martin Stoschka
Marzelline als Greisin: N.N.

Generalmusikdirektor Marc Piollet leitet die Produktion musikalisch und studiert das Werk nach der neuen Beethoven-Urtext-Ausgabe ein. Hans Hollmann (Inszenierung) und Hans Hoffer (Bühnenbild) sind bereits seit Jahrzehnten ein gefragtes und erfolgreiches Team auf den Bühnen Europas. Kostümbildnerin Gera Graf hat schon häufig mit beiden zusammengearbeitet. Gäste im Ensemble sind Thomas Piffka (Florestan), bereits bekannt in Wiesbaden durch seine Rolle in „Lolita“ und erstmals Sinéad Mulhern als Leonore. Als festes Ensemblemitglied kommt Joachim Goltz (Don Pizarro) neu ans Staatstheater.

Hans Hollmann (Inszenierung)
Hans Hollmann wurde in Graz geboren, schloss dort ein Jurastudium mit der Promotion ab und erhielt anschliessend eine Schauspiel- und Regieausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Nach Anfängerjahren am Theater in der Josefstadt wird er mit einer Inszenierung von Horváths „Italienische Nacht“ am Staatstheater Stuttgart überregional bekannt. Seither inszeniert er an den großen Bühnen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Zu seinen wichtigsten Regiearbeiten der letzten Jahre gehören Oscar Wildes „Bunbury“ (Theater in der Josefstadt Wien), Hugo von Hofmannsthals „Der Turm“ (Burgtheater Wien), Richard Wagners „Parsifal“ (Opernhaus Zürich), „Die Frau ohne Schatten“ von Richard Strauss (Semperoper Dresden) sowie Adriana Hölszkys „Die Wände“ (Oper Frankfurt). Von 1975 bis 1978 leitete er als Direktor das Theater Basel, von 1991 bis 2006 war er Professor für Theaterregie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt tätig und initiierte die Gründung der Hessischen Theaterakademie, deren Präsident er 2002 wurde. Auch als Schauspieler war Hans Hollmann immer wieder zu sehen, zuletzt in einer Hauptrolle in Dani Levy’s neuem Kino-Film „Das Leben ist zu lang“. Hans Hollmann ist unter anderem Träger des Ehrenkreuzes für Kunst und Wissenschaft 1. Klasse der Republik Österreich und der Josef-Kainz-Medaille der Stadt Wien. 2006 wurde ihm die Goetheplakette, die höchste Auszeichnung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, verliehen. Zu seinen jüngsten Arbeiten für die Opernbühne zählen „Krol Roger“ von Karol Szymanowski (2009, Oper Bonn) sowie „Florentinische Tragödie“ von A. Zemlinsky und „Violanta“ von E.W. Korngold (2010, Teatro Colon, Buenos Aires).

Hans Hoffer (Bühnenbild)
Hans Hoffer studierte in Wien und entwickelte in der Wiener Avantgarde-Szene eine Form der Gesamtraumbühne aus ungewöhnlichen Materialien und mit integriertem Publikum. Es folgten zahlreiche Arbeiten als Bühnenbildner für die großen Theater Österreichs, der Schweiz und Deutschlands. Seit 1981 verbindet ihn eine lange produktive Zusammenarbeit mit Hans Hollmann, wie z.B. 1995 „Tannhäuser“ an der Deutschen Oper am Rhein und „Parsifal“ 1996 am Opernhaus Zürich. Hans Hoffer führte darüber hinaus u.a. Regie bei der Uraufführung von Jelineks „Wolken Heim“ an den Bühnen der Stadt Bonn oder bei einer neuen Oper von Gerd Kühr für den „steirischen herbst“ in Graz 2001. Seit geraumer Zeit inszeniert Hans Hoffer interdisziplinäre Gesamtereignisse (wie „Odysseus“ mit dem Komponisten O.M. Zykan für die Klangwolke Linz), gestaltet Ausstellungen, Museen (wie die 2005 wiedereröffnete Antikensammlung des Kunsthistorischen Museums Wien) und entwirft Bauskulpturen. Hans Hoffer lehrt an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien.

Gera Graf (Kostüme)
Seit 1984 ist Gera Graf freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin für Theater, Oper, Film und Fernsehen in Deutschland, Österreich, Europa und den USA. Während der Intendanz von Annegret Ritzel war sie regelmäßig am Theater Koblenz tätig. Dort erarbeitete sie über 20 Großproduktionen, u.a. „Aida“, „Tosca“,“ Nabucco“ sowie Wagners „Ring des Nibelungen“. Weitere Regisseure, mit denen sie seit langem regelmäßig arbeitet,sind Hans Hollmann, Peter Eschberg und Kurt Josef Schildknecht. Zuletzt entwarf sie u.a. die Kostüme für Hans Hollmanns „König Roger“-Inszenierung in Bonn, für Annegret Ritzels Inszenierungen der „Zauberflöte“ (Bregenz) und „La Gioconda“ (Karlsruhe) sowie für „Parsifal“ in Zagreb/Würzburg und „Die Dreigroschenoper“ in St. Gallen in der Regie von Kurt Josef Schildknecht.

Sinéad Mulhern (Leonore)
Die irische Sopranistin studierte an der Juilliard School in New York und am Curtis Institute of Music in Philadelphia, bevor sie ihre Ausbildung an der Opéra National de Paris abschloss. Zu ihren Partien zählen u. a. die Gräfin in „Die Hochzeit des Figaro“, Fiordiligi in „Così fan tutte“, Magda in Puccinis „La Rondine“, Lauretta in „Gianni Schicchi“ und Manon in der gleichnamigen Oper. Gastspiele führten Sinéad Mulhern u. a. an das Théâtre du Châtelet Paris, an das Théâtre de Caen, zum Festival de Montpellier, an die Opéra de Lausanne, zum Sydney Festival, an die Vlaamse Opera Antwerpen, die Nederlandse Reisopera, die Oper Leipzig, Glyndebourne Touring Opera, die Staatsoper Wien (Titelrolle in „Jenufa“) und die Oper Frankfurt („La Bohème). Von 2002 bis 2007 war sie Ensemble-mitglied der Komischen Oper Berlin und sang hier Micaela in „Carmen“, Jenufa, Tatjana in „Eugen Onegin“. Zuletzt sang sie u.a. Violetta in „La Traviata“ an der Komischen Oper Berlin, Iseut in „Le Vin herbé“ an der Opera National de Lyon und Maria in Tschaikowskys „Mazeppa“ an der Opera Ireland in Dublin.

Thomas Piffka (Florestan)
gehörte von 1990 bis 1999 zum Ensemble des Musiktheaters im Revier Gelsenkirchen. Die Gastiertätigkeit des mehrfachen Preisträgers internationaler Wettbewerbe führt ihn u.a. nach Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Hannover, Kassel, Köln, Mannheim, Weimar, Wiesbaden, Brüssel, Basel, Klagenfurt, Graz, Wien (u.a. bei den Festwochen), Göteborg, Lyon, Cagliari, Mailand, Tokio und in die USA. Ferner wirkte der als Konzertsänger gefragte Künstler bei verschiedenen Rundfunk- und Fernsehproduktionen des WDR mit. Seine Engagements beinhalten u.a. Alwa in „Lulu“ bei den Salzburger Festspielen, den Wiener Festwochen und der Mailänder Scala (und demnächst an der Berliner Staatsoper), Pinkerton in „Madama Butterfly“ in Malmö, Kalaf in Busonis „Turandot“ in Dijon. Am Aalto-Theater Essen interpretierte er Tamino in „Die Zauberflöte“, Max im „Freischütz“, Florestan in „Fidelio“, Erik in „Der fliegende Holländer“, Don José in „Carmen“. Am Hessischen Staatstheater Wiesbaden war er vor kurzem als Claire Quilty in „Lolita“ zu erleben.

Joachim Goltz (Don Pizarro)
Joachim Goltz kommt neu ins Ensemble des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden. Er absolvierte sein Gesangstudium an den Hochschulen für Musik in Detmold und Würzburg bei Caroline Thomas und Monika Bürgener. Als Ensemblemitglied war er am Mittelsächsischen Theater in Freiberg und am Landestheater in Detmold und 2009-2011 am Mainfrankentheaters Würzburg engagiert. Gastengagements führten ihn bereits an die Staatsoper Hannover, das Nationaltheater Weimar, Theater Heidelberg sowie an die Theater in Flensburg, Lüneburg und Plauen/Zwickau. Zu seinem breitgefächerten Repertoire gehören Rollen wie u.a. die Titelfigur in Verdis „Falstaff“, Mephistofeles in Gounods „Faust“, Alberich in Wagners „Ring des Nibelungen“, Don Pizarro in Beethovens „Fidelio“, Renato in Verdis „Maskenball“ und Graf Almaviva in Mozarts „Le Nozze di Figaro". Häufig ist er Gast im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin, wo er u.a. in Walter Braunfels' Oper „Die Vögel“ und 2011 in Joseph Martin Kraus' Oper „Aeneas in Carthago“ (unter Leitung von Lothar Zagrosek) sang.

Weitere Vorstellungen: 13.9., 24.9., 1.10., 7.10. und 26.10.2011, jeweils 19.30 Uhr im Großen Haus

Sonntag, 4. September 2011, 11.00 Uhr Foyer: Opernforum zu Fidelio
Welche Entwicklung hat die Oper über ihre lange Entstehungszeit hinweg genommen? Wie behandelt man die Dialoge in „Fidelio“? Und was erwartet uns auf der Bühne? Das Leitungsteam gibt vor der Premiere Einblick ins Werk und in seine Arbeit an der Umsetzung von Beethovens Oper aus der Partitur auf die Bühne. Umrahmt wird das Opernforum von musikalischen Kostproben durch das Gesangsensemble.            [© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Zur Inszenierung des Staatstheaters Darmstadt:

Premiere:
25. September 10

Musikalische Leitung: Constantin Trinks
Inszenierung: John Dew:
Bühne: Heinz Balthes
Kostüme: José-Manuel Vázquez
Choreinstudierung: André Weiss

Besetzung:

Don Fernando
: David Pichlmaier / Oleksandr Prytolyuk
Don Pizarro
: Bastiaan Everink / Nuno de Pereira
Florestan
: Hans-Georg Priese / Norbert Schmittberg
Leonore
: Katrin Gerstenberger
Rocco: Thomas Mehnert / John In Eichen
Marzelline
: Margaret Rose Koenn / Susanne Serfling
Jaquino
: Lucian Krasznec / Sven Ehrke
1. Gefangener
:Juri Lavrentiev / Lasse Penttinen
2. Gefangener
: Malte Godglück / Werner Volker Meyer

www.staatstheater-darmstadt.de

Zur Inszenierung der Komischen Oper Berlin:

Premiere:
25. April 10

Musikalische Leitung: Carl St. Clair
Inszenierung: Benedikt von Peter
Bühnenbild: Natascha von Steiger
Kostüme: Katrin Wittig
Dramaturgie: Werner Hintze
Chöre: Robert Heimann
Licht: Franck Evin
Sounddesigner: Tamer Fahri Özgönenc

Besetzung:

Don Fernando:
Tom Erik Lie
Don Pizarro: Anton Keremidtchiev
Florestan: Will Hartmann
Leonore: Ann Petersen
Rocco: Jens Larsen
Marzelline: Maureen McKay
Jaquino: Christoph Späth
1. Gefangener: Yuhei Sato
2. Gefangener: Hans-Jörg Bertram

Extra-Chor: Ernst Senff Chor Berlin

www.komische-oper-berlin.de

Zur Produktion der Pfingstfestspiele Baden Baden 2008:
(Koproduktion mit dem Teatri di Reggio Emilia und dem Teatro Real Madrid)
 
Aufführungen: 3., 5., 8. und 10. Mai 08

Musikalische Leitung (3./5. Mai): Claudio Abado
Musikalische Leitung (8./10. Mai): Eivind Gullberg Jensen
Inszenierung: Chris Kraus
Bühnenbild: Maurizio Balò
Kostüme: Anna Maria Heinreich
Licht: Gigi Saccomandi
Chorleitung: Erwin Ortner

Musikalische Assistenz: Anna Bigliardi, Annarita Ferri, Enrico Cacciari
Dramaturgieassistenz: Michael Weihrauch
Regieassistenz: Caroline Lang
Bühnenbildassistenz: Davide Amadei
Kostümassistenz: Lorena Marin
Licht-Inspizienz: Lorenzo Parmiggiani
Inspizienz: Mauro de Santis
Übertitel: Saskia Leistner


Leonore (3./5. Mai): Anja Kampe
Leonore (8./10. Mai): Gabriela Fontana
Florestan: Endrik Wottrich
Don Pizarro: Albert Dohnen
Rocco: Giorgio Surian
Marzelline: Julia Kleiter
Jaquino: Jörg Schneider
Don Fernando: Diogenes Randes
1. Gefangener: Ilker Arcayürek
2. Gefangener: Levente Pall

Arnold Schönberg Chor
Mahler Chamber Orchestra

Besprechung auf kulturfreak.de

Fidelio Festspielhaus Baden Baden 2008 © ANDREA KREMPER
Fidelio
Festspielhaus Baden Baden
Rocco (Giorgio Surian), Florestan (Clifton Forbis), Don Fernando (Diogenes Randes) und Leonore (Anja Kampe)
Foto: Andrea Kremper

Ludwig van Beethovens einzige Oper „Fidelio“ nach einem bekannten Stoff aus der französischen Revolution hatte eine lange und komplizierte Entstehungsgeschichte: Die geplante Premiere der Erstfassung („Leonore“) am 15. Oktober 1805 wurde von der Zensur verboten. Und als die Aufführung dann doch noch im Theater an der Wien zustande kam (am 20. November 1805), fiel das Stück bei Publikum und Presse fulminant durch. Dieser Misserfolg lag zum einen an dem unglücklichen historischen Termin (die napoleonischen Truppen hatten gerade Wien besetzt und der Großteil des Publikums bestand aus französischen Soldaten und Offizieren, die kaum Verständnis für ein Stück hatten, dessen zentrale Aussage die Befreiung von ungerechtfertigter Gefangenschaft war). Andererseits war das Werk weder dramaturgisch noch musikalisch ausgereift, weshalb August von Kotzebue am 14. Januar 1806 in einer Rezension auch schrieb, die „neue Beethovensche Oper: Fidelio, oder die eheliche Liebe, gefiel nicht. Sie wurde nur einige Male aufgeführt und blieb gleich nach der ersten Vorstellung ganz leer. Die Melodien sowohl als die Charakteristik vermissen, so gesucht auch manches darin ist, doch jenen glücklichen, treffenden, unwiderstehlichen Ausdruck der Leidenschaft, der uns aus Mozartschen und Cherubinischen Werken so unwiderstehlich ergreift.“

Beethoven entschloss sich umgehend zu einer Umgestaltung der Oper. Doch obwohl das Werk in der revidierten Version (es ging am 29. März 1806 und 10. April 1806 ebenfalls im Theater an der Wien über die Bühne) deutlich erfolgreicher war, zog der Komponist die Partitur aufgrund interner Streitigkeiten mit der Theaterleitung zurück. Dann lag die Oper zunächst auf Eis, bis 1807 eine Wiederaufführung im Prager Nationaltheater geplant war, die jedoch offenbar nicht zustande gekommen ist. Erst 1814 nahm der „Fidelio“ dann seine endgültige Gestalt an: Der Regisseur und erfahrene Theatermann Georg Friedrich Treitschke hatte das Libretto quasi neu verfasst, weshalb Beethoven dasselbe mit der Partitur machen musste. (Anfang März 1814 schrieb er  Treitschke: „geschwinder würde ich etwas Neues schreiben, als jetzt das Neue zum alten […]. Die Partitur von der Oper ist so schrecklich geschrieben als ich je eine gesehen habe, ich muss Note für Note durchsehen, (sie ist wahrscheinlich gestohlen) kurzum ich versichere sie lieber T., die Oper erwirbt mir die Märtyrerkrone.“) Diese Neufassung des „Fidelio“ konnte am 23. Mai 1814 an der Wiener Hofoper aufgeführt werden und wurde nun endlich ein großer Erfolg. Allerdings war das Stück bei der ersten Aufführung noch nicht ganz fertig: Die neue Ouvertüre wurde erst zur zweiten Aufführung am 26. Mai abgeschlossen, die Neufassung der Leonoren-Arie erklang sogar erst acht Wochen später, zu Beethovens Benefizvorstellung am 18. Juli.

Die musikalische Leitung des „Fidelio“ – eine Koproduktion Festspielhaus Baden-Baden mit dem Teatri di Reggio Emilia und dem Teatro Real Madrid – liegt abwechselnd in den Händen von Claudio Abbado und Eivind Gullberg-Jensen, zu dessen erklärten Vorbildern Carlos Kleiber, Wilhelm Furtwängler, Valery Gergiev und eben Claudio Abbado zählen: „Aber ich imitiere sie nie“, sagt der 1972 geborene Norweger, der bei Jorma Panula in Stockholm und bei Leopold Hager in Wien studiert hat, „ich werde vielmehr inspiriert.“

Es spielt das von Claudio Abbado gegründete Mahler Chamber Orchestra, das bereits in seinem Gründungsjahr 1997 den internationalen Durchbruch hatte und seitdem regelmäßiger Gast auf den großen Konzertpodien der Welt ist. Neben dem  Arnold Schönberg Chor singen die Rolle der Leonore die Sopranistinnen Anja Kampe (3./5. Mai) und Gabriela Fontana (8./10. Mai). Die Rolle des Florestan übernimmt Endrik Wottrich.  Mit Albert Dohmen (Don Pizarro) wurde ein Bassbariton gewonnen, der auf eine langjährige internationale Karriere zurückblicken kann (sein Debüt an der New Yorker Metropolitan Opera gab Albert Dohmen 2003/2004 als Jochanaan in Strauss’ „Salome“). Giorgio Surian (Rocco), Julia Kleiter (Marzelline), Jörg Schneider (Jaquino) und Diogenes Randes (Don Fernando) ergänzen das Solistenensemble. (© Festspielhaus Baden Baden]

Eintrittskarten: € 230 bis 69; ermäßigt: € 195 bis 59
Informationen und Reservierung: 07221/ 30 13 101,
www.festspielhaus.de

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
1. Juni 08
Wiederaufnahme Saison 2008/09: 3. Oktober 08
Weitere Vorstellungen: 10., 18., 24. Oktober, 6., 13., 15., 20. November 08

Musikalische Leitung: Paolo Carignani / Johannes Debus /
Sebastian Weigle / Guido Johannes Rumstadt
Regie: Alex Harb
Regiekonzeption: Christina Paulhofer
Szenische Leitung der Wiederaufnahme:
Alan Barnes
Bühnenbild: Alex Harb
Kostüme: Henrike Bromber
Dramaturgie: Norbert Abels
Licht: Olaf Winter
Chor: Alessandro Zuppardo / Matthias Köhler


Besetzung:

Don Fernando:
Franz Mayer /
Franz Mayer
Don Pizarro: Johannes Martin Kränzle / Terje Stensvold
Florestan: Michael König / Richard Cox
Leonore: Erika Sunnegardh / Gabriele Fontana
Rocco: James Creswell / Gregory Frank / Alfred Reiter
Marzelline: Britta Stallmeister / Anna Ryberg
Jaquino: Jussi Myllys / Peter Marsh
u.a.

Chor und Statisterie der Oper
grün = Wiederaufnahme Saison 2008/09

Zur Wiederaufnahme in der Saison 2008/09:

Fidelio von Ludwig van Beethoven (1770-1827), die letzte große Neuinszenierung der Spielzeit 2007/08, feierte am 1. Juni 2008 Premiere an der Oper Frankfurt. Die Produktion stand wegen der Erkrankung der Regisseurin Christina Paulhofer zu Probenbeginn unter keinem guten Stern. So kam es, dass Bühnenbildner Alex Harb als langjähriger Mitarbeiter Christina Paulhofers auf der Basis der gemeinsam erarbeiteten Konzeption auch die Regie übernahm. Das Ergebnis wurde von der Presse eher zwiespältig aufgenommen. Die Süddeutsche Zeitung urteilte: „Was aber am meisten überzeugt und für die Aufführung einnimmt, ist Paulhofers und Harbs Fähigkeit, alle bekannten Fidelio -Klischees verschwinden zu lassen. (...) Harbs Personenregie ist schnörkellos, konzentriert, manchmal banal, der Körperausdruck der Handelnden von konkret-alltagshafter Sinnfälligkeit.“ Trotzdem erfreute sich die Inszenierung eines überdurchschnittlichen Interesses von Seiten des Publikums, was sicherlich auch mit der musikalischen Realisierung zu begründen war.

Nun wird die Produktion zum ersten Mal in überarbeiteter Form und in einer fast vollständig neuen Besetzung wiederaufgenommen: Die musikalische Leitung übernimmt Sebastian Weigle als neuer Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt von seinem Vorgänger Paolo Carignani. In der Titelpartie kehrt die Sopranistin Gabriele Fontana an den Main zurück, wo sie nach einer frühen Pamina in Mozarts Die Zauberflöte Jahre später in der zweiten Wiederaufnahme von Strauss’ Die Frau ohne Schatten 2005/06 die Kaiserin sang.
Ihr zur Seite als Florestan steht mit Richard Cox ein neues Ensemblemitglied der Oper Frankfurt ab der Spielzeit 2008/09. Der amerikanische Tenor kann auf Engagements an der Metropolitan Opera in New York, der Glimmerglass Opera sowie den Häusern von Washington und Los Angeles zurückblicken, ergänzt von Auftritten an der Dresdner Semperoper und am Teatro Municipal de Santiago in Chile.
Als Pizarro gibt es ein Wiedersehen mit dem norwegischen Bariton Terje Stensvold, der vielen Frankfurter Opernfreunden noch als Barak in Strauss’ Die Frau ohne Schatten in Erinnerung ist. Ausgehend von seinem Stammhaus, der Den Norske Opera in Oslo, startete er ab 2000 seine internationale Karriere, die ihn an bedeutende Opernbühnen Europas führte. Zu seinen jüngsten Engagements zählt u.a. Wotan in Wagners Der Ring des Nibelungen an der Wiener Staatsoper.
Aus dem Ensemble präsentieren sich erstmals in dieser Produktion Gregory Frank als Rocco – alternierend mit Alfred Reiter, der ab der Spielzeit 2008/09 fest an der Oper Frankfurt engagiert ist – sowie Anna Ryberg als Marzelline und Peter Marsh als Jaquino. Einzig Kammersänger Franz Mayer wiederholt seinen Erfolg als die Rettung bringender Minister Don Fernando aus der Premierenserie.

Zum Inhalt: Als Mann verkleidet hat sich Leonore unter dem Namen Fidelio in jenem Gefängnis anstellen lassen, in dem sie ihren Mann Florestan inhaftiert glaubt. Tatsächlich wird dieser von seinem politischen Widersacher Don Pizarro dort gefangen gehalten. Leonore gewinnt das Vertrauen des Kerkermeisters Rocco und lässt sich weder vom Liebeswerben Marzellines – der Tochter Roccos – noch durch den Argwohn, den ihr deren Verehrer Jaquino entgegenbringt, von ihrem Vorhaben ablenken. Schließlich entdeckt Leonore ihren Gatten in einem der tiefsten Verliese des Gefängnisses, und es gelingt ihr durch beherztes Eingreifen, Florestan vor der Ermordung durch Pizarro zu bewahren. [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de.

La finta giardiniera (Die Gärtnerin aus Liebe)
Dramma giocoso (lustiges Drama) in drei Akten

Von: Wolfgang Amadeus Mozart
Text: wahrscheinlich von Giuseppe Petrosellini, deutsche Übersetzung wahrscheinlich von Franz Joseph Stierle d.Ä., von Mozart autorisiert

Uraufführung: 13. Januar 1775 (München, Salvatortheater)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
21. Juni 09

Musikalische Leitung: Hartmut Keil
Regie: Katharina Thoma
Bühnenbild: Herbert Murauer
Kostüme: Irina Bartels
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy
Licht: Frank Keller

Besetzung:
Don Anchise:
Michael McCown
Gräfin Violante/Sandrina: Brenda Rae
Graf Belfiore: Jussi Myllys
Arminda: Anna Ryberg
Ritter Ramiro: Jenny Carlstedt
Serpetta: Nina Bernsteiner
Roberto / Nardo: Yuriy Tsiple

Frankfurter Museumsorchester

Besprechung auf kulturfreak.de

Nur allzu oft wurde Die Gärtnerin aus Liebe von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) als unbedeutendes Frühwerk abgetan. Der junge Komponist – damals 19 Jahre alt – verfasste diese Oper als Auftragsarbeit für den Münchner Karneval, wo sie am 13. Januar 1775 in der italienischen Erstfassung uraufgeführt wurde. Doch lässt bereits dieses Werk erkennen, in welchem Maße Mozart seinen Zeitgenossen voraus war: Mit seiner Musik machte er die psychologische Motivation der handelnden Figuren hörbar. Dadurch wurde deutlich, dass es um mehr ging als um einen lapidaren Komödienstoff. Die Neuartigkeit des Werkes traf offenbar auf ein skeptisches Publikum, da es nur einen mäßigen Erfolg verzeichnete. Im 19. Jahrhundert verschwand Die Gärtnerin aus Liebe gar vollständig von der Bühne und wurde erst ab Anfang des 20 Jahrhunderts wieder regelmäßiger in die Spielpläne aufgenommen. 20 Jahre nach der letzten Frankfurter Neuinszenierung – 1989 führte Robert Carsen Regie, am Pult stand Gary Bertini – kehrt Mozarts Gärtnerin nun wieder an den Main zurück.

Zum Inhalt: Auf dem Landgut von Don Anchise, dem Podestà von Lagonero, verliebt sich der Hausherr in die als Gärtnerin Sandrina verkleidete Gräfin Violante. Diese überlebte kürzlich einen Mordanschlag ihres eifersüchtigen Geliebten Graf Belfiore, der inzwischen mit Arminda, der Nichte des Podestà, verlobt ist. Während Violante merkt, dass sie trotz allem immer noch Gefühle für Belfiore hegt, trifft Arminda unverhofft auf ihren ehemaligen Geliebten Ramiro. Währenddessen verliebt sich Violantes Diener Nardo in Serpetta, die Kammerzofe des Podestà, die ihrerseits aber nur Augen für Don Anchise hat. Die Verwirrungen und Verwechslungen nehmen ihren Lauf und steigern sich bis zum Wahnsinn. Doch am Ende lösen sich die Knoten dieses komplizierten Handlungsfadens, und jeder findet den ihm zugedachten Partner, während Don Anchise allein zurück bleibt.

Aufgrund unterschiedlicher und schließlich nicht überbrückbarer Auffassungen über das Konzept von Regisseur Tilman Knabe, welches keine zufriedenstellende Akustik für die Besucher im Bockenheimer Depot garantiert hätte, sah sich Opernintendant Bernd Loebe zu seinem Bedauern frühzeitig gezwungen, sich vom vorgesehenen Produktionsteam zu trennen. Angelehnt an den Bühnenbildentwurf der erfolgreichen, gleichfalls im Bockenheimer Depot entstandenen Produktion von Mozarts
La finta semplice (Die Einfältige aus Klugheit) von Christof Loy und Herbert Murauer aus der Spielzeit 2005/06 inszeniert Die Gärtnerin aus Liebe nun Katharina Thoma, die ehemals als Regieassistentin an der Oper Frankfurt arbeitete und mittlerweile als freie Regisseurin tätig ist. Kürzlich brachte sie sehr erfolgreich ihre Sicht auf Barbers Vanessa in Malmö heraus. Die musikalische Leitung liegt bei Kapellmeister Hartmut Keil, der in dieser Saison bereits u.a. mit Mozarts Don Giovanni und Rossinis Aschenbrödel auf sich aufmerksam machte. Zur Besetzung – angeführt von der amerikanischen Sopranistin Brenda Rae in der Titelpartie – gehören ausschließlich Mitglieder des Ensembles und des Opernstudios der Oper Frankfurt. [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

La finta semplice - Die Einfältige aus Klugheit
Dramma giocoso per musica in drei Akten

Von: Wolfgang Amadeus Mozart
Text: Marco Coltellini, nach dem Libretto von Carlo Goldoni zu dem Dramma giocoso (1764) von Salvatore Perillo, nach der „comédie en prose“ La fausse Agnès ou Le Poète compagnard (1736) von Philippe Destouches

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
Donnerstag, 22. Juni 06 im Bockenheimer Depot
Weitere Vorstellungen: 24., 26., 28., 30. Juni, 2. Juli 06

Musikalische Leitung: Julia Jones
Inszenierung: Christof Loy
Bühnenbild und Kostüme: Herbert Murauer
Dramaturgie: Hendrikje Mautner
Licht: Olaf Winter

Besetzung:

Don Cassandro:
Robin Adams
Don Polidoro: Nicholas Phan
Fracasso: Christian Dietz
Giacinta: Jenny Carlstedt
Ninetta: Britta Stallmeister
Rosina: Alexandra Lubchansky
Simone: Florian Plock
Frankfurter Museumsorchester

Wurde das Mozart-Jahr am 27. Januar 2006 an der Oper Frankfurt mit der Premiere von La clemenza di Tito – einem der letzten Bühnenwerke des Komponisten – bei Presse und Publikum gleichermaßen erfolgreich eingeläutet, so steht nun mit La finta semplice im Bockenheimer Depot eine der ersten Opern des Wunderkindes auf dem Programm. Regie führt auch hier wieder Christof Loy, „Regisseur des Jahres“ 2003 und 2004, der in Frankfurt bereits u.a. mit Mozarts Entführung aus dem Serail erfolgreich war.

Anfang des Jahres 1768 hielt sich der fast zwölfjährige Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) in Wien auf. Eine Audienz bei Kaiser Joseph II. im Januar 1768 regte ihn zur Komposition einer Oper an; den Auftrag erhielt er kurz darauf durch Giuseppe Afflisio, den Pächter der Wiener Theater. Eine Wiener Uraufführung kam jedoch aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände und Intrigen nicht zustande. Mozarts erster Beitrag zur italienischen Oper wurde vermutlich erstmals 1769 in Salzburg gegeben.

Zum Inhalt: Der Weiberfeind Don Cassandro hält sich und seinen Bruder Don Polidoro von den Frauen fern. Als sich der ungarische Hauptmann Fracasso in Giacinta, die Schwester der Brüder, verliebt, ist eine Einwilligung der beiden zur Hochzeit des Paares unwahrscheinlich. Rosina, die Schwester Fracassos, greift daher zu einer List: Als vorgeblich Einfältige verdreht sie beiden Brüdern die Köpfe und macht sie zu Konkurrenten um ihre Gunst. Im Eifer des Gefechts willigt Cassandro schließlich in die Hochzeit seiner Schwester und Fracassos ein.

Die musikalische Leitung dieser Neuproduktion liegt bei der Britin Julia Jones, die 2003 an der Oper Frankfurt mit Mozarts Entführung debütierte. Mit diesem Werk stellte sie sich 2004 auch erstmals bei den Salzburger Festspielen vor. Der Bariton Robin Adams (Don Cassandro) sang in der vergangenen Spielzeit in Brittens Curlew River im Bockenheimer Depot, während Nicholas Phan (Don Polidoro) in dieser Produktion sein Frankfurt-Debüt vorlegt. Alexandra Lubchansky (Rosina) begeisterte bereits als Blonde in Loys Erfolgsinszenierung der Entführung. Der Frankfurter Musikhochschüler Christian Dietz (Fracasso) war kürzlich in Monteverdis Combattimenti im Depot erfolgreich. In weiteren Partien sind die Ensemblemitglieder Jenny Carlstedt (Giacinta), Britta Stallmeister (Ninetta) und Florian Plock (Simone) besetzt.


Karten zum Preis von € 10 bis 50 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 oder online unter
www.oper-frankfurt.de erhältlich. Bei Buchung von Vorstellungen bis 4 Wochen vor dem Aufführungstermin gibt es einen Frühbucherrabatt von 10% auf die oben angegebenen Preise.

Der fliegende Holländer

Oper von:
Richard Wagner
Uraufführung: 2. Januar 1843, Königlich Sächsisches Hoftheater, Dresden

Zur Inszenierung der Bayreuther Festspiele 2012:

Premiere:
25. Juli 12

Regie: Jan Philipp Gloger
Musikalische Leitung: Christian Thielemann
Bühnenbild: Christof Hetzer
Kostüme: Karin Jud
Chorleitung: Eberhard Friedrich
Dramaturgie: Sophie Becker
Licht: Urs Schönebaum  

Besetzung:

Daland:
Franz-Josef Selig
Senta: Adrianne Pieczonka
Erik: Michael König
Mary: Christa Mayer
Der Steuermann: Benjamin Bruns
Der Holländer: Evgeny Nikitin

www.bayreuther-festspiele.de

Der Florentiner Hut (Il Cappello di Paglia di Firenze)

Von: Nino Rota (1911-1970)

La Forza Del Destino (Die Macht des Schicksals)

Melodramma in vier Akten

Musik: Giuseppe Verdi
Text: Francesco Maria Piave
(nach dem Drama “Don Alvaro, o´ La fuerza del sino” von Angelo Perez de Saavedra

Uraufführung: 10. (22.) November 1862 (St. Petersburg, Kaiserliche Oper)
2. Fassung: 20. Februar 1869 (Mailand, Teatro alla Scala)

Zur konzertanten Aufführung der Oper Frankfurt:
(in italienischer Sprache in Koproduktion mit der Alten Oper Frankfurt)

Musikalische Leitung:
Paolo Carignani
Chor: Alessandro Zuppardo

Marchese di Calatrava: Magnus Baldvinsson
Leonora: Alessandra Rezza
Prezosilla: Michaela Schuster
Don Carlo di Vargas: Zeljko Lucic y
Don Alvaro: Antonello Palombi .
Pater Guardiano: Julian Konstantinov
Melitone: Donato di Stefano
Mastro Trabuco: Hans-Jürgen Lazar
Curra: Nidia Palacios
Alcalde: Gerard Lavalle
Chirurgus: Soon-Won Kang

Vorstellungen: Mittwoch, 27. April und Sonntag, 1. Mai 2005 jeweils in der Alten Oper Frankfurt.

La forza del destino von Giuseppe Verdi (1813-1901) verdankt ihre Entstehung einem Kompositionsauftrag des St. Petersburger Opernhauses. Verdi überwachte die Uraufführungsvorbereitungen 1861 persönlich vor Ort, doch musste die Premiere wegen Erkrankung der Primadonna um ein Jahr verschoben werden. Die Oper war zwar ein Erfolg, doch in Italien konnte sich niemand so recht mit ihr anfreunden.
Erst Verdis Überarbeitung insbesondere des Schlusses, die der Uraufführung der zweiten Fassung am 27. Februar 1869 an der Mailänder Scala zugrunde lag, brachte den erwünschten Erfolg auch in Italien.

Die musikalische Leitung dieser konzertanten Aufführungen liegt bei Generalmusikdirektor Paolo Carignani, der in dieser Spielzeit neben seinen Frankfurter Aufgaben als Gast in Zürich, Brüssel, Tokyo und Berlin dirigiert.

Trotz zukünftiger Verpflichtungen in London und New York bleibt Ensemblemitglied Zeljko Lucic (Alvaro) der Oper Frankfurt treu.

Zu den Sänger-Gästen:
Die Italienerin Alessandra Rezza sang die Leonora bereits bei einem Tokyo-Gastspiel der Mailänder Scala unter Riccardo Muti. Weitere Stationen ihrer Karriere sind Berlin, Göteborg, Turin und Verona.

Die deutsche Mezzosopranistin' Michaela Schuster (Prezosilla) stellte sich in Frankfurt bereits 2002/03 als Florinda in Schuberts Fierrabras vor. An den großen deutschen Opernhäusern reüssierte sie bisher vor allem im Wagner-Fach.

Des Grieux in Puccinis Manon Lescaut führte den italienischen Tenor Antonello Palombi (Alvaro) bereits zum Glyndebourne-Festival, an die Oper Frankfurt und das Münchner Nationaltheater. Zudem gastierte er in Zürich und Seattle.

Der Bulgare Julian Konstantinov (Pater Guardiano) verkörperte den Roger in der konzertanten Aufführungen von Verdis Jerusalem in der Alten Oper 2002/03. Zudem gastiert er an den Bühnen von München. Paris, Mailand und New York.

Donato di Stefano (Melitone) sang in Frankfurt bereits 2003/04 den Bartolo in Rossinis Barbiere. Auch er ist gern gesehener Gast in Berlin, Salzburg und Mailand.

Die restlichen Partien sind aus dem bewährten Ensemble der Oper Frankfurt besetzt.

Zur Handlung:

Don Alvaro liebt Leonora und tötet bei einem Fluchtversuch versehentlich deren Vater. Verfolgt von ihrem Bruder Don Carlo sucht Leonora Schutz in einem Kloster. Sie glaubt sich von Alvaro verlassen, während dieser wiederum seine Geliebte für tot hält und auf dem Schlachtfeld ehernvoll sterben will. Dort trifft er auf Carlo, ohne in ihm anfangs den Bruder Leonoras zu erkennen. Nachdem dieser die wahre Identität Alvaros erfahren hat, treffen die beiden Männer schließlich im Kampf vor der Einsiedelei Leonoras aufeinander. Schwer verletzt kann Carlo die Schwester töten, bevor er selbst stirbt. (Q. & ©: Oper Frankfurt)

Fräulein Julie
Oper in einem Vorspiel und drei Akten (1975/ 1984)
nach dem gleichnamigen Schauspiel August Strindbergs (1888)

Von: Antonio Bibalo
Libretto: Antonio Bibalo

Zur Inszenierung des Oldenburgischen Staatstheaters:

Premiere:
17. November 11

Musikalische Leitung: Johannes Stert
Inszenierung: William Robertson
Bühne: Lisa Maline Busse
Kostüme: Julia Harttung
Dramaturgie: Sebastian Hanusa

Mit: Ingela Onstad, Linda Sommerhage; Michael Pegher

Julie ist selbstbewusst, schön und nicht bereit, sich in die Rolle der gehorsamen Ehefrau zu fügen. An Julies Anspruch, sich keinem Mann unterzuordnen, ist ihre Verlobung gescheitert – nun verbringt sie die Mittsommernacht auf dem Herrensitz ihres Vaters. Sie verführt den Kammerdiener Jean unter den Augen seiner Verlobten, der Köchin Christine. Berauscht von der Mittsommernacht beginnen Julie und Jean eine Affäre, die zu einem gefährlichen Spiel mit den Hoffnungen und Erwartungen des anderen wird – und in einem erbitterten Kampf mit tödlichem Ausgang endet. Fräulein Julie ist eines der bekanntesten Stücke des schwedischen Dramatikers August Strindberg. In der Vertonung des Komponisten Antonio Bibalo eroberte es im Jahr 1975 auch die Opernbühne. Neun Jahre später revidierte Bibalo das Werk für eine reduzierte Besetzung von drei Darstellern und sechs Musikern und schuf eine Kammeroper, in der die Intensität und Dichte des Strindbergschen Naturalismus durch eine hochexpressive und zugleich intime Musik weiter zugespitzt wird. Es inszeniert William Robertson, der seit 2009.2010 als Regieassistent am Staatstheater engagiert ist und mit Fräulein Julie sein Oldenburger Regiedebüt gibt. [© Oldenburgisches Staatstheater]

www.staatstheater.de

Die Frau ohne Schatten

Oper von:
Richard Strauss
Text von: Hugo von Hofmannsthal

Uraufführung: 10. Oktober 1919, Staatsoper Wien

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
2. Februar 03
Wiederaufnahme in der Saison 2009/10: 18. Oktober 09

Musikalische Leitung: Sebastian Weigle
Regie: Christof Nel
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Orest Tichonov
Szenische Analyse: Martina Jochem
Bühnenbild: Jens Kilian
Kostüme:
Ilse Welter
Dramaturgie: Norbert Abels
Licht:
Olaf Winter
Chor: Michael Clark

Besetzung:

Kaiser:
Michael König 
Kaiserin: Silvana Dussmann
Amme:
Tanja Ariane Baumgartner
Geisterbote: Johannes Martin Kränzle
Jüngling: Peter Marsh
Falke/Hüter d. Schwelle: Britta Stallmeister
Stimme von oben: Katharina Magiera / Eniko Boros
Barak: Terje Stensvold / Franz Grundheber (15. November 2009)
Färberin: Caroline Whisnant
Einäugiger: Franz Mayer
Einarmiger: Dietrich Volle
Buckliger: Hans-Jürgen Lazar
Drei Wächter: Franz Mayer, Johannes Martin Kränzle, Dietrich Volle
u.a.

Chor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Die Frau ohne Schatten von Richard Strauss (1864-1949) in der Regie von Christof Nel aus der Spielzeit 2002/03 – der ersten Saison von Bernd Loebe – erlangte unbestreitbar eine besondere Bedeutung für die Oper Frankfurt, ihren Intendanten sowie sein gesamtes Team. Zum einen entwickelte sie sich schnell zu einer der Erfolgsproduktionen der Oper Frankfurt und wurde seinerzeit von Presse und Publikum gleichermaßen mit Begeisterung aufgenommen. „Mit der schier überwältigenden Leistung der Gäste und Ensemble-Mitglieder festigt Frankfurts Opern-Intendant Bernd Loebe einmal mehr seinen Ruf als Vokal-Gourmet und beschert seinem Haus einen großen Abend.“ Zum anderen prophezeite ein weiterer Rezensent die später tatsächlich eingetretene Auszeichnung durch das internationale Fachmagazin Opernwelt: „Wenn das Musiktheater in Frankfurt am Main den eingeschlagenen Glückskurs hält, könnte es am Ende der Spielzeit – nach Jahren der Dürre – sogar zum Opernhaus des Jahres gekürt werden.“ Und nicht zuletzt wurde drittens das Dirigat von Sebastian Weigle frenetisch akklamiert und brachte dem späteren Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt in der gleichen Kritikerumfrage mit fünf Nennungen die Würdigung als „Dirigent des Jahres“ ein. Und Weigle ist es auch, der bei dieser dritten Wiederaufnahme am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters steht, diesmal als GMD der Oper Frankfurt. Bei der Aufführung am 18. Oktober 2009 handelt es sich übrigens um die 22. Vorstellung dieser Produktion insgesamt.

Zum Inhalt: Auch ein Jahr nach ihrer Vermählung wirft die Kaiserin noch keinen Schatten; sie ist unfruchtbar und muss deshalb zurück ins Geisterreich, von dem sie einst in die Menschenwelt ausgezogen war. Geplagt und voller Angst überredet sie die arme Färberin dazu, ihr ihren Schatten zu verkaufen. Das Leid und Unglück jedoch, das sie im Leben der einfachen Frau auslöst, kann sie nicht aushalten. Im Verzicht wird ihr Erlösung zuteil.

Wie in der Premiere am 2. Februar 2003 sind die österreichische Sopranistin Silvana Dussmann (Kaiserin) und der Norweger Terje Stensvold (Barak) auch in dieser Wiederaufnahme besetzt. Mit dem zuletzt Genannten alterniert in der Vorstellung am 15. November 2009 der renommierte Bariton Franz Grundheber, den nicht nur die Partie des Färbers an zahlreiche Opernbühnen der Welt geführt hat. Als Kaiser steigt Michael König erstmals in die Produktion ein, nachdem er in der Spielzeit 2009/10 am Main einen großen Erfolg als Wagners Lohengrin feiern konnte. In die Kleider der Färberin schlüpft erstmals in dieser Inszenierung die amerikanische Sopranistin Caroline Whisnant. Zum Frankfurter Repertoire der dem Ensemble des Nationaltheaters Mannheim angehörenden Sängerin zählt u.a. die fulminant verkörperte Elektra von Richard Strauss. Aus dem Ensemble komplettieren die Besetzung zum ersten Mal Johannes Martin Kränzle als Geisterbote und „Neuzugang“ Tanja Ariane Baumgartner als Amme. Die Künstlerin war kürzlich in der letzten Wiederaufnahme von Verdis Nabucco als Fenena zu erleben. Unter den Neubesetzungen der mittleren und kleineren Partien sind gleichfalls eine Reihe Ensemblemitglieder der Oper Frankfurt . [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Das Frauenorchester von Auschwitz
Musiktheater in zwei Akten

Von: Stefan Heucke
Libretto: Clemens Heucke
Uraufführung: 16. September 2006 (Mönchengladbach, Theater Mönchengladbach)

Musik als Zwangsarbeit . Musik als Lebensretter: In den Jahren 1943/44 gab es im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ein Frauenorchester, das sich aus Profi- und Laienmusikerinnen aus Deutschland, Frankreich, Polen und anderen europäischen Ländern zusammensetzte.
Dirigentin war die damals weltberühmte Geigerin Alma Rosé, die Nichte des Komponisten Gustav Mahler. Das Orchester . entstanden aus einer Laune des Auschwitz- Kommandanten . musste bei der Ankunft der Häftlinge im Lager spielen, bei den Selektionen, im Kranken- und Versuchsblock. Zur Erbauung des SS-Lagerpersonals und des KZArztes Josef Mengele gab das Orchester Konzerte mit Werken von Schubert, Schumann, Puccini, Suppé und Strauß.
Obwohl die Frauen im Vernichtungslager buchstäblich um ihr Leben spielten, gehörten sie gleichzeitig zu den .Privilegierten. des Lagers. Die Musik gab ihnen Kraft, Mut und Hoffnung, die Erniedrigung und Entmenschlichung zu überstehen. Von ihnen überlebten einige das Lager. Unter ihnen Fania Fenelon, eine jüdische Nachtclubsängerin aus Paris. Sie starb 1983 in Frankreich und hinterließ einen autobiographischen Roman, der den verzweifelten Kampf gegen die Todesangst der Musikerinnen schildert. Nach Motiven dieses Romans komponierte Stefan Heucke seine Oper .Das Frauenorchester von Auschwitz., das Libretto schrieb Clemens Heucke. Den Gefühlen und dem Verhalten von Menschen, die gezwungen werden, im Angesicht des Todes Musik zu machen, geht der Komponist nach. Das Theater Krefeld Mönchengladbach bringt das Werk zur Uraufführung.

Die Uraufführung von “Das Frauenorchester von Auschwitz” wurde gefördert von der Werner Richard - Dr. Carl Dörken-Stiftung (Herdecke), dem Zentralrat der Juden in Deutschland, dem Fonds Neues Musiktheater des Kultursekretariats NRW in Wuppertal sowie den Freundeskreisen des Theaters Krefeld Mönchengladbach.

Zur Inszenierung des Theaters Krefeld Mönchengladbach:

Premiere Theater Mönchengladbach:
16. September 2006
Premiere Theater Krefeld: 26. November 2006

Musikalische Leitung:
Graham Jackson
Inszenierung:
Jens Pesel
Bühne und Kostüme:
Friederike Singer
Choreinstudierung: Heinz Klaus
Dramaturgie: Ingrid Allwardt
Regieassistenz: Stephanie Heine
Inspizienz: Joachim L. Bahr
Souffleur: Gerhard Kensbock

Dirigentinnen:
Alma Rosé:
Anne Gjevang (als Gast)
Sonia Winogradowa:. N.N.

Sängerinnen und Kopistinnen:
Fania Fenelon:
. Kerstin Brix
Berthe:.Isabelle Razawi
Eva: .Katharina von Bülow (als Gast)

Musikerinnen:
Irene, Violine:
.Marianne Thijssens
Florette, Violine:.Jeannette Wemecke
Marta, Violoncello: AnnelieBolz
Helene, Flöte:.Ursula Hennig
Anny, Mandoline: Sabine Sanz
Flora, Akkordeon:.Margriet Schlössels
Danka, Becken: Birgitta Henze
Hilde, Kopistin:.Christina Heuten

weitere Häftlinge:
Mala Zimetbaum, Dolmetscherin:
Nele van Deyk
Eise Schmidt, Kapo der Bekleidungskammer: Debra Hays
Blockawa Tschaikowska: Kerstin Pajic-Dahl
Schmuel, Elektriker: N.N.
Ferenc, ungarischer Junge: Knabensopran
Deportierte, Kapos: Männerchor
Läuferin: N.N.

SS-Personal:
Franz Hössler, SS-Obersturmführer: Matthias Wippich
Dr. Josef Mengele, SS-Hauptsturmführer: Markus Heinrich
Maria Mandel, SS-Oberaufseherin: .Lean-ann
Dunbar
Margot Drechsler, SS-Aufseherin: Janet Bartolova
SS-Leute/Gefangene: .Statisterie

Chor

Am 16. September 2006 fand im Theater Mönchengladbach die Uraufführung der Oper “Das Frauenorchester von Auschwitz” statt. Inszeniert wurde das Werk vom Generalintendant des Hauses, Jens Pesel. In der Rolle der Dirigentin Alma Rosé war die weltberühmte norwegische Altistin Anne Gjevang (Oslo) zu hören. Die musikalische Gesamtleitung übernahm GMD Graham Jackson. Erstmals wurde mit diesem Werk das Leben im KZ Gegenstand einer Oper.
Thema des Stückes ist der sicherlich extremste Missbrauch von Musik, den es jemals gegeben hat. Selbst unter den für uns Nachgeborene unvorstellbaren Bedingungen eines Vernichtungslagers hat die Musik ihre lebensrettende Funktion für die Mitglieder des Orchesters bewahrt. Die Komposition des Werkes wurde finanziert von der Werner Richard - Dr. Carl Dörken-Stiftung (Herdecke), dem Zentralrat der Juden in Deutschland und dem Fonds Neues Musiktheater des NRW KULTURsekretariats in Wuppertal.

Historischer Hintergrund
Vom Beginn des Jahres 1943 bis Ende 1944 hat es im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau tatsächlich ein Frauenorchester gegeben. Dieses Orchester bestand zum großen Teil aus musikalischen Laien und zum kleinen Teil aus professionellen Musikerinnen. Die Dirigentin des Orchesters war die Nichte Gustav Mahlers, die vorzügliche und zu ihrer Zeit berühmte Geigerin Alma Rosé. Das Orchester war zunächst von der SS zusammengestellt worden, um beim Aus- und Eingang der Häftlinge vom Lager zur Arbeitsstätte und wieder zurück Märsche zu spielen, damit die Häftlinge leichter gezählt werden konnten. Sehr bald aber wurde dieses Orchester zu einem Bestandteil des .sozialen. Lebens im Lager. Die Frauen spielten außer bei dieser Gelegenheit ebenfalls bei der Ankunft der Häftlinge im Lager, bei den Selektionen, im Kranken- und Versuchsblock. Schließlich musste die Kapelle auch Konzerte für die SS geben und bei Weihnachtsfeiern, Bällen etc. mitwirken.

Das Frauenorchester
Das Orchester war bis zu 50 Personen stark, bestand aus einer überaus abenteuerlich zusammengewürfelten Besetzung (Violinen, Blockflöten, Querflöten, Gitarren, Mandolinen, Akkordeons, Cello, Kontrabass, Klavier und Schlagzeuge). Für diese Besetzung haben Alma Rosé und ihre professionellen Helferinnen Stücke der klassischen Musik und der leichten Muse arrangiert, dann geprobt und bei den entsprechenden Gelegenheiten aufgeführt. Sehr viele Spielerinnen des Orchesters haben Auschwitz eben durch das Musizieren im Orchester überlebt. Alma Rosé selbst als eine der wenigen tragischerweise nicht.

Quellen
Das Frauenorchester ist dank des 1976 zunächst in französischer Sprache und dann 1980 in deutscher Übersetzung erschienenen Romans .Das Mädchenorchester in Auschwitz. von Fania Fénelon, eines Mitgliedes des Orchesters, ausführlich dokumentiert. Die Authentizität dieses Romans wurde von der jüngeren Forschung, nicht zuletzt aufgrund von abweichenden Darstellungen anderer überlebender Frauen aus dem Orchester, stark in Zweifel gezogen. Allerdings haben inzwischen weitere Untersuchungen die unterschiedlichen Darstellungen zu einem umfassenderen Bild der Ereignisse von damals verdichtet.

Persönlicher Hintergrund
Der Roman begegnete dem Komponisten Stefan Heucke erstmals 1980. Bereits bei der ersten Lektüre entstand der unumstößliche Plan, aus diesem Stoff eine Oper zu gestalten. Nach sehr langen Planungen und Recherchen bat er seinen Bruder, den Historiker Dr. Clemens Heucke, ein Libretto für diese Oper zu schreiben. In das Libretto flossen nicht nur Forschungen vor Ort ein, sondern auch Gespräche mit Überlebenden. Es wurde im Sommer 1998 fertig gestellt. Bei der endgültigen Ausgestaltung des Librettos haben die beiden mit zahlreichen Anregungen und Korrekturen u.a. besonders unterstützt:
· die ehemalige Cellistin im Frauenorchester, Frau Anita Lasker-Wallfisch, London,
· der ehemalige Leiter der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, Herr Kasimierz Smólen, Oswiecim,
· die Soziologin Frau Dr. Gabriele Knapp, Berlin, die eine umfassende soziologische Untersuchung über das Frauenorchester in Auschwitz verfasst hat.

Das Opernprojekt
Die Besetzung umfasste außer zahlreichen Gesangssolistinnen, Schauspielerinnen und dem üblichen großen Orchester ein Bühnenorchester, entsprechend dem originalen Frauenorchester von Auschwitz in verkleinerter Form. Da bekannt ist, woraus das Repertoire des Orchesters bestand, wurden etliche Ausschnitte aus klassischen Werken (Schubert, Schumann, Puccini, Strauss, Suppé) im Klanggewand dieses Ensembles in die Oper integriert. Die Oper erzählt die Geschichte des Orchesters mit Eintritt der Chronistin Fania Fénelon ins Ensemble im Januar 1944 bis hin zu dessen Auflösung im November 1944.

Die Realisierung
Mit der Komposition des Stückes hat Stefan Heucke im Oktober des Jahres 2001 begonnen, bis Juli 2002 daran gearbeitet und die Arbeit dann im Februar 2004 wieder aufgenommen. Die Arbeitszeit hat sich bis zum Frühjahr 2006 erstreckt. Die Uraufführung im Theater Mönchengladbach fand zur Spielzeiteröffnung am 16. September 2006 statt.

Stefan Heucke zu “Das Frauenorchester von Auschwitz”:
Vom Beginn des Jahres 1943 bis Ende 1944 hat es im Frauenlager Auschwitz-Birkenau tatsächlich ein Orchester gegeben. Dieses Orchester bestand zum großen Teil aus musikalischen Laien und zum kleinen Teil aus professionellen Musikerinnen. Die Dirigentin des Orchesters war die Nichte Gustav Mahlers, die vorzügliche Geigerin Alma Rosé. Das Orchester war zunächst von der SS zusammengestellt worden, um beim Aus- und Eingang der Häftlinge vom Lager zur Arbeitsstätte und wieder zurück Märsche zu spielen, damit die Häftlinge leichter gezählt werden konnten. Sehr bald aber wurde dieses Orchester zu einem Bestandteil des .sozialen. Lebens im Lager. Die Frauen spielten außer bei dieser Gelegenheit ebenfalls bei der Ankunft der Häftlinge im Lager, bei den Selektionen, im Kranken- und Versuchsblock und schließlich musste die Kapelle auch Konzerte für die SS geben und bei Weihnachtsfeiern, Bällen etc. mitwirken. Das Orchester war bis zu 50 Personen stark, bestand aus einer überaus abenteuerlich zusammengewürfelten Besetzung (Violinen, Flöten, Gitarren, Mandolinen, Akkordeons, ein Cello, ein Kontrabass, Klavier und Schlagzeuge). Für diese Besetzung haben Alma Rosé und ihre professionellen Helferinnen Stücke der klassischen und leichten Muse arrangiert, dann geprobt und bei den entsprechenden Gelegenheiten aufgeführt. Sehr viele Spielerinnen des Orchesters haben Auschwitz eben durch das Musizieren überlebt. Alma Rosé selbst als eine der wenigen tragischerweise nicht.
Das Frauenorchester ist dank des 1976 erschienenen Romans .Das Mädchenorchester in Auschwitz. von Fania Fénelon, eines Mitgliedes des Orchesters, ausführlich dokumentiert. Die Authentizität dieses Romans wurde von der jüngeren Forschung stark in Zweifel gezogen. Allerdings haben inzwischen ergänzende wissenschaftliche Untersuchungen die unterschiedlichen Darstellungen zu einem umfassenderen Bild der Ereignisse von damals zusammen geführt.

Mir begegnete der Roman erstmals 1978 und bereits bei der ersten Lektüre entstand in meinem Kopf der unumstößliche Plan, aus diesem Stoff eine Oper zu gestalten. Nach sehr langem Planen und Recherchieren habe ich meinen Bruder, den Historiker Dr. Clemens Heucke gebeten, ein dokumentarisches Libretto für diese Oper zu schreiben. Wir haben sowohl in Auschwitz geforscht als auch mit Überlebenden gesprochen und all diese Erfahrungen sind in das Libretto eingeflossen. Dieses wurde im Sommer 1998 fertiggestellt.
Bei der endgültigen Ausgestaltung des Librettos haben uns mit zahlreichen Anregungen und Korrekturen u.a. besonders unterstützt: Die ehemalige Cellistin im Frauenorchester, Frau Anita Lasker-Wallfisch, London, Der ehemalige Leiter der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, Herr Kasimierz Smólen, Oswiecim, Die Soziologin Frau Dr. Gabriele Knapp, Berlin, die eine umfassende Untersuchung über das Frauenorchester in Auschwitz schrieb. Die Besetzung umfasst außer zahlreichen GesangssolistInnen, SchauspielerInnen und dem üblichen großen Orchester ein Bühnenorchester, das dem originalen Frauenorchester von Auschwitz in verkleinerter Form nachgebildet ist. Da bekannt ist, woraus das Repertoire des Orchesters bestand, werden etliche Ausschnitte aus klassischen Werken (Schubert, Verdi, Puccini, Strauss, Suppé) im Klanggewand dieses Ensembles in die Oper integriert sein. Die Oper erzählt die Geschichte des Orchesters mit Eintritt der Chronistin Fania Fénelon ins Ensemble im Januar 1944 bis hin zu dessen Auflösung im November 1944.
Mit der Komposition des Stückes habe ich im Oktober des Jahres 2001 begonnen.

Stefan Heucke
Stefan Heucke (*1959) erhielt seine musikalische Ausbildung von 1978 - 1986 an den Musikhochschulen Stuttgart und Dortmund bei den Professoren Renate Werner und Arnulf von Arnim, Klavier, und Gerhart Schäfer, Komposition. Erste öffentliche Aufmerksamkeit erregte Heucke 1985 mit der Uraufführung seiner Vier Orchesterstücke op. 5 durch das Saarländische Staatsorchester unter der Leitung von Matthias Kuntzsch. Daraufhin folgten zahlreiche Aufführungen und Rundfunkproduktionen mit namhaften Solisten und Orchestern im In- und Ausland. Von 1989 bis 2002 hatte Heucke einen Lehrauftrag für Tonsatz an der Staatlichen Hochschule für Musik in Dortmund inne. 1990 erhielt er den Förderpreis der Stadt Dortmund für junge Künstler, 2002 gewann er den 1. Preis beim Kompositionswettbewerb der Ruhr-Orchester „Windrose“. Zahlreiche Aufträge von Orchestern, Ensembles, Stiftungen und Privatpersonen sowie zwei Stipendien der Werner Richard - Dr. Carl Dörken Stiftung (von 1996-1998 sowie 2005) ermöglichen Heucke eine Existenz als freischaffender Komponist. Seine Werke werden bei Schott Musik International verlegt. Zahlreiche Rundfunkmitschnitte und CD-Produktionen dokumentieren sein vielfältiges Schaffen auf Tonträgern.
Zur Zeit arbeitet er an seinem zweiten Musiktheaterwerk „Das Frauenorchester von Auschwitz“, das am 16. September 2006 im Theater Mönchengladbach uraufgeführt werden wird. Seit Oktober 2005 ist Stefan Heucke „composer in residence“ an der Universität Witten/Herdecke sein. Heucke lebt seit 1996 in Bochum.

Werke (Auswahl):
- Vier Orchesterstücke op. 5 (1983; UA 1985 in Saarbrücken)
- Variationen über ein Thema von Webern für Orchester op. 10 (1988; UA 1989 in Münster)
- Klaviertrio op.11 (1989; UA 1994 in Recklinghausen)
- Erste Symphonie für Soli, Chor und Orchester nach Worten der Bibel op. 12 (1990; UA 1991 in Dortmund)
- Zweite Symphonie für Tenor und Orchester nach August von Platen op. 19 (1993; UA 2000 in Witten)
- „Der selbstsüchtige Riese“ Märchen für Sprecher und Orchester nach Oscar Wilde op. 20 (1993/94; UA 1996
in Bochum, spanische Erstaufführung 2004 in Pamplona)
- Sonate für Baßklarinette (Violoncello) und Klavier op. 23 (1995; UA 1996 in Leiden)
- Quintett für Violine, Viola, Violoncello, Kontrabaß und Klavier op. 25 (1995; UA 1997 in Dortmund)
- „Der Gesang aus der tiefsten Hölle“ Zyklus für Mezzosopran und Klavier nach Franz Kafka op. 26 (1996; UA 1996 in Dortmund)
- „Die Ordnung der Erde“ Tanzoratorium nach dem Gilgamesch-Epos für Tänzer, Sänger und Orchester op. 30 (1996-1998; UA 2001 im Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen mit dem Ballett Schindowski)
- „Nacht – Urnen“ Fünf Fantasiestücke für Klavier op. 32 (1998-2000; UA 2000 in Solingen)
- Konzert für Baßklarinette und Orchester op. 33 (1999; UA 1999 in Lissabon)
- Vier Etüden und ein Epilog für großes Orchester op. 36 (1999/2000; UA 2001 in Cuxhaven)
- „Il cantico di frate sole“ Der „Sonnengesang“ des Franziskus von Assisi für Soli, Chor, Orgel und Schlagzeug (2000; UA 2001 in Recklinghausen)
- Sonate für Violine und Klavier op. 38 (2000; UA 2001 in Solingen)
- Konzert für Violoncello und Orchester op. 39 (2001; UA 2004 in Bochum)
- I. Kammersinfonie op. 44 für Sprecher und sieben Instrumente. Text „Saisonbeginn“ von Elisabeth Langgässer (2003; UA 2003 in Bochum)
- Metamorphosen eines Satzes von Franz Schubert für Streichquartett und großes Orchester op. 45 (2003/04; UA 2004 in Solingen)

www.heucke-stefan.de (externer Link)


Graham Jackson
Graham Jackson wurde 1967 in England geboren. Nach einer Ausbildung am Trinity College an der Universität Cambridge (1985 . 1988) absolvierte er ein dreijähriges Dirigierstudium am Royal Northern College of Music in Manchester. Im Jahre 1992 wurde Graham Jackson an die Welsh National Opera in Cardiff berufen, wo er bis 2000 zuerst als Zweiter, dann als Erster Kapellmeister tätig war. Gastverpflichtungen führten Graham Jackson u. a. an die Komische Oper Berlin, an die Opera Northern Ireland, zum Glyndebourne Festival, an die Pariser Bastille Oper, an die Frankfurter Oper, an die Hamburgische Staatsoper sowie an die Wiener Volksoper. Als Konzertdirigent musizierte er u. a. mit dem Hallé Orchestra, dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra und den Berliner Symphonikern. Von 2000 bis 2003 war er als Erster Kapellmeister am Bremer Theater engagiert. Seit der Spielzeit 2003/04 ist Graham Jackson Generalmusikdirektor an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach. In der Spielzeit 2004/05 gastierte er in Nürnberg, Augsburg, Lübeck, Flensburg, Schleswig, München und London.


Jens Pesel
Geboren 1945.
1969 . 1971 Assistent von August Everding, BAYREUTHER FESTSPIELE, und Hamburg, THALIA THEATER.
1970 - 1974 Regieassistent an den MÜNCHNER KAMMERSPIELEN; während dieser Zeit auch Schauspiellehrer an der OTTO-FALCKENBERGSCHULE (Theorie und Rollenunterricht).
1974 erste Inszenierung an den MÜNCHNER KAMMERSPIELEN und Gastinszenierungen.
1974 von Benno Besson an die VOLKSBÜHNE in Berlin-Ost geholt als dessen Mitarbeiter und Regisseur. Inszenierungen auch außerhalb Berlins.
ab 1978 im Anschluss an die Besson-Intendanz Gastinszenierungen
ab 1981 festverpflichtet am STAATSTHEATER DARMSTADT
ab 1983 als Leiter des Schauspiels Lehrauftrag an der TH DARMSTADT.
8 Jahren Theaterarbeit (30 Inszenierungen) als .freier. Regisseur u.a. in Darmstadt, Bern, Zürich, Salzburg und Nürnberg
ab 1992/93 Schauspieldirektor am THEATER DORTMUND
seit 1996 Generalintendant am THEATER KREFELD MÖNCHENGLADBACH (Vertrag bis 2010)
Seit März 2002 ist Jens Pesel Sprecher der Ständigen Konferenz der Intendanten in Nordrhein-Westfalen.


Friederike Singer
 - Geboren in Wien
- Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.
- Kulturförderungspreis der Stadt Wien
- Studium der altmeisterlichen Lasurtechnik bei Ernst Fuchs
- Mitglied der Gruppe der Phantastischen Realisten
- Lehrauftrag für altmeisterliche Lasurtechnik in Rio de Janeiro
- Ölbilder: Einzel und Kollektivausstellungen u.a. in Wien, Reichenau, München, Tel Aviv, Rio de Janeiro, New York
- Bühnen/Kostümarbeiten für Schauspiel, Oper und Ballett unter anderem am Staatstheater Saarbrücken, Operhaus Zürich, Nationaltheater Mannheim, Opernhaus Essen, Staatsoper Berlin, Theater Erfurt
Seit Beginn der Intendanz von Jens Pesel arbeitet Friederike Singer regelmäßig am Theater Krefeld Mönchengladbach und hat mit Pesel zusammen u.a. .Die Spanische Stunde. von Maurice Ravel, das .Leben des Galilei. von Bertolt Brecht, .Der Floh im Ohr. Von Georges Feydeau und Heinar Kipphardts .Bruder Eichmann. erarbeitet.

[© Texte: Vereinigte Städtische Bühnen Krefeld und Mönchengladbach]

www.theater-kr-mg.de (externer Link)

Der Freischütz
Romantische Oper in drei Akten

Von: Carl Maria von Weber (18. November 1786 - 5. Juni 1826)
Libretto: Johann Friedrich Kind nach der Novelle „Der Freischütz. Eine Volkssage“ von J. A. Apel

Uraufführung: 18. Juni 1826 (Berlin, Königliches Schauspielhaus)

Der Freischuss
Ein Stück Gegenwart
nach dem Freischütz von Carl Maria von Weber

Text: Luise Rist
Musik: Jan Müller-Wieland

Uraufführung: 20. Januar 2011 (Berlin, Neuköllner Oper)

Zur Inszenierung des Berliner Neuköllner Oper:

Premiere:
20. Januar 11 (Uraufführung)

Musikalische Leitung: Hans-Peter Kirchberg / Lam Tran Dinh
Inszenierung: Gustav Rueb
Bühne und Kostüm: Emily Laumanns
Sound Design: Heiko Schnurpel
Dramaturgie: Bernhard Glocksin

Besetzung:

Leonie:
Nora Leschkowitz
Frank / Kilian: Thorsten Loeb
Tom: Victor Petitjean
Linns Vater / Samiel: Friedhelm Ptok
Linn: Ulrike Schwab
Max: Ilja Martin Schwärsky

Orchester:
Klarinette / Bassklarinette:
Christian Vogel / Antje Palowski
Trompete: Rainer Brennecke
Violoncello: Anja-Susann Hammer
Schlagwerk: Olaf Taube
Klavier: Hans-Peter Kirchberg / Lam Tran Dinh

Linn, ein Mädchen aus Mitte, auf dem Weg in die Oper. Max, ein junger Mann aus Neukölln, der darauf wartet, dass irgendetwas anfängt. Drei Minuten Wartezeit, bis die U-Bahn kommt.
Drei Minuten sind genug, um sich zu verlieben. Zumindest für Max. Er ist keiner, der lange nachdenkt. Das, was er sieht, prägt sich ihm ein. Eine Geste, ein Blick, ein Wort. Er hat die Gabe, Menschen zu durchschauen, hinter ihren Augen in die Tiefe zu sehen. Das, was er bei Linn sieht, zieht ihn an. Er wird sie wieder sehen. Und sie nicht mehr hergeben. Die Mutter hat Max verloren, aber auf seine Freundin wird er aufpassen.
Max beginnt eine Polizeiausbildung. Die Kollegen erkennen sein kriminalistisches Gespür, bald schon könnte er Karriere machen. Wenn er es schafft, sich von seiner Vergangenheit, von alten Freunden, vor allem aber von seinem Freund Tom zu lösen. Immer mehr distanziert sich Max von seinem früheren Leben, misstraut jedem, am meisten sich selbst. Er hat Angst, in seinem neuen Leben zu versagen, und klammert sich daran fest – bis er erfährt, dass das, woran er festhält, falsch ist und dass er das, was er schützt, bekämpfen muss.
Jan Müller-Wieland (Fanny & Schraube) und Luise Rist haben in ihrer ersten gemeinsamen Arbeit Carl Maria von Webers Freischütz in die Schluchten der Großstadt verlegt.

Luise Rist – Text
geboren 1970, ist Theaterautorin, literarische Übersetzerin und Mitbegründerin des Theaterproduktionsteams boat people projekt.
Nach dem Studium der Germanistik und Romanistik an der Freien Universität Berlin war sie von 1999 bis 2007 als Dramaturgin und Autorin am Deutschen Theater in Göttingen. Zuletzt entstanden die Theaterstücke Lampedusa (Uraufführung 2009, boat people projekt, Göttingen), Keinsternhotel (Uraufführung 2010, boat people projekt, Göttingen) und Der Mondkloß (Uraufführung 2010, Klecks-Theater Hannover, Inszenierung: Tomke Friemel). Daneben führte sie Regie bei dem Melodram für einen Schauspieler und kleines Ensemble Paul Klee Splitter von Thorsten Enke (Uraufführung 2010, Paul Klee Zentrum, Bern) und dramatisierte die Erzählung Tariqs Auftrag (Uraufführung 2010, boat people projekt, Hannover). Luise Rist wurde mit dem Übersetzerpreis der Theaterbiennale 2010 „Neue Stücke aus Europa" ausgezeichnet. Zur Zeit schreibt sie an ihrem Debütroman.

Jan Müller-Wieland - Musik
Der gebürtige Hamburger Jan Müller-Wieland schrieb ein Dutzend abendfüllende Musiktheaterstücke bzw. Melodramen. Zuletzt Der Knacks nach einem Text von Roger Willemsen, 2010 Der kleine Ring für Kinder und Erwachsene (nicht nach Wagner), 2009 Fanny und Schraube für die Neuköllner Oper, 2008 Aventure Faust nach Birgit Müller-Wieland.
2006 leitete er musikalisch die Wiedereröffnung des Berliner Admiralspalastes durch die Lukas Leuenberger-Produktion von Brechts Die Dreigroschenoper (mit Campino, Birgit Minichmayr, Katrin Sass, u.a. in der Inszenierung von Klaus Maria Brandauer).
Zuvor komponierte er für die Darmstädter, Kölner, Hamburgische und Berliner Staatsoper, die Münchner-Biennale, die London Sinfonietta, Wien modern, Lincoln Center New York, Cité de la musique de Paris u.a. Als Dirigent trat Jan Müller-Wieland beispielsweise mit der Staatskapelle Berlin hervor, mit dem Deutschen Symphonieorchester Berlin, dem Bundesjugendorchester und dem Babelsberger Filmorchester.
In Berlin lebte er von 1993 bis 2007, seitdem in München (Kompositionsprofessur an der Hochschule für Musik und Theater München, Mitbegründung des Instituts für neue Musik München). Zur Zeit entsteht ein Liederzyklus für die Sopranistin
Claudia Barainsky.

Hans-Peter Kirchberg – Musikalische Einstudierung und Leitung
Thomasschule Leipzig. Dirigierstudium Dresden (Gülke), zusätzlich Unterricht bei Jochum, Kempe und Masur, Meisterkurse bei Markevitch und Masur. 1988-90 Assistent bei Bernstein, Eschenbach und Rostropovitch, Engagements in Chemnitz, Zwickau, u.a.. Seit 1990 Konzerte und Aufführungen mit Berliner Orchestern, am theater 89 und der Berliner Kammeroper, mit dem Landesjugendsinfonieorchester (heute Junge Philharmonie) Brandenburg und am Schlosstheater Rheinsberg. Seit 1992 über 60 Werke an der Neuköllner Oper aus der Taufe gehoben (die Uraufführungen Krabat, Wunder von Neukölln, Angela - Eine Nationaloper, Love Bite, Friendly Fire, Elternabend, Held Müller, Leben ohne Chris, Mein Avatar und ich u.a. sowie die Bearbeitungen von Messeschlager Gisela, Blume von Hawaii, Assassins, Macbeth, Biene Maja, Piraten, Türkisch für Liebhaber, Der Fall Rigoletto u.a.). Lehraufträge an beiden Berliner Musikhochschulen, seit 2002 Musikalischer Direktor der Neuköllner Oper, 2005 die europäische Erstaufführung der "Shomyo Symphony II" des Japaners Maki Ishii dirigiert. 2010 erste musikalische Arbeit bei den Bayreuther Festspielen („Wagner für Kinder“). Hans-Peter Kirchberg erhielt im Oktober 2009 den Ehrenpreis „Silbernes Blatt“ der Dramatiker-Union für die Förderung und Pflege des zeitgenössischen musikdramatischen Schaffens.

Lam Tran Dinh - Musikalische Einstudierung und Leitung
1982 in Kaiserslautern geboren, studierte Lam Tran Dinh Dirigeren bei Mark Stringer und Uros Lajovic an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien. In Meisterkursen u.a. bei Jorma Panula, Daniel Harding, Kenneth Kiesler, Iván Fischer und Reinhard Goebel, sowie 2009 bei der 7. Dirigenten-Werkstatt „Interaktion“ der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin vertiefte er seine dirigentische Ausbildung.
Dazu sammelte er dirigentische Praxis am Pult von Orchestern wie dem Radiosymphonieorchester Wien, der Lutosławski-Philharmonie Breslau, den Bamberger Symphonikern, dem Schleswig-Holstein Festival Orchester oder dem Orchestre de la Francophonie Canadienne. 2009 leitete er eine Vorstellung von Humperdincks Hänsel & Gretel im Schloßtheater Schönbrunn in Wien und wurde 2010 von Pinchas Zukerman als Fellow Conductor zum National Arts Center nach Kanada
eingeladen. Tran Dinh ist Stipendiat der Richard Wagner Stiftung Bayreuth und wurde beim 2. Operettenpreis für Junge Dirigenten in Leipzig mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. 2010 wurde er beim Wettbewerb des Schleswig-Holstein Festivals von Iván Fischer ausgewählt, in der kommenden Saison beim Budapest Festival Orchestra zu assistieren.

Gustav Rueb – Inszenierung
wurde 1975 in Zürich geboren, wo er auch aufgewachsen ist.
Studium der Kunstgeschichte und Philosophie in Berlin.
Anschließend Beginn der Arbeit am Theater. Hospitant und Regieassistent von Klaus Michael Grüber, Jürgen Gosch u.a.. Erste eigene Inszenierungen am Düsseldorfer Schauspielhaus, wo er fester Regieassistent war.
Seit 2004 freiberuflicher Regisseur an Theatern wie Staatsschauspiel Dresden, Düsseldorfer Schauspielhaus, Staatstheater Kassel, Theater Graz, Schauspielhaus Bochum, Staatstheater Oldenburg.
Letzte Inszenierungen: Die Schwärmer von Robert Musil in Bochum und Die Bakchen des Euripides, wofür er den Hessischen Theaterpreis 2009 gewann. Vermehrt Beschäftigung mit Musiktheater, zuletzt Tosca von Puccini in Oldenburg.
Gustav Rueb lebt in Berlin.

Emily Laumanns – Bühne und Kostüm
Emily Laumanns, geboren in Siegen, studierte von 2005-2010 Bühnenbild bei Prof. Hartmut Meyer an der Universität der Künste Berlin.
Seit 2001 arbeitet sie als Bühnen- und Kostümbildnerin unter anderem am Theater Siegen, Deutschen Theater Berlin, Hebbel am Ufer, Schauspiel Frankfurt und an der Neuköllner Oper.
Arbeiten (Auswahl):
Theater und Oper
Mutter Courage - Kostümbild in Zusammenarbeit mit Stefanie Lindner und Matthias Winkler, Regie: Robert Schuster. 2010 Schauspiel Frankfurt.
Pelléas und Mélisande - Bühne und Kostüm, Regie: Miriam Salević. 2009 Neuköllner Oper, Gastspiele beim Performancefestival ARENA…der jungen Künste in Erlangen und im Berghain in Berlin.
Eine Nacht in Venedig - Bühne und Kostüm, Regie: Roman Lemberg. 2008 Hebbel am Ufer.
Mitleid! nach Wagners Parsifal - Bühne und Kostüm, Regie: Miriam Salević. 2008 Neuköllner Oper.
Berlin Herzlos! Eine Uraufführung - Bühne und Kostüm in Zusammenarbeit mit Merle Vierck, Regie: Miriam Salević und Roman Lemberg. 2007 HfM „Hanns Eisler“, Wiederaufnahme in der Volksbühne.
Der zerbrochene Krug - Bühne und Kostüm, Regie: Marc Becker. 2004 Theater Siegen.
Faust - Kostümbild, Regie: M. Reitschuster. 2003 Theater Siegen.
Kurzfilme
„Drei“ von Hanne Klaas (2006)
„Input-Output“ von Kevin Rumley (2008, gefördert von der European League of Institutes of the Arts)
„Rita“ von Kristina Shtubert (DFFB 2010)

Heiko Schnurpel - Sound-Design
1967 in Dresden geboren, machte zunächst eine Ausbildung zum Tischler und Bühnenhandwerker an der Semperoper. 1988 reiste er aus der DDR aus und arbeitete als Inspizient und Regieassistent, später auch als Schauspieler und Regisseur in Hannover und Celle. Es folgten Engagements u.a. am Theater Altenburg Gera, dem Badischen Staatstheater Karlsruhe, Theater Krefeld/Mönchengladbach und Volkstheater Rostock. Seit 2003 arbeitet Heiko Schnurpel als Theatermusiker und Sounddesigner mit der Regisseurin Anna Bergmann zusammen. Inszenierungen führten die beiden an das Landestheater Tübingen, das Theater Heidelberg, das Nationaltheater Weimar, das Oldenburgische Staatstheater und viele weitere Bühnen. Zuletzt arbeitete Heiko Schnurpel am Schauspielhaus Bochum, am Maxim Gorki Theater Berlin sowie am Thalia Theater Hamburg.

Bernhard Glocksin – Dramaturgie
Studium der Musikwissenschaft, Germanistik und Politik an den Universitäten Köln, Tübingen und Marburg. Seit 1986 Dramaturg für Musiktheater, Schauspiel und Tanztheater, zunächst an den Niedersächsischen Staatstheatern Hannover, dem Theater am Neumarkt Zürich, dem Salzburger Landestheater. Ab 1995 Chefdramaturg / persönl. Referent des Intendanten am Staatstheater Mainz, 1999 – 2002 Chefdramaturg und Stellvertreter des Intendanten am Deutschen Theater in Göttingen. Künstlerische Leitung / Programmgestaltung an der neuköllner oper seit 2004. Hier diverse Fassungen sowie Text und Inszenierung Die getauschte Schule und Der Fall Rigoletto. Nebenher freischaffend Juror, Projekte (Berlinale 2004; Haus der Kulturen der Welt/schauspielfrankfurt 2004) sowie Libretti für Tanz und Musiktheater (u.a. Wien 2003; Amsterdam/Stuttgart/Wien 2007). In Vorbereitung: Textbuch Rheingold Feuerland mit der Musik von Simon Stockhausen und Richard Wagner.

Ensemble:

Nora Leschkowitz – Leonie
wurde im sachsen-anhaltischen Köthen geboren, ihre schulische Ausbildung schloss sie 1997 mit dem Abitur ab. Danach besuchte sie die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin und stand dort während der Ausbildung bereits etliche Male auf der Bühne, beispielsweise mit Gyges und sein Ring (Regie: Robert Schuster) oder in Die Präsidentinnen (Regie: Rainer Heise).
Von 2004-2009 gehörte Nora Leschkowitz zum festen Ensemble des Kasseler Staatstheaters. Dort gab sie u. a. die Polly Peachum in Die Dreigroschenoper und die Prinzessin Eboli in Don Carlos. Derzeit spielt sie das Rockmusical Hair im Nationaltheater Mannheim. Außerdem ist sie regelmäßig mit ihrer Folkband in Berlin zu hören und zu sehen.

Thorsten Loeb – Frank / Kilian
studierte 1992-1996 an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Graz, anschließend am Théatre du Soleil in Paris (1997). Desweiteren erhielt er eine klassische Gesangsausbildung und besuchte Wrkshops bei Giles Foreman und Wolfgang Wimmer. Als Darsteller für Theater war er u. a. am Staatsschauspiel Dresden (Trainspotting 1998), im Faust Ensemble Berlin (Faust I und II, 1999-2000, Regie: Peter Stein; Pancomedia, 2000, Regie: Peter Stein; Demetrius, 2000, Regie: Andrea Moses) sowie am Berliner Ensemble (Michael Kramer, 2002-2003, Regie: Thomas Langhoff, Wallenstein, 2008, Regie: Peter Stein) engagiert. Darüber hinaus arbeitet Thorsten Loeb vielfältig für Film und Fernsehen, zuletzt für den Kinofilm „Johnny Kühlkissen“ (2010) in der Regie von Andi Rodenhagen. Als bester Hauptdarsteller erhielt er 1995 den Max-Reinhardt-Preis für seine Darstellung in Glanz der Bohème sowie 2005 die Auszeichnung als bester Hauptdarsteller im Kurzfilm „Sacha“ beim Galao Shots Filmfestival Berlin.

Victor Petitjean – Tom
hat schon als Kind Rollen an der Komischen Oper Berlin gesungen und an der Staatlichen Ballettschule getanzt sowie Instrumentalunterricht an Violine und Viola erhalten. Nach seinem Abitur an der Spezialschule für Musik “Georg Friedrich Händel” studierte er bis 1999 an der Hochschule für Musik “Hanns Eisler” Berlin Gesang
An der neuköllner oper debütierte er 1996 mit der Übernahme der Bassrollen in Molières Der eingebildete Kranke. Victor Petitjean war außerdem in der Neuköllner Fassung von Viktor Ullmanns Kaiser von Atlantis zu sehen sowie in dem madrigalen Kammerspiel Gesualdo (2002). In den letzten Jahren war er häufig als Solo-Bass am Theater Augsburg engagiert. Neben reger Konzerttätigkeit singt Victor Petitjean u. a. in dem Berliner Gesangsensemble „Tchap!“, dessen Repertoire klassische Werke, Harmonists-Hits und eigene Kompositionen und Arrangements umfasst.

Friedhelm Ptok – Linns Vater / Samiel
absolvierte als junger Mann nach dem Willen seines Vaters eine Buchdruckerlehre, bevor er eine private Schauspielausbildung absolvierte. Nach der Abschlussprüfung trat er 1957 sein erstes Engagement an den Städtischen Bühnen Flensburg an.
Von 1959 bis 1962 war er am Theater Ulm unter Kurt Hübner beschäftigt, danach gehörte er bis 1965 zum Ensemble des Theaters der Freien Hansestadt Bremen. Es folgten die Engagements 1965 - 1969 an den Kammerspielen München, 1969 - 1972 am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und 1972 – 1993 an den Staatliche Schauspielbühnen Berlin (Schillertheater). Anschließend war er u.a. in Inszenierungen von Peter Zadek (St. Pauli Theater 2008: Nackt von Luigi Pirandello) und Stefan Neugebauer (Clubtheater Berlin 2006: Der Großinquisitor; Steglitzer Stadtbad Theater 2010: Faust)
zu sehen. Des Weiteren ist Friedhelm Ptok für Film und Fernsehen in den unterschiedlichsten Formaten ein gesuchter Darsteller („Rosenheim-Cops“, „Stubbe“, „Rote Rosen“ etc.).

Ulrike Schwab – Linn
Die in Frankfurt am Main geborene Sopranistin erhielt bereits in ihrer Kindheit bei ihrer Mutter ihre erste musikalische und künstlerische Ausbildung. Seit 2003 studiert sie Gesang/Musiktheater an der HfM „Hanns Eisler“ Berlin bei Prof. Heidrun Franz-Vetter. Hier besuchte sie außerdem die Meisterklasse von Prof. Julia Varady und Prof. Wolfram Rieger. Im Herbst 2004 erhielt sie den 3. Preis beim Bundeswettbewerb Gesang im Juniorteil. Im Rahmen ihres Studiums stand sie u.a. als Musetta in Puccinis Oper La Bohème und als Drusilla in L'incoronazione di Poppea von Monteverdi auf der Bühne. Mit Körperliche Veränderungen von Olga Neuwirth war sie als Jane am Hebbel Theater Berlin, mit der Uraufführung Berlin Herzlos!“ an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz zu sehen. Hier wirkte Ulrike Schwab auch in dem Projekt „Zeitopern-Opernzeit“ in Karl Amadeus Hartmanns Wachsfigurenkabinett sowie in der Produktion Tristan und Isolde, Isolde, Isolde als eine der Isolden mit. Als Kundry stand sie in Mitleid! nach Wagners Parsifal auf der Bühne der Neuköllner Oper. In der Deutschen Oper Berlin gastierte sie in der Kinderoper Das Traumfresserchen von Wilfried Hiller. Für Die Meisterklasse von Terence McNally wurde Ulrike Schwab vom Theater in Kempten als Sharon Graham engagiert. In der Produktion Dreamdolls von KAMPNAGEL und dem Uebel&Gefährlich in Hamburg sang sie Auszüge der Violetta aus Verdis La Traviata. 2010 war Ulrike Schwab Bayreuth-Stipendiatin des Richard Wagner Verbandes.

Ilja Martin Schwärsky – Max
Als Sohn einer Musikerfamilie 1979 in Berlin geboren. Schon früh stand er u.a. als erster Knabe in der Zauberflöte auf der Bühne und studierte seit 1998 Gesang bei Prof. Weir und Ks. Roman Trekel an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin. Im Jahr 2001 veröffentlichte er seine erste CD, der weitere Singles folgten.
Er war u.a. als Gast am Theater Gera engagiert, wo er den Belmonte in Mozarts Die Entführung aus dem Serail sowie den Tamino in der Zauberflöte sang. 2005 wurde er für die Bayreuther Festspiele engagiert. Darüber hinaus ist er häufig im Rundfunk zu hören und tritt bei verschiedenen Fernsehshows auf, u.a. mit seinem Gesangstrio „Die jungen Tenöre“, mit dem er bereits drei CDs bei Koch / Universal veröffentlichte.

 [© Neuköllner Oper]

Karten: 9-24 Euro, Vorbestellung unter 030 / 6889 0777, unter tickets@neukoellneroper.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen
 
www.neukoellneroper.de

Zur Inszenierung des Theater Trier:

Premiere:
20. Februar 10
Theatercafé mit dem Regieteam und dem Musiktheaterensemble des Theaters Trier: 14. Februar 10

Musikalische Leitung: Valtteri Rauhalammi
Inszenierung: Lutz Schwarz
Bühnenbild: Kerstin Laube
Kostüme: Carola Vollath
Chöre: Angela Händel
Dramaturgie: Dr. Peter Larsen

Ottokar (böhmischer Fürst) : Francis Bouyer
Cuno (fürstlicher Erbförster): László Lukács
Agathe (seine Tochter): Vera Wenkert
Ännchen (eine junge Verwandte): Evelyn Czesla
Caspar (1. Jägerbursche): Alexander Trauth
Max (2. Jägerbursche): Michael Suttner
Ein Eremit : Pawel Czekala
Kilian (ein reicher Bauer): Peter Koppelmann
Samiel (der Schwarze Jäger): Peter Koppelmann
1. Brautjungfer: Hee-Gyong Jeong
2. Brautjungfer: Cynthia Nay
3. Brautjungfer: Angela Pavonet
4. Brautjungfer:
Magali Schmid
Opernchor und Extrachor des Theaters Trier
Statisterie des Theaters Trier
Philharmonisches Orchester der Stadt Trier

Gibt es das Böse? Wenn ja, dann nährt es sich langsam, aber stetig an denen, die keine Wahl haben. Max, der Jäger, hat Angst. Prüfungsangst. Denn die Obrigkeit hat entschieden, dass er seine Braut nur heiraten darf, wenn er das Ziel beim Probeschuss nicht verfehlt. Doch seit einiger Zeit trifft er nicht mehr. Da liegt es nahe, in die Illegalität abzugleiten. Er braucht den Stoff, aus dem seine Träume sind: Kugeln, die immer treffen. So fällt er einen fatalen Entschluss, der ihn und seine Braut ins Verderben führt…

Die Epoche machende romantische Oper ist weniger eine Hommage an den deutschen Wald als eine Fallstudie über Verführbarkeit und Verwundbarkeit, Existenzängste und Leistungsdruck in einer hermetischen Klassengesellschaft. Carl Maria von Webers 1821 in Berlin uraufgeführtes Werk mit dem Text von Johann Friedrich Kind erklingt am Theater Trier in der selten gespielten Fassung mit Rezitativen von Hector Berlioz: LE FREYSCHÜTZ präsentiert sich als Große Oper mit gesungenen Dialogen. Mit dieser außergewöhnlichen Produktion überschreitet das Theater Trier einmal mehr kulturelle Grenzziehungen. Denn hier begegnen sich deutsche und französische Opernkultur in Aufsehen erregender Weise. [© Theater Trier]


www.theater-trier.de

nach oben