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Oper & Musik~Theater: Kurzinfos G - L
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Geschichten aus dem Plänterwald Eine musikalische Standortuntersuchung der Neuköllner Oper mit dem Ensemble leitundlause.
In Zusammenarbeit mit der Universität Hildesheim sowie mit der Hochschule für Bildende Kunst Braunschweig.
Künstlerisches Leitungsteam:
Text/Regie:
Matthias Rebstock Komposition/Arrangement: Theo Nabicht Bühne/Kostüme: Sabine Hilscher Projektionen: Sabine Beyerle / David Reuter
Ensemble: Stimme/Viola:
Sabine Hilscher Stimme/Klavier: Irmtraud Horstkotte Stimme/Flöte: Mariel Jana Supka Stimme: Claudia Herr Stimme: Lydia Starkulla
Stimme/Akkordeon: Deborah Klein Stimme/Kontrabaß: Bärbel Schwarz Tuba/Stimme: Janni Struzyk
Uraufführung: 24. August 2006 Spieltermine:
24., 26./27. und 31. August sowie 1.-3. und 7.-10. September 2006, 20 Uhr
Spielort: neuköllner oper, Karl-Marx-Str. 131-133, 12043 Berlin
Karten
9-21 Euro, Vorbestellung unter 030 / 6889 0777, unter tickets@neukoellneroper.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen
Konzeption Der Fall des Spreeparkbetreibers Norbert Witte ist ein typisches Berliner Tatsachen-Märchen. So verrückt, wie es nur die Wirklichkeit erfinden kann und so
surreal, dass es die Fantasie zu den utopischsten Streifzügen durch diese Wirklichkeit einlädt. Ausgangspunkt und Fluchtpunkt war immer wieder der Park in seinem jetzigen Zustand: von der
Außenwelt abgeriegelt mit einem Zaun voller Schlupflöcher. Dahinter absurde Landschaften aus umgefallenen Dinosauriern und Achterbahnschienen. Alles überwuchert und von der Natur mit
Beharrlichkeit und Gleichmut zurückerobert. Ein Märchenwald? Ein Paradiesgarten? Verwunschenes Land? Sicherheitszone? Verbrannte Erde? Ein schwarzer Fleck auf der Landkarte des politischen
Berlin?
Die Geschichten aus dem Plänterwald erzählen einerseits dokumentarisch die Geschichte von Norbert Witte, andererseits vermessen sie das Assoziationsfeld, das das Ensemble
leitundlause damit verbindet: Es geht um Helden der Arbeit und Helden des Scheiterns; um Selbstfindung als Egomarketing und die Romantik des Nichtstuns; um oben und unten und die Achterbahn
dazwischen, bei der man nicht weiß, was hinter der nächsten Biegung kommt.
Zur Arbeitsweise Wir suchen nach einer Erzählweise, die einerseits eine zusammenhängende Geschichte
zu erzählen erlaubt, in der aber andererseits die einzelnen Elemente des Theaters, besonders die Musik und die Aktionen, nicht (nur) in den Dienst der Narration gestellt werden, sondern ein
hohes Maß an Eigenständigkeit bewahren und so ihr assoziatives Potenzial zur Entfaltung bringen können. Daher entwickeln wir Text, Musik und Szene gleichzeitig auf der Probe, ohne dass das
Eine vor dem Anderen Vorrang hätte: mal entstehen szenische Aktionen, für die dann ein Text gefunden oder geschrieben werden muss; mal entsteht ein musikalisches Arrangement, für das
anschließend eine Szene entwickelt wird etc. Ein besonderes Anliegen des Ensemble leitundlause ist dabei, heterogenes, ja widersprüchliches Material so aufeinander zu beziehen, dass das
Alltägliche und Selbstverständliche frag-würdig wird und so auf neue Weise vom Zuschauer erschlossen werden muss.
Für die Geschichten aus dem Plänterwald sind wir von sehr
unterschiedlichen konkreten Fundstücken ausgegangen: Schallfolien aus den 50er und 60er Jahren, Musikstücke, die uns im Ohr waren, Zitate verschiedener Autoren, Objekte, die uns zum Thema
passend erschienen etc. Auf den Proben haben wir versucht, diesen konkreten Materialien ihr geheimes Leben abzulauschen und sie miteinander bekannt zu machen. Die Geschichte vom „genialen
Scheitern“ von Norbert Witte diente uns dabei als Leitfaden, auf den wir unsere zunächst in alle Richtungen sprießenden musikalischen, szenischen und textlichen Streifzüge bezogen haben.
Matthias Rebstock Ensemble leitundlause besteht seit Herbst 2001. Schwerpunkt der Arbeit ist die Beschäftigung mit aktuellen (Vokal)-Kompositionen, die einen großen Spielraum
für eigene szenische Umsetzungen gewähren. So entstehen MusikTheaterstücke, in die Elemente der Experimentellen Musik und des Bilder- und Objekttheaters eingehen. leitundlause hat für seine
Fassung der Récitations den 1. Preis beim „7. internationalen Musikwettbewerb für junge Kultur 2001“ in Düsseldorf gewonnen. Es folgten Auftritte u. a. auf dem Festival „Neue Musik Rümlingen“
bei Basel, dem Düsseldorfer Altstadtherbst 2002, dem Theater am Halleschen Ufer Berlin, der staatsbankberlin, den Sophiensaelen Berlin etc.
Theo Nabicht Komposition und Arrangement
wurde 1963 geboren. Er studierte von 1983 bis 1987 an der Berliner Musikhochschule "Hanns Eisler" Saxophon, Flöte und Klavier. Von 1995 bis 1997 spezialisisierte er sich und
studierte Bassklarinette (Meisterklasse) am Conservatoire de Strasbourg. Nach 1985 sammelte er Bühnenerfahrungen in gemeinsamen Projekten mit Musikern wie Bert Wrede, Mauro Gnecchi
Thierry Madiot, Michail Alperin, Werner Dafeldecker, Anthony Braxton, Peter Kowald und Fred Frith. Er ist langjähriges Mitglied des "Kammerensemble Neue Musik Berlin" sowie
Gast beim “Klangforum Wien”. Er arbeitet unter anderem als Komponist für Theater- und Fernsehproduktionen, so derzeit an den Münchner Kammerspielen, wo er die Musik zum “Der
Kirschgarten” komponierte und einspielte. In den letzten Jahren tritt Theo Nabicht immer mehr solistisch in Erscheinung. Dabei stehen Kompositionen von
zeitgenössischen Komponisten sowie eigene Stücke im Vordergrund. Im Mai z.B. spielte er die Uraufführung der neuen Komposition von Rolf Riehm „Aprikosenbäume gibt es“ für
Kontrabassklarinette und Ensemble zu den Wittener Tagen für Neue Musik. Theo Nabicht legte diverse Platten- und CD-Aufnahmen vor und beschäftigt sich heute vorwiegend mit der
Aufführung zeitgenössischer Musik, der improvisierten Musik und Komposition in unterschiedlichsten Genres.
Auswahl:
Plattenaufnahmen im Duo 1988 Herbstrhytmen (Live), 1989 Donezk 2000 (Melodia), mit "Vielharmonie"1990 "From BeBand to BigBop", 1991 "More like Brahms" 1992
"Round about midnight" mit Baka Mutz, 1995 "Baka Mutz", mit dem Kammerensemble Neue Musik Berlin "Porträt - Helmut Oehring" 1997, 1998 "live at
Vancouver" mit Ta Lam 10; mit "the clarinet trio: oct. 1,´98"1999, „translucent notes“ 2002, Frigg- Brecht Projekt 2000, mit dem Klangforum Wien "Beat
Furrer Portrait" 2000 „ WEISS/WEISSLICH 2003“ und diverse Sampler, Komponist für Fernseh- und Theaterproduktionen u.a. "Die Wege des Franz Fühmann" (ORB)1994,
"Oidipus" (Theater Affekt)1994, "Roberto Zucco"(Theater Affekt)1996, "Clockwork orange" Deutsches Schauspielhaus Hamburg 1997, "Volksfeind" Theater
Basel 1999 Kampnagel "Parzival",2000, Schauspielhannover "Der Erreger"2000 , Theater Basel “Die Nibelungen”2001,Schauspielhannover “Tanzhalle“2001,
Schauspielhaus Hamburg “Frau vom Meer“ 2001, Kammerspiele München “Dantons Tod“ 2001,Schauspielfrankfurt „Adam Geist“2002, Theater Basel „Krieg um Troja“ 2002, Münchner
Kammerspiele: „Heiliger Krieg“ 2003, „Die Odyssee“ 2004 Theater Basel „Stiller“ 2004 Theater Basel, „Das goldene Vliess“ 2005 Theater Basel, „Der Kirschgarten“ 2006 Münchner
Kammerspiele, „Othello“ 2006 Schauspielhannover, Konzerte und Tourneen mit internationalen Musikern wie M.Alperin,V.Wolkov, W.Dafeldecker, P.Skrepek, E.L.Petrowski, U.Brüning, D. Humair, P.
Danielsson, J. Bergonzi, J. Kühn, M. Mengelberg, A. v. Schlippenbach, .A. Braxton, H. Fraser, Peter Kowald, Eliot Sharp, Fred Frith, dem Klangforum Wien u.v.a.m. Festivalteilnahmen
u.a. in: Krakow, Leningrad, Novosibirsk, Donezk, Frunze, Kriwoj Rog, Warschau, Prag, Rostock, Leipzig, Paris, Nevers, Toulouse, Witten, Mulhouse, Le Mans, Lausanne, Luz, Wien, Rom,
Stockholm, Brüssel, Gent, Bath, New York, San Franzisco, Vancouver, Seattle, Mecico City, Monterrey, Berlin…
Matthias Rebstock, Regie geboren 1970, studierte Klavier,
Schulmusik und Philosophie in Berlin und London. Zahlreiche Assistenzen und Hospitanzen im Opernbereich, u. a. bei Georg Tabori, Andreas Homoki und Achim Freyer. Als Regisseur, Dramaturg und
Musiker/Darsteller im Bereich Neues Musiktheater tätig. Von 2000-2005 Lehrauftrag an der Universität der Künste Berlin für Experimentelles Musiktheater. Seit 2006 Juniorprofessor für
Szenische Musik an der Stiftungs-Universität Hildesheim. Inszenierungen u.a. MoMa von Dieter Schnebel, Nationaltheater Mannheim, 2005, Die Maulwerke von Dieter Schnebel mit der
„Kunstarbeiders Gezelschap“ Gent, 2005 (Gastspiele in Antwerpen, Berlin, Stockholm und Sao Paulo)‚ gaumenkino mit dem Ensemble leitundlause, Sophiensaele 2004, Sport mit Stücken von Satie,
Schnebel und Aperghis am Konzerthaus Berlin 2004. Uraufführung der Kurzoper Luisas Traum von Christof Herzog in einer Koproduktion der Komischen Oper und der UdK Berlin 2004. Uraufführung von
Beschreibung eines Kampfes von Michael Hirsch nach Kafka mit dem Ensemble leitundlause in Koproduktion mit der staatsbankberlin 2003. Deutsche Erstaufführung von ’S.O.S.‘ von Jacques Demierre
im Museum für internationale Kunst der Gegenwart ‚K21‘ in Düsseldorf 2002. Veranstalter des interdisziplinären Spektakels ‚tauchtauch tonstobtotrott – lautbaden in bad schau‘, Musiktheater,
Performance, Installationen, Film rund um den Laut im Stadtbad Oderbergerstraße, Berlin 2002. Szenische und musikalische Einstudierung der Uraufführung von N.N’ von Dieter Schnebel mit den
‚Maulwerkern’ in Donaueschingen 2001. Gründung des Ensembles ‚leitundlause’ und Gewinn des 1. Preises beim ‚7. internationalen Wettbewerb für junge Kultur’ Düsseldorf 2001 für die szenische
Fassung der Récitations von Georges Aperghis.
Sabine Hilscher - Ausstattung/Stimme/Viola Studium der Bildenden Kunst bei Prof. Dieter Hacker und Kostümbild bei Prof. Martin
Rupprecht an der Hochschule der Künste Berlin. 2004 Ernennung zur Meisterschülerin. Seit 2001 Kostüm- und Bühnenbildnerin des Ensemble leitundlause. Arbeitete u. a. als Assistentin an der
Deutsche Oper Berlin, als Assistentin und Produktionsleiterin an den Bühnen der Stadt Köln (2004/2005) sowie als Bühnen- und Kostümbildnerin für zahlreiche Bilder- und
Objekt-Theaterinszenierungen, für experimentelles Musiktheater, Oper und Schauspiel in Berlin (Konzerthaus, Sophiensaele, staatsbankberlin, Theater am Halleschen Ufer, u.a.) am Schauspielhaus
Köln, Staatstheater Mainz, Theater Mannheim, Stadttheater Bielefeld, K21 und Tanzhaus Düsseldorf, sowie auf verschiedenen Festivals im In- und Ausland (u.a. MaerzMusik der Berliner
Festspiele, Donaueschinger Musiktage, Festival für Neue Musik Rümlingen). Teilnahme an verschiedenen Ausstellungen (Objekte/Installationen, Zeichnungen), Aktionen und Kunsthappenings.
2004-2006 verschiedene Lehr- und Werkaufträge für Kostüm an der Hochschule für Bildende Kunst Braunschweig und der Universität der Künste Berlin.
Seit 2001 Mitglied des Musiktheaterensembles leitundlause bei folgenden Produktionen: Récitations, Georges Aperghis (2001),SOS, Jacques Demierre (2002), Beschreibung eines Kampfes, Michael
Hirsch/Franz Kafka (2003), Gaumenkino (2004), medea werden (2006)
Bernhard Glocksin – Dramaturgie Studium der Musikwissenschaft, Germanistik und Politik an der Universität
Köln, Tübingen und Marburg. Seit 1986 Dramaturg für Musiktheater, Schauspiel und Tanztheater, zunächst an den Niedersächsischen Staatstheatern Hannover, dem Theater am Neumarkt Zürich, dem
Salzburger Landestheater. Ab 1995 Chefdramaturg / persönl. Referent des Intendanten am Staatstheater Mainz, 1999 – 2002 Chefdramaturg und Stellvertreter des Intendanten in künstlerischen
Fragen am Deutschen Theater in Göttingen. Künstlerische Leitung / Bereich Programmgestaltung und Chefdramaturg an der neuköllner oper Berlin seit Januar 2004 . Stückentwicklung und Fassungen
u.a. von BizetLounge:Perlenfischer, Die gelbe Prinzessin, Create your life. Daneben freischaffend Projekte (Berlinale Talk 2004; Mach die Augen zu und flieg..., Koproduktion Armin Petras
/Haus der Kulturen der Welt/FrankfurterSchauspiel 2004) sowie Libretti für Tanz (Salzburg 1995) und Musiktheater (u.a. Julie & Jean, Musik Gerhard Schedl, Uraufführung Wien 2003;
HesseIndia, Musik Raffael Reina, Uraufführung Amsterdam/Stuttgart/Wien 2007).
David Reuter - Projektionen geboren 1964 in Berlin. 1984 – 1993 Studium der Bildenden Kunst an
der Universität der Künste Berlin; 1995 - 2002 Künstlerischer Mitarbeiter im Studiengang Bildende Kunst, Bereich Objektbau, Spiel und Bühne an der UdK Berlin; seit 2002 Juniorprofessor für
Kunst in Aktion/ Darstellendes Spiel an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Verschiedene Kunst und Theaterprojekte im In- und Ausland (u. a. in Russland, Schweiz, Venezuela,
Bolivien, Peru, ...) Gemeinsame Ausstellungen mit Sabine Beyerle u.a. nawarak lelmal, eine Annäherung an Afrika, Gruppenausstellung, Galerie Weisser Elefant, Berlin; Allgemeiner Konsumverein,
Braunschweig(2006), Der Freie Wille, Bunker unter der Arena, Berlin (2005), Paradies im Bunker, Gruppenausstellung, Kunstbunker Tumulka, München (2004).
Sabine Beyerle - Projektionen
geboren 1975 in Leonberg. 1995-2003 Studium der Bildenden Kunst an der Universität der Künste Berlin (Meisterschülerabschluss). Seit 2004 Arbeit als freischaffende Künstlerin in
Berlin in den Bereichen Malerei, interaktive Installation, Kunst in Aktion. 2006 Atelierstipendium der Karl Hofer Gesellschaft Berlin und Stipendium der Dorothea Konwiarz Stiftung Berlin.
Gemeinsame Ausstellungen mit David Reuter u.a. Dolmusch X-Press, Performance, HAU, Berlin (2006); Pessoares, Musiktheaterinstallation, Staatsbank Berlin (2003); Essmaschine, Performance,
chemische Fabrik Interarte, Berlin 2003.
Irmtraud Horstkotte - Stimme/Klavier studierte Schulmusik und Klavier an der Universität der Künste Berlin sowie Italienisch an der
Freien Universität Berlin. Seit 1995 Teilnahme als Darstellerin und Musikerin an diversen Theater- und Opernproduktionen in Berlin. Seit 1999 vor allem im Bereich Experimentelles Musiktheater
tätig. Auftritte bei verschiedenen Festivals, u. a. „Sommerfestival der Kammeroper Schloss Rheinsberg“, „Festival für Neue Musik Rümlingen“, „Düsseldorfer Altstadtherbst“. 2005
Dramaturgieassistenz an der Deutschen Oper Berlin. Seit 2001 Mitglied des Musiktheaterensembles leitundlause.
Mariel Jana Supka – Stimme/Flöte studierte an der UdK in Berlin
Musik auf Lehramt mit Hauptfach Gesang und absolvierte darüber hinaus bis 2001 ein Schauspielstudium an der Berliner Schule für Schauspiel. Seitdem ist sie als freie Schauspielerin vorwiegend
in Deutschland tätig. In Berlin war sie unter anderem an der Deutschen Oper, der Neuköllner Oper, am Gorki Theater, im Konzerthaus am Gendarmenmarkt, in den Sophiensaelen oder im HAU zu
sehen, spielte aber auch im deutschsprachigen Ausland, z.B. am Kapuzinertheater in Luxemburg und am Theater Neumarkt in Zürich. Seit 2001 Mitglied des Musiktheaterensembles leitundlause.
Claudia Herr – Stimme Gesangsstudium an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Gesangsausbildung bei Ernst Haefliger (Schweiz) und seit 2003 bei Gundula Hintz (Berlin).
Claudia Herr war Meisterschülerin von Wolfgang Rihm, singt die Werke von Aribert Reimann, Wolfgang Rihm, John Cage, Karlheinz Stockhausen, Dimitri Terzakis, Sidney Corbett, Ralf Hoyer,
Juliane Klein, Georges Aperghis und vielen anderen mehr. Aufgetreten ist sie damit u.a. in der Komischen Oper Berlin, Stuttgarter Liederhalle, der Berliner Philharmonie, in der
"Unerhörten Musik" – BKA, im Konzerthaus Berlin, der Neue Nationalgalerie Berlin, der Gedächtniskirche, Dresdener Frauenkirche, im Kulturpalast Dresden, im Gewandhaus Leipzig sowie
zu verschiedenen Festivals und Vernissagen im In- und Ausland. 2004 war sie Gewinnerin des 3. Preises in Berlin und des 1. Preises in Frankfurt/Main der “Globusklänge Deutschland” mit
Preisträgerkonzert und Kompositionsaufträgen im Globusball der FiFa-Fußball-WM 2006 in Kooperation mit der Initiative Neue Musik Berlin. Seit 2004 Mitglied des Ensemble leitundlause.
Lydia Starkulla - Stimme Schauspielstudium an der Theaterwerkstatt Charlottenburg, Berlin. 2000 Abschluss und Aufnahme in die ZBF Berlin. Seitdem ist sie als freie Schauspielerin
tätig. Sie war unter anderem am Orphtheater, den Sophiensaelen und dem Maxim-Gorki-Theater in Berlin sowie in Potsdam, im Rheinland und in Mecklenburg-Vorpommern zu sehen. 2004 eigene
Inszenierung in Andrah Pradesh, Indien. Seit 2004 Mitglied des Musiktheaterensembles leitundlause.
Deborah Klein - Stimme/Akkordeon Studium der Schulmusik (UdK Berlin,
Hauptinstrument Gesang, 1998-2004), private Ausbildung in Klassischem Gesang sowie private Schauspielausbildung in Berlin (2002-2005). Zusammenarbeit mit Daniel Ott und Matthias Rebstock in
verschiedenen Inszenierungen Experimentellen Musiktheaters: u.a. Gaumenkino, 2006/ Récitations pour voix seule (G. Aperghis), 2005 mit dem Ensemble leitundlause/ Il Treno (J. Cage), Göttingen
D. Ott, 2004/ Pessoares - das Buch der Unruhe, staatsbankberlin, D. Ott, 2003/ Pas de Cinq (M. Kagel) Stadtbad Oderberger Straße, M. Rebstock 2002/ Aufgang A, Künstlerbahnhof Westend,
M. Rebstock 2001/ Winzig (M. Tsangaris) M. Rebstock 2001/ Variations (J. Cage) D. Ott, 2001. In verschiedenen Theaterinszenierungen arbeitete sie u.a. mit Beata Nagy, S. Katawazi,
(Schnitzler: Liebelei, P. de Marivaux: Verführbarkeit auf beiden Seiten), J.A. Vasiljev (A. Tschechov: Drei Schwestern) und Th. Henschel. Seit 2006 Mitglied des Musiktheaterensembles
leitundlause.
Bärbel Schwarz – Stimme/Kontrabass 2000-2005 Schauspielausbildung an der Universität der Künste Berlin und der University of Arts Reykjavik (Island). 2005
Wortmacherin mit Urs Jaeggi in der Urs Jaeggi Performance "Assault" mit Roger Turner (drums) und Wolfgang Fuchs, (Saxophon). 1. Preis beim Melkwettbewerb des Jahresfestes 2005 der
landwirtschaftlichen Fakultät der Humbold Uni Berlin. 2005/2006 Freilichtspiele Schwäbisch Hall (Shakespeare: Was Ihr wollt). 2006 Publikumspreis und 3. Platz beim Bundesfestival Video mit
Onkel DDR einem Film von Bärbel Schwarz und Olga Koch. Schlagzeugerin der „masl“ Band und dem deutsch-isländisch-amerikanischen Improquartett „hestbak“ (Chicago/Berlin). Sie ist seit 2006
Mitglied des Musiktheaterensembles leitundlause (Medea, 2006).
Janni Struzyk – Tuba/Stimme Tubastudium an den Hochschulen für Musik in Berlin und Weimar.1998-2000 Tubistin
der Brandenburgischen Philharmonie Potsdam, seit 1999 Solotubistin des Orchesters der Tiroler Festspiele Erl (u.a. Wagners kompletter Ring). Mitarbeit in diversen Orchestern (u.a.
Staatskapelle Berlin, Solistenensemble des DSO Berlin, Deutsche Oper Berlin, NDR, Staatskapelle Weimar, Deutsches Filmorchester Babelsberg). Theatermusiken (Komposition und Realisierung) in
Berlin, Brandenburg und Potsdam. Seit 1999 im Duo pinx. (Schlagwerk/Tuba mit Friedemann Werzlau) – u.a. mit Beiträgen zu den Tagen der Zeitgenössischen Musik in Weimar, Reihe „Unerhörte
Musik“ im BKA-Theater Berlin, Stummfilme mit Live-Musik-Begleitung, MaerzMusik. Intensive Kammermusiktätigkeit. Seit 1996 „United Women’s Orchestra“; Jazzfestivals in Leverkusen, Nijmegen,
Tilburg, Wien, Moers. 2004 Solo-Konzert beim Potsdamer Jazzfestival.
www.neukoellneroper.de
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Giacone Oper in 3 Akten mit Prolog
Von: Francesco Cavalli (Francesco Caletti Bruni; 14. Februar 1602 - 14. Januar 1676)
Text: Giacinto Andrea Cicognini Uraufführung: 5. Januar 1648 oder 1649 (Venedig, Teatro di San Cassiano)
Zur Inszenierung der Oper Frankfurt: (Bearbeitete Fassung der Produktion am Stadttheater Klagenfurt)
Premiere: 21. Januar 06 Weitere Vorstellungen: 24., 26., 28., 31. Januar, 2., 4. Februar 2007
Musikalische Leitung: Andrea Marcon
Nach der Inszenierung von: Anouk Nicklisch Neu einstudiert von: Andrea K. Schlehwein und Roland Aeschlimann
Mitwirkende: Giasone:
Nicola Marchesini Medea: Stella Grigorian Herkules / Jupiter: Soon-Won Kang Isifile: Juanita Lascarro Orest: Florian Plock Alinda / Amor:
Elin Rombo Delfa: Martin Wölfel Egeo / Sole: Jussi Myllys Demo: Christian Dietz
Besprechung auf kulturfreak.de
Francesco Cavalli
(1602-1676) war Schüler Claudio Monteverdis und galt nach dessen Tod als einer der führenden Opernkomponisten Venedigs. Seine insgesamt 37 Bühnenwerke weisen ihn als erstklassigen
Musikdramatiker aus. Zudem war er einer der ersten Komponisten, die als wichtiges Handlungselement die Liebesintrige in die Opern einführten, verbunden mit einem mythologischallegorischen
Erzählstrang. Obwohl es seinerzeit üblich war, dass das Musiktheater auch einen belehrenden Charakter haben sollte, kam der Humor dabei trotzdem nicht zu kurz. Als Parodist nicht nur antiker
Mythen, sondern auch allgegenwärtiger menschlicher Schwächen und erotischer Gelüste, kann man Cavalli als Vorläufer von Jacques Offenbach und dessen mythologischen Operetten sehen.
Uraufgeführt wurde Cavallis Giasone am 5. Januar 1648 (andere Quellen nennen 1649) in Venedig. Jason (italienisch: Giasone), Anführer der Argonauten, steht zwischen zwei Frauen, nachdem er
seine Gattin Isifile für Medea verlassen hat. Mit deren Hilfe gelingt es ihm, das goldene Vlies zu stehlen. Die im Widerstreit liegenden Götter verfolgen jeweils ihre eigenen Interessen
innerhalb dieser Dreiecksgeschichte und befördern, bzw. vereiteln Jasons Pläne. Bedrängt von den beiden Königinnen gerät dieser in ein Gefühlschaos und plant, Isifile zu ermorden, um für
Medea frei zu sein. Die Tat misslingt, und dadurch klärt sich die komplizierte Situation: Medea verlässt Jason. Die musikalische Leitung der Produktion liegt bei Andrea Marcon, der sich in
Frankfurt bereits als Dirigent von Handels Ariodante vorstellte. 1998 gründete er das Venice Baroque Orchestra. Die Regisseurin Anouk Nicklisch inszeniert seit 1996 u.a. in Koblenz, Mainz und
Mannheim für das Musiktheater. Cavallis Giasone entstand 2004 am Stadttheater Klagenfurt. Dort bereits verkörperte der italienische Countertenor Nicola Marchesini die Titelpartie, welche er
nun auch in der bearbeiteten Fassung dieser Produktion in Frankfurt übernimmt. Zudem gastierte der Künstler an zahlreichen italienischen Bühnen, darunter auch die Mailänder Scala. Weitere
Gäste in dieser Inszenierung sind der Counter Martin Wölfel (Delfa) und der Tenor Christian Dietz (Demo). Alle weiteren Partien sind mit Ensemblemitgliedern der Oper Frankfurt besetzt.
[© Oper Frankfurt]
Preise: € 10 bis 50 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr
www.oper-frankfurt.de
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GRAMMA – Gärten der Schrift Ein intensives Exerzitium als Gesamtkunstwerk aus Musik, Szene und bibliophilem Buch zum Mit- und Nachlesen
Von: José Maria Sánchez-Verdú, Sabrina Hölzer und Mirella Weingarten
Uraufführung: 18. Mai 2006 bei der Münchener Biennale / 27. Mai 2006 am Luzerner Theater
Koproduktion der Münchener Biennale mit dem Luzerner Theater und der Zeitgenössischen Oper Berlin in Zusammenarbeit mit der Deutschen Oper Berlin.
Berlin-Premiere:
Dienstag, 28. November 06, 20.00 Uhr Weitere Vorstellungen: Mittwoch, 29. November 06, 18.00 und 20.00 Uhr
Musikalische Leitung: José Maria Sánchez-Verdú
Idee, Aufführungskonzeption, Buchgestaltung: Sabrina Hölzer Bühne, Buchgestaltung, Zeichnungen: Mirella Weingarten Wissenschaftliche Beratung: Henrik Wels
Venus, Sirene: Simone Stock Ulysses, Adonis, Mönch 1: Daniel Johannsen Thamos, Mönch 2, Dante: Howard Quilla Croft Theuth, Augustinus, Hugo von Sankt Viktor:
Tom Sol Vokalensemble: Márta Rózsa, Koichi Yoshitomi, Lisandro Abadie, Auke Kempkes Kammerensemble Neue Musik Berlin
Mit einer weiteren Premiere knüpft die Deutsche
Oper Berlin im November 06 außerhalb der eigenen Wirkungsstätte an die erfolgreiche Auszeichnung durch die Juroren des Opernwelt-Jahrbuches an, welche die im vergangenen Jahr präsentierte
Oper EIN ATEMZUG – DIE ODYSSEE von Isabel Mundry zur „Uraufführung des Jahres“ kürte. Die Kammeroper „GRAMMA – Gärten der Schrift“ von José Maria Sánchez-Verdú in der Inszenierung Sabrina
Hölzers und unter der musikalischen Leitung des Komponisten – eine in der Kritikerumfrage ebenfalls mehrfach nominierte Koproduktion der Münchener Biennale mit dem Luzerner Theater und der
Zeitgenössischen Oper Berlin in Zusammenarbeit mit der Deutschen Oper Berlin – feiert am 28. November 2006, 20.00 Uhr, in der St. Johannes-Evangelist-Kirche, Auguststraße 90, 10117 Berlin,
Premiere in Berlin.
Bei dem musiktheatralischen Skriptorium „GRAMMA – Gärten der Schrift“ verbinden sich Zeichen, Texte, Schriften und Skizzen mit Gesang, Sprache und Orchesterklang zu
einem theatralischen Erlebnis, dessen Mitte der Zuschauer selbst ist. Ganz bei sich, geführt von Licht und Musik, kann er mit jedem Blatt des vor ihm liegenden Buches die „Gärten der Schrift“
durchwandern. Das Musiktheater entblättert sich auf der Bühne seiner eigenen Phantasie…
Es spielt das Kammerensemble Neue Musik Berlin unter der musikalischen Leitung des Komponisten José M. Sánchez-Verdú. St. Johannes-Evangelist Kirche, Auguststraße 90, 10117 Berlin
www.deutscheoperberlin.de
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Into the Little Hill Eine lyrische Erzählung für zwei Stimmen und Ensemble (2004-2006) von George Benjamin
Text von Martin Crimp
Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
Premiere / Deutsche Erstaufführung: 9. November 07
Musikalische Leitung: Franck Ollu Inszenierung und Bühnenbild: Daniel Jeanneteau Kostüme: Olga Karpinski Künstlerische Mitarbeit und Licht:
Marie-Christine Soma
Sopran: Anu Komsi Alt: Hilary Summers Ensemble Modern
Eingeleitet durch Viola, Viola für zwei Bratschen (1997), Three Miniatures für Violine (2001) von George Benjamin Violine: Jagdish Mistry Bratsche:
Geneviève Strosser, Garth Knox
Ein Auftragswerk des Festival d’Automne à Paris mit Unterstützung durch die Ernst von Siemens Musikstiftung, der Opéra National de Paris und des Ensemble
Modern mit Unterstützung durch die Forberg-Schneider-Stiftung. Koproduktion von Oper Frankfurt, Festival d’Automne à Paris, Opéra National de Paris, T&M, Lincoln Center Festival, Wiener
Festwochen, Holland Festival, Liverpool – European Capital of Culture 2008 – und Ensemble Modern.
Unterstützt von der Stadt Frankfurt im Rahmen der Reihe „Zeitgenössische Kunst im Bockenheimer Depot“ Mit Unterstützung durch das British Council Gefördert von der Aventis Foundation
Der Engländer George Benjamin (* 1960) zählt zu den herausragendsten Komponisten seiner Generation und hat sich bisher ausschließlich auf dem Gebiet der Instrumentalmusik international
einen Namen gemacht. So erhielt er bereits zum vierten Mal einen Kompositionsauftrag der Roche Commission; dieses neue Werk soll
während seiner Zeit als composer-in-residence beim Festival in Luzern 2008 uraufgeführt werden. Eine enge Zusammenarbeit
verbindet ihn seit 1999 mit dem Tanglewood Festival in Amerika. Regelmäßig erscheint George Benjamin als Dirigent renommierter Ensembles und Orchester. Als Operndirigent debütierte er 1999
mit Pelléas et Mélisande am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel. Hinzu kommen Dirigate zahlreicher Uraufführungen, darunter bedeutende Werke von Rihm, Chin, Grisey und Ligeti.
Into
the Little Hill ist George Benjamins erste Arbeit für das Musiktheater, welche am 22. November 2006 im Rahmen einer groß angelegten Retrospektive beim Festival d'Automne in Paris uraufgeführt
wurde. Das Libretto stammt von dem englischen Dramatiker Martin Crimp. Die Übernahme dieser Uraufführungs-Produktion des französischen Regisseurs und Bühnenbildners Daniel Jeanneteau durch
die Oper Frankfurt findet im Bockenheimer Depot als Deutsche Erstaufführung statt. Unter der musikalischen Leitung des französischen Dirigenten Franck Ollu spielt das Ensemble Modern, es
singen die Sopranistin Anu Komsi und die Altistin Hilary Summers. Eingeleitet werden die Aufführungen jeweils von George Benjamins Kammermusiktiteln Viola, Viola für zwei Bratschen (1997) und Three Miniatures für Violine (2001), interpretiert von Jagdish
Mistry (Violine) sowie Geneviève Strosser und Garth Knox (Bratsche).
Into the Little Hill erzählt die Geschichte des Rattenfängers von Hameln neu: Nachts erscheint dem Minister einer
durch eine Rattenplage heimgesuchten Stadt ein unheimlicher Mann ohne Augen, Nase und Ohren. Der Politiker hat seinen Wählern versprochen, die Ratten auszurotten, und so bietet ihm der
Unbekannte an, die Tiere mit Musik aus der Stadt zu locken. Der Plan gelingt, allerdings verweigert ihm der Minister den vereinbarten Lohn und bleibt der Kraft der Musik gegenüber skeptisch.
Aus Rache lockt der Rattenfänger alle Kinder der Stadt an einen Ort unter der Erde, wo die Musik am hellsten klingt – in einen kleinen Hügel vor den Toren der Stadt. [© Oper Frankfurt]
Karten sind bei unseren bekannten Vorverkaufsstellen, per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 oder online unter www.oper-frankfurt.de erhältlich.
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Intolleranza 1960 Szenische Aktion in zwei Teilen von Luigi Nono
Zur Münchener Erstaufführung, Staatstheater am Gärtnerplatz:
Premiere: Sonntag, 13. Mai 2007, 20 Uhr
Weitere Vorstellungen: 17. und 20. Mai, 13. und 23. Juli 2007, jeweils 20 Uhr Einführungsmatinée: 29. April 2007, 11 Uhr
Musikalische Leitung: Ekkehard Klemm
Inszenierung: Florentine Klepper Bühne: Bastian Trieb Kostüme: Chalune Seiberth Projektionen: Lukas Nikol / Bastian Trieb Dramaturgie:
Reinhard M. K. Thasler
Besetzung: Der Emigrant: Stefan Vinke Seine Gefährtin: Cornelia Horak Eine Frau: Ann-Katrin Naidu /Barbara Schmidt-Gaden
Ein Algerier: Gary L. Martin Ein Gefolterter: Holger Ohlmann Sprecher: Hans Kitzbichler Sprecher 1: Johannes Beck Sprecher 2: Florian Mock
Sprecher 3: Adam Sanchez Sprecher 4: Pawel Czekala
Beunruhigt von der Sehnsucht nach seiner Heimat läßt der Emigrant alle Bindungen hinter sich und begibt sich auf
die Suche nach dem wahren Leben. Er gerät dabei zufällig in den »Kampf der Menschen von heute«. Aus der Konfrontation mit Unterdrückung und Widerstand entwickelt sich in ihm ein starker
»Wille zur Freiheit«, der schließlich aber an der Absurdität eines Alltags im Angesicht globaler Katastrophen scheitert. Als er eine neue Gefährtin findet, führt er seine Suche fort und
endlich können Traumata überwunden und auch die Heimat entdeckt werden. Dort »überm Abgrund der Träume« bleibt ihnen jedoch nur, sich im Hier und Jetzt dem Untergang in einem Fluß, der alles
mit sich fortreißt, zu stellen.
Bei dieser spannenden Suche ist Luigi Nonos Musik die treibende Kraft. Denn ebenso, wie sie der Sehnsucht nach einem bewußten, von Liebe durchdrungenen
Lebendigsein Raum verschafft, nimmt sie auch Gewalt und Leid, Protest und Verzweiflung in sich auf. Den aufmerksamen Zuhörer vermag sie so auf einem Pfad zu leiten, der durch einzelne Bilder
und Szenen über das Theater und die historische Distanz zur Entstehungszeit des Stückes hinausführt: zur Frage nach der Möglichkeit wahrhaft menschlicher Existenz.
Vor dem Hintergrund
der Vision von einem wahrhaftigen, bewußten Menschsein als verwirklichbares Programm, wie sie der Eingangschor (»Lebendig ist, wer…«) entwickelt, fügte sich INTOLLERANZA 1960 in der
Vergangenheit zu einem packenden, durchaus politischen Appell zur Veränderung zusammen. Nur: Das Weltbild, an der sich diese klare Vision ausrichtet, hat sich mittlerweile aufgelöst. Nonos
Musik artikuliert jedoch ein Weltempfinden, das uns in seiner Zerrissenheit zwischen menschlicher Daseinsmöglichkeit und unmenschlichen Realitäten nach wie vor vertraut ist. Um so mehr gilt
es vielleicht heute, diese ethische Vision des Menschlichen, als Utopie im wörtlichen Sinne eines »Nicht-Ortes« in seiner äußeren Unerreichbarkeit wie gefühlten Notwendigkeit durch Nonos
Intolleranza-Musik erst wieder spürbar zu machen.
In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk
www.staatstheater-am-gaertnerplatz.de
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La Juive (Die Jüdin)
Musik: Fromental Halévy Text: Eugène Scribe Uraufführung:
23. Februar 1835 (Paris, Grand Opéra)
Zur Inszenierung des Staatstheater Darmstadt:
Premiere: 7. September 08
Musikalische Leitung: Martin Lukas Meister Inszenierung: John Dew Bühne: Heinz Balthes Kostüme: José-Manuel Vázquez Choreinstudierung: André Weiss
Mit: Margaret Rose Koenn, Susanne Serfling, Mark Adler/Markus Durst, Thomas Mehnert, Werner Volker Meyer, Oleksandr Prytolyuk, Zurab Zurabishvili
Vor Jahren hat der
Jude Eléazar ein Christenmädchen gerettet, es an Kindes statt angenommen und in seinem Glauben aufgezogen. Zu dieser vermeintlichen Jüdin Rachel unterhält der deutsche Reichsfürst Léopold ein
Liebesverhältnis. Nachdem die verbotene Beziehung entdeckt wird, werden Léopold, Rachel und Eléazar verhaftet. Als Kardinal Brogni das Todesurteil an der vermeintlichen Jüdin vollstrecken
lässt, enthüllt ihm Eléazar die grausame Wahrheit: Rachel war die einst von Eléazar gerettete Tochter Brognis.
Halévy und sein Textdichter Scribe schufen mit ihrer 1835 uraufgeführten
Oper ein Meisterwerk der französischen Grand Opéra, in der sie in eindrucksvollen Seelenporträts die zerrissenen Charaktere der Hauptfiguren schildern und in gewaltigen Chortableaus die
latente Pogromstimmung des Volkes, die sich jederzeit zu entladen droht. [© Staatstheater Darmstadt)
www.staatstheater-darmstadt.de
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Lear Oper in zwei Teilen
Musik: Aribert Reimann (* 1936) Französische Übersetzung: Antoinette Becker Librettist:
Claus H. Henneberg Dichter der Textvorlage: William Shakespeare („True Chronicle History of the Life and Death of King Lear and His Three Daughters“, 1605) Uraufführung:
9. Juli 1978 (München, Bayerische Staatsoper - Nationaltheater)
Zur Inszenierung der Komischen Oper Berlin:
Premiere: 22. November 09
Musikalische Leitung: Carl St. Clair Inszenierung: Hans Neuenfels Regiemitarbeit : Henry Arnold Bühnenbild: Hansjörg Hartung Kostüme:
Elina Schnizler Dramaturgie: Ingo Gerlach Chöre: Robert Heimann Video: Ayse Buchara Licht: Franck Evin
Besetzung König Lear:
Tómas Tómasson König von Frankreich: Tilmann Rönnebeck Herzog von Albany: Hans Gröning Herzog von Cornwall: Christoph Späth Graf von Kent:
Thomas Ebenstein Graf von Gloster: Jens Larsen Edgar:Martin Wölfel Edmund: John Daszak Goneril: Irmgard Vilsmaier Regan: Erika Roos
Cordelia: Caroline Melzer Narr: Elisabeth Trissenaar
Mit seinem 1978 uraufgeführten Lear schuf der Berliner Komponist Aribert Reimann eine der bedeutendsten
Opern des vergangenen Jahrhunderts. Seine Oper ist nicht nur musikhistorisch bedeutsam, sondern auch eines der wenigen Werke des 20. Jahrhunderts, welches zu einem festen Bestandteil des
Repertoires geworden ist. Seit der Uraufführung am Nationaltheater in München erlebte die beeindruckende Shakespeare- Oper bereits zwanzig Inszenierungen. Nach der DDR-Erstaufführung im Jahre
1983 kommt das Werk nun zum zweiten Mal auf die Bühne der Komischen Oper Berlin.
Shakespeares monumentale Tragödie um den greisen König und die parallel – in der Oper sogar simultan –
geführte Handlung um die zwei Söhne des Grafen Gloster werden bei Reimann zur erschütternden Schilderung einer zerklüfteten Seelenlandschaft. Die unmittelbare theatralische Wirkungskraft
verdankt Lear einer expressiven Tonsprache, die das leidende Subjekt ins Zentrum stellt. Für Hans Neuenfels, der mit Lear zum vierten Mal an der Komischen Oper Berlin
inszeniert, stehen das Altern und der Tod im Mittelpunkt seiner Auseinandersetzung mit der Shakespeare-Oper. Der Macht- und Bedeutungsverlust Lears sowie sein darauffolgender
Kompensationsversuch, sind der Motor der Tragödie. Lears Weg vom »Kreator zur Kreatur« (Bühnenbildner Hansjörg Hartung), der erst in der Isolation und im Wahnsinn zur Erkenntnis führt, ist
der zentrale Vorgang des Stückes. Dadurch, dass Lear zu Beginn die Aufteilung des Reiches als Belohnung für die Befriedigung seiner Eitelkeit in Aussicht stellt, destabilisiert er die
bestehende Konstellation und stürzt alle Personen in einen Konflikt. So handelt Lear eben auch von der Verletzbarkeit des Menschen in einem instabilen System. In diesem existentiellen
Abend, den Hans Neuenfels als »einsam und graphisch« charakterisiert, stehen die Figuren und ihre Nöte im Vordergrund. Das wird auch durch Hansjörg Hartungs Bühnenbild unterstrichen, das die
Charaktere durch die buchstäbliche Transparenz und seine geringe Raumtiefe ganz unmittelbar wirken lässt. Eine besondere Bedeutung kommt in der Inszenierung von Hans Neuenfels dem ständigen
Begleiter Lears zu, der Figur des Narren (Elisabeth Trissenaar). Als biblischer Gottesleugner (Psalm 53: Die Narren sprechen in ihrem Herzen: »Es ist kein Gott.«) ohnehin im Verbund mit Tod
und Teufel stehend, verwandelt sich der Narr hier tatsächlich in den Tod. Im Gegensatz zu dem sinnlosen, geradezu zufällig erscheinenden Sterben der anderen Figuren des Stückes, führt der Tod
Lears durch diese Personifizierung fast zu einem versöhnlichen Ende: Die Reise des machtlosen Königs in das »Niemandsland von sich selbst« (Hans Neuenfels), in den Wahnsinn und die
Erkenntnis, wird für ihn eben auch zu einem Prozess, an dessen Ende er seinen Tod als Realität anzuerkennen lernt. Text Ingo Gerlach (Dramaturg)
Hintergund Die um 1605 entstandene Tragödie True Chronicle History of the Life and Death of King Lear and His Three Daughters von William Shakespeare wurde von vielen Komponisten
als möglicher Opernstoff gesehen – Ludwig van Beethoven oder Giuseppe Verdi etwa trugen sich lange Zeit mit dem Projekt einer Lear-Oper. Auch Aribert Reimann hatte sich
immer wieder mit dem Stoff beschäftigt, bevor er ab 1972 zusammen mit dem Dramaturgen Claus Henneberg mit der Einrichtung des Librettos begann. Ab 1976 komponierte
Reimann dann seine erfolgreiche musikdramatische Umsetzung, die die pessimistische Tragödie, die zu jenen Stücken Shakespeares gehört, mit denen sich das 20. Jahrhundert
am intensivsten auseinandergesetzt hat, kongenial in Musik setzt. Als zentrales Thema der Oper formulierte Reimann »die Isolation des Menschen in totaler Einsamkeit, der
Brutalität und Fragwürdigkeit des Lebens ausgesetzt«.
Handlung
Lear will die Regierungsgeschäfte an seine Töchter abgeben, verknüpft die Aufteilung des Reiches allerdings an eine öffentliche Liebesbekundung. So kommt es, dass die
beiden machtgierigen, erfolgreich Liebe heuchelnden Schwestern Goneril und Regan belohnt werden, während die aufrichtig liebende jüngste Tochter Cordelia sich dem
Wettbewerb entzieht: Sie liebe den Vater so, wie ein Tochter – nicht mehr, nicht weniger. Lear bezichtigt Cordelia der Undankbarkeit, enterbt und verstößt sie. Auch der Graf
von Kent wird geächtet, als er versucht, Lear die Torheit seiner Entscheidung vor Augen zu führen. Anstatt seinen Lebensabend in Ruhe verbringen zu können, wird Lear von
den beiden Töchtern verjagt. In Begleitung des unerkannt in Dienst genommenen Kent und eines Narren flüchtet sich Lear in die Heide und den Wahnsinn. Die Intrigen um das
Königreich weiten sich zu einem blutigen Bürgerkrieg aus. Erst als er die Leiche seiner Tochter Cordelia in den Armen hält, erkennt der sterbende Lear, was geschehen ist und
was er getan hat. Parallel zu der Handlung um Lear und seine Töchter verläuft diejenige um den Grafen Gloster und seine beiden Söhne Edmund und Edgar. In deren Verlauf
flüchtet der getäuschte Edgar ebenfalls in die Heide – wo er auf Lear trifft –, während sich Edmund mit den beiden Töchtern Lears gegen den eigenen Vater verbündet. Reimann
verquickt beide Handlungsstränge zu mehreren Simultanszenen und schafft so eine hohe dramatische Dichte. Komponiert ist Lear für eine traditionelle spätromantische
Orchesterbesetzung, die allerdings durch einen umfangreichen Schlagapparat erweitert wird. Der Orchesterklang zeichnet sich dementsprechend durch eine starke
Perkussivität aus, die durch Cluster-Schichtungen verstärkt wird. Kontrastiert wird diese vorherrschende harte, brutale musikalische Sphäre durch die lyrisch-melodischen
Passagen von Cordelia und dem positiv gezeichneten Gloster-Sohn Edgar, der bei Reimann mit einem Countertenor besetzt ist.
Kartentelefon Komische Oper Berlin: +9 (30).47 99 74 00 www.komische-oper-berlin.de
Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
Premiere: 28. September 08
Musikalische Leitung:
Sebastian Weigle Regie: Keith Warner Bühnenbild: Boris Kudlička Kostüme: Kaspar Glarner Dramaturgie: Norbert Abels Licht: Davy Cunningham
Chor: Matthias Köhler
König Lear: Wolfgang Koch König von Frankreich: Magnus Baldvinsson Herzog von Albany: Dietrich Volle
Herzog von Cornwall: Michael McCown Graf von Kent: Hans-Jürgen Lazar Graf von Gloster: Johannes Martin Kränzle Edgar, Glosters Sohn: Martin Wölfel
Edmund, Bastard Glosters: Frank van Aken Goneril, Tochter König Lears: Jeanne-Michèle Charbonnet Regan, Tochter König Lears: Caroline Whisnant
Cordelia, Tochter König Lears: Britta Stallmeister Narr: Graham Clark u.a.
Chor der Oper Frankfurt Frankfurter Museumsorchester
Besprechung auf kulturfreak.de
Lear Oper Frankfurt Bildmitte: Lear (Wolfgang Koch) und Ensemble Foto: Barbara Aumüller
Die Vertonung der um 1605 entstandenen Tragödie König Lear von William Shakespeare (ca. 1564-1616) hat Komponisten unterschiedlicher Epochen beschäftigt, wobei sich
keine der musikalischen Umsetzungen wirklich behaupten konnte. Erst der 1936 in Berlin geborene Aribert Reimann, einer der führenden deutschen Opernkomponisten der
Moderne, war mit seiner Fassung erfolgreich: Angeregt durch den in seinem Fach Maßstäbe setzenden Bariton Dietrich Fischer-Dieskau befasste sich Reimann ab 1972 intensiv
mit der literarischen Vorlage und beauftragte schließlich Claus H. Henneberg, ein Libretto zu verfassen. 1975 erhielt Reimann den Kompositionsauftrag der Bayerischen
Staatsoper in München, wo das Werk schließlich am 9. Juli 1978 zur Uraufführung kam. Die Titelpartie verkörperte Fischer-Dieskau und hatte somit keinen unerheblichen Anteil
am überragenden Erfolg der Komposition.
Zum Inhalt:
Der greise König Lear möchte das Reich unter seinen drei Töchtern aufteilen. Je größer ihre Liebe zu ihm, desto größer soll ihr Anteil ausfallen. Daraufhin übertreffen sich die
machthungrigen älteren Schwestern Goneril und Regan in gegenseitigen Liebesbezeugungen. Nur die aufrichtig liebende jüngste Tochter Cordelia findet keine Worte, wird daher
missverstanden und verstoßen. Der König selbst wird von Goneril und Regan vom Hof gejagt und irrt in geistiger Umnachtung umher. Doch ihre Machtspiele und Intrigen sowie
das daraus resultierende Misstrauen treiben die grausamen Schwestern in den Tod. Cordelia kehrt aus der Verbannung zurück und will dem Vater wieder zur Macht verhelfen,
wird jedoch ermordet. Mit ihrer Leiche im Arm bricht der um die getötete Tochter klagende König Lear tot zusammen.
Die musikalische Leitung dieser Frankfurter Erstaufführung liegt bei Sebastian Weigle, der ab der Saison 2008/09 das Amt des Generalmusikdirektors der Oper Frankfurt
bekleidet. Für die Inszenierung kehrt Keith Warner an den Main zurück, wo er in den vergangenen Spielzeiten für Rossinis Aschenbrödel (La Cenerentola), Dallapiccolas Volo di
notte und Il prigioniero, Blochs Macbeth und Brittens Death in Venice verantwortlich zeichnete. Zu seinen letzten Arbeiten gehört zudem Wagners Der Ring des Nibelungen am
Royal Opera House Covent Garden in London. Die Titelpartie verkörpert der Bariton Wolfgang Koch, der 2006 in Frankfurt als Hans Sachs in Wagners Die Meistersinger von
Nürnberg zu erleben war. Seine aktuellen Engagements beinhalten Alberich im Ring an der Hamburgischen Staatsoper sowie Projekte in Mailand, München und Wien. Die
weiteren Partien sind mit Gästen und Ensemblemitgliedern der Oper Frankfurt besetzt. [© Oper Frankfurt]
www.oper-frankfurt.de
Die Opern von Aribert Reimann: Ein Traumspiel (nach August Strindberg), Uraufführung: 20. Juni 1965, Kiel
Melusine, Uraufführung: 29. April 1971, Schwetzingen Lear (nach William Shakespeare), Uraufführung: 9. Juli 1978 München - Bayerische Staatsoper Die Gespenstersonate
(nach August Strindberg), Uraufführung: 25. September 1984, Berlin - Hebbel-Theater Troades
(nach dem Schauspiel des Euripides in der Fassung von Franz Werfel), Uraufführung: 7. Juli 1986, München - Bayerischen Staatsoper Das Schloss
(nach Franz Kafka), Uraufführung: 2. September 1992 Berlin - Deutschen Oper Bernarda Albas Haus
(nach Federico García Lorca), Uraufführung: 30. Oktober 2000, München - Bayerischen Staatsoper
In Arbeit: Medea
, Uraufführung: Juni 2010, Wien, Wiener Staatsoper, DEA: September 2010 (Frankfurt, Oper Frankfurt)
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