kulturfreak

Opern- & Musiktheater-Stückeinfos: L

Lady Macbeth des Mzensker Landkreises (Ledi Makbet Mzenskogo ujesda)

Musik: Dmitri D. Schostakowitsch
Text: Alexandr G. Preis und Dmitri D. Schostakowitsch nach der gleichnamigen Novelle von Nikolai S. Leskow
Uraufführung 1. Fassung: 22. Januar 1934 (Leningrad, Maly-Theater)
Uraufführung 2. Fassung (Katerina Ismailowa): 8. Januar 1963 (Moskau, Akademisches Musikalisches Theater)

Lakmé
Oper in drei Akten

Von: Léo Delibes
Libretto: Pierre Edmond Julien Gondinet und Philippe-Émile-François Gille
Uraufführung: 14. April 1883 (Paris; Opéra-Comique)

Zur Inszenierung der Oper Bonn:
Eine Koproduktion mit Opéra-Théâtre de Metz-Métropole

Premiere: 29. Januar 12

Musikalische Leitung: Stefan Blunier/Robin Engelen
Inszenierung: Paul-Emile Fourny
Bühne: Benoit Dugardyn
Choreinstudierung: Sibylle Wagner

Besetzung:

Lakmé:
Miriam Clark/Aleksandra Kubas
Mallika: Susanne Blattert/Kathrin Leidig
Mistress Bentson: Anjara I. Bartz
Ellen: Julia Kamenik
Rose: Charlotte Quadt
Gérald: Alexandru Badea/Mirko Roschkowski
Nilakantha: Ramaz Chikviladze/Renatus Mészár
Frédéric: Giorgos Kanaris
Hadji: Carles Prat

Chor des THEATER BONN
Beethoven Orchester Bonn

www.theater-bonn.de

Zur Inszenierung des Theater Trier:

Premiere:
22. Januar 11

Musikalische Leitung: GMD Victor Puhl
Inszenierung: Bruno Berger-Gorski
Bühnenbild: Thomas Dörfler
Kostüme: Claudia Caséra
Chöre: Angela Händel
Dramaturgie: Dr. Peter Larsen

Besetzung:

Lakmé, Tochter des Hindupriesters Nilakantha:
Adréana Kraschewski
Mallika, ihre Dienerin: Claudia-Denise Beck
Ellen: Evelyn Czesla
Rose: Angela Pavonet
Gérald // britischer Offizier: Andreas Wagner
Nilakantha // Brahmane, Hindupriester: Alexander Trauth
Frédéric // britischer Offizier: Carlos Aguirre
Hadji: Peter Koppelmann
Mrs. Benson: Vera Ilieva
Un Domben: Sergej Snegirev / Wolfram Winter
Chinois: Joong-Uk Chung / Yuri Dolgopolov,Fernando Gelaf
Kouravars: Tim Heisse, Evgeny Iakovklev

Opernchor und Extrachor des Theaters Trier
Statisterie des Theaters Trier
Philharmonisches Orchester der Stadt Trier

Ein Hindutempel in Indien. Lakmé, die Tochter eines fanatischen Brahmanenpriesters, lebt abgeschieden von der Welt im unantastbaren Tempelbezirk. Zwei Offizieren – Gérald und Frédérik – gelingt es, in den heiligen Hain einzudringen. Als Gérald auf Lakmé trifft, ist er hingerissen von ihr – eine geheime Liebesbeziehung entwickelt sich. Doch die Verletzung des für Ungläubige verbotenen Ortes wird von den Fanatikern unnachgiebig verfolgt. Lakmé und Gérald sehen keine Chance für einen Ausweg…

Die am 14. April 1883 in der Pariser Opéracomique uraufgeführte LAKMÉ gehört in Frankreich und im englischsprachigen Raum zum festen Opernrepertoire. Léo Delibes, der in Deutschland vor allem durch sein Ballett COPPÉLIA bekannt geworden ist, weist mit dem exotischen Bühnenwerk nach dem Roman „Rarahu“ von Pierre Loti visionär in eine Zukunft, in der die Konfrontation der Kulturen und Religionen in zunehmendem Maße globale Züge angenommen hat. Mit dieser in Deutschland selten gespielten Oper akzentuiert das Theater Trier das Spielzeitmotto „welt.eroberung“ im Musiktheater. [© Theater Trier]

www.theater-trier.de

Die Liebe der Danae
Heitere Mythologie in drei Akten

Von: Richard Strauss
Text: Joseph Gregor (mit Benutzung eines Entwurfes von Hugo von Hofmannsthal)

Uraufführung: 14. August 1952 (Salzburg, Salzburger Festspiele ~ Großes Festspielhaus)

Zur Inszenierung der Deutschen Oper Berlin:

Premiere:
23. Januar 11

Musikalische Leitung: Andrew Litton
Inszenierung: Kirsten Harms
Bühne: Bernd Damovsky
Kostüme: Dorothea Katzer
Dramaturgie: Andreas K. W. Meyer
Licht: Manfred Voss
Chöre: William Spaulding
Künstlerische Produktionsleitung: Christian Baier

Besetzung:

Jupiter:
Mark Delavan
Merkur: Thomas Blondelle
Pollux: Burkhard Ulrich
Danae: Manuela Uhl
Xanthe: Hulkar Sabirova
Midas: Matthias Klink
Vier Könige: Paul Kaufmann /  Clemens Bieber / Nathan De’Shon Myers / Hyung-Wook Lee
Semele: Hila Fahima
Europa: Martina Welschenbach
Alkmene: Julia Benzinger
Leda: Katarina Bradic

Chor der Deutschen Oper Berlin
Orchester der Deutschen Oper Berlin

www.deutscheoperberlin.de

Die Liebe zu den drei Orangen
Oper in einem Vorspiel und vier Akten

Von: Sergej Prokofjew
Uraufführung: 30. Dezember 1921, Chicago (Auditorium)

Zur Inszenierung des Münchner Gärtnerplatztheaters:

Premiere:
6. Mai 11

Musikalische Leitung: Anthony Bramall
Inszenierung: Immo Karaman
Choreografie: Fabian Posca
Bühne und Kostüme: Timo Dentler und Okarina Peter

Besetzung:

König Treff:
Stephan Klemm
Der Prinz, sein Sohn: Tilmann Unger
Prinzessin Clarisse: Franziska Rabl
Leander, Erster Minister: Gary Martin
Truffaldino, ein Spaßmacher: Cornel Frey
Pantalon, Höfling: Daniel Fiolka
Der Zauberer Tschelio: Derrick Ballard (altern. mit  Kouta Räsänen a.G.)
Fata Morgana, Zauberin: Rita Kapfhammer
Linetta: Brigitte Lang (an Stelle von Carolin Neukamm)
Nicoletta: Christina Gerstberger
Ninetta: Sibylla Duffe
Die Köchin: Holger Ohlmann
Farfarello, ein Teufel: Sebastian Campione
Smeraldina: Frances Lucey
Zeremonienmeister: Robert Sellier
Der Herold: Markus Wandl

Immo Karaman ist, begleitet von seinem choreografischen Partner Fabian Posca, für die Inszenierung der Märchenoper zuständig. Bereits 2009 schufen die beiden am Gärtnerpaltz die gefeierte Inszenierung von Benjamin Brittens Death in Venice, die unter anderem mit dem AZ Stern des Jahres für die beste Opernproduktion ausgezeichnet wurde. Im Folgejahr war Karaman für den deutschen Theaterpreis DER FAUST nominiert.
In der Ausstattung von Timo Dentler und Okarina Peter versetzen sie die Oper mit Bildern, die an die groteske Komik eines Otto Dix erinnern, ästhetisch in die Entstehungszeit, den 20er Jahren. Die Liebe zu den drei Orangen entstand 1921 in Chicago.
Die Streitfrage des Prologs der Oper: Komödie? Tragödie?  Wird zum Ausgangspunkt für eine Beschäftigung mit dem Theater-Spielen an sich. Mit Behauptung, Verwandlung und Improvisation.

Am Pult hat Anthony Bramall die musikalische Leitung über das groß besetzte Orchester, Chor und Solisten.  Der international tätige Dirigent war am Staatstheater am Gärtnerplatz für die Neueinstudierung von Gilbert & Sullivans Die Piraten von Penzance verantwortlich. In dieser Saison dirigiert er außerdem Bizets Carmen.

Chor und Tänzer (Extraballett) nehmen in der Liebe zu den drei Orangen eine herausragende Rolle ein. Unter den zahlreichen beteiligten Solisten sind Tilmann Unger als Prinz, Cornel Frey als Spaßmacher Truffaldino, Rita Kapfhammer als Fata Morgana und Franziska Rabl als Prinzessin Clarisse. Stephan Klemm kommt für die Partie des König Treff als Gast an den Gärtnerplatz. Sibylla Duffe übernimmt die Partie der Prinzessin Ninetta. Weiterhin sind Holger Ohlmann in der Rolle der Köchin und Gary Martin als Premierminister Leander zu sehen. [© Gärtnerplatztheater]

www.gaertnerplatztheater.de

Zur Inszenierung der Volksoper Wien:
(Eine Produktion der Hamburgischen Staatsoper)

Premiere: 17. April 10

Dirigent: Alfred Eschwé
nach einer Inszenierung von: Ernst-Theo Richter
Spielleitung: Wolfgang Bücker
Bühnenbild: Karl-Ernst Herrmann
Kostüme: Jorge Jara
Lichtkonzept: Gérard Cleven

Besetzung:

König Treff:
Manfred Hemm
Prinz: Mehrzad Montazeri
Prinzessin Clarisse: Alexandra Kloose 
Leander: Karl Huml
Truffaldino: Christian Drescher
Pantalon/Herold / Zeremonienmeister: Daniel Schmutzhard
Zauberer Tschelio: Lars Woldt
Fata Morgana: Irmgard Vilsmaier
Linetta: Martina Mikelic
Nicoletta: Mara Mastalir
Ninetta : Anja-Nina Bahrmann
Köchin: Dirk Aleschus
Farfarello: Stefan Cerny
Smeraldina: Eva Maria Riedl

Schon die österreichische Erstaufführung von „Die Liebe zu den drei Orangen“ fand 1951 an der Volksoper statt. Nun übernimmt das Haus eine Produktion der Hamburgischen Staatsoper. Ernst-Theo Richter inszenierte das Werk, nur wenige Monate vor seinem Tod, als „funkelfrischen Südfruchtzirkus“, wie die Tageszeitung „Die Welt“ berichtete. Mit der musikalischen Leitung an der Volksoper ist Alfred Eschwé betraut, der die Produktion 2002 mit dem Regisseur erarbeitet hat.

Als hypochondrischer Prinz wird Mehrzad Montazeri zu erleben sein. Ensemblemitglied Anja-Nina Bahrmann gibt die bezaubernde Ninetta. Martina Mikelic und Mara Mastalir komplettieren das Orangen-Trio. Der österreichische Bass Manfred Hemm kehrt als König Treff an unser Haus zurück. Die Sopranistin Irmgard Vilsmaier ist als böse Fata Morgana nach langer Pause wieder in der Volksoper zu erleben. Lars Woldt sorgt als beschützender Zauberer Tschelio für ein glückliches Ende und Ensemblemitglied Daniel Schmutzhard ist in gleich drei Rollen zu bewundern. [© Volksoper Wien]

Weitere Vorstellungen: 19., 22., 25., 28. April, 4., 9., 12. Mai 2010

www.volksoper.at

Zur Inszenierung der Oper Leipzig:
Deutsche Textfassung von Dr. Jürgen Beythien und Eberhard Sprink

Premiere: 12. Februar 10
Weitere Vorstellungen: 14.02.10, 18:00 Uhr; 04.03.10, 19:30 Uhr; 18.03.10, 19:30 Uhr; 20.03.10, 19:00 Uhr
OPER LEIPZIG WERKSTATT zu „Die Liebe zu drei Orangen“: 8. Februar 10

Musikalische Leitung: Roland Kluttig
Inszenierung: Wolfgang Engel
Bühnenbild: Andreas Jander
Kostüme: Michael Sieberock-Serafimowitsch
Choreinstudierung: Sören Eckhoff
Dramaturgie: Bettina Bartz

Besetzung:
König / Köchin: Roman Astakov
Prinz: Michael Baba
Clarice / Linetta: Jean Broekhuizen / Claudia Huckle
Leander: Morgan Smith
Truffaldino / Zeremonienmeister: Martin Petzold / Dan Karlström
Pantalone: Jürgen Kurth
Zauberer Celio: Tuomas Pursio / Miklós Sebestyén
Fata Morgana: Susan Maclean
Ninetta: Viktorija Kaminskaite
Nicoletta / Smeraldina: Jennifer Porto / Eun Yee You
Komödiant / Herold / Farfarello: Friedhelm Eberle

Chor der Oper Leipzig
Gewandhausorchester

„Die Liebe zu drei Orangen“ ist ein richtiges Märchen. Prinz und Prinzessin kommen am Schluss zusammen, weil ein guter Zauberer ihnen gegen grausame Wesen wie die böse Fee Fata Morgana und die menschenfressende Riesin Kreonta zur Seite steht. Zunächst klingt die Handlung nach einer Kinderoper. Aber schon das erste Hören korrigiert diesen Eindruck. Prokofjews klangliche Phantasiewelt ist für Erwachsene gedacht. Seine Oper ist voller sarkastischer Seitenhiebe, z.B. auf Regierung und Militär. Da wird eine Prinzessin nach der anderen aus der Orange geschält, aber die ersten beiden müssen elendiglich verdursten und die dritte wird auch nur durch das Eingreifen der Theatertruppe von außen gerettet. Scheinbar überflüssigerweise lässt Prokofjew an dieser Stelle einen kleinen Trupp Soldaten auftreten, nur damit der Prinz befehlen kann, den beiden toten Prinzessinnen ein Staatsbegräbnis zu geben. Gefühle zeigt er dabei nicht, aber er weiß, was sich gehört. Genau wie seine Braut, Prinzessin Ninetta, die lieber das Risiko eingeht, in eine Ratte verwandelt zu werden, als sich dem königlichen Schwiegerpapa in falscher Garderobe zu präsentieren. Prokofjew schreibt zupackende Musik, die vor schrillem Blechgeschmetter, diabolischen Schauerklängen und aufschäumender Aggression nicht zurückschreckt. Die Musik aber lässt auch eine große Lebenslust, Mut und Tatendrang hörbar werden, ohne die es kein Happy End geben kann.

Für das Leipziger Regieteam um Ex-Schauspielintendant Wolfgang Engel, das sich für eine deutsche Fassung entschieden hat, liegt die Herausforderung der Oper in dem entfesselten Theaterspiel, im Sichtbarmachen von Bühnenzauber und Theatermaschinerie, aber auch im Ernstnehmen der Konflikte. Am Pult des Gewandhausorchester steht der designierte GMD des Landestheaters Coburg, Roland Kluttig. [© Oper Leipzig]

www.oper-leipzig.de

Der Liebestrank (L´Elisir d´amore)
Melodramma giocoso in zwei Akten

Von: Gaetano Donizetti (1797-1848)
Text: Flice Romani
Uraufführung: 12. Mai 1832 (Mailand, Teatro della Canobbiana)

Zur Inszenierung der Oper Bonn:

Premiere:
7. März 10

Musikalische Leitung: Christopher Sprenger
Inszenierung: Vera Nemirova
Bühne und Kostüme: Werner Hutterli

Adina: Julia Novikova (19.3., 30.3.) /Sigrún Pálmadóttir (7.3., 13.3.)
Nemorino: Tansel Akzeybek (19.3., 30.3.) / Mirko Roschkowski (7.3., 13.3.)
Belcore: Giorgos Kanaris (7.3., 13.3., 30.3.) / Lee Poulis (19.3.)
Dulcamara: Ramaz Chikviladze (13.3., 19.3.) / Martin Tzonev (7.3., 30.3.)
Gianetta: Susanne Blattert
Chor des THEATER BONN
Beethoven Orchester Bonn

www.theater-bonn.de

Das Liebesverbot oder Die Novize von Palermo
Große komische Oper in zwei Akten

Von: Richard Wagner
Uraufführung: 29. März 1836 (Magdeburg, Theater Magdeburg)

Zur konzertanten Aufführung der Oper Frankfurt in Koproduktion mit der Alten Oper Frankfurt:

Premiere:
2. Mai 12 (Alte Oper)

Musikalische Leitung: Sebastian Weigle
Chor: Matthias Köhler

Besetzung:

Friedrich:
Michael Nagy
Luzio: Peter Bronder
Claudio: Charles Reid
Antonio: Simon Bode
Angelo: Franz Mayer
Isabella: Christiane Libor
Mariana: Anna Gabler
Brighella: Thorsten Grümbel
Danieli: Kihwan Sim
Dorella: Anna Ryberg
Pontio Pilato: Julian Prégardien

Besprechung auf kulturfreak.de

Auch 2011/12 widmet sich die zweite konzertant dargebotene Aufführung der Oper Frankfurt in Koproduktion mit der Alten Oper dem frühen Schaffen von Richard Wagner (1813-1883): Auf dem Programm steht nach Die Feen (2010/11) nun Das Liebesverbot, dem 2012/13 die konzertante Aufführung von Rienzi, der letzte der Tribunen folgen wird. Beim Liebesverbot handelt es sich um Wagners zweite vollendete Oper, welche 1836 am Stadttheater Magdeburg uraufgeführt wurde und – wenngleich auch stark bearbeitet – auf Shakespeares Measure for Measure basiert. Obwohl das Werk nach den Feen entstanden ist, handelt es sich in Anbetracht seiner stilistischen Anleihen an die Opera buffa Rossinis sowie die französische Opéra-comique um eine wesentlich traditionellere Arbeit Wagners auf seinem Weg zur romantischen Großform. Das war dem Komponisten selbst völlig klar, spricht er doch später in einem Brief an seinen Gönner König Ludwig II. von einer „Jugendsünde“. Dennoch sind auch hier bereits einige der für Wagner typischen Kompositionsmuster angelegt. So kann man von dem im Werk sehr häufig auftretenden „Verbotsmotiv“ fast schon von einer Art Leitmotiv sprechen. Palermo im 16. Jahrhundert: Friedrich, deutscher Statthalter des abwesenden Königs, erlässt kurz vor Beginn des Karnevals ein Verbot der Feierlichkeiten, darüber hinaus seien alle amourösen und alkoholischen Ausschweifungen mit dem Tode zu bestrafen. Selbst nimmt er es jedoch nicht ganz so genau mit der Moral, macht er doch der Novizin Isabella ein unverfrorenes Angebot. Wenn er ihren wegen Schwängerung seiner Geliebten einsitzenden Bruder Claudio begnadigen solle, müsse die Schöne ihm zu Willen sein. Durch eine List bringt Isabella jedoch nicht nur die Heuchelei des Statthalters ans Tageslicht, sondern sorgt auch erfolgreich für das eigene Liebesglück mit Luzio. Die Musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, dessen Wagner-Opernrepertoire sich mit dieser Einstudierung komplettiert. Bis 2010/11 gehörte der Bariton Michael Nagy (Friedrich) als einer der Publikumslieblinge dem Frankfurter Ensemble an und kehrt nun erstmals als Gast an den Main zurück. Als Zemlinskys Zwerg und Pfitzners Palestrina hat sich der Tenor Peter Bronder (Luzio) in Frankfurt einen Namen gemacht. Der Amerikaner Charles Reid (Claudio) gilt momentan als einer der führenden lyrischen Tenöre unserer Zeit mit Engagements an der New Yorker Met und bei den Salzburger Festspielen. Die behutsame Erweiterung seines Repertoires führt ihn aber auch seit 2009 als Kunz Vogelgesang in den Meistersingern nach Bayreuth. Die Berlinerin Christiane Libor (Isabella) weitet nach Engagements an den Staatsopern von Hamburg und Berlin sowie in Zürich und Dresden ihr Repertoire mit Eva (Meistersinger) in Leipzig und Senta (Holländer) in „Richtung Wagner“ aus. Seit 2007 gastiert die Münchner Sopranistin Anna Gabler (Mariana) regelmäßig in Bayreuth (Ortlinde im Ring), zuletzt als Senta in einer Holländer-Produktion für Kinder. Die übrigen Partien sind überwiegend mit Mitgliedern des Frankfurter Opernensembles und -studios besetzt. [© Oper Frankfurt]

Weitere Vorstellung: 4. Mai 2012, 19.00 Uhr

Preise am 2. Mai 2012: € 13 bis 100 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf) Preise am 4. Mai 2012: € 29,50 bis 89,50 (inkl. aller Gebühren) Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, online unter
www.oper-frankfurt.de oder im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.

Lohengrin
Romantische Oper in drei Aufzügen

Von: Richard Wagner (1813 – 1883)
Uraufführung: 28. August 1850 (Weimar, Hoftheater)

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
28. April 12 (Eröffnung der Internationalen Maifestspiele 2012)

Musikalische Leitung: Marc Piollet
Inszenierung: Kirsten Harms
Bühne und Kostüme: Bernd Damovsky
Choreinstudierung: Anton Tremmel
Dramaturgie: Karin Dietrich

Besetzung:
Heinrich der Vogler:
Albert Pesendorfer
Lohengrin: Endrik Wottrich
Elsa von Brabant: Lydia Easley
Friedrich von Telramund: Thomas de Vries
Ortrud: Andrea Baker
Der Heerrufer des Königs: Joachim Goltz 
Vier brabantische Edle: Erik Biegel, Jonas Gudmundsson, Reinhold Schreyer-Morlock, Hye-Soo Sonn

Orchester, Chor, Extra-Chor und Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden

Besprechung auf kulturfreak.de

Lohengrin
Staatstheater Wiesbaden
Elsa von Brabant (Lydia Easley), Lohengrin (Endrik Wottrich), Chor
©
Martin Kaufhold

Am Beginn der Internationalen Maifestspiele 2012 steht die Premiere der großen romantischen Oper Lohengrin des Komponisten, der wie kein anderer die Geschichte des Musiktheaters geprägt hat. Lohengrin bezeichnet in der Biografie Richard Wagners eine Schnittstelle hin zu einer neuen, zukunftsweisenden Opernform.
Die Figur des Lohengrin basiert auf der Gestalt des Gralsritters „Loherangrîn“ in Wolfram von Eschenbachs mittelhochdeutschem Versepos Parzival. Der Sohn des Gralskönigs Parzival wird auf einem Schwan der Herzogin von Brabant als Helfer und Beschützer gesandt. Als Bedingung für seine Hilfe darf sie ihn jedoch niemals fragen, wer er sei, wie er heiße und woher er komme. Als sie, von Telramund und Ortrud geschickt manipuliert und von Zweifeln geplagt, sein Verbot bricht, muss er sie verlassen.
Die erste Konzeption des Lohengrin geht auf Richard Wagners Pariser Zeit 1841/42 zurück. Wagner stellte die Partitur 1848 in Dresden fertig, wo er seit 1843 Königlich -Sächsischer Kapellmeister an der Dresdner Hofoper war. Es war die Zeit der politischen Diskussionen und Revolutionen, an denen sich auch Wagner aktiv beteiligte. Er schloss sich den republikanischen Reformbestrebungen in Sachsen an. Wagner bemühte sich auch um eine Theaterreform am Hoftheater und entwickelte seine Idealvorstellungen über den Stellenwert der Kunst in der Gesellschaft. Nach seiner Teilnahme am Dresdner Maiaufstand 1849 wurde der Hofkapellmeister steckbrieflich gesucht und musste fliehen. Bei der Uraufführung des Lohengrin 1850 in Weimar unter der Leitung von Franz Liszt konnte er deshalb nicht dabei sein, auch nicht bei der Aufführung 1853 in Wiesbaden. Er hörte seine Oper erstmals 1861 an der Wiener Hofoper. Lohengrin entwickelte sich in den Folgejahren schnell zu einem nationalkulturellen Repertoirewerk.

An der Oper Lohengrin lässt sich die politische Situation ihrer Entstehungszeit vielleicht weniger konkret ablesen als am Konzept des Rings, das Wagner in jener Zeit vorantrieb, aber spurlos an ihr vorüber gingen die Reformgedanken Wagners nicht. Die Verklärung des Mittelalters, die Wagner anstrebte, wird der politischen Utopie gleichgesetzt, die auch seine Zeit beschäftigte. Musikalisch gelang ihm ein Werk, das Nietzsche als „blau, von opiatischer, narkotischer Wirkung“ beschrieb und dessen Bläserklänge Theodor W. Adorno als Vorwegnahme des Impressionismus analysierte. Nicht nur die szenischen und musikalischen Querverweise werden gegenüber den früheren Werken komplexer gestaltet, sondern auch die Instrumentation, die von einer subtilen Raffinesse geprägt ist.
Lohengrin ist ein deutlicher Schritt hin zum durchkomponierten Musikdrama. Zum ersten Mal wandte Wagner die Technik der Leitmotivik an, die das Bühnengeschehen strukturiert und auch alle seine späteren Werke durchzieht. Bei diesem Werk wurde ihm die Themenfindung klar, die für ihn „immer im Zusammenhang und nach dem Charakter einer plastischen Erscheinung“ entsteht, wie er 1851 in einem Brief an Theodor Uhlig schrieb.

Die musikalische Leitung der Neuproduktion liegt bei Marc Piollet, der sich mit dieser Einstudierung als Wiesbadener Generalmusikdirektor verabschiedet. Regie führt die deutsche Regisseurin Kirsten Harms, die bereits in Bremen, Hannover, Kiel, Saarbrücken, Darmstadt, Innsbruck und Berlin inszenierte. 1995 wurde sie als Intendantin an die Oper Kiel berufen, wo sie mit Uraufführungen, Wiederentdeckungen und einem Team junger Regisseure ein klares künstlerisches Profil entwickelte und sich durch ihre Inszenierung von Wagners Ring-Zyklus überregionale Anerkennung sicherte. An der Deutschen Oper Berlin, der sie von 2006 bis 2011 als Intendantin vorstand, waren in ihrer Regie Franchettis Germania und der Doppelabend Cassandra/Elektra von Vittorio Gnecchi/Richard Strauss, Tannhäuser von Richard Wagner sowie Die Frau ohne Schatten und Die Liebe der Danae von Richard Strauss zu sehen. In Berlin arbeitete sie unter anderem mit dem Künstler Bernd Damovsky, der auch für Lohengrin das Bühnenbild und die Kostüme entwirft. Damovsky studierte Bildhauerei und arbeitet seit 1984 als freischaffender Bühnen- und Kostümbildner an verschiedenen Theatern und Opernhäusern, unter anderem an der Hamburgischen Staatsoper.
Endrik Wottrich gastiert als Lohengrin in Wiesbaden. Der Sänger, der 1996 seinen internationalen Durchbruch mit seinem Debüt bei den Bayreuther Festspielen als David feierte und seither regelmäßig in den wichtigen Partien seines Fachs in Bayreuth zu Gast war, begann seine Sängerkarriere 1992 am Staatstheater Wiesbaden. Als Ortrud ist in Wiesbaden Andrea Baker zu hören, die weltweit in den großen Opernhäusern und wichtigen Konzertsälen singt und besonders gefragt ist für Wagner-Rollen wie Fricka, Erda, Waltraute, Brangäne, Venus und Ortrud.

Außerdem gibt es in der Neuproduktion ein Wiedersehen mit der amerikanischen Sopranistin Lydia Easley als Elsa von Brabant. Sie war zuletzt als Marschallin und Liù in Wiesbaden zu erleben. Auch der Österreicher Albert Pesendorfer, der als Heinrich der Vogler debütiert, ist kein Unbekannter in Wiesbaden, wo er bereits als Baron Ochs in Der Rosenkavalier zu hören war.[© Staatstheater Wiesbaden]

www.staatstheater-wiesbaden.de www.maifestspiele.de

Lohengrin
Deutschen Oper Berlin
Ankündigungsfoto
von Benjamin Rinner im Auftrag der DEUTSCHEN OPER BERLIN

Zur Inszenierung Deutschen Oper Berlin:

Premiere:
15. April 12

Musikalische Leitung: Donald Runnicles
Inszenierung: Kasper Holten
Bühne, Kostüme: Steffen Aarfing
Licht: Jesper Kongshaug
Dramaturgie: Miriam Konert
Chöre: William Spaulding

Besetzung:

Heinrich der Vogler:
Albert Dohmen
Lohengrin: Klaus Florian Vogt
Elsa von Brabant: Ricarda Merbeth
Friedrich von Telramund: Gordon Hawkins
Ortrud: Petra Lang
Der Heerrufer des Königs: Bastiaan Everink
1. Brabantische Edler: Peter Maus
2. Brabantischer Edler: Matthew Peña
3. Brabantischer Edler: Marko Mimica
4. Brabantischer Edler: Tobias Kehrer
1. Edelknabe: Rosemarie Arzt
2. Edelknabe: Angelika Nolte
3. Edelknabe: Kristina Häger
4. Edelknabe: Saskia Klumpp

Chor der Deutschen Oper Berlin
Orchester der Deutschen Oper Berlin

www.deutscheoperberlin.de

 

Zur Inszenierung des Theater Freiburg:

Premiere:
21. Januar 12

Musikalische Leitung: Fabrice Bollon
Regie: Frank Hilbrich
Bühne: Stefan Heyne
Kostüme: Nicole von Graevenitz
Licht: Michael Philipp
Chor: Bernhard Moncado
Dramaturgie: Dominica Volkert

Lohengrin: Christian Voigt
Elsa: Christina Vasileva
König Heinrich: Jin Seok Lee
Telramund: Neal Schwantes
Ortrud: Sigrun Schell
Heerrufer: Juan Orozco

Philharmonisches Orchester Freiburg
Opernchor des Theater Freiburg
Extrachor des Theater Freiburg
Zusatzchor
Statisterie des Theater Freiburg
Mit Unterstützung der EXCELLENCE-INITIATIVE der TheaterFreunde Freiburg

»Lohengrin«, eine romantische Oper? Musikalisch legt Wagner mit seinem 1850 in Weimar uraufgeführten Werk mit Sicherheit ein Schwellenwerk vor, das den endgültigen Abschied von der traditionellen Nummernoper feiert und sich unaufhaltsam zur durchkomponierten Großform hinwendet. Doch dramaturgisch schimmert die Romantik noch sehr präsent durchs Geschehen. Da wird die Historie des 10. Jahrhunderts rund um den deutschen König Heinrich, der politische Kampf zwischen Ost und West, märchenhaft überhöht und lässt sich in ein scheinbar eindeutiges Gut und Böse einteilen. Der Schwanenritter Lohengrin als Retter der verleumdeten Unschuld Elsas und gleichermaßen des gefährdeten Herrschaftssystems. Und doch geht hier ein spürbarer Riss durch die dargestellte Welt, der deutlich macht, dass einfache Bewertungsmuster nur noch verzweifelte Sehnsüchte nach Idealwelten sind. Das goldene Zeitalter ist längstens verloren, harte Realitäten zwingen auf den Boden der Tatsachen. Lohengrin entschwindet wie ein Traumbild.

Frank Hilbrich, seit 2006 dem Theater Freiburg als Regisseur des »Freiburger Rings« verbunden (als Zyklus 2011 von der Fachzeitschrift »Opernwelt« zur Aufführung des Jahres nominiert) widmet sich nun dem Werk Wagners, das unmittelbar vor dem »Ring« entstanden ist. Als Elsa und Lohengrin debütieren Christina Vasileva, in Freiburg bisher als Desdemona und Manon gefeiert, und Christian Voigt, dem Siegfried-Sänger des »Freiburger Rings«. [© Theater Freiburg]

www.theater.freiburg.de

Zur Inszenierung der Bayreuther Festspiele:

Premiere:
25. Juli 10

Musikalische Leitung: Andria Nelsons
Regie: Hans Neuenfels
Bühnenbild: Reinhard von der Thannen
Kostüme: Reinhard von der Thannen
Licht: Franck Evin
Video: Björn Verloh
Dramaturgie: Henry Arnold
Mitarbeit Konzeption: Susanne Øglænd
Chorleitung: Eberhard Friedrich

Lohengrin: Jonas Kaufmann
Heinrich der Vogler: Georg Zeppenfeld
Elsa von Brabant: Annette Dasch
Friedrich von Telramund: Hans-Joachim Ketelsen
Ortrud: Evelyn Herlitzius
Der Heerrufer des Königs: Samuel Youn
1. Edler: Stefan Heibach
2. Edler: Willem Van der Heyden
3. Edler: Rainer Zaun
4. Edler: Christian Tschelebie

www.bayreuther-festspiele.de

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
6. Mai 09

Musikalische Leitung: Bertrand de Billy / Erik Nielsen
Regie: Jens Daniel Herzog
Bühnenbild und Kostüme: Mathis Neidhardt
Dramaturgie: Norbert Abels
Licht: Olaf Winter
Chor: Matthias Köhler


Besetzung:
Heinrich der Vogler:
Gregory Frank
Lohengrin: Michael König
Elsa von Brabant: Elza van den Heever
Friedrich von Telramund: Robert Hayward
Ortrud, seine Gemahlin: Jeanne-Michèle Charbonnet
Der Heerrufer: Johannes Martin Kränzle

Richard Wagner (1813-1883) begann die Komposition seiner romantischen Oper Lohengrin im Jahr 1841 mit der Niederschrift eines ersten Konzepts und vollendete 1848 die endgültige Partitur. Die Intendanz der Dresdner Oper, an der Wagner zu dieser Zeit Kapellmeister war, lehnte das Werk aufgrund der republikanischen Gesinnung des Komponisten jedoch ab. Die Uraufführung fand schließlich zur Feier von Goethes 101. Geburtstag am 28. August 1850 unter der Leitung von Wagners späteren Schwiegervaters Franz Liszt in Weimar statt. Doch der Komponist konnte die Aufführung nicht erleben, weil er aufgrund seiner Beteiligung am Maiaufstand 1849 ins schweizerische Exil geflohen war. Erst 1861 konnte er sein gesamtes Werk in Wien hören. Die letzte Frankfurter Inszenierung der Oper unter der Regie von Nikolaus Lehnhoff datiert von 1991, am Pult stand damals Stefan Soltesz. Eine heimtückische Intrige des machtgierigen Grafen von Telramund und seiner Gattin Ortrud gegen Elsa von Brabant - die Schwester des verschollenen, angeblich ermordeten Herzogs Gottfried - und ihre Rettung durch den ihr unbekannten Ritter Lohengrin sind die zentralen Handlungsstränge von Wagners Oper. Nach diversen Provokationen der Intriganten kulminiert das Geschehen im Brautgemach nach der Hochzeit von Elsa und Lohengrin: Elsa bricht das Tabu, ihn niemals nach seinem Namen zu fragen, und wird am folgenden Tag von Lohengrin verlassen. Die Verschwörer scheinen gesiegt zu haben, doch da kehrt Gottfried auf wundersame Weise zurück. Die musikalische Leitung dieser Neuproduktion liegt bei Bertrand de Biily, der seit 2002 als Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Radio -Symphonieorchesters Wien wirkt. Der Franzose gehört zu den gefragtesten Dirigenten der internationalen Opern- und Konzertszene und legt mit Lohengrin sein Hausdebüt an der Oper Frankfurt vor. Nachdem Falk Richter auf eigenen Wunsch von der Regie entbunden wurde, konnte für dieses Projekt Jens-Daniel Herzog gewonnen werden. Zahlreiche seiner Inszenierungen entstanden in den letzten Jahren u.a. am Opernhaus Zürich sowie am Nationaltheater Mannheim. Dort inszenierte er auch Wagners Die Meistersinger von Nürnberg, während er kürzlich am Staatstheater Nürnberg Verdis Aida herausbrachte. In der Titelpartie kehrt Michael König an den Main zurück, der hier neben seinen zahlreichen internationalen Aufgaben u.a. bereits als Boris in Janäceks Katja Kabanovä und als Bojar Lykow in Rimski-Korsakows Die Zarenbraut zu erleben. Als Elsa steht ihm Ensemblemitglied Elza van den Heever zur Seite. Ihre internationale Karriere führt die südafrikanische Sopranistin seit ihrem Frankfurter Auftritt als Giorgetta in Puccinis // trittico an die großen Häuser dieser Welt. Als Telramund und Ortrud gastieren Robert Hayward und Jeanne-Michele Charbonnet erneut in Frankfurt, wo sie kürzlich als Mandryka in Strauss' Arabella bzw. als Goneril in Reimanns Lear erfolgreich waren. Aus dem Ensemble komplettieren Gregory Frank (Heinrich) und Johannes Martin Kränzle (Heerrufer) die Besetzung. [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de 

Lolita
Oper in zwei Akten

Von: Rodion Shchedrin (nach dem gleichnamigen Roman von Wladimir Nabokow)
Uraufführung: 14. Dezember 1994 (Stockholm, Königliche Oper)
Deutsche und deutschsprachige Erstaufführung: 30. April 2011 (Wiesbaden, Staatstheater Wiesbaden)

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere: 30. April 11 (Eröffnungspremiere der Internationalen Maifestspiele 2011)

Musikalische Leitung: Marc Piollet
Inszenierung und Kostüme: Konstanze Lauterbach
Bühne: Andreas Jander
Choreinstudierung: Anton Tremmel
Jugendchor: Dagmar Howe

Besetzung:
Lolita: Emma Pearson
Humbert Humbert: N.N.
Claire Quilty: Thomas Piffka
Charlotte (Lolita's Mutter) / Ms. Pratt: Ute Döring
Mrs. Chatfield / Musiklehrerin: Merit Ostermann
Ihr Ehemann: Hye-Soo Sonn
Nachbarin im Osten: Stephanie Gooch
Küster: N.N.
Roter Pullover / Portier: N.N.
Schwarzes Dienstmädchen (Luisa): N.N.
2 Mädchen: N.N. / Simone Brähler
Junge in der Kirche: Ayako Daniel
Knabenchor der Kirche: Jugendchor Bässe / Hauschor und Extra-Chor
Tänzerin: N.N.

Orchester, Herrenchor, Herren des Extra-Chores, Jugendchor und Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden

www.staatstheater-wiesbaden.de / www.maifestspiele.de

Love and Other Demons
Oper in zwei Akten (2007

Von: Peter Eötvös
Libretto: Kornél Hamvai
Nach Gabriel García Márquez’ Roman „Del amor y otros demonios“ („Von der Liebe und anderen Dämonen“)
Auftragswerk der Glyndebourne Festival Opera und der BBC

Uraufführung: 10. August 2008 (Glyndebourne,
Glyndebourne Festival Opera)
Deutsche Erstaufführung: 31. Januar 2009 (Chemnitz, Opernhaus Chemnitz)

Zur Inszenierung der Oper Köln:

Premiere:
29. April 10

Musikalische Leitung: Markus Stenz
Inszenierung: Silviu Purcarete
Bühne, Kostüme und Licht: Helmut Stürmer
Video: Andu Dumitrescu
Dramaturgie: Birgit Meyer / Edward Kemp
Chorleitung: Andrew Ollivant

Sierva Maria: Anna Palimina
Don Ygnazio: René Kollo
Dominga de Adviento: Jovita Vaskeviciute
Father Caetano Del aura: Miljenko Turk
Don Toribio: Dennis Wilgenhof
Josefa Mirando: Dalia Schaechter
Martina Laborde: Adriana Bastidas Gamboa
Abrenuncio: John Heuzenroeder

Chor: Chor der Oper Köln
Orchester: Gürzenich-Orchester

www.operkoeln.com

Zur Inszenierung der Theater Chemnitz:

Premiere:
31. Januar 09 (Deutsche Erstaufführung)

Musikalische Leitung: Frank Beermann
Inszenierung: Dietrich Hilsdorf
Bühne: Dieter Richter
Kostüme: Renate Schmitzer

Sierva Maria: Julia Bauer
Ygnacio: Hugo Mallet
Dominga: Tiina Penttinen
Abrenuncio: André Riemer
Don Toribio: Renatus Mészár
Pater Delaura: Andreas Kindschuh
Josefa Miranda: Monika Straube
Martina Laborde: Susanne Gasch

Besprechung auf kulturfreak.de


Tollwut, Tod und Teufel
Sierva Maria wird von einem tollwütigen Hund gebissen. Obwohl sie keinerlei Symptome der Krankheit hat, veranlasst der Bischof, unterstützt von Siervas Vater, eine Teufelsaustreibung. Pater Delaura wird mit dem Exorzismus beauftragt, doch er verliebt sich in das schöne zwölfjährige Mädchen ...

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Peter Eötvös
© Andrea Felvégi (felvegiand@t-online.hu)

Peter Eötvös
Eötvös wurde am 2. Januar 1944 geboren und bereits mit 14 Jahren von Zoltán Kodály an der Budapester Musikakademie aufgenommen. 1966 führte ihn ein Stipendium zum Dirigierstudium an die Musikhochschule in Köln. Inzwischen ist er gleichermaßen gefragter Dirigent, erfolgreicher Komponist und angesehener Pädagoge. Gerade in den letzten Jahren hat er sich verstärkt auf dem Gebiet des Musiktheaters einen Namen gemacht. 1998 kam seine erste abendfüllende Oper „The three sisters“ nach Tschechows gleichnamigem Roman an der Opéra National de Lyon zur Uraufführung. Sie gehört zu den meistgespielten zeitgenössischen Opern überhaupt.
2002 folgte „Le Balcon“ nach dem Schauspiel des Franzosen Jean Genet aus dem Jahr 1957, uraufgeführt durch das Ensemble Intercontemporain im Rahmen des Festivals Aix-en-Provence.
Das Schauspiel „Angels in America“ des amerikanischen Autors Tony Kushner, welches nicht nur als Bühnenwerk , sondern auch in der Verfilmung durch Mike Nichols mit Al Pacino und Meryl Streep berühmt geworden ist, inspirierte Eötvös zu seiner nächsten Oper (Uraufführung 2004 im Théâtre du Châtelet ).

Die Uraufführung der Oper „Love and Other Demons“ fand mit großem Erfolg am 10. August 2008 während des renommierten Glyndebourne-Festivals statt. Die Neue Zürcher Zeitung schrieb dazu: „Er hat die entscheidende Portion Theaterblut in seinen Adern, der ungarische Komponist Peter Eötvös, er weiß genau, wie er sein Publikum fesseln und bewegen kann. (…)
Die Musik von Eötvös entwickelt so viel Suggestivkraft und Farbigkeit, dass die Atmosphäre des Verbotenen, des Dämonischen, das Dampfen der Triebe von Liebe und Leidenschaft einen unmittelbar packen.“

Die Regie übernimmt Dietrich Hilsdorf
Hilsdorf, der für seine Chemnitzer Inszenierung von Prokofjews „Liebe zu den drei Orangen“ 2007 mit dem Theaterpreis FAUST geehrt wurde. Hilsdorf, der seit 1978 mehr als hundert Inszenierungen auf den Gebieten Schauspiel, Oper und Musical erarbeitet hat, setzte u. a. mit zeitgenössischen Werken wie „Draußen vor der Tür“ von Sandor Balassa nach Wolfgang Borchert, „Der Park“ von Hans Gefors nach Botho Strauß und „Le Grand Macabre“ von György Ligeti Maßstäbe für das moderne Musiktheater. Seine „Jenufa“ an der Oper Leipzig im November 2008 wurde von Publikum und Presse gleichermaßen gefeiert.
Für die Ausstattung setzt Hilsdorf auf sein bewährtes Team: Die Bühne entwirft Dieter Richter, die Kostüme Renate Schmitzer.
Die musikalische Leitung des Abends hat Frank Beermann. Das Chemnitzer Solistenensemble wird ergänzt durch Julia Bauer (in der Hauptpartie der Sierva María), Hugo Mallet (als ihr Vater Ygnacio), Renatus Mészár ( als Bischf Don Toribio) und Susanne Gasch (als Martina Laborde).

Julia Bauer (Sierva María)
Julia Bauer stammt aus Berlin, studierte an der Universität der Künste in Berlin Gesang und war Meisterschülerin u. a. von Dietrich Fischer-Dieskau und Edda Moser. Neben ihrer Gesangsausbildung erwarb sie das Staatsexamen als Musikpädagogin, erhielt Tanz-, Klavier-, Saxophon- und Klarinettenunterricht und übernahm zahlreiche Rollen in Film, Fernsehen und Synchron. Von 1999 bis 2004 war sie am Staatstheater Cottbus engagiert. Derzeit ist sie freischaffend tätig und gastierte u. a. an der Volksoper Wien, bei den Seefestspielen Mörbisch, am Landestheater Innsbruck, an der Semperoper in Dresden sowie am Tiroler Landestheater. Zu ihrem Repertoire gehören Partien wie Blonde, Gilda, Oscar, Zerbinetta, Adele und Eliza. Beim Oregon Bach Festival in Eugen/USA sang sie die Lisette in der Welturaufführung der Oper „Der Onkel aus Boston“ von Felix Mendelssohn Bartholdy unter der musikalischen Leitung von Helmuth Rilling. Weitere Gastspiele führten sie nach Kanada, Südamerika und Südafrika sowie nach Tokyo, wo sie am dortigen New National Theatre 2008 als Ännchen debütierte.

Hugo Mallet (Ygnacio)
Hugo Mallet wurde in London geboren. Er absolvierte ein Gesangsstudium an dem „Royal Northern College“ in Manchester sowie Meisterkurse u. a. bei Faßbaender, Milnes und Zedda. Außerdem nimmt er seit 1988 Unterricht bei Nicolai Gedda. Feste Engagements führten ihn nach Köln, Detmold und Freiberg. Zur Zeit ist er freischaffend tätig, u. a. in Paris, Dijon, Rouen, Singapur, Luzern, Moskau und Berlin. Für die CD-Einspielung von Cartellieris „Gioas, Re di Giuda“ mit Thomas Quasthoff und Katharina Kammerloher gab es einheitlich begeisterte Kritiken. Zu seinen Partien zählen Tamino, Tom Rakewell („The Rake’s Progress“), Faust und Pinkerton. Sein Konzertrepertoire reicht von Bachs Evangelisten über Frank Martins Tristan („Le Vin Herbé“) bis Mahlers „Lied von der Erde“.


Renatus Mészár (Don Toribio)
Renatus Mészár wurde in Laubach in Hessen geboren. Seine erste musikalische Ausbildung erhielt er am Klavier und als Mitglied des Knabenchors seiner Heimatstadt. Nach dem Abitur studierte er zunächst Kirchenmusik an der Hamburger Hochschule, bevor er sich ganz dem Gesang zuwandte. Danach sang er u. a. an der Hamburgischen Staatsoper und dem Opernhaus Nürnberg. Es folgten Engagements am Würzburger Stadttheater und am Staatstheater Schwerin. Seit 2006 ist er am Nationaltheater Weimar engagiert. Zu seinem umfangreichen Repertoire gehören Sarastro, Alfonso, Figaro, Leporello, Komtur, Basilio (Rossini), Kaspar, Escamillo, Fra Melitone, Zaccaria, Sparafucile, Großinquisitor, Scarpia, Colline, Alberich, Fasolt, Wotan, Wanderer, Hagen, Boris („Lady Macbeth“) und Doktor („Wozzeck“). Derzeit gastiert er auch als Tschelio in Prokofjews „Liebe zu den drei Orangen“ an der Komischen Oper Berlin.

Susanne Gasch (Martina Laborde)
Susanne Gasch wurde in Dresden geboren. Sie wuchs in einer deutsch-bulgarischen Künstlerfamilie auf und besuchte frühzeitig als Übungsschülerin die Hochschule für Musik in Dresden und studierte in der Gesangsklasse von Prof. Helga Köhler-Wellner. Ihr erstes Engagement führte sie an das Vogtlandtheater Plauen. Diesem Haus blieb sie auch später als Gast verbunden. In den vergangenen Jahren war sie vor allem als Konzertsängerin im In- und Ausland zu erleben. Zu ihrem Repertoire zählen Partien wie u. a. Cherubino, Suzuki, Aglaja („Der Idiot“/Treibmann), Preziosilla, Santuzza, Nancy („Martha“), Orlofsky, Hexe und Mutter sowie Boulotte. Von 2005 bis 2007 war sie Ensemblemitglied an den Landesbühnen Sachsen. In der Uraufführung „Passage“ von Ekkehard Mayer in der Dresdner Synagoge sang sie die Partie der Rosa Grenier. Seit 2008 ist sie freischaffend tätig und debütierte sehr erfolgreich als Ortrud am Theater Altenburg-Gera.

[© Theater Chemnitz]

www.theater-chemnitz.de

Lovesick
Ein Taumel von Sommer Ulrickson und Moritz Gagern

Uraufführung: 11. März 2010 (Berlin, Neuköllner Oper)

Zur Produktion der Berliner Neuköllner Oper:

Premiere:
11. März 10 (Uraufführung)
Weitere Aufführungen: 13.,14.,18. – 21.,25./26. März sowie 1.-3. April, 20 Uhr sowie auf dem internationalen Festival „OpenOp“ am 17. und 18. April, jeweils um 21 Uhr

Konzept, Inszenierung:
Sommer Ulrickson
Musik, Songs, musikalische Leitung: Moritz Gagern
Choreographie: Sommer Ulrickson und wee dance company
Ausstattung: Alexander Polzin, Nicola Minssen
Musikalische Einstudierung: Jens Karsten Stoll
Dramaturgie: Bernhard Glocksin

Ensemble:
Barbara Ehwald: Sängerin
Tilla Kratochwil: Schauspielerin
Dan Pelleg: Tänzer
Marko E. Weigert: Tänzer
Noga-Sarai Bruckstein: Violine
Jörg Vollerthun: Posaune
 
Wie die meisten Krankheiten kann sich das Syndrom in leichter, mittelschwerer oder schwerer Form manifestieren. Es kann akut oder chronisch verlaufen. Es kann spontan auftreten und spontan wieder ausheilen. Es kann aber auch einen fatalen Verlauf nehmen.“ (Dr. Kaspar Wolfensberger, Psychiater)

Sie war perfekt ausgebildet: eine ausgewiesene Spezialistin in elektronischer Kriegsführung mit einem Master in Luftfahrt - und einem Diplom in Raumfahrttechnik. Nach zwei Jahren harter Ausbildung bestieg sie die Fähre ins All am 4. Juli 2006. Als Astronautin war sie mit hochkomplexen Aufgaben befasst, Probleme gab es keine. Und dennoch war ihr erster auch ihr letzter Raumflug - Lisa Nowak unterlag an unerwarteter Front: Verheiratet und Mutter von drei Kindern, verliebte sie sich in einen Astronautenkollegen, der zudem eine Liebesbeziehung zu einer weiteren Kollegin unterhielt.
Liebeskrank, mit Pfefferspray in der Tasche und auf eine Nonstop – Tour eingerichtet fuhr Lisa Nowak ihrer Konkurrentin 1500 km ohne Pause hinterher und wurde nach ihrer gewaltsamen Attacke auf USAF-Captain Shipman verhaftet.
Ein Spezialistenteam um Sommer Ulrickson und die wee dance company haben sich einer vollkommen unterschätzten menschlichen Fehlbildung angenommen, der in medizinischen Lehrbüchern und philosophischen Traktaten beschriebenen Krankheit der Liebe.
Mit Musik und neuen Liedern von Moritz Gagern, die das ganze Spektrum liebeskranker Musik vom Choral bis zum zeitgenössischen Song aufgreifen, begeben sich drei singende Tänzer und zwei tanzende Sängerinnen auf eine körperlich-musikalische Entdeckungsreise in die Gefahrenzone der größten denkbaren Pandemie, die unsere Spezies zu dem macht, was wir sind. Vermutlich.

Sommer Ulrickson – Konzept und Inszenierung
Sommer Ulrickson wurde in San Diego, Kalifornien geboren. Von 1991 bis 1995 studierte sie an der University of California at Santa Cruz Tanz, Choreographie, Theater und Performance.
Von 1996 bis 1998 war sie leitende Choreographin bei der Theater Company "Fifth Floor" in San Francisco. 1995 gründete sie in San Francisco die Company Torque, übernahm die künstlerische Leitung und choreographierte zahlreiche Stücke. 1998 kam sie durch ein Bundeskanzler-Stipendium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung nach Berlin und arbeitet hier als Regisseurin und Choreographin. Sie ist Mitgründerin der 1999 entstandenen "wee dance company" und arbeitete als Gasttänzerin und Assistentin bei Johann Kresnik sowie  bei Sasha Waltz und Thomas Ostermeier. Seit 2004 ist sie kontinuierlich als Choreographin für Christoph Biermeier bei den Freilichtspielen in Schwäbisch Hall tätig. 2006 war sie 'Artist-in-Residence' der Villa Montalvo in Kalifornien. 2008/2009 nahm sie die Position einer Gastprofessorin für Theater und Tanz an der University of California at Santa Cruz wahr.

Sie schuf zahlreiche eigene Choreographien und Theaterproduktionen wie Writer's Block anlässlich des 66. Jahrestages der Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz in Berlin und im Jüdischen Museum, in den Sophiensælen: Remains, Ich dich auch, Jerusalem Syndrom, Creatures of Habit. In den Freien Kammerspielen Magdeburg entwickelte sie mit dem Schauspielensemble Eine Amerikanische Nacht. Vor kurzem inszenierte sie basierend auf Tschechows Drei Schwestern Yes Yes to Moscow am Deutschen Theater Berlin. Diese Produktion wurde auch beim San Francisco International Arts Festival gezeigt und ausgezeichnet. Außerdem inszenierte sie in Kalifornien eine Hamlet Bearbeitung (die auch in Berlin in der Temporären Kunsthalle gezeigt wurde). In diesem Sommer inszeniert sie Kurs:Liebe” für das Globe Theater der Freilichtspiele Schwäbisch Hall.

Moritz Gagern – Musik und Songtexte, musikalische Leitung
Moritz Gagern, geboren 1973, lebt in Berlin als freischaffender Komponist. Im Auftrag der MaerzMusik schrieb er 2007 die Babylonische Schleife, uraufgeführt vom Kammerensemble Neue Musik im Berliner Fernsehturm. Am Theater komponierte er u. a. für Hans Neuenfels und Schorsch Kamerun, er arbeitete am DT Berlin, Volksbühne, Bayerisches Staatsschauspiel, Schauspielhaus Bochum, Staatsschauspiel Dresden, Ruhrtriennale und Sophiensaele Berlin. Im Herbst 2010 ist er Massimo-Stipendiat am Deutschen Studienzentrum in Venedig.

Alexander Polzin – Ausstattung
Geboren 1973 in Berlin. Ausbildung zum Steinmetz und Steinbildhauer.
Seit 1991 freischaffender Bildhauer, Maler, Graphiker und Bühnenbildner. Artist-in-Residence Aufenthalte: Herzliya Israel, ETH Zürich-Schweiz und Villa Montalvo California, USA. Arbeitspräsentation am Getty Center Los Angeles. Zahlreiche Einzelausstellungen in Israel, Ungarn, Rumänien, Frankreich, Schweiz, Italien, USA (San Francisco, Los Angeles, New York). Bühnenbilder für Tanz, Schauspiel und Opernproduktion u.a. an der Staatsoper Berlin, dem Staatsschauspiel Schwerin, Schauspiel Frankfurt, Deutschen Theater Berlin und der Deutschen Oper am Rhein, Düsseldorf. Gastprofessur an der ETH Zürich und der University of California in Santa Cruz, USA. Konzentration auf Skulptur im öffentlichen Raum, z. B. der Gefallene Engel vor dem Kollegium Helveticum Zürich , Giordano Bruno-Denkmal am Potsdamer Platz Berlin, Das Paar an der Opéra National de Paris, L’Opéra Bastille.

Nicola Minssen – Ausstattung
Nach einer Zeit als Praktikantin, Assistentin und auch einschließlich eines eigenen Stückes studierte Nicola Minssen von 2001 - 2003 Bühne und Kostüm an der Universität Mozarteum Salzburg. Während dieser Zeit begleitete sie die Studienproduktion Orphée von Philipp Glass als Assistentin im Bühnenbild und nahm an der Quadriennale in Prag teil.
2003 wechselte Sie an die Universität der Künste Berlin. In dieser Zeit folgten Ausstattungen des Jahresprojektes Schauspiel der UdK zu Was Ihr Wollt von Shakespeare und Show von Timur Isik am UniT Berlin, Belgrad-Berlin 2005 im 3. Stock der Volksbühne Berlin, Der Tribun von Mauricio Kagel am HAU 2 Berlin in Zusammenarbeit mit verschiedenen Regisseuren. Während eines Auslandssemesters 2006 an der "Academí for Scenekunst Fredrikstad" in Norwegen stattete sie in Szenenbild und Kostüm den Kurzfilm "Nervesalad" in der Regie von Johan Sydseter aus.
Nach der Premiere von Berlin-Belgrad am HAU 3 Berlin 2007 folgte eine erste Zusammenarbeit mit Alvaro Schoeck im Rahmen von K.O.6 mit der Zarzuela La Revoltosa von Ruperto Chapí im Hebbeltheater Berlin/HAU 1.
Seit ihrem Diplom 11/2007 arbeitet sie als freie Assistentin, Mitarbeiterin und Bildnerin unter anderen mit Christof Hetzer, Esther Bialas und Alexander Polzin an verschiedenen Theater- und Opernhäusern sowohl im deutschsprachigen als auch im internationalen Raum.

Jens Karsten Stoll – Musikalische Einstudierung
ist ein Ur-Berliner. Von 1982-1987 absolvierte er ein Studium der Korrepetition und Komposition an der HfM „Hanns Eisler“ Berlin. Seit 1989 Lehrauftrag an der HfM „Hanns Eisler“ Berlin. Es folgte die musikalische Leitung für verschiedene Produktionen unter anderem am Berliner Ensemble, an der Neuköllner Oper, am Deutschen Theater Berlin (Trying Othello, Regie: J. Kruse), am Hebbeltheater Berlin (Robert Wilsons Saints and Singing), am Staatsschauspiel Stuttgart und am Schauspielhaus Hamburg. 2008 Musikalische Einstudierung und Chorarrangement bei Alle reden vom Wetter – die Klimarevue (Rainald Grebe. Die Inszenierung ist eingeladen auf das Europäische Festival für anderes Musiktheater OpenOp in der Neuköllner Oper vom 8.-18. April 2010.) Musikalische Einstudierung von Zurück zur Natur (Rainald Grebe. Maxim Gorki Theater 2010). Mitwirkung bei den Karl-May-Festspielen Leipzig am Centraltheater in Leipzig.

Ensemble

Barbara Ehwald – Sängerin
Die vielseitige Sängerin und Schauspielerin ist Absolventin der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Sie lebt in Berlin und hat seit 1999 Gastverpflichtungen in Opernproduktionen und im Konzertbereich.
Sie wurde für ihre Interpretation der Melisande am HAU 2 in Berlin im Bühnenjahrbuch der Opernwelt als Nachwuchsdarstellerin des Jahres nominiert und begeistert sich aktiv für neue Mischformen zwischen Theater, experimenteller Musik und Oper.

Tilla Kratochwil – Schauspielerin
1974 geboren, aufgewachsen in Berlin
1995-1999 Studium an der HfS „Ernst Busch“ Berlin
1999-2002 Engagement am Theaterhaus Jena
seit 2002 freischaffend in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Freiburg, Dresden, Leipzig, Göttingen tätig.
Mitwirkung bei Film, Funk- und Fernsehproduktionen

Dan Pelleg – Tänzer / wee dance company
Mitbegründer, Choreograph und Tänzer der mehrfach ausgezeichneten "wee dance company", deren künstlerischer Leiter er zusammen mit Marko E. Weigert ist und die seit 1999 international in 11 Ländern und deutschlandweit zu Gast gewesen ist. Ferner choreographierte er u.a. für das Ballett Vorpommern 2006 das Stück simplest, für das Tanztheater Görlitz gemeinsam mit M. E. Weigert 2007 das Stück Diskutanz, am Opernhaus Kiel 2008 für die Opernproduktion Die Entführung aus dem Serail von W. A. Mozart und am Görlitzer Stadttheater, unter der Regie von Sebastian Ritschel, 2009 gemeinsam mit Marko E. Weigert für die Oper Linkerhand von Moritz Eggert und 2010 für die Oper Carmen von Georges Bizet. Er komponierte Musikfragmente für Tanzstücke und Hörspiele und arrangierte mehrmals Musik für a cappella Gesang, tanzte Stücke u. a. von Ahn Eun-Me, Anjelin Preljocaj, Christian von Borries, Christoph Winkler, De La Guarda in Berlin, Dominique Efstratiou, Gundula Peuthert, Jiri Kilian, Joseph Tmim, Lara Barsaque, Lionel Hoche, Marko E. Weigert, Norbert Servos, Ohad Naharin, Sommer Ulrickson, Tomi Paasonen.

Marko E. Weigert – Tänzer / wee dance company
Mitbegründer, Choreograph und Tänzer der mehrfach ausgezeichneten "wee dance company", deren künstlerischer Leiter er zusammen mit Dan Pelleg ist und die seit 1999 international in 11 Ländern und deutschlandweit zu Gast gewesen ist. Wurde an der Palucca Schule Dresden und der HMT in Leipzig als Tänzer, Choreograph und Tanzpädagoge ausgebildet. Er arbeitete u. a. mit der toladá dance company Berlin (Joseph Tmim), Compagnie Smafu Wien (Elisabeth Orlowsky), DanceLab Berlin (Norbert Servos), Tel Aviv Dance Company (Amit Goldenberg/Ya'ara Dolev), im Space Dream Musical Theater Berlin (Mark Wuest) und mit Christoph Winkler, Sommer Ulrickson, Helge Musial, Alex B, Gundula Peuthert, Dominique Efstratiou, Rami Levi. Er choreographierte 2008 für die Theaterproduktion Bartleby von babylon works (Mathias Schönsee) und gemeinsam mit Dan Pelleg für das Theater Görlitz, war Gastlehrer u.a. bei der Company MS Schrittmacher am Staatstheater Oldenburg (Martin Stiefermann), am Stadttheater Hildesheim (Carlos Matos), am Theater Görlitz (Gundula Peuthert) und bei der cie. toula limnaios in Berlin. Mitarbeit als Sänger/Musiker bei verschiedenen Hörspielen von Kai Grehn. Choreographie für die UA der Oper Linkerhand von Moritz Eggert. Lehrtätigkeit an der Tanzakademie Balance1, Berlin.

wee dance company – Choreographie und Tanz
Über die Gruppe
Tanz, der in sich stimmend und für sich sprechend, zeitgenössisch originell, spannend, sinnreich, kommunikativ ist.
"Sich allen Etiketten und Schubladen widersetzend, setzt die wee dance company darauf, zu faszinieren und zu verwirren..." (The List, 23.08.2001 / Ruth Hedges) – Seit ihrer Gründung 1999, wurde die preisgekrönte
wee dance company nach Zypern, die Niederlande, Israel, Italien, Portugal, Russland, Schottland, Kroatien, die USA, Polen und Zimbabwe eingeladen, führte auf den meisten Berliner Tanzbühnen auf und war zu Gast in über 20 deutschen Orten außerhalb Berlins, mit einem Repertoire von 6 einstündigen Tanzstücken, über 10 Kurzstücken und einer 90-minütigen Koproduktion mit der israelischen DEdE Dance Company; dabei wurde sie u.a. als "eine der substanzreichsten, vielseitigsten, international aktivsten Berliner Formationen im zeitgenössischen Tanz" beschrieben (dance for you magazine, Januar - Februar 2008 / Volkmar Draeger). "Fernab der Moden entwickelt die wee dance company seit Jahren eine eigenständige Ästhetik..." (Die Deutsche Bühne, Jan. 2007 / Frank Wiegand) – sich einen einzigartigen Weg abseits des Berliner "Freie-Szene-Mainstreams" bahnend, schrieb "Neues Deutschland" von ihrer "Eleganz, Akkuratesse und [ihrem] Erfindungsreichtum", wodurch sie "sich wunderbar von dem hysterischen Alltagsgezappel, das derzeit Berlins Tanzbühnen beherrscht, absetzt", aber auch davon, dass "sie ein Begehren befriedigt, das man schon ganz vergessen geglaubt hatte" (Neues Deutschland, 30.08.2005 / Tom Mustroph). Die wee dance company wurde vom Goethe Institut und von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur Berlin und der Tanzakademie Balance 1 unterstützt, erhielt von der Literaturwerkstatt Berlin einen Choreographieauftrag und wird von GEL Express Logistik gesponsert.

Noga-Sarai Bruckstein – Violine
Geboren 1988 in Jerusalem, ab 1992 Suzuki Unterricht bei Raschi Levaot, ab 1998 Unterricht bei Mila Feldmann an der Jerusalem Rubin Academy for Music and Dance, wiederholt Preisträgerin und Stipendiatin der Max Varon Stiftung 1998-2000.
2001 Umzug nach Berlin
2001- 2004 Unterricht bei Prof. Ursula Scholz am Carl-Philip-Emanuel Bach Gymnasium Berlin, 2003 Erster Preis und Förderpreis der Deutschen Bahn für junge Musiker. Herbst 2005 Unterricht bei Prof. Marianne Boettcher in Berlin. 2004 und 2006 Preisträgerin des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“. Konzertante Auftritte im In- und Ausland, u.a. auch als Solistin mit Orchester. Sommer 2008 Gründung des Haydn Quartetts Berlin. Wird seit 2005 von der Internationalen Musikakademie zur Förderung musikalisch Hochbegabter in Deutschland e.V. gefördert.
2008 Abitur am Carl-Philip-Emanuel Bach Gymnasium. Seit 2009 Studentin an der Universität der Künste in Berlin.

Jörg Vollerthun - Posaune
wurde in Neubrandenburg geboren und begann seine musikalische Ausbildung an der Posaune im Alter von 18 Jahren. Zwischen 2003 und 2008 studierte er Jazzposaune an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ sowie am Jazz-Institut in Berlin. Er nahm Unterricht bei Georgie Ianef, Sören Fischer, Nils Landgren, Prof. John Hollenbeck, Prof. Jiggs Whigham, Prof. Malte Burba und Prof. Ludwig Nuss. Jörg Vollerthun spielt/spielte Theater- und Musicalproduktionen u. a. in der Neuköllner Oper, des Landestheaters Neustrelitz sowie mit verschiedenen Formationen in Clubs und auf Festivals in Dänemark, Deutschland, England, Frankreich, Italien, Mexiko, Polen und den USA. Seit 2009 ist Jörg Vollerthun mit seiner Band „german trombone vibration – GTV“ Stipendiat der Förderung von Yehudi Menuhin Live Music Now, Berlin, e.V.

 
Spielort:
neuköllner oper, Karl-Marx-Str. 131-133, 12043 Berlin
Verkehrsanbindung: U 7 - Karl-Marx-Straße, S 41/42/46/47 – Neukölln, Bus 104

Karten: 9-21 Euro, Vorbestellung unter 030 / 6889 0777, unter tickets@neukoellneroper.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen

neuköllner oper Karl-Marx-Str. 131-133 12043 Berlin Tel: 030/68 89 07-0 Fax: 030/68 89 07 89
info@neukoellneroper.de
www.neukoellneroper.de

Luci mie traditrici (Meine trügerischen Augen)
Oper in zwei Akten (1998)

Von: Salvatore Sciarrino
Text: Salvatore Sciarrino nach „Il tradimento per l’onore“ von Giacinto Andrea Cicognini, 1664 mit einer Elegie von Claude Le Jeune, 1608
Uraufführung: 19. Mai 1998 (Schwetzingen, Schwetzinger Festspiele/Rokokotheater; unter dem deutschen Titel “Die tödliche Blume”)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt
(Koproduktion mit dem Cantiere Internazionale d´Arte di Montepulciano)

Premiere: 14. Mai 11 (Bockenheimer Depot)

Musikalische Leitung: Erik Nielsen
Regie:
Christian Pade
Bühnenbild und Kostüme:
Alexander Lintl
Dramaturgie:
Agnes Eggers
Licht:
Gianni Trabalzini

Besetzung:

La Malaspina:
Nina Tarandek *
Il Malaspina:
Christian Miedl
L'Ospite:
Roland Schneider
Un Servo:
Simon Bode *

* Mitglied des Opernstudios

Koproduktion mit dem Cantiere Internazionale d’Arte di Montepulciano
Die Produktionen im Bockenheimer Depot werden gefördert von der Aventis Foundation

Besprechung auf kulturfreak.de

Der zeitgenössische italienische Komponist Salvatore Sciarrino (* 1947) begann als Autodidakt. Mittlerweile gilt er als einer der profiliertesten und meistgespielten Tonschöpfer unserer Zeit. Auch in Frankfurt ist Sciarrino, dem während der Salzburger Festspiele 2008 unter dem Motto „Kontinent Sciarrino“ ein ganzer Werkzyklus gewidmet war, kein Unbekannter: Nachdem 2002/03 sein Macbeth als Produktion der Oper Frankfurt im Großen Haus des Schauspiels aufgeführt wurde, folgt nun seine „Renaissance der Musiktragödie“ Luci mie traditrici (Die tödliche Blume) im Bockenheimer Depot. Das vom Komponisten selbst verfasste Libretto basiert auf dem Drama Il tradimento per l’onore aus dem 17. Jahrhundert, dem eine Elegie des Renaissance-Komponisten Claude Le Jeune vorangestellt ist. 1998 fand die äußerst erfolgreiche Uraufführung der Oper bei den Schwetzinger Festspielen statt.

Die Handlung erinnert an einen historischen Fall: 1590 hatte Carlo Gesualdo, Fürst von Venosa und als Komponist ein Wegbereiter der Oper, seine Gattin und deren Liebhaber inflagranti ertappt und ermordet. Sciarrino destillierte daraus einen dichten Text über die Grundkonflikte Liebender: der Wunsch nach ewiger Liebe, der mit spontaner Leidenschaft kollidiert; Sehnsucht, die in Besitzanspruch umschlägt; Selbstquälerei mit unerwidertem Begehren, die Enttäuschung und Rachegelüste fördert. Dazu findet der italienische Komponist einen musikalischen Ausdruck, der sich ausschließlich in den leisen Registern der Instrumente und im Flüsterton der Sänger niederschlägt. Die daraus resultierende Spannung implodiert beim finalen Mord musikalisch im vierfachen Piano.

In der Inszenierung von Christian Pade feierte das Werk seine Italienische Erstaufführung am 31. Juli 2010 als Koproduktion mit der Oper Frankfurt beim Cantiere Internazionale d’Arte di Montepulciano – dem von Hans Werner Henze gegründeten Festival in der Toskana – und wird nun ins Bockenheimer Depot übernommen. Weitere Opernproduktionen Pades in Frankfurt waren Chowanschtschina, Pique Dame, The Turn of the Screw und die Uraufführung von Glanerts Caligula.
Wie bereits in Montepulciano sind erneut Mitglieder des Opernstudios der Oper Frankfurt und Gäste besetzt: Die kroatische Mezzosopranistin Nina Tarandek (La Malaspina) gehört dem Studio seit 2009/10 an und war bereits u.a. als Alisa in Donizettis Lucia di Lammermoor, Zweite Magd in Strauss’ Daphne, Suzy und Lolette in Puccinis La Rondine (konzertant in der Alten Oper) sowie als Mozarts Cherubino in Le nozze di Figaro und Zweite Dame in Die Zauberflöte zu erleben. 2009 gastierte sie anlässlich von Henzes Der Prinz von Homburg in der Regie von Christof Loy am Theater an der Wien. Simon Bode (Un Servo) wurde zur laufenden Saison 2010/11 in das Frankfurter Opernstudio aufgenommen. Sein Hausdebüt erfolgte zu Beginn der Spielzeit als Graf von Lerma / Ein Herold in Verdis Don Carlo. In der Wiederaufnahme von Mozarts Die Entführung aus dem Serail ist er als Belmonte zu erleben. Der Countertenor Roland Schneider (L’Ospite) stellte sich im Dezember 2010 als Second Witch in Purcells Dido and Aeneas dem Frankfurter Opernpublikum vor. Im Münchner Prinzregententheater sang er 2009 die Partie des Ruggiero in Vivaldis Orlando furioso unter Michael Hofstetter in einer Inszenierung von Christof Nel. Besondere Aufmerksamkeit erregte er auch durch das Portrait Heldengesang in höchsten Tönen auf Deutschlandradio Kultur. Christian Miedl (Il Malaspina) ist Ensemblemitglied am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Dort und an verschiedenen internationalen Opernhäusern hat er sich das klassische Repertoire des lyrischen Baritons, aber auch zeitgenössische Partien erarbeitet. Hatte in Montepulciano noch der Italiener Marco Angius die Musikalische Leitung inne, steht während der Vorstellungen im Bockenheimer Depot mit Erik Nielsen einer der drei Kapellmeister der Oper Frankfurt am Pult des Opern- und Museumsorchesters. Der Preisträger des Sir Georg Solti Conducting Award 2009 gastierte kürzlich mit Mozarts Die Zauberflöte an der Metropolitan Opera in New York sowie mit Hans Werner Henzes jüngstem Werk Gisela! oder: Die merk- und denkwürdigen Wege des Glücks an der Semperoper in Dresden. [© Oper Frankfurt]

Weitere Vorstellungen: 15., 18., 19., 21., 22. Mai 2011
Preise: € 12 bis 50 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 oder online unter
www.oper-frankfurt.de erhältlich.

Zur Produktion der Salzburger Festspiele bei der Berliner MaerzMusik 2010:

Klangforum Wien
Leitung:
Beat Furrer
Regie/Bühne/Kostüme: Rebecca Horn
Licht: Andreas Fuchs,
Video: Dirk Schulz
Musikalische Assistenz/Korrepetition: Kate de Marcken
Korrepetition: Grégory Moulin

Besetzung:

La Malaspina:
Anna Radziejewska
Il Malaspina: Otto Katzameier
L’Ospite: Kai Wessel
Il Servo: Simon Jaunin
Falkner: Antonio Paucar

Aufführungen: Sa 20. März 2010 um 20.00 Uhr | So 21. März 2010 um 18.00 Uhr
Öffentliche Generalprobe | Fr 19. März 2010 um 20.00 Uhr
Künstlergespräch So 21.3. um 12.30 Uhr
Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
(MaerzMusik 2010 | Eröffnung)

Mit Luci mie traditrici, eines der beeindruckendsten Musiktheaterwerke des italienischen Komponisten Salvatore Sciarrino, eröffnet MaerzMusik 2010 in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz mit dem Klangforum Wien unter Leitung von Beat Furrer das Festival für aktuelle Musik der Berliner Festspiele.

Die Oper Luci mie traditrici wurde unter dem Titel „Die tödliche Blume“ im Jahr 1998 in Schwetzingen uraufgeführt. Seither hat sie eine Reihe von weiteren Inszenierungen erlebt. Eine Neuinszenierung in der Regie und Ausstattung von Rebecca Horn präsentierten die Salzburger Festspiele im Jahre 2008. Diese einzigartige und äußerst erfolgreiche Inszenierung mit der Sopranistin Anna Radziejewska, dem Bariton Otto Katzameier, dem Countertenor Kai Wessel und dem Bariton Simon Jaunin, ist nun auch bei MaerzMusik zu erleben.

In den Funktionen Regie/Bühne/Kostüm ist der international bekannten Künstlerin Rebecca Horn, die sich nach dem bedauerlichen Tod des ursprünglichen Regisseurs der Produktion Klaus Michael Grüber kurzerhand entschloss, auch die Regie zu übernehmen, in ihrer ersten Operninszenierung eine höchst eindringliche szenische Umsetzung gelungen.

In ihrer farblich schattenhaften Tönung entspricht die Bühne, in deren Hintergrund zwei große, speziell für diesen Zweck geschaffene Bildarbeiten per Video fast unmerklich verändert und ineinander überblendet werden, in wunderbarer Weise der lamentosen Homogenität des musikalischen Materials, mit dem Salvatore Sciarrino, verteilt auf die acht Szenen, die Unmöglichkeit der erfüllten Liebe klagend besingt. Liebe und Tod, Schönheit und Verfall sind in Luci mie traditrici unauflöslich miteinander verknüpft (Max Nyffeler). Die Stimmen der Sänger sind in subtilster Weise mit den feinen instrumentellen Linien des Orchesters verschmolzen, so dass sich im Verlauf des etwa 70minütigen Werkes so etwas wie eine immer spannungsvollere Zustandsbeschreibung der zur Katastrophe drängenden Liebe vollzieht.

Salvatore Sciarrino widmet sich in Luci mie traditrici dem historisch überlieferten Mord des Fürsten Carlo Gesualdo von Venosa an seiner ungetreuen Gattin und ihrem Liebhaber im Jahr 1590. Dieser „Ehrenmord“ des Fürsten Gesualdo, der als visionärer, fast experimenteller Komponist der Renaissance höchsten Rang in der Musikgeschichte einnimmt, ist Gegenstand des frei erzählten Theaterstücks „Il tradimento per l’onore“ von Giacinto Andrea Cicognini aus dem Jahr 1664, an dem sich Sciarrino orientierte.

In der Besetzung mit Schlagzeug, Bläsern und Streichern schafft Sciarrino ein klanglich raffiniertes Umfeld für die Stimmen der Protagonisten. Der gläsern durchsichtige Instrumentalklang dient den Vokalpartien als Hallraum und Aura. Die Leidenschaft der Liebenden und das Verbrechen, alles spielt sich in leisesten Tönen, in Flüstern, im Schatten und in der Aussparung ab und baut doch höchste Spannung auf, die sich schließlich im Stich des Dolches, wenngleich im vierfachen Pianissimo, entlädt. [© Berliner Festspiele]

Eine Produktion der Salzburger Festspiele 2008. MaerzMusik | Berliner Festspiele in Zusammenarbeit mit Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.
www.berlinerfestspiele.de 

Lucia di Lammermoor
Dramma tragico

Von: Gaetano Donizetti
Libretto: Salvatore Cammarano nach dem Roman “The Bridge of Lammermoor” von Sir. Walter Scott
Uraufführung: 26. September 1835 (Neapel, Teatro San Carlo)

Zur Inszenierung des Staatstheater Damstadt:

Premiere:
5. November 11

Musikalische Leitung: Martin Lukas Meister
Inszenierung: Lothar Krause
Bühne: Dirk Hofacker
Kostüme: Ricarda Marose
Choreinstudierung: André Weiss

Besetzung:

Enrico:
Bastiaan Everink / Oleksandr Prytolyuk
Lucia: Julie Davies / Alexandra Lubchansky 
Edgardo: Joel Montero
Arturo: Minseok Kim
Raimondo: John In Eichen
Alisa: Elisabeth Hornung
Normanno: Lasse Penttinen

www.staatstheater-darmstadt.de

Zur Inszenierung der Staatsoper Hamburg:

Premiere:
17. Januar 10

Musikalische Leitung: Simone Jung
Inszenierung: Sandra Leupold
Bühnenbild: Ruth Groß
Kostüme: Esther Bialas
Licht: Thomas Güldenberg
Chor: Florian Csizmadia

Besetzung:

Lord Enrico Ashton:
George Petean
Lucia: Ha Young Lee
Sir Edgardo Ravenswood: Saimir Pirgu
Lord Arturo Buklaw: TJun-Sang Han / Dovlet Nurgeldiyev
Raimondo Bidebent: PAlexander Tsymbalyuk
Alisa: Renate Spingler
Normanno: Ziad Nehme

www.staatsoper-hamburg.de

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
26. Oktober 08
Wiederaufnahme Saison 2009/10: 24. Januar 10

Musikalische Leitung: Roland Böer /
Erik Nielsen / Yuval Zorn (20., 28. Februar, 13., 16. Mai 2010) / Maurizio Barbacini (1., 8., 10. Mai 2010)
Regie: Matthew Jocelyn
Bühnenbild: Alain Lagarde
Kostüme: Eva-Mareike Uhlig
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy
Licht: Olaf Winter
Chor: Matthias Köhler

Enrico Ashton: George Petean / Aris Argiris (Mai 2009) /
Aris Argiris
Lucia: Tatiana Lisnic / Christine Schäfer (Mai 2009) / Simona Šaturova / Brenda Rae (Mai 2010)
Edgardo di Ravenswood: Joseph Calleja / Matthew Polenzani (8., 10., 16., 22. Mai 2009) / Alfred Kim (29., 31. Mai 2009) / Dimitri Pittas / Joseph Calleja (Mai 2010)
Lord Arturo Bucklaw: Peter Marsh / Peter Marsh
Raimondo Bidebent: Bálint Szabó / Simon Bailey / Simon Bailey / Matias Tosi (Mai 2010)
Alisa: Katharina Magiera (Mitglied des Opernstudios) / Nina Tarandek (Mitglied des Opernstudios) / Paula Murrihy (Mai 2010)
Normanno: Michael McCown / Michael McCown

Chor und Statisterie der Oper Frankfurt
Frankfurter Museumsorchester

grün = Wiederaufnahme Saison 2009/10

Besprechung auf kulturfreak.de


Zur Wiederaufnahme in der Saison 2009/10:
„Im Normalfall ist diese krude Geschichte um Zwangsehe, Wahn, Mord und Selbstmord nur Vorwand für kernigen Schöngesang an der Rampe. Nicht bei Matthew Jocelyn, der die Charaktere in Gaetano Donizettis Dramma tragico Lucia di Lammermoor geschärft hat (...).“ So urteilte ein Kritiker nach der Premiere am 26. Oktober 2008 in der Regie des Leiters des renommierten Atelier du Rhin in Colmar.

Auf der Besetzungsliste finden sich anlässlich der ersten Wiederaufnahme dieser Produktion zahlreiche neue Namen: Die Titelpartie verkörpert erstmals in dieser Inszenierung die tschechische Sopranistin Simona Šaturová, die sich dem Frankfurter Opernpublikum in den vergangenen Spielzeiten bereits als Madama Cortese in Rossinis Il viaggio a Reims sowie als Oscar in Verdis Un ballo in maschera vorgestellt hat. Ihr zur Seite steht zum ersten Mal der junge Amerikaner Dimitri Pittas, der als eine der großen Tenorhoffnungen der Opernwelt gilt. Zu seinen regelmäßigen Wirkungsstätten gehören u.a. die Bayerische Staatsoper in München sowie die Metropolitan Opera in seiner Heimatstadt New York. Neu steigen aus dem Ensemble Simon Bailey (Raimondo) und aus dem Opernstudio Nina Tarandek (Alisa) in die Inszenierung ein. Zur Alternativbesetzung gehören die Ensemblemitglieder Brenda Rae – die als Lucia ihr Rollendebüt vorlegt – und Paula Murrihy (Alisa) sowie als Gast Matias Tosi (Raimondo). Alle übrigen besetzten Sänger sind mit der Produktion vertraut, darunter Startenor Joseph Calleja, der als Edgardo alternieren wird, sowie aus dem Ensemble Aris Argiris (Enrico) und Michael McCown (Normanno). Die musikalische Leitung liegt erstmals bei Erik Nielsen und Yuval Zorn. Die beiden jungen Kapellmeister der Oper Frankfurt wechseln sich mit dem ebenfalls neu eingesetzten Gastdirigenten Maurizio Barbacini am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters ab.

Zur Premiere vom Oktober 08:
Das Libretto zu Lucia di Lammermoor von Gaetano Donizetti (1797-1848) geht auf einen Roman des schottischen Dichters Sir Walter Scott (1771-1832) zurück und gilt als anschauliches Beispiel für den Geschmack des italienischen Opernpublikums in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Damals waren die Stoffe der angelsächsischen Schauerromantik in großer Mode und Donizetti sah hier eine Möglichkeit, über seinen Konkurrenten Bellini zu triumphieren. Das Werk, welches vor dem Hintergrund seiner Entstehungszeit alle Zutaten für einen veritablen Opernerfolg enthielt – von spukenden Ahnfrauen in düsteren Parks bis zum Tod der Titelheldin in geistiger Umnachtung –, verfasste der Neapolitaner Salvatore Cammarano. Die Uraufführung am 26. September 1835 geriet zu einem überragenden Erfolg, und so stand der Verbreitung des Werkes nichts mehr im Wege. In Frankfurt gelangte die Oper aus der Blütezeit der Belcanto-Ära seit 1908 nicht auf den Spielplan!

Zum Inhalt: Lucia liebt heimlich Edgardo, den Todfeind ihres Bruders Enrico. Doch dieser hat andere Pläne und möchte seine Schwester mit dem einflussreichen Arturo verheiraten, um seine eigene gefährdete Existenz zu retten. Durch eine Intrige Enricos glaubt Lucia an die Untreue ihres Geliebten und unterzeichnet gezwungenermaßen den Hochzeitsvertrag mit Arturo. Der überraschend hinzukommende Edgardo wird vor vollendete Tatsachen gestellt und gibt Lucia wutentbrannt frei. Die ohnehin bereits psychisch angeschlagene junge Frau wird darüber wahnsinnig, ersticht in der Hochzeitsnacht ihren Bräutigam und bricht schließlich tot zusammen. Als Edgardo davon erfährt, begeht er Selbstmord.

Die musikalische Leitung dieser Neuproduktion liegt bei Roland Böer, der bisher als Kapellmeister an der Oper Frankfurt gewirkt hat und ab der Spielzeit 2008/09 freiberuflich seinen zahlreichen internationalen Verpflichtungen nachkommen wird. Die Inszenierung erarbeitet Matthew Jocelyn, Leiter des Atelier du Rhin in Colmar, das sich u.a der Aus- und Fortbildung junger Opernsänger widmet. Als Lucia und Edgardo ist eines der jungen „Traumpaare der Oper“ zu erleben, das auch im wirklichen Leben einander verbunden ist: Tatiana Lisnic und Joseph Calleja. Beide Künstler sind neben Engagements an anderen großen Opernbühnen auch immer wieder in Frankfurt aufgetreten. Nach seinem überragenden Erfolg als Posa in Verdis Don Carlo kehrt auch George Petean als Enrico zurück; mit ihm alterniert der Grieche Aris Argiris, der ab der Saison 2008/09 das Ensemble der Oper Frankfurt verstärkt. Und nicht zuletzt wird das Werk im Mai 2009 in einer Alternativbesetzung zu erleben sein, angeführt von der Frankfurter Starsopranistin Christine Schäfer. [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
16. Juni 07

Musikalische Leitung: Thomas Dorsch
Inszenierung: Tatjana Gürbaca
Bühne: Marc Weeger
Kostüme: Dorothee Scheiffarth
Choreinstudierung: Sebastian Hernandez-Laverny
Licht: Alexander Dölling - Ernst Schießl
Dramaturgie, Übertitel: Barbara Gräb
Studienleitung: Michael Millard
Musikalische Assistenz: Péter Halász - Clemens Heil
Regie-Assistenz, Abendspielleitung: Mite Friederike Taubert
Bühnenbild-Assistenz: Andreas Braun
Kostüm-Assistenz: Alexandra Kurcsics - Caroline Rode
Inspizienz: Hans-Erich Vinke
Souffleuse: Iris Conradi
Übertitelkorrepetition: Bettina Hentschel
Regie-Hospitanz: Martin Urschel
Dramaturgie-Hospitanz: Anastasia Feoktistova


Besetzung:

Lord Enrico Asthon:
Richard Morrison
Lucia, seine Schwester: Ana Durlovski
Sir Edgardo di Ravenswood: Sergio Blazquez
Lord Arturo Buklaw: Alexander Spemann
Raimond, ein Geistlicher: Hans-Otto Weiß
Alisa, Lucias Vertraute: Edith Fuhr
Normanno, Befehlshaber: Martin Erhard / Ks. Jürgen Rust

Chor und Extrachor des Staatstheaters Mainz
Statisterie des Staatstheaters Mainz (Leitung: Dieter Rößler)
Philharmonisches Staatsorchester Mainz
Glasharmonika: Alexander Marguerre / Sascha Reckert

Besprechung auf kulturfreak.de

lucia7_StaatstheaterMainz©MartinaPipprich

Lucia di Lammermoor
Staatstheater Mainz
Lucia - Ana Durlovski
Foto:
Martina Pipprich

Lucia liebt Edgardo, doch ihr Bruder Enrico will sie mit dem einflussreichen Lord Bucklaw verheiraten. Als Enrico den Liebhaber Lucias als seinen Todfeind entlarvt, ist die Tragödie nicht mehr aufzuhalten: Lucia wird mit Lord Bucklaw zwangsverheiratet, tötet diesen noch in der Hochzeitsnacht und verfällt dem Wahnsinn. Edgardo ist zutiefst verzweifelt und nimmt sich das Leben. Lucia di Lammermoor ist der Höhepunkt der italienischen Belcanto-Oper, ein dunkel-romantisches Drama voll virtuoser Expressivität über drei einander in Liebe und Hass verbundene, ganz in ihre ekstatischen Leidenschaften versponnene Charaktere, das die junge Regisseurin Tatjana Gürbaca arn Staatstheater Mainz in Szene setzt. Sie wurde 2001 von der Zeitschrift „Opernwelt" als „Beste Nachwuchskünstlerin des Jahres" gekürt und inszenierte u. a. an der Berliner Staatsoper, der Wiener Volksoper und am Festspielhaus Baden-Baden. [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de    

Lucio Silla
Oper in drei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart

Die lustigen Weiber von Windsor
Komisch-phantastische Oper in drei Akten

Von:
Otto Nicolai (1810-1849)
Text: Salomon Hermann Mosenthal, nach Shakespeares gleichnamigen Lustspiel
Uraufführung: 9. März 1849 (Berlin, Königliches Opernhaus)

Lulu
Oper in drei Akten (unvollendet)

Von: Alban Berg
Text: Alban Berg, nach Frank Wedekinds Tragödien “Erdgeist” und “Die Büchse der Pandora”
Uraufführungen:
I: 2. Juni 1939 (Zürich, Stadttheater Zürich; Akte 1 + 2 & Pantomome zum Adagio der “Symphonischen Stücke aus der oper Lulu” anstelle des unvollendetren 3. Aktes)
II: 24. Februar 1979 (Paris, Opéra Salle Garnier; mit dem von Friedrich Gerha hergestellten 3. Akt)

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