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Oper, Stückeinfo: F
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Falstaff Commedia lirica in drei Akten
Von: Giuseppe Verdi Libretto:
Arrigo Boito nach William Shakespeares ‚The Merry Wifes of Windsor’ (1597) und Passagen aus ‚King Henry IV (1597) Uraufführung: 9. Februar 1893 (Mailand, Teatro alla Scala)
Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:
Premiere: 24. Januar 10
Musikalische Leitung: Marc Piollet Inszenierung: Christian Spuck Bühne und Kostüme: Emma Ryott Choreinstudierung: Christof Hilmer
Dramaturgie: Bodo Busse
Besetzung: Falstaff: Kiril Manolov/Thomas J. Mayer Ford: Thomas de Vries Fenton: Jonas Gudmundsson/Felipe Rojas Velozo
Dr. Cajus: Christopher Busietta Bardolph: Erik Biegel Pistol: Bernd Hofmann/Hye-Soo Sonn Alice Ford: Sharon Kempton/Tatiana Plotnikova
Nannetta: Emma Pearson Mrs. Quickley: Diane Pilcher Mrs. Meg Page: Ute Döring
Orchester, Chor und Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
– Live-Übertragung der Premiere in hr2-kultur, der Deutschlandfunk sendet die Aufzeichnung am 6. März 2010 –
Christian Spuck gehört international zu den führenden Choreografen seiner Generation und ist Hauschoreograf beim Stuttgarter Ballett. Nach „Armide“ mit Inabal Pinto
und Avshalom Pollack und „Faust“ mit Jean-Christophe Maillot bringt Intendant Manfred Beilharz wieder einen renommierten Choreografen zur Opernregie.
Die musikalische Komödie
„Falstaff“ des seit „Otello“ erfolgreichen Autorgespanns Verdi/Boito bewegt sich zwischen romantischer Phantasie, skurriler Charakterkomödie, Buffo-Typik und sentimentaler Poesie. Die Figur
des finanziell zwar ausgebrannten, dennoch lebens- und liebeshungrigen Sir John Falstaff ist ein Inbegriff des Komischen: der sich selber hoffnungslos überschätzende Ritter passt nicht
mehr so recht in die kleinstädtische bürgerliche Welt, er gehört einer längst vergangenen Zeit an und wird daher das ahnungslos Opfer der von ihm selbst raffiniert angezettelten Intrige,
durch das Liebeswerben um die beiden Damen Meg Page und Alice Ford an das nötige Geld zu kommen, um die Schulden im Wirtshaus zu begleichen – vielleicht aber auch eine Frau und das längst
verlorene Lebensglück zu erringen. Die „lustigen Weiber vom Windsor“ wollen dem scheinbar verliebten Sir John einen Denkzettel verpassen und gehen auf dessen amouröse Angebote ein. Doch auch
die Männer haben sich gegen den ebenso ahnungslosen wie unverschämten Ritter verschworen und planen einen Rachefeldzug. Während die Frauen den schwerfälligen „Schmerbauch“ – so Verdi und
Boito in ihrem Briefwechsel über den Typus der Titelfigur – vor dem wütenden Ford in einem Wäschekorb verstecken, küssen sich hinter dem Paravan heimlich Fords Tochter Nanetta und der
schwärmerisch verliebte Fenton. Sir John Falstaff sorgt für ein gehöriges Durcheinander in der Bürgerwelt. Im Wald von Windsor ist Falstaff schließlich der Genarrte. Nur das junge Liebespaar
Fenton und Nanetta finden in der allgemeinen Maskerade wahrhaft zueinander. Doch am Ende ist die Welt wieder in Ordnung.
Als Ritter von trauriger Gestalt am falschen Ort ist Falstaff
in der Unangemessenheit von Selbsteinschätzung und tatsächlichem gesellschaftlichem Rang zugleich komisch und tragisch. Mit den berühmten, in eine kunstvolle Fuge führenden Schlussworten der
Titelfigur „Alles ist Spaß auf Erden, der Mensch ein geborener Narr“ ist die philosophische Lebenslehre des über 76jährigen Komponisten ausgesprochen, der in der handschriftliche Partitur
über dem Schlussmonolog seines Helden notierte: „Die letzten Noten des Falstaff. Alles ist zu Ende! Geh, geh, alter John. Lauf dahin auf deinem Weg, so lange du kannst ... Lustiges Original
eines Schurken; ewig wahr, hinter jeglicher Maske, zu jeder Zeit, an jedem Ort!! Geh .... Geh .... Lauf Lauf ... Addio!!!“ Doch dem befreienden Lachen geht in ‚Falstaff’ einiges Verstecken,
Verkleiden, Verwirren und Verirren voraus. „Falstaff’“ ist ein Werk der alten und der neuen Zeit: es endet die alte italienische Opera buffa mit ihren typisierten Figuren und schematischen
musikalischen Nummern und es beginnt die musikalische Komödie mit ihrer psychologischen Tiefenschärfe und dem durchkomponierten musikalischen Strom.
Christian Spuck (Inszenierung)
gehört international zu den meist gefragten Choreografen seiner Generation, er hat zahlreiche Preise erhalten und ist Träger des deutschen Tanzpreises „Zukunft“ 2006. Christian Spuck war
Absolvent der „John-Cranko-Schule“ in Stuttgart und war lange Jahre Tänzer am Stuttgarter Ballett. Erste Choreografien schuf er für die „Noverre-Gesellschaft“ sowie im Kammertheater des
Staatstheaters Stuttgart. Seit 1998 hat er dreizehn Choreografien für das Stuttgarter Ballett erarbeitet und wurde 2001 vom Ballettintendanten Reid Anderson zum Hauschoreografen ernannt. In
der jährlichen Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Ballett International – Tanz aktuell“ wurde Christian Spuck mehrfach als „Bester Nachwuchschoreograf“ genannt. Als Choreograf gastierte er
u.a. am Aalto-Theater Essen, Staatsballett Berlin, Königliches Ballett von Flandern, Königlich Schwedisches Ballett, Israel Ballet Tel Aviv, Aterballetto, Finnisches Nationalballett, American
Ballet Theatre, Hubbard Street Dance 2 Chicago sowie außerdem in Saarbrücken, Karlsruhe und Riga. Seit einigen Jahren beschäftigt ihn auch die Auseinandersetzung mit der Kunstform Oper. Am
Theater Heidelberg debütierte er als Opernregisseur mit der die zeitgenössische Kammeroper ‚Berenice’ von Johannes Maria Staud. Für die Staatsoper Stuttgart choreografierte und inszenierte er
zuletzt Glucks „Orfée et Eurydice“ als große französische Ballettoper. Bühnenbild und Kostüme für diese Verdi-Neuproduktion hat die Engländerin Emma Ryott entworfen, die seit einigen Jahren
schon mit Christian Spuck zusammenarbeitet. Von ihr stammt auch die Ausstattung zum Ballett „Lulu. Eine Monstretragödie“, das als Gastspiel des „Stuttgarter Balletts“ bei den Internationalen
Maifestspielen 2008 für Furore gesorgt hat.
Zu Gast in Falstaff In der Titelrolle des Ritters Sir John Falstaff debütiert am Hessischen Staatstheater Wiesbaden
Thomas J. Mayer, der hier bereits mit größtem Erfolg bei Publikum und Presse als Don Giovanni und als Jochanaan in „Salome“ gastiert hat. Er war Ensemblemitglied in Basel und Karlsruhe
sowie an der Hamburgischen Staatsoper. Gastspiele führten ihn u.a. als Wozzeck, Wotan, Don Giovanni und in anderen Hauptpartien an die Mailänder Scala, zu den Salzburger Festspielen, an die
Bayrische Staatsoper, nach Riga, Budapest sowie an die Deutsche Oper Berlin.
Auch der in Sofia/Bulgarien geborene Kiril Manolov
stellt sich in Wiesbadener als „Falstaff“ vor. Nach seinem Studium in seiner Heimatstadt und Gesangskursen in Wien und Mailand wurde der junge Bass-Bariton dort bald auch Ensemblemitglied der Staatsoper. Für seine Rollengestaltung des „Barbiers von Sevilla“ wurde er von der Staatsoper Zagreb als „Bester männlicher Opernsänger“ ausgezeichnet. Gastspiele führten ihn u.a. nach Belgrad, Skopje, Larnaca, Palma di Mallorca und Thessaloniki.
Diane Pilcher
singt in Wiesbaden die Mrs Quickly. Die gebürtige Kalifornierin gastierte u.a. an der Komischen Oper und der Deutschen Oper Berlin, am Staatstheater Saarbrücken, am Nationaltheater Mannheim, an der Staatsoper Stuttgart, am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, an der Oper Frankfurt, am Opernhaus Zürich, am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, am Opernhaus Graz und an der Oper in Oslo mit Partien wie Mrs. Quickly in ‚Falstaff’ und Herodias in „Salome“. Bei den Salzburger Festspielen debütierte sie im Sommer 2005 als Annina in“La Traviata“ an der Seite von Anna Netrebko und Rolando Villazón. In der Spielzeit 2008/2009 gastierte sie u.a. Nederlandse Opera Amsterdam und an der Oper Leipzig.
[© Staatstheater Wiesbaden]
www.staatstheater-wiesbaden.de
Zur Inszenierung des Theater Aachen:
Premiere: 5. Dezember 09
Musikalische Leitung: Daniel Jakobi Inszenierung:
Alexander von Pfeil Bühne: Piero Vinciguerra Kostüme: Sabine Blickenstorfer Dramaturgie: Kai Weßler Sir John Falstaff: Stefan Stoll
Ford: Martin Berner Fenton: Louis Kim Dr. Cajus: Lasse Penttinen Bardolph: Hans Schaapkens Pistol: Pawel Lawreszuk Alice:
Ford Irina Popova Nanetta: Eva Bernard Mrs. Quickly: Rebecca Raffell Meg Page: Mélanie Forgeron
www.theater-aachen.de
Zur Inszenierung des Theater Bielefeld:
Premiere: 4. Oktober 09
Musikalische Leitung:
Peter Kuhn Inszenierung: Nicholas Broadhurst Bühne und Kostüme: Timo Dentler, Okarina Peter Choreinstudierung: Hagen Enke Dramaturgie: Uwe Sommer
Besetzung: Sir John Falstaff: Brian Bannatyne-Scott Ford: Alexander Marco-Buhrmester Fenton: Eric Laporte Dr. Cajus: Lassi Partanen
Bardolph: Vladimir Lortkipanidze Pistol: Torben Jürgens Mrs. Alice Ford: Melanie Kreuter Nanetta: Cornelie Isenbürger Mrs. Quickly: Rebecca Raffell
Mrs. Meg Page: Marie-Helen Joël
Bielefelder Opernchor Bielefelder Philharmoniker
Späte Werke, letzte Werke: Schon in der vergangenen Saison standen mit Don
Pasquale, Capriccio und Titus am Bielefelder Musiktheater gleich drei musiktheatrale »Vermächtnisse« auf dem Spielplan – in der neuen Spielzeit setzt sich diese Reihe fort: Auch Falstaff,
Carmen und Der König Kandaules sind Opern, in denen ihre Schöpfer noch einmal all ihre Erfahrung und Weisheit ins Werk gesetzt haben – um ihr Schaffen zu krönen, um auf bisher Geleistetes
zurückzublicken, oder sogar um noch einmal »ein neues Fass« aufzumachen. Im Fall von Verdis Falstaff ist der Aspekt des Neuen mindestens ebenso bedeutsam wie der Rückblick: Eine
musikalische Komödie von Format hatte der Meister in seinem unvergleichlichen Schaffen bis dato nicht auf die Bühne gebracht, denn sein früher Versuch in diesem Genre, Il giorno di regno, war
ein mittleres Fiasko. Nun also Falstaff, mit Arrigo Boito als Textdichter, der sich schon bei Otello als kongenialer Partner erwiesen hatte.
Verdi hat in seiner letzten Oper eine der
faszinierendsten Figuren der Weltliteratur ins Visier genommen: Sir John Falstaff, jenen abgetakelten Ritter, der bei Shakespeare sein Unwesen treibt. Dick, versoffen, pleite und lüstern, ein
Relikt aus alter Zeit: Es gibt wahrlich nicht viel Gutes über ihn zu berichten. Und doch schließt ihn jeder irgendwie ins Herz, vor allem dank seines bezwingenden Humors, der – so Dr. Freud –
»aus der Überlegenheit seines Ichs hervorgeht, dem weder seine leiblichen noch seine moralischen Defekte die Heiterkeit und Sicherheit rauben können«. Er ist Außenseiter der ganz besonderen
Art: Kein Wunder, dass sich Verdi auf seine alten Tage von dieser Figur entzünden ließ und eine Oper geschrieben hat, die bei aller Weisheit und Perfektion nur so sprüht vor jugendlicher
Erfindungskraft. Falstaff braucht Geld und hat Lust auf ein Abenteuer. Er schmeichelt sich in die Gunst der vermögenden Bürgersfrauen Alice Ford und Meg Page. Doch die beiden durchschauen die
List und beschließen, ihrerseits dem alten Lebemann (und nebenbei auch dem rasend eifersüchtigen Mr. Ford) eins auszuwischen ... Lustvoll und anarchisch bricht Falstaff in das Provinznest
Windsor ein und unterminiert die Koordinaten der bürgerlichen Idylle – um von eben jenen Bürgern dann ebenso gnadenlos verspottet zu werden. Zwei Welten prallen aufeinander, an deren Defizite
sich beide Seiten mit viel Witz und Fantasie, aber auch einiger Bösartigkeit abarbeiten. Verdi und sein Librettist Boito haben aus diesem Plot eine szenischmusikalische Wundertüte
geschaffen, äußerst präzise komponiert, randvoll mit allen erdenklichen Spielarten des Theaters und gesegnet mit einem geheimnisvollen Gleichmaß von Heiterkeit und Melancholie. »Wie
traurig ist diese Komödie«, sagte die Sängerin Eleonore Duse. Wie wahr – ist doch das Lachen in Falstaff die Reaktion auf eine schwerwiegende Erkenntnis: »Die ganze Welt ist eine Posse«.
Musikalische Leitung: Peter Kuhn, seit 1998 Generalmusikdirektor des Theater Bielefeld, dirigierte hier u.a.
Turandot, die Uraufführung von Claus Kühnls Die Geschichte von der Schüssel und vom Löffel, Carmen, Hoffmanns Erzählungen, Idomeneo, Rusalka, Lulu, Otello, Così fan tutte, Madama Butterfly,
Jenufa, Margarethe, Un Ballo in Maschera, Die Meistersinger von Nürnberg, Amerika, Der fliegende Holländer, Norma, Don Carlos, Il Viaggio a Reims, Der Rosenkavalier, Pelléas und Melisande,
Die Hochzeit des Figaro, Oedipe, Aida, Luisa Miller, Der Baum der Diana, Tristan und Isolde, Don Pasquale und zuletzt Capriccio. Im Jahr 2000 erhielt Peter Kuhn zusammen mit den Bielefelder
Philharmonikern die Auszeichnung des Deutschen Musikverleger-Verbandes für das beste Konzertprogramm der Saison 1999/2000. Der gebürtige Karlsruher begann sein Dirigierstudium 1985 bei
Hans Herbert Jöris und Lutz Köhler an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover, das er 1992 mit dem Konzertexamen abschloss. 1990 erhielt er den Förderpreis des Niedersächsischen
Kultusministeriums. Sein erstes Theaterengagement hatte Peter Kuhn von 1990 bis 1995 als Repetitor und Kapellmeister am Theater Dortmund, 1995 wurde er 1. Kapellmeister am Luzerner Theater
und 1998 wechselte er zum Theater Bielefeld.
Inszenierung: Nicholas
Broadhurst war von 2006 – 2009 Operspielleiter des Musiktheaters am Theater Bielefeld. Seine Inszenierung von Mozarts Die Hochzeit des Figaro eröffnete im
September 2006 das sanierte Bielefelder Stadttheater, weitere Regiearbeiten waren Rossinis Il Viaggio a Reims, Enescus Oedipe, Martín y Solers Der Baum der Diana, Wagners Tristan und Isolde,
Donizettis Don Pasquale sowie Glinkas Ruslan und Ludmila. Broadhurst, geboren und aufgewachsen in Manchester/England, arbeitete in den letzten Jahren hauptsächlich in Europa. Er
inszenierte fünf Produktionen für die Wiener Festwochen, u.a. La Belle Hélène und Bählamms Fest. Zudem übernahm Broadhurst verschiedene Regiearbeiten in Deutschland, so zum Beispiel
Lohengrin, Figaro und Cendrillon in Darmstadt, Il Barbiere di Siviglia, Giulio Cesare und The Rake's Progress in Essen, Les Contes d'Hoffmann in Saarbücken, Der Rosenkavalier und Falstaff in
Wuppertal, die deutsche Erstaufführung von Michaël Levinas Oper Les Nègres in Freiburg sowie Deidamia bei den Händel-Festspielen in Halle. Nicholas Broadhurst studierte zunächst Klavier und
Waldhorn an der Northern School of Music, bevor er an der London School of Economics and Political Science ein Studium der Soziologie aufnahm. Nachdem er zwei Jahre am National Theatre tätig
war, übernahm er Regiearbeiten an verschiedenen Theatern in London, u.a. am Institute of Contemporary Arts, dem Gate Theatre und dem Lyric Theatre. Er inszenierte zudem zwei Produktionen für
das Londoner West End und die berühmte Joint Stock Company. 1992 gründete Nicholas Broadhurst das Music Theatre London. Seine Inszenierung von La Traviata wurde 1995 für den Olivier Award
nominiert. Aufgrund des großen Erfolgs des Londoner Music Theatres wurde Broadhurst dann zu Inszenierungen nach Europa eingeladen und er verließ 1997 die Company.
Bühne und Kostüme:
Der freischaffende Bühnen- und Kostümbildner Timo Dentler arbeitete bereits mehrfach am Theater Bielefeld u.a. für die Weihnachtsmärchen Der kleine Muck, Das Dschungelbuch, Pippi
Langstrumpf, Peterchens Mondfahrt sowie zuletzt, zusammen mit Nicholas Broadhurst, für die Opern Die Reise nach Reims, Die Hochzeit des Figaro, Oedipe, Der Baum der Diana, Tristan und Isolde,
Don Pasquale und Ruslan und Ludmila. Zu seinen weiteren Arbeiten zählen Aeneas in Karthago (Regie: Peter Konwitschny / Klaus Zehelein), Moskau – Tscherjomuschki, Mario und der Zauberer, Die
reisende Ceres (Regie: Manfred Weiss), Les Nègres (Regie: Nicholas Broadhurst), Cosi fan tutte (Regie: Roland Hüve), Un Ballo in Mascera (Regie: Freo Majer), Der Silbersee, Was ihr wollt
(Regie: Manfred Weiss), Die Bestmannoper (Regie: Immo Karaman). Dabei arbeitete er an zahlreichen Theatern wie am Düsseldorfer Schauspielhaus, Staatstheater Stuttgart, Staatstheater Nürnberg,
Theater an der Ruhr Mühlheim, Theater Biel-Solothurn, am Staatstheater Mainz und am Nationaltheater Mannheim. Timo Dentler, geboren 1971 in Ulm, studierte von 1990 – 2000 Bühnenbild an der
Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Kneidl, dessen Meisterschüler er 1999 war. 1996 erhielt er den Markus Lüpertz Preis der Kunstakademie Düsseldorf. Bereits während seines Studiums war er
Bühnenbild- bzw. Szenenbildassistent u.a. am Theater am Neumarkt (Zürich), am Berliner Ensemble, an der Oper Frankfurt und an den Münchner Kammerspielen. Seit 1999 ist er als freiberuflicher
Bühnen- und Kostümbildner für Schauspiel und Musiktheater tätig.
Die Bühnen- und Kostümbildnerin Okarina Peter arbeitete
gemeinsam mit Timo Dentler am Theater Bielefeld bereits für die Ausstattung bei Die Reise nach Reims, Die Hochzeit des Figaro, Oedipe sowie für Der kleine Muck, Das Dschungelbuch, Der Räuber
Hotzenplotz, Pippi Langstrumpf, Tristan und Isolde, Peterchens Mondfahrt, Don Pasquale und Ruslan und Ludmila. Ihre Engagements führten sie u.a. an das Staatstheater Dresden, das Rheinische
Landestheater Neuss, die Landesbühne Niedersachsen, das Neue Theater Halle, das Stadttheater Nordhausen, die Städtischen Bühnen Osnabrück, das Staatstheater Stuttgart, das Nationaltheater
Mannheim, das Staatstheater Cottbus, das Theater Oberhausen und das Schauspielhaus Zürich. Seit 2002 entwirft Okarina Peter Bühnenbilder und Kostüme zusammen mit Timo Dentler. Aus dieser
Teamarbeit entstanden u.a. an der Staatsoper Stuttgart Schostakowitschs Moskau in Tscherjomuschki, Mario und der Zauberer und Die reisende Ceres (Regie: Manfred Weiß). In Stuttgart entwarf
Okarina Peter zudem die Kostüme zu Aeneas in Karthago (Regie: Peter Konwitschny/Klaus Zehelein). Für Nicholas Broadhurst stattete sie außerdem auch Les Nègres am Theater Freiburg, Catone in
Utica am Nationaltheater Mannheim und Paul Bunyan (Kostüm) bei den Bregenzer Festspielen 2007 aus. Am Theater Augsburg entwarf Okarina Peter das Bühnenbild und die Kostüme für Così fan tutte
(Regie: Roland Hüve), Was Ihr Wollt und Silbersee (Regie: Manfred Weiss) sowie das Bühnenbild für Un ballo in maschera (Regie: Freo Majer) und für Die Bestmannoper (Theater Osnabrück, Regie:
Immo Karaman), Okarina Peter, geboren 1973 in Konstanz, studierte von 1994 bis 2000 Bühnenbild bei Prof. Kneidl und war während des Studiums Bühnenbildassistentin am Düsseldorfer
Schauspielhaus, bei Peter Zadek an den Münchner Kammerspielen und bei den Wiener Festwochen. Seit 1999 ist sie freiberuflich tätig. [© Theater Bielefeld]
www.theater-bielefeld.de
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Fanny & Schraube Kammeroper
Musik: Jan Müller-Wieland Libretto: Kai Ivo Baulitz Uraufführung:
27. August 09 (Berlin, Neuköllner Oper)
Zur Inszenierung der Berliner Neuköllner Oper:
Premiere: 27. August 09 (Uraufführung)
Musikalische Leitung: Hans-Peter Kirchberg Inszenierung: Robert Lehmeier Bühne: Markus Meyer Kostüm: Mathias Rümmler Dramaturgie: Bernhard Glocksin
Besetzung:
Zewa/Svetlana: Jana Degebrodt Schraube: Clemens Gnad Fanny: Johanna Krumin Ignaz: Markus Vollberg
Hamburg. In
seinem Büro: Schraube. Seine Reederei ist pleite, kein Land in Sicht. Er ist am Ende. Da kommt ein Fax. Es geht um das Haus in Berlin. Eine Bruchbude. Plötzlich in begehrter Lage. Das Haus
gehört Schraube. Rettung in Sicht. Fährt er mal hin.
Berlin-Neukölln. Fanny malt. Auf die Wände ihrer Wohnung in dem Haus. Bilder für ihren Sohn. Aber den hat außer ihr noch niemand gesehen.
Zwischenbilanz: Geld muss her. Das Haus muss weg. Da ist eine, die lebt noch in dem Haus. Die soll weg. Berlin-Neukölln. Schraube klingelt. Fanny macht auf. Schraube geht rein. Fanny
stellt ihm ihren Sohn vor. Schraube sieht niemanden. Aber er sieht Bilder auf der Wand. Und etwas in ihm bewegt sich und ist anders als jemals zuvor.
Eine Geschichte über zweimal Welt, einmal mit, einmal ohne Geld. Über die Liebe, die wo hinfällt und will, dass sie einer aufhebt. Über Schrauben, die locker werden. Mit Fanny &
Schraube ist eine eigenwillige Großstadtfantasie entstanden - Kai Ivo Baulitz (Preisträger des Autorenwettbewerbs Maxim Gorki Theater / schauspielfrankfurt; Stückemarkt beim Theatertreffen
2007) schrieb sein erstes Libretto, das der Komponist Jan Müller-Wieland auf Einladung der Neuköllner Oper vertont hat. Der gebürtige Hamburger hat neben großen Orchesterwerken, Kammer- und
Vokalmusik u.a. auch zehn Opern geschrieben (u.a. Staatsoper Unter den Linden) und zahlreiche renommierte Preise erhalten. Hans-Werner Henze über Jan Müller-Wieland: „Er hat einen Humor wie
Verdi im Falstaff“.
Fanny & Schraube ist eine Inszenierung von Robert Lehmeier, dem Publikum der Neuköllner Oper aus etlichen Uraufführungen (Moshammeroper, Friendly Fire, Angela)
sowie den Produktionen Così fan tutte und The Sound of Music bestens bekannt. An seiner Seite und für die Bühne verantwortlich ist einmal mehr Markus Meyer, Mathias Rümmler debütiert als
Kostümbildner am Haus. Die musikalische Leitung der Kammeroper liegt beim musikalischen Direktor des Hauses, Hans-Peter Kirchberg.
Spieltermine: 27., 29./30. August sowie 3.-6., 10.-13., 18./19. und 26./27. September 2009, 20 Uhr
Karten: 9,- bis 21,- Euro , unter 030 / 68 89 07 77, tickets@neukoellneroper.de und bekannte Vorverkaufsstellen
www.neukoellneroper.de
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Faust II Sprechoper
Von: Karsten Gundermann Libretto: Karsten Gundermann
Zur Produktion der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen:
Premiere: 11. Juni 09
Weitere Vorstellung: 12. Juni 09
Dirigent: Alexander Shelley Regie: Julia Haebler Dramaturgie: Karsten Gundermann Choreographie:
Marion Amschwandt
Mit:
Faust – Sprecher: Dominique Horwitz Faust – Tänzer: Jean Sasportes Helena: Etta Scollo Narr: Mateng Pollkläsener
Ca. 250 Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Bremen-Ost Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Ca. 130 Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Bremen-Ost in Teams für Licht, Ton, Bühnenbild, Maske, Video, Website, Organisation, Dokumentation
Mit Unterstützung von: 21 Lehrerkräften der Gesamtschule Bremen Ost 14 Paten aus dem Stadtteil Osterholz-Tenever insgesamt etwa 500 Mitwirkende
FAUST II vereint verschiedene künstlerische Elemente: Klassik: Profischauspieler, Kammerphilharmonie, GSO-Musikklassen Moderne: Rap, Hiphop, Tanz, Schulband, Game-Musik Theater: Licht, Ton, Bühnenkonzept, Choreografie, Regie
›Goethe in OTe‹: Ein ganzer Stadtteil spielt Faust II Weltklasseorchester probt Sprechoper mit 500 Mitwirkenden
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen präsentiert
das neuste Ergebnis aus ihrem Zukunftslabor: Seit fast einem Jahr beschäftigen sich die Musiker gemeinsam mit den Schülern und Lehrern der Gesamtschule Bremen-Ost sowie zahlreichen Menschen
und Institutionen im Stadtteil Osterholz-Tenever (OTe) intensiv mit einer besonderen Fassung von Goethes ›Faust II‹: Einer Sprechoper des Komponisten Karsten Gundermann. Premiere ist am 11.
und 12. Juni 2009 – live und open air. Über 500 Mitwirkende aus Orchester, Schule und dem als Problemstadtteil abgestempelten Quartier Tenever beteiligen sich an dem in dieser Form in
Deutschland wohl einzigartigen Open-Air Spektakel. Literatur, Theater und Musik werden in diesem ambitionierten Großprojekt miteinander zu einem visionären Cross-Over verwoben. Karsten
Gundermann und das Orchester wollen keine Lerndebatte lostreten. Unter dem Motto „Du hast immer eine Wahl“ geht es ihnen vielmehr darum, anhand eines großen Stoffes der klassischen
Weltliteratur abzuleiten, dass jeder jederzeit die Möglichkeit hat, seine Perspektiven und damit auch sein Leben zu verändern. „Wir wollen Visionen und Entscheidungskompetenzen schärfen“,
erläutert Gundermann sein Anliegen. Der bekannte und bekanntermaßen sozial engagierte Schauspieler Dominique Horwitz konnte für die Rolle des Faust gewonnen werden, der Narr wird von dem
Bremer Mateng Pollkläsener gegeben. „Faust II in einer Schulaufführung? Natürlich ist das ein gewagtes Projekt. Aber die Begeisterung und das große Engagement, mit dem alle Beteiligten hier
dabei sind, haben mich gleich überzeugt. Ich freue mich sehr, ein Teil dieses tollen Teams zu sein“, beschreibt Horwitz seine bisherigen Probenerlebnisse. Regie führt Julia Haebler. Weiterer
Gaststar ist Etta Scollo als Helena.
Mit ›Goethe in OTe‹ dringt die Education-Arbeit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen in ganz neue Dimensionen vor. Seit Beginn des Schuljahres wird in jeder Woche
daran geprobt und gearbeitet. In einer ersten intensiven Projektwoche Anfang Dezember haben die Schüler und Kammerphilharmoniker zusammen mit Karsten Gundermann und Regisseurin Julia Haebler
die ersten Szenen zusammengesetzt. Mit dabei war auch Gaststar Dominique Horwitz. Gundermann hat den klassischen Stoff mit der Dramaturgie und Musik moderner Computerspiele kombiniert, da in
viele Jugendliche in diesen Parallelwelten mehr zuhause seien als in ihrer realen Welt. Aber nicht nur Gameboy-Musik, sondern auch Klassik, Rap und Hip-Hop werden gleichberechtigt erklingen.
Die Schüler fungieren im Stück als Schauspieler, Tänzer und Musiker. Die Aufführungen finden am 11. und 12. Juni 2009 open air in Bremen-Tenever. Bis dahin ist von allen Beteiligten noch
ein gutes Stück Probenarbeit zu leisten. Aber nach dem bisherigen Projektverlauf sind alle Beteiligten guten Mutes. Schüler, Lehrer, Orchestermusiker und Paten freuen sich auf die
Aufführungen kurz vor den Sommerferien.
Faust II als Sprechoper – ›Du hast immer eine Wahl!‹ ›FAUST II‹ ist eine Sprechoper für Sängerin, Schauspieler, Chor, Orchester und
Zuspielband des Komponisten Karsten Gundermann. In seinem Opern-Musical transportiert Karsten Gundermann die essenziellen Fragen aus Faust II in unsere Zeit. Mit einer unterhaltsamen
Herangehensweise gelingt es ihm, Jugendliche mit Musik an den Faust-Stoff heranzuführen und dafür zu begeistern. „Faust ist – neben der Lutherbibel – das schönste, tiefsinnigste,
ermutigendste und kostbarste Buch, das uns die deutsche Klassik hinterlassen hat“, so Komponist Karsten Gundermann. „Um dieses Werk lebendig zu erhalten, muss es immer wieder aktualisiert
werden“. Mit seiner Sprechoper möchte Gundermann den Faust zukunftsfähig machen und damit für das 21. Jahrhundert erhalten. ›FAUST II‹ enthält die wichtigsten Textstellen des umfangreichen
Goetheschen Originaltextes. Die Person des Faust ist ein Synonym für tatkräftiges und selbstbestimmtes menschliches Handeln – für Gundermann eine der Kernaussagen. Und doch scheitert Faust?
Warum? Woran? Was hätte er besser tun können? Die wichtigste Botschaft, die Gundermann – nicht zuletzt für die Bremer Jugendlichen aus Osterholz- Tenever – daraus ableitet, lautet: »Es
gibt immer eine Alternative!«. So soll die Sprechoper auch die geschichtsträchtige Kraft des Faust mit der Initiative und der Selbstorganisation der Bewohner in Tenever zusammen führen und
damit ein weiterer Baustein der schon so aktiven Stadtteilintegration sein.
Vielfältige Einbindung der Schüler Der Anteil der Schüler umfasst dabei weit mehr als lediglich
die Aufführung des Stückes. Vielmehr übernehmen die Schüler auch weitgehend Aufgaben wie Beleuchtung, Bühnenbild, Choreografie und Ausstattung – jeweils unter Anleitung bzw. mit Unterstützung
von erfahrenen Profis auf diesen Gebieten. Außerdem steuern die Schüler auch eigene Texte und Kompositionen bei. ›FAUST II‹ verdichtet den Text des Originals und lässt den Schülern damit
Freiraum für ihre gestalterische Kreativität. Das Werk ist modular gebaut. Jede Szene wird von einer anderen Schülergruppe umgesetzt. Dabei schreitet Faust wie in einem Computerspiel von
Level zu Level, von einer Welt in eine andere. Dem entsprechend nimmt die Musik ebenfalls stilistische Anregungen aus der Gameboy-Musik auf.
Patenschaften Jede Szene von
›FAUST II‹ entsteht in Zusammenarbeit der Schüler mit einem Paten aus der Umgebung der Schule. Für die Welt des Geldes ist dies ein Bankkaufmann, für Goethes große Kriegsszene steht die
Scharnhorst-Kaserne Pate, für Fausts Himmelfahrt die Pastorin der Trinitatis-Gemeinde Tenever. Durch dieses Patenschaftsprinzip wird eine fachliche Profilierung der dargestellten Szenen
erreicht, wobei die Schüler gleichzeitig Einblick in die Berufswelt erhalten, die für die spätere Berufsausbildung von entscheidender Bedeutung sein können. Schließlich erleben die Schüler
hautnah, wie die Kunst fest im Leben wurzeln muss, um daraus ihre Kraft zu entfalten. Und das Projekt von Kammerphilharmonie und GSO strahlt damit weit über den Stadtteil hinaus.
Gaststar Dominique Horwitz Der bekannte und bekanntermaßen sozial engagierte Schauspieler Dominique Horwitz übernimmt die Rolle des Faust. Er kennt sowohl Die Deutsche
Kammerphilharmonie Bremen als auch Komponist Karsten Gundermann schon aus einem gemeinsamen Filmprojekt. Im Kinofilm ›Verrückt nach Paris‹ spielt Horwitz eine der Hauptrollen und Karsten
Gundermann hat die von der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen eingespielte Filmmusik komponiert. In der Rolle des Faust ist Dominique Horwitz stark gefordert. Er spricht, rappt, singt und
deklamiert Goethes Hauptfigur. Im Spiel mit den Schülern der Gesamtschule Bremen-Ost entfaltet er alle Facetten seiner Darstellungskunst. Ihm zur Seite steht der Tänzer Jean Sasportes, der
den szenischen Part des Faust in dieser Inszenierung übernimmt.
Faust II – Die Sprechoper von Karsten Gundermann
Inhaltliche Überlegungen Ein Goethewerk mit in den
letzten Jahren sprunghaft steigenden Aufführungszahlen ist FAUST II. Die Gründe haben sicherlich etwas mit dem Ringen um ein neues Selbstverständnis des westlichen Menschen, neuen
gesellschaftspolitischen Entwicklungen und der Sehnsucht nach human definierten Handlungsmaximen in einer immer größeren und schnelleren Welt zu tun. War die Faustfigur jahrzehntelang
überwiegend positiv bewertet, so verschieben sich die Akzente immer stärker hin zu einer kritischen Sicht der Faustschen Aktivitäten, der Begriff der „Tragödie“ rückt mehr und mehr in den
Blickpunkt. Gundermann unternimmt den Versuch, ein Material zu schaffen, das den gegenwärtigen Forschungsstand zum Faustphänomen einbezieht. Im Mittelpunkt der Tragödie steht Faust mit
seinen Motiven, seinen Handlungen und seinem Scheitern. Die Frage ob und wie man heute handeln soll, bietet umfassende Bezüge zur Lebenssituation in Bremen-Tenever, einschließlich Schule,
Stadtteil, Gesellschaft. Warum und woran scheitern Fausts Bemühungen, was wären seine Handlungsalternativen – diese Fragen stehen im Zentrum von Gundermanns FAUST II.
Die Form des Werkes Das Goethesche Original ist sehr umfangreich und dauert bei vollständiger Lesung ca. fünf Stunden. Das Libretto von FAUST II verdichtet den Text auf ca. 10 % des
Originals unter Beibehaltung aller wichtigen und bekannten Szenen. Es wurde vom Grundprinzip des Musiktheaters ausgegangen, möglichst viel „darzustellen“ und wenig „abzulesen“. So entsteht
Freiraum für gestalterische Kreativität ohne zu großen Verlust an inhaltlicher Substanz. Augenmerk lag dabei auf einer hohen Verständlichkeit aller Bühnenvorgänge, um auch jugendliches
Publikum inhaltlich zu interessieren. Gundermanns Faust-Oper ist in Verständlichkeit und Thematik auf die Schüler der GSO zugeschnitten. Der klassische Stoff wird mit der Dramaturgie
moderner Computerspiele kombiniert: Faust springt von Level zu Level, von einer Welt in eine andere. Gundermann formuliert Parallelwelten und knüpft so an den Erfahrungshorizont der Schüler
an.
Patenschaften Durch die besonderen aufführungspraktischen Bedingungen an der Gesamtschule Bremen Ost kam die Idee, die Inszenierung mit einem Patenschaftsprinzip zu
koppeln: Jedes Level von FAUST II, das die Schüler darstellen, z.B. die Welt des Geldes, die Welt der Griechischen Klassik, die Welt des Krieges, die Welt des Fernhandels, usw. entsteht in
Zusammenarbeit der Schüler mit einem Paten der realen Umgebung der Schule, wie entsprechend einem Banker, einem Altphilologen, einem Bundeswehrgeneral, einem Bremer Kaufmann. Mit dem
Patenschaftsprinzip verfolgt das Projekt dreierlei Ziele: Zum Ersten tragen die Paten zur fachlichen Profilierung der dargestellten Situation bei, zum Zweiten gewinnen die Schüler einen durch
die Perspektive des Werkes motivierten Einblick in die Probleme der Lebenswelt nach ihrer Schulausbildung und zum Dritten erleben die Schüler hautnah, wie Kunst im Leben wurzeln muss, um ihre
Kraft zu entfalten. Parallel zur Einstudierung des FAUST II vernetzen sich Kammerphilharmonie und GSO im Stadtteil Tenever besser, wachsen gemeinsam über die Grenzen der Schule hinaus und
bauen Strukturen für zukünftigen Stadtteilfeste auf.
Einstudierung und Aufführung FAUST II ist ein umfangreiches Projekt. Um eine hohe Qualität in realistischer Arbeitszeit
zu erreichen, sind die Hauptrollen Faust (Sprecher und Tänzer), Narr (Schauspieler) und Helena (Sängerin) durch Profis besetzt. Die Schüler bilden kleine überschaubare Projektgruppen, von
denen jede für die Ausarbeitung und Aufführung von ein bis zwei Szenen verantwortlich ist. Diese Szenen werden mit Hilfe der Schauspieler, der Musiker der Kammerphilharmonie, des Komponisten
und des Paten im Verlaufe eines Jahres erarbeitet und kurz vor der Aufführung in einer Intensivwoche als Gesamtwerk zusammengefügt. Für Bühnenbild, Beleuchtung, Kostüm, Maske, ect. haben
sich von den Schülern ebenfalls Projektgruppen gebildet. Je nach Verantwortungsbereich werden sie unterstützt von Fachlehrern
unterstützt. [Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen/
Tine Klier, text+pr]
www.kammerphilharmonie.com
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Die Feen Große romantische Oper in drei Akten
Von: Richard Wagner (22.05.1813 – 13.02.1883) Text:
vom Komponisten nach La donna serpente (1762) und Il corvo (1761) von Carlo Gozzi Uraufführung: 29. Juni 1888 (München, Königliches Hof- und Nationaltheater)
Zur Inszenierung der Oper Frankfurt in Koproduktion mit der Alten Oper Frankfurt:
Premiere: 3. Mai 11 (Alte Oper)
Musikalische Leitung: Sebastian Weigle Chor: Matthias Köhler
Feenkönig: Thorsten Grümbel Ada: Tamara Wilson Zemina:
Anja Fidelia Ulrich Farzana: Juanita Lascarro Arindal: Burkhard Fritz Lora: Brenda Rae Morald: Michael Nagy Drolla: Christiane Karg
Gernot: Alfred Reiter Gunther: Julian Prégardien Harald: Sebastian Geyer
Chor der Oper Frankfurt Frankfurter Opern- und Museumsorchester
www.oper-frankfurt.de
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Der ferne Klang Oper in drei Aufzügen
Von: Franz Schreker Uraufführung:
18. August 1912 (Frankfurt, Oper Frankfurt [heute: Alte Oper])
Zur Inszenierung der Oper Zürich:
Premiere: 9. Mai 10
Regie: Ingo Metzmacher
Inszenierung: Jens-Daniel Herzog Ausstattung: Mathis Neidhardt Lichtgestaltung: Jürgen Hoffmann Choreinstudierung: Ernst Raffelsberger
Besetzung:
Grete Graumann: Juliane Banse Die Frau des alten Graumann: Irène Friedli Ein altes Weib: Stefania Kaluza Mizzi/ eine Choristin: Teresa Sedlmair
Milli/ eine andere Choristin: Susanne Grobholz Mary:Camille Butcher Eine Spanierin: Andrea Schwendener Die Kellnerin: Irène Friedli ( Mädchen:
Agnieszka Adamczak Fritz:Roberto Saccà Dr. Vigelius: Valeriy Murga Ein Schmierenkomödiant: Cheyne Davidson Der alte Graumann / Rudolf:
Morgan Moody Der Wir t/ 1. Gast :Tomasz Slawinski Der Graf: Oliver Widmer Der Baron/ 2. Gast: Davide Fersini Der Chevalier / 6. Gast: Peter Sonn
Ein zweifelhaftes Individuum: Boguslaw Bidzinski Erster Chorist: Andreas Winkler Zweiter Chorist: Igor Bakan Polizist: Thomas Tatzl 3. Gast:
Kresimir Strazanac 4. Gast: Shinya Kitajima 5. Gast: Pablo Ricardo Bemsch 7. Gast: Alejandro Lárraga
Orchester: Orchester der Oper Zürich
Chor: Chor der Oper Zürich
www.opernhaus.ch
Zur Inszenierung des Theater Augsburg:
Premiere: 28. Februar 10
Musikalische Leitung: Dirk Kaftan
Inszenierung: Renate Ackermann Bühne und Kostüme: Timo Dentler, Okarina Peter Einstudierung der Chöre: Karl Andreas Mehling Dramaturgie: Ralf Waldschmidt
Der alte Graumann, pensionierter kleiner Beamter: Eckehard Gerboth Seine Frau: Wilhelmine Busch Grete, beider Tochter: Sally du Randt Fritz, ein junger Künstler:
Mathias Schulz Der Wirt des Gasthauses zum "Schwan": Markus Hauser Ein Schmierenschauspieler: Jan Friedrich Eggers Dr. Vigelius, ein Winkeladvokat:
Stephen Owen Ein altes Weib: Kerstin Descher Mizzi, Tänzerin: Isabel Blechschmidt Milli, Tänzerin: Stephanie Hampl Mary, Tänzerin: Jasmin Hörner
Eine Spanierin: Maria Theresia Jakob Der Graf: Seung-Gi Jung Der Baron: Jan Friedrich Eggers Der Chevalier: Seung-Hyun Kim
Rudolf, Fritzens Freund und Arzt: Jan Friedrich Eggers 1. Chorist: Gerhard Werlitz Kellnerin: Stephanie Hampl Ein zweifelhaftes Individuum: Roman Payer
Ein Polizist: Markus Hauser
www.theater.augsburg.de
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La finta giardiniera (Die Gärtnerin aus Liebe) Dramma giocoso (lustiges Drama) in drei Akten
Von: Wolfgang Amadeus Mozart Text: wahrscheinlich von Giuseppe Petrosellini, deutsche Übersetzung wahrscheinlich von Franz Joseph Stierle d.Ä., von Mozart autorisiert
Uraufführung: 13. Januar 1775 (München, Salvatortheater)
Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
Premiere: 21. Juni 09
Musikalische Leitung:
Hartmut Keil Regie: Katharina Thoma Bühnenbild: Herbert Murauer Kostüme: Irina Bartels Dramaturgie: Zsolt Horpácsy Licht: Frank Keller
Besetzung: Don Anchise: Michael McCown Gräfin Violante/Sandrina: Brenda Rae Graf Belfiore: Jussi Myllys Arminda: Anna Ryberg
Ritter Ramiro: Jenny Carlstedt Serpetta: Nina Bernsteiner Roberto / Nardo: Yuriy Tsiple
Frankfurter Museumsorchester
Besprechung auf kulturfreak.de
Nur allzu oft wurde Die Gärtnerin aus Liebe von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) als unbedeutendes Frühwerk abgetan. Der junge Komponist – damals 19 Jahre alt – verfasste diese Oper
als Auftragsarbeit für den Münchner Karneval, wo sie am 13. Januar 1775 in der italienischen Erstfassung uraufgeführt wurde. Doch lässt bereits dieses Werk erkennen, in welchem Maße Mozart
seinen Zeitgenossen voraus war: Mit seiner Musik machte er die psychologische Motivation der handelnden Figuren hörbar. Dadurch wurde deutlich, dass es um mehr ging als um einen lapidaren
Komödienstoff. Die Neuartigkeit des Werkes traf offenbar auf ein skeptisches Publikum, da es nur einen mäßigen Erfolg verzeichnete. Im 19. Jahrhundert verschwand Die Gärtnerin aus Liebe gar
vollständig von der Bühne und wurde erst ab Anfang des 20 Jahrhunderts wieder regelmäßiger in die Spielpläne aufgenommen. 20 Jahre nach der letzten Frankfurter Neuinszenierung – 1989 führte
Robert Carsen Regie, am Pult stand Gary Bertini – kehrt Mozarts Gärtnerin nun wieder an den Main zurück.
Zum Inhalt: Auf dem Landgut von Don Anchise, dem Podestà von Lagonero,
verliebt sich der Hausherr in die als Gärtnerin Sandrina verkleidete Gräfin Violante. Diese überlebte kürzlich einen Mordanschlag ihres eifersüchtigen Geliebten Graf Belfiore, der inzwischen
mit Arminda, der Nichte des Podestà, verlobt ist. Während Violante merkt, dass sie trotz allem immer noch Gefühle für Belfiore hegt, trifft Arminda unverhofft auf ihren ehemaligen Geliebten
Ramiro. Währenddessen verliebt sich Violantes Diener Nardo in Serpetta, die Kammerzofe des Podestà, die ihrerseits aber nur Augen für Don Anchise hat. Die Verwirrungen und Verwechslungen
nehmen ihren Lauf und steigern sich bis zum Wahnsinn. Doch am Ende lösen sich die Knoten dieses komplizierten Handlungsfadens, und jeder findet den ihm zugedachten Partner, während Don
Anchise allein zurück bleibt.
Aufgrund unterschiedlicher und schließlich nicht überbrückbarer Auffassungen über das Konzept von Regisseur Tilman Knabe, welches keine
zufriedenstellende Akustik für die Besucher im Bockenheimer Depot garantiert hätte, sah sich Opernintendant Bernd Loebe zu seinem Bedauern frühzeitig gezwungen, sich vom vorgesehenen
Produktionsteam zu trennen. Angelehnt an den Bühnenbildentwurf der erfolgreichen, gleichfalls im Bockenheimer Depot entstandenen Produktion von Mozarts La finta semplice (Die Einfältige aus Klugheit) von Christof Loy und Herbert Murauer aus der
Spielzeit 2005/06 inszeniert Die Gärtnerin aus Liebe nun Katharina Thoma, die ehemals als Regieassistentin an der Oper Frankfurt arbeitete und mittlerweile als freie Regisseurin tätig ist.
Kürzlich brachte sie sehr erfolgreich ihre Sicht auf Barbers Vanessa in Malmö heraus. Die musikalische Leitung liegt bei Kapellmeister Hartmut Keil, der in dieser Saison bereits u.a. mit
Mozarts Don Giovanni und Rossinis Aschenbrödel auf sich aufmerksam machte. Zur Besetzung – angeführt von der amerikanischen Sopranistin Brenda Rae in der Titelpartie – gehören ausschließlich
Mitglieder des Ensembles und des Opernstudios der Oper Frankfurt. [© Oper Frankfurt]
www.oper-frankfurt.de
Zur Inszenierung der Oper Zürich:
Premiere: 12. Februar 06 Weitere Aufführungen:
12., 14., 16., 18., 21., 23., 25. Feb., 16. & 18. März 06
Dirigent: Nikolaus Harnoncourt Inszenierung: Tobias Moretti Bühnenbild: Rolf Glittenberg
Kostüme: Renate Martin Choreinstudierung: Jürgen Hoffmann
Mit:
Sandrina: Eva Mei Arminda: Isabel Rey Ramiro: Liliana Nikiteanu
Serpetta: Julia Kleiter Il Podesta: Rudolf Schasching Belfiore: Christoph Strehl Nardo: Oliver Widmer
www.opernhaus.ch
Ein Kultur-Engagement der Credit Suisse
Zur Inszenierung des Salzburger Landestheaters:
Premiere: 3. März 06
Musikalische Leitung: Ivor Bolton / Kai Röhrig
Inszenierung: Doris Dörrie Bühnenbild und Kostüme: Bernd Lepel Video: fettFilm (Momme Hinrichs und Torge Müller Choreographie: Beate Vollack
Besetzung:
Arminda: Nina Berten Marchesa Violante, später gen. Sandrina: Hege Gustava Tjonn Serpetta: Erin McMahon Cavaliere Ramiro: Gritt Gnauck
Roberto, später gen. Nardo: Rainer Brandstetter Contino Belfiore: NN Don Anchise, Podesta di Lagonero: Franz Supper
Sowie das Tanztheater-Ensemble des Salzburger Landestheater und Bewegungsstatisterie Mozarteum Orchester Salzburg
www.salzburger-landestheater.at
Zur Inszenierung der Wiener Kammeroper:
Premiere: 7. Oktober 04
Musikalische Leitung: Joji Hattori Inszenierung:
Elaine Tyler Hall Ausstattung: James Wright Licht: Harry Michlits
Besetzung Podestà: Peter Lurié Sandrina: Anne-Laure Kénol Belfiore
: José Aparicio Arminda: Beata Marti Ramiro: Eva Maria Riedl Serpetta: Claudia Guarin Nardo: Noé Colin
Orchester der Wiener Kammeroper
Mozarts frühe Opern setzen in ihrer raffinierten Charakterisierungskunst immer wieder in Erstaunen. Anders als in „Così fan
tutte“ finden hier fraglos die richtigen Paare zueinander und alles endet in Harmonie. Eine Dreifachhochzeit beschließt den ausgelassenen und reichlich verrückten (Liebes-) Reigen.
Premiere: 07. Oktober 2004 Weitere Vorstellungen: 09., 12., 14., 16., 19., 21., 23., 28., 30. Oktober 2004 02., 04., 06., 09., 11., 13., 16., 18., 20. November 2004
Beginn: 19.30 Uhr
Wiener Kammeroper A-1010 Wien – Fleischmarkt 24 Tickets: Mo - Fr 12-18 Uhr Tel. +43-1-512 01 00 -77 Fax +43-1-512 01 00 -70 www.wienerkammeroper.at
Die seelischen Hintergründe musikalisch ausdrücken... von Joji Hattori
Mozart hat sehr wohl den verdienten Weltruhm als der genialste Komponist aller Zeiten und diese Genialität wird gerade schon dem Kleinkind Mozart zugeschrieben und
trotzdem werden die meisten Werke, die er vor seinem 20. Lebensjahr geschrieben hat, so auch diese wunderschöne Oper „La finta giardiniera“, im Vergleich zu seinen
Spätwerken relativ selten aufgeführt. Ich freue mich ganz besonders auf meine Arbeit mit dieser Oper, da ich glaube, dass Mozarts Frühwerke im Gegensatz zu den
Frühwerken anderer großer Komponisten, im Kleinformat wirklich alles besitzen, wofür seine reiferen Werke so besonders geschätzt werden, nämlich das zutiefst
Dämonische, Dramatische, Tragische und das Euphorische unter einer tarnenden Oberfläche von belangloser Heiterkeit. Mozarts Genialität, emotionelle Tiefe musikalisch
hervorbringen zu können, die er vielleicht als Mensch noch gar nicht kennt, ist für mich noch viel wichtiger als seine technische Genialität, zum Beispiel ein ganzes Werk im
Kopf fertig komponieren zu können.
Die größte Herausforderung für mich als musikalischer Leiter dieser Produktion liegt darin, die seelischen Hintergründe jedes Charakters, also das psychologische Innenleben
der sieben Solisten, musikalisch auszudrücken, natürlich in enger Zusammenarbeit mit der Regisseurin. Eine innerlich verzweifelte Person könnte nach außen hin sich heiter
benehmen, aber die Art und Weise wie sie singt, phrasiert, vibriert und intoniert, könnte ja verraten, wie es innen aussieht.
Wie überlegen Mozart über die musikalische Charakterisierung verfügt, zeigt sich in dieser Oper zum Beispiel an der Hauptfigur der Sandrina. Die wahre Identität als Marchesa
Violante offenbart sich lange, bevor sie aufgedeckt wird, in der seelisch bewegenden Cavatina Nr. 11 „Geme la tortorella“, die textlich und musikalisch den Seria-Modellen
(Gleichnis-Arie) angepasst ist. Das wahre Wesen der Figur Sandrina-Violante kommt erst viel später in der großen Solo-Szene Nr. 21 + Nr. 22 zum Ausdruck, die dem Finale
des zweiten Aktes (Nr. 23) unmittelbar vorangeht. Auch hier folgt er dem Beispiel der Opera seria und man findet - anders als sonst in der Musikkomödie - keine Spur von Persiflage.
Aber das für mich faszinierendste an Mozarts Genialität ist seine Gabe, die Stimmung und die Emotionen der Musik in Bruchteilen (!) von Sekunden um 180 Grad drehen zu
können, wozu im übrigen auch das menschliche Gehirn imstande ist. Die meisten Opernkomponisten seiner Zeit schreiben verschiedene Nummern, die jeweils traurig, heiter
oder dramatisch sein können, aber bei Mozart findet man innerhalb jeder einzelnen Nummer die verschiedensten Nuancen jeglicher menschlichen Emotionen, die aufeinander
folgen. Das Finale im ersten Akt (Nr. 12) ist in dieser Hinsicht besonders gut gelungen und meiner Meinung nach emotionell tiefer und deshalb vielleicht noch beeindruckender
als das Gegenstück im viel bekannteren, thematisch parallelen Werk, „Cosí fan tutte“.
(Q. & ©: Wiener Kammeroper)
Eine kleine Gruppe von Exzentrikern von Elaine Tyler-Hall
Als „La finta giadiniera“ 1775 uraufgeführt wurde, liebte das Premierenpublikum Mozarts Dramma giocoso nicht zuletzt wegen der vielschichtigen Charaktere seiner sieben
Protagonisten. Nicht eine der Figuren lässt sich als konventionell einstufen. Jede von ihnen hat eine ungewöhnliche Vergangenheit oder Persönlichkeit, die ihre Handlungen und
Wünsche über das Alltägliche heraushebt: Belfiore glaubt, einen Mord begangen zu haben. Sandrina und Nardo verbergen ihre wahre Herkunft. Serpetta und Arminda sind
Frauen, die unbedingt eine gute Partie machen wollen. Der Podestà – ein Ausbund an Konvention – ist in die vermeintliche Gärtnerin verliebt und Ramiro ist verbittert über seine
unglückliche Liebe. Das Aufeinandertreffen dieser kleinen Gruppe von Exzentrikern löst ein wahres Feuerwerk an Verwechslungen und Situationskomik aus.
Das Chaos hat jedoch auch ernste Aspekte. Alle suchen einen Ausweg aus den engen Grenzen gesellschaftlicher Konvention. Die Protagonisten leben in einer
„klassenbewussten“ Gesellschaft, was sie aber nicht hindert, ihre Stellung – sei es ihre Macht oder Ohnmacht – zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen. Das Dienstmädchen
Serpetta setzt ihre weiblichen Reize ein, um Frau des Bürgermeisters zu werden. Arminda will durch Heirat zur Gräfin werden, Graf Belfiore versucht, durch Geld dem Gesetz
zu entkommen und der Podestà stellt seinem Dienstmädchen nach. Alle überschreiten Klassengrenzen, um zu bekommen, was sie begehren.
Gerade in den 20-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist noch ein ausgeprägtes Klassensystem vorhanden, das jedoch bereits deutliche Brüchen und
Verfallserscheinungen zeigt. Die „goldenen zwanziger Jahre“ nach dem ersten Weltkrieg waren zugleich die Zeit der „Großen Depression“. Fortschritt in Technik und Industrie
wechselte mit ruinösen Wirtschaftskrisen. Die Welt änderte sich im Eilzugstempo wie etwa die Einführung des Frauenwahlrechts oder die Stärkung der Arbeiterklasse. Auch
die Aristokratie konnte ihre Position nicht mehr halten, ohne Kompromisse einzugehen. Versetzt man „La finta giardiniera“ in diese Zeit, werden die Wünsche der Protagonisten
nachvollziehbar und sind keine unerreichbaren Hoffnungen mehr.
Architektur und Gartengestaltung erreichen zu dieser Zeit eine neue Blüte, vielleicht um Ordnung in einer Welt zu schaffen, die darum kämpfte, sich aus dem Chaos und der
Zerstörung des Ersten Weltkrieg zu erheben. Daher haben wir für die Wiener Kammeroper bewusst einen stilisierten Garten gewählt, vor dessen Hintergrund die Gestalten
ihre Geschichte entwickeln. Ihre ordentliche und harmonische Welt zerfällt und löst sich auf im Wahnsinn, wie parallel dazu die Ordnung des Gartens zerstört und von Wildnis überwuchert wird.
Ich denke, wir können uns heute alle in die Gestalten und ihre Handlungen hineindenken. Ihre Probleme, Wünsche und ihr Ehrgeiz sind universell und zeitlos. Das Lachen über
die Eitelkeiten der Protagonisten kann auch ein Schmunzeln über die großen und kleinen Tragödien des täglichen Lebens sein.
(Q. & ©: Wiener Kammeroper)
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La finta semplice - Die Einfältige aus Klugheit Dramma giocoso per musica in drei Akten
Von: Wolfgang Amadeus Mozart
Text:
Marco Coltellini, nach dem Libretto von Carlo Goldoni zu dem Dramma giocoso (1764) von Salvatore Perillo, nach der „comédie en prose“ La fausse Agnès ou Le Poète compagnard (1736) von Philippe Destouches
Zur Inszenierung des Opernhaus Zürich:
Premiere: 8. September 06 (Theater am Stadtgarten Winterthur)
Musikalische Leitung: Theodor Guschlbauer Inszenierung: Jens-Daniel Herzog
Ausstattung: Mathis Neidhardt Lichtgestaltung: Franz Orban
Rosina: Christiane Kohl Giacinta: Liliana Nikiteanu Ninetta: Eva Liebau Fracasso: Shawn Mathey Simone: Rüben Drole
Don Cassandro: Reinhard Mayr Don Polidoro: Bogustaw Bidzinski
Orchester Musikkollegium Winterthur
Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
Premiere: Donnerstag, 22. Juni 06 im Bockenheimer Depot
Weitere Vorstellungen: 24., 26., 28., 30. Juni, 2. Juli 06
Musikalische Leitung: Julia Jones Inszenierung: Christof Loy Bühnenbild und Kostüme:
Herbert Murauer Dramaturgie: Hendrikje Mautner Licht: Olaf Winter
Besetzung:
Don Cassandro: Robin Adams Don Polidoro: Nicholas Phan
Fracasso: Christian Dietz Giacinta: Jenny Carlstedt Ninetta: Britta Stallmeister Rosina: Alexandra Lubchansky Simone: Florian Plock
Frankfurter Museumsorchester
Wurde das Mozart-Jahr am 27. Januar 2006 an der Oper Frankfurt mit der Premiere von La clemenza di Tito – einem der letzten Bühnenwerke des Komponisten –
bei Presse und Publikum gleichermaßen erfolgreich eingeläutet, so steht nun mit La finta semplice im Bockenheimer Depot eine der ersten Opern des Wunderkindes auf dem Programm. Regie führt
auch hier wieder Christof Loy, „Regisseur des Jahres“ 2003 und 2004, der in Frankfurt bereits u.a. mit Mozarts Entführung aus dem Serail erfolgreich war.
Anfang des Jahres 1768 hielt
sich der fast zwölfjährige Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) in Wien auf. Eine Audienz bei Kaiser Joseph II. im Januar 1768 regte ihn zur Komposition einer Oper an; den Auftrag erhielt
er kurz darauf durch Giuseppe Afflisio, den Pächter der Wiener Theater. Eine Wiener Uraufführung kam jedoch aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände und Intrigen nicht zustande.
Mozarts erster Beitrag zur italienischen Oper wurde vermutlich erstmals 1769 in Salzburg gegeben.
Zum Inhalt: Der Weiberfeind Don Cassandro hält sich und seinen Bruder Don Polidoro von
den Frauen fern. Als sich der ungarische Hauptmann Fracasso in Giacinta, die Schwester der Brüder, verliebt, ist eine Einwilligung der beiden zur Hochzeit des Paares unwahrscheinlich. Rosina,
die Schwester Fracassos, greift daher zu einer List: Als vorgeblich Einfältige verdreht sie beiden Brüdern die Köpfe und macht sie zu Konkurrenten um ihre Gunst. Im Eifer des Gefechts willigt
Cassandro schließlich in die Hochzeit seiner Schwester und Fracassos ein.
Die musikalische Leitung dieser Neuproduktion liegt bei der Britin Julia Jones, die 2003 an der Oper Frankfurt
mit Mozarts Entführung debütierte. Mit diesem Werk stellte sie sich 2004 auch erstmals bei den Salzburger Festspielen vor. Der Bariton Robin Adams (Don Cassandro) sang in der vergangenen
Spielzeit in Brittens Curlew River im Bockenheimer Depot, während Nicholas Phan (Don Polidoro) in dieser Produktion sein Frankfurt-Debüt vorlegt. Alexandra Lubchansky (Rosina) begeisterte
bereits als Blonde in Loys Erfolgsinszenierung der Entführung. Der Frankfurter Musikhochschüler Christian Dietz (Fracasso) war kürzlich in Monteverdis Combattimenti im Depot erfolgreich. In
weiteren Partien sind die Ensemblemitglieder Jenny Carlstedt (Giacinta), Britta Stallmeister (Ninetta) und Florian Plock (Simone) besetzt.
Karten zum Preis von € 10 bis 50 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 oder online unter www.oper-frankfurt.de erhältlich. Bei Buchung von Vorstellungen bis 4 Wochen vor dem Aufführungstermin gibt es einen Frühbucherrabatt von 10% auf die oben angegebenen Preise.
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Der Florentiner Hut (Il Cappello di Paglia di Firenze)
Von: Nino Rota (1911-1970)
Zur Inszenierung des Deutschen Nationaltheater Weimar:
Premiere: 23. September 06
Musikalische Leitung: Marco Comin Regie: Nils Cooper
Besetzung:
Fadinard: Uwe Stickert Nonancourt: Dieter Hönig Beaupertuis:
George Gagnidze Onkel Vézinet: Günter Moderegger Emilio: Alexander Günther mitstudierend Piotr Prochera Felice: Jens Lauterbach
Achille di Rosalba, Eine Wache: Frieder Aurich Korporal der Wache: Piotr Prochera* Minardi: John Kinsella / Benjamin Fuhrmann / Ralph Schmidtsdorf
Elena, Nonancourts Tochter: Heike Porstein Anaide, Beaupertuis Frau: Ulrika Strömstedt/ Christiane Bassek Die Baronin von Champigny: Christine Hansmann Modistin:
Katrin Niemann / Silvia Wohlfarth Alonso, Diener des Beaupertuis: Steffen Bärtl / Matthias Gebhardt
Opernchor des DNT Weimar Staatskapelle Weimar
* Mitglied des Opernstudios der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar am DNT Weimar
Der Name Nino Rota steht vor allem für die Musik von Filmklassikern wie La dolce Vita, La Strada oder Der Pate. Insgesamt schrieb er 150 Filmmusiken und arbeitete
mit Regisseuren wie Visconti, Fellini, Zeffirelli und F. F. Coppola zusammen. Doch auch in anderen musikalischen Genres war der 1911 in Mailand geborene Komponist äußerst erfolgreich. So
umfasst sein Werk neben Konzerten, Vokal- und Kammermusik zehn Opern. Darunter die musikalische Farce Il cappello di paglia di Firenze – Der Florentiner Hut, die nun erstmals auf der Bühne
des DNT Weimar zu erleben ist.
Der Florentiner Hut von Nino Rota, uraufgeführt 1955 in Palermo, basiert auf der Komödie des französischen Autors Eugène Labiche aus dem Jahr 1851. Auch
Wolfgang Liebeneiner hatte sich 1939 mit Heinz Rühmann in der Rolle des Fadinard an diesem urkomischen Stoff versucht und große Erfolge gefeiert. Die farsa musicale um die Heirat des reichen
Fadinard mit der naiven Landschönheit Elena beginnt mit einem vermeintlich witzigen „Zwischenfall“ – das Pferd des Helden frisst einen Strohhut. Die Geschichte entwickelt sich aber durch
das Eingreifen des misstrauischen Schwiegervaters, der kompromittierten (Ehe-)Frau Anaide, ihres gewalttätiger Liebhabers Emilio und des eifersüchtigen Ehemannes Beaupertuis beinah zu einer
Tragödie für Fadinard. Die (Wieder-)Beschaffung dieses Hutes (nicht irgendeines Hutes) wird für den Helden zu einer Reihe von aufreibenden Prüfungen. Ein scheinbar nie abreißender Zug aus
Hochzeitsgästen, einer Adelsgesellschaft und der Polizei begleiten das turbulente Geschehen. Nino Rota verleiht der Handlung dieses Spektakels, bei dem keiner der Handelnden jemals zur Ruhe
kommt, auch musikalisch ein ständiges Auf und Ab der Emotionen. Traditionsbewusst die verschiedenen Stile der Musikgeschichte vereinend, sprüht die Oper vor Leichtigkeit und Esprit.
Für die Inszenierung hat Elena Meier-Scourteli, Kostümdirektorin am Staatstheater Mainz, farbenfrohe, opulente und überaus verspielte Kostüme entworfen, die in dem klar strukturierten und
harmonischen Bühnenbild von Thorsten Macht hervorragend zur Geltung kommen. Die musikalische Leitung des Abends liegt in den Händen des zweiten Kapellmeisters Marco Comin.
Die Figur
des Fadinard, der an seinem Hochzeitstag unverschuldet in eine Vielzahl von Missverständnissen im Zusammenhang mit der Wiederbeschaffung eines Hutes verstrickt wird, singt der junge Tenor Uwe
Stickert. In der Partie seiner Braut Elena und seines Schwiegervaters Nonancourt sind Heike Porstein und Dieter Hönig zu erleben. Ulrika Strömstedt gibt die Figur der Anaide, deren Hut von
Fadinards Pferd gefressen wird, während sie mit ihrem Liebhaber Emilio alias Alexander Günther ein Tête-à-tête hat. Ihren stets eifersüchtigen Ehemann Beaupertuis singt George Gagnidze. In
weiteren Rollen darf man sich an diesem Abend u.a. auf Christine Hansmann (Die Baronin von Champigny), Günter Moderegger (Onkel Vèzinet), Jens Lauterbach (Felice) und Frieder Aurich (Achille
die Rosalba) freuen. Es singen die Damen und Herren des Opernchores des DNT Weimar, es spielt die Staatskapelle Weimar.
Biographien
Marco Comin, geboren
1976 in Venedig, studierte Klavier bei Prof. Lovato und Komposition bei Prof. Priori am Conservatorio Di Musica Benedetto Marcello Venedig sowie Geschichte an der Università Ca' Foscari
Venedig. Von 2000-2004 absolvierte er ein Dirigierstudium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin bei Prof. Hans-Dieter Baum und Prof. Christian Ehwald. Er leitete Konzerte mit den
Berliner Symphonikern, dem Berliner Sinfonie-Orchester und der Magdeburgischen Philharmonie und ist musikalischer Leiter des Linos Kammerorchesters Berlin und der Solisti in Villa. Als
Pianist arbeitete er u.a. mit Julia Varady, Scot Weir, Christine Schäfer, Nadia Michael und Sherman Lowe zusammen.
Seit Beginn der Spielzeit 2005/06 ist Marco Comin als Zweiter Kapellmeister am DNT Weimar engagiert. Hier hat er seitdem Aribert Reimanns Melusine, Rossinis Othello, Offenbachs Pariser Leben, den Sommernachtstraum (nach Purcell), die Märchenoper Die Schneekönigin und den Musiktheater-Doppelabend Das Wundertheater/Der
Kaiser von Atlantis dirigiert. In der Spielzeit 2006/07 übernimmt er die musikalische Leitung von Nino Rotas Florentiner Hut und Händels Ariodante sowie die Wiederaufnahme des Nabucco und dirigiert Mozarts Così fan tutte.
Nils Cooper wurde 1976 in Bonn und studierte zunächst Jura und Geschichte in Freiburg im Breisgau. Von 1998 – 2003 schloss sich ein Gesangsstudium an der Hochschule für
Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main bei Berthold Possemeyer an. Nils Cooper war in Frankfurt Mitglied der Opernklasse und wirkte an zahlreichen Hochschulproduktionen mit.
Meisterkurse besuchte er bei Elisabeth Schwarzkopf, Rudolf Piernay und Claudia Eder. Als Preisträger der Kammeroper Schloss Rheinsberg wirkte er 2002 bei den Sommerfestspielen mit.
Gastverträge führten ihn an das Schauspiel Frankfurt, nach Darmstadt, zu den Göttinger Händelfestspielen und an das Aalto Theater Essen. Dem Weimarer Publikum ist er als „Schnock“ in der
Produktion „ein Sommernachtstraum“ bekannt. Seit 2003 wendete sich Nils Cooper stärker der Regie zu und assistierte an verschiedenen Opernhäusern in Deutschland. Seit 2005 ist er als
Regieassistent und Abendspielleiter am Aalto Theater Essen engagiert und arbeitete mit den Regisseuren Dietrich Hilsdorf, Michael Schulz, Barry Kosky und Caroline Gruber. Mit dem
„Florentiner Hut“ stellt sich Nils Cooper dem Publikum erstmals als Regisseur vor, im Januar 2007 folgt dann am Theater Bremerhaven „Julio Caesare“ von Georg Friedrich Händel.
Elena Meier-Scourteli stammt aus Athen. Sie studierte Kostümbild mit Schwerpunkt Gewandmeisterei in Johannesburg (Südafrika). 1961-1964 war sie stellvertretende Directrice bei Haute
Couture „Jeanne Stolianko“ in Helbrow (Südafrika), bevor sie 1965 in Athen ein eigenes Couture Atelier mit dem Schwerpunkt auf historischen und Theaterkostümen eröffnete. 1969 siedelte sie
nach Deutschland über, wo sie zunächst als Directrice bei Couture Wendt in Hamburg tätig war. Nach Erlangung ihres Gesellen- und Meisterbriefes wirkte sie von 1978 bis 1989 als
Obergewandmeisterin (Damen) am Staatstheater Kiel. 1989 bis 2006 war sie Kostümdirektorin am Staatstheater Mainz. Parallel zu diesen Festengagements wirkte sie freischaffend als
Kostümbildnerin in Bonn, Berlin-Rheinsberg, bei den Oppenheimer Festspielen, den Hernsheimer Schlossfestspielen, für die Zuckmayer Gesellschaft, den Kultursommer Rheinland-Pfalz und für den
Fachbereich Gesang an der Mainzer Universität. 2005 entwarf sie die Kostüme für eine Produktion von Lortzings Zar und Zimmermann in Feldkirch und Köln.
In Weimar stellt sich Elena Meier-Scourteli in dieser Spielzeit erstmals dem Publikum vor. Sie entwarf die Kostüme für Nino Rotas musikalische Farce Der Florentiner Hut.
Thorsten Macht stammt aus Gelsenkirchen. Er ist gelernter Schreiner und absolvierte ein Mathematikstudium an der Universität Essen, bevor er 1996
als Ausstattungsassistent ans Essener Aalto-Theater ging. Dort war er als Bühnenbildner u.a. für die Produktion Die Fledermaus sowie für mehrere Ballette verantwortlich. 1999 stattete er am
Landestheater Neustrelitz die Gluck-Oper Orpheus und Eurydike aus; es folgte Im weißen Rössl am Nationaltheater Weimar. Verschiedene Arbeiten für das Off-Theater ergänzen seine Tätigkeit.
Thorsten Macht war Künstlerischer Mitarbeiter für das Bühnenbild zum Musical Vom Geist der Weihnacht (Oberhausen, Berlin, Köln). Im
Bereich der Kinderoper entwarf er die Bühne für Das Traumfresserchen und in dieser Spielzeit für die Mozart-Oper Bastien und Bastienne (Koproduktion mit dem Schauspiel Essen in der CASA). Am
Deutschen Nationaltheater ist Thorsten Macht in der Spielzeit 2006/07 als Bühnenbildner für Nino Rotas Florentiner Hut zu Gast.
Uwe Stickert, seit 2002
Ensemblemitglied des Deutschen Nationaltheater Weimar, erhielt bereits mit sieben Jahren Klavier- und Gesangsunterricht und vertiefte seine musikalische Ausbildung schon zu Schulzeiten
durch den Besuch des Spezialgymnasiums für Musik „Schloss Belvedere“ Weimar. Von 1993 -1999 studierte er dann an der HfM FRANZ LISZT Weimar bei Prof. Mario Hoff, während seines
Gesangsstudiums war er zusätzlich Mitglied der Liedklasse von Prof. Ludwig Bätzel. 1998 sang der damals 23jährige Tenor an der Komischen Oper Berlin, 2000 bis 2002 war Uwe Stickert an den
Städtischen Bühnen Heidelberg engagiert, wo er u.a. als „Mackie Messer“ in der „Dreigroschenoper“ und „Ferrando“ in "Cosi fan tutte" zu hören war. Am Deutschen Nationaltheater
Weimar feierte er große Erfolge in der gefürchteten Belcanto-Partie des „Rodrigo“ in Rossinis „Othello“ ebenso wie als „Belmonte“ in „Die Entführung aus dem Serail“.’ Im Konzertfach ersang
sich Uwe Stickert einen hervorragenden Ruf als Oratorien- und Liedsänger und gastierte u.a. mit den großen Bach-Passionen in Israel, Italien, China, der Schweiz und Frankreich. Hierbei
arbeitete er wiederholt mit namhaften Dirigenten wie Daniel Barenboim, Helmut Rilling, Jac van Steen, Carl St.Clair, George Alexander Albrecht und Christopher Hogwood. 2007 wird er erstmals
in der Dresdner Frauenkirche in Händels „Messiah“ zu hören sein. In der Spielzeit 2006/2007 wird er u.a. Mozarts „Ferrando“ und die Hauptpartie in „Der Florentiner Hut“ des Filmkomponisten
Nino Rota am Deutschen Nationaltheater Weimar übernehmen. [© Deutsches Nationaltheater Weimar]
www.nationaltheater-weimar.de
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La Forza Del Destino (Die Macht des Schicksals)
Melodramma in vier Akten
Musik: Giuseppe Verdi
Text: Francesco Maria Piave (nach dem Drama “Don Alvaro, o´ La fuerza del sino” von Angelo Perez de Saavedra
Uraufführung:
10. (22.) November 1862 (St. Petersburg, Kaiserliche Oper) 2. Fassung: 20. Februar 1869 (Mailand, Teatro alla Scala)
Zur konzertanten Aufführung der Oper Frankfurt: (in italienischer Sprache in Koproduktion mit der Alten Oper Frankfurt)
Musikalische Leitung: Paolo Carignani Chor: Alessandro Zuppardo
Marchese di Calatrava: Magnus Baldvinsson Leonora:
Alessandra Rezza Prezosilla: Michaela Schuster Don Carlo di Vargas: Zeljko Lucic y Don Alvaro: Antonello Palombi . Pater Guardiano:
Julian Konstantinov Melitone: Donato di Stefano Mastro Trabuco: Hans-Jürgen Lazar Curra: Nidia Palacios Alcalde: Gerard Lavalle Chirurgus:
Soon-Won Kang
Vorstellungen: Mittwoch, 27. April und Sonntag, 1. Mai 2005 jeweils in der Alten Oper Frankfurt.
La forza del destino von Giuseppe Verdi (1813-1901)
verdankt ihre Entstehung einem Kompositionsauftrag des St. Petersburger Opernhauses. Verdi überwachte die Uraufführungsvorbereitungen 1861 persönlich vor Ort, doch musste die Premiere wegen
Erkrankung der Primadonna um ein Jahr verschoben werden. Die Oper war zwar ein Erfolg, doch in Italien konnte sich niemand so recht mit ihr anfreunden. Erst Verdis Überarbeitung
insbesondere des Schlusses, die der Uraufführung der zweiten Fassung am 27. Februar 1869 an der Mailänder Scala zugrunde lag, brachte den erwünschten Erfolg auch in Italien.
Die
musikalische Leitung dieser konzertanten Aufführungen liegt bei Generalmusikdirektor Paolo Carignani, der in dieser Spielzeit neben seinen Frankfurter Aufgaben als Gast in Zürich, Brüssel,
Tokyo und Berlin dirigiert.
Trotz zukünftiger Verpflichtungen in London und New York bleibt Ensemblemitglied Zeljko Lucic (Alvaro) der Oper Frankfurt treu.
Zu den Sänger-Gästen: Die Italienerin Alessandra Rezza sang die Leonora bereits bei einem Tokyo-Gastspiel der Mailänder Scala unter Riccardo Muti. Weitere Stationen ihrer Karriere sind
Berlin, Göteborg, Turin und Verona.
Die deutsche Mezzosopranistin' Michaela Schuster (Prezosilla) stellte sich in Frankfurt bereits 2002/03 als Florinda in Schuberts Fierrabras
vor. An den großen deutschen Opernhäusern reüssierte sie bisher vor allem im Wagner-Fach.
Des Grieux in Puccinis Manon Lescaut führte den italienischen Tenor Antonello
Palombi (Alvaro) bereits zum Glyndebourne-Festival, an die Oper Frankfurt und das Münchner Nationaltheater. Zudem gastierte er in Zürich und Seattle.
Der Bulgare Julian Konstantinov (Pater Guardiano) verkörperte den Roger in der konzertanten Aufführungen von Verdis Jerusalem in der Alten Oper 2002/03. Zudem gastiert er an den Bühnen von
München. Paris, Mailand und New York.
Donato di Stefano (Melitone) sang in Frankfurt bereits 2003/04 den Bartolo in Rossinis Barbiere. Auch er ist gern gesehener Gast in Berlin, Salzburg und Mailand.
Die restlichen Partien sind aus dem bewährten Ensemble der Oper Frankfurt besetzt.
Zur Handlung:
Don Alvaro liebt Leonora und tötet bei einem Fluchtversuch versehentlich deren Vater. Verfolgt von ihrem Bruder
Don Carlo sucht Leonora Schutz in einem Kloster. Sie glaubt sich von Alvaro verlassen, während dieser wiederum seine Geliebte für tot hält und auf dem Schlachtfeld ehernvoll sterben will.
Dort trifft er auf Carlo, ohne in ihm anfangs den Bruder Leonoras zu erkennen. Nachdem dieser die wahre Identität Alvaros erfahren hat, treffen die beiden Männer schließlich im Kampf vor der
Einsiedelei Leonoras aufeinander. Schwer verletzt kann Carlo die Schwester töten, bevor er selbst stirbt. (Q. & ©: Oper Frankfurt)
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