Oper, Stückeinfo: A
 

Aci, Galatea e Polifemo
Von:
Georg Friedrich Händel

Zur Inszenierung im Rahmen von “Barock am Main”:

Premiere:
13. August 09
Vorstellungen: 14./15./16. August (jeweils 20 Uhr/ sonntags 17 Uhr)

Eingerichtet von: Stefan Rath und Michael Quast
Es musiziert die BATZDORFER HOFKAPELLE
Eine Koproduktion der Fliegenden Volksbühne Frankfurt und der Batzdorfer Hofkapelle

Aci (Sopran): Marie Friederike Schöder
Galatea (Alt): Britta Schwarz
Polefemo (Bass): Raimund Nolte
Erzähler: Michael Quast

BaM_Oper_Batzdorferhofkapelle
Batzdorfer Hofkapelle
Foto: www.batzdorfer-hofkapelle.de

Barockoper von Georg Friedrich Händel für 16köpfiges Orchester u nd drei Gesangssolisten, zu denen sich als Erzähler Michael Quast gesellt, der mit gebotener Ironie, humorvoll und nicht ohne aktuelle Bezüge die dramatische Handlung erläutert: eine zeitlos gültige Dreiecksgeschichte. Ein Mann drängt sich zwischen ein Liebespaar, weil er glaubt, die angebetete Frau unbedingt besitzen zu müssen. Bei Händel ist es der Zyklop Polifemo, der sich wollüstig und angriffslustig zwischen die schöne Galatea und ihren Geliebten Aci stellt.
Rasend vor Eifersucht zerstört er das Liebesglück des Paares, indem er den Rivalen erschlägt. Am Ende jedoch bleibt er allein und in tiefer Traurigkeit zurück. Die Götter sorgen dafür, dass das Paar Aci und Galatea sich glücklich als Flußgott und Nymphe im Meer vereinigen.
Ein früher Geniestreich des 23jährigen Händel, der mit dieser „serenata a tre“ ein Meisterwerk schillernder Barockmusik geschaffen hat. [© Barock am Main]

Infos zum SommerTheaterFestival

www.barock-am-main.de

Admeto, König von Thessalien
Opera seria in drei Akten

Von: Georg Friedrich Händel
Text: unbekannten Autor nach „L’Antigona delusa da Alceste“ von Aurelio Aureli |
Deutsche Textfassung: Bettina Bartz und Werner Hintze
Uraufführung: 31. Januar 1727 (London, King's Theatre)

Zur Inszenierung der Oper Leipzig:

Premiere:
19. März 10

Musikalische Leitung: Federico Maria Sardelli
Inszenierung: Tobias Kratzer (Team ATEF)
Ausstattung: Rainer Sellmaier (TEAM ATEF)
Dramaturgie: Christian Geltinger

Besetzung:
Admeto:
Hagen Matzeit
Alceste: Soula Parassidis
Ercole: Miklós Sebestyén
Orindo: Kathrin Göring
Trasimede: Axel Köhler
Antigona: Elena Tokar
Meraspe: Lars Arvidson

Team ATEF: Florian Appel, Martin Wettges, Jochen Neurath, Stefan Temmingh, Cheng Jie Zhang
Gewandhausorchester Leipzig

Weitere Aufführungen: 25.03.10, 19:30 Uhr; 23.04.10, 19:30 Uhr; 30.05.10, 18:00 Uhr; 01.06.10, 19:30 Uhr; 17.06.10, 19:30 Uhr

Um ihren kranken Gatten Admeto vor dem bevorstehenden Tod zu retten und das Königreich vor dem Verlust seines Königs zu bewahren, beugt sich Alkestis dem göttlichen Schicksalsspruch und ist bereit, an seiner Stelle zu sterben. Als Admeto davon erfährt, bittet er Herkules, in die Unterwelt hinab zu steigen und Alkestis den Schatten der Unterwelt zu entreißen.
Soweit wird uns die Geschichte von Euripides überliefert. Dieser hätte sich vermutlich im Grabe umgedreht, hätte er gesehen, was die Librettisten des Barock daraus gemacht haben. Denn bei Händel kommen unversehens andere Töne ins Spiel. Untreue, Eifersucht, Hoch- und Tiefstapelei bis hin zum Terroranschlag des ewig zu kurz gekommenen Bruders auf den König spielt die ganze Palette niederster Beweggründe ins antike Pathos hinein.
Kurz: Aus den Geschichten der Opern Georg Friedrich Händels ließe sich so manche gute Soap Opera basteln. Seine Opere serie für die Royal Academy of Music lassen neben dem Bröckeln der aristokratischen Fassade jene Art von grotesken Humor erkennen, den die Briten als „spleeny“ oder „crazy“ bezeichnen würden. Eine solche Geschichte liegt auch Händels „Admeto“ zugrunde, die am 31. Januar 1727 am Londoner King's Theatre am Haymarket uraufgeführt wurde. Obwohl die Handlung im antiken Griechenland spielt, geht es hier zu wie bei den Royals von heute. Kein Wunder also, dass Regisseur Tobias Kratzer, der 2008 mit seinem Team ATEF beim Grazer RING AWARD, einem der renommiertesten Nachwuchspreise für Opernregisseure, den Jury-, Kritiker- und Publikumspreis abgeräumt hat, sich ausgerechnet diese Oper für sein Leipziger Debüt ausgewählt hat.
Der Dirigent dieser Produktion, Federico Maria Sardelli, ist ein regelrechter Allrounder. Er ist nicht nur ein ausgewiesener Barockspezialist, angesehener Vivaldi-Herausgeber, Komponist und Flötist, sondern zeichnet in seiner Freizeit leidenschaftlich gern Comics. Der Vorschlag des Regieteams, die Klangwelt der Händelschen Partitur um andere Klangfarben zu erweitern, um die schroffen Übergänge von Gesang und Orchester, von Arie und Rezitativ, von Bühne und Orchestergraben fließender zu gestalten, stieß bei ihm sogleich auf offene Ohren. Bei Euripides hätte der Chor diese übergeordnete Perspektive zwischen Innen- und Außenansicht, zwischen Anteilnahme und Kommentar übernommen. In der Leipziger Inszenierung gibt es stattdessen eine Gruppe von fünf Melodica-Spielern, die mit ihren teils absurd, teils archaisch anmutenden Klängen den griechischen Chor parodieren und mal als Unheil verkündende Schicksalsgöttinnen, mal als groteske Erinnyen in Erscheinung treten. [© Oper Leipzig]

www.oper-leipzig.de

Albert Herring …

Komische Oper in drei Akten (5 Bildern) von:
Benjamin Britten
Text: Eric Crozier
Frei gestaltet nach einer Novelle von: Guy de Maupassant

Uraufführung: 20. Juni 1947 (Glyndebourne, Opera House)

Zur Inszenierung der Komischen Oper Berlin:

Premiere:
6. März 05

Musikalische Leitung: Jin Wang
Inszenierung: Willy Decker
Bühnenbild und Kostüme: Wolfgang Gussmann
Lichtgestaltung: Franck Evin
Dirigent des Bühnenorchesters: Peter Wodner
Dramaturgie: Joachim Großkreutz


Besetzung:
Lady Billows:
Inga Nielsen/Ursula Prem
Florence Pike: Diane Pilcher
Miss Wordsworth: Mojca Erdmann
Mr.Gedge: Nanco de Vries
Mr. Upfold: Peter Renz
Mr. Budd: Klemens Slowioczek
Sid: Michael Nagy/Hagen Matzeit
Albert Herring: Finnur Bjarnason
Nancy Waters: Elisabeth Starzinger
Mrs. Herring: Christiane Oertel
Emmy: Anna Wegrzyn
Siss: Maria Klier
Harriet: Anna Prohaska (
Chorsolistinnen der Komischen Oper Berlin, sowie das Orchester der Komischen Oper Berlin
(Doppelbesetzungen in alphabetischer Reihenfolge)

In Loxford wird statt einer züchtigen Jungfrau der brave Albert Herring zum Tugendkönig gekrönt. Aber der verwendet das Preisgeld anders als erwartet ...
Willy Decker, der seine Arbeit an der Komischen Oper Berlin im November 2003 mit einer sensibel inszenierten Jenufa begann, widmete sich mit Albert Herring wiederum einer so diffizilen wie hintergründigen Charakterstudie. Brittens vergnügliche Kammeroper mit ihrer ganz auf Textverständlichkeit orientierten, spritzigen und in den Mitteln höchst ökonomischen Faktur entstand 1947 für die erste Saison der vom Komponisten gegründeten English Opera Group, einer reisenden Theatergruppe mit kleinem Ensemble, Orchester und technischem Apparat. Als Musterbeispiel heiteren musikalischen Theaters hat sie auch in der Geschichte der Komischen Oper Berlin bereits ihre Spuren hinterlassen. Von 1957 bis 1960 stand sie in einer vielumjubelten Inszenierung von Joachim Herz auf dem Spielplan und war auch Bestandteil der großen Gastspiele in Paris und Moskau.

Albert Herring
Handlung …
Im englischen Fantasiestädtchen Loxford hat die vermögende Lady Billows nicht nur den Pfarrer, den Polizeichef, den Bürgermeister und die Schulvorsteherin unter ihrer Fuchtel, sondern terrorisiert mit nie erlahmendem moralinsaurem Gehabe das ganze Örtchen, natürlich nur zum Zwecke der »Wohltätigkeit«. Eben wegen ihres finanziellen Einflusses auf das Wohl und Wehe der Gemeinde wagt es niemand, sich ihrer Tyrannei und ihren skurrilen Launen zu widersetzen. Beispielsweise der, jedes Jahr aus den »tugendhaftesten« Mädchen des Ortes eine »Maienkönigin« zu wählen und auszuzeichnen. Leider findet sich im betreffenden Frühjahr niemand, der vor dem superstrengen Anspruch der Lady bestehen kann. Also verfällt man auf die Idee, ausnahmsweise einen »Maienkönig« zu wählen, und zwar den braven Albert Herring, der seiner Mutter beim Betreiben eines kleinen Ladens hilft. Albert ist noch nicht erwachsen geworden. Von Kind auf unter der Fuchtel seiner Mutter, die der Kampf um ihr Geschäft hart gemacht hat, kennt er nur Gehorsam und Arbeit im mütterlichen Geschäft. Mit bewunderndem Neid schaut er auf das Liebesglück seines Freundes Sid, der sich mit seiner Nancy trifft, so oft es eine Gelegenheit gibt. Aber die aufgezwungene Wahl zum »Tugendkönig« bringt ihn in eine heilsame Krise – die extreme Vereinnahmung und ein Schuss Alkohol lassen den Knoten platzen und führen zu einer Gegenreaktion, durch die Albert zum Mann reift und den Sieg über die bigotte Spießermentalität seiner ehrenwerten Umgebung davonträgt.

Werk …
Brittens zentrales Thema, der Kampf des sensiblen Einzelnen gegen eine repressive Umwelt, die alles ausstößt, was nicht ihren Normen entspricht, wird hier ausnahmsweise einmal komisch behandelt. Eric Crozier erwies sich als geschickter Librettist, als er Guy de Maupassants Novelle Madame Husson und ihr Tugendjüngling eine heitere Wendung gab und sie ins heimatliche England verlegte. Musikalisch zeigt sich Britten in seiner zweiten Kammeroper sowohl in den Rezitativen wie in einer Vielzahl reizvoller Ensembles als Meister der Personencharakterisierung. Dem Stoff entsprechend nehmen parodistische Elemente einen breiten Raum ein, ohne dass das lyrische Gegengewicht fehlen würde.

Seit seiner Uraufführung 1947 ist der Erfolg dem heiteren Werk treu geblieben, wenn es auch nicht allzu oft auf den Spielplänen erscheint.

Inszenierungsansatz …
Die Zurückweisung instrumentalisierter Tugend- und Moralansprüche, die Auslotung des Verhältnisses von Unschuld und Erfahrung und damit das Problem persönlicher Emanzipation, Hauptthema in Brittens vielschichtiger musikalischer Komödie, steht auch im Zentrum des Inszenierungsansatzes von Willy Decker. Der von ihm und Wolfgang Gussmann gewählte Einheitsschauplatz – die Konzertmuschel einer Kuranlage, deren Catering Albert und seine Mutter betreiben – reflektiert den populär-parodistischen Gestus der Musik und ermöglicht es, die von den Autoren ins viktorianische England verlegte Geschichte aus allem genrebildhaften Milieurealismus herauszuziehen und mit großer Allgemeingültigkeit zu erzählen. Wichtigste Mitarbeiter im Team sind dabei der Dirigent Jin Wang und der Bühnen- und Kostümbildner Wolfgang Gussmann, mit dem Willy Decker seit vielen Jahren eine enge Arbeitspartnerschaft verbindet, die sich bereits bei der Jenufa-Inszenierung bewährte.

Text: Joachim Großkreutz, Dramaturg der Komischen Oper Berlin



Karten …
Kartentelefon Komische Oper Berlin … 030.47 99 74 00
Montag bis Samstag 9:00 bis 20:00 Uhr, Sonntag 14:00 bis 20:00 Uhr
Preise ... 8,00 bis 62,00 €
karten@komische-oper-berlin.de,
www.komische-oper-berlin.de

Inszenierungsteam …
Jin Wang (Musikalische Leitung) …
Der gebürtige Chinese Jin Wang studierte Dirigieren in Peking und in Wien an der Musikakademie bei Prof. Karl Österreicher, Prof. Leopold Hager, Zubin Mehta und Leonard Bernstein. Er ist Sieger hochrangiger internationaler Dirigenten-Wettbewerbe, unter anderem des »Prague Spring«, des »Nicolai Malko« und des »Arturo Toscanini«. Jin Wang dirigierte mehr als 75 Orchester in ganz Europa, unter ihnen ausgezeichnete Klangkörper wie das Sinfonieorchester Göteborg, die Philharmonischen Orchester von Oslo und Helsinki, das Radio- Sinfonieorchester Berlin, das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra und das Toscanini-Sinfonie- Orchester. Ebenso arbeitete er mit dem Yomiuri Nippon Symphony Orchestra in Tokyo, der Philharmonie Seoul, dem Singapur Symphony Orchestra und dem Taiwan National Symphony Orchestra. Wang war Gast der Prager Staatsoper, der Oper in Göteborg, der Königlichen Oper Stockholm und er gab Konzerte an der Finnischen Nationaloper in Helsinki. Jin Wang war auf zahlreichen Konzerttourneen in Finnland, Österreich, der Schweiz, in China und Taiwan. Jin Wang war Chefdirigent des Moravian Philharmonic Orchestra, 1. Gastdirigent der Janácek-Philharmonie und er ist der 1. Gast-Dirigent des Rumänischen Radio-Sinfonie-Orchesters. Seine eigene Komposition »Tibet Impressions« Suites No. 1 – 3 wurde erfolgreich in verschiedenen Ländern aufgeführt und vom Schwedischen und Rumänischen Rundfunk übertragen. Große Erfolge feierte Wang mit dem Finnischen National Radio-Sinfonie- Orchester und mit der Sinfonie Nr. 2 von Jean Sibelius in Spanien. Seit der Spielzeit 2003/04 ist Jin Wang als 1. Kapellmeister an der Komischen Oper Berlin tätig und dirigiert die Vorstellungen Carmen, Don Giovanni, DerFreischütz, La Bohème, Rigoletto und ab März bzw. April 2005 die Neuinszenierungen Albert Herring und die Uraufführung von Der Reiter mit dem Wind im Haar.

Willy Decker (Inszenierung) …
Der gebürtige Kölner studierte zunächst Violine und Gesang in seiner Heimatstadt, bevor er sich der Regie zuwandte. Erste Erfolge feierte Decker am Kölner Opernhaus seit 1987 u. a. mit Brittens Billy Budd, Mozarts La finta giardiniera, später mit Wagners Der fliegende Holländer. Aus seiner umfangreichen Arbeit ragen Produktionen wie Busonis Doktor Faust und Wagners Tristan und Isolde in Leipzig, Strauss’ Salome, Tschaikowskis Pique Dame und Debussys Pelléas et Mélisande in Hamburg sowie Bergs Wozzeck, Massenets Werther und Janáceks Katja Kabanowa an der Nederlandse Opera in Amsterdam heraus. Für die Covent Garden Opera in London inszenierte Willy Decker Bartóks Herzog Blaubarts Burg und Schönbergs Erwartung, für Chicago Arabella und Der Rosenkavalier, für Paris Mozarts La clemenza di Tito und Bergs Lulu, für den Maggio Musicale in Florenz Strauss’ Capriccio und Verdis Falstaff. An der Sächsischen Staatsoper
Dresden, wo der Regisseur u. a. Webers Freischütz, Zimmermanns Soldaten und Reimanns Lear in Szene setzte, fand Wagners Ring im August 2003 mit der Götterdämmerung seinen Abschluss. In Berlin inszenierte Willy Decker bisher die Uraufführung von Aribert Reimanns Das Schloss im Jahr 1993. An der Komischen Oper Berlin brachte er Janáceks Jenufa (2003) auf die Bühne und nun also Benjamin Brittens Albert Herring.

Wolfgang Gussmann (Bühnenbild und Kostüme) …
Wolfgang Gussmann ist seit 1979 als freier Bühnen- und Kostümbildner tätig, u. a. an den Opernhäusern Hamburg, München, Stuttgart, Berlin, Frankfurt, Köln, Dresden, Amsterdam, Genf, Paris, Wien. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn seit vielen Jahren mit den Regisseuren Willy Decker und Andreas Homoki. Zu den wichtigsten Produktionen der letzten Jahre gehören Don Giovanni, Die Soldaten, Lear, Rheingold und Walküre in Dresden, die Uraufführung von Das Schloss und Hänsel und Gretel an der Deutschen Oper Berlin, Die Frau ohne Schatten und Orphee in Genf, Wozzeck, Elektra, Carmen und Katja Kabanowa in Amsterdam, Rigoletto, Salome und Pelléas et Mélisande in Hamburg, Eugen Onegin, Der fliegende Holländer und Boris Godunow in Paris, Idomeneo und Arabella in München, Tristan und Isolde und Macbeth in Leipzig sowie Lulu und Billy Budd an der Wiener Staatsoper. Nächste Aufgaben führen ihn u. a. nach Hamburg (Pique Dame), Paris (Tannhäuser), zu den Salzburger Festspielen (Tote Stadt) und nach Dresden (Siegfried und Götterdämmerung). An der Komischen Oper Berlin ist er verantwortlich für die Ausstattung von Die lustige Witwe, Jenufa und ab März 2005 Albert Herring in der Inszenierung von Willy Decker.

Franck Evin (Licht) …
Franck Evin wurde in Nantes/Frankreich geboren. Er erhielt 1983/84 ein Stipendium des französischen Kultusministeriums und wurde Assistent des Beleuchtungschefs an der Opéra de Lyon. Hier arbeitete er u. a. mit Ken Russell und Bob Wilson zusammen. Seit 1986 ist er regelmäßig im Düsseldorfer Schauspielhaus, in Nantes, Strasbourg, Montpellier, Paris, Caen, Lyon, Bochum, Wien, Los Angeles, Bonn und Brüssel tätig. Ebenso arbeitete er in den letzten Jahren an den Opernhäusern von Oslo, Amsterdam, Stockholm, Tokio, an der Staatsoper München und der Opéra de la Bastille, Paris, sowie an der Scala di Milano. Seit der Spielzeit 1995/96 ist er Künstlerischer Leiter des Beleuchtungswesens der Komischen Oper Berlin und ist hier u. a. für das Lichtdesign in Die Liebe zu drei Orangen, Don Giovanni, Die Csárdásfürstin, Alcina, Die Entführung aus dem Serail und Lady Macbeth von Mzensk verantwortlich.

Ensemble …
Inga Nielsen (Lady Billows) …
Die dänische Sängerin Inga Nielsen spielte bereits im Alter von neun Jahren bei Columbia Records ihre ersten Schallplatten mit dänischen Volks- und Weihnachtsliedern ein. Ihre Ausbildung absolvierte sie in Wien, Stuttgart und Budapest. Nach einigen Jahren im Ensemble der Frankfurter Oper entschied sich Inga Nielsen für die freiberufliche Tätigkeit und gastiert heute an Bühnen in Wien, Berlin, Hamburg und München, Mailand, London (Covent Garden), Paris, Zürich, New York und Buenos Aires sowie bei den Festspielen in Bayreuth, Aix-en- Provence, Edinburgh, Holland, Athen, Verbier, Luzern und dem Mostly Mozart Festival in New York. Einen herausragenden Erfolg in der Karriere von Inga Nielsen markierte ihr Rollenporträt der Konstanze in Mozarts Die Entführung aus dem Serail bei den Salzburger Festspielen und in Covent Garden unter der Leitung von Georg Solti. An der Oper Zürich gab Inga Nielsen ihre Rollendebüts als Agathe in Webers Freischütz (Inszenierung: Ruth Berghaus) und als Leonore in Fidelio. Mit ihrer Aufsehen erregenden Salome einer Neuinszenierung der Oper Leipzig durch Nikolaus Lehnhoff gelang ihr 1994 der Sprung ins dramatische Repertoire. Später gastierte sie mit dieser Partie an zahlreichen großen Häusern zwischen San Francisco, Dresden, Amsterdam, Wien und Paris unter der Leitung von Dirigenten wie Daniel Barenboim und James Levine. 1994 gab Inga Nielsen ihren Einstand als Marschallin in Der Rosenkavalier am Königlichen Theater in Kopenhagen; am gleichen Ort folgte 1997 ihre erste Tosca und kurz darauf Madame Butterfly. In der Titelpartie von Die Frau ohne Schatten war Inga Nielsen unter Giuseppe Sinopoli ebenso an der Semperoper in Dresden zu erleben wie an der Mailänder Scala, in Wien, München, Athen und zuletzt in Los Angeles unter der Leitung von Kent Nagano. Sie sang die Frau in Arnold Schönbergs Erwartung an der Cincinnati Opera und in einer Neuinszenierung in Covent Garden (Inszenierung: Willy Decker).
1998 wurde Inga Nielsen von der dänischen Königin zur Kammersängerin ernannt; bereits 1992 wurde sie zum Ritter des Dannebrog-Ordens geschlagen, was der englischen Auszeichnung »Dame« entspricht. 2003 debütierte sie als Senta in Der fliegende Holländer an der Hamburgischen Staatsoper. Es folgten Auftritte als Salome in Berlin (Deutsche Oper), als Chrysothemis in Oviedo und Hamburg sowie als Leonore in Hamburg. An der Komischen Oper Berlin singt sie in der Spielzeit 2004/05 die Partie der Lady Billows in Albert Herring in der Neuinszenierung von Willy Decker.

Diane Pilcher (Florence Pike) ...
Diane Pilcher wurde in Südkalifornien geboren. Sie nahm Gesangsunterricht an der California State University in Fullerton und schloss ihr Studium mit Auszeichnung ab. Sie hat einen Bachelor-Grad in Musik und einen Magister in Gesang. 1977 und 1980 erreichte sie jeweils die Endausscheidung beim Vorsingen an der New Yorker Metropolitan Opera. Von 1978 bis 1981 arbeitete Diane in der Stimmbildungsabteilung des Crystal Cathedral Performing Arts Center in Garden Grov Kalifornien und war Gast in Dr. Robert Schullers Fernsehsendung »Hour of Power«. Sie hat Konzerte in Chicago, Las Vegas, Los Angeles, San Diego und Hamburg gesungen. Seit 1982 lebt sie in Deutschland und singt vor allem in Europa. Aachen, Saarbrücken, Mannheim, Wiesbaden, Frankfurt, Zürich, Brüssel, Graz und Oslo gehören zu den Opernhäusern, in denen sie aufgetreten ist. Diane Pilcher singt Mezzosopran und Charakterrollen, darunter Mrs. Quickly in Verdis Falstaff, Zita in Puccinis Gianni Schicchi, Herodias in Richard Strauss' Salome und die Gräfin in Tschaikowskis Pique Dame. An der Komischen Oper Berlin war sie bisher als alte Buryia in Jenufa zu erleben und nun als Florence Pike in Albert Herring.

Mojca Erdmann (Miss Wordsworth) …
Die in Hamburg geborene Sopranistin erhielt bereits mit sechs Jahren Violinunterricht und sang im Kinderchor der Hamburgischen Staatsoper. Ihre Gesangsausbildung begann sie im Alter von vierzehn Jahren bei Evelyn Herlitzius und wechselte nach dem Abitur zu Hans Sotin an die Kölner Musikhochschule, wo sie außerdem ein Violinstudium aufnahm. Sie gastierte als Gretel in Hänsel und Gretel und als Norina in Don Pasquale. Seit Oktober 1997 ist sie Mitglied des Ensembles der Komischen Oper Berlin. Unter anderem sang sie bisher das Echo in Ariadne auf Naxos, die Papagena in Die Zauberflöte, die Prinzessin Ninetta in Die Liebe zu drei Orangen sowie die Xenia in Boris Godunow. Sie ist erste Preisträgerin des Bundeswettbewerbs für Gesang 2002 in der Kategorie Konzert. Im Dezember 2003 erschien die CDEinspielung der Operette Die Csárdásfürstin für das Label NAXOS unter der musikalischen Leitung von Richard Bonynge, bei der Mojca Erdmann die Partie der Comtesse Stasi singt. In der Spielzeit 2003/04 sang sie die Morgana in Alcina, die Stasi in Die Csárdásfürstin, die Nanetta in Falstaff, die Erste Zofe in Der Zwerg, das Ännchen in Der Freischütz, die Schwanenprinzessin in Das Märchen vom Zaren Saltan, die Papagena in Die Zauberflöte und die Berta in Der Barbier von Sevilla. In der Spielzeit 2004/05 steht Mojca Erdmann u. a. als Zerlina in Don Giovanni und in zwei Neuproduktionen auf der Bühne der Komischen Oper Berlin: als Susanna in Die Hochzeit des Figaro und als Miss Wordsworth in Albert Herring.

Nanco de Vries (Mr. Gedge) …
Der Niederländer Nanco de Vries begann sein Studium an der Musikhochschule von Utrecht bei Udo Zimmermann und studierte dann bei dem Tenor James McCray weiter. Er wirkte an internationalen Produktionen wie den Requien von Verdi und Mozart, Schumanns Szenen zu Goethes Faust und Loriots Ring an einem Abend mit.
ann war der Bariton zunächst am Meininger Staatstheater engagiert, wo er u. a. in der Titelpartie im Don Giovanni, als Scarpia in Tosca und als Holländer im Fliegenden Holländer zu sehen war. Seit der Spielzeit 2002/03 ist Nanco de Vries festes Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin und war in den Partien des Altgesells in Jenufa, Schaunard in La Bohème, Don Fernando in Fidelio, Leander in Die Liebe zu drei Orangen, Balstrode in Peter Grimes, als Sprecher in Die Zauberflöte und als Melisso in Alcina zu sehen. In der Spielzeit 2004/05 singt er außerdem den Mr. Gedge in der Neuproduktion von Albert Herring.

Peter Renz (Mr. Upfold) …
Peter Renz war Mitglied des Dresdner Kreuzchors und bekam schon während seines Gesangsstudiums an der Dresdner Musikhochschule ein Engagement an der Staatsoperette Dresden. Danach war er Mitglied der Theater in Potsdam und Magdeburg und dort in den Partien des Belmonte, Ottavio und Tamino zu erleben. Seit 1985 war er ständiger Gast der Komischen Oper Berlin. Von 1986 an war der Tenor Mitglied des Solistenensembles des Metropol Theaters Berlin. Hier wirkte er in fast allen Produktionen der Operette mit. Mit der Spielzeit 1998/99 wurde Peter Renz festes Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin und ist als Boni in der Csárdásfürstin, als Truffaldino in Die Liebe zu drei Orangen, als Pastor Adams in Peter Grimes, als Dr. Blind in Die Fledermaus, als Raoul de St. Brioche in Die lustige Witwe, als Monostatos in Die Zauberflöte, als Remendado in Carmen und als Bardolph in Falstaff zu erleben. In der Spielzeit 2004/05 singt er außerdem in den Neuproduktionen der Komischen Oper Berlin: Don Curzio in Die Hochzeit des Figaro, Mr. Upfold in Albert Herring und Büttel Bamford in Sweeney Todd.

Klemens Slowioczek (Mr. Budd) …
Der Kammersänger wurde im schlesischen Stonava (Tschechische Republik) geboren. Er studierte an der Janà{ek-Akademie der Musischen Künste in Brno und beendete sein Studium mit dem Titel »Magister Artis«. Seit 1975 ist er an der Komischen Oper Berlin engagiert. Hier sang er u. a. Figaro in Die Hochzeit des Figaro, Marullo in Rigoletto, Dreieinigkeitsmoses in Mahagonny, Kothner in Die Meistersinger von Nürnberg, Pimen in Boris Godunow, Kaspar in Der Freischütz und Popolani in Ritter Blaubart, außerdem Orsini in Rienzi, Alfio in Cavalleria rusticana, Kecal in Die verkaufte Braut, Wassermann in Rusalka sowie Leporello in Don Giovanni. Gastspiele führten den viel beschäftigten Bassbariton u. a. mehrfach nach Japan, Moskau, Warschau, Kopenhagen, Amsterdam und Wien. Klemens Slowioczek war auf der Bühne der Komischen Oper Berlin als Figaro in Die Hochzeit des Figaro, als Gefängniswärter Frank in Die Fledermaus, als D’Obigny in La Traviata, Bartolo in Der Barbier von Sevilla, als Kuno in Der Freischütz, als Farfarello in Die Liebe zu drei Orangen, als Haushofmeister in Der Zwerg und als Bogdanowitsch in Die lustige Witwe zu erleben. In der vergangenen Spielzeit übernahm er die Partie des Leopold in der Csárdásfürstin und die des Dorfrichters in Jenufa. In der Spielzeit 2004/05 singt er u. a. die Partie des Bartolo in Der Barbier von Sevilla und des Kuno in Der Freischütz sowie des Mr. Budd in der Neuproduktion von Albert Herring.

Michael Nagy (Sid) …
Michael Nagy begann seine musikalische Ausbildung bei den Stuttgarter Hymnus-Chorknaben. 1995 war er Bundespreisträger bei »Jugend musiziert« in den Bereichen Gesang und Liedbegleitung. Seit 1996 studierte er in Stuttgart, Mannheim und Saarbrücken Gesang bei Luisa Bosabalian und Rudolf Piernay, Liedgestaltung bei Irwin Gage und Dirigieren bei Klaus Arp und Georg Grün, zusätzlich nahm er an Meisterkursen bei Charles Spencer, Rudolf Piernay und Cornelius Reid teil. Bereits während seines Studiums gewann er mehrere Preise bei verschiedenen Wettbewerben.
Wichtige Stationen seiner sängerischen Laufbahn waren Konzerte mit Ensembles wie der Gächinger Kantorei und dem Bach-Collegium Stuttgart, dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn, den St.-Petersburger Philharmonikern und dem RSO Stuttgart des SWR. Liederabende führten in nach Österreich, Italien und Deutschland. Gastverträge verbinden ihn mit den Opernhäusern Stuttgart und Mannheim. Ab der Spielzeit 2004/05 ist Michael Nagy Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin und singt u. a. den Anthony Hope im Musical Thriller Sweeney Todd, den Grafen Almaviva in Die Hochzeit des Figaro und den Sid in Albert Herring.

Finnur Bjarnason (Albert Herring) …
Der in Reykjavik geborene Tenor absolvierte ein Gesangsstudium an der Guildhall School of Music and Drama in London. Er hat den Male Chorus in Brittens The Rape of Lucretia, den Tamino an der isländischen Nationaloper und den Tebaldo in Bellinis I Capuleti e Montecchi an der Grange Park Opera gesungen. Im Sommer 2002 war er als Don Ottavio in Don Giovanni beim Glyndebourne Festival engagiert. Finnur Bjarnason ist seit der Spielzeit 2002/03 Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin und seither auch als Prinz in Die Liebe zu drei Orangen und als Tamino in Die Zauberflöte auf der Bühne zu erleben. In der Spielzeit 2004/05 wird der Tenor als Belmonte in Die Entführung aus dem Serail auf der Bühne stehen und außerdem noch Partien in zwei Neuproduktionen einstudieren: die Titelpartie in Albert Herring und den Lenski in Jewgeni Onegin.

Elisabeth Starzinger (Nancy Waters) …
Die österreichische Mezzosopranistin studierte an der Wiener Musikuniversität bei Luise Scheit und Gerhard Kahry sowie bei Edith Mathis mit Auszeichnung. Sie war Mitglied des Internationalen Opernstudios Zürich. Engagements führten die Künstlerin an das Stadttheater Meran (West Side Story), an das Théâtre du Capitole du Toulouse, die Salzburger Festspiele (Katja Kabanowa), den Klangbogen Wien sowie an die Wiener Volksoper. Daneben trat sie in Palma als Orlofsky und in der Schweiz als Bronislava in Der Bettelstudent auf. Derzeit ist Elisabeth Starzinger Ensemblemitglied an der Komischen Oper Berlin, wo sie in der Spielzeit 2003/04 in folgenden Partien zu erleben war: Rosina in Der Barbier von Sevilla, als Mercédès in Carmen, als Gräfin von Ceprano in Rigoletto, als Prinzessin Nicoletta in Die Liebe zu drei Orangen sowie als Zweite Dame in Die Zauberflöte. In der Neuproduktion Alcina übernahm sie die Rolle der Oberto. In der Spielzeit 2004/05 studiert sie außerdem die Partien des Cherubino in Die Hochzeit des Figaro und der Nancy Waters in Albert Herring für die beiden Neuproduktionen der Komischen Oper Berlin ein.

Christiane Oertel (Mrs. Herring) …
Christiane Oertel begann ihre Bühnenlaufbahn als lyrischer Mezzosopran am Opernhaus in Erfurt. 1986 holte sie Harry Kupfer als Cherubino für seine Inszenierung Die Hochzeit des Figaro an die Komische Oper, nach dem gelungenen Debüt wurde sie 1988 festes Ensemblemitglied. Hier sang sie die Dorabella aus Così fan tutte, die Titelpartie in La Cenerentola, den Komponist in Ariadne auf Naxos, aber auch Partien wie Olga, Polina und Maddalena. Sie hatte Gastspielverträge mit dem Royal Opera House Covent Garden in London und der Staatsoper Hamburg als Cherubino, 1998 debütierte sie bei den Salzburger Festspielen und setzte die Gastspiele als Idamante und Siebel in Gounods Faust 2000/01 im Kleinen Festspielhaus fort. Mit Prof. Kurt Masur gestaltete sie CD-Einspielungen und Konzerte, u. a. bei den »Proms« in London und beim Festival Aix-en-Provence. Für ihr herausragendes künstlerisches Wirken an der Komischen Oper hat der Senat von Berlin sie im Jahre 2003 mit dem Titel »Kammersängerin« ausgezeichnet. 2004 debütierte Christiane Oertel mit der Partie der Bianca in Eine florentinische Tragödie an der Mailänder Scala. An der Komischen Oper Berlin sang sie seit der Spielzeit 2003/04 die Bianca in Eine florentinische Tragödie, die Mrs. Quickly in Falstaff und die Auntie in Peter Grimes. Weiter wird sie als Flora in La Traviata, als Maddalena in Rigoletto, als Ruggiero in Alcina und als Margret in Wozzeck zu erleben sein. In der Spielzeit 2004/05 singt sie neben Donna Elvira in Don Giovanni noch die Partie der Bettlerin im Musical-Thriller Sweeney Todd und die Mrs. Herring in der Neuproduktion Albert Herring.

Anna Wegrzyn (Emmy) …
Anna Wegrzyn wurde in London geboren. Als Kind einer Musikerfamilie sammelte sie bereits im frühesten Kindesalter ihre ersten musikalischen Erfahrungen mit Geigen- und Klavierunterricht. 1994 wurde sie Mitglied des international renommierten Mädchenchors Hannover. Dort übernahm die Chorleiterin Prof. Gudrun Schröfel ihre stimmliche Ausbildung. 1997 ging sie bei »Jugend musiziert« in der Kategorie Sologesang sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene als Gewinnerin hervor. Mit 17 Jahren gab sie ihr Operndebüt an der Hannoverschen Staatsoper in der Zauberflöte. Im Rahmen des Festivals »Herrenhäuser Festwochen« sang sie in einer Produktion von Purcells Dido und Aeneas die Partie der Belinda. Seit 2002 studiert sie an der Hochschule für Musik und Theater Hannover in der Gesangsklasse von Prof. Christiane Iven. Anna Wegrzyn hat sich bereits ein umfangreiches Repertoire erarbeitet, welches u. a. Werke von Monteverdi, Bach, Mozart, Schubert, Schumann, Brahms, Chopin, Fauré, Wolf, Debussy, Szymanowski, Stephan, Britten und Nono umfasst. Sie gibt regelmäßig Liederabende und tritt als Solistin mit namhaften Orchestern und Ensembles wie dem Amadeus Chamber Orchestra auf. Für deutsche Rundfunkanstalten hat sie wiederholt Liederzyklen aufgenommen. Seit März 2004 ist sie Stipendiatin der Yehudi-Menuhin- LiveMusicNow-Stiftung, seit November desselben Jahres Preisträgerin des Bundeswettbewerb Gesang Berlin. Für die nahe Zukunft stehen Aufführungen der Johannes-Passion, der Passio Domini Nostri von Arvo Pärt und die Partie der Susanna in einer Hochschulproduktion der Oper Die Hochzeit des Figaro an. An der Komischen Oper Berlin singt sie in der Spielzeit 2004/05 die Partie der Emmy in Benjamin Brittens Albert Herring.

Maria Klier (Siss) …
Maria Klier wurde in Rheinberg am Niederrhein geboren. Ihre musikalische Ausbildung begann sie zunächst mit dem Klavierspiel. Bald kam der Querflötenunterricht hinzu und 1997 begann sie ihre Gesangsausbildung bei Gabriele Natrop-Kepser. Seit 1998 nahm sie regelmäßig an Wettbewerben teil. In den Niederlanden erhielt sie beim »Euregio Vocalistenconcours« einen zweiten Preis. Bei »Jugend musiziert« war sie Preisträgerin in Kategorien wie »Zeitgenössisches Ensemble«, »Vokalduo« oder »Sologesang«. 2001 erhielt sie auf Bundesebene einen ersten Preis in der Sparte »Vokalensemble« sowie den Brahms- und den Engelbert-Humperdinck-Sonderpreis. Hierauf folgten Konzerte in Köln, Bayreuth, Hamburg u. a. Im Sommer 2001 begann Maria Klier ihr Studium, zunächst privat und dann als Jungstudentin bei Prof. Natalie Usselmann in Köln, nach dem Abitur 2002 dann ihr Vollstudium an der Musikhochschule Köln. Meisterkurse für Sologesang (u. a. bei Krisztina Laki) und Liedgestaltung (bei Prof. Jürgen Glauß) ergänzten ihr Studium. Seit Oktober 2004 studiert Maria Klier in der Gesangsklasse von Prof. Klesie Kelly-Moog. In ihrem Studium erarbeitet sie sich ihr Repertoire im Bereich Oratorium sowie in der Liedklasse und in der Opernschule. In Hochschulprojekten wirkte sie mit als 2. Knabe und Papagena (Die Zauberflöte), Grille (Das schlaue Füchslein) und Gretel (Hänsel und Gretel). In diesem Jahr sang sie bereits die Barbarina in Mozarts Die Hochzeit des Figaro, welche im Mai dieses Jahres auch im Theater Solingen gespielt werden wird. Im November 2004 war Maria Klier Finalistin des Bundeswettbewerbs Gesang Berlin. An der Komischen Oper Berlin singt sie in der Spielzeit 2004/05 die Partie der Siss in Benjamin Brittens Albert Herring.

Anna Prohaska (Harriet) …
Die Sopranistin Anna Prohaska wurde in Neu-Ulm an der Donau geboren. Aufgewachsen in einem musikalischen Hause (der Großvater war Dirigent, der Vater war Opernregisseur und die Mutter Sängerin) lebte sie von 1989 bis 1994 in Wien. Sie erhielt ihre musikalische Ausbildung in den Fächern Gesang, Klavier und Theorie bei Generalmusikdirektor Eberhard Kloke und begann noch in der Schulzeit mit einem Vorstudium in Gesang bei Prof. Norma Sharp an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin, wo sie seit dem Wintersemester 2002 Gesang studiert. Seit 1994 lebt sie in Berlin. Zu bereits erarbeiteten Partien gehört u. a. die Euridice in Glucks Orféo ed Euridice. Im Jahr 2003 sang sie u. a. auch an der Staatsoper Berlin ein Hawaii- Girl in Paul Abrahams Blume von Hawaii und im Herbst die Frasquita in Carmen im Saalbau Neukölln, Berlin. An der Komischen Oper Berlin war Anna Prohaska in der Spielzeit 2002/03 als Flora in Brittens The Turn of the Screw zu erleben. In der Spielzeit 2004/05 singt sie die Partie der Harriet in der Neuinszenierung von Albert Herring.         [©Komische Oper Berlin]

Alceste (Alkestis)
Tragedia messa in musica / Tragédie-opéra in drei Akten

Von: Christoph Willibald Gluck
Text: Raniero de´ Calzabigi nach Euripides/Marie Francois Louis Grand-Leblanc du Roullet, nach Calzabigi
Uraufführung italienisch: 26. Dezember 1767 (Wien, Burgtheater)
Uraufführung französisch: 23. April 1776 (Paris, Académie Royale)

Zur Inszenierung der Oper Leipzig:

Premiere:
17. April 10

Musikalische Leitung: George Petrou
Inszenierung: Peter Konwitschny
Bühne: Jörg Koßdorff
Kostüme: Michaela Mayer-Michnay
Choreinstudierung: Sören Eckhoff |
Einstudierung Kinderchor: Sophie Bauer
Choreographie: Mirko Mahr
Video: fettFilm Momme Hinrichs und Torge Møller

Alkestis: Chiara Angella
Admetos: Yves Saelens
Evandros: Norman Reinhardt
Herkules: Ryan McKinny
Apoll: Tomas Möwes
Oberpriester Apollos: Jürgen Kurth
Ismene: Viktorija Kaminskaite
Eumelo, Aspasia: Mitglieder des Kinderchores

Chor und Kinderchor der Oper Leipzig
Leipziger Ballett
Gewandhausorchester


George Petrou erhielt seine musikalische Ausbildung am Konservatorium in Athen sowie am Royal College of Music und der Royal Academy of Music in London. Ergänzend zu Auftritten als Klavier- oder Cembalosolist und als Dirigent u.a. beim Philharmonia Orchestra London, beim Orchestre National du Capitole du Toulouse, beim Tchaikovsky Symphony Orchestra in Moskau und bei der Basel Sinfonietta hat er sich in den letzten Jahren zunehmend als Operndirigent profiliert. Zu nennen sind Produktionen mehrerer Händel- und Monteverdi-Opern, Paisiellos „L’Olimpiade“ (in einer selbst angefertigten Edition) Glucks „Alceste“ und „Orphée et Eurydice“, Vivaldis „Il Giustino“ und „Juditha triumphans“, Mozarts „Le nozze di Figaro“ sowie Donizettis „Anna Bolena“ insbesondere an der Griechischen Nationaloper Athen. Am Staatstheater Saarbrücken dirigierte er im April 2009 „Il Tigrane“ von Alessandro Scarlatti. Für das deutsche Label MDG nahm er Händels Opern „Oreste“, „Arianna in Creta“, „Tamerlano“ und „Giulio Cesare“ auf und erhielt hierfür u. a. die Schallplattenpreise „Echo Klassik 2008“, „Choc du Monde de la Musique“ und „Gramophone Editor’s Choice“.

Peter Konwitschny folgt in der eigens für die Leipziger Neuinszenierung erarbeiteten Partitur aus Glucks Wiener (1. und 2. Akt) und Pariser Fassung (3. Akt) dem antiken Opfermythos und stellt in den ersten zwei Akten die Unerbittlichkeit der Umfeld von Alkestis heraus. Deutlich wird die Einsamkeit der Ehepartner angesichts des Todes: Admetos liebt zwar Alkestis, seine Schuldgefühle ihr gegenüber schlagen aber in Misstrauen und zuletzt in Wut um. Sein Rollenverständnis lässt es nicht zu, dass eine Frau eine eigene, existentielle Entscheidung trifft. Alkestis hingegen sieht das Opfer als einzige Möglichkeit, aus dem Schatten der Geschichte zu treten. Das Verhältnis Mann – Frau hat einen ersten Riss bekommen. Mit dem dritten Akt aus Glucks Pariser Fassung der „Alkestis“ inszeniert Peter Konwitschny dann ein „ironisches Satyrspiel“, das von der antiken Realität mit seinen Wettkampf-arenen und Theatern nicht weit entfernt ist und gleichzeitig die moderne Medienwelt im Fernsehstudio mit „Hercool TV“ dabei als grausame und oberflächliche Fortsetzung des antiken Spiel-Kultes entlarvt.

Christoph Willibald Gluck zeichnet in seiner 1767 für Wien in italienischer Sprache entstandenen und 1776 für Paris in französischer Sprache bearbeiteten Oper „Alkestis“ das ergreifende Porträt einer Frau und Mutter, die mit ihrem Opfer hofft, das Schicksal ihres Mannes und ihres Volkes retten zu können. Zwei Akte lang steht in Glucks Oper der Prozess des Sterbens im Mittelpunkt – ein singulärer Vorgang in der Musiktheatergeschichte bis weit ins 19. Jahrhundert hinein:

Höhere Mächte haben entschieden – nur der Tod eines anderen Menschen kann König Admetos vor dem drohenden Lebensende bewahren. Als einzige willigt seine Frau Alkestis ein, sich für ihren geliebten Mann zu opfern. Denn ohne ein männliches Staatsoberhaupt sind das Land, aber auch ihre Kinder, schutzlos dem Chaos ausgeliefert. Ihre Opferbereitschaft führt allerdings zu einem ausgedehnten Ehestreit: Vom Tode gezeichnet, muss sich Alkestis auch noch die Klagen und Vorwürfe ihres Mannes gefallen lassen, der sie nicht loslassen will.
Im anschließenden 3. Akt der Pariser Fassung erscheint Herkules als strahlender Held. Bringt er Alkestis und Admetos die Rettung oder ist ihre Zeit doch abgelaufen? [© Oper Leipzig]

www.oper-leipzig.de

Angels in America

Komponist:
Peter Eötvös
Autor: Tony Kushner
Librettist: Mari Mezei
nach dem gleichnamigen Theaterstück von Tony Kushner

Uraufführung: 23. November 2004 (Paris, Théâtre du Châtelet; Musikalische Leitung: Peter Eötvös, Inszenierung: Philippe Calvario, Bühnenbild: Richard Peduzzi, Kostüme: Jan Morrell)
Deutsche Erstaufführung: 23. Juni 2005 (Hamburg, Hamburgische Staatsoper)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
21. März 09 (Bockenheimer Depot)

Musikalische Leitung: Erik Nielsen
Inszenierung: Johannes Erath
Bühnenbild und Kostüme: Stefanie Pasterkamp
Dramaturgie: Agnes Eggers, Francis Hüsers
Licht: Joachim Klein

Besetzung:
The Angel / Voice:
Nina Bernsteiner
Harper Pitt, Josephs Frau / Ethel Rosenberg / Angel Antarctica: Jenny Carlstedt
Hannah Pitt, Josephs Mutter / Rabbi Chemelwitz / Henry / Angel Asiatica: Christin-Marie Hill
Joseph Pitt / Ghost 2 / Angel Europe: Nathaniel Webster
Prior Walter, Louis’ Freund: Michael McCown
Louis Ironside, Priors Freund / Angel Oceania: Peter Marsh
Belize, schwarzer Krankenpfleger / Mr. Lies / Woman / Angel Africanii: Jeffrey Kim
Roy Cohn, Rechtsanwalt / Ghost 1 / Angel Australia: Dietrich Volle
Vokaltrio: Anja Fidelia Ulrich, Diana Schmid, Leszek Solarski
Statisterie der Oper Frankfurt; Mitglieder des Frankfurter Museumsorchesters und Gäste

Mit freundlicher Unterstützung der Speyer’schen Hochschulstiftung
Die Produktionen im Bockenheimer Depot werden gefördert von der Aventis Foundation

Peter Eötvös (* 1944) gehört zu den renommiertesten Komponisten der Gegenwart. Lag am Anfang seiner Karriere der Schwerpunkt seiner Arbeiten im Konzertbereich, so hat er sich in den letzten Jahren verstärkt dem Musiktheater zugewandt. Angels in America nach dem mit dem Pulitzer-Preis und einem Tony Award ausgezeichneten Theaterstück von Tony Kushner (* 1956) ist seine dritte Oper und wurde am 23. November 2004 am Théâtre du Châtelet in Paris uraufgeführt. Ihr folgten 2008 Lady Sarashina in Lyon und Love and other Demons beim Glyndebourne Festival (Deutsche Erstaufführung 2009 in Chemnitz). Eötvös hat dabei die musikalische Trennung zwischen ernster und unterhaltender Musik weit hinter sich gelassen. Er liebt Monteverdi ebenso wie die Beatles, Musicals und die elektronische Avantgarde. Und so kommen gerade in Angels in America – trotz des ernsten Themas – durchaus auch komische Momente zum Tragen.

Im Mittelpunkt der in New York angesiedelten Handlung stehen homosexuelle Männer aus unterschiedlichen sozialen Schichten und deren Familien, die auf ebenso unterschiedliche Weise mit ihrer Veranlagung und der in den 1980er Jahren aufkommenden Bedrohung durch die Krankheit AIDS umgehen. Vor diesem Hintergrund versteigt sich einer von ihnen in absurde Allmachtsphantasien, ein anderer fühlt sich von einem Engel verfolgt, der ihm aufträgt, die Welt zu retten...

Die musikalische Leitung dieser Neuproduktion im Bockenheimer Depot liegt bei Erik Nielsen, der seit Beginn der Spielzeit 2008/09 an der Oper Frankfurt als Kapellmeister tätig ist. Johannes Erath, einer der interessantesten Nachwuchsregisseure der deutschsprachigen Opernszene, zeichnet für die Inszenierung verantwortlich. Für seine Sicht auf Massenets Cendrillon 2007/08 am Stadttheater Bern wurde er kürzlich mit dem begehrten Götz-Friedrich-Preis ausgezeichnet. Zur Besetzung gehören sowohl Gäste als auch Mitglieder des Ensembles und des Opernstudios der Oper Frankfurt.

Die Produktion wird begleitet von Aktionen der AIDS-Hilfe Frankfurt e.V. Dabei entsteht mit freundlicher Unterstützung der Speyer’schen Hochschulstiftung eine Dokumentation zum aktuellen Sachstand der HIV-Erkrankungen sowie eine Ausstellung im Foyer des Bockenheimer Depots während der Aufführungsserie.

Weitere Vorstellungen: 23., 25., 27., 29. März, 1., 3. April 2009
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 50 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr
Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 oder online unter
www.oper-frankfurt.de erhältlich. [© Oper Frankfurt]

Zur Inszenierung der Hamburger Staatsoper:

Premiere: Juni 05 (Deutsche Erstaufführung)

Dirigent: N.N.
Inszenierung:  Benedikt von Peter
Kostüme: Saskia Zschoch
Bühnenbild: Saskia Zschoch
Veranstalter:  Hamburgische Staatsoper
Premiere: 23. Juni 05

The Angel: Julia Sukmanova
Harper Pitt: Renate Spingler
Hannah Pitt: Hellen Kwon
Joseph Pitt: Christoph Pohl
Prior Walter: James Bobby
Louis Ironson: Jonas Olofsson
Belize: Brian Asawa
Roy Cohn: Tomas Möwes
Vokalterzett 1: Gabriele Rossmanith
Vokalterzett 2: Katja Pieweck
Vokalterzett 3: Martin Berner

Das zweiteilige Theaterstück (“Millennium Approaches” und “Perestroika”) von Tony Kushner gehört zu den wichtigsten dramatischen Werken der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Beide Stücke gehören seit den neunziger Jahren zu den meistgespielten Theaterstücken der Gegenwart, vor kurzem wurden sie auch verfilmt. Das ursprünglich 7-stündige Monumentaldrama wurde von Mari Mezei neu strukturiert; diese Opernversion dauert nun etwa zwei bis zweieinhalb Stunden. Die Uraufführung der Oper fand im November 2004 im Theater Chatelet in Paris statt, das auch den Auftrag zu diesem Werk erteilt hat.

Der politisch immer sehr engagierte New Yorker Schriftsteller Kushner beschreibt die amerikanische Neurose des Jahrtausendwechsels wie einen dunklen Alptraum in einer spektakulären theatralischen Halluzination. Viele von den Hauptcharakteren waren reale Personen, wie z.B. Ethel Rosenberg, die von einem kriminellen Rechtsanwalt (Roy Cohn) – einem Mitarbeiter von McCarthy – auf den elektrischen Stuhl geschickt wurde. Bei Kushner und auch in der Oper erscheint der Geist von Ethel Rosenberg, um den qualvollen Aids-Tod von Roy Cohn anzuschauen.

Halluzination und Realität gehen in diesem Stück nahtlos ineinander über. Diese Eigenschaft hat mich, seit ich mich vor fünf Jahren das erste Mal mit der Idee befasste, am meisten animiert, mit diesem Stoff zu arbeiten.

In der Opernversion lege ich weniger Akzent auf die politische Linie als Kushner, vielmehr konzentriere ich mich auf die leidenschaftlichen Beziehungen, auf die hochdramatische Spannung des wunderbaren Textes, auf den permanent schwebenden Zustand der Visionen.

Der Hauptperson der Geschichte, Prior Walter, erkrankt am Aids-Virus; er weiß, dass er sterben muss und in seinem Kampf weiterzuleben erfindet er einen Engel, der (in diesem Fall “die”, da der Engel weiblich ist) ihm befiehlt, als Prophet die Welt zu retten.

In seiner Vision steigt er in den Himmel und lehnt den Auftrag vor den staunenden Engeln mit folgenden Worten ab: “I’ve lived through such terrible times, and there are people who live through much much worse, but... You see them living anyway. When they’re more spirit than body, more sores than skin, when flies lay eggs in the corners of the eyes of their children, they live. If I can find hope anywhere, that’s it, that’s the best I can do. I want more life”. Dann legt er das Buch der Propheten nieder und kehrt auf die Erde zurück.

Die Oper wird auf Englisch gesungen werden. Durch eine sehr nahe Mikrophonisierung aller Sänger und der 16 Soloinstrumente wird ein eindringlicher, intimer, fast körperlicher Kontakt zwischen den 8 Darstellern und dem Publikum erzeugt.

(Peter Eötvös)

Q.& ©: Hamburger Staatsoper

www.hamburger-staatsoper.de

Anna Bolena
Tragedia lirica in zwei Akten

Von: Gaetano Donizetti (1797 - 1848)
Text: Felice Romani nach dem Drama Henri VIII (1791) von Marie-Joseph de Chénier
Uraufführung: 26. Dezember 1830 (Mailand, Teatro Carcano)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
Koproduktion mit der Alten Oper Frankfurt
Konzertant in der Alten Oper

Vorstellungen: Freitag, 23. Oktober 2009, und Dienstag, 27. Oktober 2009, jeweils um 19.00 Uhr in der Alten Oper Frankfurt
Einführungsvortrag im Großen Saal, 18.15 Uhr

Musikalische Leitung: Giuliano Carella
Chor: Matthias Köhler

Enrico VIII, König von England: Paul Gay
Anna Bolena, seine Germahlin: Elza van den Heever
Giovanna Seymour, Annas Hofdame: Claudia Manke
Lord Riccardo Percy: Ismael Jordi
Lord Rochefort, Annas Bruder: Wenwei Zhang
Smeton, Page und Spielmann der Königin: Jenny Carlstedt
Sir Hervey, Offizier des Königs: Michael McCown

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester 


Auch 2009/10 setzt die Oper Frankfurt ihre Reihe mit konzertanten Aufführungen in Koproduktion mit der Alten Oper fort: Bei Anna Bolena von Gaetano Donizetti (1797-1848) handelt es sich um eines der zentralen Werke der Epoche des Belcanto, des „schönen Gesangs“. Neben Vincenzo Bellini – dem Schöpfer der in der letzten Saison erklungenen Norma – gilt der aus Bergamo stammende Donizetti als wichtigster Vertreter dieser Gattung, welche sich durch die Weiterentwicklung des Stils Rossinis unter stärkerer Betonung des Lyrischen etablierte. Der Erfolg seiner am 26. Dezember 1828 am Teatro Carcano in Mailand uraufgeführten 35. Oper nach einem Libretto von Felice Romani machte Donizetti schlagartig weltbekannt und sicherte ihm neben Bellini den Ruf des führenden italienischen Opernkomponisten. Entstanden für die berühmte Sängerin Giuditta Pasta, kehrte das zwischenzeitlich vergessene Werk nach triumphalen Auftritten von Maria Callas an der Mailänder Scala in den 1950-er Jahren wieder ins Repertoire zurück – und das nicht nur als Vehikel für koloraturmächtige Primadonnen.

Die Handlung folgt in groben Zügen den historisch verbürgten Vorgängen: König Heinrich VIII. (Enrico) von England ist seiner zweiten Frau Anne Boleyn (Anna Bolena) überdrüssig und will deren Hofdame Jane Seymour (Giovanna) zu seiner neuen Gattin machen. Eine Intrige des Königs und seiner Vertrauensleute bringt Anna auf das Schafott, doch kurz vor ihrem Tod verzeiht sie Enrico und der Nebenbuhlerin.

Die musikalische Leitung hat der Italiener Giuliano Carella, ein anerkannter Spezialist für das Belcanto-Repertoire, der momentan als Generalmusikdirektor der Opéra de Toulon in Frankreich wirkt. Zu seinen aktuellen Engagements zählen Auftritte in Wien, Straßburg und Barcelona. In Frankfurt wird er 2009/10 auch die Wiederaufnahme von La Traviata leiten. Die Titelpartie verkörpert Ensemblemitglied Elza van den Heever, deren internationale Karriere die südafrikanische Sopranistin seit ihrem Frankfurter Auftritt als Giorgetta in Puccinis Il trittico an die großen Häuser dieser Welt führt. Am Main konnte sie kürzlich als Elsa in Wagners Lohengrin einen enormen Triumph feiern. Paul Gay (Enrico) sang in Frankfurt bereits den Tierbändiger und den Athleten in Lulu, Leporello in Don Giovanni sowie Klingsor in Parsifal. Zudem ist er u.a. an zahlreichen großen, französischsprachigen Häusern ein gern gesehener Gast. Der spanische Tenor Ismael Jordi (Percy) tritt an den wichtigen Opernbühnen seiner Heimat auf, gastiert aber auch regelmäßig in Hamburg, Berlin (Deutsche Oper), Dresden, Zürich und Amsterdam. Nach Silla in Pfitzners Palestrina 2008/09 und der Titelpartie von Hartmanns Simplicius Simplicissimus 2009/10 präsentiert sich Ensemblemitglied Claudia Mahnke (Giovanna) hier von einer völlig anderen musikalischen Seite. Gleichfalls aus dem Ensemble sind Jenny Carlstedt (Smeton) und Michael McCown (Hervey) besetzt; ein neues Mitglied des Opernstudios ist Wenwei Zhang (Rochefort).  [© Oper Frankfurt]
 
Preise am 23. Oktober 2009: € 12 bis 93 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr (außer an der Vorverkaufskasse der Oper Frankfurt sowie der Abendkasse der Alten Oper)
Preise am 27. Oktober 2009: € 13,20 bis 85 inkl. aller Gebühren
Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 oder online unter
www.oper-frankfurt.de oder www.frankfurt-ticket.de erhältlich.

www.oper-frankfurt.de

Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Oper in drei Akten

Musik: Kurt Weil
Text: Bert Brecht
Uraufführung: 9. März 1930 (Leipzig)

Zu Inszenierung des Theater Trier:

Premiere:
19. April 09

Inszenierung: Thilo Reinhardt
Musikalische Leitung: GMD Victor Puhl
Bühnenbild: Paul Zoller
Kostüme: Katharina Gault
Chöre: Jens Bingert
Dramaturgie: Dr. Peter Larsen

Besetzung:
Leodkadja Begpick:
Eva Maria Günschmann
Fatty, der „Prokurist“: Eric Rieger
Dreieinigkeitsmoses: Lászlo Lukács
Jenny: Vera Wenkert
Jim Mahoney: Wolfgang Schwaninger
Jakob Schmidt: Peter Koppelmann
Bill, genannt „Sparbüchsenbill“: Jürgen Orelly
Joe, genannt „Alaskawolfjoe“: Pawel Czekala
Tobby Higgins: Peter Koppelmann
Der Tod: Thomas Grünholz

Opernchor und Extrachor des Theaters Trier
Philharmonisches Orchester der Stadt Trier

Drei Verbrecher gründen die Goldstadt Mahagonny, in der für Bargeld alles zu haben ist. Auch Neuankömmling Jimmy leistet sich etwas: Er kauft sich Jenny. Schnell aber erkennen beide ihre Liebe zueinander. Alles scheint wie in einem Schlaraffenland, bis bekannt wird, dass eine Naturkatastrophe auf die Stadt zurast. Jetzt wird die Devise ausgegeben: „Du darfst“, und von nun an gibt es kein Halten mehr. Auch als die Stadt verschont wird, geht das schrankenlose Treiben ungehindert weiter. Nur Jimmy ist auf einmal pleite und genau das wird ihm zum Verhängnis…
„Ist Mahagonny ein Erlebnis? Es ist ein Erlebnis. Denn: Mahagonny ist ein Spaß“, schrieb Bertolt Brecht über ein Werk, das wie kein zweites die Gattung Oper als solche parodiert und damit zugleich einen neuen Typus Musiktheater erzeugt. Das 1927 bis 1929 entstandene Stück ist nicht nur ein Hauptwerk des von den Autoren apostrophierten „epischen Theaters“, sondern eine der bahnbrechendsten Musiktheaterwerke der Moderne. Es thematisiert die hochaktuelle Frage nach der Herrschaft des Kommerzes über den Menschen und stellt grundsätzliche ethische Fragen, die sich mit den Gefahren pluralistischer Massengesellschaften auseinandersetzen: Bedeutet „Freiheit“ eigentlich, dass man alles darf?

Thilo Reinhardt, Musiktheaterregisseur mit wachsendem Erfolg in der internationalen Regie-Szene, wird sich der faszinierenden Parabel stellen und die Aktualität des Stückes in der postmodernen Gesellschaft, in der Beliebigkeit zum Merkmal geworden ist, herausarbeiten. [© Theater Trier]

www.theater-trier.de

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
12. Januar 08
Weitere Vorstellungen: 14., 19. Januar, 6., 17. Februar (14 Uhr), 16. März, 5. April, 2., 9., 17. und 25. Mai (14 Uhr), je 19.30 Uhr, Großes Haus

Musikalische Leitung: Catherine Rückwardt
Inszenierung: Matthias Fontheim
Bühne und
Kostüme: Susanne Maier-Staufen
Choreographie: Richard Weber
Choreinstudierung: Sebastian Hernandez-Laverny
Video: Christoph Schödel

Leokadja Begbick: Edith Fuhr
Fatty, der Prokurist: Ks. J
ürgen Rust (in der Premiere Timo Päch als Gast)
Dreieinigkeitsmoses: Patrick Pobeschin
Jenny
Hill: Abbie Furmansky / Kerrie Sheppard
Jim Mahoney: Alexander Spemann (in der Premiere Kor Jan Dusseljee als Gast)
Jakob Schmidt - Tobby Higgins: Martin Erhard
Bill, genannt Sparb
üchsenbill: Richard Morrison
Joe, genannt Alaskawolfjoe: Hans-Otto Weiß
Sprecher: Joachim Mäder / Lukas Piloty
Sechs Mädchen von Mahagonny*:
Elisabeth Stradalski /
Anja Rabsilber / Susanne Thomas
Irina Sokolovskyi / Klaudia Berg
Claudia Sasse / Anna Matyuschenko
Alexandra Bernd / Cornelia Langhals
Miriam Lenz / Annette Kempen
Katja Ladentin / Annette Vosteen
Ein Klavierspieler: Clemens Heil / Erika Le Roux
Die M
änner von Mahagonny: Herren des Chores des Staatstheaters Mainz

Philharmonisches Staatsorchester Mainz
Statisterie des Staatstheaters Mainz (Leitung Dieter Rößler)
*Damen des Chores des Staatstheaters Mainz

Doppelbesetzungen in alphabetischer Reihenfolge

Besprechung auf kulturfreak.de

mahagonny5m_Mainz_©MartiniaPipprich
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Staatstheater Mainz
Leokadja Begbick (Edith Fuhr) und Verehrer (Herrenchor)
Foto:
Martina Pipperich

Drei Kriminelle gründen in einer einsamen Gegend eine Stadt: Mahagonny, Hochburg einer vergnügungssüchtigen Spaßgesellschaft, für deren Befriedigung die Prostituierte Jenny mit ihren Mädchen zu Diensten steht. Doch zu viele Gäste verlassen den Ort, bevor sie ihr letztes Geld ausgegeben haben. Als ein bedrohlicher Hurrikan kurz vor der Stadtgrenze die Richtung wechselt, werden alle Regeln und Gebote aufgehoben. Erlaubt ist nun alles, was gefällt - allerdings nur, wenn man es bezahlen kann. Die Konjunktur blüht auf, das Geld beginnt sein Regiment. Schließlich kann sich sogar ein Mörder freikaufen, während ein mittelloser Zechpreller zum Tode verurteilt wird. Diese Unmenschlichkeit provoziert Widerstand. Das Ende Mahagonnys naht...

Kurt Weills und Bertolt Brechts 1930 uraufgeführte Oper über die fiktive Paradies-Stadt Mahagonny zählt zu den bedeutendsten Bühnenwerken der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts - eine vieldeutige Parabel auf eine Gesellschaft, in der Angebot und Nachfrage die Grenzen der Freiheit bestimmen und eine schonungslose Analyse der Mechanismen menschlicher Zivilisation, aber auch ein unterhaltsames Spiel mit verschiedensten Stilen vom barocken Oratorium bis zur Salon- und Unterhaltungsmusik und nicht zuletzt ein vitales Musiktheater voller Kraft und Aktualität.

Matthias Fontheim, der
bisher vor allem mit zahlreichen Schauspielinszenierungen im deutschsprachigen Raum als Regisseur hervorgetreten ist, inszeniert mit diesem Abend seine zweite Oper am Staatstheater Mainz. Er gehörte zu den Leitungsteams des Niedersächsischen Staatsschauspiels Hannover und des Bayerischen Staatsschauspiels München. Von 2000 bis 2006 war er Intendant am Schauspielhaus Graz. Seit der Saison 2006/07 leitet er in gleicher Funktion das Staatstheater Mainz.

Catherine Rückwardt (Musikalische Leitung)
Catherine R
ückwardt, in Los Angeles geboren, erhielt ihre Ausbildung an der Musikhochschule Hamburg. Nach Engagements am Bremer Theater und der Oper Frankfurt/Main wurde sie 2001 Generalmusikdirektorin am Staatstheater Mainz. Seit 2006 leitet sie das Philharmonische Staatsorchester Mainz außerdem als Intendantin. Der von ihr geprägte „Mainzer Klang", ihre innovativen Programmgestaltungen sowie ihr besonderes Engagement in der Arbeit für Kinder und Jugendliche haben die Fachwelt immer wieder aufhorchen lassen. Neben den Premieren „Der Rosenkavalier", „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny", „La Boheme" sowie Programm XXVI von ballettmainz dirigiert Catherine Rückwardt in der Spielzeit 2007/08 zahlreiche Sinfonie-, Kinder- und Jugendkonzerte.

Matthias Fontheim (Inszenierung)
Matthias Fontheim, in Krefeld geboren, studierte an der Schauspielakademie Z
ürich. Nach einem Engagement als Schauspieler am Düsseldorfer Schauspielhaus erarbeitete er seit Anfang der 1980er Jahre zahlreiche eigene Inszenierungen u. a. an den Theatern in Freiburg, Darmstadt, Krefeld/Mönchengladbach, Kiel, Kassel, Essen, Hamburg und Zürich. Festengagements führten ihn als Regisseur und Leitungsmitglied an die Staatsschauspiele Hannover und München. Zur Saison 2000/01 übernahm er die Intendanz des Schauspielhauses Graz, wo er u. a. für seine Inszenierung von Das weite Land für den Österreichischen Theaterpreis NESTROY 2003 nominiert wurde. Seit 2006/07 ist Matthias Fontheim Intendant des Staatstheaters Mainz. Auf dem Spielplan stehen zur Zeit seine Inszenierungen von Strauss' „Rosenkavalier", Stephens' „Christmas" sowie ab April 2008 O'Neills „Ein Mond für die Beladenen".

Susanne Maier-Staufen (Bühne und Kostüme)
Susanne Maier-Staufen, geboren in Freiburg, studierte B
ühnenbild an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Jürgen Rose. Nach Hospitanzen und Assistenzen am Schauspielhaus Bochum, der Niederländischen Oper Amsterdam und dem Staatstheater Hannover konnte sie als freischaffende B ühnenbildnerin eigene Arbeiten an den Theatern in München, Saarbrücken, Bremen und Stuttgart präsentieren. Von 2000 bis 2006 war sie Ausstattungsleiterin am Schauspielhaus Graz, seit 2006 ist sie in gleicher Funktion am Staatstheater Mainz engagiert. Eine enge Zusammenarbeit verbindet sie mit Matthias Fontheim. Neben den Ausstattungen zu seinen Inszenierungen wie zuletzt „Der Rosenkavalier" sowie „Christmas", schuf sie in dieser Saison die Kostüme zu Scarlattis „La Giuditta".

Richard Weber (Choreographie)
Richard Weber, geboren in Wien, erhielt
seine Ausbildung zum Tänzer in Wien, bei der Heinz Bosl Stiftung München sowie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. Er war Mitglied der Jungen Ballettkompanie Hessen, des Ensembles des Stadttheaters Nordhausen sowie des Staatstheaters Mainz und gründete 1996 die Pick up dance Company. Seine Choreographien waren am Staatstheater Mainz, in den Mainzer Kammerspielen sowie auf Tanzfestivals in Frankfurt, Gotha und Eisenhüttenstadt zu sehen. Darüber hinaus ist er Dozent an der Schauspielschule Mainz und der Stage and Musical School Frankfurt, leitet Tanz-Workshops in Frankfurt, Salzburg, Kiel sowie an der Wiener Volksoper und ist seit 2003 Gasttrainingsleiter für zeitgenössischen Tanz bei der Tanzcompany des Theaters Gießen. 

 [© Texte Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de 

Zur Inszenierung der Komischen Oper Berlin:

Premiere:
24. September 06
Weitere Aufführungen in der Spielzeit: 27. September, 1./6./8./10./ 29. Oktober, 4./6. November, 18./29. Dezember 06
Einführungsmatinee: 10. September 06, 12:00 Uhr mit Andreas Homoki, Kirill Petrenko und Solisten der Produktion
Sonderveranstaltung: Samstag, 23. September 2006, 20:00 Uhr Geld macht sinnlich – Der Skandal um Mahagonny erzählt und gesungen von Gisela May


Musikalische Leitung: Kirill Petrenko
Inszenierung: Andreas Homoki
Bühnenbild: Hartmut Meyer
Kostüme: Mechthild Seipel
Video: fettFilm (Torge Möller und Momme Hinrichs)
Dramaturgie: Werner Hintze
Chöre: Robert Heimann
Licht: Franck Evin

Besetzung:

Leokadja Begbick:
Christiane Oertel
Fatty: Christoph Späth
Dreieinigkeitsmoses: Jens Larsen
Jenny: Tatjana Gazdik
Jim Mahoney: Kor-Jan Dusseljee
Jakob Schmidt: Thomas Ebenstein
Bill: Martin Winkler
Joe : Frank Schneiders
Toby Higgins: Peter Renz

Die Chorsolisten der Komischen Oper Berlin, das Orchester der Komischen Oper Berlin.

Foto: Hanns Joosten

Als Beitrag zum Brecht-Jahr 2006 brachte die Komische Oper eine Neuinszenierung des wichtigsten Werks, das aus der Zusammenarbeit von Bertolt Brecht und Kurt Weill hervorgegangen ist.
Die Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny gehört heute zweifellos zu den erfolgreichsten Opern des 20. Jahrhunderts. Die Uraufführung allerdings gestaltete sich zu einem der größten Theaterskandale der Weimarer Republik. Mit den organisierten Schlägertrupps, die die Aufführungen störten und die antikapitalistische Attacke, die Brecht und Weill in ihrem gemeinsamen Werk ritten, zum Schweigen bringen wollten, kündigte sich bereits unmissverständlich die braune Barbarei an, die kurze Zeit später über Deutschland hereinbrechen sollte.

Andreas Homoki interessierte an Brechts und Weills Werk weniger die Analyse des Kapitalismus, weniger das strohtrockene Seminar zur politischen Ökonomie des Kapitalismus, zu dem das Stück leicht geraten kann und als das es oft missverstanden wird. Er sieht die Geschichte vom Aufstieg und Untergang der Paradiesstadt als eine Parabel auf die Mechanismen jeglicher menschlicher Zivilisation. Die Haupttriebkraft des Geschehens ist das menschliche Glücksverlangen. Die Stadt, die die drei Gauner begründen, verspricht den Menschen die Erfüllung des alten Menschheitstraums von einem glücklichen, nicht von Existenzängsten überschatteten Leben. Doch das menschliche Glücksverlangen ist grenzenlos und fordert das Niederreißen aller Hindernisse, die sich ihm in den Weg stellen. Wenn dies aber geschieht, ist die Folge Anarchie und Kampf aller gegen alle, in dem die Paradiesstadt schließlich untergeht.

Andreas Homokis Inszenierung brachte die Mittel des epischen Theaters Brechtscher Prägung durchaus zur Anwendung, hat diese aber in eine neue, zeitgemäßere Form übertragen, indem er sie quasi historisierte, sie als Mittel einer alten Theaterform betrachtete, die aber nach wie vor im Theater sinnvoll eingesetzt werden können. Bei der vorurteilsfreien Untersuchung der von Brecht vorgeschlagenen und in die Dramaturgie seines Stücks eingeschriebenen Techniken ergibt sich, dass ihre Kraft auch heute keineswegs verbraucht ist, sondern dass sie – wie alle anderen verfügbaren Techniken und Mittel des Theaters auch – einen wichtigen Beitrag leisten können, um das Werk zu dem zu machen, was Brecht und Weill vor allem vorschwebte – zu einem grandiosen, opulenten, auch kulinarischen Theaterspaß, der eine Diskussion zentraler Fragen des menschlichen Lebens in Gang setzen und befruchten kann.
Kirill Petrenko und Andreas Homoki haben mit Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny ihre letzte gemeinsame Arbeit an der Komischen Oper Berlin vorgelegt. Als seine letzte Neuproduktion an der Komischen Oper hat Kirill Petrenko im Sommer 2007 Das Land des Lächelns in der Inszenierung von Peter Konwitschny erarbeitet.

Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Handlung:

Drei Gangster – Witwe Begbick, der Prokurist Fatty und Dreieinigkeitsmoses – scheitern auf der Flucht vor der Polizei, weil ihr Auto den Geist aufgibt. Sie waren auf dem Weg an die Goldküste Alaskas, um dort das nötige Geld zu scheffeln, das sie brauchen, um sich der Verfolgung durch die Ordnungskräfte des Staates entziehen zu können. Da sie dort nicht hingelangen können, entwickelt die Witwe Begbick einen genialen Plan: Sie gründen die »Netzestadt« Mahagonny. Diese Stadt verspricht ihren Bewohnern alle Vergnügungen, die man sich nur erdenken kann. Hier sollen die Männer, die an der Goldküste reich geworden sind, ihr Geld ausgeben und das Gaunertrio zu reichen Leuten machen.
Der Plan scheint aufzugehen: Die Unzufriedenen aller Kontinente ziehen nach Mahagonny, um dort ihr Glück zu finden. Unter sind auch Jim Mahoney und seine Freunde Jakob Schmidt, Bill und Joe. Sieben lange Winter haben sie in Alaska große Kälte gelitten und Bäume gefällt. Nun haben sie die Taschen voller Geld und wollen sich ein schönes Leben machen.

Doch schnell stellt sich heraus, dass die Netzestadt nicht bietet, was sie verspricht. Jim ist unzufrieden: Hier herrscht zu viel Ruhe und Eintracht. Das wirkliche Leben und den wirklichen Genuss findet man hier nicht. Die Stadt gerät in eine Krise, aus der sie durch ein Naturereignis gerettet wird: Ein Taifun kündigt sich an, der die Stadt dem Erdboden gleichzumachen droht. In der Nacht des Entsetzens, in der die Mahagonny-Leute ihren Tod erwarten, findet Jim Mahoney die Lösung aller Probleme der Stadt: Wirklich glücklich können die Menschen nur dann werden, wenn der Verwirklichung ihres Glücksanspruchs keine Grenzen gesetzt sind.
Der Taifun macht einen Bogen um die Stadt, und die Leute von Mahagonny leben fortan nach der neuen Erkenntnis, die der einfache Holzfäller aus Alaska ihnen geschenkt hat. Der Wahlspruch der Stadt heißt nun: Du darfst! Jeder darf sich jeden Wunsch erfüllen. Die neue Freiheit hat freilich ihren Preis. Als erster der vier Freunde aus Alaska fällt ihr Jakob Schmidt zum Opfer, der sich so lange vollfrisst, bis er tot umfällt. Ihm folgt Alaskawolf-Joe, der sich auf einen Boxkampf einlässt, bei dem er totgeschlagen wird.
Das letzte Opfer ist Jim Mahoney, der Erfinder der neuen Lebensregel, die Mahagonny einen beispiellosen Aufschwung verschafft hat. Er hat nämlich einen wesentlichen Punkt übersehen: In Mahagonny darf man alles – wenn man es bezahlen kann. Da er aber sein ganzes Geld beim Boxkampf auf seinen Freund gesetzt hat, kann er nun die Rechnung für den Whisky, zu dem er die Mahagonny-Leute eingeladen hat, nicht mehr bezahlen. Jim wird der Prozess gemacht, und er wird zum Tode verurteilt: »Wegen Mangel an Geld, was das größte Verbrechen ist, dass auf dem Erdenrund vorkommt.«
Dem Untergang des Helden folgt der Untergang der Paradiesstadt, die er groß gemacht hat.

Zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der Oper
Nachdem Weill den Auftrag erhalten hatte, für das Festival Deutsche Kammermusik Baden-Baden eine Kurzoper zu schreiben, nahm er wahrscheinlich im März 1927 Kontakt zu Bertolt Brecht auf, dessen Mann ist Mann ihn begeistert hatte. Die beiden Künstler begannen sofort, verschiedene Opernpläne zu diskutieren. Sehr schnell fiel die Wahl auf den Mahagonny- Stoff, und Brecht verfasste eine erste Handlungsskizze. Bald darauf dürfte Weill mit der Skizzierung der Komposition begonnen haben. Zunächst glaubte Weill noch, den Kompositionsauftrag für Baden-Baden wegen der Opernpläne absagen zu müssen, dann schrieb es aber dem Direktor der Universal Edition: »Ich habe plötzlich einen sehr schönen Einfall gehabt, an dessen Ausführung ich jetzt arbeite. Titel: Mahagonny – ein Songspiel nach Texten von Brecht. Ich denke, das kleine Stück bis Mitte Mai zu vollenden.«
Weill vertonte die fünf Mahagonny-Gesänge aus Brechts Hauspostille, zu denen Brecht noch ein Schlussgedicht beisteuerte. Die Komposition war schon nach zwei Wochen abgeschlossen, wobei Weill wohl auf Skizzen zu seiner Mahagonny-Oper zurückgegriffen hat. Die Uraufführung des kurzen Stücks in Baden-Baden führte zu einem bemerkenswerten Skandal, als sich das Publikum lautstark über die antikapitalistischen Losungen entrüstete, die am Schluss gezeigt wurden, während die Akteure ihrerseits mit Trillerpfeifen antworteten.
Beide Autoren betrachteten das Songspiel als Vorstufe bzw. Stilstudie für die gemeinsame Oper, an der sie sofort zu arbeiten begannen. Die Arbeit zog sich mit größeren Unterbrechungen (u. a. bedingt durch die Komposition des Dreigroschenoper und des Berliner Requiems auf Texte von Brecht) bis 1929 hin. Weill hatte sich die Uraufführung durch die Berliner Kroll-Oper erhofft, dies scheiterte aber an Otto Klemperer, der das Werk unverständlich fand und es rundweg ablehnte.
Die Leipziger Oper unter GMD Gustav Brecher nahm das Werk zur Uraufführung an, allerdings unter der Bedingung, dass die Autoren »Milderungen« vornahmen. So musste z. B. das blasphemische Spiel von Gott in Mahagonny im dritten Akt entfallen, und die als überaus anstößig empfundene Bordellszene im zweiten Akt wurde um die Hälfte gekürzt und durch ein Liebesduett zwischen Jim und Jenny ergänzt, das Weill auf der Grundlage eines Gedichts von Brecht nachkomponierte.
In dieser verstümmelten Form kam das Werk am 9. März 1930 in Leipzig erstmals auf die Bühne und erzeugte einen der größten Theaterskandale der Weimarer Republik. Die Aufführung wurde durch wütende Krawalle von Nazianhängern so stark gestört, dass sie kaum zu Ende gebracht werden konnte. Darauf folgten höchst divergierende Pressereaktionen und ein politisch motivierter Streit im Theaterausschuss und im Leipziger Stadtrat, der die Absetzung des Stücks zum Ziel hatte. Nach sechs weiteren Aufführungen war das Ziel erreicht, und das Stück musste aus dem Spielplan genommen werden.

Auch an anderen Bühnen hatte das Werk wenig Glück. In Braunschweig wurde es nach zwei, in Kassel nach sieben Aufführungen abgesetzt. 1930 folgten noch Inszenierungen in Prag und Frankfurt/M., aber auch hier wurde das Stück wegen der heftigen Proteste nur zehnmal gespielt. Andere Bühnen wie Essen, Oldenburg und Dortmund hatten bereits nach dem Uraufführungsskandal, der auch überregional große Wellen geschlagen hatte, ihre Inszenierungen abgesagt. Allerdings gehörte die Aufführung am Berliner Theater am Kurfürstendamm (mit Lotte Lenya als Jenny) mit 50 Aufführungen en suite zu den erfolgreichsten Produktionen der Weimarer Republik.
Danach verschwand das Werk von den Spielplänen. Bei der Plünderung der Archive der Universal Edition im Jahre 1938 wurde das Aufführungsmaterial der Oper vernichtet, so dass Aufführungen des Stücks erst wieder in den 50er Jahren möglich wurden, nachdem die autographe Partitur im Hamburger Rundfunk aufgetaucht war. Die 1956 hergestellte legendäre Tonaufnahme des Werke (wieder mit Lotte Lenya als Jenny) löste eine Flut von Neuinszenierungen von Weills Oper aus. Seitdem gehört das Werk als eine der erfolgreichsten Opern des 20. Jahrhunderts zum festen Bestand des Repertoires.

Werk
Bei der Arbeit an ihrem gemeinsamen Projekt zeichnete sich für Brecht und Weill schnell ab, dass für sie kein Weg an der von beiden gleichermaßen abgelehnten und attackierten Institution Oper vorbeiführt. Ihr Werk wurde so nicht nur Kritik der Gattung, sondern selbst eine Oper und gleichzeitig ein provokanter Gegenentwurf. Anders als das Songspiel oder Weills Musik zur Dreigroschenoper stellt dieses Werk Anforderungen an die Sänger, die von singenden Schauspielern nicht mehr zu bewältigen sind. Eine strikte Gegenüberstellung von gesprochenem Text und Song gibt es hier nicht mehr, die Musik hat in diesem Werk keinen Einlagecharakter, sondern der Text ist ein Opernlibretto, »vollständig nach musikalischen Gesichtspunkten gestaltet«, wie es Kurt Weill formulierte. Weills Komposition betont den revueartigen Charakter des Werkes, für das er den Begriff des »musikalischen Bilderbogens« prägte. In der oft schlagerhaften Melodik und simplen Periodik der einzelnen Nummern nimmt Weill Einflüsse der Tanzmusik seiner Zeit auf, formt diese allerdings durch eine hochkomplexe Harmonik und große satztechnische Raffinesse so um, das etwas ganz Neuartiges entsteht. Weills Musik bezieht neben den Schlagern der 20er Jahre aber auch Formen ein, die in anderen Phasen der Musikgeschichte geprägt worden sind: Arienhafte Gebilde stehen neben Chorälen, barocke Polyphonie wird mit Gestalten der Salonmusik des 19. Jahrhunderts kombiniert. Den textlichen Anspielungen auf biblische Zitate entsprechen bei Weill Bezüge auf Sakralmusik des 18. Jahrhunderts, und barocke Tanztypen verweisen parodistisch auf die Händel-Renaissance der 20er Jahre. Damit tendiert die Komposition Weills zu einer polemischen Auseinandersetzung nicht nur mit dem Opernbetrieb, sondern mit dem gesamten Musikbetrieb seiner Zeit, dem die Versatzstücke aller Epochen verfügbar sind und nach den Gesetzen der Vermarktbarkeit rücksichtslos miteinander verkittet werden. Weill schuf mit dieser Technik eine Musik, die dem Gehalt des Werkes in nahezu idealer Weise Ausdruck gibt, und die gleichzeitig als einmalig präzise Schilderung der Zustände zwischen Weltwirtschaftskrise und Machtübernahme der Nazis gelten kann. Brecht und Weill waren sich der Ausnahmestellung ihres Werkes sehr wohl bewusst. Noch während der Arbeit versuchten sie sich über das Erstrebte und Erreichte Rechenschaft zu geben. Weill war der Meinung, mit Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny einen neuen Weg des Musiktheaters gefunden zu haben, auf dem er künstlerisch weiterzugehen hoffte. Der Weg führte ihn schließlich zum Broadway, wo Weill einer der wichtigsten Komponisten des Musicals wurde.
Brecht formulierte in seinen Anmerkungen zur Oper »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny«, die er gemeinsam mit Peter Suhrkamp verfasste, erstmals seine Thesen zum epischen Theater, in denen die Oper als Musterbeispiel dieser neuen Theaterform fungiert.
Freilich gingen die Auffassungen der beiden Autoren über das, was ihr »epische Oper« ist und was sie ausmacht, deutlich auseinander. Wenn Weill erklärt, in diesem Werk sei die »reinste Form des epischen Theaters« insofern verwirklicht, als die Musik nicht mehr handlungstreibendes Element sei, sondern da eintrete, wo Zustände erreicht sind, konnte Brecht dieser Zuspitzung auf Zustände sicherlich noch zustimmen. Ganz anders lagen die Dinge mit Sicherheit bei Weills Behauptung, diese Zustände würden erst in ihrem musikalisch fixierten Ablauf eine dramatische Form ergeben. Trotz gravierender Meinungsverschiedenheiten über grundlegende Fragen des Theaters und seiner politischen Funktion wurde Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny das wichtigste Ergebnis der kurzen aber überaus fruchtbaren Partnerschaft zweier der bedeutendsten und einflussreichsten Künstler des 20.Jahrhunderts.

Inszenierungsansatz …
Die antikapitalistische Attacke, die Brecht und Weill mit ihrem Stück reiten, würde heute, wo solche Gedanken längst zum Mainstream geworden sind, kaum noch die Kraft entfalten, die die Uraufführung zu einem der größten Theaterskandale der Weimarer Republik hat werden lassen. Aber das Stück ist mehr als eine marxistische Analyse von Marktmechanismen im Gewand einer theatralische aufwendigen und musikalisch ungewöhnlich schmissigen Oper. Mit dem Abstand von mehr als 70 Jahren erweist es sich als Untersuchung der Mechanismen des Entstehens und Vergehens von menschlichen Zivilisationen, für welche der Kapitalismus und seine Marktwirtschaft nur ein Beispiel unter vielen möglichen anderen sind. Unter diesem Aspekt gewinnt das Stück eine inhaltliche Dimension und Aktualität, die über den engen Rahmen einer – allerdings nach wie vor und möglicherweise heute mehr als zur Entstehungszeit aktuellen – Kapitalismuskritik hinausgeht, indem diese in den Kontext der Menschheitsgeschichte gesetzt wird. Das Stück wird auf diese Weise zu einer Befragung des menschlichen Wesens und seiner Möglichkeiten, sich in der Welt zu entfalten, zu einer vergnüglichen Untersuchung der Mittel und Wege, die die Menschheit gesucht und gefunden hat, um die Grundfragen des menschlichen Lebens zu beantworten. Die Haupttriebkraft der Handlung ist die Sehnsucht des Menschen nach Glück, nach einem Dasein ohne Existenzangst. Die drei Gangster, die
Mahagonny gründen, versprechen den Menschen die Erfüllung dieses ewigen Menschheitstraums. Aus diesem Glücksverlangen wollen sie Kapital schlagen, und es gelingt ihnen auch zunächst. Doch das Glück, das sie versprochen haben, ist nicht vollständig, weil es noch gewisse Regeln gibt, nach denen man sich richten muss. Erst Jim Mahoneys Idee, dass alle Grenzen fallen müssen, dass jeder tun können muss, wonach immer ihm der Sinn steht, beschert Mahagonny den Boom, der den Plan des Gaunertrios aufgehen lässt. Gleichzeitig liegt in der allgemeinen schrankenlosen Anarchie aber der Keim des Untergangs: Das Glücksverlangen der Menschen bringt die Zivilisationen hervor, führt aber auch, da es grenzenlos ist, zu ihrem Untergang. Die Inszenierung hält sich nicht sklavisch an die Vorgaben, die Brecht in seinem Libretto aufgestellt hat (halbhohe Gardine, Bildprojektionen, Schrifttafeln usw.). Brechts Idee eines epischen Theaters, zu deren Umsetzung diese Mittel dienen sollten, gehört heute schon zur Theatergeschichte. Eine Nachahmung dieser Theaterform würde nicht heutiger wirken als eine Wagner- Inszenierung mit allen Pappfelsen und Flügelhelmen, die Wagner seinerzeit vorgeschwebt haben.
Nichtsdestoweniger wird die Inszenierung den Versuch unternehmen, die Mittel des epischen Theaters nicht einfach zu negieren, sondern auf neue, zeitgemäße Art in das Spiel einzubringen. Es wird also Projektionen – vornehmlich von Texten – geben, auch werden die Darsteller immer wieder einmal demonstrativ darauf hinweisen, dass sie ein Theaterstück spielen und nicht etwa die Figuren, die sie darstellen, sind. All diese Mittel aber, die heute nichts mehr von ihrer schockierenden Neuheit wie zur Entstehungszeit der Oper haben, werden quasi als Zitat einer Theaterform auftauchen, werden also vom zentralen Bestandteil und Anliegen des Unternehmens (für Brecht und Weill war Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny explizit und in erster Linie der Versuch, eine neue Form der Oper zu etablieren), zu einem Element unter anderen. Sie dienen ebenso wie alle weiteren Elemente der Aufführung dem einen Zweck: die Aufführung der Oper nicht zu einem belehrenden Seminar über die politische Ökonomie des Kapitalismus zu machen, sondern zu dem grandiosen Theaterspaß, dem opulenten – und letztendlich doch »kulinarischen« – Opernabend, der Brecht und Weill vorgeschwebt hat, als sie das Stück konzipierten.

Text: Werner Hintze, Chefdramaturg der Komischen Oper Berlin

Karten:
Kartentelefon Komische Oper Berlin: 030.47 99 74 00
Montag bis Samstag 9:00 bis 20:00 Uhr, Sonntag 14:00 bis 20:00 Uhr
Preise ... (8,00) 11,00 bis 62,00 €
karten@komische-oper-berlin.de www.komische-oper-berlin.de (externer Link)

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