Oper & Musik~Theater: Kurzinfos A - F
 

Ainadamar
Oper in drei Bildern

Von:
Osvaldo Golijov (* 1960)
Libretto: David Henry Hwang
Tanztheater von: Mei Hong Lin

Europäische Erstaufführung: 24. November 07 (Darmstadt, Staatstheater Darmstadt)


Zur Inszenierung des Staatstheater Darmstadt:

Premiere:
24. November 07 (Europäische Erstaufführung)

Musikalische Leitung: Martin Lukas Meister
Inszenierung und Choreografie: Mei Hong Lin
Bühne: Thomas Gruber
Kostüme: Andrea Kannapee
Choreinstudierung: André Weiss
Dramaturgie: Karin Dietrich

Sänger:

Federico García Lorca:
Sonja Borowski-Tudor
Margarita Xirgu: Katrin Gerstenberger
Nuria: Margaret Rose Koenn
Ruiz Alonso und Flamencogesang: Ardillita
Maestro: Wiktor Czerniawski
José Tripaldi: Thomas Mehnert
Torero: Jeffrey Treganza

Tänzer:

Margarita Xirgu:
Paula Santos
Federico García Lorca: Juan-Pablo Lastras
Nuria: Salomé Martins
Engel: Eran Gisin
Mariana Pineda: Eszter Kozár

Ensemble des Tanztheaters Darmstadt:
Laia Duran Figols, Eszter Kozár, tatiana Marchini, Salomé Martins, Andressa Miyazato, Milou Nuyens, Paula Santos, julia Szemro, An-Chi Tsao, Simone Deriu, Eran Gisin, juan-Pablo Lastras, Celdonio Indalecio Moreno Fuentes, Kenta Shibasaki, Féix Valentim

Damenchor des Staatstheaters Darmstadt
Statisterie des Staatstheaters Darmstadt
Orchester des Staatstheaters Darmstadt
Michio Flamenco Project

Flamenco und kubanische Rhythmen treffen sich in diesem Erfolgsstück!
„Ainadamar“, das arabische Wort für „Quelle der Tränen“, ist der Name eines alten Brunnens bei Granada, bei dem der spanische Dichter Federico García Lorca im August 1936 zu Beginn des spanischen Bürgerkriegs erschossen wurde. Die katalanische Schauspielerin Margarita Xirgu, die eng mit Lorca zusammenarbeitete, wird noch viele Jahre danach von Erinnerungen an die schrecklichen Ereignisse verfolgt. Noch einmal durchlebt sie den Weg, den sie gemeinsam mit Lorca gegangen ist. Auf diesen Stoff schrieb der 1960 in Argentinien geborene Komponist Osvaldo Golijov, einer der erfolgreichsten zeitgenössischen Komponisten, eine mitreißende Musik, die gekennzeichnet ist von einer Mischung verschiedenster kultureller Einflüsse. So ist Ainadamar stark von spanischer Musik, insbesondere von Lorcas geliebtem Flamenco, durchdrungen, es gibt aber auch Elemente lateinamerikanischer Musik sowie Spuren christlicher, jüdischer und islamischer Traditionen. Mei Hong Lin, die Leiterin des Tanztheaters, interpretiert die enorme Klangfantasie Golijovs mit dem Tanztheater und dem Opernensemble. [© Staatstheater Darmstadt]

www.staatstheater-darmstadt

Ariane et Barbe-Bleue
Märchen in drei Akten

Musik: Paul Dukas (01.10.1865-17.05.1935)
Text: Maurice Maeterlinck
Uraufführung: 10. Mai 1907 (Paris, Opéra-Comique)

Zur Inszenierung der Oper Fankfurt:

Premiere:
Sonntag, 10. Februar 08
Weitere Vorstellungen: 16., 21. Februar, 1., 7., 14., 16. März 08

Musikalische Leitung: Paolo Carignani
Inszenierung: Sandra Leupold
Bühnenbild: Dirk Becker
Kostüme: Mareike Uhlig
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy
Licht: Olaf Winter
Video: Peer Engelbracht
Chor: Alessandro Zuppardo


Besetzung:
Ariane:
Katarina Karnéus
La Nourrice: Julia Juon (10., 16. und 21. Februar, 1. und 7. März 08) / Elzbieta Ardam (14. und 16. März 08)
Barbe-Bleue: Dietrich Volle
Sélysette: Stella Grigorian
Mélisande: Barbara Zechmeister
Ygraine: Britta Stallmeister
Bellangère: Nina Schubert
Alter Bauer: Franz Mayer
Zweiter Bauer: Constantin Neiconi
Dritter Bauer: Zoltán Winkler

Chor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Museumsorchester

Bei Ariane et Barbe-Bleue handelt es sich um die einzige Oper des französischen Komponisten Paul Dukas (1865-1935). Sie entstand zwischen 1904 und 1906 nach einem von Anfang an als Opernlibretto konzipierten Text des belgischen Dichters Maurice Maeterlinck (1862-1949). Von ihm stammt auch die Vorlage zu Claude Debussys Pelléas et Mélisande (1902), wobei der Autor in diesem Fall zunächst nicht an eine Vertonung dachte. Dieser Unterschied in der textlichen Anlage schlägt sich auch in der musikalischen Ausarbeitung der beiden für die französische Moderne so wichtigen Opernwerke nieder: Im Gegensatz zu seinem Freund und Idol Debussy gestaltete Dukas eine eher an Wagner und Strauss angelehnte, symphonische Klangsprache, die im krassen Gegensatz zur musikalischen Welt des Pelléas mit seinem impressionistischen Musikduktus steht. Ariane et Barbe-Bleue wurde am 10. Mai 1907 an der Opéra-Comique von Dukas’ Heimatstadt Paris uraufgeführt und gehört seitdem zum Kernrepertoire der französischen Opernbühnen. Mittlerweile konnte das Werk aber auch außerhalb Frankreichs Fuß fassen.

Sein Inhalt verbindet die mittelalterliche Sage vom französischen Ritter Blaubart und den griechischen Mythos um Ariadne, die den menschenverschlingenden Minotaurus in seinem Labyrinth besiegt: Blaubart führt seine siebte Frau Ariane auf sein Schloss. Deren sechs Vorgängerinnen bleiben verschwunden, deshalb verdächtigt ihn das Volk des Mordes. Trotz des Verbots ihres Mannes macht sich Ariane zusammen mit ihrer Amme auf die Suche nach den Unglücklichen. Hinter der letzten von sieben Türen wird sie in einem dunklen Verlies fündig. Sie befreit die Gefangenen, als Blaubart – im Kampf mit den aufständischen Bauern verletzt – zurückkehrt. Anstatt Rache zu nehmen, pflegt Ariane seine Wunden. Ihrer Aufforderung, zusammen mit ihr das Schloss und den Ritter zu verlassen, folgen die Frauen nicht. So macht sich Ariane schließlich alleine auf den Weg.

Nach neun Jahren als Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt liegt die musikalische Leitung in seiner letzten Spielzeit am Main bei Paolo Carignani. Neben weiteren Frankfurter Projekten gastiert er in dieser Saison u.a. an den Opernhäusern von Antwerpen, Gent, Amsterdam sowie an den Staatsopern von Wien und München. Zudem wird er 2008 an der Metropolitan Opera in New York debütieren. Die junge Opernregisseurin Sandra Leupold inszenierte in jüngster Zeit u.a. Mozarts Don Giovanni am Theater Heidelberg und Debussys Pelléas et Mélisande am Staatstheater Mainz. Geplant sind zudem Schönbergs Erwartung in Leipzig und Wagners Parsifal in Mainz. Als Ariane ist die schwedische Mezzosopranistin Katarina Karnéus zu erleben. Sie ist an allen großen Opernbühnen der Welt zu Hause und debütierte 2004 an der Oper Frankfurt mit einem Liederabend. Nina Schubert von der Mainzer Musikhochschule übernimmt die Partie der Bellangère. Angeführt von Elzbieta Ardam als Amme Arianes sind alle weiteren Partien mit Ensemblemitgliedern der Oper Frankfurt besetzt. [© Oper Frankfurt]

 
Preise: € 12 bis 130 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr
Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 oder online unter
www.oper-frankfurt.de erhältlich. Bei Buchung von Vorstellungen bis 4 Wochen vor dem Aufführungstermin gibt es einen Frühbucherrabatt von 10% auf die oben angegebenen Preise, die Premiere ausgenommen.

Die Ausflüge des Herrn Brouček (Výlety páně Broučkovy)
Oper in zwei Teilen (I auf den Mond - II ins XV. Jahrhundert)

Von: Leoš Janáček
Text: Leoš Janáček nach Svatopluk Cech (1. Novelle "Der Ausflug des Herrn Brouček auf den Mond" (1887), 2. Novelle "Neuer epochaler Ausflug des Herrn Brouček , diesmal in das XV. Jahrhundert" (1888)

Uraufführung: 23. April 1920 (Prag, Nationaltheater Prag)


Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
27. April 08

Musikalische Leitung:  
Johannes Debus
Regie:
Axel Weidauer
Bühnenbild: Moritz Nitsche
Kostüme: Berit Mohr
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy
Licht: Joachim Klein
Chor: Alessandro Zuppardo

Monsieur Broucek: Arnold Bezuyen
Mazal / Blanktyny / Petrik: Carsten Süß
Málinka / Etherea / Kunka: Juanita Lascarro
Sakritán / Lunobor / Domsik: Simon Bailey
Würfl / Caroskvouci / Schöffe: Gregory Frank
Piccolo / Wunderkind / Scholar: Anna Ryberg
Komponist / Harfoboj / Miroslav: Peter Marsh
Maler / Duhoslav / Vojta: Michael McCown
Dichter / Oblacny / Vacek: Nathaniel Webster
Kedruta: Yvonne Hettegger
Svatopluk Cech: Frank van Aken


Besprechung auf kulturfreak.de

Zwei Novellen des tschechischen Dichters Svatopluk Čech (1846-1908) dienten Leoš Janáček (1854-1928) als literarische Vorlage zu seiner Oper Die Ausflüge des Herrn Brouček. Die Arbeit daran zog sich von 1908 bis 1917 hin, wobei mehrere Librettisten an der Entstehung beteiligt waren. So verfasste der damit unzufriedene Janáček das Textbuch schließlich selbst. Einzigartig im Schaffen des Komponisten sind die hier vertretenen satirischen Züge sowie die Mischung aus Pathos und Komik. Ungewöhnlich ist auch das Zusammenspiel diverser musikalischer Elemente vom Realismus über den musikalischen Impressionismus bis hin zu Klängen tschechischer Kirchenmusik. Am 23. April 1920 wurden Die Ausflüge des Herrn Brouček in Prag uraufgeführt. In Deutschland erklang das Werk erstmals 1959 in einer von Joseph Keilberth dirigierten Produktion am Münchner Prinzregententheater. Nun ist Janáčeks Oper in einer aktuellen Neuinszenierung erstmals in Frankfurt zu erleben.

Zum Inhalt: Als der biedere Hausbesitzer Brouček betrunken aus seiner Stammkneipe taumelt, hat er nur einen einzigen Wunsch, nämlich den irdischen Ärgernissen wie zahlungsunfähigen Mietern, der Reichstagspolitik und widerspenstigen Damen zu entfliehen. So träumt er sich auf den Mond und sieht sich in überirdischen Sphären mit merkwürdigen, kunstverliebten Wesen konfrontiert, die sich anstatt von Schweinswürsten von Blumenduft ernähren. Der zweite Traum versetzt den Spießbürger in das Prag des Jahres 1420. Inmitten des tobenden Kampfes zwischen Hussiten und dem Heer des deutschen Kaisers Sigismund gilt er schnell als Verräter und wird zur Strafe in ein Fass gesteckt, aus dem der Wirt seiner Stammkneipe den mittlerweile wieder erwachten Träumer schließlich befreit.

Die musikalische Leitung liegt bei Johannes Debus. Zu den letzten Gastspielen des Frankfurter Kapellmeisters gehören u.a. Aufführungen von Strauss’ Elektra an der Bayerischen Staatsoper. Axel Weidauer ist Spielleiter an der Oper Frankfurt und war u.a. mit der Produktion von Brittens Curlew River im Bockenheimer Depot erfolgreich. Nun legt er seine erste Inszenierung im Opernhaus vor. Die Titelpartie verkörpert der niederländische Tenor Arnold Bezuyen. Aktuelle Engagements des Künstlers waren bei den Bayreuther Festspielen (Loge in Wagners Das Rheingold) und an der Hamburgischen Staatsoper (Steva in Janáčeks Jenufa). Ein gern gesehener Gast an der Oper Frankfurt ist der Tenor Carsten Süß, der hier zuletzt als Guido Bardi in Zemlinskys Eine florentinische Tragödie zu erleben war. Neben Juanita Lascarro und Simon Bailey sind zahlreiche weitere Ensemblemitglieder der Oper Frankfurt besetzt.

Johannes Debus
Johannes Debus kam 1998 als Solorepetitor an die Oper Frankfurt und wurde 1999 Assistent von Generalmusikdirektor Paolo Carignani. Seit 2001 ist er in Frankfurt auch als Kapellmeister tätig. Er gastierte u.a. beim Festival d'Automne Paris, beim Lincoln Center Festival New York, an der Kölner Oper und der Volksoper Wien. Im April 2006 führte ihn die Produktion Mozart-Fragmente an die Deutsche Oper Berlin. Im April 2007 debütierte er mit Philipp Glass' Satyagraha an der English National Opera. An der Oper Frankfurt trat Johannes Debus 1999 mit Henzes Boulevard Solitude erstmals als Dirigent in Erscheinung. Zudem hatte er die Leitung der Klangfiguren-Reihe sowie des Komponistenwettbewerbs five movements inne. 2003/04 dirigierte er Rossinis // barbiere di Siviglia sowie im Bockenheimer Depot Ullmanns Der Kaiser von Atlantis und de Pallas El Retablo de Maese Pedro. 2004/05 folgten u.a. Bergs Lulu, Mozarts Die Entführung aus dem Serail und Die Zauberflöte sowie die Neuproduktion von Gounods Faust. Außerdem begleitete er in der Rolle des Mannes am Klavier die szenische Fassung von Schuberts Schwanengesang. 2005/06 dirigierte er an der Oper Frankfurt u.a. Massenets Werther sowie die Wiederaufnahmen von La Boheme, Die Frau ohne Schatten, Die Entführung aus dem Serail und Faust. 2006/07 folgten für ihn die Wiederaufnahmen von Rossinis La Cenerentola und Strauss' Elektra sowie Repertoirevorstellungen von Wagners Tannhäuser und Massenets Werther. 2007/08 steht er bei Die Ausflüge des Herrn Broucek, Le nozze di Figaro und Tannhäuser am Pult des Frankfurter Museumsorchesters.

Axel Weidauer
Axel Weidauer studierte Musiktheaterregie bei Götz Friedrich an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Nach einem ersten Engagement als Regieassistent am Nationaltheater Mannheim wechselte der gebürtige Heidelberger 1999 in gleicher Funktion an die Oper Frankfurt. Seit 2001 ist er hier als Spielleiter engagiert. 2004 inszenierte er den Offenbach-Einakter „Ein Ehemann vor der Tür“ im Holzfoyer der Oper Frankfurt, gefolgt von Benjamin Brittens „The Golden Vanity“ im Bockenheimer Depot. In der Spielzeit 2004/05 war dort unter seiner Regie Brittens „
Curlew River“ zu sehen. Diese Produktion hat Axel Weidauer 2005 im Rahmen einer Übernahme am Warschauer Teatr Wielki einstudiert und nahm sie in der Saison 2006/07 in Frankfurt wieder auf. 2007/08 inszeniert er mit Janäceks Die Ausflüge des Herrn Broucek erstmals im Opernhaus.


 [© Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

 

Zur Inszenierung des Grand Théâtre Genf:

Première:
25. März 08 (Schweizer Erstaufführung)


Dirigent: Kirill Karabits
Regie, Bühne und Kostüme: Yannis Kokkos
Küstlerische Mitarbeit: Anne Blancard
Choreografie: Richild Springer
Licht: Patrice Trottier
Video: Eric Duranteau
 
Besetzung:

Monsieur Broucek:
Kim Begley
Mazal / Azuré / Petrik: Gordon Gietz
Le Sacristain / Lunaire / Domsik: Alexandre Vassiliev
Málinka / Ethéréa / Kunka: Eva Jenis
Würfl / Illuminé / L'Echevin: Jonathan Veira
L'Apprenti serveur / L'Enfant prodige / L'Etudiant: Tereza Merklova
La Servante / Kedruta: Birgitta Svenden
Lapalette / Vojta: Eric Laporte
Nébuleux / Une autre voix / Vacek: Vladimir Chmelo
Harpicole / Le compositeur / Une voix / Miroslav: Alexandre Kravets
Svatopluk Cech: Marc Mazuir
Orchestre de la Suisse Romande + Choeur du Grand Théâtre de Genève

www.geneveopera.ch

Chief Josef
Musikalisches Theater in drei Akten

Von: Hans Zender
Uraufführung: 23. Juni 05 (Berlin, Staatsoper unter den Linden)

Zur Inszenierung der Berliner Staatsoper unter den Linden:

Chief Joseph - Häuptling des nordamerikanischen Indianerstammes der Nez Percés - steht für den Widerstand der Indianer gegen die Vertreibung aus ihrer angestammten Heimat. Hans Zender und Peter Mussbach thematisieren das Aufeinandertreffen zweier im Kern unterschiedlicher Lebensauffassungen - einer westlichen, "aufgeklärten" Haltung und dem spirituell geprägten, naturverbundenen Weltentwurf der Indianer.
Für sein erstes Bühnenbild konnte der Bildende Künstler Jimmie Durham gewonnen werden.

Chief Joseph (Hin-mah-too-yah-lat-kekht/Der Donner, der über die Berge rollt) lebte von 1849 bis 1904 und war seit 1871 Häuptling des nordamerikanischen Indianerstammes der Nez Percés. Sein Name steht für den Widerstand der Indianer gegen die Vertreibung aus ihrer angestammten Heimat, gegen ihre Ungleichbehandlung durch die weißen Amerikaner. Vor amerikanischen Kongressmitgliedern in Washington hielt er 1879 seine berühmte Rede: „Lasst mich ein freier Mann sein - frei, zu reisen, frei, anzuhalten, frei, zu arbeiten, frei, Handel zu treiben, dort, wo ich es möchte, frei in der Wahl meiner Lehrer, frei, der Religion meiner Väter zu folgen, frei, für mich selbst zu denken, zu reden und zu handeln - und ich werde jedes Gesetz achten oder die Strafe auf mich nehmen.“
Sein Friedenswunsch wie sein Ringen um Anerkennung der Freiheit und Gleichheit seines Volkes sind tief verwurzelt in der indianischen Religion, die der Bewahrung der Natur und dem magischen Erleben von Naturereignissen umfassende Bedeutung beimisst.
In den drei Akten der Oper werden anhand fiktiver wie historisch verbürgter Lebensstationen der Titelfigur Grundprobleme unserer Zeit thematisiert: Verantwortlichkeit gegenüber der Umwelt, Profitstreben vs. Spiritualität und Kriegstreiben vs. Pazifismus.

Hans Zender zählt zu den vielseitigsten Musikerpersönlichkeiten unserer Zeit. Neben seiner langjährigen Tätigkeit als Chefdirigent renommierter Sinfonieorchester oder als Generalmusikdirektor der Opernhäuser in Kiel und Hamburg ist seine Arbeit als Kompositionslehrer an der Frankfurter Musikhochschule, als Musikschriftsteller und allem voran sein vielschichtiges Wirken als Komponist hervorzuheben. Schon seit den 60er-Jahren im Theater aktiv schrieb er selbst Werke für das Musiktheater.

Nach Stephen Climax (UA 1986 in Frankfurt) und Don Quijote de la Mancha (UA 1993 in Stuttgart) wurde mit Chief Joseph im Sommer 2005 die dritte Oper Hans Zenders in der Staatsoper Unter den Linden uraufgeführt.

Musikalische Leitung: Johannes Kalitzke
Inszenierung: Peter Mussbach
Bühnenbild: Jimmie Durham
Kostüme: Bernd Skodzig
Licht: Franz Peter David
Dramaturgie: Ilka Seifert

Besetzung:
Chief Joseph I:
Alfredo Daza
Chief Joseph II: Meik Schwalm
Chief Joseph III | Old Joseph: Wolfgang Newerla
Young Joseph: Tölzer Knabe
1. Indianer: Tim Severloh
2. Indianer: Karol Cieplucha
3. Indianer: Peter-Jürgen Schmidt
4. Indianer: Matthias Vieweg
Mr. Spalding: Bernd Zettisch
Händler: Peter Menzel
Tool-hool-hool-suite | 5. Indianer: Derrick Ballard
General Howard | Governor Stevens: Nicholas Isherwood
1. Tourist: Florian Hoffmann
2. Tourist: Tom Sol
Wacoba: Isolde Siebert
Ensemblestimme: Neue Vocalsolisten
Staatskapelle Berlin

Handlung:

I. AKT
Zwei Touristen treffen sich in der Gegenwart an Chief Josephs Grab, wo ihnen der Indianerhäuptling begegnet. Chief Joseph lässt sie ein Stück an seiner eigenen Geschichte und an der seines Stammes teilhaben, beginnend damit, wie er von seinem Vater Old Joseph in die indianische Religion und Weltanschauung, in Respekt und Aufrichtigkeit gegenüber Mensch und Natur unterwiesen wird. Young Joseph wundert sich, dass die Weißen sich nicht auch danach richten. Er wird mit der Verführung durch die Weißen konfrontiert, sich auf Tauschgeschäfte einzulassen und die Heimat zu verkaufen. Der Druck dieser Aufforderung nachzukommen, nimmt besonders auf Häuptling Old Joseph zu. Dieser besteht jedoch vehement auf dem Land seines Volkes.

II. AKT
Chief Joseph führt die Touristen in die Vergangenheit. Sie erleben mit, wie er Häuptling wird und zwischen einem gewaltsamen Vorgehen, zu dem ihm der Unterhäuptling Toolhoolhoolsuite rät, und einem friedlichen Weg entscheiden muss, um sich der Vereinnahmung indianischer Gebiete und den Lügen der Weißen zu widersetzen.
In einem Zusammentreffen zwischen einem weißen General und Indianern fällt der Vorwurf, die Indianer wollten die Religion und Kultur der Weißen nicht annehmen und sich auch durch Geld und Gold nicht überzeugen lassen, was den weißen Usurpatoren, für die Geld "Macht, Ordnung und Freiheit" bedeutet, unverständlich ist.

III. AKT
Die beiden Touristen wollen die Geschichte von Chief Joseph bis zum Ende miterleben. Sie sind nun bei einer Verhandlung zwischen General Howard, Chief Joseph und Toolhoolhoolsuite anwesend, bei der letzterer festgenommen wird. Chief Joseph will dennoch eine friedliche Lösung der Konflikte, aber es ist bereits zu spät. Chief Joseph muss sich schließlich auch aus Rücksicht auf sein Volk, die Frauen und Kinder, ergeben. Er setzt sich aber weiterhin, wenn auch vergeblich, dafür ein, dass seinem Volk Gerechtigkeit widerfährt. Chief Joseph lehrt die Indianer den Ghostdance als rituellen Weg in die Freiheit. Eine Chance?

[© Staatsoper unter den Linden]

www.staatsoper-berlin.org

Dido and Aeneas
Oper in drei Akten

Von: Henry Purcell (1659–1695)
Libretto: Nahum Tate
Uraufführung: 1689 (London - Chelsea)

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:

Premiere:
3. Oktober 09

Musikalische Leitung: Michael Schneider
Inszenierung: Arila Siegert
Bühne: Hans Dieter Schaal
Kostüme: Susanne Maier-Staufen
Gesangscoach: Prof. Claudia Eder
Choreinstudierung: Danilo Tepša

Mit Mitgliedern des Staatstheaters Mainz und des Jungen Ensembles in einer Produktion des Staatstheaters Mainz und der Hochschule für Musik Mainz („Internationale Sommerschule Singing Summer“).

Philharmonisches Staatsorchester Mainz

Die Aufführung von Henry Purcells Dido und Aeneas zum 350. Todestag des Komponisten ist Teil des auf die Spielzeiten 2007 bis 2010 angelegten Opernzyklus „Gottes starke Töchter", in dessen Mittelpunkt große Frauengestalten der Opernliteratur stehen.

www.staatstheater-mainz.de

Dom Sébastien, Roi de Portugal
Opéra in fünf Akten

Von: Gaetano Donizetti
Uraufführung: 13. November 1843 (Paris, Théâtre Impérial de l’Opéra)
Deutsche Erstaufführung der französischen Originalfassung: 2. Mai 2009 (Nürnberg, Staatstheater Nürnberg)

Zur Inszenierung des Staatstheater Nürnberg:

Premiere:
2. Mai 2009 (Deutsche Erstaufführung der französischen Originalfassung)

Musikalische Leitung: Christoph Gedschold
Inszenierung: David Hermann
Bühne und Kostüme: Christof Hetzer
Choreinstudierung: Edgar Hykel
Dramaturgie: Johann Casimir Eule

Besetzung:
Dom Sébastien, König von Portugal:
Christopher Lincoln
Dom Antonio, sein Onkel, Regent während der Abwesenheit des Königs: David Yim
Dom Juan de Silva, Großinquisitor: Nicolai Karnolsky
Le Camoens, Soldat und Poet: Melih Tepretmez
Dom Henrique, Lieutenant von Dom Sébastien: Vladislav Solodyagin
Ben-Sélim, Gouverneur von Fez: Dariusz Siedlik
Abayaldos, Chef der arabischen Stämme, Verlobter Zaydas: Bastiaan Everink (
Zayda, Tochter von Ben-Sélim: Veronica Simeoni
Dom Luis: Kalle Kanttila
Soldat: Kalle Kanttila
Erster Inquisitor: Richard Kindley
Zweiter Inquisitor: Vladislav Solodyagin

Gaetano Donizetti hielt „Dom Sebastien, roi de Portugal" („Don Sebastian, König von Portugal") von 1843 für eine seiner bedeutendsten Schöpfungen, hatte er hier doch eine neue Synthese zwischen italienischer Opera Seria und französischer Grand Opera geschaffen, Und angesichts ihrer bühnenwirksamen Handlung um den jungen portugiesischen König Dom Sebastien, der zusammen mit seiner Geliebten Zayda in die Mühlen der Inquisition und politischer Intrigen gerät, verwundert es nicht, dass die Oper in Paris und Wien außerordentliche Erfolge feiern konnte. Das Staatstheater Nürnberg bringt „Dom Sebastien, roi de Portugal" in der französischen Originalfassung von 1843 zu Gehör-und damit eine Rarität der Opernliteratur als Deutsche Erstaufführung auf die Bühne. Für die Produktion wurde das junge Team mit David Hermann (Regie) und Christof Hetzer (Bühne und Kostüme) gewonnen. Beide zusammen konnten in den vergangenen Jahren u.a. in Luzern, Mannheim, Dresden, Basel und Frankfurt ihr Talent für lebendiges, intelligentes und bilderstarkes Theater unter Beweis stellen. An ihrer Seite steht Christoph Gedschold am Pult, die Titelpartie singt Christopher Lincoln, Als Gäste sind in der weiblichen Hauptrolle Zayda die italienische Mezzosopranistin Veronica Simeoni und in der Partie ihres rachsüchtigen Verlobten Abayaldos der niederländische Bariton Bastiaan Everink zu erleben. [© Staatstheater Nürnberg)

www.staatstheater-nuernberg.de

Drei Frauen
Oper
Von Wolfgang Rihm

1. Teil «Aria/Ariadne» (2002), Szenarie nach Friedrich Nietzsches «Die Klage der Ariadne»
2. Teil «Das Gehege» (2006), Monodram nach der Schlussszene aus Botho Strauss’ «Schlusschor»
3. Teil «Penthesilea-Monolog» (2005), nach dem Schlussmonolog in Heinrich von Kleists «Penthesilea»

Uraufführung (mit neu komponierten Überleitungen): 25. September 2009 (Basel, Theater Basel)


Zur Inszenierung des Theater Basel:
In Zusammenarbeit mit dem Festival Musica Strasbourg

Premiere: 25. September 09 (Uraufführung)

Musikalische Leitung André de Ridder
Inzenierung Georges Delnon
Bühne Roland Aeschlimann
Kostüme Marie-Thérèse Jossen
Licht Hermann Münzer
Video Christoph Schödel
Studienleitung David Cowan
Dramaturgie Ute Vollmar
Musikalische Assistenz Rolando Garza
Korrepetition Rolando Garza, Leonid Maximov, Iryna Krasnovska
Regieassistenz Ulrike Jühe, Sandra Förnbacher
Bühnenbildassistenz Philipp Berweger, Vera Locher
Inspizienz Thomas Kolbe
Beleuchtungsinspizienz u. Uebertitelung Claudia Christ


Besetzung:

Ariadne: Yeree Suh
Die Frau: Rayanne Dupuis
Penthesilea: Renate Behle
Dionysos: Rolf Romei

Sinfonieorchester Basel
Statisterie des Theater Basel
 
www.theater-basel.ch

I due timidi (Die beiden Schüchternen)
Commedia lirica in einem Akt

Von: Nino Rota
Libretto: Suso Cecchi D’Amico

Zur Inszenierung der Wiener Kammeroper (Österreichische Erstaufführung):

Premiere:
31. Mai 2007
weitere Vorstellungen: 02., 05., 09., 12., 14., 16., 19., 21., 23. Juni 2007 und am 19., 20., 21., 26., 27., 28. Juli / 2., 3. und 4. August 2007 (im Rahmen des „Wiener Opernsommers“), Beginn: 19.30 Uhr

Leading Team:

Musikalische Leitung:
Daniel Hoyem-Cavazza
Inszenierung: Paul Flieder
Bühne: Gregor Sturm
Kostüme: Maxi Tschunko
Lichtdesign: Norbert Chmel

Besetzung

Narratore:
Dmitry Ovchinikov
Mariuccia: Lusine Azaryan
Raimondo: Phill Suh
La signora Guidotti: Stefanie Kopinits
Il dottor Sinisgalli: Camillo Dell’Antonio
La madre di Mariuccia: Karin Goltz
Vittorio: Artan Lika
Lucia: Marelize Gerber
Maria: Kylie Pointer
Lisa: Julia Lassnig
Pensionante: Gianfranco Licandro
Orchester der Wiener Kammeroper

Nino Rota war nicht nur genialer Verfasser einzigartiger Filmmusiken, sondern auch ein begnadeter Komponist von zahlreichen Opern, Balletten und Instrumentalwerken, die in den letzten Jahren eine veritable Renaissance erleben. Die commedia lirica „I due timidi“, 1949 als Radiooper in Auftrag gegeben, erzählt die Geschichte zweier junger, schüchterner Menschen, die – obwohl unsterblich ineinander verliebt – nicht zueinander finden und zeichnet sich insbesondere durch absurde Situationskomik und musikalische Erfindungskraft aus.


Ein schüchterner junger Mann und eine schüchterne junge Frau schwärmen füreinander. Erst aus der Ferne und ganz geheim, dann etwas weniger fern und weniger geheim, schließlich aus der Nähe und fast nicht mehr geheim. Knapp daneben ist aber auch daneben. Oder auch nicht. Denn schließlich gibt es zwei Volltreffer, nur das Ziel ist jeweils das unpassende. Die beiden Schüchternen landen in den Armen Anderer. So endet die Geschichte. Ist das jetzt schlimm? Gibt es vielleicht doch noch einen Ausweg. Man wird sehen...  Paul Flieder


Wiener Kammeroper, A-1010 Wien, Fleischmarkt 24, Tickets: Mo – Fr 12-18 Uhr
Tel. +43-1-512 01 00 -77; Fax +43-1-512 01 00 -30; E-Mail:
ticket@wienerkammeroper.at
www.wienerkammeroper.at
 


Fausta - Macht und Ohnmacht Kaiser Konstantins
Oper in acht Bildern

Von: Heinz Heckmann
Libretto: Heiner Martini
Uraufführung: 20. Mai 2007 (Trier, Theater Trier)

Zur Inszenierung des Theater Trier:

Premiere:
am 20. Mai 2007

Musikalische Leitung: GMD István Dénes
Inszenierung: Dr. Hermann Keckeis
Bühnenbild: Karel Spanhak
Kostüme: Carola Vollath
Chöre: Norbert Schmitz
Dramaturgie: Dr. Peter Larsen

Mit: Eva Maria Günschmann | Annette Johansson; Daniel Brenna | Andreas Scheel | Juri Zinovenko | Chor und Extrachor des Theaters Trier | Philharmonisches Orchester der Stadt Trier

Fausta, Gemahlin Konstantin d. Gr. und Geliebte seines von ihm hingerichteten Sohnes Crispus, kommt über dessen Tod nicht hinweg. Zugleich steht sie wegen Ehebruchs vor dem Tribunal und muss sich vor Konstantin, der oberster Richter ist, verantworten.

Den Hintergrund der Familientragödie am Hof des Römischen Kaisers bildet die Begegnung Konstantins mit dem Christentum, das ihm seine Mutter Helena nahe brachte. Für den Machthaber entsteht ein unauflösbarer Konflikt im Spannungsfeld von Staatsräson, eigenen Emotionen, christlicher Ethik und römischer Rechtsprechung.

Die Oper FAUSTA des Trierer Komponisten Heinz Heckmann (Libretto: Heiner Martini) ist inspiriert durch das konstantinische Deckengemälde, das unter der Trierer Domkirche gefunden wurde. Für die szenische Realisation konnte der österreichische Opernregisseur und Professor am Salzburger Mozarteum Hermann Keckeis gewonnen werden.

Das Theater Trier realisiert die Uraufführung von FAUSTA anlässlich der Eröffnung der KONSTANTINAUSSTELLUNG in Kooperation mit dem Rheinischen Landesmuseum Trier/Landesausstellung 2007. Die Opernproduktion ist zudem offizieller Programmbeitrag zu „Luxemburg und Großregion – Kulturhauptstadt 2007“.

Weitere Vorstellung: 2. Juni 2007
Das Theatercafé zu FAUSTA mit dem Komponisten und dem Regieteam findet am 13. Mai 2007 um 11.15 Uhr im Studio des Theaters Trier statt.
www.theater-trier.de
 

Faustus, the last night
Oper in einer Nacht und elf Nummern

Von:
Pascal Dusapin
Auftragswerk der Staatsoper Unter den Linden

Uraufführung: 21. Januar 06 (Berlin, Staatsoper unter den Linden)
 


Zur Inszenierung der Berliner Staatsoper unter den Linden:

Koproduktion mit der Opéra de Lyon. Gastspiel am Théâtre du Châtelet, Paris.
In Zusammenarbeit mit UltraSchall - Das Festival für neue Musik.

Premiere: 21. Januar 06
In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
ca. 90 Minuten ohne Pause

Musikalische Leitun:
Michael Boder
Inszenierung:
Peter Mussbach
Bühnenbild: Elmgreen & Dragset
Kostüm: Andrea Schmidt-Futterer
Licht: Sven Hogrefe
Dramaturgie: Ilka Seifert

Faustus: Georg Nigl
Mephistopheles:
Hanno Müller-Brachmann
Sly: Robert Wörle
Togod: Jaco Huijpen
Angel: Caroline Stein

Staatskapelle Berlin

Weitere Vorstellungen: 24. & 28. Jan., 4. & 12. Feb. 06

Pascal Dusapin zählt zu den bedeutendsten und meistgespielten zeitgenössischen Komponisten Frankreichs. Seit Ende der 80er-Jahre nehmen Werke für die Musiktheaterbühne einen immer größeren Stellenwert innerhalb seines umfangreichen künstlerischen Schaffens ein. Nach »Roméo & Juliette« (1985-88) und »Medeamaterial« (1990) nach Texten von Heiner Müller, nach der Kammeroper »To Be Sung« (1992-93) und zuletzt »Perelà – Uomo di Fumo« wendet sich Dusapin mit der Uraufführung von »Faustus, the Last Night« einem sehr deutschen Mythos zu, wobei er sich weniger auf Goethe als auf das Drama des Shakespeare-Zeitgenossen Christopher Marlowe bezieht.

In elf Stationen führt Dusapin Faustus durch dessen letzte Nacht: Begleitet von einem um alle Antworten verlegenen Mephistopheles stellt Faustus die großen Fragen nach Raum und Zeit, Anfang und Schöpfung der Welt, nach dem Verlust des Glaubens und nach der eigenen Identität, während die Nacht ihren gewaltigen Bogen zum nächsten Tag schlägt. Kammerspielartig umgeben ihn Figuren aus anderen literarischen Zusammenhängen: ein sich verzehrender Engel, der Werken von William Blake entsprungen sein könnte, ein shakespearescher Sly an der Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit und ein beckettscher Togod an der Schwelle zum Nichts.

Peter Mussbach hat bereits mit großer Bildgewalt Dusapins letzte Oper »Perelà« in Paris zur Uraufführung gebracht. Michael Boder wird zum ersten Mal in einer Neuproduktion am Pult der Staatskapelle Berlin stehen, das Künstlerduo Elmgreen & Dragset wird für diese Oper erstmals ein Bühnenbild entwerfen. Peter Mussbachs Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern, wie Robert Longo, Jörg Immendorff oder in der vergangenen Spielzeit Jimmie Durham bei »Chief Joseph«, die Begegnung der Kunstform Oper mit anderen Künsten, findet hier ihre Fortsetzung.         



Vorwort: Werkeinführung durch die stückbegleitende Dramaturgin jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn

Vortrag von Sigrid Weigel, Berlin, 15. Januar 06, 11 Uhr, Orchesterprobesaal, Eintritt frei

Nachgefragt – Publikumsgespräch zur Neuinszenierung: 28. Januar 06, nach der Vorstellung im Apollo-Saal

Gespräch: Pascal Dusapin und Peter Mussbach
Der Komponist und der Regisseur im Gespräch über die Uraufführung von »Faustus, the Last Night«
Moderation: Jörg Mainka, 18. Januar 06, 14 Uhr, Institut für Neue Musik Berlin der UdK Berlin und der Hochschule für Musik "Hanns Eisler", Charlottenstraße 55, Hörsaal 151, Eintritt frei

Gesprächskonzert im Institut Français Berlin
Pascal Dusapin im Gespräch mit Marcus Gammel
Das ensemble unitedberlin spielt "Comoedia" (1993) drei Textauszüge aus Dantes "Die Göttliche Komödie"
für Sopran und sechs Instrumentalisten von Pascal Dusapin




Pascal Dusapin
Pascal Dusapin wurde 1955 in Nancy geboren und studierte Kunst, Kunstwissenschaft und Ästhetik an der Pariser Sorbonne. Nach seinem Unterricht bei Olivier Messiaen besuchte Dusapin von 1974 bis 1978 Kurse des Komponisten Iannis Xenakis, den er als seinen musikalischen Vater - ebenso wie Edgar Varèse als seinen musikalischen Großvater - versteht. In dieser Zeit entstand auch Dusapins op. 1 »Souvenir du Silence« für Streicher. Auch von den Pariser Vorlesungen des italienischen Komponisten Franco Donatoni ließ er sich in seiner musikalischen Entwicklung beeinflussen. Dusapins Werke entstehen stets in der Auseinandersetzung mit anderen Kunstformen: Literatur, insbesondere Lyrik beeinflusst sein Schaffen ebenso, wie die Beschäftigung mit Philosophie und Geschichte.

1977 und 1979 bereits mit Auszeichnungen geehrt, lebte und komponierte Dusapin im Rahmen eines Stipendiums der Villa Medici von 1981 bis 1983 in Rom und 1988 in New York. Von 1993 bis 1994 arbeitete er als Composer in Residence für das Orchestre National de Lyon und wurde in dieser Zeit u. a. mit dem Prix du Syndicat de la Critique und dem Prix Symphonique (SACEM) ausgezeichnet. In den darauffolgenden Jahren erhielt er weitere zahlreiche Preise wie den Grand Prix National des französischen Ministeriums für Kultur (1995) sowie 2002 den Preis Victoire de la Musique (als Komponist des Jahres) und 2003 den Prix du Syndicat de la Critique (für »Perelà - uomo di fumo«).

Sein Oeuvre, das mittlerweile mehr als 80 Kompositionen umfasst, ist beim französischen Verlag Editions Salabert (BMG) erschienen, seine Aufnahmen liegen hauptsächlich bei Naïve/Classic vor. Bekannt geworden ist Dusapin vor allem durch seine Opern »Roméo & Juliette« (1985-88), »Medeamaterial« (1991), »To be sung« (1992-93) und »Perelà - uomo di fumo« (2001) sowie durch die Oratorien »Niobée« (1984), »La Melancholia« (1991) und »Dona Eis« (1998). Neben den Orchesterwerken »Assaï« (1985), »Haro« (1986) und »Ein Zyklus von fünf Soli für Orchester« (1992-98) komponierte Dusapin die beiden Chrowerke »Granum Sinapis« (1992-97) und »Umbrae Mortis« (1997) sowie fünf Streichquartette, als Teil eines auf sieben Teile angelegten Zyklus (1983-2005), und »Sieben Etüden für Klavier« (1999-2001).

Seine fünfte Oper »Faustus, The Last Night« entsteht im Auftrag der Staatsoper Unter den Linden Berlin. Sie wird mit der Opera de Lyon koproduziert (April 2006); eine weitere Aufführung findet im November 2006 im Théâtre du Châtelet in Paris statt. Zurzeit arbeitet Pascal Dusapin an einem Auftragswerk für die Berliner Philharmoniker und Simon Rattle sowie an einer neuen Oper für das Festival d'Aix en Provence im Jahr 2008.

Peter Mussbach
* 1949 in Schwabach, studierte Gesang, Klavier und Dirigieren in München und Wien sowie Germanistik, Kunstgeschichte, Philosophie, Jura, Soziologie und Medizin. Er praktizierte als Neurologe an der LMU München und inszeniert seit 1973 Opern und Schauspiele an fast allen wichtigen internationalen Häusern und Festivals, außerdem ist er als Bühnenbildner, Filmregisseur und Autor tätig, hatte verschiedene Lehraufträge für Regie und ist seit 2002 Intendant und Künstlerischer Leiter der Staatsoper Unter den Linden.

Michael Boder
Michael Boder erhielt seine Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und setzte sein Studium in Florenz fort.

Noch nicht 30-jährig übernahm er von 1989 bis 1993 als Chefdirigent die musikalische Leitung der Oper Basel und gastierte bereits während dieser Zeit in Hamburg, Köln, München, Berlin und an der Royal Opera Covent Garden in London. Mittlerweile ist Michael Boder regelmäßiger Gast an den Staatsopern in Berlin, Dresden und Wien sowie an der Oper in San Francisco, der Bayerischen Staatsoper München und der Deutschen Oper Berlin.

Neben seinem großen Einsatz für zeitgenössische Musik in der Oper zeichnet sich auch Michael Boders Konzerttätigkeit durch interessante Programme aus. Er arbeitete mit führenden Orchestern Europas u. a. in Florenz, Paris, Hamburg, im Gewandhaus Leipzig, mit dem Tonhalle Orchester Zürich, den Bamberger Symphonikern, den Berliner Philharmonikern, dem Gürzenich Orchester Köln, dem NHK Symphony Orchester Tokyo, dem Oslo Philharmonischen Orchester, der Tschechischen Philharmonie Prag sowie den Wiener Philharmonikern und Symphonikern.

Zukünftige Pläne beinhalten neben seiner Rückkehr nach Wien und Dresden Produktionen in Barcelona, Kopenhagen und Tokyo sowie die Uraufführung der Oper »Faustus, The last night« von Pascal Dusapin an der Staatsoper Berlin und Konzerte u. a. in Berlin, mit dem RSO Wien, den Philharmonikern Hamburg, dem Philharmonischen Orchester Essen und dem Bundesjugendorchester Deutschland.




Hanno Müller-Brachmann
In Südbaden aufgewachsen, begann Hanno Müller-Brachmann seine musikalische Ausbildung bei der Knabenkantorei Basel. Nach dem Gesangsstudium in Freiburg und Mannheim und dem Besuch der Liedklasse von Dietrich Fischer-Dieskau in Berlin legte er sein Konzertexamen bei Prof. Rudolf Piernay ab.
Erste Preise beim Bundeswettbewerb Gesang 1992 und 1994, beim Meistersingerwettbewerb 1995 sowie seine Erfolge beim internationalen ARD-Wettbewerb und beim internationalen Wettbewerb „Neue Stimmen“ 1996 ebneten ihm den Weg in die internationalen Konzertsäle.
Wichtige Engagements waren Europatourneen mit Mozarts »Requiem« und Haydns »Schöpfung« und dem Orchestre des Champs-Elysées unter Philippe Herreweghe, mit Rossinis »Stabat mater« und der Academy of St. Martin in the Fields unter Sir Neville Marriner, mit Bachs »Johannes-Passion« und den English Baroque Soloists unter Sir John Eliot Gardiner, mit Brittens »War Requiem« und dem European Union Youth Orchestra unter Vladimir Ashkenazy und mit Schönbergs »Survivor from Warsaw« und dem Radio Sinfonie Orchester Berlin unter Michael Gielen.
Mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France sang er unter Myung-Whun Chung Gustav Mahlers Liederzyklus »Des Knaben Wunderhorn« in Paris, unter Heinz Holliger hörte man ihn beim Sinfonieorchester Basel mit Mahlers »Kindertotenliedern«.
Sein Londondebüt gab er beim London Philharmonic Orchestra mit Bachs »Matthäus-Passion« unter Kurt Masur, sein Mailanddebüt mit Beethovens 9. Sinfonie unter Riccardo Chailly, sein Debüt in der New Yorker Carnegie Hall und in Chicago mit dem Chicago Symphony Orchestra in Carters »What next?« unter Daniel Barenboim.
Außerdem arbeitete er mit Dirigenten wie Kent Nagano, Michael Boder, Herbert Blomstedt, Christoph Eschenbach, Marcus Creed, Christoph von Dohnányi, András Schiff, Simone Young, Fabio Luisi und Philippe Jordan und wurde von Festivals in Granada, Flandern, Dresden und Salzburg eingeladen.
Seit 1998 gehört der junge Bassbariton dem Ensemble der Berliner Lindenoper an.
Hier liegt sein Schwerpunkt in den großen Mozartrollen seines Faches wie Leporello, Papageno, Figaro und Guglielmo. Außerdem war er z. B. als Golaud (»Pelléas«), Orest (»Elektra«),
Graf (»Der ferne Klang«), Tomsky (»Pique Dame«) und Escamillo (»Carmen«) zu hören.
Ein großer Erfolg war die kurzfristige Übernahme des Amfortas in der Neuproduktion des »Parsifal« unter Daniel Barenboim.
Operngastspiele führten ihn nach Basel, Paris, Madrid, San Francisco, an die Wiener Staatsoper und an die Münchner Staatsoper, wo er 1999 unter Zubin Mehta als Minister (»Fidelio«) debütierte und in diesem Jahr einen gefeierten Papageno gab.
Neben der Oper und dem Oratorium widmet sich Hanno Müller-Brachmann intensiv dem Lied und war mit Liederabenden in Lausanne, Hamburg, Paris, Graz, Tokio und bei Festspielen wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, den Berliner Festwochen, dem Edinburgh Festival und der Schubertiade Schwarzenberg zu Gast. In der Berliner Staatsoper gibt er jede Saison ein Recital. Dabei arbeitet er mit Pianisten wie Burkhard Kehring, András Schiff und Malcolm Martineau. Preisgekrönte CD-Produktionen sind bei verschiedenen Labels erschienen. Eine Solo-CD widmet sich Bachs Kantaten für Bassbariton.
Rundfunk-, Fernseh- und DVD-Produktionen dokumentieren seine Arbeit.
Wichtige Projekte dieser Spielzeit umfassen Konzerte bei den Berliner Philharmonikern unter
Nikolaus Harnoncourt, eine Neueinspielung der »Zauberflöte« (Deutsche Grammophon) unter Claudio Abbado, die Uraufführung von Dusapins »Faustus« in Berlin unter Michael Boder, sein Rollendebüt als Kaspar (»Freischütz«) in Berlin, Konzerte mit der Berliner Staatskapelle unter Boulez und Barenboim sowie sein Debüt als Leporello an der Wiener Staatsoper.
An der Berliner Universität der Künste unterrichtet Hanno Müller-Brachmann Gesang.

Staatsoper, wo er 1999 unter Zubin Mehta als Minister (Fidelio) debütierte und in diesem Jahr einen gefeierten Papageno gab.
Neben der Oper und dem Oratorium widmet sich Hanno Müller-Brachmann intensiv dem Lied und war mit Liederabenden in Lausanne, Hamburg, Paris, Graz, Tokio und bei Festspielen wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, den Berliner Festwochen, dem Edinburgh Festival und der Schubertiade Schwarzenberg zu Gast. In der Staatsoper Berlin gibt er jede Saison ein Recital. Dabei arbeitet er mit Pianisten wie Burkhard Kehring, András Schiff und Malcolm Martineau. Preisgekrönte CD-Produktionen sind bei verschiedenen Labels erschienen. Eine aktuelle Solo-CD widmet sich Bachs Kantaten für Bassbariton.
Rundfunk-, Fernseh- und DVD-Produktionen dokumentieren seine Arbeit.
Zukünftige Projekte umfassen Konzerte bei den Berliner Philharmonikern unter
Nikolaus Harnoncourt, eine Zauberflöten-Produktion unter Claudio Abbado, die Uraufführung von Dusapins Faustus in Berlin unter Michael Boder, sein Rollendebut als Kaspar (Freischütz) in Berlin, Konzerte mit der Berliner Staatskapelle unter Boulez und Barenboim sowie sein Debut als Leporello an der Wiener Staatsoper.
An der Berliner Universität der Künste unterrichtet Hanno Müller-Brachmann Gesang.


[ Texte: Staatsoper unter den Linden]



www.staatsoper-berlin.de (externer Link)

La Favorite
Opéra in vier Akten

Von: Gaetano Donizetti (1797-1848)
Libretto: Alphonse Royer, Gustave Vaëz und Eugène Scribe
Uraufführung: 2. Dezember 1840 ( Paris, Opéra Paris)

Zur Inszenierung des Opernhaus Zürich:

Premiere:
19. März 06

Weitere Vorstellungen: 21., 23., 25., 29., 31. März, 2. & 5. April 06


Dirigent: Marc Minkowski
Inszenierung: Philippe Sireuil
Bühnenbild: Vincent Lemaire
Kostüme : Jorge Jara
Choreographie : Avi Kaiser
Choreinstudierung: Jürg Hämmerli
Lichtgestaltung: Hans-Rudolf Kunz


Besetzung:

Léonor de Guzman:
Vesselina Kasarova
Ines: Jael Azzaretti
Fernand: Fabio Sartori
Alphonse: Roberto Servile
Balthazar: Carlo Colombara
Don Gaspar: Eric Huchet

Orchester der Oper Zürich
Chor des Opernhauses Zürich
Zusatzchor und Jugendchor Opernhaus Zürich
Statistenverein am Opernhaus Zürich
Tänzerinnen und Tänzer


Weitere Informationen auf der Homepage des Opernhaus Zürich (externer Link)
 

nach oben