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Oper & Musik~Theater: Kurzinfos G - L

Giasone
Oper in 3 Akten mit Prolog

Von: Francesco Cavalli (Francesco Caletti Bruni; 14. Februar 1602 - 14. Januar 1676)
Text: Giacinto Andrea Cicognini
Uraufführung: 5. Januar 1648 oder 1649 (Venedig, Teatro di San Cassiano)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
(Bearbeitete Fassung der Produktion am Stadttheater Klagenfurt)

Premiere: 21. Januar 07
Weitere Vorstellungen: 24., 26., 28., 31. Januar, 2., 4. Februar 2007

Musikalische Leitung: Andrea Marcon
Nach der Inszenierung von: Anouk Nicklisch
Neu einstudiert von: Andrea K. Schlehwein und Roland Aeschlimann

Mitwirkende:
Giasone: Nicola Marchesini
Medea: Stella Grigorian
Herkules / Jupiter: Soon-Won Kang
Isifile: Juanita Lascarro
Orest: Florian Plock
Alinda / Amor: Elin Rombo
Delfa: Martin Wölfel
Egeo / Sole: Jussi Myllys
Demo: Christian Dietz

Besprechung auf kulturfreak.de

Francesco Cavalli (1602-1676) war Schüler Claudio Monteverdis und galt nach dessen Tod als einer der führenden Opernkomponisten Venedigs. Seine Bühnenwerke weisen ihn als erstklassigen Musikdramatiker aus. Zudem war er einer der ersten Komponisten, die als wichtiges Handlungselement die Liebesintrige in die Opern einführten, verbunden mit einem mythologischallegorischen Erzählstrang. Obwohl es seinerzeit üblich war, dass das Musiktheater auch einen belehrenden Charakter haben sollte, kam der Humor dabei trotzdem nicht zu kurz. Als Parodist nicht nur antiker Mythen, sondern auch allgegenwärtiger menschlicher Schwächen und erotischer Gelüste, kann man Cavalli als Vorläufer von Jacques Offenbach und dessen mythologischen Operetten sehen. Uraufgeführt wurde Cavallis Giasone am 5. Januar 1648 (andere Quellen nennen 1649) in Venedig. Jason (italienisch: Giasone), Anführer der Argonauten, steht zwischen zwei Frauen, nachdem er seine Gattin Isifile für Medea verlassen hat. Mit deren Hilfe gelingt es ihm, das goldene Vlies zu stehlen. Die im Widerstreit liegenden Götter verfolgen jeweils ihre eigenen Interessen innerhalb dieser Dreiecksgeschichte und befördern, bzw. vereiteln Jasons Pläne. Bedrängt von den beiden Königinnen gerät dieser in ein Gefühlschaos und plant, Isifile zu ermorden, um für Medea frei zu sein. Die Tat misslingt, und dadurch klärt sich die komplizierte Situation: Medea verlässt Jason. Die musikalische Leitung der Produktion liegt bei Andrea Marcon, der sich in Frankfurt bereits als Dirigent von Handels Ariodante vorstellte. 1998 gründete er das Venice Baroque Orchestra. Die Regisseurin Anouk Nicklisch inszeniert seit 1996 u.a. in Koblenz, Mainz und Mannheim für das Musiktheater. Cavallis Giasone entstand 2004 am Stadttheater Klagenfurt. Dort bereits verkörperte der italienische Countertenor Nicola Marchesini die Titelpartie, welche er nun auch in der bearbeiteten Fassung dieser Produktion in Frankfurt übernimmt. Zudem gastierte der Künstler an zahlreichen italienischen Bühnen, darunter auch die Mailänder Scala. Weitere Gäste in dieser Inszenierung sind der Counter Martin Wölfel (Delfa) und der Tenor Christian Dietz (Demo). Alle weiteren Partien sind mit Ensemblemitgliedern der Oper Frankfurt besetzt. [© Oper Frankfurt]

Preise: € 10 bis 50 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr

www.oper-frankfurt.de

Into the Little Hill
Eine lyrische Erzählung für zwei Stimmen und Ensemble (2004-2006) von George Benjamin
Text von Martin Crimp

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere / Deutsche Erstaufführung:
9. November 07

Musikalische Leitung: Franck Ollu
Inszenierung und Bühnenbild: Daniel Jeanneteau
Kostüme: Olga Karpinski
Künstlerische Mitarbeit und Licht: Marie-Christine Soma

Sopran: Anu Komsi
Alt: Hilary Summers
Ensemble Modern

Eingeleitet durch Viola, Viola für zwei Bratschen (1997), Three Miniatures für Violine (2001) von George Benjamin
Violine: Jagdish Mistry
Bratsche: Geneviève Strosser, Garth Knox

Ein Auftragswerk des Festival d’Automne à Paris mit Unterstützung durch die Ernst von Siemens Musikstiftung, der Opéra National de Paris und des Ensemble Modern mit Unterstützung durch die Forberg-Schneider-Stiftung. Koproduktion von Oper Frankfurt, Festival d’Automne à Paris, Opéra National de Paris, T&M, Lincoln Center Festival, Wiener Festwochen, Holland Festival, Liverpool – European Capital of Culture 2008 – und Ensemble Modern.
Unterstützt von der Stadt Frankfurt im Rahmen der Reihe „Zeitgenössische Kunst im Bockenheimer Depot“
Mit Unterstützung durch das British Council
Gefördert von der Aventis Foundation

Der Engländer George Benjamin (* 1960) zählt zu den herausragendsten Komponisten seiner Generation und hat sich bisher ausschließlich auf dem Gebiet der Instrumentalmusik international einen Namen gemacht. So erhielt er bereits zum vierten Mal einen Kompositionsauftrag der
Roche Commission; dieses neue Werk soll während seiner Zeit als composer-in-residence beim Festival in Luzern 2008 uraufgeführt werden. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn seit 1999 mit dem Tanglewood Festival in Amerika. Regelmäßig erscheint George Benjamin als Dirigent renommierter Ensembles und Orchester. Als Operndirigent debütierte er 1999 mit Pelléas et Mélisande am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel. Hinzu kommen Dirigate zahlreicher Uraufführungen, darunter bedeutende Werke von Rihm, Chin, Grisey und Ligeti.

Into the Little Hill ist George Benjamins erste Arbeit für das Musiktheater, welche am 22. November 2006 im Rahmen einer groß angelegten Retrospektive beim Festival d'Automne in Paris uraufgeführt wurde. Das Libretto stammt von dem englischen Dramatiker Martin Crimp. Die Übernahme dieser Uraufführungs-Produktion des französischen Regisseurs und Bühnenbildners Daniel Jeanneteau durch die Oper Frankfurt findet im Bockenheimer Depot als Deutsche Erstaufführung statt. Unter der musikalischen Leitung des französischen Dirigenten Franck Ollu spielt das Ensemble Modern, es singen die Sopranistin Anu Komsi und die Altistin Hilary Summers. Eingeleitet werden die Aufführungen jeweils von George Benjamins Kammermusiktiteln Viola, Viola für zwei Bratschen (1997) und Three Miniatures für Violine (2001), interpretiert von Jagdish Mistry (Violine) sowie Geneviève Strosser und Garth Knox (Bratsche).

Into the Little Hill erzählt die Geschichte des Rattenfängers von Hameln neu: Nachts erscheint dem Minister einer durch eine Rattenplage heimgesuchten Stadt ein unheimlicher Mann ohne Augen, Nase und Ohren. Der Politiker hat seinen Wählern versprochen, die Ratten auszurotten, und so bietet ihm der Unbekannte an, die Tiere mit Musik aus der Stadt zu locken. Der Plan gelingt, allerdings verweigert ihm der Minister den vereinbarten Lohn und bleibt der Kraft der Musik gegenüber skeptisch. Aus Rache lockt der Rattenfänger alle Kinder der Stadt an einen Ort unter der Erde, wo die Musik am hellsten klingt – in einen kleinen Hügel vor den Toren der Stadt. [© Oper Frankfurt]

 
www.oper-frankfurt.de

Lear
Oper in zwei Teilen

Musik: Aribert Reimann (* 1936)
Französische Übersetzung: Antoinette Becker
Librettist: Claus H. Henneberg
Dichter der Textvorlage: William Shakespeare („True Chronicle History of the Life and Death of King Lear and His Three Daughters“, 1605)
Uraufführung: 9. Juli 1978 (München, Bayerische Staatsoper - Nationaltheater)

Zur Inszenierung der Hamburgischen Staatsoper:

Premiere: 
15. Januar 12

Musikalische Leitung: Simone Young
Inszenierung: Karoline Gruber
Bühnenbild: Roy Spahn
Kostüme: Mechthild Seipel
Licht: Hans Toelstede
Chor: Florian Csizmadia
Dramaturgie: Kerstin Schüssler-Bach

Besetzung:

König Lear:
Bo Skovhus
König von Frankreich: Wilhelm Schwinghammer
Herzog von Albany: Moritz Gogg
Herzog von Cornwall: Peter Galliard
Graf von Kent: Jürgen Sacher
Graf von Gloster: Lauri Vasar
Edgar: Andrew Watts
Edmund: Martin Homrich
Goneril: Katja Pieweck
Regan: Hellen Kwon
Cordelia: Ha Young Lee
Narr: Erwin Leder
Bedienter: Frieder Stricker

Orchester: Philharmoniker Hamburg

Simone Young und Karoline Gruber bringen Reimanns »Lear« auf die Bühne in Hamburg
Lears verhängnisvolle Entscheidung, das Reich unter seinen drei Töchtern aufzuteilen, führt zu einem heillosen Verlust der Werteordnung. Alle Bindungen werden zerrissen, alle Hierarchien gestürzt. Spiegelbildlich zu Lears Auflösungsprozess vollzieht sich der Untergang des Grafen von Gloster: auch er traut dem falschen Kind. Erst als Blinder erkennt Gloster die Wahrheit, wie Lear erst durch den Wahnsinn gehen muss, um sehend zu werden.

Nach der Neuproduktion von Georg Philipp Telemanns »Flavius Bertaridus« bringt die Staatsoper Hamburg im Rahmen des Jubiläums »333 Jahre Oper in Hamburg« jetzt einen Klassiker der Moderne auf die Bühne. Aribert Reimanns »Lear« ist ein Musiktheatererlebnis von bezwingender emotionaler Kraft. Ursprünglich als Auftragswerk für die Hamburgische Staatsoper geplant, wurde »Lear« 1978 in München herausgebracht. Nun holt die Opernintendantin und Hamburgische Generalmusikdirektorin Simone Young die wohl bedeutendste Shakespeare-Oper des 20. Jahrhunderts nach Hamburg: »Mich fasziniert, wie es Reimann gelungen ist, die ungeheure Wucht und Größe dieses Stoffes in eine kompromisslose und unglaublich dichte Musiksprache zu übertragen. Es ist alles aus Shakespeares Drama da – aber eben auf eine höchst operngerechte Weise.« Für die Inszenierung engagierte Simone Young, die die Musikalische Leitung übernimmt, Karoline Gruber. Die Regisseurin debütierte 2003 an der Staatsoper Hamburg mit Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, es folgten Verdis »Nabucco« und Händels »Giulio Cesare in Egitto«. Für das Bühnenbild zeichnet Roy Spahn verantwortlich, die Kostüme der Neuproduktion kreiert Mechthild Seipel.

Mit Bo Skovhus wird ein großer Sängerdarsteller die fordernde Titelpartie dieser Neuproduktion verkörpern. »Bo Skovhus und ich sind beide gleichermaßen begeistert von Reimanns Stück«, sagt Simone Young. »Er hat ja in Hamburg unvergessene Erfolge als Wozzeck gefeiert und wird sich mit dem Lear eine echte Traumpartie erobern, die szenisch und musikalisch alles verlangt.« Zuletzt war der dänische Bariton in Hamburg unter anderem als Mandryka in Strauss’ »Arabella« und Oreste in Glucks »Iphigénie en Tauride« zu Gast. Lauri Vasar übernimmt die Rolle des Grafen von Gloster. Der aus Estland stammende Bariton erhielt gerade für seine Interpretation des Billy Budd an der Deutschen Oper am Rhein eine Nominierung für den Theaterpreis FAUST und ist seit zwei Jahren Mitglied im Hamburger Ensemble. Als Edgar kehrt der britische Countertenor Andrew Watts nach Hamburg zurück, 2006 gab er hier sein Debüt als Adschib in Hans Werner Henzes »L’Upupa und der Triumph der Sohnesliebe«. Ein Rückkehrer ist auch Martin Homrich (Edmund), der Mitglied im Internationalen Opernstudio und im Ensemble war und heute an der Semperoper in Dresden engagiert ist. Er war zuletzt hier als Tamino, Erik (»Der fliegende Holländer«) und Alfred (»Die Fledermaus«) zu erleben. Katja Pieweck singt die Partie der Goneril, zu ihren Rollen zählen unter anderem Brangäne, Fricka und die Mutter in »Hänsel und Gretel«. Als ihre Schwester Regan steht Hellen Kwon auf der Bühne. Die Sopranistin und Hamburger Kammersängerin erhielt 2010 den Rolf-Mares-Preis für ihre Leistung als Frau in Wolfgang Rihms »Das Gehege« und sorgte im November 2011 mit ihrem Rollendebüt als Salome für Aufsehen.
Ha Young Lee verkörpert die jüngste Schwester, Cordelia. Die Sopranistin gehört seit 2005 zum Solistenensemble und konnte hier unter anderem als Lucia, Violetta, Gilda und Honey B. (»Bliss«) große Erfolge feiern. Mit Erwin Leder hat die Staatsoper einen ganz besonderen Gast für die Rolle des Narren verpflichten können: Dem Schauspieler gelang als Johann, das Gespenst in Wolfgang Petersens Filmdrama »Das Boot« der internationale Durchbruch. Seitdem wirkte er in über 150 TV- und Kinoprojekten und 100 Theaterproduktionen mit. Weiterhin singen: Willhelm Schwinghammer (König von Frankreich), Moritz Gogg (Herzog von Albany), Peter Galliard (Herzog von Cornwall), Jürgen Sacher (Herzog von Kent) und Frieder Stricker (Bedienter). Die Einstudierung des Chores übernimmt Florian Csizmadia.


Karoline Gruber ~ Regisseurin
Karoline Gruber arbeitet seit einigen Jahren erfolgreich als freie Opernregisseurin im In- und Ausland. Ihren Durchbruch feierte sie mit ihrer Interpretation von »Il Mondo della Luna«, die sie 2001 mit René Jacobs bei den Innsbrucker Festwochen erarbeitete und die 2002 von der Staatsoper Unter den Linden Berlin übernommen wurde. 2003 folgte in Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Alessandro de Marchi »L’Incoronazione di Poppea« von Claudio Monteverdi an der Hamburgischen Staatsoper. Die Inszenierung war ein großer Erfolg bei Publikum und Presse und wurde in der Kritikerumfrage der Zeitschrift »Opernwelt« in der Kategorie »Bester Regisseur / Beste Inszenierung« mehrfach nominiert. Gleiches gilt für Karoline Grubers Inszenierung von Puccinis »Le Villi« an der Wiener Staatsoper mit José Cura und Franz Grundheber, bei der Simone Young am Pult stand (2005). In den folgenden Jahren inszenierte Karoline Gruber an vielen wichtigen Opernhäusern Deutschlands, darunter die Oper Bonn (»Dardanus« von Jean-Philippe Rameau), die Dresdner Semperoper (»Cleofide« von Johann Adolph Hasse), die Oper Köln (szenische Uraufführung »Der Held der westlichen Welt« von Jan Müller-Wieland) und die Oper Leipzig (»Ariadne auf Naxos« von Richard Strauss). An der Hamburgischen Staatsoper inszenierte die Regisseurin des Weiteren Verdis »Nabucco« (2004) und Händels »Giulio Cesare in Egitto« (2005). Auch international war Karoline Gruber erfolgreich tätig. Am New National Theatre Tokyo brachte sie 2005 Zemlinskys »Florentinische Tragödie« und Puccinis »Gianni Schicchi« auf die Bühne. Im Januar 2008 hatte ihre Inszenierung der ersten Oper des portugiesischen Komponisten Emmanuel Nuñes »Das Märchen« nach Johann Wolfgang von Goethe am Teatro Nacional de São Carlos in Lissabon Premiere. Sie wurde vom portugiesischen Fernsehen aufgezeichnet sowie in vierzehn Theater des Landes live übertragen. Im gleichen Jahr erlebte Karoline Grubers Interpretation von »Salome« (Strauss) an der Biwako Oper Japan ihre erfolgreiche Premiere und wurde an das Teatro Nacional de São Carlos Lissabon übernommen. Zu ihren jüngsten Erfolgen zählen ihr Debüt am Aalto-Theater Essen mit »Elegie für junge Liebende« von Hans Werner Henze im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres Ruhr 2010 sowie ihre Interpretation von Rameaus »Platée« an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf. Von 2005 bis 2010 war Karoline Gruber zudem Professorin für Szenischen Unterricht an der Universität der Künste Berlin. Diese Tätigkeit beendete sie mit einer Inszenierung von Poulencs »Dialogues des Carmélites«.

Roy Spahn ~ Bühnenbild
In Frankfurt geboren absolvierte Roy Spahn sein Kunststudium in seiner Heimatstadt bei Willi Schmit. Er war Preisträger des Kunstförderpreises der Stadt Frankfurt und kam durch den Schweizer Marc Deggeller zum Bühnenbild. Als Ausstattungsleiter war er am Jungen Theater Göttingen und am Landestheater Neustrelitz tätig. Seit 1991 entwirft er Bühnen- und Kostümbilder unter anderem am Schauspielhaus Hamburg und an den Theatern in Kassel, Bremen, Braunschweig, Luzern, Straßburg und Dessau sowie am Opernhaus Zürich. Enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit den Regisseuren Roman Hovenbitzer (unter anderem die Bernstein-Opern »Street Scene« in Hagen und »On the Town« am Staatstheater Oldenburg) und mit Karoline Gruber. Mit ihr erarbeitete Roy Spahn unter anderem Rossinis »Il Barbiere di Siviglia« beim OpernFestival St. Moritz, »Ein Märchen« von Emmanuel Nuñes am Teatro São Carlos in Lissabon, Strauss’ »Ariadne auf Naxos« an der Oper Leipzig und Henzes »Elegie für junge Liebende« am Aalto-Theater Essen. Mit Karoline Gruber erarbeitet Roy Spahn das Bühnenbild für Reimanns »Lear« und stellt sich mit dieser Arbeit erstmals an der Hamburgischen Staatsoper vor.

Mechthild Seipel ~ Kostüme
Die in Bochum geborene Mechthild Seipel machte in Berlin eine Ausbildung zur Modedesignerin. Ihr erstes berufliches Engagement führte sie als Assistentin und Kostümbildnerin an das Schauspiel Köln. Dort begann auch ihre langjährige Zusammenarbeit mit dem Regisseur Andreas Homoki, die sie nach Basel (»Elektra«, »Der Rosenkavalier« und Verdis »Requiem«), Amsterdam (»Capriccio« und »Lulu«) und Tokio (»Le Nozze di Figaro«, »La Fanciulla del West«) führte, um nur einige Stationen zu nennen. An der Komischen Oper Berlin erarbeiteten sie außerdem gemeinsam »Die Liebe zu den drei Orangen«, »Eugen Onegin«, »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« und »La Bohème«. Mit der Regisseurin Karoline Gruber arbeitete Mechthild Seipel bereits viermal zusammen. Sie schuf die Kostüme für Karoline Grubers Inszenierungen von Jean-Philippe Rameaus »Dardanus« in Bonn, von Emmanuel Nuñes‘ »Das Märchen« in Lissabon, von Hans Werner Henzes »Elegie für junge Liebende« in Essen und von Rameaus »Platée« in Düsseldorf. An der Hamburgischen Staatsoper ist Mechthild Seipel in der Spielzeit 2011/12 zum ersten Mal zu Gast. [© Hamburgische Staatsoper]

Karten sind an der Tageskasse der Hamburgischen Staatsoper, unter der Telefonnummer 040 / 35 68 68, im Internet unter
www.staatsoper-hamburg.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
28. September 08

Musikalische Leitung: Sebastian Weigle
Regie: Keith Warner
Bühnenbild: Boris Kudlička
Kostüme: Kaspar Glarner
Dramaturgie: Norbert Abels
Licht: Davy Cunningham
Chor: Matthias Köhler

König Lear: Wolfgang Koch
König von Frankreich: Magnus Baldvinsson
Herzog von Albany: Dietrich Volle
Herzog von Cornwall: Michael McCown
Graf von Kent: Hans-Jürgen Lazar
Graf von Gloster: Johannes Martin Kränzle
Edgar, Glosters Sohn: Martin Wölfel
Edmund, Bastard Glosters: Frank van Aken
Goneril, Tochter König Lears: Jeanne-Michèle Charbonnet
Regan, Tochter König Lears: Caroline Whisnant
Cordelia, Tochter König Lears: Britta Stallmeister
Narr: Graham Clark
u.a.

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Museumsorchester

Besprechung auf kulturfreak.de

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Lear
Oper Frankfurt
Bildmitte: Lear (Wolfgang Koch) und Ensemble
Foto:
Barbara Aumüller


Die Vertonung der um 1605 entstandenen Tragödie König Lear von William Shakespeare (ca. 1564-1616) hat Komponisten unterschiedlicher Epochen beschäftigt, wobei sich keine der musikalischen Umsetzungen wirklich behaupten konnte. Erst der 1936 in Berlin geborene Aribert Reimann, einer der führenden deutschen Opernkomponisten der Moderne, war mit seiner Fassung erfolgreich: Angeregt durch den in seinem Fach Maßstäbe setzenden Bariton Dietrich Fischer-Dieskau befasste sich Reimann ab 1972 intensiv mit der literarischen Vorlage und beauftragte schließlich Claus H. Henneberg, ein Libretto zu verfassen. 1975 erhielt Reimann den Kompositionsauftrag der Bayerischen Staatsoper in München, wo das Werk schließlich am 9. Juli 1978 zur Uraufführung kam. Die Titelpartie verkörperte Fischer-Dieskau und hatte somit keinen unerheblichen Anteil am überragenden Erfolg der Komposition.

Zum Inhalt:
Der greise König Lear möchte das Reich unter seinen drei Töchtern aufteilen. Je größer ihre Liebe zu ihm, desto größer soll ihr Anteil ausfallen. Daraufhin übertreffen sich die machthungrigen älteren Schwestern Goneril und Regan in gegenseitigen Liebesbezeugungen. Nur die aufrichtig liebende jüngste Tochter Cordelia findet keine Worte, wird daher missverstanden und verstoßen. Der König selbst wird von Goneril und Regan vom Hof gejagt und irrt in geistiger Umnachtung umher. Doch ihre Machtspiele und Intrigen sowie das daraus resultierende Misstrauen treiben die grausamen Schwestern in den Tod. Cordelia kehrt aus der Verbannung zurück und will dem Vater wieder zur Macht verhelfen, wird jedoch ermordet. Mit ihrer Leiche im Arm bricht der um die getötete Tochter klagende König Lear tot zusammen.

Die musikalische Leitung dieser Frankfurter Erstaufführung liegt bei Sebastian Weigle, der ab der Saison 2008/09 das Amt des Generalmusikdirektors der Oper Frankfurt bekleidet. Für die Inszenierung kehrt Keith Warner an den Main zurück, wo er in den vergangenen Spielzeiten für Rossinis Aschenbrödel (La Cenerentola), Dallapiccolas Volo di notte und Il prigioniero, Blochs Macbeth und Brittens Death in Venice verantwortlich zeichnete. Zu seinen letzten Arbeiten gehört zudem Wagners Der Ring des Nibelungen am Royal Opera House Covent Garden in London. Die Titelpartie verkörpert der Bariton Wolfgang Koch, der 2006 in Frankfurt als Hans Sachs in Wagners Die Meistersinger von Nürnberg zu erleben war. Seine aktuellen Engagements beinhalten Alberich im Ring an der Hamburgischen Staatsoper sowie Projekte in Mailand, München und Wien. Die weiteren Partien sind mit Gästen und Ensemblemitgliedern der Oper Frankfurt besetzt. [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Die Opern von Aribert Reimann:
Ein Traumspiel
(nach August Strindberg), Uraufführung: 20. Juni 1965, Kiel
Melusine, Uraufführung: 29. April 1971, Schwetzingen
Lear (nach William Shakespeare), Uraufführung: 9. Juli 1978 München - Bayerische Staatsoper
Die Gespenstersonate (nach August Strindberg), Uraufführung: 25. September 1984, Berlin - Hebbel-Theater
Troades (nach dem Schauspiel des Euripides in der Fassung von Franz Werfel), Uraufführung: 7. Juli 1986, München - Bayerischen Staatsoper
Das Schloss (nach Franz Kafka), Uraufführung: 2. September 1992 Berlin - Deutschen Oper
Bernarda Albas Haus (nach Federico García Lorca), Uraufführung: 30. Oktober 2000, München - Bayerischen Staatsoper

In Arbeit: Medea , Uraufführung: Juni 2010, Wien, Wiener Staatsoper, DEA: September 2010 (Frankfurt, Oper Frankfurt)

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