Oper: Fidelio
 

Fidelio
Oper in zwei Akten (erste Fassung in drei Akten)

Musik: Ludvig van Beethoven
Text: Josef Ferdinand Sonnleithner, Stephan von Breuning und Georg Friedrich Treitschke
Uraufführung: 20. November 1805 (Wien, Theater an der Wien; Titel: “Fidelio oder Die eheliche Liebe”; erste Fassung)
Zweite Fassung: 29. März 1806 (Wien, Theater an der Wien; Titel: “Leonore oder Der Triumph der ehelichen Liebe”)
Dritte Fassung: 23. Mai 1814 (Wien, Kärntnertorttheater; Titel: “Fidelio”)

Zur Inszenierung der Komischen Oper Berlin:

Premiere:
25. April 10

Musikalische Leitung: Carl St. Clair
Inszenierung: Benedikt von Peter
Bühnenbild: Natascha von Steiger
Kostüme: Katrin Wittig
Dramaturgie: Werner Hintze
Chöre: Robert Heimann
Licht: Franck Evin
Sounddesigner: Tamer Fahri Özgönenc

Besetzung:

Don Fernando:
Tom Erik Lie
Don Pizarro: Anton Keremidtchiev
Florestan: Will Hartmann
Leonore: Ann Petersen
Rocco: Jens Larsen
Marzelline: Maureen McKay
Jaquino: Christoph Späth
1. Gefangener: Yuhei Sato
2. Gefangener: Hans-Jörg Bertram

Extra-Chor: Ernst Senff Chor Berlin

www.komische-oper-berlin.de

Fidelio©AnhaltischesTheaterDessauZur Inszenierung des Anhaltischen Theater Dessau:

Premiere:
25. Oktober 08

Musikalische Leitung: Golo Berg
Inszenierung: Johannes Felsenstein
Bühne und Kostüme: Stefan Rieckhoff
Chor: Helmut Sonne
Dramaturgie: Susanne Schulz

Don Fernando: Kostadin Arguirov/Ludmil Kuntschew
Don Pizarro: Ulf Paulsen/Nico Wouterse
Florestan: Vincent Wolfsteiner
Leonore: Iordanka Derilova
Rocco: Hans-Arthur Falkenrath
Marzelline: Cornelia Marschall/Annika Sophie Ritlewski
Jaquino: Mark Bowman-Hester/Udo Scheuerpflug
1. Gefangener: Norbert Leppin/David Schroeder
2. Gefangener: Christian Most
und Sprecher: Maximilian Claus

Damen und Herren des Opernchores
Mitglieder des Extrachores
und des Kinderchores (Dorislava Kuntscheva)
Komparserie
Anhaltische Philharmonie Dessau

„Fidelio“ ist weit mehr als ein „rührendes Gemälde der weiblichen Tugend“: Hinter der scheinbaren Naivität des Singspielhaften zeichnete Beethoven in seiner einzigen, mehrfach überarbeiteten Oper schonungslose Bilder vom deformierenden Umgang mit Macht. Nur Leonore hat den Mut, ihre Ohnmacht zu überwinden und sich gegen das System zu stellen. Ihre zunächst ausschließlich von der Liebe zu Florestan geleiteten Beweggründe wandeln sich im Verlauf der Oper zu höherer moralischer Einsicht, zum allumfassenden Kampf für die Würde des Menschen: „Wer du auch seist, ich will dich retten“ - so lautet ihre vom Persönlichen ins Politische erweiterte Maxime, ihr Imperativ der Humanität und Zivilcourage.
Welche Bedeutung kommt der Zivilcourage in einer demokratischen Gesellschaft zu? Zivilcourage meint ein unerschrockenes, mutiges Verhalten in der Öffentlichkeit und im Privatleben. Dies scheint das Wesentliche der Zivilcourage zu sein: Nicht vor den Mächtigen zu kuschen, sondern an der eigenen Überzeugung festzuhalten, auch wenn dies den Mächtigen nicht passt und Nachteile – bis hin zum eigenen Tod - bringt. Der Gegenbegriff zu Zivilcourage ist Autoritätsgehorsam. An Gehorsam der Autorität gegenüber hat es in der deutschen Geschichte nicht gemangelt Im Wilhelminischen Reich und in der Nazidiktatur hat sich diese Bereitschaft besonders katastrophal ausgeprägt. Zivilcourage ist eine primär bürgerliche Tugend, sie setzt das autonome bürgerliche Individuum voraus.
Es gibt grundsätzlich drei Situationen, in denen Zivilcourage gefordert ist:
1. im Unrechtsstaat, in dem es notwendig ist, sich gegen die Gewalt und das Unrecht zu wehren, die vom Staat und seinen Organen ausgehen;
2. in Gewaltsituationen zwischen Einzelnen oder Gruppen;
3. in demokratischen Gesellschaften, wenn gesellschaftliche Zwänge Menschen einschränken und erniedrigen.
Beethoven gemahnt uns in seiner Oper in allen drei Hinsichten zur Zivilcourage. Aber wo endet Zivilcourage und wo beginnt ziviler Ungehorsam? Stehen Leonore und Florestan in einer Linie mit Klaus Störtebeker, Rosa Luxemburg, den Helden des 20. Juli, den Opfern des 17. Juni oder mit Che Guevara, der Baader-Meinhof Gruppe und palästinensischen Selbstmordattentätern? [© Anhaltisches Theater Dessau]

www.anhaltisches-theater.de

Zur Inszenierung der Oper Zürich

Premiere:
5. Oktober 08

Musikalische Leitung: Bernard Haitink
Inszenierung: Katharina Thalbach
Ausstattung: Ezio Toffolutti
Lichtgestaltung: Hans-Rudolf Kunz
Chor: Ernst Raffelsberger

Leonore: Melanie Diener
Florestan: Roberto Saccà
Don Pizarro: Lucio Gallo
Rocco: Alfred Muff
Marzelline: Sandra Trattnigg
Jaquino: Christoph Strehl
Don Fernando: Kresimir Strazanac

Nach seinem fulminanten Dirigat des "Parsifal" im Frühjahr 2007 ist es dem Opernhaus Zürich gelungen, Bernard Haitink für die Neuproduktion von "Fidelio" mit Premiere am 5. Oktober 2008 zu gewinnen.
Der langjährige Musikdirektor des Royal Opera House Covent Garden und Chefdirigent des Amsterdamer Concertgebouw-Orchesters leitet zur Zeit das Chicago Symphony Orchestra. Er ist ein ausgewiesener Kenner der Werke Ludwig van Beethovens und so liegt dessen "Fidelio" bei ihm in besten Händen.
Die bekannte Schauspielerin und Regisseurin Katharina Thalbach und Ausstatter Ezio Toffolutti, die bereits mit ihrer Deutung des "Schlauen Füchsleins" verzauberten, werden sich des bis heute brisanten Stoffes annehmen. Zur Besetzung, die von Melanie Diener als Leonore und Roberto Saccà als Florestan angeführt wird, gehören ferner Alfred Muff als Rocco, Lucio Gallo als Don Pizarro, Sandra Trattnigg als Marzelline, Christoph Strehl als Jaquino und Krešimir Stražanac als Don Fernando. Es spielt das Orchester der Oper Zürich.

Musikalische Leitung «Fidelio»: Bernard Haitink
Mit einer über fünfzigjährigen Dirigentenkarriere gehört der aus Amsterdam stammende Bernard Haitink zu den gefragtesten Dirigenten unserer Zeit. Seit der Saison 2006/07 Principal Conductor des Chicago Symphony Orchestra, hat er viele der weltbesten Orchester dirigiert. Mehr als 25 Jahre war er Musikdirektor des Royal Concertgebouw Orchestra. Daneben war er Musikdirektor der Staatskapelle Dresden, des Royal Opera House Covent Garden, des Glyndebourne Festival und des London Philharmonic Orchestra. Er ist Ehrendirigent des Concertgebouworchesters, des Boston Symphony Orchestra und der Berliner Philharmoniker. Regelmässig dirigiert er die Berliner und die Wiener Philharmoniker, das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks und das London Symphony Orchestra. Vergangene Saison dirigierte er einen Beethoven-Zyklus mit dem LSO im New Yorker Lincoln Center sowie – aus Anlass seines 50jährigen Jubiläums am Pult des Concertgebouworchesters – Konzerte in Amsterdam, Frankfurt und Wien sowie Konzerte mit den Berliner Philharmonikern bei den Salzburger Osterfestspielen. Nach fünfjähriger Opernabstinenz leitete er 2007 «Parsifal» in Zürich und «Pelléas et Mélisande» in Paris. Seine Diskographie umfasst komplette Zyklen der Sinfonien von Mahler, Bruckner, Schumann, Beethoven und Brahms. Operneinspielungen entstanden mit der Royal Opera Covent Garden, dem Glyndebourne Festival, der Staatskapelle Dresden und dem Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks. Seine Aufnahme von Janácˇeks «Jenu° fa» wurde 2004 mit dem Grammy Award ausgezeichnet. Unlängst wurde Bernard Haitink von der Zeitschrift «Musical America» zum «Musician of the Year 2007» gewählt.

Inszenierung «Fidelio»: Katharina Thalbach
Als Tochter der Schauspielerin Sabine Thalbach und des Regisseurs Benno Besson spielte Katharina Thalbach bereits im Alter von vier Jahren erste Kinderrollen. Ihre erste «richtige» Bühnenrolle hatte sie mit 15 in der «Dreigroschenoper» (Inszenierung: Erich Engels). 1974 spielte sie in Egon Günthers DEFA-Produktion «Lotte in Weimar» neben Lilli Palmer. 1976 zog Katharina Thalbach im Zuge der DDR-Ausbürgerung Wolf Biermanns nach West-Berlin. Auch in Westdeutschland hatte sie bald erfolgreiche Theaterengagements, etwa in der Kölner Inszenierung «Das Käthchen von Heilbronn» von Jürgen Flimm. Für die Verkörperung der Titelheldin wurde sie von «Theater heute» zur «Darstellerin des Jahres 1980» gewählt. Im Kino wurde Thalbach bald einem grösseren Publikum bekannt, darunter waren Margarethe von Trottas «Das zweite Erwachen der Christa Klages», der Oscar-Preisträgerfilm «Die Blechtrommel», «Engel aus Eisen» unter der Regie von Thomas Brasch oder Leander Haussmanns DDR-Retro «Sonnenallee ». Jüngere Arbeiten sind das TV-Dokumentarspiel «Die Manns» und «Goebbels und Geduldig», eine der Hauptrollen in der «Pommery»-Fernsehreihe, der Fernsehfilm «Der Job ihres Lebens», «Kabale und Liebe» (Regie: Leander Haussmann) und der Kinofilm «Offset» von Didi Danquart. Zu ihren Regiearbeiten zählen «Der Hauptmann von Köpenick», «Schade, dass sie eine Hure ist», «Romeo und Julia» (Maxim-Gorki-Theater), «Macbeth» und «Romeo und Julia» (Thalia Theater), «Don Giovanni» (EWerk Berlin), «Orpheus in der Unterwelt» (Theater Basel), «Salome» (Oper der Stadt Köln), «Das schlaue Füchslein» (Deutsche Oper Berlin, Opernhaus Zürich) und «Hänsel und Gretel» an der Semperoper Dresden.

Ausstattung «Fidelio»: Ezio Toffolutti
Ezio Toffolutti wurde 1944 in Venedig geboren und studierte Bühnenbild und Malerei an der Accademia delle Belle Arti in seiner Heimatstadt. Nach dem Abschluss arbeitete er als Designer und Architekt an Urbanistik- und Ausstellungsprojekten in Verona. 1971 ging er an die Volksbühne in Ost-Berlin (DDR), wo seine enge Zusammenarbeit mit dem Schweizer Theaterleiter und Regisseur Benno Besson begann. Toffolutti hat als Bühnenbildner und Kostümbildner an den grossen europäischen Schauspiel- und Opernbühnen in Berlin, München, Wien, Paris, Rom, Brüssel, Genf, Zürich («Das schlaue Füchslein»), Hamburg, Mailand, Athen, Helsinki, Stockholm u.a. mit den Regisseuren Hans Lietzau, Harry Kupfer, Johannes Schaaf, Nikolaus Lehnhoff, Michael Kakyoannis, Jerôme Savary und Katharina Thalbach gearbeitet. Seine Bühnenbilder und Kostüme waren auf den Festivals in Avignon, Spoleto, Glyndebourne und Parma, der Biennale von Venedig, den Wiener Festwochen und den Salzburger Festspielen zu sehen. Seit 1983 führt er Regie, vor kurzem inszenierte er «Die Zauberflöte» in Essen. Toffolutti wurde mehrmals mit dem Berliner Kritikerpreis ausgezeichnet, erhielt die Kainz-Medaille und 2001 zweimal den Prix Molière. Seit 2001 unterrichtet er Bühnenbild an der neu gegründeten Fakultät Design e Arti der Universität für Architektur in Venedig. 2004 hielt er eine Meisterklasse an der Fundação Calouste Gulbenkian, Lissabon. In München ist er seit 2003 Leiter des Studiengangs Bühnenbild und Bühnenkostüm an der Akademie der Bildenden Künste.

[©Opernhaus Zürich]

www.opernhaus.ch

Zur Produktion der Pfingstfestspiele Baden Baden 2008:
(Koproduktion mit dem Teatri di Reggio Emilia und dem Teatro Real Madrid)
 
Aufführungen: 3., 5., 8. und 10. Mai 08

Musikalische Leitung (3./5. Mai): Claudio Abado
Musikalische Leitung (8./10. Mai): Eivind Gullberg Jensen
Inszenierung: Chris Kraus
Bühnenbild: Maurizio Balò
Kostüme: Anna Maria Heinreich
Licht: Gigi Saccomandi
Chorleitung: Erwin Ortner

Musikalische Assistenz: Anna Bigliardi, Annarita Ferri, Enrico Cacciari
Dramaturgieassistenz: Michael Weihrauch
Regieassistenz: Caroline Lang
Bühnenbildassistenz: Davide Amadei
Kostümassistenz: Lorena Marin
Licht-Inspizienz: Lorenzo Parmiggiani
Inspizienz: Mauro de Santis
Übertitel: Saskia Leistner


Leonore (3./5. Mai): Anja Kampe
Leonore (8./10. Mai): Gabriela Fontana
Florestan: Endrik Wottrich
Don Pizarro: Albert Dohnen
Rocco: Giorgio Surian
Marzelline: Julia Kleiter
Jaquino: Jörg Schneider
Don Fernando: Diogenes Randes
1. Gefangener: Ilker Arcayürek
2. Gefangener: Levente Pall

Arnold Schönberg Chor
Mahler Chamber Orchestra

Besprechung auf kulturfreak.de

Fidelio Festspielhaus Baden Baden 2008 © ANDREA KREMPER
Fidelio
Festspielhaus Baden Baden
Rocco (Giorgio Surian), Florestan (Clifton Forbis), Don Fernando (Diogenes Randes) und Leonore (Anja Kampe)
Foto: Andrea Kremper

Ludwig van Beethovens einzige Oper „Fidelio“ nach einem bekannten Stoff aus der französischen Revolution hatte eine lange und komplizierte Entstehungsgeschichte: Die geplante Premiere der Erstfassung („Leonore“) am 15. Oktober 1805 wurde von der Zensur verboten. Und als die Aufführung dann doch noch im Theater an der Wien zustande kam (am 20. November 1805), fiel das Stück bei Publikum und Presse fulminant durch. Dieser Misserfolg lag zum einen an dem unglücklichen historischen Termin (die napoleonischen Truppen hatten gerade Wien besetzt und der Großteil des Publikums bestand aus französischen Soldaten und Offizieren, die kaum Verständnis für ein Stück hatten, dessen zentrale Aussage die Befreiung von ungerechtfertigter Gefangenschaft war). Andererseits war das Werk weder dramaturgisch noch musikalisch ausgereift, weshalb August von Kotzebue am 14. Januar 1806 in einer Rezension auch schrieb, die „neue Beethovensche Oper: Fidelio, oder die eheliche Liebe, gefiel nicht. Sie wurde nur einige Male aufgeführt und blieb gleich nach der ersten Vorstellung ganz leer. Die Melodien sowohl als die Charakteristik vermissen, so gesucht auch manches darin ist, doch jenen glücklichen, treffenden, unwiderstehlichen Ausdruck der Leidenschaft, der uns aus Mozartschen und Cherubinischen Werken so unwiderstehlich ergreift.“

Beethoven entschloss sich umgehend zu einer Umgestaltung der Oper. Doch obwohl das Werk in der revidierten Version (es ging am 29. März 1806 und 10. April 1806 ebenfalls im Theater an der Wien über die Bühne) deutlich erfolgreicher war, zog der Komponist die Partitur aufgrund interner Streitigkeiten mit der Theaterleitung zurück. Dann lag die Oper zunächst auf Eis, bis 1807 eine Wiederaufführung im Prager Nationaltheater geplant war, die jedoch offenbar nicht zustande gekommen ist. Erst 1814 nahm der „Fidelio“ dann seine endgültige Gestalt an: Der Regisseur und erfahrene Theatermann Georg Friedrich Treitschke hatte das Libretto quasi neu verfasst, weshalb Beethoven dasselbe mit der Partitur machen musste. (Anfang März 1814 schrieb er  Treitschke: „geschwinder würde ich etwas Neues schreiben, als jetzt das Neue zum alten […]. Die Partitur von der Oper ist so schrecklich geschrieben als ich je eine gesehen habe, ich muss Note für Note durchsehen, (sie ist wahrscheinlich gestohlen) kurzum ich versichere sie lieber T., die Oper erwirbt mir die Märtyrerkrone.“) Diese Neufassung des „Fidelio“ konnte am 23. Mai 1814 an der Wiener Hofoper aufgeführt werden und wurde nun endlich ein großer Erfolg. Allerdings war das Stück bei der ersten Aufführung noch nicht ganz fertig: Die neue Ouvertüre wurde erst zur zweiten Aufführung am 26. Mai abgeschlossen, die Neufassung der Leonoren-Arie erklang sogar erst acht Wochen später, zu Beethovens Benefizvorstellung am 18. Juli.

Die musikalische Leitung des „Fidelio“ – eine Koproduktion Festspielhaus Baden-Baden mit dem Teatri di Reggio Emilia und dem Teatro Real Madrid – liegt abwechselnd in den Händen von Claudio Abbado und Eivind Gullberg-Jensen, zu dessen erklärten Vorbildern Carlos Kleiber, Wilhelm Furtwängler, Valery Gergiev und eben Claudio Abbado zählen: „Aber ich imitiere sie nie“, sagt der 1972 geborene Norweger, der bei Jorma Panula in Stockholm und bei Leopold Hager in Wien studiert hat, „ich werde vielmehr inspiriert.“

Es spielt das von Claudio Abbado gegründete Mahler Chamber Orchestra, das bereits in seinem Gründungsjahr 1997 den internationalen Durchbruch hatte und seitdem regelmäßiger Gast auf den großen Konzertpodien der Welt ist. Neben dem  Arnold Schönberg Chor singen die Rolle der Leonore die Sopranistinnen Anja Kampe (3./5. Mai) und Gabriela Fontana (8./10. Mai). Die Rolle des Florestan übernimmt Endrik Wottrich.  Mit Albert Dohmen (Don Pizarro) wurde ein Bassbariton gewonnen, der auf eine langjährige internationale Karriere zurückblicken kann (sein Debüt an der New Yorker Metropolitan Opera gab Albert Dohmen 2003/2004 als Jochanaan in Strauss’ „Salome“). Giorgio Surian (Rocco), Julia Kleiter (Marzelline), Jörg Schneider (Jaquino) und Diogenes Randes (Don Fernando) ergänzen das Solistenensemble. (© Festspielhaus Baden Baden]

Eintrittskarten: € 230 bis 69; ermäßigt: € 195 bis 59
Informationen und Reservierung: 07221/ 30 13 101,
www.festspielhaus.de

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
1. Juni 08
Wiederaufnahme Saison 2008/09: 3. Oktober 08
Weitere Vorstellungen: 10., 18., 24. Oktober, 6., 13., 15., 20. November 08

Musikalische Leitung: Paolo Carignani / Johannes Debus /
Sebastian Weigle / Guido Johannes Rumstadt
Regie: Alex Harb
Regiekonzeption: Christina Paulhofer
Szenische Leitung der Wiederaufnahme:
Alan Barnes
Bühnenbild: Alex Harb
Kostüme: Henrike Bromber
Dramaturgie: Norbert Abels
Licht: Olaf Winter
Chor: Alessandro Zuppardo / Matthias Köhler


Besetzung:

Don Fernando:
Franz Mayer /
Franz Mayer
Don Pizarro: Johannes Martin Kränzle / Terje Stensvold
Florestan: Michael König / Richard Cox
Leonore: Erika Sunnegardh / Gabriele Fontana
Rocco: James Creswell / Gregory Frank / Alfred Reiter
Marzelline: Britta Stallmeister / Anna Ryberg
Jaquino: Jussi Myllys / Peter Marsh
u.a.

Chor und Statisterie der Oper
grün = Wiederaufnahme Saison 2008/09

Zur Wiederaufnahme in der Saison 2008/09:

Fidelio von Ludwig van Beethoven (1770-1827), die letzte große Neuinszenierung der Spielzeit 2007/08, feierte am 1. Juni 2008 Premiere an der Oper Frankfurt. Die Produktion stand wegen der Erkrankung der Regisseurin Christina Paulhofer zu Probenbeginn unter keinem guten Stern. So kam es, dass Bühnenbildner Alex Harb als langjähriger Mitarbeiter Christina Paulhofers auf der Basis der gemeinsam erarbeiteten Konzeption auch die Regie übernahm. Das Ergebnis wurde von der Presse eher zwiespältig aufgenommen. Die Süddeutsche Zeitung urteilte: „Was aber am meisten überzeugt und für die Aufführung einnimmt, ist Paulhofers und Harbs Fähigkeit, alle bekannten Fidelio-Klischees verschwinden zu lassen. (...) Harbs Personenregie ist schnörkellos, konzentriert, manchmal banal, der Körperausdruck der Handelnden von konkret-alltagshafter Sinnfälligkeit.“ Trotzdem erfreute sich die Inszenierung eines überdurchschnittlichen Interesses von Seiten des Publikums, was sicherlich auch mit der musikalischen Realisierung zu begründen war.

Nun wird die Produktion zum ersten Mal in überarbeiteter Form und in einer fast vollständig neuen Besetzung wiederaufgenommen: Die musikalische Leitung übernimmt Sebastian Weigle als neuer Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt von seinem Vorgänger Paolo Carignani. In der Titelpartie kehrt die Sopranistin Gabriele Fontana an den Main zurück, wo sie nach einer frühen Pamina in Mozarts Die Zauberflöte Jahre später in der zweiten Wiederaufnahme von Strauss’ Die Frau ohne Schatten 2005/06 die Kaiserin sang.
Ihr zur Seite als Florestan steht mit Richard Cox ein neues Ensemblemitglied der Oper Frankfurt ab der Spielzeit 2008/09. Der amerikanische Tenor kann auf Engagements an der Metropolitan Opera in New York, der Glimmerglass Opera sowie den Häusern von Washington und Los Angeles zurückblicken, ergänzt von Auftritten an der Dresdner Semperoper und am Teatro Municipal de Santiago in Chile.
Als Pizarro gibt es ein Wiedersehen mit dem norwegischen Bariton Terje Stensvold, der vielen Frankfurter Opernfreunden noch als Barak in Strauss’ Die Frau ohne Schatten in Erinnerung ist. Ausgehend von seinem Stammhaus, der Den Norske Opera in Oslo, startete er ab 2000 seine internationale Karriere, die ihn an bedeutende Opernbühnen Europas führte. Zu seinen jüngsten Engagements zählt u.a. Wotan in Wagners Der Ring des Nibelungen an der Wiener Staatsoper.
Aus dem Ensemble präsentieren sich erstmals in dieser Produktion Gregory Frank als Rocco – alternierend mit Alfred Reiter, der ab der Spielzeit 2008/09 fest an der Oper Frankfurt engagiert ist – sowie Anna Ryberg als Marzelline und Peter Marsh als Jaquino. Einzig Kammersänger Franz Mayer wiederholt seinen Erfolg als die Rettung bringender Minister Don Fernando aus der Premierenserie.

Zum Inhalt: Als Mann verkleidet hat sich Leonore unter dem Namen Fidelio in jenem Gefängnis anstellen lassen, in dem sie ihren Mann Florestan inhaftiert glaubt. Tatsächlich wird dieser von seinem politischen Widersacher Don Pizarro dort gefangen gehalten. Leonore gewinnt das Vertrauen des Kerkermeisters Rocco und lässt sich weder vom Liebeswerben Marzellines – der Tochter Roccos – noch durch den Argwohn, den ihr deren Verehrer Jaquino entgegenbringt, von ihrem Vorhaben ablenken. Schließlich entdeckt Leonore ihren Gatten in einem der tiefsten Verliese des Gefängnisses, und es gelingt ihr durch beherztes Eingreifen, Florestan vor der Ermordung durch Pizarro zu bewahren. [© Oper Frankfurt]

Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 oder online unter
www.oper-frankfurt.de erhältlich. Bei Buchung von Vorstellungen bis 4 Wochen vor dem Aufführungstermin gibt es einen Frühbucherrabatt von 10%.

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