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Oper: Don Carlo (Don Carlos)

Don Carlo (italienische Fassung mit 4 (5) Akten), Don Carlos (französische Fassung, 5 Akte)

Musik: Giuseppe Verdi
Libretto: Josephe Mery, Camille du Locle

Uraufführungen:
1. Fassung 11. März 1867 (Paris, Théâtre Impérial de l´Opéra)
2. Fassung: 10. Januar 1884 (Mailand, Teatro alla Scala)
Erstaufführung der revidierten fünfaktigen italienischen Fassung: 26. Dezember 1886 (Modena, Teatro Municipale)
 

Zur Inszenierung des Staatstheater Darmstadt:
(französische Fassung)

Premiere: 8. Februar 09

Musikalische Leitung: Martin Lukas Meister
Inszenierung: Alfonso Romero Mora
Bühnenbild: Dirk Becker
Kostüme: Rosa García Andújar
Choreinstudierung: André Weiss

Besetzung:
Philippe II.:
Dimitry Ivashchenko / Albert Pesendorfer
Don Carlos: Zurab Zurabishvili
Rodrigue, Marquis de Posa: Oleksandr Prytolyuk
Le Grand Inquisiteur: Andreas Daum / Thomas Mehnert
Ein Mönch: Andreas Daum / Thomas Mehnert
Elisabeth de Valois: Yamina Maamar
La Princesse Eboli: Katrin Gerstenberger
Thibault: Margaret Rose Koenn
Lerma/Ein königlicher Herold: Lucian Krasznec
Stimme vom Himmel: Aki Hashimoto
Flandrische Deputierte: Calin Cozma, David Hieronimi, Ilhun Jung, Mikko Järviluoto, Won Jang, Gaku Sumida
Narr: Dirk Zalm

Es geht um Entscheidungen in einem Weltkonflikt: Die reichen niederländischen Provinzen der spanischen Krone verfechten die Freiheit des Gewissens und ihre Selbstverwaltung. Sie verteidigen ihre angestammten Rechte. König Philipp II. verweigert sie – für Schiller (von ihm stammt das Drama) ein Fanal zur Rebellion gegen Väter, Überväter, tote Tyrannen. Für Verdi der tief emotionale Appell an die Verantwortung des Einzelnen, an Mitleid und Furcht; zugleich eine Warnung vor dem Schrecken, der kommt. Diese Oper ist ein aufwühlendes Ereignis. [© Staatstheater Darmstadt]

www.staatstheater-darmstadt.de

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
(fünfaktige italienische Fassung)

Premiere: 30. September 07
2.Wiederaufnahme: 21. Mai 10
1. Wiederaufnahme: 13. Dezember 08

Musikalische Leitung: Carlo Franci / Stefan Anton Reck / Carlo Franci / Roland Böer / Carlo Franci / Carlo Franci; Regie: David McVicar
Regie: David McVicar
Szenische Leitung der Wiederaufnahme:
Fabian von Matt / Fabian von Matt
Choreografische Mitarbeit: Andrew George
Bühnenbild: Robert Jones
Kostüme: Brigitte Reiffenstuel
Dramaturgie: Malte Krasting
Licht: Joachim Klein
Chor: Alessandro Zuppardo /
Matthias Köhler

Philipp II.: Kwangchul Youn / Bálint Szabó / Kwangchul Youn / Thorsten Grümbel
Elisabeth von Valois: Annalisa Raspagliosi / Danielle Halbwachs / Elza van den Heever / Annalisa Raspaglios / Annalisa Raspagliosi / Elza van den Heever / Lucrezia García
Don Carlo: Yonghoon Lee / Andrew Richards / Francesco Hong / Yonghoon Lee / Carlo Ventre / Alfred Kim / Kamen Chanev
Prinzessin Eboli: Michaela Schuster / Tichina Vaughn / Michaela Schuster / Tichina Vaughn / Tanja Ariane Baumgartner / Tanja Ariane Baumgartner
Rodrigo, Marquis von Posa: George Petean / Anders Larsson / Aris Argiris / Zeljko Lucic / Tassis Christoyannis / Aris Argiris
Graf von Lerma: Hans-Jürgen Lazar / Peter Marsh / Hans-Jürgen Lazar / Peter Marsh / Hans-Jürgen Lazar / Simon Bode
Tebaldo: Arlene Rolph (Vorstellungen im Oktober) / Stella Grigorian / Paula Murrihy / Jenny Carlstedt / Jenny Carlstedt / Sharon Carty
Der Großinquisitor: Gregory Frank / Gregory Frank / Magnus Baldvinsson / Hakan Tirasoglu / Magnus Baldvinsson
Ein Mönch: Bálint Szabó / Simon Bailey / Thorsten Grümbel / Vuyani Mlinde
Stimme von oben: Brenda Rae / Christiane Karg Sun Hyung Cho /
Chor, Extrachor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester

grün = Wiederaufnahme Saison 2008/09
violett= Wiederaufnahme Saison 2009/10
rot = Wiederaufnahme Saison 2010/11

Zur Wiederaufnahme in der Saison 2010/11:
Die Inszenierung des Don Carlo von Giuseppe Verdi (1813-1901) durch David McVicar feierte am 30. September 2007 Premiere an der Oper Frankfurt – als erste Frankfurter Neuproduktion des Werkes seit 37 Jahren. Vom Publikum wurde die aufwändig ausgestattete Aufführung mit den prachtvoll-historischen Kostümen von Brigitte Reiffenstuel überwiegend bejubelt, doch meldeten sich auch kritische Zuschauerstimmen zu Wort, denen die Sicht des schottischen Regisseurs auf Verdis Erfolgsoper zu konventionell ausgefallen war. Dennoch wurde die Inszenierung von der Kritik in erster Linie positiv beurteilt: „Gespielt wird die lange, fünfaktige Fassung von 1886. McVicars großartige Regieleistung geht dabei weit über die Grundsatzentscheidungen für eine streng stilisierte Bühne samt historisch korrekten Kostüme hinaus. Er führt seine Figuren mit viel Liebe fürs psychologische Detail und schlüsselt so die komplexe Handlung überzeugend auf.“ Ein weiterer Rezensent schrieb: „Ein Ausstattungschinken also? Eine konventionelle Mantel-und-Degen-Produktion? In gewissem Sinne: ja, durchaus. Aber ungewöhnlicherweise eine, an der man nichts vermisst hat.“

Nun wird diese Erfolgsproduktion der Oper Frankfurt zum dritten Mal wiederaufgenommen, und die Besetzungsliste weist neben den mit der Inszenierung vertrauten Künstlern auch einige neue Namen auf: Aus dem Ensemble steigt Alfred Kim in der Titelpartie erstmals in die Produktion ein. Thorsten Grümbel wechselt vom Mönch – der nun von „Neuzugang“ Vuyani Mlinde gesungen wird – zur Partie Philipp II. Erstmals werden der Graf von Lerma und Tebaldo mit den neuen Mitgliedern des Opernstudios Simon Bode und Sharon Carty besetzt. Als Elisabeth debütiert die venezolanische Sopranistin Lucrezia García an der Oper Frankfurt. Zukünftige Engagements der Sängerin sind Aida in der Arena di Verona und an der Opéra de la Bastille in Paris sowie Odabella in Verdis Attila an der Mailänder Scala. Der italienische Dirigent und „Altmeister“ Carlo Franci hingegen hat diese Produktion schon längst zu der seinigen gemacht.

Weitere Vorstellungen: 18., 26. (Oper für Familien, 15.30 Uhr; pro Erwachsenen-Kaufkarte maximal drei Tickets für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre gratis; mit kostenloser Kinderbetreuung) September, 2. Oktober 2010
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr 

Preise: € 12 bis 77 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr (außer an der Vorverkaufs- und Abendkasse der Oper Frankfurt sowie bei deren Telefonischem Vorverkauf)
Karten sind bei den üblichen Vorverkaufsstellen, online unter
www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich. Bei Buchung von Vorstellungen bis 4 Wochen vor dem Aufführungstermin gibt es einen Frühbucherrabatt von 10% auf die oben angegebenen Preise.

Zur Premiere in der Saison 2007/08:
1865 erhielt Giuseppe Verdi (1813-1901) - nach Les vepres siciliennes 1855 - einen zweiten Kompositionsauftrag der Pariser Grand Opera und vertonte Schillers Trauerspiel Don Karlos. Die Urfassung wurde 1867 uraufgeführt und bestand aus fünf Akten in französischer Sprache mit Ballett, was seinerzeit ein notwendiges Eingeständnis an die Gattung der Grand Opera darstellte. Siebzehn Jahre später hatte Don Carlos in einer italienischen, auf vier Akte gekürzten Fassung (ohne Ballett und den ersten, sogenannten Fontainebleau-Akt) an der Mailänder Scala Premiere. 1886 schließlich kam die revidierte italienische Fassung in fünf Akten in Modena zur Uraufführung. Diese Version liegt der ersten Frankfurter Neuproduktion des Werkes seit 37 Jahren zu Grunde.

Zum Inhalt: Don Carlos, .Sohn des spanischen Königs Philipp II., soll die französische Königstochter Elisabeth von Valois heiraten Die beiden verlieben sich ineinander, doch muss die junge Frau schließlich aus Gründen der Staatsraison den König selbst zum Mann nehmen. Zudem verweigert Philipp seinem Sohn den Auftrag, dem durch Spanien unterdrückten Flandern den Frieden zu bringen und damit seinen Jugendfreund Rodrigo zu unterstützen. Durch eine Intrige der in Carlos verliebten Prinzessin Eboli entfremden sich Vater und Sohn immer mehr voneinander. Carlos ist hin und her gerissen zwischen seiner Liebe zu Elisabeth und dem Begehren nach politischer Anerkennung. Schließlich kommt es nach der durch den Großinquisitor geforderten Ermordung des politisch unliebsamen Rodrigo am Grab von Carlos' Großvater Karl V. zu einem entscheidenden Zusammentreffen aller Beteiligten...

Die musikalische Leitung dieser Neuinszenierung übernimmt Carlo Franci, der neben seiner internationalen Tätigkeit im September 2004 sein SOjähriges Frankfurt-Jubiläum feiern konnte. David McVicar gilt als einer der führenden Regisseure seiner Generation. Inszenierungen führten ihn an alle großen Bühnen Europas und der USA. Sein Frankfurt-Debüt gibt der Koreaner Kwangchul Youn (Philipp). Er gastiert regelmäßig an den Opernhäusern von Berlin, Wien und New York sowie bei den Bayreuther und Salzburger Festspielen. Die italienische Sopranistin Annalisa Raspaqliosi (Elisabeth) ist vor allem in den Werken ihrer Landsmänner Giacomo Puccini und Giuseppe Verdi international gefragt. In Frankfurt ist sie 2007/08 zudem als Amelia Grimaldi in Simon Boccanegra sowie als Desdemona in Ote//o (konzertant) zu erleben. Der an renommierten Opernbühnen erfolgreiche amerikanische Tenor Andrew Richards (Carlos) war in Frankfurt bereits als Pinkerton in Puccinis Madama Butterfly und in der Titelpartie von Gounods Faust zu erleben. Michaela Schuster (Eboli) sang in Frankfurt u.a. Florinda (Fierrabras) und Kundry (Parsifaf). Mit der zuletzt genannten Partie gastierte die Mezzosopranistin auch in Berlin und Amsterdam. Jüngste Frankfurter Aufgaben waren Caesonia in der Uraufführung von Detlev Glanerts Caligula und Marta in d'Alberts Tiefland. George Petean ist Rumäne und seit 2002/03 an der Hamburgischen Staatsoper verpflichtet, von wo aus er an allen großen europäischen Häusern gastiert. Angeführt von Gregory Frank als Großinquisitor wurden alle übrigen Partien mit Ensemblemitgliedern der Oper Frankfurt besetzt. Für die Vorstellungen im Juni 2008 sind Umbesetzungen fast aller Hauptpartien geplant, das Dirigat übernimmt dann Frankfurts Kapellmeister Roland Böer.

Carlo Franci - Gastdirigent
Carlo Franci ist Absolvent der Accademia di Santa Cecilia in Rom. In Italien ist er als Dirigent an den wichtigsten Opernhäusern bekannt, darunter u.a. die Mailänder Scala, das Teatro La Fenice in Venedig, das Teatro San Carlo in Neapel, die Opernhäuser von Rom und Florenz sowie die Arena di Verona. Außerhalb Italiens dirigierte er u.a. das London Symphony Orchestra, das BBC Orchestra, die Wiener Philharmoniker, die Wiener Symphoniker und das Salzburger Mozarteum-Orchester.
Als Gastdirigent war er häufig in Berlin, Hamburg, Frankfurt, München, Mannheim, Wien, Madrid, Barcelona, Zürich, Tokio, Seoul, Caracas, Rio de Janeiro, Singapur und Johannesburg zu Gast. Von 1990 bis 1997 war er Chefdirigent des Transvaal Philharmonie Orchestra in Pretoria. An der New Yorker Met stand er bei über 90 Vorstellungen am Pult, gastierte aber auch in anderen amerikanischen Städten wie Boston, Cleveland, Minneapolis, Atlanta, Detroit und Dallas. Verdis Aida dirigierte er 1987 auch bei den Pyramiden von Gizeh. Zahlreiche eigene Kompositionen wurden u.a. an der Mailänder Scala sowie in Brüssel, Buenos Aires, Helsinki, Neapel, Detroit und Rom aufgeführt. Im September 2004 feierte er sein 30jähriges Frankfurt-Jubiläum. Hier dirigierte er u.a. Puccinis Tosca und Verdis Nabucco. 2005/06 hatte er an der Oper Frankfurt die musikalische Leitung bei der Übernahme von Massenets Werther aus Amsterdam inne und dirigierte 2006/07 die Wiederaufnahme dieser Produktion sowie Verdis Un ballo in maschera. In der Spielzeit 2007/08 kehrt er für die Neuinszenierung von Verdis Don Carlos hierher zurück.

Roland Böer – Kapellmeister
Seit Januar 2002 ist Roland Böer Kapellmeister an der Oper Frankfurt. Zuvor war er dort als Solorepetitor tätig, daraufhin als Solorepetitor mit Dirigierverpflichtung an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf / Duisburg engagiert und arbeitete außerdem als persönlicher Assistent von Antonio Pappano während der Bayreuther Festspiele 1999 bis 2001, am Theatre Royal de la Monnaie in Brüssel und am Royal Opera House Covent Garden, In Frankfurt dirigiert er ein breitgefächertes Repertoire von Haydns L'isola disabitata bis Henzes Das verratene Meer. In der Spielzeit 2005/06 übernahm er die musikalische Leitung der Wiederaufnahmen von La Boheme, Chowanschtschina und // viaggio a Reims sowie der Neuproduktion von Smetanas Die verkaufte Braut. Als Gast dirigierte er u.a. am Theatre Royal de la Monnaie in Brüssel Ravels L'heure espagnole und L'enfant et les sortileges sowie Neuproduktionen am Royal Opera House Covent Garden (Ullmans Kaiser von Atlantis) und der English National Opera (Mozarts La clemenza di Tito) in London sowie der Royal Swedish Opera in Stockholm (Puccinis Manon Lescaut). Hinzu kamen Repertoirevorstellungen von Mozarts Die Zauberflöte an der Deutschen Oper in Berlin. Roland Böer gastierte außerdem u.a. beim Oslo Philharmonie Orchestra, dem Radio-Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks, dem Rundfunkorchester des Bayerischen Rundfunks sowie dem Orchestre Philharmonique de Luxembourg und dem Scottish Chamber Orchestra. 2006/07 standen in Frankfurt die Wiederaufnahmen von Die Meistersinger von Nürnberg und Die verkaufte Braut sowie Repertoirevorstellungen von La Cenerentola und Un ballo in maschera auf seinem Programm. Hinzu kam u.a. eine Neuproduktion von Mozarts Cos/ fan tutte mit dem Orchestra di Santa Cecilia in Rom, eine Neuproduktion von Le nozze di Figaro an der English National Opera in London und Fidelio in Auckland. 2007/08 folgen an der Oper Frankfurt für ihn die Wiederaufnahmen von Nabucco und Macbeth sowie Repertoirevorstellungen von Don Carlos und Le nozze di Figaro. Zudem wird er 2008 für eine Wiederaufnahme der Zauberflöte nach London (Covent Garden) zurückkehren.

David McVicar – Regisseur
Der schottische Regisseur David McVicar gilt als einer der führenden Regisseure seiner Generation. Seine Inszenierungen sind an allen großen Bühnen Europas und der USA zu sehen, oftmals begleitet durch die Aufzeichnung für Fernsehen und DVD. Zu seinen Inszenierungen der Spielzeit 2004/05 gehörten Monteverdis L'incoronazione di Poppea am Theätre des Champs-Elysees in Paris, Brittens A Midsummer Night's Dream am Theätre Royal de la Monnaie in Brüssel sowie Mozarts La clemenza di Tito an der English National Opera in London. David McVicar wurde in Glasgow geboren und studierte an der Glasgow School of Art und der Royal Scottish Academy die Fächer Schauspiel, Design und Regie. Seine erste professionelle Opernregie war Mozarts // re pastore 1993 an der Opera North in Leeds. Dorthin kehrte er für Ambroise Thomas' Hamlet, Steven Sondheims Sweeney Todd, Mozarts Don Giovanni sowie Strauss' Der Rosenkavalier zurück. 1996 debütierte er an der Scottish Opera in Glasgow mit Mozarts Idomeneo, womit er 1997 den Barclays Theätre Award gewann. Zwischen 1999 und 2002 kehrte McVicar für den Rosenkavalier und Puccinis Madama Butterfly nach Glasgow zurück. Zudem inszenierte er 1997 Handels Tamerlano an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf/ Duisburg, 1998 Fidelio für das New Zealand International Festival of the Arts, 1998 Massenets Manon und 1999 Handels Alcina an der English National Opera in London (ENO) und 1998 Mozarts Idomeneo an De Vlaamse Opera in Antwerpen. 2000 führte er dort Regie bei Offenbachs Les Contes d'Hoffmann, bei Handels Agrippina in Brüssel und Paris (Champs-Elysees) sowie bei Puccinis La Boheme für die Glyndebourne Touring Opera. 2001 inszenierte er Verdis Macbeth am Mariinsky-Kirov-Theater in St. Petersburg, Brittens The Rape of Lucretia an der ENO und beim Aldeburgh Festival, Rigoletto am Royal Opera House Covent Garden London sowie Brittens Billy Budd an der Lyric Opera Chicago. 2002 folgten Tosca an der ENO und Carmen beim Glyndebourne Festival. Bei den Salzburger Festspielen 2003 war seine Regiearbeit zu Les Contes d'Hoffmann zu sehen. Zudem inszenierte er Neu Bartletts Stück Camille nach Alexandre Dumas am Lyric Theätre Hammersmith in London sowie Die Zauberflöte am Covent Garden. Letzte Arbeiten beinhalteten Handels Semele in Paris (Champs-Elysees), Gounods Faust am Covent Garden, Mozarts La clemenza di Tito in Kopenhagen sowie Don Giovanni in Brüssel. Weitere Neuproduktionen sind z.B. L'incoronazione di Poppea an der Opera National du Rhin in Straßburg, der Staatsoper in Berlin und in Brüssel sowie Handels Giulio Cesare in Glyndebourne und London, zudem Cos/ fan tutte und Le nozze di Figaro am Covent Garden. Im Februar 2007 erfolgte im Rahmen eines geplanten neuen Wagner-R/ngs unter seiner Regie in Straßburg die Premiere von Das Rheingold. An der Oper Frankfurt wurde 2005/06 seine Brüsseler /Agr/pp/na-lnszenierung übernommen, die hier auch 2006/07 zu sehen war. 2007/08 kehrt McVicar für Verdis Don Carlo zurück an den Main. Eine weitere Zusammenarbeit ist geplant.

 [© Texte: Oper Frankfurt]

www.oper-frankfurt.de

Zur Inszenierung des Theater Freiburg:

Premiere:
25. November 06
Weitere Vorstellungen: 1., 3., 6., 8., 15., 17. & 25. Dezember 06, 7., 20. & 25. Januar 07 (weitere Termine sind in Planung)

Musikalische Leitung: Patrik Ringborg
Regie: Barbara Beyer
Bühnenbild: Oliver Brendel
Kostüme: David König
Dramaturgie: Dominica Volkert
Chor: Bernhard Moncado
Video: Martin Urrigshardt

Philipp II: Radu Cojocariu / Peter Klaveness
Elisabeth von Valois: Victoria Nava
Don Carlos: Alexey Kosarev
Prinzessin Eboli: Anna Smirnova
Marquis von Posa: Matthias Flohr / Bon-Gang Gu
Tebaldo: Odilia Vandercruysse
Der Großinquisitor: Peter Klaveness / Jon Pescevich
Ein Mönch (Karl V.): Radu Cojocariu / Jon Pescevich
Eine Stimme von oben: Lini Gong
Graf Lerma: Peter Hans Parsch


Das philharmonische Orchester der Stadt Freiburg spielt unter der Musika-lischen Leitung von Chefdirigent Patrik Ringborg. Barbara Beyer, Spezialistin für den sezierenden Theater-Blick, wird die Tiefen und Untiefen dieser Fami-lienpsyche in ihrer Neuinszenierung ausloten. Sie führte u.a. wiederholt Regie an der Staatsoper Hannover, am Theater Basel, der Oper Bonn und dem Theater Aachen. Die Bühne gestaltet Oliver Brendel, Kostümbildner ist David König.

Eine spanische Patchwork-Familie der besonderen Art: Der Vater heiratet die Geliebte des Sohnes, die sich nun pflichtbewusst in der Rolle der Stiefmutter und treuen Gattin zu behaupten versucht. Die Mätresse des Vaters liebt eigentlich den Sohn, der aber nichts von ihr wissen will, trauert er doch eher selbstverliebt als hoffnungslos dem entschwundenen Glück nach.

Komplizierter und aussichtsloser können die emotionalen Bindungen dieser Familie, die sich um den Potentaten Philipp II. von Spanien gruppiert, nicht sein. Ein Freund rät nachdrücklich: lasst die Familie Familie sein und handelt politisch! Das Aktionsfeld hierfür rückt er aber in die weite Ferne nach Flandern. So muss auch er keinen Beweis von tatsächlicher Handlungsfähigkeit antreten.

Was Philipp II., seinen Sohn Carlos, Elisabeth von Valois, Prinzessin Eboli und Marquis Posa antreibt, sind weniger die historischen Gegebenheiten des spanischen Absolutismus' im 16. Jahrhundert, noch die Postulate des deutschen Idealismus, wie sie Friedrich Schiller in seinem dramatischen Gedicht „Don Karlos, Infant von Spanien“ sprachmächtig formulierte. Verdi führt uns hier vielmehr die zunehmende Tyrannei einer Familien-Intimität vor, deren Einbettung in große Haupt- und Staatsaktionen nur mehr wie ein verzweifelt letzter Versuch für Selbstversicherung wirkt. Besonders greifbar spitzt dies Verdi in seiner Überarbeitung für die vieraktige Mailänder Fassung von 1884 zu. [Text: Theater Freiburg]

www.theater.freiburg.de

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