kulturfreak

Oper, Stückeinfo: D

La Damnation de Faust (Fausts Verdammnis)
Légende-dramatique in vier Teilen

Von: Hector Berlioz
Text: Hector Berlioz und Almire Gandonnière (nach Faust. Der Tragödie erster Teil (1806) von Johann Wolfgang von Goethe )
Uraufführung: 6. Dezember 1846 (Paris, Opéra-Comique; konzertant)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
In der französischen Übersetzung (1828) von Gérard de Nerval.
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

Premiere: Sonntag, 13. Juni 10
Wiederaufnahme Saison 2010/11: 17., 21., 24., 27. (15.30 Uhr; mit kostenloser Kinderbetreuung) Juni, 2., 4. Juli 2010

Musikalische Leitung: Julia Jones /
Friedemann Layer
Inszenierung: Harry Kupfer
Szenische Leitung der Wiederaufnahme:
Tobias Heyder
Bühnenbild: Hans Schavernoch
Kostüme: Yan Tax
Dramaturgie: Norbert Abels
Licht: Joachim Klein
Video: Peer Engelbracht
Chor und Extrachor: Matthias Köhler / Matthias Köhler
Choreografische Einstudierung: Irene Klein

Besetzung:
Marguerite:
Alice Coote /
Claudia Mahnke
Faust: Matthew Polenzani / Russell Thomas
Méphistophélès: Simon Bailey / Simon Bailey
Brander: Thorsten Grümbel / Dietrich Volle
Chor, Extrachor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Chor und Extrachor: Matthias Köhler

grün = Wiederaufnahme Saison 2010/11

Besprechung auf kulturfreak.de


Zur Wiederaufnahme Saison 2010/11:
Fausts Verdammnis von Hector Berlioz (1803-1869) in der Inszenierung von Harry Kupfer war die letzte Neuproduktion im Opernhaus am Ende der vorigen Spielzeit 2009/10. Ein Volltreffer, da waren sich Publikum und Presse einig. So konnte man in einer Rezension lesen: „Die Aufführung wirkt (…) ungemein theatralisch lebendig, spannungsvoll, bildkräftig und farbenreich.“ Ein weiterer Kritiker attestierte: „Harry Kupfer als kluger, sprudelnder, trickreicher Bühnenerzähler.“ Und der nächste Berichterstatter schloss seinen Artikel folgendermaßen: „Das war unterm Strich Musiktheater voller Saft und Kraft, mit opulentem Bühnenbild, spektakulären Effekten und klarer, stimmiger Symbolik. Altmeister Harry Kupfer mit seinen nun fast 75 Jahren präsentiert sich in beeindruckender Weise auf der Höhe seiner Regie-Kunst.“
Die musikalische Leitung der ersten Wiederaufnahme hat Friedemann Layer, der an der Oper Frankfurt bisher 2007/08 Zemlinkys Eine florentinische Tragödie und Der Zwerg musikalisch leitete, 2009/10 gefolgt von Verdis Simon Boccanegra. Neben seinen zahlreichen internationalen Aufgaben war er von 1987 bis 1990 sowie von 2007 bis 2009 Generalmusikdirektor am Nationaltheater Mannheim. Damit ist Layer in der über 200-jährigen Geschichte des Orchesters der erste Dirigent, der diese Position zwei Mal bekleidete. Der afroamerikanische Tenor Russell Thomas (Faust) beeindruckte kürzlich als Foresto bzw. Uldino in Verdis Attila unter Riccardo Muti sowie als Steuermann in Wagners Der fliegende Holländer an der New Yorker Metropolitan Opera. Ensemblemitglied Claudia Mahnke (Marguerite) ist in dieser Saison u.a. auch als Giulietta in Hoffmanns Erzählungen, Judith in Herzog Blaubarts Burg und Brangäne in Tristan und Isolde zu hören. Auch Simon Bailey (Méphistophélès) und Dietrich Volle (Brander) gehören zum festen Sängerstamm der Oper Frankfurt. Während Simon Bailey bereits in der Premierenserie besetzt war, steigt Dietrich Volle neu in die Produktion ein.

Zur Premiere vom Juni 2010:
Hector Berlioz (1803-1869) gilt als Begründer der Programmmusik und Wegweiser der modernen Orchesterinstrumentation. Schon kurz nach Erscheinen von Gérard de Nervals vielbeachteter französischer Übersetzung von Goethes Faust I im Jahre 1828 verwarf der Komponist frühere Pläne für ein Ballett nach dieser Vorlage und begann mit einer ersten Bearbeitung des Stoffes in acht Szenen. Diese Huit Scènes de Faust stießen bei ihrer Uraufführung – vermutlich im November 1829 – auf Ablehnung, und auch Berlioz distanzierte sich später davon. Trotzdem griff er bei der Arbeit an La damnation de Faust auf diese Fassung zurück und integrierte sie in seine légende-dramatique. Mit für Berlioz enttäuschend geringem Publikumsinteresse erlebte die Komposition am 6. Dezember 1846 an der Pariser Opéra-Comique ihre konzertante Uraufführung. Erfolgreicher war die erste szenische Umsetzung in der Bearbeitung von Raoul Gunsbourg am 18. Februar 1893 an der Opéra Monte Carlo. Heute nimmt das Werk einen exponierten Rang unter den zahlreichen Faust-Vertonungen großer Komponisten ein. Die letzte Neuproduktion von La damnation de Faust an der Oper Frankfurt feierte unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Rennert und in der Inszenierung von Hans Neugebauer am 9. Juli 1968 Premiere.
Die musikalische Leitung der Neuproduktion übernimmt Julia Jones, die seit November 2008 die Position der Chefdirigentin am Teatro Nacional São Carlos in Lissabon inne hat. Zudem ist sie regelmäßig in Frankfurt sowie an weiteren renommierten Opernhäusern der Welt zu Gast. Zu ihren nächsten Plänen gehören die Mozart-Opern Così fan tutte am Royal Opera House Covent Garden in London und La clemenza di Tito in Frankfurt. Harry Kupfer ist einer der renommiertesten Regisseure Deutschlands und kehrte 2008/09 nach längerer Zeit mit einer äußerst erfolgreichen Neuinszenierung von Pfitzners Palestrina nach Frankfurt zurück. Bis 2002 war er neben seiner internationalen Gastiertätigkeit Chefregisseur der Komischen Oper Berlin. Berlioz’ Faust-Vertonung hat er bereits mehrfach inszeniert, u.a. in Amsterdam und London. Alice Coote (Marguerite) sang in Frankfurt zuletzt Charlotte in Massenets Werther. Sie gastierte zudem als Orsini in Donizettis Lucrezia Borgia in München sowie als Humperdincks Hänsel in New York und London. Matthew Polenzani (Faust) debütierte kürzlich in Frankfurt als Edgardo in Donizettis Lucia di Lammermoor. Zu seinen jüngsten Verpflichtungen gehören Auftritte in New York und Wien. Aus dem Ensemble der Oper Frankfurt sind Simon Bailey (Méphistophélès) und Thorsten Grümbel (Brander) besetzt.    

Die Handlung folgt bis auf den Schluss der literarischen Vorlage Goethes: Faust ist des Lebens überdrüssig und sehnt sich nach innerem Frieden. Méphistophélès verspricht ihm ewige Jugend und die Erfüllung all seiner Wünsche, zudem weckt er Fausts Verlangen nach Marguerite. Die junge Frau träumte kürzlich von einem Geliebten. Wieder glaubt sie zu träumen, als Faust erscheint und sie sich ihm hingibt. Als er von den Nachbarn entdeckt wird, ergreift er die Flucht. Méphistophélès hat den Tod von Marguerites Mutter verschuldet, sie selbst soll dafür mit dem Tode büßen. Faust fleht Méphistophélès an, das Mädchen zu retten. Umsonst – die beiden Männer fahren zur Hölle, Marguerites Musik aber spricht nicht von Verdammung.      [© Oper Frankfurt]

Karten sind bei den üblichen Vorverkaufsstellen, online unter
www.oper-frankfurt.de oder im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.

Daphne
Bukolische Tragödie in einem Aufzug

Von: Richard Strauss
Text: Joseph Gregor
Uraufführung: 15. Oktober 1938 (Dresden, Semperoper)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
28. März 10
Wiederaufnahme Saison 2010/11: 13. März 11
Weitere Vorstellungen: 20., 26. März, 1. April 2011

Musikalische Leitung: Sebastian Weigle /
Hans Drewanz
Regie: Claus Guth
Szenische Leitung der Wiederaufnahme:
Fabian von Mat
Bühnenbild und Kostüme: Christian Schmidt
Choreografische Mitarbeit:
Lior Lev
Dramaturgie:
Norbert Abels
Licht:
Olaf Winter
Chor:
Matthias Köhler

Besetzung:

Peneios:
Matthew Best /
Alfred Reiter
Gaea: Tanja Ariane Baumgartner / Tanja Ariane Baumgartner
Daphne: Maria Bengtsson / Juanita Lascarro (26. Juni 10) / Juanita Lascarro
Leukippos: Daniel Behle / Carsten Süß
Apollo: Lance Ryan / Arnold Rawls
1. Schäfer: Dietrich Volle / Dietrich Volle
2. Schäfer: Julian Prégardien / Julian Prégardien
3. Schäfer: Franz Mayer / Sebastian Geyer,
4. Schäfer: Sungkon Kim / Toby Girling
1. Magd: Christiane Karg / Anna Ryberg
2. Magd: Nina Tarandek / Nina Tarandek
Darstellerin der alten Daphne: Corinna Schnabel / Corinna Schnabel

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

grün = Wiederaufnahme Saison 2010/11

Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

Besprechung der Wiederaufnahme auf kulturfreak.de
Besprechung auf kulturfreak.de

Daphne
Oper Frankfurt
Leukippos (Daniel Behle; verkleidet in weißem Kleid) und Daphne (Maria Bengtsson) sowie Chor der Oper Frankfurt
Foto:
Barbara Aumüller

Zur Wiederaufnahme in der Saison 2010/11:
,,Poetischer kann man Mythos und Realität kaum überblenden, miteinander aussöhnen. So gelingt Claus Guth in Frankfurt mit dem bis in die Nebenrollen hinein exzellent besetzten Sängerensemble ein wunderbar stimmiges Gesamtkunstwerk — unbedingt sehenswert." So lautete eine der Pressestimmen nach der Premiere der Daphne von Richard Strauss (18641949) am 28. März 2010 an der Oper Frankfurt. Ein weiterer Rezensent schrieb: ,,Diese Frankfurter Daphne bildet eine traumhafte Einheit aus außergewöhnlichem Musizieren und intelligentem Theater, was den Rang dieses Ensembles in einem der besten deutschen Opernhäuser bestätigt." Die begeisterte Aufnahme der Produktion bei Presse und Publikum gleichermaßen erreichte ihren Höhepunkt Ende November 2010 durch die Auszeichnung mit dem Deutschen Theaterpreis ,,Faust" in der Kategorie Regie Musiktheater, verliehen vom Deutschen Bühnenverein.
Anlässlich der ersten Wiederaufnahme der Produktion aus der Spielzeit 2009/10 übernimmt nun Hans Drewanz die musikalische Leitung von Frankfurts Generalmusikdirektor Sebastian Weigle. Drewanz wurde 1963 als jüngster Generalmusikdirektor nach Dannstadt berufen und prägte über drei Jahrzehnte das Opern- und Konzertleben der Stadt. Aus dem Ensemble ist jetzt Juanita Lascarro in der Titelpartie zu erleben, welche sie zuvor bereits unter Christian Thielemann in Berlin und Ingo Metzmacher in Amsterdam interpretiert hat. 2009/10 sprang sie zudem kurzfristig und mit überragendem Erfolg für eine erkrankte Kollegin anlässlich zweier Vorstellungen auch in die Frankfurter Produktion ein. Als Gaste sind Carsten Süß (Leukippos) und Arnold Rawls (Apollo) neu besetzt: Während der zuerst genannte Künstler in Frankfurt kein Unbekannter ist — zuletzt sang er hier den Ferdinand in der Deutschen Erstaufführung von Thomas Ades’ The Tempest-, debütiert der Amerikaner Arnold Rawls im Februar 2011 hier in den beiden Tenorpartien von Leonis L´oracolo und Puccinis Le Villi anlässlich deren Wiederaufnahme. Aus dem Ensemble steigt der Bass Alfred Reiter (Peneios) neu in die Produktion ein, während die Mezzosopranistin Tanja Ariane Baumgartner (Gaea) bereits seit der Premierenserie mit ihrer Partie vertraut ist.

Zur Premiere in der Saison 2009/10:
Richard Strauss (1864-1949) zählt zu den bedeutendsten Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts. Sein breitgefächertes Werk – bestehend aus Opern, sinfonischen Dichtungen und Instrumentalmusik – ließ ihn zum international gefeierten Künstler aufsteigen. Neben seinen kompositorischen Fähigkeiten gilt er zudem als Mitbegründer der Salzburger Festspiele. Nach dem Tode Hugo von Hofmannsthals und der Flucht Stefan Zweigs aus Deutschland nahm Strauss den Vorschlag des Theaterhistorikers Joseph Gregor zur Vertonung des Daphne-Mythos’ dankbar auf. Doch die Zusammenarbeit zwischen Komponist und Textdichter gestaltete sich äußerst schwierig. Richard Strauss kritisierte fortwährend die starke Dialoglastigkeit des Librettos („Theater und keine Literatur!“). Erst nach drei Textfassungen konnten sich beide einigen. Daphne wurde am 15. Oktober 1938 in der Dresdner Staatsoper unter Karl Böhm uraufgeführt.

Griechenland in mythischer Vorzeit: Mit den Strahlen der untergehenden Sonne wird das Dionysosfest eingeläutet. Daphne, Tochter des Fischers Peneios und der Erdenmutter Gaea, kann sich dieses Fruchtbarkeitsrituals nicht erfreuen. Als menschliche Verkörperung der Natur ist ihr die Liebe zu Männern völlig fremd. Apollo, der als Rinderhirte verkleidet auf dem Fest erscheint und ihr verfällt, kann sie nichts abgewinnen. Erst durch Leukippos’ List, verhüllt in Frauenkleidern Daphne zum Dionysostrank zu verführen, bricht sie mit ihrer wahren Natur. Apollo, der den Betrug durchschaut, fordert Leukippos auf, sich seiner Verkleidung zu entledigen. Daraufhin gibt auch Apollo seine Identität als Sonnengott preis. Daphne jedoch entzieht sich beiden. Als Leukippos Apollo verflucht, tötet ihn dieser. Apollos Erkenntnis, gegen seine göttliche Bestimmung und die Natur Daphnes gehandelt zu haben, kommt zu spät. Vergeblich bittet er die Götter um Verzeihung. Daphne kann erlöst werden: Indem sie sich in einen Lorbeerbaum verwandelt, vereinigt sie sich mit der geliebten Natur.

Die musikalische Leitung liegt bei Frankfurts Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, der hier im November 2009 einen überragenden Erfolg mit Korngolds Die tote Stadt feiern konnte. Claus Guth inszenierte an der Oper Frankfurt bereits Verdis Un ballo in maschera (2005) und Puccinis Il trittico (2008). Seit 2008 schmiedet er zudem den neuen Ring des Nibelungen an der Hamburgischen Staatsoper und inszenierte 2009 u.a. Mozarts Così fan tutte bei den Salzburger Festspielen. Von 2002 bis 2007 sang die Schwedin Maria Bengtsson (Daphne) im Ensemble der Berliner Komischen Oper. Ihr Hausdebüt an der Oper Frankfurt feierte sie 2008/09 als Donna Elvira in Mozarts Don Giovanni. 2009/10 wird sie u.a. am Royal Opera House Covent Garden in London, an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin und an der Bayerischen Staatsoper in München debütieren. Als einer der gefragtesten Heldentenöre unserer Zeit hat sich der Kanadier Lance Ryan (Apollo) etabliert. Bacchus in Strauss’ Ariadne auf Naxos führte ihn 2009 an die Wiener Staatsoper; mit dieser Partie gastierte er 2010 auch an der New Yorker Metropolitan Opera. Für den Frankfurter Ring kehrt er schließlich 2011/12 an den Main zurück. Sein Frankfurt-Debüt legt in dieser Produktion der englische Bassbariton Matthew Best (Peneios) vor. 2007 verkörperte er die Partie bereits an der Santa Fe Opera. Zu seinen jüngsten Engagements gehört u.a. die Partie des Doktors in Bergs Wozzeck am Théâtre des Champs-Elysées in Paris. Aus dem Ensemble der Oper Frankfurt sind u.a. Daniel Behle (Leukippos) und Tanja Ariane Baumgartner (Gaea) besetzt. Als Alternativbesetzung der Titelpartie kehrt die holländische Sopranistin Angelina Ruzzafante nach ihrem Erfolg in Puccinis Il trittico (Suor Angelica, Suor Genovieffa, Nella) in 2007/08 nach Frankfurt zurück. [© Oper Frankfurt]


Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 oder online unter
www.oper-frankfurt.de erhältlich. Bei Buchung von Vorstellungen bis 4 Wochen vor dem Aufführungstermin gibt es einen Frühbucherrabatt von 10% auf die oben angegebenen Preise, die Premiere ausgenommen. 

Death in Venice (Tod in Venedig)
Oper in zwei Akten

Musik von: Benjamin Britten (1913 – 1976)
Libretto von: Myfanwy Piper nach der Novelle von Thomas Mann

Uraufführung: 16. Juni 1973 (Snape, Snape Maltings Concert Hall, im Rahmen des Aldeburgh Festivals)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
25. Februar 06
Wiederaufnahme: 2. Juni 07

Musikalische Leitung: Karen Kamensek /
Mark Shanahan
Regie: Keith Warner
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Katharina Thoma
Bühnenbild: Boris Kudlicka
Kostüme: Kaspar Glarner
Licht: Davy Cunningham
Video: Evita Galanou, Ueli Nüesch, Thomas Wollenberger
Dramaturgie: Norbert Abels
Chor: Alessandro Zuppardo
Choreografie: Irene Klein

Besetzung:
Aschenbach:
Kim Begley /
Nigel Robson
Traveller, älterer Dandy, Gondoliere, Hotelmanager, hotelfriseur, Anführer der Straßensänger, Dionysos, Aschenbachs Vater^: Johannes Martin Kränzle / Nathaniel Webster
Apollo: William Towers / Steve Wächter
Tadzio^ : Laurenz Johannis Leky / Laurenz Johannis Leky
Apollo: Steve Wächter / Steve Wächter
Lido-Bootsmann, englischer Angestellter, Kellner: Florian Plock / Florian Plock
Russische Mutter, Straßensängerin: Barbara Zechmeister / Barbara Zechmeister
Französisches Mädchen, Spitzenverkäuferin: Alketa Hoxha / Alketa Hoxha
Englische Dame, Erdbeerverkäuferin, Zeitungsverkäuferin, Tourist: Sonja Mühleck / Britta Stallmeister
Deutsche Mutter: Christiana Maria Waschk / Christiana Maria Waschk
Französische Mutter: Claudia Grunwald / Claudia Grunwald
Dänische Dame, Bettlerin, Tourist: Annette Stricker / Annette Stricker
Russische Gouvernante: Margit Neubauer / Margit Neubauer
Straßensänger, 1. Gondoliere: Fernando Dam Wang / Fernando Dam Wang
Hotelportier, 3. Gondoliere: Michael McCown / Michael McCown
1. Amerikaner, Tourist: Kent Carlson / Kent Carlson
2. Amerikaner, Glasbläser: Hans-Jürgen Lazaar / Ralf Simon
Schiffssteward, polnischer Vater, 2. Gondoliere: Franz Mayer / Franz Mayer
Russischer Vater, fremdenführer, Tourist: Gérard Lavalle / Gérard Lavalle
Deutscher Vater, Restaurantkellner, Priester: Soon-Won Kang / Soon-Won Kang
Tadzios Mutter^: Barbara Luft / Barbara Luft
Tadzios Gouvernante^: Donna Zielinski / Donna Zielinski
Tadzios Schwestern^: Rachel Ullrich, Maja Sänger / Rachel Ullrich, Maja Sänger
Schattentänzer^: Ricardo Peireira, Alexandre Karl-Da-Silva / Ricardo Peireira, Alexandre Karl-Da-Silva

Flügel auf der Bühne (Junger Aschenbach): Erik Nielsen / Hilko Dumno
Flügel im Orchestergraben: Francesca Zamponi / Francesca Zamponi

^ = stumme Rolle
grün = Wiederaufnahme Saison 06/07

Death in Venice ist die letzte Oper des englischen Komponisten Benjamin Britten (1913-1976) und wurde am 16. Juni 1973 im Rahmen des Aldeburgh Festivals uraufgeführt. Für Britten bot diese Komposition die Möglichkeit, die Arbeit schöpferischen Geistes – zwischen dem apollinischen und dem dionysischen Prinzip – deutlich zu machen.
Brittens Librettistin Myfanwy Piper hat sich bei der Konzeption des Dramas im äußeren Handlungsablauf an der 1912 erschienenen, gleichnamigen Novelle Thomas Manns orientiert: Der sich in einer Schaffenskrise befindende Schriftsteller Gustav Aschenbach reist nach Venedig, wo er sich in den 12-jährigen polnischen Knaben Tadzio verliebt und damit die Grenzen seiner bisherigen Welt überschreitet. Er glaubt, in Tadzio die Möglichkeiten vollkommener Form zu erkennen, um die er als Schriftsteller sein Leben lang gekämpft hat, fällt aber schließlich der in Venedig grassierenden Cholera zum Opfer.

Zum Inhalt: Der sich in einer Schaffenskrise befindende Schriftsteller Gustav Aschenbach reist nach Venedig, wo er sich in den 12-jährigen polnischen Knaben Tadzio verliebt und damit die Grenzen seiner bisherigen Welt überschreitet. Er glaubt, in Tadzio die Möglichkeiten vollkommener Form zu erkennen, um die er als Schriftsteller sein Leben lang gekämpft hat, fällt aber schließlich – alle Anzeichen des nahenden Unglücks ignorierend – der in Venedig grassierenden Cholera zum Opfer.

Die musikalische Leitung der Wiederaufnahme 2006/2007 wird diesmal Mark Shanahan übernehmen, der sich dem Frankfurter Opernpublikum bereits 2004/05 mit Puccinis Tosca vorstellte. Nigel Robson gibt in der Partie des Aschenbach sein Debüt an der Oper Frankfurt. Der Engländer gilt als einer der vielseitigsten lyrischen Tenöre seines Heimatlandes und gastierte als Interpret zahlreicher Werke Benjamin Brittens an vielen bedeutenden Opernhäusern. Auch der junge deutsche Countertenor Steve Wächter (Apollo), ausgebildet an der Dresdner Musikhochschule, singt erstmals in Frankfurt, nachdem er Intendant Bernd Loebe 2005 in der Endrunde des Bertelsmann-Wettbewerbs „Neue Stimmen“ in Gütersloh aufgefallen war. Weitere Partien werden wieder von Sängerinnen und Sängern des Frankfurter Ensembles übernommen, angeführt von Nathaniel Webster, der mit der anspruchsvollen Partie des Traveller sein Rollendebüt vorlegt. In Frankfurt war der amerikanische Bariton zuletzt als Dandini in La Cenerentola sowie als Albert in Werther zu erleben. [© Text: Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Deutsches Miserere
Versuch über die Möglichkeit zu trauern

Von: Bertolt Brecht /Paul Dessau
Szenische Erstaufführung: 11. Februar 2011 (Leipzig, Oper Leipzig)

Zur Inszenierung der Oper Leipzig:

Premiere:
11. Februar 11 (Szenische Erstaufführung)

Musikalische Leitung: Alejo Pérez
Inszenierung: Dietrich W. Hilsdorf
Bühne: Dieter Richter
Kostüme: Renate Schmitzer
Choreinstudierung: Volkmar Olbrich
Einstudierung des Kinderchores: Sophie Bauer

Besetzung:

Sopran:
Katja Beer
Alt: Karin Lovelius
Tenor: Dan Karlström
Bass: Peteris Eglitis |
Bleiche Mutter: Gabi Dauenhauer

Chor und Kinderchor der Oper Leipzig
Gewandhausorchester

Rahmenprogramm:

OPER LEIPZIG WERKSTATT 07.02.11, 18:00 Uhr (Opernhaus)
OPER DURCHDACHT (Opernseminar) 22.01.11, 11:00 Uhr (Opernhaus)
ROUND TABLE „Erinnerungskultur und Musikalische Trauerarbeit“ 11. 02.11, 15:00 Uhr (Opernhaus)
Mit Dietrich W. Hilsdorf (Regisseur), Maxim Dessau (Regisseur), Dr. Daniela Reinhold (Akademie der Künste Berlin, Dessau-Archiv), Prof. Dr. Peter Petersen (Musikwissenschaftler), Hans Joachim Maaz (Psychiater, Autor), Prof. Dr. Rüdiger Lux (Theologe)

www.oper-leipzig.de

Bertolt Brecht /Paul Dessau
Deutsches Miserere
Versuch über die Möglichkeit zu trauern

„Wissen Sie, Brecht, ich möchte Sie doch auf etwas aufmerksam machen. Ich möchte so furchtbar gern etwas schreiben, eine Art deutsches Requiem, aber nicht so wie Brahms. Gar nicht, im Gegenteil. Aber so ein großes Miserere, ein deutsches Werk, das die ungeheure Tragödie unseres Vaterlandes schildert’“ Paul Dessau, 1943

„Das Gedächtnis der Menschheit für erduldete Leiden ist erstaunlich kurz. Ihre Vorstellungsgabe für kommende Leiden ist fast noch geringer. [...] Die weltweiten Schrecken der vierziger Jahre scheinen vergessen. Der Regen von gestern macht uns nicht naß, sagen viele. Diese Abgestumpftheit ist es, die wir zu bekämpfen haben, ihr äußerster Grad ist der Tod. Allzu viele kommen uns schon heute vor wie Tote, wie Leute, die schon hinter sich haben, was sie vor sich haben, so wenig tun sie dagegen. Und doch wird nichts mich davon überzeugen, daß es aussichtslos ist, der Vernunft gegen ihre Feinde beizustehen. Laßt uns das tausendmal Gesagte immer wieder sagen, damit es nicht einmal zu wenig gesagt wurde! Laßt uns die Warnungen erneuern, und wenn sie schon wie Asche in unserem Mund sind! Denn der Menschheit drohen Kriege, gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind, und sie werden kommen ohne jeden Zweifel, wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit vorbereiten, nicht die Hände zerschlagen werden.“ Bertolt Brecht zum Weltkongress der Völker in Wien, 1952

„Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“, mahnt Bertolt Brecht gegen das Vergessen und Verdrängen deutscher Kriegsverbrechen – ein Verdrängen, das in der Rezeption des „Deutschen Miserere“ von Paul Dessau noch heute seinen traurigen Ausdruck findet. Das oratorische Werk wurde bisher nur wenige Male aufgeführt, und eine Tonträger-Aufnahme existiert bis heute nicht.

Das „Deutsche Miserere“ ist das erste große Gemeinschaftswerk von Bertolt Brecht und Paul Dessau. Es entstand im USamerikanischen Exil, wo die beiden Künstler Zuflucht vor dem Nationalsozialismus gefunden hatten. Brecht und Dessau hatten es für die deutsche Bevölkerung nach der Befreiung vom Faschismus geschrieben, um ihren Landleuten nach Kriegsende zu helfen, die unmittelbare Vergangenheit zu reflektieren und Gründe für das Geschehene zu suchen. Fast vier Jahre arbeiteten Dessau und Brecht daran.
Die ersten Gedanken, die ersten Textzusammenstellungen und die ersten Kompositionen des Werkes entstammen dem Jahr 1943. Sie stehen damit im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Ende der seit November 1942 tobenden und am 31. Januar / 2. Februar 1943 mit der Vernichtung der 6. Armee entschiedenen Schlacht um Stalingrad, der Wende des zweiten Weltkriegs. Erst die grundsätzlich veränderte Situation machte Deutschland für einen Emigranten wie Dessau wieder zu seinem sinnvollen Gegenstand politischen Denkens. Doch nicht allein die Hoffnung auf einen Sieg über Nazi-Deutschland, auch das unermessliche wie sinnlose Leiden und Sterben deutscher Soldaten, deutscher Menschen, wie es sich gerade in der Schlacht um Stalingrad versinnbildlicht, muss als Auslöser und in seiner Auswirkung für die Anlage und den Charakter des von Dessau bei der Ideenfindung als „Requiem“ bezeichneten Werkes bedacht werden.
Dessau wollte schon seit langem „eine Art deutsches Requiem“ komponieren, konkretisierte allerdings: „aber nicht so wie Brahms, ein großes ‚Miserere’, ein deutsches Werk, dass die ungeheure Tragödie unseres Vaterlandes schildert“. Die Schuldgefühle der deutschen Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg sollten einem reflektierten Schamgefühl weichen - „sehr leise, langsam, in Beschämung“ heißt es im ersten Teil der Partitur.
Mit der Titelwahl knüpft das „Deutsche Miserere“ einerseits an die vornehmlich religiös bestimmte Tradition des Klagegesangs an, wendet sich andererseits inhaltlich den diesseitigen und existenziellen Problemen zu. Es erzählt von den unschuldigen Opfern des Krieges und verneigt sich vor denjenigen, die Widerstand leisteten. Doch macht es auch die Verblendung deutscher Soldaten deutlich und thematisiert die Manipulierbarkeit und Verführbarkeit von Menschen.

Im Mittelpunkt des „oratorischen Antikriegswerkes“ stehen 29 Vierzeiler, die Bertold Brecht seiner einige Jahre zuvor entstandenen „Kriegsfibel“ entnahm, einer Zusammenstellung von dokumentarischen Zeitungsfotos, die Eindrücke des Zweiten Weltkrieges schildern und die ihn zu diesen kurzen Gedichten inspiriert hatten. Dessaus Musik folgt dem Stil der Vierzeiler und findet für jedes der Bilder einen eigenen Gestus: Aufschrei, Appell und Empörung, Nachdenklichkeit und Trauer, aber durchaus auch Karikatur und Ironie kennzeichnen die expressive und zumeist rhythmisch geprägte Musik. Changierend zwischen großem Orchesterapparat und kammermusikalischer Besetzung beherrschen vor allem dunkle Farben den Klangeindruck, wozu nicht zuletzt der bewusste Verzicht auf Geigen führt. Als Prolog dient das Gedicht Brechts „O Deutschland, bleiche Mutter“, welches auch Hanns Eisler in seiner „Deutschen Sinfonie“ verwendet hatte. Vier weitere Brecht-Gedichte komplettieren den ersten Teil, welcher Deutschlands Weg in den Faschismus aufzeigt.
Die 29 Epigramme aus der „Kriegsfibel“ im zweiten Teil weisen durch ihre Szenen aus dem Dritten Reich und dem Zweiten Weltkrieg auf die notwendige Folge des ersten Teils hin: den Krieg selbst.
Abschließend greift der Text des dritten Teils auf das zweite der „Wiegenlieder“ zurück, welches Brecht bereits 1932 geschrieben hatte. Strophisch komponiert für Alt-Solo verzichtet das Ende bewusst auf ein aufgipfelndes Finale oder Schlussbild. Die letzten Worte „Du, den ich in meinem Leibe trage / du wirst unaufhaltsam sein“ sind von der Hoffnung auf eine besseren Zukunft und das Vertrauen in die neue Generation getragen.

In den USA wurde das „Deutsche Miserere“ nie aufgeführt, „Denn es geht uns an, unsere Entwicklung, unser Elend und unser Weiterkommen“, äußerte sich Paul Dessau dazu. Doch mussten Dessau und Brecht bei ihrer Rückkehr aus dem Exil 1948 feststellen, dass eine Konfrontation und Auseinandersetzung mit dem deutschen Faschismus, wie sie das „Deutsche Miserere“ fordert – ein Werk, das die Rolle der Deutschen als Opfer und Täter thematisiert und reflektiert – in der DDR ebenso wenig stattfand wie in der Bundesrepublik und auch nicht gewünscht war. Berührungsängste und Schuldgefühle auf beiden Seiten des „Eisernen Vorhangs“, aber auch der erhebliche logistische Aufwand für die Konzertsäle (eine sehr große Orchesterbesetzung sowie Multimediaprojektionen der 29 Bilder aus der Kriegsfibel) ließen die Veranstalter vor einer Aufführung zurückschrecken. Andererseits sorgte Dessaus Ambivalenz zwischen Kunst und Ideologie auch in seiner neuen Wahlheimat, der DDR, für Probleme. Er wurde zwar mit staatlichen Auszeichnungen bedacht, aber teilweise auch durch Nichtaufführung seiner Werke übergangen. Seine Bewunderung für Arnold Schönberg und die Benutzung der Zwölftonmusik in seinen avancierten Kompositionen wurde mit Argwohn betrachtet und brachte ihm viel Kritik von offiziellen Stellen ein. Zeitlebens wehrte sich Paul Dessau gegen die Vereinnahmung seiner Person durch den Staat und bewahrte sich zeitlebens eine kritische Haltung.
Bereits 1950/1951 hatte der damalige Gewandhauskapellmeister Franz Konwitschny den Plan, das „Deutsche Miserere“ in Leipzig uraufzuführen. Auch in der Presse wurde das Projekt schon angekündigt. Doch die im März 1951 um die Uraufführung von Brechts und Dessaus Oper „Die Verurteilung des Lukullus“ an der Berliner Staatsoper entfachte Debatte auf höchster staatlicher Ebene machte – unabhängig von Franz Konwitschnys Willen – eine Aufführung des sich eindeutiger Vereinnahmung entziehenden Werkes unmöglich. Erst die historische Distanz zum Kriegsgeschehen und zur Verstrickung großer Teile des deutschen Volkes in die Nationalsozialistische Diktatur gestatte wohl Mitte der sechziger Jahre, es unter der alleinigen ideologischen Vorbedeutung eines Anti-Kriegs-Werkes zu rezipieren.
Erst annähernd 20 Jahre nach seiner Entstehung, am 20. September 1966, wurde das „Deutsche Miserere“ im Rahmen der „Tage zeitgenössischer Musik“ und des Internationalen Musikwissenschaftlichen Kongresses der Gesellschaft für Musikforschung in Leipzig unter der Leitung von Herbert Kegel uraufgeführt. Am 25. Februar 1988 leitete Herbert Kegel eine weitere Aufführung in der Komischen Oper Berlin. Die westdeutsche Erstaufführung fand erst 50 Jahre nach dem deutschen Überfall auf Polen, am 1. September 1989, in Hamburg statt. Bis heute hat es darüber hinaus nur vereinzelte Aufführungen gegeben:
Wuppertel /Solingen (1993) sowie im Konzerthaus Berlin (März 2010). Noch niemals wurde das Werk bislang szenisch umgesetzt.

Dieser Aufgabe stellt sich in dieser Spielzeit an der Oper Leipzig der Regisseur Dietrich W. Hilsdorf mit seinem bewährten Team, dem Bühnen bildner Dieter Richter und der Kostümbildnerin Renate Schmitzer. In Leipzig inszenierte Dietrich W. Hilsdorf in den letzten Jahren viel beachtete Produktionen von Mozarts „Entführung aus dem Serail“ und Janáceks „Jenůfa“. Mit seiner Reihe von Inszenierungen großer Händel-Oratorien an der Oper Bonn setzte er Maßstäbe und feierte jüngst mit seinen Produktionen „L’incoronazione di Poppea“ in Köln und „Hercules“ am Aalto-Theater Essen große Erfolge. [© Oper Leipzig]

www.oper-leipzig.de

Dialogues des Carmélites (Gespräche der Karmeliterinnen)
Oper in drei Akten

Von: Francis Poulenc
Libretto: Francis Poulenc nach Georges Bernanos
Deutsche Textfassung: Peter Funk und Wolfgang Binal
Uraufführung italienische Fassung:
26. Januar 1957 (Mailand, Scala)
Uraufführung französische italienische Fassung: 21. Juni 1957 (Paris, Opéra Garnier)

Zur Inszenierung der Komischen Oper Berlin:

Premiere:
26. Juni 11

Musikalische Leitung : Stefan Blunier
Inszenierung: Calixto Bieito
Bühnenbild: Rebecca Ringst
Kostüme: Ingo Krügler
Dramaturgie: Bettina Auer
Chöre: André Kellinghaus
Licht: Franck Evin
Video: Robert Lehniger

Besetzung:

Marquis de La Force:
Claudio Otelli
Blanche de La Force: Maureen McKay
Der Chevalier: Dmitry Golovnin
Madame de Croissy: Christiane Oertel
Madame Lidoine: Erika Roos
Mutter Marie, Novizenmeisterin: Irmgard Vilsmaier
Schwester Constance: Julia Giebel
Mutter Jeanne: Caren van Oijen
Schwester Mathilde: Elisabeth Starzinger
Der Beichtvater des Karmel: Peter Renz
1. Kommissar: Thomas Ebenstein
2. Kommissar: Hans-Peter Scheidegger
Javelinot, Arzt und Thierry, Diener: Adam Cioffari
Kerkermeister: Carsten Sabrowski
Ein Offizier: Ipča Ramanović

Eine Gruppe von Frauen, die eher in den Tod geht als das eigene Glaubensbekenntnis zu verraten – diesem Opernstoff fühlt sich der katalanische Regisseur Calixto Bieito persönlich sehr verbunden. Für ihn und sein Team geht es um die existentiellste Emotion jedes Menschen: die Todesangst sowie ihre Kehrseite, die Angst vor dem Leben.
Calixto Bieito ist einer der wichtigsten und prägendsten Opernregisseure unserer Zeit. Bereits zum vierten Mal kehrt er nun an die Komische Oper Berlin zurück. Die musikalische Leitung der letzten Neuproduktion in dieser Spielzeit liegt in den Händen von Stefan Blunier, Generalmusikdirektor und Chefdirigent des Beethoven Orchesters und der Oper Bonn. Als Bühnenbildnerin steht Calixto Bieito wieder Rebecca Ringst zur Seite. Für die Kostüme zeichnet Ingo Krügler verantwortlich. [© Komische Oper Berlin]

www.komische-oper-berlin.de

Dido and Aeneas
Oper in drei Akten

Von: Henry Purcell
Text: Nahum Tate nach dem fünften Buch von Vergils “Aeneis”
Uraufführung: April 1689 (London/Chelsea, Mädchenpensionat des Tanzmeisters Josias Priest)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
(Doppelabend mit Béla Bartóks “Herzog Blaubarts Burg)

Premiere: 5. Dezember 10

Musikalische Leitung: Constantinos Carydis
Regie:
Barrie Kosky
Bühnenbild und Kostüme:
Katrin Lea Tag
Dramaturgie:
Zsolt Horpácsy
Licht:
Joachim Klein
Chor:
Matthias Köhler

Besetzung:

Dido:
Paula Murrihy
Belinda:
Britta Stallmeister
Second Women:
Anna Ryberg
Sorceress:
Martin Wölfel
First Witch:
Dmitry Egorov
Second Witch:
Roland Schneider
Spirit:
Peter Marsh
Aeneas:
Sebastian Geyer
Sailor:
Peter Marsh

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Besprechung auf kulturfreak.de

Auf den ersten Blick haben diese beiden Kurzopern – in Frankfurt als abendfüllende Produktion miteinander kombiniert – stilistisch, inhaltlich und auch sprachlich wenig miteinander zu tun: Dido and Aeneas (1689) von Henry Purcell (1659-1695) und Herzog Blaubarts Burg (1918) von Béla Bartók (1881-1945). Hier ein englischer Meister des Barock, dort ein ungarischer Wegbereiter der Moderne. Und doch leuchtet sofort ein, wenn der Dirigent Constantinos Carydis, auf dessen Betreiben hin diese Kombination zustande kam, schreibt: „Zwei verschiedene, wenn auch verwandte Wege, an der Liebe zu scheitern.“

In Dido and Aeneas verliebt sich Aeneas auf der Rückreise aus dem Trojanischen Krieg in Dido, die verwitwete Königin von Kathargo. Zögerlich erwidert sie seine Zuneigung, da sie ahnt, dass Aeneas sie bald wieder verlassen wird. Das Paar wird Opfer einer Intrige: Geblendet durch einen Zauber bricht Aeneas entgegen seiner eigentlichen Absicht tatsächlich seine Zelte in Kathargo ab. Dido stirbt an gebrochenem Herzen. In Herzog Blaubarts Burg folgt Judit ihrem Mann Blaubart auf seine Burg. Dort herrscht eine dunkle, unheimliche Atmosphäre: Sieben Türen bergen Geheimnisse. Nach und nach gelingt es Judit, alle Türen zu öffnen. Hinter der siebten und letzten entdeckt sie schließlich ihre drei Vorgängerinnen. Auch Judit tritt durch diese Tür, das Schloss versinkt erneut in Dunkelheit.

Schon längst gilt er nicht mehr als Geheimtipp – der griechische Dirigent Constantinos Carydis, mit dem in Frankfurt eine regelmäßige Zusammenarbeit geplant ist. Hier dirigierte er bereits u.a. Mozarts Zauberflöte und Massenets Werther. Zudem ist er ein gern gesehener Gast an zahlreichen europäischen Bühnen. 2012/13 übernimmt Barrie Kosky die Intendanz der Komischen Oper Berlin und gilt als einer der ambitioniertesten Schauspiel- und Opernregisseure seiner Generation. Angeführt von Paula Murrihy (Dido), Britta Stallmeister (Belinda) und Sebastian Geyer (Aeneas) sind die Partien der Purcell-Oper größtenteils durch Ensemblemitglieder der Oper Frankfurt besetzt. Lediglich bei den drei Countertenören Martin Wölfel (Sorceress), Dmitry Egorov (First Witch) und Roland Schneider (Second Witch) handelt es sich um Gäste, wobei alle drei Sänger der Oper Frankfurt bereits verbunden sind. Als Blaubart kehrt der englische Bariton Robert Hayward u.a. nach seinem Mandryka in Arabella und Telramund in Lohengrin nach Frankfurt zurück. Ensemblemitglied Claudia Mahnke (Judit) ist in dieser Saison u.a. auch als Giulietta in Hoffmanns Erzählungen und Brangäne in Tristan und Isolde zu hören. [© Oper Frankfurt]

Premiere: Sonntag, 5. Dezember 2010, um 18.00 Uhr im Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 10., 16., 18. Dezember 2010, 25., 29. Juni, 1., 3. Juli 2011
Preise: € 11 bis 130 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 oder online unter
www.oper-frankfurt.de erhältlich. Bei Buchung von Vorstellungen bis 4 Wochen vor dem Aufführungstermin gibt es einen Frühbucherrabatt von 10% auf die oben angegebenen Preise, die Premiere ausgenommen.

www.oper-frankfurt.de

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
3. Oktober 09

Musikalische Leitung: Michael Schneider
Inszenierung: Arila Siegert
Bühne: Hans Dieter Schaal
Kostüme: Susanne Maier-Staufen
Gesangscoach: Prof. Claudia Eder
Choreinstudierung: Danilo Tepša

Mit Mitgliedern des Staatstheaters Mainz und des Jungen Ensembles in einer Produktion des Staatstheaters Mainz und der Hochschule für Musik Mainz („Internationale Sommerschule Singing Summer“).

Philharmonisches Staatsorchester Mainz

Die Aufführung von Henry Purcells Dido und Aeneas zum 350. Todestag des Komponisten ist Teil des auf die Spielzeiten 2007 bis 2010 angelegten Opernzyklus „Gottes starke Töchter", in dessen Mittelpunkt große Frauengestalten der Opernliteratur stehen.

www.staatstheater-mainz.de

Dionysos
Oper

Von: Wolfgang Rihm (* 1952)
Text: Wolfgang Rihm nach den Dionysos-Dithyramben von Friedrich Nietzsche

Uraufführung: 27. Juli 2010 Salzburg, Haus für Mozart; im Rahmen der Salzburger Festspiele)

Zur Inszenierung der Salzburger Festspiele:

Premiere:
27. Juli 10 (Uraufführung)

Musikalische Leitung: Ingo Metzmacher
Regie: Pierre Audi
Bühnenbild: Jonathan Meese
Kostüme: Jorge Jara
Licht: Jean Kalman
Video: Martin Eidenberger
Dramaturgie: Klaus Bertisch
Chöre: Jörn H. Andresen

Dionysos: Johannes Martin Kränzle
Sopran: Mojca Erdmann
Sopran: Elin Rombo
Tenor: Matthias Klink
Mezzosopran: Virpi Räisänen
Alt: Julia Faylenbogen
Tänzer/Darsteller: Uli Kirsch

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor

www.salzburgerfestspiele.at

Discount Diaspora
Eine Kapitalkomödie

Text: Feridun Zaimoglu, Günter Senkel
Musik: Ketan und Vivan Bhatti
Uraufführung: 17. März 2011 (Berlin, Neuköllner Oper)

Zur Inszenierung der Berliner Neuköllner Oper:

Premiere:
17. März 2011 (Uraufführung)

Musik: Ketan und Vivan Bhatti
Text: Feridun Zaimoglu und Günter Senkel
Musikalische Leitung: Daniel Sus
Musikalische Einstudierung: Andreas Altenhof / Daniel Sus
Inszenierung: Markus Heinzelmann
Bühne: Vera Römer und Gregor Wickert
Kostüme: Jessica Zeitler
Dramaturgie: Bernhard Glocksin

Besetzung:

Fred:
Adrian Becker
Sandy: Jasmin Schulz
Der Preiser: Stefan Hufschmidt
Matze: Stefan Rüh
Patrizia: Doris Prilop
Omar: Alexander Nikoli
Dorothee: Barbara Wurster

Orchester:
Reeds / Loopstation:
Milian Vogel
Posaune:.Anke Lucks
Kontrabass: Henrik von Holtum
Gitarre: Nikolas Tillmann
Schlagwerk: Hanno Stick
Keyboards / Marima- / Vibraphon / musikalische Leitung: Daniel Sus

....raus auf die Karl-Marx-Straße. Schon geht.s los, wir können nicht mal nebeneinander gehen. Hier auf den Fußwegen herrscht beschleunigtes Gehverhalten.... Heiße Hölle Neukölln . F. Zaimoglu in einem Gespräch mit der Neuköllner Oper Neukölln. Ein .Ritter des Kapitals. reitet ein in Berlins aufregendsten Stadtteil. Naturgemäß will er kaufen, aufkaufen, zu Kapital machen, wofür Neukölln jetzt gut ist: Objekte, Immobilien mit beträchtlichem Wertzuwachs.
Doch Fred, unser Mann vor Ort, geht unter, taucht unter, kommt nicht wieder. So wird seine ehrgeizige Kollegin Patrizia angesetzt, den Abtrünnigen heraus zu holen aus der Discount Diaspora , der höchst diversen Karl-Marx-Straße mit ihren Geschäften und verführerischen Bewohnern . und zurück zu bringen in die Welt des reinen Kapitals. Doch Neukölln ist anders, schon bald fällt eine Gesangslehrerin vom Balkon. Und Patrizia kommt auch nicht wieder... [© Neuköllner Oper]

Karten 9-24 Euro, Vorbestellung unter 030 / 6889 0777, unter
tickets@neukoellneroper.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen

www.neukoellneroper.de

Don Carlo (italienische Fassung mit 4 (5) Akten), Don Carlos (französische Fassung, 5 Akte)

Musik: Giuseppe Verdi
Libretto: Josephe Mery, Camille du Locle

Uraufführungen:
1. Fassung 11. März 1867 (Paris, Théâtre Impérial de l´Opéra)
2. Fassung: 10. Januar 1884 (Mailand, Teatro alla Scala)
Erstaufführung der revidierten fünfaktigen italienischen Fassung: 26. Dezember 1886 (Modena, Teatro Municipale)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
(fünfaktige italienische Fassung)

Premiere: 30. September 07
2.Wiederaufnahme: 21. Mai 10
1. Wiederaufnahme: 13. Dezember 08

Musikalische Leitung: Carlo Franci / Stefan Anton Reck / Carlo Franci / Roland Böer / Carlo Franci / Carlo Franci; Regie: David McVicar
Regie: David McVicar
Szenische Leitung der Wiederaufnahme:
Fabian von Matt / Fabian von Matt
Choreografische Mitarbeit: Andrew George
Bühnenbild: Robert Jones
Kostüme: Brigitte Reiffenstuel
Dramaturgie: Malte Krasting
Licht: Joachim Klein
Chor: Alessandro Zuppardo /
Matthias Köhler

Philipp II.: Kwangchul Youn / Bálint Szabó / Kwangchul Youn / Thorsten Grümbel
Elisabeth von Valois: Annalisa Raspagliosi / Danielle Halbwachs / Elza van den Heever / Annalisa Raspaglios / Annalisa Raspagliosi / Elza van den Heever / Lucrezia García
Don Carlo: Yonghoon Lee / Andrew Richards / Francesco Hong / Yonghoon Lee / Carlo Ventre / Kamen Chanev
Prinzessin Eboli: Michaela Schuster / Tichina Vaughn / Michaela Schuster / Tichina Vaughn / Tanja Ariane Baumgartner / Tanja Ariane Baumgartner
Rodrigo, Marquis von Posa: George Petean / Anders Larsson / Aris Argiris / Zeljko Lucic / Tassis Christoyannis / Aris Argiris
Graf von Lerma: Hans-Jürgen Lazar / Peter Marsh / Hans-Jürgen Lazar / Peter Marsh / Hans-Jürgen Lazar / Simon Bode
Tebaldo: Arlene Rolph (Vorstellungen im Oktober) / Stella Grigorian / Paula Murrihy / Jenny Carlstedt / Jenny Carlstedt / Sharon Carty
Der Großinquisitor: Gregory Frank / Gregory Frank / Magnus Baldvinsson / Hakan Tirasoglu / Magnus Baldvinsson
Ein Mönch: Bálint Szabó / Simon Bailey / Thorsten Grümbel / Vuyani Mlinde
Stimme von oben: Brenda Rae / Christiane Karg Sun Hyung Cho /
Chor, Extrachor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester

grün = Wiederaufnahme Saison 2008/09
violett= Wiederaufnahme Saison 2009/10
rot = Wiederaufnahme Saison 2010/11

Zur Wiederaufnahme in der Saison 2010/11:
Die Inszenierung des Don Carlo von Giuseppe Verdi (1813-1901) durch David McVicar feierte am 30. September 2007 Premiere an der Oper Frankfurt – als erste Frankfurter Neuproduktion des Werkes seit 37 Jahren. Vom Publikum wurde die aufwändig ausgestattete Aufführung mit den prachtvoll-historischen Kostümen von Brigitte Reiffenstuel überwiegend bejubelt, doch meldeten sich auch kritische Zuschauerstimmen zu Wort, denen die Sicht des schottischen Regisseurs auf Verdis Erfolgsoper zu konventionell ausgefallen war. Dennoch wurde die Inszenierung von der Kritik in erster Linie positiv beurteilt: „Gespielt wird die lange, fünfaktige Fassung von 1886. McVicars großartige Regieleistung geht dabei weit über die Grundsatzentscheidungen für eine streng stilisierte Bühne samt historisch korrekten Kostüme hinaus. Er führt seine Figuren mit viel Liebe fürs psychologische Detail und schlüsselt so die komplexe Handlung überzeugend auf.“ Ein weiterer Rezensent schrieb: „Ein Ausstattungschinken also? Eine konventionelle Mantel-und-Degen-Produktion? In gewissem Sinne: ja, durchaus. Aber ungewöhnlicherweise eine, an der man nichts vermisst hat.“

Nun wird diese Erfolgsproduktion der Oper Frankfurt zum dritten Mal wiederaufgenommen, und die Besetzungsliste weist neben den mit der Inszenierung vertrauten Künstlern auch einige neue Namen auf: In der Titelpartie sollte der bulgarische Tenor Kamen Chanev eigentlich erst später erstmals in die Produktion einsteigen, singt nun aber doch alle Vorstellungen der Serie, anstatt – wie geplant – mit Ensemblemitglied Alfred Kim zu alternieren. Chanev ist regelmäßiger Gast an der Bayerischen und der Wiener Staatsoper sowie der Deutschen Oper Berlin. Als Elisabeth debütiert die venezolanische Sopranistin Lucrezia García an der Oper Frankfurt. Zukünftige Engagements der Sängerin sind Aida in der Arena di Verona und an der Opéra de la Bastille in Paris sowie Odabella in Verdis Attila an der Mailänder Scala. Ensemblemitglied Thorsten Grümbel wechselt vom Mönch – der nun von „Neuzugang“ Vuyani Mlinde gesungen wird – zur Partie Philipp II. Erstmals werden der Graf von Lerma und Tebaldo mit den neuen Mitgliedern des Opernstudios Simon Bode und Sharon Carty besetzt. Der italienische Dirigent und „Altmeister“ Carlo Franci hingegen hat diese Produktion schon längst zu der seinigen gemacht.

Weitere Vorstellungen: 18., 26. (Oper für Familien, 15.30 Uhr; pro Erwachsenen-Kaufkarte maximal drei Tickets für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre gratis; mit kostenloser Kinderbetreuung) September, 2. Oktober 2010
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr 

Preise: € 12 bis 77 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr (außer an der Vorverkaufs- und Abendkasse der Oper Frankfurt sowie bei deren Telefonischem Vorverkauf)
Karten sind bei den üblichen Vorverkaufsstellen, online unter
www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich. Bei Buchung von Vorstellungen bis 4 Wochen vor dem Aufführungstermin gibt es einen Frühbucherrabatt von 10% auf die oben angegebenen Preise.

Zur Premiere in der Saison 2007/08:
1865 erhielt Giuseppe Verdi (1813-1901) - nach Les vepres siciliennes 1855 - einen zweiten Kompositionsauftrag der Pariser Grand Opera und vertonte Schillers Trauerspiel Don Karlos. Die Urfassung wurde 1867 uraufgeführt und bestand aus fünf Akten in französischer Sprache mit Ballett, was seinerzeit ein notwendiges Eingeständnis an die Gattung der Grand Opera darstellte. Siebzehn Jahre später hatte Don Carlos in einer italienischen, auf vier Akte gekürzten Fassung (ohne Ballett und den ersten, sogenannten Fontainebleau-Akt) an der Mailänder Scala Premiere. 1886 schließlich kam die revidierte italienische Fassung in fünf Akten in Modena zur Uraufführung. Diese Version liegt der ersten Frankfurter Neuproduktion des Werkes seit 37 Jahren zu Grunde.

Zum Inhalt: Don Carlos, .Sohn des spanischen Königs Philipp II., soll die französische Königstochter Elisabeth von Valois heiraten Die beiden verlieben sich ineinander, doch muss die junge Frau schließlich aus Gründen der Staatsraison den König selbst zum Mann nehmen. Zudem verweigert Philipp seinem Sohn den Auftrag, dem durch Spanien unterdrückten Flandern den Frieden zu bringen und damit seinen Jugendfreund Rodrigo zu unterstützen. Durch eine Intrige der in Carlos verliebten Prinzessin Eboli entfremden sich Vater und Sohn immer mehr voneinander. Carlos ist hin und her gerissen zwischen seiner Liebe zu Elisabeth und dem Begehren nach politischer Anerkennung. Schließlich kommt es nach der durch den Großinquisitor geforderten Ermordung des politisch unliebsamen Rodrigo am Grab von Carlos' Großvater Karl V. zu einem entscheidenden Zusammentreffen aller Beteiligten...

Die musikalische Leitung dieser Neuinszenierung übernimmt Carlo Franci, der neben seiner internationalen Tätigkeit im September 2004 sein SOjähriges Frankfurt-Jubiläum feiern konnte. David McVicar gilt als einer der führenden Regisseure seiner Generation. Inszenierungen führten ihn an alle großen Bühnen Europas und der USA. Sein Frankfurt-Debüt gibt der Koreaner Kwangchul Youn (Philipp). Er gastiert regelmäßig an den Opernhäusern von Berlin, Wien und New York sowie bei den Bayreuther und Salzburger Festspielen. Die italienische Sopranistin Annalisa Raspaqliosi (Elisabeth) ist vor allem in den Werken ihrer Landsmänner Giacomo Puccini und Giuseppe Verdi international gefragt. In Frankfurt ist sie 2007/08 zudem als Amelia Grimaldi in Simon Boccanegra sowie als Desdemona in Ote//o (konzertant) zu erleben. Der an renommierten Opernbühnen erfolgreiche amerikanische Tenor Andrew Richards (Carlos) war in Frankfurt bereits als Pinkerton in Puccinis Madama Butterfly und in der Titelpartie von Gounods Faust zu erleben. Michaela Schuster (Eboli) sang in Frankfurt u.a. Florinda (Fierrabras) und Kundry (Parsifaf). Mit der zuletzt genannten Partie gastierte die Mezzosopranistin auch in Berlin und Amsterdam. Jüngste Frankfurter Aufgaben waren Caesonia in der Uraufführung von Detlev Glanerts Caligula und Marta in d'Alberts Tiefland. George Petean ist Rumäne und seit 2002/03 an der Hamburgischen Staatsoper verpflichtet, von wo aus er an allen großen europäischen Häusern gastiert. Angeführt von Gregory Frank als Großinquisitor wurden alle übrigen Partien mit Ensemblemitgliedern der Oper Frankfurt besetzt. Für die Vorstellungen im Juni 2008 sind Umbesetzungen fast aller Hauptpartien geplant, das Dirigat übernimmt dann Frankfurts Kapellmeister Roland Böer.

Carlo Franci - Gastdirigent
Carlo Franci ist Absolvent der Accademia di Santa Cecilia in Rom. In Italien ist er als Dirigent an den wichtigsten Opernhäusern bekannt, darunter u.a. die Mailänder Scala, das Teatro La Fenice in Venedig, das Teatro San Carlo in Neapel, die Opernhäuser von Rom und Florenz sowie die Arena di Verona. Außerhalb Italiens dirigierte er u.a. das London Symphony Orchestra, das BBC Orchestra, die Wiener Philharmoniker, die Wiener Symphoniker und das Salzburger Mozarteum-Orchester.
Als Gastdirigent war er häufig in Berlin, Hamburg, Frankfurt, München, Mannheim, Wien, Madrid, Barcelona, Zürich, Tokio, Seoul, Caracas, Rio de Janeiro, Singapur und Johannesburg zu Gast. Von 1990 bis 1997 war er Chefdirigent des Transvaal Philharmonie Orchestra in Pretoria. An der New Yorker Met stand er bei über 90 Vorstellungen am Pult, gastierte aber auch in anderen amerikanischen Städten wie Boston, Cleveland, Minneapolis, Atlanta, Detroit und Dallas. Verdis Aida dirigierte er 1987 auch bei den Pyramiden von Gizeh. Zahlreiche eigene Kompositionen wurden u.a. an der Mailänder Scala sowie in Brüssel, Buenos Aires, Helsinki, Neapel, Detroit und Rom aufgeführt. Im September 2004 feierte er sein 30jähriges Frankfurt-Jubiläum. Hier dirigierte er u.a. Puccinis Tosca und Verdis Nabucco. 2005/06 hatte er an der Oper Frankfurt die musikalische Leitung bei der Übernahme von Massenets Werther aus Amsterdam inne und dirigierte 2006/07 die Wiederaufnahme dieser Produktion sowie Verdis Un ballo in maschera. In der Spielzeit 2007/08 kehrt er für die Neuinszenierung von Verdis Don Carlos hierher zurück.

Roland Böer – Kapellmeister
Seit Januar 2002 ist Roland Böer Kapellmeister an der Oper Frankfurt. Zuvor war er dort als Solorepetitor tätig, daraufhin als Solorepetitor mit Dirigierverpflichtung an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf / Duisburg engagiert und arbeitete außerdem als persönlicher Assistent von Antonio Pappano während der Bayreuther Festspiele 1999 bis 2001, am Theatre Royal de la Monnaie in Brüssel und am Royal Opera House Covent Garden, In Frankfurt dirigiert er ein breitgefächertes Repertoire von Haydns L'isola disabitata bis Henzes Das verratene Meer. In der Spielzeit 2005/06 übernahm er die musikalische Leitung der Wiederaufnahmen von La Boheme, Chowanschtschina und // viaggio a Reims sowie der Neuproduktion von Smetanas Die verkaufte Braut. Als Gast dirigierte er u.a. am Theatre Royal de la Monnaie in Brüssel Ravels L'heure espagnole und L'enfant et les sortileges sowie Neuproduktionen am Royal Opera House Covent Garden (Ullmans Kaiser von Atlantis) und der English National Opera (Mozarts La clemenza di Tito) in London sowie der Royal Swedish Opera in Stockholm (Puccinis Manon Lescaut). Hinzu kamen Repertoirevorstellungen von Mozarts Die Zauberflöte an der Deutschen Oper in Berlin. Roland Böer gastierte außerdem u.a. beim Oslo Philharmonie Orchestra, dem Radio-Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks, dem Rundfunkorchester des Bayerischen Rundfunks sowie dem Orchestre Philharmonique de Luxembourg und dem Scottish Chamber Orchestra. 2006/07 standen in Frankfurt die Wiederaufnahmen von Die Meistersinger von Nürnberg und Die verkaufte Braut sowie Repertoirevorstellungen von La Cenerentola und Un ballo in maschera auf seinem Programm. Hinzu kam u.a. eine Neuproduktion von Mozarts Cos/ fan tutte mit dem Orchestra di Santa Cecilia in Rom, eine Neuproduktion von Le nozze di Figaro an der English National Opera in London und Fidelio in Auckland. 2007/08 folgen an der Oper Frankfurt für ihn die Wiederaufnahmen von Nabucco und Macbeth sowie Repertoirevorstellungen von Don Carlos und Le nozze di Figaro. Zudem wird er 2008 für eine Wiederaufnahme der Zauberflöte nach London (Covent Garden) zurückkehren.

David McVicar – Regisseur
Der schottische Regisseur David McVicar gilt als einer der führenden Regisseure seiner Generation. Seine Inszenierungen sind an allen großen Bühnen Europas und der USA zu sehen, oftmals begleitet durch die Aufzeichnung für Fernsehen und DVD. Zu seinen Inszenierungen der Spielzeit 2004/05 gehörten Monteverdis L'incoronazione di Poppea am Theätre des Champs-Elysees in Paris, Brittens A Midsummer Night's Dream am Theätre Royal de la Monnaie in Brüssel sowie Mozarts La clemenza di Tito an der English National Opera in London. David McVicar wurde in Glasgow geboren und studierte an der Glasgow School of Art und der Royal Scottish Academy die Fächer Schauspiel, Design und Regie. Seine erste professionelle Opernregie war Mozarts // re pastore 1993 an der Opera North in Leeds. Dorthin kehrte er für Ambroise Thomas' Hamlet, Steven Sondheims Sweeney Todd, Mozarts Don Giovanni sowie Strauss' Der Rosenkavalier zurück. 1996 debütierte er an der Scottish Opera in Glasgow mit Mozarts Idomeneo, womit er 1997 den Barclays Theätre Award gewann. Zwischen 1999 und 2002 kehrte McVicar für den Rosenkavalier und Puccinis Madama Butterfly nach Glasgow zurück. Zudem inszenierte er 1997 Handels Tamerlano an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf/ Duisburg, 1998 Fidelio für das New Zealand International Festival of the Arts, 1998 Massenets Manon und 1999 Handels Alcina an der English National Opera in London (ENO) und 1998 Mozarts Idomeneo an De Vlaamse Opera in Antwerpen. 2000 führte er dort Regie bei Offenbachs Les Contes d'Hoffmann, bei Handels Agrippina in Brüssel und Paris (Champs-Elysees) sowie bei Puccinis La Boheme für die Glyndebourne Touring Opera. 2001 inszenierte er Verdis Macbeth am Mariinsky-Kirov-Theater in St. Petersburg, Brittens The Rape of Lucretia an der ENO und beim Aldeburgh Festival, Rigoletto am Royal Opera House Covent Garden London sowie Brittens Billy Budd an der Lyric Opera Chicago. 2002 folgten Tosca an der ENO und Carmen beim Glyndebourne Festival. Bei den Salzburger Festspielen 2003 war seine Regiearbeit zu Les Contes d'Hoffmann zu sehen. Zudem inszenierte er Neu Bartletts Stück Camille nach Alexandre Dumas am Lyric Theätre Hammersmith in London sowie Die Zauberflöte am Covent Garden. Letzte Arbeiten beinhalteten Handels Semele in Paris (Champs-Elysees), Gounods Faust am Covent Garden, Mozarts La clemenza di Tito in Kopenhagen sowie Don Giovanni in Brüssel. Weitere Neuproduktionen sind z.B. L'incoronazione di Poppea an der Opera National du Rhin in Straßburg, der Staatsoper in Berlin und in Brüssel sowie Handels Giulio Cesare in Glyndebourne und London, zudem Cos/ fan tutte und Le nozze di Figaro am Covent Garden. Im Februar 2007 erfolgte im Rahmen eines geplanten neuen Wagner-R/ngs unter seiner Regie in Straßburg die Premiere von Das Rheingold. An der Oper Frankfurt wurde 2005/06 seine Brüsseler /Agr/pp/na-lnszenierung übernommen, die hier auch 2006/07 zu sehen war. 2007/08 kehrt McVicar für Verdis Don Carlo zurück an den Main. Eine weitere Zusammenarbeit ist geplant.

 [© Texte: Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Don Giovanni
Dramma giocoso in zwei Akten

Von: Wolfgang Amadeus Mozart
Text: Lorenzo Da Ponte
Uraufführung: 29. Oktober 1787 (Prag, Nationaltheater Prag)

Zur Inszenierung des Theater Bielefeld:

Premiere:
15. Oktober 11
Musikalische Leitung: Alexander Kalajdzic
Inszenierung: Helen Malkowsky
Bühne: Harald B. Thor
Kostüme: Tanja Hofmann
Choreinstudierung: Hagen Enke
Dramaturgie: Uwe Sommer

Besetzung:

Don Giovanni:
Daniel Billings
Donna Anna: Melanie Kreute
Don Ottavio: Eric Laporte
Der Komtur: Jacek Janiszewski
Donna Elvira: Melanie Forgeron
Leporello: Torben Jürgens
Masetto: Peter Maruhn
Zerlina: Cornelie Isenbürger
Butoh-Tänzer: TadaEndo

Bielefelder Opernchor
Bielefelder Philharmoniker

13 Jahre ist es her, dass am Theater Bielefeld die »Oper aller Opern« (E.T.A. Hoffmann) in einer Neuinszenierung zu erleben war – seinerzeit stellte sich Peter Kuhn mit ihr als neuer Bielefelder GMD vor. Alexander Kalajdzic stellt Don Giovanni nun an den Beginn seiner zweiten Saison, es inszeniert Operndirektorin Helen Malkowsky.
Mozarts zweite Arbeit mit Lorenzo Da Ponte, die 1787 entstand, ist ein Werk der Superlative. Goethe sah in ihm die Hoffnung verwirklicht, aus der Gattung Oper könne sich eine »edlere Form des Trauerspiels« entwickeln, nur habe Mozarts Tod »alle Aussicht auf etwas Ähnliches vereitelt«. Richard Wagner stellte die rhetorische Frage: »Wo hat je die Musik so unendlich reiche Individualität gewonnen?« – und benennt damit genau den Grund für den zeitlosen Zauber und das unergründliche Geheimnis des Don Giovanni: Die Verschmelzung von sinnlich-erotischer Lebensnähe und philosophischer Durchdringung genau dieser Lebensfragen, die zu jeder Zeit und bei jedem anders brennen.
Jene Individualität entzündet sich an allen acht handelnden Figuren, und zwar an Musik und Text gleichermaßen. Sie werden auf so prägnante Weise lebendig, dass man fast sagen möchte: In dieser Oper geht es mehr um die Figuren selbst, als um die Handlung, die diese spielen. Jede Aktion, jede Intrige weist über sich hinaus auf das Wesen derer, die so heillos verstrickt sind im Widerspruch zwischen ihrer Fixierung auf ihn und ihrem Willen, von ihm loszukommen. Die entehrte Anna, die verlassene Elvira, die verführte Zerlina, der geknechtete Leporello. Die, die ihm nicht verfallen sind, wirken nichtsdestoweniger hilflos: dem gehörnten Masetto und dem beleidigten Ottavio scheint jeder Mumm abhanden gekommen. Und wer eigentlich ist er, der Verführer, der Getriebene? Der, der mit anderen spielt und selbst ein Spielball unsichtbarer Kräfte zu sein scheint? Der, dem nichts mehr gelingt und an dem sie trotzdem alle hängen? Dass Mozart und Da Ponte den seinerzeit schon zum Mythos gewordenen Stoff – seit dem frühen 17. Jahrhundert ist die Geschichte des legendären Frauenverführers in zahllosen Varianten erzählt, dramatisiert und vertont worden – hier nicht nur einen wahren Kosmos menschlicher Lebens- und Empfindungsformen ins Werk gesetzt, sondern der Oper auch noch eine theatral ungemein zwingende Dramaturgie gegeben haben, setzt dem Werk die Krone auf. Nicht nur die großen Ensembles, sondern auch die vielen, affektiv höchst unterschiedlich gelagerten Arien treiben die Handlung – oder besser: die dramatischen Verstrickungen der Befindlichkeiten – zielsicher bis zu zwei grandiosen Finali voran, die zwar Höhe- und Schlusspunkte setzen, keineswegs aber letzte Antworten liefern. Aber in ihrer unvergleichlichen Balance aus Komik und Tragik dringen sie tiefer, als zu denken ist.
Don Giovanni ist eine Ensemble-Oper par excellence – und dem aktuellen Bielefelder Opernensemble wie auf den Leib geschrieben. Sieben der acht Rollen verkörpern Sängerinnen und Sänger des Theater Bielefeld, nur für die Partie des Masetto wurde mit dem Bass-Bariton Peter Maruhn ein Gastsänger verpflichtet. Mit Daniel Billings als Giovanni, Torben Jürgens als Leporello und Melanie Forgeron als Elvira präsentieren sich gleich drei Sänger in den größten und gewichtigsten Rollen, die sie in Bielefeld bisher gesungen haben. Die Ausstattung, die Harald B. Thor (Bühne) und Tanja Hofmann (Kostüme) für Helen Malkowskys Inszenierung geschaffen haben, ist ganz auf die Entfaltung des komplexen Figuren-Gefüges und auf den musikalischen Fluss zugeschnitten, der immer wieder andere Wendungen nimmt.

Musikalische Leitung
Alexander Kalajdzic
, geboren in Zagreb, Kroatien, begann seine musikalische Ausbildung mit sechs Jahren und gab ab dem achten Lebensjahr regelmäßig Konzerte als Pianist. Er gewann mehrere Preise bei Bundeswettbewerben und setzte anschließend sein Studium an der Musikhochschule in Wien fort, wo er die Dirigierklasse von Karl Österreicher mit Auszeichnung absolvierte. Darüber hinaus studierte er Klavier, Viola und Korrepetition. Schon während des Studiums dirigierte er Symphoniekonzerte mit den Zagreber Philharmonikern sowie dem Orchester des Kroatischen Rundfunks.
Sein beruflicher Weg führte ihn nach Krefeld-Mönchengladbach, wo er als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung erste Theatererfahrungen sammelte. Danach war er als Kapellmeister in München, als erster Dirigent am Nationaltheater Weimar und von 2008 – 2010 als 1. Kapellmeister am Nationaltheater Mannheim tätig, wo er sich ein großes Repertoire erarbeiten konnte. Er gastierte u. a. in den USA, Mexiko, Südafrika, Italien, Frankreich, in der Schweiz und in Tschechien.
Alexander Kalajdzic ist sowohl in der Oper als auch im Konzertbereich gefragt. Sein Repertoire reicht vom frühen Barock bis zur Moderne, wobei sein besonderes Interesse der französischen Musik gilt. So führte er fast das gesamte Orchesterwerk von Ravel und Debussy mehrmals auf. Auch war er lange Zeit als Liedbegleiter und Kammermusiker aktiv und hatte bis vor kurzem einen Lehrstuhl für Orchestererziehung in Zagreb inne. Seit Spielzeitbeginn 2010/11 leitet er als GMD die musikalischen Geschicke des Theater Bielefeld und der Bielefelder Philharmoniker.

Inszenierung
Helen Malkowsky
ist in Dresden geboren und aufgewachsen. Nach einem Musikstudium in ihrer Heimatstadt und ersten Regie-Erfahrungen in der Opernklasse der Hochschule für Musik folgten Engagements als Regieassistentin und Abendspielleiterin an den Landesbühnen Sachsen Radebeul, dem Staatstheater Saarbrücken, dem Theater Basel und bei den Bayreuther Festspielen, wo sie unter anderem Claus Guth und Herbert Wernicke assistierte. Schnell wurden Helen Malkowsky eigene Arbeiten als Regisseurin anvertraut. So entstanden schon parallel zu ihrer Tätigkeit als Assistentin zahlreiche erfolgreiche Inszenierungen, die schließlich in eine freischaffende Tätigkeit mündeten, u. a. für die Theater in Saarbrücken (Die lustigen Nibelungen), Detmold (Der Graf von Luxemburg), Chur/Schweiz (Zauberberg, UA), Aachen (Werther), Münster (Das Land des Lächelns), die Münchner Biennale (WIR, UA) und die Volksoper Wien (Die Entführung aus dem Serail). Von 2004 bis 2008 war Helen Malkowsky Oberspielleiterin am Staatstheater Nürnberg und konnte dort mit unterschiedlichsten Produktionen – u. a. Der Rosenkavalier (Richard Strauss), Melusine (Aribert Reimann), Der fliegende Holländer (Richard Wagner) und Eugen Onegin (Peter I. Tschaikowski) – ihre Regiehandschrift überzeugend weiterentwickeln und Publikum wie Presse gleichermaßen durch ihre Arbeiten begeistern.
Immer wieder widmet sich Helen Malkowsky auch der szenischen Ausbildung junger Sängerinnen und Sänger. Sie war Leiterin des Internationalen Opernstudios des Staatstheater Nürnberg, erarbeitete 2009 an der Universität der Künste Berlin Benjamin Brittens Ein Sommernachtstraum mit Studierenden und Absolventen und hat im März 2011 an der Hochschule für Musik Dresden Lortzings Der Wildschütz inszeniert. Seit Beginn der Saison 2010/11 ist Helen Malkowsky Operndirektorin am Theater Bielefeld, dem sie bereits durch die Inszenierungen von Luisa Miller (Giuseppe Verdi), Capriccio (Richard Strauss) und Carmen (Georges Bizet) verbunden war. Zuletzt hat sie hier Salome (Richard Strauss) und Alice in Wonderland (Unsuk Chin) in Szene gesetzt. Neben ihrer vorrangigen Tätigkeit am Theater geht Helen Malkowsky auch immer wieder gern Einladungen als Moderatorin nach und begleitete u. a. den Nürnberger Opernball und Galas zu verschiedensten Anlässen.

Bühne
Seine rund 150 szenografischen Arbeiten führten den Salzburger Bühnen- und Kostümbildner Harald B. Thor um die halbe Welt: von Schauspielhäusern im deutschsprachigen Raum wie Hamburg und Zürich über Opernhäuser in Dortmund, München, Wien, Basel und die Sommerfestspiele in Pompeji und Agrigento in Italien, bis hin zum Opernhaus im südkoreanischen Seoul. Mehrere Jahre lang war er außerdem als Ausstattungsleiter und Bühnenbildner an der Staatsoper in München sowie als Bühnenbildner und Dozent an der Bayerischen Theaterakademie »August Everding« München engagiert. Mit Helen Malkowsky arbeitete er bereits mehrmals zusammen, u. a. am Staatstheater Nürnberg bei Der Fliegende Holländer und Der Rosenkavalier sowie bei Luisa Miller, Capriccio, Carmen und Salome am Theater Bielefeld.
Er ist außerdem als Scenic Art Supervisor für Walt Disney Productions und als Architekt von Konzertsälen und Ausstellungen tätig (Neuer Konzertsaal im Prinzregententheater in München, Theatermuseum in Wien und für die Firma Audi beim Autosalon in Genf).

Kostüme
Tanja Hofmann
, geboren in Bamberg, macht ihre ersten Theater-Erfahrungen am E.T.A.-Hoffmann-Theater ihrer Heimatstadt. 1993 begann sie das Studium für Bühnen- und Kostümbild an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz bei Professor Wolfram Skalicki und Prof. Hans Schavernoch, das sie 1997 abschloss. Bereits während ihres Studiums assistierte sie mehrere Jahre bei den Bayreuther Festspielen sowohl in der Kostüm- als auch in der Ausstattungsabteilung. Es folgten Festanstellungen als Assistentin am Berliner Ensemble, am Staatstheater Saarbrücken sowie an der Staatsoper München.
Seit 2003 arbeitet Tanja Hofmann freiberuflich. Sie entwarf seither u. a. Ausstattungen für Theater in Wien, Graz, Berlin, Saarbrücken, München, Leipzig, Bozen, Chur, Stuttgart, Ingolstadt, Kaiserslautern, Magdeburg, Mainz, Nürnberg und Havanna, Kuba. Mit Helen Malkowsky arbeitet sie seit vielen Jahren zusammen. Am Staatstheater Nürnberg schuf sie die Kostüme für ihre Inszenierung von Der fliegende Holländer, Der Rosenkavalier und Eugen Onegin, am Theater Bielefeld für Luisa Miller, Capriccio, Carmen und Salome. [© Theater Bielefeld]

www.theater-bielefeld.de

Zur Inszenierung der Staatsoper Hamburg:

Premiere:
18. September 11

Musikalische Leitung: Simone Young
Inszenierung: Doris Dörrie
Bühnenbild und Kostüme: Bernd Lepel
Choreografie: Tadashi Endo
Licht: Linus Fellbom
Chor: Christian Günther

Besetzung:

Don Giovanni: Wolfgang Koch
Donna Anna: Elza van den Heever (Hamburg-Debüt)
Don Ottavio: Dovlet Nurgeldiyev
Il Commendatore: Alexander Tsymbalyuk
Donna Elvira: Cristina Damian (Rollendebüt)
Leporello: Wilhelm Schwinghammer
Masetto: Jongmin Park (Rollendebüt)
Zerlina: Maria Markina (Rollendebüt)
Butoh-Tänzer: Tadashi Endo

Die Hamburger Neuproduktion von Mozarts dramma giocoso wird von Doris Dörrie in Szene gesetzt. Damit gibt die erfolgreiche Film- und Opernregisseurin ihr Debüt an der Staatsoper. Eine wesentliche Rolle bei ihrer Interpretation des berühmten Stoffes spielen die Ausdrucksmöglichkeiten des japanischen Tanztheaterstils Butoh. Dafür arbeitet sie eng mit dem japanischen Butoh-Tänzer und Choreographen Tadashi Endo zusammen. »Don Giovanni« ist das dritte gemeinsame Opernprojekt der beiden Künstler. Bühnenbild und Kostüme hat Bernd Lepel entworfen, der bereits mehrere Filme und Opern der Regisseurin ausstattete. Die Musikalische Leitung übernimmt Generalmusikdirektorin Simone Young. Zuletzt wurde »Don Giovanni« in der Spielzeit 1996/97 neu inszeniert.


Simone Young - Musikalische Leitung
Seit August 2005 ist Simone Young Intendantin der Staatsoper Hamburg und Hamburgische Generalmusikdirektorin der Philharmoniker Hamburg. Hier dirigiert sie ein breites musikalisches Spektrum von Premieren und Repertoirevorstellungen von Mozart über Verdi, Puccini, Wagner und Strauss bis zu Hindemith, Britten und Henze. An der Staatsoper und bei den Philharmonikern Hamburg konnte sie mit Uraufführungen und mehreren Deutschen Erstaufführungen große Erfolge verbuchen. Als Wagner-Dirigentin hat sich Simone Young international einen Namen gemacht: Sie übernahm die Musikalische Leitung mehrerer kompletter Zyklen des »Ring des Nibelungen« an der Wiener Staatsoper und der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. An der Staatsoper Hamburg hat sie mit großem Erfolg ihren eigenen »Ring« geschmiedet und dirigiert auch hier den kompletten Zyklus. Engagements führten die in Sydney geborene Dirigentin an alle führenden Opernhäuser der Welt, unter anderem an die Wiener Staatsoper, die Opéra National de Paris, das Royal Opera House Covent Garden in London, die Bayerische Staatsoper, die Metropolitan Opera New York und die Los Angeles Opera.
Neben ihrer umfangreichen Operntätigkeit machte Simone Young sich auch auf dem Konzertpodium einen Namen. Sie arbeitete mit allen führenden Orchestern zusammen, darunter die Wiener Philharmoniker, die Berliner Philharmoniker und das London Philharmonic Orchestra. Von 1999 bis 2002 leitete Simone Young als Chefdirigentin das Bergen Philharmonic Orchestra, von Januar 2001 bis Dezember 2003 war sie Künstlerische Leiterin und Chefdirigentin der Australian Opera in Sydney und Melbourne. Seit Sommer 2007 ist sie auch »Erste Gastdirigentin« des Lissabonner Gulbenkian Orchesters. Von Simone Young liegen zahlreiche CD-Einspielungen vor. So erschienen bei Oehms Classics neben Aufnahmen aus der Staatsoper Hamburg wie »Mathis der Maler«, »Das Rheingold« und »Die Walküre« auch mehrere Einspielungen mit den Philharmonikern Hamburg. Unter anderem wurden bisher vier Bruckner-Sinfonien in der Urfassung veröffentlicht sowie die 1. Sinfonie von Johannes Brahms. Simone Young hat zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten. Sie ist Ehrendoktor der Universitäten Sydney und Melbourne, Professorin der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg, Trägerin der Orden »Member of the Order of Australia« und »Chevalier des Arts et des Lettres« sowie der Goethe-Medaille. Für ihre erste Opernsaison in Hamburg wurde sie als »Dirigentin des Jahres« geehrt, außerdem erhielt sie den Brahms-Preis Schleswig-Holstein. 2009 machte sie zusammen mit den Philharmonikern Hamburg die Hansestadt zum größten Konzertsaal der Welt – vom Turm des Michel aus dirigierte sie 100 Musiker an 50 Standorten in der ganzen Stadt.

Doris Dörrie – Regie
Doris Dörrie ist nicht nur als Regisseurin und Produzentin, sondern auch als Schriftstellerin sehr erfolgreich. Insgesamt drehte sie 27 Filme, schrieb 16 Bücher und inszenierte sechs Opernaufführungen. Die gebürtige Hannoveranerin studierte Film und Schauspiel am Drama Department der University of the Pacific in Stockton, Kalifornien, und an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Bereits während des Studiums drehte sie erste Filme und arbeitete anschließend vor allem beim Fernsehen. Der Durchbruch als Regisseurin gelang ihr mit dem Kinoüberraschungserfolg des Jahres 1985 »Männer«. Für den Film erhielt Doris Dörrie zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem das Filmband in Silber für die beste Regie und in Gold für das beste Drehbuch, die Goldene Leinwand und den Gilde-Filmpreis. Weitere große Erfolge der Regisseurin waren der für den Bundesfilmpreis 1992 nominierte Film »Happy Birthday, Türke!«, der 1995 mit dem Filmband in Silber geehrte Film »Keiner liebt mich«, »Bin ich schön?«, »Erleuchtung garantiert«, »Der Fischer und seine Frau« sowie der für den Grimmepreis 2011 nominierte Film »Klimawechsel«. »Kirschblüten – Hanami« erhielt 2007 den Silbernen Bären, den Deutschen Filmpreis und den Bayerischen Filmpreis. Auch für ihr literarisches Werk wurden der vielseitigen Autorin mehrfach Preise verliehen. Unter anderem gewann ihre Kurzgeschichte »Der Vater der Braut« 1996 den Bettina von Arnim-Literaturpreis der Zeitschrift »Brigitte«, und für ihren Roman »Das blaue Kleid« erhielt sie 2003 den Deutschen Bücherpreis. Seit 2002 veröffentlicht Doris Dörrie die erfolgreiche Kinderbuchreihe »Mimi«. Des Weiteren wurden ihr das Bundesverdienstkreuz, der Niedersachsenpreis für Kultur, der Bayerische Verdienstorden sowie der Kulturelle Ehrenpreis der Landeshauptstadt München verliehen. Auch als Opernregisseurin war Doris Dörrie bereits mehrfach tätig. In Berlin inszenierte sie 2001 Mozarts »Così fan tutte« und Puccinis »Turandot«, in München 2005 Verdis »Rigoletto« und Puccinis »Madama Butterfly« sowie bei den Salzburger Festspielen 2006 Mozarts »La finta Giardiniera«. Dabei arbeitete sie mit so namhaften Dirigenten wie Daniel Barenboim, Kent Nagano und Zubin Mehta zusammen. Ihre Interpretation von Händels »Admeto« für die Internationalen Händelfestspiele Göttingen wurde 2009 auf dem Edinburgh-Festival mit dem Herald Award geehrt. Seit 1997 ist Doris Dörrie Professorin für Angewandte Dramaturgie und Stoffentwicklung an der Hochschule für Fernsehen und Film in München.

Bernd Lepel - Bühnenbild und Kostüme
Der in Murnau geborene Bernd Lepel studierte in München Kunst und war zunächst unter anderem als Designer von Kinderbüchern und beim Puppentheater tätig. Er kam als Bühnen- und Kostümbildner ans Staatstheater Stuttgart, wo er unter anderen mit Hans Werner Henze zusammenarbeitete, und ging danach an die Oper in Frankfurt. Neben seiner Tätigkeit am Theater ist Bernd Lepel seit Ende der 1970er-Jahre auch bei nationalen und internationalen Filmproduktionen aktiv. So entwarf er unter anderem die Ausstattung für Volker Schlöndorffs Oscar-Gewinner »Die Blechtrommel« (1979). Für seine Arbeit bei Andrew Birkins »Brennendes Geheimnis« (1988) wurde Bernd Lepel auf dem Filmfestival Venedig mit dem Preis für das beste Produktionsdesign ausgezeichnet. Außerdem stattete er Großproduktionen wie die beiden Oscarnominierten Filme »Der Untergang« und »Der Baader Meinhof Komplex« aus. Für seine Arbeit an dem Historienfilm »Die Päpstin« wurde Bernd Lepel 2010 für den Deutschen Filmpreis nominiert. Eine kontinuierliche Zusammenarbeit verbindet ihn mit Doris Dörrie, angefangen bei ihren Filmen »Nackt« (2002), »Ein seltsames Paar« (2004) und »Der Fischer und seine Frau« (2005) bis zu ihren Operninszenierungen »Turandot« an der Staatsoper Berlin (2003), »Rigoletto« an der Bayerischen Staatsoper München (2005), »Madama Butterfly« am Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz (2006), »La finta giardiniera« bei den Salzburger Festspielen (2006) sowie »Admeto« bei den Händelfestspielen Göttingen (2009). Für »Don Giovanni« ist Bernd Lepel erstmals an der Hamburgischen Staatsoper tätig.

Tadashi Endo – Choreographie
Tadashi Endo ist Butoh-Tänzer, Choreograph, Direktor des Butoh Centrum MAMU in Göttingen sowie Künstlerischer Leiter der Butoh Festivals MAMU in Göttingen. Nach seinem Regiestudium am Max-Reinhardt-Seminar in Wien ging der 1947 in Peking geborene Japaner jahrelang auf Tournee als Solo-Tanz-Performer und arbeitete dabei mit bekannten Jazz-Musikern zusammen. 1989 begegnete er Kazu Ohno, einem der Urväter des japanischen Ausdruckstanzes Butoh, der Endos Tanz als Butoh erkannte. Seitdem entwickelte Tadashi Endo seinen sehr eigenen ästhetischen, expressiven Butoh-Stil.
Tadashi Endo ist Gastdozent an der Jerusalem Academy of Music and Dance sowie am Núcleo Interdisciplinar de Pesquisas Teatrais an der Universität Campinas in São Paolo. Neben Solostücken, mit denen er weltweit auf Tournee geht, kreiert Tadashi Endo Tanztheaterstücke für seine 1992 gegründete Compagnie MAMU Dance Theatre in Göttingen. Auch für andere Ensembles war der Japaner als Choreograph tätig. So schuf er für die brasilianische Compagnie Lume das Stück »Shi Zen – Seven Bowls«, das 2006 beim Internationalen Choreographie-Wettbewerb »No Ballett« in Ludwigshafen und für den brasilianischen Shell Award nominiert wurde. Sein für den brasilianischen Tänzer Carlos Simioni geschaffenes Werk »Sopro« zählt zu den erfolgreichsten Solo-Tanzstücken in Brasilien. 2010 schuf er mit zwölf brasilianischen Tänzern das Tanztheaterstück »MA be MA« über das Leben des brasilianisch-japanischen Malers Manabu Mabe. Auch bei Theater- und Opernaufführungen wirkte Tadashi Endo als Choreograph mit, etwa bei »Oedipus« am Staatstheater Darmstadt und bei »Lohengrin« an der Staatsoper Mainz. Mit Doris Dörrie besteht seit 2005 eine enge Zusammenarbeit. Er war Choreograph der Tanzszenen in ihrer Inszenierungen von Puccinis »Madama Butterfly« am Staatstheater am Gärtnerplatz in München (2005) und von Händels »Admeto« bei den Internationalen Händelfestspielen in Göttingen (2009). Außerdem kreierte er die Butoh-Tanzszenen in Doris Dörries Film »Kirschblüten – Hanami« (2007) und trat auch selbst darin auf. Für Doris Dörries »Don Giovanni«-Inszenierung an der Hamburgischen Staatsoper entwickelt Tadashi Endo ebenfalls die Choreographie.

[© Staatsoper Hamburg]

www.staatsoper-hamburg.de

Zur Inszenierung des Theater Aachen:

Premiere:
20. Februar 11

Musikalische Leitung:  Marcus R. Bosch
Inszenierung: Eva-Maria Höckmayr
Bühne: Ric Schachtebeck
Kostüme: Julia Rösler
Choreinstudierung:  Andreas Klippert
Dramaturgie: Ulla Theißen
 
Besetzung:

Don Giovanni:
 Wieland Satter
Der Komtur: Marek Gasztecki
Donna Anna: Eva Bernard
Don Ottavio: Patricio Arroyo
Donna Elvira: Antonia Bourvé
Leporello: Hrólfur Saemundsson
Masetto:  Pawel Lawreszuk
Zerlina: Michaela Maria Mayer

und der Opernchor Theater Aachen
und das sinfonieorchester Aachen
Statisterie Theater Aachen

Eva-Maria Höckmayr, die für ihre Inszenierung von »Pelléas und Mélisande« in der letzten Spielzeit mehrfach ausgezeichnet wurde, präsentiert sich mit dieser Mozart-Oper zum zweiten Mal dem Aachener Publikum.

Kostprobe: Mi., 9. Februar 11, 19.00 Uhr (Eintritt frei)
Café inclusive: So., 6. Februar 11, 11.00 Uhr

www.theater-aachen.de

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Musikalische Leitung:
Catherine Rückwardt
Inszenierung und Bühne: Georges Delnon
Kostüme: Marie-Thérèse Jossen


Premiere: 14. Januar 06

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

10. Wiederaufnahme:
30.Dezember 11

Musikalische Leitung: Carlo Franci
Inszenierung, Bühnenbild und Licht: Peter Mussbach
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Ute Engelhardt
Kostüme: Joachim Herzog
Dramaturgie: Veit Volkert
Chor: Michael Clark

Besetzung:

Don Giovanni: Simone Alberghini
Il Commendatore: Magnús Baldvinsson
Donna Anna: Mardi Byers
Don Ottavio: Tiberius Simu
Donna Elvira: Juanita Lascarro
Leporello: Simon Bailey
Masetto: Vuyani Mlinde
Zerlina: Anna Ryberg

Die Inszenierung des Don Giovanni von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) stammt von Peter Mussbach und feierte am 27. November 1994 Premiere an der Oper Frankfurt. Nun wird die Erfolgsproduktion zum zehnten Mal wiederaufgenommen, wobei es sich bei der ersten Vorstellung der Serie am 30. Dezember 2011 um die sechsundsiebzigste Aufführung handelt. Nach wie vor erfreut sich dieser Don Giovanni großer Beliebtheit bei Publikum und Presse. So war etwa nach einer der letzten Wiederaufnahmen zu lesen: „Die Inszenierung von Peter Mussbach, auf das Jahr 1994 zurückgehend, gehört zu den Rennern im Repertoire. Auch ästhetisch hat sie die Zeit schadlos überdauert.“

Zum Inhalt: Don Giovanni tötet im Duell den Komtur, Vater seiner jüngsten Eroberung Donna Anna, und kann unerkannt fliehen. Bedrängt von Donna Elvira, seiner zuvor verlassenen Geliebten, sowie der nach Rache dürstenden Donna Anna und ihrem Verlobten Don Ottavio, gelingt es dem Frauenhelden mit Hilfe seines Dieners Leporello dennoch, der jungen Bäuerin Zerlina nachzustellen und deren eifersüchtigen Bräutigam Masetto auszuschalten. Nach vielerlei Verwirrungen und Verwandlungen kommt es im Hause Don Giovannis zu einem höllischen Finale. Die Statue des Komturs erscheint zum Abendmahl und ermahnt Giovanni zur Umkehr. Dieser jedoch hat für die Versammelten nur Spott und Hohn übrig und wird schließlich zur Strafe von der Hölle verschlungen.

Die musikalische Leitung der Wiederaufnahme-Serie liegt bei „Altmeister“ Carlo Franci, der der Oper Frankfurt durch eine langjährige Zusammenarbeit verbunden ist. Jüngst war er mit Verdis Don Carlo im Opernhaus sowie mit Catalanis La Wally (konzertant) in der Alten Oper am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters erfolgreich. Der italienische Bassbariton Simone Alberghini sang Mozarts Don Giovanni an zahlreichen italienischen Theatern, darunter das Teatro La Fenice in Venedig, wo er auch als Dulcamara in Donizettis L’elisir d’amore erfolgreich war. Mozarts Figaro-Graf führte ihn an die Wiener Staatsoper und Dandini in Rossinis La Cenerentola an die Metropolitan Opera in New York. Simone Alberghini singt erstmals in Frankfurt, genauso wie die Amerikanerin Mardi Byers (Donna Anna). Zu deren aktuellen Aufgaben gehören Senta in Wagners Der fliegende Holländer und Puccinis Tosca, gefolgt von Chrysothemis in Strauss’ Elektra und Emilia Marty in Janáčeks Die Sache Makropulos am Staatstheater Nürnberg. Zu den Stationen des rumänischen Tenors Tiberius Simu (Don Ottavio) zählen die Akademie der Mailänder Scala und die Wiener Staatsoper (Tamino in Mozarts Die Zauberflöte). Auch er stellt sich erstmals dem Frankfurter Publikum vor. Aus dem Ensemble steigt Vuyani Mlinde als Masetto neu in die Produktion ein, alle weiteren fest engagierten Sängerinnen und Sänger haben ihre Partien im Laufe der Zeit bereits einmal verkörpert. [© Oper Frankfurt]

Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 oder online unter www.oper-frankfurt.de erhältlich.
 
www.oper-frankfurt.de

Don Pasquale
Komische Oper in drei Akten

Von: Gaetano Donizetti
Libretto: Giovanni Ruffini und Gaetano Donizetti
Uraufführung: 3. Januar 1843 (Paris, Theatre-Italien)

Zur Inszenierung der Komischen Oper Berlin:
Deutsche Textfassung:
Bettina Bartz und Werner Hintze

“Die Komödie ist böse und sehr schwarz. Vielleicht ist sie deswegen so menschlich.” (Jetske Mijnssen)

Premiere: 31. Januar 10

Musikalische Leitung: Maurizio Barbacini
Inszenierung: Jetske Mijnssen
Bühnenbild: Paul Zoller
Kostüme: Arien de Vries
Dramaturgie: Malte Krasting
Chöre: Robert Heimann
Licht: Franck Evin

Besetzung:
Don Pasquale:
Jens Larsen / Tilmann Rönnebeck
Ernesto: James Elliott / Adrian Strooper
Doktor Malatesta: Günter Papendell / Mirko Janiska
Norina: Christiane Karg / Maureen McKay
Ein Notar: Ingo Witzke* / David Williams*
Chorsolisten und Orchester der Komischen Oper Berlin

[Premierenbesetzung unterstrichen, Mitglied des Opernstudios*]

www.komische-oper-berlin.de

Die drei Rätsel

Oper in zwei Akten für Kinder und Erwachsene

Von: Detlev Glanert
Libretto: Carlo Pasquini
Deutsche Übersetzung: Erdmuthe Brand
Uraufführung: 12. Oktober 03 (Halle, Opernhaus)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Heinrich-von-Gagern-Gymnasium Frankfurt:

Premiere:
8. Juli 2005 (im Großen Haus des schauspielfrankfurt)

Musikalische Leitung: Hogen Yun
Inszenierung: Saskia Bladt
Bühnenbild: Hans-Martin Scholder
Kostüme: Berit Mohr
Dramaturgie: Deborah Einspieler
Licht: Jan Walther

Lasso, Sohn der Popa: Amin Kachabia / Christoph Genzel / Raphael Raspe
Prinzessin Scharada: Katharina Matthias / Theresa Mockel
Popa, Lassos Mutter / Wildschwein: Birgit Schmickler
Fliege, ein Streithammel / König Zephalus, Scharadas Vater (ein Fettwanst): Holger Falk
Schrei, ein Postbote / Galgenvogel, Lassos Freund: Johannes Weiß
Herr Subtil, ein Glücksspieler / Tartarus, ein Esel: Gérard Lavalle
Schluck, ein Säufer / Avernus, ein Schwein: Florian Plock
Signora Süßsauer / Frau Knochen, die Hofdame Scharadas: Britta Stallmeister

Kinderchor, Gemischter Chor (Lehrer, Eltern und ehemalige Schüler) und Orchester des Heinrich-von-Gagern-Gymnasium

Mit freundlicher Unterstützung der Europäischen Zentralbank


Die Zusammenarbeit der Oper Frankfurt mit den Kindern, bzw. Schulen der Stadt hat eine langjährige Tradition. Zu den in dieser Reihe entstandenen Arbeiten gehören u.a. Oliver Knussens und Maurice Sendaks Wo die wilden Kerle wohnen (1991), Hans Werner Henzes Pollicino (1998; in Zusammenarbeit mit dem Schiller-Gymnasium), Peter Maxwell Davies Cinderella (1999; Musterschule) und Moritz Eggerts Doktor Popels fiese Falle (2002; Lessing-Gymnasium). Die diesjährige Koproduktion, Detlev Glanerts Die drei Rätsel (I tre indovinelli), entsteht nun mit dem Gagern-Gymnasium: Neben den Ensemblemitgliedern und Gästen der Oper Frankfurt, also den „Profis“, sind nicht nur Schüler dieser Frankfurter Schule, sondern auch Ehemalige, Lehrer und Eltern beteiligt. Insgesamt sind damit bei dieser Produktion über 170 Mitwirkende vor, hinter und auf der Bühne und im Orchestergraben beschäftigt. Seit Januar 2005 laufen die Proben, und es besteht auch diesmal wieder die Hoffnung, das eine oder andere musikalische Talent zu entdecken, bzw. zu fördern sowie den Schülern klassische Musik und die Welt der Oper näher zu bringen.

Seine erste Oper Leyla and Medjnun schrieb Detlev Glanert, ehemals Schüler von Hans Werner Henze, 1988 zur Eröffnung der ersten Münchner Musikbiennale. Sein nächstes Bühnenwerk Der Spiegel des großen Kaisers erhielt 1993 den Rolf-Liebermann-Opernpreis und wurde 1995 in Mannheim uraufgeführt. 1999 feierte Joseph Süss in Bremen Premiere, 2001 gefolgt von Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung in Halle/Saale. Dort wurde auch 2003 seine neueste Oper Die drei Rätsel uraufgeführt.

Die Handlung:
Ein aufgeweckter Junge namens Lasso hat nichts als Unsinn im Kopf; mit seinen Freunden verspottet er die Leute und schafft es, alle gegen sich aufzubringen, indem er ihnen die Wahrheit auf den Kopf zu sagt. Seine wütende Mutter will ihn aus dem Haus werfen, da hört sie von seinem Entschluss, in ein geheimnisvolles Königreich zu gehen, um einer Prinzessin drei Rätselfragen zu stellen. Kann diese die Fragen nicht beantworten, wird Lasso zum König ernannt – andernfalls muss er sterben. Voller Zorn beschließt die Mutter, ihrem Sohn einen vergifteten Kuchen mit auf den Weg zu geben: Lieber soll er sterben, als an seinem Unsinn zugrunde zu gehen. Fröhlich zieht Lasso in die Welt hinaus, auf der Suche nach der Prinzessin... [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Drei Schwestern (Tri sestri)

Von: Peter Eötvös
Uraufführung: 1998 (Lyon)

Zur Inszenierung des Theater Koblenz:

Premiere:
13. März 10

Musikalische Leitung: Enrico Delamboye
Dirigent: Karsten Huschke
Inszenierung: Gabriele Wiesmüller
Bühnenbild: Katrin Hieronymus
Kostüme: Katharina Beth
Dramaturgie: Michael Dißmeier

Besetzung:

Irina:
Tamara Weimerich
Mascha: Aurea Marston
Olga: Anne Catherine Wagner
Natascha: Hana Lee
Tusenbach: Nikodem Lasa
Werschinin: Peter Kubik
Andrej: Michael Mrosek
Kulygin: Andreas Mitschke
Doktor: Roderic Keating
Soljony: Jongmin Lim
Anfisa: Peter Lobert
Rodé: Martin Shalita
Fedotik: Danilo Tepša

Staatsorchester Rheinische Philharmonie

www.theater-koblenz.de

nach oben