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Oper: Der fliegende Holländer

Der fliegende Holländer

Oper von:
Richard Wagner
Uraufführung: 2. Januar 1843, Königlich Sächsisches Hoftheater, Dresden
Akte: 3
Aufführungsdauer: 2 1/2 Stunden

Zu den Vorstellungen im Festspielhaus Baden Baden, Januar 08:

Im Festspielhaus Baden-Baden steht zu Beginn der Winterfestspiele 2008 eine ganz besondere Premiere auf dem Spielplan: In Koproduktion mit dem Mariinsky-Theater St. Petersburg entsteht unter der musikalischen Leitung von Valery Gergiev eine Neuproduktion der Oper "Der fliegende Holländer" von Richard Wagner. Die Inszenierung übernimmt der britische Regisseur Ian Judge.
Nach Gergievs umjubeltem "Ring" steht damit abermals eine russische Wagner-Produktion in Baden-Baden auf dem Programm. Die Vorstellungen finden am Donnerstag, 17. Januar, 20 Uhr, Sonntag, 20. Januar, 18 Uhr und Dienstag, 22. Januar, 20 Uhr statt.

Musikalische Leitung: Valery Gergiev
Inszenierung: Ian Judge

Holländer: Evgenij Nikitin
Senta: Mlada Khudoley
Daland: Mikhail Petrenko

Chor und Orchester des Mariinsky-Theaters St. Petersburg

Wenn er ohne Stab dirigiert, durchpulst seine Rechte ein magisches Vibrato.  Permanente Schwingungen bis in die Fingerkuppen, energetische Entladung wie eine hypnotische Beschwörung. Er scheint von einer heiligen Unruhe angetrieben zu sein – rastlos, aber gelassen, vielbeschäftigt, und doch hochkonzentriert: Valery Gergiev gehört zu den derzeit gefragtesten Orchesterleitern der Welt. Geboren1953  Moskau als Sohn ossetischer Eltern, verfolgte der Musikvisionär zielstrebig sein Vorhaben, das Kirovtheater in der nördlichen russischen Millionenmetropole St. Petersburg aus seinem Dornröschenschlaf aufzuwecken und vor dem postkommunistischen Verfall zu retten. Und mehr als das! Denn das seit 1992 wieder in Mariinsky-Theater umbenannte Opernhaus an der Newa ist unter Gergievs umtriebiger Führung zu einem der weltweit gefeiertsten und am häufigsten auf CD und DVD aufgenommenen Ensembles geworden – zum größten noch existierenden Ensembletheater, welches es sich erlauben kann, selbst die kleinsten Rollen mit allerersten Protagonisten zu besetzen. „Ich bin nicht einfach Dirigent“, sagt Gergiev, „ich bin Dirigent des Mariinsky und Intendant des Mariinsky.“ Für seine unermüdliche Aufbauarbeit wurde Valery Gergiev im Baden-Badener Festspielhaus, das sich in den letzten Jahren zur Sommerresidenz des Mariinsky-Theaters entwickelt hat, am 12. Juli 2006 im Rahmen einer großen Gala der Herbert von Karajan Musikpreis verliehen; die Laudatio hielt Anna Netrebko, die wie Olga Borodina ihre Entdeckung dem russischen Dirigenten verdankt.

Tatsächlich ist Valery Gergievs künstlerische Laufbahn eng mit dem traditionsreichen St. Petersburger Theater verbunden – einem Haus, in dem schon Verdis „La forza del destino“ ihre Weltpremiere erlebte und russische Opern wie „Boris  Godunov“ (1874) und „Prinz Igor“ (1890) ebenso wie das Tschaikowsky-Ballet „Schwanensee“ uraufgeführt wurden. Selbst Teile aus Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ und „Tristan und Isolde“ waren im Mariinsky-Theater zu sehen, bevor sie ihren Weg auf den grünen Hügel in Bayreuth fanden. Dabei hätte Gergievs Karriere auch ganz anders verlaufen können, standen ihm doch, nachdem er 1977 im Alter von nur 24 Jahren den Herbert-von-Karajan-Wettbewerb in Berlin gewonnen hatte, die Türen nach Westeuropa offen. Doch der Dirigent entschied sich anders – für Russland, weil er hier etwas bewegen wollte. Er wurde Assistent von Yuri Temirkanov am Kirovtheater, an das er 1988  als Chefdirigent und künstlerischer Leiter zurückkehrte, nachdem er von 1981 bis 1985 das Armenische Staatsorchester geleitet hatte. 1989 errang er einen ersten internationalen Erfolg mit seinem Auftritt beim Schleswig-Holstein Musik Festival. Heute ist Gergiev Chefdirigent,  Generaldirektor und Künstlerischer Leiter des  St. Petersburger Mariinsky-Theaters, Chefdirigent der  Rotterdamer Philharmoniker und Erster Gastdirigent  der New Yorker Met. Neben seiner Tätigkeit als Gastdirigent bei den  bedeutendsten Orchestern und Opernhäusern tritt er mit „seinem“ Ensemble des Mariinsky-Theaters in den großen Metropolen Europas, in Japan, Israel und den USA auf. Mit dem Festspielhaus Baden-Baden verbindet ihn dabei eine enge und intensive künstlerische Partnerschaft, die auch bei den diesjährigen Winterfestspielen fortgesetzt wird. Denn nachdem sich der russische Maestro im Baden-Badener Festspielhaus bereits mit einer Neuproduktion der mythischen Tetralogie „Der Ring des  Nibelungen“ als begnadeter Wagner-Dirigent profilieren konnte, steht nun ein ganz besonderes Ereignis auf dem Spielplan: Gergiev leitet in einer Koproduktion zwischen dem Mariinsky-Theater und dem Festspielhaus Baden-Baden Richard Wagners romantische Oper „Der fliegende Holländer“ – in einer hier erstmals zu sehenden Neuinszenierung von Ian Judge. Der britische Regisseur arbeitet zum zweiten Mal mit dem Mariinsky-Theater St. Petersburg zusammen. 2001 entstand dort seine Inszenierung zu "La Boheme".

Allgemein findet sich in Wagners 1841 vollendeter Oper, welche der Komponist selbst als sein erstes „authentisches“ Werk bezeichnet hat, erstmals jener tragische Verstrickungszusammenhang aus Fluch, Betrug und Erlösung, von dem seine späteren Musikdramen grundlegend geprägt sind. Zentrale Figuren des Bühnengeschehens sind Senta und die magische Holländer-Figur, die Wagner als eine Synthese aus Odysseus, Ahasver und Kolumbus verstand.  Ein Protagonistenpaar, welches sich einer fremden und feindlichen Umwelt isoliert gegenübersteht. Der düstere und impulsive Gesamtcharakter des Werkes wird bereits in der stürmischen Ouvertüre exponiert – eine musikalisch eindrückliche Darstellung der bedrohlich wirkenden Naturgewalten, in welcher die Streicher hohe Wogen an die zerklüftete norwegische Küste schlagen lassen, während in Blech- und Holzbläsern das Unwetter pfeift und Blitze zucken. In der Coda deutet sich die Erlösungshandlung an, die von Senta durch ihr Opfer am Ende der „romantischen Oper“ vollzogen wird: Im Tonfall von Isoldes Liebestod endet die Musik in einem neuen, verklärten und traumhaften Tonfall – visionäre Klänge, die Wagner erst später, lange nachdem er seinen Tristan fertig gestellt hatte, hinzukomponiert hat.  [© Festspielhaus Baden Baden]

Eintrittskarten: € 230 bis 69; ermäßigt: € 195 bis 59
Informationen und Reservierung: 07221/ 30 13 101
www.festspielhaus.de

Alle Angaben ohne Gewähr
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