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Oper Stückeinfo: P
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Palestrina Musikalische Legende in drei Akten
Von: Hans Pfitzner
Uraufführung:
12. Juli 1917 (München, Prinzregententheater)
Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
Premiere: 7. Juni 09 Wiederaufnahme: 20. Juni 10
Musikalische Leitung: Kirill Petrenko / Kirill Petrenko Regie: Harry Kupfer
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Orest Tichonov Bühnenbild: Hans Schavernoch Kostüme: Yan Tax
Dramaturgie: Malte Krasting Licht: Joachim Klein Video: Peer Engelbracht Chor: Matthias Köhler
Papst Pius IV.: Alfred Reiter / Alfred Reiter Giovanni Morone, Kardinallegat: Johannes Martin Kränzle / Johannes Martin Kränzle Bernardo Novagerio, Kardinallegat: Frank van Aken / Frank van Aken Kardinal Christoph Madruscht:
Alfred Reiter / Alfred Reiter Carlo Borromeo, Kardinal: Falk Struckmann / Wolfgang Koch
Der Kardinal von Lothringen: Magnus Baldvinsson / Magnus Baldvinsson
Abdisu, der Patriarch von Assyrien: Peter Bronder / Peter Marsh Anton Brus von Müglitz, Erzbischof von Prag:
Franz Mayer / Franz Mayer Graf Luna, Orator des Königs von Spanien: Michael Nagy / Michael Nagy Der Bischof von Budoja: Peter Marsh / Richard Cox
Theophilus, Bischof von Imola: Hans-Jürgen Lazar / Hans-Jürgen Lazar Avosmediano, Bischof von Cadix:
Dietrich Volle / Dietrich Volle Giovanni Pierluigi da Palestrina: Kurt Streit / Peter Bronder
Ighino, sein Sohn: Britta Stallmeister / Britta Stallmeister Silla, sein Schüler:
Claudia Mahnke / Claudia Mahnke Bischof Ercole Severolus, Zeremonienmeister: Simon Bailey / Sungkon Kim Die Erscheinung Lukrezias, Palestrinas verstorbene Frau: Katharina Magiera / Katharina Magiera
Engelsstimmen: Brenda Rae, Nina Bernsteiner, Sophie Angebault
Chor der Oper Frankfurt Frankfurter Museumsorchester grün = Wiederaufnahme Saison 2009/10
Besprechung auf kulturfreak.de
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Palestrina Oper Frankfurt Palestrina (Kurt Streit, am Boden sitzend),
im Hintergrund Erscheinung Lukrezias (Katharina Magiera, in der Bildmitte stehend), das Solistenensemble (Engelsstimmen, Ighino) und der Chor der Oper Frankfurt Foto: Barbara Aumüller
Zur Wiederaufnahme 2010: In seiner Inszenierung des Palestrina von Hans Pfitzner (1869-1949) aus der Spielzeit 2008/09 zeigt der Berliner Meisterregisseur Harry Kupfer den Renaissancekomponisten und Erneuerer
der Kirchenmusik, dessen Name dem Werk den Titel gab, als Opfer eines totalitären Systems. Nach der Premiere am 7. Juni 2009 im Opernhaus war in einer der erschienenen Kritiken zu
lesen: „Aktueller, brisanter als in dieser Frankfurter Aufführung ist Oper selten, weil zudem auf höchstem Niveau gesungen und musiziert wird. Ein Glücksfall.“
Besonders akklamiert von Presse und Publikum wurde der Dirigent der Premierenserie. Vor diesem Hintergrund ist es besonders erfreulich, dass Kirill Petrenko nun für die erste
Wiederaufnahme an den Main zurückkehrt. Bei den Sängern hingegen sind einige Neubesetzungen anzuzeigen. Sang der englische Tenor Peter Bronder anfangs noch die skurrile Partie des
Abdisu, so übernimmt er nun die Titelpartie. Als Borromeo ist erstmals Wolfgang Koch zu erleben. In weiteren Partien sind die Ensemblemitglieder Peter Marsh (Abdisu), Richard Cox (Bischof
von Budoja) und Sungkon Kim (Ercole Severolus) neu besetzt.
Wiederaufnahme: Sonntag, 20. Juni 2010, um 18.00 Uhr im Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 25., 30. Juni, 3. Juli 2010; Beginn jeweils um 18.00 Uhr
Preise: € 11 bis 77 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr (außer an der Vorverkaufs- und Abendkasse der Oper Frankfurt) Karten sind bei den üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 erhältlich.
Zur Premiere 2009: Erste Anregungen zu seiner Oper Palestrina erhielt Hans Pfitzner (1869-1949) bereits kurz nach seinem Studium am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt am Main, als er sich mit Leben
und Werk des großen Kirchenkomponisten Giovanni Pierluigi Palestrina beschäftigte. Nachdem er vergeblich nach einem geeigneten Librettisten gesucht hatte, beschloss Pfitzner, die
Dichtung selbst zu verfassen. Die Uraufführung fand am 12. Juni 1917 im Münchner Prinzregententheater im Rahmen einer Pfitzner-Woche statt. Die letzte Palestrina-Inszenierung an der
Oper Frankfurt datiert von 1958; Regie führte Hans Hartleb, die musikalische Leitung hatte Gustav König.
Inhalt:
Die Oper spielt zu einer Zeit kirchenpolitischer und -musikalischer Umwälzungen: Der Papst hat beschlossen, die mehrstimmige Musik aus den Kirchen zu verbannen und stattdessen zur
Tradition der einstimmigen Gregorianischen Choräle zurückzukehren. Da tritt ein Kardinal an den berühmten Komponisten Giovanni Pierluigi Palestrina heran, damit er eine Messe verfasse,
deren Schönheit den Papst noch umstimmen kann. Doch Palestrina fühlt sich alt und müde, von der Inspiration verlassen; kein Befehl kann ihn bewegen, gegen sein Gespür Musik zu
komponieren, auch wenn ihm für diese Weigerung Folter droht. Erst nach einer Vision von längst verstorbenen Tonkünstlern schreibt er das Werk in einer einzigen Nacht. Die Aufführung
wird ein großer Erfolg, Palestrina als „Retter der Musik“ gefeiert. Aber der äußerliche Ruhm bedeutet ihm nichts mehr. Allein geblieben, nimmt er Abschied von der Welt.
Harry Kupfer ist einer der renommiertesten Regisseure Deutschlands und kehrt nun nach Bergs Lulu (1979) und Puccinis Madama Butterfly (1980) nach Frankfurt zurück. Bis 2002 war er
neben seiner internationalen Gastiertätigkeit Chefregisseur der Komischen Oper Berlin. Dort wirkte auch Kirill Petrenko von 2002 bis 2007 als Generalmusikdirektor. Inzwischen gilt er als einer
der gefragtesten Dirigenten seiner Generation; 2005 debütierte er am Main mit Mussorgskis Chowanschtschina. Die Besetzungsliste aus Gästen sowie Mitgliedern des Ensembles und des
Opernstudios der Oper Frankfurt wird angeführt von dem amerikanischen Tenor Kurt Streit in der Titelpartie, der sich in Frankfurt 2006 als Mozarts Titus vorstellte und zu den führenden
Mozart-Tenören unserer Zeit zählt. [© Oper Frankfurt]
Zur Inszenierung der Bayrischen Staatsoper:
Premiere: 19. Januar 09
Musikalische Leitung:
Simone Young Regie: Christian Stückl Bühne und Kostüme: Stefan Hageneier Licht: Michael Bauer Chöre:
Andrés Máspero
Papst Pius IV: Peter Rose Giovanni Morone: Michael Volle Bernardo Novagerio:
John Daszak Kardinal Christoph Madruscht / 9. Erscheinung verstorbener Meister: Roland Bracht Carlo Borromeo: Falk Struckmann
Kardinal von Lothringen / 5. Kapellsänger / 8. Erscheinung verstorbener Meister: Steven Humes Abdisu / 1. Erscheinung verstorbener Meister:
Kenneth Roberson Anton Brus von Müglitz / 5. Erscheinung verstorbener Meister: Christian Rieger Graf Luna:Wolfgang Koch
Der Bischof von Budoja: Ulrich Reß Theophilus / 4. Kapellsänger / 2. Erscheinung verstorbener Meister: Kevin Conners
Dandini von Grosseto / 3. Erscheinung verstorbener Meister: Francesco Petrozzi Bischof von Fiesoli / 3. Kapellsänger / 4. Erscheinung verstorbener Meister:
Todd Boyce Bischof von Feltre: Rüdiger Trebes Ein junger Doktor / 3. Engelstimme: Anaïk Morel Avosmediano:
Alfred Kuhn Giovanni Pierluigi Palestrina: Christopher Ventris Ighino: Lydia Teuscher Silla: Gabriela Scherer
Bischof Ercole Severolus: Christoph Stephinger Ein spanischer Bischof / 2. Kapellsänger / 6. Erscheinung verstorbener Meister:
Christopher Magiera 1. Kapellsänger / 7. Erscheinung verstorbener Meister: Igor Bakan Die Erscheinung der Lukrezia: Heike Grötzinger
1. Engelstimme: Mirela Bunoaica 2. Engelstimme: Elena Tsallagova
Bayerisches Staatsorchester
www.staatsoper.de
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Das Paradies und die Peri Lyrisches Drama
Von: Robert Schumann Libretto:
Emil Flechsig und Robert Schumann nach dem Epos ,Lalla Rookh’ von Thomas Moore Uraufführung: 4. Dezember 1843 (Leipzig)
Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden
Premiere: 29. November 09
Musikalische Leitung: Sébastien Rouland Inszenierung: David Mouchtar-Samorai
Choreografie: Andrea Heil Bühne: Heinz Hauser Kostüme: Urte Eicker Choreinstudierung: Christof Hilmer Dramaturgie: Bodo Busse/Serge Honegger
Eine Peri: Sharon Kempton Der Engel / Jungfrau: Emma Pearson Robert/Tenor Solo: Jonas Gudmundsson Die Mutter/Alt und Mezzosopran Solo: Ute Döring
Der Vater/Bariton Solo: Brett Carter Ein Jüngling: Christopher Busietta Gazna/der Mann: Hye-Soo Sonn Sopran: Betsy Horne Mezzosopran:
Merit Ostermann Alt: Barbara Schramm Bariton: Reinhold Schreyer-Morlock
Orchester, Chor, Statisterie, Extraballett des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Besprechung auf kulturfreak.de
Das Paradies und die Peri Staatstheater Wiesbaden rechts: Die Peri (stehend, Sharon Kempton) und Robert (liegend, Jonas Gudmundsson)
Foto: Martin Kaufhold
Das musikdramatische Schaffen von Robert Schumann steht in der Bekanntheit zu Unrecht hinter seinem rein instrumentalen Werk zurück. Stücke wie „Das Paradies und die Peri“,
„Genoveva“, „Faust-Szenen“ oder „Manfred“ tauchen, wenn überhaupt, eher im Konzertsaal auf. Dabei beweisen viele briefliche Äußerungen und Opernpläne von der Bedeutung, die Robert
Schumann der Opernkomposition auch für sein Selbstverständnis als Komponist beigemessen hat. Mit dem Lyrischen Drama „Das Paradies und die Peri“ hat er ein Hauptwerk der
musikalischen Romantik geschaffen, das Sie nun in einer atmosphärisch dichten, den poetischen Geist Schumanns bildhaft umsetzenden Inszenierung von David Mouchtar-Samorai erleben
können. Das Stück „Das Paradies und die Peri“ entstand 1841, zu einer Zeit als Schumann das ersehnte Fernziel in der Komposition der deutschen Oper formulierte.
Die große Besetzung für Solisten, Chor und Orchester diente Robert Schumann in der unruhigen Zeit vor den Revolutionsjahren 1848/49 dazu, die Utopie einer neuen, friedlicheren
Gesellschaft zu entwerfen. Damit traf er einen Nerv des damaligen Publikums. Zahlreiche Aufführungen machten „Das Paradies und die Peri“ zu einem seiner größten Erfolge (über 50
Aufführungen zu Lebzeiten). Er selbst war ausgesprochen glücklich mit dem Werk und hat es verschiedentlich als seine beste Arbeit überhaupt bezeichnet. Charakteristisch für „Das
Paradies und die Peri“ ist die lose Reihung von Szenen – eine Art klanglich kolorierter Bilderbogen. Die Peri, das Kind eines Engels und einer Sterblichen, ist auf der Suche nach dem
verlorenen Paradies, aus dem sie ausgeschlossen wurde. Erst durch eine Opfergabe kann die Peri zurück gelangen. So muss sie die Länder der Erde bereisen, um im menschlichen Leid
zufinden, was ihr den Einlass ins Paradies ermöglicht. Doch wederdas Blut eines Kriegers, noch der letzte Atem einer Sterbenden sind „des Himmels liebste Gaben“. Erst die Reuetränen
eines Verbrechers öffnen der Peri wieder die Tore zum Himmel.
Das Lyrische Drama basiert auf dem Orient-Epos ‚Lalla Rookh’ des englischen Dichters Thomas Moore. Mit seinem Werk war Robert Schumann schon als Kind vertraut. Der märchenhafte
Orient, die Paradiesvorstellung des Islam, die exotischen Schauplätze auf der unendlichen Erdenfahrt der unglücklichen Peri beflügelten die kindliche Phantasie Schumanns. Auch als
Erwachsener beschäftigte sich Schumann wieder mit diesem hochpoetischen Stoff aus der persischen Mythologie, bis er sich 1841 zur Komposition entschied. Ein liedhaft-lyrischer Ton
durchzieht die einzelnen Episoden der bildhaft-farbenreichen Erzählung zwischen Naturidylle und Seelendrama. Das Werk gehört zum Innigsten, Empfindungsreichsten und Schönsten, was
Schumann je komponiert hat. Besonders hervorzuheben sind die großen Chor- und Ensembleszenen. Die Bandbreite reicht von kurzen Turbae-Einwürfen über Szenen mit dramatischem
Charakter bis hin zu oratorisch kommentierenden Stellen, die – wie in den Passionen von Johann Sebastian Bach – nur dürftig mit der eigentlichen Handlung verbunden sind. Die
anspruchsvolle Chorpartie wird vielfältig differenziert in kleine und große, Männer- und Frauenchorbesetzung und Doppelchörigkeit mit dem Solistenensemble. Nebst den ausgedehnten
Ensembleszenen treten mehrere Figuren auf, die Erzählerfunktionen ausüben und das Geschehen kommentieren. Noch in seinen letzten Lebensjahren und während seines Aufenthaltes in
der Nervenklinik in Endenich beschäftigt sich Robert Schumann mit den literarischen und musikalischen Welten, die ihn sein Leben lang beschäftigten. 1855 treten die ersten Anzeichen seiner
seelischen Zerrüttung auf. In der sich steigernden, tagelangen Beschäftigung mit Atlanten, aus denen er schließlich alphabetisch geordnete Exzerpte und Auszüge herstellt, manifestiert sich
der Versuch, eine Ordnung der Welt herzustellen. Diese erträumte Welt, in der revolutionäres Getöse, Krankheit und Angst einem goldenen Zeitalter gewichen ist, stellt sich im exotisch
angehauchten, fern der modernen Welt angesiedelten Schauplatz der Peri-Erzählung dar. Regisseur David Mouchtar-Samorai versucht in seiner Inszenierung mit feinem Gespür auch für die
Zwischentöne der Musik die märchenhafte Glücksuche der Peri darzustellen – dabei bleibt aber auch die Figur Robert Schumanns und seine persönliche Beziehung zum „Peri“-Stoff im Fokus.
Mit dieser Produktion leistet das Hessische Staatstheater Wiesbaden seinen Beitrag zum Robert-Schumann-Jahr 2010.
Zu Gast in „Das Paradies und die Peri“
Als Gastdirigent für diese besondere Produktion im Rahmen des Robert-Schumann-Jahres konnte wieder einmal der französische Dirigent Sébastien Rouland gewonnen werden, der am
Hessischen Staatstheater Wiesbaden mit großen Erfolg bereits Rameaus „Platée“, Glucks „Armide“, die szenische Aufführung der „Johannes-Passion“ von Bach und die „Croesus“ von
Keiser dirigiert hat.
Sébastien Rouland zählt mittlerweile zu den meist gefragten Dirigenten seiner Generation. So dirigierte er zuletzt u.a. „Samson et Dalilah“ bei den St. Galler Festspielen, „Don Giovanni“ an der
Oper Leipzig, „Lucio Silla“ und „La Juive“ von Halévy an der Staatsoper Stuttgart. Gastspiele als Operndirigent führten ihn außerdem nach u.a. Tel Aviv, St. Etienne, Nancy, Marseille, Paris,
Nantes, Lissabon und Luzern.
Sonntag, 22. November 2009, 11.00 Uhr, Foyer Opernforum zu „Das Paradies und die Peri“
Wie kommen Orient und Exotik in ein Hauptwerk der deutschen Romantik? Warum ist das musikdramatische Schaffen Robert Schumanns relativ unbekannt? Inwiefern hat der Komponist die
herkömmlichen Gattungsgrenzen gesprengt und welche Sehnsucht verbirgt sich hinter den Märchenstoffen? Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt der Einführungsmatinée.
Mitglieder des Produktionsteams und des Ensembles geben einen Einblick in die Erarbeitung eines Juwels im Opernspielplan. Moderation: Bodo Busse
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Freunde des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden.
[© Staatstheater Wiesbaden]
www.staatstheater-wiesbaden.de
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Pelléas et Mélisande Drame-lyrique in fünf Akten
Von:
Claude Debussy Libretto: Maurice Maeterlinck Uraufführung: 30. April 1902 (Paris in der Opéra-Comique)
Zur Inszenierung des Theater Aachen:
Premiere: 25. Oktober 09
Musikalische Leitung: Marcus R. Bosch
Inszenierung: Eva-Maria Höckmayr Bühne: Ric Schachtebeck Kostüme: Julia Rösler Dramaturgie: Kai Weßler Arkel:
Randall Jakobsh Geneviève: Leila Pfister Pelléas: Hrólfur Saemundsson Golaud: Andreas Macco Melisande: Michaela Maria Mayer
Yniold :Katharina Bergrath Ein Arzt, Stimme des Hirten: Pawel Lawreszuk und das sinfonieorchester Aachen
Ein geheimnisvolles Märchen: Im Wald
findet Prinz Golaud die seltsame Mélisande. Unbestimmt, furchtsam und doch unbändig ist dieses Mädchen, das er zu seiner Frau macht. Doch Mélisande zieht es zu Golauds Halbbruder Pelléas. Es
beginnt eine verhängnisvolle Dreiecksgeschichte in dem düsteren Inselreich Allemonde.
Claude Debussy hat mit seiner 1903 uraufgeführten Oper nach dem Drama von Maurice Maeterlinck
eines der Schlüsselwerke des 20. Jahrhunderts geschrieben. Andeutungen, eine geheimnisvolle Atmosphäre und unausgesprochene Ängste und Sehnsüchte bestimmen dieses Stück, das den Zuhörer mit
jedem Takt mehr in seinen Bann zieht.
In Aachen inszeniert die junge Regisseurin Eva-Maria Höckmayr, die u.a. mit ihrer Inszenierung „Kreuzersonate“ für Aufsehen gesorgt hat, Debussys
einzige Oper. Dirigent ist Generalmusikdirektor Marcus R. Bosch, der für seine Arbeit mit dem sinfonieorchester Aachen bei der jüngsten Kritikerumfrage der „Welt am Sonntag“ erneut als
wichtigster Dirigent genannt worden ist. www.theater-aachen.de
Zur Inszenierung der Neuköllner Oper, Berlin: in einer Fassung von Miriam Salević und Emily Laumanns
Premiere:
21. Februar 09 (Uraufführung der Fassung von Miriam Salević und Emily Laumanns) Spieltermine 21., 26./27. Februar, 7., 12., 19./21., 26./28. März 2009, 20 Uhr
Inszenierung: Miriam Salević Ausstattung: Emily Laumanns Dramaturgie: Vincent Stefan
Musikalische Bearbeitung: Roman Lemberg Musikalische Leitung: Symeon Ioannidis Ausstattungsassistenz: Falko Seidel
Besetzung:
Pelléas:
Lars Ivar Nordal Mélisande: Herdis Anna Jonasdottir Golaud: Martin Gerke Yniold: Roman Lemberg
Die impressionistische Oper nach dem
gleichnamigen Theaterstück von Maurice Maeterlinck, uraufgeführt 1902 in Paris, spielt in und mit der surrealen Atmosphäre eines alten Schlosses am Meer: Golaud, Sohn des Königs von
Allemonde, findet die unbekannte Mélisande, die nicht weiß, wo sie herkommt und nicht verrät, warum sie ständig weint. Die beiden heiraten, aber Mélisande erträgt das Leben im Schloss kaum.
Golauds Stiefbruder Pelléas verliebt sich in Mélisande. Eine heimliche Dreiecksbeziehung entsteht. Golauds kleiner Sohn muss ungeschützt die Ängste und die Eifersucht unter den Erwachsenen
ertragen. Alle haben Angst vor dem unberechenbaren Meer. Im Land herrscht Hungersnot. In dunklen Grotten liegen tote alte Menschen herum. Am Ende, als die Fremdheit, die Sehnsucht und die
Geheimnisse zwischen den Figuren fast unerträglich geworden sind, ermordet Golaud Pelléas. Melisande gebärt ein Kind, sie stirbt daran. Das Stück schließt mit den Worten über das Neugeborene:
Das Kind darf nicht in diesem Zimmer bleiben... Es muss jetzt leben an ihrer Statt. Jetzt ist die arme Kleine an der Reihe.
Pelléas und Melisande nimmt durch seine subtile
Grausamkeit und seine geheimnisvollen Figuren für heutige Sehgewohnheiten eine Sonderstellung ein. Im Verlauf des Stücks werden immer mehr Geheimnisse und ungelöste Fragen angehäuft, der
Zuschauer verfolgt ein Kinder-Märchen, einen brutalen Krimi, eine aufgeladene Liebesgeschichte, die sich allesamt immer mehr verstricken. Die unendliche Einsamkeit der Figuren erhält durch
die suggestive Atmosphäre von Debussys Musik einen großen Sog. Die Wucht dieser Oper macht die Konflikte der Figuren spürbar. Es sind Konflikte, die uns heute in unserer Realität bedrängen.
Die Beziehungen unter den Figuren sind fragil und von extremer Fremdheit oder extremer Sehnsucht geprägt. Sie entstehen ohne Grund und bleiben auf eine unheimliche Art lose. Niemand
kennt sich selbst oder den anderen. Zwischen den Generationen herrschen verkommene Verhältnisse: Die Jugendlichen Pelléas und Mélisande empfinden den alten Menschen gegenüber einen
unerklärlichen Grusel. Sie empfinden die Alten als Bedrohung. Das Kind ist völlig verloren inmitten der weggetretenen Erwachsenen. Es leidet unter ihren Aggressionen und Ängsten, die sie an
ihm auslassen: Alle wollen sich an dem einen, viel zu kleinen Kind festhalten, das daran zerbricht. Auch die Natur ist ein Gespenst: Das Meer ist unsere Großstadt - ein Organ, das niemandem
bekannt ist, aber über alle herrscht. Die Wälder und das Schloss sind dunkel, alt und groß. Alles in Pelléas und Melisande erinnert an unser Land und unsere Gegenwart; die Oper holt im
Zuschauer ein meist verdrängtes Gefühl von Verwirrtheit und Verlorenheit in der eigenen Welt hervor. Miriam Salević
Miriam Salevićć – Inszenierung Geboren 1984 in Köln - neben einer pianistischen Ausbildung u.a. bei Prof. Günter Ludwig hospitierte und
assistierte sie 1998 - 2004 an der Oper Köln bei Torsten Fischer, Robert Carsen, Christof Nel. Seit 2004 studiert sie Regie an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin. Dort
nahm sie an Regie-Meisterkursen bei Peter Konwitschny, Volker Schlöndorff, Karoline Gruber und Vera Nemirova teil. Mehrere Projekte entstanden unter dem Mentorat von Dr. Barbara Beyer. 2006
übernahm sie die musikalische Leitung für Kriemhilds Rache (Hebbel, Regie: Charim) an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin. Bisherige
eigene Schauspiel- und Musiktheaterinszenierungen seit 2003 waren Pygmalion (Shaw); Die kahle Sängerin (Ionesco); Identitäten (Salević, HfM Berlin); Kaspar (Handke, Universität zu Köln);
Lucio Silla (Mozart, Auszüge, Kleine Arena Tempodrom Berlin); Körperliche Veränderungen (Neuwirth/Jelinek, Hebbel- Theater- Berlin HAU 1); Die Winterreise (Schubert, HfM Berlin und HAU 2
Berlin). 2007 betätigte sie sich als Autorin, Regisseurin und Darstellerin in der gemeinsam mit ihrem Kollegen Roman Lemberg inszenierten Musiktheater- Uraufführung BERLIN HERZLOS. Das Stück
kam als Gastspiel an die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Zuletzt entwickelte sie MITLEID! nach Wagners Parsifal an der Neuköllner Oper, das im Frühjahr 2008 Premiere hatte.
Emily Laumanns – Ausstattung begann nach ihrem Abitur 2001 mit einer Assistenz für Bühnen- und Kostümbild bei Magnus Reitschusters Die Busch Brüder, am Theater Siegen. 2003 arbeitete
sie als Bühnenbildassistentin und Kostümbildnerin bei Goethes Faust, ebenfalls am Theater Siegen. Dort entwickelte sie 2004 das Bühnen- und Kostümbild für Heinrich von Kleists Der zerbrochene
Krug, Regie: Marc Becker. Sie war beteiligt an der Gruppenausstellung mit Berlin.Korea_Bildräume-Lebensräume an der Korean National University of Arts in Seoul und auf dem Keochang-
International Festival of Theatre im Jahr 2005. Im Herbst des Jahres begann sie dann ihr Studium für Bühnenbild an der UdK Berlin bei Hartmut Meyer. Währenddessen entwarf sie die Ausstattung
für den experimentellen Kurzfilm „Drei“ von Hanne Klaas und nahm 2007 an der Quadriennale Ausstellung in Prag teil. In Zusammenarbeit mit Merle Vierck entwarf sie das Bühnen- und Kostümbild
für Ich im Studiosaal: Berlin Herzlos! eine Uraufführung 2007 von Miriam Salević und Roman Lemberg, welches im November 2007 in der Volksbühne Berlin als Gastspiel gastierte. Im Frühjahr 2008 gestaltete sie an der Neuköllner Oper, in enger Zusammenarbeit mit der Regisseurin Miriam Salević den Raum und die Kostüme für Mitleid nach Richard Wagners Parsifal. Es folgte Input-Output, ein 3min Kurzfilm in Zusammenarbeit mit Kevin Rumley für das RIX EUROPA Festival 2008 in Berlin im Auftrag von ELIA- European League of Institutes of the Arts. Zuletzt hat sie im Rahmen des Hochschulprojektes KO08, Bühne und Kostüm für Eine Nacht in Venedig von Johann Strauss, Regie: Roman Lemberg, entwickelt.
Symeon Ioannidis – Musikalische Leitung studierte Klavier, Geige und Dirigieren und arbeitete lange als Kapellmeister und Korrepetitor im Theater. Er konzertierte bereits
als Solist und Dirigent in Griechenland, Deutschland und Korea. Auch als Komponist ist Symeon Ioannidis tätig: Werke von ihm wurden mehrmals aufgeführt. Seit 2008 ist er Künstlerischer Leiter
des Werkstatt Orchester Dresden.
Vincent Stefan –Dramaturgie Vincent Stefan studierte Philosophie sowie Musikwissenschaft und absolvierte diverse Kompositions- und
Klavierschulen seit seiner Jugend. Als Grenzgänger zwischen theoretischen und praktischen Tätigkeitsfeldern steht - neben Lehraufträgen (UdK, HU zu Berlin) und diversen Publikationen - das
Regietheater im Zentrum seines Interesses. Parallel zu einer kontinuierlichen Mitarbeit in der Schlingensief-Factory seit 2008 und der Tätigkeit als freier Dramaturg ist er auch als Komponist
und ausführender Musiker international aktiv.
Roman Lemberg – Yniold & Musikalische Bearbeitung Roman Lemberg studiert Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik
„Hanns Eisler“ in Berlin. Im Rahmen dieses Studiums zeigte er verschiedene Regiearbeiten, zuletzt im Oktober 2008 eine Version von Johann Strauss' Eine Nacht in Venedig am HAU I. Er arbeitet
daneben häufig als Korrepetitor mit SängerInnen unterschiedlichster Stilrichtungen und kreiert Bühnen- und Filmmusiken. In den Inszenierungen seiner Kollegin Miriam Salević tritt er als Musiker und Darsteller auf. 2008 war er an der Neuköllner Oper in ihrer Parsifal-Umsetzung Mitleid als Parsifal zu sehen.
Lars Ivar Nordal – Pelléas Lars Ivar Nordal wurde 1986 in Volda an der norwegischen Westküste geboren. Im Musikgymnasium seiner Heimatstadt entdeckte er das Singen und nahm dort an
verschiedenen Musiktheaterproduktionen teil. Mit 18 Jahren begann er das Gesangsstudium bei Professor Harald Bjørkøy an der Griegakademie in Bergen. Seit 2004 studiert er bei Professor Scot
Weir an der Hochschule für Musik ”Hanns Eisler” in Berlin. Zu öffentlich gesungenen Partien gehören die Tenorpartie im Messias von Händel, der Monsieur Vogelsang in Mozarts
Schauspieldirektor, die Missa Brevis von Kodály, der Caramello in Strauß’ Eine Nacht in Venedig, der Julian in Bretóns La verbena de la Paloma, der Wenzel in Smetanas Die verkaufte Braut
sowie der Anfinomo und der Eurimaco in Monteverdis Il ritorno d’Ulisse in Patria. Im November 2008 erhielt er den 2. Preis im Juniorteil des norwegischen Bundeswettbewerbs für Gesang
(Ungdommens Musikkmesterskap).
Herdís Anna Jónasdóttir – Mélisande
Herdís Anna Jónasdóttir ist in Isafjordur, Island, geboren, wo sie ersten Unterricht in den Fächern Geige, Klavier und Gesang erhielt. Nach dem Abitur studierte sie Gesang an der
Isländischen Universität der Künste bei Prof. Elisabet Erlingsdottir. In dieser Zeit verbrachte sie ein Semester als Erasmus-Austausch-Studentin bei Prof. Martha Sharp am Mozarteum in
Salzburg. Nach ihrem Abschluss 2006 setzte sie ihr Studium im Fach Gesang bei Prof. Brenda Mitchell an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ als Direktstudentin fort. Herdís A. Jónasdóttir
war Mitwirkende bei zahlreichen Aufführungen von Theatergruppen in Island. Sie sang in verschiedenen Chören und gab zahlreiche Konzerte, u.a. mit isländischer und Neuer Musik. Im
Sommersemester 2007 übernahm sie im Opernstudio der Musikhochschule „Hanns Eisler“ Berlin die Partie der Romilda aus Xerxes von G. Fr. Händel, in der Komischen Oper sang sie im Herbst 2007 im
Chor und die Partie der Schäferin in Das Kind und der Zauberspuk (L’enfant et les sortilèges) von M. Ravel.
Martin Gerke – Golaud wurde 1982 in Hildesheim geboren, begann
seine Gesangsausbildung 1990 als Mitglied im Knabenchor Hildesheim, wo er schon früh erste Bühnenerfahrung sammeln konnte, wie z.B. als Knabe in Mozarts Zauberflöte oder einer Soloelfe in
Brittens A Midsummernightsdream. 2002 war er Preisträger auf Bundesebene bei dem Wettbewerb "Jugend musiziert". Seit 2003 studiert er Gesang bei Prof. Thomas Quasthoff, zunächst an
der HfM Detmold, seit 2004 an der HfM "Hanns Eisler" Berlin. Bei seinem Professor nahm er auch an der Masterclass The Art of Song in der Carnegie Hall in New York und in der
Philharmonie Berlin an dem Workshop Konzert Liedkunst - Kunstlied teil. Der Bariton war bereits in zahlreichen Produktionen zu erleben, u.a. 2002-2004 am Stadttheater Hildesheim in Jesus
Christ Superstar, 2004 am Landestheater Detmold als Curio in Händels Giulio Cesare, 2005 als Krusina in Smetanas Die verkaufte Braut an der Kammeroper Rheinsberg, 2006 als Papageno in Mozarts
Zauberflöte sowie im Rahmen vieler verschiedener Regieprojekte an der HfM "Hanns Eisler". Auch in der modernen Oper war Gerke in der deutschen Erstaufführung der Oper Kopernikus von
Claude Vivier als eine der Titelrollen zu sehen. Als Konzert- und Oratoriensänger machte Martin Gerke schon viele Erfahrungen, so hat er Ende letzten Jahres das Weihnachtsoratorium von Bach
in der Catedral-Magistral Madrid und im Berliner Konzerthaus gesungen. Im November letzten Jahres sang er auf Einladung des Bundespräsidenten Horst Köhler im Schloß Bellevue. Pelléas &
Mélisande ist nach Körperliche Veränderungen (HAU), Winterreise (HfM und HAU), Berlin Herzlos (HfM und Volksbühne) sowie Mitleid! nun die fünfte Produktion von Miriam Salević, in der Martin Gerke mitwirkt. [© Neuköllner Oper]
neuköllner oper, Karl-Marx-Str. 131-133, 12043 Berlin
Verkehrsanbindung: U 7 - Karl-Marx-Straße, S 41/42/46/47 – Neukölln, Bus 104 Karten 9-18 Euro, Vorbestellung unter 030 / 6889 0777, unter tickets@neukoellneroper.de
sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen www.neukoellneroper.de
Zur Inszenierung des Theater an der Wien:
Premiere: 13. Januar 09 Musikalische Leitung:
Bertrand de Billy Inszenierung & Kostüme: Laurent Pelly Bühne: Chantal Thomas Licht: Joël Adam
Mélisande: Natalie Dessay Pelléas:
Stéphane Degout Golaud: Laurent Naouri Arkel: Phillip Ens Geneviève: Marie-Nicole Lemieux Médecin / Le berger: Tim Mirfin Yniold: Beate Ritter
Radio-Symphonieorchester Wien Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)
www.theater-wien.at
Zur Inszenierung der Oper Stuttgart:
Premiere: 29. April 07
Musikalische Leitung: Tetsuro Ban
Regie und Dramaturgie: Jossi Wieler und Sergio Morabito Bühne und Kostüme: Kazuko Watanabe
Besetzung:
Arkel: Xiaoliang Li
Geneviève: Helene Schneiderman Golaud: Oliver Zwarg Pelléas: Will Hartmann Yniold: Sunhae Im Mélisande: Alla Kravchuk Arzt: Marko Spehar
www.staatstheater.stuttgart.de
Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:
Premiere: 13. Januar 07
Musikalische Leitung: Catherine Rückwardt Inszenierung: Sandra Leupold Bühne und Kostüme: Moritz Nitsche Choreinstudierung: Sebastian Hernandez-Laverny Mit:
Tatjana Charalgina / Friedemann Slenczka, Edith Fuhr, Patricia Roach; Karsten Mewes, Richard Morrison, Patrick Pobeschin, Hans-Otto Weiß.
Chor des Staatstheaters Mainz. Philharmonisches Staatsorchester Mainz
Golaud findet im Wald eine rätselhafte Fremde. Er nimmt sie mit nach Hause, heiratet sie, doch Melisande entdeckt ihre geheimnisvolle Verbundenheit zu Pelleas. Blind vor Eifersucht tötet Golaud seinen Halbbruder. Melisande bringt das Kind Golauds zur Welt. Auf dem Sterbebett spricht sie von Pelleas. Golaud bleibt einsam zurück - voller Fragen.
In seiner einzigen vollendeten Oper entfaltet Debussy auf großartige Weise Seelenvorgänge im Echoraum der Symbole. Die Partitur ist von ebenso gärender wie berückender Feinnervigkeit, in ihrer Zurückgenommenheit von einer Archaik, die direkt auf die inneren Vorgänge des Dramas verweist und im übermächtigen Schweigen noch dem Verlöschen eine Existenz sichert. Der Neuinszenierung am Staatstheater Mainz, die zugleich die Mainzer Erstaufführung des Werkes sein wird, liegt die Originalfassung ohne die nachkomponierten Zwischenspiele zu Grunde, die Debussy aus bühnentechnischen Gründen bei der Uraufführung nachträglich abverlangt wurden - eine Version erster wie letzter Hand, die nicht nur Debussys Intention einer klaren Absage an alle sinfonische Entwicklung wieder ins Zentrum rückt, sondern auch die ursprüngliche, ebenso feinsinnige wie avantgardistische Balance zwischen den einzelnen Szenen wiederherstellt. Sandra Leupold studierte in Berlin Musikwissenschaft und Opernregie bei Ruth Berghaus und Peter Konwitschny. Als Regisseurin wurde sie mit ihrer „Don Giovanni"-lnszenierung in der Berliner Kulturbrauerei bekannt, die die Zeitschrift „Opernwelt" zur „Inszenierung des Jahres 2001" kürte. Schwerpunkte ihrer Theaterarbeit, die sie inzwischen u. a. an die Opernhäuser in Leipzig, Dresden, Berlin, Zagreb, Freiburg, Eisenach, Chur, Luzern, Heidelberg und auf Einladung Simon Rattles zu den Londoner „Proms" führte, liegen auf der Barock- und der zeitgenössischen Oper. [© Staatstheater Mainz]
www.staatstheater-mainz.de
Zur Inszenierung des Theater Bremen:
Premiere: 17. November 06
Musikalische Leitung: Stefan Klingele
Inszenierung: Konstanze Lauterbach Bühne: Franz Koppendorfer Kostüme: Konstanze Lauterbach
Genoveva: Ks. Eva Gilhofer Mélisande:
Nadine Lehner, Sybille Specht Ein Arzt: Franz Becker-Urban, Allan Parkes Pelléas: Armin Kolarczyk Golaud: Loren Lang Der kleine Yniold:
Ben Parkes, Simon Pühn Arkel, König von Allemonde: Jörn Schümann
www.bremertheater.com
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Die Perlenfischer (Les pêcheurs de perles )
Oper in drei Akten von: Georges Bizet Uraufführung:
30. September 1863 (Paris, Théâtre Lyrique)
Zur Aufführung der Alten Oper Frankfurt in Kooperation mit der Oper Frankfurt:
Konzertante Aufführungen in der Alten Oper Frankfurt: 23. & 25. Februar 09
Musikalische Leitung: Christoph Poppen Chor: Matthias Köhler Leila, Priesterin: Tatiana Lisnic Nadir, Fischer: Joseph Calleja
Zurga, König: Željko Lučić Nourabad, Großpriester: Bálint Szabó Chor der Oper Frankfurt; Frankfurter Museumsorchester
Auch 2008/09 präsentiert die Oper Frankfurt in Koproduktion mit der Alten Oper konzertante Aufführungen. Nach Bellinis Norma stehen nun Die Perlenfischer von Georges Bizet (1838-1875)
auf dem Programm.
Das Interesse an Bizets erster abendfüllender Oper, die am 30. September 1863 im Pariser Théâtre Lyrique mit mäßiger Resonanz uraufgeführt wurde, erwachte erst nach
seinem Tod und im Schatten des Erfolges seines Hauptwerkes Carmen. Die Entstehung der Perlenfischer ist vor dem Hintergrund des seinerzeit herrschenden Publikumsinteresses an
exotischen Stoffen zu sehen. Bizet vertonte das Libretto von Michel Carré und Eugène Cormon in einem pseudo-orientalischen Stil, die Kritik sprach seinerzeit von „bizarreries harmoniques“.
Eine Ausnahme bildete die Einschätzung durch Hector Berlioz, der das Werk in einer seiner letzten Rezensionen besprach und darin „Expressivität, Feuer sowie Reichtum des Kolorits“ fand. In
der Aufführungsgeschichte erfuhr besonders das Opernfinale zahlreiche Veränderungen, wobei die drei Protagonisten in unterschiedlichsten Kombinationen und auf verschiedenste Arten zu Tode
kamen. In Frankfurt, wo Bizets Oper – zumindest nach dem Zweiten Weltkrieg – zum ersten Mal erklingt, wird auf die Originalversion zurückgegriffen, welche alle Hauptfiguren am Leben lässt.
Besonders das Duett von Nadir und Zurga, „Au fond du temple saint“, hat seinen festen Platz in den Klassik-Wunschkonzerten gefunden.
Die Oper spielt auf Ceylon: Einst haben die
Freunde Nadir und Zurga auf die Erfüllung ihrer Liebe zur schönen Leila verzichtet, um ihre Freundschaft nicht zu gefährden. Jahre später treffen sie neuerlich aufeinander und erinnern sich
an den geleisteten Schwur. Zurga, inzwischen zum König der Perlenfischer gekrönt, ahnt nicht, dass Nadir damals in Wahrheit seiner Liebe zu Leila nachgab. Als er dieses Geheimnis entdeckt,
unterschreibt Zurga wutentbrannt das Todesurteil. Doch es war auch die inzwischen zur Priesterin geweihte Leila, die ihm vor Jahren das Leben rettete, indem sie ihn vor seinen Verfolgern
versteckte. Als Zurga dies erkennt, lässt er die Freunde heimlich entfliehen.
„Herausragende und zu Recht umjubelte sängerische Leistungen“ attestierte kürzlich die Presse dem
Sänger-Ehepaar Tatiana Lisnic und Joseph Calleja anlässlich ihres grandiosen Erfolgs in Donizettis Lucia di Lammermoor an der Oper Frankfurt. Nun kehrt eines der internationalen „Traumpaare
der Oper“ als Leila und Nadir in Die Perlenfischer an den Main zurück. Beide Künstler sind neben Engagements an anderen großen Opernbühnen auch immer wieder in Frankfurt aufgetreten. Zehn
Jahre lang gehörte der Bariton Željko Lučić (Zurga) zum Ensemble der Oper Frankfurt. Inzwischen führt ihn seine Karriere an die großen Opernhäuser der Welt, so kehrte er
kürzlich als Giorgio Germont in Verdis La Traviata zurück an die Metropolitan Opera in New York. Aus dem Ensemble übernimmt Bálint Szabó die Partie des Großpriesters Nourabad. Die
musikalische Leitung der konzertanten Aufführungen hat Christoph Poppen, seit 2007/08 Chefdirigent der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern. [© Oper Frankfurt]
Preise am 23. Februar 2009: € 12 bis 93 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr Preise am 25. Februar 2009: € 29 bis 79 inkl. aller Gebühren
Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 oder online unter
www.oper-frankfurt.de oder
www.frankfurt-ticket.de erhältlich.
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Pimpinone Lustiges Zwischenspiel (Intermezzo giocoso) in 3 Akten
Von: Georg Philipp Telemann Text:
Johann Philipp Praetorius nach P. Pariatis “Vespetta e Pimpinone” Uraufführung: 27. September 1725 (Hamburg, Gänsemarkt-Oper)
Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:
Premiere: 10. Februar 10 (TiC für Kids)
Musikalische Leitung:
Péter Halász Inszenierung: Svenja Tiedt Licht: Jürgen Sippert – Kevin Hauck
Pimpinone: Ks. Jürgen Rust / Gregor Finke a. G. Vespetta:
Inga-Britt Andersson / Alexandra Samouilidou – JE
Pimpinone Staatstheater Maintz Inga-Britt Andersson, Johannes Paul Lesinski (Statist) Foto: Martina Pipprich
Die ebenso pfiffige wie hübsche Vespetta sucht einen Job als Hausmädchen. Bei dem alleinstehenden und wohlhabenden Pimpinone kommt sie unter und sieht eine Chance, sich finanziell zu
verbessern: Das gewitzte Mädchen betört den eingefleischten Junggesellen, sodass dieser bald um ihre Hand anhält. Doch nach der Hochzeit entpuppt sich Vespettas wahrer Charakter: Sie
geht viel lieber auf Partys und vergnügt sich – schließlich ist sie nun eine Ehefrau und kein Hausmädchen mehr! Pimpinone bereut die Heirat zutiefst, aber leider zu spät…
Vespetta, eine der ersten emanzipierten Frauen auf der Opernbühne, findet ihr Vorbild in Georg Philipp Telemanns Gattin, mit der sich der Komponist häufig stritt, und die ihn nach der Geburt
des neunten Kindes für einen schwedischen Offizier verließ. So ist es nicht verwunderlich, dass Telemann die Geschichte mit grimmigem Witz beleuchtet. Nach der Uraufführung 1725
wurde „Pimpinone“ zu Telemanns größtem Bühnenerfolg. Das Staatstheater Mainz setzt mit dieser Produktion nach dem „35. Mai“ und der „Versunkenen Stadt“ die Reihe der speziell für
Kinder inszenierten Musiktheaterstücke fort.
Svenja Tiedt studierte Musiktheaterregie u. a. bei Götz Friedrich und Peter Konwitschny in Hamburg. Sie führt immer wieder beim Jungen Musiktheater Hamburg Regie, wo sie u. a. Mozarts
„Zauberflöte“ und Humperdincks „Hänsel und Gretel“ in einer Version für Kinder in Szene setzte. Weitere Inszenierungen führten sie an die Laeiszhalle Hamburg und das Staatstheater
Oldenburg. In der Spielzeit 2006/2007 setzte sie am Staatstheater Mainz sehr erfolgreich Violeta Dinescus Kinderoper „Der 35. Mai“ in Szene. Weiterhin ist ihre Inszenierung der mobilen
Kinderoper „Die versunkene Stadt – Eine Geschichte vom Meer“ im Repertoire des Staatstheaters Mainz, die sie demnächst auch am Jungen Musiktheater Hamburg inszeniert. In der Saison
2009/2010 führt sie am Staatstheater Braunschweig bei einer eigenen „Carmen“-Adaption Regie sowie an der Deutschen Oper am Rhein bei der Kinderoper „Robin Hood“ von Frank
Schwemmer. [© Staatstheater Mainz]
www.staatstheater-mainz.de
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Pinocchio Oper in zwei Akten nach Carlo Collodi
Von: Paolo Madron und Pierangelo Valtinoni(2001/2006)
Deutsche Fassung von: Hanna Francesconi Uraufführung: 2001 (Vicenza, Teatro Olimpico) Uraufführung der Neufassung für die Komische Oper Berlin: 5. November 2006
Zur Inszenierung der Komischen Oper Berlin:
Premiere: 5. November 06, um 16:00 Uhr in der Komischen Oper Berlin
weitere Aufführungen in der Spielzeit: 10./12./17./19./26./27. November; 10./11./17. Dezember 06; 14./15. Januar 07
Musikalische Leitung: Anna-Sophie Brüning
Inszenierung: Jetske Mijnssen Choreographie: Suzann Bolick Bühnenbild: Benita Roth Kostüme: Christine Mayer Dramaturgie: Antje Kaiser
Chöre: Christoph Rosiny, Jane Richter Licht: Franck Evin
Besetzung:
Pinocchio: Karen Rettinghaus Geppetto: Hans Gröning Fee:
Susanne Kreusch Kater: Caren van Oijen Fuchs: Adrian Strooper Mangiafuoco: Tobias Hagge Sprechende Grille, Schulkinder, Esel, Fische und Kindersolisten:
Kinderchor der Komischen Oper Berlin Orchester der Komischen Oper Berlin
Mit freundlicher Unterstützung durch den Förderkreis Freunde der Komischen Oper Berlin e. V.
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Dies ist die Geschichte einer Holzpuppe, die ein richtiger Mensch werden will. Der italienische Schriftsteller Carlo Collodi erdachte vor 130 Jahren die Abenteuer der Marionette und machte
Pinocchio bei Kindern und Erwachsenen in aller Welt berühmt. Wer kennt ihn nicht, den kleinen Draufgänger und Lügner mit dem großen Herzen, mit seinen lustigen Streichen und
unglaublichen Erlebnissen? Unzählige Male wurden Pinocchios Abenteuer übersetzt, verfilmt oder auf der Theaterbühne erzählt. Immer wieder aktuell ist die Geschichte des Pinocchio als
Parabel auf das Leben und die Grundwerte, die das Mensch-Sein ausmachen.
Kaum hat der alte Schnitzer Geppetto, der sich so dringend einen kleinen Sohn wünschte, seine Holzmarionette erschaffen, wird sie lebendig und läuft von zu Hause weg. Unterwegs
begegnet Pinocchio guten und bösen Lebewesen, schwänzt die Schule, gerät aus eigener Schuld von einem Schlamassel in den nächsten, erlebt
Gefahr und Rettung, Schlaraffenland und Einsamkeit – bis er schließlich im Bauch eines riesigen Haifischs landet. Wer weiß, ob Pinocchio seinen Vater jemals wiedersähe und was aus
der frechen Puppe am Ende wohl werden würde? Zum Glück gibt es da auch liebevolle Freunde wie die gütige Fee, die sprechende Grille, die geheimnisvolle Taube oder die netten
Thunfische, die Pinocchio unterwegs immer wieder begleiten und ihn auf den rechten Weg zu bringen versuchen. Die Kinderoper entstand 2001 in der norditalienischen Stadt Vicenza und
folgt eng der Geschichte des berühmten Kinderbuches. Gemeinsam mit dem Komponisten und dem Textdichter aus Italien entstand eine Neufassung des Stückes für die deutsche
Erstaufführung an der Komischen Oper Berlin – mit noch mehr Abenteuern und Theaterzauber sowie mit einem neuen Text. Die Aufführung vereint ein junges Sängerensemble, das
Orchester und den Kinderchor der Komischen Oper Berlin auf der großen Bühne. Schwungvolle polyphone Chornummern, traditionelle italienische Opernelemente wie Arien und
Ensembleszenen, aber auch gesprochene Szenen, Tänze und sinfonisch illustrierende Passagen machen den Reichtum dieser Pinocchio-Oper aus.
Regie führt die junge holländische Regisseurin Jetske Mijnssen, die 2004 mit großem Erfolg mit Der kleine Schornsteinfeger an der Komischen Oper Berlin debütierte. Sie erzählt mit
prägnanten szenischen Mitteln die Geschichte des Pinocchio als »Theater auf dem Theater«, welches die Fee und die anderen Figuren des Stückes geheimnisvoll entfalten. In
Zusammenarbeit mit der Kostümbildnerin Christine Mayer, die bereits die Kostüme für die Uraufführung Der Reiter mit dem Wind im Haar erschuf, und mit der Bühnenbildnerin Benita Roth,
die sich erstmals an der Komischen Oper künstlerisch vorstellt, entwickelte das Regieteam eine Bilderwelt, die spielerisch zwischen dem epischen und dem phantastischen Theater
angesiedelt ist.
In den vergangenen vier Spielzeiten hat die Komische Oper Berlin ihr Programm für Kinder und Jugendliche als wesentlichen Bestandteil ihres Spielplanes kontinuierlich erweitert. Mit der
deutschen Erstaufführung der Kinderoper Pinocchio auf der großen Bühne wird der Weg konsequent weitergeführt, zeitgenössisches Musiktheater an die nachwachsenden
Generationen zu vermitteln. Pinocchio ist eine moderne Kinderoper, im wesentlichen von Kindern für Kinder gestaltet und richtet sich gleichermaßen an Kinder, Schüler und natürlich auch
anjung gebliebene Erwachsene. Zugleich entspricht die Neufassung der Oper Pinocchio von Valtinoni und Madron in Zusammenarbeit mit der Komischen Oper Berlin einer zweiten
Uraufführung des Werkes.
Handlung …
Prolog: Die Fee und die Sprechende Grille eröffnen die Geschichte. Sie erzählen von Pinocchio: Er will ein Mensch sein und benimmt sich immer daneben.
1. Akt
Der Holzschnitzer Geppetto erschafft eine hübsche Marionette aus Holz und träumt davon, dass sie lebendig sei. Schon lange wünscht er sich einen Sohn. Er tauft seine Figur Pinocchio.
Unter seinen Händen erwacht Pinocchio plötzlich zum Leben. Geppetto freut sich, aber Pinocchio stellt sofort eine Menge Ansprüche. In die Schule möchte er nicht gehen.
Geppetto, die gütige Fee und Sprechende Grille versuchen ihn zu belehren, aber Pinocchio hört nicht. Er verlässt seinen Vater, verpfändet die Schulbücher und erschlägt die Grille, deren
Mahnungen ihm lästig sind. In einem Marionettentheater legt sich Pinocchio mit dem gefährlichem Direktor Feuerfresser – Mangiafuoco – an. Er schürt Aufruhr unter seinen Brüdern, den
Marionetten des Theaters, und wirft dem Direktor vor, dass ihm nur noch langweilige Geschichten einfallen. Zwei Gendarmen sollen Pinocchio ins Feuer werfen, aber er rettet sich mit
einer List: Er verspricht, auf Abenteuersuche zu gehen und dem Direktor aufregende Geschichten, die das Leben dichtet, für sein Theater zurückzubringen. So kann er Mangiafuoco
entrinnen, sogar noch mit einem Vorschuss in der Tasche. Unterwegs gerät Pinocchio an die Betrüger Kater und Fuchs. Kater und Fuchs reden Pinocchio ein, sein Geld ließe sich im
Handumdrehen vermehren. Sie lassen sich im Wirtshaus zum Roten Krebs von Pinocchio bewirten und klauen ihm schließlich nachts das Geld. Der geprellte Pinocchio muss ein weiteres
Mal vor den Gendarmen fliehen. Einsam und traurig über die misslungenen Abenteuer, quält Pinocchio die Sehnsucht nach seinem Vater. Eine freundliche Taube kommt ihm zu Hilfe. Sie
nimmt ihn auf ihren Rücken und fliegt mit ihm die ganze Nacht über die Erde auf der Suche nach Geppetto. Schließlich setzt die Taube Pinocchio vor dem Haus ab, wo die gütige Fee wohnt.
Es ist Winter und Pinocchio begehrt heftig Einlass. Aber bevor die Türschließerin Schnecke ihm endlich öffnet, ist Pinocchio vor Kälte in Ohnmacht gefallen.
2. Akt
Pinocchio erwacht im Haus der Fee im Krankenbett. Zwei Doktoren – Rabe und Uhu – sagen sein Ende voraus, aber trotz aller Bitten und Mahnungen der Fee will Pinocchio die bittere
Medizin nicht nehmen. Er versucht, sich mit Lügen herauszuwinden, aber je mehr er lügt, desto länger wird seine Nase. Als schließlich vier Hasen kommen, um ihn in den Sarg zu legen,
nimmt Pinocchio vor Schreck nun doch die Medizin und wird gesund. Er verspricht der Fee, sich endlich zu bessern und ein guter Sohn und Schüler zu werden.
Unterwegs begegnet Pinocchio Lucignolo, einem schlechten Schüler. Der überredet ihn, mit ihm und den anderen Kindern ins Schlaraffenland mitzukommen. Dort gibt es keine Schule und
man darf faul sein. Die Kinder vergnügen sich im Schlaraffenland, aber werden am Ende alle in Esel verwandelt.
Unglücklich stürzt sich Pinocchio ins Meer. Unter Wasser begegnet er den Thunfischen, die ihm helfen, sich aus der Eselshaut zu befreien. Sie können ihm sagen, wo sein Vater ist:
Geppetto wurde auf der Suche nach seinem Sohn auf dem Meer von dem großen Haifisch verschlungen. Pinocchio beschließt, seinen Vater zu retten und wagt sich in das drohende
Haifischmaul. Im Bauch des Haifischs fallen sich Vater und Sohn in die Arme, überglücklich, einander wieder gefunden zu haben. Als der Vater verzagen will, ergreift Pinocchio die
Initiative und gelobt, sie beide aus dem Dunkel herauszubringen. Auf seinem eigenen Rücken trägt Pinocchio den Vater zurück ins Leben. Epilog: Die gute Fee und die Sprechende Grille
wachten auch diesmal über Pinocchio. Weil er aus Liebe zu seinem Vater mutig war und wie ein guter Mensch gehandelt hat, ist Pinocchio am Ende ein richtiger Junge geworden. Alle
Figuren der Oper erzählen noch einmal das Gleichnis von Pinocchios Abenteuern und ziehen die Moral aus der Geschichte.
Zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der Oper …
Die Urfassung der Oper unter dem Titel Pinocchio, die begabte Puppe mit einer frei nach dem Roman Die Abenteuer des Pinocchio von Carlo Collodi adaptierten Handlung, wurde vom
Orchester des Teatro Olimpico in Vicenza/Norditalien in Auftrag gegeben und 2001 in dem berühmten Renaissance-Theater Teatro Olimpico unter Leitung des Komponisten uraufgeführt.
Die Autoren Paolo Madron und Pierangelo Valtinoni schrieben zur ursprünglichen Idee ihrer Oper: »Alle kennen Pinocchio. Und alle wissen, aus wie vielen Episoden der Geschichte das
Buch besteht. Bei der Arbeit am Libretto mussten wir notwendigerweise einige davon – die wichtigsten – auswählen, und sie gleichzeitig einer Lesart anpassen, die – das Werk
respektierend – der persönlichen Interpretation von Librettist und Komponist unterliegt.
Dabei ist ein Pinocchio herausgekommen, der nicht nur das Kinderpublikum anspricht, sondern auch die Erwachsenen, indem er Themen wie den Traum, die Freiheit, das Verhältnis
zwischen den Generationen, Spiel und Inszenierung unterstreicht. Die Kinder und Jugendlichen sind, insofern sie speziell für sie komponierte Partien ausführen und viele wichtige Rollen
der Oper besetzen, in jeder Hinsicht fester Bestandteil des Orchesters und so etwas wie der Hauptakteur des Stückes.« Die Uraufführung erfolgte unter Mitwirkung mehrerer Kinderchöre
aus Vicenza und wurde ein großer überregionaler Erfolg.
Zur Entstehung der deutschen Fassung …
Über den Verlag Boosey & Hawkes wurde die Komische Oper 2005 auf das Werk aufmerksam und beschloss eine Aufführung des Stückes in einer neu bearbeiteten, den besonderen
Gegebenheiten der Komischen Oper und einer deutschen Erstaufführung entsprechenden Form. Sowohl die bekannte Geschichte von Pinocchio und der musikalische Reichtum der Oper
als auch die Tatsache, dass der Haupthandlungsträger der Kinderchor ist, prädestinierten das Stück für die Aufnahme in den Spielplan der Komischen Oper. In enger Zusammenarbeit der
Autoren und des Verlages mit dem Leiter des Kinderchores der Komischen Oper Berlin, Christoph Rosiny, sowie mit der Regisseurin Jestke Mijnssen, die sich bereits vielfach mit Theater
für Kinder profiliert hat und erfolgreich an der Komischen Oper mit Der kleine Schornsteinfeger debütierte, entstand im Lauf eines Jahres eine erweiterte Fassung der Pinocchio-Oper, der
sowohl zusätzliche Elemente der Handlung aus dem Roman von Collodi eingefügt wurden als auch veränderte musikdramatische Strukturen und neu hinzukomponierte Teile. Außerdem
entstand im Austausch mit dem Autoren- und Regieteam und eng angelehnt an die originelle Reimdichtung des italienischen Librettos, eine lustige deutsche Textfassung von Hanna Francesconi.
Die Neufassung der Komischen Oper Berlin berücksichtigt noch stärker die Rolle des Kinderchores als Hauptträger der Handlung und die Möglichkeit der Auffaltung des leistungsstarken
Chores der Komischen Oper Berlin in viele solistisch agierende Einzelgruppen und –figuren und legt einzelne Partien wegen der musikalischen Schlüssigkeit in die Hände erwachsener
Solisten: Pinocchio, Geppetto und Fee als die guten Protagonisten der Geschichte sowie Kater, Fuchs und Mangiafuoco als die bösen Kontrahenten werden von jungen
Ensemblemitgliedern der Komischen Oper Berlin verkörpert. Im Mittelpunkt der neuen Version wurde angestrebt, Sängerensemble und Kinderchor der Komischen Oper Berlin eine
gemeinsame repräsentative Aufgabe zu geben, und zugleich an exponierter Stelle im Spielplan ein originelles und bezauberndes musikdramatisches Werk in deutscher Fassung dem jungen
Publikum zugänglich zu machen. Die Planung der deutschen Erstaufführung als einer quasi zweiten Uraufführung der Oper auf der großen Bühne ermöglichte außerdem von Anfang an,
für die szenische Umsetzung alle Möglichkeiten der Komischen Oper hinsichtlich eines spannenden und phantastischen Theatererlebnisses einzubeziehen.
Werk …
Das vorliegende Werk stellt die erste Opernarbeit des in seiner Heimat außerordentlich populären Komponisten Pierangelo Valtinoni dar. In enger Zusammenarbeit mit dem Librettisten Paolo
Madron, der als Journalist, Librettist und Schriftsteller weit über die Grenzen Italiens hinaus bekannt wurde, schufen beide eine Version des Pinocchio-Stoffes, die weniger die moralische
Wertung als eher die Lebenslust und Abenteuerlichkeit der berühmten Hauptfigur herausstellt. Ihre Pinocchio-Figur lädt trotz aller Fehler auf ihrem Weg nachdrücklich zur Identifizierung für
die Kinder ein, ebenso wie der Weg der Läuterung und Selbsterkenntnis hin zu einem vollgültigen, der Gemeinschaft und sich selbst gegenüber verantwortlichen Menschen in allen Höhen
und Tiefen der Geschichte miterlebt werden soll. Den Figuren der gütigen Fee als Solopartie wie der Figur der Sprechenden Grille als Kinderchor gaben sie darüber hinaus die
dramaturgische Funktion, Träger einer Rahmenhandlung zu sein. Die daraus resultierende epische Struktur des Stückes, in seiner Originalform eng an das italienische Volkstheater
angelehnt, ermöglicht eine epische Erzählweise in der theatralischen Umsetzung und somit eine gezielte Distanzierung des Geschehens zum Zuschauer: die aktive Haltung des jungen
Publikums zur Geschichte des Pinocchio soll das Theatererlebnis zu einer lebendigen und selbstgestalteten Erfahrung machen.
Pinocchios Abenteuer werden als Gleichnis erfahrbar, erzählt als Parabel auf das Leben, worin die Aneignung der menschlichen Grundwerte oft Mühen und Reifeprozesse erfordert. Die
Oper verwendet alle bekannten konventionellen Formen wie Arien oder Ariosi, durchkomponierte Ensembleszenen, gesprochene Szenen im Wechsel von Chornummer, Tänzen und
sinfonischen Zwischenspielen. Valtinonis Musik vermag die Formenvielfalt erneuert zu binden aufgrund moderner Kompositionstechniken, die sich im besten Sinne einer ästhetisch
gemäßigten, gleichwohl technisch avancierten Moderne verpflichtet sehen und publikumswirksame Rhythmen und Melodien nicht ausschließen. Darüber hinaus vermitteln eine
stationenreiche Handlung, zahlreiche Anklänge an die große italienische Oper und mitreißend rhythmische Chornummern und Tänze, die der reichen Sphäre italienischer Tradition von
öffentlicher Musik entlehnt sind, die Geschichte des Pinocchio mit großer Sinnlichkeit und theatralischem Abwechslungsreichtum. Im Sinne eines aufregenden Musiktheaters für Kinder
werden alle Register gezogen, vom großen Orchester über eine vielfältige Besetzung bishin zu den bühnentechnischen Möglichkeiten, um Pinocchios Verirrungen, Läuterung und Triumph
lebendig werden zu lassen.
Inszenierungsansatz …
Jetske Mijnssen und ihr Team haben für die Inszenierung an der Komischen Oper Berlin die Idee eines »Theaters auf dem Theater« entwickelt: Die Bühnenwelt hat die Grundfarbe blau und
im »Theater der blauen Fee« erleben die Kinder die Abenteuer Pinocchios in einzelnen Stationen, wobei der Kinderchor, als Sprechende Grille Kommentator und doch zugleich in
wechselnden Kostümen auch als agierende Mitspieler der Geschichte besetzt, für die unentwegten Verwandlungen der Bühne sorgt. Zuletzt erweisen sich die Fee, die Sprechende Grille
und alle anderen Freunde oder Widersacher des Pinocchio als Theaterfiguren, und zeigen sich Wirtshaus, Zirkus, Meer und selbst der Haifischrachen als Symbole mit den Mitteln des
Theaterspiels, aus denen Pinocchio als lebendiger Junge aus der gleichnishaften Geschichte hervorgehen und das Theater verlassen kann. Benita Roth, die mit dem Bühnenbild ihr Debüt
an der Komischen Oper vorlegt, schuf eine ausgesprochen farbige und zugleich raffiniert verwandlungsfähige Theaterwelt, in welcher keines der unglaublichen Ereignisse auf Pinocchios
Weg zu kurz kommt: ob der Flug der Taube über die Erde, das Schlaraffenland, die Unterwasserwelt oder die dunklen Abgründe. Die Kostüme von Christine Mayer, die bereits phantasievoll
die Kinderoper-Uraufführung Der Reiter mit dem Wind im Haar ausstattete, geben der Aufführung ein zusätzliches Spektrum von originellen Erfindungen und Sinnenlust in der Gestaltung
aller beteiligten Figuren. Im Vorfeld der Premiere finden Einführungsworkshops für Kinder statt, versendet die Komische Oper Berlin ein umfangreiches Programmheftmaterial an Lehrer und
ihre Klassen zur Vorbereitung des Vorstellungsbesuches, gibt es weiterhin ein Komponistenporträt von Pierangelo Valtinoni mit der Voraufführung von Teilen aus der neuen Oper und es
wird ein farbiger Bastelbogen für die Kinder zu den Aufführungen erhältlich sein, damit sie sich ihren Pinocchio und das »Theater der blauen Fee« mit nach Hause nehmen können. [Text:
Antje Kaiser, stückführende Musiktheaterdramaturgin]
Karten: Kartentelefon Komische Oper Berlin 030.47 99 74 00
Montag bis Samstag 9:00 bis 20:00 Uhr, Sonntag 14:00 bis 20:00 Uhr Preise ... 8,00 bis 25,00 € (Gruppen ab 15 Schüler … 5,00 € in allen Preisgruppen) karten@komische-oper-berlin.de, www.komische-oper-berlin.de
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Pique Dame (Pikovaya Dama) Oper in drei Akten
Musik: Peter I. Tschaikowskij Text:
Modest Tschaikowskij (nach der Erzählung von Alexander Puschkin)
Uraufführung: 19. Dezember 1890, Mariinsky-Theater, St. Petersburg
Zur Inszenierung der Komischen Oper Berlin: Deutsche Textfassung von Bettina Bartz und Werner Hintze
Premiere: 25. Januar 09 Musikalische Leitung: Alexander Briger Inszenierung: Thilo Reinhardt Bühnenbild: Paul Zoller Kostüme:
Katharina Gault Dramaturgie: Ingo Gerlach, Werner Hintze Chöre: Robert Heimann Licht: Franck Evin
Besetzung: Hermann:
Kor-Jan Dusseljee Graf Tomski: Philip Horst Fürst Jeletski: Mirko Janiska Tschekalinski: Thomas Ebenstein Surin: Jan Martinik Tschaplitzki:
Peter Renz Narumow: Hans-Peter Scheidegger Die Gräfin: Anja Silja Lisa: Orla Boylan Polina: Karolina Gumos Mascha: Anna Borchers
Plutus: Ingo Witzke Chloë: Karolina Andersson Daphnis: Olivia Vermeulen Chorsolisten und Orchester der Komischen Oper Berlin
Der deutsche Ingenieur
Hermann fühlt sich in Russland als Außenseiter. Er hat zwar durchaus Karriere gemacht, aber von seinen Minderwertigkeitsgefühlen kann er sich nicht befreien. Als er herausfindet, dass Lisa
die Verlobte des Fürsten Jelezki ist, will er den Traum vom gemeinsamen Liebesglück auch gleich aufgeben. Wie soll sich ein Mädchen aus den höchsten Kreisen einer auf Oberflächlichkeiten
konzentrierten Gesellschaft für jemanden interessieren, der nicht zu den »happy few« gehört? Der Regisseur Thilo Reinhardt kehrt nach seinen vom Publikum gefeierten Hoffmanns Erzählungen an die Komische Oper Berlin zurück und will mit seiner Interpretation von Pique Dame die
Mechanismen des Scheiterns eines Lebenstraumes freilegen. Eine der großen Sängerdarstellerinnen unserer Zeit wird ihm dabei zur Seite stehen: Anja Silja gibt mit der titelgebenden Partie der
alten Gräfin ihr Debüt an der Behrenstraße. Darüber hinaus wird sie am 8. März 2009 mit dem Liederabend »Russian Romance« an der Komischen Oper Berlin zu Gast sein.
Pique Dame/Puschkin versus Pique Dame/Tschaikowski Als Pjotr I. Tschaikowski gemeinsam mit seinem Bruder das Libretto zur Oper Pique Dame erarbeitete, stützte er sich auf die
gleichnamige Novelle von Alexander S. Puschkin. Das Libretto entfernt sich allerdings weit von der Vorlage, was dem Komponisten auch des öfteren zum Vorwurf gemacht wurden. Die mit extremer
Kälte und sezierender Schärfe vorgetragene Puschkin-Erzählung vom Ingenieur Hermann, der Liebe vortäuscht, um an das Geheimnis der alte Gräfin heranzukommen und schließlich im Wahnsinn endet,
wird bei Tschaikowski die Geschichte einer großen Liebesleidenschaft, die keine Erfüllung findet. Tschaikowski kehrt die Motivation für Hermanns Handeln um: Er ist wirklich in Lisa verliebt,
die gesellschaftlich so weit über ihm steht, dass er sich keine Hoffnung auf sie machen kann. Seine einzige Chance wäre ein großer Geldgewinn. Als er hört, dass die alte Gräfin drei Karten
kennt, die einen sicheren Gewinn im Pharao-Spiel verbürgen, meint er, einen Ausweg aus seiner trostlosen Situation gefunden zu haben. Mehr und mehr ergreift der Gedanke an diese drei Karten
von ihm Besitz. Er schleicht sich bei der Gräfin ein, die aber stirbt, ohne seine Frage nach den Karten zu beantworten. Der tief verstörte Hermann halluziniert den Geist der Gräfin, der ihm
das Geheimnis verrät. Lisa, durch den Tod der Alten von einer drückenden Last befreit, ist nun bereit, alles hinter sich zu lassen, und Hermann ohne Rücksicht auf Standesfragen zu folgen.
Doch der ist so besessen von dem Gedanken an den großen Reichtum, dass er nicht mehr die Erfüllung seiner Liebessehnsucht, sondern den Gewinn im Spiel für sein eigentliches Ziel hält. Er
stößt Lisa von sich, setzt alles, was er hat, auf die drei Karten, verliert und tötet sich selbst. Man hat Tschaikowski immer wieder vorgeworfen, mit dieser Umgestaltung der Vorlage den
Stoff, wie er von Puschkin überliefert ist, trivialisiert und »operngerecht « zurechtgestutzt zu haben. Bei genauerer Betrachtung stellt sich aber heraus, dass er nichts weiter getan hat, als
die Novelle in eine bühnenwirksame Handlung zu verwandeln, die einige Motive von Puschkin übernimmt, aber eigentlich sowohl im Hinblick auf die erzählte Geschichte als auch im Hinblick auf
den Grundvorgang ganz eigenständig ist. Tschaikowski erzählt die Geschichte des Versinkens in einer Neurose, die durch die Unerfüllbarkeit des Glücksanspruchs des männlichen Helden
ausgelöst wird. Je näher Hermann dem Ziel seiner Wünsche – der Vereinigung mit Lisa – kommt, desto mehr verliert er dieses Ziel aus den Augen, und desto mehr schiebt sich an seine Stelle das,
was eigentlich das Mittel hätte sein sollen: Der Gewinn einer großen Geldsumme durch das Geheimnis der alten Gräfin, wodurch das Leben mit der geliebten Frau ermöglicht werden sollte.
Inszenierungsansatz Für diese dramaturgische Konstellation ist es höchst bezeichnend, dass Hermann nach dem Tod der Gräfin sein Ziel eigentlich schon erreicht hat: Lisa glaubt ihm,
dass er die Alte nicht absichtlich getötet hat, und ist bereit, sich und ihr Leben seinen Händen anzuvertrauen. Aber die Sucht nach dem Geld und dem Gewinn, die Hermann seine Bedeutung in
dieser Welt zu verbürgen scheinen, hat seine Psyche inzwischen so stark in Beschlag genommen, dass er dies nicht mehr erkennen kann und Lisa und sich selbst ins Unglück stürzt. Thilo
Reinhardts Inszenierungskonzeption zielt darauf, diese tragische Verstrickung, die zwangsläufig zur Verfehlung des Ziels und zum Verlust des Lebensglücks führt, in den Mittelpunkt der
Handlung zu stellen. Auf diese Weise wird offensichtlich, dass Tschaikowski mit der Umgestaltung des Stoffes keine Sentimentalisierung, sondern vielmehr eine Schärfung der Konturen erreicht
hat, die es ermöglicht, aus der durch ihre lakonische Kälte faszinierenden Novelle ein erschütterndes Drama menschlicher Leidenschaften zu machen. Dementsprechend macht Thilo Reinhardt Pique Dame nicht
zu der großen Ausstattungsoper, als die man Tschaikowskis Komposition häufig sieht, sondern konzentriert sich in dem von Paul Zoller entworfenen Einheitsbühnenbild auf den fortschreitenden
Wahnsinn Hermanns und dem damit verbundenen Scheitern des Lebenstraumes zweier Menschen. Die Handlung verlegt er ins postsozialistische Russland. Im Umfeld einer auf Äußerlichkeiten
konzentrierten materialistischen Gesellschaft lässt sich die Pique Dame heute ebenso glaubhaft erzählen wie in dem streng hierarchisch geordneten militaristischen Zarismus, in dem
Tschaikowski seine Oper spielen lässt. [ © Text: Werner Hintze (Chefdramaturg der Komischen Oper Berlin]
Alle Termine der Spielzeit 2008/09:
Einführungsmatinee: 11. Januar 09, 12:00 Uhr Premiere: 25. Januar 2009 , um 19:00 Uhr in der Komischen Oper Berlin Weitere Aufführungen in der Spielzeit:
30. Januar, 8./11./14./27. Februar, 10./16. März, 4. April, 2./8. Mai, 18. Juli 2009, jeweils 19:00 Uhr Lieberabend Anja Silja & Andrej Hoteev (Klavier):
»Russian Romance«: 8. März 2009, 20:00 Uhr
Karten: Kartentelefon Komische Oper Berlin 030.47 99 74 00 (Montag bis Samstag 9:00 bis 20:00 Uhr, Sonntag 14:00 bis 20:00 Uhr)
Preise (Pique Dame): 8,00 bis 62,00 € (Gruppen ab 15 Schüler: 5,00 € in allen Preisgruppen) Premierenpreise (Pique Dame): 12,00 bis 93,00 €
Preise für den Liederabend Anja Silja: 12,00/22,00/32,00 € karten@komische-oper-berlin.de , www.komische-oper-berlin.de
Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
Premiere: Sonntag, 6. November 05
Wiederaufnahme 2007/08: 18. Januar 08 (Weitere Vorstellungen: 20., 24., 26. Januar und 2. Februar 08) Wiederaufnahme 2006/07: 16. März 07
Musikalische Leitung:
Sebastian Weigle / Lothar Zagrosek / Sian Edwards
Regie: Christian Pade Bühnenbild und Kostüme: Alexander Lintl Dramaturgie: Norbert Abels Licht: Olaf Winter Chor:
Alessandro Zuppardo
Besetzung:
Lisa: Danielle Halbwachs / Danielle Halbwachs / Anja Kampe Hermann: Mikhail Davidoff / Frank van Aken / Frank van Aken Tomski: Johannes Martin Kränzle / Alexej Markov / Johannes Martin Kränzle / Johannes Martin Kränzle Jeletzki: Rodion Pogossov / Zeljko Lucic / Michael Nagy Surin: Franz Mayer / Franz Mayer / Franz Mayer Tschaplitzki: Peter Marsh / Jussi Myllys / Jussi Myllys Tschekalinski: Hans-Jürgen Lazar / Hans-Jürgen Lazar / Peter Marsh Gräfin: Elzbieta Ardam / Elzbieta Ardam / Elzbieta Ardam Pauline:
Federica Proietti / Stella Grigorian / Jenny Carlstedt
Narumow: Florian Plock / Soon-Won Kang / Florian Plock Mascha: Taiana Press
grün = Wiederaufnahme Saison 2006/07
rot = Wiederaufnahme Saison 2007/08
1890 in St. Petersburg uraufgeführt, handelt diese Oper von dem verarmten Offizier
Hermann, der auf der Suche nach den drei Spielkarten, mit denen man niemals verliert, über Leichen geht. Er schlägt das Glück mit der jungen Lisa aus und geht schließlich an seiner
Spielleidenschaft zu Grunde.
„Die Inszenierung der Pique Dame (...) lebt von einem grandiosen Einfallsreichtum an Bildern, einem faszinierenden Spiel mit Symbolen, Farben, Licht- und
Spiegeleffekten, und doch ist dieses Psychogramm eines Besessenen auf verblüffende Weise dezent, ja subtil gezeichnet.“ So stand in einer Kritik zu lesen, die nach der Premiere am 6. November
2005 – also in der Spielzeit 2005/06 – erschien. Nun wird die 1890 in St. Petersburg uraufgeführte Oper in drei Akten von Peter I. Tschaikowski (1840-1893) in der Regie von Christian Pade zum
zweiten Mal wiederaufgenommen. Sie handelt von dem verarmten Offizier Hermann, der auf der Suche nach drei Spielkarten, mit denen man niemals verliert, über Leichen geht. Er verschuldet
den Tod der alten Gräfin, verzichtet auf das Glück mit deren Nichte Lisa und geht schließlich an seiner Spielleidenschaft zu Grunde. Die thüringische Sopranistin Anja Kampe debütiert
anlässlich dieser Aufführungsserie in der Partie der Lisa an der Oper Frankfurt. Erste Berufserfahrung sammelte die Sängerin an der Accademia dei Canto der Mailänder Scala. 2002 gab sie als
Freia in Wagners Das Rheingold ihr Debüt bei den Bayreuther Festspielen und sang im Jahr darauf u.a. Sieglinde in Die Walküre neben Placido Domingos Siegmund in Washington. Zu ihren Plänen
gehören u.a. Senta in Der fliegende Holländer an der Bayerischen Staatsoper in München. Alle weiteren Umbesetzungen werden aus dem Ensemble der Oper Frankfurt vorgenommen: So sind erstmals in
dieser Produktion Michael Nagy (Fürst Jeletzki) und Jenny Carlstedt (Pauline) vertreten. Alle weiteren Sängerinnen und Sänger haben ihre Partien bereits entweder in der Premieren- oder der
Wiederaufnahmenserie gesungen, angeführt von Frank van Aken (Hermann) und Johannes Martin Kränzle (Graf Tomski). Die musikalische Leitung hat diesmal die englische Dirigentin Sian Edwards,
die sich in Frankfurt bereits u.a. mit Brittens Peter Grimes (2000/01) vorgestellt hat.
Besprechung der Aufführung
Bericht von der Einführungsveranstaltung Oper Extra zu “Pique Dame”
www.oper-frankfurt.de
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Platée Ballet-bouffon in einem Prolog und drei Akten
Von: Jean-Philippe Rameau Libretto:
Adrien-Joseph le Valois d'Orville Uraufführung: 31. März 1745 (Versailles, Grande Ecurie)
Zur Inszenierung des Theater Augsburg: (Gemeinschaftsproduktion
von Ballett und Musiktheater)
Premiere: 19. April 09
Musikalische Leitung: Friedemann Seitzer Inszenierung: Peer Boysen Choreographie:
Philipp Egli Einstudierung der Chöre: Karl Andreas Mehling Dramaturgie: Ralf Waldschmidt
Besetzung:
Thespis: Florian Mock Thalie:
Ai Ichihara Amour: Sophia Christine Brommer Momus: Christian Tschelebiew Un Satyre: Jan Friedrich Eggers Platée: Frederik Akselberg Cithéron:
Manuel Wiencke Jupiter: Per Bach Nissen Mercure: Seung-Hyun Kim Junon: Kerstin Descher Ballettensemble: Christine Ceconello, Svenya Höhle, Natalia
Fioroni, Janet Sartore de Luca, Ceren Yavan, Lucyna Zwolinska, Abel Cruz dos Santos, Alex Frei, Stéphen Delattre, Armando Gonzales Besa, Dejan Kolarov, Andrii Lytvynenko, Maiko Arai
Auch Kröten brauchen Liebe – Eine französische Barockoper über fiese Götter und traurige Amphibien Platée ist Ballett und Oper zugleich. Jean-Philippe Rameau (1663–1764) gelang damit eines der spektakulärsten Werke des französischen Barock. Ein Prolog unter dem Titel Die
Geburt der Komödie erzählt, wie Thespis beschließt, ein Schauspiel auf die Bühne zu bringen, das Götter und Menschen gleichermaßen verspottet. Die Titelheldin jenes „Ballet-bouffon“, das
Rameau 1745 für die Hochzeit des Dauphin in Versailles komponierte, ist – eine Kröte. Genauer eine Nymphe in amphibischer Gestalt, die vor Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung beinahe zu
platzen droht. Die Götter spielen ein grausames Spiel mit ihr: Weil Jupiter einmal mehr seine eifersüchtige Gattin Juno besänftigen muss, täuscht er vor, Platée zu lieben und trägt ihr die
Ehe an. Als die groteske Braut von Juno entdeckt wird, überschütten die Götter sie mit Hohn und Spott. Gedemütigt kann Platée sich nur noch durch einen Sprung in ihren Sumpf aus der Affäre
ziehen. Komik und Tragik, Tanz und Gesang, verbinden sich zu einem faszinierenden Werk, das in der Opernliteratur einzigartig dasteht. [© Theater Augsburg]
www.theater.augsburg.de
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Porgy and Bess American Folk Opera in drei Akten
Musik: George Gershwin Text:
Edwin du Bose heyward, nach dem Schauspiel “Porgy” von Ira Ger Gershwin
Uraufführung: 10. Oktober 1935 (Alvin Theater, New York) Ort und Zeit:
Charleston (South Carolina, um 1870) Aufführungsdauer: ca. 2 1/2 Stunden Verlag: Tams-Witmark, New York
Deutschsprachige Erstaufführung:
16. September 1950 (Opernhaus Zürich) Übersetzung: Ralph Benatzky
Michael Brenner für BB Promotion GmbH präsentiert zum 75. Bühnenjubiläum von George Gershwins Meisterwerk
Das einzigartige Bühnenereignis in herausragender Besetzung zur „Summertime“ 2010
„In meiner Komposition finden sich Elemente, die noch nie zuvor in eine Oper eingeflossen sind. […] Ich hatte die Hoffnung, in der amerikanischen Musik etwas geschaffen zu haben, das
vielen, nicht nur einigen wenigen, gefallen würde. Ich wollte, dass die Oper unterhaltend sein sollte.“ George Gershwin
Leidenschaft und Lebenslust und ein Hauch von „
Summertime“ – es ist diese ganz besondere magisch spirituelle Kraft afroamerikanischer Kultur, die aus einer armseligen Gasse mit
windschiefen Fischerhütten im Hafenviertel von Charleston in die Außenwelt dringt und diesen bescheidenen Schauplatz zum Dreh- und Angelpunkt eines der weltweit erfolgreichsten
Musikdramen in der Theatergeschichte werden lässt: Die Catfish Row in George Gershwins bewegendem Meisterwerk PORGY AND BESS.
Inspiriert von den hinreißenden Spiritual- und Gospelchorälen, den jazzigen Rhythmen des frühen Swing und ursprünglichen Blues, schuf George Gershwin eine bis heute beispiellos zu
nennende Partitur mit unvergessenen Melodien wie
Summertime, It Ain´t Necessarily So, I Got Plenty O’Nuttin’ oder Bess, You Is My Woman Now, die einem Millionenpublikum zu Evergreens wurden und eine große Epoche des amerikanischen
Musiktheaters charakterisieren. In einem faszinierenden Kaleidoskop fügt sich die schicksalhafte Liebesgeschichte zwischen dem verkrüppelten Bettler Porgy und der leichtlebigen Bess zu
einem authentisch eindrücklichen Sittengemälde zu Beginn der 1930er Jahre, das mit unbändiger Leidenschaft, überbordender Vitalität und packender Dramatik die innerste Seele einer
afroamerikanischen Siedlung im Süden der USA offenbart.
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Porgy & Bess Foto: BB-Promotion
Schon mit den ersten Takten der Ouvertüre findet sich der Zuschauer inmitten des lebendigen Treibens der Bewohner der Catfish Row, über die der schwül-heiße Sommer seine flirrende
Hitze verströmt. Unweigerlich gefangen im Sog des dichten Geschehens, lacht, bangt und weint das Herz mit all diesen Menschen einer Gemeinschaft, die sich auch den ärgsten Geschicken
mit Witz, Mut und unbändiger Kraft entgegen stellt.
Vor 75 Jahren am Broadway als damals aktuelles Vermächtnis der noch jungen amerikanischen Geschichte uraufgeführt, präsentiert sich das aufwendige Theaterereignis mit nach wie vor
über 50 Mitwirkenden auf der Bühne, darunter herausragende Starsolisten und ein stimmgewaltiger Chor, sowie einem exzellenten Orchester, heute als eine wahre Rarität. Mit der
Verfügung, zur Wahrung seiner Authentizität die Aufführung des in der gesamten Opernliteratur beispiellos einzigartigen Werkes ausschließlich mit der Besetzung schwarzer Darsteller zu
lizensieren, ist PORGY AND BESS nahezu ausnahmslos nur in selten zu realisierenden Gastspielen zu erleben.
Das New York Harlem Theatre unter der künstlerischen Leitung von William Barkhymer nimmt sich seit Jahren dieser herausfordernden Aufgabe mit Hingabe an und bringt als weltweit
einziges Ensemble die international gefeierte Inszenierung der Broadway-Berühmtheit Baayork Lee grenzübergreifend auf die Bühnen der renommiertesten Theater und Opernhäuser.
Anlässlich des denkwürdigen Bühnenjubiläums, das seinen ehrenvollen Auftakt zu Beginn dieses Jahres in der Kinoveröffentlichung des ambitionierten Dokumentarfilms „Porgy & Me“ unter
Mitwirkung des New York Harlem Theatre fand, ist es dem Team von BB Promotion ein besonderes Vergnügen, Gershwins bewegendes Meisterwerk für einige wenige, hochkarätige
Sommergastspiele in Deutschland exklusiv zu präsentieren.
Freuen Sie Sich auf einen unvergesslichen Abend mit dem besonderen Hauch von „Summertime“ im Jubiläumsjahr von PORGY AND BESS an der Oper Leipzig, dem Bremer Musical Theater,
der Kölner Philharmonie im Rahmen des 23. Kölner Sommerfestivals sowie an der Komischen Oper Berlin und dem Nationaltheater Mannheim.
Tickets für die Oper Leipzig vom 29. Juni bis 4. Juli 2010
sind über die regionale Ticket-Hotline 0341 – 1 261 261 erhältlich. Tickets für das Musical Theater Bremen vom 6. bis 14. Juli 2010 sind über die regionale Ticket-Hotline 0421 – 35 36 37 erhältlich. Tickets für die Philharmonie Köln vom 16. bis 25. Juli im Rahmen des Kölner Sommerfestivals
sind über die regionalen Ticket-Hotlines 0221 – 2801 und 0221 – 280 280 erhältlich. Tickets für die Komische Oper Berlin vom 27. Juli bis 1. August 2010 sind
Sie über die regionale Ticket-Hotline 030 – 479 974 erhältlich. Tickets für das Nationaltheater Mannheim vom
3. bis 8. August 2010 sind Sie über die regionale Ticket-Hotline 0621 – 10 10 11 erhältlich.
Tickets für alle Veranstaltungen gibt es zudem unter der nationalen Tickethotline 0180-51 52 53 0*, im Internet auf www.bb-promotion.com sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen.
* 0,14 €/Min. aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 0,42€/Min.
Zur Inszenierung der Deutschen Oper Berlin:
Premiere: 4. Juli 08
Musikalische Leitung: Willie Waters Inszenierung:
Angelo Gobbato Bühne, Kostüme: Peter Cazale Chöre: Albert Horne Porgy: Xolela Sicaba / Otto Maid Bess: Pauline Malefane / N. N. Crown:
Kaiser Nkos Serena: Michelle Saldanha Clara: Philisa Sibeko / Pretty Yende TBC Maria: Miranda Tini / Noluthando Millie Jake: Ntobeko Rwanqa
Sportin' Life: Marcus Desando
Cape Town Opera Voice of the Nation Choru Orchester der Deutschen Oper Berlin / Berliner Symphoniker
Eine Co-Produktion mit der Cape Town Opera und der Den Norske Opera Oslo. www.deutscheoperberlin.de
Michael Brenner for BB Promotion in Kooperation mit Alte Oper Frankfurt und Birk Events präsentierten eine Produktion von New York Harlem Theatre
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Vom 14. Dezember 04 bis zum 31. Dezember 04 in der Alten Oper Frankfurt
Zwischen Oper und Musical gibt es keine klaren Grenzen und wurden auch nie gezogen. Musical ist ein Mix aus Oper, Operette, Singspiel, Show und Revue. So wundert es auch nicht,
wenn man hier in Europa Georg Gershwins “Porgy and Bess” als amerikanische Volksoper bezeichnet, während der Amerikaner da mehr auf den Oberbegriff Musical besteht.
Gershwin der 1898 als Sohn russisch-jüdischer Immigranten in Brooklyn geboren wurde, beschäftigte sich schon als 6jähriger mit der Musik und schrieb mit 14 Jahren schon seine eigenen
Songs. Am 12. Februar 1924 wurde in New York Gershwins “Rhapsody in Blue” uraufgeführt, die bis heute als eines der besten Stücke ernster Musik gilt. Gershwins Faszination für den
Roman sowie für das Theaterstück Porgy von Edwin DuBose und Dorothy Heyward führten zur intensiven Auseinandersetzung mit der Kultur der Schwarzen in den Südstaaten von
Amerika. Ergebnis war die American Folk Opera “Porgy and Bess”. Die Vorpremiere am 30.09.1935 war ein voller Erfolg, obwohl das Musical nur von “Schwarzen” spielt wurde. Die
Premiere am 10.10.1935 wurde, entgegen der Vorpremiere, sehr zurückhaltend und abweisend aufgenommen. Das Werk wurde als halbherzige Mischung aus Oper und Musical
bezeichnet. So war es auch nicht verwunderlich, dass “Porgy and Bess” nach 124 Vorstellungen abgesetzt wurde. Der Durchbruch kam erst am 22.01.1942 durch eine Neuinszenierung,
in welcher der Operncharakter des Werkes aufgehoben wurde. Die Wiederaufnahmepremiere war wesentlich erfolgreicher als 1935 und verhalf dem Musical zum Durchbruch. Es spielte 8
Monate im New Yorker Majestic Theatre. Gershwin jedoch sollte diesen Erfolg nicht mehr erleben. Er verstarb am 11. Juli 1937 an den Folgen eines Gehirntumors. 1943 fand das Musical
seinen Weg nach Europa, wo es am 27. März in Kopenhagen aufgeführt wurde. Am 16.09.1950 fand im Züricher Opernhaus die deutschsprachige Erstaufführung statt. “Porgy and Bess”
wurde 1977 als “Bestes Revival” mit der begehrten Musicalauszeichnung, dem Antoinette Perry Award ("Tony"), ausgezeichnet.
“Porgy and Bess” ist eine American Folk Opera mit tragischem Grundton. Die Bewohner des Farbigenviertels Catfish Row leben in ärmlichen Verhältnissen. Der Fischfang bringt nicht viel
ein. Das Wenige, das die Männer verdienen, verspielen sie beim Würfelspiel. An einem Sommerabend sitzen Fischer und Baumwollarbeiter beim Würfelspiel. Der brutale Crown, betrunken
wie immer, kommt mit Bess hinzu. Als Crown verliert kommt es zum Streit mit Robbins, der im Kampf mit Crown, von ihm erschlagen wird. Crown flieht. Bess sucht einen Unterschlupf, wird
jedoch von allen abgewiesen. Der verkrüppelte Porgy, der sich nur mit Hilfe eines primitiven Rollwagens fortbewegen kann und schon immer etwas für Bess übrig hatte, nimmt sie auf.
Am nächsten Abend findet bei der Witwe Serena die Trauerfeier für den getöteten Robbins statt. Ein Detektiv kommt vorbei und greift sich den schwerhörigen Peter, der Crown als Täter
verrät. Ein gutmütiger Beerdigungsunternehmer hilft Serena ihren Mann zu bestatten.
Einen Monat später. Die Fischer sitzen in der Catfish Row zusammen und flicken ihre Netze. Frazier, ein windiger Rechtsanwalt, verkauft dem in Bess verliebten Porgy eine
Scheidungsbescheinigung von Crown und Bess, obwohl diese nie zusammen verheiratet waren. Der smarte Sportin Life der mit Rauschgift handelt, macht sich an Bess ran - scheitert aber
. Porgy überredet Bess mit zu einem Fest auf die Insel Kittiwah zu fahren. Auf der Insel trifft Bess auf Crown, der sich auf der Insel vor der Polizei versteckt hält. Bess bleibt bei ihm.
Nach einigen Tagen kehrt Bess schwer erkrankt von der Insel in die Catfish Row zurück. Nachdem Bess von Serena gesund betet wurde, kehrt sie zu Porgy zurück und bittet diesen um
Beistand gegen Crown.
Über den Ort bricht ein schwerer Sturm herein. Während draußen der Sturm tobt, finden sich alle bei Serena ein und suchen Zuflucht im Gebet. Crown erscheint und will Bess zurück holen
. Als bemerkt wird, dass Jakes Boot gekentert ist, überreicht Clara ihr Baby an Bess und stürzt hinaus in den Sturm. Crown eilt ihr nach, um sie zurück zu holen - vergebens.
Am nächsten Abend trauern alle um Jake, Clara und die anderen Opfer des Sturms. Der zwielichtige Sportin Life lässt durchblicken dass Crown nicht unter den toten ist und noch lebt. Bess
erklärt sich bereit, sich um Claras Baby zu kümmern. Nun endlich wird Bess von den Bewohnern der Catfish Row akzeptiert und in die Gemeinschaft eingegliedert. Crown kommt zurück um
Bess zu holen. Es kommt zum Streit zwischen Porgy und Crown. Crown zieht ein Messer, stürzt, fällt in sein eigenes Messer und stirbt. Der Detektiv nimmt die Ermittlungen auf, stößt aber
auf beharrliches Schweigen der Catfish Row-Bewohner. Er nimmt den verdächtigen Porgy mit. Bess kann die Einsamkeit nicht länger ertragen und verfällt den Werbungen von Sportin Life.
Sie geht mit ihm nach New York, wo das Leben besser als in der Catfish Row sein soll. Nach einer Woche stellt sich Porgys Unschuld heraus. Er wird aus der Haft entlassen und vermisst
Bess. Als er erfährt, dass sie mit Sportin Life nach New York gegangen ist, macht sich der Krüppel auf um, sie in der großen Stadt zu suchen.
Soweit die Geschichte aus Tragik und Leidenschaft. Sie wird untermalt mit der einzigartigen Mischung aus Blues- und Jazzelementen, Spirituals und klassischer Musik, untermauert mit
modernen symphonischen Klängen.
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Der Prinz von Homburg Oper in drei Akten
Musik: Hans Werner Henze Text:
Ingeborg Bachmann nach dem Schauspiel von Heinrich von Kleist Uraufführung: 22. Mai 1960 (Hamburg, Staatsoper)
Zur Neuproduktion des Theater an der Wien:
Premiere: 12. November 09
Musikalische Leitung: Marc Albrecht Inszenierung: Christof Loy Bühne: Dirk Becker
Kostüme: Herbert Murauer Choreografische Mitarbeit: Thomas Wilhelm Licht: Bernd Purkrabek
Besetzung:
Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg:
John Uhlenhopp Die Kurfürstin: Helene Schneiderman Prinzessin Natalie von Oranien: Britta Stallmeister Prinz Friedrich Artur von Homburg:
Christian Gerhaher Obrist Kottwitz: Frode Olsen Graf Hohenzollern: Johannes Chum Feldmarschall Dörfling: Andreas Scheibner Erste Hofdame:
Simona Eisinger Zweite Hofdame: Nina Tarandek Dritte Hofdame: Jaroslava Pepper Erster Offizier: Stefan Reichmann Zweiter Offizier:
Andreas Jankowitsch Dritter Offizier: Rupert Bergmann Erster Heiduck: Erik Årman Zweiter Heiduck / Wachtmeister: Christian Kostal Orchester:
Wiener Symphoniker
Das Libretto für die dreiaktige Oper verfasste Ingeborg Bachmann nach dem gleichnamigen Schauspiel von Heinrich von Kleist. Stehen bei Kleist noch die Schlacht,
der Gehorsam und die Strafe im Mittelpunkt, so rückt Henze in seiner Oper den Traum, die Liebe, den Garten und den spielerischen Menschen ins Zentrum des Geschehens. Er schuf ein bewegendes
Musikdrama um Liebe, Freiheit und Verantwortung, das 1960 in Hamburg uraufgeführt wurde.
Christof Loy, einer der renommiertesten deutschen Opernregisseure und bereits zum vierten Mal
mit einer Regiearbeit am Theater an der Wien vertreten, zeichnet für die Inszenierung dieser Neuproduktion verantwortlich. Unter der musikalischen Leitung von Marc Albrecht spielen die Wiener
Symphoniker. Als Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg ist der Tenor John Uhlenhopp, als seine Kurfürstin Helene Schneidermann, als Prinzessin Natalie Marlis Petersen und als Prinz
Friedrich Artur von Homburg ist Christian Gerhaher zu hören.
www.theater-wien.at
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Alle Angaben ohne Gewähr
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