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Oper, Stückeinfo: E
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Ein Sommernachtstraum Oper in drei Akten
Von: Benjamin Britten Libretto:
Benjamin Britten und Peter Pears nach William Shakespeare Uraufführung: 11. Juni 1060 (Aldeburgh, Jubilee Hall)
Zur Inszenierung des Theater Magdeburg:
Premiere: 26. Januar 13
Musikalische Leitung:
Pawel Poplawski Regie / Bühne: Aniara Amos Bühne: Paula Wellmann Kostüme: Sarah Rolke, Paula Wellmann Chor: Martin Wagner
Mit:
Gerald Thompson, Julie Martin du Theil, Heide Kalisch, Johannes Stermann, Ks. Undine Dreißig, Andreas Früh, Kartal Karagedik, Lucia Cervoni, Anneli Lindfors, Martin-Jan Nijhof, Paul
Sketris, Manfred Wulfert, Mario Solimene, Markus Liske, Roland Fenes
»Sind wir erwacht? Mir ist, als fesselt’ Schlaf uns noch und Traum.« – Das Herrscherpaar des Elfenreiches, Oberon
und Titania, hat sich entzweit, woraufhin Oberon Titania mit einem Liebestrank eine Lektion erteilen will. Die Naturgeister ziehen auch vier junge Leute in ihre Auseinandersetzung hinein:
Hermia flieht mit ihrem Geliebten Lysander vor Demetrius, der sie heiraten will. Demetrius wiederum wird von Helena verfolgt, deren Liebe durch Demetrius’ Zurückweisung nur noch stärker
angefacht wird. Außerdem haben sich einige Handwerker in das Elfenreich zurückgezogen, die unter der Leitung des Webers Bottom die Tragödie von Pyramus und Thisbe zum Hochzeitsfest des
Herzogs Theseus einstudieren wollen. Der Liebestrank, zuerst in die Augen von Lysander, dann von Titania und schließlich von Demetrius geträufelt, bringt das Beziehungsgeflecht gehörig
durcheinander … Als Benjamin Britten 1959 einen Stoff für eine neue Oper suchte, fiel seine Wahl auf Shakespeares »Sommernachtstraum«, weil er dieses Stück wegen seiner prallen Personen
und der sich immer wieder neu verwickelnden Handlungsebenen besonders liebte. Britten fing den Geist des Originals kongenial ein – und vertonte bis auf einen einzigen Satz ausschließlich den
originalen Text. So wurde »Ein Sommernachtstraum« seine zauberhafteste Oper, die das Publikum durch ihre einzigartige Traumwelt bis heute in ihren Bann zieht. [© Theater Magdeburg]
www.theater-magdeburg.de
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Elektra Tragödie in einem Aufzug
Von: Richard Strauss Dichtung von:
Hugo von Hofmannsthal nach Sophokles
Uraufführung: 25. Januar 1909 (Dresden - Hoftheater)
Zur Inszenierung des Oldenburgischen Staatstheater:
Premiere: 11. Oktober 12
Musikalische Leitung: Roger Epple Inszenierung:K.D. Schmidt Bühne: Maren Greinke Kostüme: Britta Leonhardt Video: Valerie Vogt Dramaturgie:
Lars Gebhardt
Besetzung:
Herodes: Albert Bonnema Herodias: Saskia Klumpp Salome: Allison Oakes Jochanaan:
Derrick Ballard/ Peter Felix Bauer Narraboth: Daniel Ohlmann Ein Page der Herodias: Undine Mentzel Erster Jude: Michael Pegher Zweiter Jude:
Mykola Pavlenko Dritter Jude: Sandro Monti Vierter Jude: Ihor Salo Fünfter Jude: Alwin Kölblinger Erster Nazarener: Benjamin LeClair
Zweiter Nazarener: Andreas Lütje Erster Soldat: Philip Zehnoff Zweiter Soldat: Leonard Katarzynski Ein Kapadozier: Toshihiko Matsui Ein Skalve:
Daniela Köhler
Statisterie des Oldenburgischen Staatstheaters Oldenburgisches Staatsorchester
Die biblische Marginalie vom dekadenten Hof des Herodes Antipas, Tetrarch von
Jerusalem, und dem Schicksal des Jochanaan (Johannes, der Täufer) im Markus- und Matthäus-Evangelium war um die Wende zum 20. Jahrhundert ein prägender Stoff in Bildender Kunst und Literatur.
Salome, Tochter der mit Herodes verheirateten Herodias, wurde zu der Vertreterin des Fin de Siècle: Femme fatale und femme enfant, fille fragile und Hure vereinen sich in dieser Figur, die
neben Lulu zum Typus des Urweibes werden sollte.
Wir sehen eine Gesellschaft am Abgrund: Salome ist fasziniert von dem gefangenen Propheten Jochanaan, der so anders ist als alles, was
sie aus ihrer von Materialität geprägten Welt kennt – und der sie brüsk abweist. Ihre Liebe schlägt in Hass um. Herodes zieht es jedoch selbst zu der Kindfrau Salome: Wenn sie für ihn tanzt,
soll sie alles bekommen, was sie will – sie fordert den Kopf des Jochanaan. Entspringt die Forderung dieses blutigen Opfers zunächst einer rein privaten Begierde, realisiert Salome im Verlauf
ihres Schlussmonologs die politische Tragweite ihrer Entscheidung. Privater und öffentlicher Mensch fallen hier in einem Moment höchster Entäußerung zusammen. Mit ihrer von der Sehnsucht nach
einer anderen Welt geprägten Forderung markiert Salome den Endpunkt eines pervertierten Systems und sprengt mit ihrer Obsession die Grenzen der Gesellschaft. Von Anfang an verbreitet die
Musik Unbehagen, evoziert Bilder einer Sommernacht, aber verströmt auch eine erschütternde Kälte. Strauss’ kühne und revolutionäre Musiksprache erzählt voller Konsequenz und mit allen
Abgründen von einer Gesellschaft im Umbruch. Der leitende Schauspielregisseur K.D. Schmidt wird Salome in Szene setzen, an das Pult des Oldenburgischen Staatsorchesters tritt der neue
Generalmusikdirektor Roger Epple. [© Oldenburgisches Staatstheater]
www.staatstheater.de
Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:
Premiere: 7. September 12
Musikalische Leitung: Hermann Bäumer Inszenierung: Tilman Knabe Bühne: Annika Haller Kostüme: Mareike Uhlig Studienleitung: Michael Millard
Musikalische Einstudierung: Clemens Heil/Mino Marani Choreinstudierung: Sebastian Hernandez Laverny Dramaturgie: Carsten Jenß Beleuchtung:
Alexander Dölling Regieassistenz: Georg Schütky Bühnenbildassistenz: Kathrin Krause Kostümassistenz: Valerie Hirschmann Inspizienz: Eckhard Wagner
Soufflage: Franz Pohl
Besetzung:
Klytämnestra: Sanja Anastasia Elektra: Ruth Staffa Chrysothemis: Helen Lyons Aegist:
Alexander Spemann Orest: Heikki Kilpeläinen Pfleger des Orest: Dietrich Greve Vertraute: Aviva Piniane Schleppträgerin: Susanne Thomas
Junger Diener: Patrick Hörner Alter Diener: Seok-Gill Choi Aufseherin: Julia Bell 1. Magd: Katja Ladentin 2. Magd: Anke Steffens 3. Magd:
Patricia Roach 4. Magd: Tatjana Charalgina 5. Magd: Vida Mikneviciute
Chor des Staatstheaters Mainz Philharmonisches Staatsorchester Mainz
Besprechung auf kulturfreak.de
Elektra Staatstheater Mainz
Die Aufseherein (Julia Bell), Die vertraute (Aviva Piniane), Klytämnestra (Sanja Anastasia), Die Schleppträgerin (Susanne Thomas) © Martina Pipprich
www.staatstheater-mainz.de
Zur Inszenierung der Oper Leipzig:
Premiere: 16. April 11
Musikalische Leitung:
Ulf Schirmer Inszenierung: Peter Konwitschny Bühne, Kostüme: Hans-Joachim Schlieker Licht: Manfred Voss Choreinstudierung: Stefan Bilz
Besetzung:
Elektra: Janice Baird Chrysothemis: Gun-Brit Barkmin Klytämnestra: Doris Soffel / René Morloc (13.6.) Orest: Tuomas Pursio Aegisth:
Viktor Sawaley Pfleger des Orest: Roman Astakhov Die Vertraute: Olena Tokar Die Schleppträgerin: Ines Reintzsch / Eliza Rudnicka Junger Diener:
Keith Boldt / Hans Kittelmann (24.4.) Alter Diener: Bernd Zettisch / Alois Treml Aufseherin: Ulrike Helzel Erste Magd: Claudia Huckle Zweite Magd:
Lena Belkina Dritte Magd: Jean Broekhuizen / Elisabeth Halling Vierte Magd: Viktorija Kaminskaite Fünfte Magd: Soula Parassidis
Chor der Oper Leipzig
Gewandhausorchester
Die Richard Strauss Oper erzählt die Familiengeschichte der fluchbeladenen Atriden weiter und
passt damit im Spielplan der Oper Leipzig genau zwischen Glucks „Iphigenie in
Aulis“ und „Iphigenie auf Tauris“. Strauss kannte beide Werke gut – letzteres hatte er 1889 für die Weimarer Hofoper bearbeitet und damit ein von Liszt mit Wagner für Weimar
geplantes Projekt endlich ausgeführt.
Musikalisch entfernt sich seine „Elektra“ jedoch weit von Gluck und ist am ehesten mit „Salome“ vergleichbar in ihrer Modernität, die alle überkommenen Normen sprengt. Ganz
modern sind auch die explodierenden Aggressionen und Ängste aller Figuren am Königshof von Mykene, für die der von Hans-Joachim Schlieker entworfene Bühnenraum ein
luxuriöses, aber beklemmendes Gefängnis darstellt. Peter Konwitschnys Regieansatz für „Elektra“ ist wie immer ein gesellschaftspolitischer, in diesem Fall gleichzeitig aber auch
ein tiefenpsychologischer, legt er doch besonderes Augenmerk auf die in der Oper selbst nicht thematisierte Vorgeschichte der Protagonistin: Als Kind wurde Elektra Zeugin der
Ermordung ihres Vaters Agamemmnon, angezettelt von der eigenen Mutter Klytämnestra. Von dieser traumatischen Erfahrung wird sie sich nicht mehr erholen, ein normales
Familienleben ist für sie nicht lebbar. Als einziges Lebensziel bleibt ihr die Rache an ihrer Mutter und all denjenigen, die in irgendeiner Form mit ihr in Verbindung stehen.
Den Abend leitet GMD Ulf Schirmer, der sich mit Opern- und CD-Produktionen bereits einen Namen als Strauss-Experte machte. Das Gewandhausorchester und das exzellente
Sängerensemble versprechen eine Aufführung der Spitzenklasse, wenn die in Städten wie. Paris, Berlin, Wien, Tokio gefeierte Janice Baird als Elektra neben Grun-Brit Barkmin
auf der Bühne steht, welche als ihre Schwester Chrysothemis an die Oper Leipzig zurückkehrt, wo sie in der letzten Saison als Elsa im „Lohengrin“ allgemein bewundert wurde.
Ebenfalls hochkarätig besetzt ist die Partie der Klytämnestra, für die mit Doris Soffel und Renée Morloc gleich zwei international bekannte Sängerinnen verpflichtet wurde. [©
Oper Leipzig]
Weitere Aufführungen: 24. April / 1. Mai / 13., 18. Juni 2011
www.oper-leipzig.de
Zur Inszenierung der Komischen Oper Berlin:
Premiere: 10. April 11
Musikalische Leitung:
Alexander Vedernikov Inszenierung: Thilo Reinhardt Bühnenbild: Paul Zoller Kostüme: Katharina Gault Dramaturgie:
Ingo Gerlach Licht: Rosalia Amato
Besetzung:
Herodes: Andreas Conrad Herodias: Christiane Oertel Salome:
Morenike Fadayomi Jochanaan: Egils Silins Narraboth: Joska Lehtinen Ein Page der Herodias: Karolina Gumos Erster Jude:
Christoph Schröter Zweiter Jude: Peter Renz Dritter Jude: Matthias Siddhartha Otto Vierter Jude: Thomas Ebenstein Fünfter Jude:
Marko Spehar Erster Nazarener: Jan Martinik Zweiter Nazarener: Chorsolist Erster Soldat: Hans-Peter Scheidegger Zweiter Soldat:
Adam Cioffari Ein Kappadozier: Ipca Ramanovic
www.komische-oper-berlin.de
Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:
Premiere: 1. Mai 10 (Eröffnung der Internationalen Maifestspiele Wiesbaden)
Musikalische Leitung: Marc Piollet Regie: Rebecca Horn Kostüme: Amélie Haas Licht: Andreas Fuchs Video: Dirk Schulz
Choreinstudierung: Christof Hilmer Dramaturgie: Bodo Busse
Die Galagäste sind:
Elektra: Lisa Livingston Klytämnestra: Renée Morloc
Chrysothemis: Janice Dixon
Mit: Orest: Bernd Hofmann Aegisth: Eberhard Francesco Lorenz Der Pfleger des Orest: Hye-Soo Sonn Die Vertraute:
Petra Urban Die Schleppträgerin: Alma De Lon Ein junger Diener: Jonas Gudmundsson Ein alter Diener: Axel Wagner Die Aufseherin: Annette Luig
1. Magd: Merit Ostermann 2. Magd: Simone Brähler 3. Magd: Ute Döring 4. Magd: Sharon Kempton 5. Magd: Betsy Horne Ein Tänzer:
Antonio Paucar
Orchester, Chor und Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
www.staatstheater-wiesbaden.de
Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
Premiere: 3. Februar 06 Wiederaufnahme Saison 2008/09: 11. April 09 Wiederaufnahme Saison 2006/07: 2. Februar 07
Musikalische Leitung: Lothar Zagrosek / Michael Boder Inszenierung: Falk Richter
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Orest Tichonov Bühnenbild: Alex Harb Kostüme: Martin Kraemer Dramaturgie: Hendrikje Mautner Licht: Olaf Winter
Besetzung:
Elektra: Caroline Whisnant / Susan Bullock -Caroline Whisnant / Caroline Whisnant / Jeanne-Michèle Charbonnet (19. April 2009) Klytämnestra: Ingrid Tobiasson / Renée Morloc (3. & 9. Feb. 06) / Ingrid Tobiasson / Elzbieta Ardam (ab 18. Feb.07) / Tichina Vaughn Chrysothemis:
Ann-Marie Backlund / Ann-Marie Backlund / Sonja Mühleck
Ägisth: Hans-Jürgen Lazar / Frank van Aken / Richard Cox
Orest: Peteris Eglitis / Gregory Frank / Simon Bailey Pfleger des Orest: Gérard Lavalle / Gérard Lavalle / Dietrich Volle Junger Diener: Peter Marsh / Michael McCown (9., 23. Februar 06) / Peter Marsh / Peter Marsh Aufseherin: Sonja Mühleck / Sonja Mühleck / Sophie Angebault / Barbara Zechmeister (9. Mai 2009 Mägde:
Hiromi Mori, Annette Stricker, Jenny Carlstedt, Katharina Kutsch, Barbara Zechmeister / Stella Grigorian, Annette Stricker, Jenny Carlstedt, Elin Carlsson, Barbara
Zechmeister / Katharina Magiera, Yvonne Hettegger, Jenny Carlstedt, Katrin Frey, Anna Ryberg
grün = Wiederaufnahme 06/07 lila = Wiederaufnahme 08/09
Besprechung WA 2009 Besprechung WA 2006
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Elektra Oper Frankfurt Chrysothemis (Ann-Marie Backlund; 2004) Foto: Barbara Aumüller
„Diese fantastisch besetzte Aufführung macht Gänsehaut.“ So wurde in einer Rezension über die Neuinszenierung der Elektra von Richard Strauss (1864-1949) aus der
Spielzeit 2004/05 berichtet. In der Tat konnte Falk Richter, der zu den wichtigsten Regisseuren und Autoren der jüngeren Generation zählt, mit seiner ersten Frankfurter
Inszenierung einen überragenden Erfolg verbuchen.
Zum Inhalt: König Agamemnon wurde heimtückisch von seiner Frau Klytämnestra und deren Liebhaber Ägisth ermordet. Seither ist Elektra besessen vom Gedanken an Rache.
Sie gräbt das Beil aus, mit dem ihr Vater erschlagen wurde, kann jedoch ihre Schwester Chrysothemis nicht überreden, ihr zu helfen. Schließlich erkennt sie in einem Boten den
tot geglaubten Bruder Orest. Als dieser die Rache vollzieht, hat Elektra ihr Ziel erreicht. In ekstatischem Taumel tanzt sie sich zu Tode.
Anlässlich ihrer dritten Wiederaufnahme nach der Premiere am 2. Oktober 2004 kehrt in der Titelpartie die Amerikanerin Caroline Whisnant nach Frankfurt zurück, wo sie
alternierend mit Susan Bullock die Elektra bereits mehrfach gesungen hat. Zum Frankfurter Repertoire der dem Ensemble des Nationaltheaters Mannheim angehörenden Sängerin
zählen zudem Verdis Lady Macbeth und Regan in Aribert Reimanns Lear. In der zuletzt genannten Produktion war auch Jeanne-Michèle Charbonnet als Goneril zu erleben; nun
ist die international gefragte Amerikanerin alternierend auch erstmals als Elektra am Main besetzt. Zudem weist der Programmzettel weitere Neubesetzungen auf: So steigt
Tichina Vaughn als Klytämnestra neu in die Inszenierung ein, nachdem sie sich kürzlich dem Frankfurter Opernpublikum als Eboli in Verdis Don Carlo vorgestellt hat. Nach
langjähriger Zugehörigkeit zum Ensemble der Staatsoper Stuttgart unter Klaus Zehelein ist sie inzwischen freischaffend tätig. Aus dem Ensemble verkörpern erstmals in dieser Produktion Sonja Mühleck – nachdem sie zuvor bereits die Partie der Aufseherin übernommen hatte – Elektras Schwester Chrysothemis sowie Richard Cox die Partie des
Ägisth. Ensemblemitglied Simon Bailey hingegen ist erneut als Orest zu erleben, nachdem er diese Partie in Repertoirevorstellungen der Oper Frankfurt bereits mehrfach
verkörpert hat. Der britische Bassbariton gastierte im Sommer 2008 als Zuniga in Bizets Carmen beim Glyndebourne Festival, gefolgt von Auftritten als Mozarts Figaro an der
Mailänder Scala im Herbst desselben Jahres. Neben verschiedenen Neubesetzungen kleinerer Partien sind auch wieder zahlreiche mit der Inszenierung vertraute
Sängerinnen und Sänger zu erleben. Die musikalische Leitung übernimmt Michael Boder, der seine Karriere in den achtziger Jahren als Assistent Michael Gielens in Frankfurt
begann. Ab 2008/09 ist er Nachfolger von Sebastian Weigle auf der Position des Generalmusikdirektors am Gran Teatre del Liceu in Barcelona. [© Oper Frankfurt]
www.oper-frankfurt.de
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Emilia di Liverpool Dramma semi-serio in zwei Akten
Von Gaetano Donizetti
Uraufführung: July 28, 1824 (Neapel, Teatro Nuovo) Deutsche Erstaufführung: 27. März 2010 (Nürnberg, Staatstheater Nürnberg)
Zur Inszenierung des Staatstheater Nürnberg: In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Premiere: 27. März 10 (Deutsche Erstaufführung)
Musikalische Leitung: Guido Johannes Rumstadt Inszenierung: Andreas Baesler Bühne: Harald Thor
Kostüme: Gabriele Heimann Choreinstudierung: Edgar Hykel Dramaturgie: Judith Debbeler
Besetzung: Emilia di Liverpool:
Hrachuhí Bassénz/Leah Gordon Claudio di Liverpool: Kurt Schober/Melih Tepretmez Frederico: Martin Nyvall Don Romualdo: Rainer Zaun Il Comte:
Andrew Finden/Melih Tepretmez Luigia: Audrey Larose Zicat Candida: Therese Fauser
www.staatstheater-nuernberg.de
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Die Entführung aus dem Serail Deutsches Singspiel in drei Aufzügen KV 384
Musik: Wolfgang Amadeus Mozart
Text: Johann Gottlieb Stephanie d. J. Uraufführung: 16. Juli 1782 (Wien, Burgtheater)
Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
Premiere: 19. Oktober 03
Wiederaufnahme Saison 2010/2011: 18. März 11 Wiederaufnahme Saison 2005/2006: 18. November 05
Musikalische Leitung der Wiederaufnahmen:
Johannes Debus / Hartmut Keil / Michael Güttler Regie: Christof Loy Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Ute M. Engelhardt Bühnenbild und Kostüme: Herbert Murauer Licht: Olaf Winter Chor: Alessandro Zuppardo / Matthias Köhler
Besetzung:
Konstanze: Diana Damrau / Laura Aikin (1., 4., 21., 31. Dezember 2005) / Brenda Rae Blonde: Alexandra Lubchansky / Mari Eriksmoen
Belmonte: Shawn Mathey / Edgaras Montvidas (21., 31. Dezember 2005) / N.N. Pedrillo: Peter Marsh / Julian Prégardien / Peter Marsh Osmin: Andreas Hörl / Gregory Frank (26. November, 12., 16., 31. Dezember 2005) / Thorsten Grümbel Bassa Selim: Edgar M. Böhlke (18., 20. November 2005) / Christoph Quest / Christoph Quest
grün = Wiederaufnahme Saison 2010/2011
Zur Wiederaufnahme in der Saison 2010/2011: Einer der Höhepunkte der Intendanz
von Bernd Loebe an der Oper Frankfurt war die Inszenierung der Entführung aus dem Serail von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) in der Spielzeit 2003/04. Presse und Publikum zeigten sich
nach der Premiere am 19. Oktober 2003 gleichermaßen überzeugt ,,Bravo für ein Musiktheaterereignis von Rang", war in einer der begeisterten Kritiken zu lesen. Nun wird die
Erfolgsproduktion von Christof Loy, der sowohl 2003 als auch 2004 als ,,Regisseur des Jahres" ausgezeichnet wurde, zum vierten Mal wiederaufgenommen. Die damalige Übertragung im
Radioprogramm des Hessischen Rundfunks sowie ein TV-Mitschnitt des HR - auch auf DVD erhältlich — in Zusammenarbeit mit dem Kultursender Arte sprechen für die Qualität dieser Arbeit. Christof
Loy legte in der Zwischenzeit zahlreiche weitere akklamierte Frankfurter Produktionen vor, darunter Gounods Faust, Mozarts La clemenza di Tito, La finta semplice und Cosi fan tutte sowie
Verdis Simon Boccanegra und Strauss’ Arabella. Zu seinen jüngsten Arbeiten gehören Verdis Les vepres siciliennes und Lehárs Die lustige Witwe am Grand Theatre de Geneve sowie Strauß´ Die
Fledermaus an der Oper Frankfurt; zudem wird er 2011 für Strauss’ Die Frau ohne Schatten zu den Salzburger Festspielen zurückkehren.
Mozart komponierte sein Singspiel 1782 für das
Wiener Burgtheater: Der junge spanische Edelmann Belmonte möchte seine Braut Konstanze, deren Zofe Blonde und seinen Diener Pedrillo aus dem Serail des hohen türkischen Würdenträgers Bassa
Selim befreien. Die Flucht scheitert im letzten Augenblick und die Gefangenen werden vor den Bassa geführt. Dieser schenkt ihnen jedoch, statt Rache zu nehmen, die Freiheit. Seinem
widerstrebenden Aufseher Osmin erklärt er, dass es keinen Sinn habe, Andersdenkende gegen ihren Willen überzeugen zu wollen.
Die Wiederaufnahme wartet mit einer Reihe von
Neubesetzungen aus dem Ensemble auf: Brenda Rae fügt mit der Konstanze ihrem Frankfurter Repertoire eine weitere Partie hinzu, nachdem sie kürzlich als Angelica in Vivaldis Orlando furioso
sowie als Olympia in Offenbachs Hoffmanns Erzählungen auf sich aufmerksam gemacht hat. Seit 2010 ist Simon Bode Mitglied des Frankfurter Opernstudios. Als Belmonte verkörpert er erstmals eine
Hauptpartie auf der Bühne des Großen Hauses. Thorsten Grümbel hat sich 2010/11 bisher als Philipp ll. in Verdis Don Carlo sowie als Sarastro in Mozarts Die Zauberflöte präsentiert und darf
nun als Osmin auch sein komisches Talent zur Geltung bringen. Die norwegische Koloratursopranistin Mari Eriksmoen gastiert als Blonde erstmals an der Oper Frankfurt. Ausgebildet in ihrer
Heimat sowie in Paris und Kopenhagen gehören zu ihren jüngsten Engagements Barbarina in Mozarts Le nozze di Figaro an der Königlichen Oper von Kopenhagen sowie Mallika in der Uraufführung von
Gisle Kverndokks Around the world in 80 days an der Norwegischen Staatsoper in Oslo. Zerbinetta in Strauss’ Ariadne auf Naxos in der Regie von Harry Kupfer führte sie kürzlich an das Theater
an der Wien. Wie in der Premiere sind Christoph Quest als Bassa Selim und Peter Marsh als Pedrillo besetzt. Michael Güttler, Sohn des Trompeters Ludwig Güttler, gibt als Dirigent dieser
Wiederaufnahme sein Debut an der Oper Frankfurt. Seit 2002 ist er Permanent Guest Conductor des Marijnski-Theaters in St. Petersburg, wo er ein umfangreiches Repertoire dirigiert. Mit Verdis
Rigoletto debütierte er im November 2010 an der Wiener Staatsoper, wo er später auch die musikalische Leitung von Rossinis ll barbiere di Siviglia übernimmt. Eine regelmäßige Tätigkeit als
Gastdirigent verbindet ihn außerdem mit zahlreichen renommierten Orchestern und Theatern im In- und Ausland. [© Oper Frankfurt]
www.oper-frankfurt.de
Koproduktion mit Théâtre Royal de la Monnaie, Brüssel
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Erwin, das Naturtalent Familienoper (ab 8 Jahren)
Komposition: Mike Svoboda Libretto: Manfred Weiss
Uraufführung: 19. November 2005 (Stuttgart, Kammertheater Stuttgart)
Zur Inszenierung der Oper Chemnitz:
Premiere: 12. März 10 (Opernhaus / Drehbühne)
Musikalische Leitung: David Marlow Inszenierung: Sabine Sterken Bühne und Kostüme: Martin Rupprecht Choreografie: Wolfgang Maurer
mit: Erwin: Inga Lampert
Rosa: Susanne Thielemann Prof. Hoggins: Matthias Winter Amalia-Bernadette: Kerstin Randall Giraffe Gila / Modedesignerin Schnief Seng-Loreng:
Sylvia Schramm-Heilfort Löwe Leopold / Starfrisör Massimo Calvolino / Kritike: Peter Heber Elefant Ravi / Herr Schneider, der Schneider: Martin Gäbler
Geier / Fotograf Yasuhiko Suturobo / Komponist Gian-Carlo Bastonelli / Showmaster DWS: Ireneusz Rosinski
Projektchor der Oper Chemnitz Musiker der Robert-Schumann-Philharmonie
Zum Inhalt: Eine Insel – irgendwo in der südwestöstlichen Südsee. Spaß und gute Laune sind an der Tagesordnung
und die „Dschangelkings“ heizen mit ihrem fetzigen Sound der Partygesellschaft ordentlich ein. Vor allem Erwin, der Frontman der Band, begeistert durch sein wahnsinniges Gesangstalent, und
alle Herzen fliegen ihm zu. Auch Rosa, eine geheimnisvolle Inselbewohnerin, ist heimlich in Erwin verliebt. Als eines Tages Professor Hoggins auf seinen Forschungsreisen die Insel betritt,
ist er von Erwins Talent so begeistert, dass er ihn in die Großstadt lockt, um ihn dort gemeinsam mit Managerin Amalia-Bernadette zum Superstar aufzubauen. Erwin erobert die Welt im Sturm und
füllt die größten Konzertsäle. Doch schnell lernt Erwin auch die Schattenseite des Ruhmes kennen: Stress und Erschöpfung lassen ihn kaum schlafen, er fühlt sich einsam und bekommt Heimweh,
bis er plötzlich einen Entschluss fasst ...
Die Familienoper: Die spannend-jazzige Musik zu dieser Familienoper
stammt aus der Feder von Mike Svoboda, dem derzeitigen Chemnitzer Composer-in-residence. Zu Motiven aus Volker Kriegels Kinderbuch „Erwin mit der Tröte“ hat er einen schmissigen Beat
gefunden, der die Zuschauer nicht mehr los lässt. Musiker und Sänger sind zum Greifen nah und lassen die Oper in nächster Nähe entstehen: Düsenjets, Helikopter, pfeifende Heizkörper, eine
Elefantenrüssel-Dusche, eine Hotelzimmer-Schlägerei mit Eifersuchts-Szene und einer sich selbst in den hysterischen Wahnsinn singende Koloratur-Managerin lassen die Spannung bis zum finalen
Happy-End ansteigen. Rasante 90 Minuten lang konkurrieren Insel- und Stadtwelt, Lärm und Ruhe, Anstrengung und Entspannung miteinander. Mittendrin (zwischen Dschungelidylle und
Großstadtlärm): die Zuschauer / Drumherum: Musiker, Projektchoristen, Solisten, Scheinwerfer, Dekorationen und Geräuschkulissen – eine Abenteuerreise in die Vielfalt der Musik wird zum Spaß
für Jung und Alt.
Der Komponist: Mike Svoboda wurde 1960 auf der Pazifikinsel Guam geboren, wuchs in Chicago auf
und kam 1981 nach Abschluss seiner Studien (Komposition und Dirigieren) dank eines Kompositionspreises nach England und Deutschland. Eher zufällig wurde die Posaune zu seinem Hauptinstrument
als Interpret in klassischer, zeitgenössischer und populärer Musik.
Entscheidend für seine Entwicklung war die Zusammenarbeit mit dem Komponisten Karlheinz Stockhausen. So verkörperte er u. a. in Stockhausens großem Opernzyklus
„Licht“ die Hauptrolle des Luzifer, verbunden mit Gastspielen an der Royal Opera Covent Garden, der Mailänder Scala und anderen Opernhäusern. Svoboda, oft gleichzeitig Komponist und
Interpret, überschreitet immer wieder bewusst die vermeintlichen Grenzen zwischen U- und E-Musik. Die meisten seiner Projekte realisiert er mit seinem eigenen „mike svoboda ensemble“.
Außerdem spielt er in verschiedenen Jazzformationen sowie als Solist mit namhaften Orchestern (u. a. Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Orchester des Bayerischen, des Westdeutschen und des
Südwestdeutschen Rundfunks, Bamberger Symphoniker, Ensemble Modern, Schönberg Ensemble, KlangForum Wien). Seit vielen Jahren arbeitet er mit dem Dramatiker Manfred Weiss zusammen, der auch
die Libretti zu Svobodas Opern „Der unglaubliche Spotz“ und „Erwin, das Naturtalent“ geschrieben hat. [© Die Theater Chemnitz]
www.theater-chemnitz.de
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Esclarmonde Oper in vier Akten
Von: Jules Massenet Uraufführung:
15. Mai 1889 (Paris, Opéra-Comique im Théâtre Lyrique) Deutsche Erstaufführung: 26. Mai 2013 (Dessau, Anhaltisches Theater)
Zur Inszenierung des Anhaltischen Theater Dessau:
Premiere: 26. Mai 13 (Deutsche Erstaufführung)
Musikalische Leitung: Daniel Carlberg Inszenierung: Roman Hovenbitzer Bühne & Kostüme: Tilo Steffens Choreinstudierung: Helmut Sonne
Dramaturgie: Felix Losert
Besetzung:
Parséis: Rita Kapfhammer Esclarmonde: Angelina Ruzzafante Ènéas: David Ameln
König Cléomer von Frankreich: Kyung-Il Ko Roland: Sung-Kyu Park Kaiser Phorcas: Ulf Paulsen Bischof von Blois: Nico Wouterse
u.a.
Anhaltische Philharmonie Opernchor und Extrachor des Anhaltischen Theaters
Mit der Oper „Esclarmonde“ des Romantikers Jules Massenet bringt das Anhaltische Theater – anlässlich des
Jubiläumsjahrs 2013, in dem Deutschland und Frankreich den 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags begehen, eine große französische Oper als deutsche Erstaufführung auf die
Bühne. Violaine Varin, Kulturattachée der französischen Botschaft und Leiterin des Institut français Sachsen-Anhalt, übernimmt die Schirmherrschaft für die Dessauer „Esclarmonde“, die am 26.
Mai um 17 Uhr ihre Premiere hat.
Nach „Die Stumme von Portici“ [2009/10] in der Inszenierung von André Bücker stellt das Anhaltische Theater mit „Esclarmonde“ erneut eine äußerst
selten zu sehende französische Oper des 19. Jahrhunderts vor. Im reichen Schaffen von Jules Massenet, dessen Opern „Manon“ und „Werther“ regelmäßig gespielt werden, hat sich mit „Esclarmonde“
ein großes Werk gefunden, dass bisher noch nie in Deutschland zu erleben war. Dabei war nicht nur der Komponist von ihrer Qualität überzeugt, sondern auch das Publikum der Uraufführung 1889 –
„Esclarmonde“ lief in den ersten zwei Jahren über 200 Mal vor vollem Haus.
Die Oper erzählt nach einem mittelalterlichen Ritterroman eine Art romantisches Märchen für Erwachsene: Der
alte Kaiser dankt ab und übergibt die Krone sowie seine gefürchteten Zauberkräfte seiner Tochter Esclarmonde – unter einer Bedingung: Bis zur vorbestimmten Hochzeit mit einem Ritter, der
durch ein Turnier gefunden werden soll, darf kein Mann Esclarmonde sehen. Esclarmonde setzt sich jedoch über das Verbot hinweg und geht eine Liaison mit dem heldenhaften Ritter Roland ein.
Als Roland die Hand der französischen Königstochter angeboten wird, sieht er sich in die Enge getrieben und gesteht die Verbindung zu der Zauberin. Als Esclarmondes Vater davon erfährt, lässt
er das Turnier sofort ausrufen. [© Anhaltisches Theater Dessau]
Termine: 26. Mai, 2., 15. und 29. Juni 13 – jeweils um 17 Uhr im Großen Haus
Tickets und Informationen
unter: [0340] 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder bei den Vorverkaufsstellen (Rathaus-Center, Theater und Tourist-Information Roßlau) sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
Ticketbestellungen inkl. Bustransfer unter: [0340] 2511 222 und besucherring@anhaltisches-theater.de.
www.anhaltisches-theater.de
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L’espace dernier Musiktheater in vier Teilen
Von: Matthias Pintscher
Nach Texten und Bildern rund um das Leben und Schaffen von Arthur Rimbaud
Uraufführung: 23. Februar 2004 (Paris, Opéra Bastille) Deutsche Erstaufführung:
17. Mai 2008 (Frankfurt, Alte Oper; in Kooperation mit der Oper Frankfurt und Köln Musik)
Zur konzertanten Aufführung der Oper Frankfurt: Koproduktion mit der Alten Oper Frankfurt und Köln Musik
Aufführung: 17. Mai 08 (Deutsche Erstaufführung):
Musikalische Leitung: Paolo Carignani Live-Elektronik: Christian Cluxen
Bassbariton: Ashley Holland
Sopran: Anu Komsi (anstatt der erkrankten Marisol Montalvo) Sopran: Barbara Zechmeister Tenor: Peter Marsh Koloratursopran: Alexandra Lubchansky
Mezzosopran: Claudia Mahnke L’Homme: Christoph Waltz La Femme: Isabelle Menke
SWR Vokalensemble Stuttgart (Einstudierung: Denis Comtet); Frankfurter Museumsorchester
Besprechung auf kulturfreak.de
Matthias Pintscher (* 1971) gilt als einer der erfolgreichsten Komponisten unserer Zeit. Seine Studien begleiteten so bedeutende Persönlichkeiten wie Giselher Klebe, Hans
Werner Henze, Peter Eötvös, Helmut Lachenmann und Manfred Trojahn. Zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien würdigten und förderten sein Schaffen. Zudem kürten ihn bedeutende Institutionen
zum „composer in residence“, während namhafte Dirigenten seine Werke zur Aufführung brachten.
L’espace dernier entstand 2002/03 und ist die Summe einer großen Anzahl von Werken
Pintschers, die den Dichter Arthur Rimbaud (1854-1891) umkreisen. 2004 in Paris uraufgeführt, handelt es sich bei der konzertanten Vorstellung in Frankfurt um die Deutsche Erstaufführung. Das
Werk ist groß angelegt; die Sängerbesetzung umfasst einen hochdramatischen Sopran, einen aus dem Charakterfach stammenden Bassbariton sowie einen hohen Spinto-Tenor. Hinzu treten 16
Vokalsolisten, aufgeteilt in acht Soprane und acht Mezzosoprane. Die Sprechpartien entstammen dem unmittelbaren Lebensumkreis des Dichters: „Die Frau“ verkörpert zugleich die Schwestern
Vitalie und Isabelle wie auch die Mutter, Rimbauds afrikanischer Diener und Begleiter Djami ist „Der Mann“. Erinnerungen erscheinen: Rimbauds obsessive Manie des Aufbruchs, sein
immerwährender Gestus des Verlassens, die Euphorie des vorübergehenden Daseins. Der Titel L’espace dernier bedeutet für Pintscher nicht nur den letzten Raum, sondern auch den „unergründlichen
Raum“. Text und Musik sind autonome Schichten. Nicht der Text führt die Kommunikation herbei, einzig der musikalische Raum ist bestimmend. Das Werk setzt sich ausschließlich aus authentischen
Texten zusammen. Dabei wird von Anfang an auf jede chronologische Schichtung und narrative Linie verzichtet. Kein „Lebenszusammenhang“ im Sinne einer organischen Gesamtheit wird behauptet,
ebenso wenig die gegenteilige Idee des Fragments als Entsprechung eines in Augenblicke aufgeteilten Lebens. Pintscher verfolgt keine Metaebene, sondern hält sich an die pure Phänomenologie
der Worte, an die nackte Tatsache, dass sie einmal gesprochen wurden.
Unter der musikalischen Leitung von Frankfurts Generalmusikdirektor Paolo Carignani sind Gäste und
Ensemblemitglieder der Oper Frankfurt besetzt. Angeführt werden sie von dem englischen Bassbariton Ashley Holland, dessen Verkörperung der Titelpartie von Detlev Glanerts Caligula 2006 noch
in bester Erinnerung sein dürfte. Ergänzt werden sie durch die beiden renommierten Schauspieler Christoph Waltz (L’Homme) und Isabelle Menke (La Femme) sowie das SWR Vokalensemble
(Einstudierung: Denis Comtet). [© Oper Frankfurt]
Vorprogramm zur konzertanten Aufführung in der Alten Oper Frankfurt:
17.00 Uhr, Mozart Saal: Aufbruch ins Innere. Der Komponist Matthias Pintscher, Film von Klaus Voswinckel (2007)
18.15 Uhr, Grosser Saal: Matthias Pintscher im Gespräch mit Norbert Abels, Chefdramaturg der Oper Frankfurt Freier Eintritt mit Ticket für die konzertante Aufführung
Preise: € 12 bis 58 inkl. 12,5% Vorverkaufsgebühr Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 oder online unter www.oper-frankfurt.de oder www.frankfurt-ticket.de erhältlich.
Gastspiel in der Kölner Philharmonie am Sonntag, 18. Mai 2008, um 20.00 Uhr
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Eugen Onegin (Jewgeni Onegin) Lyrische Szenen in drei Akten
Von: Peter I. Tschaikowski
Uraufführung: 17. (29.) März 1879(Moskau, Maly-Theater)
Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:
Premiere: 23. März 13
Musikalische Leitung:
Florian Csizmadia Inszenierung: Johannes Erath Bühne: Katrin Connan Kostüme: Katharina Tasch Licht: Alexander Dölling Choreinstudierung:
Sebastian hernandez-Laverny Dramaturgie: Carsten Jenss
Besetzung:
Eugen Onegin: Heikki Kilpeläinen / Patrick Pobeschin Tatjana:
Tatjana Charalgina Olga: Sanja Anastasia Lenski: Thorsten Büttner Gremii: José Gallisa Larina: Patricia Roach Filipjewna:
Katherina Marriott Saretzki: Dietrich Greve Triquet/Gillot: Ks. Jürgen Rust Ein Hauptmann: Dietrich Greve
Statisterie des Staatstheater Mainz (Leitung: Dieter Rössler) Chor des Staatstheater Mainz Philharmonisches Staatsorchester Mainz
Besprechung auf kulturfreak.de
Eugen Onegin Staatstheater Mainz
Eugen Onegin (Heikki Kilpeläinen), Olga (Sanja Anastasia), Larina (Patricia Roach), Lenskij (Thorsten Büttner) © Martina Pipprich
Johannes Erath debütiert am Staatstheater Mainz mit seiner Neuinszenierung von “Eugen Onegin”. Tschaikowsky ist mit seiner dicht gewobenen Musik dabei hellhörig für die
Ängste und Hoffnungen einer Jugend, die zwischen verzehrendem Idealismus und frühreifer Abgeklärtheit schwankt. Florian Csizmadia wird mit dieser Neuproduktion nach
“Schwanensee” seinen zweiten Tschaikowsky in dieser Spielzeit dirigieren. [© Staatstheater Mainz]
www.staatstheater-mainz.de
Zur Inszenierung des Theater Bielefeld:
Premiere: 9. März 13
Musikalische Leitung: Alexander Kalajdzic Inszenierung: Lotte de Beer Bühne und Kostüme: Marouscha Levy Choreinstudierung: Hagen Enke
Dramaturgie: Jón Philipp von Linden
Besetzung:
Larina, Gutsbesitzerin: Vuokko Kekäläinen Tatjana: Sarah Kuffner Olga: Melanie Forgeron
Filipjewna: Sünne Peters Eugen Onegin: Levent Bakirci Lenskij Daniel: Pataky Fürst Gremin: Vladimir Miakotine Hauptmann:
Ramon Riemarzik / Paata Tsivtsivadze Saretzkij: Lutz Laible Triquet: Lianghua Gong Vorsänger: Krzysztof Gornowicz / Seung-Koo Lim
Jahrein, jahraus liest die junge Tatjana Romane und taucht in eine phantastische Welt ein. Als Gutstochter bietet ihr das Landleben ohnehin nicht viel Abwechslung, doch sie
nimmt – anders als ihre hübsche Schwester Olga – an den raren Festlichkeiten nur ungern teil. Da tritt eines Tages unversehens ein Mann über die Schwelle, der mit allen
Attributen ihrer erträumten Romanhelden ausgestattet zu sein scheint: Eugen Onegin. Mit seinem Freund, dem Dichter Lenski, stattet er dem Gutshof einen Besuch ab und bringt
Tatjanas Herz beträchtlich zum Klopfen. Kaum sind beide abgereist, schreibt sie ihm voller Hoffnung eine flammende Liebeserklärung – doch Onegin lehnt ab. Erst Jahre später
begreift er, welche Lücke er damit in sein Leben gerissen hat.
Die Vorlage zu Eugen Onegin ist einer der wichtigsten Versromane des russischen Dichters Alexander Puschkin. Obwohl – oder gerade weil? – Tschaikowsky gerade nicht die
sattsam bekannten Opernklischees wie Mord, Intrige, Verführung und ausgestellte Dramatik nutzen, gerade nicht das bekannte Personal aus Königen, Göttern, Prinzessinnen
und Zauberern beschäftigen, sondern »ein Stück bürgerlichen Alltagslebens mit dem Gefühlsleben wirklicher Menschen« auf die Bühne bringen wollte, ist ihm eine der
berührendsten und tragischsten Geschichten gelungen, die die Gattung Oper aufzuweisen hat. Ein Stück über den verpassten Moment. Es war sicherlich kein Zufall, dass die
Komposition dieses Werks mit Tschaikowskys eigener Heirat und ihren unglücklichen Folgen zusammenfiel: Seine von intensiven Gefühlen durchdrungene Musik macht Eugen Onegin zur erfolgreichsten seiner Opern.
Musikalische Leitung: Alexander Kalajdzic
, geboren in Zagreb, Kroatien, begann seine musikalische Ausbildung mit sechs Jahren und gab ab dem achten Lebensjahr regelmäßig Konzerte als Pianist
. Er gewann mehrere Preise bei Bundeswettbewerben und setzte anschließend sein Studium an der Musikhochschule in Wien fort, wo er die Dirigierklasse von Karl
Österreicher mit Auszeichnung absolvierte. Darüber hinaus studierte er Klavier, Viola und Korrepetition. Schon während des Studiums dirigierte er Symphoniekonzerte mit den
Zagreber Philharmonikern sowie dem Orchester des Kroatischen Rundfunks. Sein beruflicher Weg führte ihn nach Krefeld-Mönchengladbach, wo er als Korrepetitor mit
Dirigierverpflichtung erste Theatererfahrungen sammelte. Danach war er als Kapellmeister in München, als erster Dirigent am Nationaltheater Weimar und von 2008 – 2010 als 1.
Kapellmeister am Nationaltheater Mannheim tätig, wo er sich ein großes Repertoire erarbeiten konnte. Er gastierte u. a. in den USA, Mexiko, Südafrika, Italien, Frankreich, in der
Schweiz und in Tschechien. Alexander Kalajdzic ist sowohl in der Oper als auch im Konzertbereich gefragt. Sein Repertoire reicht vom frühen Barock bis zur Moderne, wobei
sein besonderes Interesse der französischen Musik gilt. So führte er fast das gesamte Orchesterwerk von Ravel und Debussy mehrmals auf. Auch war er lange Zeit als
Liedbegleiter und Kammermusiker aktiv und hatte einen Lehrstuhl für Orchestererziehung in Zagreb inne. Seit Spielzeitbeginn 2010/11 leitet er als GMD die musikalischen
Geschicke des Theaters Bielefeld und der Bielefelder Philharmoniker.
Inszenierung: Lotte de Beer
studierte bis 2009 an der Hogeschool voor de Kunsten Amsterdam und gehört zu den gefragtesten Regisseurinnen der jüngeren Generation. Seit ihrer
Assistenzzeit, u. a. bei Peter Konwitschny, konnte sie mit zahlreichen eigenen Inszenierungen auf sich aufmerksam machen. Engagements führten sie u. a. an die Nederlandse
Opera Amsterdam, an die Neuköllner Oper und mit Die arabische Prinzessin (2011) und Das schlaue Füchslein (2012) an die Oper Leipzig. Zudem ist sie Leiterin der »Nieuw
Nederlands Operafront«, mit der sie ein jüngeres Publikum für die Oper gewinnen möchte.
Bühne und Kostüme:
Marouscha Levy wurde 1977 in Amsterdam geboren. Sie studierte Kunstpädagogik an der Akademie der Schönen Künste in ihrer Heimatstadt und Szenographie in Maastricht.
Nach ersten Erfahrungen bei Film und Theater folgte ein weiteres Studium an der Wimbledon School of Arts in London und Assistenzen bei Marc Warning und Jan Versweyveld.
Auf ihr erstes Theaterprojekt im Jahr 2007, King Lear mit der Regisseurin Lotte de Beer, folgten die Musiktheaterproduktionen Medea, Häuptling Abendwind, Penthesilea und Berlin à la Turca an der Neuköllner Oper Berlin. Seitdem arbeitet sie als Ausstatterin für verschiedene Regisseure in den Niederlanden, Belgien und Deutschland. 2009 erhielt
Marouscha Levy ein Stipendium des niederländischen Fonds vor Beeldende Kunsten, Vormgeving en Bouwkunst. [ © Theater Bielefeld]
www.theater-bielefeld.de
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Europeras 1&2
Von: John Cage Uraufführung: 15. November 1987 (Frankfurt/M, Oper Frankfurt)
Zur Produktion der Ruhrtriennale:
Premiere: 17. August 12 (Jahrhunderthalle Bochum)
Regie:
Heiner Goebbels Bühne, Licht, Video: Klaus Grünberg Kostüme: Florence von Gerkan Choreografie: Florian Bilbao Musikalische Einstudierung: Harry Curtis
Programmierung und Mitarbeit: Hubert Machnik Sounddesign: Willi Bopp Dramaturgie: Stephan Buchberger Mitarbeit Regie: Matthias Mohr
Sopran:
Ilse Eerens, Asmik Grigorian Alt: Susanne Gritschneder Mezzosopran: Liliana Nikiteanu, Karolina Gumos Countertenor: Yosemeh Adjei Tenor:
Robin Tritschler Bariton: Nikolay Borchev Bass: Frode Olsen, Paolo Battaglia
Statisterie und Festivalorchester der Ruhrtriennale
Proben zu Europeras 1&2 in der Jahrhunderthalle Bochum Ruhrtriennale © Klaus Grünberg
John Cage komponierte 1987 „Europeras 1&2“ – als Negation der Oper aus dem Geist der Oper. John Cage bestand auf der radikalen Unabhängigkeit der Musik von allen
anderen Elementen der Bühne und knüpfte – nicht nur in seiner Kompositionstechnik – an das von Marcel Duchamps entwickelte Konzept eines ‚objet trouvé’ an: alle Materialen
werden nicht durch eine neue Komposition erzeugt, sondern kommen aus dem 200 Jahre alten Fundus der europäischen Opernliteratur.
Der Anspruch des langjährigen Teams um Heiner Goebbels besteht darin, den experimentellen Ansatz von John Cage mit den heutigen Möglichkeiten neu zu realisieren. Der
Aufführungsort Jahrhunderthalle Bochum mit ihrer extremen Raumtiefe eignet sich hervorragend als Erfahrungsraum, in dem Gesang, Bild, Licht, Geste, Kostüme immer wieder
neu zueinander in Beziehung treten. Im Titel „Europeras“ klingen sowohl „Your Operas“ als auch „Europe’s operas“ mit an. Der europäische Aspekt dieser Oper findet bei der
internationalen Besetzung der Sänger wie bei der Auswahl ihres musikalischen Materials besondere Beachtung.
„Europeras 1&2“ steht für ein Konzept kultureller Offenheit und einer Vielstimmigkeit von künstlerischen Ausdrucksformen. [© Ruhrtriennale]
www.ruhrtriennale.de
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Der Evangelienmann Oper in zwei Akten
Musik: Wilhelm Kienzl (1857 - 1941) Libretto:
von Wilhelm Kienzl nach der Erzählung "Aus den Papieren eines Polizeikommissaers. Wiener Sittenbilder" von Dr. Leopold Florian Meißner
Uraufführung: 1895
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