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Oper, Stückeinfos: B
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Der Bajazzo
Drama von: Ruggero Leoncavallo Uraufführung:
21. Mai 1892 (Mailand, Teatro dal Verme)
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Bajazzo 2.0 Moderne Oper in zwei Akten, frei nach Ruggiero Leoncavallo “Pagliacci” und Andrea Maria Brunetti “Malamore”
Aufführungen: 25./26.10. OFFENBACH – Capitol 28./29.10. WIESBADEN – Schlachthof jeweils 19:00 Uhr Einlass / 20:00 Uhr Beginn
Musikalische Leitung: Stefan Ottersbach
Regie, Ausstattung und Kostüme: Dorotty Szalma Rap Lyrics: Philip Kapala Produktion: Helena Schindler Casting: Marion Knögel
Besetzung: Ein König:
Matthias Spahn Regine, Narr des Königs: Kerstin Slawek Canio: Keith Ikaia-Purdy Nedda: Romana Vaccaro Tonio: Juri Batukov Beppo:
Matthias Spahn Silvio: Oscar Canton
Chor der Fans und Journalisten: Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule Wiesbaden und Mitglieder des Wiesbadener Knabenchors
Orchester: Neue Philharmonie Frankfurt
Bajazzo 2.0 ist Oper mit Fernsehen, mit Rap, mit Rock und mit Klassik. Die Basis ist eine der schönsten und stärksten italienischen Opern der
Romantik – allerdings unter Garantie ohne Jodeln und Röhren. Das Ganze nicht durcheinander gequirlt, nicht bieder, sondern modern – von heute.
Ludger Vollmer, der Bajazzo 2.0
komponiert hat, wird nicht nur in der Stuttgarter Staatsoper, sondern auch beim Wave & Gothic Festival in Leipzig gespielt und gefeiert, geigt in Istanbul im Café oder kommt in Mexikos
pulsierender Kulturszene auf die Bühnen. Musik zum Anpacken, Musik von heute zwischen Rock, Rap und Klassik – und mit Format.
So packend wie ein guter Kinofilm. Starke Musik mit passionierten Sängern, Rappern, rock-erprobten Orchestermusikern und Band. Große Oper für einen tollen Abend.
Nur Marketing-Blabla? Ganz sicher nicht. Am besten einfach anschauen.
Ludger Vollmer. Er schreibt zeitgenössische Opern u. a. über Fatih Akins „Gegen die Wand“ (2008), die
Rap’n’Breakdance-Oper „Schillers Räuber“ (2009) oder über Kinder-Kreuzzüge. Er komponiert hochkarätige Streichquartette und singt Rammstein, lernt musikalische Sprachen in Istanbul oder
Israel und spielt Hardrock auf der Geige – vor 15.000 begeisterten Besuchern.
Camerata Nuova – ein Verein von Opernfans. Von Menschen, die sich so richtig ins Zeug legen, um ihre
Faszination mit anderen Menschen zu teilen. Denn Oper kann sehr lebendig sein. Es sind die Ur- Tragödien und Verrücktheiten, die faszinierende Persönlichkeiten immer wieder ganz frisch mit
der Gegenwart in Beziehung setzen. Um diesen aktuellen Impuls zu fördern, hat die Camerata Nuova vor 10 Jahren den Europäischen Opernregie-Preis ins Leben gerufen, um nicht nur alten Hasen,
sondern auch jungen Wilden oder Romantischen oder Frechen die großen Bühnen zu öffnen. Und damit auch dem Publikum unserer Zeit.
Dorotty Szalma, die bei Bajazzo 2.0 Regie führt, ist
eine dieser jungen Künstler/innen. Sie ließ sich gleich für die Idee der Camerata Nuova begeistern, hier in Rhein-Main eine neue Form von Oper auszuprobieren - Bajazzo 2.0. Klug und schräg,
alt und neu. Ansteckend genial, unterhaltsam, packend und voller Wucht - „Faszination Oper“ ist eben nicht von gestern.
Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen
Eine Initiative der Camerata Nuova e. V. in Kooperation mit dem Kulturzentrum Schlachthof e. V., Wiesbaden, und dem Forum Kultur und Sport der Stadt Offenbach.
Bajazzo 2.0 – eine besondere Performance ist eine Opernproduktion und Aufführung durch Preisträger des Europäischen Opernregie-Preises.
In 2010 soll im Rhein-Main-Gebiet, in Wiesbaden
und Offenbach, ein Versuch unternommen werden mit einer Opernaufführung besonderer Art Musiktheater zu bieten, das sich von den Aufführungen der umliegenden Opernhäuser deutlich unterscheidet.
Ziel ist es, Jugendliche und junge Erwachsene für das Musiktheater, für die Oper, zu gewinnen. Dazu muss sich das Musiktheater öffnen – neue Wege gehen.
Die Fokussierung einer Zielgruppe Jugendliche und junge Erwachsene, sind mit der Opernliteratur nicht vertraut, sie kennen weder Carmen noch Lulu, wohl aber Madonna.
Für Kinder und Jugendliche, die noch zur Schule gehen, wird viel getan. Um junge Erwachsene, die gerade ins Berufsleben einsteigen, sich von zu Hause abnabeln, eine Partnerschaft
eingehen, eine Familie gründen etc. kümmert sich kaum ein Theater.
Mit Aufführungen klassischer Werke in der üblichen Form und im traditionellen Rahmen kann diese Gruppe wohl kaum erreicht werden.
Das passende Werk
Die Camerata Nuova hat sich die Aufgabe gestellt, passende Werke, in besonderer Art und Weise anzubieten, um für junge Erwachsene eine Brücke zum klassischen
Musiktheater bauen zu können. Die lebendige Oper ist zur Paraphrase fähig. Konzeptansatz ist die Bearbeitung einer vor-handenen bekannten Oper in der Weise, dass ein originelles neues Werk
entsteht, welches das zugrundeliegende sozusagen "durchscheinen" lässt.
Pagliacci von Ruggiero Leoncavallo bietet sich als ein solches Werk an, das für einen Brückenschlag
geeignet wäre. Diese Oper bietet alles, was auch ein junges Publikum heute fesseln kann - Reality-TV auf der Bühne! Die Handlung basiert auf einem Kriminalfall, Vorlage für das Libretto, das
Ruggiero Leoncavallo selbst geschrieben hatte, waren Prozessakten.
Eine besondere Produktion Bajazzo 2.0, die Fassung,
die 2010 in Wiesbaden und Offenbach zur Aufführung kommen soll, erzählt den Fall aus dem Blickwinkel einer Frau. Die Hauptperson ist Nedda, eine Frau im Spannungsfeld von drei Männern. Das
Werk wird ein neues Libretto und eine neue Partitur erhalten, dennoch bleibt es die gleiche Geschichte.
Die deutsche Dramatikerin Rebekka Kricheldorf, geb. 1974, wird das Libretto für
Der Bajazzo 2.0 schreiben. sie hat schon Auftragswerke für das Staatstheater Stuttgart und das Theater am Neumarkt, Zürich, geschrieben. 2004 war sie Hausautorin am Nationaltheater Mannheim.
2005 wurde sie mit ihrem Stück Die Ballade vom Nadelbaumkiller zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen.
Ludger Vollmer,
geb. 1961, konnte als Komponist gewonnen werden. Er hat 2008 die Oper Gegen Die Wand, nach dem gleichnamigen Film von Fatih Akin, komponiert, die im Bremer Theater, mit zahlreichen
Aufführungen internationales Aufsehen erregt hat und für die er 2009 den Europäischen Toleranzpreis erhielt. Wiederaufnahme der Oper in der Spielzeit 2009/10 und Nachinszenierungen an anderen
Häusern (u. a. Staatsoper Stuttgart 2010) sind angekündigt. Im Juli 2010 finden in Istanbul - Kulturhauptstadt Europa 2010 - drei Aufführungen seiner Bremer Inszenierung als ein Beitrag der
Bundesrepublik Deutschland statt. 2009 komponierte Ludger Vollmer im Auftrag der Stadt Jena / JenaKultur, zum Schiller- und Bauhausjahr 2009 die Jugendoper, Schillers Räuber_Rap‘n Breakdance
Opera. Es gibt wohl keinen zeitgenössischen Komponisten, dem so eine Aufgabe übertragen werden könnte und der eine solche Aufgabe annehmen würde!
Dorotty Szalma, geb. 1974, die durch ihre europaweiten Musiktheater- und Schauspielinszenierungen bekannte Ungarin, war 2009 Preisträgerin des 5. EOP und führt die Regie bei Der Bajazzo 2.0. Sie
hat bereits mit Ludger Vollmer zusammen gearbeitet und war verantwortlich für Regie und Bühnenbild von Schillers Räuber – Rap´n Breakdance Opera im Theaterhaus Jena.
Ein bunt
gemischtes Ensemble von Sängern und Organisatoren – von Weltstars über junge Künstler verschiedener Theater, von Lehrern, Studenten bis zu Schülern der Wiesbadener Musikakademie und
Mitglieder des Wiesbadener Knabenchor reicht das Spektrum engagierter Opernfans – will Oper als spannende und innovative Unterhaltung ins Bewusstsein bringen. Wenn es gelingt, das Interesse
auch bei denen zu wecken, die das Original nicht kennen, sich Bajazzo (Pagliacci) von Ruggero Leoncavallo einmal in einem
Opernhaus anzusehen, haben wir unser Ziel erreicht.
Der Musikverlag SCHOTT MUSIC GmbH & Co KG und die Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs GmbH haben Interesse bekundet, dieses neue Werk zu verlegen.
Die besonderen Spielstätten Wenn junge Erwachsene nicht in die Oper gehen, muss die Oper zu ihnen kommen. Es bieten sich in Wiesbaden mit dem
Kulturzentrum Schlachthof und in Offenbach mit dem CAPITOL Theater, ideale, besondere Veranstaltungsorte an. Hier besucht die intendierte Zielgruppe ihre Musikspektakel.
Der Initiator - Camerata Nuova e. V. Kunst und Kultur ist und kann nicht allein Sache staatlicher Organisationen sein. Der Staat sind wir. Die Camerata
Nuova e. V. ist eine Vereinigung von Opernfreunden aus Wirtschaft und Gesellschaft, mit dem Ziel der Förderung des Musiktheaters durch Förderung des Nachwuchses, hinter der Bühne und vor der
Bühne. Der EOP - Europäische Opernregie-Preis ist der Nukleus der Aktivitäten. Hier werden für Regisseure und Ausstatter bis 35 Jahren Chancen gesucht. Er ist zwischenzeitlich in Fachkreisen
zu einem Markenzeichen geworden. Der größte Zusammenschluss internationaler Opernhäuser, die Opera Europa, mit über 130 Mitgliedern, schreibt den Wettbewerb gemeinsam mit der Camerata Nuova
e. V. alle zwei Jahre aus. Die EU-Kommission fördert diesen weltweit einmaligen Wettbewerb. Daneben sollen Jugendlichen und jungen Erwachsenen die faszinierende Welt der Oper erschlossen
werden. Mit neuen Aufführungsformen und –stätten wernden Brücken zu den klassischen Werken der Opernliteratur gebaut. [© Camerata Nuova e. V.]
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Barabas-Dialoge (Barabbas dialogeja) Oratorium für fünf Solisten, Erzähler und sieben Instrumente (op. 84)
Von:
Aulis Sallinen (* 1935; Auftragswerk für das Naantali Musikfestival) Uraufführung: 11. Juni 2004 (Naantali, Naantali Music Festival) Deutsche Erstaufführung:
14. Mai 11 (Oper Frankfurt im Bockenheimer Depot)
Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
Premiere: 29. Juni 11 (Bockenheimer Depot, Deutsche Erstaufführung)
Musikalische Leitung: Sebastian Zierer Regie: Ute M. Engelhardt Bühnenbild und Kostüme: Julia Müer Dramaturgie: Norbert Abels
Besetzung:
Barabbas: Sungkon Kim Die Frau: Sharon Carty * Judas: Florian Plock Das Mädchen: Sun Hyung Cho * Der Jüngling: Simon Bode *
Einer der Zwölf: Luca Paredes-Montes
* Mitglied des Opernstudios
Besprechung auf kulturfreak.de
Archaische Unmittelbarkeit ist ein Wesensmerkmal der Musik von Aulis Sallinen (*1935), dem Komponisten der Oper Kullervo, die 2010/11 als letzte Premiere im Großen Haus
auf dem Spielplan der Oper Frankfurt steht. Auch in seinen Barabbas-Dialogen, Auftragswerk für das Naantali Musikfestival, gelingt dem finnischen Komponisten jene Mischung aus
Klangfarbenreichtum und rhythmischer Eingängigkeit, die für sein Schaffen so charakteristisch ist. Gegliedert ist das aus den Jahren 2002/03 stammende Kammeroratorium in sieben einzelne
„Dialoge“. Auf Grundlage biblischer Texte entfaltet Sallinen ein magisches Spiel von Fragen und Antworten, bei denen es um den Austausch von Ideen, unterschiedlichen Gefühlsregungen und
Weltanschauungen geht. Thematisch kreist das Werk um die Begriffe Schuld und Verdammnis. Die Figur des Barabbas wird in ein schillerndes Licht getaucht: Mörder, Bandit, Freiheitskämpfer? Wer
war dieser Mann, diese Randfigur der Passionsgeschichte, die doch so eng mit dem Leidensgeschehen Christi verknüpft ist? Erst die Freilassung von Barabbas durch Pontius Pilatus hat den
Kreuzestod und damit – in letzter Konsequenz – das gesamte Heilswerk Jesu überhaupt möglich gemacht. Eine weitere Schattengestalt der Bibel taucht in diesem Stück auf: der Apostel Judas. Auch
hier umkreisen Musik und gesungener Text die Frage nach der Identität der Person: War Judas lediglich habgieriger Verräter oder tragischer „Held“, der den prophezeiten Verrat Christi als ein
quälendes, in den Selbstmord treibendes Seelenmartyrium auf sich nahm? Aulis Sallinen stellt in seinem Werk die Frage nach der Existenz Gottes. Getragen von nur sieben Instrumenten –
darunter auch ein Akkordeon – breitet der Komponist einen faszinierenden Klangkosmos aus, durch den sich der Gesang der Vokalisten wie ein zeitloses Gespräch über die Grundbedingungen
menschlichen Daseins zieht. Klang, Wort und tönende Sinnhaftigkeit bilden dabei eine berückende Einheit.
Mit dieser Produktion präsentiert die Oper Frankfurt im Depot 2, der in der
Saison 2009/10 eingerichteten Studiobühne im Bockenheimer Depot, ein junges Team aus den eigenen Reihen: Die Musikalische Leitung übernimmt Solokorrepetitor Sebastian Zierer, die Inszenierung
besorgt Regieassistentin Ute M. Engelhardt. Aus dem Ensemble verkörpern Sungkon Kim die Titelpartie und Florian Plock den Judas. Komplettiert wird die Besetzung von Mitgliedern des
Opernstudios, darunter Sharon Carty (Die Frau), Sun Hyung Cho (Das Mädchen) und Simon Bode (Der Jüngling). Aus dem Kinderchor der Oper Frankfurt übernimmt Luca Paredes-Montes die
Sprecherrolle des Einen der Zwölf. [© Oper Frankfurt]
www.oper-frankfurt.de
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Der Barbier von Sevilla oder Die unnütze Vorsicht (Il barbiere di Siviglia ossia L´inutil precauzione) Melodramma buffo in zwei Akten
Von: Gioachino Rossini Text: Cesare Sterbini
Uraufführung: 20. Februar 1816 (Rom, Teatro Argentina)
Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:
Premiere: 22. Januar 11
Musikalische Leitung: Marc Piollet Inszenierung und Bühne: Michiel Dijkema Kostüme: Claudia Damm Choreinstudierung: Anton Tremmel
Besetzung:
Graf Almaviva: Jonas Gudmundsson Bartolo: Thomas de Vries Rosina: Sharon Kempton/ Merit Ostermann Figaro: Brett Carter/Kiril Manolov Basilio:
Bernd Hofmann/Hye-Soo Sonn Berta: Ute Döring/Stephanie Gooch Fiorillo: Erik Biegel Ambrosio: Thomas Braun Offizier:
Aldomir Mollov/Dong-Gyun Seo u.a.*
Orchester, Herrenchor und Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden (*Doppelbesetzung in alphabetischer Reihenfolge)
Der ganze Kontinent erlag dem Rossini-Fieber – nicht nur Bologna (wo sich der Barbier von Sevilla von seiner verunglückten römischen Uraufführung 1816 schnellstens erholte), sondern bald auch Paris, Berlin und London. Sankt Petersburg und New York folgten. Gierig sog man die schmelzenden Melodien, die köstlichen harmonischen Wechsel und die wie aus funkelndem Sternenstaub bestehenden Koloraturen ein und gab sich willenlos dem atemberaubenden Beschleunigungsdrang der Musik hin. Für seine musikalischen Verführungskünste in seinen fast 40 Opernwerken wurde Gioacchino Rossini gefeiert, beneidet und natürlich auch geächtet. Die klassizistische Leichtigkeit und Klarheit seiner Stücke, allen voran der Barbier von Sevilla als erfolgreichste Opera buffa aller Zeiten, machte ihm so schnell keiner nach. Wie in der Vorlage, Beaumarchais‘ gleichnamigem 1. Teil der Komödientrilogie (1775) – der zweite Teil wurde durch Mozarts Le nozze di Figaro unsterblich, – versucht Graf Almaviva, die schöne Rosina mit allerlei Tricks aus den Händen ihres alten Vormunds Dr. Bartolo freizukaufen. Figaro – im Hauptberuf Barbier, im Nebenberuf Kuppler – hilft ihm dabei…
Ganz so harmlos, wie er sich gibt, ist der Barbier von Sevilla nicht. In seinem ersten Auftritt, der berühmten Arie „Largo al factotum“, trägt Figaro derart dick auf, dass man
wiederum über ihn lachen muss. Meint Figaro das wirklich ernst? Die eingängige musikalische Faktur dieses Eigenlobs ist genau betrachtet absichtlich simpel, entfaltet aber zum Schluss eine
geradezu diabolisch wirbelnde Energie. Wie bei allen anderen Figuren spielt das Singen eine wichtige Rolle in diesem Stück, abgesehen davon, dass sie in der Oper sowieso singen: Jede Figur
versucht, durch eigene Musiknummern andere (und den Zuschauer) zu verführen. „Singen ist verführen“ könnte der zweite Untertitel neben der „L’inutile precauzione“ („Die nutzlose Vorsicht“)
lauten, so der Regisseur und Bühnenbildner der Produktion, Michiel Dijkema.
Überhaupt ist die überschäumende Kraft der Musik, die Verwirrung der Sinne ein wichtiges strukturelles
Merkmal bei Rossini, gerade in dieser Opera buffa. Sehr sinnreich beginnt der erste Akt mit den Worten „piano pianissimo“ („Sachte, sachte“) und endet mit dem typischen Rossini-Crescendo in
einem genial auskomponierten Chaos. Nicht nur die Figuren auf der Bühne klagen dann angesichts der verworrenen Lage über Kopfschmerzen. Auch dem Zuschauer soll es so ergehen, dass er hier
seiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr vertraut, sich in einer absurden Wirklichkeit wähnt. Auch sind die Beziehungen der Figuren in dieser perfekt gebauten Situationskomödie hochinteressant.
Das Werk verliert wichtige Farben, so Dijkema, wenn man bestimmte Aspekte aktualisiert. Z.B. lassen sich Personenkonstellationen wie Mündel/Vormund (Rosina/Dr. Bartolo), Herr/Diener (Graf
Almaviva/Fiorillo) und auch das subtile Verhältnis zwischen Almavivas ehemaligem Diener Figaro und ihm selbst, das dem Stück eine spezifische Spannung verleiht, nicht so ohne weiteres durch
heutige Verhältnisse ersetzen oder erklären. Das Kostümbild zitiert daher mit einem frischen Blick von heute die Mode zur Zeit der Uraufführung 1816 durch farbenfrohe, leicht karikierende
Kostüme.
Der niederländische Regisseur und Bühnenbildner Michiel Dijkema war Preisträger des 3. Europäischen Opernregie-Preises 2005 sowie des 1.
Peter-Konwitschny-Nachwuchsregiepreises, und 2007 des wichtigsten estnischen Musiktheaterpreises (Eesti Teatrikunsti Muusikalavastuste Award) für La Cenerentola an der Estnischen Nationaloper Tallinn, wo im Mai 2010 seine Fledermaus-Inszenierung begeistert aufgenommen wurde. Er inszenierte sehr erfolgreich u.a. Die Fledermaus an der Novaya Oper Moskau, L’Orfeo für das Drottningholms Slottsteater Stockholm, Hänsel und Gretel und Die Zauberflöte am Gelsenkirchener Musiktheater im Revier, an der Reisopera in Enschede (La Cenerentola), an der Oper Leipzig (Il Turco in Italia) und an der Staatsoperette Dresden (La Périchole). [© Staatstheater Wiesbaden]
www.staatstheater-wiesbaden.de
Zur Inszenierung des Theater Bremen:
Premiere: 20. März 10 (Theater am Goetheplatz)
Weitere Termine: 23., 25., 28. März, 1., 5., 21., 24., 30. April, 5., 9., 21. Mai sowie am 1.Juni 2010
Musikalische Leitung: Daniel Montané Inszenierung:
Michael Hampe Ausstattung: Monika Gora Chöre: Tarmo Vaask
Besetzung: Graf Almaviva: Leonardo Ferrando
Bartolo, Doktor der Medizin: Tomas Möwes Rosina, dessen Mündel: Nadja Stefanoff Figaro, Barbier: Levent Bakirci Don Basilio, Musikmeister:
Kurt Rydl Fiorillo, Diener Almavivas: Alberto Albarrán Marzelline, Haushälterin Dr. Bartolos: Agnes Selma Weiland Ein Offizier:
Daniel Ratchev Ein Notar: Bernd Tacke Ambrosio: Günter Schulz
Nur einen Tag nach der Uraufführung von Bernd Redmanns „Die Gehetzten“ findet am Theater Bremen
bereits die nächste Musiktheaterpremiere statt: Am Samstag, 20. März, ist Gioacchino Rossinis wohl berühmteste Oper „Il Barbiere di Siviglia“ in der Inszenierung von Michael Hampe zu sehen
und zu hören. Die musikalische Leitung hat Daniel Montané inne. Rossinis komische Oper in zwei Akten wird in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln aufgeführt. Nach dem großen
Erfolg von „La Cenerentola – Aschenputtel“ und der Wiederentdeckung von Rossinis dramatischer Belcanto-Oper „Maometto II.“ stellt Regiemeister Michael Hampe mit dem „Barbier von Sevilla“
bereits seine dritte Rossini-Oper in Bremen vor. Dabei handelt es sich um die Vorgeschichte zu Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“. Das Publikum lernt die wunderbare Rosina kennen, die jung,
schön und reich ist und von daher Ziel der Begierden des Grafen Almaviva und ihres Vermögensverwalters und Aufsehers Dr. Bartolo. Doch der wahre Nutznießer der Gier der alten Männer ist der
legendäre Figaro. Er berät beide Seiten, wie sie die junge Frau gewinnen können, natürlich gegen angemessene Bezahlung. Am Ende macht der Graf Almaviva das Rennen und heiratet die Schöne.
Mit dem „Barbier von Sevilla“ schuf Rossini ein Meisterwerk der Opera buffa. Michael Hampe, der als Opernregisseur an den bedeutendsten Bühnen inszeniert hat, unter anderem an der Scala
di Milano, dem Royal Operahouse Covent Garden, London, der Opéra de Bastille und den Salzburger Festspielen, erzählt die Geschichte in einer historischen Szenerie. Am Pult der Bremer
Philharmoniker steht – wie bei den Rossini-Opern der vergangenen Spielzeiten – Daniel Montané. Es singen und spielen Leonardo Ferrando, Tomas Möwes, Nadja Stefanoff / Stephanie Atanasov,
Levent Bakirci / Alberto Albarrán, Kurt Rydl / Jose Gallisa, Agnes Selma Weiland.
Es spielen die Bremer Philharmoniker, für die Ausstattung zeichnet Monika Gora verantwortlich. [© Theater Bremen]
www.theaterbremen.de
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Billy Budd
Musik: Benjamin Britten Texte:
E. M. Forster und Eric Crozier nach der gleichnamigen Novelle von Herman Melville Uraufführung: 1. Dezember 1951 (Covent Garden, London,Titelpartie: Peter Pears)
Deutsche Erstaufführung: 2. März 1952 (Wiesbaden, Übersetzung von Alfred A. Unger)
Ort und Zeit: Auf dem Kriegsschiff "Indomitable", 1797
Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
Premiere: 18. November 07 Wiederaufnahme: 9. Mai 10
Musikalische Leitung: Paul Daniel Regie: Richard Jones
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Katharina Thoma Choreografische Mitarbeit: Lucy Burge
Bühnenbild und Kostüme: Antony McDonald Licht: Mimi Jordan Sherin Dramaturgie: Norbert Abels Herrenchor: Alessandro Zuppardo / Michael Clark Kinderchor: Apostolos Kallos / Michael Clark
Edward Fairfax Vere: John Mark Ainsley / John Daszak Billy Budd: Peter Mattei / Peter Mattei Christopher Maltman John Claggart: Clive Bayley / Clive Bayley Mr. Redburn: Simon Bailey / Simon Bailey Mr. Flint: Gregory Frank / Magnus Baldvinsson Lieutenant Ratcliffe: Magnus Baldvinsson / Tim Mirfin
Red Whiskers: Hans-Jürgen Lazar / Hans-Jürgen Lazar Donald: Nathaniel Webster / Sungkon Kim Dansker: Carlos Krause / Carlos Krause The Novice:
Jussi Myllys / Julian Prégardien Squeak: Michael McCown / Martin Mitterrutzner
Mr. Bosun: Florian Plock / Florian Plock Maintop: Peter Marsh / Peter Marsh 1st Mate: Dietrich Volle / Dietrich Volle 2nd Mate:
Garegion Hovsepian / Garegin Hovsepian Novice's Friend: Nicolai Klawa / Nicolai Klawa
Arthur Jones: Pavel Smirnov / Pavel Smirnov
Herrenchor, Extra-Herrenchor, Kinderchor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Museumsorchester
grün = Wiederaufnahme 2010
Besprechung auf kulturfreak.de
Zur Wiederaufnahme 2010: Am 18. November 2007 feierte Billy Budd von Benjamin Britten (1913-1976)
als Frankfurter Erstaufführung Premiere an der Oper Frankfurt und führte damit den während der Intendanz von Bernd Loebe lose gestalteten Zyklus mit Werken des englischen Komponisten fort. Zu
diesem Termin reiste eine Reihe Londoner Pressevertreter von der Themse an den Main, um die Neuinszenierung eines der Hauptbühnenwerke ihres Landsmannes zu begutachten. Und selbst die als
kühl verschrienen Briten waren begeistert. So war im Sunday Telegraph zu lesen: „Es grenzt schon an Ironie, dass man nach Deutschland reisen muss, um zu erkennen, worum es in Billy Budd
wirklich geht: Britische Opernhäuser sollten sich um diese Inszenierung reißen, um sie auch hier zeigen zu können.“
Nun wird die Produktion von Regisseur Richard Jones aus der
Spielzeit 2007/08 zum ersten Mal wieder auf den Spielplan gesetzt, und ein Großteil der Sänger unter der musikalischen Leitung des gleichfalls premierenbewährten englischen Dirigenten Paul
Daniel sollte die von ihnen im November 2007 kreierten Rollenportraits erneut übernehmen, darunter auch der schwedische Bariton Peter Mattei in der Titelpartie. Doch musste wegen Erkrankung
dieses Sängers eine kurzfristige Umbesetzung vorgenommen werden, so dass nun der renommierte englische Bariton Christopher Maltman für seinen Kollegen einspringt. Maltman ist dem Frankfurter
Publikum durch seinen Liederabend in der Saison 2007/08 noch in bester Erinnerung. Auch in der kommenden Spielzeit 2010/11 wird er als Liedsänger nach Frankfurt zurückkehren. Bei den
Salzburger Festspielen 2008 war er als Mozarts Don Giovanni in der Regie von Claus Guth erfolgreich. In Frankfurt wieder mit dabei ist der britische Bassist Clive Bayley (Claggart), den seine
Karriere an bedeutende Opernbühnen sowohl seines Heimatlandes als auch außerhalb Englands führte. Der englische Tenor John Daszak hingegen steigt neu in die Produktion ein. Die Partie des
Kapitän Vere verkörperte er bereits an der Bayerischen Staatsoper in München, und Brittens Peter Grimes führte ihn an die Welsh National Opera in Cardiff sowie die Mailänder Scala. Zudem ist
er ein gern gesehener Gast an zahlreichen großen Opernbühnen Europas. Neu besetzt sind auch der englische Bassist Tim Mirfin (Lieutenant Ratcliffe) sowie der österreichische Tenor Martin
Mitterrutzner (Squeak). Aus dem Ensemble steigen Sungkon Kim (Donald) und Julian Prégardien (The Novice) neu in die Inszenierung ein. Alle weiteren Gäste sowie Ensemblemitglieder und
Chorsolisten der Oper Frankfurt haben ihre Partien bereits in der Premiere verkörpert.
Zur Neuinszenierung 2007: Die erste, vieraktige Fassung der Oper Billy Budd von Benjamin Britten (1913-1976) entstand als Auftragswerk des Arts Council für das Royal Opera House Covent Garden in London, wo
sie am 1. Dezember 1951 uraufgeführt wurde. Eine spätere, in zwei Akte umgearbeitete Version wurde dort erstmals am 9. Januar 1964 gespielt; die Frankfurter Neuproduktion zeigt diese Fassung.
Den Librettisten Edward Morgan Forster und Eric John Crozier diente die Erzählung Billy Budd Foretopman von Herman Melville (1819-1891) aus dem Jahre 1891 als Vorlage. Dieses Manuskript des
durch seinen Roman Moby Dick (1851) zu Weltruhm gelangten Autors wurde erst Jahre nach dessen Tod in einer Brotdose gefunden.
Britten schrieb sein Werk ausschließlich für
Männerstimmen, da sich die Handlung während des englisch-französischen Seekriegs 1797 an Bord des Kriegsschiffs „Indomitable“ abspielt: Rückblickend erinnert sich der alte Kapitäns Vere an
den jungen, zwangsrekrutierten Matrosen Billy Budd. Dieser war bei der Mannschaft sehr beliebt, nur der Waffenmeister John Claggart verspürte eine tiefe Abneigung gegen ihn und beschuldigte
Billy zu Unrecht der Meuterei. Daraufhin erschlug der stotternde Billy – unfähig, sich mit Worten zu verteidigen – seinen Ankläger. Von einem Kriegsgericht wurde er schließlich zum Tode
verurteilt; der Kapitän, welcher seinerzeit als Zeuge aussagen musste, wird noch heute von Zweifeln ob der Richtigkeit seines Handelns geplagt.
Mit dem hier noch nie gezeigten Billy
Budd wird der lose gestaltete Zyklus der Oper Frankfurt mit Werken Benjamin Brittens fortgesetzt, bevor im März kommenden Jahres die 1946 entstandene Oper The Rape of Lucretia im Bockenheimer
Depot in der Regie von Dale Duesing herauskommen wird. Doch zurück zu Billy Budd: Die musikalische Leitung dieser Neuproduktion hat der Engländer Paul Daniel, der neben seinen internationalen
Verpflichtungen während der vergangenen Spielzeit für den Zemlinsky-Doppelabend Eine florentinische Tragödie und Der Zwerg am Pult des Frankfurter Museumsorchesters stand. Der englische Tenor
John Mark Ainsley (Vere) war hier bereits als Wahnsinnige Frau in Curlew River im Bockenheimer Depot mit einer weiteren Britten-Partie erfolgreich. Ein wahrhafter Star der Opernszene ist
mittlerweile der schwedische Bariton Peter Mattei. Mit Partien wie Don Giovanni, Graf Almaviva (Le nozze di Figaro) und Figaro (Il barbiere di Siviglia) gastiert er regelmäßig an allen
renommierten Opernhäusern bis hin zur New Yorker Met. Die Karriere des britischen Bassisten Clive Bayley (Claggart) führte ihn an bedeutende Opernbühnen sowohl seines Heimatlandes als auch
außerhalb Englands. In der Einspielung des Billy Budd für Chandos unter Richard Hickox übernahm er die Partie des Dansker, welche hier vom Frankfurter Opern-Urgestein Carlos Krause gesungen
wird. Alle übrigen Rollen sind mit weiteren Gästen und Ensemblemitgliedern und Chorsolisten der Oper Frankfurt besetzt.
Paul Daniel - Gastdirigent Paul Daniel ist als Gastdirigent weltweit mit großen Orchestern aufgetreten, darunter das London Philharmonie Orchestra, das Orchestre
de Paris, das New York Philharmonie Orchestra, das Los Angeles Philharmonie Orchestra, das Tonhalle-Orchester Zürich, das Gürzenich Orchester, das Orchestra of the Age of the Enlightenment,
das BBC Symphony Orchestra, das Royal Scottish National Orchestra, das Orchestre Philharmonique de Radio France, das Orchestra Sinfonica Giuseppe Verdi in Mailand und die Deutsche
Kammerphilharmonie. Von 1997 bis 2005 war er Music Director der English National Opera. Zu seinen dortigen Dirigaten zählen Der fliegende Holländer, Falstaff, Hoffmanns Erzählungen, Manon,
Otello, Boris Godunow, La Traviata, Les dialogues des Carmelites, Der Rosenkavalier, Pelleas et Melisande, die Uraufführung von Mark Anthony Turnages The Silver Tassie, Nixon in China, Peter
Grimes, II Trovatore, Krieg und Frieden, Lulu, Les Troyens, La Gioconda (konzertant), Verdis Requiem und Wagners Der Ring des Nibelungen. Zuvor war Paul Daniel Music Director der Opera
Factory (1987 bis 1990) und der Opera North in Leeds (1990 bis 1997), wo er Dukas' Arlane et Barbe-Bleue, Tippetts King Priam, Don Giovanni, Seh rekers Der ferne Klang, Boris Godunow, Don
Carlos, Wozzeck, Gloriana, II Trovatore, Pelleas et Melisande, Jenufa, Luisa Miller, Medea, Falstaff und Tannhäuser dirigierte. Hinzu kommen die Uraufführungen von Michael Berkeleys Baa Baa
Black Sheep und Benedict Masons Playing Away bei der Münchner Biennale. Während seiner Zeit als Principal Conductor der English Northern Philharmonia, des Orchesters der Opera North,
dirigierte er zahlreiche Konzerte in Großbritannien, u.a. beim Edinburgh Festival. CD-Einspielungen entstanden mit der English Northern Philharmonia für EMI, Deutsche Grammophon, Chandos
(u.a. Falstaff und Wozzeck) und Naxos. Paul Daniel erhielt 1999 den Gramophone Award für seine English music series bei Naxos und wurde im Februar 1998 mit dem Olivier Award ausgezeichnet.
Weitere Opernengagements beinhalten sein Debüt an der Metropolitan Opera 2006 mit Die Zauberflöte, Mitridate am Royal Opera House Covent Garden in London, Beatrice et Benedict, Die Entführung
aus dem Serail, Cosi fan tutte und Chowanschtschina am Theätre Royale de la Monnaie in Brüssel, Erwartung und Herzog Blaubarts Burg in Genf, Le nozze di Figaro und Hans-Jürgen von Böses
Schlachthof V, Katja Kabanovä und Pelleas et Melisande an der Bayerischen Staatsoper, Henzes L'Upupa am Teatro Real in Madrid und La clemenza di Tito beim Festival in Aix-en-Provence 2005.
Geplant sind eine Neuproduktion von Die Sache Makropulos in Madrid sowie Death in Venice in Bregenz und Aldeburgh. An der Oper Frankfurt hatte er 2006/07 die musikalische Leitung bei der
Neuproduktion von Zemlinskys Doppelabend Eine florentinische Tragödie l Der Zwerg inne. 2007/08 kehrt der Künstler für eine Neuproduktion von Brittens Billy Budd nach Frankfurt zurück.
Richard Jones - Regisseur Zu den letzten Operninszenierungen des in London geborenen Regisseurs Richard Jones gehören Verdis
Macbeth beim Glyndebourne Festival, Ravels L'heure espagnole und Puccinis Gianni Schicchi am Royal Opera House Covent Garden in London, Prokofjews Der feurige Engel am Theätre Royal de la
Monnaie in Brüssel sowie Tschaikowskis Pique Dame und Humperdincks Hansel und Gretel (ausgezeichnet mit dem Olivier Award) an der Welsh National Opera in Cardiff (WNO). An der English
National Opera in London (ENO) entstanden Gerald Barrys The Bitter Tears of Petra von Kant (nach Rainer Werner Fassbinders Die bitteren Tränen der Petra von Kant), Prokofiews Die Liebe zu den
drei Orangen, Strauß' Die Fledermaus, David Sawers From Morning to Midnight, Bergs Lulu (in Koproduktion mit der Oper Frankfurt) und Berlioz' Les Troyens. Am Royal Opera House inszenierte er
zudem Wagners Der Ring des Nibelungen und Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk. Debussys Pelleas et Melisande war in seiner Sicht an der Opera North in Leeds und an der ENO zu sehen;
Janäceks Das schlaue Füchslein und Jenufa sowie Wagners Der fliegende Holländer kamen an der Nederlandse Opera Amsterdam zur Aufführung. Handels Giulio Cesare (vom Fachmagazin Opernwelt zur
„Inszenierung des Jahres" gekürt) und Brittens A Midsummer Marriage brachte er an der Bayerischen Staatsoper München heraus. Die Opera Paris engagierte ihn für Ravels L'enfant et les
sortileges und Zemlinskys Der Zwerg. Für die Bregenzer Festspiele entstanden Verdis Un ballo in maschera und Puccinis La Boheme. Jonathan Doves Flight und Webers Euryanthe führten ihn zum
Glyndebourne Festival, Bergs Wozzeck an die Komische Oper Berlin und die WNO. Zudem arbeitet Richard Jones auch immer wieder als Schauspielregisseur. Zahlreiche seiner Inszenierungen wurden
mit wichtigen Preisen bedacht, darunter der Olivier Award für die beste Opernproduktion von Lady Macbeth von Mzensk am Royal Opera House (2005) und für Les Troyens an der ENO (2004). 2000
wurde er durch die Kritiker der Opernwelt zusammen mit Antony McDonald für Un ballo in maschera in Bregenz als „Bühnenbildner des Jahres" ermittelt. Seine Produktion von Pique Dame an
der WNO war für den South Bank Show Award sowie jene von Pelleas et Melisande an der ENO für den Olivier Award nominiert. Zwei seiner Inszenierungen an der WNO - Pique Dame (2001) und Wozzeck
(2006) - waren für den Barclays/TMA Award nominiert. Nach Bergs Lulu (2003) kehrt er 2007/08 für Brittens Billy Budd an die Oper Frankfurt zurück.
[© Oper Frankfurt]
Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 oder online unter www.oper-frankfurt.de erhältlich. Bei Buchung von Vorstellungen bis 4 Wochen vor dem Aufführungstermin gibt es einen Frühbucherrabatt von 10%.
www.oper-frankfurt.de
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Bliss Oper in drei Akten
Von: Brett Dean (* 23. Okt. 1961) Libretto:
Amanda Holden (nach dem gleichnamigen Roman von Peter Careys)
Uraufführung: 12. März 2010 (Sydney, Opera House) Deutsche Erstaufführung:
12. September 2010 (Hamburg, Staatsoper Hamburg)
Zur Inszenierung der Staatsoper Hamburg:
Premiere: 12. September 10 (Deutsche Erstaufführung)
Musikalische Leitung:
Simone Young Inszenierung: Ramin Gray Bühnenbild und Kostüme: Lizzie Clachan Licht: Carsten Sander Chor: Florian Csizmadia
Besetzung:
Harry Joy, MD of an advertising agency: Wolfgang Koch Betty, his wife: Hellen Kwon Honey B., his lover: Ha Young Lee Alex, his friend & colleague:
Viktor Rud David, his son: Jun-Sang Han Lucy, his daughter: Katerina Tretyakova Johnny, his colleague, Betty’s lover: Markus Petsch
Reverend Des/Neighbour/Nurse/5th Managing Director: Wilhelm Schwinghammer Aldo/Nigel Clunes/1st Managing Director: Peter Galliard Mrs. Dalton, asylum manager:
Renate Spingler First Nurse: Gabriele Rossmanith Second Nurse: Maria Markina Police Officer 1/Betty's Doctor: Dovlet Nurgeldiyev
Police officer 2/Asylum Doctor: Dong-Hwan Lee 2nd Managing Director: Frieder Stricker 3rd Managing Director: Peter Veit 4th Managing Director: Moritz Gogg
Es spielen die Philharmoniker Hamburg. Es singt der Chor der Hamburgischen Staatsoper.
www.hamburgische-staatsoper.de
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Boris Godunow Musikalisches Volksdrama in vier Akten und einem Prolog
Musik: Modest Mussorgski Text:
Modest Mussorgski nach Alexander S. Puschkin und Nikolai M. Karamsin
Uraufführungen: - Fassung von 1874): 27. Januar 1874 (St. Petersburg, Marinskij-Theater)
- 1. Bearbeitung von Rimskij-Korsakow: 28. November 1896 (St. Petersburg, Konservatorium) - 2. Bearbeitung von Rimskij-Korsakow: 19. Mai 1908 (Paris, Grand Opera)
- Fassung von 1896: 5. März 1929 (Moskau, Staatliches Operntheater K.S. Stanislawski) - Fassung von Dimitri Schostakowitsch: 4. November 1959 (Leningrad, Kirow-Theater)
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Brachland. Geschichten vom Nichts Musiktheater
Von: Matthias Rebstock, Tilman Rammstedt und Michael Emanuel Bauer.
mit dem Ensemble leitundlause
Text: Tilman Rammstedt und Matthias Rebstock Musik: Michael Emanuel Bauer
Zur Inszenierung der Berliner Neuköllner Oper:
Premiere: 26. August 10
Inszenierung, Text: Matthias Rebstock Text: Tilman Rammstedt Musik: Michael Emanuel Bauer Bühne, Kostüm: Sabine Hilscher Bühne/Projektionen:
David Reuter, Sabine Beyerle Elektronik: Hannes Strobl Choreinstudierung: Matthias Bartsch Dramaturgie: Bernhard Glocksin Projektkoordination / Recherche:
Anja Fiedler
Ensemble: Kathrin Diele Sabine Hilscher (Viola) Irmtraud Horstkotte (Klavier, präpariertes Klavier, Melodica) Herdís Anna Jónasdóttir
Deborah Klein (Akkordeon) Ursula Renneke Lydia Starkulla Mariel Jana Supka
Sopran-, Tenorsaxofon: Philipp Gropper
Flöte, Sopran-, Alt-, Tenorsaxofon, Klarinette, Bassklarinette: Uli Kempendorff Tuba: Janni Struzyk
Während in Berlins Mitte die letzten Brachflächen zugebaut werden und
den Luftschlössern eines neuen, aufgeräumten Berlins Platz machen müssen, schrumpfen drum herum die Städte und lassen riesige urbane Brachflächen entstehen, werden ganze Dörfer von der
Außenwelt abgehängt oder verschwinden ganz von der Landkarte. Die Ideologie des permanenten Wachstums weicht einer Kunst des Schrumpfens. Im Zentrum des Abends steht der kleine Treck
unerschrockener „Raumpioniere“, die der Stadt den Rücken kehren, um auf dem Land ihre Projekte zu verwirklichen. Sie denken urban, sind global vernetzt - und bringen die Bio-Produkte mit dem
Auto aufs Land, weil es die dort nicht zu kaufen gibt. Die acht Performerinnen von leitundlause schlüpfen in unterschiedlichste Rollen, preisen als Maklerinnen Wohnprojekte an, agieren
als Experten für Stadtplanung und ländliche Entwicklung, beschäftigen sich mit den Problemen der creatio ex nihilo, üben sich in Langeweile und Müßiggang, erfinden Projekte über Projekte und
begeben sich so auf die Suche nach dem Modell für ein neues Leben. Die Musik setzt an der romantischen Naturauffassung, die schon immer eine Projektion der Städter war, an und spannt von
hier aus einen weiten Bogen, vom Pionierhaften in der Musik von Charles Ives und Morton Feldman über die musikalische Rhetorik des Neuen, etwa in der ‚Sinfonie aus der Neuen Welt’ oder der
Werbemusik der 60er Jahre, bis hin zur Musik deutscher Westernfilme und neu arrangierter Songs.
Nach Geschichten aus dem Plänterwald und Referentinnen. Geschichten aus der zweiten Reihe bringen das Ensemble leitundlause und die Neuköllner Oper das Schlussstück ihrer gemeinsamen Berlin-Trilogie heraus, das diesmal die Entwicklung von Stadt und Land und das Leben nach dem Ende der Wachstumsgesellschaft unter die musiktheatrale Lupe nimmt. [© Neuköllner Oper]
Spieltermine: 26. und 28./29. August sowie 2.-5., 9.-12. und 16.-19. September 2010 um 20 Uhr Bauhausbühne (Dessau – Roßlau): 1. und 2. Oktober 2010 um 20 Uhr
Karten: Neuköllner Oper: 9-21 Euro, Vorbestellung unter 030 / 68 89 07 77 oder tickets@neukoellneroper.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen Bauhausbühne: 10, erm. 7 Euro, Vorbestellung unter 0340 / 6508 250 oder service@bauhaus-dessau.de
www.neukoellneroper.de
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