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Oper Stückeinfo: P

Palestrina
Musikalische Legende in drei Akten

Von: Hans Pfitzner

Uraufführung: 12. Juli 1917 (München, Prinzregententheater)

Zur Inszenierung der Oper Zürich:

Premiere:
10. Dezember 11

Musikalische Leitung: Ingo Metzmacher
Inszenierung: Jens-Daniel Herzog
Bühnenbild und Kostüme: Mathis Neidhardt
Lichtgestaltung: Jürgen Hoffmann
Choreinstudierung: Ernst Raffelsber
ger


Besetzung:

Giovanni Pierluigi Palestrina:
Roberto Saccà/Peter Bronder
Papst Pius IV.: Alfred Muff
Giovanni Morone: Martin Gantner
Bernardo Novagerio: Rudolf Schasching
Kardinal Christoph Madruscht: Alfred Muff
Carlo Borromeo: Thomas Jesatko
Kardinal von Lothringen: Valeriy Murga
Abdisu: Michael Laurenz
Anton Brus von Müglitz: Kresimir Strazanac
Graf Luna: Oliver Widmer
Der Bischof von Budoja: Martin Zysset
Theophilus: Bogusl⁄aw Bidzinski
Avosmediano: Tomasz Slawinski
Ighino, sein Sohn: Martina Janková
Silla, sein Schüler: Judith Schmid
Bischof Ercole Severolus: Reinhard Mayr

www.opernhaus.ch 

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
7. Juni 09
Wiederaufnahme: 20. Juni 10

Musikalische Leitung: Kirill Petrenko /
Kirill Petrenko
Regie: Harry Kupfer
Szenische Leitung der Wiederaufnahme:
Orest Tichonov
Bühnenbild: Hans Schavernoch
Kostüme: Yan Tax
Dramaturgie: Malte Krasting
Licht: Joachim Klein
Video: Peer Engelbracht
Chor: Matthias Köhler

Papst Pius IV.: Alfred Reiter /
Alfred Reiter
Giovanni Morone, Kardinallegat: Johannes Martin Kränzle / Johannes Martin Kränzle
Bernardo Novagerio, Kardinallegat: Frank van Aken / Frank van Aken
Kardinal Christoph Madruscht: Alfred Reiter / Alfred Reiter
Carlo Borromeo, Kardinal: Falk Struckmann / Wolfgang Koch
Der Kardinal von Lothringen: Magnus Baldvinsson / Magnus Baldvinsson
Abdisu, der Patriarch von Assyrien: Peter Bronder / Peter Marsh
Anton Brus von Müglitz, Erzbischof von Prag: Franz Mayer / Franz Mayer
Graf Luna, Orator des Königs von Spanien: Michael Nagy / Michael Nagy
Der Bischof von Budoja: Peter Marsh / Richard Cox
Theophilus, Bischof von Imola: Hans-Jürgen Lazar / Hans-Jürgen Lazar
Avosmediano, Bischof von Cadix: Dietrich Volle / Dietrich Volle
Giovanni Pierluigi da Palestrina: Kurt Streit / Peter Bronder
Ighino, sein Sohn: Britta Stallmeister / Britta Stallmeister
Silla, sein Schüler: Claudia Mahnke / Claudia Mahnke
Bischof Ercole Severolus, Zeremonienmeister: Simon Bailey / Sungkon Kim
Die Erscheinung Lukrezias, Palestrinas verstorbene Frau: Katharina Magiera / Katharina Magiera
Engelsstimmen: Brenda Rae, Nina Bernsteiner, Sophie Angebault

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Museumsorchester
grün = Wiederaufnahme Saison 2009/10

Besprechung auf kulturfreak.de

Palestrina15_OperFFM©BAumüller
Palestrina
Oper Frankfurt
Palestrina (Kurt Streit, am Boden sitzend),
im Hintergrund Erscheinung Lukrezias (Katharina Magiera, in der Bildmitte stehend),
das Solistenensemble (Engelsstimmen, Ighino) und der Chor der Oper Frankfurt
Foto:
Barbara Aumüller

Zur Wiederaufnahme 2010:
In seiner Inszenierung des Palestrina von Hans Pfitzner (1869-1949) aus der Spielzeit 2008/09 zeigt der Berliner Meisterregisseur Harry Kupfer den Renaissancekomponisten und Erneuerer der Kirchenmusik, dessen Name dem Werk den Titel gab, als Opfer eines totalitären Systems. Nach der Premiere am 7. Juni 2009 im Opernhaus war in einer der erschienenen Kritiken zu lesen: „Aktueller, brisanter als in dieser Frankfurter Aufführung ist Oper selten, weil zudem auf höchstem Niveau gesungen und musiziert wird. Ein Glücksfall.“

Besonders akklamiert von Presse und Publikum wurde der Dirigent der Premierenserie. Vor diesem Hintergrund ist es besonders erfreulich, dass Kirill Petrenko nun für die erste Wiederaufnahme an den Main zurückkehrt. Bei den Sängern hingegen sind einige Neubesetzungen anzuzeigen. Sang der englische Tenor Peter Bronder anfangs noch die skurrile Partie des Abdisu, so übernimmt er nun die Titelpartie. Als Borromeo ist erstmals Wolfgang Koch zu erleben. In weiteren Partien sind die Ensemblemitglieder Peter Marsh (Abdisu), Richard Cox (Bischof von Budoja) und Sungkon Kim (Ercole Severolus) neu besetzt.

Wiederaufnahme: Sonntag, 20. Juni 2010, um 18.00 Uhr im Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 25., 30. Juni, 3. Juli 2010; Beginn jeweils um 18.00 Uhr
Preise: € 11 bis 77 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr (außer an der Vorverkaufs- und Abendkasse der Oper Frankfurt)
Karten sind bei den üblichen Vorverkaufsstellen, online unter
www.oper-frankfurt.de oder per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 erhältlich.

Zur Premiere 2009:
Erste Anregungen zu seiner Oper Palestrina erhielt Hans Pfitzner (1869-1949) bereits kurz nach seinem Studium am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt am Main, als er sich mit Leben und Werk des großen Kirchenkomponisten Giovanni Pierluigi Palestrina beschäftigte. Nachdem er vergeblich nach einem geeigneten Librettisten gesucht hatte, beschloss Pfitzner, die Dichtung selbst zu verfassen. Die Uraufführung fand am 12. Juni 1917 im Münchner Prinzregententheater im Rahmen einer Pfitzner-Woche statt. Die letzte Palestrina-Inszenierung an der Oper Frankfurt datiert von 1958; Regie führte Hans Hartleb, die musikalische Leitung hatte Gustav König.

Inhalt:
Die Oper spielt zu einer Zeit kirchenpolitischer und -musikalischer Umwälzungen: Der Papst hat beschlossen, die mehrstimmige Musik aus den Kirchen zu verbannen und stattdessen zur Tradition der einstimmigen Gregorianischen Choräle zurückzukehren. Da tritt ein Kardinal an den berühmten Komponisten Giovanni Pierluigi Palestrina heran, damit er eine Messe verfasse, deren Schönheit den Papst noch umstimmen kann. Doch Palestrina fühlt sich alt und müde, von der Inspiration verlassen; kein Befehl kann ihn bewegen, gegen sein Gespür Musik zu komponieren, auch wenn ihm für diese Weigerung Folter droht. Erst nach einer Vision von längst verstorbenen Tonkünstlern schreibt er das Werk in einer einzigen Nacht. Die Aufführung wird ein großer Erfolg, Palestrina als „Retter der Musik“ gefeiert. Aber der äußerliche Ruhm bedeutet ihm nichts mehr. Allein geblieben, nimmt er Abschied von der Welt.

Harry Kupfer ist einer der renommiertesten Regisseure Deutschlands und kehrt nun nach Bergs Lulu (1979) und Puccinis Madama Butterfly (1980) nach Frankfurt zurück. Bis 2002 war er neben seiner internationalen Gastiertätigkeit Chefregisseur der Komischen Oper Berlin. Dort wirkte auch Kirill Petrenko von 2002 bis 2007 als Generalmusikdirektor. Inzwischen gilt er als einer der gefragtesten Dirigenten seiner Generation; 2005 debütierte er am Main mit Mussorgskis Chowanschtschina. Die Besetzungsliste aus Gästen sowie Mitgliedern des Ensembles und des Opernstudios der Oper Frankfurt wird angeführt von dem amerikanischen Tenor Kurt Streit in der Titelpartie, der sich in Frankfurt 2006 als Mozarts Titus vorstellte und zu den führenden Mozart-Tenören unserer Zeit zählt. [© Oper Frankfurt]

Zur Koproduktion der Bayrischen Staatsoper München und der Hamburgischen Oper:

Premiere München:
19. Januar 09
Premiere Hamburg: 14. Juni 11

Musikalische Leitung: Simone Young  /
Simone Young
Regie: Christian Stückl  / Christian Stückl
Bühne und Kostüme: Stefan Hageneier  / Stefan Hageneier  
Licht: Michael Bauer  /  Michael Bauer  
Chöre: Andrés Máspero  /
Florian Csizmadia

Besetzung:

Papst Pius IV:
Peter Rose  /
Diogenes Randes
Giovanni Morone: Michael Volle / Wolfgang Koch
Bernardo Novagerio: John Daszak  / Jürgen Sacher  
Kardinal Christoph Madruscht / 9. Erscheinung verstorbener Meister: Roland Bracht  /
Diogenes Randes
Carlo Borromeo: Falk Struckmann  / Falk Struckmann   
Kardinal von Lothringen / 5. Kapellsänger / 8. Erscheinung verstorbener Meister:
Steven Humes  /
Wilhelm Schwinghammer   
Abdisu / 1. Erscheinung verstorbener Meister: Kenneth Roberson /
Jun-Sang Han   
Anton Brus von Müglitz / 5. Erscheinung verstorbener Meister: Christian Rieger  /
Moritz Gogg   
Graf Luna: Wolfgang Koch  /
Viktor Rud   
Der Bischof von Budoja: Ulrich Reß  /
Peter Galliard   
Theophilus / 4. Kapellsänger / 2. Erscheinung verstorbener Meister: Kevin Conners  /
Dovlet Nurgeldiyev   
Dandini von Grosseto / 3. Erscheinung verstorbener Meister: Francesco Petrozzi  /
Paulo Paolillo
Bischof von Fiesoli / 3. Kapellsänger / 4. Erscheinung verstorbener Meister: Todd Boyce  / Chris Lysack
Bischof von Feltre: Rüdiger Trebes  / Dong-Hwan Lee
Ein junger Doktor / 3. Engelstimme: Anaïk Morel  / Juhee Min
Avosmediano: Alfred Kuhn  / Jongmin Park   
Giovanni Pierluigi Palestrina: Christopher Ventris  /
Roberto Sacc   
Ighino: Lydia Teuscher  /
Katerina Tretyakova   
Silla: Gabriela Scherer / 
Ann-Beth Solvang   
Bischof Ercole Severolus: Christoph Stephinger  /
Jan Buchwald   
Ein spanischer Bischof / 2. Kapellsänger / 6. Erscheinung verstorbener Meister: Christopher Magiera  /   
1. Kapellsänger / 7. Erscheinung verstorbener Meister: Igor Bakan  /   
Die Erscheinung der Lukrezia: Heike Grötzinger  /
Juhee Min
1. Engelstimme: Mirela Bunoaica  /   
2. Engelstimme: Elena Tsallagova  /   
Fünf Kapellsänger von St. Maria Maggiore:
Levente Páll, Chris Lysack, Paulo Paolillo, Dovlet Nurgeldiyev, Wilhelm Schwinghammer
Drei Engelstimmen: Katharina Bergrath, Mélissa Petit, Gabriele Rossmanith

Bayerisches Staatsorchester / Orchester Philharmoniker Hamburg

schwarz = Bayrische Staatsoper
grün = Hamburgische Staatsoper


www.staatsoper.de www.hamburgische-staatsoper.de

Das Paradies und die Peri
Lyrisches Drama

Von: Robert Schumann
Libretto: Emil Flechsig und Robert Schumann nach dem Epos ,Lalla Rookh’ von Thomas Moore
Uraufführung: 4. Dezember 1843 (Leipzig)

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden

Premiere:
29. November 09

Musikalische Leitung: Sébastien Rouland
Inszenierung: David Mouchtar-Samorai
Choreografie: Andrea Heil
Bühne: Heinz Hauser
Kostüme: Urte Eicker
Choreinstudierung: Christof Hilmer
Dramaturgie: Bodo Busse/Serge Honegger

Eine Peri: Sharon Kempton
Der Engel / Jungfrau: Emma Pearson
Robert/Tenor Solo: Jonas Gudmundsson
Die Mutter/Alt und Mezzosopran Solo: Ute Döring
Der Vater/Bariton Solo: Brett Carter
Ein Jüngling: Christopher Busietta
Gazna/der Mann: Hye-Soo Sonn
Sopran: Betsy Horne
Mezzosopran: Merit Ostermann
Alt: Barbara Schramm
Bariton: Reinhold Schreyer-Morlock

Orchester, Chor, Statisterie, Extraballett des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden

Besprechung auf kulturfreak.de

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Das Paradies und die Peri
Staatstheater Wiesbaden
rechts: Die Peri (stehend, Sharon Kempton) und Robert (liegend, Jonas Gudmundsson)
Foto:
Martin Kaufhold

Das musikdramatische Schaffen von Robert Schumann steht in der Bekanntheit zu Unrecht hinter seinem rein instrumentalen Werk zurück. Stücke wie „Das Paradies und die Peri“, „Genoveva“, „Faust-Szenen“ oder „Manfred“ tauchen, wenn überhaupt, eher im Konzertsaal auf. Dabei beweisen viele briefliche Äußerungen und Opernpläne von der Bedeutung, die Robert Schumann der Opernkomposition auch für sein Selbstverständnis als Komponist beigemessen hat. Mit dem Lyrischen Drama „Das Paradies und die Peri“ hat er ein Hauptwerk der musikalischen Romantik geschaffen, das Sie nun in einer atmosphärisch dichten, den poetischen Geist Schumanns bildhaft umsetzenden Inszenierung von David Mouchtar-Samorai erleben können. Das Stück „Das Paradies und die Peri“ entstand 1841, zu einer Zeit als Schumann das ersehnte Fernziel in der Komposition der deutschen Oper formulierte.

Die große Besetzung für Solisten, Chor und Orchester diente Robert Schumann in der unruhigen Zeit vor den Revolutionsjahren 1848/49 dazu, die Utopie einer neuen, friedlicheren Gesellschaft zu entwerfen. Damit traf er einen Nerv des damaligen Publikums. Zahlreiche Aufführungen machten „Das Paradies und die Peri“ zu einem seiner größten Erfolge (über 50 Aufführungen zu Lebzeiten). Er selbst war ausgesprochen glücklich mit dem Werk und hat es verschiedentlich als seine beste Arbeit überhaupt bezeichnet. Charakteristisch für „Das Paradies und die Peri“ ist die lose Reihung von Szenen – eine Art klanglich kolorierter Bilderbogen. Die Peri, das Kind eines Engels und einer Sterblichen, ist auf der Suche nach dem verlorenen Paradies, aus dem sie ausgeschlossen wurde. Erst durch eine Opfergabe kann die Peri zurück gelangen. So muss sie die Länder der Erde bereisen, um im menschlichen Leid zufinden, was ihr den Einlass ins Paradies ermöglicht. Doch wederdas Blut eines Kriegers, noch der letzte Atem einer Sterbenden sind „des Himmels liebste Gaben“. Erst die Reuetränen eines Verbrechers öffnen der Peri wieder die Tore zum Himmel.

Das Lyrische Drama basiert auf dem Orient-Epos ‚Lalla Rookh’ des englischen Dichters Thomas Moore. Mit seinem Werk war Robert Schumann schon als Kind vertraut. Der märchenhafte Orient, die Paradiesvorstellung des Islam, die exotischen Schauplätze auf der unendlichen Erdenfahrt der unglücklichen Peri beflügelten die kindliche Phantasie Schumanns. Auch als Erwachsener beschäftigte sich Schumann wieder mit diesem hochpoetischen Stoff aus der persischen Mythologie, bis er sich 1841 zur Komposition entschied. Ein liedhaft-lyrischer Ton durchzieht die einzelnen Episoden der bildhaft-farbenreichen Erzählung zwischen Naturidylle und Seelendrama. Das Werk gehört zum Innigsten, Empfindungsreichsten und Schönsten, was Schumann je komponiert hat. Besonders hervorzuheben sind die großen Chor- und Ensembleszenen. Die Bandbreite reicht von kurzen Turbae-Einwürfen über Szenen mit dramatischem Charakter bis hin zu oratorisch kommentierenden Stellen, die – wie in den Passionen von Johann Sebastian Bach – nur dürftig mit der eigentlichen Handlung verbunden sind. Die anspruchsvolle Chorpartie wird vielfältig differenziert in kleine und große, Männer- und Frauenchorbesetzung und Doppelchörigkeit mit dem Solistenensemble. Nebst den ausgedehnten Ensembleszenen treten mehrere Figuren auf, die Erzählerfunktionen ausüben und das Geschehen kommentieren. Noch in seinen letzten Lebensjahren und während seines Aufenthaltes in der Nervenklinik in Endenich beschäftigt sich Robert Schumann mit den literarischen und musikalischen Welten, die ihn sein Leben lang beschäftigten. 1855 treten die ersten Anzeichen seiner seelischen Zerrüttung auf. In der sich steigernden, tagelangen Beschäftigung mit Atlanten, aus denen er schließlich alphabetisch geordnete Exzerpte und Auszüge herstellt, manifestiert sich der Versuch, eine Ordnung der Welt herzustellen. Diese erträumte Welt, in der revolutionäres Getöse, Krankheit und Angst einem goldenen Zeitalter gewichen ist, stellt sich im exotisch angehauchten, fern der modernen Welt angesiedelten Schauplatz der Peri-Erzählung dar. Regisseur David Mouchtar-Samorai versucht in seiner Inszenierung mit feinem Gespür auch für die Zwischentöne der Musik die märchenhafte Glücksuche der Peri darzustellen – dabei bleibt aber auch die Figur Robert Schumanns und seine persönliche Beziehung zum „Peri“ -Stoff im Fokus. Mit dieser Produktion leistet das Hessische Staatstheater Wiesbaden seinen Beitrag zum Robert-Schumann-Jahr 2010.

Zu Gast in „Das Paradies und die Peri“

Als Gastdirigent für diese besondere Produktion im Rahmen des Robert-Schumann-Jahres konnte wieder einmal der französische Dirigent Sébastien Rouland gewonnen werden , der am Hessischen Staatstheater Wiesbaden mit großen Erfolg bereits Rameaus „Platée“, Glucks „Armide“, die szenische Aufführung der „Johannes-Passion“ von Bach und die „Croesus“ von Keiser dirigiert hat.

Sébastien Rouland zählt mittlerweile zu den meist gefragten Dirigenten seiner Generation. So dirigierte er zuletzt u.a. „Samson et Dalilah“ bei den St. Galler Festspielen, „Don Giovanni“ an der Oper Leipzig, „Lucio Silla“ und „La Juive“ von Halévy an der Staatsoper Stuttgart. Gastspiele als Operndirigent führten ihn außerdem nach u.a. Tel Aviv, St. Etienne, Nancy, Marseille, Paris, Nantes, Lissabon und Luzern.

Sonntag, 22. November 2009, 11.00 Uhr, Foyer
Opernforum zu „Das Paradies und die Peri“
Wie kommen Orient und Exotik in ein Hauptwerk der deutschen Romantik? Warum ist das musikdramatische Schaffen Robert Schumanns relativ unbekannt? Inwiefern hat der Komponist die herkömmlichen Gattungsgrenzen gesprengt und welche Sehnsucht verbirgt sich hinter den Märchenstoffen? Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt der Einführungsmatinée. Mitglieder des Produktionsteams und des Ensembles geben einen Einblick in die Erarbeitung eines Juwels im Opernspielplan.
Moderation: Bodo Busse
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Freunde des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden.

[© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de

Parsifal

Bühnenweihfestspiel in drei Akten
von:
Richard Wagner

Uraufführung: 26. Juli 1882 (Bayreuth, Bühnenfestspielhaus)

Zur Inszenierung der Oper Zürich:

Premiere:
26. Juni 11

Dirigent: Daniele Gatti
Inszenierung: Claus Guth
Bühnenbild: Christian Schmidt
Kostüme: Christian Schmidt
Choreinstudierung: Jürg Hämmerli, Ernst Raffelsberger
Lichtgestaltung: Jürgen Hoffmann
Video-Design: Andi A. Müller
Choreographie: Volker Michl
Orchester: Orchester der Oper Zürich
Chor: Chor der Oper Zürich

Besetzung:

Kundr:
Yvonne Naef
1. Blumenmädchen /1.: Eva Liebau
2. Blumenmädchen/ 1.: Teresa Sedlmair
3. Blumenmädchen/ 1.: Katharina Peetz
1. Blumenmädchen/ 2.: Sen Guo
2. Blumenmädchen/ 2.: Viktorija Stanelyté
3. Blumenmädchen/ 2.: Irène Friedli
Stimme aus der Höhe: Wiebke Lehmkuhl
Amfortas: Thomas Hampson
Titurel: Pavel Daniluk
Gurnemanz: Matti Salminen
Parsifal: Stuart Skelton
Klingsor: Egils Silins
1. Gralsritter: Michael Laurenz
2. Gralsritter: Andreas Hörl
1. Knappe: Sen Guo
2. Knappe: Katharina Peetz
3. Knappe: Andreas Winkler
4. Knappe: Boguslaw Bidzinski

www.opernhaus.ch

Zur Inszenierung des Mainfrankentheater Würzburg:

Premiere:
21. Mai 11

Musikalische Leitung: Jonathan Seers
Inszenierung: Kurt Josef Schildknecht
Bühne: Rudolf Rischer
Kostüme: Gera Graf

www.theaterwuerzburg.de

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
12. September 08 (17.00 Uhr)
Musikalische Leitung: Catherine Rückwardt
Inszenierung: Sandra Leupold
Bühne: Tom Musch
Kostüme: Marie-Luise Strandt
Choreinstudierung: Sebastian Hernandez-Laverny
Dom-Chor: Mathias Breitschaft

Mit:
Katja Börner, Tatjana Charalgina, Judith Christ, Mareen Knoth, Ruth-Maria Nicolay, Regina Pätzer, Patricia Roach, Kerrie Sheppard, Peter Felix Bauer, Dietrich Greve, Ion Grigorescu, Patrick Hörner, Thomas Jakobs, Ks. Jürgen Rust, Alexander Spemann, Milen Stradalski, Hans-Otto Weiß

Mitglieder des Mainzer Domchors
Chor, Extrachor und Statisterie des Staatstheater Mainz
Philharmonisches Staatsorchester Mainz

www.staatstheater-mainz.de

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt

Premiere:
23. April 06
Wiederaufnahme: 7. März 10
Weitere Vorstellungen: 18., 21. (15.30 Uhr; mit kostenloser Kinderbetreuung) März, 2., 5. April 2010
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 17.00 Uhr

Musikalische Leitung: Paolo Carignani /
Sebastian Weigle
Regie: Christof Nel
Szenische Analyse: Martina Jochem
Szenische Leitung der Wiederaufnahme:
Orest Tichonov
Bühnenbild: Jens Kilian
Kostüme:
Ilse Welter
Dramaturgie: Norbert Abels
Licht: Olaf Winter
Chor: Alessandro Zuppardo /
Matthias Köhler
Kinderchor: Apostolos Kallos / Michael Clark

Besetzung:
Amfortas:
Alexander Marco-Buhrmester /
Jochen Schmeckenbecher
Parsifal: Stuart Skelton / Frank van Aken
Gurnemanz: Jan Hendrik Rootering / Alfred Reiter
Klingsor: Paul Gay / Simon Bailey
Titurel: Magnus Baldvinsson / Magnus Baldvinsson
Kundry: Michaela Schuster, Julia Juon / Lilli Paasikivi
Gralsritter: Hans-Jürgen Lazar, Gérard Lavalle / Hans-Jürgen Lazar, Dietrich Volle
Knappen: Lisa Wedekind, Annette Stricker, Peter Marsh, Michael McCown / Britta Stallmeister, Paula Murrihy, Chad Graham, Michael McCown
Blumenmädchen: Britta Stallmeister, Annette Stricker, Kirsten Grotius, Barbara Zechmeister, Lisa Wedekind, Yvonne Hettegger / Britta Stallmeister, Eun-Hye Shin *, Paula Murrihy, Sun Hyung Cho *, Sophie Angebault *, Katharina Magiera (* Mitglieder des Opernstudios)
Stimme aus der Höhe: Bockyoung Kim / Katharina Magiera

Chor, Kinderchor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester


grün = Wiederaufnahme 2010

Besprechung auf kulturfreak.de

Zur Wiederaufnahme 2010:
Die Neuproduktion des Parsifal von Richard Wagner (1813-1883) feierte am 23. April 2006 in der Regie von Christof Nel Premiere im Opernhaus. Nun kehrt die Inszenierung zum ersten Mal auf den Frankfurter Spielplan zurück. Nels Realisierung des Werkes aus der Saison 2005/06 war ein Erfolg bei Publikum und Presse gleichermaßen. So konnte man in einer der Kritiken lesen: „Seine Bilder scheinen geradezu seismographisch auf Wagners traumversunkene Musik zu reagieren, zugleich wagt Nel eine behutsame Deutung. Statt sich in ironische Distanz zur Handlung zu flüchten, nimmt er die Gralsgemeinschaft in ihren Nöten und Ängsten ernst.“

Zum Inhalt: Amfortas, König der Gralsritterschaft, hat den Kreuzesspeer in unerlaubtem Kampf gebraucht und verloren. Seither siecht die Ritterschaft dahin. Nur ein „reiner Tor, aus Mitleid wissend“, vermag den Speer aus dem Besitz des Zauberers Klingsor zurückzugewinnen. Parsifal, der in den Liebesgarten Klingsors gerät, versteht unter dem Kuss der verführerischen Kundry das Leiden Amfortas’, besiegt durch Entsagung den Zauberer, bringt die Lanze und auch die zwischen Sinnengier und Erlösungssehnsucht vergehende Kundry nach langer Irrfahrt an einem Karfreitag zur Gralsburg zurück.

Die musikalische Leitung dieser Wiederaufnahme übernimmt Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, zu dessen Frankfurter Neuproduktionen 2009/10 Korngolds Die tote Stadt, Strauss’ Daphne und Wagners Das Rheingold gehören. Die Titelpartie verkörpert erstmals in dieser Inszenierung Ensemblemitglied Frank van Aken, nachdem er sie bereits an den Opernhäusern von Düsseldorf-Duisburg, Straßburg und Karlsruhe gesungen hat. 2007 debütierte er als Tannhäuser bei den Bayreuther Festspielen. Gleichfalls zum Ensemble der Oper Frankfurt gehören Alfred Reiter, der als Gurnemanz neu in die Produktion einsteigt, sowie Magnus Baldvinsson (Titurel) und Simon Bailey (Klingsor), welche beide auch 2006 in der Premieren-Serie von Nels Inszenierung aufgetreten sind, wobei Simon Bailey als Alternativbesetzung zum damaligen Premierensänger fungierte. Als Gäste singen Jochen Schmeckenbecher (Rollendebüt als Amfortas) und Lilli Paasikivi (Kundry) erstmals an der Oper Frankfurt. Zu weiteren Aufgaben des deutschen Baritons 2009/10 gehören u.a. Wagners Die Meistersinger von Nürnberg am Opernhaus Graz, Alberich in Wagners Das Rheingold an der Oper Frankfurt sowie sein Debüt an der Metropolitan Opera in New York als Musiklehrer in Strauss’ Ariadne auf Naxos. Die finnische Mezzosopranistin ist der in Helsinki gelegenen Nationaloper ihres Heimatlandes besonders verbunden, wo sie 2009/10 u.a. als Fremde Fürstin in Dvořáks Rusalka auftritt. Zudem gastiert sie regelmäßig an bedeutenden Opernhäusern weltweit sowie bei den Festivals von Aix-en-Provence und Salzburg (Ostern). In kleineren Partien sind neben einem Gast ausschließlich Ensemblemitglieder und Mitglieder des Opernstudios der Oper Frankfurt besetzt.

Preise: € 12 bis 70 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr (außer an der Vorverkaufs- und Abendkasse der Oper Frankfurt)
Karten sind bei den üblichen Vorverkaufsstellen, online unter
www.oper-frankfurt.de oder per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 erhältlich. Bei Buchung von Vorstellungen bis 4 Wochen vor dem Aufführungstermin gilt ein Frühbucherrabatt von 10% auf die oben angegebenen Preise.

Zur Premiere 2006:
Ursprünglich für die Frankfurter Spielzeit 2003/04 geplant, wurde die szenische Realisierung der Produktion seinerzeit aus finanziellen Gründen verschoben. So kam es damals lediglich zu einer konzertanten Aufführung. Parsifal, das letzte Bühnenwerk von Richard Wagner (1813-1883), wurde während der zweiten Bayreuther Festspiele am 26. Juli 1882 uraufgeführt. Wagner selbst besorgte die Einstudierung, Hermann Levi das Dirigat. An der Oper Frankfurt übernimmt – wie bereits bei den konzertanten Aufführungen 2004 – GMD Paolo Carignani die musikalische Leitung dieser Neuproduktion. Kürzlich war er mit Gastdirigaten in Gent und Antwerpen (Nabucco) sowie Zürich (Tosca) erfolgreich. Letzte Frankfurter Aufgaben des Italieners waren Mozarts Titus im Opernhaus und Monteverdis Combattimenti im Bockenheimer Depot. Die Inszenierung stammt von Christof Nel, der mit Frankfurt in den vergangenen Jahren aufs engste verbunden ist. Zu seinen letzten Arbeiten gehören hier u.a. Wagners Tristan und Isolde (2003) an der Oper und Euripides’ Bakchen am Schauspiel. Wie in den konzertanten Aufführungen 2004 sind die Ensemblemitglieder Stuart Skelton (Parsifal) und Magnus Baldvinsson (Titurel) besetzt. Alexander Marco-Buhrmester (Amfortas) gastiert im Wagnerfach u.a. an der Berliner Staatsoper, der Opéra de Paris sowie bei den Bayreuther Festspielen. Seit 1983 singt Jan-Hendrik Rootering (Gurnemanz) regelmäßig an der Bayerischen Staatsoper und gastiert seither, ebenfalls vornehmlich in Wagner-Partien, an den großen Bühnen der Welt. Paul Gay (Klingsor) war in Frankfurt bisher als Tierbändiger (Lulu) und Leporello (Don Giovanni) zu erleben. Mit ihm alterniert Ensemblemitglied Simon Bailey, der den Klingsor bereits anlässlich der konzertanten Aufführungen 2004 gesungen hat. Michaela Schuster (Kundry) sang 2005 u.a. Prezosilla (La forza del destino) bei konzertanten Aufführungen in der Alten Oper, zudem gastiert sie an den großen Bühnen Europas. Mit ihr alterniert Julia Juon, die dem Frankfurter Opernpublikum durch ihre Darstellung der Amme in der Frau ohne Schatten in Erinnerung ist. Mit dieser Partie war sie u.a. auch an der New Yorker Metropolitan Opera erfolgreich. In kleineren Partien sind Gäste, Ensemblemitglieder und Chorsolisten der Oper Frankfurt besetzt.

[© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Pelléas et Mélisande
Drame-lyrique in fünf Akten

Von:
Claude Debussy
Libretto: Maurice Maeterlinck
Uraufführung:
30. April 1902 (Paris in der Opéra-Comique)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
13. Januar 07

Musikalische Leitung: Catherine Rückwardt
Inszenierung: Sandra Leupold
Bühne und Kostüme: Moritz
Nitsche
Choreinstudierung: Sebastian Hernandez-Laverny
Mit: Tatjana Charalgina / Friedemann Slenczka, Edith Fuhr, Patricia Roach; Karsten Mewes, Richard Morrison, Patrick Pobeschin, Hans-Otto Weiß.

Chor des Staatstheaters Mainz. Philharmonisches Staatsorchester Mainz

Golaud findet im Wald eine rätselhafte Fremde. Er nimmt sie mit nach
Hause, heiratet sie, doch Melisande entdeckt ihre geheimnisvolle Verbundenheit zu Pelleas. Blind vor Eifersucht tötet Golaud seinen Halbbruder. Melisande bringt das Kind Golauds zur Welt. Auf dem Sterbebett spricht sie von Pelleas. Golaud bleibt einsam zurück - voller Fragen.
In seiner einzigen vollendeten Oper entfaltet Debussy auf gro
ßartige Weise Seelenvorgänge im Echoraum der Symbole. Die Partitur ist von ebenso gärender wie berückender Feinnervigkeit, in ihrer Zurückgenommenheit von einer Archaik, die direkt auf die inneren Vorgänge des Dramas verweist und im übermächtigen Schweigen noch dem Verlöschen eine Existenz sichert.
Der Neuinszenierung am Staatstheater Mainz, die zugleich die
Mainzer Erstaufführung des Werkes sein wird, liegt die Originalfassung ohne die nachkomponierten Zwischenspiele zu Grunde, die Debussy aus bühnentechnischen Gründen bei der Uraufführung nachträglich abverlangt wurden - eine Version erster wie letzter Hand, die nicht nur Debussys Intention einer klaren Absage an alle sinfonische Entwicklung wieder ins Zentrum rückt, sondern auch die ursprüngliche, ebenso feinsinnige wie avantgardistische Balance zwischen den einzelnen Szenen wiederherstellt.
Sandra Leupold studierte in Berlin Musikwissenschaft und Opernregie bei Ruth Berghaus und Peter Konwitschny. Als Regisseurin wurde sie mit ihrer „Don Giovanni"-lnszenierung in der Berliner Kulturbrauerei bekannt, die die Zeitschrift „Opernwelt" zur „Inszenierung des Jahres 2001" kürte. Schwerpunkte ihrer Theaterarbeit, die sie inzwischen u. a. an die Opernhäuser in Leipzig, Dresden, Berlin, Zagreb, Freiburg, Eisenach, Chur, Luzern, Heidelberg und auf Einladung Simon Rattles zu den Londoner „Proms" führte, liegen auf der Barock- und der zeitgenössischen Oper. [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Penthesilea
Oper in einem Aufzug

Von: Othmar Schoeck
Text: nach dem Trauerspiel von Heinrich von Kleist
Uraufführung: 8. Januar 1927 (Dresden, Staatsoper Dresden)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt
(Eine Produktion des Theater Basel)

Premiere: 4. September 11

Musikalische Leitung: Alexander Liebreich
Regie:
Hans Neuenfels
Regiemitarbeit:
Henry Arnold
Bühnenbild:
Gisbert Jäkel
Kostüme:
Elina Schnizler
Licht:
Hermann Münzer
Dramaturgie:
Brigitte Heusinger
Dramaturgische Betreuung:
Agnes Eggers
Chor:
Matthias Köhler

Besetzung:

Penthesilea:
Tanja Ariane Baumgartner
Prothoe:
Marion Ammann
Meroe:
Britta Stallmeister
Oberpriesterin der Diana:
Katharina Magiera
Achilles: Simon Neal
Diomedes:
Guy Mannheim
Ein Herold / Ein Hauptmann:
Dietrich Volle
Priesterin:
Oda Pretzschner

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Besprechung auf kulturfreak.de

Der Schweizer Othmar Schoeck (1886-1957) hat sich vor allem als Komponist von Kunstliedern einen Namen gemacht. Von seinen acht Bühnenwerken hingegen war lediglich die Kleist-Vertonung Penthesilea erfolgreich. Schoeck hat die literarische Vorlage auf ein Viertel gekürzt und dadurch den Liebeskonflikt von Penthesilea und Achilles ins Zentrum der Handlung gerückt. Der Operneinakter wurde am 8. Januar 1927 in Dresden uraufgeführt und beeindruckt vor allem durch die orchestrale Reduktion, welche einen dunklen, metallischen Klang hervorbringt: zum massiven Streicherapparat aus Bratschen, Celli und Kontrabässen gehören nur vier Geigen, zudem erklingen neben zehn Klarinetten auch ein reiches Schlaginstrumentarium sowie zwei Klaviere. Die Singstimmen werden vorwiegend rezitativisch geführt, wobei ein durch Schoeck nachträglich eingefügtes, romantisches Liebesduett der Hauptfiguren als Zugeständnis an die Operntradition zu bewerten ist.

Auf dem Schlachtfeld von Troja verlieben sich der Grieche Achilles und die Amazone Penthesilea. Da sie nur seine Frau werden darf, wenn sie ihn im Kampf besiegt, fordert sie ihn heraus, wird aber schwer verwundet. Achilles bereut sein Handeln und gibt sich ihr gegenüber als besiegter Gefangener aus. Als Penthesilea nach ihrer Genesung die Wahrheit erfährt, verhilft sie dem Geliebten zwar zur Flucht vor den siegreichen Amazonen, verflucht aber gleichzeitig ihre Rettung. Als Achilles ihr erneut kampfbereit gegenübertritt, tötet sie ihn. Zu spät erkennt sie, dass er unbewaffnet war und sich von ihr besiegen lassen wollte. Penthesilea bricht tot über seiner Leiche zusammen.

Zur Eröffnung der Spielzeit 2011/12 präsentiert die Oper Frankfurt mit dieser Produktion eine Inszenierung von Hans Neuenfels, die am 3. November 2007 am Theater Basel Premiere feierte und im Anschluss in der Kritikerumfrage des Fachmagazins Opernwelt zur „Inszenierung des Jahres“ 2008 gekürt wurde. Nach prägenden Arbeiten während der Gielen-Ära (u.a. Schrekers Die Gezeichneten, Busonis Doktor Faust, Verdis Macbeth und vor allem Verdis Aida) kehrt Neuenfels – einer der bedeutendsten deutschen Regisseure unserer Tage – nach Frankfurt zurück. Am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters steht Alexander Liebreich, Künstlerischer Leiter des Tongyeong International Music Festival (TIMF) in Südkorea, eines der größten und wichtigsten Festivals im asiatischen Raum. Zudem ist er Chefdirigent des Münchener Kammerorchesters. Wie seinerzeit in Basel verkörpert Tanja Ariane Baumgartner – inzwischen Frankfurter Ensemblemitglied – die Titelpartie. Simon Neal, bis Sommer 2011 am Theater Dortmund engagiert, übernimmt die Partie des Achilles, nachdem er hier kürzlich als Scarpia in Puccinis Tosca erfolgreich war. Alle weiteren Partien sind mit Ensemblemitgliedern der Oper Frankfurt und Gästen besetzt. [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Die Perlenfischer (Les pêcheurs de perles )

Oper in drei Akten von: Georges Bizet
Uraufführung: 30. September 1863 (Paris, Théâtre Lyrique)

Zur Aufführung der Alten Oper Frankfurt in Kooperation mit der Oper Frankfurt:

Konzertante Aufführungen in der Alten Oper Frankfurt:
23. & 25. Februar 09

Musikalische Leitung: Christoph Poppen
Chor: Matthias Köhler
Leila, Priesterin: Tatiana Lisnic
Nadir, Fischer: Joseph Calleja
Zurga, König: Željko Lučić
Nourabad, Großpriester: Bálint Szabó
Chor der Oper Frankfurt; Frankfurter Museumsorchester

Auch 2008/09 präsentiert die Oper Frankfurt in Koproduktion mit der Alten Oper konzertante Aufführungen. Nach Bellinis Norma stehen nun Die Perlenfischer von Georges Bizet (1838-1875) auf dem Programm.

Das Interesse an Bizets erster abendfüllender Oper, die am 30. September 1863 im Pariser Théâtre Lyrique mit mäßiger Resonanz uraufgeführt wurde, erwachte erst nach seinem Tod und im Schatten des Erfolges seines Hauptwerkes Carmen. Die Entstehung der Perlenfischer ist vor dem Hintergrund des seinerzeit herrschenden Publikumsinteresses an exotischen Stoffen zu sehen. Bizet vertonte das Libretto von Michel Carré und Eugène Cormon in einem pseudo-orientalischen Stil, die Kritik sprach seinerzeit von „bizarreries harmoniques“. Eine Ausnahme bildete die Einschätzung durch Hector Berlioz, der das Werk in einer seiner letzten Rezensionen besprach und darin „Expressivität, Feuer sowie Reichtum des Kolorits“ fand. In der Aufführungsgeschichte erfuhr besonders das Opernfinale zahlreiche Veränderungen, wobei die drei Protagonisten in unterschiedlichsten Kombinationen und auf verschiedenste Arten zu Tode kamen. In Frankfurt, wo Bizets Oper – zumindest nach dem Zweiten Weltkrieg – zum ersten Mal erklingt, wird auf die Originalversion zurückgegriffen, welche alle Hauptfiguren am Leben lässt. Besonders das Duett von Nadir und Zurga, „Au fond du temple saint“, hat seinen festen Platz in den Klassik-Wunschkonzerten gefunden.

Die Oper spielt auf Ceylon: Einst haben die Freunde Nadir und Zurga auf die Erfüllung ihrer Liebe zur schönen Leila verzichtet, um ihre Freundschaft nicht zu gefährden. Jahre später treffen sie neuerlich aufeinander und erinnern sich an den geleisteten Schwur. Zurga, inzwischen zum König der Perlenfischer gekrönt, ahnt nicht, dass Nadir damals in Wahrheit seiner Liebe zu Leila nachgab. Als er dieses Geheimnis entdeckt, unterschreibt Zurga wutentbrannt das Todesurteil. Doch es war auch die inzwischen zur Priesterin geweihte Leila, die ihm vor Jahren das Leben rettete, indem sie ihn vor seinen Verfolgern versteckte. Als Zurga dies erkennt, lässt er die Freunde heimlich entfliehen.

„Herausragende und zu Recht umjubelte sängerische Leistungen“ attestierte kürzlich die Presse dem Sänger-Ehepaar Tatiana Lisnic und Joseph Calleja anlässlich ihres grandiosen Erfolgs in Donizettis Lucia di Lammermoor an der Oper Frankfurt. Nun kehrt eines der internationalen „Traumpaare der Oper“ als Leila und Nadir in Die Perlenfischer an den Main zurück. Beide Künstler sind neben Engagements an anderen großen Opernbühnen auch immer wieder in Frankfurt aufgetreten. Zehn Jahre lang gehörte der Bariton Željko Lučić (Zurga) zum Ensemble der Oper Frankfurt. Inzwischen führt ihn seine Karriere an die großen Opernhäuser der Welt, so kehrte er kürzlich als Giorgio Germont in Verdis La Traviata zurück an die Metropolitan Opera in New York. Aus dem Ensemble übernimmt Bálint Szabó die Partie des Großpriesters Nourabad. Die musikalische Leitung der konzertanten Aufführungen hat Christoph Poppen, seit 2007/08 Chefdirigent der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern. [© Oper Frankfurt]
 
Preise am 23. Februar 2009: € 12 bis 93 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr
Preise am 25. Februar 2009: € 29 bis 79 inkl. aller Gebühren

Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 oder online unter
www.oper-frankfurt.de oder www.frankfurt-ticket.de erhältlich.

Peter Grimes

Von:
Benjamin Britten
Uraufführung: 7. Juni 1945 (London, Sadler's Wells Theatre)

Zur Inszenierung des Theater Trier:

Premiere:
24. März 12

Musikalische Leitung: GMD Victor Puhl
Inszenierung: Matthias Kaiser
Bühnenbild: Manfred Gruber
Kostüme: Angela C. Schuett
Dramaturgie: Dr. Peter Larsen

Besetzung:

Peter Grimes // ein Fischer
: Gianluca Zampieri
Boy (John) // sein Lehrling: Statisterie
Ellen Orford // Witwe und Gemeindelehrerin in Borough: Susanne Schimmack
Captain Balstrode // ehemaliger Handelskapitän: László Lukács / Alexander Trauth
Auntie // Wirtin im Krug „Zum Hai“: Diane Pilcher
Niece 1 // Hauptattraktion des „Hai“ : Joana Caspar
Niece 2 // Hauptattraktion des „Hai“: Evelyn Czesla
Bob Boles // Fischer und Anhänger der Methodisten: Luis Lay
Swallow // Rechtsanwalt und Bürgermeister: Pawel Czekala
Mrs. Sedley // Witwe eines Faktors der ostindischen Handelskompanie: Claudia-Denise Beck
Rev. Horace Adams // Pastor: Svetislav Stojanovic
Ned Keene // Apotheker und Quacksalber: Carlos Aguirre
Hobson // Fuhrmann, Amtsdiener, Konstabler: Carsten Emmerich
Dr. Crabbe // Arzt: Statisterie

Opernchor und Extrachor des Theaters Trier
Philharmonisches Orchester der Stadt Trier

In der am Meer gelegenen englischen Kleinstadt Borough verdächtigt man den angeblich profitgierigen Fischer Peter Grimes, seinen Lehrling fahrlässig getötet zu haben. Obwohl Grimes seine Unschuld beteuert, gelingt es ihm nicht, dem Argwohn der Einwohner und ihrem üblen Gerede zu entkommen. Einzig die Lehrerin Ellen und der ehemalige Kapitän Balstrode halten zu Grimes, doch schon bald kommt ein weiterer, furchtbarer Verdacht auf: An dem von Ellen für Grimes aus einem Armenhaus geholten neuen Gehilfen finden sich Anzeichen von Misshandlungen. Kurze Zeit später kommt der Junge zu Tode. Ist er Opfer eines Verbrechens geworden? Für die aufgestachelten Bewohner des Ortes steht die Täterschaft fest – die Stimmung gegen Grimes eskaliert. Als selbst Ellen und Balstrode sich von ihm abwenden, sieht Grimes keinen Ausweg mehr.

Benjamin Britten, der als bedeutendster britischer Komponist gilt, erreicht mit seiner ersten Oper PETER GRIMES einen durchschlagenden Erfolg. Das noch während des II. Weltkrieges entstandene Werk wurde am 7. Juni 1945 in London uraufgeführt und erregte schnell auch außerhalb Englands Aufsehen. Mit PETER GRIMES zeigt Britten die fatalen Zusammenhänge von Intoleranz, Vorverurteilung und sozialer Vereinzelung mit eindringlichen musikalischen Gestaltungsmitteln auf. Vor dem Hintergrund der beängstigenden Zunahme von Mobbing, Medien- und Rundfunkkampagnen erhält dieses Schlüsselwerk der europäischen Moderne besondere Aktualität.

Für diese Opernproduktion konnte der renommierte Tenor Gianluca Zampieri gewonnen werden, der bereits in der Titelpartie von Boitos NERONE das Trierer Publikum beeindruckte. Die Partie der Tantjen übernimmt die international gefragte US-amerikanische Mezzosopranistin Diane Pilcher, die an den großen Opernhäusern der Welt zu Hause ist – in den letzten Jahren auch an der Seite von Anna Netrebko und Rolando Villazón. [© Theater Trier]

www.theater-trier.de

Zur Inszenierung des Theater Bielefeld:

Premiere:
11. Februar 12

Musikalische Leitung: Alexander Kalajdzic
Inszenierung: Helen Malkowsky
Bühne: Saskia Wunsch
Kostüme: Henrike Bromber
Choreinstudierung: Hagen Enke
Dramaturgie: Jón Philipp von Linden

Besetzung:

Peter Grimes:
Peter Bronder
Ellen Orford: Sarah Kuffner
Balstrode: Jacek Strauch
Auntie: Ceri Williams
1. Nichte: Cornelie Isenbürger
2. Nichte: Christiane Linke
Boles: Michael Pflumm
Swallow: Jacek Janiszewski
Mrs. Sedley: Xenia Maria Mann
Pastor Adams Reto: Raphael Rosin
Ned Keene: Daniel Billings
Hobson: Torben Jürgens
Eine Fischerfrau: Maila Traczyk, Vuokko Kekäläinen
1. Fischer: Paata Tsivtsivadze, Yun Geun Choi
2. Fischer: Mark Coles, Ramon Riemarzik
Ein Anwalt: Seung-Koo lim, Young Sung Im

Bielefelder Opernchor, Extrachor des Theater Bielefeld, Bielefelder Philharmoniker

Gefördert von der Hanns-Bisegger-Stiftung

Der Fischer Peter Grimes gilt als Außenseiter im kleinen Hafenstädtchen an der englischen Nordseeküste. Ohnehin ein Misanthrop, fühlt er sich von den Gerüchten im Dorf gemobbt, nachdem bekannt geworden ist, dass sein Lehrjunge unter ungeklärten Umständen auf See zu Tode gekommen war. In seine Pläne, es den Leuten »jetzt erst recht« zu zeigen und dermaleinst als geachteter Geschäftsmann auf sie herabblicken zu können, lässt er sich von niemandem hineinreden, auch nicht von seinen »Freunden«, dem Kapitän Balstrode und der Lehrerin Ellen Orford. Trotz der Verwarnung des Friedensrichters, fortan kein Waisenhauskind mehr als Gehilfen zu beschäftigen, besorgen sie ihm einen weiteren Jungen. Als auch der durch einen Unfall an der frisch abgebrochenen Steilküste zu Tode stürzt, rottet sich der Mob im Städtchen zusammen, um den Schuldigen als Sündenbock endlich zur Strecke zu bringen – eine mörderische Jagd beginnt... Wie Benjamin Britten in seiner ersten großen Oper die brüchige Oberfläche einer nur scheinbar funktionierenden Dorfgemeinschaft seziert, die sich angesichts eines willkommenen »Sündenbocks« in eine wütende Meute verwandelt, ist großartig und beängstigend zugleich. Peter Grimes ist aber viel mehr als eine weitere Variation des Themas »Einer gegen Alle«. Erstmals seit den Tagen Henry Purcells trat mit Benjamin Britten 1945 ein englischer Komponist mit einer Oper an die Weltöffentlichkeit, die sich auf Anhieb in die Spielpläne vieler Opernhäuser hineinspielte. Der Plot geht auf den Heimatdichter George Crabbe (1754-1832) zurück, der in seiner Verserzählung The Borough holzschnittartig charakteristische Persönlichkeiten seines Heimatstädtchens Aldeburgh porträtierte. Benjamin Britten lernte den Text 1942 in den USA kennen, wohin er 1939 mit seinem Lebensgefährten Peter Pears vor den politischen Spannungen in Europa geflohen war. Noch während des Krieges trieb sein Heimweh den überzeugten Pazifisten wieder nach England zurück; 1945 wurde Peter Grimes in London uraufgeführt. Anders als Crabbe zeichnet Britten mit seiner musikalischen Handschrift den Außenseiter mit sensibler Feder und sublimiert die nur scheinbare Schwarz-Weiß-Zeichnung der Charaktere: Peter Grimes bleibt unliebenswürdig, doch die Musik fühlt mit ihm und schildert die Ausweglosigkeit der Situation in einer Partitur, zwischen deren Notenzeilen das Meer als Spiegel des Geschehens immer wieder hindurchschimmert.
In der Titelrolle der Bielefelder Erstaufführung (!) steht mit Peter Bronder ein Tenor von internationalem Format auf der Bühne des Stadttheaters: Mime und Loge in Richard Wagners Ring des Nibelungen hat der Deutsch-Engländer mehrfach gesungen, ebenso Herodes (Salome) und andere große Rollen seines Fachs, u. a. an der Metropolitan Opera New York, La Monnaie Brüssel, der Mailänder Scala, der Oper Frankfurt oder an der Oper Zürich, wo er derzeit mit der Titelrolle von Pfitzners Palestrina zu hören ist.


MUSIKALISCHE LEITUNG
Alexander Kalajdzic
, geboren in Zagreb, Kroatien, begann seine musikalische Ausbildung mit sechs Jahren und gab ab dem achten Lebensjahr regelmäßig Konzerte als Pianist. Er gewann mehrere Preise bei Bundeswettbewerben und setzte anschließend sein Studium an der Musikhochschule in Wien fort, wo er die Dirigierklasse von Karl Österreicher mit Auszeichnung absolvierte. Darüber hinaus studierte er Klavier, Viola und Korrepetition. Schon während des Studiums dirigierte er Symphoniekonzerte mit den Zagreber Philharmonikern sowie dem Orchester des Kroatischen Rundfunks. Sein beruflicher Weg führte ihn nach Krefeld-Mönchengladbach, wo er als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung erste Theatererfahrungen sammelte. Danach war er als Kapellmeister in München, als erster Dirigent am Nationaltheater Weimar und von 2008 – 2010 als 1. Kapellmeister am Nationaltheater Mannheim tätig, wo er sich ein großes Repertoire erarbeiten konnte. Er gastierte u. a. in den USA, Mexiko, Südafrika, Italien, Frankreich, in der Schweiz und in Tschechien. Alexander Kalajdzic ist sowohl in der Oper als auch im Konzertbereich gefragt. Sein Repertoire reicht vom frühen Barock bis zur Moderne, wobei sein besonderes Interesse der französischen Musik gilt. So führte er fast das gesamte Orchesterwerk von Ravel und Debussy mehrmals auf. Auch war er lange Zeit als Liedbegleiter und Kammermusiker aktiv und hatte bis vor kurzem einen Lehrstuhl für Orchestererziehung in Zagreb inne. Seit Spielzeitbeginn 2010/11 leitet er als GMD die musikalischen Geschicke des Theater Bielefeld und der Bielefelder Philharmoniker.

INSZENIERUNG
Helen Malkowsky
ist in Dresden geboren und aufgewachsen. Nach einem Musikstudium in ihrer Heimatstadt und ersten Regie-Erfahrungen in der Opernklasse der Hochschule für Musik folgten Engagements als Regieassistentin und Abendspielleiterin an den Landesbühnen Sachsen Radebeul, dem Staatstheater Saarbrücken, dem Theater Basel und bei den Bayreuther Festspielen, wo sie unter anderem Claus Guth und Herbert Wernicke assistierte. Schnell wurden Helen Malkowsky eigene Arbeiten als Regisseurin anvertraut. So entstanden schon parallel zu ihrer Tätigkeit als Assistentin zahlreiche erfolgreiche Inszenierungen, die schließlich in eine freischaffende Tätigkeit mündeten, u. a. für die Theater in Saarbrücken (Die lustigen Nibelungen), Detmold (Der Graf von Luxemburg), Chur/Schweiz (Zauberberg, UA), Aachen (Werther), Münster (Das Land des Lächelns), die Münchner Biennale (WIR, UA) und die Volksoper Wien (Die Entführung aus dem Serail). Von 2004 bis 2008 war Helen Malkowsky Oberspielleiterin am Staatstheater Nürnberg und konnte dort mit unterschiedlichsten Produktionen – u. a. Der Rosenkavalier (Richard Strauss), Melusine (Aribert Reimann), Der fliegende Holländer (Richard Wagner) und Eugen Onegin (Peter I. Tschaikowski) – ihre Regiehandschrift überzeugend weiterentwickeln und Publikum wie Presse gleichermaßen durch ihre Arbeiten begeistern.
Immer wieder widmet sich Helen Malkowsky auch der szenischen Ausbildung junger Sängerinnen und Sänger. Sie war Leiterin des Internationalen Opernstudios des Staatstheater Nürnberg, erarbeitete 2009 an der Universität der Künste Berlin Benjamin Brittens Ein Sommernachtstraum mit Studierenden und Absolventen und hat im März 2011 an der Hochschule für Musik Dresden Lortzings Der Wildschütz inszeniert.
Seit Beginn der Saison 2010/11 ist Helen Malkowsky Operndirektorin am Theater Bielefeld, dem sie bereits durch die Inszenierungen von Luisa Miller (Giuseppe Verdi), Capriccio (Richard Strauss) und Carmen (Georges Bizet) verbunden war. Zuletzt hat sie hier Salome (Richard Strauss), Alice in Wonderland (Unsuk Chin) und Mozarts Don Giovanni in Szene gesetzt. Neben ihrer vorrangigen Tätigkeit am Theater geht Helen Malkowsky auch immer wieder gern Einladungen als Moderatorin nach und begleitete u. a. den Nürnberger Opernball und Galas zu verschiedensten Anlässen.

KOSTÜME
Die gebürtige Frankfurterin Henrike Bromber war nach dem Abitur und der Ausbildung zur Damenschneidermeisterin an den Städtischen Bühnen Frankfurt als Kostümassistentin und Kostümbildnerin tätig. Anschließend absolvierte sie in Hamburg ein Studium zur Gewandmeisterin und übernahm währenddessen Kostümausstattungen in Frankfurt und Hamburg. Von 1994 bis 1998 war sie am Theater Vorpommern als Kostümdirektorin und Ausstatterin für viele, zumeist zeitgenössische Opern tätig. Seitdem arbeitet sie als freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin und übernahm regelmäßig Gesamtausstattungen für das Schauspiel Frankfurt am Main. Sie entwarf Kostümbilder für Opernhäuser im In-und Ausland wie Staatsoper Hamburg, Semperoper Dresden, Aalto Theater Essen, Opera de Nantes und Nikikai Opera Tokio. Für die Kostüme zu Giulio Cesare in Egitto an der Hamburgischen Staatsoper nominierte die Zeitschrift »Opernwelt« sie zur Kostümbildnerin des Jahres. Am Theater Bielefeld war sie bereits für die Kostüme bei Unsuk Chins Alice in Wonderland verantwortlich. [© Theater Bielefeld]

Karten: 0521 / 51 54 54

www.theater-bielefeld.de

Zur Inszenierung des Theater Nordhausen:

Premiere:
12. Januar 12

Musikalische Leitung: Markus L. Frank
Inszenierung: Toni Burkhardt
Bühne: Wolfgang Rauschning
Kostüm: Elisabeth Stolze-Bley
Choreinstudierung: Elena Pierini
Dramaturgie: Anja Eiesner

Besetzung:

Peter Grimes:
Joshua Farrier
Ellen Orford: Sabine Mucke
Kapitän Balstrode: Gavin Taylor
Tantchen: Anja Danieela Wagner
Nichte 1: Elena Puszta
Nichte 2: Brigitte Roth
Bob Boles: Marian Kalus
Swallow: Thomas Kohl
Rev. Horace Adams: Dimitar Radev
Hobson: Michael Schober

www.theater-nordhausen.de

Pimpinone
Lustiges Zwischenspiel (Intermezzo giocoso) in 3 Akten

Von: Georg Philipp Telemann
Text: Johann Philipp Praetorius nach P. Pariatis “Vespetta e Pimpinone”
Uraufführung: 27. September 1725 (Hamburg, Gänsemarkt-Oper)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
10. Februar 10 (TiC für Kids)

Musikalische Leitung: Péter Halász
Inszenierung: Svenja Tiedt
Licht: Jürgen Sippert – Kevin Hauck

Pimpinone: Ks. Jürgen Rust / Gregor Finke a. G.
Vespetta: Inga-Britt Andersson / Alexandra Samouilidou – JE

pimpinone ST Mainz © MPipprich_1
Pimpinone
Staatstheater Maintz
Inga-Britt Andersson, Johannes Paul Lesinski (Statist)
Foto:
Martina Pipprich

Die ebenso pfiffige wie hübsche Vespetta sucht einen Job als Hausmädchen. Bei dem alleinstehenden und wohlhabenden Pimpinone kommt sie unter und sieht eine Chance, sich finanziell zu verbessern: Das gewitzte Mädchen betört den eingefleischten Junggesellen, sodass dieser bald um ihre Hand anhält. Doch nach der Hochzeit entpuppt sich Vespettas wahrer Charakter: Sie geht viel lieber auf Partys und vergnügt sich – schließlich ist sie nun eine Ehefrau und kein Hausmädchen mehr! Pimpinone bereut die Heirat zutiefst, aber leider zu spät…

Vespetta, eine der ersten emanzipierten Frauen auf der Opernbühne, findet ihr Vorbild in Georg Philipp Telemanns Gattin, mit der sich der Komponist häufig stritt, und die ihn nach der Geburt des neunten Kindes für einen schwedischen Offizier verließ. So ist es nicht verwunderlich, dass Telemann die Geschichte mit grimmigem Witz beleuchtet. Nach der Uraufführung 1725 wurde „Pimpinone“ zu Telemanns größtem Bühnenerfolg. Das Staatstheater Mainz setzt mit dieser Produktion nach dem „35. Mai“ und der „Versunkenen Stadt“ die Reihe der speziell für Kinder inszenierten Musiktheaterstücke fort.

Svenja Tiedt studierte Musiktheaterregie u. a. bei Götz Friedrich und Peter Konwitschny in Hamburg. Sie führt immer wieder beim Jungen Musiktheater Hamburg Regie, wo sie u . a. Mozarts „Zauberflöte“ und Humperdincks „Hänsel und Gretel“ in einer Version für Kinder in Szene setzte. Weitere Inszenierungen führten sie an die Laeiszhalle Hamburg und das Staatstheater Oldenburg. In der Spielzeit 2006/2007 setzte sie am Staatstheater Mainz sehr erfolgreich Violeta Dinescus Kinderoper „Der 35. Mai“ in Szene. Weiterhin ist ihre Inszenierung der mobilen Kinderoper „Die versunkene Stadt – Eine Geschichte vom Meer“ im Repertoire des Staatstheaters Mainz, die sie demnächst auch am Jungen Musiktheater Hamburg inszeniert. In der Saison 2009/2010 führt sie am Staatstheater Braunschweig bei einer eigenen „Carmen“-Adaption Regie sowie an der Deutschen Oper am Rhein bei der Kinderoper „Robin Hood“ von Frank Schwemmer. [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Pinocchio
Oper in zwei Akten nach Carlo Collodi

Von: Paolo Madron und Pierangelo Valtinoni(2001/2006)
Deutsche Fassung von: Hanna Francesconi
Uraufführung: 2001 (Vicenza, Teatro Olimpico)
Uraufführung der Neufassung für die Komische Oper Berlin: 5. November 2006

Zur Inszenierung der Komischen Oper Berlin:

Premiere:
5. November 06, um 16:00 Uhr in der Komischen Oper Berlin
weitere Aufführungen in der Spielzeit: 10./12./17./19./26./27. November; 10./11./17. Dezember 06; 14./15. Januar 07

Musikalische Leitung: Anna-Sophie Brüning
Inszenierung: Jetske Mijnssen
Choreographie: Suzann Bolick
Bühnenbild: Benita Roth
Kostüme: Christine Mayer
Dramaturgie: Antje Kaiser
Chöre: Christoph Rosiny, Jane Richter
Licht: Franck Evin

Besetzung:

Pinocchio:
Karen Rettinghaus
Geppetto: Hans Gröning
Fee: Susanne Kreusch
Kater: Caren van Oijen
Fuchs: Adrian Strooper
Mangiafuoco: Tobias Hagge
Sprechende Grille, Schulkinder, Esel, Fische und Kindersolisten: Kinderchor der Komischen Oper Berlin
Orchester der Komischen Oper Berlin

Mit freundlicher Unterstützung durch den Förderkreis Freunde der Komischen Oper Berlin e. V.

Foto: Hanns Joosten

Dies ist die Geschichte einer Holzpuppe, die ein richtiger Mensch werden will. Der italienische Schriftsteller Carlo Collodi erdachte vor 130 Jahren die Abenteuer der Marionette und machte Pinocchio bei Kindern und Erwachsenen in aller Welt berühmt. Wer kennt ihn nicht, den kleinen Draufgänger und Lügner mit dem großen Herzen, mit seinen lustigen Streichen und unglaublichen Erlebnissen? Unzählige Male wurden Pinocchios Abenteuer übersetzt, verfilmt oder auf der Theaterbühne erzählt. Immer wieder aktuell ist die Geschichte des Pinocchio als Parabel auf das Leben und die Grundwerte, die das Mensch-Sein ausmachen.
Kaum hat der alte Schnitzer Geppetto, der sich so dringend einen kleinen Sohn wünschte, seine Holzmarionette erschaffen, wird sie lebendig und läuft von zu Hause weg. Unterwegs begegnet Pinocchio guten und bösen Lebewesen, schwänzt die Schule, gerät aus eigener Schuld von einem Schlamassel in den nächsten, erlebt

Gefahr und Rettung, Schlaraffenland und Einsamkeit – bis er schließlich im Bauch eines riesigen Haifischs landet. Wer weiß, ob Pinocchio seinen Vater jemals wiedersähe und was aus der frechen Puppe am Ende wohl werden würde? Zum Glück gibt es da auch liebevolle Freunde wie die gütige Fee, die sprechende Grille, die geheimnisvolle Taube oder die netten Thunfische, die Pinocchio unterwegs immer wieder begleiten und ihn auf den rechten Weg zu bringen versuchen. Die Kinderoper entstand 2001 in der norditalienischen Stadt Vicenza und folgt eng der Geschichte des berühmten Kinderbuches. Gemeinsam mit dem Komponisten und dem Textdichter aus Italien entstand eine Neufassung des Stückes für die deutsche Erstaufführung an der Komischen Oper Berlin – mit noch mehr Abenteuern und Theaterzauber sowie mit einem neuen Text. Die Aufführung vereint ein junges Sängerensemble, das Orchester und den Kinderchor der Komischen Oper Berlin auf der großen Bühne. Schwungvolle polyphone Chornummern , traditionelle italienische Opernelemente wie Arien und Ensembleszenen, aber auch gesprochene Szenen, Tänze und sinfonisch illustrierende Passagen machen den Reichtum dieser Pinocchio-Oper aus.

Regie führt die junge holländische Regisseurin Jetske Mijnssen, die 2004 mit großem Erfolg mit Der kleine Schornsteinfeger an der Komischen Oper Berlin debütierte. Sie erzählt mit prägnanten szenischen Mitteln die Geschichte des Pinocchio als »Theater auf dem Theater«, welches die Fee und die anderen Figuren des Stückes geheimnisvoll entfalten. In Zusammenarbeit mit der Kostümbildnerin Christine Mayer, die bereits die Kostüme für die Uraufführung Der Reiter mit dem Wind im Haar erschuf, und mit der Bühnenbildnerin Benita Roth, die sich erstmals an der Komischen Oper künstlerisch vorstellt, entwickelte das Regieteam eine Bilderwelt, die spielerisch zwischen dem epischen und dem phantastischen Theater angesiedelt ist.
In den vergangenen vier Spielzeiten hat die Komische Oper Berlin ihr Programm für Kinder und Jugendliche als wesentlichen Bestandteil ihres Spielplanes kontinuierlich erweitert. Mit der deutschen Erstaufführung der Kinderoper Pinocchio auf der großen Bühne wird der Weg konsequent weitergeführt, zeitgenössisches Musiktheater an die nachwachsenden Generationen zu vermitteln. Pinocchio ist eine moderne Kinderoper, im wesentlichen von Kindern für Kinder gestaltet und richtet sich gleichermaßen an Kinder, Schüler und natürlich auch anjung gebliebene Erwachsene. Zugleich entspricht die Neufassung der Oper Pinocchio von Valtinoni und Madron in Zusammenarbeit mit der Komischen Oper Berlin einer zweiten Uraufführung des Werkes.


Handlung …

Prolog: Die Fee und die Sprechende Grille eröffnen die Geschichte. Sie erzählen von Pinocchio: Er will ein Mensch sein und benimmt sich immer daneben.

1. Akt
Der Holzschnitzer Geppetto erschafft eine hübsche Marionette aus Holz und träumt davon, dass sie lebendig sei. Schon lange wünscht er sich einen Sohn. Er tauft seine Figur Pinocchio. Unter seinen Händen erwacht Pinocchio plötzlich zum Leben. Geppetto freut sich, aber Pinocchio stellt sofort eine Menge Ansprüche. In die Schule möchte er nicht gehen.
Geppetto, die gütige Fee und Sprechende Grille versuchen ihn zu belehren, aber Pinocchio hört nicht. Er verlässt seinen Vater, verpfändet die Schulbücher und erschlägt die Grille, deren Mahnungen ihm lästig sind. In einem Marionettentheater legt sich Pinocchio mit dem gefährlichem Direktor Feuerfresser – Mangiafuoco – an. Er schürt Aufruhr unter seinen Brüdern, den Marionetten des Theaters, und wirft dem Direktor vor, dass ihm nur noch langweilige Geschichten einfallen. Zwei Gendarmen sollen Pinocchio ins Feuer werfen, aber er rettet sich mit einer List: Er verspricht, auf Abenteuersuche zu gehen und dem Direktor aufregende Geschichten, die das Leben dichtet, für sein Theater zurückzubringen. So kann er Mangiafuoco entrinnen, sogar noch mit einem Vorschuss in der Tasche. Unterwegs gerät Pinocchio an die Betrüger Kater und Fuchs. Kater und Fuchs reden Pinocchio ein, sein Geld ließe sich im Handumdrehen vermehren. Sie lassen sich im Wirtshaus zum Roten Krebs von Pinocchio bewirten und klauen ihm schließlich nachts das Geld. Der geprellte Pinocchio muss ein weiteres Mal vor den Gendarmen fliehen. Einsam und traurig über die misslungenen Abenteuer, quält Pinocchio die Sehnsucht nach seinem Vater. Eine freundliche Taube kommt ihm zu Hilfe. Sie nimmt ihn auf ihren Rücken und fliegt mit ihm die ganze Nacht über die Erde auf der Suche nach Geppetto. Schließlich setzt die Taube Pinocchio vor dem Haus ab, wo die gütige Fee wohnt. Es ist Winter und Pinocchio begehrt heftig Einlass. Aber bevor die Türschließerin Schnecke ihm endlich öffnet, ist Pinocchio vor Kälte in Ohnmacht gefallen.

2. Akt
Pinocchio erwacht im Haus der Fee im Krankenbett. Zwei Doktoren – Rabe und Uhu – sagen sein Ende voraus, aber trotz aller Bitten und Mahnungen der Fee will Pinocchio die bittere Medizin nicht nehmen. Er versucht, sich mit Lügen herauszuwinden, aber je mehr er lügt, desto länger wird seine Nase. Als schließlich vier Hasen kommen, um ihn in den Sarg zu legen, nimmt Pinocchio vor Schreck nun doch die Medizin und wird gesund. Er verspricht der Fee, sich endlich zu bessern und ein guter Sohn und Schüler zu werden.
Unterwegs begegnet Pinocchio Lucignolo, einem schlechten Schüler. Der überredet ihn, mit ihm und den anderen Kindern ins Schlaraffenland mitzukommen. Dort gibt es keine Schule und man darf faul sein. Die Kinder vergnügen sich im Schlaraffenland, aber werden am Ende alle in Esel verwandelt.
Unglücklich stürzt sich Pinocchio ins Meer. Unter Wasser begegnet er den Thunfischen, die ihm helfen, sich aus der Eselshaut zu befreien. Sie können ihm sagen, wo sein Vater ist: Geppetto wurde auf der Suche nach seinem Sohn auf dem Meer von dem großen Haifisch verschlungen. Pinocchio beschließt, seinen Vater zu retten und wagt sich in das drohende Haifischmaul. Im Bauch des Haifischs fallen sich Vater und Sohn in die Arme, überglücklich, einander wieder gefunden zu haben. Als der Vater verzagen will, ergreift Pinocchio die Initiative und gelobt, sie beide aus dem Dunkel herauszubringen. Auf seinem eigenen Rücken trägt Pinocchio den Vater zurück ins Leben. Epilog: Die gute Fee und die Sprechende Grille wachten auch diesmal über Pinocchio. Weil er aus Liebe zu seinem Vater mutig war und wie ein guter Mensch gehandelt hat, ist Pinocchio am Ende ein richtiger Junge geworden. Alle Figuren der Oper erzählen noch einmal das Gleichnis von Pinocchios Abenteuern und ziehen die Moral aus der Geschichte.

Zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der Oper …
Die Urfassung der Oper unter dem Titel Pinocchio, die begabte Puppe mit einer frei nach dem Roman Die Abenteuer des Pinocchio von Carlo Collodi adaptierten Handlung, wurde vom Orchester des Teatro Olimpico in Vicenza/Norditalien in Auftrag gegeben und 2001 in dem berühmten Renaissance-Theater Teatro Olimpico unter Leitung des Komponisten uraufgeführt. Die Autoren Paolo Madron und Pierangelo Valtinoni schrieben zur ursprünglichen Idee ihrer Oper: »Alle kennen Pinocchio. Und alle wissen, aus wie vielen Episoden der Geschichte das Buch besteht. Bei der Arbeit am Libretto mussten wir notwendigerweise einige davon – die wichtigsten – auswählen, und sie gleichzeitig einer Lesart anpassen, die – das Werk respektierend – der persönlichen Interpretation von Librettist und Komponist unterliegt.
Dabei ist ein Pinocchio herausgekommen, der nicht nur das Kinderpublikum anspricht, sondern auch die Erwachsenen, indem er Themen wie den Traum, die Freiheit, das Verhältnis zwischen den Generationen, Spiel und Inszenierung unterstreicht. Die Kinder und Jugendlichen sind, insofern sie speziell für sie komponierte Partien ausführen und viele wichtige Rollen der Oper besetzen, in jeder Hinsicht fester Bestandteil des Orchesters und so etwas wie der Hauptakteur des Stückes.« Die Uraufführung erfolgte unter Mitwirkung mehrerer Kinderchöre aus Vicenza und wurde ein großer überregionaler Erfolg.

Zur Entstehung der deutschen Fassung …
Über den Verlag Boosey & Hawkes wurde die Komische Oper 2005 auf das Werk aufmerksam und beschloss eine Aufführung des Stückes in einer neu bearbeiteten, den besonderen Gegebenheiten der Komischen Oper und einer deutschen Erstaufführung entsprechenden Form. Sowohl die bekannte Geschichte von Pinocchio und der musikalische Reichtum der Oper als auch die Tatsache, dass der Haupthandlungsträger der Kinderchor ist, prädestinierten das Stück für die Aufnahme in den Spielplan der Komischen Oper. In enger Zusammenarbeit der Autoren und des Verlages mit dem Leiter des Kinderchores der Komischen Oper Berlin, Christoph Rosiny, sowie mit der Regisseurin Jestke Mijnssen, die sich bereits vielfach mit Theater für Kinder profiliert hat und erfolgreich an der Komischen Oper mit Der kleine Schornsteinfeger debütierte, entstand im Lauf eines Jahres eine erweiterte Fassung der Pinocchio-Oper, der sowohl zusätzliche Elemente der Handlung aus dem Roman von Collodi eingefügt wurden als auch veränderte musikdramatische Strukturen und neu hinzukomponierte Teile. Außerdem entstand im Austausch mit dem Autoren- und Regieteam und eng angelehnt an die originelle Reimdichtung des italienischen Librettos, eine lustige deutsche Textfassung von Hanna Francesconi.

Die Neufassung der Komischen Oper Berlin berücksichtigt noch stärker die Rolle des Kinderchores als Hauptträger der Handlung und die Möglichkeit der Auffaltung des leistungsstarken Chores der Komischen Oper Berlin in viele solistisch agierende Einzelgruppen und –figuren und legt einzelne Partien wegen der musikalischen Schlüssigkeit in die Hände erwachsener Solisten: Pinocchio, Geppetto und Fee als die guten Protagonisten der Geschichte sowie Kater, Fuchs und Mangiafuoco als die bösen Kontrahenten werden von jungen Ensemblemitgliedern der Komischen Oper Berlin verkörpert. Im Mittelpunkt der neuen Version wurde angestrebt, Sängerensemble und Kinderchor der Komischen Oper Berlin eine gemeinsame repräsentative Aufgabe zu geben, und zugleich an exponierter Stelle im Spielplan ein originelles und bezauberndes musikdramatisches Werk in deutscher Fassung dem jungen Publikum zugänglich zu machen. Die Planung der deutschen Erstaufführung als einer quasi zweiten Uraufführung der Oper auf der großen Bühne ermöglichte außerdem von Anfang an, für die szenische Umsetzung alle Möglichkeiten der Komischen Oper hinsichtlich eines spannenden und phantastischen Theatererlebnisses einzubeziehen.

Werk …
Das vorliegende Werk stellt die erste Opernarbeit des in seiner Heimat außerordentlich populären Komponisten Pierangelo Valtinoni dar. In enger Zusammenarbeit mit dem Librettisten Paolo Madron, der als Journalist, Librettist und Schriftsteller weit über die Grenzen Italiens hinaus bekannt wurde, schufen beide eine Version des Pinocchio-Stoffes, die weniger die moralische Wertung als eher die Lebenslust und Abenteuerlichkeit der berühmten Hauptfigur herausstellt. Ihre Pinocchio-Figur lädt trotz aller Fehler auf ihrem Weg nachdrücklich zur Identifizierung für die Kinder ein, ebenso wie der Weg der Läuterung und Selbsterkenntnis hin zu einem vollgültigen, der Gemeinschaft und sich selbst gegenüber verantwortlichen Menschen in allen Höhen und Tiefen der Geschichte miterlebt werden soll. Den Figuren der gütigen Fee als Solopartie wie der Figur der Sprechenden Grille als Kinderchor gaben sie darüber hinaus die dramaturgische Funktion, Träger einer Rahmenhandlung zu sein. Die daraus resultierende epische Struktur des Stückes, in seiner Originalform eng an das italienische Volkstheater angelehnt, ermöglicht eine epische Erzählweise in der theatralischen Umsetzung und somit eine gezielte Distanzierung des Geschehens zum Zuschauer: die aktive Haltung des jungen Publikums zur Geschichte des Pinocchio soll das Theatererlebnis zu einer lebendigen und selbstgestalteten Erfahrung machen.
Pinocchios Abenteuer werden als Gleichnis erfahrbar, erzählt als Parabel auf das Leben, worin die Aneignung der menschlichen Grundwerte oft Mühen und Reifeprozesse erfordert. Die Oper verwendet alle bekannten konventionellen Formen wie Arien oder Ariosi, durchkomponierte Ensembleszenen, gesprochene Szenen im Wechsel von Chornummer, Tänzen und sinfonischen Zwischenspielen. Valtinonis Musik vermag die Formenvielfalt erneuert zu binden aufgrund moderner Kompositionstechniken, die sich im besten Sinne einer ästhetisch gemäßigten, gleichwohl technisch avancierten Moderne verpflichtet sehen und publikumswirksame Rhythmen und Melodien nicht ausschließen. Darüber hinaus vermitteln eine stationenreiche Handlung, zahlreiche Anklänge an die große italienische Oper und mitreißend rhythmische Chornummern und Tänze, die der reichen Sphäre italienischer Tradition von öffentlicher Musik entlehnt sind, die Geschichte des Pinocchio mit großer Sinnlichkeit und theatralischem Abwechslungsreichtum. Im Sinne eines aufregenden Musiktheaters für Kinder werden alle Register gezogen, vom großen Orchester über eine vielfältige Besetzung bishin zu den bühnentechnischen Möglichkeiten, um Pinocchios Verirrungen, Läuterung und Triumph lebendig werden zu lassen.

Inszenierungsansatz …
Jetske Mijnssen und ihr Team haben für die Inszenierung an der Komischen Oper Berlin die Idee eines »Theaters auf dem Theater« entwickelt: Die Bühnenwelt hat die Grundfarbe blau und im »Theater der blauen Fee« erleben die Kinder die Abenteuer Pinocchios in einzelnen Stationen, wobei der Kinderchor, als Sprechende Grille Kommentator und doch zugleich in wechselnden Kostümen auch als agierende Mitspieler der Geschichte besetzt, für die unentwegten Verwandlungen der Bühne sorgt. Zuletzt erweisen sich die Fee, die Sprechende Grille und alle anderen Freunde oder Widersacher des Pinocchio als Theaterfiguren, und zeigen sich Wirtshaus, Zirkus, Meer und selbst der Haifischrachen als Symbole mit den Mitteln des Theaterspiels, aus denen Pinocchio als lebendiger Junge aus der gleichnishaften Geschichte hervorgehen und das Theater verlassen kann. Benita Roth, die mit dem Bühnenbild ihr Debüt an der Komischen Oper vorlegt, schuf eine ausgesprochen farbige und zugleich raffiniert verwandlungsfähige Theaterwelt, in welcher keines der unglaublichen Ereignisse auf Pinocchios Weg zu kurz kommt: ob der Flug der Taube über die Erde, das Schlaraffenland, die Unterwasserwelt oder die dunklen Abgründe. Die Kostüme von Christine Mayer, die bereits phantasievoll die Kinderoper-Uraufführung Der Reiter mit dem Wind im Haar ausstattete, geben der Aufführung ein zusätzliches Spektrum von originellen Erfindungen und Sinnenlust in der Gestaltung aller beteiligten Figuren. Im Vorfeld der Premiere finden Einführungsworkshops für Kinder statt, versendet die Komische Oper Berlin ein umfangreiches Programmheftmaterial an Lehrer und ihre Klassen zur Vorbereitung des Vorstellungsbesuches, gibt es weiterhin ein Komponistenporträt von Pierangelo Valtinoni mit der Voraufführung von Teilen aus der neuen Oper und es wird ein farbiger Bastelbogen für die Kinder zu den Aufführungen erhältlich sein, damit sie sich ihren Pinocchio und das »Theater der blauen Fee« mit nach Hause nehmen können. [Text: Antje Kaiser, stückführende Musiktheaterdramaturgin]

Karten:
Kartentelefon Komische Oper Berlin 030.47 99 74 00
Montag bis Samstag 9:00 bis 20:00 Uhr, Sonntag 14:00 bis 20:00 Uhr
Preise ... 8,00 bis 25,00 € (Gruppen ab 15 Schüler … 5,00 € in allen Preisgruppen)
karten@komische-oper-berlin.de, www.komische-oper-berlin.de
 

Pique Dame (Pikovaya Dama)
Oper in drei Akten

Musik: Peter I. Tschaikowskij
Text: Modest Tschaikowskij (nach der Erzählung von Alexander Puschkin)

Uraufführung: 19. Dezember 1890, Mariinsky-Theater, St. Petersburg

Zur Inszenierung der Komischen Oper Berlin:
Deutsche Textfassung von Bettina Bartz und Werner Hintze

Premiere: 25. Januar 09
Musikalische Leitung: Alexander Briger
Inszenierung: Thilo Reinhardt
Bühnenbild: Paul Zoller
Kostüme: Katharina Gault
Dramaturgie: Ingo Gerlach, Werner Hintze
Chöre: Robert Heimann
Licht: Franck Evin

Besetzung:
Hermann:
Kor-Jan Dusseljee
Graf Tomski: Philip Horst
Fürst Jeletski: Mirko Janiska
Tschekalinski: Thomas Ebenstein
Surin: Jan Martinik
Tschaplitzki: Peter Renz
Narumow: Hans-Peter Scheidegger
Die Gräfin: Anja Silja
Lisa: Orla Boylan
Polina: Karolina Gumos
Mascha: Anna Borchers
Plutus: Ingo Witzke
Chloë: Karolina Andersson
Daphnis: Olivia Vermeulen
Chorsolisten und Orchester der Komischen Oper Berlin

Der deutsche Ingenieur Hermann fühlt sich in Russland als Außenseiter. Er hat zwar durchaus Karriere gemacht, aber von seinen Minderwertigkeitsgefühlen kann er sich nicht befreien. Als er herausfindet, dass Lisa die Verlobte des Fürsten Jelezki ist, will er den Traum vom gemeinsamen Liebesglück auch gleich aufgeben. Wie soll sich ein Mädchen aus den höchsten Kreisen einer auf Oberflächlichkeiten konzentrierten Gesellschaft für jemanden interessieren, der nicht zu den »happy few« gehört? Der Regisseur Thilo Reinhardt kehrt nach seinen vom Publikum gefeierten Hoffmanns Erzählungen an die Komische Oper Berlin zurück und will mit seiner Interpretation von Pique Dame die Mechanismen des Scheiterns eines Lebenstraumes freilegen. Eine der großen Sängerdarstellerinnen unserer Zeit wird ihm dabei zur Seite stehen: Anja Silja gibt mit der titelgebenden Partie der alten Gräfin ihr Debüt an der Behrenstraße. Darüber hinaus wird sie am 8. März 2009 mit dem Liederabend »Russian Romance« an der Komischen Oper Berlin zu Gast sein.

Pique Dame/Puschkin versus Pique Dame/Tschaikowski
Als Pjotr I. Tschaikowski gemeinsam mit seinem Bruder das Libretto zur Oper Pique Dame erarbeitete, stützte er sich auf die gleichnamige Novelle von Alexander S. Puschkin. Das Libretto entfernt sich allerdings weit von der Vorlage, was dem Komponisten auch des öfteren zum Vorwurf gemacht wurden. Die mit extremer Kälte und sezierender Schärfe vorgetragene Puschkin-Erzählung vom Ingenieur Hermann, der Liebe vortäuscht, um an das Geheimnis der alte Gräfin heranzukommen und schließlich im Wahnsinn endet, wird bei Tschaikowski die Geschichte einer großen Liebesleidenschaft, die keine Erfüllung findet. Tschaikowski kehrt die Motivation für Hermanns Handeln um: Er ist wirklich in Lisa verliebt, die gesellschaftlich so weit über ihm steht, dass er sich keine Hoffnung auf sie machen kann. Seine einzige Chance wäre ein großer Geldgewinn. Als er hört, dass die alte Gräfin drei Karten kennt, die einen sicheren Gewinn im Pharao-Spiel verbürgen, meint er, einen Ausweg aus seiner trostlosen Situation gefunden zu haben. Mehr und mehr ergreift der Gedanke an diese drei Karten von ihm Besitz. Er schleicht sich bei der Gräfin ein, die aber stirbt, ohne seine Frage nach den Karten zu beantworten. Der tief verstörte Hermann halluziniert den Geist der Gräfin, der ihm das Geheimnis verrät. Lisa, durch den Tod der Alten von einer drückenden Last befreit, ist nun bereit, alles hinter sich zu lassen, und Hermann ohne Rücksicht auf Standesfragen zu folgen. Doch der ist so besessen von dem Gedanken an den großen Reichtum, dass er nicht mehr die Erfüllung seiner Liebessehnsucht, sondern den Gewinn im Spiel für sein eigentliches Ziel hält. Er stößt Lisa von sich, setzt alles, was er hat, auf die drei Karten, verliert und tötet sich selbst. Man hat Tschaikowski immer wieder vorgeworfen, mit dieser Umgestaltung der Vorlage den Stoff, wie er von Puschkin überliefert ist, trivialisiert und »operngerecht « zurechtgestutzt zu haben. Bei genauerer Betrachtung stellt sich aber heraus, dass er nichts weiter getan hat, als die Novelle in eine bühnenwirksame Handlung zu verwandeln, die einige Motive von Puschkin übernimmt, aber eigentlich sowohl im Hinblick auf die erzählte Geschichte als auch im Hinblick auf den Grundvorgang ganz eigenständig ist.
Tschaikowski erzählt die Geschichte des Versinkens in einer Neurose, die durch die Unerfüllbarkeit des Glücksanspruchs des männlichen Helden ausgelöst wird. Je näher Hermann dem Ziel seiner Wünsche – der Vereinigung mit Lisa – kommt, desto mehr verliert er dieses Ziel aus den Augen, und desto mehr schiebt sich an seine Stelle das, was eigentlich das Mittel hätte sein sollen: Der Gewinn einer großen Geldsumme durch das Geheimnis der alten Gräfin, wodurch das Leben mit der geliebten Frau ermöglicht werden sollte.

Inszenierungsansatz
Für diese dramaturgische Konstellation ist es höchst bezeichnend, dass Hermann nach dem Tod der Gräfin sein Ziel eigentlich schon erreicht hat: Lisa glaubt ihm, dass er die Alte nicht absichtlich getötet hat, und ist bereit, sich und ihr Leben seinen Händen anzuvertrauen. Aber die Sucht nach dem Geld und dem Gewinn, die Hermann seine Bedeutung in dieser Welt zu verbürgen scheinen, hat seine Psyche inzwischen so stark in Beschlag genommen, dass er dies nicht mehr erkennen kann und Lisa und sich selbst ins Unglück stürzt.
Thilo Reinhardts Inszenierungskonzeption zielt darauf, diese tragische Verstrickung, die zwangsläufig zur Verfehlung des Ziels und zum Verlust des Lebensglücks führt, in den Mittelpunkt der Handlung zu stellen. Auf diese Weise wird offensichtlich, dass Tschaikowski mit der Umgestaltung des Stoffes keine Sentimentalisierung, sondern vielmehr eine Schärfung der Konturen erreicht hat, die es ermöglicht, aus der durch ihre lakonische Kälte faszinierenden Novelle ein erschütterndes Drama menschlicher Leidenschaften zu machen.
Dementsprechend macht Thilo Reinhardt Pique Dame nicht zu der großen Ausstattungsoper, als die man Tschaikowskis Komposition häufig sieht, sondern konzentriert sich in dem von Paul Zoller entworfenen Einheitsbühnenbild auf den fortschreitenden Wahnsinn Hermanns und dem damit verbundenen Scheitern des Lebenstraumes zweier Menschen. Die Handlung verlegt er ins postsozialistische Russland. Im Umfeld einer auf Äußerlichkeiten konzentrierten materialistischen Gesellschaft lässt sich die Pique Dame heute ebenso glaubhaft erzählen wie in dem streng hierarchisch geordneten militaristischen Zarismus, in dem Tschaikowski seine Oper spielen lässt.    [ © Text: Werner Hintze (Chefdramaturg der Komischen Oper Berlin]

Alle Termine der Spielzeit 2008/09:
Einführungsmatinee:
11. Januar 09, 12:00 Uhr
Premiere: 25. Januar 2009 , um 19:00 Uhr in der Komischen Oper Berlin
Weitere Aufführungen in der Spielzeit: 30. Januar, 8./11./14./27. Februar, 10./16. März, 4. April, 2./8. Mai, 18. Juli 2009, jeweils 19:00 Uhr
Lieberabend Anja Silja & Andrej Hoteev (Klavier): »Russian Romance«: 8. März 2009, 20:00 Uhr

Karten: Kartentelefon Komische Oper Berlin 030.47 99 74 00 (Montag bis Samstag 9:00 bis 20:00 Uhr, Sonntag 14:00 bis 20:00 Uhr)
Preise (Pique Dame): 8,00 bis 62,00 € (Gruppen ab 15 Schüler: 5,00 € in allen Preisgruppen)
Premierenpreise (Pique Dame): 12,00 bis 93,00 €
Preise für den Liederabend Anja Silja: 12,00/22,00/32,00 €
karten@komische-oper-berlin.de , www.komische-oper-berlin.de

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
Sonntag, 6. November 05

Wiederaufnahme 2007/08: 18. Januar 08 (Weitere Vorstellungen: 20., 24., 26. Januar und 2. Februar 08)
Wiederaufnahme 2006/07: 16. März 07

Musikalische Leitung: Sebastian Weigle /
Lothar Zagrosek / Sian Edwards
Regie: Christian Pade
Bühnenbild und Kostüme: Alexander Lintl
Dramaturgie: Norbert Abels
Licht: Olaf Winter
Chor:
Alessandro Zuppardo

Besetzung:

Lisa:
Danielle Halbwachs /
Danielle Halbwachs / Anja Kampe
Hermann: Mikhail Davidoff / Frank van Aken / Frank van Aken
Tomski: Johannes Martin Kränzle / Alexej Markov / Johannes Martin Kränzle / Johannes Martin Kränzle
Jeletzki: Rodion Pogossov / Zeljko Lucic / Michael Nagy
Surin: Franz Mayer / Franz Mayer / Franz Mayer
Tschaplitzki: Peter Marsh / Jussi Myllys / Jussi Myllys
Tschekalinski: Hans-Jürgen Lazar / Hans-Jürgen Lazar / Peter Marsh
Gräfin: Elzbieta Ardam / Elzbieta Ardam / Elzbieta Ardam
Pauline: Federica Proietti / Stella Grigorian / Jenny Carlstedt
Narumow: Florian Plock / Soon-Won Kang / Florian Plock
Mascha: Taiana Press

grün = Wiederaufnahme Saison 2006/07
rot = Wiederaufnahme Saison 2007/08

1890 in St. Petersburg uraufgeführt, handelt diese Oper von dem verarmten Offizier Hermann, der auf der Suche nach den drei Spielkarten, mit denen man niemals verliert, über Leichen geht. Er schlägt das Glück mit der jungen Lisa aus und geht schließlich an seiner Spielleidenschaft zu Grunde.

„Die Inszenierung der Pique Dame (...) lebt von einem grandiosen Einfallsreichtum an Bildern, einem faszinierenden Spiel mit Symbolen, Farben, Licht- und Spiegeleffekten, und doch ist dieses Psychogramm eines Besessenen auf verblüffende Weise dezent, ja subtil gezeichnet.“ So stand in einer Kritik zu lesen, die nach der Premiere am 6. November 2005 – also in der Spielzeit 2005/06 – erschien. Nun wird die 1890 in St. Petersburg uraufgeführte Oper in drei Akten von Peter I. Tschaikowski (1840-1893) in der Regie von Christian Pade zum zweiten Mal wiederaufgenommen. Sie handelt von dem verarmten Offizier Hermann, der auf der Suche nach drei Spielkarten, mit denen man niemals verliert, über Leichen geht. Er verschuldet den Tod der alten Gräfin, verzichtet auf das Glück mit deren Nichte Lisa und geht schließlich an seiner Spielleidenschaft zu Grunde. Die thüringische Sopranistin Anja Kampe debütiert anlässlich dieser Aufführungsserie in der Partie der Lisa an der Oper Frankfurt. Erste Berufserfahrung sammelte die Sängerin an der Accademia dei Canto der Mailänder Scala. 2002 gab sie als Freia in Wagners Das Rheingold ihr Debüt bei den Bayreuther Festspielen und sang im Jahr darauf u.a. Sieglinde in Die Walküre neben Placido Domingos Siegmund in Washington. Zu ihren Plänen gehören u.a. Senta in Der fliegende Holländer an der Bayerischen Staatsoper in München. Alle weiteren Umbesetzungen werden aus dem Ensemble der Oper Frankfurt vorgenommen: So sind erstmals in dieser Produktion Michael Nagy (Fürst Jeletzki) und Jenny Carlstedt (Pauline) vertreten. Alle weiteren Sängerinnen und Sänger haben ihre Partien bereits entweder in der Premieren- oder der Wiederaufnahmenserie gesungen, angeführt von Frank van Aken (Hermann) und Johannes Martin Kränzle (Graf Tomski). Die musikalische Leitung hat diesmal die englische Dirigentin Sian Edwards, die sich in Frankfurt bereits u.a. mit Brittens Peter Grimes (2000/01) vorgestellt hat.

Besprechung der Aufführung

Bericht von der Einführungsveranstaltung Oper Extra zu “Pique Dame”

www.oper-frankfurt.de
 

Platée
Ballet-bouffon in einem Prolog und drei Akten

Von: Jean-Philippe Rameau
Libretto: Adrien-Joseph le Valois d'Orville
Uraufführung: 31. März 1745 (Versailles, Grande Ecurie)

Zur Inszenierung des Theater Augsburg:
(Gemeinschaftsproduktion von Ballett und Musiktheater)

Premiere: 19. April 09

Musikalische Leitung: Friedemann Seitzer
Inszenierung: Peer Boysen
Choreographie: Philipp Egli
Einstudierung der Chöre: Karl Andreas Mehling
Dramaturgie: Ralf Waldschmidt

Besetzung:

Thespis:
Florian Mock
Thalie: Ai Ichihara
Amour: Sophia Christine Brommer
Momus: Christian Tschelebiew
Un Satyre: Jan Friedrich Eggers
Platée: Frederik Akselberg
Cithéron: Manuel Wiencke
Jupiter: Per Bach Nissen
Mercure: Seung-Hyun Kim
Junon: Kerstin Descher
Ballettensemble: Christine Ceconello, Svenya Höhle, Natalia Fioroni, Janet Sartore de Luca, Ceren Yavan, Lucyna Zwolinska, Abel Cruz dos Santos, Alex Frei, Stéphen Delattre, Armando Gonzales Besa, Dejan Kolarov, Andrii Lytvynenko, Maiko Arai

Auch Kröten brauchen Liebe – Eine französische Barockoper über fiese Götter und traurige Amphibien
Platée ist Ballett und Oper zugleich. Jean-Philippe Rameau (1663–1764) gelang damit eines der spektakulärsten Werke des französischen Barock. Ein Prolog unter dem Titel Die Geburt der Komödie erzählt, wie Thespis beschließt, ein Schauspiel auf die Bühne zu bringen, das Götter und Menschen gleichermaßen verspottet. Die Titelheldin jenes „Ballet-bouffon“, das Rameau 1745 für die Hochzeit des Dauphin in Versailles komponierte, ist – eine Kröte. Genauer eine Nymphe in amphibischer Gestalt, die vor Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung beinahe zu platzen droht. Die Götter spielen ein grausames Spiel mit ihr: Weil Jupiter einmal mehr seine eifersüchtige Gattin Juno besänftigen muss, täuscht er vor, Platée zu lieben und trägt ihr die Ehe an. Als die groteske Braut von Juno entdeckt wird, überschütten die Götter sie mit Hohn und Spott. Gedemütigt kann Platée sich nur noch durch einen Sprung in ihren Sumpf aus der Affäre ziehen.
Komik und Tragik, Tanz und Gesang, verbinden sich zu einem faszinierenden Werk, das in der Opernliteratur einzigartig dasteht. [© Theater Augsburg]

www.theater.augsburg.de

Pollicino
Märchen für Musik

Musik: Hans Werner Henze
Libretto: Giuseppe Di Leva (nach Collodi, Grimm und Perrault)
Deutsche Fassung: Hans Werner Henze

Uraufführung: 2. August 1980 (Montepulciano)

Zum Projekt des Theater Aachen und des Sozialwerks Aachener Christen e.V.:
 In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Abteilung Aachen, Gemeinschaftshauptschule Burtscheid, Luise-Hensel-Realschule, Maria Montessori Gesamtschule, Rhein Maas Gymnasium

Premiere: 20. Mai 11

Musikalische Leitung: Gábor Káli
Inszenierung: Sebastian Jacobs
Bühne: Detlev Beaujean
Kostüm: Renate Schwietert
Licht: Eduard Joebges
Dramaturgie: Katrin Eickholt, Kai Weßler
Projektleitung: Katrin Eickholt

Besetzung:

Pollicino:
 Julius Schneiders
1. Bruder: Lynn Küpper
2. Bruder: Bente Obrikat
3. Bruder: Ronja Bellhoff
4. Bruder: Hannah Ritzerfeld
5. Bruder: Sophie Austrup
6. Bruder: Ben Steinhauer
Vater: Christoph Bier
Mutter: Carla Hussong
Clotilde, Tochter des Menschenfressers: Loredana Schelper
1.Schwester: Greta Berghoff
2.Schwester: Gianna Dieling
3.Schwester:  Clara Clemens
4.Schwester: Jolene Adam
5.Schwester: Jana Stieglitz
6.Schwester: Alba Willems
Herr Uhu: Hannah Hertzog
Frau Waldkauz: Johanna Patschorke
Madame Füchslein: Salina Uratzoff
Fräulein Hase: Marie Zerouali
Mister Igel: Louise Damoser
Monsieur von Wildsau: Jana Flachs
Herr Wolf: Christoph Bier
Der Menschenfresser: Changbo Wang
Die Frau des Menschenfressers:  Alexandra Bentz

Gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.
Gefördert im Rahmen von Fonds Neues Musiktheater 2011.

Mehr als 120 Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Schulen in Aachen werden in dieser Spielzeit eine Oper erarbeiten. Sie werden auf der Bühne spielen und singen, im Orchester musizieren, das Bühnenbild bauen und Kostüme herstellen. Vor allem aber werden sie erfahren, wie wichtig es ist, im Team zusammenzuarbeiten und eine schwierige Aufgabe mit großer Ausdauer zu einem erfolgreichen Ende zu führen. Nach dem Tanzprojekt »inMotion« hat sich das Theater Aachen gemeinsam mit dem Sozialwerk Aachener Christen nun eine Oper als Projekt mit Kindern und Jugendlichen vorgenommen.
»Pollicino« wurde von Hans Werner Henze 1980 für die Kinder seiner Wahlheimat Montepulciano komponiert.
Henze erzählt darin die Geschichte des Kleinen Däumling, der mit seinen Brüdern aus bitterer Armut in den Wald getrieben wird und dort beinahe in die Hände des Menschenfressers fällt. Ein Märchen zwar, doch voller Bezüge zu einer sozialen Gegenwart. Henze hat dafür eine Musik komponiert, in der mit Arien, Duetten, Ensembles und Chören alle Bausteine der großen Oper für kleine Darsteller bespielt werden. [© Theater Aachen]

www.theater-aachen.de

Porgy and Bess
American Folk Opera in drei Akten

Musik: George Gershwin
Text: Edwin du Bose heyward, nach dem Schauspiel “Porgy” von Ira Ger Gershwin

Uraufführung: 10. Oktober 1935 (Alvin Theater, New York)
Ort und Zeit: Charleston (South Carolina, um 1870)
Aufführungsdauer: ca. 2 1/2 Stunden
Verlag: Tams-Witmark, New York

Deutschsprachige Erstaufführung: 16. September 1950 (Opernhaus Zürich)
Übersetzung: Ralph Benatzky

Michael Brenner für BB Promotion GmbH präsentiert
zum 75. Bühnenjubiläum von George Gershwins Meisterwerk
Das einzigartige Bühnenereignis in herausragender Besetzung zur „Summertime“ 2010

„In meiner Komposition finden sich Elemente, die noch nie zuvor in eine Oper eingeflossen sind. […] Ich hatte die Hoffnung, in der amerikanischen Musik etwas geschaffen zu haben, das vielen, nicht nur einigen wenigen, gefallen würde. Ich wollte, dass die Oper unterhaltend sein sollte.“ George Gershwin

Leidenschaft und Lebenslust und ein Hauch von „ Summertime“ – es ist diese ganz besondere magisch spirituelle Kraft afroamerikanischer Kultur, die aus einer armseligen Gasse mit windschiefen Fischerhütten im Hafenviertel von Charleston in die Außenwelt dringt und diesen bescheidenen Schauplatz zum Dreh- und Angelpunkt eines der weltweit erfolgreichsten Musikdramen in der Theatergeschichte werden lässt: Die Catfish Row in George Gershwins bewegendem Meisterwerk PORGY AND BESS.

Inspiriert von den hinreißenden Spiritual- und Gospelchorälen, den jazzigen Rhythmen des frühen Swing und ursprünglichen Blues, schuf George Gershwin eine bis heute beispiellos zu nennende Partitur mit unvergessenen Melodien wie

Summertime, It Ain´t Necessarily So, I Got Plenty O’Nuttin’ oder Bess, You Is My Woman Now, die einem Millionenpublikum zu Evergreens wurden und eine große Epoche des amerikanischen Musiktheaters charakterisieren. In einem faszinierenden Kaleidoskop fügt sich die schicksalhafte Liebesgeschichte zwischen dem verkrüppelten Bettler Porgy und der leichtlebigen Bess zu einem authentisch eindrücklichen Sittengemälde zu Beginn der 1930er Jahre, das mit unbändiger Leidenschaft, überbordender Vitalität und packender Dramatik die innerste Seele einer afroamerikanischen Siedlung im Süden der USA offenbart.
 

Porgy & Bess
Foto: BB-Promotion

Schon mit den ersten Takten der Ouvertüre findet sich der Zuschauer inmitten des lebendigen Treibens der Bewohner der Catfish Row, über die der schwül-heiße Sommer seine flirrende Hitze verströmt. Unweigerlich gefangen im Sog des dichten Geschehens, lacht, bangt und weint das Herz mit all diesen Menschen einer Gemeinschaft, die sich auch den ärgsten Geschicken mit Witz, Mut und unbändiger Kraft entgegen stellt.

Vor 75 Jahren am Broadway als damals aktuelles Vermächtnis der noch jungen amerikanischen Geschichte uraufgeführt, präsentiert sich das aufwendige Theaterereignis mit nach wie vor über 50 Mitwirkenden auf der Bühne, darunter herausragende Starsolisten und ein stimmgewaltiger Chor, sowie einem exzellenten Orchester, heute als eine wahre Rarität. Mit der Verfügung, zur Wahrung seiner Authentizität die Aufführung des in der gesamten Opernliteratur beispiellos einzigartigen Werkes ausschließlich mit der Besetzung schwarzer Darsteller zu lizensieren, ist PORGY AND BESS nahezu ausnahmslos nur in selten zu realisierenden Gastspielen zu erleben.
Das New York Harlem Theatre unter der künstlerischen Leitung von William Barkhymer nimmt sich seit Jahren dieser herausfordernden Aufgabe mit Hingabe an und bringt als weltweit einziges Ensemble die international gefeierte Inszenierung der Broadway-Berühmtheit Baayork Lee grenzübergreifend auf die Bühnen der renommiertesten Theater und Opernhäuser.
Anlässlich des denkwürdigen Bühnenjubiläums, das seinen ehrenvollen Auftakt zu Beginn dieses Jahres in der Kinoveröffentlichung des ambitionierten Dokumentarfilms „Porgy & Me“ unter Mitwirkung des New York Harlem Theatre fand, ist es dem Team von BB Promotion ein besonderes Vergnügen, Gershwins bewegendes Meisterwerk für einige wenige, hochkarätige Sommergastspiele in Deutschland exklusiv zu präsentieren.

Freuen Sie Sich auf einen unvergesslichen Abend mit dem besonderen Hauch von „Summertime“ im Jubiläumsjahr von PORGY AND BESS an der Oper Leipzig, dem Bremer Musical Theater, der Kölner Philharmonie im Rahmen des 23. Kölner Sommerfestivals sowie an der Komischen Oper Berlin und dem Nationaltheater Mannheim.

Tickets für die
Oper Leipzig vom 29. Juni bis 4. Juli 2010 sind über die regionale Ticket-Hotline 0341 – 1 261 261 erhältlich.
Tickets für das
Musical Theater Bremen vom 6. bis 14. Juli 2010 sind über die regionale Ticket-Hotline 0421 – 35 36 37 erhältlich.
Tickets für die
Philharmonie Köln vom 16. bis 25. Juli im Rahmen des Kölner Sommerfestivals sind über die regionalen Ticket-Hotlines 0221 – 2801 und 0221 – 280 280 erhältlich.
Tickets für die
Komische Oper Berlin vom 27. Juli bis 1. August 2010 sind Sie über die regionale Ticket-Hotline 030 – 479 974 erhältlich.
Tickets für das
Nationaltheater Mannheim vom 3. bis 8. August 2010 sind Sie über die regionale Ticket-Hotline 0621 – 10 10 11 erhältlich.

Tickets für alle Veranstaltungen gibt es zudem unter der nationalen Tickethotline 0180-51 52 53 0*, im Internet auf
www.bb-promotion.com sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen. * 0,14 €/Min. aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 0,42€/Min.

Zur Inszenierung der Deutschen Oper Berlin:

Premiere:
4. Juli 08

Musikalische Leitung: Willie Waters
Inszenierung: Angelo Gobbato
Bühne, Kostüme: Peter Cazale
Chöre: Albert Horne
Porgy: Xolela Sicaba / Otto Maid
Bess: Pauline Malefane / N. N.
Crown: Kaiser Nkos
Serena: Michelle Saldanha
Clara: Philisa Sibeko / Pretty Yende TBC
Maria: Miranda Tini / Noluthando Millie
Jake: Ntobeko Rwanqa
Sportin' Life: Marcus Desando

Cape Town Opera Voice of the Nation Choru
Orchester der Deutschen Oper Berlin / Berliner Symphoniker

Eine Co-Produktion mit der Cape Town Opera und der Den Norske Opera Oslo.
www.deutscheoperberlin.de

Michael Brenner for BB Promotion in Kooperation mit Alte Oper Frankfurt und Birk Events präsentierten eine Produktion von New York Harlem Theatre

Vom 14. Dezember 04 bis zum 31. Dezember 04 in der Alten Oper Frankfurt

Zwischen Oper und Musical gibt es keine klaren Grenzen und wurden auch nie gezogen. Musical ist ein Mix aus Oper, Operette, Singspiel, Show und Revue. So wundert es auch nicht, wenn man hier in Europa Georg Gershwins “Porgy and Bess” als amerikanische Volksoper bezeichnet, während der Amerikaner da mehr auf den Oberbegriff Musical besteht.

Gershwin der 1898 als Sohn russisch-jüdischer Immigranten in Brooklyn geboren wurde, beschäftigte sich schon als 6jähriger mit der Musik und schrieb mit 14 Jahren schon seine eigenen Songs. Am 12. Februar 1924 wurde in New York Gershwins “Rhapsody in Blue” uraufgeführt, die bis heute als eines der besten Stücke ernster Musik gilt. Gershwins Faszination für den Roman sowie für das Theaterstück Porgy von Edwin DuBose und Dorothy Heyward führten zur intensiven Auseinandersetzung mit der Kultur der Schwarzen in den Südstaaten von Amerika. Ergebnis war die American Folk Opera “Porgy and Bess”. Die Vorpremiere am 30.09.1935 war ein voller Erfolg, obwohl das Musical nur von “Schwarzen” spielt wurde. Die Premiere am 10.10.1935 wurde, entgegen der Vorpremiere, sehr zurückhaltend und abweisend aufgenommen. Das Werk wurde als halbherzige Mischung aus Oper und Musical bezeichnet. So war es auch nicht verwunderlich, dass “Porgy and Bess” nach 124 Vorstellungen abgesetzt wurde. Der Durchbruch kam erst am 22.01.1942 durch eine Neuinszenierung, in welcher der Operncharakter des Werkes aufgehoben wurde. Die Wiederaufnahmepremiere war wesentlich erfolgreicher als 1935 und verhalf dem Musical zum Durchbruch. Es spielte 8 Monate im New Yorker Majestic Theatre. Gershwin jedoch sollte diesen Erfolg nicht mehr erleben. Er verstarb am 11. Juli 1937 an den Folgen eines Gehirntumors. 1943 fand das Musical seinen Weg nach Europa, wo es am 27. März in Kopenhagen aufgeführt wurde. Am 16.09.1950 fand im Züricher Opernhaus die deutschsprachige Erstaufführung statt. “Porgy and Bess” wurde 1977 als “Bestes Revival” mit der begehrten Musicalauszeichnung, dem Antoinette Perry Award ("Tony"), ausgezeichnet.


“Porgy and Bess” ist eine American Folk Opera mit tragischem Grundton. Die Bewohner des Farbigenviertels Catfish Row leben in ärmlichen Verhältnissen. Der Fischfang bringt nicht viel ein. Das Wenige, das die Männer verdienen, verspielen sie beim Würfelspiel. An einem Sommerabend sitzen Fischer und Baumwollarbeiter beim Würfelspiel. Der brutale Crown, betrunken wie immer, kommt mit Bess hinzu. Als Crown verliert kommt es zum Streit mit Robbins, der im Kampf mit Crown, von ihm erschlagen wird. Crown flieht. Bess sucht einen Unterschlupf, wird jedoch von allen abgewiesen. Der verkrüppelte Porgy, der sich nur mit Hilfe eines primitiven Rollwagens fortbewegen kann und schon immer etwas für Bess übrig hatte, nimmt sie auf.

Am nächsten Abend findet bei der Witwe Serena die Trauerfeier für den getöteten Robbins statt. Ein Detektiv kommt vorbei und greift sich den schwerhörigen Peter, der Crown als Täter verrät. Ein gutmütiger Beerdigungsunternehmer hilft Serena ihren Mann zu bestatten.

Einen Monat später. Die Fischer sitzen in der Catfish Row zusammen und flicken ihre Netze. Frazier, ein windiger Rechtsanwalt, verkauft dem in Bess verliebten Porgy eine Scheidungsbescheinigung von Crown und Bess, obwohl diese nie zusammen verheiratet waren. Der smarte Sportin Life der mit Rauschgift handelt, macht sich an Bess ran - scheitert aber. Porgy überredet Bess mit zu einem Fest auf die Insel Kittiwah zu fahren.
Auf der Insel trifft Bess auf Crown, der sich auf der Insel vor der Polizei versteckt hält. Bess bleibt bei ihm.

Nach einigen Tagen kehrt Bess schwer erkrankt von der Insel in die Catfish Row zurück. Nachdem Bess von Serena gesund betet wurde, kehrt sie zu Porgy zurück und bittet diesen um Beistand gegen Crown.

Über den Ort bricht ein schwerer Sturm herein. Während draußen der Sturm tobt, finden sich alle bei Serena ein und suchen Zuflucht im Gebet. Crown erscheint und will Bess zurück holen. Als bemerkt wird, dass Jakes Boot gekentert ist, überreicht Clara ihr Baby an Bess und stürzt hinaus in den Sturm. Crown eilt ihr nach, um sie zurück zu holen - vergebens.

Am nächsten Abend trauern alle um Jake, Clara und die anderen Opfer des Sturms. Der zwielichtige Sportin Life lässt durchblicken dass Crown nicht unter den toten ist und noch lebt. Bess erklärt sich bereit, sich um Claras Baby zu kümmern. Nun endlich wird Bess von den Bewohnern der Catfish Row akzeptiert und in die Gemeinschaft eingegliedert. Crown kommt zurück um Bess zu holen. Es kommt zum Streit zwischen Porgy und Crown. Crown zieht ein Messer, stürzt, fällt in sein eigenes Messer und stirbt. Der Detektiv nimmt die Ermittlungen auf, stößt aber auf beharrliches Schweigen der Catfish Row-Bewohner. Er nimmt den verdächtigen Porgy mit. Bess kann die Einsamkeit nicht länger ertragen und verfällt den Werbungen von Sportin Life. Sie geht mit ihm nach New York, wo das Leben besser als in der Catfish Row sein soll. Nach einer Woche stellt sich Porgys Unschuld heraus. Er wird aus der Haft entlassen und vermisst Bess. Als er erfährt, dass sie mit Sportin Life nach New York gegangen ist, macht sich der Krüppel auf um, sie in der großen Stadt zu suchen.


Soweit die Geschichte aus Tragik und Leidenschaft. Sie wird untermalt mit der einzigartigen Mischung aus Blues- und Jazzelementen, Spirituals und klassischer Musik, untermauert mit modernen symphonischen Klängen.

Il prigioniero (Der Gefangene)
Oper in einem Akt

Von: Luigi Dallapiccola

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
Die Oper wird zusammen mit Volo di notte (Nachtflug) von Luigi Dallapiccola gezeigt.

Premiere: 6. Juni 04
Wiederaufnahme: 27. April 12

Musikalische Leitung: Lothar Zagrosek
Inszenierung: Keith Warner
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Caterina Panti Liberovici
Bühnenbild: Kaspar Glarner
Kostüme: Nicky Shaw
Licht: Olaf Winter
Dramaturgie: Hendrikje Mautner
Chor: Michael Clark

Besetzung der Wiederaufnahme Saison 2011/12:

La Madre:
Marion Ammann
Il prigioniero: Robert Hayward
Il Carceriere / Il Grande Inquisitore: Jeffrey Francis
Due Sacerdoti: Michael McCown, Dietrich Volle


Weitere Vorstellungen: 6., 12., 17. Mai 2012

Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

Luigi Dallapiccola (1904-1975) zählt zu den wichtigsten Vertretern der Zwölfton-Musik in Italien. Vor dem Hintergrund der politischen Entwicklungen in seinem Heimatland hin zum Faschismus in den späten dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wandte er sich einer engagierten Musik zu und konzentrierte sich in verschiedenen Werken auf Themen, die um die Motive Unterdrückung und Freiheit kreisen. Während Volo di notte (1940) als kritische Auseinandersetzung mit der Welt der Technik gesehen werden kann, entstand Il prigioniero (1949) unter dem Eindruck der existenzbedrohenden Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs. Der Doppelabend war in der Spielzeit 2003/04 das Frankfurt-Debüt von Keith Warner, einem der wichtigsten britischen Regisseure unserer Zeit. Im Anschluss daran entstanden in Frankfurt seine Inszenierungen von Rossinis La Cenerentola, Blochs Macbeth, Brittens Death in Venice, Reimanns Lear, Adés The Tempest (DE) und Pizzettis Murder in the Cathedral. Seit Sommer 2011 ist Warner Direktor des Königlichen Opernhauses Kopenhagen.
Sein Frankfurter Dallapiccola-Doppelabend war ein großer Erfolg bei Publikum und Presse gleichermaßen: „Das Publikum reagierte mit großem Enthusiasmus auf eine Produktion, die zu den besten der sich zu Ende neigenden Saison zählt“, urteilte die Presse nach der Premiere am 6. Juni 2004. Die zweite Wiederaufnahme der Produktion weist Neubesetzungen fast aller Hauptpartien auf. Lediglich Gastbariton Robert Hayward als Gefangener und Ensemblemitglied Michael McCown als Beamter waren bereits in der ersten Wiederaufnahme bzw. in der Premiere besetzt; nun übernimmt der zuletzt Genannte im Nachtflug erstmals auch die Partie des Pellerin. Neu in dieser Inszenierung ist der belgische Bariton Lionel Lhote (Rivère), zu dessen Wirkungsstätten u.a das Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel gehört. Der amerikanische Tenor Jeffrey Francis singt in der zweiten Kurzoper erstmals den Kerkermeister und den Großinquisitor. Jüngst war er u.a. am Theater an der Wien sowie an der dortigen Volksoper zu erleben. Weitere Aufgaben führten ihn u.a. an die Komische Oper Berlin. In beiden Einaktern ist – neben zahlreichen neu besetzten Ensemblemitgliedern – die Schweizer Sopranistin Marion Ammann als Signora Fabien bzw. La Madre vertreten. Jüngst debütierte sie an der Oper Frankfurt als Prothoe in Schoecks Penthesilea. Mit Lothar Zagrosek kehrt der ehemalige Stuttgarter Generalmusikdirektor und Chefdirigent des Konzerthausorchesters Berlin an das Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters zurück, wo er in der Vergangenheit Katja Kabanová, Elektra und Pique Dame dirigierte [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Der Prinz von Homburg
Oper in drei Akten

Musik: Hans Werner Henze
Text: Ingeborg Bachmann nach dem Schauspiel von Heinrich von Kleist
Uraufführung: 22. Mai 1960 (Hamburg, Staatsoper)

Zur Neuproduktion des Theater an der Wien:

Premiere:
12. November 09

Musikalische Leitung: Marc Albrecht
Inszenierung: Christof Loy
Bühne: Dirk Becker
Kostüme: Herbert Murauer
Choreografische Mitarbeit: Thomas Wilhelm
Licht: Bernd Purkrabek

Besetzung:

Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg:
John Uhlenhopp
Die Kurfürstin: Helene Schneiderman
Prinzessin Natalie von Oranien: Britta Stallmeister
Prinz Friedrich Artur von Homburg: Christian Gerhaher
Obrist Kottwitz: Frode Olsen
Graf Hohenzollern: Johannes Chum
Feldmarschall Dörfling: Andreas Scheibner
Erste Hofdame: Simona Eisinger
Zweite Hofdame: Nina Tarandek
Dritte Hofdame: Jaroslava Pepper
Erster Offizier: Stefan Reichmann
Zweiter Offizier: Andreas Jankowitsch
Dritter Offizier: Rupert Bergmann
Erster Heiduck: Erik Årman
Zweiter Heiduck / Wachtmeister: Christian Kostal
Orchester: Wiener Symphoniker


Das Libretto für die dreiaktige Oper verfasste Ingeborg Bachmann nach dem gleichnamigen Schauspiel von Heinrich von Kleist. Stehen bei Kleist noch die Schlacht, der Gehorsam und die Strafe im Mittelpunkt, so rückt Henze in seiner Oper den Traum, die Liebe, den Garten und den spielerischen Menschen ins Zentrum des Geschehens. Er schuf ein bewegendes Musikdrama um Liebe, Freiheit und Verantwortung, das 1960 in Hamburg uraufgeführt wurde.

Christof Loy, einer der renommiertesten deutschen Opernregisseure und bereits zum vierten Mal mit einer Regiearbeit am Theater an der Wien vertreten, zeichnet für die Inszenierung dieser Neuproduktion verantwortlich. Unter der musikalischen Leitung von Marc Albrecht spielen die Wiener Symphoniker. Als Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg ist der Tenor John Uhlenhopp, als seine Kurfürstin Helene Schneidermann, als Prinzessin Natalie Marlis Petersen und als Prinz Friedrich Artur von Homburg ist Christian Gerhaher zu hören.

www.theater-wien.at

Alle Angaben ohne Gewähr

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